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Die
Erfindung betrifft die Herstellung einer Faser oder eines Fadens,
insbesondere einer bzw. eines solchen, welche(r) für eine Einfügung in
einen Stoff oder ein Gewebe geeignet ist, zu dem Zweck, optisch
erkennbare Effekte darin zu erzeugen.
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Es
sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von die Farbe wechselnden
oder Licht emittierenden Fasern bekannt.
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Ein
bekanntes Verfahren beruht auf dem Perforieren der Außenfläche einer
optischen Faser, so dass Licht durch die Perforationen "entweicht", wenn Licht in ein
Ende der Faser eingespeist wird.
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Andere
bekannte Verfahren beruhen auf der Anordnung von Schichten aus elektroluminophorem Material
zwischen mindestens zwei Elektrodenschichten in einer Faser, wobei
das Material unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes, das in
dem Raum zwischen den Elektrodenschichten erzeugt wird, Licht emittiert.
Ein solches Verfahren ist in der britischen Patentanmeldung Nr.
GB 2 273 606 und der internationalen
Patentanmeldung Nr.
WO 97/15939 beschrieben.
Ein anderes bekanntes Verfahren wird in
US 6096666 offenbart, welches die
Basis des Oberbegriffes der Ansprüche 1 und 16 bildet.
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Ein
typisches Beispiel einer existierenden Faser ist in 1a dargestellt.
Die Faser 1 besteht aus einem zylindrischen leitenden Kern 2,
der von aufeinanderfolgenden äußeren Schichten 3 bis 5 umgeben
ist. Der Kern ist aus Metalldraht, z. B. Kupferdraht, hergestellt
und fungiert als eine innere Elektrode oder ein Heizelement. Die
elektrooptische Substanz 3 bildet eine Schicht um den Kern 2 herum
und ist zwischen dem Kern 2 und einer äußeren Elektrodenschicht 4 angeordnet.
Wie in 1a dargestellt, kann die Faser
optional eine äußere Ummantelung 5 aufweisen,
welche wenigstens teilweise lichtdurchlässig ist.
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Ein
Problem bei existierenden Faseranordnungen ist, dass die äußere Elektrodenschicht 4 normalerweise
durch Prozesse der Dünnschichtabscheidung
hergestellt wird, deren Erfolg weitgehend von den mechanischen Eigenschaften
der tragenden elektrooptischen Substanz 3 abhängig ist.
Daher begrenzt die Notwendigkeit, eine äußere Elektrodenschicht 4 einzufügen, die
Anzahl möglicher
Kombinationen von Substanzen, die für eine Verwendung in der Faser
geeignet sind. Zum Beispiel ist die Abscheidung einer äußeren Elektrode 4,
die eine Schicht aus einer flüssigen
oder gelartigen elektrooptischen Substanz bedeckt, in der Praxis äußerst schwer
zu realisieren.
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Die
optischen Eigenschaften der elektrooptischen Substanz werden im
Allgemeinen durch eine äußere Anregung
wie etwa Wärme,
Strom oder ein elektrisches Feld verändert. Infolge der vorhandenen Elektrodenschichten
der Faser weisen elektrische Felder 6 in der Faser eine
radiale Topologie auf, d. h. die Feldlinien verlaufen zwischen den
Elektrodenschichten 2, 4 senkrecht zum Kern 2 der
Faser 1. Dies ist in 1b dargestellt,
in der zu erkennen ist, dass die elektrischen Feldlinien 6 durch
die Schicht 3 aus der elektrooptischen Substanz hindurch
in radialen Richtungen bezüglich
des Kerns 2 verlaufen.
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Ein
anderes Problem bei bekannten Fasern ist, dass eine radiale Topologie
des elektrischen Feldes innerhalb der Fasern eine Begrenzung der
Anzahl der elektrooptischen Schaltprinzipien bewirkt, welche innerhalb
der elektrooptischen Substanz möglich
sind. Dies wiederum bestimmt die Änderungen bei optischen Effekten,
die innerhalb einer bestimmten Faser erzielbar sind. Existierende
Fasern müssen
daher mit immer ausgeklügelteren
Elektrodenschichten hergestellt werden, um die Anzahl möglicher
Schaltprinzipien zu erhöhen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft insbesondere das Gebiet der Herstellung
von intelligenter Kleidung (Wearable Electronics). Dieses Gebiet
hat das Ziel, spezifische Funktionen wie etwa Abfühlen, Betätigen, Emittieren
von Licht und Wechseln der Farbe, in Kleidungsstücke zu integrieren. Insbesondere ist
es wünschenswert,
in der Lage zu sein, Farbwechseleigenschaften in Textilien zur Herstellung
von Kleidungsstücken,
Einrichtungsgegenständen
usw. zu integrieren. Eine solche Technologie könnte verwendet werden, um Wearable
Displays (in Kleidung integrierte Displays) und Wearable Indicators
(in Kleidung integrierte Anzeigevorrichtungen) herzustellen, und
auch, um einfach einen Wechsel einer Farbe oder eines Musters von
Textilien aus ästhetischen Gründen zu
bewirken.
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Es
ist bekannt, ein Wearable Display durch Verflechten von leitenden
Fasern und elektrooptische Substanzen enthaltenden Fasern herzustellen.
Ein Problem bei solchen Displays ist, dass der lichtemittierende
Effekt nicht in eine einzelne Faser integriert ist. Das bedeutet,
dass der Effekt nicht gleichmäßig in dem
gesamten Kleidungsstück
oder anderen Gegenstand, der aus den Fasern hergestellt ist, vorhanden
ist. Außerdem
ist es notwendig, entweder zwei Mengen von miteinander verflochtenen
Fasern zu verwenden, die leitende Elemente enthalten, oder zusätzliche
leitende Schichten, die auf die gewebte Struktur aufgebracht werden.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung
einer Faser oder eines Fadens bereitzustellen, bei welchem die sich
optisch ändernde
Funktion in eine einzige Faser oder einen einzigen Faden integriert
werden kann, und wobei die Änderung
des Aussehens der Faser oder des Fadens aktiv gesteuert werden kann.
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Eine
andere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zur Herstellung einer Faser oder eines Fadens bereitzustellen, bei
welchem die Änderung
des Aussehens der Faser oder des Fadens durch eine einzige Elektrodenschicht
aktiv gesteuert werden kann.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zur Herstellung einer Faser oder eines Fadens bereitzustellen, das
eine nichtradiale Topologie des elektrischen Feldes in der Faser oder
dem Faden aufweist.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Stoff aus
einer Faser oder einem Faden zu schaffen, die bzw. der gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellt wurde, wobei dieser Stoff verwendet werden
kann, um zum Beispiel Kleidungsstücke oder Möbel herzustellen.
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Einige
dieser oder alle diese Aufgaben können durch Ausführungsformen
der Erfindung gelöst werden,
die hier beschrieben werden.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung
einer Faser oder eines Fadens bereitgestellt, wie in Anspruch 1
definiert.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
Herstellung einer Faser oder eines Fadens bereitgestellt, wie in Anspruch
16 definiert.
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Im
Folgenden werden Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung beispielhaft und unter Bezugnahme auf die
beigefügten
Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
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die 1a und 1b perspektivische Schnittdarstellungen
von Fasern, die nach dem Stand der Technik bekannt sind;
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2 eine
schematische Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform
einer gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellten Faser;
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die 3a und 3b perspektivische Schnittdarstellungen
einer Faser, die zwei unterschiedliche Elektrodenanordnungen veranschaulichen,
die gemäß bevorzugten
Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung strukturiert sind;
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die 3c und 3d perspektivische Schnittdarstellungen
einer Faser, welche eine Topologie eines elektrischen Feldes gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung veranschaulichen;
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die 4a und 4b schematische
Darstellungen, die zwei unterschiedliche Elektrodenanordnungen veranschaulichen,
die gemäß bevorzugten
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung strukturiert sind;
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die 5a, 5b und 5c schematische
Darstellungen, die drei unterschiedliche Elektrodenanordnungen veranschaulichen,
die gemäß bevorzugten
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung strukturiert sind;
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6 eine
schematische Darstellung einer weiteren Elektrodenanordnung, die
gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung strukturiert ist;
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die 7a und 7b schematische Schnittdarstellungen
einer zweiten und einer dritten Ausführungsform einer gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellten Faser;
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8 eine
schematische Darstellung einer (+)mCP Paralleldrucktechnik zum Strukturieren
von Elektrodenanordnungen gemäß bevorzugten
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung;
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9 eine
Folge von Fotos, welche vergrößerte Ansichten
einer Elektrodenanordnung gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung zeigen.
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Es
wird zunächst
auf 2 Bezug genommen; eine gemäß der vorliegenden Erfindung
hergestellte Faser ist allgemein mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet.
Die Faser 10 umfasst ein Substrat 11 in der Form
eines länglichen
Kerns, wobei der Kern eine Kernachse aufweist. Bei bevorzugten Ausführungsformen
wird das Substrat 11 von einer herkömmlichen flexiblen Polymerfaser
gebildet, welche eine im Wesentlichen zylindrische Form hat und
vorzugsweise aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellt
ist. Zu den Beispielen geeigneter Polymerfasern gehören unter
anderem Polyester, Polyamide, Polyacryle, Polypropylene, Polymere
auf Vinylbasis, Wolle, Seide, Flachs, Hanf, Leinen, Jute, Fasern
auf der Basis von Kunstseide, Fasern auf der Basis von Celluloseacetat
und Baumwolle.
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Ein
Vorteil der Verwendung herkömmlicher Polymerfasern
ist, dass sie jederzeit verfügbar
sind und mechanische Eigenschaften aufweisen, welche so angepasst
werden können,
dass sie für
die speziellen Anforderungen an die Faser geeignet sind, z. B. im
Hinblick auf Festigkeit und Biegsamkeit. Dies steht im Gegensatz
zu leitenden Metalldrähten,
welche nur einen begrenzten Bereich von mechanischen Eigenschaften
aufweisen. Die Verwendung eines Kernmaterials mit einem umfangreicheren
Bereich möglicher mechanischer
Eigenschaften ist vorteilhaft, da sie einige elektrooptische Substanzen
und Kombinationen davon gestattet, die zuvor nicht als für eine Verwendung
bei der Herstellung der Faser 10 geeignet betrachtet wurden.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
kann das Substrat 11 unmittelbar (d. h. auf einer Außenfläche des
Substrats) mit einer Sperrschicht (nicht dargestellt) beschichtet
werden, um das Material des Substrats 11 während der
nachfolgenden Schritte des Verfahrens zur Herstellung der Faser
zu schützen.
Insbesondere kann die Sperrschicht so gewählt werden, dass sie vorzugsweise
gegen chemische Ätzmittel
beständig
ist. Im weiteren Text sind Bezugnahmen auf "Substrat" oder "Kern" so
zu verstehen, dass diese Begriffe das Substrat oder den Kern mit oder
ohne eine Sperrschicht beinhalten.
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Das
Substrat 11 der Faser 10 wird behandelt, indem
das Substrat 11 mit einer elektrooptischen Substanz 13 beschichtet
wird, welche so gewählt wird,
dass sie vorzugsweise mindestens eine elektrisch modulierbare optische
Eigenschaft aufweist. Das Substrat 11 kann entweder vorzugsweise
unmittelbar, oder indirekt, mit der elektrooptischen Substanz 13 beschichtet
werden.
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Die
Substanz 13 reagiert auf ein angelegtes elektrisches Feld,
und um die optische Eigenschaft der Substanz 13 aktiv zu
steuern, wird im Rahmen des Herstellungsverfahrens ein elektrisches
Stimulationsmittel 12 in die Faser 10 integriert.
Das elektrische Stimulationsmittel 12 ist in der Lage,
ein elektrisches Feld an die Substanz 13 anzulegen, um
einen optisch erkennbaren Effekt hervorzurufen. Das Stimulationsmittel 12 kann
mit dem Substrat 11 und/oder der Substanz 13 gekoppelt
sein, ist jedoch bei allen Ausführungsformen
so konfiguriert, dass es ein elektrisches Feld an einen benachbarten
Abschnitt einer elektrooptischen Substanz 13 anlegt.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
ist das Stimulationsmittel 12 in einer oder mehreren langgestreckten
Stimulationsschichten angeordnet, die sich in einer im Wesentlichen
zur Kernachse parallelen Richtung erstrecken, wobei die Stimulationsschichten
im Wesentlichen koaxial zum Kern sind und bei verschiedenen Radien
bezüglich
der Kernachse in Abständen
voneinander angeordnet sind. Vorzugsweise kann das Stimulationsmittel 12 ferner
so angeordnet sein, dass es eine oder mehrere Substanzschichten
aufweist, die jeweils die elektrooptische Substanz 13 enthalten.
Dabei erstreckt sich jede Substanzschicht in einer im Wesentlichen
zur Kernachse parallelen Richtung, wobei die Substanzschichten im
Wesentlichen koaxial zum Kern sind und jede mit mindestens einer
Stimulationsschicht gekoppelt ist.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
kann die Faser 10 so aufgebaut sein, dass eine Stimulationsschicht
und eine Substanzschicht so hergestellt sind, dass sie wenigstens
einen Abschnitt des Kerns umgeben. Am besten ist eine Stimulationsschicht 12 zwischen
dem Kern und einer Substanzschicht 13 angeordnet.
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Bei
anderen bevorzugten Ausführungsformen
kann die Substanzschicht 13 zwischen dem Kern und einer
Stimulationsschicht 12, welche so beschaffen ist, dass
sie wenigstens teilweise lichtdurchlässig ist, angeordnet sein.
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Es
ist zu beachten, dass, obwohl die bevorzugten Ausführungsformen
die Herstellung einer Faser 10 vorsehen, die eine im Wesentlichen
zylindrische Form aufweist, dies keine Einschränkung darstellen soll, und
dass die Faser 10 der vorliegenden Erfindung so hergestellt
werden kann, dass sie andere geometrische Querschnitte und Konfigurationen aufweist.
Insbesondere kann die Faser 10 der vorliegenden Erfindung
auch die Form einer flachen oder bandförmigen Faser haben.
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Daher
sind hier beliebige Bezugnahmen auf "Faser", "Faden", "Schicht" oder "Kern" nicht so zu verstehen,
dass diese Begriffe auf zylindrische Geometrien begrenzt sind. Außerdem kann
ein "Kern" einer flachen oder
bandförmigen
Faser so verstanden werden, dass er eine Basisschicht beinhaltet.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
kann die elektrooptische Substanz 13 hauptsächlich aus einem
herkömmlichen
Flüssigkristallmaterial
mit niedrigem Molekulargewicht und Kombinationen aus Flüssigkristallen
mit niedrigem Molekulargewicht und Polymeren bestehen. Diese Polymere
können
aus flexiblen Polymeren, Seitenketten-Flüssigkristallpolymeren, Hauptketten-Flüssigkristallpolymeren,
isotropen oder anisotropen Netzen, dispergierten Polymerpartikeln
und Kombinationen davon bestehen. Stattdessen kann die elektrooptische
Substanz 13 auch hauptsächlich
aus optional gefärbten
kugelförmigen oder
zylindrisch geformten Partikeln bestehen. Die Partikel können optional
eine Ladung tragen und können
in einem Träger
wie etwa einer Flüssigkeit
suspendiert sein. Ferner kann jedes Partikel zusätzliche Subpartikel umfassen, wie
etwa gefärbte
Polymer-Mikrokapseln, die optional in einem zweiten Träger suspendiert
sind. In einem anderen Beispiel können gefärbte Partikel, z. B. Farbstoffe
und Pigmente, verwendet werden, welche in einer wässrigen
Lösung
dispergiert sind und welche in Reaktion auf externe Stimuli eine
Farbänderung
bei reversiblen Volumenphasenübergängen aufweisen
(siehe zum Beispiel "Polymer
gel light-modulation materials imitating pigment cells", Akashi, R. et al.,
Adv. Mater., 14 (24), 2002, S. 1808).
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Bei
noch einer anderen Ausführungsform kann
die elektrooptische Substanz 13 ein beliebiges bekanntes
anorganisches oder organisches elektrolumineszentes Material oder
nicht elektrolumineszentes Trägermaterial,
das elektrolumineszentes Material enthält, sein. Zu den nicht einschränkenden Beispielen
eines solchen Materials gehören
Leuchtstoffe und Leuchtstoff enthaltende Schichten. Insbesondere
sind Beispiele von Leuchtstoffen Halbleiter mit großer Bandlücke, wie
etwa II-VI-Verbindungen, Seltenerdoxide und Oxysulfide sowie Isolatoren.
Vorzugsweise können
II-VI-Materialien verwendet werden, wie etwa ZnS, SrS, dotiert zum
Beispiel, unter anderem, mit Mn, Cu, Eu oder Ce, und ihre jeweiligen Derivate.
Eine andere Alternative ist die Verwendung von organischen (z. B.
organische Leuchtdiodenmaterialien mit kleinen Molekülen oder
oligomere oder polymere organische Leuchtdiodenmaterialien) oder anorganischen
Leuchtdiodenmaterialien.
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Die
Aufbringung der Substanz 13 in Schichten kann unter Anwendung
allgemein bekannter Verfahren bewerkstelligt werden, wie etwa unter
anderem Tauchbeschichtung, Spritzbeschichtung, Aufdampfung und Kathodenzerstäubung (Sputtering).
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Bei
anderen bevorzugten Ausführungsformen
kann die Faser 10 ferner mit einer äußeren Ummantelung 15 beschichtet
sein, um die elektrooptische Substanz 13 zu schützen und
um wenigstens für
zusätzliche
Stabilität
und eine Abstützung
für die Faser 10 zu
sorgen. Vorzugsweise ist die äußere Ummantelung 15 aus
einem nichtleitenden Material hergestellt und ist so beschaffen,
dass sie wenigstens teilweise lichtdurchlässig ist. Zweckmäßigerweise
ist die äußere Ummantelung 15 aus
einem flexiblen Polymer hergestellt.
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Es
wird erneut auf 2 Bezug genommen; vorzugsweise
können
Distanzmittel 14 zusätzlich
in der Faser 10 angebracht werden, um die Faser 10 in einer
vorgegebenen Form zu halten. In Abhängigkeit von der Art der elektrooptischen
Substanz 13 kann es vorteilhaft sein, Distanzelemente 14 in
die Faser oder den Faden 10 einzufügen, insbesondere wenn die Substanz 13 eine
flüssige
oder gelartige Form hat und daher keine von selbst erhalten bleibende
Gestalt aufweist.
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Die
Distanzmittel 14 sind vorzugsweise aus einem nichtleitenden
Material hergestellt, wie etwa Glas oder Polystyrol, und können die
Form von zum Beispiel langgestreckten Drähten, im Wesentlichen sich
in Umfangsrichtung erstreckenden Drahtringen oder im Wesentlichen
kugelförmigen
Perlen haben.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
umfasst jede Stimulationsschicht eine Elektrodenschicht. Die Elektrodenschicht
ist eine Schicht aus leitendem Material und kann von ihrer Beschaffenheit her
anorganisch oder organisch sein. Zu Beispielen gehören unter
anderem Metallschichten, wie etwa Indiumzinnoxid, Gold, Silber,
Platin, Kupfer und ihre Derivate sowie leitende oder halbleitende
Oligomere oder Polymere, wie etwa Polyanilinderivate und Thiophenderivate,
z. B. PEDT oder PEDOT. Optional können diese Oligomere oder Polymere
Zusatzstoffe enthalten, um die elektrische und thermische Leitfähigkeit
zuoptimieren und die Lebensdauer zu verlängern. Die Stimulationsschicht
kann vorzugsweise ferner eine Haftvermittlungsschicht (nicht dargestellt) aufweisen,
welche insbesondere von Nutzen ist, um die Haftung von metallischen
Elektrodenschichten zu fördern.
Die Haftschicht kann ein Metall sein und ist vorzugsweise Titan
oder Chrom.
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Die
Elektroden- und Haftschichten werden vorzugsweise unter Anwendung
allgemein bekannter Verfahren aufgebracht, wie etwa unter anderem
Kathodenzerstäubung
(Sputtering), Aufdampfung, stromloses Abscheiden, oder unter Nutzung
von Prozessen der Selbstassemblierung (Self-Assembly) von selbstassemblierten
Monoschichten. Die Dicke der Haftschicht liegt vorzugsweise im Bereich
von 1 bis 5 nm und beträgt
am besten 2 nm. Die Dicke der Elektrodenschicht liegt vorzugsweise
im Bereich von 10 bis 400 nm und beträgt am besten 20 nm für anorganische
Schichten und 200 nm für
organische Schichten.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
wird die Elektrodenschicht unmittelbar auf eine Außenfläche des
Substrats 11 aufgebracht, oder sie wird stattdessen über einer
Haftschicht aufgebracht, welche zuvor auf die Außenfläche des Substrats 11 aufgebracht
wurde.
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Bei
anderen bevorzugten Ausführungsformen
kann die Elektrodenschicht unmittelbar auf eine Außenfläche einer
Substanzschicht aufgebracht werden.
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Die
Elektrodenschicht ist vorzugsweise als ein Array von Elektroden 16, 17 strukturiert,
das mehrere Elektrodenpaare umfasst, wie in den 3a und 3b dargestellt.
Die Elektroden sind so angeordnet, dass sie ein seitliches elektrisches
Feld 18 entweder in einer Richtung, die im Wesentlichen
parallel zur Achse des Kerns ist, wie in 3c dargestellt, oder
in einer Richtung, die sich im Wesentlichen in Umfangsrichtung um
die Kernachse herum erstreckt, wie in 3d dargestellt,
erzeugen. Bei einigen Ausführungsformen
können
ein oder mehrere Elektrodenarrays so angeordnet sein, dass sie elektrische
Felder erzeugen, welche sich sowohl im Wesentlichen entlang der
Richtung der Kernachse als auch im Wesentlichen in Umfangsrichtung
um die Kernachse erstrecken. Dies steht im Gegensatz zu den herkömmlichen
radialen oder senkrechten elektrischen Feldern, die in existierenden
Fasern verwendet werden (siehe 1b). Das
seitliche elektrische Feld 18 ist im Wesentlichen auf die
Ebene der Elektroden begrenzt, d. h. ein Flächenfeld, welches im Falle
von zylindrischen Geometrien auf eine zylindrische Fläche begrenzt
wäre. Die
lokale effektive Feldstärke
hängt von
der angelegten Spannung, dem Typ und der Mikrostruktur der in der
Faser verwendeten Substanz 13 und vom Abstand von den Elektroden 16, 17 ab. Normalerweise
werden makroskopische Feldstärken im
Bereich 0–50
Vmm–1 benötigt, jedoch
normalerweise 0,5–5
Vmm–1 für Substanzschichten,
die Flüssigkristall
mit niedrigem Molekulargewicht enthalten. Die makroskopische Feldstärke erhöht sich
bei zunehmendem Gehalt an Flüssigkristallen
mit höherem Molekulargewicht,
wie etwa Flüssigkristallpolymeren. Im
Falle von elektrolumineszenten Materialien kann die makroskopische
Feldstärke
wesentlich höher sein,
im Bereich von 0–500
Vmm–1,
jedoch normalerweise 10–250
Vmm–1.
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Bezugnahmen
auf ein "seitliches
elektrisches Feld", "seitliches Feld" oder "Oberflächenfeld" sind hier so zu
verstehen, dass sie ein beliebiges elektrisches Feld beinhalten,
das Richtungen im Wesentlichen parallel zur Achse des Faserkerns
aufweist bzw. Richtungen im Wesentlichen entlang des Umfangs um
die Kernachse aufweist, unabhängig von
der Stärke
des Feldes oder irgendwelchen Gradienten im Feld.
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Ferner
sind im Falle von flachen oder bandförmigen Fasergeometrien (nicht
dargestellt) die mehreren Elektrodenpaare in dem Elektrodenarray so
angeordnet, dass sie ein seitliches elektrisches Feld entweder in
einer Richtung im Wesentlichen parallel zur Achse des Kerns 11 oder
in einer Richtung im Wesentlichen quer zur Kernachse erzeugen, wobei
die Elektrodenpaare in derselben nicht durch die Achse verlaufenden
Ebene angeordnet sind. Das transversale Feld ist daher im Wesentlichen
auf die nicht durch die Achse verlaufende Ebene eingeschränkt und
weist keine radiale Feldkomponente auf, die durch die Kernachse
verläuft.
Daher sind Bezugnahmen auf ein "seitliches
elektrisches Feld", "seitliches Feld" oder "Oberflächenfeld" hier auch so zu
verstehen, dass sie transversale elektrische Oberflächenfelder
in flachen oder bandförmigen
Fasergeometrien beinhalten.
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Seitliche
Felder 18 innerhalb der Faser 10 sind vorteilhaft,
da sie es ermöglichen,
einige elektrooptische Substanzen 13 und Kombinationen
davon, die bislang als ungeeignet angesehen wurden, in der Faser 10 zu
verwenden. Die Richtung des elektrischen Feldes in der Faser 10,
die gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellt wurde, ermöglicht, dass
elektrooptische Substanzen 13 in der Faser 10 in
einer nicht radialen Richtung (bezüglich des Kerns) elektrisch
stimuliert werden. Dies kann für
einige Flüssigkristallmaterialien
und deren Schaltprinzipien und Elektroluminophore besonders vorteilhaft
sein. Insbesondere profitieren Schaltprinzipien von Flüssigkristallen,
welche ein so genanntes Schaltprinzip in der Ebene (In-Plane Switching)
anwenden, von dieser Konstruktion, siehe zum Beispiel "Principles and characteristics
of electro-optical behaviour with in-plane switching mode", Oh-e, M. et al.,
Proc. of the 15th International Display Research, Japan, 1995, S. 577,
und "Single-substrate
liquid-crystal displays by photo-enforced stratifcation", Penterman et al.,
Nature, 417, 2002, S. 55.
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Für ein Elektrodenarray,
das mit einer Schicht aus einer elektrooptischen Substanz bedeckt ist,
ist das elektrische Feld dann auf die Ebene des Arrays beschränkt, und
die lokale effektive Feldstärke
hängt von
der angelegten Spannung, dem Typ und der Mikrostruktur der in der
Faser verwendeten Substanz 13 und vom Abstand von den Elektroden 16, 17 ab.
Im Allgemeinen kann das gesamte Volumen der Substanz geschaltet
werden, wie zum Beispiel in Flüssigkristall-Displays
mit Schaltung in der Ebene erfolgreich nachgewiesen worden ist,
wobei Flüssigkristallschichten
mit einer Schichtdicke von 0–30
mm geschaltet werden (siehe zum Beispiel "Principles and characteristics of electro-optical
behaviour with in-plane switching mode", Oh-e, M. et al., Proc. of the 15th
International Display Research, Japan, 1995, S. 577, und "18.0-in.-Diagonal
super-TFTs with fast response speed of 25 msec", Ohta, M. et al., Digest of Technical
Papers, SID International Symposium, San Jose (USA), 1999, XXX,
S. 86.
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Außerdem ermöglichen
die seitlichen Felder 18 auch, dass zuvor ungeeignete Schaltprinzipien bei
der elektrooptischen Substanz 13 der Faser 10 verwendet
werden, und führen
somit zu potentiell neuen ästhetischen
und kreativen Effekten im visuellen Erscheinungsbild der Faser 10.
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Ferner
ist bei herkömmlichen
Schaltprinzipien die exakte Definition des Elektrodenabstands, oder
Zellabstands (Cell Gap), von besonderer Bedeutung, da der Zellabstand
für eine
optimale Modulation des Lichtes manchmal mit einer Genauigkeit von
0,1 mm eingestellt werden muss. Durch Verwendung seitlicher elektrischer
Felder 18 innerhalb der Faser brauchen die Elektroden 16, 17 nur
in einer einzigen im Wesentlichen dünnen Schicht (d. h. einer Elektrodenschicht)
angeordnet zu werden, und es ist daher nicht mehr erforderlich,
die Faser so herzustellen, dass sie eine innere (Kern-)Elektrode
und eine äußere Elektrodenschicht
aufweist, die in einem bestimmten Abstand voneinander gehalten werden. Dies
bedeutet, dass eine äußere Elektrodenschicht nicht
erforderlich ist und aus einer umfangreicheren Menge von elektrooptischen
Substanzen für
eine Verwendung in der Faser 10 gewählt werden kann.
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Das
Stimulationsmittel 12 ermöglicht, dass die optischen
Eigenschaften der elektrooptischen Substanz 13 nur über eine
einzige Elektrodenschicht gesteuert werden, und gestattet, dass
die Funktion der optischen Änderung
während
der Herstellung vollständig
in die Faser 10 integriert wird, mit weniger strengen Spezifikationen
bezüglich
des Abstands zwischen den Elektroden, als sie für herkömmliche Schaltprinzipien gewöhnlich erforderlich
sind.
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Die
Elektrodenarrays 16, 18 können unter Anwendung von Verfahren
der Selbstassemblierung, Abscheidungsverfahren, lithographischen
Verfahren, Röntgenlithographie,
Teilchenstrahlverfahren und nichtlithographischen Verfahren strukturiert
werden. Elektrodenmaterialien sowohl auf anorganischer als auch
auf organischer Basis können
Materialien in der Form von Nanostäben, Nanorohren, Nanodrähten oder
Plättchen
umfassen, oder die Materialien können
Mischungen sein, die in eine anorganische, organische oder Hybridmatrix
integriert sind, entweder durch Auflösung, Mischen, Komplexbildung,
Adsorption an einem Bindemittel, Aufdampfung, Ultraschallbehandlung
(Sonifikation), Dispergierung, oder an Ort und Stelle durch einen
externen Stimulus wie etwa eine UV-Bestrahlung.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
wird das Elektrodenarray 16, 17 durch ein lithographisches
Verfahren strukturiert, bei welchem das Substrat 11 unmittelbar
mit einer Haftschicht bedeckt wird, vorzugsweise einer 2 nm dicken
Titanschicht, und diese dann mit einer Elektrodenschicht überzogen wird,
vorzugsweise einer 20 nm dicken Goldschicht. Die Faser wird vorzugsweise
mit einer photoresistiven Substanz tauchbeschichtet, wie etwa einem Photoresist
(Photolack) auf der Basis von Diazonaphthoquinon (DNQ), der in einer
Phenolharzmatrix dispergiert ist. Selbstverständlich kann eine beliebige geeignete
photoresistive Substanz verwendet werden. Die Außenfläche der beschichteten Faser
wird dann mit einer separaten Belichtungsmaske bedeckt, wobei die
Maske das Muster des Elektrodenarrays definiert. Die abgedeckte
Faser wird dann bestrahlt, vorzugsweise mit UV-Strahlung, und in
eine Entwicklerlösung
getaucht, wie etwa eine wässrige
Lösung von
Tetramethylammoniumhydroxid. Die nicht abgedeckten Bereiche der
Faser, welche bestrahlt wurden, werden anschließend durch ein chemisches Ätzmittel
entfernt, so dass die gewünschte
Elektrodenarray-Konfiguration auf der Außenfläche des Substrats 11 zurückbleibt.
Das hier angegebene Beispiel ist das eines Positivresists, bei dem
die belichteten Bereiche anschließend durch ein geeignetes Lösungsmittel
entfernt werden. Negativresists, bei denen anschließend der
nicht belichtete Bereich entfernt wird, können im Prinzip ebenfalls verwendet werden.
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Bei
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
wird das Elektrodenarray durch eine weichlithographische Technik
strukturiert, die auf Mikrokontaktdruck (mCP) beruht. Wie bei der
vorhergehenden Ausführungsform
beschrieben, wird das Substrat 11 mit einer Haftschicht
beschichtet, vorzugsweise einer 2 nm dicken Titanschicht, welche
anschließend
mit einer Elektrodenschicht überzogen
wird, vorzugsweise einer 20 nm dicken Goldschicht. Ein flexibler Stempel
mit einem Oberflächenreliefmuster,
das dem Muster des Elektrodenarrays entspricht, wird vorzugsweise
mit einer Lösung
von Alkanethiol (z. B. Hexa- oder Octadecanethiol in Ethanol, oder
andere geeignete Farbmoleküle)
eingefärbt
und wird in einen konformen Kontakt mit einer Außenfläche der Goldschicht gebracht.
Eine selbstassemblierte Monoschicht (Self-Assembled Monolayer, SAM)
von den Farbmolekülen
wird auf der Außenfläche nur
in den in Kontakt gebrachten Bereichen gebildet und dient dadurch
als ein Ätzschutz
(Ätzresist).
Wenn die Faser in ein chemisches Ätzmittel eingetaucht wird,
werden die ungeschützten
Goldabschnitte selektiv entfernt. Ein zweites chemisches Ätzmittel
kann vorzugsweise angewendet werden, um die freiliegenden Abschnitte der
darunter befindlichen Titanhaftschicht zu entfernen. Dies ist ein
Beispiel von negativem Mikrokontaktdruck (–)mCP.
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Stattdessen
kann die obige Ausführungsform
auch durch die Anbringung einer zweiten (SAM) Monoschicht, vorzugsweise
aus einer Lösung
oder aus der Gasphase, oder durch Anwenden eines zweiten Stempels
so modifiziert werden, dass es sich um eine positive Mikrokontaktdruck-Technik
(+)mCP handelt. Die Moleküle
der zweiten Monoschicht werden vorzugsweise so gewählt, dass
sie eine höhere Stabilität gegenüber dem
chemischen Ätzmittel
aufweisen als die erste Monoschicht, und demzufolge werden während des Ätzprozesses
die durch die erste Monoschicht eingefärbten Abschnitte des Goldes entfernt.
Dies erzeugt ein positives Elektrodenarray-Muster (bezüglich des
ursprünglichen
Stempels) auf der Außenfläche des
Substrats 11. In Abhängigkeit
vom Füllverhältnis (d.
h. dem Verhältnis
von in Kontakt gebrachten zu nicht in Kontakt gebrachten Oberflächenbereichen)
des Elektrodenarray-Musters kann dieses zweite Verfahren des positiven
mCP gegenüber
dem negativen Verfahren des mCP bevorzugt werden, um Probleme wie
etwa ein Quetschen oder einen Zusammenbruch des Stempels unter dem niedrigen
angewendeten Druck zu vermeiden.
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Bei
den vorhergehenden zwei Ausführungsformen
kann der flexible Stempel vorzugsweise bezüglich der Faser in einem Ruhezustand
gehalten werden, und die Faser selbst kann in Kontakt mit dem Stempel
bewegt werden, um das Einfärben
der Außenfläche der
Elektrodenschicht einzuleiten. Außerdem kann die Elektrodenschicht
vorzugsweise über die
Fläche
des gemusterten Stempels gerollt werden, was besonders vorteilhaft
bei zylindrisch geformten Fasern ist. Was das Verfahren (+)mCP anbelangt, kann
die Aufbringung der ersten und zweiten SAM in einem Prozessschritt
mit zwei parallelen Stempeln 30 erfolgen, die eingefärbt werden,
indem sie sich in vorzugsweise entgegengesetzten Richtungen bewegen,
wobei jeder Stempel mit einem der zwei Farbmoleküle eingefärbt wird und die Stempel nacheinander
in Kontakt mit der Faser gebracht werden, wie in 8 dargestellt.
Eine parallele Bearbeitung, bei welcher verschiedene Fasern parallel über verschiedene
Bereiche eines einzigen großen
Stempels gerollt werden können,
wird bei dieser Vorgehensweise möglich,
und anstatt einzelne Fasern nacheinander mit Muster zu versehen,
wird es möglich,
kontinuierlich Partien von Fasern zu bearbeiten.
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Es
ist zu beachten, dass auch andere Mikrokontaktdruckverfahren angewendet
werden können, um
das Elektrodenarray der Faser oder des Fadens, die bzw. der gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellt wird, zu strukturieren.
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Ein
Beispiel eines Elektrodenarrays, das unter Anwendung einer weichlithographischen
Technik wie etwa Mikrokontaktdruck strukturiert wurde, ist in 9 dargestellt.
Jeder Teil der Figur zeigt das Elektrodenarray in einer anderen
Vergrößerung,
und zur Angabe des Maßstabes
sind Quadrate mit den Abmessungen 10 mm × 10 mm eingefügt. In dem
in 9 dargestellten Beispiel wurde ein Polyestersubstrat
mit einer 2 nm Titan-Haftvermittlungsschicht und einer 20 nm Gold-Elektrodenschicht
bedeckt, unter Anwendung einer Aufdampfung bei einem Druck von 3 × 10–7 bar.
Das Muster des Elektrodenarrays wurde unter Verwendung einer Thiolfarbe
auf eine Außenfläche des
Goldes übertragen,
und in einem nachfolgenden Ätzschritt
wurde das Gold entfernt, so dass das Elektrodenarray wie dargestellt
zurückblieb.
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Im
Anschluss an das Entfernen der Titanschicht mit einem zweiten Ätzmittel
könnte
das Elektrodenarray mit einer elektrooptischen Substanz bedeckt
werden, um eine Faser 10 gemäß der vorliegenden Erfindung
herzustellen.
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Bei
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
wird das Elektrodenarray unter Anwendung einer weiteren weichlithographischen
Technik strukturiert, welche Microtransfer Patterning (mTP) genannt wird.
Bei dieser Technik wird ein gemusterter Stempel mit einer Farblösung eingefärbt, welche
einen in Suspension gehaltenen Metallvorläufer (Metal Precursor) enthält. Der
Metallvorläufer
liegt vorzugsweise in der Form von Metallmikro- oder Nanopartikeln oder
Metallclustern vor. Die erhöhten
Bereiche des Stempels werden mit der Farbe bedeckt, und bei direktem
Kontakt mit der Außenfläche des
Substrats 11 wird die Farbe von diesen eingefärbten Bereichen
auf das Substrat 11 übertragen.
Das eingefärbte
Substrat wird dann einer Wärmebehandlung
unterzogen, um den Vorläufer
in Metallelektroden umzuwandeln, die in dem Muster des Elektrodenarrays
angeordnet sind. Die Umwandlungstemperaturen betragen normalerweise
einige 100°C.
Falls wärmeempfindliche Faserkerne
verwendet werden, können
vollständig vorgemusterte
Elektrodenarrays in dem mTP Prozess mit einem flexiblen Stempel
aufgebracht werden, der eine dünne
Metallschicht nur auf den erhöhten
Bereichen des Oberflächenreliefmusters
trägt. Der
Stempel wird zunächst
in Kontakt mit der Metallschicht gebracht, welche von einer im Wesentlichen ebenen
Fläche
gestützt
wird. Das Stempelmaterial und das Material der Stützfläche sind
derart vorgewählt,
dass die Haftung des Metalls an dem Stempel die Haftung des Metalls
an der Stützfläche überwindet,
so dass das Metall selektiv nur an den erhöhten Bereichen haftet. Der
vorbereitete Stempel wird dann gegen eine Außenfläche des Substrats gedrückt, um die
Elektroden in dem Muster des Elektrodenarrays herzustellen.
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Es
wird nochmals auf die 3a und 3b Bezug
genommen; sie zeigen zwei bevorzugte beispielhafte Anordnungen von
Elektrodenarrays 16, 17 zur Verwendung in der
Faser 10, die gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellt wurde. In 3a weist
das Elektrodenarray 16 zwei Mengen (als schwarz bzw. weiß dargestellt)
von leitenden Elektrodenfingern auf, die in ineinandergreifenden,
abwechselnden benachbarten Folgen angeordnet sind, d. h. als mehrere
Elektrodenpaare. Das Array 16 ist in Umfangsrichtung und
Längsrichtung
um den Kern 11 der Faser 10 herum angeordnet.
Bei einer alternativen Anordnung in 3b sind
die zwei Mengen von Elektrodenfingern miteinander verschlungen (obwohl elektrisch
voneinander isoliert) und schraubenlinienförmig entlang der Richtung der
Kernachse angeordnet.
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In
den 4a und 4b sind
zwei bevorzugte Anordnungen von Elektrodenarrays 16a, 16b dargestellt.
Um der Klarheit willen sind diese zweidimensional als eine "ebene" schematische Darstellung
abgebildet, und es ist klar, dass diese je nach Erfordernis um eine
zylindrische oder andere geometrische Fläche herum gewickelt werden
könnte.
In der bevorzugten Anordnung in 4a weisen
die Elektrodenfinger der zwei Mengen von Elektroden 16a1, 16a2 eine
seitliche Abmessung von normalerweise 5–20 mm auf, sind in gleichen
Abständen
von normalerweise 5–50
mm angeordnet und sind von gleicher Länge, die normalerweise nahezu
gleich dem Faserdurchmesser ist, normalerweise von 20 mm bis zu mehreren
mm, wobei die zentralen "Wirbelsäulen" der Elektroden in
Abständen
voneinander angeordnet sind, die wenigstens gleich der Länge der
Finger sind. Bei der alternativen Anordnung in 4b,
die dem Elektrodenarray 16 entspricht, das in 3a dargestellt
ist, sind die "Wirbelsäulen" der Elektroden 16b1 und 16b2 vorzugsweise
so angeordnet, dass sie sich "Rücken an
Rücken" befinden. Vornehmlich wird
die minimale Abmessung irgendeiner Elektrode nur durch das Bearbeitungsverfahren
bestimmt, z. B. Lithographie, und auf diese Weise ist es auch machbar,
Elektroden mit einer seitlichen Abmessung von zum Beispiel 50 nm
herzustellen, doch werden in der Praxis Elektroden mit Abmessungen
wie oben angegeben bevorzugt, da die Verarbeitung wesentlich einfacher
und kostengünstiger
ist.
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Selbstverständlich sind
die dargestellten beispielhaften Elektrodenanordnungen 16a, 16b nicht einschränkend, und
es können
auch andere geeignete Konfigurationen, welche seitliche elektrische
Felder erzeugen, in der gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellten Faser verwendet werden.
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Vorzugsweise
sind die Elektroden 16, 17 von einer Form, die
kammartig verzahnte Elektroden (Interdigitated Electrodes) genannt
wird und welche bekanntlich in einigen flachen 2-dimensionalen Flüssigkristall-Displays
zur Verbesserung des Gesichtswinkels verwendet werden (siehe zum
Beispiel "Principles
and characteristics of electro-optical behaviour with in-plane switching
mode", Oh-e, M.
et al., Proc. of the 15th International Display Research, Japan, 1995,
S. 577).
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
kann das Elektrodenarray 16, 17 im Wesentlichen
die gesamte Außenfläche des
Substrats 11 oder nur einen Teil der Fläche bedecken. Es wird erneut
auf die 3c und 3d Bezug
genommen; das seitliche elektrische Feld 18 ist im Wesentlichen
auf die Elektrodenschicht begrenzt, welche bei der bevorzugten Ausführungsform
einem Oberflächenfeld
entsprechen würde,
das im Wesentlichen die Außenfläche des
Kerns bedeckt. Das Oberflächenfeld
weist dabei im Wesentlichen keine radialen Feldkomponenten auf.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
kann die Elektrodenschicht optional mit einer sie überlagernden
Umhüllung
(nicht dargestellt) bedeckt sein. Die Hauptfunktion der Umhüllung ist
vorzugsweise, die Elektroden zu schützen, da diese von Natur aus sehr
fein und empfindlich sind. Die Umhüllung kann jedoch außerdem eine
Nebenfunktion erfüllen,
welche unter anderem die einer Abstandsschicht, einer Haftschicht,
einer Sperrschicht, einer Dicht- oder Abdeckschicht, einer UV-Abschirmungsschicht,
einer Polarisationsschicht, einer Schicht zur Verstärkung der
Helligkeit oder Verbesserung der Wahrnehmung, einer Färbungsschicht,
einer leitenden oder halbleitenden Schicht, einer kanalisierenden
Schicht, einer zusätzlichen
Elektrodenschicht, einer dielektrischen Schicht oder beliebiger
Kombinationen davon sein kann.
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Das
seitliche elektrische Feld 18, dass von dem Array von Elektroden 16, 17 erzeugt
wird, übt
einen elektrischen Einfluss auf den Abschnitt der elektrooptischen
Substanz 13 in der nahen Umgebung der Elektroden aus. Der
Abschnitt der Substanz definiert ein schaltbares Volumen in der
elektrooptischen Substanz 13, welches einem schaltbaren
Bereich auf der Außenfläche der
Substanz 13 entspricht. Folglich kann durch Wählen von
Bereichen 16, 17 von unterschiedlichen Größen ein
Teil der Faser 10 oder die gesamte Faser geschaltet werden,
um erkennbare optische Effekte im Aussehen der Faser zu erzeugen.
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Musterartige
Schalteffekte können
in der Faser 10 durch die bevorzugten Anordnungen von Elektrodenarrays 16c, 16d und 16e hervorgerufen
werden, die in den 5a, 5b und 5c dargestellt
sind. In 5a sind die Elektroden so strukturiert,
dass sie unterschiedliche Längen
entlang des Arrays 16c aufweisen. Vorzugsweise können die Längenunterschiede
so gewählt
werden, dass sie zufällig
verteilt sind, oder aber sie werden durch das gesamte Array 16c hindurch
zyklisch wiederholt. Indem die Elektroden so strukturiert werden,
das sie unterschiedliche Längen
aufweisen, ist es möglich, Änderungen
in dem seitlichen elektrischen Feld 18 innerhalb des Arrays 16c zu
erzeugen, welche variable Schalteffekte in dem Abschnitt der Substanz
in der nahen Umgebung der Elektroden hervorrufen.
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Komplexere
musterartige Schalteffekte können
erreicht werden, indem die Elektroden so strukturiert werden, dass
unterschiedliche Folgen von Elektroden und/oder unterschiedliche
Abstände
zwischen ihnen vorliegen. In 5b ist
eine bevorzugte Anordnung dargestellt, in welcher eine oder mehrere Elektroden
aus dem Muster von Elektroden ausgelassen wurden. Durch Weglassen
von Elektroden werden Diskontinuitäten in dem seitlichen elektrischen
Feld 18 entlang des Arrays 16d erzeugt, welche
bewirken, dass die entsprechenden Abschnitte der elektrooptischen
Substanz 13 an den Stellen der Diskontinuitäten nicht
schaltbar werden. Indem gewählt
wird, welche Elektroden während
des Strukturierens der Elektroden weggelassen werden sollen, können variable
optische Effekte im visuellen Erscheinungsbild der Faser 10 hervorgerufen
werden.
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Falls
die Abstände
zwischen benachbarten Elektrodenfingern unterschiedlich strukturiert
sind, wie in 5c dargestellt, kann ein Schalteffekt
mit Intensitätsgradient
entlang des Arrays 16e hervorgerufen werden. Auf diese
Weise ist es möglich,
Effekte einer Grauskala und Effekte der optischen Abstufung in der
elektrooptischen Substanz 13 entweder entlang einer Richtung
parallel zur Kernachse oder in Umfangsrichtung um die Kernachse
hervorzurufen, oder in beiden Richtungen. Fasern 10, die
mit der Fähigkeit
hergestellt werden, Intensitätsgradienten
zu zeigen, sind für
die Textilindustrie von beträchtlichem Interesse,
insbesondere für
Modedesigner, die sich bemühen,
elektrooptische Fasern in Textildesigns zu integrieren.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Anordnung von Elektroden, die in 6 dargestellt
ist, sind die Elektroden in segmentierten Gruppen 16f1,
..., 16f4 strukturiert. Ein Vorteil dieser Anordnung ist,
dass die Gruppen 16f1, ..., 16f4 einzeln adressiert
und geschaltet werden können,
wodurch eine bessere Beherrschung des nach einem Muster erfolgenden Schaltens
in der Faser 10 ermöglicht
wird. Eine individuelle Adressierung von Elektrodengruppen 16f1, ..., 16f4 bietet
weitere Möglichkeiten,
interessante und ästhetisch
ansprechende optische Effekte hervorzurufen. Es ist jedoch anzumerken,
dass, obwohl das Beispiel vier Gruppen 16f1, ..., 16f4 zeigt,
die jeweils aus vier Elektrodenfingern bestehen, dies keine Einschränkung darstellt
und selbstverständlich
auch andere Anordnungen von segmentierten Elektroden möglich sind.
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Es
wird auf 7a Bezug genommen; diese zeigt
eine andere bevorzugte Ausführungsform
gemäß der vorliegenden
Erfindung. In diesem Beispiel ist die Elektrodenschicht so strukturiert,
dass sie mehrere separate Elektrodenarrays umfasst, wobei jedes
Array einen jeweiligen Teil der Außenfläche des Substrats 11 bedeckt.
Die jeweiligen Teile können
im Wesentlichen flächengleich
sein oder auch unterschiedliche Größe haben. Vorzugsweise kann
entweder ein Teil oder im Wesentlichen die gesamte Außenfläche des
Substrats 11 von den mehreren Elektrodenarrays bedeckt
sein.
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Stattdessen
können
sich die mehreren separaten Elektrodenarrays auch auf der Oberseite
der elektrooptischen Substanz 13 befinden, wobei die Substanz 13 im
Wesentlichen den Kern der Faser 10 umgibt.
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Die
mehreren Elektrodenarrays sind so strukturiert, dass sie voneinander
elektrisch isoliert sind, und jedes ist vorzugsweise in der Lage,
einen entsprechenden Abschnitt der elektrooptischen Substanz 13 zu
schalten. Vorzugsweise können
die mehreren Elektrodenarrays unabhängig voneinander geschaltet
werden, oder auch in Verbindung mit einem oder mehreren anderen.
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Vorzugsweise
sind die mehreren Elektrodenarrays Arrays von kammartig verzahnte
Elektroden.
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Bei
der in 7a dargestellten Ausführungsform
kann die Faser ferner zusätzlich
mit einer äußeren Ummantelung 15 versehen
werden, um die elektrooptische Substanz 13 zu schützen und
um für
zusätzliche
Stabilität
und Abstützung
in der Faser 10 zu sorgen. Vorzugsweise ist die äußere Ummantelung 15 aus
einem nichtleitenden Material hergestellt und ist wenigstens teilweise
lichtdurchlässig.
Zweckmäßigerweise
wird die äußere Ummantelung 15 aus
einem flexiblen Polymer hergestellt. Die äußere Ummantelung kann zum Beispiel
durch Tauchbeschichten der Faser in einem geeigneten flexiblen Polymermaterial
angebracht werden.
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Es
wird erneut auf 7a Bezug genommen; die Faser
kann zusätzlich
mit Distanzdrähten 14 versehen
werden. Die Distanzdrähte 14 stellen das
Vorhandensein einer wohldefinierten Dicke der Schicht der elektrooptischen
Substanz 13 sicher. Dies kann notwendig sein, da die Substanz 13 flüssige oder
gelartige Eigenschaften aufweist und daher keine feste Form hat.
Die Distanzdrähte
sind vorzugsweise um den Kern 11 herum geschlungen (wobei
sie die mehreren Elektrodenarrays überlagern) und weisen einen
Drahtdurchmesser von ungefähr 20–200 μm auf. Stattdessen
können
die Distanzdrähte
auch die Form von separaten, im Wesentlichen in Umfangsrichtung
verlaufenden Drahtringen haben, die entweder zufällig oder in vorgegebenen Intervallen
entlang der Länge
des Kerns angeordnet sind. Die Distanzdrähte 14 sind vorzugsweise
aus einem nichtleitenden Material hergestellt, um ein Kurzschließen der
Elektrodenarrays zu verhindern.
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Stattdessen
können
die Distanzelemente 14 auch die Form von im Wesentlichen
kugelförmigen Distanzperlen
haben, die in der elektrooptischen Substanz 13 angeordnet
sind. Der Durchmesser jeder der Perlen 14 ist im Wesentlichen
gleich der gewünschten
Dicke der Substanz 13, welche in diesem Beispiel rund 5–50 μm beträgt. Die
Distanzperlen 14 sind vorzugsweise aus einem nichtleitenden
Material hergestellt, um ein Kurzschließen der Elektrodenarrays zu
verhindern. Die Perlen können
entweder in die Substanz 13 integriert sein, oder sie können zusammen
mit den mehreren Elektrodenarrays direkt auf die Außenfläche des
Kerns 11 aufgebracht sein.
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Es
wird auf 7b Bezug genommen; sie zeigt
eine weitere bevorzugte Ausführungsform
gemäß der vorliegenden
Erfindung. In diesem Beispiel ist die Faser 10 so gestaltet,
dass sie zwei Substanzschichten 131, 132 und zwei
Stimulationsschichten 121, 122 in unterschiedlichen
Tiefen innerhalb der Faser 10 aufweist. Alle diese Schichten
liegen über einem
nichtleitenden Kern 11.
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Vorzugsweise
sind ein oder mehrere Elektrodenarrays in einer Elektrodenschicht
strukturiert, welche sich in Kontakt mit der Außenfläche des Kerns 11 befindet.
Die Elektrodenschicht wird dann mit einer ersten elektrooptischen
Substanz bedeckt. Die Elektrodenschicht, die sich in Kontakt mit
dem Kern 11 befindet, steuert das Schalten der Substanz
in der ersten Substanzschicht 131. Die Faser 10 ist
zusätzlich
mit einer zentralen Ummantelung 151 versehen, um für strukturelle
Abstützung
und Stabilität
in der Faser 10 zu sorgen. Die zentrale Ummantelung 151 ist
vorzugsweise aus nichtleitendem Material hergestellt und ist mindestens
teilweise lichtdurchlässig. Zweckmäßigerweise
ist die zentrale Ummantelung 151 aus einem flexiblen Polymer
hergestellt.
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Die
Außenfläche der
zentralen Ummantelung 151 fungiert vorzugsweise als ein
Substrat für ein
oder mehrere weitere Elektrodenarrays, welche anschließend mit
einer zweiten elektrooptischen Substanz bedeckt werden. Die Elektrodenarrays,
die sich in Kontakt mit der zentralen Ummantelung 151 befinden,
steuern vorzugsweise das Schalten der Substanz in der zweiten Substanzschicht 132.
Die Faser 10 kann ferner zusätzlich mit einer äußeren Ummantelung 152 versehen
werden, um für
weitere strukturelle Abstützung
und Stabilität
in der Faser 10 zu sorgen. Die äußere Ummantelung 152 ist
vorzugsweise aus nichtleitendem Material hergestellt und ist mindestens
teilweise lichtdurchlässig.
Zweckmäßigerweise
ist die äußere Ummantelung 152 aus
einem flexiblen Polymer hergestellt.
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Vorzugsweise
können
die erste und die zweite Substanzschicht 131, 132 dieselbe
elektrooptische Substanz enthalten, oder auch unterschiedliche elektrooptische
Substanzen enthalten. Jedoch ist jede so gewählt, dass sie mindestens eine
elektrisch modulierbare Eigenschaft aufweist. Die Substanzen in
den Schichten 131, 132 können gleichzeitig geschaltet werden,
oder können
auch unabhängig
geschaltet werden.
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Ein
Vorteil des Vorhandenseins von zwei oder mehr Substanzschichten 131, 132 in
unterschiedlichen Tiefen innerhalb der Faser 10 ist, dass interessante
und ästhetisch
ansprechende optische Effekte im Aussehen der Faser 10 hervorgerufen werden
können,
z. B. variierende Farbeffekte. Insbesondere kann das Schalten einer
oder mehrerer Substanzen in Schichtkonfigurationen der Faser 10 ein dreidimensionales "Gefühl" geben.
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Stattdessen
kann die zentrale Ummantelung 151 auch weggelassen werden,
und das eine oder die mehreren Elektrodenarrays können auf
der Außenfläche der
ersten Substanzschicht 131 strukturiert sein. Bei dieser
Anordnung kann die Substanz in der ersten Substanzschicht 131 entweder
durch die Elektroden an ihrer Außenfläche geschaltet werden, oder
durch die Elektroden am Kern 11, oder durch beide. Die äußeren Elektrodenarrays
sind vorzugsweise mindestens teilweise lichtdurchlässig.
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Es
ist wichtig, sich bei der in 7b dargestellten
Ausführungsform
darüber
im Klaren zu sein, dass die in der Faser 10 erzeugten seitlichen
elektrischen Felder 18 im Wesentlichen auf ihre jeweiligen Stimulationsschichten,
d. h. Oberflächenfelder
begrenzt sind und nicht radial zwischen den verschiedenen Schichten
der Faser 10 verlaufen.
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Es
wird erneut auf 7b Bezug genommen; die Faser
kann ferner zusätzlich
mit Distanzelementen 14 in der Form von Distanzdrähten in
der ersten und/oder zweiten Substanzschicht 131, 132 versehen
sein. Die Distanzdrähte
sind vorzugsweise um die den Substanzschichten 131, 132 vorangehenden Schichten
geschlungen und weisen einen Drahtdurchmesser von ungefähr 20–200 μm auf. Stattdessen
können
die Distanzdrähte
auch die Form von separaten, im Wesentlichen in Umfangsrichtung
verlaufenden Drahtringen haben, die entweder zufällig oder in vorgegebenen Intervallen
entlang der Länge
der vorhergehenden Schichten angeordnet sind. Die Distanzdrähte sind
vorzugsweise aus einem nichtleitenden Material hergestellt, um ein
Kurzschließen
der Elektrodenarrays zu verhindern.
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Stattdessen
können
die Distanzelemente 14 auch die Form von im Wesentlichen
kugelförmigen Distanzperlen
haben, welche entweder in die elektrooptischen Substanzen 131, 132 integriert
sind oder direkt auf den Außenflächen der
Schichten angebracht sind, die den jeweiligen elektrooptischen Substanzen 131, 132 vorangehen.
Der Durchmesser jeder der Perlen 14 ist im Wesentlichen
gleich den gewünschten
Dicken der Substanzschichten 131, 132, welche
in diesem Beispiel rund 5–50 μm beträgt. Die Distanzperlen
sind vorzugsweise aus einem nichtleitenden Material hergestellt,
um ein Kurzschließen der
Elektrodenarrays zu verhindern.
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Selbstverständlich sind
auch andere Faserkombinationen möglich,
wie etwa mehrere Substanzschichten und mehrere Stimulationsschichten,
die in verschiedenen Schichtkonfigurationen innerhalb der Faser 10 angeordnet
sind.
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Weitere
Ausführungsformen
sollen im Schutzbereich der beigefügten Ansprüche enthalten sein.