-
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft Folsäure produzierende Bakterienstämme der
Art Bifidobacterium, diese enthaltende pharmazeutische, tierärztliche
oder Nahrungsformulierungen sowie deren Verwendung.
-
Insbesondere
betrifft die Erfindung neue Bakterienstämme menschlichen Ursprungs
der Art Bifidobacterium, Spezies adolescentis (2), der Art Bifidobacterium,
Spezies breve (1) sowie der Art Bifidobacterium, Spezies pseudocatenulatum
(2), die am 21. Juli 2004 im Sammlungszentrum DSMZ (Deutsche Sammlung
von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH; Braunsweig-Deutschland) entsprechend
dem Budapester Vertrag hintergelegt wurden.
-
Den
oben genannten Stämmen
wurden jeweils die folgenden Identifikationscodes zugeordnet:
Bifidobacterium,
Spezies adolescentis, DSM-Code 16594;
Bifidobacterium, Spezies
adolescentis, DSM-Code 16595;
Bifidobacterium, Spezies breve,
DSM-Code 16596;
Bifidobacterium, Spezies pseudocatenulatum,
DSM-Code 16597;
Bifidobacterium, Spezies pseudocatenulatum,
DSM-Code 16598.
-
BEREICH DER ERFINDUNG
-
Folsäure ist
ein wichtiges wasserlösliches
Vitamin B, das eine Kohlenstoffeinheit aus einem abgebenden Molekül annimmt.
-
Dank
diesem Merkmal ist Folsäure
ein zentrales Element bei einer großen Anzahl von Zellprozessen, einschließlich z.B.
die Biogenesis von Methylgruppen und die Synthese von Nukleotiden,
Vitaminen und vielen Aminosäuren.
-
Im
Körper
werden DNA-Replikation, -Reparation und -Methylation wirksamer mit
der Zunahme der Folsäureverfügbarkeit.
-
Für diesen
Grund benötigen
die Gewebe mit einer hohen Wucherung und Erneuerungsrate, wie Leukozyten,
Erythrozyten und Enterozyten, eine hohe Menge von Folsäure oder
mindestens eine gute und konstante Verfügbarkeit von Folsäure.
-
Bei
den Menschen wurde der Mangel von Folsäure mit einer hohen Zunahmen
von Krebsgefahr assoziiert: z.B. zeigten epidemiologische Forschungen,
daß die
Gefahr der Verwicklung eines Brustkrebses nach der Menopause bei
Frauen mit einer niedrigen Folsäureeinnahme
höher ist.
-
Dagegen
verringern hohe Mengen von Folsäure
die Gefahr von kolonrektalem Krebs.
-
Folsäure (mit
deren Salzen, die Folgte) spielt u.a. eine wesentliche Rolle für die Zellen,
die die kolonrektale Schleimhautmembran bilden, die einem ständigen Prozess
von Epithelerneuerung unterworfen sind. Die Rolle der Folsäure bei
der Vorbeugung des kolonrektalen Krebses wurde in der Literatur
beschrieben (Ref. 1). Es wurde insbesondere gezeigt, daß die Polymorphien
der Gene, die für
den Stoffwechsel der Methylgruppe verantwortlich sind, mit der Familiengefahr
von kolorektalem Krebs assoziiert sind, und daß die Wirkung dieser Gene von
der Verfügbarkeit
von Folgten verändert
wird (Ref. 2).
-
Daher
kann eine niedrige oder verminderte lokale Verfügbarkeit von Folsäure zu DNA-Hypomethylation
führen,
was z.B. den Auftritt von Kolonkrebs fördert. Außerdem wird die Verfügbarkeit
von hohen Mengen von Folsäure
für Patienten
mit Darm-Entzündungskrankheiten
(IBD, inflammatory bowel diseases) empfohlen, da sie zur Regulierung
der Zellenwucherung im Kolon und Rektum beiträgt.
-
Daher
ist es sehr wichtig, ein Mittel zu finden, mit dem der Körper mit
einer natürlichen,
nicht-toxischen und endogen Quelle ausgestattet werden kann, die
die notwendige Menge von Folsäure,
oder deren Salze, stän dig
liefern kann und so eine Alternative zu den konventionellen systemischen
Methoden zur Verabreichung von diesem Stoff repräsentiert.
-
Leider
wurde keine Lösung
bislang gefunden, um diese Notwendigkeit zu erfüllen.
-
Es
ist gut bekannt, daß das
menschliche Kolon von einer komplexen und zahlreichen Mikrobengemeinschaft
kolonisiert wird, die mit dem Gast aktiv zusammenwirkt. Die Bakterienkonzentration
im Kolon ist ungefähr
1011–1012 Bakterien pro Gram von Darmgehalt.
-
Es
gibt mindestens 400 Bakterienarten, aber 30–40 Arten allein repräsentieren
ungefähr
95–98%
der totalen Mikroflora.
-
Zwischen
diesen Hauptarten sind die der Art Bifidobacterium eine der größten mikrobiellen
Darmgruppen im Menschen.
-
Bifidobacterium
ist eine bekannte Art für
ihre worteilige Aktivität
im Körper.
Diese Aktivität
umfasst z.B. die folgenden Wirkungen: Fähigkeit zur Wiederherstellung
der Darmbakterienflora nach einer Therapie mit Antibiotika, Erhaltung
eines Gleichgewichts zwischen den verschiedenen mikrobiellen Darmgruppen,
Verringerung des Cholesterinspiegels im Serum, Herstellung von Vitaminen,
Erleichterung der Laktoseintoleranz und Immunomodulation.
-
Die
Bakterien der Art Bifidobacterium sind daher als Probiotika richtig
angesehen und werden als solche geläufig in den pharmazeutischen,
tierärztlichen
und/oder Nahrungsbereichen verwendet.
-
Ein
Probiotikum wird als eine lebende mikrobielle Ergänzung definiert,
deren Aktivität
für die
Gesundheit der Menschen oder Tiere worteilig ist.
-
Zur
Zeit kennt man keine probiotischen Stämmen, die Folsäure produzieren
(Folsäure
produzierende Bakterien der Art Lactobacillus und Lactococcus wurden
beschrieben aber nicht als Probiotika vorgeschlagen).
-
Insbesondere
kennt man keine probiotischen Bakterien der Art Bifidobacterium,
die sich in einem Kulturmedium ganz ohne Folsäure entwickeln und diese in
hohen Mengen produzieren.
-
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Unerwartet
hat die Anmelderin gefunden, daß Stämme von
probiotischen Bakterien menschlichen Ursprungs der Art Bifidobacterium,
insbesondere der Art Bifidobacterium adolescentis, Bifidobacterium
breve und Bifidobacterium pseudocatenulatum, Folsäure produzieren,
wie in der Folge und in den beiliegenden Ansprüchen ausführlich beschrieben wird.
-
Genauer,
wie in der Folge und in den beiliegenden Ansprächen ausführlich beschrieben wird, hat
die Anmel derin fünf
neue Bakterienstämme
menschlichen Ursprungs der Art Bifidobacterium isoliert und im DSMZ (Deutsche
Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH; Braunsweig-Deutschland)
am 21. Juli 2004 hintergelegt. Zwei von diesen fünf neuen Bakterienstämmen gehören der
Art Bifidobacterium adolescentis, einer der Art Bifidobacterium
breve, und zwei der Art Bifidobacterium pseudocatenulatum. Den benannten Stämmen wurden
jeweils die folgenden Identifikationscodes zugeordnet:
DSM
16594;
DSM 16595;
DSM 16596;
DSM 16597;
DSM
16598.
-
Die
benannten Bakterienstämme
wurden taxonomisch und technologisch charakterisiert, wie unten beschrieben,
und zeigten eine Produktion hoher Mengen von Folsäure. Tatsächlich können die
benannten Stämme
sich in einem Kulturmedium ohne Folsäure entwickeln.
-
Insbesondere
können
die benannten Stämme
jeweils die folgenden Mengen von Folsäure produzieren: 56–62, 16–20, 6–9, 14–16 e 14–19 ng/ml
Kulturmedium.
-
Weiter
hat man unerwartet bemerkt, daß die
Biosynthese von Folsäure
durch die Bakterienstämme
der Erfindung keinem negativen Regulierungsmechanismus (negativem Feedback)
des sich ergebenden Produktes oder irgendeinen anderen Produkten
schon im Kulturmedium unterworfen ist.
-
Um
es anders zu sagen, bleibt die Produktion von Folsäure unter
physiologischen Bedingungen konstant, unabhängig davon, daß diese
in der Umgebung anwesend ist.
-
Endlich
hat man bemerkt, daß pH-Änderungen,
die typisch des Kolon-Ökosystems
(zwischen ca. 7 und 5 sich ändernde
pH-Werten werden abhängig
von bestimmten Pathologien oder Diättypen als wahrscheinlich angesehen)
sind, die Produktivität
der Stämme
der vorliegenden Erfindung nicht negativ beeinflussen.
-
Die
Mikroorganismen diesen Typs können
daher ihre bekannten probiotischen Merkmale (d.h. worteilig für den Körper) mit
einer Fähigkeit
zur in situ Folsäure-Produktion (z.B.
im Kolon) kombinieren.
-
Deshalb
stellen diese Stämme
sich unerwartet als die gewünschte
Lösung
zum technischen Problem der vorliegenden Erfindung vor, wie es oben
erläutert
wurde. Tatsächlich
repräsentieren
die benannten Mikroorganismen eine ideale, natürliche, nicht-toxische und
endogene Quelle von Folsäure.
-
Die
Verwendung von geeigneten Formulierungen enthalten die Folsäure produzierenden
Bifidobakterien der vor liegenden Erfindung kann daher eine ständige in
situ Produktion von Folsäure
ermöglichen.
-
Die
probiotischen Bakterien der vorliegenden Erfindung können auf
verschiedene Weisen verabreicht werden, abhängig von den Bedürfnissen
des Patienten oder Verbrauchers.
-
Nach
einem bevorzugten Aspekt betrifft die vorliegenden Erfindung pharmazeutischen,
tierärztlichen und/oder
Nahrungsformulierungen umfassend mindestens einen der Bakterienstämme der
vorliegenden Erfindung oder ein Gemisch davon.
-
Besonders
bevorzugt sind Formulierungen umfassend mindestens einen der Stämme DSM
16594, DSM 165695, DSM 16596, DSM 16597 und DSM 16598 o irgendeine
Kombination davon.
-
Nach
einem weiteren bevorzugten Aspekt können die Stämme der vorliegenden Erfindung
ebenfalls in Kombination mit anderen probiotischen Bakterienstämmen mit
komplementären
Merkmalen, d.h. mit unterschiedlichen intrinsischen Eigenschaften,
formuliert werden.
-
Ein
nicht-beschränkendes
Beispiel solcher Formulierungen kann dargestellt werden durch mindestens einen
der Bakterienstämme
der vorliegenden Erfindung in einem geeigneten Gemisch mit einem
probiotischen Bakterienstamm mit dem Merkmal, daß er auf der intestinalen Schleimhautmembran
stark haftet.
-
Die
Stämme
der vorliegenden Erfindung können
ebenfalls in Kombination mit anderen Stämmen formuliert werden, die
neben den intrinsischen worteiligen Merkmalen deren Bakterienart
andere charakteristischen Merkmale zeigen, die für die Gesundheit des Gastes
nützlich
sind.
-
Die
benannten Mischformulierungen können
zahlreiche probiotische Eigenschaften in eine einzige Formulierung
kombinieren, wodurch sie dem Körper
eine Vielzahl von Vorteilen sowie sich daraus ergebende potentielle
Synergien in einer einzigen Verabreichung anbieten. Gemäß den obigen
Bemerkungen scheint es klar, daß der
Fachmann viele Kombinationen von probiotischen Bakterien nach seiner
Erfahrung gestalten kann. Solche Kombinationen fallen daher auch
in den Bereich der vorliegenden Erfindung.
-
Beispielhaft
und nicht-beschränkend
können
die benannten probiotischen Bakterien u.a. aus der Art Lactobacillus,
einschließlich
solche Arten wie Lactobacillus bulgaricus, Lactobacillus acidophilus,
Lactobacillus casei Subspezies rhamnosus, Lactobacillus casei Subspezies
paracasei, Lactobacillus salivarius Subspezies salivarius und Lactobacillus
pentosus, oder aus der Art Streptococcus, einschließlich solche
Arten wie Streptococcus delbrueckii Subspezies Thermophilus ausgewählt werden.
-
Zwischen
diesen umfassen die besonders bevorzugten Stämme z.B. die folgenden:
- – Lactobacillus
acidophilus LMG P-21381 (im Belgian Coordinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Collection am 31. Januar 2002 hintergelegt);
- – Lactobacillus
casei Subspezies paracasei LMG P-21380 (im Belgian Coordinated Collections
of Microorganisms – BCCM
LMG Collection am 31. Januar 2002 hintergelegt);
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21021 (im Belgian Coordinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Collection am 16. Oktober 2002 hintergelegt);
- – Lactobacillus
pentosus LMG P-21019 (im Belgian Coor dinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Col lection am 16. Oktober 2002 hintergelegt);
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21020 (im Belgian Coordinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Collection am 16. Oktober 2002 hintergelegt);
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21022 (im Belgian Coordinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Collection am 16. Oktober 2002 hintergelegt);
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21023 (im Belgian Co ordinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Collection am 16. Oktober 2002 hintergelegt);
- – Bifidobacterium
lactis LMG P-21384 (im Belgian Coor dinated Collections of Microorganisms – BCCM LMG
Col lection am 31. Januar 2002 hintergelegt);
- – Streptococcus
delbrueckii Subspezies thermophilus DSM 16506 (im DSMZ am 18. Juni
2004 hintergelegt);
- – Streptococcus
delbrueckii Subspezies thermophilus DSM 16507 (im DSMZ am 18. Juni
2004 hintergelegt);
- – Bifidobacterium
longum DSM 16603 (im DSMZ am 20. Ju li 2004 hintergelegt);
- – Bifidobacterium
breve DSM 16604 (im DSMZ am 20. Juli 2004 hintergelegt);
- – Lactobacillus
casei Subspezies rhamnosus DSM 16605 (im DSMZ am 20. Juli 2004 hintergelegt).
-
Deshalb
werden besonders bevorzugten Mischformulierungen der Erfindung mindestens
einen der Bakterienstämme
von DSM 16594 bis DSM 16598, oder irgendein Gemisch davon, geeignet
formuliert in Kombination mit mindestens einem der oben aufgeführten probiotischen
Bakterienstämme,
oder irgendeinem Gemisch davon, umfassen. Vorzüglich werden die benannten
probiotischen Bakterienstämme
aus der Gruppe umfassend:
- – Lactobacillus acidophilus
LMG P-21381;
- – Lactobacillus
casei Subspezies paracasei LMG P- 21380;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21021;
- – Lactobacillus
pentosus LMG P-21019;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21020;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21022;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21023;
- – Bifidobacterium
lactis LMG P-21384;
- – Streptococcus
delbrueckii Subspezies thermophilus DSM 16506;
- – Streptococcus
delbrueckii Subspezies thermophilus DSM 16507;
- – Bifidobacterium
longum DSM 16603;
- – Bifidobacterium
breve DSM 16604;
- – Lactobacillus
casei Subspezies rhamnosus DSM 16605,
ausgewählt.
-
Die
Anzahl und der Typ von Bakterienstämmen, die in die benannten
Mischformulierungen kombiniert werden sollten, wird vom Fachmann
abhängig
von dem Typ und der Schiere der zu behandelnden oder vorzubeugenden
Pathologie oder von dem Typ des zu erhaltenden gewünschten
Nahrungsprodukt entschieden.
-
Nach
einem weiteren bevorzugten Aspekt können die Bakterienstämme der
vorliegenden Erfindung, allein oder in Kombination mit einem anderen
und/oder mit anderen probiotischen Bakterienstämmen verwendet, in Kombination
mit anderen Stoffen mit prebiotischen Eigenschaften weiter formuliert
werden.
-
Vorzüglich umfassen
die benannten Stoffe mit prebiotischen Eigenschaften insbesondere
Kohlenhydrate, die vom Menschen nicht verdaut und absorbiert werden
und daher ins Kolon ganz unberührt
gelangen, worin sie die Entwicklung und Aktivität einer Anzahl von worteiligen
mikrobiellen Gruppen, insbesondere Bifidobakterien, selektiv stimulieren.
-
Besonders
bevorzugt zwischen den benannten prebiotischen Kohlenhydraten sind
die aus der Gruppe umfassend: Fructo-Oligosacchariden (FOS), insbesondere
Inulin, Isomalto-Oligosacchariden, resistente Stärke, Pectin, Galakto-Oligosacchariden
(GOS), Arabinogalaktan, Xylo-Oligosacchariden (XOS), Chitosan-Oligosacchariden
(COS) und Glucomannan.
-
Beispielhaft
und nicht beschränkend
umfassend bevorzugte Formulierungen mindestens einen den Bakterienstämme von
DSM 16594 bis DSM 16598, oder irgendein Gemisch davon, geeignet
formuliert in Kombination mit mindestens einem Stoff mit prebiotischen
Eigenschaften, der z.B. aus den oben aufgeführten Stoffen ausgewählt wird,
d.h. Fructo-Oligosacchariden (FOS), insbesondere Inulin, Isomalto-Oligosacchariden,
resistenter Stärke,
Pectin, Galakto-Oligosacchariden (GOS), Arabinogalaktan, Xylo-Oligosacchariden
(XOS), Chitosan-Oligosacchariden
(COS) und Glucomannan.
-
Bevorzugte
Formulierungen der Erfindung umfassen ebenfalls mindestens einen
der Bakterienstämme
von DSM 16594 bis DSM 16598, oder irgendein Gemisch davon, geeignet
formuliert in Kombination mit mindestens einem der oben aufgeführten probiotischen
Bakterienstämme,
oder irgendeinem Gemisch davon, und mit mindestens einem Stoff mit
prebiotischen Eigenschaften, der z.B. aus den oben aufgeführten Stoffen ausgewählt wird,
d.h. Fructo-Oligosacchariden (FOS), insbesondere Inulin, Isomalto-Oligosacchariden,
resistenter Stärke,
Pectin, Galakto-Oligosacchariden (GOS), Arabinogalaktan, Xylo-Oligosacchariden
(XOS), Chitosan-Oligosacchariden
(COS) und Glucomannan.
-
Bevorzugt
werden diese probiotischen Bakterienstämme aus der Gruppe umfassend:
- – Lactobacillus
acidophilus LMG P-21381;
- – Lactobacillus
casei Subspezies paracasei LMG P- 21380;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21021;
- – Lactobacillus
pentosus LMG P-21019;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21020;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21022;
- – Lactobacillus
plantarum LMG P-21023;
- – Bifidobacterium
lactis LMG P-21384;
- – Streptococcus
delbrueckii Subspezies thermophilus DSM 16506;
- – Streptococcus
delbrueckii Subspezies thermophilus DSM 16507;
- – Bifidobacterium
longum DSM 16603;
- – Bifidobacterium
breve DSM 16604;
- – Lactobacillus
casei Subspezies rhamnosus DSM 16605,
ausgewählt.
-
Die
bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung umfassen solche Formulierungen, worin
die Stämme
der Erfindung in gefriergetrockneter Form vorzüglich verwendet werden.
-
Die
Stämme
der Erfindung werden in Kombination mit geeigneten Trägerstoffen,
Hilfsstoffen, Aromastoffen, Stabilisatoren und Zusatzstoffen bevorzugt
formuliert, wie z.B. Aminosäuren,
Vitaminen, Antioxydationsmittel, Enzymen, die bei der Herstellung
von pharmazeutischen und/oder Nahrungsvorbereitungen geläufig verwendet
werden.
-
Nur
beispielhaft und nicht beschränkend
kann man zwischen den besonders bevorzugten Zusatzstoffen Glutamin,
Arginin, Superoxid-Dismutase und Glutathion nennen.
-
Die
Formulierungen der vorliegenden Erfindung können in oraler Form, mit Suppositorien,
oder mit Vaginaltabletten oder – kapseln,
als solche oder in Kombina tion mit Nahrungsprodukten wie z.B. Milch,
Yoghurt, Milchderivaten oder gegorener Milch verabreicht, zur Behandlung
und/oder Prävention
von Darm-Entzündungsstörungen (Diarrhöe, Therapie
mit Antibiotika, IBD, Prävention
von Kolonkrebs), worin eine geeignete Menge von Folsäure verabreicht
werden sollte. Wie oben angegeben, können die Formulierungen der
vorliegenden Erfindung ebenfalls nach oder bei Therapien mit Antibiotika
verabreicht werden, um das Gleichgewicht von nicht-pathogener Darmflora
wiederherzustellen.
-
Besonders
bevorzugte Formulierungen sind solche, die in oraler Form, durch
Suppositorien oder Vaginalkapseln oder -tabletten verabreicht werden
sollten. Typische Formulierungsformen umfassen z.B. Kapseln, orale
Lösungen
oder Suspensionen, Pulvern in Tütchen
oder dergleichen, Tabletten, Suppositorien und Pessaren.
-
Betreffend
der Dosierung wird jede Formulierung in der Regel von 105 bis 1011 Zellen
von jedem Bakterienstamm pro Einzeldose enthalten, bevorzugt von
106 bis 1011 Bakterien
pro Dose, bevorzugter von 107 bis 1010 Bakterien pro Dose.
-
Im
allgemeinen kann die Konzentration des Wirkstoffes, oder des Gemisches
von Wirkstoffen, von 108 Zellen von Bakterienstamm(-stämmen) pro
Gram von Formulierung 1011 Zellen pro Gram
betragen; bevorzugt von 109 Zellen pro Gram
bis 1010 Zellen pro Gram von Formulierung.
Ein Beispiel von potentiellen Anwendungen der vorliegenden Erfindung,
das keineswegs deren Bereich beschränkt, betrifft einen Fall, worin
die Stämme
der Erfindung einem Erwachsenen unter Therapie mit Antibiotika verabreicht
wurden.
-
Für die ganze
Dauer der Therapie mit Antibiotika und für fünf Tage nach deren Ende erhielt
der benannte Patient zwei Tütchen
pro Tag einer gefriergetrockneter Formulierung von DSM 16594 und
DSM 16595 in Kombination mit den probiotischen Stämmen DSM
16506 und LMG P-21380
und mit Glutamin.
-
Das
Gehalt jedes Tütchens,
das in der Form einer oralen Suspension in Wasser verabreicht wurde, umfasste
ungefähr
1010 Zellen von jedem Bakterienstamm und
als Hilfsstoffen Stärke,
Tween, Dispergiermittel, Mandarinenaromastoff, Acesulfam, Saccharin,
Ascorbinsäure
und Methylparaben.
-
Die
Bakterienstämme
der vorliegenden Erfindung zeigten ebenfalls, daß sie zur Verbesserung des Nährwertes
von Nahrungsprodukten besonders nützlich ist. Besonders bevorzugte
Nahrungsprodukte sind solche, die von Milch herkommen, z.B. Yoghurt
und gegorene Milch sowie Snackfüllungen,
Eis usw.
-
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
– ISOLIERUNG
DER STÄMME
-
Der
Stamm Bifidobacterium adolescentis DSM 16594 wurden aus dem Kot
eines Erwachsenen isoliert, der keine Antibiotika oder probiotischen
Vorbereitungen in den 3 Monaten vor der Isolierung annahm.
-
Eine
10%ige Suspension von frischem Kot wurde in einer anaeroben Brühe Wilkins-Chalgren
(Oxoid Limited, Basingstoke, Hampshire, England, UK) bei einer Konzentration
0,5 × vorbereitet,
d.h. einer 1:1 Verdünnung
des erhaltenen Mediums gemäß den Anweisungen
auf der Packung.
-
Serielle
Verdünnungen
bis 10–9 wurden
aus dem Homogenat vorbereitet (1:10 Verdünnungen, die mit der Verdünnung von
1 ml der vorherigen Verdünnung
in 9 ml desselben Mediums erhalten wurden). 0,1 ml Aliquoten der
Verdünnungen
von 10–6 bis
10–9 wurden
in einem für
Bifidobakterien selektiven Medium, d.h. Agar RB plattiert (Ref.
3).
-
Die
Platten wurden unter anaeroben Bedingungen bei 37°C für 48 Stunden
inkubiert.
-
Alle
Vorbereitungen wurden in einer anaeroben Kammer (Gerät: Anaerobic
System, Mod. 2028, Forma Scientific Co., Marietta, OH) in der folgenden
Atmosphäre:
N2 85%, CO2 10%,
H2 5%, hergestellt.
-
Die
dem Bakterienstamm DSM 16594 entsprechende Colonie wurde zwischen
den Kolonien isoliert, die einen gelben Halo erzeugten, der vom
Ansäuerung
des Mediums und von der Farbenänderung
des Indikators abhängt.
-
– ZUORDNUNG
ZUR ART Bifidobacterium UND ZUR SPEZIES
-
Bifidobacterium adolescentis
-
Um
DSM 16594 zur Art Bifidobacterium zuzuordnen, wurde eine artspezifischen
Amplifikation unter Verwendung von 16S rDNA-direkten Primers Bif164/Bif662
durchgeführt,
aus der der korrigierte Amplikon von 523 bp erhalten wurde. Gleichzeitig
wurde eine biochemische Prüfung
zur Identifizierung des Basisenzyms des Kohlenhydrat-Stoffwechsels
in den Bifidobakterien, d.h. Fructose-6-Phosphat Phosphoketolase,
durchgeführt.
Die Spezies adolescentis wurde durch DNA-DNA Hybridisierung identifiziert,
wie in der Schrift Scardovi et al. beschrieben ist (Ref. 4).
-
– MERKMALE
DES STAMMES DSM 16594
-
- Ursprung: Mensch
- Alter: 39 Geschlecht: F
- Art: Bifidobacterium
- Spezies: adolescentis
- Morphologie: unregelmäßige Stäbchen, manchmal
bifider Form, mit Vorsprüngen
und Schwellungen
- Folsäureproduktion:
von 56 bis 62 ng/ml
- Plasmide: nein
-
Die
anderen Bakterienstämme,
DSM 16595, DSM 16596, DSM 16597 und DSM 16598, wurden unter Verwendung
einer Prozedur isoliert, die ähnlich
wie der oben beschrieben ist.
-
– MERKMALE
DES STAMMES DSM 16595
-
- Ursprung: Mensch
- Alter: 37 Geschlecht: F
- Art: Bifidobacterium
- Spezies: adolescentis
- Morphologie: unregelmäßige Stäbchen, manchmal
bifider Form, mit Vorsprüngen
und Schwellungen
- Folsäureproduktion:
von 16 bis 20 ng/ml
- Plasmide: nein
-
– MERKMALE
DES STAMMES DSM 16596
-
- Ursprung: Mensch
- Alter: 39 Geschlecht: F
- Art: Bifidobacterium
- Spezies: breve
- Morphologie: kurze, unregelmäßige Stäbchen
- Folsäureproduktion:
von 6 bis 9 ng/ml
- Plasmide: nein
-
– MERKMALE
DES STAMMES DSM 16597
-
- Ursprung: Mensch
- Alter: 56 Geschlecht: M
- Art: Bifidobacterium
- Spezies: pseudocatenulatum
- Morphologie: unregelmäßige Stäbchen
- Folsäureproduktion:
von 14 bis 16 ng/ml
- Plasmide: ja, ein von ca. 9 kb
-
– MERKMALE
DES STAMMES DSM 16598
-
- Ursprung: Mensch
- Alter: 56 Geschlecht: M
- Art: Bifidobacterium
- Spezies: pseudocatenulatum
- Morphologie: unregelmäßige Stäbchen
- Folsäureproduktion:
von 14 bis 19 ng/ml
- Plasmide: ja, ein von ca. 9 kb
-
– STAMMENTWICKLUNGSBEDINGUNGEN
-
Die
bevorzugten Bakterienstämme
der vorliegenden Erfindung, DSM 16594, DSM 16595, DSM 16596, DSM
16597 und DSM 16598, wurden in Stichkulturen, d.h. Stichkulturen
in Agar (10 ml Proben enthaltend 10 ml von 0,9% agarisiertem Medium)
oder in flüssigen
MRS Kulturen (Bacto Lactobacilli MRS Broth [0881-17] Difco Laboratories,
Division of Becton Dickinsons and Company, Sparks, Maryland 21152
USA), zu den Cystein (0,05%) zugesetzt wurde, aufbewahrtet.
-
Das
Medium, das nach den Anweisungen auf der Packung vorbereite wurde,
wurde bei 110°C
für 30' sterilisiert.
-
Wenn
die Stämme
in einer Umgebung ohne Folsäure
kultiviert werden, wird ein sogenanntes synthetischem Minimummedium
verwendet; es ist mit Nr. 7 identifiziert und hat die unten beschriebenen
Zusammensetzung.
-
Das
benannte Medium wird durch Mischen der Komponenten und Lösung in
der angegebenen Reihenfolge unter Rühren bei Raumtemperatur vorbereitet.
-
Das
Medium wird jedes Mal frisch hergestellt. MINIMUM-KULTURMEDIUM
NR. 7
| Glukose
Vitamin
Assay Casaminoacids | 20
g/l |
| (DIFCO
Laboratories, USA [0288-17] | 5
g/l |
| Harnstoff | 2
g/l |
| Cystein | 0,5
g/l |
| Lösung A | 700
ml/l |
| Lösung B | 1
ml/l |
| Lösung C | 1
ml/2 |
| Lösung D | 5
ml/l |
-
Die
Lösungen
A, B, C und D haben die folgende Zusammensetzung: Lösung A
| (NH4)2SO4 | 10
g |
| Natriumacetat | 10
g |
| Ascorbinsäure | 10
g |
| KH2PO4 | 1
g |
| MgSO4 | 0,7
g |
| NaCl | 0,2
g |
| Tween
80 | 1
ml |
-
Tween
80 wird in 700 ml von siedendem destilliertem Wasser gelöst; dann
werden alle anderen Komponenten in der Reihenfolge zugesetzt. Lösung B
| Borsäure | 25
mg |
| CuSO4 | 2
mg |
| KI | 5
mg |
| FeCl3 | 10
mg |
| MnSO4 | 20
mg |
| Natriummolybdat | 10
mg |
| ZnSO4 | 20
mg |
-
Diese
Komponenten werden in der Reihenfolge in 50 ml von destilliertem
Wasser bei Raumtemperatur gelöst. Lösung C
| Biotin | 0,2
mg |
| Kalziumpantotenat | 40
mg |
| Niacin | 40
mg |
| p-Aminobenzoesäure | 20
mg |
| Pyridoxin | 40
mg |
| Riboflavin | 20
mg |
| Thiamin | 40
mg |
-
Diese
Komponenten werden in 100 ml von destilliertem Wasser bei Raumtemperatur
gelöst. Lösung D
-
Der
Salz wird in 25 ml von destilliertem Wasser gelöst.
-
Das
Medium wird in 10 ml Proben geliefert und bei 100°C für 30' sterilisiert.
-
– MIKROBIOLOGISCHE
PRÜFUNG
DER VOM STAMM DSM 16594 PRODUZIERTEN FOLSÄURE
-
Die
Menge von Folsäure,
die unter Fermentation vom Stamm DSM 16594 sowie von den anderen Stämmen der
Erfindung produziert wurde, wurde durch eine mikrobiologische Prüfung bestimmt.
-
Die
Kulturen, die für
die Bestimmung der Folsäureproduktivität verwendet
wurden, wurden mindestens 3-mal ins Minimummedium Nr. 7, enthalten
kein Folsäure,
verpflanzt.
-
Die
Prüfung
stützt
sich auf eine turbidimetrische Bestimmung der Entwicklung von Enterococcus
hirae ATCC 8043, die sich abhängig
von der Menge von Folsäure
in der Kulturbrühe ändert.
-
Die
Kalibrierkurve zur quantitativen Bestimmung der produzierten Folsäure wird
durch eine Kultur von Ente rococcus hirae ATCC 8043, einem Medium
Bacto Folic AOAC (Difco, USA [0967-15]) erhalten.
-
Diesem
Medium, das alle zur Entwicklung notwendigen Nährkomponenten aber nicht Folsäure enthält, werden
zunehmende Mengen von Folsäure
(0, 1, 2, 4, 6 und 8 ng pro Probe enthaltend 10 ml von Kulturbrühe) zugesetzt.
Gleichzeitig wird Enterococcus hirae ATCC 8043 in Proben von Medium
Bacto Folic AOAC inokuliert, zu dem verschiedene Mengen des Überstandes
des Fermentationsbrühe
des Stammes DSM 16594 zugesetzt werden.
-
Wenn
alle Proben bei 37°C
für 16–18 Stunden
inkubiert worden sind, wird ein turbidimetrische Lesen der Proben
bei 600 nm durchgeführt
und ein linearer Graph auf einer semi-logarithmischen Skala durch
Plottierung des Logarithmus der Folsäurekonzentration abhängig von
der optischen Dichte der Probe gezeichnet.
-
Vorbereitung
der Standardlösunq
(s.s.) von Folsäure
bei einer Konzentration von 2 μg/l,
d.h. 2 ng/ml 50 mg von Folsäure
in ungefähr
30 ml von 0,01 N Natriumhydroxid und 300 ml H2O
lösen.
Den pH auf 7,5 mit verdünnter
HCl (0,1 N) korrigieren und das Volumen auf 500 ml durch Zusatz
von H2O einstellen. 2 ml der oben beschriebene
Lösung
zu 50 ml H2O zusetzen, den pH auf 7,5 korrigieren
und das Volumen auf 100 ml durch Zusatz von H2O
bringen (Standardlösung
von 2 μg/ml).
-
1
ml dieser Lösung
auf 1 Liter mit H2O verdünnen, um die Standardlösung von
2 ng/ml (2 μg/l)
zu erhalten.
-
Herstellung von Proben enthalten
Bacto-Folsäure
Medium
-
11
g des Anfangspulvers in 100 ml H
2O lösen. Um
die Komponenten völlig
zu lösen,
das Medium für 2–3 Minuten
sieden lassen. 5 ml Aliquoten in die Proben liefern, nachdem die
Proben mehrmals mit destilliertem Wasser gewaschen wurden. Verschieden
Aliquoten des Überstandes
der Fermentationsbrühe
oder die Standardlösung
von Folsäure
(2 ng/ml) zusetzen und dann H
2O zusetzen,
um das Endvolumen jeder Proben auf 10 ml zu bringen. Bei 121°C für 5' sterilisieren.
| ng
Folsäure
pro Probe | 0 | 1 | 2 | 4 | 6 | 8 | 10 |
| ml
a.l. 2 ng/ml | 0 | 0,5 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| ml
Wasser | 5 | 4,5 | 4 | 3 | 2 | 1 | 0 |
| μg Folsäure pro
1 | 0 | 0,1 | 0,2 | 0,4 | 0,6 | 0,8 | 1 |
-
4
ml Wasser und 1 ml von Überstand
der Fermentationsbrühe,
der durch Zentrifugierung und Filtration mit einem 0,22 μ Filter und
dann geeignete Verdünnung
erhalten wurde, werden zu den anderen 2 Proben zugesetzt.
-
Eine
Probe enthalten keine Folsäure
wird als Blindprobe hergestellt; sie wird nicht inokuliert.
-
Herstellung des Inokulums
-
Zwei
Tage vor der Prüfung
wird eine frische Stichkul tur von Enterococcus hirae ATCC 8043 in
eine Probe enthalten flüssiges
M17 Medium (Bacto M17 Broth, Difco Laboratories, USA [1856-17])
inokuliert. Zur Herstellung der als Inokulum zu verwendenden Kultur
wird die Kultur in M17 steril zentrifugiert, der Überstand wird
entfernt und die Zellen werden 3-mal mit 9 ml von physiologischer
Lösung
gewaschen. Der Zellpellet wird wieder in 9 ml von physiologischer
Lösung
suspendiert und diese Bakteriensuspension wird zu 100 ml von steriler
physiologischer Lösung
zugesetzt, die in einem Erlenmayer-Flasche enthalten ist. Ein Tropfen
dieser Suspension wird in eine Probe von Bacto Folic AOAC Medium
zugesetzt, in die ebenfalls 10 ng Folsäure zugesetzt werden, und die
Probe wird bei 37°C
ohne Rühren
inkubiert.
-
Am
Testtag wird die nach der oben beschriebenen Prozedur vorbereitete
Kultur zur Herstellung des Testinokulums verwendet: Die Kultur wird
steril zentrifugiert, der Überstand
wird entfernt und die Zellen werden 3-mal mit 9 ml von physiologischer Lösung gewaschen.
Die Zellen werden wieder in 9 ml von physiologischer Lösung suspendiert
und 1 ml dieser Bakteriensuspension wird zu 100 ml von steriler
physiologischer Lösung zugesetzt,
die in einem Erlenmayer-Flasche enthalten ist. Um die Testproben
zu inokulieren, wird ein Trop fen dieser Suspension zu allen bei
121°C für 5' sterilisierten Proben
zugesetzt.
-
Die
proben werden dann bei 37°C
für 16–18 Stunden
inkubiert.
-
– PRODUKTIVITÄT IN REINER
KULTUR
-
Die
aus dem Stamm DSM 16594 im Minimummedium Nr. 7 produzierte Folsäure beträgt 56–62 ng/ml.
-
Die
Tests liefern konstante und reproduzierbare Ergebnisse, wenn sie
an Kulturen ohne pH-Steuerung und an Kulturen in Bioreaktoren mit
konstantem pH-Wert durchgeführt
werden.
-
In
der Regel kann der pH-Wert der Stoffe im Kolon viel sich ändern, anhängig von
bestimmten Pathologien oder mit der Diät verbundenen Faktoren. Die
Folsäureproduktion
von DSM 16594 zeigt, konstant zu sein (ca. 57–60 ng/ml) unabhängig vom
gemessenen pH-Wert, der sich von 5,5 bis 7,0 ändert.
-
Man
hat auch bemerkt, daß der
Stamm DSM 16594 Folsäure
produziert, ohne von negativen Feedbacks beeinflusst zu werden,
daher in einer Menge, die von der Konzentration von Folsäure im Darmgehalt völlig unabhängig ist.
Tatsächlich
wurde der Stamm DSM 16594 ebenfalls im Minimummedium Nr. 7 in Anwesenheit
von zunehmenden Konzentrationen von Folsäure (0, 1, 2, 5, 10 und 20
ng/ml) kultiviert und man bemerkte, daß der Stamm im mer konstante
Mengen von Folsäure
(58–61
ng/ml) synthetisiert und absondert, die dann zu den schon im Medium
vorliegenden Mengen zugesetzt werden. Dieser Aspekt ist sehr wichtig,
da es anzeigt, daß nachdem
der Stamm DSM 16594 als Probiotikum eingenommen wird, kann im Kolon
eine ständige
Produktion auftreten, ein für
ein schnelles Erneuerungsstoffwechsel der Enterozyten wesentliches
Vitamin. Die metabolische Deregulierung des Stammes DSM 16594, d.h.
die Abwesenheit eines Steuermechanismus, der die Biosynthese von
Folsäure
stoppt, wo ausreichende Mengen davon schon vorliegen, wird dadurch bestätigt, daß die Menge
von produzierter Folsäure
mindestens 50-mal höher
ist als die notwendige Menge zur Gewährleistung einer gesunden Entwicklung
der Bakterien, die dieses Vitamin nicht synthetisieren und daher
es von Außenquellen
erhalten sollten, um sich gut zu entwickeln.
-
– BEWERTUNG
DES BEITRAGS VON DURCH DEN STAMM DSM 16594 IN KOTKULTUREN GELIEFERTEN
FOLSÄURE
-
Zur
Bewertung, ob eine tatsächliche
Produktion von Folsäure
dank des Stammes DSM 16594 in Mischkulturen stattfand, d.h. Kulturen,
die die Zusammensetzung der intestinalen Mikroflora simulieren,
wurden Kotkulturen hergestellt, d.h. mit verdünnten Kotproben inokulierte
Kulturen, die mit dem Stamm DSM 16594 inokuliert oder nicht inokuliert
wurden; in den benannten Kulturen wurde die Zunahme von Folsäurekonzentration
bestimmt. Die verwendeten Mischkulturen wurden mit verdünnten Kotproben
inokuliert, so daß die normale
mikrobielle Zusammensetzung des Darmgehaltes simuliert wurde. Das
verwendete Kulturmedium enthält
10 ng/ml Folsäure,
eine ausreichende Menge zur Gewährleistung
der Entwicklung der ganzen inokulierten mikrobiellen Population.
Das Medium enthält
auch Peptone, Fructo-Oligosacchariden
(FOS) als Kohlenstoffquelle.
-
Die
Wahl von FOS hängt
davon ab, daß die
Einnahme einer probiotischen Bifidobakterie zusammen mit diesem
prebiotischen Kohlenhydrat, i.e. das weder verdaut noch absorbiert
und daher ins Kolon gelangen kann, wo es durch Bifidobakterien am
meisten metabolisiert wird, die Kolonisation des Darmes durch sowohl die
probiotische Bifidobakterie als auch die endogenen Bifidobakterien
fördert.
-
– KOTKULTUREN
-
Die
Kotkulturen wurden in einem Medium kultiviert, das nach der oben
beschriebenen Prozedur hergestellt wurde und die folgende Zusammensetzung
hat:
| Raftilose
P95 (FOS)
(Orafti Group, Tienen, Belgium)
Vitamin Assay
Casaminoacids | 20
g/l |
| (DIFCO
Laboratories, USA [0288-17] | 5
g/l |
| Cystein | 0,5
g/l |
| Folsäure | 10 μg/l |
| Lösung A | 700
ml/l |
| Lösung B | 1
ml/l |
| Lösung C | 1
ml/2 |
| Lösung D | 5
ml/l |
| Lösung E | 10
ml/l |
Lösung A
| (NH4)2SO4 | 10
g |
| Natriumacetat | 10
g |
| Ascorbinsäure | 10
g |
| KH2PO4 | 1
g |
| MgSO4 | 0,7
g |
| NaCl | 0,2
g |
| Tween
80 | 1
ml |
-
Tween
80 wird in 700 ml von siedendem destilliertem Wasser gelöst; dann
werden alle anderen Komponenten in der Reihenfolge zugesetzt. Lösung B
| Borsäure | 25
mg |
| CuSO4 | 2
mg |
| KI | 5
mg |
| FeCl3 | 10
mg |
| MnSO4 | 20
mg |
| Natriummolybdat | 10
mg |
| ZnSO4 | 20
mg |
-
Diese
Komponenten werden in der Reihenfolge in 50 ml von destilliertem
Wasser bei Raumtemperatur gelöst. Lösung C
| Biotin | 0,2
mg |
| Kalziumpantotenat | 40
mg |
| Niacin | 40
mg |
| p-Aminobenzoesäure | 20
mg |
| Pyridoxin | 40
mg |
| Riboflavin | 20
mg |
| Thiamin | 40
mg |
-
Diese
Komponenten werden in der Reihenfolge in 100 ml von destilliertem
Wasser bei Raumtemperatur gelöst. Lösung D
-
Der
Salz wird in 25 ml von destilliertem Wasser bei Raumtemperatur gelöst.
-
Lösung
E
-
50
mg di Hämine
(Sigma Aldrich SRL, Via Gallarate, Milano, Italia [H5533]) werden
in 5 ml 1 M NaOH gelöst
und destilliertes Wasser wird zugesetzt, um das Volumen auf 1 l
zu bringen.
-
Methode
-
40
ml Aliquoten von Medium werden in 100 cc Flaschen mit einer durchbohrbaren
Gummikappe zugesetzt. Die Gummikappen werden mit einer Nadel durchgebohrt
und die Flaschen werden in ein Bad mit siedendem Wasser positioniert.
Nach 10 Minuten Inkubation bei 100°C wird die Kappe mit einer zweiten
Nadel durchgebohrt, durch die Stickstoff in die Flasche für 10 Minuten
bei einem Druck von 0,15 bar eingeblasen wird. Nach beendeter Einblasung
werden die beiden Nadeln entfernt und die Flaschen werden bei 110°C für 30' sterilisiert.
-
Herstellung der Inokulums
-
Eine
frische Kotprobe wird in eine anaeroben Kammer (10% H2,
10% CO2, 80% N2)
verstellt.
-
Dann
wird eine 10%ige Suspension im oben beschriebenen Medium vorbereitet
und mit sterilen Glasperlen mit einem Durchmesser von 3 mm homogeniert.
-
Aus
dieser Suspension wird eine 1:100 Verdünnung in demselben in den Flaschen
enthaltenen Medium hergestellt. 0,4 ml dieser Verdünnung werden
mit einer Spritze4 in zwei sterile Flaschen enthaltend 40 ml Kulturmedium
inokuliert..
-
Vergleich der Folsäure, die in mit dem Stamm DSM
16594 inokulierten oder nicht inokulierten Kotproben vorliegt
-
Eine
der zwei identischen Proben, die mit der verdünnter Kotprobe inokuliert wurde,
wird auch mein 0,4 ml einer Kultur vom Stamm DSM 594 inokuliert,
die für
24 Stunden in Minimummedium Nr. 7 sich entwickeln gelassen wurde.
Die beiden Kotkulturen, wobei eine davon auch mit dem Stamm DSM
16594 und die andere nicht, werden bei 37°C für 24 Stunden inkubiert.
-
Folsäureproduktivität in Kotkulturen
-
Die
Folsäurekonzentration
in den Kotkulturen, die nicht mit dem Stamm DSM 16594 inokuliert
wurden, ändert
sich ungefähr
von 30 bis 70 ng/ml.
-
Die
entsprechenden Kulturen, die mit dem Stamm DSM 16594 inokuliert
wurden, zeigten eine deutende Zunahme der Folsäurekonzentration. Diese Zunahme änderte sich
von 30 bis 30 a 50 ng/ml, was daher zu oben angegebenen 30–70 ng/ml
zugesetzt wird.
-
Diese
letzte Entdeckung zeigt weiter, daß die Verabreichung des probiotischen
Bakterienstammes der vorliegenden Erfindung, d.h. DSM 16594, die
Anwesenheit von hohen Mengen Folsäure im Kolon unabhängig von
der Gesundheit des Patienten gewährleisten
kann.
-
Deshalb
können
die Wiederherstellung und die Aufrechterhaltung eines optimalen
Gleichgewichtes der intestinalen Bakterienflora gefördert und
gewährleistet
werden.
-
Der
obige Experimentalteil beschrieb ausführlich die Verwendung eines
der besonders bevorzugten Bakterien stämme der vorliegenden Erfindung,
d.h. der Stamm DSM 16594.
-
Identische
Tests wurden unter denselben experimentalen Bedingungen und unter
Verwendung derselben Mengen von Reagenzien auch an den anderen vier
bevorzugten Bakterienstämmen,
nämlich
DSM 16595, DSM 16596, DSM 16597 und DSM 16598, durchgeführt.
-
Es
wurde gezeigt, daß diese
Bakterienstämme
Folsäure
auf derselben Art und Weise und mit denselben Merkmalen wir der
Stamm DSM 16594 produzieren.
-
Die
Produktivität
von Bifidobacterium adolescentis DSM 16595, Bifidobacterium breve
DSM 16596, Bifidobacterium pseudocatenulatum DSM 16597 und Bifidobacterium
pseudocatenulatum DSM 16598 zeigt sich als geringer als die von
Bifidobacterium adolescentis DSM 16594. Insbesondere produziert
DSM 16595 ca. 30,5%, DSM 16596 ca. 13%, DSM 16597 25,5% und DSM
16598 28% der Menge von durch DSM 16594 produzierten Folsäure.
-
Auch
bei diesen Fällen
ist die Menge von produzierten Folsäure (die jeweils ca. 16–20 ng/ml
für DSM 16595;
6–9 ng/ml
für DSM
16596; 14–16
ng/ml für
DSM 16597 und 14–19
ng/ml für
DSM 16598 beträgt)
deutlich höher
(von ca. 14 bis 16 Mal höher
für DSM
16595; von 5 bis 7 Mal höher
für DSM
16596; von 12 bis 13 Mal höher
für DSM
16597 und von 12 bis 15 Mal höher
für DSM
16598) ist als die Menge, die zur Gewährleistung einer gesunden Entwicklung
anderer Bakterien, die dieses Vitamin für eine optimale Entwicklung
benötigen,
notwendig ist.
-
BIBLIOGRAPHIE
-
- 1. Fuchs C.S. et al. (2002) The influence of folgte and
multivitamin use an the familial risk of colon cancer in women.
Cancer Epidemiol. Biomark. Prev. 11, 227–234.
- 2. Ma J. et al. (1999) A polymorphism of the methionine synthase
gene: association with plasma folgte, vitamin 812, homocyst(e)ine,
and colorectal cancer risk. Cancer Epidemiol. Biomark. Prev. 8,
825–829.
- 3. Hartemink R., Kok BIFIDOBACTERIUM J. Weenk G.H., Rombouts
F.M. (1996) Raffinose-Bifidobacterium (RB) agar, a new selective
medium for bifidobacteria J. Microbiol. Methods. 27, 33–43.
- 4. Scardovi V. Crociani F. (1974) Bifidobacterium catenulatum,
Bifidobacterium dentium, Bifidobacterium angulatum: three new species
and their deoxyribonucleic acid homology relationships. Int. J.
Syst. Bacteriol. 24, 6–20.