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TECHNISCHES GEBIET
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verzieren zylindrischer Behälterwände, zum
Beispiel zylindrischer Tubenmäntel,
bevor die Tuben mit dem abzugebenden Füllgut gefüllt werden. Sie betrifft insbesondere
die Verzierung durch Heißmarkieren
oder Heißplattieren
von Transferfolien. Dabei kommen alle Arten von zylindrischen Wänden in
Betracht: metallische Wände,
typischerweise aus Aluminiumlegierung, metalloplastische oder vollplastische,
ein- oder mehrschichtige Wände.
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STAND DER TECHNIK
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Zurzeit
wird die Heißmarkierung
auf Tubenmäntel
in erster Linie zur Herstellung von Dekoren angewandt, die ähnliche
Glanzeffekte ergeben wie die, die mit Edelmetallen wie Gold oder
Silber erzeugt werden. Bis zur vorliegenden Erfindung waren solche Dekore,
deren Herstellung mit relativ hohen Kosten verbunden ist, Tuben
vorbehalten, die Produkte mit hohem Mehrwert enthalten, typischerweise
kosmetische Produkte.
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Die
mit der Erfindung zu lösende
Aufgabe betrifft die Verzierung des Tubenmantels einer Tube, sofern
dieser erst dann verziert werden kann, wenn er zu einem Zylinder
geformt wurde. Dies ist von vornherein bei Tuben aus Aluminiumlegierung
der Fall. Dies ist systematisch auch bei ganz aus Kunststoff bestehenden
Tuben der Fall, deren Tubenmantel durch Extrusion hergestellt wird,
den sog. "Plastiktuben". Es kann auch bei
ganz aus Kunststoff bestehenden Tuben, den sog. "Laminattuben", oder auch bei metalloplastischen Tuben
vorkommen.
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Laminattuben
aus Kunststoff weisen einen Tubenkopf und einen weichen Tubenmantel
auf, der aus einem sog. "Laminatband" hergestellt wird,
welches im Allgemeinen aus mehreren Kunststoffschichten besteht.
Der Tubenmantel wird durch Ausstanzen aus einer zylindrischen Hülse hergestellt,
welche ihrerseits durch Rollbiegen eines ebenen Bandes gewonnen
wird. Das Rollbiegen wird so durchgeführt, dass das Band zu einem
Zylinder geformt wird, wobei die Ränder des Bandes gewöhnlich mit
leichter Überlappung
einander gegenüber
gelegt und miteinander verschweißt werden. Der so geformte
Zylinder wird zur Herstellung des Tubenmantels auf die gewünschte Länge zugeschnitten
und an ein Ende des Tubenmantels wird ein Tubenkopf angeschweißt.
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Plastiktuben
werden entweder nur durch Gießen
(typischerweise Spritzgießen)
oder wie bei den Laminattuben durch Aufschweißen eines Tubenkopfes auf einen
zylindrischen Tubenmantel hergestellt, wobei der zylindrische Tubenmantel
in diesem Fall durch Strangpressen eines dünnen zylindrischen Profils
aus Kunststoff und Zuschneiden dieses Profils auf die gewünschte Länge gewonnen
wurde.
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Bei
metalloplastischen Tuben oder Laminattuben kann man die Heißmarkierung
auf dem Band vor dessen Formen zu einem Zylinder durchführen, und
zwar mit bekannten Techniken zum Bedrucken flacher Bänder, wie
zum Beispiel der in der Anmeldung
FR
2 171 170 (MADAG) beschriebenen Technik, bei der das Band
mit einem Druckorgan markiert wird, bestehend aus einem auf einem
Drehpunkt gelagerten Schwenkarm, der das ablaufende und dabei an
einer Rolle anliegende Band komprimiert, oder auch der in der
US 5 368 680 (KURZ) beschriebenen Technik,
bei der größere Geschwindigkeiten
erzielt werden können,
indem das zu markierende Band und die Übertragungs- od. Transferfolie
in den Spalt zwischen einer Markierungswalze und mindestens einer Stützwalze
geführt
werden.
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Laminattuben
sind allerdings wenig gefragt, wenn es darum geht, Dekore mit Gold-
oder Silberglanzeffekten herzustellen, deren Aufdruck nur mit Transferfolie
korrekt möglich
ist. Sie weisen nämlich aufgrund
ihrer Formgebung eine gut sichtbare Längsnaht auf, die sich störend auf
das Aussehen der Tube auswirkt. Wie bereits erwähnt, geht nun diese Art von
Dekor gewöhnlich
mit Produkten mit hohem Mehrwert einher, wie z. B. kosmetischen
Produkten, und lässt
sich mit einer Längsnaht,
die als unästhetisch
betrachtet wird, nur schwer vereinbaren. Deshalb beschäftigt man
sich damit, solche Dekore auf zylindrische Flächen ohne sichtbare Längsnaht aufzudrucken.
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Die
Heißübertragung
auf nicht ebene Gegenstände
wie zylindrische Tubenmäntel
wird bisher diskontinuierlich durchgeführt, da die dabei eingesetzten
Vorrichtungen nicht mit Geschwindigkeiten arbeiten können, die
mit den anderen Vorrichtungen des Fertigungszyklus kompatibel sind.
Diese Vorrichtungen bestehen aus einem ebenen Werkzeug, das bei
jedem Zyklus eine alternierende Vorwärts- und Rückwärtsbewegung ausführt, typischerweise
eine Vorwärtsbewegung
im sog. "Pilgerschritt". Eine solche alternierende
Bewegung verlangsamt die Fertigungsgeschwindigkeiten, so dass selbst
Hochleistungsmaschinen 60 Tuben/Minute nicht übersteigen. Ein solcher Arbeitsgang
erfordert demnach entweder eine Verringerung des Fertigungstakts
auf der gesamten Fertigungslinie (die in diesem Fall 60 Tuben/Minute
kaum übersteigt,
wohingegen andere Elemente der Fertigungslinie ohne Weiteres 120
Tuben/Minute erreichen können)
oder die Durchführung der
Heißmarkierung
auf mindestens zwei parallelen Linien mittels existierender Vorrichtungen
oder auch den Austritt aus der Fertigungslinie zwecks Nachbearbeitung
(Entkoppelung).
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Keine
dieser Lösungen
ist befriedigend: die erste und dritte aus evidenten wirtschaftlichen
Gründen,
die zweite, weil sie hohe Investitionskosten erfordert (mehr Maschinen,
Komplexität
der Transferstraße,
da die zu bearbeitenden Tuben verteilt und nach Bearbeitung eventuell
wieder zusammengetragen werden müssen)
und auch lange Werkzeugwechselzeiten verlangt und wegen der vielen
Werkzeuge zu einer reduzierten Leistung des Verfahrens führt: die
Industrieanlage, die das Verfahren durchführt, verfügt wegen der vielen parallel arbeitenden Maschinen über eine
reduzierte Fähigkeit,
die Teile in dem durch das Lastenheft festgelegten Toleranzbereich
herzustellen, wodurch sich die Ausschussrate erhöht.
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Das
US-Patent 6 531 018 beschreibt
ein Verfahren zum Dekorieren zylindrischer Flaschenwände in sehr
großen
Serien. Bei diesem Verfahren laufen die zylindrischen Wände an einem
komplizierten Druckkopf vorbei, der mit frei um eine bewegliche Achse
rotierenden Transferrollen ausgestattet ist. Auch diese Lösung, die
für Fertigungen
in sehr großen
Serien sicherlich gut geeignet ist, erfordert hohe Investitionskosten.
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Die
Anmelderin hat es sich daher zur Aufgabe gestellt, eine Heißmarkierung
von Verzierungen an zylindrischen Gegenständen In-Line durchzuführen und
dabei einen Produktionstakt einzuhalten, der mit der Produktionslinie
kompatibel ist, d. h. mit dem mindestens 100 Tuben pro Minute und
vorzugsweise 120 Tuben pro Minute bearbeitet werden können.
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BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Ein
erster Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Verzieren
zylindrischer Behälterwände, dadurch
gekennzeichnet, dass es mindestens folgende Schritte aufweist:
- a) es werden in eine Ringschaltung montierte,
bewegliche Dorne eingesetzt, wobei jeder Dorn einen geringfügig kleineren
Durchmesser als die zylindrische Behälterwand hat und auf einem
Träger montiert
ist, der sich so bewegen kann, dass die Achse des Dorns parallel
zu einer gegebenen Richtung D bleibt, wobei die Montage des Dorns auf
seinen Träger
so bewerkstelligt wird, dass er um seine Achse rotieren kann und
dabei einer quer zur Achse ausgeübten
Kraft standhält;
- b) jeder Behälter
wird sukzessiv auf Höhe
eines Dorns gebracht und auf den Dorn aufgesetzt;
- c) der so mit dem Behälter
bestückte
Dorn wird in die Nähe
einer Druckwalze gebracht, die um eine zur Richtung D parallele
Achse drehbar ist;
- d) der Dorn wird während
seiner Bewegung in Richtung Druckwalze um seine Achse in Drehung versetzt;
- e) ein Transferfolienträgerband
wird in den Spalt zwischen der Druckwalze und dem mit dem Behälter bestückten Dorn
abgerollt;
- f) Dorn und Druckwalze werden miteinander in Berührung gebracht,
wobei die zylindrische Wand des Behälters und die Oberfläche der
Druckwalze im Wesentlichen mit der gleichen Tangentialgeschwindigkeit
bewegt werden und die Berührung sich
in einer von der Druckwalze durch das Transferfolienträgerband
hindurch auf den Dorn ausgeübten
Kraft auswirkt;
- g) das Trägerband
wird sodann von der Oberfläche
des Behälters
weggeführt,
so dass sich der an der Behälterwand
haften bleibende Teil der Transferfolie vom Trägerband ablöst und auf diese Weise die
Verzierung entsteht;
- h) die Anordnung aus Dorn und Behälter wird anschließend von
der Druckwalze weggeführt,
um Platz zu lassen für
den nächsten
Dorn;
wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass:
- A) die Druckwalze zum Beispiel mittels eines Motors, typischerweise
eines Elektromotors, in eine kontinuierliche Drehbewegung um die
Achse versetzt wird, welche Achse feststehend ist;
- B) der Dorn mit einer Geschwindigkeit in Drehung gebracht wird,
die mit der der Druckwalze korreliert, so das beim Ankommen des
Dorns auf Höhe der
Druckwalze die Tangentialgeschwindigkeit der zylindrischen Wand
des rotierenden Behälters im
Wesentlichen der Tangentialgeschwindigkeit der Oberfläche der
Druckwalze entspricht;
- C) das Transferfolienträgerband
in den Spalt zwischen der Druckwalze und dem mit dem Behälter bestückten Dorn
abgerollt wird, derart, dass es sich mit einer linearen Geschwindigkeit
fortbewegt, die im Wesentlichen deren Tangentialgeschwindigkeiten
entspricht.
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Zur
Verzierung zylindrischer Behälterwände werden
bewegliche Dorne eingesetzt, die in einer Ringschaltung angeordnet
sind, zum Beispiel auf einem Drehtisch. Diese beweglichen Dorne
sind in begrenzter Zahl vorgesehen, typischerweise einige Dutzend.
Der Dorn muss so auf seinem beweglichen Träger gelagert sein, dass er
sich einerseits um seine Achse drehen und andererseits einer quer
zur Achse ausgeübten
Kraft standhalten kann. Es kann beispielsweise ein Wälzlager
verwendet werden. Vorzugsweise ist der Dorn so auf seinem beweglichen Träger gelagert,
dass er sich auch entlang seiner Achse bewegen kann. Dadurch kann
bei Bedarf eine gewisse Korrektur an der Längspositionierung des Behälters vorgenommen
werden, d. h. an der Längspositionierung
des bereits auf die Wand aufgedruckten Dekors.
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Der
Drehtisch dreht sich vorteilhaft schrittweise, wobei der Dorn sich
bei jedem Anhalten auf Höhe
einer Zone zur Handhabung oder Bearbeitung des Behälters befindet,
zum Beispiel Anordnen des Behälters
mit seiner zylindrischen Wand um einen Dorn, Aufbringen oder Markieren
eines Dekors auf die zylindrische Wand, Entladen des mit seinem
Dekor versehenen Behälters
usw. (dabei können
weitere Stationen für
diverse Endbearbeitungen des Behälters
benutzt werden). Bei einer Tube zum Beispiel kann man eine Station
vorsehen zum Entfernen des beim Gießen des Tubenkopfes entstehenden
Angusses, zum Aufbringen einer die Abgabeöffnung verschließenden Deckfolie,
zum automatischen Aufschrauben eines Verschlusses oder auch zum
Befestigen eines Klappscharnierverschlusses durch Aufpressen und
Aufrasten auf den Tubenhals, usw.
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Die
Behälter
werden nacheinander auf Höhe eines
Dorns gebracht, typischerweise mittels auf einer Transferstraße angeordneter
Zapfen, und über eine
für das
zu druckende Dekor geeignete Länge auf
die Dorne gesetzt. Bei Tuben zum Beispiel werden sie so weit aufgeschoben,
bis das Innere des Tubenkopfes am oberen Ende des Dorns anschlägt, was
eine axiale Indexierung des Dekors am Tubenmantel ermöglicht.
Um die Präzision
der axialen Positionierung des Dekors zu verbessern, kann der Dorn
außerdem
mit einer Vorrichtung zur axialen Translation gesteuert werden.
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Die
Druckwalze wird in eine kontinuierliche, vorzugsweise konstante
Drehbewegung um ihre feststehende Achse versetzt, die parallel zur
Achsrichtung des Dorns verläuft.
Dabei wird der Dorn vorzugsweise so mit der Druckwalze in Kontakt
gebracht, dass er eine möglichst
gleichmäßig verteilte Kraft
auf ihre Mantellinie ausübt.
Diese verteilte Kraft wird entweder zum Aufbringen des Dekors mit
Hilfe der Transferfolie (Abziehbildverfahren) oder zum Markieren
des Dekors genutzt, wobei die Oberfläche der Druckwalze graviert
ist (zum Beispiel Heiß-
oder Kaltmarkieren oder auch Ausbildung eines reliefartigen Dekors
durch plastische Verformung der Behälterwand). Zudem wird durch
die kontrollierte tangentiale Annäherung des Dorns an die Druckwalze
verhindert, dass der Dornträger,
der dazu ausgelegt ist, den Dorn in Drehung zu versetzen, einen
zu heftigen Stoß erfährt.
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Der
mit dem Behälter
bestückte
Dorn wird so in Drehung versetzt, dass wenn der Dorn auf Höhe der Druckwalze
ankommt, die Tangentialgeschwindigkeit der zylindrischen Wand des
rotierenden Behälters
im Wesentlichen der Tangentialgeschwindigkeit der Oberfläche der
Druckwalze entspricht, typischerweise bis auf ±1%, bevorzugt bis auf ±0,5%. Der
Dorn wird beispielsweise mit einem Servomotor in Drehung versetzt,
der große
Rotationsbeschleunigungen gestattet, so dass es möglich ist,
von einer Tangentialgeschwindigkeit gleich Null auf eine der Tangentialgeschwindigkeit
der Oberfläche
der Druckwalze entsprechende Tangentialgeschwindigkeit nach einem
Zeitraum umzuschalten, der kürzer
ist als der Zeitraum, der dem Verfahren des Behälters zwischen dem vorhergehenden
Verfahrensschritt (zum Beispiel Aufsetzen des Behälters auf
den Dorn) und dem Schritt entspricht, bei dem das Dekor aufgebracht
oder markiert wird.
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Bei
einer ersten Ausführungsart
der Erfindung ist die Druckwalze eine Markierungswalze: sie weist
eine je nach gewünschtem
Dekor gravierte Oberfläche
auf. Die von den erhabenen Teilen der gravierten Oberfläche aufgebrachte
Kraft bewirkt eine Komprimierung eines Teils der Transferfolie,
der dünner
wird und an der Wand des zylindrischen Behälters haftet. Wenn das Trägerband
von der Behälteroberfläche weggeführt wird,
löst sich
der an der Behälterwand
haften bleibende, markierte Teil der Transferfolie vom Trägerband
ab und lässt
so die zu realisierende Verzierung entstehen.
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Bei
der Markierungswalze handelt es sich gewöhnlich um einen zylindrischen,
massiven Block, der sich um seine Achse dreht. Er kann aber auch
andere Formen annehmen, vorausgesetzt, dass die gravierte Oberfläche auf
einer zylindrischen Oberfläche
aufliegt und sich um deren Achse dreht. Die Markierung wird typischerweise
heiß durchgeführt, mit
einer heizend ausgeführten
Markierungswalze zum Markieren einer Thermotransferfolie: Unter
der Wirkung von Temperatur und Druck erlangt der Kunststoff der
markierten Zone der Transferfolie haftende Eigenschaften und wird
dünner,
wobei die Grenze zwischen markiertem und nicht markiertem Teil nach Abkühlung eine
leicht reißbare
Zone wird.
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Um
die Ablösung
der heiß markierten
Zone zu erleichtern, wird das Trägerband
nach seinem Austritt aus der Markierungszone für eine gewisse Zeit auf der
zylindrischen Behälterwand
gehalten. Diese Zeit reicht aus, um die Abkühlung des Trägerbandes
und der markierten Transferfolie bis auf eine Temperatur zu gestatten,
die das Ablösen
der Folie durch Schneiden entlang der Grenze zwischen markierter
Zone und nicht markierter Zone erleichtert.
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Die
Markierungswalze dreht sich um ihre Achse, vorzugsweise mit kontinuierlicher
und konstanter Geschwindigkeit, was die Regelung der Dornrotation
erleichtert.
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Das
Trägerband
mit der Transferfolie kann ebenfalls mit konstanter Geschwindigkeit
ablaufen, die im Wesentlichen bis auf ±1%, vorzugsweise ±0,5% der
gemeinsamen Tangentialgeschwindigkeit der gravierten Oberfläche der
Markierungswalze und der Behälterwand
entspricht. Um die Verluste aufgrund nicht benutzter Transferfolienteile
niedrig zu halten, kann ein Bandvorschubsystem vorgesehen werden,
mit dem die Geschwindigkeit des Trägerbandes in einem Zeitraum
zwischen der Abfahrt eines mit einem markierten Behälter versehenen
Dorns und der Ankunft eines neuen Dorns, der mit einem noch nicht
markierten Behälter
versehen ist, verlangsamt und beschleunigt werden kann. Ob nun die
Geschwindigkeit konstant ist oder nicht, das Trägerband wird beim Abspulen
in die Markierungszone geführt, d.
h. in den Spalt zwischen Markierungswalze und Dorn, derart, dass
es dort eingeklemmt und bei der gegenseitigen Annäherung des
Dorns und der gravierten Oberfläche
der Markierungswalze komprimiert wird. Es läuft zwischen einer Zuführungsrolle und
einer Aufnahmerolle ab und läuft
dabei über
eine Aufeinanderfolge von Rollen, die so verteilt sind, dass sein
Ablaufen unter Einwirkung auf die Spannung des Bandes stabilisiert
werden kann. Dabei kann selbstverständlich jede beliebige Transferfolie verwendet
werden, die insbesondere einen anderen Effekt als metallischen Glanz
verleiht.
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Der
Dorn wird mit der Markierungswalze so in Kontakt gebracht, dass
die zylindrische Wand des Körpers
tangential zur gravierten Oberfläche
der Markierungswalze zu liegen kommt und Letztere durch das Transferfolienträgerband
und die Behälterwand
hindurch Kraft auf den Dorn ausübt,
wobei die gesamte Anordnung mit der gleichen Tangentialgeschwindigkeit
bewegt wird.
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Der
Dorn kann zum Beispiel rotierend in die Markierungszone geführt werden,
und sobald die tangentiale Lineargeschwindigkeit der Behälterwand der
Tangentialgeschwindigkeit der gravierten Oberfläche entspricht, wird die Achse
der Markierungswalze in Richtung Achse des Dorns bewegt, bis das Trägerband,
das mit der gleichen Tangentialgeschwindigkeit abläuft, durch
diese Bewegung festgeklemmt und komprimiert wird. Auf diese Weise
kann der Kontakt schrittweise auf einer Mantellinie der Behälterwand
hergestellt werden. Um jedoch die Kinematik der Markierungswalze
zu vereinfachen und Totzeiten zu reduzieren, bleibt die Drehachse
fest und der Dorn wird in Drehung gebracht, bevor er in die Nähe der Markierungswalze
kommt, wobei dafür gesorgt
wird, dass er die geeignete Geschwindigkeit erreicht, bevor er in
die Markierungszone gelangt. Die Achsposition der Markierungswalze
wird zur Bewegungsbahn der Dorne so festgelegt, dass wenn sie miteinander
in Berührung
kommen, eine Kraft auf die Berührungslinie
ausgeübt
wird, die gering genug ist, damit der Dorn mechanisch standhält, und
hoch genug ist, damit der Transferfilm von den erhabenen Stellen
der gravierten Walzenoberfläche
markiert wird.
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Um
wiederum die Kinematik der Markierungsvorrichtung zu vereinfachen,
werden bevorzugt Dorne eingesetzt, die zumindest auf Höhe der zu markierenden
Wand des Behälters
eine zylindrische Wand mit kreisförmigem Querschnitt haben. Die Wand
des Behälters
muss nicht unbedingt zylindrisch mit kreisförmigem Querschnitt sein, sie
muss aber geschmeidig genug sein, um sich an die kreisförmige zylindrische
Form dieses Teils des Dorns anschmiegen zu können, wenn der Behälter fest
auf dem Dorn sitzt. Bei elliptischen Tuben zum Beispiel liegt die Markierungszone
des Mantels in einem ausreichend großen Abstand zum Abgabekopf
(welcher Abstand typischerweise dem Radius des kreisförmigen zylindrischen
Teils des Dorns entspricht), da der Umfangsrand der Tubenschulter – die starrer
ausgebildet ist – nicht
axialsymmetrisch ist.
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Wenn
die Markierung mit einer Transferfolie, die beispielsweise ein glänzendes
Aussehen (Gold, Silber) verleiht, an einem zylindrischen Tubenmantel aus
Polyethylen mit niedriger Dichte und mit einer Dicke zwischen 250
und 600 Mikrometer, vorzugsweise nahe 400 Mikrometer, heiß durchgeführt wird,
beträgt die
Andrückkraft
2 N/mm bis 40 N/mm, während
die gravierte Oberfläche
der Markierungswalze bis auf eine Temperatur zwischen 80°C und 250°C erwärmt wird.
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Nach
erfolgter Heißmarkierung
liegt das Trägerband
weiterhin am Dorn an, und zwar mit einer gegebenen Winkelöffnung,
die groß genug
ist (mindestens 20°,
vorzugsweise mindestens 30°),
damit das Trägerband
und die markierte Transferfolie sich von dem Heizblock wegbewegen
und bis auf eine Temperatur abkühlen
können,
die das Ablösen
der Folie durch Schneiden entlang der Grenze zwischen markierter
Zone und nicht markierter Zone erleichtert; die Winkelöffnung ist
allerdings wegen Platzmangel begrenzt, da sie die Bewegungsbahn
der auf den beweglichen Dornen sitzenden Behälter nicht schneiden kann.
Das Trägerband
wird typischerweise so lange an der zylindrischen Behälterwand
gehalten, bis diese eine mittlere Temperatur unter 80°C, vorzugsweise
unter 60°C
erreicht.
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Damit
das Trägerband
so lange wie möglich am
Dorn anliegt, d. h. um diesen Öffnungswinkel
maximal zu vergrößern,
- – kann
die Drehgeschwindigkeit einer nachgeschalteten Antriebsvorrichtung
für das
Trägerband
so eingestellt werden, dass die Spannung des Bandes während des
Markierens am Austritt aus dem Spalt der Markierungsvorrichtung
so gering wie möglich
ist;
- – kann
außerdem
eine Antriebsvorrichtung für
das Trägerband
während
des Markierens so bewegt werden, dass sie in die Bewegungsbahn der
Dorne eintritt, aber dabei ein Anpressen des Trägerbandes mit einer größeren Winkelöffnung ermöglicht,
typischerweise größer als
30°, vorzugweise größer als
45°. Sobald
das Dekor auf der Behälterwand
aufgebracht ist, wird die Antriebsvorrichtung in eine solche Position
zurückgestellt,
dass sich der Dorn bewegen kann, ohne dabei mit ihr in Kollision
zu geraten.
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Eine
weitere mögliche,
mit einer der vorhergehenden kumulierbare Lösung zum leichteren Ablösen eines
heiß markierten
Dekors besteht darin, beim Austritt aus dem Markierungsspalt einen
kalten Luftstrahl über
das Trägerband
gleiten zu lassen.
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Das
Trägerband
wird also von der Oberfläche
des Behälters
weggeführt,
so dass sich der an der Behälterwand
haften bleibende Teil des Transferfolie vom Trägerband ablöst und auf diese Weise die Verzierung
entsteht. Da sich der Dorn mit der kontinuierlich anliegenden gravierten
Oberfläche
der Markierungswalze um sich selbst drehen kann, kann die Verzierung
auf dem gesamten Umfang der Behälterwand
realisiert werden.
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Diese
Verzierung kann achsensymmetrisch sein, sie kann aber auch an einer
bestimmten Stelle auf der zylindrischen Wand des Behälters realisiert werden:
nach Aufsetzen des Behälters
auf den Dorn wird der Dorn gedreht und eine optische Erfassung eines
vormarkierten Index auf dem Behälter
durchgeführt – beispielsweise
während
des Offsetdrucks eines Dekors ohne Gold- oder Silberglanzeffekt
auf den Behälter – wobei
die Rotation des Dorns so kalkuliert wird, dass der Behälter in
einer vorbestimmten Winkelposition mit der Oberfläche der
Walze in Berührung
kommt. Die im nachstehenden Beispiel vorgeschlagene Vorrichtung
weist eine Einrichtung auf, mit der eine solche Winkelindexierung
durchgeführt werden
kann.
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Im
Allgemeinen ist der Index zur Positionierung des Dekors vorgedruckt,
und zwar an einer wenig sichtbaren Stelle, d. h. möglichst
weit entfernt von der auffallendsten Stelle des Dekors, nämlich dem Teil
des Dekors, der vom Verbraucher zuerst gesehen werden soll (besonderes
Aussehen, Marke, Slogan, ...). Die Ungenauigkeit des Vordrucks – kumuliert
mit der Ungenauigkeit der Markierung – kann trotz Einsatz der vorgenannten
optischen Erfassungseinrichtung zu Verschiebungen führen, die
das gewünschte
Erscheinungsbild für
diesen strategischen Teil des Dekors beeinträchtigen können. Um dies zu verhindern,
wird die vorgenannte optische Erfassungs- oder Ortungseinrichtung vorteilhaft
durch eine zweite optische Einrichtung ergänzt, typischerweise eine Videokamera,
die mit einem EDV-Korrektursystem verbunden ist, welches mit Hilfe
einer Bildanalyse-Software sowohl die Winkelposition des Dorns (Änderung
der o. g. Winkelkorrektur) als auch dessen Axialposition fein korrigieren
kann (Korrektur mit Hilfe einer Vorrichtung zur Axialverschiebung,
die entweder den Dorn oder die Markierungswalze steuert).
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann auch die Verzierung zylindrischer Behälterwände betreffen, wo die Verzierung
vorgedruckt ist, und zwar mit einer Druckfarbe oder einem Lack,
welche(r) die sich unter der Wirkung des Drucks einer nicht gravierten Walze
gleichmäßig an die
zylindrische Behälterwand anlegende
Transferfolie entweder anzieht oder im Gegenteil abstößt.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Durchführung des
vorstehenden Verfahrens zur Verzierung zylindrischer Körper, typischerweise
zylindrischer Tubenmäntel,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich um eine Maschine mit einem
feststehenden Tisch handelt, welcher einem schrittweise arbeitenden
Drehtisch gegenüberliegend
angeordnet ist, wobei der Drehtisch mit um ihre Achse drehbaren
Dornen versehen ist, die Achse parallel zur Drehachse des Tisches
verläuft,
die Dorne während
der Rotation des Drehtisches nacheinander in mehrere, auf dem feststehenden
Tisch vorgesehene Arbeitszonen befördert werden, welche Arbeitszonen
mindestens umfassen:
- a) eine Zuführungszone,
wo die zylindrischen Körper
vor einen Dorn geführt
und um diesen Dorn gelegt werden;
- b) eine Markierungszone, enthaltend
- – mindestens
eine kontinuierlich rotierende Markierungswalze, vorzugsweise mit
konstanter Drehgeschwindigkeit, deren Achse an einer solchen Stelle
angeordnet ist, dass wenn ein Dorn auf Höhe der Walze ankommt, diese
mit dem Dorn in Berührung
kommt und dabei eine Andrückkraft
ausübt,
die vorzugsweise über
eine Mantellinie verteilt ist;
- – wobei
die Dorne durch Rotationsmittel, typischerweise Servomotoren bewegt
werden, die es ermöglichen,
von einer Tangentialgeschwindigkeit gleich Null auf eine der Druckwalze
entsprechende Tangentialgeschwindigkeit nach einem Zeitraum überzugehen,
der kürzer
ist als der Zeitraum, der dem Verfahren des Behälters von einer Arbeitszone
zur nächsten
entspricht;
- c) eine Zone zur Abführung
der Behälter.
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Die
Markierungszone kann mehr als eine Markierungswalze enthalten, so
dass der Produktionstakt durch gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Behälter erhöht werden
kann. Dies erfordert allerdings eine entsprechende Umstellung des
Tisches und der anderen Arbeitszonen, da die Behälter überall bewegt und gruppenweise
gleichzeitig bearbeitet werden müssen.
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Zur
Markierung mit Hilfe einer Transferfolie ist diese Vorrichtung in
der Markierungszone vorteilhaft mit einer Abrollvorrichtung für ein Transferfolienträgerband
komplettiert, die dafür
sorgt, dass das Band so abrollt, dass es den Raum zwischen Markierungswalze
und Oberfläche
des zylindrischen Körpers
durchläuft,
wenn ein Dorn in diese Arbeitszone geführt wird, wobei die Vorrichtung
mit Systemen zur Kontrolle der Spannung des Bandes versehen ist, insbesondere
beim Austritt aus dem Spalt der Markierungsvorrichtung. Zur Heißmarkierung
mit einer Thermotransferfolie ist die Markierungswalze bevorzugt
heizend ausgeführt.
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Wenn
die zylindrischen Körper
Tuben sind, kann sich die neue Vorrichtung vorteilhaft aus der Umstellung
einer existierenden Vorrichtung ergeben, der sog. Verschließmaschine,
welche umfasst:
- – die genannte Zone zum Zuführen der
Tuben und Anordnen der zylindrischen Tubenmäntel um den Dorn herum;
- – eine
optionale Zone zum Entfernen des Angusszapfens des Tubenkopfes,
wenn dieser durch Angießen
an ein Mantelende in einem vorangehenden Verfahrensschritt gewonnen
wurde; die Angussentfernung äußert sich
in der Herstellung der Abgabeöffnung;
- – eine
optionale Zone zum Anbringen einer Verschlussfolie an der Abgabeöffnung;
- – eine
optionale Verschließzone,
wo die Verschlüsse
typischerweise einzeln auf Höhe
einer Tube gebracht, in Drehung versetzt und auf den Gewindehals
des Kopfes aufgeschraubt werden (bei Schraubverschlüssen) oder
auch auf den Gewindehals aufgepresst und aufgerastet werden (bei
starren Verschlüssen
mit Klappdeckeln (Spenderverschlüsse));
- – eine
optionale Zone – empfiehlt
sich für
die Herstellung indexgebundener Dekore – zur Ortung eines für das bereits
gedruckte Dekor repräsentativen "Spots", wobei sich diese
Zone vorzugsweise direkt oberhalb der Markierungszone befindet; diese
Zone kann ebenfalls mit einer zusätzlichen Einrichtung ausgestattet
werden, typischerweise einer Kamera, die an ein EDV-Korrektursystem angeschlossen
ist, welches mit Hilfe einer Bildanalyse-Software sowohl die Winkel- als auch
die Axialposition des Dorns fein korrigieren kann;
- – die
genannte Markierungszone;
- – eine
optionale Zone zur Kontrolle (typischerweise mit einer Videokamera)
der erhaltenen Dekore (Positionierung, Qualität der Übertragung, des Ablösens, der
Reliefherstellung, ...);
- – die
genannte Zone zur Abführung
der Tuben.
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Um
ein markiertes Dekor (oder auch ein reliefartiges Dekor) präzise auf
ein bereits gedrucktes Dekor aufzubringen, kann wie folgt vorgegangen werden:
Die
Arbeitsstation unmittelbar vor der Heißmarkierungsstation wird mit
einem optischen Ortungssystem versehen, das mit Hilfe einer Fotozelle
die Winkelposition eines "Spots" ermitteln kann,
der einen bekannten besonderen Punkt des bereits gedruckten Dekors
darstellt. Die Dorne werden mit Antriebsmitteln versehen, die durch
einen darin laufenden Treibriemen die Dorne in Drehung versetzen.
Der Antriebsriemen ist typischerweise verzahnt und treibt ein mit
der Drehachse des Dorns fest verbundenes Zahnrad an.
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Der
Zahnriemen wird zur Markierungsstation (Station n) und zur unmittelbar
davor liegenden Station (Station (n – 1) geführt, derart, dass die Dorne vom
Beginn des Ortungsschritts (Station (n – 1)) bis zum Ende des Markierungsschritts
(Station n) mit dem Riemen in konstantem Kontakt bleiben. Der Lauf des
Riemens wird dabei von einem einzigen Servomotor gesteuert. Da die
beiden Dorne in diesen Arbeitsstationen konstruktionsbedingt synchron
rotieren und der Dorn der Markierungsstation mit der Rotation der
Markierungswalze in Phase ist – die
Rotationsgeschwindigkeit des Dorns ist so definiert, dass die zylindrische
Oberfläche
des Körpers
und die gravierte Oberfläche
der Markierungswalze die gleiche Tangentialgeschwindigkeit haben – genügt es, die Winkelposition
des vorgedruckten Index auf dem Körper zu ermitteln, welcher
Körper
auf dem Dorn sitzt, der sich in der Station (n – 1) befindet, um die Winkelverschiebung
zum "markierenden" Dorn und damit zu
der gravierten Oberfläche
der Markierungswalze zu kennen. Die Automatik berechnet dabei mit einem
geeigneten Algorithmus die notwendige Korrektur, um den Körper in
der richtigen Position und mit der richtigen Geschwindigkeit zur
Markierungsstation n zu befördern.
Diese Korrektur wird während der
Bewegung des Dorns von der Station (n – 1) zur Station (n) vorgenommen.
Durch die Verwendung eines gemeinsamen Treibriemens in diesen beiden Stationen – wobei
der Riemen selbst von einem einzigen Servomotor angetrieben wird – lässt sich
die Präzision
verbessern, indem jegliches Spiel bei einem Wiederanlauf aufgrund
eines Motor- oder Riemenwechsels verhindert wird.
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Selbstverständlich kann
die gleiche Verschließmaschine
auch zur Herstellung reliefartiger Dekore verwendet werden, indem
das Trägerband der
Transferfolie und die Antriebsvorrichtung für das Band entfernt werden.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Dekorieren
zylindrischer Behälterwände, bei
dem die das Dekor definierenden Zonen nicht markiert, sondern mit
einem Lack oder einer speziellen Druckfarbe aufgedruckt werden,
d. h. einer Druckfarbe, die einen Haftvermittler enthält, der die
Haftung der Transferfolie auf dem gedruckten Dekor begünstigt,
typischerweise einem Lack oder einer Druckfarbe mit unterpolymerisierten
organischen Partikeln. Die Walze ist hierbei eine einfache Druckwalze,
die Druck auf die Behälterwand
ausübt,
so dass sich der an dem bedruckten Teil der Wand haften bleibende
Teil der Transferfolie vom Trägerband ablöst, wenn
dieses von der Behälterwand
weggeführt
wird. Das Verfahren weist somit folgende Schritte auf:
- a) es werden zu einer Ringschaltung verschaltete, bewegliche
Dorne (12, 13) eingesetzt, wobei jeder Dorn einen
geringfügig
kleineren Durchmesser als die zylindrische Behälterwand hat und auf einem
Träger
montiert ist, der sich so bewegen kann, dass die Achse des Dorns
parallel zu einer gegebenen Richtung bleibt, wobei die Montage des
Dorns auf seinen Träger
so bewerkstelligt wird, dass er um seine Achse rotieren kann und dabei
einer quer zur Achse ausgeübten
Kraft standhält;
- b) jeder Behälter
wird sukzessiv auf Höhe
eines Dorns gebracht und auf den Dorn aufgesetzt;
- c) die zylindrische Wand jedes Behälters wird je nach gewünschtem
Dekor mit einer Druckfarbe oder einem Lack bedruckt, welche(r) das
Haften einer Transferfolie begünstigt;
- d) der so mit dem Behälter
bestückte
Dorn wird in die Nähe
einer Druckwalze gebracht, welche Walze eine kontinuierliche Rotationsbewegung
um ihre Achse ausführt;
- e) der Dorn wird während
seiner Bewegung in Richtung Druckwalze mit einer Geschwindigkeit
in Drehung versetzt, die mit der der Druckwalze korreliert, so dass
beim Ankommen des Dorns auf Höhe
der Druckwalze die Tangentialgeschwindigkeit der Wand des rotierenden
Behälters
im Wesentlichen der Tangentialgeschwindigkeit der Oberfläche der
Druckwalze entspricht;
- f) ein Transferfolienträgerband
wird in den Spalt zwischen der Druckwalze und dem mit dem Behälter bestückten Dorn
abgerollt, derart, dass es sich bei Eintritt in den Spalt mit einer
linearen Geschwindigkeit bewegt, die im Wesentlichen deren Umfangsgeschwindigkeiten
entspricht.
- g) Dorn und Druckwalze werden miteinander in Berührung gebracht,
wobei sich die Berührung
in einer Kraft auswirkt, die von der Druckwalze durch das Transferfolienträgerband
und die zylindrische Behälterwand
hindurch auf den Dorn ausgeübt wird,
welche Kraft die Komprimierung der Transferfolie bewirkt, die sich
in einem Haften eines Teils der Transferfolie an dem bedruckten
Teil der zylindrischen Behälterwand äußert;
- h) das Trägerband
wird sodann von der Oberfläche
des Behälters
weggeführt,
so dass sich der an der Behälterwand
haften bleibende Teil der Transferfolie vom Trägerband ablöst und auf diese Weise das
Dekor entsteht;
- i) die Anordnung aus Dorn und Behälter wird nach Aufmarkieren
des gesamten Dekors von der Druckwalze weggeführt, um Platz zu lassen für den nächsten Dorn
(12).
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung ist schließlich ein ähnliches Verfahren wie das
vorhergehende, bei dem jedoch die zylindrische Wand jedes Behälters je
nach gewünschtem
Dekor mit einer Druckfarbe oder einem Lack bedruckt wird, welche(r) einen
Haftverhinderer enthält,
d. h. einer Druckfarbe oder einem Lack, welche(r) die Haftung der
Transferfolie auf dem gedruckten Dekor verhindert, typischerweise
einer Druckfarbe oder einem Lack mit Silikon- und/oder Wachspartikeln. Wenn Dorn
und Druckwalze miteinander in Berührung gebracht werden, wirkt sich
die Berührung
in einer von der Druckwalze durch das Transferfolienträgerband
und die zylindrische Behälterwand
hindurch auf den Dorn ausgeübten Kraft
aus. Die Kraft bewirkt die Komprimierung der Transferfolie und äußert sich
in der Haftung eines Teils der Transferfolie an dem nicht bedruckten
Teil der zylindrischen Behälterwand.
Bevorzugt hat die Transferfolie Hafteigenschaften wie zum Beispiel
ein Hotmelt. Besonders bevorzugt wird eine heizend ausgeführte Druckwalze
eingesetzt, so dass beim Andrücken
der Druckwalze an die Hülse
durch die Transferfolie hindurch letztere die genannten Hafteigenschaften
erlangt und an dem nicht bedruckten Teil der zylindrischen Behälterwand
fest haftet.
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Selbstverständlich kann
für die
Herstellung solcher Dekore ein Drehtischsystem wie vorstehend beschrieben
verwendet werden: dazu wird der Station, wo die Druckwalze durch
das Transferfolienträgerband
hindurch gegen die Tubenwand gedrückt wird, eine Station zum
Bedrucken des Tubenmantels vorgeschaltet.
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Unabhängig davon,
ob die Druckfarbe einen Haftvermittler oder im Gegenteil einen Haftverhinderer
enthält,
kann das Drucken mit Hilfe einer herkömmlichen Vorrichtung durchgeführt werden,
typischerweise einer Offsetdruckmaschine, die in der Fertigungslinie
dem Drehtischsystem vorgeschaltet ist. Es kann auch die Möglichkeit
in Betracht gezogen werden, für
den Druckvorgang eine Druckstation im Drehtischsystem selbst einzurichten,
und zwar vor der Station, wo die Transferfolie an die Behälterwand gedrückt wird.
Das Drucken kann zum Beispiel durch Flexografie mit einer gravierten
Walze erfolgen. Die Winkelindexierung des aufzudruckenden Dekors kann
mit dem weiter oben beschriebenen Verfahren durchgeführt werden,
mit dem einzigen Unterschied, dass die Druckwalze an die Stelle
der Markierungswalze tritt.
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Figuren
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1 veranschaulicht
schematisch eine Vorrichtung zur Heißmarkierung zylindrischer Körper nach
dem Stand der Technik.
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2 veranschaulicht
schematisch eine Vorrichtung zur Heißmarkierung zylindrischer Körper nach
der Erfindung.
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3 veranschaulicht
eine vergrößerte Einzelheit
der 2, die insbesondere die Umgebung der Heißmarkierungszone
darstellt.
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BEISPIELE
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Vorrichtung nach dem Stand der Technik
(1)
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Diese
Vorrichtung besteht aus einer Markierungswalze 1, die eine
ebene, gravierte Oberfläche 2 aufweist.
Der Markierblock ist heizend ausgeführt und gestattet ein Heißmarkieren
mit Hilfe einer Thermotransferfolie. Er bewegt sich dabei tangential
zur Wand des Behälters 3.
Wenn die gesamte zylindrische Wand markiert ist, wird er vom Trägerband 4 der Thermotransferfolie
weggeführt
und zurückgestellt, um
einen erneuten Lauf über
einen neuen Behälter auszuführen. Er
führt also
bei jedem Zyklus eine alternierende Vorwärts- und Rückwärtsbewegung in der Art eines
Pilgerschritts aus. Eine solche alternierende Bewegung verlangsamt
die Fertigungsgeschwindigkeiten, so dass selbst Hochleistungsmaschinen
60 Tuben/Minute nicht übersteigen.
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Vorrichtung nach der Erfindung (2 und 3)
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Die
durch die 2 und 3 schematisch dargestellte
Vorrichtung entspricht einer Station einer sog. "Verschließmaschine", die im Durchlaufverfahren und mit
hoher Geschwindigkeit eine gewisse Zahl von Veredlungsschritten
an den Tuben durchführt. Diese
Maschine besteht aus einem feststehenden Tisch, welcher einem schrittweise
arbeitenden Drehtisch gegenüberliegend
angeordnet ist. Die Bewegung des Drehtisches ist in 2 durch
den mit R bezeichneten Pfeil symbolisiert. Der Drehtisch ist mit Dornen
versehen, beispielsweise den mit 12 und 13 bezeichneten
Dornen. Diese Dorne sind so auf dem Drehtisch montiert, dass ihre
Achse parallel zur Drehachse des Drehtisches bleibt und sie sich
um ihre Achse drehen können.
Sie werden außerdem
so geführt,
dass sie eine axiale Translationsbewegung mit geringer Amplitude
(im Millimeterbereich) ausführen können. Die
Dorne folgen einer kreisförmigen
Bewegungsbahn 20 und werden während der Rotation des Drehtisches
nach und nach in mehrere, auf dem feststehenden Tisch angeordnete
Arbeitszonen gebracht:
- – eine erste Zone zur Zuführung der
Tuben und Anordnung der Tuben um den Dorn herum (nicht dargestellt),
- – eine
Zone zur Entfernung des Angusszapfens des Tubenkopfes (nicht dargestellt),
- – eine
Verschließzone
zum Aufschrauben eines Verschlusses auf den Gewindehals der Tube (nicht
dargestellt),
- – eine
Heißmarkierungszone 10,
umfassend:
- – eine
Markierungswalze 11 in kontinuierlicher Drehbewegung R',
- – eine
Abrollvorrichtung 30 für
ein Trägerband 14 einer
heiß übertragbaren
Folie, die das Band in einen Spalt der Markierungseinrichtung führt, wobei die
Vorrichtung mit einem Rollensystem 31 versehen ist, dessen
Anordnung und geregelte Antriebsgeschwindigkeit es gestatten, die
Spannung des Trägerbandes 14 beim
Austritt aus dem Spalt der Markierungseinrichtung zu kontrollieren,
- – eine
Zone zur Abführung
der so dekorierten Tuben (nicht dargestellt).
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Zwischen
jedem Schritt führt
der Drehtisch eine Rotation R aus, die einem Winkel 2π/n entspricht,
wobei n die Zahl der auf der Maschine vorgesehenen Stationen ist
(typischerweise n = 12). Während
dieser Rotation des Drehtisches wird der Dorn 12, der zu
der Markierungsstation kommen soll (wo er mit 13 bezeichnet
ist), um seine Achse in Drehung versetzt, und zwar durch die Bewegung
eines verzahnten Antriebsriemens 16, der ein mit der Drehachse
des Dorns verbundenes Zahnrad 15 antreibt.
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Der
Antriebsriemen 16 wird seinerseits von einem Servomotor
angetrieben (nicht dargestellt), der es ermöglicht, von einer Tangentialgeschwindigkeit
gleich Null auf eine der heizenden Markierungswalze entsprechende
Tangentialgeschwindigkeit überzugehen.
Diese Walze dreht sich mit einer solchen Geschwindigkeit, dass sich
die gravierte Oberfläche
der Markierungswalze 11 in einer gegebenen Zeit über eine
Umfangslänge
bewegt, die gleich dem Umfang des Tubenmantels ist. Wird zum Beispiel
ein Produktionstakt von 120 Tuben/Minute für ein Dekor mit Silberglanzeffekt
auf dem gesamten Tubenumfang angestrebt, dann ist ein Arbeitsgang
anzustreben, der typischerweise weniger als 0,2 s dauert (die restlichen
0,3 s sind für
die Rotation um den Winkel 2π/n
reserviert), was einer Rotationsgeschwindigkeit von etwa 5 U/s entspricht.
Diese Geschwindigkeit muss nach einem Zeitraum erreicht und eingeregelt sein,
der kürzer
ist als der Zeitraum, der dem Verfahren des Behälters von einer Arbeitszone
zur nächsten
entspricht, d. h., wenn wir unser Beispiel weiterführen, kürzer als
0,3 s. Es wird also ein Servomotor benötigt, der fähig ist, den Dorn über den
Riemen 16 und das Zahnrad 15 mit Beschleunigungen
anzutreiben, die deutlich über
15 U/s2 liegen. Bevorzugt wird ein Servomotor
gewählt,
der Rotationsbeschleunigungen des Dorns zwischen 300 und 15000 U/s2 erzeugen kann.
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Nach
erfolgter Komprimierung wird das Trägerband weiter auf dem Dorn
gehalten, und zwar mit einer gegebenen Winkelöffnung, die groß genug
ist (mindestens 20°,
vorzugsweise mindestens 30°),
damit das Trägerband
und die markierte Transferfolie sich von dem Heizblock wegbewegen
und bis auf eine Temperatur abkühlen
können,
die das Ablösen der
Folie durch Schneiden entlang der Grenze zwischen der markierten
Zone und der nicht markierten Zone erleichtert (Dauer des Haltens
etwa 0,02 s). Die Winkelöffnung
ist allerdings wegen Platzmangel begrenzt, da sie die Bewegungsbahn
der auf den beweglichen Dornen sitzenden Behälter nicht schneiden kann.
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Um
ein Dekor präzise
auf ein bereits gedrucktes Dekor heiß aufzubringen, kann wie folgt
vorgegangen werden: Die Arbeitsstation unmittelbar vor der Heißmarkierungsstation,
deren Position durch den Dorn 12 symbolisiert ist, wird
mit einem optischen Ortungssystem 40 versehen, das mit
Hilfe einer Fotozelle die Winkelposition eines "Spots" ermitteln kann, der einen bekannten
besonderen Punkt des bereits gedruckten Dekors darstellt. Der Dorn 12 wird
mit einem mit seiner Drehachse fest verbundenen Zahnrad 15 versehen,
das durch den darin laufenden Treibriemen 16 den Dorn in
Drehung versetzen kann.
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Der
Zahnriemen 16 wird zur Markierungsstation (Station n, deren
Position durch den Dorn 13 symbolisiert ist) geführt und
zur unmittelbar davor liegenden Station (Station (n – 1), deren
Position durch den Dorn 12 symbolisiert ist), derart, dass
die Dorne vom Beginn des Ortungsschritts (Station (n – 1)) bis zum
Ende des Markierungsschritts (Station n) mit dem Riemen in konstantem
Kontakt bleiben. Der Lauf des Riemens wird dabei von einem einzigen
Servomotor gesteuert. Da die beiden Dorne in diesen Arbeitsstationen
konstruktionsbedingt synchron rotieren und die Rotationsgeschwindigkeit
des Dorns 13 so definiert ist, dass die zylindrische Oberfläche des Körpers und
die gravierte Oberfläche
der Markierungswalze 11 die gleiche Tangentialgeschwindigkeit haben,
genügt
es, mit Hilfe der optischen Ortungsvorrichtung 40 die Winkelposition
des vorgedruckten Index auf dem Körper zu ermitteln, welcher
Körper
auf dem Dorn 12 sitzt, der sich in der Station (n – 1) befindet,
um die Winkelverschiebung zu dem zylindrischen Körper des Dorns 13 und
damit zu der gravierten Oberfläche
der Markierungswalze zu kennen. Mit einem geeigneten Algorithmus
wird dann von der Automatik die notwendige Korrektur berechnet,
um den zylindrischen Körper
des Dorns 12 in der richtigen Position und mit der richtigen
Geschwindigkeit zur Markierungsstation n zu befördern. Diese Korrektur wird
während
der Bewegung des Dorns 12 von der Station (n – 1) zur
Station (n) vorgenommen.
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Die
optische Ortungsvorrichtung 40 wird vorteilhaft ergänzt durch
eine Videokamera (nicht dargestellt), die mit einem EDV-System verbunden
ist, welches mit Hilfe einer Bildanalyse-Software sowohl die Winkelposition
des Dorns (Änderung
der im vorhergehenden Abschnitt erwähnten Winkelkorrektur) als auch
dessen Axialposition fein korrigieren kann (Korrektur mit Hilfe
einer Vorrichtung zur Axialverschiebung, die den Dorn steuert, wenn
sich dieser noch in der Station (n – 1) befindet.
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VORTEILE
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- – Die
Heißkomprimierung
der rohrförmigen
Wand hat auch eine günstige
Wirkung auf die Dimensionsstabilität der zylindrischen Wand des
Körpers, insbesondere
wenn dieser aus Kunststoff besteht.