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Die
vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen, welche mindestens
eine Superoxiddismutase (SOD) und mindestens einen geeignet gewählten Inhibitor
von 5-Lipoxygenase (5-LO), sowie deren Verwendung als Medikament
oder diätetisches
Erzeugnis zur Vorbeugung und/oder Behandlung von chronischen entzündlichen
Krankheiten allergischen Ursprungs oder nicht.
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Empfindliche
Zustände
zeichnen sich symptomatisch aus durch Schmerzen, Rötungen und
Schwellungen der entzündeten
Organe. Dieses klinische Krankheitsbild resultiert aus der Freisetzung
von Entzündungsbeschleunigern,
im Prinzip ausgehend von aktivierten Leukozyten, welche in Richtung
der Zielregion wandern. Unter den Schlüsselbeschleunigern der Entzündung kann
man insbesondere mehrfach ungesättigte Eikosanoide
(n-6), Prostaglandin E2 (PGE2),
die Gruppe der Leukotine und insbesondere Leukotin B4 (LTB4) nennen, welche mehrfach ungesättigte Derivate
(n-6) einer bestimmten Fettsäure
sind, welche Arachidonsäure
(oder Eikosansäure)
ist. Andere wichtige Beschleuniger von Entzündungen sind Zytokine, das
Interleukin 1β(1I-1β) und der
Tumor Necrosis Factor α (TNF-α).
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Um
den Entzündungsprozess
zu bekämpfen,
können
mehrere Behandlungswege in Betracht gezogen werden; wobei diese
unterschiedlichen Wege darüber
hinaus untereinander überlappen
können.
Einer dieser Wege zur Bekämpfung
des Entzündungsvorganges
ist z. B., die Produktion von Leukotinen und insbesondere von LTB4 zu vermindern oder zu verhindern. Die 5-Lipoxygenase
ist ein Enzym, welches die beiden ersten Schritte der Synthese von
Leukotinen ausgehend von Arachidonsäure katalysiert (Samuelsson
B. et al., Science, 1983, 220, 568-575). Die Aktivität dieses
Enzyms kann in Abhängigkeit
von verschiedenen Faktoren variieren, wie z. B. den Mengen an Kalziumionen
und Adenosintriphosphat (ATP) in den Zellen (Jackschick BA et al.,
Biochem. Biophys. Res. Commun., 1980, 95, 103-110; Rouzer CA et Samuelsson B., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA, 1987, 84, 7393-7397). In vitro wird das 5-LO
aktiviert unter Bedingungen, welche die Peroxidation von Lipid einleiten
(Riendeau et al., Biochem. J., 1989, 263, 565-572). In vivo beobachtet
man eine Steigerung der Bildung von aktivierten Sorten von Sauerstoff
am Entzündungsort,
welche neben weiteren Anzeichen in der Aktivierung von 5-LO und
gleichermaßen
in der nachfolgenden Synthese von Leukotinen von aktivierten Leukozyten
impliziert sind. Das biologische Profil der Leukotinen deutet somit
an, dass Moleküle,
welche geeignet sind, die Synthese von 5-LO zu unterdrücken (Inhibitoren
von 5-LO), eine therapeutische Bedeutung für die Prävention und/oder Behandlung
von entzündlichen
oder allergischen Erscheinungen haben können.
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Es
gibt mindestens zwei große
Klassen von Inhibitoren von 5-LO, nämlich Inhibitoren synthetischer (oder
chemischer) Herkunft und Inhibitoren natürlicher Herkunft.
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Unter
den Inhibitoren synthetischer Herkunft kann man insbesondere die
Derivate von Hydroxaminsäure
oder von N-Hydroxyurea, bestimmte aromatische Hydoxide wie Koffeinsäure (oder
3-(-,4-Dihydroxyphenyl)-2-Propensäure) Nordihydroguartesäure (NDGA)
5,6,7-Trihydroxy-2-Phenyl-4H-1-Benzopyran-4-On
(oder Baicalein), 6,7-Dihydroxy-2H-1-Benzopyran-2-On (oder Esculetin), 1,1',6,6',7,7'-Hexahydroxy-3,3'-Dimethyl-5,5'bis(1-Methylethyl) [2,2'Binaphtalen]-8,8'Dicarboxaldehyd (oder
Gossypol), das Raziemat der α-Methyl 2-Flur[1,1'-Biphenyl]-4-Essigsäure (oder
Flurbiprofen), 1'α-Phenyl-3-(2-Quinolylmethoxy)
Benzinmethanol) etc... nennen.
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Unter
den Inhibitoren natürlicher
Herkunft kann man insbesondere die mehrfach ungesättigten
Fettsäuren,
insbesondere die Fettsäuren
Omega-3, welche
n bestimmten Pflanzensorten, sowie in allen Fischen und Krustentieren
enthalten sind, wie z. B. (3n-3) Linolensäure, 5,8,11,14-Eikosatetrainoesäre, 5,8,11-Eikosatriynosäure, Eikosapentaenoesäure (4n-3),
Dokosapentaenoesäure,
Dokosahexaenoesäure
und Omega-6-Fettsäuren, welche
in allen Pflanzenölen
enthalten, wie z. B. Linolensäure
(18:2) und deren Derivate nennen. Es gibt in dieser Hinsicht auf
dem Markt ein Antientzündungsprodukt
stammend aus der grünen
Muschel aus Neuseeland (Perna Canaliculus), welches ein komplexes
Gemisch aus mehrfach ungesättigten
Fettsäuren
vom Typ Omega-3 und Omega-6 ist, welches unter dem Handelsnamen
LYPRINOL® vertrieben
wird.
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Ein
anderer Weg zur Bekämpfung
entzündlicher
Prozesse kann z. B. darin bestehen, die endogene Produktion von
entzündungshemmenden
Molekülen
zu begünstigen.
Im Ergebnis produzieren die Zellen, welche für die Freisetzung von Entzündungsbeschleunigern
(Monozyten, Makrophagen und Lymphozyten) verantwortlich sind, auch
Antientzündungsbeschleuniger,
wie z. B. antientzündliche
Zytokine, wie z. B. 10-Interleukin (IL-10), welches in der Lage,
die Produktion von entzündlichen
Zytokinen, wie IL-1β oder
Interleukin-6 (IL-6) zu unterdrücken,
sowie die Produktion von TNF-α mittels
Makrophagen.
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Im Übrigen bilden
Superoxyddismutasen (SODs) eine spezielle Klasse von Metalloproteinen,
welche Eisen, Kupfer, Zink oder Magnesium enthalten, und Enzyme
sind, welche die Dismutation von Superoxidanionen bewirken können, welche
freie Radikale sind, die gleichermaßen bei Entzündungsvorgängen impliziert werden.
Aufgrund dieser Eigenschaft werden SODs weit verbreitet als Therapeutikum
verwendet für
die Behandlung und/oder Prävention
von Krankheiten, welche durch freie Radikale hervorgerufen werden,
wie z. B. entzündliche
Zustände.
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Zahlreiche
Autoren haben gezeigt, dass die Verwendung dieser Produkte die Kontrolle
der unterschiedlichen entzündlichen
Vorgänge
ermöglicht,
indem man besonders bei den unterschiedlichen Stoffwechselwegen
des entzündlichen
Prozesses eingreift.
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Es
ist daher wichtig, über
ein entzündungshemmendes
Produkt zu verfügen,
welches geeignet ist, entzündliche
Krankheiten allergischer oder nichtallergischer Herkunft zu verhindern
und/oder zu behandeln. Ein solches Produkt muss im Idealfall in
der Lage sein, nicht nur die Produktion von Entzündungsbeschleunigern (LTB4, TNF-α)
und die aktivierten Sauerstoffarten (EAO) zu vermindern, sondern
auch die Produktion von entzündungshemmenden
Zytokinen, wie z. B. IL-10, einzuleiten.
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Jedoch
haben die Erfinder im Rahmen ihrer Arbeiten gezeigt, dass die Verbindung
mindestens einer SOD und mindestens eines geeignet gewählten Inhibitors
5-LO es nicht nur ermöglicht,
eine bedeutende entzündungshemmende
Wirkung zu erhalten, sondern, dass diese Wirkung größer ist
als die Summe einzeln durch die SODs und die Inhibitoren von 5-LO
eingeleiteten Wirkungen ist; man beobachtet somit einen Synenergieeffekt,
welcher im Übrigen
nicht mit allen Inhibitoren von 5-LO erhalten wird. Es ist diese
Entdeckung, welche die Grundlage der vorliegenden Erfindung ist.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft somit eine pharmazeutische oder diätetische
Zusammensetzung, gekennzeichnet durch die Tatsache, dass sie in
einem pharmazeutisch oder diätetisch
geeigneten Träger
umschließt:
- – mindestens
einen Inhibitor von 5-Lipoxygenase, ausgewählt aus der Gruppe gebildet
aus Nordihydroguajaretsäure
(NDGA) dem Racemat von α-Methyl
2-Fluoro [1,1'-Biphänyl]-4-Acetyl-Säure (Flurbiprofen) und den
mehrfach ungesättigten
Fettsäuren
der Serie Omega-3, umfassend 18 oder 20 Kohlenstoffatome oder mindestens
drei ungesättigte
Bindungen, und
- – mindestens
eine Superoxiddismutase;
wobei die besagte Verbindung frei
von Derivaten von Pyrimidin-3-Oxid
ist.
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Die
internationale Patentanmeldung WO 92/01437 beschreibt Zusammensetzungen,
welche dazu vorgesehen sind, den Haarausfall auf der Grundlage von
Derivaten von Pyrimidin 3-Oxid als wirksames Prinzip zu bremsen,
und welche darüber
hinaus Superoxiddismutase und Fettsäuren, wie z. B. Linolsäure und
Linolensäure
umschließen
können.
Derartige Zusammensetzungen sind nicht Teil der Erfindung.
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Die
Erfinder haben gezeigt, dass überraschenderweise
bei der Verwendung einer Zusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung
und wie zuvor beschrieben die entzündungshemmende Wirkung, welche beobachtet
wird, größer ist
als die Summe der entzündungshemmenden
Wirkungen, welche mit jeder der unter denselben Bedingungen einzeln
getesteten Zusammensetzungen beobachtet wird.
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Gemäß der Erfindung
sind die mehrfach ungesättigten
Fettsäuren
der Serie Omega-3 vorzugsweise ausgewählt aus Linolensäure (C18;
3n-3), 5,8,11,14-Eikosatetraenoesäure, aus Eikosapentaenoesäure C20, 4n-3),
aus Eikosatrinorsäuren
und aus deren Gemischen.
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Gemäß einer
vorteilhaften Ausführungsform
umschließt
die Zusammensetzung gemäß der Erfindung ein
Gemisch aus Linolensäure,
aus 5,8,11,14-Eikotetranoesäure
und aus Eikosapentaenoesäure
(C20, 4n-3). Ein derartiges Gemisch ist insbesondere enthalten in
dem kommerziellen Produkt, welches unter der Bezeichnung LYPRINOL® verkauft
wird.
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Unter
den SODs, welche im Innern der Zusammensetzung gemäß der Erfindung
vorhanden sein können,
kann man insbesondere SODs tierischer, pflanzlicher oder bakterieller
Herkunft, wie z. B. SOD Kuper/Zink (SOD CU/ZN) von Rinderherkunft
aus Mitochondrien extrahiertes SOD Mangan (SOD-Mn), Eisen-SOD (SOD-Fe),
aus Pflanzen, wie z. B. Melone oder Brokkoli, extrahierte SODs,
sowie Rekombinanten SODs menschlicher, tierischer oder pflanzlicher
Herkunft nennen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführung
der Erfindung sind das oder die SODs an mindestens einen Vektor
gebunden, welcher geeignet ist, den Transmembranübergang der SODs zu erleichtern.
Ein derartiger Vektor kann insbesondere ausgewählt sein aus den Prolaminen
pflanzlicher Herkunft, wie z. B. den Prolaminen von Getreide (Gliadin),
von Mai (Zein) oder von Reis, den Zeramiden und den Polypeptiden,
welche reich an Arginin und/oder Lysin sind.
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Gemäß der Erfindung
werden unter Polypeptiden, welche reich an Arginin oder an Lysin
sind, Polypeptide verstanden, bei welchen Arginin und/oder Lysin
mindestens etwa 60-70% des Gesamtgehaltes an Aminosäuren darstellt.
Unter diesen Polypeptinen kann man insbesondere Polylysin anführen, sowie
die Polypeptide, welche z. B. aus den Tat-Proteinen von HIV-1 stammen.
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SODs,
welche mit Prolaminen oder Zeramiden gebunden sind, sind genauer
beschrieben in dem Patent
EP 804
225 im Namen der Anmelderin; diese Verbindung ermöglicht insbesondere,
die Bioverfügbarkeit von
SOD zu erhöhen,
wenn diese auf oralem Wege verabreicht wird.
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Die
Verwendung von Polypeptiden, welche reich an Arginin und/oder Lysin
sind, um die Internalisierung der Proteine in den Zellen zu vereinfachen,
ist besonders beschrieben in dem Artikel von Fawell S. et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA, 1994, 91, 664-668.
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Im
Rahmen der Zusammensetzung gemäß der Erfindung
ist das Gewichtsverhältnis
SOD(s)/Inhibitor(en) von 5-LO vorzugsweise eingeschlossen zwischen
5/1 und 1/1, wenn der oder die Inhibitoren der 5-LO ausgewählt sind aus NDGA und Flurbiprofen,
und zwischen 7/1 und 1/1, wenn der oder die Inhibitoren der 5-LO
ausgewählt
sind aus den mehrfach ungesättigten
Fettsäuren
der Serie der Omega-3, wie die oben definierten.
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Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das Gewichtsverhältnis SOD(s)/Inhibitor(en)
der 5-LO ungefähr
2/1, wenn der oder die Inhibitoren der 5-Lipoxygenase ausgewählt sind aus
NDGA und Flurbiprofen, und 3/1, wenn der oder die Inhibitoren der
5-Lipoxygenase ausgewählt sind
aus der Omega-3 Serie der mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie
die vorhergehend beschriebenen.
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Die
Zusammensetzung gemäß der Erfindung
kann auch eine oder mehrere zusätzliche
Wirkstoffe umschließen,
wie z. B. jene, welche in den pharmazeutischen oder diätetischen
Zusammensetzungen verwendet werden, welche zur Prävention
und/oder Behandlung von entzündlichen
Zuständen
vorgesehen sind und von welchen man insbesondere die weiteren entzündungshemmenden
Wirkstoffe, die Oligoelemente, die Vitamine, das D-Glukosamin, Methylsulfone,
etc.... nennen kann.
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Der
pharmazeutische oder diätetische
Arzneistoffträger,
welcher gemäß der Erfindung
geeignet ist, besteht vorzugsweise aus einer oder mehreren Grundmassen,
welche klassischerweise verwendet werden für die Zubereitung pharmazeutischer
oder diätetischer
Zusammensetzungen, wie Anti-Agglomerate, Anti-Oxidationsmittel,
Farbstoffe, Mittel zur Veränderung
des Geschmackes, Süßstoffe,
Glättungsmittel,
Aufbaustoffe, Isoliermittel und allgemein jede Grundmasse, welche
klassischerweise in der pharmazeutischen oder diätetischen Industrie verwendet
wird.
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Selbstverständlich wird
der Fachmann an dieser Stelle dafür Sorge tragen, dass die Grundmasse(n), welche
möglicherweise
verwendet werden, kompatibel sind mit den eigentlichen Eigenschaften,
welche der Zusammensetzung, die Gegenstand der vorliegenden Erfindung
ist, anhaften. Gemäß einer
speziellen Ausführungsform
der Erfindung kann die pharmazeutische oder diätetische Zusammensetzung in
Form eines Baukastens vorliegen, welcher mindestens eine Zusammensetzung
(A), welche mindestens einen Inhibitor der 5-LO, wie vorhergehend
beschrieben, umschließt,
und mindestens eine Verbindung (B), welche mindestens eine Superoxiddismutase
umschließt,
umfassen, wobei die besagten Zusammensetzungen (A) und (B) dazu vorgesehen
sind, im Augenblick der Verwendung vermischt zu werden.
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Die
pharmazeutische oder diätetische
Zusammensetzung gemäß der Erfindung
ist dafür
vorgesehen, auf oralem Wege verabreicht zu werden, und kann in verschiedenen
Formen vorliegen, wie z. B. in trockener, pastenartiger, halbpastenartiger, öliger, flüssiger oder
halbflüssiger
Form. Sie kann daher in Form von Pastillen, von Kapseln, von Lösungen oder
trinkbaren Suspensionen, Tabletten, oder in jeder anderen für diese
Art der Verabreichung vorliegenden Form vorliegen.
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Wenn
sie zur diätetischen
Verwendung vorgesehen ist, kann die Zusammensetzung gemäß der Erfindung
außerdem
als Bestandteil eingebunden sein in Lebensmittelerzeugnisse, wie
Keksen, Energieriegeln, Getränkepulvern,
Getränken,
etc.... Die Erfindung betrifft gleichermaßen ein Nahrungsmittel, welches
als Bestandteil mindestens eine Zusammensetzung gemäß der Erfindung
und wie vorhergehend beschrieben, umschließt.
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Die
pharmazeutische oder diätetische
Zusammensetzung gemäß der Erfindung
weist Eigenschaften auf, um besonders für die Prävention und/oder Behandlung
von chronischen entzündlichen
Zuständen
allergischer Herkunft oder nicht verwendet werden zu können.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft somit gleichermaßen die Verwendung mindestens
einer Zusammensetzung wie vorhergehend beschrieben als Medikament,
und insbesondere als Medikament für die Prävention und/oder Behandlung
chronischer entzündlicher
Zustände,
allergischer Herkunft oder nicht.
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In
diesem Falle wird die pharmazeutische Zusammensetzung nach der Erfindung
vorzugsweise in Dosen verabreicht, welche die Zufuhr von etwa 10
bis 20 mg/Tag/kg SOD und von 30 bis 60 mg/Tag/kg Inhibitor von 5-LO
ermöglichen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft gleichermaßen die Verwendung mindestens
einer Zusammensetzung wie vorhergehend beschrieben als diätetisches
Erzeugnis, und insbesondere als diätetisches (oder medizinisch)
wirksames Nahrungsmittel (Erzeugnis), welches zur Prävention
von chronischen entzündlichen
Zuständen,
allergischer Herkunft oder nicht, vorgesehen ist.
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In
diesem Fall wird die Zusammensetzung gemäß der Erfindung vorzugsweise
in Dosen verabreicht, welche die Zufuhr von etwa 5 bis 10 mg/Tag/kg
SOD und von 15 bis 30 mg/Tag/kg Inhibitor von 5-LO (Zufuhr) ermöglichen.
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Schließlich ist
Gegenstand der Erfindung die Verwendung mindestens einer Zusammensetzung
wie vorhergehend beschrieben für
die Zubereitung eines Medikamentes, welches vorgesehen ist für die Prävention
und/oder Behandlung von chronischen entzündlichen Zuständen allergischer
Herkunft oder nicht, oder für die
Zubereitung eines diätetischen
(oder arzneimittelwirksamen) Nahrungsmittels (Erzeugnisses), welches vorgesehen
ist für
die Prävention
von chronischen entzündlichen
Zuständen
allergischer Herkunft oder nicht.
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Über die
vorhergehenden Bestimmungen hinausgehend umfasst die Erfindung noch
andere Bestimmungen, welche aus der nachfolgenden Beschreibung hervorgehen
werden, die sich auf ein Beispiel bezieht, welches die Untersuchung
der entzündungshemmenden
Wirkung (mittels der Quantifizierung der Produktion von endogenem
IL-10) einer Verbindung von Cu-SOD Rinder-Zn gebunden an ein Polypeptid
aus dem Tat-Protein aus dem HIV-1 und NDGA und LYPRINOL®, vergleichend
mit jedem dieser Bestandteile separat getestet beschreibt, und auf
ein Beispiel, welches die Untersuchung der entzündungshemmenden Wirkung (mittels
der Quantifizierung von endogenem IL-10) einer Zusammensetzung aus
Cu-SOD/Zn, gebunden an ein Polypeptid aus dem Tat-Protein von HIV-1
und verschiedenen ungesättigten
Fettsäuren
und chemischen Inhibitoren von 5-LO beschreibt, wobei vergleichend
mit jeder dieser Bestandteile separat getestet beschrieben wird.
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Es
sollte selbstverständlich
jedoch verstanden werden, dass diese Beispiele lediglich zur Veranschaulichung
des Gegenstandes der Erfindung dienen, von welcher sie in keiner
Weise eine Einschränkung
darstellen.
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BEISPIEL 1: VERGLEICHENDE
STUDIE DER ENTZÜNDUNGSHEMMENDEN
WIRKUNG (MITTELS DER PRODUKTION VON ENDOGENEM IL-10) EINER VERBINDUNG
VON CU-SOD/RINDER-CN, GEBUNDEN AN EIN POLYPEPTID UND NDGA ODER LYPRINOL®
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1. Prinzip der Studie:
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Menschliche
Monozyten werden zunächst
mit Verbindungen voraktiviert, welche in der Lage sind, einen entzündlichen
Zustand hervorzurufen:
- – sei es durch die Vermittlung
des γ-Interferons
zur Einleitung einer Entzündung
vom Typ Th1 (Produktion von γ-IFN
durch die Lymphozyten T),
- – sei
es durch die Vermittlung von 4-Interleukin (IL-4) zum Hervorrufen
einer Entzündung
vom Typ Th2 (Produktion von IL-4 durch die Lymphozyten T4).
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Die
auf diese Weise voraktivierten Zellen werden anschließend stimuliert
mit jeweils bakteriellen Lipopolysacchariden (LPS) oder mittels
eines monoklonalen Antikörpers
Anti-CD23 (Klon 135 zur Verfügung
gestellt durch das Hôpital
Notre Dame, Montréal,
Canada; Immunoglubin G1 (IgG1) von der Maus), welcher spezifisch
den Rezeptor mit niedriger Affinität für IgE erkennt; um den entzündlichen
Prozess auszulösen.
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Die
Monozyten werden anschließend
mit den entzündungshemmenden
Zusammensetzungen kontaktiert, welche getestet werden sollen (SODs
und Inhibitoren von 5-LO), um deren entzündungshemmenden Eigenschaften über die
Verzerrung der Messung der Menge Entzündungshemmer, welche auf endogene
Weise durch die Zellen (Menge an IL-10) produziert wurde, auszuwerten.
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2. Material
und Verfahren
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In
der Praxis werden normale menschliche Monozyten (106 Zellen/ml)
nach Anhaftung der mononuklearen Zellen, welche bei normalen Patienten,
d. h. nicht allergischen, und keinerlei klinische Anzeichen zeigend,
welche auf einen entzündlichen
Zustand hinweisen könnten,
erhalten, zirkulieren 24 Stunden lang in einem Kulturmedium Dubelco
Eagle Modified (DEM), welchem ein Gewichtsprozent fötales Rinderserum
(SVF) ohne Endotoxine (Gibco, Frankreich), 10 μg/ml einer 5%-igen Streptomyzinlösung, und
10mM Natriumpyruvat zugefügt
ist, kultiviert in Gegenwart von 30ng/ml γ-IFN oder 4-IL.
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Nach
der Kultur werden die aktivierten Zellen anschließend in
ein kaltes Medium in einer Menge von 5,105 Zellen
pro ml zurückgegeben.
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Die
Zellen, welche mittels dem γ-IFN
aktiviert worden sind, werden anschließend stimuliert mittels 1 ng/ml
Lipopolysaccharid von E.Coli, verkauft unter dem Handelsnamen LPS
von der Firma SIGM.
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Die
Zellen, welche mittels 4-IL aktiviert worden sind, werden anschließend stimuliert
mittels 10 μg/ml des
Antikörpers
Anti-CD23 Klon 135.
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Die
Zellkulturen werden nun mit entzündungshemmenden
Zusammensetzungen in Kontakt gebracht:
- – Cu-SOD/Zn
von Rinderherkunft (Verkauf durch die Firma SIGMA), gebunden an
das Peptid aus dem Tat-Protein von HIV-1, verkauft unter dem Handelsnamen
Chariot® durch
die Firma Activ Motif, Belgien) (vektorisiertes SOD), in Lösung in dem
Kulturmedium in einer Menge von μg/ml.
Die vektorisierte SOD wird zubereitet, indem man 1 μg Cu-SOD
Rinder-Zn in Suspension in Kulturmedium mit 30 μg Polypeptid 30 Minuten lang
bei Umgebungstemperatur zum Inkubieren bringt.
- – NDGA
verkauft durch die Firma Calbiochem, in einer Menge von 10 μg/ml.
- – Lyprinol® in
einer Menge von 10 μg/ml.
- – Gemisch
aus vektorisiertem SOD und NDGA in Verhältnissen 1/3 in einer Menge
von 1 μg/ml
für die
vektorisierte SOD und 3 μg/ml
für das
NDGA oder
- – Gemisch
aus vektorisierter SOD und Lyprinol® in
Verhältnissen
1/3 in einer Menge von 1 μg/ml
für die
vektorisierte SOD und 3 μg/ml
für das
Lyprinol®.
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Außerdem ist
gleichermaßen
eine Zellkultur, welcher keine entzündungshemmende Verbindung hinzugefügt worden
ist, hergestellt worden, um als Kontrolle zu dienen. Diese Kontrolle
ermöglicht
es, das Basisverhältnis
der endogenen Produktion von 10-IL nach Aktivierung und Stimulierung
zu erkennen.
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Die
Menge an endogenem 10-IL Zyklokin, welche von den Zellen produziert
worden ist, wird ausgewertet mittels Dosierung in den Aufschwemmungen
der Kultur 24 Stunden nach Stimulierung und der Kontaktierung mit
den zu testenden Entzündungshemmern,
mit Hilfe eines Dosierungskits, welches unter der Bezeichnung Quantikine® Human
IL-10 EIA-Kit von der Firma R&D
System (Großbritannien)
vertrieben wird und gemäß dem von
dem Hersteller angegebenen Verfahren.
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3. Ergebnisse
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Die
erhaltenen Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle 1 zusammengefasst: TABELLE
1
- * vergleichende Ergebnisse, welche nicht
Teil der Erfindung sind
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass überraschenderweise
die Verbindung einer SOD und einer NDGA oder Lyprinol® einen
sehr großen
synergetischen Effekt auf die Produktion von Zytokin 10-IL durch
die Zellen hat. Diese Verbindung ermöglicht somit das Auslösen der
Produktion dieses endogenen entzündungshemmenden Promotors
auf umfangreichere Weise als wenn die SOD oder das NDGA oder das
Lyprinol® separat
verwendet werden. Diese Ergebnisse sind umso bemerkenswerter, da
die für
das NDGA separat erhaltenen Werte zeigen, dass dieses praktisch
keine Auswirkung auf die endogene Produktion von 10-IL hat.
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BEISPIEL 2: VERGLEICHENDE
UNTERSUCHUNG DER ENTZÜNDUNGSHEMMENDEN
WIRKUNG (MITTELS DER ENDOGENEN PRODUKTION VON 10-IL) EINER VERBINDUNG
AUS CU-SOD/RINDER-ZN, GEBUNDEN AN EIN POLYPEPTID UND VERSCHIEDENE
INHIBITOREN VON 5-LO
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Diese
Untersuchung wurde mit demselben Protokoll wie jenes, welches oben
bei Beispiel 1 beschrieben worden ist, durchgeführt, außer dass die Aktivierung und
Stimulierung der Zellen durch das Paar 4-IL/Anti-CD23 durchgeführt worden ist.
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In
diesem Beispiel sind drei ungesättigte
Fettsäuren
der Serie Omega-3 gemäß der Erfindung
(Linolensäure,
5,8,11,14-Eikosatetraenoesäure, Eikosapentaenoesäure und
Eikosatrienoesäure)
sowie Flurbiprofen) getestet worden, gebunden oder nicht mit vektorisierten
Cu-SOD/Zn, wie oben bei Beispiel 1 beschrieben.
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Zum
Vergleich wurden auch andere Inhibitoren von 5-LO, welche für deren
entzündungshemmenden Eigenschaften
separat und in Verbindung mit vektorisierten SOD (Baikalein, Koffeinsäure, Linolsäure, Dokosapentaenoesäure und
Dokosahexaenoesäure)
bekannt sind, getestet.
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Die
vektorisierte SOD wurde in einer Menge von 4 μg/ml Zellkultur verwendet und
die Inhibitoren von 5-LO wurden in einer Menge von 10 μg/ml Zellkultur
verwendet.
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Die über der
von den Zellen produzierten 10-IL Menge erhaltenen Ergebnisse sind
nachfolgend in der Tabelle II zusammengefasst:
Zum Vergleich
erhält
man einen 10-IL Betrag von 220 μg/ml
Aufschwemmung, wenn die vektorisierte SOD separat verwendet wird, wobei
der Vergleichsbetrag der von den Zellen in der Aufschwemmung (Kontrolle)
produzierten 10-IL Menge 120 μg/ml
beträgt. TABELLE
II:
- * Inhibitor von 5-LO ist nicht Teil der
Erfindung
- ** Ergebnisse zeigen den Synergieeffekt zwischen vektorisierter
SOD und dem Inhibitor von 5-LO, welcher getestet wurde (d. h., dass
die mit der Bindung erhaltene Wirkung die Summe der Wirkungen, welche
mit jedem der separat getesteten Bestandteile erhalten wurde, übertrifft).
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass nur die Verbindungen gemäß der vorliegenden Erfindung,
d. h. umfassend SOD und einen geeignet ausgewählten Inhibitor von 5-LO, es
ermöglichen,
einen Synergieeffekt für
die endogene Produktion von 10-IL zu erhalten.