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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Wickelkerne und spezieller das Wickeln
von Schichten aus Papier, Folie und dergleichen zu großen Rollen
und ein Verfahren zum Wickeln derartiger Schichten auf einen Kern.
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BESCHREIBUNG DER DAMIT IN BEZIEHUNG STEHENDEN
TECHNIK
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Babnmaterialien,
wie beispielsweise Polymerfolie, Papier, Faservlies- oder Webtextilien,
Metallfolie, Blech und andere, werden verwendet, um eine Vielzahl
von Produkten herzustellen. Die Bahnmaterialien werden im Allgemeinen
in der Form von großen
Rollen bereitgestellt, die durch Wickeln des Bahnmaterials um einen
Wickelkern gebildet werden. Der Kern ist im Allgemeinen aus Karton,
obgleich er mit einer äußeren Hülle aus
Kunststoff oder dergleichen verstärkt werden kann. Der Karton
kann aus hochfesten Kartonlagen mit hoher Dichte gebildet werden.
Eine Rolle Papier oder dergleichen, das auf den Kern gewickelt ist,
weist typischerweise ein Gewicht von über zwei Tonnen auf und übersteigt
oftmals fünf
Tonnen. Typische Kernabmessungen sind ein innerer Durchmesser von
3 in. (76,2 mm) bis 6 in. (152,0 mm) oder 150,4 mm in Europa und
eine Länge von
etwa 254 bis 356 cm (100 bis 140 in.). Um mit dem Wickelvorgang
zu beginnen, wird ein hinteres Ende einer Bahn am Wickelkern befestigt,
und der Kern wird um seine Achse gedreht, um die Bahn zu einer Rolle
zu wickeln. Die Rollen werden anschließend während eines Druck- oder ähnlichen
Vorganges abgewickelt.
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Bahnverarbeitungsanlagen,
wie beispielsweise Drucker oder dergleichen, streben kontinuierlich
danach, die Produktivität
der Verarbeitungsvorgänge
zu erhöhen,
indem der Gesamtwert des Bahndurchsatzes pro Zeiteinheit erhöht wird.
Dazu gab es eine kontinuierliche Bemühung in Richtung breiterer Bahnen
und höherer
Bahngeschwindigkeiten, was zu längeren
Wickelkernen führt,
die sich mit höheren Drehzahlen
drehen müssen,
und die schwerere Rollen des breiteren Bahnmaterials tragen müssen. Beispielsweise
entwickeln die Rotationstiefdrucker gegenwärtig 4,32 m breite Druckmaschinen
für das Schnelldrucken.
Papierzuführungsrollen
für derartige Maschinen
würden über 7 Tonnen
wiegen. Anwendungen wie beispielsweise diese bringen extreme Forderungen
hinsichtlich der Stabilität
der gegenwärtigen
Wickelkerne mit sich. Eine potentielle Lösung für das Problem ist die Erhöhung der
Kernsteifigkeit, indem der Kerndurchmesser vergrößert wird, aber das wäre unerwünscht, wenn
es bedeutet, dass die Kerne nicht mit den existierenden Wickel-
und Abwickelmaschinen kompatibel wären, wie es der Fall wäre, wenn
der innere Durchmesser des Kernes vergrößert würde.
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Während eines
Wickel- oder Abwickelvorganges wird ein Kern typischerweise auf
ein sich drehendes expandierbares Spannfutter montiert, das in jedes
Ende des Kernes eingesetzt und expandiert wird, um die Innenseite
des Kernes zu ergreifen, so dass der Kern nicht dazu neigt, relativ
zum Spannfutter zu rutschen, während
ein Drehmoment dazwischen angewandt wird. Typischerweise wird die
Drehung des Kernes mittels eines Antriebes bewirkt, der mit einem
oder beiden Spannfuttern gekoppelt ist, und der Kern wird gedreht,
um Bahngeschwindigkeiten von beispielsweise 15 bis 16 m/s zu erreichen. Die
Materialrollen werden oftmals einer wesentlichen Umfangsbeschleunigung
und -abbremsung durch die Wickelmaschinen unterworfen. Das setzt
wiederum die in Eingriff befindlichen Enden der Kartonrolle wesentlichen
Drehmomentkräften
aus. Das führt
oftmals zu einem gewissen Rutschen des Spannfutters auf der Innenseite des
Kernes. In einer extremen Situation kann das Rutschen zu einem „Auskauen" führen, bei
dem der Kern durch das Spannfutter im Wesentlichen zerstört wird.
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Abgesehen
von Problemen, wie beispielsweise dem Auskauen, kann das Versagen
des Spannfutters, den Kern fest zu ergreifen, zu weiteren unerwünschten
Auswirkungen führen.
Insbesondere wurde entdeckt, dass es zu einer Reduzierung des „Spannfutterfaktors" des Kernes führen kann,
der als die Resonanzfrequenz des Kernes, wenn er eingespannt ist,
dividiert durch die Resonanzfrequenz des Kernes, wenn er frei ist,
definiert wird. Es ist wünschenswert,
dass der Spannfutterfaktor so hoch wie möglich ist, ohne dass eine übermäßige Schwingung riskiert
wird. Die Eigenfrequenz der Schwingung eines Kernes entspricht der
Resonanzfrequenz des Kernes und kann bei Verwendung der Formel:
berechnet werden, worin sind:
F die Eigenfrequenz des Kernes, während er eingespannt ist, C
r der relative Spannfutterfaktor, E der Elastizitätsmodul
des Kernes entlang seiner Länge,
I das Trägheitsmoment,
m die Masse des Kernes und L die Länge des Kernes.
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Ein
wirksames Wickeln erfordert, dass die Eigenfrequenz des eingespannten
Kernes höher
ist als die Kerndrehzahl während
des Wickelns und Abwickelns, wobei die Eigenfrequenz von den vorangehend
angeführten
Faktoren und der Art und Weise abhängt, in der er von den Spannfuttern
getragen wird. Ein Sicherheitsfaktor von 15 bis 20% wird typischerweise
berücksichtigt,
da eine Sicherheit vorhanden sein sollte, dass die maximale Rotationsfrequenz
des Kernes, während
er eingspannt ist, kleiner als die Eigenfrequenz des Kernes bleiben
wird. Gegenwärtige
Wickelkerne erzeugen im Allgemeinen Spannfutterfaktoren von etwa
0,70 bis 0,80, was den prozentualen Sicherheitsfaktor und die Wickelgeschwindigkeit
des Kernes begrenzt, ohne dass eine übermäßige Schwingung riskiert wird.
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Das
JP-A-2002-179339 beschreibt
einen Wickelkern, der das Einspannen in der unregelmäßig geformten
Innenfläche
einer dreischichtigen hohlen Struktur beschreibt.
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Dementsprechend
besteht eine Forderung nach einem verbesserten Kern, der einen besseren Griff
liefert, um zu verhindern, dass das Spannfutter während des
Wickelns und Abwickelns rutscht und möglicherweise den Kern beschädigt. Außerdem besteht
eine Forderung nach einem Kern, der einen verbesserten Spannfutterfaktor
liefert.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung spricht die vorangehend angeführten Forderungen an und bewirkt
weitere Vorteile, indem ein Wickelkern mit einer verbesserten Grifffläche für ein Spannfutter
und einem erhöhten
Spannfutterfaktor bereitgestellt wird. Eine mit einem Spannfutter
in Eingriff kommende Schicht wird auf einem Abschnitt der inneren
Oberfläche
des Kernelementes angeordnet, um eine Grifffläche bereitzustellen, damit
das Spannfutter mit dem Wickelkern in einer Weise in Eingriff kommen
kann, die für
ein Rutschen zwischen dem Spannfutter und dem Kern weniger anfällig ist.
Außerdem
kann eine Kombination der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden
Schicht, eines längeren
Wickelkernes und eines längeren Spannfutters
gestatten, dass der Wickelkern mehr Material mit traditionellen
Wickelgeschwindigkeiten wickelt und abwickelt, ohne dass der äußere Durchmesser
des Wickelkernes wesentlich vergrößert wird oder der Wirkungsgrad
und die Sicherheit geopfert werden.
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Bei
einer ersten Ausführung
schließt
ein Wickelkern ein hohles, zylindrisches Kernelement mit einer inneren
Oberfläche,
einer äußeren Oberfläche und
mit einem ersten und einem zweiten Ende ein. Eine mit einem Spannfutter
in Eingriff kommende Schicht wird auf der inneren Oberfläche des
Kernelementes befestigt, wobei die mit einem Spannfutter in Eingriff
kommende Schicht weicher ist als das Kernelement.
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Bei
einer Variante weist das Kernelement eine innere Schicht, die die
innere Oberfläche
definiert, und eine äußere Schicht
auf, die die äußere Oberfläche definiert.
Die innere Schicht weist ein Material auf Papierbasis auf, und die äußere Schicht weist
einen mit Glasfasern verstärkten
Kunststoff auf. Außerdem
kann die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht ein
polymeres Material aufweisen, wie beispielsweise Polyurethan.
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Bei
weiteren Varianten beträgt
die Länge
des Kernelementes etwa 4,32 Meter. Der äußere Durchmesser des Kernelementes
kann etwa 180 Millimeter betragen, und der innere Durchmesser kann
etwa 154,4 Millimeter betragen. Die mit einem Spannfutter in Eingriff
kommende Schicht kann eine Dicke von etwa 2 Millimeter aufweisen,
wodurch der Durchmesser auf 150,4 Millimeter gebracht wird. Vorzugsweise erstreckt
sich eine jede mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht über einen
Abschnitt der Länge
des Kernelementes in unmittelbarer Nähe zu einem jeden des ersten
und des zweiten Endes, so dass sich die Schicht nicht über die
gesamte Länge des
Kernes erstreckt.
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Bei
einer noch weiteren Ausführung
schließt eine
Wickelkernanordnung ein hohles, zylindrisches Kernelement mit einer
inneren Oberfläche,
einer äußeren Oberfläche und
einem ersten und einem zweiten Ende ein. Eine mit einem Spannfutter
in Eingriff kommende Schicht ist auf der inneren Oberfläche des
Kernelementes angeordnet, wobei die mit einem Spannfutter in Eingriff
kommende Schicht weicher ist als das Kernelement Ebenfalls kann
ein Spannfutter betätigt
werden, um mit der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht
auf der inneren Oberfläche
am ersten Ende des Kernelementes in Eingriff zu kommen, so dass
das Spannfutter mit dem Kernelement gekoppelt wird. Das Spannfutter
kann eine doppelte Reihe von expandierenden Elementen für einen Eingriff
mit einer jeden der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden
Schichten aufweisen. Vorzugsweise weist die Anordnung außerdem ein
zweites Spannfutter auf, das betätigt
werden kann, um mit der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht
am zweiten Ende in Eingriff zu kommen. Außerdem kann jedes Spannfutter
eine Länge
von etwa 500 Millimeter und eine aktive Länge von etwa 420 Millimeter
aufweisen, wobei sich die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht mindestens 420 Millimeter in der Länge in unmittelbarer Nähe zum ersten
und zweiten Ende so erstreckt, dass jedes Spannfutter betätigt werden
kann, um mit jeder mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht
in Eingriff zu kommen.
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Die
Anordnung kann außerdem
einen Motor einschließen,
der mit einem Spannfutter gekoppelt ist, wobei der Motor das Spannfutter
um eine Rotationsachse antreibt, die sich in Langsrichtung durch das
Kernelement erstreckt. Bei einer Version erreicht die Wickelkernbaugruppe
einen Spannfutterfaktor von mindestens 0,85.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ebenfalls ein Verfahren für das Wickeln
von Bahnmaterial bereit. Das Verfahren schließt das Bereitstellen eines
hohlen, zylindrischen Kernelementes mit einer inneren Oberfläche, einer äußeren Oberfläche und
einem ersten und einem zweiten Ende ein. Das Verfahren schließt ebenfalls
das Befestigen einer mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden
Schicht auf der inneren Oberfläche
des Kernelementes ein, wobei die mit einem Spannfutter in Eingriff
kommende Schicht weicher ist als das Kernelement. Das Verfahren schließt außerdem einen
Eingriff eines Spannfutters mit der mit einem Spannfutter in Eingriff
kommenden Schicht auf der inneren Oberfläche am ersten Ende des Kernelementes
ein, so dass das Spannfutter mit dem Kernelement gekoppelt wird.
Das Verfahren schließt
schließlich
das Drehen des Spannfutters um eine Langsachse ein, die sich so
durch das Kernelement erstreckt, dass ein Bahnmaterial um die äußere Oberfläche des
Kernelementes gewickelt wird.
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Bei
Varianten des Verfahrens der vorliegenden Erfindung kann das Spannfutter
das Kernelement mit einem Spannfutterfaktor von mindestens 0,85
drehen. Außerdem
kann der Schritt des Befestigen das Beschichten der inneren Oberfläche des Kernelementes
mit einem Material aufweisen, wie beispielsweise Polyurethan, während sich
das Kernelement dreht. Der Schritt des Befestigen weist vorzugsweise
ebenfalls das Befestigen der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden
Schicht an lokalisierten Bereichen der inneren Oberfläche des
Kernes in unmittelbarer Näe
zu einem jeden von erstem und zweitem Ende auf, so dass sich die
mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht nicht über die
gesamte Länge
des Kernelementes erstreckt. Ein zweites Spannfutter kommt ebenfalls
vorzugsweise mit der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht
am zweiten Ende so in Eingriff, dass das zweite Spannfutter ebenfalls
mit dem Kernelement gekoppelt wird. Das Verfahren kann ebenfalls
das Drehen des Spannfutters so aufweisen, dass das Bahnmaterial
vom Kernelement abgewickelt wird.
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Die
Wickelkernbaugruppe der vorliegenden Erfindung liefert vorteilhafterweise
einen verbesserten Wickelkern mit einer auf seiner inneren Oberfläche aufgebrachten
mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht, die die Spannfutter
an beiden Enden des Wickelkernes in die Lage versetzt, die mit einem
Spannfutter in Eingriff kommende Schicht zu ergreifen. Die mit einem
Spannfutter in Eingriff kommende Schicht ist weicher als das Wickelkernmaterial,
so dass das Spannfutter die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht durchdringen und eine erhöhte Reibung infolge des besseren
Kontaktes mit der Wickelkernoberfläche erzeugen kann, um das Rutschen
des Spannfutters zu verhindern, während sich der Wickelkern dreht.
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Die
Wickelkernanordnung kann ebenfalls das Auftreten des Auskauen vermindern,
da die Spannfutter in der Lage sind, die mit einem Spannfutter in
Eingriff kommende Schicht zu ergreifen, die die innere Oberfläche des
Wickelkernes überzieht.
Außerdem
wird der Spannfutterfaktor des Wickelkernes erhöht, was entsprechend die Erhöhung des
Sicherheitsfaktors gestattet. Eine Erhöhung des Sicherheitsfaktors
sichert, dass der Wickelkern mit höheren Geschwindigkeiten als
den typischen Wickelgeschwindigkeiten gedreht werden kann, ohne
dass das Risiko einer übermäßigen Schwingung
besteht.
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Wickelkerne
in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung können
viel länger
sein als typische Wickelkerne, was gestattet, dass eine größere Materialmenge
gewickelt wird. Ebenfalls sind die Spannfutter vorzugsweise länger, um
den längeren und
schwereren Wickelkern angemessen zu ergreifen. Die Kombination der
mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht, des längeren Wickelkernes
und der längeren
Spannfutter gestattet, dass der Wickelkern mehr Material bei den
gegenwärtigen Wickelgeschwindigkeiten
wickelt und abwickelt, ohne dass der äußere Durchmesser des Wickelkernes
im Wesentlichen vergrößert oder
der Wirkungsgrad geopfert wird.
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KURZE BESCHREIBUNG DER VERSCHIEDENEN ANSICHTEN
DER ZEICHNUNG(EN)
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Nachdem
die Erfindung auf diese Weise in allgemeinen Begriffen beschrieben
wurde, werden wir uns jetzt auf die beigefügten Zeichnungen beziehen,
die nicht maßstabsgetreu
gezeichnet sein müssen,
und die zeigen:
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1 eine
Schnittseitenansicht eines Wickelkernes in Übereinstimmung mit einer Ausführung der
vorliegenden Erfindung, auf Spannfutter montiert, wobei ein jedes
Spannfutter in Eingriff mit einer mit einem Spannfutter in Eingriff
kommenden Schicht auf einer inneren Oberfläche des Kernes veranschaulicht wird;
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2 eine
Schnittdetailansicht eines einzelnen Spannfutters, das in 1 gezeigt
wird, wobei eine doppelte Reihe von expandierenden Elementen veranschaulicht
wird, die mit der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht
in Eingriff kommen; und
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3 ein
Ablaufdiagramm eines Verfahrens entsprechend einer weiteren Ausführung der
vorliegenden Erfindung, wobei ein Verfahren zum Wickeln eines Bahnmaterials
auf den Kern veranschaulicht wird.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung wird jetzt hierin nachfolgend mit Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen
vollständiger
beschrieben, in denen einige aber nicht alle Ausführungen
der Erfindung gezeigt werden. Tatsächlich kann diese Erfindung
in vielen unterschiedlichen Formen verkörpert werden und sollte nicht
als auf die hierin dargelegten Ausführungen beschränkt ausgelegt
werden; diese Ausführungen
werden eher so vorgelegt, dass diese Offenbarung anwendbare gesetzliche
Anforderungen erfüllen
wird. Gleiche Zahlen betreffen durchgängig gleiche Elemente.
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Mit
Bezugnahme auf die Zeichnungen, und insbesondere auf 1,
wird eine Wickelkernanordnung 10 gezeigt. Der Begriff „Wickelkern" ist nicht als einschränkend gedacht,
und es versteht sich, dass der Begriff Wickelkern irgendein Kern,
eine Rolle, eine Hülse,
ein Zylinder oder dergleichen sein kann, die bei einem Wickelvorgang
verwendet werden. Das Wickeln kann zur Anwendung gebracht werden,
um Rollen von Bahnmaterialien zu wickeln und abzuwickeln, wie beispielsweise
Polymerfolie, Papier, Faservlies- oder Webtextilien, Metallfolie,
Blech und dergleichen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführung
veranschaulicht 1, dass die Wickelkernanordnung 10 einen
Wickelkern 12 mit einer inneren Hülle 14 und einer äußeren Hülle 16 einschließt. Ein
Paar Spannfutter 18 ist an beiden Enden des Wickelkernes 12 angeordnet
und weist expandierbare Elemente 22 auf, die mit einer
mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht 20 des
Kernes in Eingriff kommen. Die mit einem Spannfutter in Eingriff
kommende Schicht 20 ist an jedem Ende des Wickelkernes 12 angeordnet
und wird aufgebracht, um den Griff der Spannfutter 18 zu
verbessern, wie es nachfolgend vollständiger erklärt wird.
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Die
innere Hülle 14 ist
typischerweise ein Kartonmaterial, obgleich die innere Hülle irgendein geeignetes
Material für
den Wickelkern 12 sein könnte. Im Allgemeinen weist
das Kartonmaterial eine Dichte von mindestens 0,5 g/cm3 und
sogar bis zu 1,1 g/cm3 auf. Es wird bevorzugt,
dass die äußere Hülle 16 härter ist
als die innere Hülle 14 und
daher wirkt, um die innere Hülle
zu verstärken.
Daher kann die äußere Hülle 16 ein
Kunststoffmaterial sein, wie beispielsweise ein glasfaserverstärkter Polyester,
oblgeich es sich versteht, dass alternative Verstärkungsmaterialien
für die äußere Hülle eingesetzt werden
können.
Die Glasfasern können
in Längsrichtung
oder peripher oder in beiden innerhalb der äußeren Hülle 16 ausgerichtet
werden. Außerdem
versteht es sich, dass der Wickelkern 12 eine „homogene" Hülse sein
könnte,
wobei die gesamte Kernwand aus einer einzelnen Materialart gebildet
wird, das für die
meisten Wickelkerne aus Karton typisch ist.
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Die
innere Hülle 14 weist
vorzugsweise einen äußeren Durchmesser
von etwa 177 mm auf, und die äußere Hülle 16 weist
vorzugsweise eine Dicke von etwa 1,5 mm auf. Daher beträgt der gesamte äußere Durchmesser
des Wickelkernes 12 etwa 180 mm. Der innere Durchmesser
des Wickelkernes 12 beträgt vorzugsweise etwa 154,4
mm (ohne die aufgebrachte mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht 20). Wickelkerne 12 zeigen typischerweise
Standarddurchmesser, um gleichmäßige Werkzeuge
aufzunehmen, wie es vorangehend erwähnt wird, aber es versteht
sich, dass der Wickelkern verschiedene Abmessungen für sowohl
den inneren als auch den äußeren Durchmesser
des Wickelkernes 12 ebenso wie die Dicke der inneren Hülle 14 und
der äußeren Hülle 16 aufweisen
kann. Die Länge
des Wickelkernes 12 bei einer Ausführung beträgt etwa 4,32 m (170 in.), während sich
die typischen Langen des Wickelkernes 12 von 100 bis 140
in. bewegen. Daher kann die Länge
des Wickelkernes 12 entsprechend der vorliegenden Erfindung
langer sein als typische Wickelkerne. Es versteht sich jedoch, dass
der Wickelkern 12 verschiedene Längen in Abhängigkeit von dem spezifischen
zu wickelnden Bahnmaterial oder anderen Wickelfaktoren aufweisen
könnte.
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Das
Spannfutter 18 schließt
vorzugsweise eine doppelte Reihe von expandierenden Elementen 22 ein,
wie in 2 gezeigt wird. Jedes expandierbare Element 22 ist
in der Lage, radial nach außen
vom Spannfutter 18 zu expandieren, und beide Reihen von
expandierbaren Elementen werden um den gesamten Umfang des Spannfutters
angeordnet. Auf diese Weise kann die doppelte Reihe der expandierbaren
Elemente 22 mit der inneren Oberfläche des Wickelkernes 12 peripher
und gleichmäßig in Eingriff kommen.
Bei einer bevorzugten Ausführung,
wo der Wickelkern 12 eine Länge von etwa 4,32 m aufweist, kann
sich eine Rolle Papier, die auf den Wickelkern aufgewickelt ist,
einem Gewicht von 7 Tonnen nähern.
Das expandierbare Element 22 auf jedem Spannfutter 18,
das auf der Oberseite des Wickelkernes 12 angeordnet ist,
trägt daher
das Gewicht des Wickelkernes zusätzlich
zum Gewicht des Bahnmaterials, das auf den Wickelkern zu irgendeinem
bestimmten Zeitpunkt aufgewickelt wird. Folglich können die
expandierbaren Elemente 22 eine wesentliche Größe an Kraft
am Wickelkern 12 erzeugen, um den Wickelkern sowohl zu
drehen als auch zu tragen.
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Die
Spannfutter 18 werden hydraulisch aktiviert, so dass, sobald
die expandierbaren Elemente 22 mit der mit einem Spannfutter
in Eingriff kommenden Schicht 20 in Eingriff sind, die
Spannfutter einen konstanten Druck anwenden, um den Wickelkern 12 in
Rotationseingriff zu halten. Typischerweise wird mindestens ein
Spannfutter 18 mit einem Motor oder dergleichen gekoppelt,
um den Wickelkern 12 in Rotation anzutreiben, wenn das
Bahnmaterial auf den Wickelkern 12 gewickelt wird, während im
Laufe des Abwickeln mindestens ein Spannfutter mit einer Bremse
gekoppelt wird, die wirkt, um den Wickelkern vor einem Drehen zu
sperren. Der Wickelkern 12 wird typischerweise mit Umfangsgeschwindigkeiten
von 15 m/s bis 16 m/s gedreht, obgleich verschiedene Geschwindigkeiten
bei der vorliegenden Erfindung zur Anwendung gebracht werden könnten. Bei
der veranschaulichten Ausführung
weisen die Spannfutter 18 eine Länge von etwa 500 mm auf.
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Obgleich
die in 1 bis 2 veranschaulichten Spannfutter 18 eine
doppelte Reihe von expandierbaren Elementen 22 einschließen, versteht es
sich, dass die Spannfutter eine einzelne Reihe von expandierbaren
Elementen aufweisen könnten
oder alternativ nicht hydraulisch expandieren können, sondern eher pneumatisch
expandieren oder innerhalb des Wickelkernes 12 konisch
gepresst werden, wie es jenen Fachleuten bekannt ist. Jedes der
expandierbaren Elemente 22 kann ebenfalls unterschiedliche
Abmessungen und Formen, um unterschiedliche Wickelkerne 12 aufzunehmen,
oder eine spezifische Wickelanwendung aufweisen. Außerdem könnten die
Spannfutter 18 durch ein Drehmoment aktiviert werden, im
Gegensatz zum hydraulischen. Unterschiedliche Arten und Abmessungen
der Spannfutter 18 könnten
ebenfalls für
unterschiedlich bemessene Wickelkerne 12 oder für unterschiedliche Arten
von Wickelkernmaterialien realisiert werden. Beispielsweise könnte das
Spannfutter 18 etwa 200 mm im Gegensatz zum längeren Spannfutter
von 500 mm sein, wobei das längere
Spannfutter bei längeren Wickelkernen 12 nützlicher
ist.
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Die
mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 wird
auf die innere Hülle 14 des Wickelkernes 12 an
jedem Ende aufgebracht. Die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht 20 erstreckt sich vorzugsweise mindestens über die Länge des
Spannfutters 18, so dass das Spannfutter mit der mit einem
Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht entlang ihrer gesamten
Länge in
Eingriff kommen kann. Die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht 20 ist vorzugsweise weicher als das Material, das
die innere Hülle 14 und
die äußere Hülle 16 aufweist,
so dass das Spannfutter 18 mit der mit einem Spannfutter
in Eingriff kommenden Schicht in Eingriff kommen und einen „Griff" effekt erzeugen kann,
während
die Reibung zwischen der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden
Schicht und dem Wickelkern 12 vergrößert wird. Bei einer Ausführung ist
die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 ein
polymeres Material, wie beispielsweise Polyurethan, obgleich es
sich versteht, dass die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht irgendeine Anzahl von polymeren, elastomeren oder gleichartigen
Materialien sein könnte.
Die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht wird gleichmäßig und
peripher um die innere Hülle 14 bis zu
einer Dicke von etwa 2 mm aufgebracht, und der innere Durchmesser
des Wickelkernes 12 beträgt 154,4 mm vor dem Aufbringen
der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht, so dass
der innere Durchmesser 150,4 mm wird, was eine Standarddurchmessergröße für einen
Wickelkern in Europa ist. Außerdem,
wenn das Spannfutter 18 eine tatsächliche Länge von 500 mm und eine aktive
Länge von
etwa 420 mm aufweist, beträgt
die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 vorzugsweise
mindestens 420 mm in der Länge
entlang des Wickelkernes 12. Das gestattet, dass die gesamte
Länge der
expandierbaren Elemente 22 des Spannfutters 18 mit
der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht 20 in
Eingriff kommt.
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Die
mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 kann
verschiedene Materialien aufweisen, wie beispielsweise ein polymeres
Material, wie es vorangehend erwähnt
wird, aber es könnte ebenfalls
irgendein Material aufweisen, das weicher ist als das Material des
Wickelkernes 12. Es versteht sich, dass die Dicke der mit
einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht 20 abgewandelt
werden könnte,
um unterschiedlich bemessene Spannfutter 18 oder innere
Durchmesser des Wickelkernes 12 aufzunehmen. Typischerweise
werden standardisierte innere Durchmesser des Wickelkernes 12 verwendet,
um den Aufwand und die Unannehmlichkeit für das Wechseln von Werkzeugen
und Logistikprobleme zu verhindern, aber es versteht sich, dass
die Dicke der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht 20 für jeden
inneren Durchmesser des Wickelkernes angepasst werden könnte. Beispielsweise
könnte
die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 auf
Wickelkerne 12 mindestens bis zu einem inneren Durchmesser
von 16 in. aufgebracht werden. Gleichermaßen könnte die Länge der mit einem Spannfutter
in Eingriff kommenden Schicht 20 irgendeine Länge sein,
um unterschiedlich bemessene Spannfutter 18 aufzunehmen,
und sie kann sich sogar über
die gesamte Länge
des Wickelkernes 12 bei anderen Ausführungen erstrecken.
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Daher
liefert die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht vorteilhafterweise
eine Oberfläche,
die das Ergreifen des Wickelkernes 12 durch die Spannfutter 18,
um dabei zu helfen, das Auskauen zu verhindern, ebenso wie das Erhöhen des
Spannfutterfaktors auf mindestens 0,70 und vorzugsweise mindestens
0,85 zu gestatten. Eine Prüfung
zeigte, dass die Wickelkerne 12, die keine verstärkende äußere Hülle 16 aufweisen,
einen größeren Spannfutterfaktor
aufweisen können
als die Wickelkerne, die aus einer inneren Hülle 14 und einer verstärkenden äußeren Hülle 16 bestehen.
Man glaubt, dass die Steifigkeit der verstärkenden äußeren Hülle 16 verhindert,
dass sich die Spannfutter 18 in die innere Oberfläche des
Wickelkernes 12 „eingraben" und damit richtig
in Eingriff kommen. Daher, wenn die mit einem Spannfutter in Eingriff
kommende Schicht 20 auf die innere Oberfläche des
Wickelkernes 12 aufgebracht wird, sind die Spannfutter 18 besser
in der Lage, sich in die innere Oberfläche des Kernes einzugraben
und sie zu ergreifen.
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Die
mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 kann
mit einer Spritzpistole auf die innere Oberfläche des Wickelkernes 12 aufgebracht werden,
während
der Wickelkern gedreht wird. Die Spritzpistole wirkt, um die mit
dem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 zu einer
gewünschten Stelle
innerhalb des Wickelkernes 12 zu lenken, wonach die mit
einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht aushärtet und
an der inneren Oberfläche
des Wickelkernes haftet. Die Spritzpistole kann eine Zweikomponentenmischung
von Isocyanid und Polyol zusammen unter Druck auf die innere Oberfläche des
Wickelkernes 12 lenken. Die Mischung härtet danach innerhalb von annähernd 20
Sekunden am, um die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 zu
bilden.
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Bei
einer Ausführung
wird der Wickelkern 12 von einem Paar Rollen, die unterhalb
des Wickelkernes positioniert sind, sowohl gedreht als auch getragen,
während
die Spritzpistole innerhalb des Wickelkernes eingesetzt und die
mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 aufgebracht
wird. Das erzeugt eine gleichmäßige Schicht
der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht 20,
während
sich der Wickelkern 12 dreht, so dass der vollständige innere
Umfang des Wickelkernes bedeckt wird. Die Spritzpistole kann reguliert
werden, um die Dicke und die Länge
der mit einem Spannfutter in Eingriff kommenden Schicht 20 zu
modifizieren, die auf die innere Oberfläche des Wickelkernes 12 aufgebracht
wird, um unterschiedlich bemessene Spannfutter 18 aufzunehmen.
Die Spritzpistole kann von Hand gehalten, an einer Halterung montiert
oder an einer Vorrichtung oder einem Roboter montiert werden, so
dass die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 manuell
oder automatisch aufgebracht werden kann. Ein Beispiel für eine Spritzpistole
entsprechend einer Ausführung
der vorliegenden Erfindung ist die, die von der Gusmer Corporation hergestellt
wird.
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Es
versteht sich, dass alternative Verfahren genutzt werden könnten, um
die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 auf
die innere Oberfläche
des Wickelkernes 12 aufzubringen. Beispielsweise versteht
es sich, dass verschiedene Zusammensetzungen bei der Spritzpistole
der vorliegenden Erfindung zur Bildung der mit einem Spannfutter
in Eingriff kommenden Schicht 20 zusammen mit verschiedenen
Aushärtungszeiten
zur Anwendung gebracht werden könnten.
Außerdem könnte die
mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 mit
einem Klebstoff in den Fällen
aufgebracht werden, wo die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende
Schicht nicht mit einer Spritzpistole aufgebracht wird. In dieser
Hinsicht könnte
die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 eine
Folie aus polymerem Material sein, die an der inneren Oberfläche des
Wickelkernes 12 adhäsiv
angebracht oder befestigt wird. Ebenfalls könnte die mit einem Spannfutter
in Eingriff kommende Schicht 20 auf Abschnitte der inneren
Oberfläche
des Wickelkernes 12 aufgebracht werden, im Gegensatz zur
gesamten Umfangsfläche
des Wickelkernes. Daher könnte
die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 so
aufgebracht werden, dass die expandierbaren Elemente 22 des
Spannfutters 18 mit jenen Abschnitten in Eingriff kommen,
wo die mit einem Spannfutter in Eingriff kommende Schicht 20 aufgebracht
ist.
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Viele
Abwandlungen und andere Ausführungen
der Erfindung, wie sie hierin dargelegt werden, werden einem Fachmann
auf dem Gebiet einfallen, das die Erfindung betrifft, wobei ein
Vorteil aus den Lehren gezogen wird, die bei den vorhergehenden Beschreibungen
und den dazugehörenden
Zeichnungen vorgelegt werden. Daher soll es so verstanden werden,
dass die Erfindung nicht auf die offenbarten spezifischen Ausführungen
beschränkt
ist, und dass Abwandlungen und andere Ausführungen innerhalb des Bereiches
der als Anhang beigefügten Patentansprüche einzuschließen sind.
Obgleich hierin spezifische Begriffe zur Anwendung gebracht werden,
werden sie nur in einem allgemeinen und beschreibenden Sinn verwendet
und nicht zum Zweck einer Einschränkung.