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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Erzeugen
einer Bewegung in einem Fluid gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1, beispielsweise in der Form eines entsorgbaren Mischsystems, oder
auf ein System, das zum Mischen von Komponenten oder zum Umrühren in
der biopharmazeutischen Industrie geeignet ist.
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Hintergrund
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Die
biopharmazeutische Industrie hat traditionellerweise rostfreie Stahlsysteme
und Rohrleitungen bei ihrem Herstellungsprozeß verwendet, da sie durch Dampf
sterilisiert und wieder eingesetzt werden können.
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Die
Kosten eines solchen Systems sind oft erheblich. Außerdem sind
solche Systeme statisch, sind oft zusammengeschweißt und können nicht
einfach rekonfiguriert werden.
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Die
Industrie hat begonnen, einen alternativen Lösungsweg zu erforschen, nämlich einzelne entsorgbare
Kunststoffbeutel und Rohrleitungen, um den traditionellen rostfreien
Stahl zu ersetzen. Dies sorgt für
die Flexibilität,
diese Systeme mit minimalen Kosten neu anzuordnen. Außerdem sind
die Gestehungskosten mehrere Male geringer als die von rostfreiem
Stahl, was eine Herstellung von Biopharmazeutika in kleineren Mengen
ermöglicht
und neue therapeutische Wirkstoffe verfügbar macht, die vor diesem
Fortschritt wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen waren, und welche
die Ausdehnung einer vertraglichen Herstellung solcher Produkte
ermöglichen,
oder wenn der Bedarf rasch zusätzliche
Kapazität
erfordert.
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Ein
Aspekt der entsorgbaren biopharmazeutischen Anlage war der Bioreaktor,
der eine stetige Zufuhr von Gas und Nährstoffen sowie die Beseitigung
von Abfallprodukten und ausgestoßenen Gasen benötigt. Außerdem hilft
eine konstante Bewegung der Zellen in dem Reaktor bei der konstanten Durchmischung
des Inhalts.
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Ein
System für
einen Bioreaktor war die Verwendung eines großen Tisches, der mit Motoren
oder hydraulischen Einrichtungen ausgestattet war, auf dem ein Bioreaktorbeutel
angeordnet war. Die Motoren/hydraulischen Anordnungen schütteln den
Beutel und sorgen für
eine konstante Bewegung der Zellen. Außerdem hat der Beutel ein Gas-
und Nährstoff-Zuführrohr und
ein Abgas- und Abfallproduktrohr, welche die Zufuhr von Nährstoffen
und Gasen, wie z.B. Luft für
aerobe Organismen, sowie die Beseitigung von Abfall, wie ausgeatmete
Gase, Kohlendioxid und dgl., ermöglichen.
Die Rohre sind so angeordnet, dass sie mit der Bewegung des Beutels
arbeiten, um eine gleichmäßige Bewegung
der Gase und Fluide/Feststoffe zu ermöglichen. Siehe
U.S. Patent 6 190 913 .
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Ein
solches System erfordert die Verwendung von kapitalintensiver Ausrüstung mit
Komponenten, die verschleißanfällig sind.
Außerdem
ist die Größe des Beutels,
der mit dem Tisch verwendet werden kann, durch die Größe des Tischs
und die Hebefähigkeit
seiner Motoren/Hydraulikeinrichtungen begrenzt.
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Ein
alternatives System verwendet einen langen flexiblen rohrartigen
Beutel, dessen beide Enden an beweglichen Armen angebracht sind,
so dass der Beutel nach dem Auffüllen
nach unten von den beweglichen Armen in U-Form herabhängt. Die
Arme werden dann alternierend in bezug aufeinander auf und ab bewegt,
um eine Schüttelbewegung
und eine Fluidbewegung innerhalb des Beutels zu bewirken. Falls
gewünscht
kann der mittlere Abschnitt eine Verengung enthalten, um eine bessere
Mischwirkung zu erzielen.
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Dieses
System erfordert die Verwendung eines speziell geformten Beutels
und einer hydraulischen oder einer anderen Hebeanlage, um die Bewegung
der Flüssigkeit
zu bewirken. Außerdem
ist aufgrund von Gewichtserwägungen
die Beutelgröße und das
Beutelvolumen durch die Hebekapazität der Anlage und die Festigkeit
des Beutels eingeschränkt.
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WO 01/83004 A offenbart
eine Vorrichtung zum Spenden eines Anti-Koagulans von einem flexiblen
Behälter
oder einem CPD-Beutel. Ziel der Spendevorrichtung ist eine kontinuierliche
Dosierung in genauen Proportionen des Anti-Koagulans zu einer aufgesaugten Blutmenge.
Die Vorrichtung umfasst einen druckbeaufschlagten Luftbeutel zur
Abgabe des Anti-Koagulans, wenn die Vorrichtung Blut aufsaugt, aber
nicht wenn sie Luft aufsaugt. Der Druckluftbeutel
31 wird
entweder entleert, um entweder voll von dem CPD-Beutel entfernt
zu sein, oder er wird aufgeblasen, um einen Druck auf den CPD-Beutel
auszuüben.
Der Zweck des Aufblasens des Luftbeutels besteht darin, die Abgabe
der Flüssigkeit
aus dem CPD-Beutel zu aktivieren oder zu deaktivieren, aber nicht
das Fluid in dem Beutel zu mischen.
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Was
benötigt
wird, ist eine kostengünstigere Vorrichtung,
die nicht durch die Größe begrenzt
ist, um die gleiche Funktion wie die bestehenden Vorrichtungen auszuführen, und
die die Kapitalausgaben in Verbindung mit solchen Vorrichtungen
eliminiert oder minimiert. Vorzugsweise ist diese Vorrichtung entsorgbar.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Vorrichtung zum Erzeugen einer
Bewegung in einem ersten Fluid bereit, wie sie in Anspruch 1 definiert
ist, und ein System und ein Verfahren zum Mischen von zwei oder
mehr Komponenten mittels einer solchen Vorrichtung. Bevorzugte Ausführungsformen
der Vorrichtung sind in den abhängigen
Ansprüchen
definiert.
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Abriss der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung wendet einen oder mehrere Beutel an, die selektiv
druckbeaufschlagt und entleert werden können, zusammen mit einem entsorgbaren
Biobeutel, wie z.B. einem Fermentierer, einem Mischbeutel, einem
Lagerbeutel und dgl. Der/die Druckbeutel kann/können einen ausgewählten Außenabschnitt
des Beutels umgeben oder können
in einem inneren Abschnitt eines solchen Beutels enthalten sein.
Durch selektives Druckbeaufschlagen und Entleeren des/der Druckbeutel kann
in dem Beutel eine Fluidbewegung erzielt werden, wodurch eine Zellsuspension,
ein Mischvorgang und/oder eine Übertragung
von Gas und/oder Nährstoffen/ Exkrementen
innerhalb des Beutels ohne schädigende
Scherkräfte
oder Schaumbildung sichergestellt werden kann.
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Vorzugsweise
werden zwei der Druckbeutel an oder nahe den gegenüberliegenden
Enden des Beutels eingesetzt. Jeder Druckbeutel hat einen Einlaß und einen
Auslaß,
die selektiv geöffnet
oder geschlossen werden können.
Eine Luftzufuhr ist am Einlaß des
Druckbeutels vorgesehen. Optional ist eine Vakuumzufuhr am Auslaß vorgesehen.
Wenn ein Druckbeutel durch Schließen des Auslasses und öffnen des
Einlasses aufgeblasen wird, wird der andere durch Schließen des
Einlasses und öffnen
des Auslasses entleert. Dieses Aufblasen/Entleeren bringt einen
Druck an einem Ende des Beutels auf, was das Fluid an diesem Ende
komprimiert und es zu dem Ende bewegt, an dem der Druck geringer
ist. Durch Alternieren des Aufblasens/Entleerens in den gegenüberliegenden
Druckbeuteln erhält
man eine Wellen- oder Hin- und Herbewegung des Fluids im gesamten
Beutel.
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In
den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
erste Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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2 eine
zweite Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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3 die
Ausführungsform
von 2 im Einsatz,
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4 eine
dritte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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5 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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6 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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7 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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8 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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9 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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10 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht,
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11 eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in Schnittansicht, und
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12 eine
Steuereinheit für
eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
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Detaillierte Beschreibung
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1 zeigt
eine erste Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Sie besteht aus einem Beutel 2,
der ein Fluid 4 enthält.
Das Fluid kann eine Zellsuspension, eine Fermentationsbrühe oder
irgend eine andere Flüssigkeit
sein. Um den Abschnitt 6 des Beutels 2 herum positioniert
befindet sich ein Druckbeutel 8. Wie gezeigt ist, befindet
sich der Druckbeutel 8 an einem Ende des Beutels 2.
Er könnte
auch wunschgemäß nahe der
Mitte oder in der Mitte oder am anderen Ende des Beutels 2 positioniert
sein. Alternativ, und wie nachstehend beschrieben wird, kann/können der/die
Druckbeutel 8 im Inneren des Beutels 2 enthalten
sein.
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Der
Druckbeutel 8 hat einen Einlaß 10 und einen Auslaß 12.
Vorzugsweise hat zumindest der Einlaß 10 ein Ventil 14,
um selektiv den Einlaß 10 gegenüber der
Zufuhr eines druckbeaufschlagten Fluids 16 abzusperren.
Vorzugsweise ist die Zufuhr 16 druckbeaufschlagten Fluids
Luft oder irgendein anderes Gas, obwohl es sich bei einigen Anwendungen um
eine Flüssigkeit
wie Wasser oder ein anderes Hydraulikfluid handeln könnte.
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Der
Beutel 2 enthält
auch einen Einlaß 18 und
einen Auslaß 20,
die vorzugsweise entweder mit einem sterilen Filter oder einem geschlossenen
sterilen System (nicht dargestellt) verbunden sind.
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Zur
Anwendung des Systems wird der Beuteleinlaß 18 geöffnet und
eine Flüssigkeit 4 und/oder Gase
eingeleitet, wie z.B. Mikroben enthaltende Flüssigkeit und eine Nährstoffzufuhr
im Fall eines Bioreaktors. Solche Fluide sind bekannt und können ein
wässeriges
Medium und eine oder mehrere Zelllinien zur Fermentation und zum
Wachstum umfassen. Ein solches Fluid ist ein E.coli enthaltendes
Fluid, das aus einem Gewebezell-Kulturmedium, Vitaminen und anderen
Nährstoffzusätzen hergestellt
ist. Andere Anwendungen können
die Weinherstellung, Bierherstellung, das Mischen großer Volumen
von Komponenten wie z.B. Pulvern in eine Flüssigkeit oder zwei vermischbare
Flüssigkeiten
und dgl. aufweisen. Die eingeleitete Flüssigkeitsmenge ist typischerweise
geringer als das Volumen des Beutels 2 selbst. Typischerweise
wird von der Flüssigkeit 4 etwa
90%, vorzugsweise zwischen etwa 20 bis 80% des Volumens des Beutels 2 aufgenommen.
In einen Teil oder in das gesamte verbleibende Volumen kann je nach
Wunsch ein Gas eingeleitet werden. Bei den meisten Ausführungsformen
sollte das Flüssigkeits-/Gasvolumen
in dem Beutel 2 geringer sein als das Gesamtvolumen des
Beutels 2. In einigen Fällen kann
es gleich dem Restvolumen des Beutels 2 sein, um einen
relativ steifen Behälter
zu schaffen.
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Der
Beuteleinlaß 18 und
-auslaß 20 kann entweder
geschlossen oder offen gelassen werden, vorausgesetzt, sie befinden
sich in einem geschlossenen System oder sind mit einem Sterilisierungsfilter
(nicht gezeigt) versehen, um die Bewegung von Verunreinigungen wie
Bakterien oder Viren in den Beutel 2 oder die Bewegung
von Bestandteilen in dem Beutel 2 aus dem Beutel 2 heraus,
wie z.B. Aerosole oder dgl., zu verhindern.
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Der
Druckbeutel 8 wird anfänglich
entleert. Der Auslaß 12 wird
geschlossen und der Einlaß 10 für die Zufuhr 16 druckbeaufschlagten
Fluids über das
Ventil 14 geöffnet.
Der Druckbeutel 8 wird aufgeblasen und komprimiert den
Bereich 6 des Beutels 2, der ihn umgibt. Dies
bewirkt, dass sich das Fluid 4 in dem Beutel 2 zu
dem gegenüberliegenden
Ende 22 des Beutels 2 hin bewegt. Wenn ausreichend
Druck erreicht ist, wird das Einlassventil 14 geschlossen und
der Auslaß 12 geöffnet, um
den Druck abzulassen, was bewirkt, dass sich das Fluid 4 zu
dem den Druckbeutel 8 enthaltenden Bereich 6 zurückbewegt.
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2 zeigt
eine Ausführungsform,
bei der zwei Druckbeutel 8A und 8B eingesetzt
werden. Sie arbeiten sequentiell, so dass bei aufgeblasenem Beutel 8A der
Beutel 8B entleert wird und umgekehrt.
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3 zeigt
die Ausführungsform
von 2 im Einsatz. Der Druckbeutel 8A ist
aufgeblasen worden und der Druckbeutel 8B entleert worden.
Die Flüssigkeit 4 ist
bei ihrer Bewegung zum Ende des den Druckbeutel 8B enthaltenden
Beutels dargestellt. In dieser Figur sind auch die Sterilisierungsfilter 24 oder
der Einlaß 18 und
Auslaß 20 des
Beutels 2 dargestellt.
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4 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung. Der Druckbeutel 30 befindet sich
unter einem Abschnitt des Beutels 2. In diesem Fall ist
er an oder nahe dem linken Ende des Beutels 2 dargestellt.
Er kann sich auch an oder nahe dem rechten Ende oder in der Mitte
befinden. Zusätzliche
Druckbeutel 30 können
ebenfalls eingesetzt werden, wie z.B. einer an oder nahe dem Ende
des Beutels 2.
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Der
Einlaß 32 und
Auslaß 34 des
Druckbeutels 30 wirkt auf die gleiche Weise wie in den 1 bis 3,
um den Druckbeutel 30 alternierend aufzublasen und zu entleeren,
was eine Bewegung des Fluids 4 in dem Beutel 2 bewirkt.
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Falls
nötig können bestimmte
Mittel zum Sichern des Druckbeutels 30 an dem Beutel vorgesehen
sein, um dessen Wegbewegung von dem Beutel (nicht gezeigt) zu verhindern.
Als Befestigungsmittel können
Bänder,
Haken und Schleifen-Befestigungsbänder, Klebemittel,
Hitzeversiegelung und dgl. angewandt werden.
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5 zeigt
eine Ausführungsform
von 4, die zwei Druckbeutel 30A und 30B einsetzt. Der
Beutel 30A ist aufgeblasen und 30B entleert dargestellt.
Durch alternierendes Aufblasen/Entleeren der beiden Beutel 30A und 30B wird
eine Wellenbewegung in dem Beutel 2 und in dem darin enthaltenden
Fluid 4 erzeugt.
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6 zeigt
eine weitere Ausführungsform, bei
der der Druckbeutel 40 über
dem oder seitlich des Beutels 2 statt um ihn herum oder
darunter angeordnet ist. In diesem Fall ist der Druckbeutel 40 an
einer unbeweglichen Platte 42 befestigt, so dass die ganze auf
den Druckbeutel 40 aufgebrachte Kraft zu dem Beutel 2 hin
gerichtet ist. Eine solche Platte 42 kann ein Metall-,
Kunststoff- oder Holz-Träger oder
eine an einer Wand, einem Rahmen oder dgl. befestigte Platte sein.
Wie bei den obigen anderen Ausführungsformen
kann mehr als ein Druckbeutel 40 in einem solchen System
verwendet werden, vorzugsweise an unterschiedlichen Stellen entlang
der Länge
des Beutels 2.
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7 zeigt
eine Variation der Ausführungsform
der 6, bei der Druckbeutel 40A und 40B an Platten 42A bzw. 42B am
Ende des Beutels 2 angebracht sind. Wie gezeigt ist, bewirkt
das Aufblasen eines Beutels, in diesem Fall 40A, eine Fluidbewegung zu
dem anderen Ende, wo der Beutel 40B entleert wird. Ein
alternierendes Aufblasen/Entleeren der Beutel 40A und 40B bewirkt
die Bewegung des Fluids 4 in dem Beutel.
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8 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung. Bei dieser Ausführungsform ist der Druckbeutel 50 in
dem Beutel 2 enthalten. Der Einlaß und der Auslaß 12 des
Druckbeutels 50 befinden sich vorne über Öffnungen in der Beutelwand,
die eine flüssigkeitsdichte
Dichtung um den Einlaß 10 und
den Auslaß 12 bilden.
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9 zeigt
eine Ausführungsform,
die ähnlich
derjenigen der Ausführungsform
von 8 ist, die aber zwei Druckbeutel 50A und 50B aufweist.
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10 zeigt
eine weitere Ausführungsform, bei
der der Druckbeutel 60 einen zentralen Teil des Beutels 2 bildet.
Eine Leitung 62 ist durch den Beutel 60 ausgebildet,
um eine Fluidverbindung zwischen dem ersten Abschnitt 64 des
Beutels 2 und dem zweiten Abschnitt 66 herzustellen.
Vorzugsweise ist die Außenfläche des
Druckbeutels 60 permanent an der Innenwand des Beutels 2 befestigt,
so dass das Aufblasen/Entleeren dazu tendiert, seine Bewegung zum
Zentrum des Beutels 2 hin zu konzentrieren. Zwischen den
Abschnitten 64 und 66 wird durch das Aufblasen/Entleeren
des Druckbeutels 60 Fluid bewegt. Außerdem kann mittels einer Verengungsstelle in Form
einer Leitung 62 eine Durchmischung des Fluids bei dessen
Passieren durch die Leitung erreicht werden. Dies kann durch Anwendung
von Flügeln
(nicht gezeigt) in der Leitung 62 verstärkt werden, so dass ein statisches
Mischgerät
erzeugt wird. Optional können
ein oder mehrere zusätzliche
Druckbeutel (nicht gezeigt) ähnlich
den 1 bis 9 hinzugefügt werden, um die Fluidbewegung
zu verstärken.
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11 zeigt
eine zusätzliche
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Hierbei umgibt der Druckbeutel 70 einen
mittleren Abschnitt des Beutels 2, und wenn er aufgeblasen
wird, drückt
er Fluid 4 zu den Enden hin. Beim Entleeren bewegt sich
das Fluid 4 zurück
zu der Mitte und zum gegenüberliegenden Ende.
Diese Ausführungsform
schafft einen hohen Grad an Durchmischung und Turbulenz, und ist
besonders nützlich
bei einer Mischanwendung.
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Eine
zusätzliche
Anwendung für
das System der vorliegenden Erfindung ist eine Pumpe oder ein druckgeregeltes
Zuführgefäß für die flüssige Innenseite.
Wenn das Fluid an einer anderen Stelle in den Beutel gepumpt werden
soll, beispielsweise zum Speichern oder zur weiteren Bearbeitung,
können
die Druckbeutel und ein Ventil am Ausgang des Beutels verwendet
werden, um selektiv einen kleinen Teil, den Großteil oder die Gesamtheit des
Fluids aus dem Auslaß des
Beutels zu drücken.
Desgleichen können die
Druckbeutel, wenn Fluid in dem Beutel zu filtern ist, zur Erzeugung
eines konstanten Drucks auf das Fluid innerhalb des Beutels verwendet
werden, und sie können
dann das druckbeaufschlagte Fluid von dem Beutel durch dessen Auslaß zu einem
Einlaß eines
Filters leiten. Auf diese Weise wird die Notwendigkeit einer Pumpe
bei diesem Entsorgungsprozeß eliminiert.
Der Druck in den Druckbeuteln sowie das Fluid können nach Bedarf überwacht
und eingestellt werden, um das Fluid, wenn es gefiltert wird, mit
dem richtigen Druck zu beaufschlagen.
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Die
bei der vorliegenden Erfindung eingesetzten Beutel können die
typischerweise in der Biopharmaindustrie für Bioreaktoren, Fermentationsmittel,
Lagerbeutel und dgl. eingesetzten sein. Solche Beutel sind von verschiedenen Zulieferern
wie z.B. Stedim SA aus Frankreich und Hclone of Logan, Utah, erhältlich.
Diese Beutel reichen in der Größe von einigen
Litern bis 2000 Liter oder mehr. Sie sind typischerweise aus einer
mehrschichtigen Kunststoffschicht (extrudiert oder laminiert) hergestellt,
wie z.B. Polyethylen, Polypropylen, EVA-Copolymere, EVOH, PET, PETG,
spezielle oder proprietäre
Polymere wie z.B. die von Hyclone erhältliche HyQCX5-14-Schicht,
die eine gemeinsam extrudierte Mehrfachschicht mit einer Außenschicht
aus einem Elastomer ist, einer EVOH-Sperrschicht und einer Produktkontaktschicht
aus Polyethylen mit ultraniedriger Dichte, Mischungen von Polymeren
und dgl. Das/die ausgewählte(n)
Polymer(e) werden für
die gewünschte
Kombination aus Reinlichkeit, Festigkeit und Sichtbarkeit gewählt.
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Der/die
Druckbeutel können
aus den gleichen Materialien wie die Beutel gefertigt sein und können auf
die gleiche Weise z.B. durch Blasformen, Hitzeversiegeln der Nähte von
flachen Schichten miteinander hergestellt sein, um einen Beutel
und dgl. zu bilden. Wenn die Druckbeutel außerhalb des Beutels verwendet
werden, ist das Problem der Sauberkeit nicht so wichtig ist. Die
Schlüsselattribute
der außerhalb
befindlichen Druckbeutel sind Festigkeit, Elastizität (um dem
wiederholten Aufblasen/Entleeren zu widerstehen) und Kosten. Wenn
diese Beutel wiederzuverwenden sind, kann die Anwendung elastomerer
Materialien in Betracht kommen, wie Gummis (natürliche oder synthetische [Nitril,
Neopren und dgl.]), Elastomere wie Styrol-Butadien-Styrol-Copolymere
(SBS-Copolymere),
thermoplastische Elastomere wie SANTOPRENE®-Harz, erhätlich von
Advanced Elastomer Systems aus Akron, Ohio und dgl. Wenn sie innerhalb
der Beutel eingesetzt werden und daher mit dem Produkt in Kontakt
stehen, sollten die Druckbeutel aus den gleichen Materialien wie
die Beutel selbst hergestellt werden, um die Sauberkeit zu bewahren.
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Wie
oben beschrieben wurde, können
die Druckbeutel mit Luft, anderen Gasen oder Fluiden aufgeblasen
werden. Das gewählte
Medium hängt von
dem Benutzer und der üblichsten
verfügbaren Quelle
ab. Die meisten Fabriken haben integrierte Luft- und Vakuumleitungen,
und diese sind diejenigen, die am typischsten bei dieser Anwendung
eingesetzt werden.
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Druckregler
können
bei einigen Installationen benötigt
werden, um den Druck der Luft in den Beuteln innerhalb eines eingestellten
Sollbereichs zu halten, um eine Beschädigung an dem Beutel durch zu
festes Aufblasen zu vermeiden, oder um ein zu schwaches Aufblasen
des Beutels zu verhindern. Der in einem gegebenen Beutel angewandte
Druck variiert je nach der Festigkeit des Beutels, dem gewünschten
Umfang an Kompression oder Bewegung des Beutels und der verfügbaren Druckquelle.
Typischerweise liegt der Druck zwischen etwa 34,47 kPa und 689,47
kPa (5 psi bis 100 psi), noch typischer zwischen etwa 68,94 kPa
bis etwa 551,58 kPa (10 psi bis etwa 80 psi).
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Gegebenenfalls,
kann die Anwendung eines Vakuums am Auslaß des Druckbeutels bei dem schnellen
Entleeren des Beutels helfen, wenn dies gewünscht wird. Dies ist zwar nützlich,
ist aber bei der vorliegenden Erfindung nicht notwendig. Ein einfaches
Druckminderungsventil ist alles, was benötigt wird, wenn die Bewegung
des Fluids in der Tasche von dem aufgeblasenen Ende zu dem entleerten Ende
zusätzliches
Gewicht (des sich bewegenden Fluids in dem Beutel) gegen den sich
entleerenden Druckbeutel aufbringt, um bei einer Entleerung zu helfen.
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Wenn
eine Flüssigkeit
wie Wasser oder Hydraulikfluid verwendet wird, können Pumpen eingesetzt werden,
um den gewünschten
Druck zu liefern und die gewünschte
Menge an druckbeaufschlagtem Fluid von den Druckbeuteln zu entfernen,
wenn dies benötigt
wird. Jede üblicherweise
in der pharmazeutischen oder Nahrungsmittelindustrie verwendete Pumpe
kann eingesetzt werden, wie z.B. Kolbenpumpen, Rotationspumpen,
peristaltische Pumpen und dgl.
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Die
Anzahl von Aufblas-/Entleerungszyklen pro Minute oder Stunde hängt von
der jeweiligen Anwendung ab. Einige Anwendungen, wie z.B. das Durchmischen,
erfordern eine nahezu kontinuierliche Bewegung der Flüssigkeit
in dem Beutel und erfordern daher einen oder mehrere Aufblas-/Entleerungszyklen
pro Minute. Oft reicht bei solchen Anwendungen der Beutelaufblas-/Entleerungszyklus von
einem (1) bis zu etwa dreißig
(30) Zyklen pro Minute. Am anderen Extrem, bei dem nur eine geringfügige Bewegung
der Flüssigkeit
erforderlich oder erwünscht
ist, kann der Aufblas-/Entleerungszyklus in der Größenordnung
von etwa einem (1) bis sechzig (60) Zyklen pro Stunde liegen. Bei
andere Anwendungen wie z.B. dem Mischen von Komponenten, die einer
Scherbelastung und/oder Schaumbildung widerstehen, können die
Zyklen auf Wunsch noch schneller sein als die oben beschriebenen.
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Außerdem kann
der Aufblas-/Entleerungszyklus mit anderen Funktionen des Beutels
gekoppelt werden, wie z.B. der Zufuhr von Nährstoffen oder der Gaszufuhr
und bei Entfernung von Abgasen, Exkrementen und Bioprodukten. Das
Timing des Einleitens des Gases, der Nährstoffe und dgl. kann mit
der Bewegung des Beutels durch den Druckbeutel vorgenommen werden,
so dass die Flüssigkeitsbewegung einen
Sog oder ein Druckdifferential an dem Gas-/Nährstoff-Einlaß zu dem
Beutel erzeugt, um dazu beizutragen, die gewünschte Menge nach Erfordernis
in dem Beutel zu saugen. Desgleichen kann das Druckgefälle am Auslaß so arbeiten,
dass verbrauchte Atmungsgase ausgestoßen werden, oder die Probenahme
einer Flüssigkeitsprobe
zum Testen ermöglicht
wird, oder ein Teil der Flüssigkeit
entfernt wird, um Exkremente und dgl. zu beseitigen.
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Das
Auffüllen/Entleeren
kann manuell oder automatisch vorgenommen werden. Es wird bevorzugt,
dass das System automatisiert ist, um Laborkosten zu verringern
und eine wiederholte Genauigkeit sicherzustellen. Ein solches System
ist in 12 gezeigt. Hierbei überwacht
eine Steuereinheit 100 einen Parameter der Druckbeutel 102A und
B, wie z.B. die Aufblaszeit oder Entleerungszeit, den Druck und dgl.
Wenn der Parameter in einem Beutel, beispielweise der Druck in 102B,
einen eingestellten unteren Pegel oder Null erreicht, stoppt die
Steuereinheit das Aufblasen des Beutels 102A, beginnt den
Beutel 102B durch Druckzufuhr 104 aufzufüllen und
beginnt den Beutel 102A durch die Abgasleitung 106,
die mit dem bevorzugten Abgasventil 108 dargestellt ist,
zu entleeren. Ebenfalls dargestellt ist ein Druckmonitor 110 für die Beutel
sowie ein Messgerät
zum Anzeigen der Anzahl von Zyklen pro gegebener Zeiteinheit (Minuten
oder Stunden). Falls gewünscht,
kann die Steuereinheit ein PID-Kontroller oder ein Computer sein.
Es kann wunschgemäß auch Software
in das System aufgenommen werden, um größere Flexibilität und Steuermöglichkeit
zu bieten.
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Die
Verwendung von steuerbaren Ventilen, wie z.B. pneumatisch gesteuerten
Ventilen oder Solenoidventilen an den Einlässen und Auslässen der Beutel 102A und
B ermöglichen
es der Steuereinheit 100, wirksamer zu arbeiten. Es kommen
aber auch andere Mittel zum Steuern des Auffüllens/Entleerens der Beutel 102A und
B in Betracht. Beispielsweise könnte
ein einfacher Restriktor mit langsamer Abgabe am Auslaß der Beutel 102A und
B verwendet werden, der mit einer langsameren Rate entleert wird
als die Luft dem Beutel zugeführt
wird, um dessen Aufblasen zu ermöglichen,
wenn es gewünscht
wird. Es wird einfach der Luftdruck vom Einlaß eines Beutels zum anderen
geschaltet, basierend auf der Entleerungsrate des Restriktors, wodurch
der Aufblas-/Entleerungszyklus auf diese Weise gesteuert wird.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein einfaches System zum Bewegen einer
Flüssigkeit
auch in großen
Volumen in einem entsorgbaren System bereit. Sie ermöglicht die
Erzielung der angemessenen Bewegung und/oder Durchmischung von Komponenten
je nach Wunsch ohne die Notwendigkeit einer kapital- und wartungsintensiven
Ausrüstung,
wie z.B. Rütteltische
oder hydraulische Hebezeuge oder Krane. Sie nutzt auch übliche Luft-/Vakuum-Zuführeinrichtungen
in Fabriken. Die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung wurde zwar
zur Anwendung in der biopharmazeutischen Industrie vorgesehen, es
ist aber klar, dass die Vorrichtung auch Anwendungen auf anderen
Gebieten hat, wie z.B. Bierbrauen, Weinherstellung, Mischen von
gefährlichen
Komponenten, Farben, Epoxyharzen und dgl. in entsorgbaren Beuteln.