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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung bildet die Basis einer Technologieplattform
zum Herstellen rekombinanter polyklonaler Proteine, wie Proteine
aus der Immunglobulin-Superfamilie, zum Beispiel lösliche oder
membrangebundene Formen von B- oder T-Zellrezeptoren, die als eine
neue Klasse von therapeutischen Mitteln bei der Behandlung, Linderung
oder Vorbeugung verschiedener Infektionen, entzündlicher Erkrankungen, Transplantatabstoßung, Krebs
und Allergien verwendet werden soll.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Für eine Anzahl
infektiöser
Erkrankungen und Krebsarten fehlen wirksame Therapien. Monoklonale Antikörper waren
nicht allgemein erfolgreich gegen diese Ziele, teilweise aufgrund
der Variabilität
der komplexen Ziele und adaptiver Mutationen von Zielproteinen,
die ein Umgehen der monoklonalen Antikörpererkennung bei der Immunabwehr
(immune escape) verursachen. Polyklonale Antikörper sind andererseits befähigt, eine
Vielzahl von dynamischen Zielen, z.B. von Viren oder Krebszellen,
zu erfassen (target). Auch besteht bei polyklonalen Antikörpern die
höchste
Wahrscheinlichkeit für
das Aufrechterhalten der Aktivität
bei dem Ereignis der antigenen Mutation.
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Verschiedene
kommerziell erhältliche
therapeutische Mittel auf Basis polyklonaler Antikörper sind
vorhanden, einschließlich:
1) normales Human-Immunglobulin, isoliert aus dem Blut normaler
menschlicher Spender; 2) Human-Hyperimmun-Immunglobulin, das aus
dem Blut von einzelnen menschlichen Spendern stammt, die Antikörper gegen
ein spezielles Krankheitsziel (disease target) tragen, z.B. ein
Virus, dem sie zuvor entweder durch Infektion oder durch Impfung
begegnet sind; und 3) Tier-Hyperimmun-Immunglobulin, isoliert aus dem
Blut immunisierter Tiere.
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Immunglobulin,
das aus Humanblut aufgereinigt wurde, zeigte sich wirksam gegen
Infektionen mit Hepatitis B-Virus, Respiratory-Syncytical-Virus,
Cytomegalovirus und Herpesviren, Tollwutvirus, gegen Botulinustoxin,
sowie in der Neugeborenen-Rhesus D-Prophylaxe. Immunglobulin, das
aus dem Blut von Kaninchen aufgereinigt wurde, die mit Human-T-Zellen
immunisiert wurden, wird verwendet, um eine T-Zell-Immunosuppression
bei der Behandlung oder Vorbeugung einer Transplantatabstoßung (z.B.
Thymoglobulin) zu ermöglichen.
Normales Human-Immunglobulin wurde verwendet, um das Immunsystem
immungeschwächter
Patienten zu stärken,
sowie in der Therapie verschiedener Autoimmunstörungen.
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Gleichwohl
wurde eine weit verbreitete Immunglobulinverwendung aufgrund der
eingeschränkten
Versorgung mit Donorblut-Rohmaterial, Problemen mit Charge-zu-Charge-Änderungen
und veränderlicher
Sicherheit beschränkt.
Insbesondere vom Tier stammende Immunglobuline sehen sich mit den
gleichen Problemen der Immunogenität konfrontiert, die in den
1980ern und 1990ern bei vom Tier stammenden monoklonalen Antikörpern beobachtet
wurden. Schließlich
bleibt wie bei anderen Blutprodukten das Risiko der Übertragung von
Infektionserregern bzw. infektiösen
Substanzen, wie HIV, Herpes- oder Hepatitisviren oder Prionen. Demgemäß ist, während Kliniker
erkennen, dass polyklonale Antikörper
in einigen Situationen ein bevorzugtes therapeutisches Mittel sind,
ihre Verwendung sehr beschränkt.
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Neue
Ansätze,
Human-Immunglobuline zu erzeugen, kamen mit den Techniken für transgene
Tiere auf. Transgene Mäuse,
die Human-Immunglobulin-Loci tragen, wurden erzeugt (US-Patent Nr.
6,111,166). Diese Mäuse
produzieren vollständig
Human-Immunglobuline, und Antikörper
gegen ein spezielles Ziel können
durch übliche
Immunisierungstechniken erzeugt werden. Jedoch sind größere Antikörperausbeuten
aufgrund der relativ kleinen Größe der Mäuse eingeschränkt. Größere Tiere
wurden auch mit Human-Immunglobulin-Genen transgen gemacht, z.B.
Kühe, Schafe,
Kaninchen und Hühner
(Kuroiwa, Y. et al., Nature Biotechnology; 2002; 20: 889-893). Jedoch
ist die Herstellung polyklonaler Antikörper für eine Therapie aus dem Blut solcher
Tiere nicht ohne Komplikationen. Erstens können die Immunphysiologien
des Tiers und der Menschen beachtliche Unterschiede aufweisen, die
einen Unterschied in dem resultierenden Immunrepertoire, der funktionellen
Neuordnung bzw. dem funktionellen Rearrangement (functional rearrangement)
und der Diversität der
Antikörperreaktion
verursachen. Zweitens könnte
die mitotische Instabilität
der eingeführten
Immunglobulin-Loci die Langzeitproduktion von Antikörpern beeinflussen.
Drittens ist es eine technische Herausforderung, die Tier-eigenen
Immunglobulin-Loci zu deletieren, sodass z.B. die Tier-Antikörperproduktion
nicht die Produktion von Human-Antikörpern überschreiten wird. Viertens
begleitet das Risiko der Übertragung
von Infektionserregern bzw. infektiösen Substanzen, wie Viren,
Prionen oder anderen Pathogenen, die Verabreichung von Human-Antikörpern, die
in Tieren produziert wurden.
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Demgemäß besteht
ein Bedarf für
Herstellungstechnologien zum Produzieren rekombinanter polyklonaler
Proteine, wie Antikörpern,
in ausreichend großen
Mengen und mit minimalen Charge-zu-Charge-Änderungen für sichere klinische Verwendungen.
Effiziente Verfahren zum Herstellen homogener rekombinanter Proteine
unter Verwendung eukaryotischer (insbe sondere Säuger-) Expressionszelllinien
wurden für
die Herstellung einer Vielzahl von Proteinen, einschließlich monoklonaler
Antikörper,
Interleukine, Interferone, Tumornekrosefaktor, der Gerinnungsfaktoren
VII, VIII und IX, entwickelt. Viele dieser Techniken basieren auf
Transfektion und dem zufälligen
Einbau des Gens von Interesse in das Genom der Expressionszelllinie,
gefolgt von Auswählen
bzw. Selektion, Vervielfältigung
und Charakterisierung eines Expressionsklons mit hoher Produktion
(high-producer expression clone) und Vermehrung dieses Klons als
eine Master-Expressionszelllinie.
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Die
Expression eines insertierten fremden Gens kann durch "Positionseffekte" der umgebenden genomischen
DNA beeinflusst werden. In vielen Fällen wird das Gen an Stellen
insertiert, an denen die Positionseffekte stark genug sind, um die
Synthese des Produkts des eingeführten
Gens zu inhibieren. Weiterhin ist die Expression aufgrund von Silencing-Mechanismen (d.h.
Methylierung), aufgezwungen durch die umgebende chromosomale Wirts-DNA, oft instabil.
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Systeme,
die die Integration und die Expression eines Gens von Interesse
in Säugerzellen
an einer spezifischen Stelle im Genom ermöglichen, wurden für die Expression
einer Zusammensetzung aus homogenen rekombinanten Proteinen (US-Patente
mit den Nummern 4,959,317 und 5,654,182; WO 98/41645, WO 01/07572)
entwickelt. WO 98/41645 beschreibt den ortsspezifischen Einbau für die Produktion
einer Säugerzelllinie,
die z.B. Antikörper
sezerniert. Jedoch ist diese Expression monoklonal, und es gibt
keinen Hinweis darauf, das Transfektionen mit einer Vektorbibliothek
durchgeführt
werden könnten.
Noch gibt es irgendwelche Vorschläge, wie die ursprüngliche
Diversität,
die durch spezifische VH-VL-Kombinationen
in einer Bibliothek erzeugt wurden, aufrechtzuerhalten ist.
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OFFENBARUNG
DES BEITRAGS
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Die
vorliegende Erfindung stellt Lösungen
zum Erzeugen einer Herstellungszelllinie für die Expression und Produktion
eines rekombinanten polyklonalen Proteins bereit, wobei ein signifikantes Überwiegen
(bias) zwischen den einzelnen Mitgliedern, die das polyklonale Protein
darstellen, vermieden wird.
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Weiterhin
setzt die vorliegende Erfindung keine Tiere in der Herstellung des
polyklonalen Proteins ein, wodurch die ethischen und klinischen
Schwierigkeiten, die mit solchen Ansätzen verbunden sind, vermieden werden.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt Verfahren zum Produzieren einer rekombinanten
polyklonalen Herstellungszelllinie zur Herstellung eines rekombinanten
polyklonalen Proteins, oft ausgewählt aus der Immunglobulin-Superfamilie,
bereit. Besonders die Produktion polyklonaler Antikörper, polyklonaler
T-Zellrezeptoren oder polyklonaler Fragmente davon ist von Interesse.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht
die gewerbliche bzw. großtechnische
Herstellung eines rekombinanten polyklonalen Proteins für die Verwendung
in pharmazeutischen Zusammensetzungen. Eine wichtige Eigenschaft
der Erfindung ist, dass während
der Herstellungsverfahren eine überwiegende
(biased) Expression der einzelnen Moleküle, die das polyklonale Protein
darstellen, auf einem nicht signifikanten Level gehalten wird, wobei
eine ungewünschte
Charge-zu-Charge-Änderung
minimiert wird.
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse, wobei das
polyklonale Protein bestimmte Mitglieder umfasst (oder daraus besteht),
die ein spezielles Antigen binden, wobei das Verfahren umfasst:
a) Bereitstellen einer Sammlung von Zellen, umfassend eine Bibliothek
von varianten Nukleinsäuresequenzen,
wobei jede der Nukleinsäuresequenzen
ein bestimmtes Mitglied des polyklonalen Proteins codiert und wobei
jede der Nukleinsäuresequenzen
an der gleichen einzelnen Stelle des Genoms jeder einzelnen bzw.
individuellen Zelle in der Sammlung von Zellen integriert wird,
b) Kultivieren der Sammlung von Zellen unter Bedingungen, die die
Expression des polyklonalen Proteins ermöglichen bzw. erleichtern und
c) Gewinnen des exprimierten polyklonalen Proteins aus der Zellkultur,
Zellfraktion oder dem Zellkulturmedium.
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Ein
weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren
zum Erzeugen einer Sammlung von Zellen, geeignet als eine rekombinante
polyklonale Herstellungszelllinie, wobei das Verfahren umfasst:
a) Bereitstellen einer Vektorbibliothek, umfassend eine Population
von varianten Nucleinsäuresequenzen,
wobei jeder der Vektoren 1) eine Einzelkopie einer bestimmten Nucleinsäuresequenz,
die für
ein bestimmtes Mitglied eines polyklonalen Proteins codiert, das
bestimmte Mitglieder umfasst (oder daraus besteht), die ein spezielles Antigen
binden, und 2) eine oder mehrere Rekombinase-Erkennungssequenzen
umfasst, b) Einführen
der Vektorbibliothek in eine Wirtszelllinie, wobei das Genom jeder
einzelnen Zelle der Wirtszelllinie Rekombinase-Erkennungssequenzen,
die zu denjenigen des Vektors passen, an einer einzelnen spezifischen
Stelle in ihrem Genom umfasst, c) Sicherstellen des Vorhandenseins
von einer oder mehreren Rekombinasen in den Zellen, so dass die
varianten Nucleinsäuresequenzen
aus Schritt (a) ortsspezifisch in die Zellen der Wirtszelllinie integriert
werden, wobei die eine oder mehreren Rekombinasen entweder i) durch
die Zellen, in die die Nucleinsäuresequenz
eingeführt
ist, exprimiert wird/werden, ii) wirksam durch die Vektoren aus
Schritt a codiert wird/werden, iii) durch Expression von einem zweiten
Vektor bereitgestellt wird/werden oder iv) der Zelle als Protein
bereitgestellt wird/werden, und d) Auswählen bzw. Selektieren von Zellen,
die eine integrierte Kopie aus der Bibliothek aus varianten Nucleinsäuresequenzen
umfassen.
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Bei
beiden Verfahren der Erfindung wird verstanden werden, dass das
polyklonale Protein normalerweise eines ist, das nicht natürlich mit
den Zellen assoziiert ist, in denen die Expression bewirkt wird.
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Die
vorliegende Erfindung beschreibt einige Verfahren, durch die eine
Bibliothek von varianten Nucleinsäuresequenzen in eine Wirtszelllinie
eingeführt
werden kann, um eine Sammlung von Zellen, geeignet als polyklonale
Herstellungszelllinie, zu erzeugen. Diese Verfahren schließen Massentransfektion
(bulk transfection) einer Sammlung von Zellen mit der Bibliothek,
Semi-Massentransfektion (semi-bulk transfection) von Aliquots der
Zellen mit Fraktionen der Bibliothek oder einzelne bzw. individuelle
Transfektion ein, wobei Wirtszellen mit einzelnen Mitgliedern der
Bibliothek transfiziert werden, gefolgt vom Poolen der Klone, die
bei Auswählen
bzw. bei Selektion erzeugt wurden. Vorzugsweise setzt die vorliegende
Erfindung Säugerzellen
(Zelllinien oder Zelltypen) als Wirtszelllinie ein.
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In
einem Aspekt der Erfindung werden die einzelnen Mitglieder eines
polyklonalen Proteins von Paaren unabhängiger Genabschnitte codiert.
Polyklonale Proteine, bei denen einzelne Mitglieder aus zwei Polypeptidketten
bestehen, schließen
lösliche
oder membrangebundene Formen von Antikörpern und T-Zellrezeptoren
ein. In weiteren Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung codiert ein Paar von Genabschnitten für einen
variablen Bereich einer schweren Kette und einer leichten Kette
eines Antikörpers
oder für
einen variablen Bereich einer Alphakette und einer Betakette eines
T-Zellrezeptors oder für
einen variablen Bereich einer Gammakette und einer Deltakette eines
T-Zellrezeptors.
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Die
vorliegende Erfindung stellt weiterhin eine rekombinante polyklonale
Herstellungszelllinie bereit, die eine Sammlung von Zellen umfasst,
transfiziert mit einer Bibliothek aus varianten Nucleinsäuresequenzen, wobei
jede Zelle in der Sammlung mit einem Mitglied der Bibliothek transfiziert
ist und in der Lage ist, dieses zu exprimieren, welches für ein bestimmtes
Mitglied eines polyklonalen Proteins codiert, das ein spezielles
Antigen bindet, und welches an der gleichen, einzelnen Stelle in
dem Genom der einzelnen Zellen in der Sammlung lokalisiert ist,
wobei die Nucleinsäuresequenz
nicht natürlich
mit der Zelle in der Sammlung assoziiert ist. Die Zelllinie stammt
vorzugsweise von einer Säugerzelllinie,
wie Eierstockzellen des chinesischen Hamsters (Chinese hamster ovary
cells) (CHO-Zellen), COS-Zellen, BHK-Zellen, Myelomzellen (z.B.
Sp2/0-Zellen, NS0), YB2/0, NIH 3T3, Fibroblasten oder immortalisierte
Hu manzellen, wie HeLa-Zellen, HEK 293-Zellen oder PER.C6. Jedoch
können
auch eukaryotische Nicht-Säugerzellen
oder prokaryotische Zellen, wie Pflanzenzellen, Insektenzellen,
Hefezellen, Bakterien, Pilze etc. verwendet werden.
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Ebenfalls
durch die vorliegende Erfindung umfasst ist eine Bibliothek von
Vektoren für
ortsspezifische Integration, umfassend eine Population von natürlich auftretenden
varianten Nucleinsäuresequenzen,
wobei jeder der Vektoren 1) eine Kopie einer bestimmten Nucleinsäuresequenz,
die für
ein bestimmtes Mitglied eines polyklonalen Proteins codiert, das
ein spezielles Antigen bindet, und 2) eine oder mehrere Rekombinase-Erkennungssequenzen
umfasst.
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In
einem anderen Aspekt stellt die Erfindung eine pharmazeutische Zusammensetzung
bereit, umfassend, als einen aktiven Inhaltsstoff, einen rekombinanten
polyklonalen Antikörper
(oder ein Fragment davon) oder einen polyklonalen T-Zellrezeptor
(oder ein Fragment davon), die vorzugsweise durch die Verfahren
der Erfindung erhalten wurden. Das rekombinante polyklonale Protein
der Zusammensetzung ist spezifisch für oder reaktiv gegen ein vorbestimmtes
Krankheitsziel. Solche pharmazeutischen Zusammensetzungen können für die Behandlung,
Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten, wie Krebs, Infektionen,
entzündliche
Erkrankungen, Allergien, Asthma und andere Atemwegserkrankungen,
Autoimmunkrankheiten, immunologische Fehlfunktionen, cardiovaskuläre Erkrankungen,
Krankheiten im zentralen Nervensystem, Stoffwechsel- und endokrine
Krankheiten, Transplantatabstoßung
oder ungewollte Schwangerschaft, in einem Säuger, wie einem Menschen, einem
Haustier oder einem Streichel- bzw.
Haustier, verwendet werden.
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Definitionen
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Mit "Protein" oder "Polypeptid" ist eine beliebige
Kette von Aminosäuren
gemeint, ungeachtet der Länge
oder einer posttranslationalen Modifikation. Proteine können als
Monomere oder Multimere vorhanden sein, die zwei oder mehr zusammengesetzte
Polypeptidketten, Fragmente von Proteinen, Polypeptide, Oligopeptide oder
Peptide umfassen.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "polyklonales Protein" oder "Polyklonalität" auf eine Proteinzusammensetzung, die
verschiedene, aber homologe Proteinmoleküle umfasst, vorzugsweise ausgewählt aus
der Immunglobulin-Superfamilie. Somit ist jedes Proteinmolekül homolog
zu den anderen Molekülen
der Zusammensetzung, enthält
aber auch einen oder mehrere Abschnitte von variabler Polypeptidsequenz, der/die
durch die Unterschiede in der Aminosäuresequenz zwischen den einzelnen
Mitgliedern des polyklonalen Proteins gekennzeichnet ist/sind. Bekannte
Beispiele solcher polyklonaler Proteine schließen Antikörper oder Immunglobulinmoleküle, T-Zellrezeptoren
und B-Zellrezeptoren ein. Ein polyklonales Protein kann aus einer
definierten Untergruppe (subset) von Proteinmolekülen bestehen,
die durch ein gemeinsames Merkmal, wie die geteilte Bindungsaktivität gegenüber einem
gewünschten
Ziel, z.B. im Fall eines polyklonalen Antikörpers gegen das gewünschte Zielartigen,
definiert ist.
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Der
Begriff "polyklonales
Protein von Interesse" deckt
eine definierte polyklonales-Protein-Untergruppe
ab, die ein gemeinsames Merkmal, wie die Bindungsaktivität oder -spezifität gegen
das Zielartigen teilen, wobei das Antigen eines oder mehrere von
z.B. separaten Proteinen, Mikroorganismen, Parasiten, Zelltypen, Allergenen
oder Kohlenhydratmolekülen
oder allen anderen Strukturen, Molekülen oder Substanzen, die das Ziel
der spezifischen Antikörperbindung
sein können,
oder Gemischen der Antigene sein kann.
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Die
Begriffe "ein Mitglied
einer rekombinanten polyklonalen Proteinzusammensetzung" oder "ein Mitglied eines
rekombinanten polyklonalen Proteins" bezeichnen ein Proteinmolekül einer
Proteinzusammensetzung, die verschiedene, aber homologe Proteinmoleküle umfasst,
wobei jedes Proteinmolekül
homolog zu den anderen Molekülen
der Zusammensetzung ist, aber auch einen oder mehrere Abschnitte
von variabler Polypeptidsequenz enthält, der/die durch die Unterschiede
in der Aminosäuresequenz
zwischen den einzelnen Mitgliedern des polyklonalen Proteins gekennzeichnet
ist/sind.
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Die
Begriffe "variable
Polypeptidsequenz" und "variabler Bereich" werden austauschbar
verwendet.
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Der
Begriff "ein bestimmtes
Mitglied eines rekombinanten polyklonalen Proteins" bezeichnet ein Proteinmolekül einer
Proteinzusammensetzung, die verschiedene, aber homologe Proteinmoleküle umfasst,
wobei jedes Proteinmolekül
homolog zu den anderen Molekülen
der Zusammensetzung ist, aber auch einen oder mehrere Abschnitte
von variabler Polypeptidsequenz enthält, der/die durch die Unterschiede
in der Aminosäuresequenz
zwischen den einzelnen Mitgliedern des polyklonalen Proteins gekennzeichnet
ist/sind.
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Der
Begriff "Antikörper" beschreibt eine
funktionelle Serumskomponente und wird oft entweder als Sammlung
von Molekülen
(Antikörper
oder Immunglobulin) oder als ein Molekül (das Antikörpermolekül oder Immunglobulinmolekül) bezeichnet.
Ein Antikörpermolekül ist in
der Lage, an eine spezifische artigere Determinante (das Antigen
oder das artigere Epitop) zu binden oder mit ihr zu reagieren, was
wiederum zur Induktion von immunologischen Effektormechanismen führen kann.
Ein einzelnes bzw. individuelles Antikörpermolekül wird gewöhnlich als monospezifisch betrachtet,
und eine Zusammensetzung aus Antikörpermolekülen kann monoklonal (d.h. bestehend
aus identischen Antikörpermolekülen) oder
polyklonal (d.h. beste hend aus verschiedenen Antikörpermolekülen, die
mit gleichen oder verschiedenen Epitopen auf dem gleichen Antigen oder
sogar auf bestimmten verschiedenen Antigenen reagieren) sein. Jedes
Antikörpermolekül hat eine
einzigartige Struktur, die es befähigt, spezifisch an sein zugehöriges Antigen
zu binden, und alle natürlichen
Antikörpermoleküle haben
die gleiche Gesamtbasisstruktur von zwei identischen leichten Ketten
und zwei identischen schweren Ketten. Antikörper sind in ihrer Gesamtheit
auch als Immunglobuline bekannt. Die Begriffe Antikörper (antibody)
oder Antikörper
(antibodies), wie hierin verwendet, sollen chimäre und Einzelkettenantikörper, sowie
Bindungsfragmente von Antikörpern,
wie Fab, Fv-Fragmente oder scFv-Fragmente,
sowie multimere Formen, wie dimere IgA-Moleküle oder pentavalentes IgM,
einschließen.
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Der
Begriff "polyklonaler
Antikörper" beschreibt eine
Zusammensetzung verschiedener Antikörpermoleküle, die in der Lage ist, an
mehrere verschiedene spezifische antigene Determinanten auf dem
gleichen oder auf verschiedenen Antigenen zu binden oder mit ihnen
zu reagieren. Üblicherweise
wird angenommen, dass die Variabilität eines polyklonalen Antikörpers in
den so genannten variablen Regionen des polyklonalen Antikörpers lokalisiert
ist. Jedoch kann im Kontext der vorliegenden Erfindung Polyklonalität auch so
verstanden werden, dass sie die Unterschiede zwischen den einzelnen
Antikörpermolekülen beschreibt,
die sich in so genannten konstanten Regionen befinden, z.B. wie
im Fall der Gemische aus Antikörpern,
die zwei oder mehr Antikörperisotypen,
wie die Human-Isotypen IgG1, IgG2, IgG3, IgG4, IgA1 und IgA2 oder
die Maus-Isotypen IgG1, IgG2a, IgG2b, IgG3 und IgA enthalten.
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Ein "rekombinanter polyklonaler
Antikörper
von Interesse" beschreibt
eine definierte rekombinante polyklonale Antikörperuntergruppe, die durch
die Fähigkeit
gekennzeichnet ist, an ein gewünschtes
Ziel oder einen gewünschten
Satz von Zielen zu binden, wobei die Ziele z.B. ein separates Protein,
ein Mikroorganismus, ein Parasit, eine Zelle, ein Allergen oder
ein Kohlenhydratmolekül
oder eine andere Struktur, ein anderes Molekül oder eine andere Substanz
sind, die das Ziel der spezifischen Antikörperbindung sein können, oder
Gemische davon sind.
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Der
Begriff "Immunglobulin" wird als Sammelbezeichnung
des Gemisches von Antikörpern,
die in Blut oder Serum gefunden werden, verwendet, kann aber auch
verwendet werden, um ein Gemisch von Antikörpern, die aus anderen Quellen
stammen, zu bezeichnen.
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Der
Begriff "Immunglobulinmolekül" bezeichnet ein einzelnes
Antikörpermolekül, z.B.
als ein Teil eines Immunglobulins oder Teil jeder polyklonalen oder
monoklonalen Antikörperzusammensetzung.
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Wenn
angegeben wird, dass ein Mitglied eines polyklonalen Proteins an
ein Antigen bindet, ist hierin eine Bindung mit einer Bindungskonstante,
die unter 1 mM, vorzugsweise unter 100 nM, sogar noch stärker bevorzugt
unter 10 nM, ist, gemeint.
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Der
Begriff "eine Bibliothek
aus varianten Nucleinsäuremolekülen von
Interesse" wird
verwendet, um die Sammlung von Nucleinsäuremolekülen zu beschreiben, die in
ihrer Gesamtheit für
ein "rekombinantes
polyklonales Protein von Interesse" codieren. Wenn sie zur Transfektion
verwendet wird, ist die Bibliothek aus varianten Nucleinsäuremolekülen von
Interesse in einer Bibliothek von Expressionsvektoren enthalten.
Eine solche Bibliothek hat typischerweise mindestens 3, 5, 10, 20,
50, 1000, 104, 105 oder
106 bestimmte bzw. verschiedene Mitglieder.
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Wie
hierin verwendet, sollen die Begriffe "eine Kopie einer bestimmten Nucleinsäuresequenz
von Interesse" nicht
wörtlich
als ein einzelner Abschnitt von Nucleinsäuren genommen werden, die zu
einem einzelnen Genabschnitt gehören,
sondern vielmehr als eine Kopie aller Genabschnitte, die erforderlich
sind, um alle Untereinheiten eines Moleküls des Proteins von Interesse
herzustellen, und die in einem Nucleinsäuremolekül, wie z.B. ein Vektor, zusammengesetzt
sind. Einige Beispiele, in denen üblicherweise mehr als ein Genabschnitt
erforderlich ist, um zu einem vollständigen Moleküls eines
Proteins von Interesse zu führen,
schließen B-Zellrezeptoren, Antikörper und
Fragmente von Antikörpern,
wie Fab's und variable
Domänen,
oder T-Zellrezeptoren ein. Wenn sie in die Zelle eingeführt werden,
befinden sich die Genabschnitte, die zusammen für das vollständig zusammengesetzte
Protein von Interesse codieren, in demselben Vektor, wobei sie somit
miteinander in einer Nucleinsäuresequenz
verbunden sind, möglicherweise
als separate Transkriptionselemente unter der Kontrolle verschiedener
Promotoren.
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Der
Begriff "ein Gen
von Interesse",
wie hierin verwendet, bezieht sich auf eine Nucleinsäuresequenz, die
aus einem oder mehreren Genabschnitten (genomische oder cDNA) aufgebaut
ist, die für
ein Mitglied eines Proteins von Interesse codieren. Die Pluralform "Gene von Interesse" bezieht sich auf
eine Bibliothek von Nucleinsäuresequenzen,
die für
ein polyklonales Protein von Interesse codieren. Der Begriff "GOI" wird als eine Abkürzung für (ein)
Gen(e) von Interesse (gene(s) of interest) verwendet.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "Vektor" auf ein Nucleinsäuremolekül, in das eine Nucleinsäuresequenz
für den
Transport zwischen verschiedenen genetischen Umgebungen und/oder
zur Expression in einer Wirtszelle insertiert werden kann. Ein Vektor,
der in der Lage ist, sich an einem zuvor bestimmten, spezifischen
Locus in dem Genom in das Genom einer Wirtszelle zu integrieren,
wird hierin "ein
Vektor für
ortsspezifische Integration" genannt.
Wenn der Vektor regulatorische Elemente für die Transkription der Nucleinsäuresequenz,
die in den Vektor insertiert ist (zumindest ein geeigneter Promotor),
trägt,
wird der Vektor hierin "ein
Expressionsvektor" genannt.
Wenn der Expressionsvektor in der Lage ist, sich an einem zuvor
bestimmten, spezifischen Locus in das Genom der Wirtszelle zu integrieren,
kann der Expressionsvektor "ein
Expressionsvektor für
ortsspezifische Integration" genannt
werden. Wenn die Nucleinsäure,
die in die oben aufgezeigten Vektoren insertiert ist, für ein Protein
von Interesse, wie hierin definiert, codiert, werden die folgenden
Begriffe verwendet: "Vektor
von Interesse", "Vektor von Interesse
für ortsspezifische
Integration", "Expressionsvektor
von Interesse" und "Expressionsvektor
von Interesse für
ortsspezifische Integration".
Der Begriff "ein Isotypcodierender
Vektor" bezieht
sich auf einen Vektor, der Nucleinsäuresequenzen trägt, die
für einen
Antikörperisotyp
codieren. In der vorliegenden Beschreibung werden die Begriffe "Phagemid-Vektor" und "Phagen-Vektor" austauschbar verwendet.
Die Begriffe "Plasmid" und "Vektor" werden austauschbar
verwendet. Die Erfindung soll solche anderen Formen von Vektoren
einschließen,
die äquivalenten
Funktionen dienen, z.B. Plasmide, Phagemide und Virusgenome, oder
alle anderen Nucleinsäuremoleküle, die
in der Lage sind, die Produktion eines gewünschten Proteins in einem geeigneten
Wirt zu steuern.
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Der
Begriff "jedes Mitglied
der Bibliothek von Vektoren von Interesse" wird verwendet, um einzelne Vektormoleküle mit einer
bestimmten Nucleinsäuresequenz
zu beschreiben, die aus einer Bibliothek von Vektoren von Interesse
stammen, wobei die Nucleinsäuresequenz
für ein
Mitglied des rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse codiert.
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Der
Begriff "Massentransfer" wird verwendet,
um den Transfer bzw. die Übertragung
von Nucleinsäuresequenzen
von Interesse von einer Population von Vektoren auf eine andere
Population von Vektoren zu beschreiben, wobei dieses für jede DNA
simultan durchgeführt
wird, ohne auf eine Isolierung der einzelnen DNAs von Interesse
zurückzugreifen.
Solche Populationen von Vektoren können Bibliotheken sein, die
z.B. variable Regionen bzw. Bereiche, Promotoren, Leit- bzw. Signal-
oder Verstärkerelemente
von Interesse enthalten. Diese Sequenzen können dann ohne vorherige Isolierung
aus z.B. einem Phagenvektor in einen Säugerexpressionsvektor versetzt
werden. Insbesondere für
Antikörpersequenzen
stellt diese Technik sicher, dass die Diversität der Verknüpfung zwischen VH und
VL (linkage between VH and
VL diversity) nicht verloren geht, während die
Bibliotheken aus z.B. einem Selektionsvektor (z.B. ein Phagen-Display-Vektor)
in einen Säugerexpressionsvektor
versetzt werden. Hierdurch wird die ursprüngliche Paarung von VH und VL aufrechterhalten.
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Der
Begriff "Transfektion" wird hierin als
breiter Begriff für
das Einführen
fremder DNA in eine Zelle verwendet. Der Begriff ist auch dazu gedacht,
andere funktionelle äquivalente
Verfahren zum Einführen
fremder DNA in eine Zelle, wie z.B. Transformation, Infektion, Transduktion
oder Fusion einer Donorzelle und einer Akzeptorzelle, abzudecken.
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Der
Begriff "Auswählen" bzw. "Selektion" wird verwendet,
um ein Verfahren zu beschreiben, in dem Zellen ein bestimmtes Merkmal
erworben haben, das die Isolierung von Zellen ermöglicht,
die dieses Merkmal nicht erworben haben. Solche Merkmale können die
Resistenz gegen ein zytotoxisches Mittel oder die Produktion eines
essenziellen Nährstoffs,
Enzyms oder einer Farbe sein.
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Die
Begriffe "selektierbares
Markergen", "Selektionsmarkergen", "Selektionsgen" und "Markergen" werden verwendet,
um ein Gen zu beschreiben, das für
einen selektierbaren Marker (z.B. ein Gen, das Resistenz gegen einen
beliebigen zytotoxischen Wirkstoff, wie bestimmte Antibiotika verleiht,
ein Gen, das in der Lage ist, einen essenziellen Nährstoff
zu produzieren, der im Wachstumsmedium verringert werden kann, ein Gen,
das für
ein Enzym codiert, welches analysierbare Metaboliten produziert,
oder ein Gen, das für
ein gefärbtes
Protein codiert, welches z.B. mittels FACS herausgesucht werden
kann) codiert, der zusammen mit dem/den Gen(en) von Interesse in
die Zellen co-eingeführt
wird.
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Der
Begriff "rekombinantes
Protein" wird verwendet,
um ein Protein zu beschreiben, das von einer Zelllinie exprimiert
wird, die mit einem Expressionsvektor transfiziert ist, welcher
die codierende Sequenz des Proteins umfasst.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "funktionell verknüpft" auf einen Abschnitt, der mit einem anderen
Abschnitt verknüpft
ist, wenn er in einer funktionellen Beziehung mit dem anderen Abschnitt
platziert ist. Z.B. ist DNA, die für eine Signalsequenz codiert,
funktionell mit DNA verknüpft,
die für
ein Polypeptid codiert, wenn sie als Leader exprimiert wird, der
an dem Transfer des Polypeptids zum endoplasmatischen Reticulum
beteiligt ist. Auch ein Promotor oder Verstärker ist funktionell mit einer
codierenden Sequenz verknüpft, wenn
er die Transkription der Sequenz stimuliert.
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Der
Begriff "eine Mehrheit
der einzelnen Zellen" bezieht
sich auf einen Prozentsatz der Zellen, wie mehr als 80%, vorzugsweise
mehr als 85%, stärker
bevorzugt 90%, 95% oder sogar 99% oder höher.
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Wie
hierin verwendet, soll der Begriff "Genom" nicht wörtlich als das normale Gegenstück (normal complement)
der Chromosomen, die in einer Zelle vorhanden sind, genommen werden,
sondern auch als extrachromosomale Elemente, die in eine Zelle eingeführt und
darin behalten werden können.
Solche extrachromosomalen Elemente können Minichromosome, YACs (yeast
artificial chromosomes) (künstliche
Hefechromosome), MACs (mouse artificial chromosomes) (künstliche
Mäusechromosome)
oder HACs (human artficial chromosomes) (künstliche Humanchromosome) einschließen, sind
aber nicht darauf beschränkt.
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Der
Begriff "Promotor" betrifft einen Bereich
der DNA, der am Binden der RNA-Polymerase
beteiligt ist, um die Transkription zu initiieren.
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Der
Begriff "Kopf-an-Kopf-Promotoren" (head-to-head promoters)
betrifft ein Promotorpaar, das in enger Nachbarschaft platziert
ist, so dass die Transkription zweier Genfragmente, die durch die
Promotoren gesteuert wird, in entgegen gesetzter Richtung auftritt.
Ein Kopf-an-Kopf-Promotor
kann auch mit einem Stuffer, der aus irrelevanten Nucleinsäuren zusammengesetzt
ist, zwischen den zwei Promotoren konstruiert werden. Ein solches
Stuffer-Fragment
kann leicht mehr als 500 Nucleotide enthalten.
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Ein "Antibiotikaresistenzgen" ist ein Gen, das
für ein
Protein codiert, das die hemmende oder toxische Wirkung, die ein
Antibiotikum auf eine Zelle hat, überwinden kann, wobei das Überleben
und die fortgesetzte Vermehrung der Zellen in Gegenwart des Antibiotikums
sichergestellt wird.
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Der
Begriff "interne
Ribosomen-Eintrittsstelle" oder "IRES" beschreibt eine
Struktur, die von der normalen 5'-Cap-Struktur
an einer mRNA verschieden ist. Beide Strukturen können durch
ein Ribosom erkannt werden, um das Suchen nach einem AUG-Codon zu
initiieren, um die Translation zu initiieren. Unter Verwendung einer
Promotorsequenz und zweier initiierender AUGs kann eine erste und
eine zweite Polypeptidsequenz aus einer einzelnen mRNA translatiert
werden. Um die Co-Translation einer ersten und einer zweiten Polynucleotidsequenz
aus einer einzelnen bi-cistronischen mRNA zu ermöglichen, können somit die erste und die
zweite Polynucleotidsequenz über
eine Linkersequenz, einschließlich
einer IRES-Sequenz, die die Translation der Polynucleotidsequenz
stromabwärts
der IRES-Sequenz ermöglicht,
transkriptionell fusioniert sein (transcriptionally fused). In diesem
Fall wird ein transkribiertes bicistronisches RNA-Molekül sowohl
von dem 5'-Ende
mit Cap (capped 5' end)
als auch von der internen IRES-Sequenz des bi-cistronischen RNA-Moleküls translatiert
werden, um dadurch sowohl das erste als auch das zweite Polypeptid
zu produzieren.
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Der
Begriff "induzierbare
Expression" wird
verwendet, um eine Expression zu beschreiben, die die Wechselwirkung
eines Induktormoleküls
oder die Freisetzung eines Co-Repressormoleküls und eines
regulatorischen Proteins benötigt,
damit die Expression stattfindet.
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Der
Begriff "konstitutive
Expression" betrifft
eine Expression, die üblicherweise
nicht induzierbar ist.
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Der
Begriff "Rekombinase" betrifft ein Enzym,
das die Rekombination zwischen zwei oder mehreren Rekombinationsstellen
katalysiert. In der vorliegenden Erfindung verwendbare Rekombinasen
katalysieren die Rekombination an spezifischen Rekombinationsstellen,
die spezifische Nucleinsäuresequenzen
sind, die durch eine spezielle Rekombinase erkannt werden.
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Der
Begriff "Umordnung" bzw. "Scrambling" beschreibt Situationen,
in denen zwei oder mehr verschiedene Mitglieder eines polyklonalen
Proteins, die aus zwei verschiedenen Polypeptidketten bestehen,
z.B. aus der Immunglobulin-Superfamilie, von einer einzelnen Zelle
exprimiert werden. Diese Situation kann entstehen, wenn die einzelne
Zelle mehr als ein Paar von Genabschnitten in das Genom integriert
hat, wobei jedes Paar von Genabschnitten für ein unterschiedliches Mitglied
des polyklonalen Proteins codiert. In solchen Situationen können unbeabsichtigte
Kombinationen der Polypeptidketten, die von den Genabschnitten exprimiert
werden, hergestellt werden. Diese unbeabsichtigten Kombinationen
der Polypeptidketten könnten
keine therapeutische Wirkung haben.
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Der
Begriff "VH-VL-Ketten-Scrambling" ist ein Beispiel
des oben definierten Scramblings. In diesem Beispiel stellen die
VH- und VL-codierenden
Genabschnitte ein Paar von Genabschnitten dar. Das Scrambling tritt
auf, wenn unbeabsichtigte Kombinationen von VH-
und VL-Polypeptiden von einer Zelle produziert
werden, in der zwei verschiedene VH- und
VL-codierende Genabschnittspaare in die
gleiche Zelle integriert sind. Es ist nicht wahrscheinlich, das
ein solches ungeordnetes (scrambled) Antikörpermolekül die ursprüngliche Spezifität aufrechterhält, und
es könnte
somit keinen therapeutischen Effekt haben.
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Der
Begriff "rekombinante
polyklonale Herstellungszelllinie" bezieht sich auf eine Population von
proteinexprimierenden Zellen, die mit einer Bibliothek aus varianten
Nucleinsäuresequenzen
von Interesse transfiziert ist, so dass die einzelnen Zellen, die
zusammen die rekombinante polyklonale Herstellungszelllinie darstellen,
nur eine Kopie einer bestimmten Nucleinsäuresequenz von Interesse tragen,
die für
ein Mitglied des rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse
codiert, und dass jede Kopie an der gleichen Stelle des Genoms jeder
Zelle integriert ist. Die Zellen, die die rekombinante polyklonale
Herstellungszelllinie darstellen, werden aufgrund ihrer Fähigkeit
ausgewählt,
die integrierte Kopie der bestimmten Nucleinsäuresequenz von Interesse zu
behalten, z.B. durch Antibiotikumselektion. Zellen, die eine solche
Herstellungszelllinie darstellen können, können z.B. Bakterien, Pilze,
eukaryotische Zellen, wie Hefe, Insektenzellen oder Säugerzellen,
insbesondere immortale Säugerzelllinien,
wie CHO-Zellen, COS-Zellen, BHK-Zellen, Myelomzellen (z.B. Sp2/0-Zellen,
NS0), NIH 3T3, YB2/0 und immortalisierte Humanzellen, wie HeLa-Zellen,
HEK-293-Zellen oder PER.C6, sein.
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Der
Begriff "aktive
Stelle" bzw. "hot spot", wie in "Hotspot-Zelllinie", bezieht sich auf
einen zuvor etablierten Locus des Genoms der Zelle, der ausgewählt wurde
wegen einer oder erzeugt wurde für
eine und gekennzeichnet ist durch eine hocheffiziente Transkription
einer integrierten Nucleinsäuresequenz
von Interesse bei Integration des Expressionsvektors an dieser Stelle.
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Der
Begriff "überwiegen" bzw. "überwiegend" (bias) wird verwendet, um das Phänomen während der Produktion
von rekombinantem polyklonalen Protein zu bezeichnen, bei dem sich
die Zusammensetzung eines polyklonalen Vektors, einer polyklonalen
Zelllinie oder eines polyklonalen Proteins im Verlauf der Zeit aufgrund
zufälliger
genetischer Mutationen, aufgrund von Unterschieden in Vermehrungs-
bzw. Proliferationskinetik zwischen einzelnen Zellen, von Unterschieden
in Expressionsleveln zwischen verschiedenen Expressionskonstruktsequenzen
oder von Unterschieden in der Klonierungseffizienz von DNA verändert.
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Der
Begriff "RFLP" bezieht sich auf "Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus", ein Verfahren,
wodurch das Gelmigrationsmuster von Nucleinsäuremolekülfragmenten nach der Spaltung
mit Restriktionsenzymen analysiert wird.
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Der
Begriff "HDS" bezieht sich auf
ein Screeningverfahren mit hoher Dichte, in dem viele einzelne Moleküle parallel
auf Membranen getestet werden, so dass große Anzahlen von Testverbindungen
simultan auf eine gegebene Aktivität hin durchmustert werden können.
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich "TagMan
PCR" auf einen PCR-Assay,
der auf dem TagMan-System basiert, das durch Holland, P.M. et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 88: 7276-7280 (1991) beschrieben wurde.
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Der
Begriff "5'-UTR" bezieht sich auf
einen 5'-untranslatierten
Bereich der mRNA.
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Der
Begriff "Pfu-PCR" bezieht sich auf
eine PCR-Reaktion, die unter Verwendung einer Pfu-DNA-Polymerase
(isoliert aus Pyrococcus furiosus) durchgeführt wurde, die verwendet wird,
weil sie die höchste
Zuverlässigkeit
unter den bekannten thermostabilen Polymerasen hat.
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Abkürzungen: "CMV" = (Human-)Cytomegalo-Virus. "MSPSV" = myeloproliferatives
Sarkom-Virus. "AdMLP" = später Adenovirus-Hauptpromotor
(Adenovirus Major Late Promoter). SV40 poly A = Affenvirus (Simian
Virus) 40 Poly A-Signalsequenz. GFP = grüne Fluoreszenzproteine. PVDF
= Polyvinylidendifluorid. TcR = T-Zellrezeptor. ELISA = enzymgekop pelte
Immunadsorptionsbestimmung (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay).
LTR = lange terminale Wiederholung (Long Terminal Repeat).
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BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1:
Schematische Darstellung eines "Kopf-an-Kopf-Promotor"-Expressionsvektors,
umfassend die folgenden Elemente: Amp pro = ein Promotor, der die
Expression des Ampicillin-Resistenzgens ermöglicht. Amp = ein Ampicillin-Resistenzgen.
pUC-Ursprung = ein pUC-Ursprung
der Replikation. Restriktionsenzymschnittstellen: NotI und EcoRI.
Promotor A/Promotor B = Kopf-an-Kopf-Promotorkassette, einschließlich Leit- bzw.
Signalsequenzen (z.B. CMV/MPSV). V Heavy = Sequenz, die für die variable
schwere Kette (heavy chain) eines GOI codiert. C Heavy Chain = Sequenzen,
die für
die konstante schwere Kette (heavy chain) (z.B. die Sequenzen für die konstante
schwere Kette von Maus-IgG1 oder -IgG2B) codieren. R-B-Globin-pA = Kaninchen-β-Globin-Poly-A-Sequenz.
bGH-polyA = Rinderwachstumshormon-poly-A-Sequenz. V Kappa = Sequenz,
die für
das variable Kappa eines GOI codiert. C Kappa chain = Sequenz, die
für die
konstante Kappa-Kette (kappa chain) codiert. FRT-Stelle = eine FRT-Rekombinationsstelle.
Hygromycin = Gen für
Hygromycin-Resistenz. SV40 poly A = poly-A-Signalsequenz.
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2:
Schematische Darstellung eines Expressionsvektors für uni-direktionale
Expression, umfassend die folgenden Elemente: Amp pro = ein Promotor,
der die Expression des Ampicillin-Resistenzgens ermöglicht.
Amp = ein Ampicillin-Resistenzgen. pUC ori = ein pUC-Replikationsursprung.
Promotor A = Säugerpromotor,
einschließlich
Leit- bzw. Signalsequenzen (z.B. AdMLP). V Heavy = Sequenz, die
für die
variable schwere Kette eines GOI codiert. C Heavy Chain = Sequenzen,
die für
die konstante schwere Kette (z.B. die Sequenzen für die schwere
Kette von Maus-IgG1) codieren. hGH poly A = Human-Wachstumshormon-poly-A-Sequenz. bGH-polyA
= Rinderwachstumshormon-poly-A-Sequenz. V Kappa = Sequenz, die für die variable
leichte Kappa-Kette eines GOI codiert. C Kappa = Sequenz, die für die konstante
Kappa-Kette codiert. FRT = eine FRT-Rekombinationsstelle. Hygromycin
= Gen für
Hygromycin-Resistenz. SV40 poly A = poly-A-Signalsequenz. Die Sequenzen
von hGH, poly A und Promotor A könnten
durch eine IRES-Struktur ersetzt sein.
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3:
Fließschema,
das die Erzeugung einer rekombinanten polyklonalen Herstellungszelllinie
und die Produktion eines rekombinanten polyklonalen Proteins umreißt. 1) veranschaulicht
eine Massentransfektionsstrategie (bulk transfection strategy);
2) veranschaulicht eine Semi-Massentransfektionsstrategie (semi-bulk
transfection strategy); und 3) veranschaulicht eine Einzel-Transfektionsstrategie.
A) veranschaulicht die Bibliothek aus Vektoren (waagerechte Linien),
die Pfeilspitzen veranschaulichen die Gruppierung der Vektoren.
In Strategie 1 sind die Vektoren in Masse gruppiert (in bulk), in
Strategie 2 sind sie in kleineren Fraktionen (Semi-Masse) (semi-bulk)
gruppiert, wohingegen sie in Strategie 3 getrennt voneinander (einzeln)
gehalten werden. B) veranschaulicht die Transfektion, wobei die
Anzahl der Röhrchen
von der Gruppierung der Vektoren abhängt, die die Bibliothek darstellen.
C) veranschaulicht das Auswählen
bzw. die Selektion von Zellen, die ortsspezifisch in das Wirtszellgenom
eine GOI integriert haben, D) veranschaulicht die Erzeugung eines polyklonalen
GOI-Bibliotheksbestandes, wobei die ausgewählten bzw. selektierten Zellen,
die die integrierte Bibliothek darstellen, in einem Gefrierschrank
gelagert werden. Es ist freigestellt, die einzelnen Klone aufzubewahren
oder die Klone zu poolen. E) veranschaulicht den Beginn der Herstellungsphase,
wobei die Klone aus der Stammlösung
bzw. dem Bestand aufgetaut werden (entweder einzeln, aus kleineren
Fraktionen oder aus einem Pool) und für das Wachstum in Suspension
adaptiert werden. Die Adaption an serumfreie Medien kann nach der
Auswahl- bzw. Selektionsstufe oder bei dieser Stufe durchgeführt werden.
F) veranschaulicht die Stufe in der Produktion, in der die polyklonale
Zelllinie vermehrt wird, um einen größeren Bioreaktor zu beimpfen
(intermediäre
Beimpfungsschritte sind eine Möglichkeit,
obwohl nicht veranschaulicht). In Strategie 2 und 3 ist dies die
Stufe, in der der Bestand an polyklonalen Zellklonen nicht länger als
einzelne Klone oder Semi-Massenfraktionen (semi-bulk fractions)
gehalten wird, sondern zu einer Sammlung von Zellen vereinigt wird,
die eine rekombinante polyklonale Herstellungszelllinie bilden.
G) veranschaulicht die abschließende Produktion,
die aus der Bioreaktorherstellung erhalten wird. Auf die Produktionsphase
folgend wird die polyklonale Proteinzusammensetzung zur Aufreinigung
und Charakterisierung des Produkts geerntet.
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4: Fließdiagramm, das die Erzeugung
eines Säugerexpressionsvektors
veranschaulicht.
(A). Eine schematische Darstellung eines Phagemid-Vektors,
pSymvc10, der eine Sequenz trägt,
die für
ein Mitglied des GOI codiert. P tac und P lacZ = bakterielle Kopf-an-Kopf-Promotorkassette.
V kappa = Sequenz, die für
eine variable leichte Kappa-Kette eines GOI codiert. C Kappa chain
= Sequenz, die für
die konstante leichte Maus-Kappa-Kette codiert. V Heavy = Sequenz,
die für
die variable schwere Kette eines GOI codiert. C Heavy Chain = Sequenz,
die für
die CH1-Domäne
der konstanten schweren Kette codiert. Restriktionsenzymschnittstellen:
EcoRI, NotI, SacI und XhoI. cpIII = Phagen-Protein III. Amp pro
= ein Promotor, der die Expression des Ampicillin-Resistenzgens
ermöglicht.
Amp = ein Ampicillin-Resistenzgen. pUC Ori = ein pUC-Replikationsursprung.
Schritt
1: Durch Restriktionsverdau mit SacI und XhoI kann die bakterielle
Promotorkassette aus pSymvc10 ausgeschnitten werden und durch Ligation
durch eine Säugerpromotorkassette
(B), die ebenfalls durch Restriktionsverdau mit SacI und XhoI hergestellt
wurde, ersetzt werden.
(C) Schematische Darstellung eines Phagemid-Vektors,
pSymvc12, der Sequenzen aus dem GOI trägt, nach Promotoraustausch
mit einer Säuger-Kopf-an-Kopf-Promotorkassette.
Promotor A/Promotor B = Kopf-an-Kopf-Promotorkassette der Wahl (z.B.
CMV/MPSV). V kappa = Sequenz, die für eine variable leichte Kappa-Kette
eins GOI codiert. C Kappa chain = Sequenz, die für die konstante Maus-Kappa-Kette
codiert. V Heavy = Sequenz, die für die variable schwere Kette
eines GOI codiert. C Heavy Chain = Sequenz, die für die CH1-Domäne der konstanten
schweren Kette codiert. Restriktionsenzymschnittstellen: NotI, SacI,
XhoI und EcoRI. cpIII = Phagen-Protein III. Amp pro = ein Promotor,
der die Expression des Ampicillin-Resistenzgens ermöglicht. Amp = ein Ampicillin-Resistenzgen.
pUC Ori = ein pUC-Replikationsursprung.
Schritt 2: Durch Restriktionsverdau
von pSymvc12 mit EcoRI und NotI kann ein Nucleinsäurefragment,
das das gesamte Kappa, die Promotorkassette und V Heavy enthält, aus
pSymvc12 ausgeschnitten werden und in einen Isotyp-codierenden Vektor,
z.B. pSymvc20, ligiert werden, der ebenfalls durch Restriktionsverdau
mit EcoRI und NotI hergestellt wurde, wodurch der Säugerexpressionsvektor
pSymvc21 (E) erzeugt wird.
(E) Schematische Darstellung eines
Säugerexpressionsvektors,
pSymvc21, mit variablen schweren und Kappa-Bereichen aus dem GOI,
zur Antikörperexpression.
Dieser Säugerexpressionsvektor
umfasst die folgenden Elemente: Amp pro = ein Promotor, der die
Expression des Ampicillin-Resistenzgens ermöglicht. Amp = ein Ampicillin-Resistenzgen.
pUC Ori = ein pUC-Replikationsursprung. Restriktionsenzymschnittstellen:
NotI und EcoRI. Promotor A/Promotor B = Kopf-an-Kopf-Promotorkassette
der Wahl (z.B. CMV/MPSV). V kappa = V-Kappa-Sequenz, die für eine variable leichte Kappa-Kette
eines GOI codiert. C Kappa chain = Sequenz, die für die konstante
leichte Säuger-Kappa-Kette
codiert (z.B. eine konstante Maus-Kappa-Kette). V Heavy = V-Heavy-Sequenz,
die für
die variable schwere Kette eines GOI codiert. C Heavy Chain = Sequenzen,
die für eine
konstante schwere Säuger-Kette
codieren (z.B. die Sequenzen für
die konstante schwere Kette von Maus-IgG1 oder -IgG2B). R-B-Globin-pA
= eine Kaninchen-β-Globin-Poly-A-Sequenz.
bGH-polyA = Rinderwachstumshormon-poly-A-Sequenz. FRT-Stelle = eine FRT-Rekombinationsstelle.
Hygromycin = Gen für
Hygromycin-Resistenz.
SV40 poly A = SV40-poly-A-Sequenz. Natürlich kann die Reihenfolge
der Schritte 1 und 2 umgekehrt werden, so dass ein Fragment aus
pSymvc10, das das gesamte Kappa, die bakterielle Promotorkassette
und V heavy enthält,
aus pSymvc10 unter Anwendung eines Eco-RI- und NotI-Restriktionsverdaus ausgeschnitten
werden kann, welches dann in einen Isotypcodierenden Vektor, z.B.
pSymvc20, ligiert wird. Der Promotoraustausch kann dann auf pSymvc20
durch Restriktionsverdau unter Verwendung von SacI und XhoI und
Ligation mit einem SacI + XhoI-verdauten Säugerpromotorkassettenfragment,
z.B. wie in 4B, durchgeführt werden.
-
5:
Histrogramm, das die Genotypenverteilung in TG1-Zellen, die mit
Plasmidpräparation
1 transformiert wurden, zeigt. Ein 223-228 bezieht sich auf Vektoren
mit bakteriellen Promotoren, die entsprechend für Anti-β2-Mikroglobulin
(anti-B2M), anti-alkalisches Phosphat (anti-alkaline phosphate)
(Anti-AP), Anti-Ovalbumin (Anti-OVA), Anti-Faktor VIII (Anti-FVIII), Anti-Lysozym
(Anti-LYS), Anti-Haptoglobin (Anti-HAP) codieren. Ein 223-228 sind
Vektoren des pSymvc10-Typs. Die Anzahl der einzelnen Genotypen,
die dem Fragmentmuster ähneln,
bestimmt durch RFLP, entspricht der Anzahl der einzelnen Kolonien
an der Gesamtanzahl der überimpften
bzw. gepickten Kolonien.
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6:
Histrogramm, das die Genotypenverteilung in TG1-Zellen, die mit
Plasmidpräparation
2 transformiert wurden, zeigt. Ein 229-234 bezieht sich auf Vektoren
mit Säugerpromotoren
(CMV/MPSV), die entsprechend für
Anti-β2-Mikroglobulin (anti-B2M), anti-alkalisches
Phosphat (Anti-AP), Anti-Ovalbumin (Anti-OVA), Anti-Faktor VIII
(Anti-FVIII), Anti-Lysozym (Anti-LYS), Anti-Haptoglobin (Anti-HAP)
codieren. Ein 229-234 sind Vektoren des pSymvc12-Typs. Die Anzahl
der Klone stellt die beobachtete Anzahl von Klonen dar, die dem
Sequenzmuster, bestimmt durch RFLP, dieses Ein-Typs (eine vollständige Sequenzanalyse
wurde nicht durchgeführt) ähneln.
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7:
Histrogramm, das die Genotypenverteilung in TG1-Zellen, die mit
Plasmidpräparation
3 transformiert wurden, zeigt. Ein 235-240 bezieht sich auf einen
Maus-IgG1-Säugerexpressionsvektor
(einschließlich
eines Kaninchen-β-Globin-poly-A-Signals)
und codiert entsprechend für
Anti-β2-Mikroglobulin (anti-B2M), anti-alkalisches
Phosphat (Anti-AP), Anti-Ovalbumin
(Anti-OVA), Anti-Faktor VIII (Anti-FVIII), Anti-Lysozym (Anti-LYS),
Anti-Haptoglobin
(Anti-HAP). Ein 235-240 sind Vektoren des pSymvc21-Typs. Die Anzahl
der Klone stellt die beobachtete Anzahl von Klonen dar, die dem
Sequenzmuster, bestimmt durch RFLP, dieses Ein-Typs (eine vollständige Sequenzanalyse
wurde nicht durchgeführt) ähneln.
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8:
Histrogramm, das die Genotypenverteilung in TG1-Zellen, die mit
der Plasmidpräparation
mit doppeltem Verdau/Ligation (Massentransfer in den Säugerexpressionsvek tor
ohne DNA-Vervielfältigung
in E. coli nach dem Plasmidpräparation-1-Schritt)
transformiert wurden, zeigt.
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9: Histrogramme, die die Genotypenverteilung
in CHO-Flp-In-Zellen, die mit einem Gemisch aus Säugerexpressionsvektoren,
die für
die sechs Gene von Interesse am A) Tag 16 und B) Tag 34 nach der
Transfektion codieren, zeigen.
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10:
Antigen-spezifischer ELISA der Überstände, die
von den CHO-Flp-In-Zellen 34 Tage nach Massentransfektion mit einem
Gemisch von Expressionsvektoren, die für die sechs Gene von Interesse
codieren, stammten.
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11:
Anti-Kappa-Beschichtungs-ELISA (anti-kappa coat ELISA) der Überstände, die
aus Reservoiren bzw. Pools von CHO-Flp-In-Zellen 34 Tage nach Transfektion
entweder mit einem Einzelexpressionsvektor, der für ein Gen
von Interesse codiert, oder mit einem Gemisch von Expressionsvektoren,
die für
die sechs Gene von Interesse codieren, stammten.
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12:
Quantitativer antigen-spezifischer ELISA der Überstände, die von den CHO-Flp-In-Klon 019 am
Tag 17, 31, 45, 59 und 73 nach Massentransfektion mit einem Gemisch
von Expressionsvektoren, die für die
sechs Gene von Interesse codieren, stammten. A, B und C stellen
drei verschiedene Transfektionsversuche dar.
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13:
Antigen-spezifischer ELISA der Überstände, die
von CHO-Flp-In-Zellkulturen am Tag 8, 17, 30, 45, 57, 72 und 85
nach Mischen der CHO-Flp-In-Zelllinien, die einzelne Mitglieder
der Mini-Sechs-Bibliothek (mini six library) exprimieren, stammten.
Die Ergebnisse sind als Mittelwert ± Standardabweichung aus drei
unabhängigen
Versuchen gezeigt.
-
DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Das rekombinante polyklonale
Proteinexpressionssystem
-
Die
vorliegende Erfindung stellt Verfahren zur gleich bleibenden bzw.
einheitlichen Herstellung rekombinanter polyklonaler Proteine bereit,
die vorzugsweise aus der Immunglobulin-Superfamilie ausgewählt sind, einer
Familie von Proteinen mit Immunglobulin-artigen Domänen. Die
meisten der Mitglieder sind an Zelloberflächenerkennungsereignissen beteiligt.
Die Sequenzhomologie deutet darauf hin, dass Antikörper, T-Zellrezeptoren,
MHC-Moleküle,
einige Zelladhäsionsmoleküle und Cytokinrezeptoren
eine enge Homologie teilen. Insbesondere Mitglieder dieser Familie,
die variable Bereiche enthalten, sind zur Erzeugung rekombinanter
polyklonaler Proteine gemäß der vorliegenden
Erfindung geeignet. Solche Mitglieder schließen Antikörper, membrangebundene Antikörper (B-Zellrezeptoren),
Fab-Fragmente, Fv-Fragmente, Einzelketten-Fv(scFv)-Fragmente, T-Zellrezeptoren
(TcRs), lösliche
TcRs, TcR-Fragmente der variablen Domäne, TcR-Fragmente der variablen
Domäne,
die durch einen Polypeptidlinker verknüpft sind, oder andere Antikörper oder
von TcR stammende Fragmente ein. Insbesondere wird in Erwägung gezogen,
dass die vorliegende Erfindung die Möglichkeit zur Herstellung in
großem
Maßstab
und zur Produktion einer neuen Klasse von therapeutischen Mitteln, die
rekombinante therapeutische polyklonale Antikörper oder TcRs umfassen, eröffnen wird.
-
Einer
der Hauptvorteile des Herstellungsverfahrens der vorliegenden Erfindung
ist, dass alle Mitglieder, die das rekombinante polyklonale Protein
darstellen, in zwischen einem und näherungsweise zehn Bioreaktoren
oder Äquivalenten
davon hergestellt werden können.
Weiterhin kann die rekombinante polyklonale Proteinzusammensetzung
als eine einzelne Präparation
aus dem Reaktor aufgereinigt werden, ohne dass die einzelnen Mitglieder,
die das rekombinante polyklonale Protein darstellen, während des
Verfahrens getrennt werden müssen.
Im Unterschied dazu wäre,
wenn jemand eine rekombinante polyklonale Antikörperzusammensetzung durch Mischen
gereinigter monoklonaler Antikörper
(wie z.B. in WO 91/16074 vorgeschlagen) imitieren wollte, die getrennte
Herstellung jedes einzelnen Antikörpers, der in der Zusammensetzung
eingeschlossen sein sollte, in einem Bioreaktor erforderlich, und
höchstwahrscheinlich
würden
die Antikörper
auch einzeln aufgereinigt. Eine solche Herstellung einer monoklonalen
Mischung wäre
sehr kostspielig und zeitintensiv und raumbrauchend, im Vergleich
zu dem Verfahren der Herstellung eines rekombinanten polyklonalen Antikörpers oder
anderer polyklonaler Proteine, wie hierin beschrieben. Somit würde das
Verfahren, wie in WO 91/16074 beschrieben, naturgemäß in einer
praktischen Begrenzung der Anzahl monoklonaler Antikörper, die in
ein solches Gemisch eingeschlossen werden könnten, höchstwahrscheinlich unter 10,
resultieren, wohingegen die Technologie, wie hierin beschrieben,
allgemein einen polyklonalen Antikörper mit so vielen einzelnen Mitgliedern
wie gewünscht
herstellen kann.
-
Um
eine vorhersagbare Expression eines rekombinanten polyklonalen Proteins
aus einer rekombinanten polyklonalen Herstellungszelllinie zu erhalten,
sollten die regulatorischen Eigenschaften der Genomintegrationsstelle
vernünftigerweise
gut verstanden sein.
-
Konventionelle
Transfektions- und rekombinante Proteinexpressionstechniken, die
eine zufällige
Integration verwenden, sind zur Herstellung eines rekombinanten
polyklonalen Proteins nicht zweckmäßig, da die zufällige Beschaffenheit
des Verfahrens dazu führen
wird, dass die Anzahl und die Positionen der integrierten Nucleinsäuresequenzen
von Zelle zu Zelle variieren. Somit ist es wahrscheinlich, wenn
ein rekombinantes polyklonales Protein mittels solcher traditioneller
Protokolle hergestellt wird, dass dies zu einer heterogenen Zellkultur
mit variablen Expressionsraten der einzelnen Mitglieder des polyklonalen
Proteins und genetischer Instabilität aufgrund von Positionseffekten
der integrierten DNA führt.
Dies wird höchstwahrschein lich
zu einer unausgewogenen Expression der Mitglieder, die das polyklonale
Protein darstellen, führen.
-
Die
Einführung
in eine zuvor bestimmte Genomstelle ist somit zweckmäßig, dies
kann im Prinzip durch homologe Rekombination erreicht werden. Jedoch
ist die homologe Rekombination infolge der Dominanz illegitimer
Rekombinationsereignisse sehr ineffizient.
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In
dem Fall, dass das polyklonale Protein ein Antikörper oder ein T-Zellrezeptor
(TcR) ist, ergibt sich darüber
hinaus ein anderes Problem bei der Verwendung konventioneller Transfektionsprotokolle,
die zu zufälliger
Integration führen.
Antikörper
und TcRs werden von Paaren unabhängiger
Genabschnitte codiert, den für
die leichte und die schwere Kette codierenden Sequenzen bei Antikörpern und
den für
die Alpha- und Beta-Kette oder Delta- und Gamma-Kette codierenden Sequenzen bei TcR.
Die Polypeptidprodukte dieser Genabschnitte werden während des
intrazellulären
Prozessierens des Antikörpermoleküls oder
TcRs kovalent verknüpft.
Konventionelle Transfektionstechnologie, die in zufälliger Integration
resultiert, führt
zu der Einführung mehrerer
Kopien verschiedener schwerer und leichter Ketten oder Alpha- und Beta-Ketten
in der gleichen Zelle, was in zufälligen Kombinationen schwerer
und leichter Ketten resultiert, dem so genannten VH-VL-Ketten-Scrambling oder Alpha-Beta-Ketten-Scrambling. Als Konsequenz
verschlechtert dies die Leistung der exprimierten Antikörper oder
TcRs, was einen Verlust von Affinität und/oder Spezifität, das mögliche Auftreten neuer
Spezifitäten
und/oder reduzierter spezifischer Aktivität verursacht.
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Um
diese Probleme zu umgehen, verwendet das Expressionssystem der vorliegenden
Erfindung ortsspezifische Integration in das Genom der einzelnen
Wirtszellen. Das System der vorliegenden Erfindung stellt sicher,
dass eine Bibliothek von Vektoren von Interesse, umfassend die varianten
Nucleinsäuresequenzen
von Interesse, an einem zuvor charakterisierten chromosomalen Ort
durch eine Rekombinase-vermittelte Kassettenaustauschvorgehensweise
insertiert werden kann, wodurch eine Zelllinie erzeugt wird, in
der die einzelnen Zellen ein einzelnes bestimmtes Mitglied des rekombinanten
polyklonalen Proteins von Interesse exprimieren. Wie unten beschrieben,
könnten
Mehrfachintegrationen in einigen der Zellen auftreten, die die rekombinante polyklonale
Herstellungszelllinie darstellen. Es wird jedoch nicht davon ausgegangen,
dass dies ein Problem aufwirft, solange eine Mehrheit der einzelnen
Zellen ein einzelnes bestimmtes Mitglied des rekombinanten polyklonalen
Proteins exprimiert.
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Rekombinasen
wie Cre-, Flp-, Beta-Rekombinase, Gin, Pin, PinB, PinD, R/RS, Lambda-Integrase oder
Phage ΦC31-Integrase
können
verwendet werden. Geeignete Rekombinasen für Integration in den chromosomalen
Ort können
entweder (i) durch Expression aus dem zell eigenen Genom, in das
die Nucleinsäuresequenz
eingeführt
ist, (ii) dadurch, dass sie funktionell durch die Nucleinsäuresequenz,
die in die Zelle insertiert ist, codiert werden, (iii) durch Expression
von einem zweiten Nucleinsäuremolekül, oder
(iv) als ein Protein bereitgestellt werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform
ist die variante Nucleinsäuresequenz,
die in dem Vektor von Interesse enthalten ist, in einen Locus integriert,
der eine Transkription und eine Expression der Nucleinsäuresequenz
von Interesse auf hohem Level, ein so genannter "Hotspot", vermittelt.
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Die
verwendete Wirtszelllinie ist vorzugsweise eine Säugerzelllinie,
umfassend jene, die typischerweise zur biopharmazeutischen Proteinexpression
verwendet werden, z.B. CHO-Zellen,
COS-Zellen, BHK-Zellen, Myelomzellen (z.B. Sp2/0-Zellen, NS0), YB2/0,
NIH 3T3 und immortalisierte Humanzellen, wie HeLa-Zellen, HEK 293-Zellen
oder PER.C6. In der vorliegenden Erfindung wurden CHO-Zellen verwendet.
Jedoch wäre eine
Person mit gewöhnlichen
Kenntnissen auf diesem Fachgebiet leicht in der Lage, CHO-Zellen
durch andere Säugerzellen,
wie beschrieben, zu ersetzen oder sogar andere Zelltypen einzusetzen,
einschließlich Pflanzenzellen,
Hefezellen, Insektenzellen, Pilzen und Bakterien. Somit ist nicht
beabsichtigt, dass die Auswahl des Zelltyps für die Erfindung einschränkend ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform
werden Säugerzellen,
die einen zuvor charakterisierten Hotspot enthalten, und hohe Expressionslevel
des rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse vermitteln,
zur Herstellung verwendet.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung sind variante Nucleinsäuresequenzen von
Interesse in einer ortsspezifischen Weise integriert, wobei die
gleiche chromosomale Integrationsstelle in den Wirtszellen verwendet
wird. Ein solcher Einbau an einer einzelnen spezifischen Stelle
minimiert Positionseffekte, die anderenfalls bei zufälliger Integration
oder Integration an mehreren Stellen in einem Genom beobachtet werden.
Insbesondere wenn polyklonale Proteine exprimiert werden, die aus
mehr als einer Polypeptidkette aufgebaut sind, ist es weiterhin
relevant, eine einzelne Stelle zu haben, bei der die ortsspezifische
Integration in das Genom auftritt. Dies beruht auf der Tatsache,
dass es, wenn eine einzelne Zelle mehr als einen integralen Bestandteil
exprimiert, wahrscheinlich ist, dass Scrambling zwischen den Untereinheiten
auftritt.
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In
einem ortsspezifischen Integrationssystem exprimieren die einzelnen
Wirtszellen die gleiche Gesamtproteinstruktur, abgesehen von den
Unterschieden, die in den variablen Bereichen des rekombinanten polyklonalen
Proteins von Interesse, z.B. dem Antigenbindungsbereich von Antikörpern oder
TcR, beobachtet werden. Daher sollte eine Mehrheit der Zellen innerhalb eines
solchen Pools von Zellen gleiche bzw. ähnliche Merkmale hinsichtlich
der Produktivität
und genetischen Stabilität
aufweisen, und daher bietet diese Technologie die Möglichkeit
einer kontrollierten Herstellung eines rekombinanten polyklonalen
Proteins, z.B. eines rekombinanten polyklonalen Antikörpers oder
von TcR.
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Das
rekombinante polyklonale Protein der vorliegenden Erfindung soll
eine Proteinzusammensetzung abdecken, die verschiedene, aber homologe
Proteinmoleküle
umfasst, die naturgemäß variabel
sind, was bedeutet, dass in bevorzugten Ausführungsformen die Bibliothek
aus varianten Nucleinsäuren
eine natürlich
auftretende Diversität
umfasst. Somit ist jedes Proteinmolekül homolog zu den anderen Molekülen der
Zusammensetzung, aber es enthält
auch einen oder mehrere Abschnitte von variabler Polypeptidsequenz,
der bzw. die durch Unterschiede in der Aminsosäuresequenz zwischen den einzelnen
Mitgliedern des polyklonalen Proteins gekennzeichnet ist bzw. sind.
Diese Unterschiede in der Aminsosäuresequenz/den Aminsosäuresequenzen,
die die variable Polypeptidsequenz darstellt/darstellen, könnten so
klein sein wie eine Aminosäure.
Vorzugsweise machen die Unterschiede in der Aminsosäuresequenz
mehr als eine Aminosäure
aus.
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Gewöhnlich wird
davon ausgegangen, dass die natürliche
Variabilität
eines polyklonalen Antikörpers oder
TcR in den so genannten variablen Bereichen bzw. Regionen oder V-Bereichen der Polypeptidketten
lokalisiert ist.
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In
einem Aspekt der vorliegenden Erfindung umfassen einzelne Mitglieder
in einem polyklonalen Protein variable Bereiche, die näherungsweise
zwischen 80 und 120 Aminosäuren
lang sind. Die variablen Bereiche können hypervariable Domänen enthalten,
z.B. komplementbestimmende Bereiche (complementarity determining
regions) (CDR).
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Bei
natürlichen
vorkommenden TcR gibt es vier CDR in jedem variablen Bereich. Bei
natürlichen
vorkommenden Antikörpern
gibt es drei CDR in der schweren Kette und drei CDR in der leichten
Kette.
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In
einem zusätzlichen
Aspekt der vorliegenden Erfindung enthalten die variablen Bereiche
der einzelnen Mitglieder eines polyklonalen Proteins mindestens
eine hypervariable Domäne,
die zwischen 1 und 26 Aminosäuren
lang ist, vorzugsweise zwischen 4 und 16 Aminosäuren lang ist. Diese hypervariable
Domäne kann
einem CDR3-Bereich entsprechen. Bei Antikörpern bildet jeder variable
Bereich vorzugsweise drei hypervariable Domänen. Diese können CDR1,
CDR2 und CDR3 entsprechen. Bei TcR bildet jeder variable Bereich
vorzugsweise vier hypervariable Domänen. Diese können CDR1,
CDR2, CDR3 und CDR4 entsprechen. Die hypervari ablen Domänen könnten allein
die variablen Sequenzen innerhalb eines variablen Bereichs eines rekombinanten
polyklonalen Proteins der vorliegenden Erfindung bilden.
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Im
Kontext der vorliegenden Erfindung kann Variabilität in der
Polypeptidsequenz (die Polyklonalität) auch so verstanden werden,
dass Unterschiede zwischen den einzelnen Antikörpermolekülen beschrieben werden, die
sich in so genannten konstanten Bereichen oder C-Bereichen der Antikörperpolypeptidketten befinden,
z.B. wie in dem Fall von Gemischen aus Antikörpern, die zwei oder mehr verschiedene
Antikörperisotypen
enthalten, wie die Human-Isotypen
IgG1, IgG2, IgG3, IgG4, IgA1 und IgA2 oder die Mausisotypen IgG1, IgG2a,
IgG2b, IgG3 und IgA. Somit kann ein rekombinanter polyklonaler Antikörper Antikörpermoleküle umfassen,
die durch Sequenzunterschiede zwischen den einzelnen Antikörpermolekülen in dem
variablen Bereich (V-Bereich) oder in dem konstanten Bereich (C-Bereich)
oder in beiden gekennzeichnet sind.
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Um
variante Nucleinsäuresequenzen
bereitzustellen, die für
Proteine codieren, die ein spezielles Antigen binden, kann eine
Anzahl von Verfahren eingesetzt werden, die im Fachgebiet bekannt
sind. Typischerweise wird die Erfindung von der Anwendung einer
Screening-Vorgehensweise
profitieren, die die Identifizierung und/oder Isolierung von Nucleinsäuren ermöglicht,
die für
das Protein codieren, das ein spezielles Antigen bindet. Einige
dieser Verfahren schließen
einen so genannten Biopanning-Schritt ein, der aus Technologien
wie dem Phagen-Display (Kang, A.S. et al. 1991, Proc Natl Acad Sci
USA 88, 4363-4366), Ribosomen-Display
(Schaffitzel, C. et al. 1999, J. Immunol. Methods 231, 119-135),
DNA-Display (Cull, M.G. et al. 1992, Proc Natl Acad Sci USA 89,
1865-1869), RNA-Peptid-Display (Roberts, R.W., Szostak, J.W., 1997,
Proc Natl Acad Sci USA 94, 12297-12302), kovalentem Display (covalent
display) (WO 98/37186), Bakterienoberflächen-Display (Fuchs, P. et
al. 1991, Biotechnology 9, 1369-1372), Hefeoberflächen-Display
(Boder, E.T., Wittrup, K.D., 1997, Nat Biotechnol 15, 553-557) und
eukaryotischen Virus-Display (Grabherr, R., Ernst, W., 2001, Comb. Chem.
High Throughput. Screen. 4, 185-192) bekannt ist, Verfahren, die
alle im Fachgebiet bekannt sind und die alle interessante Hilfsmittel
bei der Ausführung
der vorliegenden Erfindung sind. FACS und Magnetperlen-Sortieren
sind ebenfalls für
Anreicherungs(panning)-Zwecke
unter Verwendung von markiertem Antigen anwendbar. Immunodetektionsassays,
wie ELISA (Dreher, M.L. et al. 1991, J. Immunol. Methods 139, 197-205)
und ELISPOT (Czerkinsky, C.C. et al. 1983, J. Immunol. Methods 65,
109-21) können
ebenfalls entweder folgend auf einen Biopanning-Schritt oder alleine
verwendet werden.
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Eine
Zusammensetzung eines rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse
umfasst eine definierte Untergruppe von Proteinen, die durch ein
gemeinsames Merkmal, wie die gemeinsame Bindungsaktivität gegenüber einem
gewünschten
Ziel, z.B. im Fall polyklonaler Antikörper gegen das gewünschte Zielantigen,
definiert wurden. Typischerweise hat eine. polyklonale Proteinzusammensetzung
mindestens 3, 4, 5, 10, 20,50, 100, 1000, 104,
105 oder 106 bestimmte
unterschiedliche Mitglieder. Die Anzahl der bestimmten Mitglieder,
die in der polyklonalen Proteinzusammensetzung benötigt werden,
wird von der Komplexität
des Ziels abhängen.
Im Fall von Antikörpern
wird die Komplexität
des Antigens/der Antigene, auf das/die abgezielt wird, die Anzahl
der bestimmten unterschiedlichen Mitglieder beeinflussen, die in
der polyklonalen Antikörperzusammensetzung
erforderlich sind. Bei kleinen oder nicht sehr komplexen Zielen,
z.B. ein kleines Protein, wird eine polyklonale Antikörperzusammensetzung,
die zwischen 3 und 100 bestimmte unterschiedliche Mitglieder umfasst,
ausreichend sein, und es ist bevorzugt, dass die Anzahl der Varianten
90 oder sogar 80 oder 70 nicht überschreitet.
In vielen Fällen
wird die Anzahl der bestimmten Varianten 60 oder 50 nicht überschreiten,
und es ist bevorzugt, dass die Anzahl der Varianten in dem Bereich
zwischen und 5 und 40 ist, wie zwischen 5 und 30. Bei komplexeren
Zielen, z.B. Viren mit komplexen oder austauschbaren Oberflächenproteinen
oder solchen, die mehrere Virus-Subtypen umfassen, wird eine polyklonale
Antikörperzusammensetzung,
die zwischen 20 und 500 bestimmte unterschiedliche Mitglieder umfasst,
ausreichend sein. Sehr komplexe Ziele, bei denen das Antigen viele
verschiedene Moleküle
umfasst, können
eine polyklonale Antikörperzusammensetzung,
die zwischen 50 und 10.000 bestimmte unterschiedliche Mitglieder
umfasst, erfordern.
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Bei
Säugern
gibt es mehrere bekannte Beispiele natürlich vorkommender polyklonaler
Proteine, die entweder frei im Blut zirkulieren, wie Antikörper oder
Immunglobulinmoleküle,
oder die auf Zelloberflächen,
wie T-Zellrezeptoren und B-Zellrezeptoren, vorhanden sind. Die Diversität dieser
natürlich
vorkommenden polyklonalen Proteine wird bei einigen Säugern durch
genetische Rekombination von Genen erreicht, die für variable Bereiche
dieser Proteine codieren. Weiterhin ist bekannt, dass Antikörper ihre
Diversität
durch somatische Mutation erhöhen.
Die vorliegende Erfindung kann diese natürlichen Diversitäten ausnützen, indem
die Sequenzen, die für
die Diversität
verantwortlich sind (z.B. die variablen Domänen oder CDR-Bereiche von Immunglobulinmolekülen oder
TcR) isoliert werden und indem aus ihnen eine Bibliothek erzeugt
wird. Bei Proteinen, die von zwei unabhängigen Genabschnitten codiert
werden, z.B. die variable schwere Kette und die variable leichte
Kette eines Antikörpers,
die TcRα-Kette
und -β-Kette
oder die TcRδ-Kette
und -γ-Kette,
wird jeder Vektor in der Bibliothek ein Paar dieser für einen
variablen Bereich codierenden Sequenzen darstellen. Die Erzeugung von
Bibliotheken aus Paaren von für
einen variablen Bereich codierenden Sequenzen ist im Fachgebiet
gut bekannt.
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Bibliotheken,
die natürlich
auftretende Diversitäten
umfassen, sind z.B. kombinatorische Bibliotheken (Zufallspaarung
der für
den variablen Bereich codierenden Sequenzen) sowie Bibliotheken
mit verwandten Paaren (Paare von für einen variablen Bereich codierenden
Sequenzen, die aus der gleichen Zelle stammen). Weitere Bibliotheken,
die aus isolierten CDR-Genfragmenten
erzeugt wurden, die in einen geeigneten Rahmen bzw. ein geeignetes
System eingeschlossen sind (z.B. Soderlind, E. et al., 2000. Nat.
Biotechnol. 18, 852-856), wie ein variabler Bereich eines Antikörpers oder
eines TcR, sind mit der vorliegenden Erfindung anwendbar. Die Bibliotheken
werden vorzugsweise durchmustert, um Unterbibliotheken (sub-libraries)
(Bibliotheken von Interesse) mit einer gewünschten Spezifität zu erhalten.
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Proteindiversitäten können auch
auf künstlichem
Wege hergestellt werden, z.B. synthetisch oder durch Mutation. Mutationen
können
entweder zufällige
oder Punktmutationen einer Nucleinsäuresequenz sein, die für ein einzelnes
Protein codiert, wodurch eine polyklonale Population des Einzelproteins
erzeugt wird. Ein anderes Beispiel des Erzeugens künstlicher
Antikörperbibliotheken
wird in
EP 0 859 841 beschrieben,
ein Verfahren, das auf dem Erzeugen einer Bibliothek aus unterschiedlichen
Gerüstregionen
(variable region frameworks) basiert, die mit einer anderen Bibliothek
aus CDR kombiniert werden kann.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das rekombinante polyklonale Protein ein rekombinanter
polyklonaler Antikörper
oder ein rekombinantes polyklonales Antikörperfragment.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das rekombinante polyklonale Protein ein rekombinanter
polyklonaler TcR oder ein rekombinantes polyklonales TcR-Fragment.
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Zusätzlich zu
der Diversität,
die durch die genetische und somatische Rekombination in den so
genannten variablen Bereichen erzielt wird, gibt es verschiedene
Isotypen der Immunglobuline, die durch die schwere Kette definiert
werden. Die Hauptisotypen sind IgM, IgG, IgA, IgD und IgE.
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Ein
rekombinantes polyklonales Protein der vorliegenden Erfindung kann
daher auch aus den verschiedenen Isotypen oder stärker bevorzugt
aus verschiedenen Unterklassen bestehen. Polyklonalität von Immunglobulinen
kann in dem konstanten Teil oder in der variablen Domäne des Immunglobulinmoleküls oder sowohl
in dem konstanten Teil als auch in der variablen Domäne auftreten.
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Polyklonalität in der
so genannten konstanten Region, insbesondere der schweren Kette
von Antikörpern,
ist hinsichtlich einer therapeutischen Anwendung von Antikörpern von
Interesse. Die verschiedenen Immunglobulinisotypen haben verschiedene
biologische Funktionen (zusammengefasst in Tabelle 1), wobei es wünschenswert
sein könnte,
diese zu kombinieren, wenn Antikörper
zur Behandlung eingesetzt werden, weil verschiedene Isotypen von
Immunglobulin in verschiedene Aspekte der natürlichen Immunantworten einbezogen
sein können
(Canfield und Morrison 1991, J. Exp. Med. 173, 1483-91; Kumpel et
al. 2002, Transfus. Clin. Biol. 9, 45-53; Stirnadel et al. 2000,
Epidemiol. Infect. 124, 153-162).
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Tabelle
1: Biologische Funktionen der Human-Immunglobulinisotypen
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Eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist eine rekombinante polyklonale Herstellungszelllinie,
die eine Sammlung von Zellen umfasst, transfiziert mit einer Bibliothek
aus varianten Nucleinsäuresequenzen,
wobei jede Zelle in der Sammlung mit einem Mitglied der Bibliothek
transfiziert ist und in der Lage ist, dieses zu exprimieren, welches
ein bestimmtes Mitglied eines polyklonalen Proteins codiert, das
an ein spezielles Antigen bindet und das an der gleichen einzelnen
Stelle in dem Genom einzelner Zellen in der Sammlung lokalisiert
ist, wobei die Nucleinsäuresequenz
nicht natürlich
mit der Zelle in der Sammlung assoziiert ist.
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In
einer zusätzlichen
Ausführungsform
der obigen Ausführungsform
stammen die varianten Nucleinsäuresequenzen,
die für
das polyklonale Protein (vorzugsweise aus der Im munglobulin-Superfamilie)
codieren, alle aus natürlich
vorkommenden Sequenzen, z.B. aus einem Donor isoliert.
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Zusammensetzung
von Zellen, die variante Nucleinsäuren, die an einer einzelnen
spezifischen Stelle im Genom innerhalb jeder Zelle lokalisiert sind,
wurden in WO 02/44361 beschrieben. Dieses Dokument offenbart die
Verwendung von Zellen, um Moleküle
zu identifizieren, die gewünschte
Eigenschaften haben, aber das Literaturzitat behandelt nicht die
Bereitstellung eines Produktionssystems oder die Bereitstellung
eines polyklonalen Proteins, das durch die spezifische Bindung an
ein Antigen gekennzeichnet ist.
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Klonale Diversität
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Eines
der Merkmale eines polyklonalen Proteins ist, dass es aus einer
Anzahl von einzelnen Proteinmolekülen besteht, wobei jedes Proteinmolekül homolog
zu den anderen Molekülen
des polyklonalen Proteins ist, aber ebenso eine Variabilität hat, die
durch Unterschiede in der Aminosäuresequenz
zwischen den einzelnen Mitgliedern des polyklonalen Proteins gekennzeichnet
ist. Vorzugsweise sind die Unterschiede auf bestimmte Bereiche der
Gesamtstruktur des polyklonalen Proteins beschränkt. Solche Bereiche sind z.B.
der variable Bereich eines Antikörpers
oder TcR, und sie sind möglicherweise
weiterhin auf die CDR-Bereiche in diesen Bereichen beschränkt. Diese
Variabilität
kann auch als Diversität
beschrieben werden, die sowohl auf Nucleinsäureebene als auch auf der funktionellen
Ebene des Proteins, z.B. Spezifitäts- und Affinitätsunterschiede gegenüber einem
Ziel, identifiziert werden kann.
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Die
klonale Diversität
der Zelllinie kann durch RFLP (oder Sequenzieren von (RT)-PCR-Produkten) an isolierten
Klonen aus einem Pool von Zellen, die ein rekombinantes polyklonales
Protein exprimieren, analysiert werden. Die Diversität kann auch
durch Funktionstests (z.B. ELISA) an dem rekombinanten polyklonalen Protein,
das durch die Zelllinie hergestellt wurde, analysiert werden.
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Eine
klonale Tendenz (d.h. eine graduelle Veränderung in dem Gehalt der einzelnen
Antikörper,
die den polyklonalen Antikörper
darstellen), wenn sie existiert, kann durch Vergleichen der klonalen
Diversität
der anfänglichen
Bibliothek, die zur Transfektion verwendet wurde, mit der Diversität, die in
dem Pool von Zellen (Zelllinie), die das rekombinante polyklonale
Protein exprimieren, festgestellt wurde, bestimmt werden.
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Die
klonale Diversität
eines polyklonalen Proteins, das von einer Zelllinie exprimiert
wurde, kann als die Zielabdeckung durch das polyklonale Protein
bewertet werden. In diesem Fall wird eine ausreichende Diversität als erreicht
angesehen, wenn näherungsweise
25 bis 100% der gewünschten
Zielmoleküle
durch das polyklonale Protein gebunden werden. Z.B. im Fall eines
polyklonalen Antikörpers
stellt das Binden des Antikörpers
an mindestens 25% der nicht-identischen Epitope auf der Oberfläche des
Zielantigens eine ausreichende Diversität in der Zusammensetzung dar.
Vorzugsweise ist die klonale Diversität durch Zielabdeckung mindestens
50% und sogar noch stärker
bevorzugt mindestens 75%. Bei Antikörpern könnte eine solche Zielabdeckung
z.B. durch Epitop-Kartierung bewertet werden.
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Alternativ
kann die klonale Diversität
als die Verteilung einzelner Mitglieder der polyklonalen Zusammensetzung
beurteilt werden. Diese Verteilung kann als die Gesamtzahl der verschiedenen
einzelnen Mitglieder in der finalen polyklonalen Proteinzusammensetzung,
verglichen mit der Anzahl der verschiedenen codierenden Sequenzen,
die ursprünglich
in die Zelllinie während
der Transfektion eingeführt
wurden, bewertet werden. In diesem Fall wird eine ausreichende Diversität als erreicht
angesehen, wenn mindestens 50%, und vorzugsweise mindestens 75%,
der codierenden Sequenzen, die ursprünglich in der Transfektion
verwendet wurden, als unterschiedliche einzelne Mitglieder des finalen
polyklonalen Proteins identifiziert werden können.
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Die
Verteilung der einzelnen Mitglieder der polyklonalen Zusammensetzung
kann auch hinsichtlich der wechselseitigen (mutual) Verteilung zwischen
den einzelnen Mitgliedern bewertet werden. In diesem Fall wird eine
ausreichende klonale Diversität
als erreicht angesehen, wenn kein einzelnes Mitglied der Zusammensetzung
mehr als 75% der Gesamtanzahl der einzelnen Mitglieder in der finalen
polyklonalen Proteinzusammensetzung ausmacht. Vorzugsweise überschreitet
kein einzelnes Mitglied mehr als 50%, sogar noch stärker bevorzugt
25% und am stärksten
bevorzugt 10% der Gesamtanzahl der einzelnen Mitglieder in der finalen
polyklonalen Zusammensetzung. Die Bewertung der klonalen Diversität, basierend
auf der Verteilung der einzelnen Mitglieder in der polyklonalen
Zusammensetzung, kann mittels RFLP-Analyse, Sequenzanalyse und Proteinanalyse,
wie die später
beschriebenen Ansätze
zur Charakterisierung einer polyklonalen Zusammensetzung, durchgeführt werden.
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Die
klonale Diversität
kann als ein Ergebnis einer klonalen Tendenz (bias), die sich a)
während
des Klonierungsverfahrens, b) als ein Ergebnis von Unterschieden
in der Zellproliferation bzw. -vermehrung, oder c) durch Scrambling
mehrerer integraler Bestandteile ergeben kann, verringert werden.
Wenn sich solche Tendenzen ergeben, kann jede dieser Quellen eines
Verlustes klonaler Diversität
leicht durch geringfügige
Modifikationen der hierin beschriebenen Verfahren beseitigt werden.
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Um
die Bildung einer solchen Tendenz einzuschränken, die beim Klonierender
variablen Domänen
in die geeigneten Vektoren eingeführt wird, kann der Transfer
der Gene von Inte resse aus einem Vektor in einen anderen in einer
solchen Weise gestaltet werden, dass die Klonierungstendenz beschränkt wird.
Massentransfertechniken und eine sorgfältige Auswahl des E. coli-Stammes,
der für
die Vervielfältigung
verwendet wird, kann die Klonierungstendenz verringern. Eine andere
Möglichkeit
ist es, einen einzelnen Transfer jedes Polynucleotids, das für ein einzelnes
Mitglied des polyklonalen Proteins codiert, zwischen Vektoren der
Erfindung durchzuführen.
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Es
ist möglich,
dass Unterschiede in den Zellproliferationsraten bzw. -vermehrungsraten
der einzelnen Zellen in der Zelllinie über eine verlängerte Zeitdauer
eine Tendenz in die rekombinante polyklonale Proteinexpression einbringen
könnten,
wobei die Anwesenheit einiger Mitglieder des rekombinanten polyklonalen
Proteins, das durch die Zelllinie exprimiert wird, erhöht oder
verringert wird. Ein Grund für
solche Unterschiede in den Proliferations- bzw. Vermehrungsraten
könnte
sein, dass die Population von Zellen, die die Ausgangszelllinie
darstellt, die für
die Anfangstransfektion verwendet wird, heterogen ist. Es ist bekannt,
dass sich einzelne Zellen in einer Zelllinie über eine verlängerte Zeitdauer
unterschiedlich entwickeln. Um ein homogeneres Ausgangsmaterial
sicherzustellen, kann eine Subklonierung der Zelllinie vor der Transfektion
mit der Bibliothek von Interesse durchgeführt werden, wobei eine limitierende
Verdünnung
bzw. eine Vereinzelung durch Verdünnung (limiting dilution) der
Zelllinie bis auf den Einzelzelllevel eingesetzt wird und indem
jede einzelne Zelle zu einer neuen Population von Zellen wachsen
gelassen wird (so genannte zelluläre Subklonierung durch limitierende Verdünnung).
Eine oder mehrere dieser Populationen von Zellen wird bzw. werden,
basierend auf ihren Proliferations- bzw. Vermehrungs- und Expressionseigenschaften
als Ausgangsmaterial ausgewählt.
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Weiterhin
könnte
der Selektionsdruck, der verwendet wird, um sicherzustellen, dass
nur Zellen, die ortsspezifisch integrale Bestandteile aufgenommen
haben, überleben
werden, die Proliferations- bzw. Vermehrungsraten einzelner Zellen
innerhalb einer polyklonalen Zelllinie beeinflussen. Dies könnte auf
der Bevorzugung von Zellen beruhen, die bestimmte genetische Veränderungen
durchmachen, um sich an den Selektionsdruck anzupassen. Somit könnte die
Auswahl des Selektionsmarkers ebenfalls die proliferations- bzw.
vermehrungsraten-induzierte Neigung beeinflussen. Falls dies auftritt,
sollten verschiedene Selektionsmarker getestet werden. In Fällen, in
denen die Selektion bzw. Auswahl auf einer Substanz basiert, die
toxisch für
die Zellen ist, sollte die optimale Konzentration sorgfältig ermittelt
werden, sowie, ob die Selektion während der gesamten Produktionsdauer
erforderlich ist oder nur in der Anfangsphase.
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Ein
zusätzlicher
Ansatz, um eine gut definierte Zellpopulation sicherzustellen, ist
es, fluoreszenzaktivierte Zellsortierung (FACS) nach den Transfektions-
und Selektionsvorgehensweisen zu verwenden. Fluoreszenzmarkierte
Antikörper
können
verwendet werden, um hochproduktive Zellen, die aus einem Pool von
Zellen stammen, transfiziert mit IgG-Konstrukten, anzureichern (Brezinsky
et al. J. 2003, Immunol. Methods 277, 141-155). Dieses Verfahren
kann auch verwendet werden, um Zellen zu sortieren, die ähnliche
Immunglobulinlevel exprimieren, wodurch eine hinsichtlich der Produktivität homogene
Zellpopulation erzeugt wird. In gleicher Weise können durch Verwendung einer
Markierung mit dem Fluoreszenzfarbstoff 5,6-Carboxylfluoresceindiacetatsuccinimidylester
(CFSE) Zellen, die ähnliche
Proliferations- bzw. Vermehrungsraten zeigen, mittels FACS-Verfahren
ausgewählt
werden.
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Sogar
wenn sich eine proliferations- bzw. vermehrungsraten-induzierte
Tendenz entwickelt, muss der Verlust oder die Überrepräsentation einzelner Mitglieder
in Abhängigkeit
von den Diversitätsanforderungen des
finalen rekombinanten polyklonalen Proteinprodukts und der Stabilität der Diversität über die
Zeit nicht notwendigerweise kritisch sein.
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Bei
ortsspezifischen einzelnen integralen Bestandteilen werden sich
die Zellen nur in der Sequenz der variablen Bereiche der Antikörper, die
exprimiert werden sollen, unterscheiden. Daher werden die verschiedenen
Zelleffekte, die durch Variation von Integrationsstelle und gen-regulatorischen
Elementen eingeführt
wurden, eliminiert und haben minimale Auswirkungen auf die Zellproliferations-
bzw. Zellvermehrungsrate. Weder bei Scrambling noch bei Mehrfachintegrationen
ist es wahrscheinlich, dass Probleme bei der Proliferations- bzw.
Vermehrungsrate der Herstellungszelllinie verursacht werden, da
diese seltene Ereignisse sind. Zufällige Integrationen treten
allgemein mit einer Effizienz von näherungsweise 10–5 auf,
wohingegen eine ortsspezifische Integration mit einer Effizienz
von näherungsweise
10–3 auftritt.
Wenn Mehrfachintegrationen unerwarteter Weise ein Problem aufwerfen
sollten, besteht eine Alternative darin, die Transfektion mit der
Bibliothek aus Vektoren von Interesse zu wiederholen, weil die Wahrscheinlichkeit,
dass das Ereignis erneut auftritt, wie oben beschrieben, sehr gering
ist. Zusätzliche
Alternativen sind in Beispiel 3 unten beschrieben.
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Ein
anderes Verfahren zum Kontrollieren unerwünschter klonaler Tendenz ist
es, die Transfektion mit der gesamten Bibliothek aus Vektoren von
Interesse in mehreren Unter-Pools (sub-pools) durchzuführen oder den
Zell-Pool zu einem frühen
Zeitpunkt nach der Transfektion in Unter-Pools aufzuteilen. An diesem
Punkt sollte die Tendenz noch nicht signifikant geworden sein, und
es sollte statistisch möglich
sein, Unter-Pools zu erzielen, denen Klone mit einem unerwünschten
Proliferations- bzw. Vermehrungsvorteil fehlen. Der resultierende
Ausschluss unerwünschter
Klone muss in Übereinstimmung
mit den Erfordernissen der Diversität in dem finalen rekombinanten
polyklonalen Proteinprodukt sein. Unter Berücksichtigung der Statistik
stellt eine Massentransfektion einer großen Anzahl von Zellen ebenfalls
einen Weg dar, um eine ungewünschte
klonale Tendenz zu umgehen. Bei diesem Ansatz wird eine Wirtszelllinie
in Masse (in bulk) mit der Bibliothek aus varianten Nucleinsäuresequenzen
transfiziert. Eine solche Bibliothek stellt viele Kopien jedes bestimmten
Mitglieds der Bibliothek dar. Diese Kopien sollten vorzugsweise
in eine große
Anzahl von Wirtszellen integriert werden. Vorzugsweise werden mindestens
100, 1000, 10.000 oder 100.000 einzelne Zellen mit Kopien bestimmter
Mitglieder der Bibliothek aus varianten Nucleinsäuresequenzen transfiziert.
Somit sollten sich, wenn eine Bibliothek aus bestimmten varianten
Nucleinsäuresequenzen
aus 1000 bestimmten Mitgliedern zusammengesetzt ist, die jedes in
1000 einzelne Zellen integriert werden, 106 Klone,
die ein ortsspezifisch integriertes GOI enthalten, aus der Transfektion
ergeben. Auf diese Weise sollte die Gauskurve der einzelnen Zellverdopplungsgeschwindigkeiten
die allgemeine Population nur in sehr geringen Ausmaßen beeinflussen.
Dies wird die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die klonale Zusammensetzung über die
Zeit konstant bleibt, sogar wenn ein geringer Prozentsatz der Herstellungszellen
abweichende Wachstums- und/oder Expressionseigenschaften aufweisen
sollte.
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Alternativ
kann die Bibliothek aus Vektoren von Interesse in Fraktionen aufgespalten
werden, die näherungsweise
5 bis 50 einzelne Vektoren der Bibliothek enthalten. Vorzugsweise
stellt eine Fraktion der Bibliothek 10 bis 15 einzelne Vektoren
dar. Jede Fraktion wird dann in ein Aliquot von Zellen transfiziert.
Die einzelne Aliquote von Zellen können dann eine Zeitlang überwacht
werden, um zu sehen, ob sich in einem von ihnen eine klonale Tendenz
entwickelt. Wenn dies geschieht, können solche Aliquots von Zellen
herausgenommen werden, bevor die Sammlung von Zellen durch Vereinigung
der verbleibenden Aliquots von Zellen wiederhergestellt wird. Gegebenenfalls
werden die Aliquots von Zellen während
der Produktion getrennt gehalten, und die polyklonale Antikörperzusammensetzung
wird durch Kombinieren der Produkte jedes Aliquots anstelle der
Aliquots von Zellen vor der Produktion zusammengesetzt. Es wird
erwartet, dass die Anzahl von Reservoiren bzw. Pools, die gehandhabt
werden können,
zwischen 5 und 10 sein wird (siehe frühere Beschreibung von monoklonalen
Antikörpern).
-
Alternativ
kann ein Hochdurchsatzverfahren implementiert werden, in dem Zellen
unter Vektoren und Zellen, die auf einzelnen Klonen aus der ursprünglichen
Bibliothek aus Vektoren von Interesse basieren, getrennt transfiziert
werden. Dies kann jede mögliche
Tendenz zu einer Sequenz während
der Transfektion und Integration eliminieren. Gegebenenfalls können die einzelnen
Transfektanten genotypisiert werden, und ein vollständig verschiedener
Pool von Zellen kann direkt vor der Produktion oder früher, falls
geeignet, zusammengesetzt werden. Alternativ kann die einzelne Transfektion
einer großen
Zahl von Zellen, die viele Klone mit dem gleichen bestimmten Mitglied
der Bibliothek aus varianten Nucleinsäuresequenzen erzeugt, die gleichen statistischen
Vorteile hervorbringen, die für
die Massentransfektion beschrieben wurden, wenn die einzeln transfizierten
Zellen vor der Herstellung des polyklonalen Proteins gepoolt werden.
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Die Wirtszelle
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Eine
geeignete Wirtszelle umfasst in einem Bereich ihres Genoms eine
oder mehrere geeignete Rekombinationsstellen, d.h. Nucleinsäuresequenzen,
die durch ein oder mehrere Rekombinaseenzyme erkennbar sind. Um
integrale Bestandteile (d.h. Zellen mit einer integrierten Kopie
der Nucleinsäuresequenz
von Interesse in einer Integrationsstelle) auswählen zu können, ist die Rekombinationsstelle
funktionell mit einem ersten Selektionsgen (z.B. einem Antibiotikaresistenzgen)
verknüpft,
das 3' zur Rekombinationsstelle
gelegen ist. Weiterhin können
ein schwacher Promotor (z.B. ein verkürzter früher SV40-Promotor (SV40 early
promoter)) und ein Transkriptionsstartcodon 5' zu der Rekombinationsstelle gelegen
sein, die einen integralen Teil des resistenzmarker-codierenden
Bereich darstellt. Somit initiiert das Transkriptionsstartcodon
den Beginn der Transkription des Selektionsgens in der Wirtszelle
vor der Transfektion mit der Bibliothek aus Expressionsvektoren,
die für
das polyklonale Protein codieren.
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Wirtszellen
zur ortsspezifischen Integration, wie oben beschrieben, können aus
jeder Zelle erzeugt werden, die DNA in ihre Chromosomen integrieren
kann oder extrachromosomale Elemente, wie Minichromosomen, YACs
(künstliche
Hefechromosomen), MACs (künstliche
Mäusechromosomen)
oder HACs (künstliche Human-Chromosomen)
in sich behalten kann. MACs und HACs werden im Detail in WO 97/40183
beschrieben. Vorzugsweise werden Säugerzellen, wie CHO-Zellen,
COS-Zellen, BHK-Zellen, Myelom-Zellen (z.B. Sp2/0 oder NS0-Zellen), Fibroblasten,
wie NIH 3T3, und immortalisierte Humanzellen, wie HeLa-Zellen, HEK 293-Zellen
oder PER.C6, verwendet. Jedoch können
auch eukaryotische Nicht-Säugerzellen
oder prokaryotische Zellen, wie Pflanzenzellen, Insektenzellen,
Hefezellen, Pilze, E. coli etc., eingesetzt werden.
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In
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird die Zelllinie, die als Ausgangsmaterial
verwendet werden soll, subkloniert, indem eine so genannte limitierende
Verdünnung
der Zelllinie bis zu einem Einzelzelllevel durchgeführt wird,
gefolgt von Wachsenlassen jeder Einzelzelle bis zu einer neuen Population von
Zellen vor der Transfektion mit der Bibliothek aus Vektoren von
Interesse. Eine solche Subklonierung kann auch später in dem
Verfahren des Auswählens
bzw. Selektierens der richtigen Zelllinie durchgeführt werden, falls
gewünscht.
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Die
Wirtszellen zur ortsspezifischen Integration können durch Transfektion mit
einem zufällig
integrierenden Plasmid erhalten werden, das einen schwachen Promotor
(z.B. einen verkürzten
frühen
SV40-Promotor), ein Transkriptionsstartcodon, eine Rekombinationsstelle
umfasst, die 3' zu
dem Startcodon gelegen ist. Vorzugsweise umfasst das integrierende
Plasmid auch ein Markergen, das an ein erstes Selektionsgen gekoppelt
ist. Ein Beispiel eines solchen integrierenden Plasmids ist pFRT/LacZeo2
von Invitrogen (Carlsbad, CA). Das Markergen kann verwendet werden,
um die relative Stärke
der Expression an dem Ort im Genom, der zum Insertieren einer Nucleinsäuresequenz
von Interesse verwendet wird, zu bewerten. Ein Markergen (z.B. Beta-Galactosidase
(LacZ), grünes
Fluoreszenzprotein (GFP) oder ein Zelloberflächenmarker) kann mit dem ersten
Selektionsgen in einer Genfusion verknüpft sein oder transkriptionell über eine
IRES (interne Ribosomen-Eintrittsstelle) verknüpft sein, so dass Co-Expression des ersten
Selektionsgens und der Markergens auftritt. Die Verwendung eines
Selektionsgens, das einen Überlebensdruck
auf die Zellen ausübt
(z.B. Wirkstoffresistenz oder Nährstoffabreicherung),
kombiniert mit einem Marker, der die Bewertung der relativen Expressionslevel
von Zelllinie zu Zelllinie erlaubt, ist ein effizientes Verfahren,
um Zellen mit hoher Produktion zu gewährleisten, die das integrierte
Plasmid innerhalb des Genoms behalten. Zellen mit der Rekombinationssequenz,
die an einem Punkt mit besonders aktiver Transkription insertiert
ist, werden zu starker Expression des Markergens, z.B. GFP oder
LacZ, führen.
Zellen mit starker Expression können
durch fluoreszenzaktiviertes Zellsortieren (FACS) ausgewählt werden
und kloniert werden. An diesem Punkt sollte auch analysiert werden, ob
der integrale Bestandteil ein einzelner integraler Bestandteil ist.
Dies kann mittels Real-Time-PCR und Southern-Blotting durchgeführt werden.
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Ein
weiteres Verfahren zur Bewertung der relativen Expressionslevel
von Zellen, die mit einem integrierenden Plasmid transfiziert sind,
ist es, einen zusätzlichen
Integrations-Ausschneide-Schritt
bei den wie oben beschrieben erzeugten Zellen durchzuführen. Dieser
Pool ausgewählter
bzw. selektierter Zellen kann wieder mit einem Plasmid, das für eine Rekombinase
codiert, die der Rekombinationsstelle des integrierenden Plasmids
entspricht, und einem zweiten Plasmid, das einen zweiten Selektionsmarker
ohne ein Startcodon enthält,
transfiziert werden, wobei dessen codierendem Bereich eine Rekombinationssequenz
vorausgeht, die gleichermaßen
dem ersten integrierenden Plasmid entspricht. Dieses zweite Plasmid
enthält
auch die codierende Sequenz für
ein Fluoreszenzmarkerprotein (z.B. GFP (oder äquivalente fluoreszente Proteine)),
das durch einen Säugerpromotor
gesteuert wird. Die Rekombinase vermittelt die Integration dieses
Plasmids in das Wirtszellgenom, wo eine ähnliche Rekombinationssequenz
zuvor durch das integrierende Plasmid insertiert wurde. Zellen mit
der Rekombinationssequenz, die an einem Punkt mit besonders aktiver
Transkription insertiert ist, werden zu einer starken Expression
des Fluoreszenzproteins führen.
Zellen mit starker Expression werden durch fluoreszenzaktiviertes
Zellsortieren (FACS) selektiert und werden kloniert. Klone mit gleich bleibend
starker Expression, die eine Kopie des insertierten Plasmids enthalten,
werden mit der Rekombinase transfiziert und durch den ersten Selektionsmarker
ausgewählt,
wobei Zellen identifiziert werden, bei denen die zweite Plasmidsequenz
durch die Rekombinase entfernt wurde, was dazu führt, dass der erste Selektionsmarker
wieder arbeitet. Diese Zellen enthalten noch immer die erste Rekombinationssequenz,
die an einem Hotspot der Transkription insertiert ist, und können nun
zur Expression der Gene von Interesse verwendet werden.
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Zelllinien,
die eine starke Expression des Markergens bei Integration einer
einzelnen Kopie des Plasmids erreichen, werden zur Transfektion
mit den Genen von Interesse verwendet. Die Rekombinationsstelle
in der Wirtszelle ist vorzugsweise in einem Gen oder einem Bereich
einer besonders aktiven Expression lokalisiert, d.h. in einem so
genannten Hotspot.
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Der Vektor
für ortsspezifische
Integration
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Ein
geeigneter Vektor umfasst eine geeignete Rekombinationsstelle, die
mit einem geeigneten Selektionsgen verknüpft ist, das von dem Selektionsgen
verschieden ist, das für
die Konstruktion der Wirtszelle verwendet wird. Geeignete Selektionsgene
zur Verwendung in der Säugerzellexpression
schließen
Gene, die eine Nährstoffselektion
(nutritional selection) ermöglichen,
wie das Thymidinkinase-Gen (TK), Glutaminsynthetase-Gen (GS), Tryptophansynthase-Gen
(trpB) oder Histidinoldehydrogenase-Gen (hisD), ein, sind aber nicht darauf
beschränkt.
Weitere Selektionsmarker sind Antimetabolit-Resistenzgene, die Wirkstoffresistenz
verleihen, wie das Dihydrofolatreduktase-Gen (dhfr), nach dem mit
einem Hypoxanthin- und Thymidin-Mangelmedium
selektiert werden kann und nachdem weiterhin mit Methotrexat selektiert
werden kann, das Xanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase-Gen (gpt),
nach dem mit Mycophenolsäure
Methotrexat selektiert werden kann, das Neomycinphosphotransferase-Gen
(neo), nach dem mit G418 in einer eukaryothischen Zelle und Neomycin
oder Kanamycin in prokaryotischen Zellen selektiert werden kann,
das Hygromycin B-Phosphotransferase(hyg, hph, hpt)-Gen, nach dem mit
Hygromycin selektiert werden kann, das Puromycin-N-Acetyltransferase-Gen (pac), nach dem
mit Puromycin selektiert werden kann, oder das Blasticidin S-Deaminase- Gen (Bsd), das mit
Blasticidin selektiert werden kann. Schließlich können auch Gene, die für Proteine
codieren, die ein Sortieren, z.B. durch Durchlusszytometrie, ermöglichen,
als Selektionsmarker verwendet werden, wie das grüne Fluoreszenzprotein
(GFP), der Nervenwachstumsfaktor-Rezeptor (NGFR) oder andere Membranproteine,
oder beta-Galactosidase (LacZ).
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In
einem Aspekt der vorliegenden Erfindung geht dem selektierbaren
Gen weder ein Promotor voraus, noch ist dieses mit einem translationsinitiierenden
Codon ausgerüstet.
Der Promotor und das ATG-Codon werden an der ausgewählten ortsspezifischen
Rekombinationsstelle bereitgestellt. Wenn dieser Vektor an einem anderen
Ort als der ausgewählten
Rekombinationsstelle in das Genom der Wirtszelle integriert wird,
kann aufgrund des Fehlens von Promotor und Startcodon keine Expression
dieses zweiten Selektionsgens auftreten. Wenn eine Integration an
der ausgewählten
Rekombinationsstelle in das Genom der Wirtszelle auftritt, wird das
zweite Selektionsgen exprimiert, und die Expression des ersten Selektionsgens
geht verloren.
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Die
Integration kann z.B. durchgeführt
werden, indem eine so genannte FRT-Stelle (5'-gaagttcctattccgaagttcctattctctagaaagtataggaacttc-3' (SEQ ID NO 1) und
Varianten davon) in dem Genom und auf dem Vektor zur ortsspezifischen
Integration zusammen mit der Flp-Rekombinase
oder Mutanten davon aus Saccharomyces cerevisiae verwendet wird.
Jedoch können
andere Rekombinase-Systeme genauso gut verwendet werden, einschließlich jener
der Cre-Rekombinase und einer Vielzahl von lox-Stellen, wie loxP
aus dem Bakteriophagen P1 oder Varianten oder Mutanten davon, z.B.
lox66, lox71, lox76, lox75, lox43, lox44 und lox511 (C. Gorman und
C. Bullock, Curr. Opinion in Biotechnology 2000, 11: 455-460), oder
indem Phagen-Integrase ΦC31
oder Lambda-Integrase verwendet wird, die eine Rekombination zwischen
der attP-Stelle und der attB-Stelle durchführt (A.C. Groth et al. PNAS
2000, 97: 5995-6000).
Weitere Rekombinase-Systeme, die in der vorliegenden Erfindung eingesetzt
werden könnten,
sind, aber sind nicht darauf beschränkt, das β-Rekombinase-Six-System aus
dem Bakterienplasmid pSM19035, das Gin-Gix-System aus dem Bakteriophagen
Mu oder das R-RS-System
aus Zygosaccharomyces rouxii.
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Eine
weitere Variante zu dem ortsspezifischen Rekombinationssystem ist
es, nicht-homologe
Rekombinationsstellen zu verwenden. In einem solchen System werden
zwei nicht identische Rekombinationsstellen in das Wirtsgenom zur
Erzeugung spezifischer Zielstellen eingeführt. Rekombinationsstellen,
die jenen entsprechen, die die Zielstelle flankieren, flankieren
auch das Konstrukt, das das Gen von Interesse enthält. Ein solches
System wurde in der WO-Schrift 99/25854 beschrieben, die hierdurch
in ihrer Gesamtheit durch Bezugnahme einge schlossen ist. Es wurde
gezeigt, dass die Verwendung nicht-homologer Rekombinationsstellen
das Ausschneiden des GOI aus dem Chromosom unterdrückt. Die
nicht identischen Rekombinationsstellen können aus jeder der oben beschriebenen
Rekombinationsstellen aufgebaut sein, solange die zugehörigen Rekombinasen
bereitgestellt werden. Z.B. könnten
nicht identische Rekombinationsstellen aus einer FRT-Stelle und
einer Mutanten-FRT-Stelle, wobei eine Flp-Rekombinase zur Integration eingesetzt
wird, oder aus einer FRT-Stelle und einer loxP-Stelle bestehen,
wobei Flp und Cre-Rekombinasen zur Integration eingesetzt werden.
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Weiterhin
wurde ein System, das zwei verschiedene FRT-Stellen verwendet, in
Verhoeyen et al., Hum. Gene Ther. 2001 12, 933-44 beschrieben. In
diesem Ansatz wird das integrierende Plasmid durch retrovirale Infektion
in die Zellen transferiert. Das Plasmid besteht aus einer Kombination
eines Reportergens und eines ersten Selektionsmarkergens sowie den
retroviralen Elementen, die für
die Infektion benötigt
werden. Das retrovirale 3'LTR
enthält
zwei verschiedene FRT-Stellen. Ein nicht-funktionelles zweites Selektionsmarkergen, dem
ein Promotor und das translationsinitiierende Codon fehlt, ist 3' zu diesen Stellen
lokalisiert. Während
des Prozesses der retroviralen Infektion wird die 3'LTR-Sequenz zu dem
5'LTR kopiert. Dieses
resultiert in der Flankierung des Reportergens und des ersten Selektionsmarkergens
durch zwei verschiedene FRT-Stellen auf jeder Seite. Die Sequenz
zwischen den äußeren FRT-Stellen kann gegen
ein GOI unter Kontrolle eines starken Promotors ausgetauscht werden.
Die Kassette, die das GOI enthält,
wird durch den gleichen Satz von FRT-Stellen flankiert. Die Reaktion
wird durch die Flp-Rekombinase katalysiert. In dem transfizierten
Austauschplasmid sind ein IRES-Element und ein translationsinitiierendes
Codon weiter stromabwärts
von dem GOI lokalisiert. Nach Ersetzen der integrierten Kassette
wird das nicht-funktionelle Selektionsmarkergen, das in der 3'LTR-Sequenz außerhalb
der FRT-Stellen lokalisiert ist, durch das translationsinitiierende
Codon aktiviert, das durch die das GOI darstellende Kassette bereitgestellt
wird. Der Austauschzustand kann weiter angereichert werden, wenn
ein negativer Selektionsmarker (z.B. Thymidinkinase) in dem integrierenden
Sektor vorhanden ist.
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Der
integrierende Vektor kann auch durch Standardtransfektion in die
Wirtszellen transferiert werden. In diesem Fall wird die integrierende
Kassette durch ein FRT an dem 5'-Ende
und eine verschiedene FRT'-Stelle
an dem 3'-Ende flankiert.
Das zweite Resistenzmarkergen mit fehlendem ATG ist weiter stromabwärts von der
3'-FRT'-Stelle positioniert.
Der Austausch gegen ein GOI läuft,
wie für
das retrovirale System beschrieben, ab.
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Ein
anderes System, das das Ausschneiden des GOI nach seiner ortsspezifischen
Integration in das Chromosom verhindert, ist die ΦC31-Integrase,
die ebenfalls oben erwähnt
wurde.
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Dieses
System wurde genauestens in den Patentanmeldungen WO 01/07572 und
WO 02/08409 beschrieben.
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In
einem weiteren Aspekt der Erfindung umfasst der Vektor für die ortsspezifische
Integration des Gens von Interesse weiterhin DNA, die für ein Mitglied
des rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse codiert, der
gegebenenfalls ihr eigener Säuger-Promotor
vorausgeht, der die Expression des Proteins steuert. Wenn ein Mitglied
des rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse mehr als eine
Proteinkette umfasst, z.B. wenn das Mitglied ein Antikörper oder
T-Zellrezeptor ist, kann der DNA, die für die Ketten des Proteins codiert,
ihr eigener Säugerpromotor
vorausgehen, der hohe Expressionslevel (bidirektional oder unidirektional, siehe 1 bzw.
2) von jeder der Ketten einregelt. Bei einer bidirektionalen Expression
kann eine Kopf-an-Kopf-Promotorkonfiguration in dem Expressionsvektor
verwendet werden, und für
eine unidirektionale Expression können zwei Promotoren oder ein
Promotor, kombiniert mit z.B. einer IRES-Sequenz, für die Expression
verwendet werden. Geeignete Kopf-an-Kopf-Promotorkonfigurationen
sind z.B., sind aber nicht darauf beschränkt, der AdMLP-Promotor zusammen
mit dem Maus-Metallothionein-1-Promotor in beiden Orientierungen,
der AdMLP-Promotor zusammen mit dem Elongationsfaktor-1-Promotor
(elongation factor-1 promoter) in beiden Orientierungen oder der
CMV-Promotor zusammen mit dem MPSV-Promotor in beiden Orientierungen.
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Eine
Nucleinsäuresequenz,
die für
eine funktionelle Leit- bzw. Signalsequenz codiert, kann in den
Expressionsvektor eingeschlossen sein, um das Genprodukt zu dem
endoplasmatischen Reticulum oder einem speziellen Ort innerhalb
der Zelle, wie einer Organelle, zu leiten. Ein starkes Polyadenylierungssignal
kann 3' von der
proteincodierenden DNA-Sequenz gelegen sein. Das Polyadenylierungssignal
stellt den Abbruch sicher, und die Polyadenylierung des entstehenden
RNA-Transkripts steht mit der Nachrichtenstabilität (message
stability) in Zusammenhang. Die DNA, die für ein Mitglied des rekombinanten
polyklonalen Proteins von Interesse codiert, kann z.B. sowohl für die schweren
als auch die leichten Ketten eines Antikörpers oder Antikörperfragments
codieren, wobei jeder Gensequenz ggf. ihre eigenen Säuger-Promotorelemente
vorausgehen und/oder ihnen starke Poly A-Signale folgen, welche
einen hohen Expressionslevel jeder der zwei Ketten einregeln.
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Der
Expressionsvektor zur ortsspezifischen Integration kann zusätzliche
transkriptionsregulierende Elemente, wie Verstärker bzw. Enhancer oder UCOE
(ubiquitäre
chromatinöffnende
Elemente) (ubiquitous chromatin opening elements), für eine erhöhte Expression
an der Stelle der Integration tragen. Verstärker sind Nucleinsäuresequenzen,
die spezifisch mit zellulä ren
Proteinen Wechselwirken, die an der Transkription beteiligt sind.
Die UCOE öffnen
Chromatin oder halten Chromatin in einem offenen Zustand und ermöglichen bzw.
erleichtern eine reproduzierbare Expression eines funktionell verknüpften Gens
(detaillierter in WO 00/05393 beschrieben). Wenn eines oder mehrere
der oben beschriebenen regulatorischen Elemente in das Chromosom
einer Wirtszelle integriert wird/werden, werden sie als heterologe
regulatorische Elemente bezeichnet.
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Etablieren eines Expressionssystems
für Proteine
mit hohem Expressionslevel
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Verfahren
zum Einführen
einer Nucleinsäuresequenz
in eine Zelle sind im Stand der Technik bekannt. Diese Verfahren
schließen
typischerweise die Verwendung eines DNA-Vektors ein, um die Sequenz von Interesse
in die Zelle, das Genom oder ein extrachromosomales Element einzuführen. Die
Transfektion von Zellen kann durch eine Anzahl von Verfahren, die
den Fachleuten auf dem Gebiet bekannt sind, erzielt werden, einschließlich Calciumphosphatpräzipitation,
Elektroporation, Mikroinjektion, Liposomenfusion, RBC-Ghost-Fusion, Protoplastenfusion
und dergleichen.
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Für die Transfektion
einer Wirtszelllinie wird eine Bibliothek aus Vektoren von Interesse,
wobei jeder Vektor nur eine Kopie einer Nucleinsäuresequenz umfasst, die für ein Mitglied
eines rekombinanten polyklonalen Proteins von Interesse codiert,
verwendet. Diese Bibliothek aus Expressionsvektoren von Interesse
codiert in ihrer Gesamtheit für
das rekombinante polyklonale Protein von Interesse. Geeignete Vektoren
für die ortsspezifische
Integration wurden in dem vorausgehenden Abschnitt beschrieben.
Die einzelnen Vektoren, die die Bibliothek aus varianten Nucleinsäuresequenzen
von Interesse darstellen, können
entweder zusammen in eine einzelne Zusammensetzung gemischt werden,
oder die einzelnen Vektoren, die für jedes Bibliotheksmitglied
codieren, können
in getrennten Zusammensetzungen oder in Gemischen von näherungsweise 5
bis 50 einzelnen Vektoren der Bibliothek in einer Zusammensetzung
gehalten werden.
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Die
Erzeugung einer rekombinanten polyklonalen Herstellungszelllinie
und die Produktion eines rekombinanten polyklonalen Proteins aus
einer solchen Zelllinie kann durch einige verschiedene Transfektions- und
Herstellungsstrategien erreicht werden. Diese Strategien sind in 3 umrissen.
Ein Weg besteht darin, zur Transfektion einer Wirtszelllinie eine
Bibliothek von Vektoren zu verwenden, die in eine einzelne Zusammensetzung
zusammengemischt sind. Dieses Verfahren wird Massentransfektion
(bulk transfection) oder Transfektion in Masse (transfection in
bulk) genannt. Allgemein werden der zuvor beschriebene Vektor- und Wirtszellaufbau
sicherstellen, dass eine polyklonale Zelllinie bei geeigneter Auswahl
bzw. Selektion erhalten werden wird. In einer solchen Zelllinie
hat eine Mehrheit der einzelnen Zellen eine Kopie eines Nucleinsäuremoleküls, das
für ein
bestimmtes Mitglied eines rekombinanten polyklonalen Proteins codiert,
aus einer Bibliothek aus Nucleinsäuresequenzen von Interesse
in das Genom integriert. Die einzelne Kopie der Nucleinsäuresequenz
ist an einer einzelnen spezifischen Stelle des Genoms jeder Zelle
in der Sammlung von Zellen integriert, wodurch eine polyklonale
Zelllinie erzeugt wird, die aus einzelnen Zellen besteht, die einzelne
Mitglieder des polyklonalen Proteins von Interesse exprimieren.
Ein tiefgefrorener Bestand bzw. eine tiefgefrorene Stammkultur der
polyklonalen Zelllinie wird vor Beginn der Herstellung des rekombinanten
polyklonalen Proteins erzeugt.
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Ein
anderer Weg besteht darin, zur Transfektion eine Bibliothek von
Vektoren zu verwenden, die in Fraktionen aufgeteilt ist, welche
näherungsweise
5 bis 50 einzelne Vektoren der Bibliothek in einer Zusammensetzung
enthalten. Vorzugsweise besteht eine Fraktion der Bibliothek aus
10 bis 20 einzelnen Vektoren. Jede Zusammensetzung wird dann in
ein Aliquot von Wirtszellen transfiziert. Dieses Verfahren wird
Semi-Massentransfektion (semi-bulk transfection) genannt. Die Anzahl
transfizierter Aliquots wird von der Größe der Bibliothek und der Anzahl
der einzelnen Vektoren in jeder Fraktion abhängen. Wenn die Bibliothek z.B.
aus 100 bestimmten varianten Mitgliedern besteht, die in Fraktionen
aufgeteilt sind, die 20 bestimmte variante Mitglieder in einer Zusammensetzung
enthalten, müssten
5 Aliquots von Wirtszellen mit einer Bibliothekszusammensetzung
transfiziert werden, die eine bestimmte Fraktion der Originalbibliothek
enthält.
Die Aliquots von Wirtszellen werden für ortsspezifische Integration
ausgewählt.
Vorzugsweise werden die bestimmten Aliquots getrennt ausgewählt. Jedoch
können
sie auch vor der Auswahl bzw. Selektion vereinigt bzw. gepoolt werden.
Die Aliquots können
hinsichtlich ihrer klonalen Diversität analysiert werden, und nur
diejenigen mit ausreichender Diversität werden verwendet werden,
um eine polyklonale GOI-Bibliotheksstammkultur bzw. einen polyklonalen GOI-Bibliotheksbestand
zu erzeugen. Um die gewünschte
polyklonale Zelllinie zur Herstellung zu erhalten, können die
Aliquots vor dem Erzeugen des Gefrierbestands bzw. der Gefrierstammkultur
vermischt werden, unmittelbar nachdem sie aus dem Bestand bzw. der
Stammkultur wiedergewonnen wurden oder nach einer kurzen Proliferations-
bzw. Vermehrungs- und Anpassungszeit. Gegebenenfalls werden die
Aliquots von Zellen während
der ganzen Produktion getrennt gehalten, und die polyklonale Proteinzusammensetzung
wird durch Kombinieren der Produkte jedes Aliquots anstelle der
Aliquots von Zellen vor der Produktion zusammengesetzt.
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Ein
dritter Weg ist ein Hochdurchsatzverfahren, in dem Wirtszellen getrennt
unter Verwendung einzelner Vektoren, die die Bibliothek vor Interesse
darstellen, transfiziert werden. Dieses Verfahren wird Einzeltransfektion
genannt. Die einzeltransfizierten Wirtszellen werden vorzugsweise
getrennt für
eine ortsspezifische Integration ausgewählt. Sie können jedoch auch vor der Auswahl
bzw. Selektion gepoolt werden. Die einzelnen Zellklone, die bei
der Auswahl bzw. Selektion erzeugt wurden, können hinsichtlich der Proliferations-
bzw. Vermehrungszeit und dem Integrationsmuster analysiert werden,
und vorzugsweise werden jene mit ähnlichen Wachstumsraten und
einer einzelnen ortsspezifischen Integration verwendet, um eine
polyklonale GOI-Bibliotheksstammkultur bzw. einen polyklonalen GOI-Bibliotheksbestand
zu erzeugen. Die einzelnen Zellklone können vor der Erzeugung der
Stammkultur bzw. des Bestandes gemischt werden, um die gewünschte polyklonale
Zelllinie zu erhalten, unmittelbar nachdem sie aus der Stammkultur
wiedergewonnen wurden oder nach einer kurzen Proliferations- bzw.
Vermehrungs- und Anpassungszeit.
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Dieser
Ansatz kann jede mögliche
verbleibende Tendenz zu einer Sequenz während der Transfektion, Integration
und Auswahl bzw. Selektion eliminieren. Alternativ werden die einzeln
transfizierten Wirtszellen gemischt, bevor die Auswahl bzw. Selektion
durchgeführt
wird, dies wird die Kontrolle der Tendenz zu einer Sequenz infolge
der Transfektion ermöglichen.
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Ein
gemeinsames Merkmal bei den Herstellungsstrategien, die oben umrissen
sind, ist, dass alle einzelnen Mitglieder, die das rekombinante
polyklonale Protein darstellen, in einem Bioreaktor oder einer begrenzten
Anzahl von Bioreaktoren, mit ungefähr 10 als dem Maximum, hergestellt
werden können.
Der einzige Unterschied ist die Stufe, bei der jemand entscheidet,
die Sammlung von Zellen zu erzeugen, die die rekombinante polyklonale
Herstellungszelllinie herstellt.
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Die
Wirtszelllinie, die für
die Expression und Produktion eines rekombinanten polyklonalen Proteins von
Interesse verwendet werden soll, hat ein oder mehr Nucleinsäuremoleküle, das/die
durch ein Rekombinaseenzym/durch Rekombinaseenzyme erkennbar ist/sind
(z.B. zuvor hergestellte Zellen, die eine FRT-Stelle an einem vorher
festgelegten Ort in dem Genom haben, wie z.B. in
US 5,677,177 beschrieben).
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Der
Vektor zur ortsspezifischen Integration wird vorzugsweise in einem
zuvor definierten genomischen Locus integriert, der einen hohen
Expressionslevel vermittelt, ein so genannter Hotspot.
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Wenn
die Expressionslevel erhöht
werden müssen,
kann eine Genvervielfältigung
unter Verwendung einer Selektion nach einem DHFR-Gen oder einem
Glutaminsynthetase(GS)-Gen durchgeführt werden. Dies erfordert
die Verwendung von Vektoren, die einen solchen Selektionsmarker
umfassen.
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Für die Herstellung
eines polyklonalen Proteins, wobei jedes Proteinmitglied aus mehr
als zwei Polypeptidketten besteht, könnte die Kombination der Ketten
von Wichtigkeit für
die Affinität,
Spezifität
und Aktivität des
Proteins, welches sie bilden, sein. Dies wird z.B. bei Antikörpern und
TcRs beobachtet. Zum Beispiel ist bekannt, dass die Kombination
der variablen schweren Kette eines Antikörpers und der variablen leichten
Kette eines Antikörpers
die Affinität
und Spezifität
eines Antikörpers,
der aus den Ketten gebildet wird, beeinflusst. Somit ist es wünschenswert,
wenn eine Bibliothek aus Antikörper-codierenden
Sequenzen aufgrund ihrer Fähigkeit,
Antikörper
mit Affinität
zu einem bestimmten Ziel zu produzieren, ausgewählt wurde, sicherzustellen, dass
die Kombination der variablen schweren Kette und der variablen leichten
Kette in dem Endprodukt diesem entspricht. Aus diesem Grund werden
die Polypeptidketten, die ein einzelnes Mitglied des polyklonalen Proteins
darstellen, in dem gleichen zur Integration verwendeten Vektor platziert,
wodurch sichergestellt wird, dass sie während des gesamten Verfahrens
zusammengehalten werden.
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Die
folgende Beschreibung ist ein Beispiel, wie eine rekombinante polyklonale
antikörper-exprimierende
Zelllinie erhalten wird, wobei das Scrambling der Ketten minimal
ist, falls überhaupt
vorhanden.
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Eine
universelle Promotorkassette zur konstitutiven Expression mit zwei
Promotoren, die in entgegengesetzter Transkriptionsrichtung platziert
wurden, wie eine Kopf-an-Kopf-Konstruktion,
umgeben von der variablen schweren Kette, und die gesamte leichte
Kappa-Kette wurden konstruiert, was den Transfer des gesamten Konstrukts
in einen Vektor zur ortsspezifischen Integration ermöglicht,
wobei der Vektor eine FRT-Stelle und ein Hygromycin-Resistenzgen und
die konstante Region der schweren Kette umfasst. Es wird in Erwägung gezogen,
dass eine Promotorkassette zur induzierbaren Expression ebenfalls
verwendet werden kann. Darüber
hinaus können
die Promotoren Ende-an-Ende (tail-to-tail), was in einer Transkription
in entgegengesetzter Richtung resultieren wird, oder Ende-an-Kopf
(tail-to-head) für
unidirektionale Transkription platziert sein. CHO-Flp-In-Zellen
(Invitrogen, Carlsbad, CA), die stabil das lacZ-Zeocin-Fusionsgen
exprimieren, wurden für den
Versuch verwendet, dass die Zellen resistent gegen das Antibiotikum
Zeocin macht. Die Zellen wurden in einem zeocin-haltigen Medium gehalten. Die Zellen
wurden in Masse mit der Bibliothek aus Vektoren zur ortsspezifischen
Integration, die für
den polyklonalen Antikörper
codieren, und einem unterschiedlichen Selektionsmarker (Hygromycin-Phosphotransferase)
zusammen mit einem Plas mid, das die Flp-Rekombinase exprimiert,
transfiziert. Ein induzierbarer Promotor kann ebenfalls zur Kontrolle
der Expression verwendet werden. Nach der Transfektion wurden die
Zellen in Gegenwart von Hygromycin kultiviert. Zellen, die gegen
Hygromycin resistent waren, wurden nachfolgend in verschiedenen
Kultursystemen, wie konventionelle kleine Kulturkolben, mehrschichtige
Zellfabriken von Nunc (Nunc multilayer cell factories), kleine Bioreaktoren
mit hoher Ausbeute (MiniPerm, INTEGRA-CELLLine) und Rührkolben
(spinner flasks) bis hin zu Hohlfaser- und Bioreaktoren, wachsen
gelassen. Die Zellen wurden unter Verwendung von ELISA auf Antikörperproduktion
hin überprüft. Polyklonale
Zelllinien wurden aufgrund ihrer Lebensfähigkeit bei Wachstum in Suspension
in serumfreiem Medium ohne Selektionsdruck bei verlängerten
Zeitdauern ausgewählt.
Stammkulturen bzw. Bestände von
Zelllinien wurden in Gegenwart von Hygromycin wachsen gelassen.
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Bewertung
der Erhaltung der Polyklonalität
in dem Expressionssystem
-
Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es häufig
wichtig, sicherzustellen, dass die Polyklonalität in dem Expressionssystem
nicht schwerwiegend während
der Produktion verändert
wird, so dass es möglich
ist, die Produktion zu stoppen, wenn die Polyklonalität tatsächlich verändert wird.
Dies wird gemäß der Erfindung durch Überwachen
der relativen Expressionslevel der varianten Nucleinsäuresequenzen
durchgeführt.
Die Expressionslevel können
z.B. auf mRNA-Ebene unter Verwendung von z.B. RFLP-Analyse, Arrays
oder Real-Time-PCR oder auf der Proteinebene unter Verwendung von
z.B. zweidimensionaler Polyacrylamid-Gelelektrophorese, Massenspektrometrie
oder verschiedenen chromatographischen Techniken durchgeführt werden. Mit
diesen Techniken wird es möglich
sein, einen Basislinienwert für
eine Anzahl all der einzelnen Expressionslevel zu etablieren und
dann während
der Produktion Proben aus der Kultur zu entnehmen, um zu beurteilen,
ob sich die Expressionslevel verändert
haben (sowohl gesamt als auch relativ). Bei der normalen Anwendung
der Erfindung kann ein Wertebereich, der die Basislinienwerte umgibt,
etabliert werden und, wenn festgestellt wird, dass die relativen
Expressionslevel außerhalb
der Bereiche liegen, dann wird die Produktion abgebrochen.
-
Um
in der Lage zu sein, die Stabilität und Reproduzierbarkeit des
Expressionssystems zu bewerten, wurden Vektoren, die für sechs
bestimmte Fab-Fragmente (die Mini-Six-Bibliothek) mit Reaktivität gegen
Hühner-Ovalbumin
(OVA), alkalische Phosphatase (AP) vom Rind, Human-β2-Mikroglobulin
(β2m), Human-Haptoglobin (HAP), Human-Faktor
VIII (FVIII) und Hühnereiweiß-Lysozym
(LYS) codieren, hergestellt. Die verschiedenen Fab-Fragment-codierenden
Sequenzen sind nicht identisch und weisen daher verschiedene RFLP- Muster auf, wobei
RFLP zum Analysieren der Genotyp-Zusammensetzung verwendet werden
kann.
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Die
Mini-Six-Bibliothek wurde in CHO-Flp-In-Zellen durch Transfektion
unter Verwendung eines Expressionsvektors mit einer Kopf-an-Kopf-Promotorkassette
eingeführt.
Die CHO-Flp-In-Zellen wurden entweder in Masse mit einem Gemisch
aus Expressionsvektoren von Interesse, die für die sechs bestimmten Antikörper codieren,
transfiziert, was in einer polyklonalen Zelllinie, die die sechs
Antikörper
in bekannter Kombination exprimiert, resultierte, oder die Zellen
wurden einzeln mit einem Mitglied der Expressionsbibliothek von Interesse
transfiziert, gefolgt von Mischen der transfizierten Zellen, was
eine rekombinante polyklonale Antikörper-Expressionszelllinie,
die die sechs Antikörper
in bekannter Kombination exprimiert, erzeugt. In dieser Weise war
es möglich,
zu testen, ob die Transfektion der Säugerzellen auftritt, ohne dass
eine Tendenz zu einem oder mehreren einzelnen Klonen der rekombinanten
polyklonalen Antikörper-Expressionszelllinie
erzeugt wird. Darüber
hinaus war es möglich,
auf eine Tendenz bei der Proliferation bzw. Vermehrung und auf eine
Tendenz, die durch die Aufreinigung der polyklonalen Zusammensetzung
von Antikörpern
verursacht wird, zu prüfen.
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Etablierung einer rekombinanten
polyklonalen Anti-Ovalbumin-Antikörper-Herstellungszelllinie
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Ovalbumin-bindende
Phagen-Klone wurden unter Verwendung von Phagendisplay und ELISA
zum Identifizieren der relevanten Klone ausgewählt. Zwei Versuchsanordnungen
wurden zum Identifizieren von Antikörpern von den Ovalbumin-bindenden
Klonen verwendet, d.h. ELISA-Platten, die mit Ovalbumin beschichtet waren,
oder ein Screeningverfahren mit hoher Dichte (high density screening
method) (HDS), das auf der Immobilisierung von Ovalbumin auf PVDF-Membranen
basiert. Auf diese Weise wurde eine Gruppe von Antikörpern erhalten,
von denen manche auf der ELISA-Platte immobilisiertes Ovalbumin
erkennen und andere auf der PVDF-Membran immobilisiertes Ovalbumin
erkennen.
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Die
ausgewählten
Ovalbumin-bindenden Phagen-Klone können ihre DNA-Sequenzen für die variable schwere
und Kappa-Kette an Säugerpromotoren
gebunden haben und in einen Vektor des pSymvc20-Typs (4D)
zur Antikörperexpression
transferiert haben, wodurch eine Sammlung von Klonen des pSymvc21-Typs
(4E) erzeugt wird. Die CHO-Flp-In-Zellen werden entweder
in Masse mit einem Gemisch der pSymvc21-Klone transfiziert oder
die Zellen werden einzeln mit einem pSymvc21-Antikörper-exprimierenden
Plasmid transfiziert, gefolgt von Mischen der transfizierten Zellen,
die die anderen Ovalbumin-bindenden Antikörper exprimieren. Die Vorgehensweise
des Erzeugens einer polyklonalen Anti-Ovalbumin- Antikörper produzierenden Zelllinie
kann durch DNA-Sequenzierung, TagMan-PCR und RFLP-Analyse der einzelnen
Antikörper-exprimierenden
Zellen, sowie durch ELISA, 2-dimensionale(2D)-Flüssigchromatographie (LC) und Massenspektrometrie
(MS) der produzierten Antikörpermischung überwacht
werden.
-
Kultivierung von Zellen
und Herstellung eines rekombinanten polyklonalen Antikörpers
-
Die
wie oben beschrieben hergestellte polyklonale Zelllinie wird in
geeigneten Medien unter geeigneten Bedingungen zur Expression des
polyklonalen Proteins von Interesse, das durch die varianten Nucleinsäuresequenzen,
die in das Genom der Zellen insertiert sind, codiert wird, wachsen
gelassen. Die Zellkultivierung kann in mehreren Schritten durchgeführt werden.
Ein erster Schritt ist, die polyklonale Zelllinie hinsichtlich ortsspezifischer
integraler Bestandteile auszuwählen.
Wenn Säugerzellen
verwendet werden, dann werden die ausgewählten Zellen vorzugsweise an
das Wachstum in Suspension sowie an serumfreie Bedingungen angepasst.
Dies kann in ein oder zwei Schritten und mit oder ohne Selektionsdruck
durchgeführt
werden. Wenn die polyklonale Zelllinie an geeignete Bedingungen
angepasst ist, kann mit der Maßstabsvergrößerung (scaling up)
begonnen werden. An diesem Punkt kann eine Arbeitszellenstammkultur
eingefroren werden. Vorzugsweise werden Bioreaktoren mit 30 bis
100 Litern verwendet, aber kleinere oder größere Bioreaktoren können eingesetzt
werden. Die geeignete Herstellungszeit und die Auswahl der Bioreaktorgröße sind
abhängig
von der gewünschten
Proteinausbeute aus der Charge und den Expressionsleveln aus der
Zelllinie. Die Zeiten können von
ein paar Tagen bis zu drei Monaten variieren. Das exprimierte rekombinante
polyklonale Protein wird aus den Zellen oder dem Überstand
isoliert. Das rekombinante Protein wird gemäß den Vorgehensweisen, die
einem Fachmann auf dem Gebiet bekannt sind, aufgereinigt und charakterisiert.
Beispiele von Aufreinigungs- und Charakterisierungsvorgehensweisen
sind unten aufgelistet.
-
Aufreinigung
eines rekombinanten polyklonalen Proteins aus dem Kulturüberstand
-
Die
Isolierung spezieller Proteine aus Kulturüberständen ist unter Verwendung verschiedener
chromatographischer Techniken möglich,
die Unterschiede in den physikochemischen Eigenschaften von Proteinen verwenden,
z.B. Unterschiede im Molekulargewicht, in der Nettoladung, der Hydrophobie
oder der Affinität
gegenüber
einem speziellen Liganden oder einem speziellen Protein. Proteine
können
somit gemäß dem Molekulargewicht
unter Verwendung von Gelfiltrationschromatographie oder gemäß der Nettoladung
unter Verwendung von Ionenaustausch(Kation/Anion)-Chromatographie
oder alternativ unter Verwendung von Chromatofokussierung getrennt
werden. In ähnlicher
Weise können
Proteine nach der Hyd rophobie unter Verwendung von hydrophober Interaktionschromatographie
oder durch Affinitätschromatographie,
welche die Unterschiede in der Affinität gegenüber einem speziellen immobilisierten
Liganden oder Protein ausnützt,
getrennt werden. Die Trennung komplexer Proteingemische kann somit
durch aufeinanderfolgende Kombination verschiedener chromatographischer
Prinzipien erzielt werden. Ein Proteingemisch kann somit anfänglich gemäß z.B. der
Nettoladung unter Verwendung von Ionenaustauschchrumatographie aufgetrennt
werden, und Proteine mit ähnlicher
Nettoladung können
nachfolgend gemäß dem Molekulargewicht
unter Verwendung von Gelfiltrationschromatographie oder nach der
Hydrophobie unter Verwendung von hydrophober Interaktionschromatographie
in Gegenwart einer hohen Konzentration eines ausgewählten Salzes
getrennt werden.
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Affinitätschromatographie,
kombiniert mit nachfolgenden Aufreinigungsschritten, wie Ionenaustauschchromatographie,
hydrophober Interaktionschromatographie und Gelfiltration, wurde
häufig
zur Aufreinigung von IgG (polyklonal sowie monoklonal) und TcR aus
verschiedenen Quellen, z.B. Ascitesflüssigkeit, Zellkulturüberständen und
Serum verwendet. Affinitätsaufreinigung,
bei der die Trennung auf einer reversiblen Wechselwirkung zwischen
dem/den Protein/Proteinen und einem spezifischen Liganden, der an
eine chromatographische Matrix gekoppelt ist, basiert, ist ein einfaches
und schnelles Verfahren, das hohe Selektivität, gewöhnlich hohe Kapazität und eine
Aufkonzentration in einem kleineren Volumen bietet. Protein A und
Protein G, zwei bakterielle Zelloberflächenproteine, haben eine hohe
Affinität
für den
FC-Bereich
und wurden in einer immobilisierten Form für viele Routineanwendungen,
einschließlich
der Aufreinigung von polyklonalem IgG und seinen Unterklassen aus
verschiedenen Spezies und der Absorption und Aufreinigung von Immunkomplexen, verwendet.
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Auf
die Affinitätschromatographie
können
chromatographische Aufarbeitungsschritte (downstream chromatography
steps), z.B. Anionenaustausch- und/oder hydrophobe Interaktionschromatographie,
durchgeführt
werden, um die Wirtszellenproteine, ausgewaschenes bzw. ausgeblutetes
Protein A und DNA zu entfernen.
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Gelfiltration,
als ein letzter Aufreinigungsschritt, kann verwendet werden, um
kontaminierende Moleküle,
wie Dimere und andere Aggregate, zu entfernen und die Probe in einen
Lagenpuffer zu übertragen.
Abhängig
von der Quelle und den Expressionsbedingungen kann es notwendig
sein, einen zusätzlichen
Aufreinigungsschritt einzuschließen, um den erforderlichen
Antikörperreinheitsgrad
zu erreichen. Hydrophobe Interaktionschromatographie oder Anionenaustauscherchromatographie
werden somit häufig
in Kombination mit Protein A- und Gelfiltra tionschromatographie
verwendet, um Antikörper
zur therapeutischen Verwendung aufzureinigen.
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Um
andere Antikörperklassen
zu reinigen, müssen
alternative Affinitätschromatographiemedien
verwendet werden, da die Proteine A und G IgA und IgM nicht binden.
Eine Immunoaffinitätsaufreinigung
kann verwendet werden (monoklonale Anti-IgA- oder Anti-IgM-Antikörper, die
an eine Festphase gekoppelt sind), oder alternativ können mehrstufige
Aufreinigungsstrategien, einschließlich Ionenaustausch und hydrophober Interaktion,
eingesetzt werden.
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Strukturcharakterisierung
-
Die
Strukturcharakterisierung polyklonaler Proteine, wie Antikörper und
TcRs, erfordert eine hohe Auflösung
aufgrund der Komplexität
des Gemisches (klonale Diversität
und Glycosylierung). Traditionelle Ansätze, wie Gelfiltration, Interaktionschromatographie
oder Elektrophorese können
eine nicht ausreichende Auflösung
haben, um zwischen den einzelnen Antikörper zu differenzieren. Zweidimensionale
Polyacrylamid-Gelelektrophorese (2D-PAGE) wurde zur Darstellung
komplexer Proteingemische verwendet, gefolgt von Massenspektrometrie
(MS) oder Flüssigchromatographie
(LC)-MS (z.B. Proteomik). 2D-PAGE, die die Trennung auf der Basis
der Ladung eines Proteins und seiner Masse kombiniert, erwies sich
als zweckmäßig zum
Differenzieren zwischen polyklonalem, oligoklonalem und monoklonalem
Immunglobulin in Serumproben. Jedoch hat dieses Verfahren einige
Einschränkungen.
Chromatographische Techniken, insbesondere Kapillarchromatographie
und LC, gekoppelt mit Elektrospray-Ionisierungs-MS, werden zunehmend bei
der Analyse komplexer Peptidgemische eingesetzt. LC-MS wurde zur
Charakterisierung monoklonaler Antikörper und kürzlich auch zur Darstellung
der leichten Ketten polyklonaler Antikörper verwendet. Die Analyse
sehr komplexer Proben erfordert mehr Auflösungsvermögen des chromatographischen
Systems, das durch Trennung in zwei Dimensionen (oder mehr) erhalten
werden kann. Ein solcher Ansatz könnte auf Ionenaustausch in
der ersten Dimension und Umkehrphasenchromatographie (oder hydrophober
Wechselwirkung) in der zweiten Dimension, ggf. gekoppelt an MS,
basieren.
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Funktionelle
Charakterisierung
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Ein
polyklonales Protein kann z.B. funktionell durch Vergleichbarkeitsstudien
mit polyklonalen Proteinen mit Spezifität gegenüber dem gleichen Ziel oder
einer ähnlichen
Aktivität
charakterisiert werden. Solche Studien können in vitro sowie in vivo
durchgeführt
werden.
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Eine
funktionelle Charakterisierung eines polyklonalen Antikörpers in
vitro könnte
z.B. Immunpräzipitation
sein, die eine hochspezifische Technik zur analytischen Trennung
von Ziel antigenen aus Rohzelllysaten ist. Durch Kombinieren von
Immunpräzipitation
mit anderen Techniken, wie SDS-PAGE, gefolgt von Proteinfärbung (Coomassie-Blau,
Silberfärbung
oder Biotinmarkierung) und/oder Immunblotting, ist es möglich, z.B. Antigene
zu detektieren und zu quantifizieren und somit einige der funktionellen
Eigenschaften der Antikörper zu
bewerten. Obwohl dieses Verfahren weder eine Bestimmung der Anzahl
der Antikörpermoleküle noch
ihrer Bindungsaffinitäten
zulässt,
stellt es eine Visualisierung der Zielproteine und somit der Spezifität bereit.
Dieses Verfahren kann gleichermaßen verwendet werden, um mögliche Unterschiede
der Antikörper
gegenüber
Antigenen (die Vollständigkeit
der klonalen Diversität)
während
des Expressionsprozesses zu überwachen.
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Eine
funktionelle Charakterisierung eines polyklonalen Antikörpers in
vivo könnten
z.B. Infektionsstudien sein. Ein Versuchstier, wie eine Maus, kann
z.B. mit einem speziellen Virus infiziert werden, gegen den ein
polyklonaler Antikörper
entwickelt wurde. Der Grad, bis zu dem die Infektion gehemmt bzw.
verhindert werden kann, zeigt die Funktionalität des polyklonalen Antikörpers an.
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Therapeutische
Zusammensetzungen
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung ist eine pharmazeutische Zusammensetzung, umfassend
ein rekombinantes polyklonales Protein, ausgewählt aus der Immunglobulin-Superfamilie, als
ihr aktiver Inhaltsstoff zur Behandlung oder Vorbeugung einer Krankheit
bei einem Säuger
bestimmt, wie eine Krankheit, ausgewählt aus Krebs, Infektionen,
entzündlichen
Erkrankungen, Allergien, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen,
Autoimmunkrankheiten, immunologischen Fehlfunktionen, cardiovaskulären Erkrankungen, Krankheiten
im zentralen Nervensystem, Stoffwechsel- und endokrinen Krankheiten,
Transplantatabstoßung und
ungewollter Schwangerschaft. Der Säuger ist vorzugsweise ein Mensch,
ein Haustier oder ein Streichel- bzw. Haustier.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die pharmazeutische Zusammensetzung
einen rekombinanten polyklonalen Antikörper oder ein rekombinantes
polyklonales Antikörperfragment
als den aktiven Inhaltsstoff und ein pharmazeutisch annehmbares
Excipiens.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst die pharmazeutische Zusammensetzung
einen rekombinanten polyklonalen T-Zellrezeptor oder ein rekombinantes
polyklonales T-Zellrezeptorfragment als den aktiven Inhaltsstoff
und ein pharmazeutisch annehmbares Excipiens.
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Zur
Behandlung oder Vorbeugung von Infektionen umfasst die pharmazeutische
Zusammensetzung gemäß der Erfindung
ein rekombinantes polyklonales Protein von Interesse, das in der
Lage ist, mit einem infektiösen
Mikroorganismus zu reagieren bzw. an ihn zu binden, wie ein Mikroorganismus,
ausgewählt
aus Bakterien, Mykobakterien, Virus, Mykoplasma, Rickettsia, Spirochäten, Protozoen,
Pilzen, Helminthen und Ektoparasiten.
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Rekombinante
polyklonale Human-Proteine können
in einem pharmazeutisch annehmbaren Verdünnungsmittel, Träger oder
Excipiens in einer Einheitsdosierungsform verabreicht werden. Konventionelle
pharmazeutische Praktiken können
eingesetzt werden, um geeignete Formulierungen oder Zusammensetzungen zum
Verabreichen der Verbindungen an Patienten, die an einer Krankheit
leiden, z.B. verursacht durch übermäßige Zellproliferation,
bereitzustellen. Die Verabreichung kann beginnen, bevor der Patient
symptomatisch ist. Jeder geeignete Verabreichungsweg kann verwendet
werden, z.B. kann die Verabreichung parenteral, intravenös, intraarteriell,
subkutan, intramuskulär,
intrakranial, intraorbital, ophthalmisch, intraventrikulär, intracapsular,
intraspinal, intrazisternal, introperitoneal, intranasal, als Aerosol,
als Suppositorium oder eine orale Verabreichung sein. Zum Beispiel
können
die therapeutischen Formulierungen in Form von flüssigen Lösungen oder
Suspensionen sein; für
eine orale Verabreichung können
die Formulierungen in Form von Tabletten oder Kapseln, Kaugummi,
Pasten, sein, Zusammensetzungen, die für die Applikation auf die Haut
geeignet sind, können
in Form von Cremen, Salben, Lotionen, Gelen, Pflastern oder anderen
sein, Zusammensetzungen, die zur Applikation auf die Vaginal- oder
Urogenitalschleimhaut geeignet sind, können in Form von Scheidenzäpfchen (vagitories),
Gelen oder anderen sein., und für
intranasale Formulierungen können
sie in Form von Pulvern, Nasentropfen oder Aerosolen sein.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung werden
in einer Weise hergestellt, die per se bekannt ist, z.B. mittels
konventioneller Lösungs-,
Lyophilisierungs-, Misch-, Granulierungs- oder Konfektionierungsverfahren.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen können gemäß der konventionellen pharmazeutischen
Praxis formuliert werden (siehe z.B. in Remington: The Science and
Practice of Pharmacy (20. Ausg.), Herausg. A.R. Gennaro, 2000, Lippincott
Williams & Wilkins,
Philadelphia, PA und Encyclopedia of Pharmaceutical Technology,
Herausg. J. Swarbrick and J.C. Boylan, 1988-1999, Marcel Decker,
New York, NY).
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Lösungen des
aktiven Inhaltsstoffs und auch Suspensionen und insbesondere isotonische
wässrige Lösungen oder
Suspensionen werden bevorzugt verwendet, wenn es möglich ist,
z.B. im Fall lyophilisierter Zusammensetzungen, die den aktiven
Inhaltsstoff allein oder zusammen mit einem Träger, z.B. Mannit, umfassen,
da solche Lösungen
oder Suspensionen vor der Verwendung hergestellt werden sollen.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen können sterilisiert werden und/oder
Excipientien, z.B. Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, Netz- und/oder
Emulgiermittel, Solubilisierungsmittel, Salze zum Regulieren des
osmotischen Drucks und/oder Puffer, umfassen und werden in einer
Weise hergestellt, die per se bekannt ist, z.B. mittels konventioneller
Lösungs-
oder Lyophilisierungsverfahren. Die Lösungen oder Suspensionen können viskositätserhöhende Substanzen,
wie Natriumcarboxymethylzellulose, Carboxymethylzellulose, Dextran,
Polyvinylpyrrolidon oder Gelatine, umfassen.
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Die
Injektionszusammensetzungen werden in üblicher Weise unter sterilen
Bedingungen hergestellt; das gleiche gilt auch für das Einfüllen der Zusammensetzungen
in Ampullen oder Glasfläschchen
und das Versiegeln der Behälter.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen für
eine orale Verabreichung können
erhalten werden, indem der aktive Inhaltsstoff mit festen Trägern kombiniert
wird, falls gewünscht,
indem ein resultierendes Gemisch granuliert wird und indem das Gemisch,
falls gewünscht
oder erforderlich, nach der Zugabe geeigneter Excipientien, zu Tabletten,
Drageekernen oder Kapseln verarbeitet wird. Es ist auch möglich, dass
sie in Kunststoffträger
eingearbeitet werden, die es ermöglichen,
dass die aktiven Inhaltsstoffe in abgemessenen Mengen diffundieren
oder freigesetzt werden.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen umfassen von näherungsweise
1 % bis näherungsweise 95%,
vorzugsweise von näherungsweise
20% bis näherungsweise
90%, an aktivem Inhaltsstoff. Pharmazeutische Zusammensetzungen
gemäß der Erfindung
können
z.B. in Einheitsdosisform, wie in der Form von Ampullen, Glasfläschchen,
Suppositorien, Dragees, Tabletten oder Kapseln sein.
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Die
Formulierungen können
an menschliche Patienten in therapeutisch wirksamen Mengen (z.B.
Mengen, die einen pathologischen Zustand verhindern, beseitigen
oder verringern) verabreicht werden, um eine Therapie für eine Krankheit
oder einen Zustand zur Verfügung
zu stellen. Die bevorzugte Dosierung des therapeutischen Mittels,
das verabreicht werden soll, hängt
wahrscheinlich von solchen Variablen wie dem Typ und dem Ausmaß der Störung, dem
allgemeinen Gesundheitszustand des speziellen Patienten, der Formulierung
der Zusammensetzungsexcipientien und seinem Verabreichungsweg ab.
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Falls
gewünscht,
kann die Behandlung mit rekombinanten polyklonalen Human-Antikörpern mit
traditionelleren Therapien kombiniert werden. Zum Beispiel bei der
Behand- lung von
Krebs könnten
solche Kombinationstherapien die Form von Chirurgie oder Verabreichung
von chemotherapeutischen Mitteln oder anderen Antikrebsmitteln annehmen.
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In
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung umfasst die pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung
ein rekombinantes polyklonales Protein von Interesse, das in der
Lage ist, mit einem infektiösen
Mikroorganismus zu reagieren bzw. an ihn zu binden, wie ein Mikroorganismus,
ausgewählt
aus Bakterien, Mykobakterien, Virus, Mykoplasma, Rickettsia, Spirochäten, Protozoen,
Pilzen, Helminthen und Ektoparasiten.
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Therapeutische
Verwendungen der Zusammensetzungen gemäß der Erfindung
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung
können
zur Behandlung, Linderung oder Vorbeugung einer Krankheit bei einem
Säuger
verwendet werden. Krankheiten, die mit den vorliegenden pharmazeutischen
Zusammensetzungen behandelt werden können, schließen Krebs,
Infektionen, entzündliche
Erkrankungen, Allergien, Asthma und andere Atemwegserkrankungen,
Autoimmunkrankheiten, cardiovaskuläre Erkrankungen, Krankheiten
im zentralen Nervensystem, Stoffwechsel- und endokrine Krankheiten,
Transplantatabstoßung
und ungewollte Schwangerschaft ein.
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Krankheitsbehandlung,
-linderung oder -prophylaxe bei einem Tier, wobei eine wirksame
Menge des rekombinanten polyklonalen Antikörpers oder Antikörperfragments
verabreicht wird. In einem weiteren Aspekt wird eine wirksame Menge
des rekombinanten polyklonalen T-Zellrezeptors oder T-Zellrezeptorfragments
verabreicht.
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In
einem zusätzlichen
Aspekt der vorliegenden Erfindung dient die Verwendung eines rekombinanten polyklonalen
Antikörpers
oder eines rekombinanten polyklonalen T-Zellrezeptors oder von Fragmenten
von Antikörpern
oder T-Zellrezeptoren zur Herstellung einer Zusammensetzung zur
Behandlung von Krankheiten, ausgewählt aus einer Gruppe, bestehend
aus Krebs, einer Infektion, einer entzündlichen Erkrankung, einer
Allergie, Asthma oder einer Atemwegserkrankung, immunologischen
Fehlfunktionen, einer Autoimmunkrankheit, einer cardiovaskulären Erkrankung,
einer Krankheit im zentralen Nervensystem, einer Stoffwechselkrankheit, einer
endokrinen Krankheit, Transplantatabstoßung und ungewollter Schwangerschaft.
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Diagnostische Verwendung
und Verwendung zur Detektion in der Umwelt
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Eine
andere Ausführungsform
der Erfindung richtet sich auf diagnostische Kits und Kits zur Verwendung
bei der Detektion in der Umwelt sowie auf Verfahren zum Verwenden
dieser Kits. Kits gemäß der vorliegenden
Erfindung umfassen ein rekombinantes polyklonales Protein, das gemäß der Erfindung
hergestellt wurde, wobei das Protein mit einer detektierbaren Markierung
markiert sein kann oder für
eine Detektion ohne Markierung nicht markiert sein kann. Falls es
markiert ist, kann das vorliegende rekombinante polyklonale Protein
zu einer Probe hinzugefügt
werden, von der angenommen wird, dass sie das Zielmolekül enthält, und
das Vorhandensein oder die Abwesenheit der Markierung zeigt das
Vorhandensein oder die Abwesenheit des Zielmoleküls an. Die zu testende Probe
kann eine Probe einer Körperflüssigkeit,
wie Blut, Serum, Plasma, Rückenmarksflüssigkeit,
Lymphe oder Urin, oder eine Nicht-Säuger-Probe, wie eine Probe aus einer Quelle
aus der Umwelt, bei der angenommen wird, dass sie eine Kontaminante
enthält,
sein. Nicht-Säuger-Proben
können Wasser,
Luft oder kontaminierte Erde sein. Eine Detektion ohne Markierung
umfasst die Messung der Brechungsveränderung in einem BIAcore bei
Bindung, wobei das rekombinante polyklonale Protein verwendet wird,
um die Zielmoleküle
zu binden bzw. einzufangen.
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BEISPIELE
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Die
folgenden Beispiele beschreiben, wie rekombinante polyklonale Antikörper exprimiert
werden und in einer Zelllinie mit hoher Produktion produziert werden,
in die (ein) Gen(e)/Vektor(en) von Interesse durch ortsspezifische
Integration in eine zuvor charakterisierte chromosomale "Hotspot"-Stelle insertiert
wurde(n).
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In
den Beispielen wurden CHO-Zellen als Wirtszelle eingesetzt. Die
Vorteile davon schließen
die Verfügbarkeit
eines geeigneten Wachstumsmediums, ihre Fähigkeit, effizient bis zu einer
hohen Dichte in Kultur zu wachsen, und ihre Fähigkeit, Säuger-Proteine, wie Antikörper, in
einer biologisch aktiven Form zu exprimieren, ein.
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Im
Allgemeinen werden die Transformation von E. coli und die Transfektion
von Säuger-Zellen
gemäß der Aufgabe
der Erfindung gemäß konventionellen
Verfahren durchgeführt.
Um das Verständnis
der Erfindung zu verbessern, werden die Konstruktion beispielhafter
Vektoren und ihre Verwendung beim Herstellen einer rekombinanten
polyklonalen Herstellungszelllinie zur rekombinanten polyklonalen
Proteinexpression in den Beispielen unten beschrieben.
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Die
folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung, sollten aber
nicht so gesehen werden, dass sie den Rahmen der Erfindung einschränken.
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BEISPIEL 1
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Ortsspezifische
Integration versus zufällige
Integration
-
Für den folgenden
Transfektionsversuch wurden die CHO-Flp-In-Zellen (Invitrogen, Carlsbad,
CA) verwendet. Die Effizienz des Systems wurde unter Verwendung
von sekretierter alkalischer Phosphatase vom Mensch (human secreted
alkaline phosphatase) (SEAP) als einem Reportergen getestet. Zwei
Plasmidkonstrukte wurden hergestellt:
- 1. SEAP,
insertiert in pcDNA3.1hygro+ (Invitrogen, Carlsbad, CA) (für zufällige Integration)
- 2. SEAP, insertiert in pcDNAS/FRT (Invitrogen, Carlsbad, CA)
(für ortsspezifische
Integration).
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Die
zwei Plasmidkonstrukte waren hinsichtlich der regulatorischen Elemente,
d.h. Promotor, Polyadenylierung etc. sehr ähnlich, was es möglich macht,
die Plasmide zum Vergleichen der zufälligen Integration mit der
ortsspezifischen Integration zu verwenden.
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CHO-Flp-In-Zellen
wurden mit dem Plasmidkonstrukt 1 allein oder mit dem Plasmidkonstrukt
2 zusammen mit dem Rekombinase-codierenden Plasmid pOG44, gemäß der von
Invitrogen beschriebenen Vorgehensweise, transfiziert. Die Transfektanten
wurden unter Verwendung von Hygromycin selektiert, und die Produktion
von SEAP aus Pools von Transfektanten wurde gemessen.
-
Zellen,
die mittels ortsspezifischer Integration transfiziert worden waren,
produzierten näherungsweise sechsmal
mehr SEAP als Zellen, die mittels zufälliger Integration transfiziert
worden waren, was die Effizienz des Systems und der Zelllinie belegt.
-
BEISPIEL 2
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Aufbau und
Herstellung eines Expressionsvektors zur ortsspezifischen Integration
in eine Wirtszelle
-
Ein
Expressionsvektor, der für
eine ortsspezifische Integration in einen chromosomalen Hotspot-Bereich
einer Wirtszelle geeignet ist, kann unter Umfassen der folgenden
DNA-Elemente zusammengesetzt
sein:
- a) eine FRT-Rekombinationsstelle, verknüpft mit
dem Hygromycin-Resistenzgen,
- b) ein pUC-Replikationsursprung,
- c) ein Ampicillin-Resistenzgen (bla),
- d) ein bla-Promotor, der die Expression des Ampicillin(bla)-Resistenzgens
ermöglicht,
- e) Gen/Gene, die für
ein Protein von Interesse codieren (GOIs),
- f) Promotor/Promotoren, die die Expression des GOI ermöglichen,
und
- g) ggf. zusätzliche
Transkriptions- oder Translations-regulatorische Elemente, wie Verstärker bzw.
Enhancer oder UCOEs für
eine erhöhte
Expression an der Integrationsstelle, oder ein IRES.
-
Um
ein besseres Verständnis
der Konstruktion des Expressionsvektors zur Verfügung zu stellen, wird jedes
der Elemente detaillierter beschrieben:
- a)
Eine FRT-Rekombinationsstelle, die mit dem Hygromycin-Resistenzgen
verknüpft
ist, für
eine Flp-Rekombinase-vermittelte Integration und Auswahl bzw. Selektion
einer Zelllinie mit einer Mehrheit an einzelnen integralen Bestandteilen
wurde verwendet. Dem Hygromycin-Gen geht weder ein Promotor voraus, noch
war es mit einem transkriptionsinitiierenden Codon ausgerüstet, aber
ein Polyadenylierungssignal war 3' an das Gen angefügt. Die verwendete FRT-Stelle
war 5'-gaagttcctattccgaagttcctattctctagaaagtataggaacttc-3' (SEQ ID NO 1).
- b) Ein pUC-Replikationsursprung wurde eingeschlossen, um eine
Replikation mit hoher Kopienanzahl in einer E. coli-Wirtszelle zu
gestatten.
- c) Ein Ampicillin(bla)-Resistenzgen (β-Lactamase), das die Selektion
von E. coli-Transformanten
ermöglicht,
war eingeschlossen.
- d) Ein bla-Promotor ermöglichte
die Expression des Ampicillin(bla)-Resistenzgens in E. coli.
- e) Ein GOI, das für
ein Protein von Interesse codiert, z.B. ein rekombinantes polyklonales
Protein, ein rekombinanter polyklonaler Antikörper, die schweren und leichten
Ketten eines Antikörpers
sowie Nucleinsäuresequenzen,
die für
alles oder für
einen Teil sowohl der konstanten Region als auch der variablen Region
eines Antikörpermoleküls codieren,
und ggf. alles oder ein Teil einer regulatorischen Nucleinsäuresequenz,
die die Expression eines Antikörpermoleküls steuert,
waren eingeschlossen.
-
Immunglobulin-Loci
für schwere
Ketten können
die ganze oder einen Teil der V-, D-, J- und der Umschalt- bzw. Switch-Region
(einschließlich
dazwischen liegender bzw. Intervening-Sequenzen, auch als Introns bekannt)
und flankierende Sequenzen, die mit dem Gen der konstanten Region
der speziellen schweren Kette verbunden sind oder ihm benachbart
sind, einschließen,
sind aber nicht darauf beschränkt,
und sie können
Bereiche einschließen,
die innerhalb oder stromabwärts
der konstanten Region (einschließlich Introns) lokalisiert
sind.
-
Immunglobulin-Loci
für die
leichten Ketten können
die V- und J-Regionen, die sie stromaufwärts flankierenden Sequenzen
und Intervening-Sequenzen (Introns), die mit dem Gen der konstanten
Region der leichten Kette verbunden sind oder ihm benachbart sind,
einschließen,
sind aber nicht darauf beschränkt,
und sie können
Bereiche einschließen,
die innerhalb oder stromabwärts
der konstanten Region (einschließlich Introns) lokalisiert
sind.
-
Zur
Modifikation der gesamten Region oder eines Teils einer konstanten
Region eines Antikörpers können die
modifizierenden Sequenzen der Erfindung eine konstante Region eines Antikörpers mit
einer speziellen Effektorfunktion, einer speziellen Klasse und/oder
einem speziellen Ursprung (z.B. die konstanten Regionen von IgG,
IgA, IgM, IgD oder IgE von Human-Immunglobulinen
oder von anderen Spezies) oder einen Teil einer konstanten Region,
der die Aktivität
oder die Eigenschaften der konstanten Region des Antikörpers modifiziert,
sowie Gene, die für
andere Moleküle
codieren, die einem modifizierten Antikörpermolekül eine neue Funktion verleihen,
z.B. ein Enzym, Toxin und dgl., einschließen, sind aber nicht darauf
beschränkt.
-
Das/die
Gen/Gene, die für
ein Protein von Interesse codieren, können funktionell mit Nucleotidsequenzen
verknüpft
sein, die für
funktionelle Leit- bzw. Signalsequenzen codieren, die das Genprodukt
in den Sekretionsweg lenken.
-
Weiterhin
kann es 3' zu dem
GOI, das für
das Protein von Interesse codiert, z.B. wie ein polyklonaler Antikörper, umfassend
schwere und leichte Ketten, starke Polyadenylierungssignale geben.
Die Verwendung des Maus-Isotypen IgG 1 in den folgenden Beispielen
dient veranschaulichenden Zwecken und ist nicht dazu gedacht, den
Rahmen der Erfindung einzuschränken.
- f) Promotoren, die die Expression des GOI ermöglichen,
werden bereitgestellt. Daher wird eine Kassette, umfassend Promotor-
und Verstärkerelemente,
für die
Expression beschrieben. In dem Expressionsvektor können jedem
der Antikörpergene
ihre eigenen Säuger-Promotorelemente
vorausgehen, die einen hohen Expressionslevel jeder der zwei Ketten
einregeln, ob nun eine unidirektionale, bidirektionale oder eine
Ende-an-Ende-Orientierung der Transkriptionskassetten verwendet
wird.
-
Bei
einer bidirektionalen Orientierung der Expression kann eine Kopf-an-Kopf-Promotorkonfiguration verwendet
werden (die Konstruktion eines solchen Systems ist im Detail in
US-Patent Nr. 5,789,208 beschrieben). In einem unidirektionalen
Expressionssystem können
auch zwei Promotoren oder ein Promotor, kombiniert mit z.B. einer
IRES-Sequenz, zur Expression verwendet werden.
-
Zur
Konstruktion von Kopf-an-Kopf-Promotoren wird eine Pfu-PCR-Vervielfältigung
der Promotoren einzeln durchgeführt.
Der 5'-Primer wird
an der äußersten
5'-Basis des Promotors
beginnen, der 3'-Ende-Primer
wird eine einzelne Restriktionsschnittstelle, wie eine XbaI-Stelle, einschließen. Auf
die PCR-Vervielfältigung
folgend können
die Fragmente auf einem Agarose-Gel getrennt werden und unter Verwendung
von QiaQuick-Säulen
(Qiagen) aus dem Gel isoliert werden. Darauf folgt ein XbaI-Restriktionsverdau,
eine Hitzeinaktivierung bei 65°C
für 20
Minuten und eine Säulen-Reinigung
der Fragmente unter Verwendung von QiaQuick.
-
Die
Fragmente werden dann gemischt und zusammen unter Verwendung von
E. coli-Ligase (New England Biolabs (NEB)), einem Enzym, das vorzugsweise
klebrige Enden ligiert, ligiert. Das Ligationsgemisch wird mittels
PCR mit den 5'-Primern
jedes Promotors vervielfältigt,
um das vollständige
Kopf-an-Kopf-Promotor(Promotor A/Promotor B)-Fragment zu erhalten.
Dieses Fragment wird mit T4-Polynucleotid-Kinase (PNK) (NEB) einer
Kinasebehandlung unterzogen (kinased), das Enzym wird bei 65°C für 20 Minuten
hitzeinaktiviert und das Fragment wird unter Verwendung von T4-Ligase
(NEB) in den Vektor von Interesse (mittels PCR vervielfältigtes
pSymvc10 (siehe 4)-Fragment, bei dem
sich die zur Vervielfältigung
verwendeten Primer an jeder Seite des Promotorbereichs anlagern
bzw. hybridisieren, wobei alles außer dem Promotor vervielfältigt wird)
ligiert (stumpfes Ende).
-
1 und 2 zeigen
Expressionsvektoren, umfassend Promotoren für bidirektional bzw. unidirektional.
Diese Promotoren sollen die Promotorauswahl in der Erfindung veranschaulichen,
aber nicht einschränken.
- g) Der Expressionsvektor kann zusätzliche
transkriptions- und/oder translationsregulatorische Elemente, wie
Verstärker
und/oder UCOEs für
eine gesteigerte Expression an der Integrationsstelle und/oder IRES tragen.
-
BEISPIEL 3
-
Beurteilung der Erhaltung
der Polyklonalität
in dem entwickelten Herstellungssystem
-
Um
in der Lage zu sein, die Stabilität und die Reproduzierbarkeit
des Herstellungssystems zu beurteilen, wurde eine Zelllinie, die
eine polyklonale Zusammensetzung bestimmter Antikörper in
bekannter Kombination exprimiert, hergestellt. Die polyklonale Antikörperzusammensetzung
wurde die Mini-Six-Zusammensetzung genannt. Die Bibliothek aus Nucleinsäuresequenzen,
die für
die Mini-Six-Zusammensetzung codiert, wurde die Mini-Six-Bibliothek
genannt.
-
(a) Klonursprung
-
Die
folgenden Sequenzen, die für
Fab-Fragmente (die Gene von Interesse) mit Reaktivität gegen
die Antigene 1-6 codieren, wurden in diesem Beispiel verwendet:
- 1. Ovalbumin (OVA). Die Fab-codierenden Fragmente
wurden aus einer Maus-Anti-OVA-Phagen-Display-Bibliothek
ausgewählt.
- 2. Alkalische Phosphatase (AP). Die Fab-codierenden Fragmente
wurden aus einer Maus-Anti-AP-Phagen-Display-Bibliothek ausgewählt.
- 3. β2-Mikroglobulin (β2m).
Die Fab-codierenden Fragmente wurden aus dem Hybridom BBM.1 kloniert (freundlicherweise
von Dr. L. Ø.
Pedersen, Dänemark
zur Verfügung
gestellt), das gegen β2m erzeugt wurde.
- 4. Human-Haptoglobin (HAP). Fab-codierenden Fragmente wurden
aus einer Maus-Anti-Human-Haptoglobin-Phagen-Display-Bibliothek
ausgewählt.
- 5. Faktor VIII (FVIII). Der parenterale monoklonale Antikörper dieses
Fab-Fragments war ein FVIII F25-monoklonaler Antikörper (freundlicherweise
zur Verfügung
gestellt von Novo Nordisk, Dänemark).
Die DNA, die für
die VH- und die vollständigen schweren Kappa-Ketten dieses Fab-Fragments
codiert, wurde in ein Phagemid subkloniert, gefolgt von Insertion
der prokaryotischen Promotorkassette in das Konstrukt.
- 6. Hühnereiweißlysozym
(LYS). Dieses Konstrukt wurde aus dem D 1.3 scFv-Klon (Boulot, G.
et al., J. Mol. Biol., 213(4) (1990) 617-619) durch PCR-Vervielfältigung
von VH- und
VK-Fragmenten und Klonieren in ein Phagemid
erzeugt.
-
Die
Phagemid-Klone waren entweder in Glycerinstammkulturen eines transformierten
Escherichia coli-Stammes TG1 (bei –80°C gehalten) oder als Phagemid-DNA-Präparationen
vorhanden.
-
(b) RFLP-Analyse und DNA-Sequenzierung
der Mini-Six-Bibliothek.
-
Die
Nucleotidsequenzen, die für
die schweren Ketten der Fab-Fragmente codieren, wurden mittels RFLP
wie folgt analysiert. Die Bandenmuster, die nach Verbau der mittels
PCR erzeugten Fragmente mit dem NlaIII- und dem HinfI-Enzym erhalten
wurden, wurden untersucht. Die verschiedenen Fab-Fragment-codierenden
Sequenzen wiesen sehr unterschiedliche und leicht unterscheidbare
Muster auf. Die Nucleotidsequenzen, die für die VH-
und VL-Fragmente
codieren, wurden sequenziert und Sequenzen, die dem RFLP-Muster
entsprachen, wurden gefunden. Darüber hinaus codierten die Nucleotidsequenzen
für offene
Leseraster und translatierten in gut definierte Polypeptide.
-
(c) ELISA-Analyse der
Mini-Six-Zusammensetzung
-
Die
Fab-Fragmente, die von den Klonen exprimiert wurden, wurden unter
Verwendung von ELISA analysiert, in denen alle Fab-Fragmente auf
Reaktivität
mit allen Antigenen hin analysiert wurden. Die Fab-Expression wurde
unter Verwendung eines Anti-Kappa-ELISA überwacht. Alle Fab-Fragmente
wurden doppelt in dem ELISA getestet. Alle Klone exprimierten Fab-Fragmente,
und die Fab-Fragmente reagierten spezifisch mit ihrem relevanten
Antigen. Keine Hintergrundprobleme wurden in den ELISA-Analysen
festgestellt.
-
Die
sechs Phagemid-Klone sind in Glycerinstammkulturen eines einzeln
transformierten Escherichia coli-Stammes TG1 vorhanden, die in den
Modellsystem zur Beimpfung, wie unten beschrieben, verwendet wurden.
-
(d) Aufbau eines polyklonalen
Modellsystems mit sechs bestimmten Antikörpern in bekannter Kombination.
-
Die
sechs ausgewählten
Fab-exprimierenden Klone (Klone, die Fab-Fragmente von Anti-OVA,
Anti-AP, Anti-β2m, Anti-HAP, Anti-FVIII und Anti-LYS exprimieren)
wurden charakterisiert, indem die Reaktivität der exprimierten Fab-Fragmente
gegen die relevanten Antigene getestet wurde. Diese Klone bildeten
einen Teil eines polyklonalen Modellsystems zum Testen der Expression
und Produktion von sechs bestimmten Antikörpern in einer bekannten Kombination
(die Mini-Six-Zusammensetzung). Alle Fab-Fragmente-codierenden Nucleotidsequenzen
(die Mini-Six-Bibliothek) wurden in einen Phagemid-Vektor (veranschaulicht
durch pSymvc10, 4A) transferiert.
-
(d.1) Einzelner Transfer
der GOIs aus dem Phagemid-Vektor in einen Vektor für Säuger-Expression
-
Der
Transfer von Genen von Interesse (die Mini-Six-Bibliothek) aus einem
Phagemid-Vektor
in einen Vektor für
Säuger-Expression
wurde in diesem Beispiel mittels einer Zwei-Schritt-Vorgehensweise durchgeführt. Der
erste Schritt bestand darin, die prokaryotischen Promotoren durch
eine Säuger-Promotorkassette
in einer Kopf-an-Kopf-Orientierung zu ersetzen. Auf diesen Schritt
folgte das Transferieren des variablen Bereichs des GOIs, der Promotorkassette
und des konstanten Kappa in den Expressionsvektor, wie im Detail
unten beschrieben und in 4 veranschaulicht.
-
Die
Kopf-an-Kopf-Promotorkassette (Promotor A/Promotor B) wurde in den
Phagemid-Vektor
für jeden Klon
unter Verwendung eines SacI/XhoI-Verdaus, gefolgt von einer Ligation,
was in einem Austausch von Promotoren von bakteriell zu Säuger resultierte,
insertiert. Ein EcoRI- und NotI-Verdau wurde dann verwendet, um die
variable schwere Kette, die Kopf-an-Kopf-Promotorkassette (Promotor A/Promotor
B) und die vollständige Kappa-Kette
(EcoRI/NotI-Fragment) aus dem Phagemid-Vektor in den Expressionsvektor
zu versetzen.
-
Ein
Beispiel des einzelnen Transfers eines jeden Klons ist mit dem Fließschema
in 4 gegeben. Diese Figur zeigt Plasmid
pSymvc10, in dem die schwere (Kette)- und die Kappacodierenden Sequenzen
von Interesse (z.B. gc032 OVA) in dem Phagemid-Vektor vorhanden
sind, in den das Kopf-an-Kopf-Säuger-Promotorkassettenkonstrukt
ligiert wurde, um die bakte riellen Promotoren zu ersetzen, wobei
ein SacI/XhoI-Fragment-Transfer verwendet wurde, was pSymvc10 erzeugte.
-
Aus
diesem Konstrukt wurde die die variable schwere Kette-codierende
Sequenz einschließlich
der Promotorkassette und der gesamten Kappa-Kette-codierenden Sequenz
in den Säuger-Isotyp-codierenden Vektor
(pSymvc20) mittels eines NotI/EcoRI-Transfers transferiert. Der
resultierende Vektor (pSymvc21) exprimierte den Maus-Antikörper von
Interesse (z.B. Anti-OVA-IgG1-Antikörper).
-
Die
variable schwere Kette-codierende Sequenz, die Säuger-Promotorkassette und die
gesamte die Kappa-Kette codierende Sequenz aus jedem der sechs Klone
wurde einzeln mittels eines NotI/EcoRI-Transfers transferiert, was
in dem Säuger-Expressionsvektor
pSymvc21 resultierte, der jede der von dem GOI codierten Antikörpersequenzen
als Maus-IgGl-Antikörper
exprimiert.
-
Die
sechs einzelnen pSymvc21-Klone, die die sechs GOIs enthalten, wurden
als TG1-Glycerinstammkulturen
aufbewahrt.
-
Zur
Transfektion in CHO-Flp-In-Zellen wurden die TG1-Stammkulturen einzeln
vermehrt, und nach einer OD600-Normalisierung
bezüglich
der Zahl der E. coli-Zellen wurden die sechs Kulturen gemischt und
zur Plasmidpräparation
verwendet. Diese Plasmidpräparation,
umfassend die sechs GOIs (die Mini-Six-Bibliothek) wurde zur Massentransfektion
von Säuger-Zellen
zur rekombinanten polyklonalen Proteinexpression verwendet.
-
(d.2) Massentransfer der
GOIs aus Phagemid-Vektoren in Vektoren zur Säuger-Expression
-
Die
GOIs (die Mini-Six-Bibliothek) (hier die EcoRI/NotI-Fragmente),
die in Phagemid-Vektoren
lokalisiert waren und für
sechs bestimmte Fab-Fragmente (Anti-OVA, Anti-AP, Anti-β2m,
Anti-HAP, Anti-FVIII und Anti-LYS) codierten, wurden in Masse als
ein Gemisch der sechs Vektorkonstrukte in Vektoren zur Säuger-Expression
transferiert, was in einem Gemisch sechs bestimmter Expressionsvektoren
resultierte.
-
Die
experimentelle Vorgehensweise betreffend den Massentransfer folgte
der Vorgehensweise, die in (d.1) beschrieben wurde, mit der Ausnahme,
dass sie in Masse durchgeführt
wurde, d.h. alle sechs GOIs (codierend für die variablen schweren Ketten,
einschließlich
der Kopf-an-Kopf-Promotorkassette und der vollständigen Kappa-Ketten) wurden
gleichzeitig als ein Gemisch aus sechs Phagemid-Vektoren transferiert.
-
Plasmidpräparationen
der Mini-Six-Bibliothek
-
Plasmidpräparation
1 bezieht sich auf eine Plasmidpräparation eines Gemisches der
sechs Phagemid-Vektoren (mit den Antikörper-codierenden Sequenzen,
die in dem Vektor pSymvc10 enthalten sind).
-
Plasmidpräparation
2 bezieht sich auf eine Plasmidpräparation aus sechs Phagemid-Vektoren mit den codierenden
Sequenzen, die in dem Vektor pSymvc12 nach dem Massentransferschritt
1 (siehe 4c) enthalten sind, der in dem
Austausch der prokaryotischen Promotoren durch die Säuger-Promotorkassettenkonstrukte
resultierte.
-
Plasmidpräparation
3 bezieht sich auf eine Plasmidpräparation nach dem Massentransferschritt
2 (siehe 4d), der den Austausch der variablen
schweren Kette, der Kopf-an-Kopf-Promotorkassette
und der vollständigen
Kappa-Kette aus dem pSymvc12 in den Säuger-Expressionsvektor (pSymvc21) ermöglicht und somit
die Expression der sechs ausgewählten
Antikörper
als Maus-IgG1-Antikörper
in voller Länge
ermöglicht.
-
Genotypisierung von TG1-Zellen,
die mit Plasmidpräparationen
transformiert wurden, die im Massentransfer verwendet wurden
-
TG1-Zellen
wurden mit der Mini-Six-Bibliothek in Masse mittels Elektroporation
transformiert, und nach einer Übernacht-Inkubation
auf 2xYT (Sigma Y 2627)-Platten wurden Einzelkolonien gepickt bzw. überimpft.
In jedem Versuch wurden 180 Kolonien überimpft und in 96-Well-Formaten
in flüssigem
2xYT-Medium vier Stunden lang inkubiert. Aliquots der Kulturen wurden
mit Wasser verdünnt,
denaturiert und als Matrize in der PCR verwendet. In allen Versuchen
wurde die variable schwere Kette vervielfältigt. Primersequenzen für die Phagemid-Vektoren (pSymvc10-Typ)
waren:
5'-GCATTGACAGGAGGTTGAGGC-3' (SEQ ID NO 2) und
5'-GCTGCCGACCGCTGCTGCTGGTC-3' (SEQ ID NO 3)
-
Primer
für Vektoren
mit Säuger-Promotorkassette
waren (pSymvc12-Typ):
5'-GCATTGACAGGAGGTTGAGGC-3' (SEQ ID NO 4) und
5'-GTGTCCACTCTGAGGTTCAG-3' (SEQ ID NO 5)
-
Primer
für pSymvc21-Konstrukte
waren:
5'-CAAATAGCCCTTGACCAGGC-3' (SEQ ID NO 6) und
5'-GTGTCCACTCTGAGGTTCAG-3' (SEQ ID NO 7)
-
Alle
PCR-Produkte wurden sowohl mit NlaIII als auch HinfI verdaut, um
eine zweifelsfreie Genotypisierung sicherzustellen. Die Verdaufragmente
wurden mittels Agarose-Gelektrophorese
analysiert und die Banden wurden mittels EtBr-Färben visualisiert. Die Anzahl
einzelner Genotypen, denen die Fragmentmuster, die mittels RFLP
bestimmt wurden, ähneln, entspricht
der Anzahl einzelner Kolonien, die jeden der sechs Antikörper unter
der Gesamtzahl überimpfter
Kolonien darstellt.
-
(d.2a) Massentransfer
aus dem Phagemid-Vektor zu einem Säuger-Vektor nach DNA-Vervielfältigung
in E. coli-Zellen (Zwei-Schritt-Vervielfältigungsverfahren)
-
Die
Plasmidpräparation
1 wurde aus jedem der sechs der E. coli-TG1-Glycerinstammkulturen
hergestellt, die einen der sechs Phagemid-Vektoren, die die Mini-Six-Bibliothek
darstellen, enthielten. Die Stammkulturen wurden einzeln vermehrt,
und nach einer OD600-Normalisierung bezüglich der Anzahl an E. coli
wurden die sechs Kulturen in gleichen Mengen gemischt und zur Plasmidpräparation
verwendet, was in Plasmidpräparation
1 resultierte. Die Genotyp-Verteilung der sechs Phagemid-Vektoren
in Plasmidpräparation
1 wurde durch Transformation in elektrokompetente TG1-Zellen und
nachfolgende RFLP-Analyse getestet. Die Verteilung der verschiedenen
Genotypen in TG1-Zellen ist in 5 gezeigt.
-
Die
Plasmidpräparation
1, umfassend den polyklonalen Phagemid-Vektor, der ein gleiches
Gemisch der sechs ausgewählten
Fab-Fragment-Genotypen exprimiert, wurde mit SacI/XhoI verdaut.
Dann wurde die Kopf-an-Kopf-Promotorkassette (CMV-Promotor/MPSV-Promotor) durch Ligation
insertiert. Die Genotyp-Verteilung der Vektoren nach dem Promotoraustausch
in dem Vektor wurde in TG1-Zellen nach "transformation mit DNA aus dem Ligationsschritt
(6) getestet.
-
Die
Zellen wurden ausplattiert und auf großen (245 mm × 245 mm)
2xYT-Agarplatten wachsen gelassen, und die Plasmidpräparation
2 wurde hergestellt, um den Phagemid-Vektor zu erzeugen, der nun
die Kopf-an-Kopf-Promotorkassette enthielt (pSymvc12).
-
Aus
der Plasmidpräparation
2 wurde die für
die variable schwere Kette codierende Sequenz, einschließlich der
Promotorkassette und der vollständigen
Kappa-Ketten-Sequenz, aus dem Phagemid-Vektor mittels eines NotI/EcoRI-Verdaus
ausgeschnitten und in einen Vektor (pSymvc20) transferiert, der
bereits die Domänen
der konstanten Region von Maus-IgGl enthielt. Dies resultierte in
einer Sammlung von pSymvc21-Vektoren, die die variable Region der
sechs ausgewählten
Antikörperklone
als Maus-IgG1-Antikörper
in voller Länge
exprimiert.
-
Der
Promotortransfer kann alternativ in dem Säugervektor durchgeführt werden,
der für
einen Isotyp codiert, wobei die Reihenfolge des Restriktionsverdaus
umgekehrt wird, beginnend mit NotI/EcoRI für den Transfer der DNA von
Interesse in den Säuger-Vektor
und dann SacI/XhoI-Restriktionsverdaufragmentierung zur Insertion
der Promotorregion.
-
Die
Verteilung von Genotypen nach Transferieren der für die variable
schwere Kette codierenden Sequenz, der Promotorkassette und der
gesamten für
die Kappa-Kette codierenden Sequenz in den Expressionsvektor wurde
durch Transformieren von TG1-Zellen mit DNA aus dem zweiten Ligationsschritt
(7) getestet. Zellen wurden auf große (245
mm × 245
mm) 2xYT-Agarplatten ausplattiert, und Plasmidpräparation 3 wurde hergestellt
(pSymvc21), in welchen der variable Bereich der sechs Klone in dem
Kontext eines Maus-IgG1-Antikörpergerüsts exprimiert
werden.
-
Die
Plasmidpräparation
3 kann zur Massentransfektion von Säuger-Zellen verwendet werden,
um eine rekombinante polyklonale Herstellungszelllinie für rekombinante
polyklonale Antikörperexpression
zu erzeugen.
-
Die
Ergebnisse des Massentransfers aus dem Phagemid-Vektor in einen
Isotypcodierenden Säuger-Vektor
nach DNA-Vervielfältigung
in E. coli-Zellen zeigten, dass es möglich war, eine ausgeglichene
Verteilung der sechs Vektorkonstrukte zu erhalten, nachdem sie einzeln
vermehrt und gemischt wurden (Plasmidpräparation 1, 5).
Die sechs Konstrukte nach Austausch der Promotorkassette (Plasmidpräparation
2, 6) sowie nach Insertion in einen Maus-IgG1-Isotyp-codierenden
Vektor (Plasmidpräparation
3, 7) waren alle in vergleichbaren Ausmaßen detektierbar.
-
(d.2b) Massentransfer
aus einem Phagemid-Vektor in einen Vektor zur Säuger-Expression ohne DNA-Vervielfältigung
in E. coli nach dem Plasmidpräparation
1-Schritt (Ein-Schritt-Vervielfältigungsverfahren)
-
DNA
aus der Plasmidpräparation
1 (hier wurden 25 μg
verwendet), umfassend den polyklonalen Phagemid-Vektor (pSymvc10),
der ein gleiches Gemisch der sechs ausgewählten Fab-Fragment-Genotypen
exprimiert, wurde mit SacI/XhoI zum Austausch von Promotoren verdaut.
Das SacI/XhoI-Vektorfragment wurde aufgereinigt und mit der Kopf-an-Kopf-Promotorkassette
(CMV-Promotor/MPSV-Promotor) ligiert. Nach dem Austausch von Promotoren
ohne Durchführen
jeglicher Vervielfältigung
wurde der Vektor mit der CMV/MPSV-Promotorkassette mit NotI/EcoRI verdaut,
um den gesamten Bereich mit der für die variable schwere Kette
codierenden Sequenz, einschließlich
der Promotorkassette und der gesamten für die Kappa-Kette codierenden
Sequenz, aus dem Phagemid-Vektor für einen Massentransfer in einen
Vektor für
Säuger-Expression
auszuschneiden. Nach Ligieren des NotI/EcoRI-Fragments, das für die variable
schwere Kette codiert, der Promotorkassette und der Kappa-Kette
in einen Maus-IgG1-codierenden Vektor (pSymvc20) wurde ein Expressionsvektor,
der den variablen Bereich der sechs ausgewählten Klone in dem Kontext
von Maus-IgG1-Antikörpern
der vollen Länge
exprimiert, erhalten. Die Zusammensetzung dieses Expressionsvektors
ist in 1 veranschaulicht.
-
Nach
dem Massentransfer, der in dem Promotoraustausch in dem Vektor resultierte,
und Transfer der Nucleotidsequenzen, die für die variable schwere Kette
codieren, der Promotorkassette und der vollständigen Kappa-Kette in einen
Vektor für
Säuger-Expression
wurde die Verteilung der Genotypen durch Transformation von TG1-Zellen
mit Plasmid aus dem zweiten Ligationsschritt getestet. Zellen wurden
auf große
(245 mm × 245
mm) 2xYT-Agarplatten ausplattiert, und eine Plasmidpräparation
dieser Doppel-Verdau/Ligations-Plasmidpräparation wurde hergestellt
(Vektor pSymvc21, in dem der variable Bereich der sechs Klone in
dem Kontext von Maus-IgG1-Antikörpern
exprimiert wird, entsprechend der Plasmidpräparation 3 aus d.2a). Die Genotyp-Verteilung
in TG1-Zellen nach Transformation mit der Plasmidpräparation
aus dem Ein-Schritt-Vervielfältigungsverfahren
ist in 8 gezeigt.
-
Das
Ein-Schritt-Vervielfältigungsverfahren
könnte
etwas Scrambling zwischen den schweren und den leichten Ketten aus
den sechs Fab-codierenden Sequenzen einführen, resultierend aus der
Erzeugung unerwünschter
Ligationsprodukte, die normalerweise während der Vervielfältigung
in E. coli ausgelassen werden. Wenn jedoch ein solches Scrambling
auftritt, kann ein Screening-Schritt eingeührt werden, um sicherzustellen, dass
eine ausreichende klonale Diversität aufrechterhalten wird.
-
(d.2c) Direkte Transfektion
von Säugerzellen,
folgend auf den Promotoraustausch
-
Das
Produkt der Plasmidpräparationen
aus der Mini-Six-Bibliothek entweder des Zwei-Schritt-Vervielfältigungsverfahrens oder des
Ein-Schritt-Vervielfältigungsverfahrens
kann direkt verwendet werden, um Säugerzellen in Masse für eine rekombinante
polyklonale Antikörperexpression
zu transfizieren.
-
(d.3) Testen der transfizierten
Säugerzellen
-
Die
bekannte Antikörperkombination
des polyklonalen Mini-Six-Modellsystems kann verwendet werden, um
zu testen und sicherzustellen, ob bzw. dass der Massentransfer und
die Transfektion in Säugerzellen in
einer Weise auftreten, die die klonale Diversität aufrechterhält und ohne
dass eine Tendenz in die Zusammensetzung der verschiedenen Antikörpersequenzgenotypen
während
der Transfektion und der nachfolgenden Kultivierung eingebracht
wird. Die Verfahren, mittels derer die Genotyp-Zusammensetzung während des gesamten
Verfahrens des Massentransfers, der Massentransfektion und der Säugerexpression
hindurch überwacht
wird, können
folgende umfassen:
- – DNA-Sequenzierung isolierter
Klone,
- – RFLP-Analyse
einzelner Klone,
- – ELISA
des hergestellten Antikörpergemischs,
- – Massenspektrometrie
des hergestellten Antikörpergemischs,
- – Tagman-PCR
der relativen Zusammensetzung der genomischen Sequenzen und der
mRNA, die die verschiedenen schweren und leichten Ketten exprimieren.
-
Abweichungen
in der genomischen Zusammensetzung, die während des Transfektionsprozesses
eingeführt
wurden, sollten sie auftreten, könnten
durch zufällige
Integration oder mehrfache integrale Bestandteile verursacht sein.
Wie in der detaillierten Beschreibung beschrieben, ist es nicht
wahrscheinlich, dass dies Probleme verursacht, wenn eine Wirtszelllinie
verwendet wird, die zuvor für
ortsspezifische Integration entworfen wurde. Jedoch kann dies auf
einer Vielzahl von Wegen kontrolliert werden. Eine Auswahl bzw.
Selektion gegen Integration in einem zufälligen genomischen Ort (ein
anderer Ort als der ortsspezifische Ort) kann durchgeführt werden,
indem sehr geringe DNA-Mengen verwendet werden, z.B. 1 μg/10 Zellen,
wenn eine Transfektion mit Lipofectamin durchgeführt wird, oder 0,2 μg/10 Zellen,
wenn eine Transfektion mittels Elektroporation durchgeführt wird.
Die DNA, die integriert werden soll, kann auch in überspiralisierter
Form bereitgestellt werden; eine Form, von der bekannt ist, dass
sie für
zufällige
Integration unvorteilhaft ist.
-
Einzel-
oder Mehrfachintegrationen außerhalb
der zuvor konstruierten bzw. entworfenen Zielstelle werden durch
negative Auswahl bzw. Selektion elminiert, weil der Selektionsmarker
in dem Genom ohne einen Promotor oder ein Startcodon vorhanden ist.
Somit überleben
Empfänger
dieser zufälligen
Integrationsereignisse das Selektionsverfahren nicht.
-
Transformanten
mit Mehrfachintegrationen, bei denen eines der Rekombinationsereignisse
an der Zielstelle auftritt, überleben
das Selektionsverfahren; jedoch ist die Wahrscheinlichkeit dieses
Typs von mehrfachen Integrationen extrem gering. Dieses Ereignis
würde daher
zu einem minimalen Scrambling des polyklonalen Proteins führen. Weil
es 100 bis 1000 andere Klone geben würde, die für das gleiche rekombinante polyklonale
Protein codieren, wäre,
sogar wenn die ektopische Expression hoch ist, der Scrambling-Effekt
weiterhin weniger als etwa 1 %, wenn Mehrfachintegrationen aufträten. Wie
bereits zuvor erwähnt,
kann die Wahrscheinlichkeit der ektopischen Integration verringert
werden, indem die DNA-Menge, die in dem Verfahren verwendet wird,
verringert wird.
-
Das
am wenigsten wahrscheinliche Ereignis ist eine Mehrfachtandemintegration
an der Zielstelle. Bei Verwendung des hier beschriebenen Flp-Rekumbinase-Systems
wird dieser Ereignistyp sehr selten sein, weil die Ausschneideaktivität aus dem
Chromosom signifikant höher
als die Integrationsaktivität
ist. Sollte jedoch Tandemintegration mit einer nicht annehmbar ho hen
Frequenz auftreten, kann das Flp-System gegen eines ausgetauscht
werden, in dem nur das Insertieren einer einzelnen Kopie möglich ist
(siehe z.B. WO 99/25854).
-
(e) Expression der sechs
bestimmten Antikörper
in bekannter Kombination in Säugerzellen
-
Um
unterschiedliche bzw. variable Proliferations- bzw. Vermehrungsraten
zu minimieren, ist es allgemein bevorzugt, jedes spezielle GOI (in
diesem Fall jedes einzelne Mitglied der Mini-Six-Bibliothek) in
mindestens 100, vorzugsweise 1000 und am stärksten bevorzugt in 10.000
Zellen zu integrieren. Bei einer polyklonalen Zelllinie, die eine
große
Anzahl einzelner Zellen enthält,
die das gleiche GOI (für
alle GOIs) exprimieren, wird statistisch erwartet, dass sie weniger
durch Unterschiede in den Proliferations- bzw. Vermehrungsraten einzelner
Zellen beeinflusst wird und eine verringerte Möglichkeit einer Tendenz in
der finalen polyklonalen Proteinzusammensetzung aufweist.
-
Weiterhin
kann es ein Vorteil sein, eine homogene Wirtszelllinie zur Expression
sicherzustellen. Dies kann durch Subklonierung der Wirtszelllinie
vor der Transfektion erreicht werden. Dieses Verfahren ist in dem Abschnitt
bezüglich
der klonalen Diversität
beschrieben.
-
Bei
polyklonalen Bibliotheken, in denen eine weitere Tendenzkontrolle
wünschenswert
ist, kann die finale Zusammensetzung des polyklonalen Proteinprodukts
kontrolliert werden, indem ein induzierbares Transkriptionskontrollelement
in die Expressionsvektorplattform eingeführt wird. Geeignete induzierbare
Kontrollelemente schließen
z.B. BD Tet on/off (BD Bioscience, Franklin Lakes, NJ) und GeneSwitch
(Invitrogen, Carlsbad, CA) ein. Diese Transkriptionsschalter können zu
einem geeigneten Zeitpunkt induziert werden (z.B. wenn der Pool
von Zellen vollständig
erweitert ist, um jegliche Proliferations- bzw. Vermehrungstendenz
infolge einer Variation in der Genexpression oder dem Proteinprodukt
zu minimieren. Der vorliegende Versuch wurde nicht mit solchen Kontrollelementen
durchgeführt.
-
Nach
dem Transferieren der sechs ausgewählten GOI aus dem Phagemid-Vektor
in die Säuger-Expressionsvektoren,
entweder einzeln, wie in (d.1) beschrieben, oder durch Massentransfer,
wie in (d.2) beschrieben, wurden die Säuger-Expressionsvektoren zur
Transfektion in einen Hotspot in einer CHO-Flp-In-Zelllinie verwendet,
indem ortsspezifische Integration zur Expression der sechs bestimmten
Antikörper,
wie unten beschrieben, verwendet wurde.
-
Bei
den einzeln transferierten GOI (d.1) wurde Plasmid-DNA einzeln vermehrt
und zur Einzeltransfektion in CHO-Flp-In-Zellen verwendet, oder
die TG1-Stammkulturen wurden einzeln vermehrt und nach einer OD600-Normalisierung bezüglich der Anzahl von E. coli-Zellen,
wurden die sechs Kulturen gemischt und zur Plasmidpräparation
verwendet. Diese Plasmidprä paration,
die die sechs Gene von Interesse enthält, wurde zur Massentransfektion
von Säugerzellen
zur rekombinanten polyklonalen Antikörperexpression verwendet.
-
Bei
den Massen-transferierten GOI (d.2a oder d.2b) wurde Plasmid-DNA
entweder in CHO-Flp-In-Zellen transfiziert oder vervielfältigt und
aufgereinigt (Plasmidpräparation
3) gemäß der in
(d.2a oder d.2b) beschriebenen Vorgehensweise, und dann zur Massentransfektion
verwendet.
-
(e.1) Zellkultur
-
Die
CHO-Flp-In-Wirtszelllinie (Invitrogen, Carlsbad, CA) wurde in Ham's-F-12-Medium mit Zugabe
von Glutamin (2 mM) und FCS (10%) und 100 μg/ml Zeocin (Invitrogen, Carlsbad,
CA) gehalten. Zur Subkultivierung wurden die Zellen mittels Trypsin
abgelöst
und gemäß den Anweisungen
des Herstellers aufgeteilt. Die Zellen wurden bei 5% CO2,
37°C wachsen
gelassen. Das Medium und die Mediumszusätze stammten von Gibco.
-
Die
Zelllinie exprimierte stabil das lacZ-Zeocin-Fusionsgen, was die
Zellen resistent gegen das Antibiotikum Zeocin macht, eine Resistenz,
die bei ortsspezifischer Integration eines fremden Gens verloren
geht. Die Zellen enthalten eine einzelne Kopie der Flp-Rekombinationszielstelle
(Flp recombination target site) (FRT)-Stelle) und sind somit bereit,
als Wirtszelllinie für
eine ortsspezifische Integration. durch Verwendung des Flp-In-Systems
(Invitrogen, Carlsbad, CA) verwendet zu werden.
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(e.2) Transfektion von
CHO-Zellen
-
Gewebekulturplatten
mit 6 Wells wurden mit 4,0 × 105 CHO-Flp-In-Zellen/Wells beimpft und O/N
bei 37°C/5%
CO2 inkubiert. Die Transfektion dieser Zellen
wurde durchgeführt,
wobei verschiedene Transfektionsverfahren unter Verwendung von FuGENETM6 (Roche), LipofectineTM,
LipofectaminTM oder Lipofectamin 2000TM (Gibco) gemäß den Anweisungen des Herstellers
getestet wurden. In diesem Beispiel wurde Lipofectamin 2000TM als Transfektionsreagens verwendet. Kurz
gesagt, wurden exponentiell wachsende CHO-Flp-In-Zellen am Tag vor
der Transfektion ausgebracht, wie oben beschrieben, und O/N bei
37°C/5%
CO2 inkubiert. Wells mit einer 85-95%-igen
Konfluenz der Zellen wurden für
die Co-Transfektion verwendet.
-
Zwei
Röhrchen
mit den folgenden Inhalten wurden hergestellt:
Röhrchen 1:
0,5 μg eines
einzelnen Expressionsvektors mit GOI, beschrieben in (d.1) (z.B.
pSymvc21 mit OVA) + 4,5 μg
mp040 (eine Maxipräparation
von pOG44) (ein Plasmid, das Rekombinase Flp exprimiert) wurden
zu 250 μl
Optimem (1,5 ml Eppendorf-Röhrchen)
gegeben.
Röhrchen
2: 7,5 μl
Lipofectamin 2000TM wurden zu 250 μl Optimem
(1,5 ml Eppendorf-Röhrchen)
zugegeben und bei Raumtemperatur (RT) 5 Minuten lang inkubiert.
-
Der
Inhalt von Röhrchen
2 wurde in Röhrchen
1 überführt, gefolgt
von Inkubation bei Raumtemperatur für 20 Minuten.
-
Die
DNA-Lipofectamin-Komplexe wurden in die Wells mit Zellen gemäß den Anweisungen
des Herstellers überführt.
-
Nach
24 Stunden wurden die Zellen mittels Trypsin abgelöst, aufgeteilt
(1:3) und auf einen T-25-Kolben und 100 mm-Petrischalen verteilt
und in einem frischen Medium, Nutrient Mixture F-12 Ham + 10% FCS +
2 mM L-Glutamin, mit 900 μg
Hygromycin B/ml als Selektionsdruck kultiviert.
-
(e.3) Selektion ortsspezifischer
integraler Bestandteile und Subkultivierung der transfizierten Zellen
-
Die
Zellen wurden unter Hygromycin B-Selektionsdruck für zwei oder
drei Wochen kultiviert, in dieser Zeit wurden die Zellen alle 2
bis 4 Tage mit neuem Medium versehen (refreshed), das die gleiche
Konzentration an Selektionsmittel enthielt. Der überlebende Pool von Zellen
in dem T-25-Kolben und in den Petrischalen wurde mittels Trypsin
abgelöst,
aufgeteilt (1:6) und auf T-Kolben für eine weitere Vermehrung unter
dem oben genannten Selektionsdruck verteilt. Einige einzelne Klone
wurden (unter Verwendung so genannter Klonierungszylinder) aus den
Petrischalen überimpft,
welche die Transfektanten enthielten, die gemäß dem in (d.1) beschriebenen
Verfahren erzeugt wurden, und sie wurden in neue Wells zur Vermehrung
und Verwendung in Expressionslevelstudien überführt.
-
Jeder
Pool von Zellen oder einzelnen Klonen, der gegen die Schwellenwertkonzentration
von Hygromycin B resistent war, wurde nachfolgend bis zur Konfluenz
in 6-Well-Platten wachsen gelassen, erneut in Petrischalen ausplattiert,
in T-25-, T-80- und T-175-Kolben in ihrem entsprechenden Medium
plus Hygromycin B ausgebracht. Wenn exponentiell wachsende Zellen
80% Konfluenz in T80-Gewebekulturflaschen erreichten, wurden Vials
jeder Zelllinie tiefgefroren und in einem Flüssigstickstoff-N2(L)-Gefrierschrank
gelagert.
-
Zur
Transfektion mit einem Gemisch von Plasmiden, die die sechs Gene
von Interesse (die Mini-Six-Bibliothek) enthielten, wurden die sechs
einzelnen Kulturen bei OD600 bezüglich der
Anzahlen von E. coli normalisiert, gemischt und für eine polyklonale
Plasmidpräparation
verwendet, die die sechs Gene von Interesse enthielt. Eine Transfektionsvorgehensweise
unter Verwendung von 7,5 mal so viel des Reagenses und von Zellen,
wie oben beschrieben, wurde durchgeführt, wobei eine rekombinante
polyklonale Zelllinie produziert wurde, die ein Gemisch der sechs
bestimmten Antikörper
exprimiert.
-
Die
sechs Zelllinien, die die einzelnen Mitglieder der ausgewählten Antikörper exprimieren,
und die Zelllinie, die das Gemisch der sechs bestimmten Antikörper exprimiert,
wurden während
Kultivierung und Vermehrung auf Antikörperproduktion mittels eines
Antigenspezifischen ELISA getestet.
-
(f) Überwachen der Zusammensetzung
einer polyklonalen Zelllinie, die sechs bestimmte Antikörper einer
bekannten Kombination exprimiert
-
Durch
Erzeugen eines Gemischs aus sechs ausgewählten Genen von Interesse,
die in Expressionsvektoren lokalisiert sind, gefolgt von Massentransfektion
und ortsspezifischer Integration in CHO-Flp-In-Zellen, wurde eine
polyklonale Zelllinie, die sechs bestimmte Antikörper exprimiert, erzeugt.
-
Die
Zelllinie wurde 34 Tage lang beobachtet (followed), in denen die
Genotyp-Verteilung,
die Antikörperexpression
und die Proliferations- bzw. Vermehrungsraten beobachtet wurden
(followed). Die Ergebnisse sind unten beschrieben.
-
(f.1) Genotyp-Verteilung
der sechs ausgewählten
Gene von Interesse in CHO-Flp-In-Zellen,
die mit der Plasmidpräparation
aus dem OD600-normalisierten Gemisch von
Zellen transfiziert waren.
-
Die
polyklonale CHO-Flp-In-Zelllinie wurde mit Trypsin behandelt (trypsinized),
und die Zellsuspension wurde auf 10 Zellen/ml verdünnt. Danach
wurden 200 μl
in jedes Well von insgesamt zehn 96-Well-Platten überführt. Ungefähr 10 Tage
später
wurden Wells mit Einzelkolonien mittels Mikroskopie identifiziert.
Wells mit Einzelkolonien wurden 1× in PBS gewaschen, und es
wurden 50 μl
Wasser hinzugefügt.
Die Platten wurden bei 80°C
10 Minuten lang inkubiert, und die Lysate wurden in andere 96-Well-Platten überführt. 10 μl des Lysats
wurden in einer 25 μl-OneStep-RT-PCR
(Qiagen) mit den folgenden Primern verwendet:
5'-CAAATAGCCCTTGACCAGGC-3' (SEQ ID NO 6) und
5'-GTGTCCACTCTGAGGTTCAG-3' (SEQ ID NO 7)
-
Bei
10 μl von
RT-PCR-Gemischen in 15 μl-Reaktionsansätzen, die
bei 37°C
für 2 Stunden
inkubiert wurden, wurde RFLP unter Verwendung von HinfI und NlaIII
durchgeführt.
Die Verdaufragmente wurden unter Verwendung von Agarose-Gelelekrophorese,
gefolgt von EtBr-Färben des
Gels, visualisiert. Die Genotyp-Verteilung der Zellen, die Anti-OVA,
Anti-AP, Anti-β2m, Anti-HAP, Anti-FVIII und Anti-LYS produzierten,
wurde über die
Zeit verfolgt (Tage 16 und 34 nach Transfektion), siehe 9.
-
(f.2) ELISA von Proben,
die aus CHO-Flp-In-Zellen stammten, die mit der Plasmidpräparation
aus dem OD600-normalisierten Gemisch von
E. coli (d.1) transfiziert waren
-
Die
polyklonale CHO-Flp-In-Zelllinie (e.3) wurde mit Trypsin behandelt
(trypsinized), und 3 × 106 Zellen wurden in T-75-Kolben in F-12 HAM
+ 10% FCS + 2 mM L-Glutamin und 900 μg Hygromycin ausgebracht. Das Medium
wurde jeden Tag gewechselt, und am Tag 3 wurden die Überstände für ELISA
ausgewählt.
Die Antigene (β2-Mikroglobulin
(freundlicherweise von der Universität von Kopenhagen zur Verfügung gestellt),
alkalische Phosphatase (Sigma), Ovalbumin (Sigma), Faktor VIII (freundlicherweise
von Novo Nordisk, Dänemark, zur
Verfügung
gestellt), Hühnereiweißlysozym
(Sigma) und Haptoglobin (Sigma)) wurden in 50 mM Carbonatpuffer
auf 10 μg/ml
verdünnt.
ELISA-Platten wurden mit Antigen (50 μl in jedes Well) beschichtet
und O/N bei 4°C
inkubiert. Die Wells wurden viermal mit Waschpuffer (1 × PBS/0,05%
Tween 20) gewaschen und für
1 Stunde mit 2% Magermilchpulver in Waschpuffer (100 μl in jedes
Well) geblockt. 50 μl-Proben
wurden zu den Wells hinzugefügt,
und die Platten wurden 1 Stunde lang bei Raumtemperatur inkubiert.
Die Platten wurden 4× gewaschen,
und Sekundärantikörper (Ziege-Anti-Maus-IgG/HRP-Konjugat
(Sigma)) wurden für
eine Stunde hinzugefügt,
gefolgt von 4× waschen.
Der ELISA wurde mit TMB-Substrat (50 μl in jedes Well, DAKO S 1600)
5 Minuten lang entwickelt, und die Reaktionen wurden durch Zugabe
von 50 μl
1 M H2SO4 abgestoppt. Die
Platten wurden unmittelbar danach bei 450 nm abgelesen. Daten, die
die Expression aller sechs Antikörper von
Interesse in Lysaten zeigen, die vom Tag 34 nach der Transfektion
mit dem Gemisch aus Expressionsvektoren, die für die sechs Gene von Interesse
codieren, stammen, sind in 10 gezeigt.
Es sollte angemerkt werden, dass, da die Daten, die in 10 dargestellt
sind, aus sechs verschiedenen Antigen-spezifischen ELISA-Assays
stammen, die OD450-Ablesungen in Bezug auf die Antikörpermenge
nicht direkt vergleichbar sind.
-
Die
Antikörperexpressionslevel
wurden weiterhin mittels Anti-Kappa-Beschichtungs-ELISA (anti-kappa
coat ELISA) in Pools von CHO-Flp-In-Zellen analysiert, die mit jedem
einzelnen GOI oder dem Gemisch der sechs GOI transfiziert waren.
Das Ergebnis ist in den 11 gezeigt.
Dies zeigt, dass die Antikörperexpressionslevel
unter den einzeln transfizierten Zelllinien (z.B. eine Zelllinie,
transfiziert mit einem Anti-β2m-codierenden Vektor, exprimiert eine vergleichbare
Menge des Antikörpers,
verglichen mit einer Zelllinie, transfiziert mit einem Vektor, der
für einen
Anti-AP-Antikörper
codiert) vergleichbar sind. Der Begriff Pools von CHO-Flp-In-Zellen,
transfiziert mit einem einzelnen GOI, wird hier verwendet, weil
die einzel nen Zelllinien nicht aus Einzelklonen, sondern aus Pools
von Klonen, wie in e.3 beschrieben, stammen.
-
(g) Schlussfolgerungen
aus dem Versuch
-
Zuerst
zeigten diese Beurteilungen (Tests) der Erhaltung der Polyklonalität in dem
Herstellungssystem, dass Massentransfer der sechs ausgewählten Gene
von Interesse aus der Mini-Six-Bibliothek
(codierend für
Anti-OVA, Anti-AP, Anti-β2m, Anti-HAP, Anti-FVIII und Anti-LYS) aus Phagemid-Vektoren
in Säuger-Expressionsvektoren
ohne Einführung
einer Selektions- oder Proliferations- bzw. Vermehrungstendenz (7)
möglich
war, wodurch letzten Endes vergleichbare Häufigkeiten der sechs ausgewählten Gene
von Interesse erhalten wurden.
-
Zweitens
resultierte die Massentransfektion von CHO-Flp-In-Zellen mit einem
Gemisch der Konstrukte, die die sechs ausgewählten Gene von Interesse enthielten,
ebenfalls in einer vergleichbaren Verteilung der Konstrukte in isolierten
Säugerzellen.
Die Genotyp-Verteilungen der sechs ausgewählten Gene von Interesse über der
Zeit (Tag 16 und 34 nach Transfektion) waren ebenfalls ähnlich (9), was darauf hindeutet, dass das Expressionssystem
bis zum Tag 34 die ursprüngliche,
gleiche Verteilung der sechs Genotypen ohne Einführung einer Proliferations-
bzw. Vermehrungstendenz aufrechterhielt.
-
Drittens
zeigten die Zellen, die in Masse mit dem Gemisch aus sechs Genen
von Interesse transfiziert waren, eine Expression aller sechs Antikörper, wie
mittels Antigen-spezifischem ELISA an Überständen aus Zellen 34 Tage nach
Transfektion (10) untersucht wurde. Die ELISA-Ergebnisse
für die
verschiedenen Antigene sind bezüglich
der Antikörpermengen
aufgrund der unterschiedlichen Bindungsaffinitäten nicht direkt vergleichbar.
-
Jedoch
zeigte ein Capture-ELISA, basierend auf einem Beschichten mit Ziege-Anti-Maus-Kappa-Ketten-Antikörper, der
mit Überständen aus
a) den sechs einzeln transfizierten CHO-Flp-In-Zelllinien, die unter Verwendung
der Vektorpräparation,
wie in (d.1) beschrieben, erzeugt worden waren, und b) mit Überständen der
polyklonalen Zelllinie, die ein Gemisch der sechs ausgewählten Gene
von Interesse exprimiert, durchgeführt wurde, vergleichbare Antikörperexpressionslevel
aus den sechs Genotypen.
-
Zusammenfassend
wurde gezeigt, dass es machbar ist, ein polyklonales GOI in Masse
aus einem Phagemid-Vektor in einen Säuger-Expressionsvektor zu transferieren.
Dies wurde früher
durch Sharon (US 5,789,208) beschrieben. Darüber hinaus konnte ein Gemisch
aus Säuger-Expressionskonstrukten
in Säugerzellen
in Masse transfiziert werden und mit einer vergleichbaren Häufigkeit
mindestens bis zu Tag 34 nach der Transfektion darin gehalten werden.
-
BEISPIEL 3A
-
Beurteilung der Erhaltung
der Polyklonalität
in Zellkulturen, die mittels Massentransfektion eines Subklons aus der
CHO-Flp-In-Zelllinie mit der Mini-Six-Bibliothek erzeugt wurden.
-
(a) Subklonierung der "ursprünglichen" CHO-Flp-In-Zelllinie
-
Die
ursprüngliche
CHO-Flp-In-Zelllinie (Invitrogen) wurde kultiviert, wie beschrieben
(Beispiel 3, Abschnitt e.1). Nach Trypsinbehandlung der Zellen wurden
diese gezählt
und mit einer Zelle pro Well in eine 96-Well-Kulturplatte ausgebracht.
Ungefähr
14 Tage später
wurden 20 Wells mit Einzelkolonien identifiziert, und die Zellen
wurden mit Trypsin behandelt und in 24-Well-Platten überführt. Einer
der Subklone, CHO-Flp-In-Klon 019, wurde für weitere Untersuchungen nach
der Charakterisierung des Wachstumsverhaltens sowie der Expressionslevel
ausgewählt.
-
(b) Massentransfektion
und Auswahl bzw. Selektion von CHO-Flp-In-Klon 019-Zellen
-
Die
Transfektion wurde in dreifacher Ausführung durchgeführt, und
die Auswahl bzw. Selektion der CHO-Flp-In-Klon 019-Zellen wurde
wesentlich, wie beschrieben (Beispiel 3, Abschnitt e.2 und e.3)
durchgeführt,
mit der Ausnahme, dass ein Neomycin-Selektionsmarker den Hygromycin-Marker
in pSymvc21 (4.e) ersetzte. Als Konsequenz
wurde Geniticin (450 μg/ml)
anstelle von Hygromycin B während
der Selektion und Kultivierung der Zellen verwendet.
-
(c) ELISA von Proben,
die aus CHO-Flp-In-Klon 019-Zellen erhalten wurden, die in Masse
mit der Mini-Six-Bibliothek transfiziert wurden
-
Die
Zellen wurden für
73 Tage nach der Transfektion kultiviert, und Proben für ELISA
wurden am Tag 17, 31, 45, 59 und 73 genommen. Ein quantitativer
ELISA (unter Verwendung einzeln aufgereinigter Mini-Six-Antikörper als
Standards) wurde, wie beschrieben (Beispiel 3, Abschnitt f.2), durchgeführt. Die
Ergebnisse aus drei unabhängigen
Transfektionen sind in 12 gezeigt. Verschiedene Expressionsprofile
zwischen verschiedenen Transfektionen wurden beobachtet. Jedoch
waren alle sechs Antikörper
in allen Experimenten bis zu Tag 59 detektierbar.
-
(d) Schlussfolgerung aus
dem Versuch
-
Versuche
mit dem Neomycin-Selektionssystem an CHO-Flp-In-Klon 019-Zellen
zeigten relativ konservierte Expressionsprofile der einzelnen Chargen
für zwei
Monate nach der Massentransfektion (12). Eine solche
Stabilitätsdauer
ist ausreichend für
Herstellungszwecke. Die beobachtete Charge-zu-Charge-Änderung kann
bewältigt
werden, indem eine große
Gefrierstammkultur der einzelnen Charge vor der Produktion erzeugt und
aufbewahrt wird.
-
BEISPIEL 3B
-
Beurteilung der Erhaltung
der Polyklonalität
in Zellkulturen, die durch Mischen einzeln transfizierter CHO-Flp-In-Zellen
nach Auswahl bzw. Selektion erzeugt wurden.
-
(a) Einzelne Transfektion
und Auswahl bzw. Selektion von CHO-Flp-In-Zellen
-
Die
experimentellen Vorgehensweisen zur Erzeugung der sechs Zelllinien,
die die einzelnen Mitglieder der Mini-Six-Bibliothek exprimieren,
wurde zuvor beschrieben (Beispiel 3, Abschnitt e.3). Die sechs Zelllinien, die
die einzelnen Mitglieder der Mini-Six-Bibliothek exprimieren, wurden
unmittelbar nach der Auswahl bzw. Selektion in gleichen Anzahlen
(5 × 105 jeder Zelllinie) gemischt, und die gemischte
Zellpopulation wurde 85 Tage lang kultiviert. Drei getrennte Gemische
wurden aus den einzelnen Zelllinien hergestellt.
-
(b) ELISA der Proben,
die aus den in (a) erzeugten polyklonalen Zellkulturen erhalten
wurden
-
Alle
14 Tage wurden Proben genommen, und die Zusammensetzung der Antikörper, die
von der Mini-Six-Bibliothek exprimiert wurde, wurde mittels ELISA,
wie beschrieben (Beispiel 3, Abschnitt f.2) bestimmt. Der ELISA
wurde am Tag 8, 17, 30, 45, 57, 72 und 85 nach dem Mischen durchgeführt. Die
Ergebnisse (Mittelwert + Standardabweichung eines dreifach durchgeführten Versuchs)
sind in 13 gezeigt. Alle sechs Antikörper waren
85 Tage nach dem Mischen detektierbar. Wie bereits zuvor erwähnt (Beispiel
3, Abschnitt f.2), waren die Ablesungen für verschiedene Antikörper nicht
direkt vergleichbar, aber die Daten, die in 13 dargestellt
sind, zeigen relativ stabile Expressionsprofile bis mindestens Tag
45 nach dem Mischen, nachdem eine allgemeine Abnahme der Produktivität beobachtet
wird. Darüber
hinaus zeigte ein Vergleich der Ergebnisse, die von drei unterschiedlichen
Gemischen erhalten wurden, ähnliche
Expressionsprofile der Mini-Six-Antikörper über die Zeit, was darauf hindeutet,
dass die Ergebnisse reproduzierbar waren.
-
(c) Schlussfolgerung aus
den Versuchen
-
Die
polyklonalen Zellkulturen, die aus Gemischen von Zellen, die einzeln
mit bestimmten Mitgliedern der Mini-Six-Bibliothek transfiziert
worden waren, zusammengesetzt waren, zeigten einen Erhalt der Zusammensetzung
(composition preservation) bis mindestens Tag 45 nach dem Mischen.
Ein Erhalt der Zusammensetzung für
45 Tage wird in den meisten Fällen
eine ausreichende Zeit für
Herstellungszwecke sein. Darüber hinaus
ergaben die dreifach durchgeführten
Versuche ähnliche
Ergebnisse, wodurch angedeutet wird, dass das Mischen von Zellen,
die einzeln mit verschiedenen Konstrukten transfiziert wurden, in
gemischten Zellkulturen mit geringer Charge-zu-Charge-Änderung
resultiert.
-
BEISPIEL 4
-
Etablieren einer rekombinanten
polyklonalen Anti-Ovalbumin-Antikörper-Herstellungszelllinie
-
(a) Expression einer polyklonalen
Anti-Ovalbumin-Antikörperzusammensetzung
-
Eine
Sammlung aus vollständig
charakterisierten Ovalbumin-bindenden Phagen-Klonen wurde wie folgt
identifiziert. Vier acht Wochen alte weibliche BALB/c-Mäuse wurden
i.p. und s.c. mit 50 μg
OVA in vollständigem
Freundschem Adjuvans immunisiert, und es wurde mit OVA in unvollständigem Freundschem
Adjuvans an den Tagen 21 und 42 nach der Immunisierung am Tag 0
verstärkt,
und es wurde bestätigt,
dass alle Tiere Seren aufwiesen, die gegen OVA gerichtet waren,
wie durch einen Antigen-spezifischen ELISA gemessen wurde. Die Milzen
wurden von den am besten reagierenden Mäusen an den Tagen 31 und 52
entnommen (harvested). Fab-aufweisende (displaying) Phagemid-Bibliotheken
wurden aus Milz-RNA unter Verwendung des Phagemid-Vektors (Symvc10),
wie zuvor beschrieben, erzeugt. Die resultierenden Bibliotheken
enthielten näherungsweise
106 unabhängige Klone. Die Auswahl bzw.
Selektion dieser Bibliotheken wurde durchgeführt, indem 5 × 1011 Fab-aufweisende Phagemide mit OVA, beschichtet
auf NUNC-Immunoröhrchen
(NUNC immunotubes), zur Reaktion gebracht wurden, gefolgt von Waschen
und Säureelution
der bindenden Phagen. Da die Eluate aus der ersten Runde des Pannings
einen signifikanten Anteil an OVA-Bindern enthielten, wurden die
Eluate aus der ersten und der zweiten Runde des Pannings auf OVA-bindende
Phagen-Klone hin
durchmustert.
-
Anfänglich wurden
OVA-reaktive Phagen-Klone mittels ELISA identifiziert. Kurz gesagt,
wurden ELISA-Platten mit OVA beschichtet und mit den Phagen-displayed
Fabs zur Reaktion gebracht, gefolgt von einem HRP-konjugierten Sekundärantikörper. Für Negativkontrollen
wurden irrelevante Antigene (BSA) oder irrelevante Phagen-displayed
Fabs (Anti-AP) verwendet.
-
Zusätzlich wurde
ein HDS-Verfahren, basierend auf OVA-Immobilisierung an PVDF-Membranen, etabliert.
Diese zwei Verfahren resultierten in der Identifizierung getrennter
Untermengen von Klonen, d.h. von einigen Klonen, die OVA in einem
Versuchsaufbau und nicht in dem anderen und umgekehrt erkannten.
Für Fab-aufweisende
Phagen-Klone, die mit OVA entweder durch ELISA oder HDS reagierten,
wurde die Nucleotidsequenz, die für die variable Domäne von VH codiert, durch DNA-Sequenzierung bestimmt,
und die genetische Diversität
wurde durch phylogenetische Analyse unter Verwendung des Vector
NTI-Softwarepakets be stimmt. Die resultierenden Gruppen schließen 127
OVA-bindende Klone ein, wobei die Nucleotidsequenzen des variablen
Teils von VH für alle davon ermittelt wurden.
-
Fab-Fragmente,
die durch die 127 OVA-bindenden Klone exprimiert wurden, haben alle
die Fähigkeit, Ovalbumin
entweder in nativer oder denaturierter Form zu binden. Aus diesem
Satz identifizierten wir ungefähr 30
verschiedene Klone, die in einem Phagemid-Vektor enthalten waren,
z.B. pSymvc10, der für
Massentransfer und Säuger-Expression
verwendet werden sollte. Diese Antikörper werden entweder in Form
von Maus-IgA-, -IgG2A- oder -IgG2B-Antikörpern exprimiert. Weil wir
die DNA-Sequenzen dieser Antikörper-produzierenden
Klone vollständig
charakterisiert haben, sind wir in der Lage, die Verteilung der
Genotypen während
der gesamten Massentransfer- und Säuger-Expressionsvorgehensweise
unter Verwendung der gleichen Verfahren, wie sie für das Modellsystem
mit den sechs bestimmten Antikörpern,
wie in Beispiel 3 beschrieben, verwendet wurden, zu überwachen.
-
(b) Massentransfer der
OVA-spezifischen Antikörpersequenzen
in einen Vektor für
Säuger-Expression
-
Der
Transfer von Genen von Interesse aus einem Phagemid-Vektor in einen
Expressionsvektor ist eine Zwei-Schritt-Vorgehensweise (veranschaulicht
in 4), wobei der erste Schritt ein
Austausch von Promotoren durch die Promotorkassette mit Kopf-an-Kopf-Orientierung
der ausgewählten
Säuger-Promotoren
ist, darauf folgt das Transferieren des variablen Bereichs der Gene
von Interesse und der Promotorkassette in einen Expressionsvektor.
Die Kopf-an-Kopf-Promotorkassette
(Promotor A/Promotor B) kann in den Phagemid-Vektor jedes Klons
unter Verwendung eines SacI/XhoI-Verdaus, gefolgt von einer Ligation,
was in einem Austausch von Promotoren von einem bakteriellen zu
einem Säuger-Promotor
(pSymvc12) resultiert, insertiert werden.
-
Ein
EcoRI- und NotI-Verdau versetzt dann die Sequenzen, die für die variable
schwere Kette codieren, die Kopf-an-Kopf-Promotorkassette (Promotor
A/Promotor B) und die vollständige
Kappa-Kette aus dem Phagemid-Vektor (pSymvc12) in einen Isotyp-codierenden
Vektor, pSymvc20. Der pSymvc20-Vektor kann jedes NotI/EcoRI-Fragment
aus dem Phagemid-Vektor
aufnehmen. Dieses Fragment würde
die Sequenz, die für
die variable schwere Kette codiert, transferieren, die mit den Sequenzen
der konstanten schweren Kette in pSymvc20 sowie der gesamten Sequenz,
die für
die Kappa-Kette codiert, die mit der bGH-Poly A-Sequenz verbunden
werden soll, verbunden werden soll. Dieser Massentransfer resultiert
in Expressionsvektoren, wie in 1 gezeigt,
die die variablen schweren Bereiche und die gesamten Kappa-Ketten
als Maus-IgG2B-Antikörper
nach dem Massentransfer exprimieren.
-
Der
Vektor, pSymvc20, kann die konstanten Regionen der schweren Kette
der IgA-, IgG2A-, IgG2B-, IgE- oder IgG1-Gene der Maus enthalten
und ist somit in der Lage, jeden der relevanten Maus-Immunglobulinisotypen
der Wahl zu exprimieren.
-
(c) Expression eines rekombinanten
polyklonalen Anti-Ovalbumin-Antikörpers
-
Durch
Massentransfer werden die Sequenzen, die für den variablen Bereich der
schweren Kette codieren, die Promotoren und die gesamte Kappa-Kette
aus einer Phagen-Vektorbibliothek in Isotyp-codierende Vektoren
versetzt, was in einer polyklonalen Säuger-Expressionsvektorzusammensetzung
resultiert. Darauf folgen die Transfektion und die ortsspezifische
Integration in eine CHO-Flp-In-Zelllinie, wobei eine rekombinante
polyklonale Antikörper-Herstellungszelllinie
erzeugt wird. Die zuletzt genannte Zelllinie wird erzeugt, indem auf
die Gene von Interesse, die für
jedes Mitglied des rekombinanten polyklonalen Proteins codieren,
in dem gleichen spezifischen Ort in dem Genom jeder transfizierten
Zelle abgezielt wird (targeting) und indem zur gleichen Zeit nur
eine Kopie des Expressionskonstruktes, das die Nucleinsäuresequenz
enthält,
in jede transfizierte Zelle integriert wird.
-
Die
Zellauswahl- bzw. -selektionsvorgehensweise ist die gleiche wie
in Beispiel 3 (e.1-e.3)
beschrieben.
-
(d) Überwachen der Zusammensetzungsstabilität
-
Um
sicherzustellen, dass der Massentransfer und die Transfektion in
Säugerzellen
ohne Einführung einer
merkbaren Tendenz hinsichtlich Klonierung, Expression und Diversität zwischen
den einzelnen Klonen stattfindet, kann das Verfahren des Massentransfers
und der Säuger-Expression
mit den folgenden Verfahren überwacht
werden:
- 1) Analyse der Generationszeit der
Pools von Zellen aus jedem transfizierten Konstrukt,
- 2) Analyse des Expressionslevels der Pools von Zellen aus jedem
transfizierten Konstrukt,
- 3) Analyse mittels RFLP an Einzelzellen,
- 4) ELISA der produzierten Antikörpermischung,
- 5) Massenspektrometrie der produzierten Antikörpermischung,
- 6) Analyse mittels Tagman-PCR (real-time PCR) an einer definierten
Chargengröße unter
Verwendung von V-Bereich-spezifischen Primern, um die Verhältnisse
der einzelnen unterschiedlichen Klone zu ermitteln, oder
- 7) Analyse der Charge über
die Zeit, kultiviert mit und ohne Selektionsdruck (Hygromycin);
diese kann für die
folgenden Parameter durchgeführt
werden:
a) klonale Verteilung,
b) Proteinexpressionslevel
(Menge und Verteilung),
c) genomische Stabilität,
d)
Auswirkungen der Anpassung an serumfreies Medium.
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(e) Herstellung einer
rekombinanten polyklonalen Anti-Ovalbumin-Antikörperzusammensetzung
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Die
rekombinante polyklonale Antikörper-produzierende
CHO-Flp-In-Zelllinie wird in verschiedenen Kultursystemen wachsen
gelassen, einschließlich
konventioneller kleiner Kulturkolben, mehrschichtiger Zellfabriken
von Nunc (Nunc multilayer cell factories) und kleiner Bioreaktoren
mit hoher Ausbeute (MiniPerm, INTEGRA-CELLine). Weiterhin werden
die Zelllinien an eine serumfreie Suspension zur nachfolgenden Kultivierung
in Rührer-Kolben
(spinner flasks), Hohlfasern und Bioreaktoren angepasst.
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Die
verwendeten Medien, um die ausgewählten Zelllinien wachsen zu
lassen, sind serumfrei, proteinfrei oder chemisch definierte Medien,
wie vom Hersteller empfohlen (Invitrogen, B&D, Hyclone).
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Die Überstände der
anhaftenden Zellen oder Zellen in Suspension, die ohne Selektion
(Hygromycin) kultiviert werden, werden gesammelt. Die gesammelten Überstände werden
analysiert und charakterisiert, wie beschrieben (3f). Die Produktionsausbeuten,
Funktionalität
und Qualität
der hergestellten Antikörper
werden während
und nach dem Wachstum der Zellen unter Fed Batch- oder Perfusionsbedingungen
geprüft.
Zellen in Suspension werden zum Beimpfen größerer Rührer-Kolben (spinner flasks)
oder Bioreaktoren verwendet.
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Der
polyklonale Antikörper
aus den gesammelten Überständen wird
zur späteren
Verwendung in Tieruntersuchungen aufgereinigt.
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