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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Kontaktglas zur Augendiagnose
und insbesondere Kontaktgläser
zum Betrachten der Vorderkammer eines Auges.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Derzeit
gibt es im Allgemeinen drei Arten von Gonioskopie-Kontaktgläsern. Die
einfachste Art umfasst ein Kontaktglaselement mit einer konkaven Kontaktlinsenoberfläche, die
mit der Hornhaut eines Auges in Kontakt gebracht wird. Das Kontaktglas weist
einen planen Spiegel (oder eine plane Prismafacette) auf, der/die
der Kontaktlinsenoberfläche und
der optischen Achse des Auges benachbart positioniert ist und sich
bezogen auf diese nach vorn und seitlich nach außen erstreckt. "Spiegel" oder „Spiegeloberfläche" wird hierin synonym
mit „Prismafacette" verwendet. Der Spiegel
ist in einem Winkel angeordnet, so dass von der Peripherie der Vorderkammer
ausgehende Lichtstrahlen für
die Betrachtung durch den Augenarzt in einer Richtung, die im Allgemeinen
parallel zur optischen Achse ist, nach außen reflektiert werden. Es
kann mehr als ein Spiegel um das Kontaktglaselement herum positioniert sein,
so dass mehrere Abschnitte des Auges betrachtet werden können, ohne
das Kontaktglas zu drehen. Da das Bild nur durch einen einzigen
Spiegel betrachtet wird, ist das vom Arzt betrachtete Bild zwangsläufig umgekehrt.
Darüber
hinaus ist es gegenüber
der tatsächlichen
Position des betrachteten Bildes um 180° versetzt. Da das Bild umgekehrt
ist, muss das Kontaktglas in einer Richtung gedreht werden, die
entgegengesetzt zu der Richtung ist, in der man das Kontaktglas
intuitiv bewegen würde,
um einen benachbarten Abschnitt der Peripherie der Vorderkammer
zu betrachten.
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Bei
einer zweiten Art von Kontaktglas, die üblicherweise Direktbetrachtungs-Gonioskopie-Kontaktglas
genannt wird, wird ein Paar von Spiegeloberflächen verwendet, von denen eine
gegenüber
der Mittelachse des Kontaktglases versetzt ist und die andere die
Mittelachse des Kontaktglases schneidet. Die versetzte Oberfläche nimmt
einem peripheren Abschnitt der Kontaktlinsenoberfläche benachbart
ihren Anfang und erstreckt sich von da nach vorn und zur Seite.
Die zweite Oberfläche
erstreckt sich von einer dem unteren Abschnitt der zweiten Oberfläche benachbarten
und vor diesem befindlichen Position und erstreckt sich von einer
Position auf der gleichen Seite der Mittelachse wie die zweite Oberfläche nach vorn
und schneidet die Mittelachse. Mit dieser Anordnung kann der periphere
Abschnitt der Vorderkammer entlang der Mittelachse des Kontaktglases
betrachtet werden. Mit dieser Anordnung kann jedoch nur ein Segment
der Peripherie der Vorderkammer betrachtet werden, ohne das Kontaktglas
bezogen auf das Auge zu drehen.
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Eine
dritte Art von Gonioskopie-Kontaktglas weist eine erste Spiegeloberfläche auf
einer Seite der Mittelachse und einen zweiten Spiegel auf der gegenüberliegenden
Seite der Mittelachse auf. Die zwei Spiegeloberflächen sind
auf gegenüberliegenden Seiten
der Mittelachse nebeneinandergestellt und so angeordnet, dass Lichtstrahlen
von der Peripherie der Vorderkammer vom ersten Spiegel zum zweiten Spiegel
und dann vom zweiten Spiegel in einer Vorwärtsrichtung, die im Allgemeinen
parallel zur Mittelachse ist, reflektiert werden. Da der erste Spiegel
auf einer gegenüberliegenden
Seite der Mittelachse positioniert ist, befindet sich das Bild im
Allgemeinen scheinbar oberhalb des betrachteten Abschnitts der Vorderkammer.
Mit dieser Spiegelanordnung kann wieder nur ein Abschnitt der Pe ripherie
der Vorderkammer betrachtet werden, ohne das Kontaktglaselement
zu drehen.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gonioskopie-Kontaktglas
bereitzustellen, das wenigstens einige der Nachteile der bisherigen
Kontaktgläser
im Wesentlichen ausräumt
und mit dem gleichzeitig im Wesentlichen die gesamte Peripherie
der Vorderkammer betrachtet werden kann, ohne das Kontaktglas zu
drehen. Zusätzlich
kann sich das betrachtete aufrechte Bild scheinbar direkt oberhalb
des tatsächlich
betrachteten Abschnitts der Vorderkammer befinden.
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Erfindungsgemäß stellen
wir ein Kontaktglas zum Betrachten der Vorderkammer eines Auges
bereit, wobei das Kontaktglas eine Mittelachse aufweist, die mit
der optischen Achse des Auges in eine Linie bringbar ist, umfassend:
eine
Kontaktlinse mit einer konkaven Oberfläche, deren Krümmung mit
der Hornhaut eines Auges kompatibel ist,
und Spiegelmittel
zum Richten von Lichtstrahlen von der Kontaktlinse zu einem Benutzer,
dadurch
gekennzeichnet, dass das Spiegelmittel umfasst:
eine Mehrzahl
von Spiegelsets (30a, 32a; 30b, 32b; 30c, 32c; 30d, 32d),
wobei jedes Spiegelset aufweist: einen ersten Spiegel (32a; 32b; 32c; 32d),
der vor dem Auge (22) und vor dem Bereich der zu betrachtenden
Vorderkammer (42) positioniert ist, und einen zweiten Spiegel
(30a; 30b; 30c; 30d), der hinter
dem ersten Spiegel und auf der gegenüberliegenden Seite der optischen
Achse (24) des Auges bezogen auf den ersten Spiegel positioniert
ist, und dass
das Kontaktglas (10) und jedes der Spiegelsets
so angeordnet sind, dass sie Lichtstrahlen vom peripheren Abschnitt
der Vorderkammer empfangen, die Strahlen (40) vom zweiten
Spiegel zum ersten Spiegel reflektieren und dann die Lichtstrahlen
in einer Vorwärtsrichtung
(40b) vom Auge weg reflektieren, und wobei der zweite Spiegel
jedes Sets vollständig hinter
dem ersten Spiegel jedes Sets positioniert ist.
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Mit
dieser Konfiguration kann dafür
gesorgt werden, dass sich die betrachteten Lichtstrahlen scheinbar
an einer Position befinden können,
die im Allgemeinen der Position des tatsächlich betrachteten Abschnitts
der Peripherie des Auges entspricht. Da zwei Spiegeloberflächen verwendet
werden, sieht der Augenarzt ein aufrechtes Bild.
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Die
Spiegelsets sind vorzugsweise einheitlich um die Achse herum angeordnet,
um einen wesentlichen Abschnitt des peripheren Abschnitts der Vorderkammer
sichtbar zu machen, ohne das Kontaktglas zu drehen.
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Vorzugsweise
sind vier der Spiegelsets vorhanden.
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Die
Hinterkante des zweiten Spiegels ist vorzugsweise hinter dem vordersten
Abschnitt der Kontaktlinse positioniert.
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Die
ersten Spiegel sind vorzugsweise in einem ersten massiven Prisma
ausgebildet, und die zweiten Spiegel und die Kontaktlinse sind in
einem zweiten massiven Prisma ausgebildet, das sich hinter dem ersten
Prisma befindet, wobei das erste und zweite Prisma optisch verbunden
sind, um Lichtstrahlen zu übertragen.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Nachfolgend
wird ein erfindungsgemäßes Kontaktglas
lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
beschrieben, in denen
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1 eine
dreidimensionale Ansicht des Kontaktglases ist,
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2 eine
Draufsicht des Kontaktglases aus 1 ist,
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3 eine
Schnittansicht des Kontaktglases aus 2 ist, welche
die Position auf dem Auge eines Patienten zeigt, und
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4 eine
Unteransicht des Kontaktglases ist.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Zunächst auf 1 Bezug
nehmend, umfasst das Kontaktglas 10 ein unteres Prismaelement 12 und
ein oberes Prismaelement 14. Bei der derzeit bevorzugten
Ausführungsform
werden beide Prismaelemente 12 und 14 separat
hergestellt; sie könnten jedoch
auf Wunsch aus einem einzigen Block optischen Materials maschinell
gearbeitet werden.
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Nun
auf alle Figuren Bezug nehmend, weist das Kontaktglas 10 eine
vordere Oberfläche 16 auf, die
im Allgemeinen rechtwinklig zur Mittelachse 18 des Kontaktglases
ausgerichtet ist. Das Kontaktglas 10 ist auf der Hornhaut 20 eines
Auges 22 eines menschlichen Patienten positioniert gezeigt.
Die Mittelachse 18 des Kontaktglases 10 befindet
sich im Allgemeinen in einer Linie mit der optischen Achse 24 des
Auges. Das hintere Prismaelement 12 weist eine im hinteren
Abschnitt desselben ausgebildete konkave Kontaktlinsenoberfläche 26 auf.
Diese konkave Kontaktlinsenoberfläche 26 weist eine
Krümmung auf,
die auf herkömmliche
Weise so gestaltet ist, dass sie der Krümmung einer durchschnittlichen Hornhaut 20 des
menschlichen Auges 22 entspricht. Das untere Prisma 12 weist
vier Facetten 30a, 30b, 30c und 30d auf,
die jeweils seitlich nach außen
weisend bezogen auf die Mittelachse des Kontaktglases 10 positioniert
sind. Bei der bevorzugten Ausführungsform
sind die vier Facet ten 30a–30d um die Mittelachse 18 herum
gleichmäßig beabstandet.
Jede der Facetten 30a–30d ist
in ihrem Inneren reflektierend. Die vier Facetten sind im Allgemeinen
aufrecht, sind jedoch von der Hinterkante zur Vorderkante in einem
Winkel seitlich nach außen
weisend angeordnet.
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Die
vordere Oberfläche 16 des
oberen Elements 14 ist vorzugsweise plan und rechtwinklig
zur Mittelachse 18 ausgerichtet. Die Oberfläche 16 kann jedoch
gekrümmt
sein (sphärisch
oder nicht sphärisch)
und kann auch ein Vergrößerungselement
tragen.
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Das
vordere Prismaelement 14 weist ebenfalls vier Facetten 32a, 32b, 32c und 32d auf,
die vorzugsweise vor den Facetten 30a, 30b, 30c und 30d positioniert
sind. Bei der bevorzugten Ausführungsform
ist die vordere Oberfläche
des hinteren Prismaelements 12 rechtwinklig zur Mittelachse 18 ausgerichtet,
während
die hintere Oberfläche
des vorderen Elements 14 ebenfalls rechtwinklig zur Mittelachse 18 ausgerichtet
ist. Diese zwei Oberflächen
sind entlang einer Ebene 34 mit einem herkömmlichen
optischen Haftvermittler und/oder Zement verbunden. Die vorderen
Oberflächen
der Facetten 32a–32d des oberen
Prismas sind ebenfalls in ihrem Inneren reflektierend. Die Facetten
des oberen Prismas sind ebenfalls von der Hinterkante zur Vorderkante
in einem Winkel seitlich nach außen weisend angeordnet.
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Jede
der unteren Facetten 30a, 30b, 30c und 30d ist
mit entsprechenden oberen Facetten 32a, 32b, 32c bzw. 32d gepaart.
Jede zu einem Paar gehörige
Facette, zum Beispiel 30b, ist auf der gegenüberliegenden
Seite der Mittelachse 18 bezogen auf die andere zum Paar
gehörige
Facette, zum Beispiel 32b, positioniert. Die unteren Facetten 30a–30d sind so
ausgerichtet, dass zum Beispiel ein von der Peripherie der Vorderkammer 42 des
Auges ausgehender Lichtstrahl 40 über die optische Achse 24 des
Auges 22 und die Mittelachse 18 des Kontaktglases 10 hinweg
durch die Hornhaut 20 verläuft und von der nach innen
weisenden Facette 30b des hinteren Prismaelements 12 reflektiert
wird. Der Lichtstrahl wird dann nach vorn und zur Seite reflektiert,
so dass er erneut den Bereich der Mittelachse 18 des Kontaktglases
kreuzt und die nach innen weisende Facette 32b des vorderen
Prismaelements 14 schneidet. Die Facette 32b ist
in einem Winkel angeordnet, so dass der Lichtstrahl dann in einer
Vorwärtsrichtung,
die im Allgemeinen parallel zur Mittelachse 18 ist, reflektiert wird,
so dass er von einem Augenarzt, der das Kontaktglas verwendet, betrachtet
werden kann. Der vordere Abschnitt 40b des Lichtstrahls 40 ist
auf der gleichen Seite der Mittelachse 18 positioniert
wie der vom Augenarzt betrachtete periphere Abschnitt der Vorderkammer 42.
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Bei
der bevorzugten Ausführungsform
werden vier Sets gepaarter Oberflächen verwendet. Dies ermöglicht praktisch
eine 360°-Abdeckung
der Peripherie der Vorderkammer 42, ohne das Kontaktglas 10 zu
bewegen oder zu drehen. Es können
weniger als vier oder mehr als vier Sets von Facetten, zum Beispiel
8 Sets, verwendet werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass vier
für die
meisten Zwecke optimal sind.
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Bei
der bevorzugten Ausführungsform
sind die hinteren Facetten 30a, 30b und die Kontaktlinsenoberfläche 26 in
einem einzigen optischen Element, dem vorderen Prisma 12,
ausgebildet. Die vier Facetten 32a–32d sind ebenfalls
in einem einzigen Prisma, dem hinteren Element 14, ausgebildet.
Auf Wunsch können
beide Prismen 12 und 14 zu einem einzigen optischen
Element integriert werden. Das bevorzugte Material, aus dem die
Prismaelemente gefertigt sind, ist Polymethylmethacrylat, aber andere Materialien,
wie z. B. optisches Glas, oder Kombinationen derselben können auf
Wunsch verwendet werden. Es ist auch bevorzugt, dass die äußere Oberfläche der
Facetten 30a–30d und 32a–32d mit
einer reflektierenden Beschichtung beschichtet sind; wenn jedoch
das gesamte Kontaktglas 10 in einem undurchsichtigen Gehäuse untergebracht
ist, wäre
es nicht notwendig, die äußeren Oberflächen der
vorderen Facetten 32a–32d zu
beschichten. Ebenfalls bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind die Facetten 32a–32d in einem Winkel
von ca. 26 Grad bezogen auf die Mittelachse 18 ausgerichtet. In ähnlicher
Weise sind die Facetten 30a–30d in einem Winkel
von ca. 6 Grad bezogen auf die Mittelachse angeordnet.
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Auf
Wunsch kann die gesamte Vorrichtung auf herkömmliche Weise in einem Gehäuse befestigt sein
oder mit einem Haltering oder einem sich zur Seite erstreckenden
Griff versehen sein. Das untere Element kann auch mit einem herkömmlichen
Kontaktflansch versehen sein.
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Wenngleich
die bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung veranschaulicht und beschrieben wurde, ist klar, dass
im Rahmen der beigefügten
Ansprüche
verschiedene Änderungen
vorgenommen werden können.