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Gebiet der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft eine naturkautschukreiche Kautschukzusammensetzung
und einen Reifen mit einer daraus hergestellten Lauffläche. Ein
teilweiser Ersatz des Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Reifenlauffläche wird
durch Einschluss eines speziellen trans 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerkautschuks
vollzogen, der dadurch gekennzeichnet ist, dass er eine Kombination
von Gehalt an gebundenem Styrol und Mikrostruktureinschränkungen
aufweist. Die Reifenlaufflächen-Kautschukzusammensetzung
besteht aus einem Gemisch des speziellen trans 1,4-Styrol-Butadien-Kautschuks und cis
1,4-Polyisopren-Naturkautschuk, gegebenenfalls zusammen mit mindestens
einem zusätzlichen
dienbasierten Elastomer, worin der Naturkautschuk ein Hauptanteil
der Elastomere in der Laufflächen-Kautschukzusammensetzung
bleibt. Ein signifikanter Aspekt der Erfindung ist ein teilweiser Ersatz
von natürlichem
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk in der Laufflächen-Kautschukzusammensetzung.
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Hintergrund der Erfindung
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Es
wird eine Herausforderung vorgelegt, einen Teil von natürlichem
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk durch ein synthetisches Polymer oder
Elastomer in einer naturkautschukreichen Reifenlaufflächen-Kautschukzusammensetzung
zu ersetzen, um eine Kautschukzusammensetzung mit gleichartigen
physikalischen Eigenschaften zu erreichen. Eine Motivation für eine solche
Herausforderung ist ein Streben nach einer Naturkautschuk-Alternative,
zumindest einer Teilalternative, in Form eines Synthesekautschuks,
um die relative Verfügbarkeit
und/oder Kostenerwägungen
von Naturkautschuk auszugleichen.
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Daher
ist eine solche Herausforderung angegangen worden, um die Durchführbarkeit
des Ersetzens eines Naturkautschukanteils in einer Reifenlauffläche (für Kautschuklaufflächen, die
eine signifikante Menge an Naturkautschuk enthalten, wie etwa Laufflächen für Hochleistungsreifen)
durch einen Synthesekautschuk zu bewerten.
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Ein
einfaches teilweises Einsetzen eines synthetischen Elastomers für einen
Anteil des in einer naturkautschukreichen Reifenlaufflächen-Kautschukzusammensetzung,
die einen erheblichen Gehalt an Naturkautschuk enthält, enthaltenen
Naturkautschuks wird hierin nicht als eine normale durchführbare Alternative
angesehen, wo es erwünscht
ist, einen Teil des Naturkautschuks durch ein synthetisches Elastomer
zu ersetzen und doch eine Kautschukzusammensetzung mit physikalischen
Eigenschaften gleichartig denen der unsubstituierten naturkautschukreichen
Kautschukzusammensetzung zu erzielen.
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Es
wird hierin erwogen, dass eine erhebliche Erwägung für die Verwendung des synthetischen
Elastomers als Kandidaten für
den teilweisen Ersatz des Naturkautschuks in einer naturkautschukreichen
Kautschukzusammensetzung für
eine Reifenlauffläche
die resultierende Reißfestigkeitseigenschaft
der Kautschukzusammensetzung ist, wofür hierin erwogen wird, dass
sie vorzugsweise mindestens 90 Prozent betragen und bevorzugter
innerhalb 10 Prozent der Reißfestigkeit
der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung selbst liegen
sollte. Es wird hierin erwogen, dass solche resultierende vergleichsweise
Reißfestigkeit
der Kautschukzusammensetzung vorzugsweise eine erste physikalische
Eigenschaft zur Inbetrachtziehung eines 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomers
mit hohem trans Gehalt als Kandidaten für solchen teilweisen Ersatz
ist. Dementsprechend können,
in einer bevorzugten Praxis dieser Erfindung, wenn ein teilweises
Ersetzen eines 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomers mit hohem
trans Gehalt eine geeignete Reißfestigkeitseigenschaft
sowohl bei 23 °C
als auch bei 95 °C
verschafft, auch andere signifikante physikalische Eigenschaften der
resultierenden Kautschukzusammensetzung in Erwägung gezogen werden, insbesondere
mit innerlicher Wärmeentwicklung
zusammenhängende
Hystereseeigenschaften, wie etwa Rückprallwerte.
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Folglich
wird für
diese Erfindung hierin erwogen, dass, wenn ein teilweises Einsetzen
eines 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomers
mit hohem trans Gehalt für
einen Naturkautschuk in einer naturkautschukreichen Laufflächen-Kautschukzusammensetzung
nicht zu einer solchen vergleichbaren Reißfestigkeitseigenschaft bei
sowohl 23 °C
als auch 95 °C
führt,
sie hierin als ungeeignet für
die Verwendung als signifikanten Ersatz von Naturkautschuk in einer
Reifenlauffläche
eines relativ großen
Reifens angesehen würde,
der dazu gedacht oder gestaltet ist, unter Einsatzbedingungen (während der
Verwendung an einem zugehörigen
Fahrzeug) einer erheblichen Last ausgesetzt zu sein, mit einer erwarteten
resultierenden erheblichen inneren Wärmeentwicklung, ungeachtet
dessen, ob seine anderen physikalischen Eigenschaften ansonsten
geeignet wären
oder nicht.
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In
der Praxis ist eine geeignete Reißfestigkeitseigenschaft einer
Kautschukzusammensetzung bei 23 °C
oder 95 °C
oft erwünscht,
um die Widerstandsfähigkeit
einer Reifenlauffläche
gegen Ausbrechen von Stückchen
zu fördern
oder zu verbessern.
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In
der Praxis haben Kautschuk-Luftreifen herkömmlich Kautschuklaufstreifen,
die eine zum Inkontaktkommen mit dem Boden gedachte Lauffläche aufweisen.
Solche Reifenlaufflächen
sind unter Betriebsbedingungen beträchtlicher dynamischer Verwindung
und Walken, Abriebe aufgrund von Abschleifen, Ermüdungsrissbildung
und Verwitterung, wie beispielsweise Witterungsalterung, ausgesetzt.
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Reifen,
insbesondere Großreifen,
wie beispielsweise große
Geländereifen,
Lastkraftwagen-, landwirtschaftliche Traktor-, sowie Flugzeugreifen,
die dazu gedacht sind, schweren Lasten und einer inhärenten Tendenz
zu innerlicher Wärmeentwicklung
und damit einhergehendem Hochtemperaturbetrieb ausgesetzt zu sein, enthalten
generell einen erheblichen Gehalt an natürlichem cis 1,4-Polyisoprenkautschuk,
beispielsweise wegen der wohlbekannten Wärmehaltbarkeit des Naturkautschuks
im Vergleich zu synthetischen dienbasierten Elastomeren im allgemeinen.
Solche Reifen können
eine Lauffläche
haben, die aus einer naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
besteht, nämlich,
die mehr als 50 ThK Naturkautschuk enthält.
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Als
signifikante physikalische Eigenschaften für die naturkautschukreichen
Reifenlaufflächen-Kautschukzusammensetzungen
werden hierin Rückprall
(bei 100 °C)
und Tan delta (bei 100 °C)
erachtet, die zum Rollwiderstand des Reifens und daher zur Kraftstoffersparnis
des zugehörigen
Fahrzeugs beitragen, wobei höhere
Werte für
die Rückprall-Eigenschaft
erwünscht
sind und niedrigere Werte für
die Tan delta-Eigenschaft erwünscht sind.
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Als
zusätzliche
wünschenswerte
physikalische Eigenschaften werden hierin höhere Niedrigdehnungssteifigkeits-Eigenschaften
erachtet, in Kombination mit den obigen Rückprall- und Tan delta-Eigenschaften, wie
durch Shore A-Härtewerte
und G' bei 10 Prozent
Dehnungswerten bei 100 °C
angedeutet, um den Seitenführungskoeffizienten
und die Handhabung für
den Reifen und Beständigkeit
gegen Profilverschleiß zu
fördern.
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Dementsprechend
ist es leicht ersichtlich, dass ein teilweises Einsetzen eines Synthesekautschuks
für einen
Teil des Naturkautschuks in einer naturkautschukreichen Laufflächen-Kautschukzusammensetzung
keine einfache Sache ist und mehr als Routineexperimentieren erfordert,
wo es erwünscht
ist, eine geeignete Bilanz der repräsentativen physikalischen Eigenschaften
der naturkautschukreichen Laufflächen-Kautschukzusammensetzung
selbst im Wesentlichen beizubehalten oder zu verbessern.
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Generell
können
solche Reifenlaufflächen-Kautschukzusammensetzungen
auch verschiedene Mengen zusätzlicher
synthetischer dienbasierter Elastomere enthalten. Solche zusätzlichen
synthetischen dienbasierten Elastomere können beispielsweise cis 1,4-Polybutadienkautschuk
enthalten, um beispielsweise die Abriebfestigkeit und zugehörige Beständigkeit
gegen Profilabrieb zu erhöhen,
sowie Styrol-/Butadien-Copolymer-Elastomere,
um beispielsweise die Laufflächentraktion
zu erhöhen.
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Beispielsweise
ist die Herstellung und Verwendung von trans 1,4-Styrol-Butadien
durch ein spezifiziertes Katalysatorsystem in
US-A-6,627,715 beschrieben
worden.
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Ein
teilweises Ersetzen von Naturkautschuk durch trans Copolymere von
Isopren und 1,3-Butadien ist in
US-A-5,844,044 vorgeschlagen
worden.
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Für diese
Erfindung wird jedoch eine Reifenlauffläche mit Profiloberfläche vorgelegt,
aus einer Kautschukzusammensetzung, welche aus einer naturkautschukreichen
Kautschukzusammensetzung besteht, worin ein größerer Kautschukanteil ihres
Kautschukgehalts natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk
und ein kleinerer Kautschukanteil ein spezieller trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuk
ist. Der spezielle trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuk hat einen
Gehalt an gebundenem Styrol in einem Bereich von 15 bis 35 Prozent
und eine Mikrostruktur seines Polybutadienanteils, die aus 50 bis
80 Prozent trans 1,4-Isomereinheiten zusammengesetzt ist.
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In
der Praxis dieser Erfindung ist beobachtet worden, dass die speziellen
trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuke ein teilweises Ersetzen des
natürlichen
cis 1,4-Polyisoprenkautschuks
in naturkautschukreichen Laufflächenzusammensetzungen
von relativ großen
Reifen, die dazu entworfen sind, relativ große Lasten unter Arbeitsbedingungen
mit einer damit einhergehenden innerlichen Wärmeentwicklung zu erfahren,
ermöglichen.
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Ein
Verweis auf die Glasübergangstemperatur
oder Tg eines Elastomers oder schwefelvulkanisierbaren Polymers,
insbesondere des speziellen trans 1,4-Styrol-Polybutadienpolymers, stellt die Glasübergangstemperatur
des jeweiligen Elastomers oder schwefelvulkanisierbaren Polymers
in seinem unvulkanisierten Zustand dar. Die Tg kann geeignet durch
einen Dynamischen Differenzkalorimeter (DSC) bei einer Temperaturanstiegsrate
von 10 °C
pro Minute ermittelt werden.
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Ein
Verweis auf den Schmelzpunkt oder Tm eines schwefelvulkanisierbaren
Polymers, insbesondere des speziellen trans 1,4-Styrol-Butadienpolymers,
stellt dessen Schmelzpunkttemperatur in seinem unvulkanisierten
Zustand dar, unter grundsätzlicher
Verwendung derselben oder gleichartigen Verfahrensweise wie für die Tg-Ermittlung, unter
Verwendung einer Temperaturanstiegsrate von 10 °C pro Minute.
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Ein
Verweis auf die Molmasse, wie etwa die gewichtsmittlere Molmasse
(Mw), oder zahlenmittlere Molmasse (Mn), eines Elastomers oder schwefelvulkanisierbaren
Polymers, insbesondere des speziellen trans 1,4-Styrol-Butadienpolymers,
stellt die jeweilige Molmasse des jeweiligen Elastomers oder schwefelvulkanisierbaren
Polymers in seinem unvulkanisierten Zustand dar. Die Molmasse kann
geeignet durch GPC(Gel-Permeations-Chromatographie-Instrumenten)
-Analyse ermittelt werden.
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Ein
Verweis auf die Mooney (ML 1+4)-Viskosität eines Elastomers oder schwefelvulkanisierbaren
Polymers, insbesondere des speziellen trans 1,4-Styrol-Polybutadienpolymers,
stellt die Viskosität
des jeweiligen Elastomers oder schwefelvulkanisierbaren Polymers
in seinem unvulkanisierten Zustand dar. Die Mooney (ML 1 + 4)-Viskosität bei 100 °C bezieht
sich auf seine "Mooney
Large"-Viskosität, genommen
bei 100 °C,
unter Anwendung einer einminütigen
Aufheizzeit und einer vierminütigen
Viskositätsmesszeitspanne.
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In
der Beschreibung dieser Erfindung beziehen sich die Begriffe "gemischte" Kautschukzusammensetzungen
und "Verbindungen", wo sie verwendet
werden, auf die jeweiligen Kautschukzusammensetzungen, die mit geeigneten
Verbindungsbestandteilen gemischt worden sind, wie beispielsweise
Carbon Black, Öl,
Stearinsäure,
Zinkoxid, Silika, Wachs, Antidegradantien, Harz(en), Schwefel, und
Beschleuniger(n) und Silika und Silikakoppler, wo geeignet. Die
Begriffe "Kautschuk", "Gummi" und "Elastomer" können austauschbar
verwendet werden. Verweis auf ein 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomer
mit hohem trans Gehalt kann hierin auch einfacher in Begriffen eines
Polymers oder Copolymers vorgenommen werden. Die Materialmengen
werden üblicherweise
in Teilen von Material pro 100 Teile Kautschukpolymer per Gewicht
(ThK) ausgedrückt,
wenn nicht anderweitig angedeutet.
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EP-A-1391326 offenbart
eine Kautschukzusammensetzung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
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EP-A-0589239 beschreibt
einen Styrol-Butadienkautschuk für
Lastkraftwagenreifen.
US-A-5,216,080 offenbart
einen weiteren Styrol-Butadien-Copolymerkautschuk.
US-A-4,503,204 beschreibt eine als
Katalysator bei der Lösungspolymerisation
nützliche
Zusammensetzung.
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Offenbarung und Praxis der
Erfindung
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In Übereinstimmung
mit dieser Erfindung werden eine naturkautschukreiche Kautschukzusammensetzung
nach Anspruch 1 und ein Reifen mit einer daraus hergestellten Lauffläche (mit
einer Reifenprofiloberfläche,
die dazu gedacht ist, mit dem Boden in Kontakt zu kommen) verschafft,
wobei besagte naturkautschukreiche Kautschukzusammensetzung und
Lauffläche
des besagten Reifens aus einer naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
besteht, umfassend, basiert auf Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile
Kautschuk (ThK):
- (A) 2 bis 45 ThK, alternativ
5 bis 40 ThK, eines speziellen trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuks
mit einem Gehalt an gebundenem Styrol in einem Bereich von 15 bis
35, alternativ 20 bis 30, Prozent und einer Mikrostruktur des Polybutadienanteils,
zusammengesetzt aus 50 bis 80 Prozent trans 1,4-Isomereinheiten, 10 bis 20 Prozent cis
1,4-Isomereinheiten
und 2 bis 10 Prozent Vinyl-1,2-Isomereinheiten;
- (B) 98 bis 55, alternativ 95 bis 60, ThK natürlichen cis 1,4-Polyisoprenkautschuk;
und
- (C) Null bis 20, alternativ 5 bis 15, ThK mindestens eines zusätzlichen
synthetischen dienbasierten Elastomers, solange besagter Naturkautschukgehalt
besagter Kautschukzusammensetzung mindestens 55 ThK beträgt, gewählt aus
Polymeren von Isopren und/oder 1,3-Butadien (zusätzlich zu besagtem speziellen trans
1,4-Styrol-Butadienkautschuk) und Copolymeren von Styrol, zusammen
mit Isopren und/oder 1,3-Butadien;
und
- (D) 30 bis 120 ThK partikelförmige
Verstärkungsfüllstoffe,
umfassend:
(1) 5 bis 120, alternativ 30 bis 115, ThK Kautschukverstärkungs-Carbon
Black, und
(2) Null bis 60, alternativ 5 bis 60 und weiter
alternativ 5 bis 25, ThK amorphes synthetisches Silika, bevorzugt
ausgefälltes
Silika.
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Vorzugsweise
hat die naturkautschukreiche Laufflächen-Kautschukzusammensetzung eine Reißfestigkeitseigenschaft
sowohl bei 23 °C
als auch bei 95 °C
gemäß hierin
nachstehend beschriebener Prüf-G-Reißfestigkeit
von mindestens 90 und vorzugsweise innerhalb von 10 Prozent der
entsprechenden Reißfestigkeitseigenschaften
(sowohl bei 23 °C
als auch 95 °C)
der naturkautschukreichen Laufflächen-Kautschukzusammensetzung
in Abwesenheit des speziellen trans 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomers.
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Optionsweise
kann der Verstärkungsfüllstoff
auch ein silikahaltiges Carbon Black enthalten, das Domänen von
Silika an seiner Oberfläche
enthält,
wobei die Silikadomänen
Hydroxylgruppen an ihren Oberflächen
enthalten.
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Das
Silika (z.B. ausgefälltes
Silika) kann gegebenenfalls, und wenn gewünscht, in Zusammenwirken mit
einem Silikakoppler verwendet werden, um das Silika an das bzw.
die Elastomer(e) zu koppeln, um dadurch seine Wirkung als Verstärkung für die Elastomerzusammensetzung
zu erhöhen.
Die Verwendung von Silikakopplern für solchen Zweck ist geläufig, und
diese weisen typischerweise einen mit dem Silika reaktiven Anteil
auf und einen anderen Anteil, der mit dem Elastomer bzw. Elastomeren
in Wechselwirkung tritt, um den Silika-an-Kautschuk-Kopplungseffekt
hervorzurufen.
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Wie
hierin vorangehend erläutert,
hat der spezielle trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuk in der Praxis bevorzugt
eine Glasübergangstemperatur
(Tg) in einem Bereich von –60 °C bis –90 °C, alternativ
von –65 °C bis –85 °C.
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Wie
hierin vorangehend erläutert,
hat der spezielle trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuk in der Praxis vorzugsweise
eine Mooney (ML 1 + 4)-Viskosität
bei 100 °C
in einem Bereich von 50 bis 100, alternativ von 50 bis 85.
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Der
spezielle trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuk der Erfindung wird,
in einer Alternative, hergestellt durch Polymerisation in einem
organischen Lösungsmittel
in Gegenwart eines Katalysatorverbundmaterials, das aus dem Bariumsalz
von Di(ethylenglykol)ethylether (BaDEGEE), Tri-n-octylaluminium
(TOA) und n-Butyllithium (n-BuLi) in einem Molverhältnis des
BaDEGEE zu TOA zu n-BuLi in einem Bereich von 1:4:3 zusammengesetzt
ist, was ein ungefähres
Molverhältnis
sein soll, solange das resultierende trans 1,4-Styrol-Butadienpolymer
das besagte spezielle trans 1,4-Styrol-Butadiencopolymer ist. Ein
aminhaltiges Bariumalkoxid, wie etwa das Bariumsalz von 2-N,N-Dimethylaminoethoxyethanol
(Ba-N,N-DMEE) kann
anstelle von BaDEGEE verwendet werden, solange das spezielle Copolymer
produziert wird. Das ungefähre
Molverhältnis
des Bariumsalzes von 2-N,N-Dimethylaminoethoxyethanol
(Ba-N, N-DMEE), Tri-n-octylaluminium
(TOA) und n-Butyllithium (n-BuLi) in einem Molverhältnis des
Ba-N, N-DMEE zu TOA zu n-BuLi liegt in einem Bereich von 1:4:3. Dieses
Katalysatorsystem unter Verwendung des aminhaltigen Bariumalkoxids,
Ba-N, N-DMEE, wurde zuvor in
US-A-6,627,715 beschrieben.
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Beispielsweise
kann das Katalysatorverbundmaterial aus 7,2 ml einer 0,29 M-Lösung des
Bariumsalzes von Di(ethylenglykol)ethylether (BaDEGEE) in geeignetem
Lösungsmittel,
wie beispielsweise Ethylenbenzol, 16,8 ml einer 1 M-Lösung von
Tri-n-octylaluminium (TOA) in einem geeigneten Lösungsmittel, wie beispielsweise
Hexan, und 7,9 ml einer 1,6 M-Lösung
von n-Butyllithium (n-BuLi) in einem geeigneten Lösungsmittel,
wie beispielsweise Hexan, zusammengesetzt sein. Das Molverhältnis der
drei Katalysatorkomponenten, nämlich
des BaDEGEE zu TOA zu n-BuLi,
kann beispielsweise das besagte 1:4:3 sein.
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Wie
in
US-A-6,627,715 offenbart,
kann auch ein Vierkomponenten-Katalysatorsystem, das aus dem Bariumsalz
von Di(ethylenglykol)ethylether (BaDEGEE), Amin, dem Tri-n-octylaluminium
(TOA) und dem n-Butyllithium
(n-BuLi) besteht, verwendet werden, um 1,4-Styrol-Butadienpolymere mit hohem trans
Gehalt zur Verwendung als teilweisen Ersatz für Naturkautschuk in einer naturkautschukreichen
Laufflächen- Kautschukzusammensetzung
herzustellen. Das Molverhältnis
der BaDEGEE- zu Amin- zu TOA- zu n-BuLi-Katalysatorkomponenten beträgt 1:1:4:3,
was ein ungefähres
Verhältnis
sein soll, worin das Amin ein primäres, sekundäres oder tertiäres Amin
sein kann und ein zyklisches, azyklisches, aromatisches oder aliphatisches
Amin sein kann, wobei beispielhafte Amine zum Beispiel n-Butylamin,
Isobutylamin, tert-Butylamin, Pyrrolidin, Piperidin und TMEDA (N,N,N',N'-Tetramethylethylendiamin), bevorzugt
Pyrrolidin, sind, solange das resultierende trans 1,4-Styrol-Butadienpolymer das
besagte spezielle trans 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer ist, was hierin nicht
als ungebührliches
Experimentieren durch einen Fachmann in solcher Technik erfordernd
angesehen wird.
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In
einem Aspekt kann das Katalysatorverbundmaterial vor dem Einbringen
zu dem 1,3-Butadienmonomer vorgeformt sein oder kann in situ durch
getrennten Zusatz, oder Einbringung, der Katalysatorkomponenten
zu dem 1,3-Butadienmonomer
gebildet werden, solange das resultierende trans 1,4-Styrol-Butadienpolymer
das vorgenannte spezielle trans 1,4-Styrol-Butadienpolymer ist.
Das vorgeformte Katalysatorverbundmaterial kann beispielsweise ein
vorgeformtes Drei-Komponenten-Verbundmaterial
sein, das aus allen drei der BaDEGEE-, TOA- und BuLi-Komponenten
besteht, vor dem Einbringen zu dem 1,3-Butadienmonomer, oder kann
aus einem doppelten vorgeformten Komponentenverbundmaterial, bestehend
aus den BaDEGEE- und TOA-Komponenten, bestehen, zu dem die n-BuLi-Komponente
vor dem Einbringen zu dem 1,3-Butadienmonomer
zugesetzt wird.
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In
einem Aspekt kann die organische Lösungsmittelpolymerisation als
ein Batch- oder als ein Durchlaufpolymerisationsprozess durchgeführt werden.
Batchpolymerisations- und Durchlaufpolymerisationsverfahren sind
den Fachleuten in solcher Technik generell geläufig.
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Wie
hierin vorangehend erwähnt,
kann, falls gewünscht,
ein Kopplungsmittel mit dem Silika verwendet werden, um bei dessen
Verstärkung
der das Silika enthaltenden Kautschukzusammensetzung zu helfen.
Solches Kopplungsmittel enthält
herkömmlich
einen Anteil, der mit Hydroxylgruppen auf dem Silika (z.B. ausgefälltem Silika)
reaktiv ist, und einen anderen und unterschiedlichen Anteil, der
mit dem Dienkohlenwasserstoff-basierten Elastomer in Wechselwirkung
tritt.
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Das
Silikakopplungsmittel, worauf hierin vorangehend verwiesen wurde,
könnte
beispielsweise ein Bis-(3-trialkoxysilylalkyl)polysulfid
sein, das 2 bis 8 Schwefelatome, üblicherweise einen Durchschnitt
von 2,3 bis 4 Schwefelatomen, in seiner Polysulfidbrücke enthält. Die
Alkylgruppen können
beispielsweise aus Methyl-, Ethyl- und Propylradikalen gewählt sein.
Beispielhaft für
solches Kopplungsmittel könnte
beispielsweise Bis(triethoxysilylpropyl)polysulfid sein.
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Repräsentativ
für zusätzliche
synthetische dienbasierte Elastomere für die Laufflächen-Kautschukzusammensetzung
sind beispielsweise synthetischer cis 1,4-Polyisoprenkautschuk, cis 1,4-Polybutadienkautschuk,
Styrol-Butadien-Copolymerkautschuk, Isopren-Butadien-Copolymerkautschuk,
Styrol-Isopren-Butadien-Terpolymerkautschuk
und 3,4-Polyisoprenkautschuk.
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Den
Fachleuten in der Technik leuchtet es ein, dass die Kautschukzusammensetzungen
durch allgemein in der Kautschukmischtechnik bekannte Verfahren
gemischt würden,
wie etwa Mischen der verschiedenen schwefelvulkanisierbaren bestandteilbildenden
Kautschuke mit verschiedenen üblicherweise
verwendeten Additivmaterialien, wie beispielsweise Vulkanisationshilfsmitteln,
wie etwa Schwefel, Aktivatoren, Hemmmitteln und Beschleunigern,
Verarbeitungszusätzen,
wie etwa Ölen,
Harzen einschließlich
klebrigmachender Harze, Silikas, und Weichmachern, Füllstoffen,
Pigmenten, Fettsäure,
Zinkoxid, Wachsen, Antioxidantien und Ozonschutzmitteln, Peptisatoren
und Verstärkungsmaterialien,
wie beispielsweise Carbon Black.
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Typische
Zusätze
von verstärkendem
Carbon Black sind hierin vorangehend erörtert worden. Typische Mengen
klebrigmachender Harze, falls verwendet, können 0,5 bis 10 ThK umfassen.
Typische Mengen Verarbeitungshilfsmittel können 1 bis 20 ThK umfassen.
Solche Verarbeitungshilfsmittel können beispielsweise aromatische,
naphthenische und/oder paraffinische Prozessöle umfassen. Typische Mengen
Antioxidantien umfassen 1 bis 5 ThK. Repräsentative Antioxidantien können beispielsweise
Diphenyl-p-phenylendiamin und andere sein, wie beispielsweise die
in The Vanderbilt Rubber Handbook (1978), Seiten 344-346, offenbarten.
Typische Mengen Ozonschutzmittel umfassen 1 bis 5 ThK.
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Die
Vulkanisation wird in Gegenwart eines Schwefelvulkanisiermittels
vollzogen. Repräsentative
Beispiele geeigneter Schwefelvulkanisiermittel umfassen elementaren
Schwefel (freien Schwefel) oder schwefelabgebende Vulkanisiermittel,
beispielsweise ein Amindisulfid, polymeres Polysulfid oder Schwefelolefinaddukte.
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Beschleunigungsmittel
werden verwendet, um die zur Vulkanisation erforderliche Zeit und/oder
Temperatur zu steuern und um die Eigenschaften des Vulkanisats zu
verbessern. In einer Ausführung
kann ein Einzelbeschleunigungsmittelsystem verwendet werden, das
heißt,
ein Primärbeschleunigungsmittel.
Herkömmlich
wird ein Primärbeschleunigungsmittel
in Mengen verwendet, die sich auf 0,5 bis 2,0 ThK belaufen. In einer anderen
Ausführung
könnten
Kombinationen von zwei. oder mehr Beschleunigungsmitteln verwendet
werden, wobei das Primärbeschleunigungsmittel
generell in der größeren Menge
(0,5 bis 2 ThK) verwendet wird, und ein Sekundärbeschleunigungsmittel, das
generell in kleineren Mengen (0,05-0,50 ThK) verwendet wird, um
die Eigenschaften des Vulkanisats zu aktivieren und zu verbessern.
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Vorzugsweise
ist das Primärbeschleunigungsmittel
ein Sulfenamid. Wenn ein zweites Beschleunigungsmittel verwendet
wird, dann ist das Sekundärbeschleunigungsmittel
vorzugsweise eine Guanidin-, Dithiocarbamat- oder Thiuramverbindung.
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Manchmal
kann die Kombination von Zinkoxid, Fettsäure, Schwefel und Beschleunigungsmittel(n)
kollektiv als Vulkanisationshilfsmittel bezeichnet werden.
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Der
Reifen kann mittels verschiedener Verfahren, die den Fachleuten
in solcher Technik leicht einleuchten werden, gebaut, geformt, mit
einem Formwerkzeug geformt und ausgehärtet werden.
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Die
Erfindung kann unter Bezugnahme auf das nachfolgende Beispiel, worin
die Teile und Prozentsätze
gewichtsbezogen sind, wenn nicht anderweitig angedeutet, besser
verstanden werden.
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BEISPIEL I
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Herstellung von 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt mittels eines vorgeformten Katalysators
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Dieses
Beispiel stellt die Herstellung eines 1,4-Styrol-Butadien-Copolymers mit hohem trans
Gehalt in einem Batchreaktor mit einem vorgeformten Katalysaor mit
einem Gehalt an gebundenem Styrol von 12,5 Prozent dar. Das 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt wird hierin als Polymer-Probe C bezeichnet,
die in Tabelle 1 von Beispiel III zusammengefasst ist.
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Der
vorgeformte Katalysator wurde hergestellt durch Reagieren von 20
ml 0,9 M Bariumsalz von Di(ethylenglykol)ethylether (BaDEGEE) in
Ethylbenzol-Lösungsmittel
mit 72 ml von 1 M Trioctylaluminium (TOA) in Hexan-Lösungsmittel.
Das resultierende Katalysatorgemisch wurde bei 70 °C 30 Minuten
lang hitzegealtert, um eine voralkylierte Bariumverbindung zu bilden.
Nach Abkühlen
auf Umgebungstemperatur wurden 33,8 ml von 1,6 M n-Butyllithium
(n-BuLi) der voralkylierten Bariumverbindung zugesetzt, um einen
vorgeformten Katalysator zur Herstellung von trans Styrol-Butadien-Copolymeren
zu bilden. Das Molverhältnis
von BaDEGEE zu TOA und zu n-BuLi betrug 1:4:3. Die Molarität des vorgeformten
Katalysators betrug 0,143 in Barium. Dieses vorgeformte Katalysator-Verbundmaterial
kann direkt zur Herstellung von Styrol-Butadien-Copolymeren mit hohem trans Gehalt verwendet
werden, mit oder ohne zusätzliche
Hitzealterung bei 70 °C.
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Zur
Herstellung des Styrol-Butadien-Copolymers mit hohem trans Gehalt
für dieses
Beispiel wurden 2200 g (Gramm) einer Silika-Aluminiumoxid-molekularsiebgetrockneten
Vormischung (Premix) von 1,3-Butadien und Styrolmonomeren und Hexanlösungsmittel
hergestellt, die 20,1 Gewichtsprozent Styrol und 1,3-Butadien enthielt.
Das Verhältnis
von Styrol zu Butadien betrug 16,5:83,5. Der Premix wurde in einem
Ein-Gallonen (3,8 Liter) – Reaktor
eingebracht.
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Zu
dem Premix in dem Reaktor wurden dann 14,5 ml (Milliliter) einer
vorgeformten Katalysatorlösung (0,143
M in Barium) zugesetzt, wie oben beschrieben, ohne zusätzliche
Hitzealterung.
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Die
Polymerisation von Styrol und 1,3-Butadienmonomeren wurde 3,5 Stunden
lang auf 90 °C
durchgeführt.
Die GC (Gaschromatographie)-Analysen der in dem Polymerisationsgemisch
enthaltenen unreagierten Restmonomere deuteten an, dass die Monomerumwandlungen
zu dieser Zeit 95 Prozent beziehungsweise 78 Prozent für 1,3-Butadien
und Styrol betrugen. Drei Milliliter (ml) unverdünntes. Ethanol wurden zugesetzt, um
die Polymerisation abrupt zu stoppen. Der gestoppte Polymerzement
wurde dann aus dem Reaktor entnommen und mit 1 ThM (Teile pro hundert
Teile Monomer per Gewicht) Antioxidans stabilisiert. Die flüchtigen Lösungsmittel
(Hexan etc.) wurden im Wesentlichen durch Verdampfung unter atmosphärischen
Bedingungen bei 50 °C
entfernt und das rückgewonnene
Polymer wurde in einem Vakuumofen bei 50 °C weiter getrocknet.
-
Es
wurde festgestellt, dass das rückgewonnene
Styrol-Butadien-Copolymer
eine Glasübergangstemperatur
(Tg) von –80,3 °C und eine
Schmelzpunkttemperatur (Tm) von 13,1 °C hatte.
-
Durch
ein Carbon 13-NMR (Nuklearmagnetresonanz-Analyseinstrument) wurde festgestellt,
dass das rückgewonnene
Styrol-Butadien-Copolymer aus 12,5 Prozent Styroleinheiten, 3,2
Prozent 1,2-Polybutadieneinheiten, 11,8 Prozent cis 1,4-Polybutadieneinheiten
und 72,4 Prozent trans 1,4-Polybutadieneinheiten zusammengesetzt
war. Der Gehalt an trans 1,4-Polybutadieneinheiten betrug 82,8 Prozent
auf Basis des Polybutadienanteils des Styrol-Butadien-Polymers.
Es wurde ermittelt, dass das 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem
trans Gehalt (HTSBR) eine Mooney-Viskosität (ML 1 + 4) bei 100 °C von 75
hatte. Gemäß GPC(Gel-Permeations-Chromatograph-Analyseinstrument)-Analyse
hatte das HTSBR eine zahlenmittlere Molmasse (Mn) von 129.000 und
eine gewichtsmittlere Molmasse (Mw) von 181.000. Der Heterogenitätsindex (HI)
des HTSBR, dargestellt als sein (Mw/Mn)-Verhältnis, betrug daher 1,40. Das
hier hergestellte HTSBR ist hier als Probe C identifiziert, die
zum später
beschriebenen Studium der Verbindung verwendet wird. Eine detaillierte
Beschreibung des Katalysatorsystems ist in
US-A- 6,627,715 offenbart.
-
BEISPIEL II
-
Herstellung von 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt mittels Durchlaufpolymerisation
-
Dieses
Beispiel stellt die Herstellung eines Styrol-Butadien-Copolymers mit hohem trans
Gehalt in einem Durchlaufreaktor mit einem vorgeformten Katalysator
mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 1,6 Prozent dar. Das 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt wird hierin als Polymer-Probe A bezeichnet,
die in Tabelle 1 von Beispiel 111 zusammengefasst ist.
-
Die
Herstellung des Styrol-Butadien-Copolymers mit hohem trans Gehalt
findet statt durch ein Durchlauf-Polymerisationsverfahren
durch Polymerisation von Styrol und 1,3-Butadienmonomer mit einem
Katalysatorsystem, zusammengesetzt aus Bariumsalz von Di(ethylenglykol)ethylether
(BaDEGEE), Tri-n-octylaluminium (TOA) und n-Butyllithium (n-BuLi).
-
Proben
von 1,4-Styrol-Butadienkautschuken mit hohem trans Gehalt wurden
in Durchlaufpolymerisationsreaktoren hergestellt. Die Proben wurden
individuell hergestellt, indem die jeweilige Polymerisation in zwei
sequentiellen doppelwandigen Fünf-Liter-Reaktoren,
die in Reihe angeschlossen waren, durchgeführt wurde.
-
Jeder
Reaktor war mit drei Axialturbinen (AFTs) von 3-Zoll (7,6cm)-Durchmesser ausgerüstet und
waren mit internen Ablenkblechen ausgestattet, um bei dem Mischprozess
zu helfen. Das Rühren
in den Reaktoren wurde auf einer Turbinenrotorgeschwindigkeit von
etwa 450 UpM vollzogen. Die Verweilzeit war auf 1,62 Stunden in
dem ersten Reaktor, 0,084 Stunden in den Verbindungsrohrleitungen
zwischen den Reaktoren, 1,63 Stunden in dem zweiten Reaktor und
0,117 Stunden in den Verbindungsrohrleitungen zu dem Zementmischer
(eine Gesamtsumme von 3,45 Stunden) festgelegt. Die Innentemperatur
des ersten Reaktors wurde auf 200°F
(93 °C)
geregelt und die Innentemperatur des zweiten Reaktors wurde auf
195°F (90 °C) geregelt,
unterstützt
von einem ethylenglykolgespeisten Kühlmantel um jeden der Reaktoren.
-
Die
jeweiligen Materialien wurden dosiert und in die Durchlaufreaktorkonfiguration
druckeingespeist. Das Materialeintrittssystem in den ersten Reaktor
bestand aus einem inneren Tauchrohr, bestehend aus 1/8 Zoll (0,32
cm) RS(rostfreier Stahl)-Rohrleitung innen in einem äußeren Tauchrohr,
bestehend aus 0,25 Zoll (0,64 cm) RS-Rohrleitung. Die Rohrleitungen
für jedes
der zwei Tauchrohre verliefen vor dem Eintreten in den Reaktor durch
einen getrennten temperaturgesteuerten Wärmetauscher. Im Fall der Herstellung
von HTSBR mit extrem hohem Styrolgehalt (wie etwa Probe E, welche
36 Prozent Styrol enthält
und in Beispiel III beschrieben wird) könnte es sein, dass die zusätzlichen
Co-Katalysatoren,
wie etwa Kalium-2,7-dimethyl-2-octoxid (KDMO), erforderlich wären, um
das meiste Styrolmonomer zu verbrauchen. Dieser Co-Katalysator kann
in das Unterteil des Zementmischers zugeführt werden, wobei der Zement
aus dem zweiten Reaktor zugeführt wird.
-
Eines
solcher in den ersten Reaktor zugeführten Materialien war eine
Vormischung des Styrols und 1,3-Butadienmonomers
in Hexanlösungsmittel,
zusammengesetzt aus 20,1 Gewichtsprozent Styrol und 1,3-Butadien
in Hexan, das auch 50 Teile 1,2-Butadien pro Million Teile 1,3-Butadien
enthielt. Das Verhältnis von
Styrol zu 1,3-Butadien
betrug 2:18. Die Monomer-Vormischung wurde durch einen Wärmetauscher
auf 200°F
(93 °C)
mit einem Durchsatz von 4956,4 Gramm pro Stunde und in den ersten
Reaktor dosiert.
-
Ein
anderes, in den ersten Reaktor zugeführtes Material war eine 10-Gewichtsprozent-Lösung von
BaDEGEE (Bariumsalz von Di(ethylenglykol)ethylether) in Hexan mit
einer Durchflussmenge von 19,66 Gramm pro Stunde, das zu einem 25
Gewichtsprozent TOA (Trioctylaluminium) in Hexan mit einer Durchflussmenge von
29,13 Gramm pro Stunde zugesetzt wurde, und diese Mischung wurde
zu 3,96 Gewichtsprozent n-BuLi (n-Butyllithium) in Hexan mit einer
Durchflussmenge von 24,10 Gramm pro Stunde zugesetzt. Diese Lösung durchlief
einen Wärmetauscher
auf 200°F
(93 °C)
und trat dann durch das innere Tauchrohr in den ersten Reaktor ein.
Das ergab eine Zufuhrrate von 0,5 Millimol Barium pro 100 Gramm
Monomer, 4 Mol TOA pro Mol Barium und 3 Mol n-BuLi pro Mol Barium.
-
Die
experimentelle Herstellung der 1,4-Styrol-Butadien-Copolymere mit hohem
trans Gehalt wurde gestartet mit den Reaktoren voll trockenen Hexans.
Das Polymerisat, zusammengesetzt aus teilreagierten Styrol und 1,3-Butadienmonomeren
in dem Lösungsmittel-
und Katalysatorsystem und manchmal als ein Zement bezeichnet, floss
von dem ersten Reaktor zu dem zweiten Reaktor, durch einen Zementmischer.
Man ließ die
experimentelle Polymerherstellung 4,5 Stunden lang stattfinden,
um drei vollständige
Umwandlungen in dem System zu gestatten und einen stabilen Zustand
in dem System zu erzielen. Es wurde festgestellt, dass das System
in einem stabilen Zustand war, wenn das Temperaturprofil in den
Reaktoren und die Monomer-zu-Polymer-Reaktorumwandlungen
konstante Werte aufrechterhielten.
-
Nach
Erreichen des stabilen Zustands wurde der resultierende Styrol-Butadien-Copolymerzement
die nächsten
zwei Stunden lang gesammelt. Eine halbe Stunde nach Beginn des Zementsammelns
wurden 24,2 Gramm von 10 Gewichtsprozent Isopropanol in Hexan (4,0
Mol Isopropanol per Mol Barium) zugesetzt, um die Polymerisation
zu stoppen, und 201,5 Gramm von 10 Gewichtsprozent Antioxidans in
Hexan wurden zugesetzt, um das Polymer zu schützen und zu stabilisieren.
-
Der
Zement (in Hexan gelöstes
Polymer) wurde in einem Fünf-Gallonen
(18,9 Liter) -Eimer rückgewonnen.
Der Zement wurde dann von dem Eimer in mit Polyethylenfolie ausgefütterte Schalen
gegossen und in einem Luftofen auf 130°F (54 °C) getrocknet, bis das gesamte
Lösungsmittel
verdunstet war.
-
Das
rückgewonnene
Styrol-Butadien-Copolymer wurde dann durch DSC (Dynamische Differenzkalorimeter)-,
NMR(Kernmagnetische Resonanz)-, GPC(Gel-Permeations-Chromatographie)-
und Mooney (ML 1 + 4)-Prüfung
analysiert. Die Ergebnisse der Prüfung zeigten eine Mooney (ML
1 + 4)-Viskosität
bei 100 °C
von 80, eine Tg von –89 °C und eine
Schmelztemperatur (Tm) von 23 °C.
-
Es
wurde festgestellt, dass die Mikrostruktur des Styrol-Butadien-Copolymers
mit hohem trans Gehalt aus einem Polystyrolgehalt von 1,6 Prozent,
einem 1,2-Polybutadiengehalt
von 3,5 Prozent, einem cis 1,4-Polybutadiengehalt
von 14,9 Prozent und einem trans 1,4-Polybutadiengehalt von 80 Prozent bestand.
Es wurde festgestellt, dass seine Molmassen ein Mn von 94.480 und
Mw von 251.800 mit einem Mw/Mn-Heterogenitätsindex (HI) von 2,67 waren.
Das in diesem Beispiel hergestellte HTSBR ist als Probe A identifiziert,
welche zur später
beschriebenen Studie der Verbindungen verwendet wird.
-
BEISPIEL III
-
Herstellung von 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt mittels Durchlaufpolymerisation
-
Dieses
Beispiel stellt die Herstellung von 1,4-Styrol-Butadien-Copolymeren mit hohem trans
Gehalt in Durchlaufreaktoren mit einem vorgeformten Katalysator
mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 7,2, 26,7 beziehungsweise
36,1 dar. Die 1,4-Styrol-Butadien-Copolymere mit hohem trans Gehalt werden
hierin als Polymer-Proben B, D und E bezeichnet, die in Tabelle
1 dieses Beispiels III zusammengefasst sind.
-
Die
Herstellung findet statt durch ein Durchlauf-Polymerisationsverfahren durch Polymerisation
von Styrol und 1,3-Butadienmonomer unter Verwendung des in Beispiel
II beschriebenen Durchlaufpolymerisationsverfahrens, mit einem Katalysatorsystem,
zusammengesetzt aus Bariumsalz von Di(ethylenglykol)ethylether (BaDEGEE),
Tri-n-octylaluminium
(TOA) und n-Butyllithium (n-BuLi).
-
Im
Fall der Herstellung von Polymer-Probe E war ein zusätzlicher
Co-Katalysator KDMO (Kalium-2,7-dimethyl-2-octoxid) zu verwenden, um die Polymerisation
des Großteils
des Styrolmonomers zu vollenden, wie in Beispiel II beschrieben.
Das Molverhältnis
von KDMO zu n-BuLi betrug 1,5:1.
-
Die
folgende Tabelle 1 stellt eine Zusammenfassung verschiedener Eigenschaften
der Polymerproben A bis einschließlich E dar. Die Herstellung
von Polymerprobe A ist in Beispiel II gezeigt, von Polymerprobe
C in Beispiel I und von Polymerproben B, D und E in diesem Beispiel
III. Tabelle 1
| Proben | A | B | C | D | E |
| Vorgemischter
Katalysator |
| BaDEGEE/TOA/n-BuLi-Molverhältnis | 1/4/3 | 1/4/3 | 1/4/3 | 1/4/3 | 1/4/3 |
| Styrol | 1,6 | 7,2 | 12,5 | 26,7 | 36,1 |
| Trans
1,4-PBd | 80 | 73,5 | 72,4 | 57,5 | 47,9 |
| Cis
1,4-PBd | 14,9 | 15,4 | 11,8 | 12 | 10,6 |
| Vinyl-1,2-PBd | 3,5 | 3,9 | 3,2 | 3,8 | 5,4 |
| Mooney
(1 + M4)(100 °C) | 80 | 66 | 75 | 62 | 66 |
| Tg
(b. Einstellg.)(°C) | –89 | –85,5 | –80,3 | –69,7 | –67,2 |
| Tm
(°C) | 24,8 | 9,6 | 13,1 | – | – |
| Mn
(103) | 127,7 | 108,3 | 129 | 145,9 | 206,2 |
| Mw
(103) | 302,7 | 368,2 | 181 | 481,6 | 659,9 |
| HI(Mw/Mn) | 2,7 | 3,4 | 1,4 | 3,3 | 3,2 |
-
BEISPIEL IV
-
Kautschukzusammensetzungen, welche einen
teilweisen Ersatz von Naturkautschuk durch trans 1,4-Styrol-Butadienpolymer der
Proben A und B enthalten
-
Es
wurden Experimente durchgeführt,
um die Durchführbarkeit
des Ersetzens eines Anteils von Naturkautschuk in einer Kautschukzusammensetzung
durch das trans 1,4-Styrol-Butadienpolymer der Proben A und B, die
Gehalte an gebundenem Styrol von 1,6 beziehungsweise 7,2 Prozent
enthielten, auszuwerten.
-
Die
naturkautschukreichen Proben sind in diesem Beispiel als Kautschukproben "Cpd 1", "Cpd 2" und "Cpd 3" identifiziert, wobei
die Kautschukprobe "Cpd
1" eine Kontrollprobe
ist, die keinen trans 1,4-Styrol-Butadienkautschuk
enthielt, wobei Cpd 2 Polymerprobe A enthielt und Cpd 3 Polymerprobe
B enthielt.
-
Die
Kautschukproben wurden durch Mischen des Kautschuks bzw. der Kautschuke
zusammen mit Verstärkungsfüllstoffen und
anderen Kautschukmischbestandteilen in einer ersten nichtproduktiven
Mischstufe in einem Innengummimischer für 4 Minuten bis auf eine Temperatur
von 160 °C
gemischt. Das Gemisch wird dann weiter sequentiell in einem Innengummimischer
für 2 Minuten
bis auf eine Temperatur von 160 °C
gemischt. Das resultierende Gemisch wird dann in einer produktiven
Mischstufe in einem Innengummimischer mit Vulkanisiermitteln für 2 Minuten
bis auf eine Temperatur von 110 °C
gemischt. Die Kautschukzusammensetzung wird zwischen jedem der nichtproduktiven
Mischschritte und zwischen dem zweiten nichtproduktiven Mischschritt
und dem produktiven Mischschritt auf unter 40 °C gekühlt.
-
Die
Basisrezeptur für
die Kautschukproben ist in der nachfolgenden Tabelle 2 angegeben. Tabelle 2
| | Teile |
| Erster nichtproduktiver
Mischschritt |
| Natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk | 100
oder 70 |
| Trans
1,4-Styrol-Butadienkautschuk1 | 0
oder 30 |
| Carbon
Black, N2292 | 50 |
| Prozessöl3 | 5 |
| Fettsäure4 | 2 |
| Antioxidans5 | 2 |
| Zinkoxid | 5 |
| Zweiter
nichtproduktiver Mischschritt |
| Gemischt
auf 160 °C,
keine Inhaltsstoffe zugesetzt |
| Produktiver
Mischschritt |
| Schwefel | 1,4 |
| ein
o. mehrere Beschleunigungsmittel6 | 1,0 |
-
- 1Hoch-tans 1,4-Styrol-Butadien-Proben
A und B
- 2N229, eine ASTM-Bezeichnung für Kautschukverstärkungs-Carbon Black
- 3Flexon 641 von der Exxon Mobil Company
- 4Gemisch, bestehend aus Stearin-, Palmitin-
und Oleinsäuren.
- 5Chinolintyp
- 6Tertiäres Butylsulfenamid
-
Die
folgende Tabelle 3 illustriert Aushärteverhalten und verschiedene
physikalische Eigenschaften naturkautschukreicher Kautschukzusammensetzungen
auf Grundlage der Basisrezeptur von Tabelle 2. Wo vulkanisierte
Kautschukproben untersucht werden, wie etwa auf Spannung-Dehnungs-,
Rückprall-,
Härte-,
Reißfestigkeits- und Abriebmessungen,
wurden die Kautschukproben für
32 Minuten auf einer Temperatur von 150 °C vulkanisiert. Tabelle 3
| | Kontrolle |
| Kautschukmischungs
(Cpd)-Proben | Cpd
1 | Cpd
2 | Cpd
3 |
| Natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk | 100 | 70 | 70 |
| Polymerer.
A, 1,3 % Styrol | 0 | 30 | 0 |
| Polymerer.
B, 7,2 % Styrol | 0 | 0 | 30 |
| Rheometer,
150 °C (MDR)1 |
| Max.
Drehmoment (dNm) | 17,8 | 18,8 | 17,6 |
| Min.
Drehmoment (dNm) | 2,7 | 3,6 | 3,2 |
| Delta
Drehmoment (dNm) | 15,1 | 15,2 | 14,4 |
| T90,
Minuten | 12,1 | 15,8 | 16,5 |
| Spannung-Dehnung
(ATS)2 |
| Zugfestigkeit
(MPa) | 22,6 | 22,4 | 22,5 |
| Verlängerung
b. Bruch (%) | 424 | 437 | 451 |
| 300
% Modul (Ring) (MPa) | 15 | 13,7 | 13,1 |
| Rückprall |
| 23°C | 50 | 52 | 50 |
| 100°C | 64 | 62 | 60 |
| Härte (Shore
A) |
| 23 °C | 65 | 66 | 65 |
| 100°C | 58 | 60 | 59 |
| Reißfestigkeit,
N (23 °C)3 | 253 | 128 | 152 |
| Prozent
Verringerung der Reißfestigkeit | – | –49 % | –40 % |
| Reißfestigkeit,
N (95 °C)3 | 159 | 101 | 116 |
| Prozent
Verringerung der Reißfestigkeit | – | –36 % | –27 % |
| DIN-Abrieb
(2,5N, cc Verlust)4 | 130 | 87 | 98 |
| RPA, 100 °C, 1 Hz5 |
| Speichermodul
G', bei 10 % Dehnung (kPa) | 1453 | 1482 | 1450 |
| Tan
delta bei 10 % Dehnung | 0,092 | 0,093 | 0,099 |
-
- 1Daten erhalten gemäß Rheometer-Instrument
mit bewegendem Werkzeug, Modell MDR-2000 von Alpha Technologies,
verwendet zur Ermittlung von Vulkanisationsmerkmalen von Elastomermaterialien,
wie beispielsweise Drehmoment, T90 usw.
- 2Daten erhalten gemäß Automated Testing Instrument
von der Instron Corporation, das sechs Tests in einem System integriert.
Ein solches Instrument kann Höchstzug,
Höchstverlängerung,
Moduli usw. ermitteln. In der Tabelle angegebene Daten werden durch
Fahren der Ring-Zugkraftteststation ermittelt, was ein Instron 4201 Kraftmessrahmen
ist.
- 3Daten gemäß einem Abziehfestigkeitshafttest
zur Ermittlung der Grenzflächenhaftung
zwischen zwei Proben einer Kautschukzusammensetzung. Insbesondere
wird solche Grenzflächenhaftung
durch Wegziehen einer Kautschukzusammensetzung von der anderen in
einem rechten Winkel zu dem unzerrissenen Testmuster ermittelt,
wobei die zwei Enden der Kautschukzusammensetzungen unter Verwendung
eines Instron-Instruments unter einem 180°-Winkel zueinander auseinandergezogen
werden. Die Kontaktzone an der Grenzfläche zwischen den Kautschukproben
wird erleichtert durch Plazieren einer Kunststofffolie (z.B. Mylar-Folie)
zwischen den Proben mit einem ausgeschnittenen Fenster in der Folie,
um den gegenseitigen Kontakt der zwei Kautschukproben zu ermöglichen,
wonach die Proben zusammen vulkanisiert werden und das resultierende Verbundmaterial
der zwei Kautschukzusammensetzungen für den Abziehfestig-keits(Reißfestigkeits)-Test
verwendet wird. Beispielsweise wird eine unvulkanisierte Kautschukprobe
hergestellt, indem die Kautschukzusammensetzung gewalzt und eine
geeignete entfernbare Folie (z.B. eine Polyethylenfolie) an jeder
der zwei Seiten des gewalzten Kautschuks angebracht wird. Zwei unvulkanisierte
Kautschukproben werden aus der gewalzten Kautschukzusammensetzung
zu einer Größe 150 × 150 × 2,4 mm
Dicke geschnitten. Die Polyethylenfolie wird von einer Seite einer
ersten Probe entfernt und eine Textilrückschicht (z.B. Polyester-Kordgewebe)
wird mit einer Walze an diese Seite angerollt, um der Kautschukprobe
Abmessungsstabilität
zu verleihen. Die Polyethylenfolie wird von der anderen Seite der
ersten Probe entfernt und ein Trennbogen der Mylar-Folie (mit einem
5 mm breiten und 50 mm langen ausgeschnittenen Fenster) wird auf
der freigelegten Kautschukoberfläche
der Probe plaziert und zentriert. Die Polyethylenfolie wird von
einer Seite der zweiten Probe entfernt. Die erste und die zweite
Probe werden zusammengepresst, mit der Mylar-Folie dazwischen, und
so mit einer Walze angerollt, dass das Fenster in der Mylar-Folie
gestattet, dass die Proben miteinander in Kontakt kommen. Das Verbundstück aus den
zwei Proben wird im unteren Hohlraum einer vorgeheizten Vulkanisationsform
auf Membranbasis plaziert. Das Verbundstück wird mit einem Bogen Zellophanfolie
bedeckt. Ein ausdehnbarer Balg wird auf der Zellophanfolie in dem
Formwerkzeug plaziert und ein oberer Metalldeckel wird über dem
Vulkanisationsbalg positioniert, um eine Baugruppe daraus zu bilden,
alles innerhalb des Formwerkzeugs. Das Formwerkzeug, das die Baugruppe
enthält,
wird in einer vorgeheizten Vulkanisierpresse plaziert. Die Presse
wird über
dem Formwerkzeug geschlossen und ein Luftdruck von 6,9 bar (100
psi) wird durch einen an der Vulkanisierform befindlichen Luftleitungsanschluss
an den ausdehnbaren Balg mit der Vulkanisierform angelegt. Eine
Vulkanisationstemperatur von 150 °C
wird verwendet. Nach 32-minütigem
Vulkanisieren wird die Luftleitung zu dem Formwerkzeug abgeschlossen,
das Formwerkzeug aus der Presse entfernt, gefolgt vom Entfernen
der oberen Platte und des Balgs. Das Verbundstück wird aus dem Formwerkzeug
entnommen und man lässt
es auf 23 °C
abkühlen
und entfernt das Zellophan. Aus dem vulkanisierten Verbundstück Werden 25
mm (1 Zoll) – Teststreifen
geschnitten, sodass die eingeschlossene Mylarfolie, mit ihrem vorgenannten Fenster,
sich so dicht an der Mitte des Teststreifens befindet wie vernünftigermaßen möglich. Ein
Teil der ersten und der zweiten Probe an einem offenen Ende des
Teststreifens (das offene Ende ist aus der ersten und der zweiten
Kautschukprobe zusammengesetzt, die von der Mylarfolie getrennt
werden, sodass ein erheblicher Teil der Kautschukproben nicht zusammen
vulkanisiert werden) wird auseinandergezogen, um offene Enden von
jeder der Kautschukproben freizulegen, und der freigelegte Mylarfolienstreifen
wird abgeschnitten. Die auseinandergezogenen Enden der Proben werden
in Greifer der Instron-Maschine plaziert. Der Abziehfestigkeitstest
(Reißfestigkeit)
wird auf einer Querhauptgeschwindigkeit des Instron-Instruments
bei einer Geschwindigkeit von 500 mm/min (20 Zoll/min) bei 95 °C durchgeführt. Die
Kraft zum Auseinanderziehen des Teils der Proben, der in dem vorgenannten
Mylarfenster zusammen vulkanisiert wurde, wird von den Daten unter
der von dem Instron-Instrument
angegebenen Lastauslenkungskurve erhalten und wird als N-cm ausgedrückt. Einfachheitshalber
kann solcher Reißfestigkeitstest
hierin als G-Reißtest bezeichnet
sein.
- 4Daten erhalten gemäß DIN 53516-Abriebfestigkeitstestvorgehensweise
unter Verwendung einer Zwick-Trommelabriebeinheit, Modell 6102,
mit einer Kraft von 2,5 Newton. Die DIN-Abriebresultate sind als
relative Werte in Bezug auf eine von dem Labor verwendete Kontroll-Kautschukzusammensetzung
angegeben.
- 5Daten erhalten gemäß Kautschukprozessanalysator
als RPA 2000TM-Instrument von Alpha Technologies,
vormals die Firma Flexsys und vormals die Firma Monsanto. Verweise
auf ein RPA-2000-Instrument finden sich in den folgenden Veröffentlichungen:
H.A. Palowski et al., Rubber World, Juni 1992 und Januar 1997, sowie Rubber & Plastics News,
26. April und 10. Mai 1993.
-
Es
wird hierin erachtet, dass eine signifikante physikalische Eigenschaft
eines synthetischen Elastomers (z.B. des 1,4-Styrol-Butadien-Polymer
(kautschuk) s mit hohem trans Gehalt zur Anwendung in dieser Erfindung)
zwecks Inbetrachtziehung als Kandidat für ein effektives teilweises
Ersetzen von natürlichem
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk
seine Reißfestigkeitseigenschaft
ist, für
welche hierin erachtet wird, dass sie mindestens gleich der Reißfestigkeit
des Naturkautschuks sein sollte. Soweit diese Erfindung betroffen
ist, wird nur dann, wenn die Reißfestigkeit des Synthesekautschuks
mindestens gleich der Reißfestigkeit
des Naturkautschuks ist, der Rest der angedeuteten physikalischen
Eigenschaften des 1,4-Styrol-Butadienpolymers mit hohem trans Gehalt
in Betracht gezogen und auf ihre geeigneten Werte hin ausgewertet.
-
Dementsprechend
wird für
diese Erfindung hierin erachtet, dass, wenn das 1,4-Styrol-Butadienpolymer
mit hohem trans Gehalt keine ausreichende Reißfestigkeit aufweist, es ungeeignet
zur Verwendung als signifikanter Ersatz von Naturkautschuk in einer
Reifenlauffläche
eines relativ großen
Reifen wäre,
der dazu gedacht oder gestaltet ist, unter Einsatzbedingungen (während des
Gebrauchs an einem zugehörigen
Fahrzeug) eine erhebliche Last zu erfahren, mit einer daraus resultierenden erheblichen
Wärmeentwicklung,
ungeachtet dessen, ob seine anderen physikalischen Eigenschaften
ansonsten geeignet wären.
-
Höhere Reißfestigkeitswerte,
wenn bei 23 °C
oder 100 °C
gemessen, sind normalerweise erwünscht, um
die Stückausbruchfestigkeit
einer Reifenlauffläche
zu fördern.
-
Rückprall
bei 100 °C
und Tan delta bei 100 °C,
die sich auf den Rollwiderstand des Reifens und Kraftstoffersparnis
für das
zugehörige
Fahrzeug beziehen, wobei höhere
Werte für
die Rückpralleigenschaft
bei 100 °C
erwünscht
sind und niedrigere Werte für
die Tan delta-Eigenschaft bei 100 °C erwünscht sind.
-
Höhere Werte
von Niedrigdehnungssteifigkeitseigenschaften, wie durch die Shore
A-Härtewerte
und G'-Werte bei 10 % Dehnung
angedeutet, sind erwünscht,
um Seitenführungskoeffizient,
Handhabung und Beständigkeit
gegenüber
Reifenlaufflächenverschleiß zu fördern.
-
Niedrigere
DIN-Abriebwerte sind normalerweise erwünscht, da sie eine Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Abrieb darstellen und eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Laufflächenverschleiß beim Fahren
des zugehörigen
Fahrzeugs vorhersagen.
-
Aus
Tabelle 3 ist auch ersichtlich, dass ein teilweises Ersetzen von
30 ThK des Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
durch 30 ThK von Polymerprobe A (Cpd 2), welche einen Styrolgehalt
von nur 1,6 Prozent hatte, zu erheblichen Verringerungen der Reißfestigkeitswerte
der Kautschukzusammensetzung von 49 Prozent bei 23 °C und 36
Prozent bei 95 °C
verglichen mit der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung
(Cpd 1) führte.
-
Aus
Tabelle 3 ist auch ersichtlich, dass das Ersetzen von 30 ThK des
Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
durch 30 ThK von Polymerprobe B (Cpd 3), welche einen etwas größeren Styrolgehalt
von 7,2 Prozent hatte, ebenfalls zu erheblichen Verringerungen der
Reißfestigkeitswerte
der Kautschukzusammensetzung von 40 Prozent bei 23 °C und 27
Prozent bei 95 °C
verglichen mit der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung
(Cpd 1) führte.
-
Dementsprechend
wird hierin erachtet, dass die Proben A und B aus dem 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt, mit ihren Styrolgehalten von 1,6 beziehungsweise
7,2 Prozent, daher aufgrund der großen Verringerung der Reißfestigkeitswerte
der resultierenden Kautschukzusammensetzungen nicht geeignet für ein teilweises
Ersetzen von Naturkautschuk in einer naturkautschukreichen Reifenlauffläche sind.
-
BEISPIEL V
-
Teilweises Ersetzen von Naturkautschuk
durch 1,4-SBR mit hohem trans Gehalt
-
Zusätzliche
Experimente wurden durchgeführt,
um ein Ersetzen eines Anteils von Naturkautschuk in einer Kautschukzusammensetzung
durch ein 1,4-Styrol-Butadien(HTSBR)-Polymer mit hohem trans Gehalt von
Probe B mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 7,2 Prozent und
durch ein 1,4-SBR-Polymer mit hohem trans Gehalt von Probe C mit
einem Gehalt an gebundenem Styrol von 12,5 Prozent auszuwerten.
-
Kautschukprobengemische
wurden mit 30 ThK des 1,4-SBR-Polymers
mit hohem trans Gehalt von Probe C und dem 1,4-SBR-Polymer mit hohem trans Gehalt von
Probe D hergestellt. Die Kautschukproben sind in diesem Beispiel
als Kautschukproben "Cpd
4", "Cpd 5" und "Cpd 6" identifiziert, wobei
die Kautschukprobe "Cpd
4" eine Kontrollprobe
ist, ohne ein 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem trans Gehalt zu
enthalten.
-
Die
Kautschukzusammensetzungen wurden auf die Art und Weise von Beispiel
II hergestellt.
-
Die
Basisrezeptur für
die Kautschukproben ist in Tabelle 2 von Beispiel II dargelegt.
-
Die
nachfolgende Tabelle 4 illustriert Vulkanisationsverhalten und verschiedene
physikalische Eigenschaften der Kautschukzusammensetzungen. Tabelle 4
| | Kontrolle |
| Proben | Cpd
4 | Cpd
5 | Cpd
6 |
| Natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk | 100 | 70 | 70 |
| Polymerer.
B, 7,2 % Styrol | 0 | 30 | 0 |
| Polymerer.
C, 12,5 % Styrol | 0 | 0 | 30 |
| Rheometer,
150 °C (MDR) |
| Max.
Drehmoment (dNm) | 17,1 | 16,6 | 17,6 |
| Min.
Drehmoment (dNm) | 2,6 | 3 | 3 |
| Delta
Drehmoment (dNm) | 14,5 | 13,6 | 14,6 |
| T90,
Minuten | 11,6 | 15 | 14,7 |
| Spannung-Dehnung
(ATS) |
| Zugfestigkeit
(MPa) | 22,9 | 22,9 | 21,8 |
| Verlängerung
b. Bruch (%) | 435 | 449 | 433 |
| 300
% Modul (Ring) (MPa) | 15,0 | 13,8 | 13,8 |
| Rückprall |
| 23°C | 49 | 51 | 50 |
| 100°C | 63 | 61 | 62 |
| Härte (Shore
A) |
| 23°C | 66 | 66 | 69 |
| 100°C | 60 | 60 | 62 |
| Reißfestigkeit,
N (23 °C) | 336 | 307 | 345 |
| Prozent
Verminderung/Gewinn an Reißfestigkeit | – | –9 % | +3
% |
| Reißfestigkeit,
N (95 °C) | 139 | 104 | 112 |
| Prozent
Verminderung/Gewinn an Reißfestigkeit | – | –25 % | –19 % |
| DIN-Abrieb
(2,5N, cc Verlust)4 | 127 | 95 | 104 |
| RPA, 100 °C, 1 Hz |
| Speichermodul
G', bei 10 % Dehnung (kPa) | 1498 | 1492 | 1574 |
| Tan
delta bei 10 % Dehnung | 0,088 | 0,093 | 0,093 |
-
Aus
Tabelle 4 ist ersichtlich, dass ein teilweises Ersetzen von 30 ThK
des Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
durch 30 ThK von Polymerprobe B (Cpd 2), welche einen Styrolgehalt
von nur 7,2 Prozent hatte, zu Verringerungen der Reißfestigkeitswerte
der resultierenden Kautschukzusammensetzungen von 9 Prozent bei
23 °C und
25 Prozent bei 95 °C
verglichen mit der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung
(Cpd 4) führte.
-
Aus
Tabelle 4 ist auch ersichtlich, dass das Ersetzen von 30 ThK des
Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
durch 30 ThK von Polymerprobe C (Cpd 6), welche einen erheblich
größeren Styrolgehalt
von 12,5 Prozent hatte, zu einem tatsächlichen Anstieg der Reißfestigkeit
der Kautschukzusammensetzung von 3 Prozent bei 23 °C führte und
daher der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung (Cpd 4) vergleichbar
war, obwohl sie eine erhebliche Verringerung der Reißfestigkeit
von 19 Prozent bei 95 °C
verglichen mit der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung
(Cpd 4) aufwies.
-
Dementsprechend
würde aus
Tabelle 4 hervorgehen, dass ein höherer Gehalt an gebundenem
Styrol (z.B. 12,5 Prozent Styrol für Cpd 6 gegenüber 7,2
Prozent Styrol für
Cpd 5) in dem 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem trans Gehalt
günstiger
wäre zur
Aufrechterhaltung der Reißfestigkeit
der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung, obwohl die Reißfestigkeitseigenschaft
bei 95 °C
hierin noch immer nicht als akzeptabel zur Verwendung des 12,5 Prozent
Styrol enthaltenden trans 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomers als teilweiser Ersatz
für Naturkautschuk
in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung erachtet wird.
-
Dies
wird hierin als suggestiv dafür
erachtet, dass ein trans 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomer mit
einem etwas höheren
Styrolgehalt für
den teilweisen Ersatz von Naturkautschuk in der naturkautschukreichen
Kautschukzusammensetzung geeignet sein könnte.
-
BEISPIEL V
-
Teilweises Ersetzen von Nauturkautschuk
durch 1,4-SBR mit hohem trans Gehalt
-
Zusätzliche
Experimente wurden durchgeführt,
um ein Ersetzen eines Anteils von Naturkautschuk in einer Kautschukzusammensetzung
durch 1,4-Styrol-Polybutadien (SBR)-Polymer mit hohem trans Gehalt
von Probe B mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 7,2 Prozent
und durch das 1,4-SBR-Polymer mit hohem trans Gehalt von Probe D
mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 26 Prozent auszuwerten.
-
Naturkautschukreiche
Kautschukzusammensetzungsproben wurden hergestellt, die 30 ThK des 1,4-SBR-Polymers
mit hohem trans Gehalt von Probe C beziehungsweise des 1,-SBR-Polymers mit
hohem trans Gehalt von Probe D enthielten, und in diesem Beispiel
als Kautschukproben „Cpd
7", „Cpd 8" beziehungsweise „Cpd 9" identifiziert, wobei
Kautschukprobe „Cpd
7" eine Kontrollprobe
war, die kein 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem trans Gehalt
enthielt.
-
Die
Kautschukzusammensetzungen wurden auf die Art und Weise von Beispiel
II hergestellt.
-
Die
Basisrezeptur für
die Kautschukproben ist in Tabelle 2 von Beispiel II dargelegt.
-
Die
nachfolgende Tabelle 5 illustriert Vulkanisationsverhalten und verschiedene
physikalische Eigenschaften der Kautschukzusammensetzungen. Tabelle 5
| | Kontrolle |
| Proben | Cpd
7 | Cpd
8 | Cpd
9 |
| Natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk | 100 | 70 | 70 |
| Polymerer.
B, 7,2 % Styrol | 0 | 30 | 0 |
| Polymerer.
D, 26 % Styrol | 0 | 0 | 30 |
| Rheometer,
150 °C (MDR) |
| Max.
Drehmoment (dNm) | 17,9 | 17,8 | 17,7 |
| Min.
Drehmoment (dNm) | 2,9 | 3,1 | 3,1 |
| Delta
Drehmoment (dNm) | 15 | 14,7 | 14,5 |
| T90,
Minuten | 13,4 | 17,8 | 18,2 |
| Spannung-Dehnung
(ATS) |
| Zugfestigkeit
(MPa) | 24,8 | 23,5 | 23,6 |
| Verlängerung
b. Bruch (%) | 446 | 445 | 465 |
| 300
% Modul (Ring) (MPa) | 16,2 | 14,6 | 14 |
| Rückprall |
| 23°C | 50 | 52 | 46 |
| 100°C | 65 | 63 | 60 |
| Härte (Shore
A) |
| 23°C | 67 | 67 | 68 |
| 100°C | 62 | 62 | 61 |
| Reißfestigkeit,
N (23 °C) | 328 | 248 | 326 |
| Prozent
Verminderung der Reißfestigkeit | – | –24 % | –1 % |
| Reißfestigkeit,
N (95 °C) | 138 | 106 | 133 |
| Prozent
Verminderung der Reißfestigkeit | – | –23 % | –4 % |
| DIN-Abrieb
(2,5N, cc Verlust)4 | 118 | 94 | 115 |
| RPA,
100 °C,
1 Hz | | | |
| Speichermodul
G', bei 10 % Dehnung (kPa) | 1467 | 1507 | 1465 |
| Tan
delta bei 10 % Dehnung | 0,091 | 0,097 | 0,103 |
-
Aus
Tabelle 5 ist ersichtlich, dass ein teilweises Ersetzen von 30 ThK
des Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
durch 30 ThK von Polymerprobe B (Cpd 8), welche einen Styrolgehalt
von nur 7,2 Prozent hatte, für
dieses Beispiel zu Verringerungen der Reißfestigkeitswerte der resultierenden
Kautschukzusammensetzungen von 24 Prozent bei 23 °C und 23
Prozent bei 95 °C
verglichen mit der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung
(Cpd 7) führte.
-
Aus
Tabelle 5 ist auch ersichtlich, dass ein teilweises Ersetzen von
30 ThK des Naturkautschuks in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung
durch 30 ThK von Polymerprobe D (Cpd 9), welche einen erheblich
größeren Styrolgehalt
von 26 Prozent hatte, zu einer Verringerung der Reißfestigkeit
der Kautschukzusammensetzung von nur einem Prozent bei 23 °C und 4 Prozent
bei 95 °C
und daher zu einer Beibehaltung von mindestens 90 Prozent der Reißfestigkeit
der naturkautschukreichen Kontroll-Kautschukzusammensetzung (Cpd
7) führte.
-
Dementsprechend
würde aus
Tabelle 5 hervorgehen, dass höhere
Gehalte an gebundenem Styrol (z.B. 26 Prozent Styrol) in dem 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt zum teilweisen Ersatz von Naturkautschuk
in der naturkautschukreichen Kontrol1-Kautschukzusammensetzung (Cpd 7) günstiger wäre zur Verschaffung
einer Reißfestigkeitseigenschaft
der redultierenden Kautschukzusammensetzung (Cpd 9), die mindestens
90 Prozent der Reißfestigkeitseigenschaft
der naturkautschukreichen Zusammensetzung (Cpd 7) selbst beträgt.
-
Die
anderen signifikanten vulkanisierten Eigenschaften der naturkautschukreichen
Kautschukzusammensetzung (Cpd 9) in Bezug auf Steifigkeit, Hysterese
(Rückprall)
und Abriebfestigkeit werden als akzeptabel angesehen, wenn der Naturkautschuk
durch 30 ThK von 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem trans Gehalt von
Probe D ersetzt wird, wo die Reißfestigkeitseigenschaften sowohl
bei 23 °C
als auch 95 °C
der resultierenden Kautschukzusammensetzung mindestens 90 Prozent
der Kontroll-Kautschukzusammensetzung (Cpd 7) betragen.
-
BEISPIEL VI
-
Teilweises Ersetzen von Nauturkautschuk
durch 1,4-SBR mit hohem trans Gehalt
-
Zusätzliche
Experimente wurden durchgeführt,
um ein Ersetzen eines Anteils von Naturkautschuk in einer Kautschukzusammensetzung
durch das 1,4-Styrol-Polybutadien(SBR)-Polymer
mit hohem trans Gehalt von Probe D mit einem Gehalt an gebundenem
Styrol von 26 Prozent und durch das 1,4-SBR-Polymer mit hohem trans
Gehalt von Probe E mit einem Gehalt an gebundenem Styrol von 35
Prozent auszuwerten.
-
Naturkautschukreiche
Kautschukzusammensetzungsproben wurden hergestellt, die 30 ThK des 1,4-SBR-Polymers
mit hohem trans Gehalt von Probe D beziehungsweise des 1,4-SBR-Polymers mit
hohem trans Gehalt von Probe E enthielten, und in diesem Beispiel
als Kautschukproben „Cpd
10", „Cpd 11" beziehungsweise. „Cpd 12" identifiziert, wobei
Kautschukprobe „Cpd
10" eine Kontrollprobe
war, die kein 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem trans Gehalt enthielt.
-
Die
Kautschukzusammensetzungen wurden auf die Art und Weise von Beispiel
II hergestellt.
-
Die
Basisrezeptur für
die Kautschukproben ist in Tabelle 2 von Beispiel II dargelegt.
-
Die
nachfolgende Tabelle 6 illustriert Vulkanisationsverhalten und verschiedene
physikalische Eigenschaften der Kautschukzusammensetzungen. Tabelle 6
| | Kontrolle |
| Proben | Cpd
7 | Cpd
8 | Cpd
9 |
| Natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk | 100 | 70 | 70 |
| Polymerer.
D, 26 % Styrol | 0 | 30 | 0 |
| Polymerer.
E, 35 % Styrol | 0 | 0 | 30 |
| Rheometer,
150 °C (MDR) |
| Max.
Drehmoment (dNm) | 17,7 | 17,5 | 17,2 |
| Min.
Drehmoment (dNm) | 3 | 2,7 | 3 |
| Delta
Drehmoment (dNm) | 14,7 | 14,8 | 14,2 |
| T90,
Minuten | 13,2 | 18,2 | 18,3 |
| Spannung-Dehnung
(ATS) |
| Zugfestigkeit
(MPa) | 23,6 | 22,9 | 22,1 |
| Verlängerung
b. Bruch (%) | 455 | 472 | 480 |
| 300
% Modul (Ring) (MPa) | 14 | 12,7 | 12,4 |
| Rückprall |
| 23°C | 50 | 45 | 37 |
| 100°C | 63 | 58 | 54 |
| Härte (Shore
A) |
| 23°C | 63 | 67 | 70 |
| 100°C | 58 | 60 | 60 |
| Reißfestigkeit,
N (23 °C) | 324 | 309 | 336 |
| Prozent
Verminderung/Er-höhung
der Reißfestigkeit | – | –5 % | +4
% |
| Reißfestigkeit,
N (95 °C) | 146 | 133 | 142 |
| Prozent
Verminderung der Reißfestigkeit | – | –9 % | –3 % |
| DIN-Abrieb
(2,5N, cc Verlust)4 | 122 | 108 | 130 |
| RPA, 100 °C, 1 Hz |
| Speichermodul
G', bei 10 % Dehnung (kPa) | 1428 | 1403 | 1761 |
| Tan
delta bei 10 % Dehnung | 0,084 | 0,098 | 0,122 |
-
Aus
Tabelle 6 ist bei Cpd 9 ersichtlich, dass ein teilweises Ersetzen
des Naturkautschuks durch 30 ThK des trans 1,4-Styrol-Butadien-Polymers
von Probe E, das 35 Prozent Styrol enthielt, zu Reißfestigkeitswerten führte, die
(innerhalb von 10 Prozent der Reißfestigkeitseigenschaft der
Kontroll-Cpd 7) der Kontroll-Naturkautschukzusammensetzung Cpd 7
sowie Cpd 8 vergleichbar waren, worin ein teilweises Ersetzen des
Naturkautschuks durch 30 ThK des trans 1,4-Styrol-Butadien-Polymers
D, das 26 Prozent gebundenes Styrol enthielt, vorlag.
-
Die
Hystereseeigenschaften nämlich
Rückprall
bei 100 °C
und Tan delta bei 100 °C,
werden jedoch als nicht akzeptabel (eine Verringerung von mehr als
10 Prozen des Heiß-Rückprallwerts
für Kontroll-Cpd
7) zur Verwendung in einer Reifenlauffläche auf Basis von Naturkautschuk
erachtet, in dem Sinn, dass das 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer mit hohem
trans Gehalt zu hysteretisch ist und daher zu sehr zu Wärmeentwicklung
während
Betrieb des Reifens unter Belastungsbedingungen neigt. Das würde andeuten,
dass das Niveau von Styrol in dem Copolymer unter 35 Prozent liegen
sollte, wenn das 1,4-Styrol-Butadien-Copolymer
mit hohem trans Gehalt als teilweiser Ersatz für den Naturkautschuk in einer
Reifenlauffläche
auf Basis von Naturkautschuk verwendet wird.
-
BEISPIEL VII
-
Teilweises Ersetzen von Nauturkautschuk
durch 1,4-SBR mit hohem trans Gehalt
-
Zusätzliche
Experimente wurden durchgeführt,
um ein Ersetzen eines Anteils von Naturkautschuk in einer Kautschukzusammensetzung
durch. verschiedene Mengen von 1,4-Styrol-Polybutadien(HTSBR)-Polymer
mit hohem trans Gehalt von Probe D mit einem Gehalt an gebundenem
Styrol von 26 Prozent zu bewerten. Die Kautschukproben sind in diesem
Beispiel als Kautschukproben „Cpd
13" bis einschließlich „Cpd 18" identifiziert, wobei
Kautschukzusammensetzungsprobe „Cpd 13" eine Kontrollprobe ohne ein 1,4-Styrol-Butadien-Polymer
mit hohem trans Gehalt war.
-
Die
Kautschukzusammensetzungen wurden auf die Art und Weise von Beispiel
II hergestellt.
-
Die
Basisrezeptur für
die Kautschukproben ist in Tabelle 2 von Beispiel II dargelegt.
-
Die
nachfolgende Tabelle 7 illustriert Vulkanisationsverhalten und verschiedene
physikalische Eigenschaften der Kautschukzusammensetzungen. Tabelle 7
| | Kontrolle |
| Proben | Cpd
13 | Cpd
14 | Cpd
15 | Cpd
16 | Cpd
17 | Cpd
18 |
| Natürlicher
cis 1,4-Polyisoprenkautschuk | 100 | 90 | 80 | 70 | 60 | 50 |
| Polymerer.
D, 26 % Styrol | 0 | 10 | 20 | 30 | 40 | 50 |
| Rheometer,
150 °C (MDR) |
| Max.
Drehmoment (dNm) | 17,6 | 17,9 | 17,9 | 17,9 | 17,8 | 17,7 |
| Min.
Drehmoment (dNm) | 2,9 | 2,9 | 3 | 3,2 | 3,2 | 3,2 |
| Delta
Drehmoment (dNm) | 14,7 | 15 | 14,9 | 14,7 | 14,6 | 14,5 |
| T90,
Minuten | 13,5 | 15,3 | 16,7 | 18,3 | 19,7 | 21,6 |
| Spannung-Dehnung
(ATS) |
| Zugfestigkeit
(MPa) | 23,2 | 22,8 | 23,5 | 23,3 | 22,7 | 21,3 |
| Verlängerung
b. Bruch (%) | 446 | 453 | 462 | 469 | 467 | 446 |
| 300
% Modul (Ring) (MPa) | 14,7 | 13,8 | 14,1 | 13,5 | 13,2 | 13 |
| Rückprall |
| 23°C | 49 | 46 | 45 | 45 | 45 | 45 |
| 100°C | 63 | 60 | 61 | 58 | 57 | 56 |
| Härte (Shore
A) |
| 23°C | 66 | 66 | 68 | 67 | 67 | 68 |
| 100°C | 61 | 61 | 61 | 61 | 61 | 62 |
| Reißfestigkeit,
N (23 °C) | 335 | 345 | 324 | 349 | 317 | 332 |
| Prozent
Verminderung/Erhöhung der
Reißfestigkeit | – | +3
% | –3 % | 0,04 | –5 % | –1 % |
| Reißfestigkeit,
N (95 °C) | 149 | 151 | 154 | 150 | 137 | 112 |
| Prozent
Verminderung/Erhöhung der
Reißfestigkeit | – | +2
% | +3
% | +1
% | –8 % | –25 % |
| DIN-Abrieb
(2,5N, cc Verlust)4 | 117 | 117 | 108 | 114 | 111 | 106 |
| RPA, 100 °C, 1 Hz |
| Speichermodul
G', bei 10 % Dehnung
(kPa) | 1403 | 1434 | 1442 | 1431 | 1440 | 1390 |
| Tan
delta bei 10 % Dehnung | 0,091 | 0,092 | 0,098 | 0,107 | 0,108 | 0,114 |
-
Aus
Tabelle 7 ist ersichtlich, dass das 1,4-Styrol-Butadien-Polymer mit hohem trans Gehalt
von Probe D, das 26 Prozent gebundenes Styrol enthielt, wovon zuvor
beobachtet wurde, dass es ein optimales Styrolniveau hatte, wenn
es als teilweise Ersatzmenge von 30 ThK für die Naturkautschukzusammensetzung
verwendet wurde, eine adäquate
Reißfestigkeit
verschafft, wenn es auf teilweisen Ersatzniveaus von Naturkautschuk
von so niedrig wie 10 ThK und bis zu einer Menge von 40 ThK verwendet
wurde. Die anderen signifikanten Eigenschaften, einschließlich Steifigkeit,
werden als akzeptabel erachtet.
-
Wenn
jedoch das 1,4-Styrol-Butadien-Polymer mit hohem trans Gehalt in
einer Menge von 50 ThK Ersatz für
den Naturkautschuk verwendet wurde, nämlich Cpd 18, war die Reißfestigkeit
(95 °C)
der resultierenden Kautschukzusammensetzung erheblich verringert
und wurde daher hierin nicht als nicht geeignet für eine Reifenlauffläche auf
Kautschukbasis, die für
Hochleistungsgebrauch und dadurch Förderung resultierender innerer
Wärmeentwicklung
gedacht ist, erachtet.
-
Die
resultierende Kombination von Reißfestigkeits- und Rückprallwerten
für die
Kautschukzusammensetzungen, nämlich
Cpd 14 bis einschließlich
Cpd 17, verglichen mit Kontroll-Cpd 13, zeigt an, dass solches 1,4-Styrol-Butadien-Copolymerelastomer
mit hohem trans Gehalt geeignet für bis zu 50 ThK des Naturkautschuks
in der naturkautschukreichen Kautschukzusammensetzung für eine naturkautschukreiche
Reifenlauffläche
substituiert werden kann.