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VERWANDTE ANMELDUNGEN
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Diese
Anmeldung beansprucht die Nutzung der
US Provisional Application No. 60/536341 ,
eingereicht am 13. Januar 2004,
US
Provisional Application No. 60/496502 , eingereicht am 20.
August 2003, und
US Provisional
Application No. 60/461022 , eingereicht am 4. April 2003.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Störungen der
ableitenden Harnwege beeinflussen die Lebensqualität von Millionen
von Männern
und Frauen in den Vereinigten Staaten in jedem Jahr. Während die
Nieren Blut filtern und Harn produzieren, besitzen die ableitenden
Harnwege die Funktion der Speicherung und periodischen Abgabe von
Harn und sie umfassen alle anderen Teile des Harntrakts mit Ausnahme
der Nieren. Allgemein umfassen die ableitenden Harnwege die Harnleiter,
die Harnblase, den Sphinkter und die Harnröhre. Störungen der ableitenden Harnwege umfassen
hyperaktive Blase, interstitielle Zystitis, Prostatitis, Prostatadynie
und benigne Prostatahyperplasie.
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Eine
hyperaktive Blase ist ein behandelbarer medizinischer Zustand, der
wohl 17 bis 20 Millionen Personen in den Vereinigten Staaten betrifft.
Symptome einer hyperaktiven Blase können häufiges Harnlassen, Harndrang,
Harndranginkontinenz (versehentlicher Harnabgang) aufgrund des plötzlichen
und nicht aufhaltbaren Drangs zu urinieren, Nykturie (Störung des
nächtlichen
Schlafs wegen des Drangs zu urinieren) oder Enurese infolge einer Überaktivität des Detrusors
(der glatte Blasenmuskel, der der diese kontra hiert und ein Entleeren
verursacht) umfassen.
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Eine
neurogene hyperaktive Blase (oder neurogene Blase) ist ein Typ einer
hyperaktiven Blase, der infolge von Detrusorüberaktivität, die als Detrusorhyperreflexie
bezeichnet wird, infolge bekannter neurologischer Störungen auftritt.
Patienten mit neurologischen Störungen,
wie Schlaganfall, Parkinson-Krankheit, Diabetes, Multiple Sklerose,
periphere Neuropathie oder Rückenmarkläsionen leiden
häufig
an einer neurogenen hyeraktiven Blase. Im Gegensatz dazu tritt eine
nicht-neurogene hyperaktive Blase infolge einer Detrusorüberaktivität, die als
Detrusorinstabilität
bezeichnet wird, auf. Detrusorinstabilität kann aufgrund nicht-neurologischer
Anomalitäten,
wie Blasensteine, eine Muskelerkrankung, eine Harnwegsinfektion
oder Arzneistoffnebenwirkungen, auftreten oder sie kann idiopathisch
sein.
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Aufgrund
der enormen Komplexität
der Miktion (des Aktes des Urinierens) ist kein exakter Mechanismus,
der eine hyperaktive Blase verursacht, bekannt. Eine hyperaktive
Blase kann das Ergebnis einer Überempfindlichkeit
sensorischer Neuronen der Harnblase sein, die durch verschiedene
Faktoren, die entzündliche Zustände, hormonelle
Ungleichgewichte und Prostatahypertrophie umfassen, entsteht. Die
Zerstörung
sensorischer Nervenfasern entweder aufgrund einer Quetschung im
Sakralbereich des Rückenmarks
oder aufgrund einer Erkrankung, die eine Schädigung der Hinterwurzelfasern,
wenn sie in das Rückenmark
eintreten, verursacht, kann ebenfalls zu einer hyperaktiven Blase
führen.
Ferner kann eine Schädigung
des Rückenmarks oder
Hirnstamms, die eine Unterbrechung übermittelter Signale verursacht,
zu Anomalitäten
bei der Miktion führen.
Daher können
sowohl periphere als auch zentrale Mechanismen an der Vermittlung
der geänderten Aktivität bei hyperaktiver
Blase beteiligt sein.
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Trotz
der Ungewissheit im Hinblick darauf, ob zentrale oder periphere
Mechanismen oder beide an einer hyperaktiven Blase beteiligt sind,
implizieren viele vorgeschlagene Mechanismen Neuronen und Bahnen, die
eine nicht-schmerzende Eingeweideempfindung vermitteln. Somatosensorische
Informationen von der Blase beruhen auf nozizeptiven Aδ- und C-Fasern, die in das
Rückenmark über das
Hinterwurzelganglion (DRG) eintreten und in den Hirnstamm und Thalamus über Neuronen
zweiter oder dritter Ordnung vorstoßen (Andersson (2002) Urology
59: 18–24;
Andersson (2002) Urology 59: 43–50;
J. Morrison, W. D. Steers, A. Brading, B. Blok, C. Fry, W. C. de
Groat, H. Kakizaki, R. Levin und K. B. Thor, "Basic Urological Sciences" in: Incontinence
(Band 2), P. Abrams, S. Khoury und A. Wein (Hrsg.) Health Publications,
Ltd., Plymbridge Ditributors, Ltd., Plymouth, UK (2002). Eine Zahl
verschiedener Subtypen sensorischer afferenter Neuronen kann an der
Neurotransmission von den unteren Harnwegen beteiligt sein. Diese
können,
ohne hierauf beschränkt
zu sein, in Neuronen kleinen Durchmessers, mittleren Durchmessers,
großen
Durchmessers, myelinierte, unmyelinierte, sakrale, lumbale, peptiderge,
nicht-peptiderge, IB4-positive, IB4-negative, C-Faser-, Aδ-Faser-Neuronen,
Neuronen eines hohen Schwellenwerts oder Neuronen eines niedrigen
Schwellenwerts eingeteilt werden. Es wird angenommen, dass ein nozizeptives
Signal an das DRG in das Hirn längs
mehrerer aufsteigender Bahnen transportiert wird, die den Tractus
spinothalamicus, spinoretikularis, spinomesencephalonis, spinozervicalis
und in einigen Fällen
dorsale Säulen/mediale
Lemniskustrakte umfassen (A. I. Basbaum und T. M. Jessell (2000)
The perception of pain. In Principles of Neural Science, 4. Auflage).
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Derzeit
gibt es keine klinisch zugelassenen Anwendungen von auf das zentrale
Nervensystem ausgerichteten Pharmakotherapien zur Behandlung von
Störungen
der ableitenden Harnwege, wie hyperaktive Blase. Jedoch legten vor
kurzen durchgeführte
Tieruntersuchungen potentielle Ziele im Zentralnervensystem zur Modulation
von Harntraktfunktionen nahe. Beispielsweise senden im Nucleus raphae
des kaudalen Hirnstamms 5-Hydroxytryptamin (Serotonin, 5-HT) enthaltende
Neuronen Projektionen zum Hinterhorn sowie den automonen und sphinktermotorischen
Nuclei im lumbosakralen Rückenmark.
Die sympathischen und parasympathischen autonomen Nuclei sowie die
sphinktermotorischen Nuclei erhalten starke serotonerge Signale von
den Nuclei raphae im kaudalen Hirnstamm. Aktivität in der serotonergen Bahn
verstärkt
allgemein die Urinspeicherung durch Erleichtern der vesikalen sympathischen
Reflexbahn und Hemmen der parasympathischen Vermeidungsbahn (A.
Sharma et al. (2000) Pharmacokinetics and safety of duloxetine,
a dual-serotonin and norepinephrine reuptake inhibitor. J. Clin.
Pharmacol. 40: 161, und K. B. Thor et al. (1995) Effects of duloxetine,
a combined serotonin and norepinephrine reuptake inhibitor, an central
neural control of lower urinarg tract function in the chloralose-anesthetisized
female cat. J. Pharmacol. Ex. Them. 274: 1016).
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Von
den verschiedenen Subtypen von 5-HT-Rezeptoren vermitteln 5-HT2- und 5-HT3-Rezeptoren
exzitatorische Wirkungen auf sympathische und somatische Reflexe
unter Erhöhen
des Auslasswiderstands. Darüber
hinaus wurde auch für
5-HT2C- und
5-HT3-Rezeptoren gezeigt, dass sie an der
Hemmung des Miktionsreflexes beteiligt sind (J. W. Downie (1999)
Pharmacological manipulation of central micturition circuitry. Curr.
Opin. SPNS Inves. Drugs 1: 23). Tatsächlich wurde gezeigt, dass
eine Hemmung des 5-HT3-Rezeptors 5-HT-vermittelte
Kontraktionen im Kaninchendetrusor verringert (M. A. Khan et al.
(2000) Doxazosin modifies serotonin-mediated rabbit urinarg bladder
contraction. Potential clinical relevance. Urol. Res. 28: 116).
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Derzeitige
Behandlungen für
eine hyperaktive Blase umfassen Medikation, Ernährungsmodifikation, Programme
in Bezug auf Blasentraining, elektrische Stimulation und chirurgische
Eingriffe. Derzeit sind Antimuskarinika (die Mitglieder der allgemeinen
Klasse der Anticholinergika sind) die primäre Medikation, die zur Behandlung
von hyperaktiver Blase verwendet wird. Das Antimuskarinikum Oxbutynin
ist die Hauptstütze
einer Behandlung von hyperaktiver Blase. Jedoch krankt einer Behandlung
mit Antimuskarinika an begrenzter Wirksamkeit und Nebenwirkungen,
wie trockenem Mund, trockenen Augen, trockener Vagina, verschwommener Sicht,
Herznebenwirkungen, wie Palpitationen und Arrhythmie, Benommenheit,
Harnretention, Gewichtszunahme, Hypertonie und Verstopfung, wobei
es für
einige Individuen schwierig ist, diese zu tolerieren.
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Interstitielle
Zystitis ist eine weitere Störung
der ableitenden Harnwege unbekannter Ätiologie, die vorwiegend junge
Frauen und Frauen mittleren Alters betrifft, obwohl Männer und
Kinder ebenfalls betroffen sein können. Systeme einer interstitiellen
Zystitis können
Reizentleerungssymptome, häufiges
Harnlassen, Harndrang, Nykturie oder suprapubaler oder Beckenschmerz,
die mit Entleerung in Verbindung stehen und dadurch erleichtert
werden, umfassen. Viele Patienten mit interstitieller Zystitis zeigen
auch Kopfschmerzen sowie gastrointestinale und Hautprobleme. In
einigen Fällen
kann interstitielle Zystitis auch mit Ulzera oder Narben der Blase
in Verbindung stehen (J. F. Metts (2001) Interstitial Cystitis:
Urgency and Frequency Syndrome. American Family Physician 64 (7):
1199–1206).
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Derzeit
ist die einzige, von der FDA zugelassene orale Medikation zur Verwendung
bei interstitieller Zystitis ELMIRON® (Pentosanpolysulfatnatrium).
ELMIRON® wurde
1996 zugelassen und es wird angenommen, dass es durch Wiederherstellen
einer geschädigten,
dünnen
oder leckenden Blasenoberfläche
wirkt. Jedoch muss ELMIRON® kontinuierlich über mehrere
Monate genommen werden, bevor Verbesserungen erwartet werden können. Daher
führt fehlende
Patientencompliance häufig
zu einer nichterfolgreichen Behandlung. Ferner ist eine Behandlung
mit ELMIRON® bei
einem großen
Prozentsatz von Patienten nicht wirksam.
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Andere
Medikationen, die "off-label" zur Behandlung von
interstitieller Zystitis verwendet werden, umfassen beispielsweise
Antidepressive, Antihistaminika und Antikonvulsive (siehe T. C.
Theoharides (2001) New agents for the medical treatment of interstitial
cystitis. Exp. Opin. Invest. Drugs 10 (3): 521–46). Jedoch ergaben im Hinblick
auf die unbekannte Ursache von interstitieller Zystitis und die
Annahme, dass die Störung von
multifaktorieller Herkunft ist, diese Zusatztherapien keine adäquate Linderung
der damit verbundenen Symptome.
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Prostatitis
und Prostatadynie sind andere Störungen
der unteren Harnwege, für
die angenommen wird, dass sie etwa 2–9% der erwachsenen männlichen
Bevölkerung
betreffen (M. M. Collins et al. (1998) "How common is prostatitis? A national
survey of physician visits",
Journal of Urology, 159: 1224–1228).
Prostatitis ist eine Entzündung
der Prostata und sie umfasst bakterielle Prostatitis (akute und
chronische) und nichtbakterielle Prostatitis. Akute und chronische
bakterielle Prostatitis sind durch eine Entzündung der Prostata und eine
bakterielle Infektion der Prostatadrüse, die üblicherweise mit den Symptomen
Schmerz, häufiges
Harnlassen und/oder Harndrang verbunden sind, gekennzeichnet. Eine
chronische bakterielle Prostatitis unterscheidet sich von einer
akuten bakteriellen Prostatitis auf der Basis der wiederkehrenden
Natur der Störung.
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Eine
chronische nichtbakterielle Prostatitis ist durch eine Entzündung der
Prostata, die unbekannter Ätiologie
ist, die vom Vorhandensein einer übermäßigen Menge von Entzündungszellen
in Prostatasekreten, die derzeit mit einer bakteriellen Infektion
der Prostatadrüse
nicht in Verbindung gebracht werden, begleitet ist und üblicherweise
mit den Symptomen Schmerz, häufiges
Harnlassen und/oder Harndrang verbunden ist, gekennzeichnet. Prostatadynie
ist eine Störung,
die die Symptome einer Prostataentzündung bei fehlender Prostatitis,
einer bakteriellen Infektion der Prostata und erhöhter Spiegel
von Entzündungszellen
in Prostatasekreten nachahmt. Prostatadynie kann mit den Symptomen
Schmerz, häufiges
Harnlassen und/oder Harndrang in Verbindung stehen.
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Derzeit
gibt es keine bekannten Behandlungen für Prostatitis und Prostatadynie.
Antibiotika werden häufig
verschrieben, jedoch mit geringem Zeichen von Wirksamkeit. COX-2-selektive Inhibitoren
und α-adrenerge
Blocker wurden als Behandlungen vorgeschlagen, doch wurde deren
Wirksamkeit nicht festgestellt. Heiße Sitzbäder und anticholinerge Arzneistoffe
wurden ebenfalls verwendet, um eine gewisse symptomatische Linderung
bereitzustellen.
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Benigne
Prostatahyperplasie (BPH) ist eine nicht-bösartige Vergrößerung der
Prostata, die bei Männern
eines Alters über
40 Jahren sehr häufig
ist. Es wird angenommen, dass BPH auf übermäßigem Zellwachstum von sowohl
glandulären
als auch stromalen Elementen der Prostata beruht. Symptome von BPH können häufiges Harnlassen,
Harndrang, Dranginkontinenz, Nykturie oder verringerte Harnkraft
und Fließgeschwindigkeit
umfassen.
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Invasive
Behandlungen von BPH umfassen transurethrale Resektion der Prostata,
transurethrale Inzision der Prostata, Ballondilatation der Prostata,
Prostatastents, Mikrowellentherapie, Laserprostatektomie, transrektale
fokussierte Ultraschalltherapie mit hoher Intensität und transurethrale
Nadelablation der Prostata. Jedoch können durch die Verwendung von
einigen dieser Behandlungen Komplikationen auftreten, die retrograde
Ejakulation, Impotenz, postoperative Harnwegeinfektion und eine
gewisse Harninkontinenz umfassen. Nichtinvasive Behandlungen von
BPH umfassen eine Androgendeprivationstherapie und die Verwendung
von 5α-Reduktaseinhibitoren
und α-Adrenorezeptorblockern.
Jedoch erwiesen sich diese Behandlungen für einige Patienten nur minimal
bis mäßig wirksam.
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Im
Hinblick auf die Beschränkungen
in Verbindung mit bestehenden Therapien und Behandlungen für Störungen der
ableitenden Harnwege sind neue Therapien und Behandlungen hocherwünscht.
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Die
WO 03/063873 , veröffentlicht
am 7. August 2003, beansprucht die Verwendung von 4-(2-Fluorphenyl)-6-methyl-2-(1-piperazinyl)thieno[2,3-d]pyrimidin
oder eines Salzes desselben zur Behandlung von Harninkontinenz (beispielsweise
Stressharninkontinenz).
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Die
WO 99/59593 offenbart Kombinationen
von 5-HT
3-Rezeptorantagonisten und Serotoninwiederaufnahmehemmern.
Zu den pathologischen Zuständen,
die als durch derartige Kombinationen behandelbar genannt werden,
gehört
Harninkontinenz. Die
US 6 342
496 offenbart Metabolite von Buproprion und Verfahren für deren
Verwendung.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft die Verwendung einer Verbindung, die 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und Noradrenalin-Wieder aufnahmehemmer(NARI)aktivität aufweist,
wobei die Verbindung die im folgenden definierte Formel I aufweist,
zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von mindestens
einem Symptom von Störungen
der ableitenden Harnwege bei einem eine Behandlung benötigenden
Subjekt, wobei das Symptom aus der Gruppe von häufigem Harnlassen, Harndrang
und Nykturie ausgewählt
ist. Eine therapeutisch wirksame Menge der Verbindung, die 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer(NARI)aktivität aufweist,
ist einem eine Behandlung benötigenden
Subjekt zu verabreichen.
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Die
Verbindungen mit 5-HT
3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität sind Thieno[2,3-d]pyrimidinderivate.
Derartige Verbindungen sind in
US-Patent
4 695 568 beschrieben.
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Die
Verbindungen mit 5-HT
3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität werden
durch die Strukturformel I:
worin R
1 und
R
2 unabhängig
voneinander für
Wasserstoff, Halogen oder eine C
1-C
6-Alkylgruppe stehen oder R
1 und
R
2 zusammen mit den Kohlenstoffatomen, an
die sie gebunden sind, eine Cycloalkylengruppe mit 5 bis 6 Kohlenstoffatomen
bilden;
R
3 und R
4 unabhängig voneinander
für Wasserstoff
oder eine C
1-C
6-Alkylgruppe
stehen;
R
5 für Wasserstoff, C
1-C
6-Alkyl,
oder -C(O)-NH-R
6 steht,
worin m für eine ganze Zahl von 1 bis
3 steht, X für
Halogen steht und R
6 für eine C
1-C
6-Alkylgruppe steht;
Ar für eine substituierte
oder unsubstituierte Phenyl-, 2-Thienyl-
oder 3-Thienylgruppe steht und
n für 2 oder 3 steht;
oder
ein pharmazeutisch akzeptables Salz derselben dargestellt.
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In
einer speziellen Ausführungsform
wird die Verbindung mit 5-HT
3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität durch
die Formel
oder ein pharmazeutisch akzeptables
Salz derselben dargestellt. Diese Verbindung wird häufig als
MCI-225 bezeichnet, auch als DDP-225 bezeichnet. Der chemische Name
der in der Formel angegebenen Struktur ist 4-(2-Fluorphenyl)-6-methyl-2-(1-piperazinyl)thieno[2,3-d]pyrimidin.
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In
einer Ausführungsform
kann die Störung
der ableitenden Harnwege aus der Gruppe von hyperaktiver Blase,
interstitieller Zystitis, Prostatitis, Prostatadynie und benigner Prostatahyperplasie
ausgewählt
sein.
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In
einer weiteren Ausführungsform
ist die Störung
der ableitenden Harnwege eine überaktive
Blase.
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In
einer noch weiteren Ausführungsform
ist die Störung
der ableitenden Harnwege interstitielle Zystitis.
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Die
Erfindung betrifft ferner die Verwendung einer Verbindung der Formel
I, die 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität aufweist,
zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von mindestens
einem Symptom einer Störung
der ableitenden Harnwege bei einem eine Behandlung benötigenden
Subjekt, wobei das Symptom aus der Gruppe von häufigem Harnlassen, Harndrang
und Nykturie ausgewählt
ist.
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Die
im vorhergehenden genannten und weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile
der Erfindung werden aus der folgenden spezielleren Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen
der Erfindung deutlich.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 ist
ein Diagramm der Blasenkapazität
(angegeben als % Blasenkapazität,
die auf die letzte Vehikelbehandlungsmessung der AA/Veh 3-Behandlungsgruppe
normiert ist) für
das angegebene Behandlungsprotokoll bei weiblichen Ratten, die dem
hierin beschriebenen Modell mit verdünnter Essigsäure unterzogen wurden
(Sal = Kochsalzlösung).
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2 ist
ein Diagramm der Blasenkapazität
(angegeben als % Blasenkapazität,
die auf die letzte Vehikelbehandlungsmessung der AA-Behandlungsgruppe
normiert ist) für
das angegebene Behandlungsprotokoll bei Katzen, die dem hierin beschriebenen
Modell mit verdünnter
Essigsäure
unterzogen wurden.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft die Verwendung einer Verbindung der Formel I
zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von mindestens
einem Symptom einer Störung
der ableitenden Harnwege bei einem eine Behandlung benötigenden
Subjekt, wobei das Symptom aus der Gruppe von häufigem Harnlassen, Harndrang
und Nykturie ausgewählt
ist. In einer Ausführungsform
kann die Störung
der ableitenden Harnwege aus der Gruppe von hyperaktiver Blase,
interstitieller Zystitis, Prostatitis, Prostatadynie und benigner
Prostatahyperplasie ausgewählt
sein. In einer weiteren Ausführungsform
ist die Störung
der ableitenden Harnwege eine hyperaktive Blase. In einer noch weiteren
Ausführungsform
ist die Störung
der ableitenden Harnwege interstitielle Zystitis.
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MONOAMIN-NEUROTRANSMITTER
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Monoamin-Neurotransmitter
wie Noradrenalin (auch als Norepinephrin bezeichnet), Serotonin
(5-Hydroxytryptamin, 5-HT) und Dopamin sind bekannt und Störungen in
Bezug auf diese Neurotransmitter sind bei vielen Arten von Störungen,
beispielsweise Depression, indiziert. Diese Neurotransmitter bewegen
sich vom Ende eines Neurons über
einen kleinen Zwischenraum, der als der synaptische Spalt bezeichnet
wird, und binden an Rezeptormoleküle auf der Oberfläche eines
zweiten Neurons. Dieses Binden löst
intrazelluläre
Veränderungen
aus, die eine Reaktion oder Änderung
im postsynaptischen Neuron initiieren oder aktivieren. Die Inaktivierung
erfolgt primär
durch Rücktransport
des Neurotransmitters in das präsynaptische
Neuron, was als Wiederaufnahme bezeichnet wird. Diese Neuronen oder
neuroendokrinen Zellen finden sich sowohl im Zentralnervensystem
(ZNS) als auch im peripheren Nervensystem (PNS).
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NORADRENALIN UND NORADRENALIN-WIEDERAUFNAHMEINHIBITOREN
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Der
Ausdruck Noradrenalinwiederaufnahmeinhibitor (NARI) bezeichnet ein
Mittel (beispielsweise ein Molekül,
eine Verbindung), das die Noradrenalintransporterfunktion hemmen
kann. Beispielsweise kann ein NARI die Bindung eines Liganden eines
Noradrenalintransporters an den Transporter hemmen und/oder den Transport
(beispielsweise die Aufnahme oder Wiederaufnahme von Noradrenalin)
hemmen. So kann die Hemmung der Noradrenalintransportfunktion in
einem Subjekt zu einer Erhöhung
der Konzentration von physiologisch aktivem Noradrenalin führen. Selbstverständlich sind
noradrenerger Wiederaufnahmeinhibitor und Norepinephrinwiederaufnahmeinhibitor
(NERI) synonym mit Noradrenalinwiederaufnahmeinhibitor (NARI).
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Der
hier verwendete Noradrenalintransporter bezeichnet natürlich vorkommende
Noradrenalintransporter (beispielsweise Noradrenalintransporter
von Säugern
(beispielsweise humane (Homo sapiens) Noradrenalintransporter, murine
(beispielsweise Ratte, Maus) Noradrenalintransporter)) und Proteine
mit einer Aminosäuresequenz,
die gleich der eines entsprechenden natürlich vorkommenden Noradrenalintransporters
ist (beispielsweise rekombinante Proteine). Der Ausdruck umfasst
natürlich
vorkommende Varianten, wie Polymorph- oder Allelvarianten und Spleißvarianten.
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Der
NARI kann die Bindung eines Liganden (beispielsweise eines natürlichen
Liganden, wie Noradrenalin, oder eines anderen Liganden, wie Nisoxetin)
an einen Noradrenalintransporter hemmen. Der NARI kann alternativ
an einen Noradrenalintransporter binden. Beispielsweise kann der
NARI an einen Noradrenalintransporter binden, wodurch die Bindung
eines Liganden an den Transporter gehemmt wird und der Transport
des Liganden gehemmt wird. Der NARI kann auch an einen Noradrenalintransporter
binden und dadurch den Transport hemmen.
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Die
NARI-Aktivität
einer Verbindung kann unter Verwendung geeigneter Assays bestimmt
werden. Insbesondere kann zur Bestimmung der Hemmungskonstante (Ki)
für die
Noradrenalinwiederaufnahme ein Test verwendet werden, der die Hemmung
der Noradrenalin(NA)wiederaufnahme überwacht. Beispielsweise können radioaktiv
markiertes Noradrenalin, wie [
3H]NA, und
die interessierende Testverbindung unter zur Aufnahme geeigneten
Bedingungen mit Hirngewebe oder einer geeigneten Fraktion desselben,
beispielsweise einer synaptosomalen Fraktion von Rattenhirngewebe
(das entsprechend allgemein akzeptierten Techniken geerntet und
isoliert wurde), inkubiert werden und die Aufnahmemenge von [
3H]NA in dem Gewebe oder der Fraktion (beispielsweise
durch Flüssigszintillationsspektrometrie)
bestimmt werden. IC
50-Werte können durch nichtlineare Regressionsanalyse
berechnet werden. Die Hemmungskonstanten, Ki-Werte, können dann
aus den IC
50-Werten unter Verwendung der
Cheng-Prusoff-Gleichung:
worin [L] die in dem Assay
verwendete Konzentration des freien Radioliganden ist und K
d die Gleichgewichtsdissoziationskonstante
des Radioliganden ist, berechnet werden. Um die nichtspezifische
Aufnahme zu bestimmen, können
Inkubationen nach dem gleichen Assay, jedoch in Abwesenheit einer
Testverbindung bei 4°C (d.h.
unter zur Aufnahme nicht geeigneten Bedingungen) durchgeführt werden.
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Die
NARI-Aktivität
kann unter Verwendung des oben beschriebenen Radioligandaufnahmeassays
gemäß dem Verfahren,
das detailliert in Eguchi et al., Arzneim.-Forschung/Drug Res.,
47 (12): 1337–47
(1997) angegeben ist, bestimmt werden.
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Speziell
werden die Ratten dekapitiert und die Kortex-, Hypothalamus-, Hippocampus-
und Striatumgewebe rasch herausseziert. Die Gewebe werden in 10
Volumina eiskalter 0,32 mol/l Saccharose homogenisiert (Potter-Homogenisator
mit Teflonpistill). Die P2-Fraktion wird
durch Zentrifugation mit 1000 × g
während 10
min und 11500 × g
während
20 min erhalten und in Krebs-Ringer-Phosphatpuffer, pH 7,4 (124
mmol/l NaCl, 5 mmol/l KCl, 20 mmol/l Na2HPO4, 1,2 mmol/l KH2PO4, 1,3 mmol/l MgSO4,
0,75 mmol/l CaCl2, 10 mmol/l Glucose) suspendiert.
Die [3H]NA-Aufnahmeassays werden an den
Kortex- und Hypothalamussynaptosomen durchgeführt.
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Die
Assayröhrchen
enthalten radioaktiv markiertes Noradrenalin, [3H]NA,
in einem Volumen von 0,2 ml, Verbindungen mit 5 oder mehr Konzentrationen
in einem Volumen von 0,1 ml und den oben beschriebenen oxygenierten
Puffer in einem Volumen von 0,5 ml. Nach 5 min Vorinkubation bei
37°C wird
die Aufnahme durch Zugabe der Synaptosomenfraktion in einem Volumen
von 0,2 ml initiiert. Die Endkonzentration von [3H]NA
in den Inkubationsgemischen beträgt
0,25 μmol/l.
Die Reaktion wird nach 5 min durch Filtration durch ein Whatman
GF/B-Glasfaserfilter unter Vakuum mit einem Cell Harvester gestoppt.
Das Filter wird dreimal mit 4 ml Kochsalzlösung gespült und in eine Szintillationsampulle
gegeben, die 10 ml Atomlight (Du Pont/NEN Research Products) enthält. Die
Radioaktivität
wird durch Flüssigszintillationsspektrometrie
ermittelt. Zur Bestimmung der nichtspezifischen Aufnahme werden
Inkubationen bei 4°C
ohne die Zugabe von Testverbindungen durchgeführt. IC50-Werte
werden durch nichtlineare Regressionsanalyse berechnet. Hemmkonstanten, Ki-Werte,
werden aus den IC50-Werten unter Verwendung
der Cheng-Prusoff-Gleichung berechnet.
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NARI-Verbindungen,
die genannt werden können,
weisen einen Ki-Wert für
NARI-Aktivität
von etwa 500 nmol/l oder weniger, beispielsweise etwa 250 nmol/l
oder weniger, beispielsweise etwa 100 nmol/l oder weniger auf. Der
Ki-Wert für
NARI-Aktivität
kann etwa 100 nmol/l oder weniger betragen. Selbstverständlich kann
der exakte Wert von Ki für
eine spezielle Verbindung in Abhängigkeit
von den zur Bestimmung verwendeten Assaybedingungen (beispielsweise
Radioligand und Gewebequelle) variieren. So kann die NARI-Aktivität im wesentlichen
gemäß dem Radioligandbindungsassay,
der in Eguchi et al., Arzneim.-Forschung/Drug Res., 47 (12): 1337–47 (1997),
beschrieben und oben detailliert diskutiert ist, festgestellt werden.
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Zusätzlich dazu,
dass die NARI-Verbindungen, die genannt werden können, ausreichende NARI-Aktivität besitzen,
besitzen sie eine oder mehrere Eigenschaften, die aus der Gruppe
von:
- a) im wesentlichen Fehlen von anticholinergen
Wirkungen,
- b) selektiver Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme im Vergleich
zur Hemmung der Serotoninwiederaufnahme und
- c) selektiver Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme im Vergleich
zur Hemmung der Dopaminwiederaufnahme
ausgewählt sind.
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Die
selektive Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme im Vergleich zur
Hemmung der Serotonin- oder Dopaminwiederaufnahme kann durch Vergleichen
der Ki-Werte für
die jeweiligen Wiederaufnahmehemmungen bestimmt werden. Die Hemmungskonstanten
für die
Serotonin- und Dopaminwiederaufnahme können wie oben für Noradrenalin
beschrieben, jedoch unter Verwendung des für die festzustellende Aktivität geeigneten Radioliganden
und Gewebes (beispielsweise [3H]5-HT für Serotonin
unter Verwendung von beispielsweise Hypothalamus- oder Kortexgewebe und [3H]DA
für Dopamin
(DA) unter Verwendung von beispielsweise Striatumgewebe) bestimmt
werden.
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Ein
bevorzugtes Verfahren zur Bestimmung der Serotoninwiederaufnahmehemmung
und dopaminergen Wiederaufnahmehemmung ist in Eguchi et al., Arzneim.-Forschung/Drug
Res., 47 (12): 1337–47
(1997), beschrieben. Speziell werden Ratten dekapitiert und die
Kortex-, Hypothalamus-, Hippocampus- und Striatumgewebe rasch herausseziert.
Die Gewebe werden in 10 Volumina eiskalter 0,32 mol/l Saccharose
homogenisiert (Potter-Homogenisator mit Teflonpistill). Die P2-Fraktion wird durch Zentrifugation mit
1000 × g
während 10
min und 11500 × g
während
20 min erhalten und in Krebs-Ringer-Phosphatpuffer,
pH 7,4 (124 mmol/l NaCl, 5 mmol/l KCl, 20 mmol/l Na2HPO4, 1,2 mmol/l KH2PO4, 1,3 mmol/l MgSO4,
0,75 mmol/l CaCl2, 10 mmol/l Glucose) suspendiert.
Die [3H]5-HT-Wiederaufnahmeassays werden
an den Kortex- und Hypothalamus- und Hippocampussynaptosomen durchgeführt und
die [3H]DA-Wiederaufnahmeassays werden an
Striatumsynaptosomen durchgeführt.
-
Die
Assayröhrchen
enthalten den entsprechenden radioaktiv markierten Liganden (d.h.
[3H]5-HT oder [3H]DA)
in einem Volumen von 0,2 ml, Verbindungen mit 5 oder mehr Konzentrationen
in einem Volumen von 0,1 ml und den oben beschriebenen oxygenierten
Puffer in einem Volumen von 0,5 ml. Nach 5 min Vorinkubation bei
37°C wird
die Aufnahme durch Zugabe der Synaptosomenfraktion in einem Volumen
von 0,2 ml initiiert. Die Endkonzentration von [3H]DA
in den Striatuminkubationsgemischen beträgt 0,4 μmol/l. Die Endkonzentrationen
von [3H]5-HT in den Kortex-, Hypothalamus-
und Hippocampussynaptosomeninkubationsgemischen betragen 0,02 μmol/l, 0,04 μmol/l und
0,08 μmol/l.
Die Reaktion wird nach 5 min ([3H]5-HT)
oder 3 min ([3H]DA) durch Filtration durch
ein Whatman GF/B-Glasfaserfilter unter Vakuum mit einem Cell Harvester
gestoppt. Das Filter wird dreimal mit 4 ml Kochsalzlösung gespült und in
eine Szintillationsampulle gegeben, die 10 ml Atomlight (Du Pont/NEN
Research Products) enthält.
Die Radioaktivität
wird durch Flüssigszintillationsspektrometrie
ermittelt. Zur Bestimmung der nichtspezifischen Aufnahme werden
Inkubationen bei 4°C
ohne die Zugabe von Testverbindungen durchgeführt. IC50-Werte
werden durch nichtlineare Regressionsanalyse berechnet. Hemmkonstanten,
Ki-Werte, werden aus den IC50-Werten unter
Verwendung der Cheng-Prusoff-Gleichung berechnet.
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Nach
der Bestimmung der Ki-Werte für
die Hemmung der Noradrenalin-, Serotonin- und/oder Dopaminaufnahme
kann das Verhältnis
der Aktivitäten
bestimmt werden. Eine selektive Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme
im Vergleich zur Hemmung der Serotoninwiederaufnahme und/oder dopaminergen
Wiederaufnahme bezeichnet eine Verbindung mit einem Ki-Wert für die Hemmung
der Serotonin(wieder)aufnahme und/oder Dopamin(wieder)aufnahme,
der das etwa 10-fache oder mehr des Ki-Werts zur Hemmung der Noradrenalin(wieder)aufnahme
beträgt.
Das heißt,
das Verhältnis
Ki der Hemmung der Serotonin(wieder)aufnahme/Ki der Hemmung der
Noradrenalin(wieder)aufnahme beträgt etwa 10 oder mehr, beispielsweise
etwa 15 oder mehr, etwa 20 oder mehr, beispielsweise etwa 30, 40,
50 oder mehr. In ähnlicher
Weise beträgt
das Verhältnis
Ki der Hemmung der Dopamin(wieder)aufnahme/Ki der Hemmung der Noradrenalin(wieder)aufnahme
etwa 10 oder mehr, beispielsweise etwa 15 oder mehr, etwa 20 oder
mehr, beispielsweise etwa 30, 40, 50 oder mehr.
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Vorzugsweise
werden die Ki-Werte zum Vergleich gemäß dem Verfahren von Eguchi
et al., das oben detailliert diskutiert ist, bestimmt. Noch günstiger
werden die Ki-Werte für NARI-Aktivität und Hemmung
der Serotoninwiederaufnahmeaktivität, die zur Bestimmung einer
selektiven Hemmung verglichen werden, nach dem Verfahren von Eguchi
et al. unter Verwendung eines Synaptosomenpräparats aus Rattenhypothalamusgewebe
bestimmt. Ferner ist es noch besser, wenn die Ki-Werte für NARI-Aktivität und Hemmung
der Dopaminwiederaufnahmeaktivität,
die zur Bestimmung der selektiven Hemmung verglichen werden, gemäß dem Verfahren von
Eguchi et al. unter Verwendung eines Synaptosomenpräparats aus
Rattenhypothalamusgewebe zur Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme
und aus Rattenstriatumgewebe zur Hemmung der Dopaminaufnahme bestimmt
werden.
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NARI
kann alternativ durch im wesentlichen Fehlen anticholinerger Wirkungen
charakterisiert werden. Das hierin verwendete im wesentlichen Fehlen
anticholinerger Wirkungen bezeichnet eine Verbindung, die einen
IC50-Wert zur Bindung an Muskarinrezeptoren
von etwa 1 μmol/l
oder mehr aufweist. Der IC50-Wert zur Bindung
an Muskarinrezeptoren kann unter Verwendung eines geeigneten Assays,
beispielsweise eines Assays, der die Fähigkeit einer Verbindung zur
Hemmung der Bindung eines geeigneten Radioliganden an Muskarinrezeptoren
bestimmt, bestimmt werden. Ein bevorzugter Assay zur Bestimmung
des IC50-Werts zur Bindung einer Verbindung
an Muskarinrezeptoren ist in Eguchi et al., Arzneim.-Forschung/Drug
Res., 47 (12): 1337–47
(1997), beschrieben.
-
Speziell
können
die Bindungsassays zur Bestimmung der Bindung an Muskarinrezeptoren
an Gewebe, das aus der Hirnrinde von Ratten isoliert wurde, durchgeführt werden.
Der Puffer ist jeder geeignete Puffer, beispielsweise 50 mmol/l
Tris-HCl, pH = 7,4.
Der bevorzugte radioaktiv markierte Ligand ist [3H]QNB
(3-Chinuclidinylbenzilat), das in einer Endkonzentration von 0,2
nmol/l vorhanden ist. Die Testverbindung wird in verschiedenen Konzentrationen
zugegeben und die erhaltenen Gemische werden 60 min bei 37°C inkubiert.
Die Reaktion wird durch rasche Vakuumfiltration auf Glasfaserfilter
beendet. Die auf dem Filter eingefangene Radioaktivität wird durch
Szintillationsspektrometrie ermittelt. Die nichtspezifische Bindung
wird unter Verwendung von 100 μmol/l
Atropin bestimmt. IC50-Werte können durch
nichtlineare Regressionsanalyse berechnet werden.
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Insbesondere
kann die NARI-Verbindung aus Venlafaxin, Duloxetin, Buproprion,
Milnacipran, Reboxetin, Lefepramin, Desipramin, Nortriptylin, Tomoxetin,
Maprotilin, Oxaprotilin, Levoprotilin, Viloxazin und Atomoxetin
ausgewählt
werden.
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Noch
besser kann die NARI-Verbindung aus Reboxetin, Lefepramin, Desipramin,
Nortriptylin, Tomoxetin, Maprotilin, Oxaprotilin, Levoprotilin,
Viloxazin und Atomoxetin ausgewählt
werden.
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SEROTONIN UND 5-HT3-REZEPTORANTAGONISTEN
-
Der
Neurotransmitter Serotonin wurde zum ersten Mal 1948 entdeckt und
er war anschließend
Gegenstand wesentlicher wissenschaftlicher Forschungen. Serotonin,
das auch als 5-Hydroxytryptamin
(5-HT) bezeichnet wird, wirkt sowohl zentral als auch peripher auf
diskrete 5-HT-Rezeptoren. Derzeit sind vierzehn Subtypen von Serotoninrezeptoren
bekannt und sie werden in sieben Familien, 5-HT1 bis
5-HT7, eingeteilt. Diesen Subtypen ist Sequenzhomologie
gemeinsam und sie zeigen Ähnlichkeiten
in Bezug auf deren Spezifität
für spezielle
Liganden. Eine Übersicht
der Nomenklatur und Klassifizierung der 5-HT-Rezeptoren findet sich
in Neuropharm., 33: 261–273
(1994), und Pharm. Rev., 46: 157–203 (1994).
-
Jüngere Tieruntersuchungen
legen nahe, dass die Zielausrichtung auf spezifische Subtypen von 5-HT-Rezeptoren
zusätzliche
Behandlungsmöglichkeiten
für Dysfunktionen
der ableitenden Harnwege bieten könnten. Beispielsweise vermitteln
von den verschiedenen Subtypen von 5-HT-Rezeptoren die 5-HT2- und 5-HT3-Rezeptoren
exzitatorische Wirkungen auf sympathische und somatische Reflexe
unter Erhöhen
des Auslasswiderstands. Darüber
hinaus wurde auch gezeigt, dass 5-HT2C- und 5-HT3-Rezeptoren an der Hemmung des Miktionsreflexes
beteiligt sind (J. W. Downie (1999) Pharmacological manipulation
of central micturition circuitry. Curr. Opin. SPNS Inves. Drugs
1: 23). Tatsächlich
wurde gezeigt, dass eine Hemmung des 5-HT3-Rezeptors
5-HT-vermittelte Kontraktionen im Kaninchendetrusor verringert (M.
A. Khan et al. (2000) Doxazosin modifies serotonin-mediated rabbit
urinarg bladder contraction. Potential clinical relevance. Urol.
Res. 28: 116).
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Der
hierin verwendete 5-HT3-Rezeptor bezeichnet
natürlich
vorkommende 5-HT3-Rezeptoren (beispielsweise
Säuger-5-HT3-Rezeptoren
(beispielsweise humane (Homo sapiens) 5-HT3-Rezeptoren,
murine (beispielsweise Ratte, Maus) 5-HT3-Rezeptoren))
und Proteine mit einer Aminosäuresequenz,
die gleich der eines natürlich
vorkommenden 5-HT3-Rezeptors ist (beispielsweise
rekombinante Proteine). Der Ausdruck umfasst natürlich vorkommende Varianten,
wie Polymorph- oder Allelvarianten und Spleißvarianten.
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Der
Ausdruck 5-HT3-Rezeptorantagonist bezeichnet
ein Mittel (beispielsweise ein Molekül, eine Verbindung), das die
5-HT3-Rezeptorfunktion
hemmen kann. Beispielsweise kann ein 5-HT3-Rezeptorantagonist die
Bindung eines Liganden eines 5-HT3-Rezeptors
an den Rezeptor hemmen und/oder eine durch den 5-HT3-Rezeptor
vermittelte Antwort hemmen (beispielsweise die Fähigkeit von 5-HT3,
den von Bezold-Jarisch-Re flex hervorzurufen, verringern).
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Der
5-HT3-Rezeptorantagonist kann die Bindung
eines Liganden (beispielsweise eines natürlichen Liganden, wie Serotonin
(5-HT3) oder eines anderen Liganden, wie
GR65630) an einen 5-HT3-Rezeptor hemmen.
Alternativ kann der 5-HT3-Rezeptorantagonist
an einen 5-HT3-Rezeptor binden. Beispielsweise
kann der 5-HT3-Rezeptorantagonist an einen
5-HT3-Rezeptor
binden, wodurch die Bindung eines Liganden an den Rezeptor gehemmt
wird und eine durch den 5-HT3-Rezeptor vermittelte
Antwort auf die Ligandbindung gehemmt wird. Der 5-HT3-Rezeptorantagonist
kann auch an einen 5-HT3-Rezeptor binden
und dadurch eine durch den 5-HT3-Rezeptor
vermittelte Antwort hemmen.
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5-HT3-Rezeptorantagonisten können durch ein beliebiges geeignetes
Verfahren, beispielsweise ein Verfahren, das die Fähigkeit
einer Verbindung zur Hemmung der Bindung eines Radioliganden an
einen 5-HT3-Rezeptor feststellt, (siehe
beispielsweise Eguchi et al., Arzneim.-Forschung/Drug Res., 47 (12): 1337–47 (1997),
und G. Kilpatrick et al., Nature, 330: 746–748 (1987)) und/oder deren
Wirkung auf den 5-HT3-induzierten von Bezold-Jarisch (B-J)-Reflex
in der Katze oder Ratte (nach den allgemeinen Verfahren gemäß der Beschreibung
von Butler et al., Br. J. Pharmacol., 94: 397–412 (1988), bzw. Ito et al.,
J. Pharmacol. Exp. Ther., 280 (1): 67–72 (1997)) identifiziert und
deren Aktivität
festgestellt werden.
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Die
5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität einer
Verbindung kann nach dem Verfahren gemäß der Beschreibung in Eguchi
et al., Arzneim.-Forschung/Drug Res., 47 (12): 1337–47 (1997),
bestimmt werden. Insbesondere können
die Bindungsassays zur Bestimmung der Bindung an den 5-HT3-Rezeptor an N1E-115-Mausneuroblastomzellen (American Type
Culture Collection (ATCC)-Hinterlegungsnummer CRL-2263) in 20 mmol/l
HEPES-Puffer (pH
= 7,4), der 150 mmol/l NaCl, 0,35 mmol/l radioaktiv markierten Liganden
([3H]GR65630) und die Testverbindung mit
6 oder mehr Konzentrationen enthält,
bei 25°C
60 min durchgeführt
werden. Die Reaktion wird durch rasche Vakuumfiltration auf Glasfaserfilter
beendet. Auf dem Filter eingefangene Radioaktivität wird durch
Szintillationsspektrometrie ermittelt. Die nichtspezifische Bindung wird
unter Verwendung von 1 μmol/l
MDL-7222 (endo-8-Methyl-8-azabicyclo[3.2.1]oct-3-yl-3,
5-dichlorbenzoat) bestimmt. IC50-Werte werden
durch nichtlineare Regressionsanalyse berechnet. Die Affinitätskonstanten, Ki-Werte,
werden aus den IC50-Werten unter Verwendung
der Cheng-Prusoff-Gleichung berechnet.
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Verbindungen
mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität, die genannt
werden können,
weisen eine Affinität
für den
5-HT3-Rezeptor
(Ki) des nicht mehr als etwa 250-fachen des Ki-Werts von Ondansetron für den 5-HT3-Rezeptor auf. Diese relative Aktivität gegenüber Ondansetron
(Ki des Testmittels für
den 5-HT3-Rezeptor/Ki von Ondansetron für den 5-HT3-Rezeptor) kann durch Testen der interessierenden
Verbindung und von Ondansetron unter Verwendung eines geeigneten
Assays unter kontrollierten Bedingungen, beispielsweise Bedingungen,
die sich primär
in Bezug auf das zu testende Mittel unterscheiden, bestimmt werden.
Die relative Aktivität
der 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität kann nicht
mehr als das etwa 200-fache der von Ondansetron, beispielsweise
nicht mehr als das etwa 150-fache der von Ondansetron, beispielsweise
nicht mehr als das etwa 100-fache der von Ondansetron, beispielsweise
nicht mehr als das etwa 50-fache der von Ondansetron betragen. Die
Verbindung mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität kann insbesondere
eine relative Aktivität
gegenüber
Ondansetron von nicht mehr als etwa 10 aufweisen.
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Der
5-HT3-Rezeptorantagonist kann aus Indisetron,
YM-114 ((R)-2,3-Dihydro-1-[(4,5,6,7-tetrahydro-1H-benzimidazol-5-yl)carbonyl]-1H-indol),
Granisetron, Talipexol, Azasetron, Bemesetron, Tropisetron, Ramosetron,
Ondansetron, Palonosetron, Lerisetron, Alosetron, N-3389, Zacoprid,
Cilansetron, E-3620 ([3(S)-endo]-4-Amino-5-chlor-N-(8-methyl-8-azabicylo[3.2.1]oct-3-yl-2[(1-methyl-2-butinyl)oxy]benzamid), Lintoprid,
KAE-393, Itasetron, Zatosetron, Dolasetron, (±)-Zacoprid, (±)-Renzaprid,
(–)-YM-060,
DAU-6236, BIMU-8 und GK-128 ([2-[2-Methylimidazol-1-yl)methyl]benzo[f]thiochromen-1-on-monohydrochloridhemihydrat]) ausgewählt sein.
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Der
5-HT3-Rezeptorantagonist kann alternativ
aus Indisetron, Granisetron, Azasetron, Bemesetron, Tropisetron,
Ramosetron, Ondansetron, Palonosetron, Lerisetron, Alosetron, Cilansetron,
Itasetron, Zatosetron und Dolasetron ausgewählt sein.
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Die
hierin verwendeten ableitenden Harnwege bezeichnen alle Teile des
Harntrakts mit Ausnahme der Nieren.
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Die
hierin verwendete Störung
der ableitenden Harnwege bezeichnet jede Störung, die die ableitenden Harnwege
umfasst, wobei diese, ohne hierauf beschränkt zu sein, hyperaktive Blase,
interstitielle Zystitis, Prostatitis, Prostatadynie und benigne
Prostatahyperplasie umfasst.
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Die
hierin verwendete Blasenstörung
bezeichnet jeden Zustand, der die Harnblase umfasst.
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Der
hier verwendete Ausdruck hyperaktive Blase bezeichnet eine chronische
Störung
infolge einer Überaktivität des Detrusors,
wobei die Blase, während
sie sich mit Harn füllt,
zu frühzeitig
eine Kontraktion initiiert, was durch ein oder mehrere Symptome
von häufigem
Harnlassen, Harndrang, Harndranginkontinenz, Nykturie oder Enruesis
manifestiert wird. Eine hyperaktive Blase kann neurogen oder nichtneurogen
sein.
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Eine
neurogene hyperaktive Blase (oder neurogene Blase) ist eine Art
einer hyperaktiven Blase, die infolge einer Detrusorüberaktivität, die als
Detrusorhyperreflexie bezeichnet wird, infolge neurologischer Störungen auftritt.
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Eine
nichtneurogene hyperaktive Blase tritt infolge einer Detrusorüberreaktivität, die als
Detrusorinstabilität
bezeichnet wird, auf. Eine Detrusorinstabilität kann durch nichtneurologische
Anomalitäten,
wie Blasensteine, eine Muskelerkrankung, eine Infektion der Harnwege
oder Arzneistoffnebenwirkungen auftreten oder idiopathisch sein.
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Interstitielle
Zystitis wird hierin im herkömmlichen
Sinn so verwendet, dass sie eine Störung bezeichnet, die mit Symptomen
verbunden ist, die Reizentleerungssymptome, häufiges Harnlassen, Harndrang,
Nykturie, suprapubale Schmerzen und/oder Beckenschmerzen, die mit
Entleerung im Zusammenhang stehen und dadurch gelindert werden,
umfassen können.
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Das
hierin verwendete häufige
Harnlassen bezeichnet ein häufigereres
Urinieren als es der Patient wünscht.
Da eine beträchtliche
Variation zwischen Personen in Bezug auf die Zahl der Male pro Tag,
die ein Individuum wohl normalerweise uriniert, existiert, ist "häufiger als es der Patient wünscht" ferner als eine
größere Zahl
von Malen pro Tag als die historische Grundlinie des Patienten definiert. "Historische Grundlinie" ist ferner als die
mittlere Zahl von Malen, die der Patient pro Tag während eines
normalen oder gewünschten
Zeitraums urinierte, definiert.
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Der
hier verwendete Harndrang bezeichnet einen plötzlichen starken Drang zu urinieren
mit einer geringen oder keiner Chance, das Urinieren aufzuschieben.
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Die
hierin verwendete Harndranginkontinenz (auch als Dranginkontinenz
bezeichnet) bezeichnet unfreiwilligen Harnabgang in Verbindung mit
Harndrang.
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Die
hierin verwendete Nykturie bezeichnet das Aufwachen aus dem Schlaf
und Urinieren mit größerer Häufigkeit
als es der Patient wünscht.
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Die
hierin verwendete Enuresis bezeichnet die unfreiwillige Harnausscheidung,
die vollständig
oder unvollständig
sein kann. Nächtliche
Enuresis bezeichnet Enuresis, die während des Schlafs auftritt.
Diurnale Enuresis bezeichnet Enuresis, die im wachen Zustand auftritt.
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Die
hierin verwendete Stressinkontinenz oder Stressharninkontinenz bezeichnet
einen medizinischen Zustand, wobei Urin abgeht, wenn eine Person
hustet, niest, lacht, trainiert, schwere Objekte hebt oder etwas tut,
das Druck auf die Blase ausübt.
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Die
hierin verwendete Prostatitis bezeichnet jede Art einer Störung, die
mit einer Entzündung
der Prostata in Verbindung steht, wobei diese chronische und akute
bakterielle Prostatitis und chronische nichtbakterielle Prostatitis
umfasst und die üblicherweise
mit Symptomen von häufigem
Harnlassen und/oder Harndrang in Verbindung steht.
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Akute
und chronische bakterielle Prostatitis werden hierin im herkömmlichen
Sinn derart verwendet, dass sie eine Stö rung bezeichnen, die durch
eine Entzündung
der Prostata und Bakterieninfektion der Prostata, die üblicherweise
mit Symptomen von Schmerz, häufigem
Harnlassen und/oder Harndrang verbunden sind, gekennzeichnet ist.
Eine chronische bakterielle Prostatitis unterscheidet sich von einer
akuten bakteriellen Prostatitis auf der Basis der wiederkehrenden
Natur der Störung.
Chronische nichtbakterielle Prostatitis wird hierin im herkömmlichen
Sinn derart verwendet, dass sie eine Störung bezeichnet, die durch
eine Entzündung
der Prostata, die unbekannter Ätiologie
ist, die vom Vorhandensein einer übermäßigen Menge von Entzündungszellen
in Prostatasekrenen begleitet ist, was üblicherweise nicht häufig mit
einer Bakterieninfektion der Prostatadrüse in Verbindung gebracht wird,
und üblicherweise
mit den Symptomen Schmerz, häufiges
Harnlassen und/oder Harndrang verbunden ist, gekennzeichnet ist.
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Prostatadynie
ist eine Störung,
die die Symptome einer Prostatitis mit fehlender Entzündung der
Prostata, Bakterieninfektion der Prostata und fehlenden erhöhten Spiegeln
von Entzündungszellen
in Prostatasekreten nachahmt. Prostatadynie kann mit den Symptomen
Schmerz, häufiges
Harnlassen und/oder Harndrang verbunden sein.
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Benigne
Prostatahyperplasie wird hierin im herkömmlichen Sinn derart verwendet,
dass sie eine Störung
bezeichnet, die mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostatadrüse verbunden
ist, die mit häufigem Harnlassen,
Harndrang, Harninkontinenz, Nykturie und/oder verringerter Harnkraft
und Fließgeschwindigkeit verbunden
sein kann.
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Die
Erfindung betrifft die Verwendung einer Verbindung, die 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer(NARI)aktivität aufweist,
wobei die Verbindung die im folgenden definierte Formel I aufweist,
zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von mindestens
einem Symptom einer Störung
der ableitenden Harnwege in einem eine Behandlung benötigenden
Subjekt, wobei das Symptom aus der Gruppe von häufigem Harnlassen, Harndrang
und Nykturie ausgewählt
ist. Das Verfahren umfasst die Verabreichung einer therapeutisch
wirksamen Menge der Verbindung der Formel I, die 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer(NARI)aktivität aufweist,
an ein eine Behandlung benötigendes
Subjekt.
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Die
Verbindungen mit 5-HT
3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität sind Thieno[2,3-d]pyrimidinderivate.
Derartige Verbindungen sind in
US-Patent
4 695 568 beschrieben.
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Die
Verbindungen mit 5-HT
3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität werden
durch die Formel I:
worin R
1 und
R
2 unabhängig
voneinander für
Wasserstoff, Halogen oder eine C
1-C
6-Alkylgruppe stehen oder R
1 und
R
2 zusammen mit den Kohlenstoffatomen, an
die sie gebunden sind, eine Cycloalkylengruppe mit 5 bis 6 Kohlenstoffatomen
bilden;
R
3 und R
4 unabhängig voneinander
für Wasserstoff
oder eine C
1-C
6-Alkylgruppe
stehen;
R
5 für Wasserstoff, C
1-C
6-Alkyl,
oder -C(O)-NH-R
6 steht,
worin m für eine ganze Zahl von 1 bis
3 steht, X für
Halogen steht und R
6 für eine C
1-C
6-Alkylgruppe steht;
Ar für eine substituierte
oder unsubstituierte Phenyl-, 2-Thienyl-
oder 3-Thienylgruppe steht und
n für 2 oder 3 steht;
oder
ein pharmazeutisch akzeptables Salz derselben dargestellt.
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Eine
substituierte Phenyl-, 2-Thienyl- oder 3-Thienylgruppe bezeichnet
eine Phenyl-, 2-Thienyl- oder 3-Thienylgruppe, in der mindestens
eines der zur Substitution verfügbaren
Wasserstoffatome durch eine andere Gruppe als Wasserstoff (d.h.
eine Substituentengruppe) ersetzt ist. Mehrere Substituentengruppen
können
an dem Phenyl-, 2-Thienyl- oder 3-Thienylring vorhanden sein. Wenn mehrere
Substituenten vorhanden sind, können
die Substituenten gleich oder verschieden sein und die Substitution
kann an einer der substituierbaren Positionen am Ring sein. Substituentengruppen
können
beispielsweise ein Halogenatom (Fluor, Chlor, Brom oder Iod); eine
Alkylgruppe, beispielsweise eine C1-C6-Alkylgruppe, wie eine Methyl-, Ethyl-,
Propyl-, Butyl-, Pentyl- oder
Hexylgruppe; eine Alkoxygruppe, beispielsweise eine C1-C6-Alkoxygruppe, wie Methoxy, Ethoxy, Propoxy,
Butoxy; eine Hydroxygruppe; eine Nitrogruppe; eine Aminogruppe;
eine Cyanogruppe; oder eine alkylsubstituierte Aminogruppe, wie
eine Methylamino-, Ethylamino-, Dimethylamino- oder Diethylaminogruppe,
sein.
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Eine
C1-C6-Alkylgruppe
bezeichnet eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit einem
bis sechs Kohlenstoffatomen. Beispielsweise kann die C1-C6-Alkylgruppe ein geradket tiges Alkyl, wie
Methyl, Ethyl, Propyl und dgl., sein. Alternativ kann die Alkylgruppe
verzweigt, beispielsweise eine Isopropyl- oder tert-Butylgruppe,
sein.
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Halogen
bezeichnet Fluor, Chlor, Brom oder Iod.
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In
einer speziellen Ausführungsform
werden die Verbindungen mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität durch
die Formel I, worin R1 für eine C1-C6-Alkylgruppe steht
und Ar für
ein substituiertes Phenyl steht, dargestellt. In dieser Ausführungsform
ist es bevorzugt, wenn die Phenylgruppe mit einem Halogen substituiert
ist.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
werden die Verbindungen mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität durch
die Formel I, worin n 2 ist, R1 für eine C1-C6-Alkylgruppe
steht und Ar für
ein substituiertes Phenyl steht, dargestellt. Vorzugsweise ist die
Phenylgruppe mit einem Halogen substituiert und die Alkylgruppe
von R1 eine Methylgruppe.
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In
einer noch weiteren Ausführungsform
werden die Verbindungen mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität durch
die Formel I, worin R1 für eine C1-C6-Alkylgruppe oder ein Halogen steht und
Ar für
ein unsubstituiertes Phenyl steht, dargestellt. Ferner kann, wenn
R1 für
eine Alkylgruppe steht und Ar für ein
unsubstituiertes Phenyl steht, R2 auch ein
Wasserstoff oder eine C1-C6-Alkylgruppe
sein.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
werden die Verbindungen mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität durch
die Formel I, worin n 2 ist, R1 für eine C1-C6-Alkylgruppe
steht und Ar für
ein unsubstituiertes Phenyl steht, dargestellt. In einer speziellen
Ausführungs form,
worin n 2 ist, R1 für eine C1-C6-Alkylgruppe steht und Ar für ein unsubstituiertes
Phenyl steht, kann R2 Wasserstoff oder eine
C1-C6-Alkylgruppe
sein.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
wird die Verbindung mit 5-HT
3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität durch
die Struturformel II:
oder ein pharmazeutisch akzeptables
Salz derselben dargestellt. Diese Verbindung wird häufig als
MCI-225 bezeichnet, auch als DDP-225 bezeichnet. Der chemische Name
der in der Formel angegebenen Struktur ist 4-(2-Fluorphenyl)-6-methyl-2-(1-piperazinyl)thieno[2,3-d]pyrimidin.
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In
einer Ausführungsform
kann die Störung
der ableitenden Harnwege aus der Gruppe von überaktiver Blase, interstitieller
Zystitis, Prostatitis, Prostatadynie und benigner Prostatahyperplasie
ausgewählt
sein.
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In
einer weiteren Ausführungsform
ist die Störung
der ableitenden Harnwege eine hyperaktive Blase.
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In
einer noch weiteren Ausführungsform
ist die Störung
der ableitenden Harnwege interstitielle Zystitis.
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In
einer weiteren Ausführungsform
umfasst das Verfahren ferner das Verabreichen einer therapeutisch wirksamen
Menge von einem (d.h. einem oder mehreren) zusätzlichen therapeutischen Mitteln.
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Die
Verbindungen mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität der Strukturformeln
I und II sind zur Behandlung von mindestens einem Symptom einer
Störung
der ableitenden Harnwege, das aus der Gruppe von häufigem Harnlassen,
Harndrang und Nykturie ausgewählt
ist, aufgrund der zweifachen therapeutischen Wirkungsweisen, die
sie zeigen können,
verwendbar. Das heißt,
die einzigartige Fähigkeit
zur Modulation der Funktion von sowohl dem 5-HT3-Rezeptor
als auch dem Noradrenalinwiederaufnahmemechanismus kann ein verstärktes Behandlungsprotokoll
für das
einer Behandlung unterzogene Subjekt ergeben. Beispielsweise kann
die Fähigkeit
zur Behandlung von mindestens einem Symptom einer Störung der
ableitenden Harnwege durch Modulation von sowohl peripheren als
auch zentralen Effekten eine verstärkte Behandlung ergeben.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
besitzen die Verbindungen mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität der Formel
I und II eine oder mehrere Eigenschaften, die aus der Gruppe von
- a) einem im wesentlichen Fehlen anticholinerger
Wirkungen,
- b) selektiver Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme im Vergleich
zur Hemmung der Serotoninwiederaufnahme und
- c) selektiver Hemmung der Noradrenalinwiederaufnahme im Vergleich
zur Hemmung der Dopaminwiederaufnahme
ausgewählt sind.
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Beispielsweise
wurde gezeigt, dass die spezielle Verbindung MCI-225 ein selektiver
NARI- und 5-HT3-Rezeptorantagonist mit im
wesentlichen keiner anticholinergen Aktivität ist.
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Eguchi
et al., Arzneim.-Forschung/Drug Res., 47 (12): 1337–47 (1997),
berichteten Hemmkonstanten für
MCI-225 für
die Aufnahme der [3H]Monoaminneurotransmitter
Noradrenalin, Serotonin und Dopamin in verschiedenen Rattenhirngeweben.
Insbesondere hemmte MCI-225 die Aufnahme von [3H]NA
und [3H]5-HT durch Synaptosome von Rattenhypothalamusgewebe
mit Hemmkonstanten von Ki = 35,0 nmol/l bzw. Ki = 491 nmol/l. Ferner
hemmte MCI-225 die Aufnahme von [3H]NA und
[3H]5-HT durch Synaptosome von Rattenkortexgewebe
mit Hemmkonstanten von Ki = 0,696 nmol/l bzw. Ki = 1070 nmol/l.
Es wurde auch berichtet, dass MCI-225 die Aufnahme von Serotonin
durch Synaptosome von Rattenhippocampusgewebe mit einer Hemmkonstante
von Ki = 244 nmol/l hemmt. Ferner wurde eine MCI-225-Hemmkonnstante für die Aufnahme von [3H]DA durch Synaptosome aus Rattenstriatumgewebe
von Ki = 14800 berichtet. MCI-225 hemmte Monoaminoxidase-A(MAO-A)-
und Monoaminoxidase-B(MAO-B)-Aktivitäten nicht.
-
Im
Hinblick auf 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität berichteten
Eguchi et al., dass MCI-225 hohe Aktivität für den 5-HT3-Rezeptor
(Ki von weniger als 100 nmol/l) im Vergleich zu den anderen getesteten
Rezeptoren zeigte. Ferner zeigte MCI-225 Affinität für den 5-HT3-Rezeptor ähnlich dem
für Ondansetron
in dem gleichen Ligandenbindungsassay berichteten. Kurz gesagt wurde
die Hemmung der Bindung eines radioaktiv markierten Liganden durch
MCI-225 unter Verwendung einer geeigneten Kombination von Radioligand
und Gewebe für
den interessierenden Rezeptor bestimmt. Die getesteten Rezeptoren
umfassten α1-, α2-, β1-, β2-, 5-HT1-, 5-HT1A-, 5-HT1c-, 5-HT2-, 5-HT3-, 5-HT4-, 5-HT6-, 5-HT7-, D1-, D2-, Muskarin-,
M1-, M2-, M3-, Nicotin-, H1-, H2-, GABA-A-, GABA-B-, BZP-, nichtselektiven
Opiat-, Opiat-K-, Opiat-μ-,
Opiat-δ-,
CRF (Corticotropin Releasing Factor)- und Glucocorticoidrezeptor.
Die IC50-Werte, die für MCI-225 für diese zusätzlichen Rezeptoren bestimmt
wurden, waren alle größer als
1 μmol/l.
-
Zusätzliche
therapeutische Mittel, die zur Verwendung bei den hierin beschriebenen
Verwendungszwecken geeignet sind, können beispielsweise ein Antimuskarinikum
(beispielsweise Oxybutynin, DITROPAN®, Tolterodin,
Flavoxat, Propiverin, Trospium); ein Mukosaoberflächenschutzmittel
(beispielsweise ELMIRON®); ein Antihistaminikum
(beispielsweise Hydroxyzinhydrochlorid oder Pamoat); ein Antikonvulsivum
(beispielsweise NEURONTIN® und KLONOPIN®);
ein Muskelrelaxantium (beispielsweise VALIUM®);
ein Blasen-Antispasmotikum (beispielsweise URIMAX®);
ein tricyclisches Antidepressivum (beispielsweise Imipramin); ein
Stickoxiddonor (beispielsweise Nitroprussid), ein β3-Adrenorezeptoragonist,
ein Bradykininrezeptorantagonist, ein Neurokininrezeptorantagonist,
ein Natriumkanalmodulator, beispielsweise TTX-R-Natriumkanalmodulator und/oder aktivitätsabhängiger Natriumkanalmodulator,
und ein Cav2.2-Untereinheit-Calciumkanalmodulator sein. Allgemein
ist das zusätzliche
therapeutische Mittel eines, das zur Behandlung der interessierenden
Störung
verwendbar ist. Vorzugsweise bewirkt das zusätzliche therapeutische Mittel
keine Verringerung der Wirkungen des primären Mittels bzw. der primären Mittel
und/oder eine Verstärkung
der Wirkung des primären
Mittels bzw. der primären
Mittel.
-
Die
Verwendung eines zusätzlichen
therapeutischen Mittels in Kombination mit dem primären Mittel (d.h.
einer Verbindung der Formel I mit 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität) kann
dazu führen,
dass weniger von einem der primären
Mittel und/oder weniger von dem zusätzlichen Mittel zum Erreichen der
therapeutischen Wirksamkeit benötigt
wird. In einigen Fällen
kann die Verwendung von weniger an einem Mittel insofern vorteilhaft
sein, als sie eine Verringerung unerwünschter Nebenwirkungen ergibt.
-
Der
hier verwendete Ausdruck "Antimuskarinmittel" soll jeden Muskarinacetylcholinrezeptorantagonist bedeuten.
Falls nicht anders angegeben, sollen die Ausdrücke "Anticholinergikum", "Antinikotinikum" und "Antimuskarinikum" Anticholinergika,
Antinikotinika und Antimuskarinika gemäß der späteren Offenbarung hierin sowie
Säuren,
Salze, Ester und Amide derselben bedeuten. Ferner ist klar, dass
beliebige Salze, Ester oder Amide pharmazeutisch akzeptabel sowie
pharmakologisch aktiv sind.
-
Insbesondere
ist Oxybutynin, das auch als 4-Diethylamino-2-butinylphenylcyclohexylglykolat bekannt ist,
ein bevorzugtes Antimuskarinikum. Es weist die folgende Struktur
auf:
Ditropan
® (Oxybutyninchlorid)
ist das d,l-racemische Gemisch der obigen Verbindung, von der bekannt
ist, dass sie spasmolytische Wirkung auf die glatte Muskulatur ausübt und die
muskarinische Wirkung von Acetylcholin auf die glatte Muskulatur
hemmt. Es wurde auch gezeigt, dass Metabolite und Isomere von Oxybutynin eine
gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendbare Aktivität
aufweisen. Beispiele umfassen N-Desethyl-oxybutynin und S-Oxybutynin
(siehe beispielsweise
US-Patent
5 736 577 und
5 532
278 ).
-
Weitere
Verbindungen, die als Antimuskarinika identifiziert wurden und in
der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, umfassen:
- a. Darifenacin (Daryon®) oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- b. Solifenacin oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- c. YM-905 (Solifenacinsuccinat) oder Säuren, Salze, Enantiomere, Ester
und Amide desselben;
- d. Solifenacinmonohydrochlorid oder Säuren, Salze, Enantiomere, Ester
und Amide desselben;
- e. Tolterodin (Detrol®) oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- f. Propiverin (Detrunorm®) oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- g. Propanthelinbromid (Pro-Banthine®) oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- h. Hyoscyaminsulfat (Levsin®, Cystospaz®)
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- i. Dicyclominhydrochlorid (Bentyl®) oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- j. Flavoxathydrochlorid (Urispas®) oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- k. d,l(racemisches)-4-Diethylamino-2-butinylphenylcyclohexylglykolat
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- l. (R)-N,N-Diisopropyl-3-(2-hydroxy-5-methylphenyl)-3-phenylpropanamin-L-hydrogentartrat
oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- m. (+)-(1S,3'R)-Chinuclidin-3'-yl-1-phenyl-1,2,3,4-tetrahydroisochinolin-2-carboxylatmonosuccinat
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- n. alpha(+)-4-(Dimethylamino)-3-methyl-1,2-diphenyl-2-butanolpropionat
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- o. 1-Methyl-4-piperidyldiphenylpropoxyacetat oder Säu ren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- p. 3-Hydroxyspiro[1H,5H-nortropan-8,1'-pyrrolidiniumbenzilat oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- q. 4-Amino-piperidin enthaltende Verbindungen gemäß der Offenbarung
in Diouf et al. (2002) Bioorg. Med. Chem. Lett. 12: 2535–9;
- r. Pirenzipin oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- s. Methoctramin oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- t. 4-Diphenylacetoxy-N-methylpiperidinmethiodid;
- u. Tropicamid oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- v. (2R)-N-[1-(6-Aminopyridin-2-ylmethyl)piperidin-4-yl]-2-[(1R)-3,3-difluorcyclopentyl]-2-hydroxy-2-phenylacetamid
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- w. PNU-200577 ((R)-N,N-Diisopropyl-3-(2-hydroxy-5-hydroxymethylphenyl)-3-phenylpropanamin)
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- x. KRP-197 (4-(2-Methylimidazolyl)-2,2-diphenylbutyramid) oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- y. Fesoterodin oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben; und
- z. SPM 7605 (der aktive Metabolit von Fesoterodin) oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben.
-
Die
Identifizierung weiterer Verbindungen, die antimuskarinische Aktivität aufweisen
und daher in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, kann durch
Durchführen
von Muskarinrezeptorbindungsspezifitätsuntersuchungen gemäß der Beschreibung
bei Nilvebrant (2002) Pharmacol. Toxicol. 90: 260–7 oder
Zystometrieuntersuchungen gemäß der Beschreibung
bei Modiri et al. (2002) Urology 59: 963–8 bestimmt werden.
-
Der
Ausdruck "β3-Adrenorezeptoragonist" wird in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Verbindung bezeichnet, die an β3-Adrenorezeptoren
bindet und agonistisch auf diese wirkt. Falls nicht anders angegeben,
soll der Ausdruck "β3-adrenerger
Agonist" β3-adrenerge
Agonistenmittel gemäß der weiteren
Offenbarung hierin sowie Säuren,
Salze, Ester und Amide derselben umfassen. Ferner ist selbstverständlich,
dass alle Salze, Ester oder Amide pharmazeutisch akzeptabel sowie
pharmakologisch aktiv sind.
-
Verbindungen,
die als β3-adrenerge Agonistenmittel identifiziert
wurden und in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, umfassen:
- a. TT-138 und Phenylethanolaminverbindungen
gemäß der Offenbarung
in US-Patent 6 069 176 ,
PCT-Veröffentlichung WO 97/15549 und erhältlich von
Mitsubishi Pharma Corp. oder Säuren,
Salze, Ester und Amide derselben;
- b. FR-148174 und
Propanolaminderivate gemäß der Offenbarung
in US-Patent 6 495 546 und 6 391 915 und erhältlich von
Fujisawa Pharmaceutical Co. oder Säuren, Salze, Ester und Amide
derselben;
- c. KUC-7483, erhältlich
von Kissei Pharmaceutical Co., oder Säuren, Salze, Ester und Amide
desselben;
- d. 4'-Hydroxynorephedrinderivate,
wie 2-2-Chlor-4-(2-((1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methyl-ethylamino)ethyl)phenoxyessigsäure, gemäß der Offenbarung
in Tanaka et al. (2003) J. Med. Chem. 46: 105–12 oder Säuren, Salze, Ester und Amide
derselben;
- e. 2-Amino-1-phenylethanolverbindungen, wie BRL35135 ((R*R*)-(±)-[4-[2-[2-(3-Chlorphenyl)-2-hydroxyethylamino]propyl]phenoxy]essigsäuremethylesterhydrobromid salz
gemäß der Offenbarung
in der japanischen Patentveröffentlichung
Nr. 26744 von 1988 und der europäischen Patentveröffentlichung
Nr. 23385) und SR58611A ((RS)-N-(7-Ethoxycarbonylmethoxy-1,2,3,4-tetrahydronaphth-2-yl)-2-(3-chlorphenyl)-2-hydroxyethanaminhydrochlorid
gemäß der Offenbarung
in der offengelegten japanischen
Patentveröffentlichung
Nr. 66152 von 1989 und der offengelegten europäischen
Patentveröffentlichung
Nr. 255415 ), oder Säuren,
Salze, Ester und Amide derselben;
- f. GS 332 (Natrium-(2R)-[3-[3-[2-(3-chlorphenyl)-2-hydroxyethylamino]cyclohexyl]phenoxy]acetat)
gemäß der Offenbarung
in Iizuka et al. (1998) J. Smooth Muscle Res. 34: 139–49 oder
Säuren,
Salze, Ester und Amide desselben;
- g. BRL-37344 (4-[-[(2-Hydroxy-(3-chlorphenyl)ethyl)amino]propyl]phenoxyacetat)
gemäß der Offenbarung in
Tsujii et al. (1998) Physiol. Behav. 63: 723–8 und erhältlich von GlaxoSmithKline
oder Säuren,
Salze, Ester und Amide desselben;
- h. BRL-26830A gemäß der Offenbarung
in Takahashi et al. (1992) Jpn Circ. J. 56: 936–42 und erhältlich von GlaxoSmithKline
oder Säuren,
Salze, Ester und Amide desselben;
- i. CGP 12177 (4-[3-tert-Butylamino-2-hydroxypropoxy]benzimidazol-2-on)
(ein 1/2-adrenerger Antagonist, für den berichtet wurde, dass
er als Agonist für
den 3-Adrenorezeptor wirkt) gemäß der Beschreibung
in Tavernier et al. (1992) J. Pharmacol. Exp. Ther. 263: 1083–90 und
erhältlich
von Ciba-Geigy oder Säuren, Salze,
Ester und Amide desselben;
- j. CL 316243 (R,R-5-[2-[[2-(3-Chlorphenyl)-2-hydroxyethyl]amino]propyl]-1,3-benzodioxol-2,2-dicarboxylat) gemäß der Offenbarung
in Berlan et al. (1994) J. Pharmacol. Exp. Ther. 268: 1444–51 oder
Säuren,
Salze, Ester und Amide desselben;
- k. Verbindungen mit 3-adrenerger Agonistenaktivität gemäß der Offenbarung
in der US-Patentanmeldung 20030018061 oder
Säuren,
Salze, Ester und Amide derselben;
- l. ICI 215001 HCl ((S)-4-[2-Hydroxy-3-phenoxypropylaminoethoxy]phenoxyessigsäurehydrochlorid)
gemäß der Offenbarung
in Howe (1993) Drugs Future 18: 529 und erhältlich von AstraZeneca/ICI
Labs oder Säuren,
Salze, Ester und Amide desselben;
- m. ZD 7114 HCl (ICI D7114; (S)-4-[2-Hydroxy-3-phenoxypropylaminoethoxy]-N-(2-methoxyethyl)phenoxyacetamid-HCl) gemäß der Offenbarung
in Howe (1993) Drugs Future 18: 529 und erhältlich von AstraZeneca/ICI
Labs oder Säuren,
Salze, Ester und Amide desselben;
- n. Pindolol (1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-[(1-methylethyl)amino]-2-propanol)
gemäß der Offenbarung
in Blin et al. (1994) Mol. Pharmacol. 44: 1094 oder Säuren, Salze,
Ester und Amide desselben;
- o. (S)-(–)-Pindolol
((S)-1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-[(1-methylethyl)amino]-2-propanol)
gemäß der Offenbarung in
Walter et al. (1984) Naunyn-Schmied. Arch. Pharmacol. 327: 159 und
Kalkman (1989) Eur. J. Pharmacol. 173: 121 oder Säuren, Salze,
Ester und Amide desselben;
- p. SR 59230A HCl (1-(2-Ethylphenoxy)-3-[[(1S)-1,2,3,4-tetrahydro-1-naphthalenyl]amino}-(2S)-2-propanolhydrochlorid)
gemäß der Offenbarung
in Manara et al. (1995) Pharmacol. Comm. 6: 253 und Manara et al. (1996)
Br. J. Pharmacol. 117: 435 und erhältlich von Sanofi-Midy oder Säuren, Salze,
Ester und Amide desselben;
- q. SR 58611 (N[2s)7-Carb-ethoxymethoxy-1,2,3,4-tetrahydronaphth]-(2r)-2-hydroxy-2-(3-chlorphenyl)ethaminhydrochlorid)
gemäß der Offenbarung
in Gauthier et al. (1999) J. Pharmacol. Exp. Ther. 290: 687–693 und
erhältlich
von Sanofi Research; und
- r. YM178, erhältlich
von Yamanouchi Pharmaceutical Co., oder Säuren, Salze, Ester und Amide
desselben.
-
Die
Identifizierung weiterer Verbindungen, die β3-adrenerge
Agonistaktivität
aufweisen und daher in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind,
kann durch Durchführen
von Radioligandbindungsassays und/oder Kontraktilitätsuntersuchungen
gemäß der Beschreibung
bei Zilberfarb et al. (1997) J. Cell Sci. 110: 801–807; Takeda
et al. (1999) J. Pharmacol. Exp. Ther. 288: 1367–1373; und Gauthier et al.
(1999) J. Pharmacol. Exp. Ther. 290: 687–693, festgestellt werden.
-
Ferner
umfassen Mittel zur Verwendung als zusätzliche therapeutische Mittel
Natriumkanalmodulatoren, beispielsweise TTX-R-Natriumkanalmodulaturen
und/oder aktivitätsabhängige Natriumkanalmodulaturen. TTX-R-Natriumkanalmodulaturen
zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung umfassen Verbindungen,
die Nav1.8- und/oder Nav1.9-Kanäle
modulieren oder mit diesen Wechselwirken.
-
Natriumkanalmodulaturen,
die zur Verwendung bei der praktischen Durchführung der Erfindung geeignet
sind, umfassen Propionamide, wie Ralfinamid (NW-1029) (gemäß der Offenbarung
in
US 5 236 957 und
US 5 391 577 ), das auch
als (+)-2(S)-[4-(2-Fluorbenzyloxy)benzylamino]propionamid
bekannt ist, und Safinamid (gemäß der Offenbarung
in
US 5 236 957 und
US 5 391 577 ), das auch
als 2(S)-[4-(3-Fluorbenzyloxy)benzylamino]propionamidmethansulfonat
bekannt ist.
-
Weitere
Natriumkanalmodulaturen umfassen beispielsweise N-Phenylalkyl-substituierte α-Aminocarboxamidderivate
zusätzlich
zu Ralfinamid und Salfinamid gemäß der Offenbarung
in
US 5 236 957 ; weitere N-Phenylalkyl-substituierte α-Aminocarboxamidderivate
zusätzlich
zu Ralfinamid und Salfinamid gemäß der Offenbarung
in
US 5 391 577 ; substituierte
2-Benzylamino-2-phenyl-acetamidverbindungen gemäß der Offenbarung in
US-Patent 6 303 819 ; Aryldiazine
und Aryltriazine wie Sipatrigin (BW-619C, gemäß der Offenbarung in
US 5 684 005 ), das auch
als 4-Amino-2-(4-methylpiperazin-1-yl)-5-(2,3,5-trichlorphenyl)pyrimidin
bekannt ist; 2-(4-Methylpiperazin-1-yl)-5-(2,3,5-trichlorphenyl)pyrimidin-4-amin; Lamotrigin
(gemäß der Offenbarung
in
US 4 602 017 ), das
auch als 6-(2,3-Dichlorphenyl)-1,2,4-triazin-3,5-diamin bekannt
ist; GW-273293 (gemäß der Offenbarung
in
US 6 599 905 ), das
auch als 3-(2,3,5-Trichlorphenyl)pyrazin-2,6-diamin bekannt ist; 4030W92 (gemäß der Offenbarung
in
US 6 124 308 ), das
auch als 5-(2,3-Dichlorphenyl)-5-(fluormethyl)pyrimidin-2,4-diamin
bekannt ist; Carbamazepin (gemäß der Offenbarung
in
US 2 948 718 ), das
auch als 5H-Dibenz[d,f]azepin-5-carboxamid
bekannt ist; Oxcarbazepin (gemäß der Offenbarung
in
US 3 642 775 ), das
auch als 10-Oxo-10,11-dihydro-5H-dibenz[b,f]azepin-5-carboxamid
bekannt ist; Licarbazepin (gemäß der Offenbarung
in
DE 2 011 045 ), das
auch als (±)-10-Hydroxy-10,11-dihydro-5H-dibenz[b,f]azepin-5-carboxamid
bekannt ist; BIA-2-093 (gemäß der Offenbarung
in
US 5 753 646 ), das
auch als Essigsäure-5-carbamoyl-10,11-dihydro-5H-dibenzo[b,f]azepin-10(S)-yl-ester bekannt
ist; ADCI (gemäß der Offenbarung
in
US 5 196 415 ), das
auch als (±)-5,10-Imino-10,11-dihydro-5H-dibenzo[a,d]cyclohepten-5-carboxamid
bekannt ist; Phenytoinnatrium (gemäß der Offenbarung in
US 2 409 754 ) und OROS
®-Phenytoin
(gemäß der Offenbarung
in
US 4 260 769 ), die
auch als 5,5-Diphenylhydantoinnatriumsalz und 5,5-Diphenyl-2,4-imidazolidindionsalz
bekannt sind; Fosphenytoinnatrium (gemäß der Offenbarung in
US 4 260 769 ) und Phosphenytoinnatrium,
die auch als 3-(Hydroxymethyl)-5,5-diphenylhydantoinphosphatesterdinatriumsalz
und 5,5-Diphenyl-3-[(phosphonooxy)methyl]-2,4-imidazolidindiondinatriumsalz
bekannt sind; Pilsicainidhydrochlorid und Analoga desselben (gemäß der Offenbarung
in
US 4 564 624 ), das
auch als N-(2,6-Dimethylphenyl)-8-pyrrolizidinacetamidhydrochlorid
bekannt ist; N-(2,6-Dimethylphenyl)-1-azabicyclo[3.3.0]octan-5-acetamidhydrochlorid;
Tocainid (gemäß der Offenbarung
in
DE 2 235 745 ), das
auch als 2-Amino-N-(2,6-dimethylphenyl)propanamidhydrochlorid bekannt
ist; Flecainid (gemäß der Offenbarung
in
US 3 900 481 ), das
auch als N-(2-Piperidylmethyl)-2,5-bis(2,2,2-trifluorethoxy)benzamidmonoacetat
bekannt ist; Mexiletinhydrochlorid (gemäß der Offenbarung in
US 3 954 872 ), das auch
als 1-(2,6-Dimethylphenoxy)-2-propanaminhydrochlorid bekannt ist;
Ropivacainhydrochlorid (gemäß der Offenbarung
in der PCT-Veröffentlichung
WO 85/00599 ), das auch als (–)-(S)-N-(n-Propyl)piperidin-2-carbonsäure-2,6-xylididhydrochloridmonohydrat
bekannt ist; (–)-(S)-N-(2,6-Dimethylphenyl)-1-propylpiperidin-2-carboxamidhydrochloridmonohydrat;
(–)-(S)-1-Propyl-2',6'-pipecoloxylididhydrochloridmonohydrat;
Lidocain (gemäß der Offenbarung
in
US 2 441 498 ), das
auch als 2-(Diethylamino)-N-(2,6-dimethylphenyl)acetamid bekannt
ist; Mepivacain (gemäß der Offenbarung
in
US 2 799 679 ), das auch
als N-(2,6-Dimethylphenyl)-1-methyl-2-piperidincarboxamid bekannt
ist; Bupivacain (gemäß der Offenbarung
in
US 2 955 111 ), das
auch als 1-Butyl-N-(2,6-dimethylphenyl)-2-piperidincarboxamid bekannt
ist; Prilocain (gemäß der Offenbarung
in
US 3 160 662 ), das
auch als N-(2-Methylphenyl)-2-(propylamino)propanamid
bekannt ist; Etidocain (gemäß der Offenbarung
in
US 3 812 147 ), das
auch als N-(2,6-Dimethylphenyl)-1-methyl-2-piperidincarboxamid bekannt
ist; Tetracain (gemäß der Offenbarung
in
US 1 889 645 ), das auch
als 4-(Butylamino)benzoesäure-2-(diethylamino)ethylester
bekannt ist; Dibucain (gemäß der Offenbarung
in
US 1 825 623 ), das
auch als 2-Butoxy-N-[2-(diethylamino)-ethyl]-4-chinolincarboxamid
bekannt ist; Soretolid, das auch als 2,6-Dimethyl-N-(5-methylisoxazol-3-yl)benzamid
bekannt ist; RS-132943 (gemäß der Offenbarung
in
US 6 110 937 , das
auch als 3(S)-(4-Brom-2,6-dimethylphenoxymethyl)-1-methylpiperidinhydrochlorid bekannt
ist.
-
Die
Identifizierung weiterer Mittel, die Affinität für TTX-R-Natriumkanäle oder mit TTX-R-Natriumkanälen in Verbindung
stehende Proteine aufweisen und in der vorliegenden Erfindung verwendbar
sind, kann durch Verfahren, die die funktionale TTX-R-Kanalaktivität, beispielsweise
den Natriumfluss, gemäß der Offenbarung
in Stallcup, WB (1979) J. Physiol. 286: 525–40, ermitteln, oder elektrophysiologische
Ansätze
gemäß der Offenbarung
in Weiser und Wilson (2002) Mol. Pharmacol. 62: 433–438, festgestellt
werden. Die Identifizierung anderer Mittel, die eine aktivitätsabhängige Modulation
von Natriumkanälen
zeigen und in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, kann durch
Verfahren gemäß der Offenbarung
in Li et al. (1999) Molecular Pharmacology 55: 134–141 festgestellt
werden.
-
Ferner
umfassen Mittel zur Verwendung als zusätzliche therapeutische Mittel "Cav2.2-Untereinheit-Calciumkanalmodulatoren", die zur Bindung
an die Cav2.2-Untereinheit eines Calciumkanals unter Hervorrufen
einer physiologischen Wirkung, wie Öffnen, Schließen, Blockierung,
Hochregulation der Expression oder Herabregulation der Expression
des Kanals, fähig
sind. Falls nicht anders angegeben, soll der Ausdruck "Cav2.2-Untereinheit-Calciumkanalmodulator" Aminosäureverbindungen,
Peptid-, Nichtpeptid-, peptidomimetische, organische Verbindungen
eines geringen Molekulargewichts und andere Verbindungen, die die Cav2.2-Untereinheit
eines Calciumkanals (beispielsweise ein Bindungsereignis) oder mit
der Cav2.2-Untereinheit eines Calciumkanals in Verbindung stehende
Proteine (beispielsweise ein Bindungsereignis) wie Ankerproteine,
modulieren oder mit diesen Wechselwirken, sowie Salze, Ester und
Amide derselben umfassen. Ferner sind selbstverständlich alle
Salze, Ester und Amide pharmazeutisch akzeptabel sowie pharmakologisch aktiv.
-
Cav2.2-Untereinheit-Calciumkanalmodulatoren,
die als zusätzliches
therapeutisches Mittel bei der praktischen Durchführung der
Erfindung verwendbar sind, umfassen:
- a. w-Conotoxin
GVIA oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid desselben;
- b. w-Conotoxin MVIIA oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid
desselben;
- c. w-Conotoxin CNVIIA oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder
Amid desselben;
- d. w-Conotoxin CVIID oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid
desselben;
- e. w-Conotoxin AM336 oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid
desselben;
- f. Cilnidipin oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid desselben;
- g. Amlodipin oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid desselben;
- h. L-Cysteinderivat 2A oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder
Amid desselben;
- i. w-Agatoxin IVA oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid
desselben;
- j. N,N-Dialkyl-dipeptidylamine oder ein Salz, Enantiomer, Ester
oder Amid derselben;
- k. Levetiracetam oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid
desselben; und
- l. Ziconotid (SNX-111) oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder
Amid desselben;
- m. (S)-alpha-Ethyl-2-oxo-1-pyrrolidinacetamid (das im folgenden
angegeben ist) und gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 943 639 , 4 837 223 und 4 696 943 oder ein Salz, Enantiomer,
Ester oder Amid desselben;
- n. substituierte Peptidylamine gemäß der Offenbarung in der PCT-Veröffentlichung WO 98/54123 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben;
- o. PD-173212 oder ein Salz, Enantiomer, Ester oder Amid desselben;
- p. Reduzierte Dipeptidanaloga gemäß der Offenbarung in US-Patent 6 316 440 und
PCT-Veröffentlichung WO 00/06559 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben;
- q. Aminosäurederivate
gemäß der Offenbarung
in der PCT-Veröffentlichung WO 99/02146 oder ein Salz, Enantiomer,
Ester oder Amid derselben;
- r. Benzazepinderivate gemäß der Offenbarung
in der japanischen Veröffentlichung JP 2002363163 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben;
- s. Verbindungen gemäß der Offenbarung
in der PCT-Veröffentlichung WO 02/36567 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben;
- t. Verbindungen gemäß der Offenbarung
in der PCT-Veröffentlichung WO 03/018561 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben; u. Verbindungen gemäß der Offenbarung
in der US-Patentveröffentlichung
Nr. 2004009991 und PCT-Veröffentlichung WO 02/22588 oder ein Salz, Enantiomer,
Ester oder Amid derselben;
- v. Dihydropyridinderivate gemäß der Offenbarung in US-Patent 6 610 717 , der US-Patentveröffentlichung 2002193605 und
PCT-Veröffentlichung WO 00/78720 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben;
- w. Diarylalken- und Diarylalkanderivate gemäß der Offenbarung in der PCT-Veröffentlichung WO 03/018538 oder ein Salz,
Enantiomer, Ester oder Amid derselben.
-
Zusätzliche
Cav2.2-Untereinheit-Calciumkanalmodulatoren, die als zusätzliches
therapeutisches Mittel in der praktischen Durchführung der Erfindung verwendbar
sind, umfassen Nichtpeptid- und peptidomimetische arzneistoffähnliche
Moleküle,
die an Cav2.2 enthaltende Calciumkanäle binden, gemäß der Offenbarung
in Lewis et al. (2000) J. Biol. Chem. 10: 35335–44; Smith et al. (2002) Pain
96: 119–27;
Takahara et al. (2002) Eur. J. Pharmacol 434: 43–7; Favreau et al. (2001) Biochemistry,
40: 14567–575;
Seko et al. (2001) Bioorg. Med. Chem. Lett. 11: 2067–70; Hu
et al. (2000) Bioorg. Med. Chem. Lett. 8: 1203–12; Lew et al. (1997) J. Biol.
Chem. 272: 12014–23.
Selbstverständlich
umfasst die vorliegende Erfindung auch die Verwendung beliebiger
pharmazeutisch akzeptabler, pharmakologisch aktiver Salze, Enantiomere,
Ester und Amide der im vorhergehenden genannten Verbindungen.
-
Die
Identifizierung anderer Mittel, die Affinität für die Cav2.2-Untereinheit eines
Calciumkanals aufweisen und in der vorliegenden Erfindung verwendbar
sind, kann durch die Durchführung
von Cav2.2-Untereinheit-Bindungsaffinitäts-, elektrophysiologischen
und/oder anderen Screeningverfahren gemäß der Beschreibung in Feng
et al. (J. Biol. Chem., 278: 20171–20178, 2003), Feng et al.
(J. Biol. Chem., 276: 15728–15735, 2001),
Favreau et al. (Biochemistry, 40: 14567–575, 2001) und/oder
US-Patent 6 387 897 , das
NeuroMed Technologies Inc. zugeschrieben ist, bestimmt werden.
-
Der
Ausdruck "Spasmolytikum" (auch als "Antispasmodikum" bekannt) wird in
dessen herkömmlichem Sinn
derart verwendet, dass er eine Verbindung bezeichnet, die Muskelspasmen,
insbesondere der glatten Muskulatur, mildert oder verhindert. Falls
nicht anders angegeben, soll der Ausdruck "Spasmolytikum" Spasmolytika, die des weiteren hierin
offenbart sind, sowie Säuren,
Salze, Ester und Amide derselben umfassen. Ferner ist selbstverständlich,
dass alle Salze, Ester oder Amide pharmazeutisch akzeptabel sowie
pharmakologisch aktiv sind. Allgemein wird impliziert, dass Spasmolytika
Wirksamkeit bei der Behandlung von Blasenstörungen aufweisen (siehe beispielsweise
Takeda et al. (2000) J. Pharmacol. Exp. Ther. 293: 939–45).
-
Verbindungen,
die als Spasmolytika identifiziert wurden und in der vorliegenden
Erfindung verwendbar sind, umfassen:
- a. α,α-Diphenylessigsäure-4-(N-methyl-piperidyl)ester
gemäß der Offenbarung
in US-Patent 5 897 875 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- b. humane und porcine spasmolytische Polypeptide in glykosylierter
Form und Varianten derselben gemäß der Offenbarung
in US-Patent 5 783 416 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- c. Dioxazocinderivate gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 965 259 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- d. quaternäre
6,11-Dihydro-dibenzo-[b,e]-thiepin-11-N-alkylnorscopinether gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 608 377 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- e. quaternäre
Salze von Dibenzo[1,4]diazepinonen, Pyrido[1,4]benzodiazepinonen,
Pyrido[1,5]benzodiazepinonen gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 594 190 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- f. Endo-8,8-Dialkyl-8-azoniabicyclo(3.2.1)octan-6,7-exoepoxy-3-alkyl-carboxylatsalze
gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 558 054 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- g. pankreatische spasmolytische Polypeptide gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 370 317 oder
Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- h. Triazinone gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 203 983 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- i. 2-(4-Biphenylyl)-N-(2-diethylaminoalkyl)propionamid gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 185 124 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- k. Aralkylaminocarbonsäuren
gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 163 060 oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- l. Aralkylaminosulfone gemäß der Offenbarung
in US-Patent 4 034 103 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- m. Gegenüber
glatter Muskulatur spasmolytische Mittel gemäß der Offenbarung in US-Patent 6 207 852 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben; und
- n. Papaverin oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben.
-
Die
Identifizierung weiterer Verbindungen, die spasmolytische Aktivität aufweisen
und daher in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, kann durch
Durchführen
von Blasenstreifenkontraktilitätsuntersuchungen
gemäß der Beschreibung
in
US-Patent 6 207 852 ;
Noronha-Blob et al. (1991) J. Pharmacol. Exp. Ther. 256: 562–567; und/oder
Kachur et al. (1988) J. Pharmacol. Exp. Ther. 247: 867–872, bestimmt
werden.
-
Der
Ausdruck "Neurokininrezeptorantagonist" wird in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Verbindung bezeichnet, die an
Neurokininrezeptoren bindet und antagonistisch auf diese wirkt. Falls
nicht anders angegeben, soll der Ausdruck "Neurokininrezeptorantagonist" die im weiteren
hierin offenbarten Neurokininrezeptorantagonistenmittel sowie Säuren, Salze,
Ester und Amide derselben umfassen. Selbstverständlich sind alle Salze, Ester
oder Amide pharmazeutisch akzeptabel sowie pharmakologisch aktiv.
-
Geeignete
Neurokininrezeptorantagonisten zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung, die auf den NK1-Rezeptor wirken, umfassen:
(3aR,7aR)-1-Imino-2-(2-methoxy-phenyl)ethyl)-7,7-diphenyl-4-perphydroisoindolon
("RB 67580"); 2S,3S-cis-3-(2-Methoxy-benzylamino)-2-benzhydrylchinuclidin
("CP 96345") und
(aR,9R)-7-[3,5-Bis(trifluormethyl)benzyl]-8,9,10,11-tetrahydro-9-methyl-5-(4-methylphenyl)-7H-[1,4]diazocino[2,1-g][1,7]naphthyridin-6,13-dion)
("TAK-637"). Geeignete Neurokininrezeptorantagonisten
zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung, die auf den NK2-Rezeptor
wirken, umfassen ((S)-N-Methyl-N-4-(4-acetylamino-4-phenylpiperidino)-2-(3,4-dichlorphenyl)butylbenzamid
("SR 48968"); Met-Asp-Trp-Phe-Dap-Leu
("MEN 10627") und cyc(Gln-Trp-Phe-Gly-Leu-Met) ("L 659877"). Geeignete Neurokininrezeptorantagonisten
zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung umfassen ferner Säuren, Salze,
Ester und Amide von beliebigen der oben genannten Mittel. Die Identifizierung
weiterer Verbindungen, die Neurokininrezeptorantagonistaktivität aufweisen
und daher in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, kann durch
Durchführen
von Bindungsassayuntersuchungen gemäß der Beschreibung in Hopkins
et al. (1991) Biochem. Biophys. Res. Comm. 180: 1110–1117, und
Aharony et al. (1994) Mol. Pharmacol. 45: 9–19, bestimmt werden.
-
Der
Ausdruck "Bradykininrezeptorantagonist" wird in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Verbindung bezeichnet, die an
Bradykininrezeptoren bindet und antagonistisch auf diese wirkt. Falls
nicht anders angegeben, soll der Ausdruck "Bradykininrezeptorantagonist" Bradykininrezeptorantagonistenmittel
gemäß der hierin
im weiteren angegebenen Offenbarung sowie Säuren, Salze, Ester und Amide
derselben umfassen. Ferner sind selbstverständlich alle Salze, Ester oder
Amide pharmazeutisch akzeptabel sowie pharmakologisch aktiv.
-
Geeignete
Bradykininrezeptorantagonisten zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung, die auf den B1-Rezeptor wirken, umfassen des-arg10HOE
140 (erhältlich
von Hoechst Pharmaceuticals) und des-Arg9bradykinin (DABK). Geeignete
Bradykininrezeptorantagonisten zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung,
die auf den B2-Rezeptor wirken, umfassen D-Phe7-Bk; D-Arg-(Hyp3-Thi5,8-D-Phe7)-BK
("NPC 349"); D-Arg-(Hyp3-D-Phe7)-BK
("NPC 567"); D-Arg-(Hyp3-Thi5-D-Tic7-Oic8)-BK ("HOE 140"); H-DArg-Arg-Pro-Hyp-Gly-Thi-c(Dab-DTic-Oic-Arg)c(7gamma-10alpha)
("MEN11270"); H-DArg-Arg-Pro-Hyp-Gly-Thi-Ser-DTic-Oic-Arg-OH
("Icatibant"); (E)-3-(6-Acetamido-3-pyridyl)-N-[N-[2,4-dichlor-3-[(2-methyl-8-chinolinyl)oxymethyl]phenyl]-N-methylaminocarbonylmethyl]acrylamid
("FR173567"); und WIN 64338.
Diese Verbindungen sind in M. N. Perkins et al., Pain, aaO; A. Dray
et al., Trends Neurosci., aaO; und Meini et al. (2000) Eur. J. Pharmacol.
3888: 177–82,
vollständiger
beschrieben. Geeignete Neurokininrezeptorantagonisten zur Verwendung
in der vorliegenden Erfindung umfassen ferner Säuren, Salze, Ester und Amide
von beliebigen der oben genannten Mittel. Die Identifizierung weiterer
Verbindungen, die Bradykininrezeptorantagonistaktivität aufweisen
und daher in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, kann durch
Durchführen
von Bindungsassayuntersuchungen gemäß der Beschreibung in Manning
et al. (1986) J. Pharmacol. Exp. Ther. 237: 504 und
US-Patent 5 686 565 bestimmt werden.
-
Der
Ausdruck "Stickoxiddonor" wird in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Verbindung bezeichnet, die bei
Verabreichung an einen Patienten freies Stickoxid freisetzt. Falls
nicht anders angegeben, soll der Ausdruck "Stickoxiddonor" Stickoxiddonormittel gemäß der hierin
im weiteren angegebenen Offenbarung sowie Säuren, Salze, Ester und Amide
derselben umfassen. Selbstverständlich
sind fer ner alle Salze, Ester oder Amide pharmazeutisch akzeptabel
sowie pharmakologisch aktiv.
-
Geeignete
Stickoxiddonoren zur praktischen Durchführung der vorliegenden Erfindung
umfassen, ohne hierauf beschränkt
zu sein:
- a. Nitroglycerin oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- b. Natriumnitroprussid oder Säuren, Salze, Enantiomere, Ester
und Amide desselben;
- c. FK 409 (NOR-3) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- d. FR 144420 (NOR-4) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- e. 3-Morpholinosydnonimin oder Säuren, Salze, Enantiomere, Ester
und Amide desselben;
- f. Linsidominchlorhydrat ("SIN-1") oder Säuren, Salze,
Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- g. S-Nitroso-N-acetylpenicillamin ("SNAP")
oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- h. AZD3582 (CINOD-Bleiverbindung, erhältlich von NicOx S.A.) oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- i. NCX 4016 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- j. NCX 701 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- k. NCX 1022 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- l. HCT 1026 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- m. NCX 1015 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- n. NCX 950 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- o. NCX 1000 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- p. NCX 1020 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- q. AZD 4717 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- r. NCX 1510/NCX 1512 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- s. NCX 2216 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- t. NCX 4040 (erhältlich
von NicOx S.A.) oder Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide desselben;
- u. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 155 137 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- v. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 366 997 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- w. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 405 919 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- x. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 650 442 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- y. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 700 830 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- z. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 632 981 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- aa. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 6 290 981 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- bb. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 691 423 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- cc. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 721 365 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- dd. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 714 511 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben;
- ee. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 6 511 911 oder
Säuren,
Salze, Enantiomere, Ester und Amide derselben; und
- ff. Stickoxiddonorverbindungen gemäß der Offenbarung in US-Patent 5 814 666 .
-
Die
Identifizierung weiterer Verbindungen, die Stickoxiddonoraktivität aufweisen
und daher in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, kann durch
Untersuchungen des Freisetzungsprofils und/oder des induzierten
Vasospasmus gemäß der Beschreibung
in
US-Patent 6 451 337 und
6 358 536 sowie Moon (2002) IBJU
Int. 89: 942–9,
und Fathian-Sabet et al. (2001) J. Urol. 165: 1724–9, bestimmt
werden.
-
Ein
Subjekt, das hierin verwendet wird, bezeichnet tierische Lebewesen,
wie Säuger,
die Primaten (beispielsweise Menschen), Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde,
Schweine, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse oder
andere bovine, ovine, equine, canine, feline, Nagetier- oder murine
Arten umfassen.
-
Die
hierin verwendeten Ausdrücke
Behandeln und Behandlung bezeichnen eine Verringerung im Hinblick
auf mindestens ein Symptom, das aus häufigem Harnlassen, Harndrang
und Nykturie ausgewählt
ist, das mit einer Störung
der ableitenden Harnwege in Verbindung steht.
-
Die
hierin verwendete therapeutisch wirksame Menge bezeich net eine zum
Auslösen
der gewünschten
biologischen Antwort ausreichende Menge. In der vorliegenden Erfindung
ist die gewünschte
biologische Antwort eine (vollständige
oder partielle) Verringerung von mindestens einem Symptom, das mit
der zu behandelnden Störung
der ableitenden Harnwege in Verbindung steht, wobei das Symptom
aus häufigem
Harnlassen, Harndrang und Nykturie ausgewählt ist. Wie bei jeder Behandlung,
insbesondere der Behandlung einer Störung mit mehreren Symptomen,
beispielsweise einer hyperaktiven Blase, ist es vorteilhaft, möglichst
viele störungsbezogene
Symptome, die das Subjekt zeigt, zu behandeln.
-
Ein
pharmazeutisch akzeptabler Träger
umfasst pharmazeutische Verdünnungsmittel,
Streckmittel oder Träger,
die in geeigneter Weise unter Bezug auf die geplante Verabreichungsform
und konsistent mit der herkömmlichen
pharmazeutischen Praxis gewählt
werden. Beispielsweise umfassen feste Träger/Verdünnungsmittel einen Gummi, eine
Stärke
(beispielsweise Maisstärke,
vorgelatinisierte Stärke),
einen Zucker (beispielsweise Lactose, Mannit, Saccharose, Dextrose),
ein Cellulosematerial (beispielsweise mikrokristalline Cellulose),
ein Acrylat (beispielsweise Polymethylacrylat), Calciumcarbonat,
Magnesiumoxid, Talkum oder Gemische derselben.
-
Pharmazeutisch
akzeptable Träger
können
wässrige
oder nichtwässrige
Lösemittel
sein. Beispiele für nichtwässrige Lösemittel
sind Propylenglykol, Polyethylenglykol und injizierbare organische
Ester, wie Ethyloleat. Wässrige
Träger
umfassen Wasser, Alkohol/wässrige
Lösungen,
Emulsionen oder Suspensionen, die Kochsalzlösung und gepufferte Medien
umfassen.
-
VERABREICHUNGSWEISEN
-
Die
bei der Verwendung der Erfindung verwendeten Verbindungen können zur
Verabreichung auf jedem geeigneten Weg, beispielsweise zur oralen
oder parenteralen, beispielsweise transdermalen, transmukosalen
(beispielsweise sublingualen, lingualen, (trans)bukkalen, (trans)urethralen,
vaginalen (beispielsweise trans- und perivaginalen), (intra)nasalen
und (trans)rektalen), intravesikalen, intraduodenalen, intrathekalen, subkutanen,
intramuskulären,
intradermalen, intraarteriellen, intravenösen, Inhalations- und topischen
Verabreichung, formuliert werden.
-
Geeignete
Zusammensetzungen und Dosierungsformen umfassen Tabletten, Kapseln,
Caplets, Pillen, Gelcaps, Lutschtabletten, Dispersionen, Suspensionen,
Lösungen,
Sirupe, Granulate, Kügelchen,
transdermale Pflaster, Gele, Pulver, Pellets, Magmas, Pastillen,
Cremes, Pasten, Pflaster, Lotionen, Plättchen, Suppositorien, flüssige Sprays
zur nasalen oder oralen Verabreichung, trockene Pulver oder Aerosolformulierungen
zur Inhalation, Zusammensetzungen und Formulierungen zur intravesikalen
Verabreichung und dgl. Ferner kann der Fachmann ohne weiteres die
geeigneten Formulierungen, die diese Zusammensetzungen und Dosierungsformen
umfassen, die die an anderer Stelle hierin beschriebenen Formulierungen
umfassen, ableiten.
-
Der
Ausdruck intravesikale Verabreichung wird hierin in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er die Abgabe eines Arzneistoffs direkt
in die Blase bedeutet.
-
Zur
oralen Verabreichung können
die Verbindungen die Form von Tabletten oder Kapseln aufweisen, die
durch herkömmliche
Mittel mit pharmazeutisch akzeptablen Streckmitteln, wie Bindemitteln
(beispielsweise Polyvinylpyrrolidon, Hydroxypropylcellulose oder
Hydroxypropylmethylcellulose); Füllstoffen
(beispielsweise Maisstärke,
Lactose, mikrokris talline Cellulose oder Calciumphosphat); Gleitmitteln
(beispielsweise Magnesiumstearat, Talkum oder Siliciumdioxid); Desintegrationsmitteln
(beispielsweise Natriumstärkeglykollat);
oder Benetzungsmitteln (beispielsweise Natriumlaurylsulfat) hergestellt
werden. Falls gewünscht,
können
die Tabletten unter Verwendung geeigneter Verfahren und Beschichtungsmaterialien,
wie OPADRY®-Filmbeschichtungssysteme,
erhältlich
von Colorcon, West Point, PA (beispielsweise OPADRY® OY-Typ,
OY-C-Typ, organischer enterischer OY-P-Typ, wässriger enterischer OY-A-Typ,
OY-PM-Typ und OPADRY® White, 32K18400), beschichtet
werden. Eine flüssige
Zubereitung zur oralen Verabreichung kann in der Form von Lösungen,
Sirupen oder Suspensionen sein. Die flüssigen Zubereitungen können durch
herkömmliche
Mittel mit pharmazeutisch akzeptablen Additiven, wie Suspendiermitteln
(beispielsweise Sorbitsirup, Methylcellulose oder hydrierte essbare
Fette); Emulgatoren (beispielsweise Lecithin oder Akaziengummi);
nichtwässrigen
Vehikeln (beispielsweise Mandelöl, Ölester oder
Ethylalkohol) und Konservierungsmitteln (beispielsweise Methyl-
oder Propyl-p-hydroxybenzoate oder Sorbinsäure), hergestellt werden.
-
Tabletten
können
unter Verwendung von Standardtablettenherstellungsverfahren und
-anlagen hergestellt werden. Ein Verfahren zur Bildung von Tabletten
erfolgt durch direkte Kompression einer pulverförmigen, kristallinen oder körnigen Zusammensetzung,
die das aktive Mittel bzw. die aktiven Mittel allein oder in Kombination
mit einem oder mehreren Trägern,
Additiven oder dgl. enthält.
Als Alternative zur direkten Kompression können Tabletten unter Verwendung
von Nassgranulations- oder Trockengranulationsverfahren hergestellt
werden. Tabletten können
auch, statt komprimiert zu werden, geformt werden, wobei von einem
feuchten oder in anderer Weise ziehbaren Material ausgegangen wird;
jedoch sind Kompressions- und Granulationstechniken bevorzugt.
-
Die
Dosierungsform kann ebenfalls eine Kapsel sein, wobei in diesem
Fall die das aktive Mittel enthaltende Zusammensetzung in der Form
einer Flüssigkeit
oder eines Feststoffs (der Teilchenformen wie Granulatkörnchen,
Kügelchen,
Pulver oder Pellets umfasst) verkapselt sein kann. Geeignete Kapseln
können
hart oder weich sein und sie bestehen allgemein aus Gelatine, Stärke oder
einem Cellulosematerial, wobei Gelatinekapseln bevorzugt sind. Zweiteilige
harte Gelatinekapseln sind beispielsweise mit Gelatinebändern oder
dgl. vorzugsweise versiegelt. Siehe beispielsweise Remington: The
Science and Practice of Pharmacy, aaO, das Materialien und Verfahren
zur Herstellung von verkapselten Pharmazeutika beschreibt. Wenn
die das aktive Mittel enthaltende Zusammensetzung innerhalb der
Kapsel in flüssiger
Form vorhanden ist, kann ein flüssiger Träger zum
Lösen des
aktiven Mittels bzw. der aktiven Mittel verwendet werden. Der Träger sollte
mit dem Kapselmaterial und allen Komponenten der pharmazeutischen
Zusammensetzung kompatibel sein und zur Einnahme geeignet sein.
-
Eine
transmukosale Verabreichung wird unter Verwendung einer Formulierungsart
oder Dosierungseinheit, die zur Applikation auf Mukosagewebe geeignet
ist, durchgeführt.
Beispielsweise kann das gewählte aktive
Mittel der Mundschleimhaut in einer Klebetablette oder einem Pflaster
verabreicht werden, durch Platzieren einer festen Dosierungsform
unter der Zunge sublingual verabreicht werden, durch Platzieren
einer festen Dosierungsform auf der Zunge lingual verabreicht werden,
als Tröpfchen
oder Nasenspray nasal verabreicht werden, durch Inhalation einer
Aerosolformulierung, einer flüssigen
Nichtaerosolformulierung oder als ein trockenes Pulver, das im oder
nahe dem Rektum platziert ist, ("transrektale" Formulierungen)
verabreicht werden oder der Harnröhre als Suppositorium, Einreibemittel oder
dgl. verabreicht werden.
-
Bevorzugte
bukkale Dosierungsformen umfassen typischerweise eine therapeutisch
wirksame Menge eines aktiven Mittels und einen biologisch erodierbaren
(hydrolysierbaren) Polymerträger,
der auch zum Haften der Dosierungsform an der Mundschleimhaut dienen
kann. Die bukkale Dosierungseinheit kann so hergestellt werden,
dass sie über
einen vorgegebenen Zeitraum erodiert, wobei die Arzneimittelabgabe
im wesentlich über
den Zeitraum erfolgt. Der Zeitraum liegt typischerweise im Bereich
von etwa 1 h bis etwa 72 h. Eine bevorzugte bukkale Abgabe erfolgt
vorzugsweise über
einen Zeitraum von etwa 2 h bis etwa 24 h. Die bukkale Arzneistoffabgabe
zur Kurzzeitverwendung sollte vorzugsweise über einen Zeitraum von etwa
2 h bis etwa 8 h, noch besser über
einen Zeitraum von etwa 3 h bis etwa 4 h erfolgen. Nach Bedarf erfolgt
eine bukkale Arzneistoffabgabe vorzugsweise über einen Zeitraum von etwa
1 h bis etwa 12 h, noch günstiger
etwa 2 h bis etwa 8 h, noch besser etwa 3 h bis etwas 6 h. Eine
nachhaltige bukkale Arzneistoffabgabe erfolgt vorzugsweise über einen
Zeitraum von etwa 6 h bis etwa 72 h, noch günstiger etwa 12 h bis etwa
48 h, noch besser etwa 24 h bis etwa 48 h. Eine bukkale Arzneistoffabgabe
vermeidet, was dem Fachmann klar ist, die mit einer oralen Arzneistoffverabreichung
verbundenen Nachteile, beispielsweise eine langsame Absorption,
Abbau des aktiven Mittels durch im Gastrointestinaltrakt vorhandene
Fluida und/oder First-Pass-Inaktivierung
in der Leber.
-
Die
Menge eines aktiven Mittels in der bukkalen Dosierungseinheit hängt natürlich von
der Wirksamkeit des Mittels und der geplanten Dosierung, die wiederum
von dem einer Behandlung unterzogenen speziellen Individuum, der
speziellen Indikation und dgl. abhängt, ab. Die bukkale Dosierungseinheit
enthält
allgemein 1,0 Gew.-% bis 60 Gew.-% an aktivem Mittel, vorzugsweise
in der Größenordnung
von 1 Gew.-% bis 30 Gew.-% aktivem Mittel. Im Hinblick auf den biologisch
erodierbaren (hydrolysierbaren) Polymerträger ist klar, dass tatsächlich jeder
beliebige derartige Träger
verwendet werden kann, sofern das gewünschte Arzneistofffreisetzungsprofil
nicht beeinträchtigt
wird und der Träger
mit dem zu verabreichenden aktiven Mittel und beliebigen anderen
Komponenten der bukkalen Dosierungseinheit kompatibel ist. Allgemein
umfasst der Polymerträger
ein hydrophiles (wasserlösliches
und wasserquellbares) Polymer, das an der feuchten Oberfläche der
Mundschleimhaut haftet. Beispiele für hierin verwendbare Polymerträger umfassen
Acrylsäurepolymere und
Co, beispielsweise die als "Carbomere" (Carbopol
®,
das von B. F. Goodrich erhalten werden kann, ist ein derartiges
Polymer) bekannt sind. Andere geeignete Polymere umfassen hydrolysierten
Polyvinylalkohol; Polyethylenoxide (beispielsweise die wasserlöslichen
Harze Sentry Polyox
®, erhältlich von Union Carbide);
Polyacrylate (beispielsweise Gantrez
®, das
von GAF erhalten werden kann); Vinylpolymere und -copolymere; Polyvinylpyrrolidon;
Dextran; Guargummi; Pektine; Stärkearten;
und Cellulosepolymere, wie Hydroxypropylmethylcellulose (beispielsweise
Methocel
®,
das von Dow Chemical Company erhalten werden kann), Hydroxypropylcellulose
(beispielsweise Klucel
®, das ebenfalls von Dow
erhalten werden kann), Hydroxypropylcelluloseether (siehe beispielsweise
US-Patent 4 704 285 von
Alderman), Hydroxyethylcellulose, Carboxymethylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose,
Methylcellulose, Ethylcellulose, Celluloseacetatphthalat und Celluloseacetatbutyrat.
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Andere
Komponenten können
ebenfalls in die hierin beschriebenen bukkalen Dosierungsformen
eingearbeitet werden. Die zusätzlichen
Komponenten umfassen Desintegrationsmittel, Verdünnungsmittel, Bindemittel,
Gleitmittel, Aromatisierungsmittel, Farbmittel, Konservierungsmittel
und dgl. Bei spiele für
Desintegrationsmittel, die verwendet werden können, umfassen, ohne hierauf
beschränkt
zu sein, vernetzte Polyvinylpyrrolidone, wie Crospovidon (beispielsweise
Polyplasdone® XL,
das von GAF erhalten werden kann), vernetzte Carboxylmethylcellulosen,
wie Croscarmelose (beispielsweise Ac-di-sol®, das
von FMC erhalten werden kann), Alginsäure und Natriumcarboxymethylstärkearten
(beispielsweise Explotab®, das von Edward Medell Co.,
Inc. erhalten werden kann), Methylcellulose, Agarbentonit und Alginsäure. Geeignete
Verdünnungsmittel umfassen
diejenigen, die allgemein in pharmazeutischen Formulierungen verwendet
werden können,
die unter Verwendung von Kompressionstechniken hergestellt werden,
beispielsweise Dicalciumphosphatdihydrat (beispielsweise Di-Tab®,
das von Stauffer erhalten werden kann), Zucker, die durch Co-Kristallisation
mit Dextrin verarbeitet wurden (beispielsweise co-kristallisierte
Saccharose und Dextrin, wie Di-Pak®, das
von Amstar erhalten werden kann), Calciumphosphat, Cellulose, Kaolin,
Mannit, Natriumchlorid, trockene Stärke und Staubzucker. Bindemittel
umfassen, wenn diese verwendet werden, diejenigen, die die Adhäsion verstärken. Beispiele
für derartige
Bindemittel umfassen Stärke,
Gelatine und Zucker, wie Saccharose, Dextrose, Molassearten und
Lactose. Besonders bevorzugte Gleitmittel sind Stearate und Stearinsäure und
ein optimales Gleitmittel ist Magnesiumstearat.
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Sublinguale
und linguale Dosierungsformen umfassen Tabletten, Cremes, Einreibemittel,
Pastillen, Pasten und alle anderen geeigneten Dosierungsformen,
in denen der Wirkstoff in eine desintegrierbare Matrix eingemischt
ist. Die Tablette, Creme, das Einreibemittel oder die Paste zur
sublingualen oder lingualen Abgabe umfasst eine therapeutisch wirksame
Menge des gewählten
aktiven Mittels und einen oder mehrere herkömmliche nichttoxische Träger, die
zur sublingualen oder lingualen Arzneistoffverabreichung geeignet sind.
Die in der vorliegenden Erfindung verwendeten sublingualen und lingualen
Dosierungsformen können
unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren hergestellt werden. Die sublingualen und lingualen Dosierungsformen
können derart
hergestellt werden, dass sie rasch zerfallen. Der Zeitraum zur vollständigen Desintegration
bzw. zum vollständigen
Zerfall der Dosierungseinheit liegt typischerweise im Bereich von
10 s bis 30 min und er beträgt optimal
weniger als 5 min.
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Andere
Komponenten können
ebenfalls in die hierin beschriebenen sublingualen und lingualen
Dosierungsformen eingearbeitet werden. Die zusätzlichen Komponenten umfassen
Bindemittel, Desintegrationsmittel, Benetzungsmittel und Gleitmittel.
Beispiele für
Bindemittel, die verwendet werden können, umfassen Wasser, Ethanol,
Polyvinylpyrrolidon und eine Stärkelösung, Gelatinelösung. Geeignete
Desintegrationsmittel umfassen trockene Stärke, Calciumcarbonat, Polyoxyethylensorbitanfettsäureester,
Natriumlaurylsulfat, Stearinmonoglycerid und Lactose und dgl. Benetzungsmittel,
wenn diese verwendet werden, umfassen Glycerin, Stärkearten
und dgl. Besonders bevorzugte Gleitmittel sind Stearate und Polyethylenglykol.
Zusätzliche
Komponenten, die in sublinguale und linguale Dosierungsformen eingearbeitet
werden können,
sind dem Fachmann bekannt oder offensichtlich (siehe beispielsweise
Remington: The Science and Practice of Pharmacy, aaO).
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Im
Hinblick auf eine transurethrale Verabreichung kann die Formulierung
eine urethrale Dosierungsform, die das aktive Mittel und einen oder
mehrere ausgewählte
Träger
oder Streckmittel, wie Wasser, Silicon, Wachse, Petroleumgelee,
Polyethylenglykol ("PEG"), Propylenglykol
("PG"), Liposome, Zucker,
wie Mannit und Lactose, und/oder eine Vielzahl anderer Materialien,
wobei Polyethylenglyol und Derivate des selben besonders bevorzugt
sind, enthält,
umfassen. Ein Verstärker
der transurethralen Permeation kann in die Dosierungsform eingearbeitet
werden. Beispiele für
geeignete Permeationsverstärker
umfassen Dimethylsulfoxid ("DMSO"), Dimethylformamid
("DMF"), N,N-Dimethylacetamid
("DMA"), Decylmethylsulfoxid
("C10 MSO"), Polyethylenglykolmonolaurat
("PEGML"), Glycerinmonolaurat,
Lecithin, die 1-substituierten Azacycloheptan-2-one, insbesondere
1-n-Dodecylcyclazacycloheptan-2-on (erhältlich unter der Marke Azone® von
Nelson Research & Development
Co., Irvine, Kalifornien), SEPA® (erhältlich von
Macrochem Co., Lexington, Mass.), grenzflächenaktive Mittel gemäß der obigen
Diskussion, die beispielsweise Tergitol®, Nonoxynol-9® und TWEEN-80® umfassen,
und Niederalkanole, wie Ethanol.
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Eine
transurethrale Arzneistoffverabreichung, die in
US-Patent
5 242 391 ,
5 474 535 ,
5 686 093 und
5 773 020 erklärt ist, kann auf eine Zahl
unterschiedlicher Wege unter Verwendung einer Vielzahl urethraler Dosierungsformen
durchgeführt
werden. Beispielsweise kann der Arzneistoff in die Harnröhre ausgehend
von einem flexiblen Röhrchen,
einer Druckflasche, Pumpe oder einem Aerosolspray eingeführt werden.
Der Arzneistoff kann auch in Überzügen, Pellets
oder Suppositorien, die in der Harnröhre absorbiert, geschmolzen oder
biologisch erodiert werden, enthalten sein. In bestimmten Ausführungsformen
ist der Arzneistoff in einem Überzug
auf der äußeren Oberfläche eines
Peniseinführungsteils
enthalten. Vorzugsweise wird, obwohl dies nicht wesentlich ist,
der Arzneistoff mindestens 3 cm in die Harnröhre und vorzugsweise mindestens
7 cm in die Harnröhre
eingeführt.
Allgemein ergibt die Einführung
von mindestens 3 cm bis 8 cm in die Harnröhre wirksame Ergebnisse in
Verbindung mit dem vorliegenden Verfahren.
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Urethrale
Suppositoriumformulierungen, die PEG oder ein PEG-Derivat enthalten,
können
in passender Weise unter Verwendung herkömmlicher Techniken, beispielsweise
Pressformen oder Heißformen,
die dem Fachmann bekannt sind und in der gängigen Literatur und pharmazeutischen
Texten beschrieben sind, formuliert werden. (Siehe beispielsweise
Remington: The Science and Practice of Pharmacy, aaO, das typische
Verfahren zur Herstellung pharmazeutischer Zusammensetzungen in
der Form von urethralen Suppositorien offenbart.) Das PEG oder PEG-Derivat
weist vorzugsweise ein Molekulargewicht im Bereich von 200 bis 2500
g/mol, noch besser im Bereich von 1000 bis 2000 g/mol auf. Geeignete
Polyethylenglykolderivate umfassen Polyethylenglykolfettsäureester,
beispielsweise Polyethylenglykolmonostearat, Polyethylenglykolsorbitanester,
beispielsweise Polysorbate. In Abhängigkeit von dem speziellen
aktiven Mittel können
urethrale Suppositorien ein oder mehrere Solubilisierungsmittel,
die zum Erhöhen
der Löslichkeit
des aktiven Mittels in dem PEG oder einem anderen transurethralen
Vehikel wirksam sind, enthalten.
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Es
kann günstig
sein, das aktive Mittel in einer urethralen Dosierungsform, die
für eine
gesteuerte oder nachhaltige Freisetzung des Mittels sorgt, zuzuführen. In
diesem Fall kann die Dosierungsform ein biologisch kompatibles,
biologisch abbaubares Material, typischerweise ein biologisch abbaubares
Polymer, umfassen. Beispiele für
derartige Polymere umfassen Polyester, Polyalkylcyanoacrylate, Polyorthoester,
Polyanhydride, Albumin, Gelatine und Stärke. Wie beispielsweise in
der PCT-Veröffentlichung
WO 96/40054 erklärt ist,
können diese
und andere Polymere zur Bereitstellung von biologisch abbaubaren
Mikroteilchen, die eine gesteuerte und nachhaltige Arzneistofffreisetzung
ermöglichen,
verwendet werden, wodurch wiederum die erforderliche Dosierungshäufigkeit
minimiert wird.
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Die
urethrale Dosierungsform umfasst vorzugsweise ein Suppositorium,
das eine Länge
von 2 bis 20 mm, vorzugsweise eine Länge von 5 bis 10 mm und eine
Breite von weniger als 5 mm, vorzugsweise eine Breite von weniger
als 2 mm aufweist. Das Gewicht des Suppositoriums liegt typischerweise
im Bereich von 1 mg bis 100 mg, vorzugsweise im Bereich von 1 mg
bis 50 mg. Jedoch ist dem Fachmann klar, dass die Größe des Suppositoriums
in Abhängigkeit
von der Wirksamkeit des Arzneistoffs, der Natur der Formulierung
und anderen Faktoren variieren kann und wird.
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Eine
transurethrale Arzneistoffzufuhr kann einen "aktiven" Zugabemechanismus, wie Iontophorese, Elektroporation
oder Phonophorese, umfassen. Vorrichtungen und Verfahren zur Zufuhr
von Arzneimittel auf diese Weise sind einschlägig bekannt. Eine iontophoretisch
unterstützte
Arzneistoffzufuhr ist beispielsweise in der oben angegebenen PCT-Veröffentlichung
WO 96/40054 beschrieben.
Kurz gesagt wird das aktive Mittel durch die Harnröhrenwand
mittels eines elektrischen Stroms, der von einer äußeren Elektrode
zu einer zweiten Elektrode, die in der urethralen Sonde enthalten
ist oder an dieser befestigt ist, läuft, getrieben.
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Bevorzugte
transrektale Dosierungsformen können
rektale Suppositorien, Cremes, Salben und flüssige Formulierungen (Klistiere)
umfassen. Das Suppositorium, die Creme, Salbe oder flüssige Formulierung
zur transrektalen Zufuhr umfasst eine therapeutisch wirksame Menge
des gewählten
Phosphodiesteraseinhibitors und einen oder mehrere herkömmliche
nichttoxische Träger,
die zur transrektalen Arzneistoffverabreichung geeignet sind. Die
in der vorliegenden Erfindung verwendeten transrektalen Dosierungsformen
können
unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren hergestellt werden. Die transrektale Dosierungseinheit
kann derart hergestellt werden, dass sie rasch oder über einen
Zeitraum von mehreren Stunden zerfällt. Der Zeitraum zur vollständigen Desintegration
liegt vorzugsweise im Bereich von 10 min bis 6 h und optimal beträgt er weniger
als 3 h.
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Andere
Komponenten können
ebenfalls in die hierin beschriebenen transrektalen Dosierungsformen eingearbeitet
werden. Die zusätzlichen
Komponenten umfassen Steifungsmittel, Antioxidationsmittel und Konservierungsmittel.
Beispiele für
Steifungsmittel, die verwendet werden können, umfassen Paraffin, weißes Wachs
und gelbes Wachs. Bevorzugte Antioxidationsmittel umfassen, wenn
sie verwendet werden, Natriumbisulfit und Natriummetabisulfit.
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Bevorzugte
vaginale oder perivaginale Dosierungsformen umfassen vaginale Suppositorien,
Cremes, Salben, flüssige
Formulierungen, Zäpfchen,
Tampons, Gele, Pasten, Schäume
oder Sprays. Das Suppositorium, die Creme, Salbe, flüssige Formulierung,
das Zäpfchen,
Tampon, Gel, die Paste, der Schaum oder das Spray zur vaginalen
oder perivaginalen Zufuhr umfasst eine therapeutisch wirksame Menge
des gewählten
aktiven Mittels und einen oder mehrere herkömmliche nichttoxische Träger, die
zur vaginalen oder perivaginalen Arzneistoffverabreichung geeignet
sind. Die in der vorliegenden Erfindung verwendeten vaginalen oder
perivaginalen Formen können
unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren gemäß der Offenbarung
in Remington: The Science and Practice of Pharmacy, aaO (siehe auch
Arzneistoffformulierungen, die in
US-Patent
6 515 198 ,
6 500 822 ,
6 417 186 ,
6 416 779 ,
6 376 500 ,
6 355 641 ,
6 258 819 ,
6 172 062 und
6 086 909 verwendet werden) hergestellt
werden. Die vaginale oder perivaginale Dosierungseinheit kann derart
hergestellt werden, dass sie rasch oder über einen Zeitraum von mehreren
Stunden zerfällt.
Der Zeitraum zur vollständigen
Desintegration liegt vorzugsweise im Bereich von 10 min bis 6 h
und er beträgt
optimal weniger als 3 h.
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Andere
Komponenten können
ebenfalls in die hierin beschriebenen vaginalen oder perivaginalen
Dosierungsformen eingearbeitet werden. Die zusätzlichen Komponenten umfassen
Steifungsmittel, Antioxidationsmittel und Konservierungsmittel.
Beispiele für
Steifungsmittel, die verwendet werden können, umfassen beispielsweise
Paraffin, weißes
Wachs und gelbes Wachs. Bevorzugte Antioxidationsmittel umfassen,
wenn sie verwendet werden, Natriumbisulfit und Natriummetabisulfit.
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Die
aktiven Mittel können
auch intranasal oder durch Inhalation verabreicht werden. Zusammensetzungen
zur intranasalen Verabreichung sind allgemein flüssige Formulierungen zur Verabreichung
als Spray oder in der Form von Tropfen, obwohl Pulverformulierungen
zur intranasalen Verabreichung, beispielsweise Insufflationen, Nasengels,
Cremes, Pasten oder Salben oder andere geeignete Formulierungen
verwendet werden können.
Für flüssige Formulierungen
kann das aktive Mittel zu einer Lösung, beispielsweise von Wasser
oder eine isotonische Kochsalzlösung,
gepuffert oder ungepuffert oder als Suspension formuliert werden. Vorzugsweise
sind derartige Lösungen
oder Suspensionen isotonisch in Bezug auf Nasensekrete und von etwa
dem gleichen pH-Wert im Bereich von beispielsweise pH 4,0 bis pH
7,4 oder pH 6,0 bis pH 7,0. Puffer sollten physiologisch kompatibel
sein und sie umfassen beispielsweise Phosphatpuffer. Ferner sind
verschiedene Vorrichtungen einschlägig zur Erzeugung von Tropfen,
Tröpfchen
und Sprays verfügbar,
die Tropfvorrichtungen, Druckflaschen und manuell und elektrisch
betriebene intranasale Pumpdispensiervorrichtungen umfassen. Aktives
Mittel enthaltende intranasale Träger können auch Nasengels, Cremes,
Pasten oder Salben mit einer Viskosität von beispielsweise 10 bis
6500 cP oder mehr in Abhängigkeit
von dem gewünschten
nachhaltigen Kontakt mit den Nasen schleimhautoberflächen umfassen.
Derartige viskose Trägerformulierungen können auf
beispielsweise Alkylcellulosen und/oder anderen biologisch kompatiblen
Trägern
hoher Viskosität, die
einschlägig
bekannt sind (siehe beispielsweise Remington: The Science and Practice
of Pharmacy, aaO), basieren. Andere Bestandteile, wie Konservierungsmittel,
Farbmittel, Gleitmittel oder viskose Mineral- oder pflanzliche Öle, Duftstoffe,
natürliche
oder synthetische Pflanzenextrakte, wie ätherische Öle, und Feuchthaltemittel und
Viskositätserhöhungsmittel,
wie beispielsweise Glycerin, können
ebenfalls eingearbeitet werden, um zusätzliche Viskosität, Feuchtigkeitsretention
und eine angenehme Struktur und einen angenehmen Geruch für die Formulierung
bereitzustellen. Formulierungen zur Inhalation können als Aerosol, entweder
Lösungsaerosol,
in dem das aktive Mittel in einem Träger (beispielsweise Treibmittel)
solubilisiert ist, oder Dispersionsaerosol, in dem das aktive Mittel
in einem Träger
und einem optionalen Lösemittel
suspendiert oder dispergiert ist, hergestellt werden. Nichtaerosolformulierungen
zur Inhalation können
die Form einer Flüssigkeit,
typischerweise einer wässrigen
Suspension erhalten, obwohl wässrige
Lösungen
ebenso verwendet werden können.
In diesem Fall ist der Träger
typischerweise eine Natriumchloridlösung mit einer derartigen Konzentration,
dass die Formulierung isotonisch gegenüber einem normalen Körperfluidum
ist. Zusätzlich
zu dem Träger
können
die flüssigen
Formulierungen Wasser und/oder Streckmittel, die ein antimikrobielles
Konservierungsmittel (beispielsweise Benzalkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid,
Chlorbutanol, Phenylethylalkohol, Thimerosal und Kombinationen derselben),
ein Puffermittel (beispielsweise Citronensäure, Kaliummetaphosphat, Kaliumphosphat,
Natriumacetat, Natriumcitrat und Kombinationen derselben), ein grenzflächenaktives Mittel
(beispielsweise Polysorbate 80, Natriumlaurylsulfat, Sorbitanmonopalmitat
und Kombinationen derselben) und/oder ein Suspendiermittel (beispielsweise
Agaragar, Bentonit, mikrokristalline Cellulose, Natriumcarboxymethylcellulose,
Hydroxypropylmethylcellulose, Tragant, Veegum und Kombinationen
derselben) umfassen, enthalten. Nichtaerosolformulierungen zur Inhalation
können
auch Formulierungen eines trockenen Pulvers, insbesondere Insufflationen,
in denen das Pulver eine mittlere Teilchengröße von 0,1 μm bis 50 μm, vorzugsweise 1 μm bis 25 μm aufweist,
umfassen.
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Ein
zur intrathekalen Verabreichung verwendetes übliches System ist das von
Medtronic, Inc., erhältliche
APT Intrathecal-Behandlungssystem. APT Intrathecal verwendet eine
kleine Pumpe, die chirurgisch unter der Bauchhaut zur direkten Zufuhr
einer Medikation in den intrathekalen Raum platziert ist. Die Medikation
wird über
ein als Katheter bezeichnetes kleines Röhrchen, das ebenfalls chirurgisch
platziert wird, zugeführt.
Die Medikation kann dann direkt Zellen im Rückenmark, die an der Übertragung
sensorischer und motorischer Signale, die mit Störungen der ableitenden Harnwege
in Verbindung stehen, beteiligt sind, verabreicht werden.
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Ein
weiteres, von Medtronic erhältliches
System, das häufig
zur intrathekalen Verabreichung verwendet wird, ist das vollständig implantierbare,
programmierbare SynchroMed® Infusion System. Das
SynchroMed® Infusion
System weist zwei Teile auf, die beide im Körper während eines chirurgischen Verfahrens
platziert werden: den Katheter und die Pumpe. Der Katheter ist ein
kleines weiches Röhrchen.
Ein Ende wird mit dem Kathetereingang der Pumpe verbunden und das
andere Ende wird im intrathekalen Raum platziert. Die Pumpe ist
eine runde Metallvorrichtung einer Dicke von etwa einem Inch (2,5
cm), eines Durchmessers von drei Inch (8,5 cm) und sie wiegt sechs
Unzen (205 g) und dadurch werden vorgeschriebene Mengen einer Medikation
direkt im intrathekalen Raum gespeichert. Sie kann aus Titan, einem
Metall leichten Gewichts, medizinischer Qualität bestehen. Das Reservoir ist
der Raum im Inneren der Pumpe, das die Medikation hält. Der Füllanschluss
ist ein erhöhter
Zentralteil der Pumpe, durch den die Pumpe nachgefüllt wird.
Der Arzt oder eine Krankenschwester führt eine Nadel durch die Haut
des Patienten und durch den Füllanschluss
zum Füllen
der Pumpe ein. Einige Pumpen besitzen einen Seitenkatheterzugangsanschluss,
der eine direkte Injektion anderer Medikationen oder steriler Lösungen in
den Katheter unter Umgehen der Pumpe durch den Arzt gestattet.
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Die
SynchroMed®-Pumpe
führt automatisch
eine gesteuerte Menge einer Medikation durch den Katheter in den
intrathekalen Raum um das Rückenmark
ein, wo sie am wirksamsten ist. Die exakte Dosierung, Rate und Timing,
die vom Arzt vorgeschrieben werden, werden in die Pumpe unter Verwendung
einer Programmiervorrichtung, einer äußeren computerähnlichen
Vorrichtung, die den Speicher der Pumpe steuert, eingegeben. Die
Information über
die Vorschriften für
einen Patienten kann im Speicher der Pumpe gespeichert werden. Der
Arzt kann ohne weiteres diese Information durch Verwendung der Programmiervorrichtung
im Überblick
betrachten. Die Programmiervorrichtung kommuniziert mit der Pumpe
durch Funksignale, die dem Arzt sagen, wie die Pumpe zu einem gegebenen
Zeitpunkt arbeitet. Der Arzt kann auch die Programmiervorrichtung
zu Änderung
der Medikationsdosierung verwenden.
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Mittel
einer intrathekalen Verabreichung können die oben beschriebenen,
die von Medtronic erhältlich sind,
sowie andere Mittel, die dem Fachmann bekannt sind, umfassen.
-
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Für eine andere
parenterale Verabreichung können
die bei der Verwendung der Erfindung verwendeten Verbindungen zur
Injektion oder Infusion, beispielsweise intravenösen, intraarteriellen, intramuskulären oder
subkutanen Injektion oder Infusion oder zur Verabreichung in einer
Bolusdosis und/oder kontinuierlichen Infusion formuliert werden.
Suspensionen, Lösungen
oder Emulsionen in einem öligen
oder wässrigen
Vehikel, die optional andere Formulierungsmittel, wie Suspendiermittel,
Stabilisierungsmittel und/oder Dispergiermittel, enthalten, können verwendet
werden.
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ZUSÄTZLICHE DOSIERUNGSFORMULIERUNGEN
UND ARZNEISTOFFABGABESYSTEME
-
Im
Vergleich mit herkömmlichen
Arzneimittelabgabeansätzen
beruhen einige Technologien mit gesteuerter Freisetzung auf der
Modifikation von sowohl Makromolekülen als auch synthetischen
kleinen Molekülen,
damit diese im Körper
aktiv statt passiv absorbiert werden. Beispielsweise verwendet XenoPort
Inc. eine Technologie, die existierende Moleküle verwendet und sie technisch
derart verändert,
dass neue chemische Einheiten (singuläre Moleküle) erzeugt werden, die verbesserte
pharmakologische Eigenschaften aufweisen, um entweder 1) die kurze
Halbwertszeit eines Arzneistoffs zu verlängern, 2) eine schlechte Absorption
zu beseitigen und/oder 3) mit einer schlechten Arzneistoffverteilung
auf Zielgeweben umzugehen. Techniken zur Verlängerung der kurzen Halbwertszeit
eines Arzneistoffs umfassen die Verwendung von Prodrugs mit langsamen
Spaltungsraten zur Freisetzung von Arzneistoffen über die
Zeit oder solchen, die Transporter im Dünn- und Dickdarm, um die Verwendung
von oralen Systemen mit nachhaltiger Abgabe ermöglichen, einbeziehen, sowie
Arzneistoffe, die aktive Transportsysteme einbeziehen. Beispiele
für derartige
Formulierungen mit gesteuerter Freisetzung, Tabletten, Dosierungsformen
und Arzneimittelabgabesysteme sind in den folgenden veröffentlichten
US- und PCT-Patentanmeldungen, die Xenoport Inc. zugeschrieben sind,
beschrieben:
US20030150254 ,
US20030158089 ,
US20030017964 ,
US2003130246 ,
WO02100172 ,
WO02100392 ,
WO02100347 ,
WO 02100344 ,
WO0242414 ,
WO0228881 ,
WO0228882 ,
WO0244324 ,
WO0232376 ,
WO0228883 und
WO0228411 . Insbesondere ist X213512
von Xenoport eine transportierte Prodrug von Gabapentin, die technisch
derart verändert
wurde, dass sie Transportmechanismen hoher Kapazität, die in
sowohl dem Dünndarm
als auch dem Dickdarm lokalisiert sind, verwendet und sobald sie
im Körper
ist, rasch in Gabapentin umgewandelt wird. Im Gegensatz zu Gabapentin
selbst wurde in präklinischen
und klinischen Studien gezeigt, dass X213512 dosisproportionale
Blutspiegel von Gabapentin über
einen breiten Bereich oraler Dosen ergibt und vom Dickdarm effizient
absorbiert wird.
-
Einige
andere Technologien mit gesteuerter Freisetzung beruhen auf Verfahren,
die die Magenretention fördern
oder verstärken,
beispielsweise die von Depomed Inc. entwickelten. Da viele Arzneistoffe
am besten im Magen und in oberen Teilen des Dünndarms absorbiert werden,
entwickelte Depomed Tabletten, die im Magen im postprandialen Zustand
oder nach der Nahrungsaufnahme quellen, so dass sie wie unverdaute Nahrung
behandelt werden. Diese Tabletten befinden sich daher über 6, 8
oder mehr Stunden sicher und neutral im Magen und sie geben Arzneistoff
mit einer gewünschten
Rate und Dauer an obere gastrointestinale Stellen ab. Spezielle
Technologien in diesem Bereich umfassen: 1) Tabletten, die langsam
in Magenflüssigkeit unter
Abgabe von Arzneistoffen mit einer nahezu konstanten Rate erodieren
(besonders günstig
für stark
unlösliche
Arzneistoffe); 2) Doppelschichttabletten, die Arzneistoffe mit verschiedenen
Eigenschaften in einer einzigen Tablette kombinieren, (beispielsweise
ein hoch unlöslicher
Arzneistoff in einer Erosionsschicht und ein löslicher Arzneistoff in einer
Diffusionsschicht zur nachhaltigen Freisetzung beider) und 3) Kombinationstabletten,
die entweder Arzneistoffe gleichzeitig oder aufeinanderfolgend über einen
gewünschten
Zeitraum abgeben (was einen ersten Schwall eines schnell wirkenden
Arzneistoffs und eine anschließende
langsame nachhaltige Abgabe eines anderen Arzneimittels umfasst).
Beispiele für
derartige Formulierungen mit gesteuerter Freisetzung, die zur Verwendung
mit der vorliegenden Erfindung geeignet sind und auf der Magenretention
während
des postprandialen Zustands oder nach der Nahrungsaufnahme beruhen,
umfassen Tabletten, Dosierungsformen und Arzneistoffabgabesysteme
in den folgenden US-Patenten, die Depomed Inc. zugeschrieben sind:
US 6 488 962 ,
US 6 451 808 ,
US 6 340 475 ,
US 5 972 389 ,
US 5 582 837 und
US 5 005 790 . Beispiele für derartige
Formulierungen mit gesteuerter Freisetzung, die zur Verwendung mit
der vorliegenden Erfindung geeignet sind und auf der Magenretention
während
des postprandialen Zustands oder nach der Nahrungsaufnahme beruhen,
umfassen Tabletten, Dosierungsformen und Arzneistoffabgabesystem
in den folgenden veröffentlichten
US- und PCT-Patentanmeldungen, die Depomed Inc. zugeschrieben sind:
US20030147952 ,
US20030104062 ,
US20030104053 ,
US20030104052 ,
US20030091630 ,
US20030044466 ,
US20030039688 ,
US30020051820 ,
WO0335040 ,
WO0335039 ,
WO0156544 ,
WO0132217 ,
WO9855107 ,
WO9747285 und
WO9318755 .
-
Weitere
Systeme mit gesteuerter Freisetzung umfassen die von ALZA Corporation
entwickelten auf der Basis von: 1) Osmosetechnologie zur oralen
Zufuhr; 2) transdermaler Zufuhr über
Pflaster; 3) liposomaler Zufuhr durch intravenöse Injektion; 4) Osmosetechnologie
zur Langzeitabgabe über
Implantate und 5) Depottechnologie, die zur Abgabe von Mitteln über Zeiträume von
Tagen bis zu einem Monat gestaltet sind. Orale Abgabesysteme von
ALZA umfassen diejenigen, die Osmose zur Bereitstellung einer präzisen gesteuerten Arzneistoffabgabe
während
bis zu 24 h für
sowohl schlecht löslich
als auch hoch lösliche
Arzneistoffe verwenden, sowie diejenigen, die hohe Arzneistoffdosen,
die die Anforderungen einer hohen Arzneistoffbeladung erfüllen, abgeben.
Gesteuerte transdermale Abgabesysteme von ALZA ergeben eine Arzneistoffabgabe
durch intakte Haut über
eine Länge
von einer Woche mit einer einzigen Applikation zur Verbesserung
von Arzneistoffabsorption und Abgabe konstanter Mengen eines Arzneistoffs
in den Blutstrom über
die Zeit. Liposomale Abgabesysteme von ALZA umfassen Lipidnanopartikel,
die wegen ihres einzigartigen Polyethylenglykol(PEG)überzugs
der Erkennung durch das Immunsystem entgehen, was eine präzise Abgabe
von Arzneistoffen an krankheitsspezifische Bereiche des Körpers ermöglicht.
ALZA entwickelte ferner osmotisch getriebene Systeme, um die kontinuierliche
Zufuhr kleiner Arzneistoffe, Peptide, Proteine, von DNA und anderen
biologisch aktiven Makromolekülen über bis
zu ein Jahr für
eine systemische oder gewebespezifische Therapie zu ermöglichen.
Schließlich
ist eine ALZA-Depotinjektionstherapie zur Abgabe von Biopharmazeutika
und kleinen Molekülen über Zeiträume von
Tagen bis zu einem Monat unter Verwendung einer nichtwässrigen
Polymerlösung
zur Stabilisierung von Makromolekülen und eines einzigartigen
Zufuhrprofils gestaltet.
-
-
Weitere
Beispiele für
Formulierungen mit gesteuerter Freisetzung, Tabletten, Dosierungsformen
und Arzneistoffabgabesysteme, die zur Verwendung mit der vorliegenden
Erfindung geeignet sind, sind in den folgenden veröffentlichten
US-Patentanmeldungen
und PCT-Anmeldungen, die ALZA Corporation zugeschrieben sind, beschrieben:
US20010051183 ;
WO0004886 ;
WO0013663 ;
WO0013674 ;
WO0025753 ;
WO0025790 ;
WO0035419 ;
WO0038650 ;
WO0040218 ;
WO0045790 ;
WO0066126 ;
WO0074650 ;
WO0119337 ;
WO0119352 ;
WO0121211 ;
WO0137815 ;
WO0141742 ;
WO0143721 ;
WO0156543 ;
WO3041684 ;
WO03041685 ;
WO03041757 ;
WO03045352 ;
WO03051341 ;
WO03053400 ;
WO03053401 ;
WO9000416 ;
WO9004965 ;
WO9113613 ;
WO9116884 ;
WO9204011 ;
WO9211843 ;
WO9212692 ;
WO9213521 ;
WO9217239 ;
WO9218102 ;
WO9300071 ;
WO9305843 ;
WO9306819 ;
WO9314813 ;
WO9319739 ;
WO9320127 ;
WO9320134 ;
WO9407562 ;
WO9408572 ;
WO9416699 ;
WO9421262 ;
WO9427587 ;
WO9427589 ;
WO9503823 ;
WO9519174 ;
WO9529665 ;
WO9600065 ;
WO9613248 ;
WO9625922 ;
WO9637202 ;
WO9640049 ;
WO9640050 ;
WO9640139 ;
WO9640364 ;
WO9640365 ;
WO9703634 ;
WO9800158 ;
WO9802169 ;
WO9814168 ;
WO9816250 ;
WO9817315 ;
WO9827962 ;
WO9827963 ;
WO9843611 ;
WO9907342 ;
WO9912526 ;
WO9912527 ;
WO9918159 ;
WO9929297 ;
WO9929348 ;
WO9932096 ;
WO9932153 ;
WO9948494 ;
WO9956730 ;
WO9958115 und
WO9962496 .
-
Eine
weitere Arzneistoffzufuhrtechnologie, die zur Verwendung in der
vorliegenden Erfindung geeignet ist, ist die von DepoMed, Inc.,
in
US-Patent 6 682 759 offenbarte,
wobei dieses ein Verfahren zur Herstellung einer pharmazeutischen
Tablette zur oralen Verabreichung offenbart, die sowohl einen Arzneistoffzufuhrmodus mit
unmittelbarer Freisetzung als auch einen Arzneistoffzufuhrmodus
mit längerer
Freisetzung kombiniert. Die Tablette gemäß dem Verfahren umfasst einen
Arzneistoffkern mit längerer
Freisetzung und eine Arzneistoffbeschichtung oder -schicht mit unmittelbarer
Freisetzung, die in Wasser unlöslich
oder schwer löslich
sein kann. Das Verfahren beschränkt
den Arzneistoffteilchendurchmesser in der Beschichtung oder Schicht
mit unmittelbarer Freisetzung auf 10 μm oder weniger. Die Beschichtung
oder Schicht sind entweder die Teilchen selbst, die als wässrige Suspension
appliziert werden, oder eine feste Zusammensetzung, die die Arzneistoffteilchen in
einem festen Material, das im Magensaft rasch zerfällt, eingearbeitet
enthält.
-
Andrx
Corporation entwickelte ebenfalls eine zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung geeignete Arzneistoffzufuhrtechnologie, die umfasst: 1)
ein pelletisiertes gepulstes Zufuhrsystem ("PPDS"),
2) ein osmotisches Tablettensystem einer einzigen Zusammensetzung
("SCOT"), 3) ein löslichkeitsmodulierendes
Hydrogelsystem ("SMHS"), 4) ein verzögertes gepulstes
Hydrogelsystem ("DPHS"), 5) ein stabilisiertes
Pelletzufuhrsystem ("SPDS"), 6) ein körniges modulierendes
Hydrogelsystem ("GMHS"), 7) ein pelletisiertes
Tablettensystem ("PELTAB"), 8) ein poröses Tablettensystem
("PORTAB") und 9) ein stabilisiertes
Tablettenzufuhrsystem ("STDS"). PPDS verwendet
Pellets, die mit speziellen Polymeren und Mitteln zur Steuerung
der Freisetzungsrate des mikroverkapselten Arzneistoffs überzogen
sind, und es ist zur Verwendung mit Arzneistoffen, die eine gepulste
Freisetzung erfordern, gestaltet. SCOT verwendet verschiedene osmotische
modulierende Mittel sowie Polymerüberzüge zur Bereitstellung einer
Arzneistofffreisetzung nullter Ordnung. SMHS verwendet ein Dosierungssystem
auf Hydrogelbasis, das den "initial
burst effect", der
häufig
bei anderen Hydrogelformulierungen mit nachhaltiger Freisetzung
beobachtet wird, vermeidet und eine nachhaltige Freisetzung ohne
die Notwendigkeit der Verwendung spezieller Überzüge oder Strukturen, die Herstellungskosten
erhöhen,
ergibt. DPHS ist zur Verwendung mit Hydrogelmatrixprodukten, die
durch eine erste Arzneistofffreisetzung nullter Ordnung und eine
anschließende
rasche Freisetzung, die durch das Einmischen ausgewählter Hydrogelpolymere
zum Erreichen eines verzögerten
Pulses erreicht wird, gekennzeichnet sind, gestaltet. SPDS enthält einen
Pelletkern eines Arzneistoffs und eine Schutzpolymeraußenschicht
und es ist speziell für
instabile Arzneistoffe gestaltet, während GMHS ein Hydrogel und
mit dem Arzneistoff bindende Polymere enthält und Granulatkörnchen bildet,
die zu Tablettenform gepresst werden. PELTAB ergibt eine gesteuerte
Freisetzung durch Verwendung eines wasserunlöslichen Polymers zur Beschichtung
von diskreten Arzneistoffkristallen oder -pellets, um zu ermöglichen,
dass diese der Wirkung von Fluida im Gastrointestinaltrakt widerstehen,
und diese beschichteten Pellets werden dann zu Tabletten gepresst.
PORTAB ergibt eine gesteuerte Freisetzung durch Einarbeiten eines
osmotischen Kerns mit einem kontinuierlichen Polymerüberzug und
einer wasserlöslichen Komponente,
die den Kern ausdehnt und Mikroporenkanäle erzeugt, durch die Arzneistoff
freigesetzt wird. Schließlich
umfasst STDS eine Doppelschichtüberzugstechnik,
die die Notwendigkeit der Verwendung einer Überzugsschicht zur Abtrennung
der enterischen Überzugsschicht
von dem Omeprazolkern vermeidet.
-
-
Beispiele
für Formulierungen
mit gesteuerter Freisetzung, Tabletten, Dosierungsformen und Arzneistoffabgabesysteme,
die zur Verwendung mit der vorliegenden Erfindung geeignet sind,
sind in den folgenden veröffentlichten
US- und PCT-Patentanmeldungen,
die Andrx Corporation zugeschrieben sind, beschrieben:
US20010024659 ;
US20020115718 ;
US20020156066 ;
WO0004883 ;
WO0009091 ;
WO0012097 ;
WO0027370 ;
WO0050010 ;
WO0132161 ;
WO0134123 ;
WO0236077 ;
WO0236100 ;
WO02062299 ;
WO02062824 ;
WO02065991 ;
WO02069888 ;
WO02074285 ;
WO03000177 ;
WO9521607 ;
WO9629992 ;
WO9633700 ;
WO9640080 ;
WO9748386 ;
WO9833488 ;
WO9833489 ;
WO9930692 ;
WO9947125 und
WO9961005 .
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Einige
andere Beispiele für
Arzneimittelabgabeansätze
konzentrieren sich auf eine nichtorale Arzneimittelzufuhr, wobei
die parenterale, transmukosale und topische Zufuhr von Proteinen,
Peptiden und kleinen Molekülen
bereitgestellt wird. Beispielsweise umfasst das Atrigel
®-Arzneistoffzufuhrsystem,
das von Atrix Laboratories Inc. vertrieben wird, biologisch abbaubare
Polymere ähnlich
den in biologisch abbaubarem Nahtmaterial verwendeten, die in biologisch
kompatiblen Trägern
gelöst
sind. Diese Pharmazeutika können
in ein flüssiges
Zufuhrsystem zum Zeitpunkt der Herstellung eingemischt werden oder
in Abhängigkeit
von dem Produkt später
durch einen Arzt zum Zeitpunkt der Verwendung zugesetzt werden.
Die Injektion des flüssigen
Produkts subkutan oder intramuskulär durch eine Nadel einer kleinen
Abmessung oder die Platzierung in zugängliche Gewebestellen durch
eine Kanüle
bewirkt ein Ersetzen des Trägers
durch Wasser in den Gewebefluida und eine anschließende Ausfällung unter
Ausbildung eines festen Films oder Implantats aus dem Polymer. Der
in dem Implantat verkapselte Arzneistoff wird dann in gesteuerter
Weise freigesetzt, wenn die Polymermatrix über einen Zeitraum im Bereich
von Tagen bis Monaten biologisch abgebaut wird. Beispiele für derartige
Arzneistoffzufuhrsysteme umfassen Atrix's Eligard
®, Atridox
®/Doxirobe
®,
Atrisorb
® FreeFlow
TM/Atrisorb
®-D
FreeFlow, Knochenwachstumsprodukte und andere gemäß der Beschreibung
in den im folgenden veröffentlichten US-
und PCT-Patentanmeldungen, die Atrix Laboratories Inc. zugeschrieben
sind:
US RE37950 ;
US 6 630 155 ;
US 6 566 144 ;
US 6 610 252 ;
US 6 565 874 ;
US 6 528 080 ;
US 6 461 631 ;
US 6 395 293 ;
US 6 261 583 ;
US 6 143 314 ;
US 6 120 789 ;
US 6 071 530 ;
US 5 990 194 ;
US 5 945 115 ;
US 5 888 533 ;
US 5 792 469 ;
US 5 780 044 ;
US 5 759 563 ;
US 5 744 153 ;
US 5 739 176 ;
US 5 736 152 ;
US 5 733 950 ;
US 5 702 716 ;
US 5 681 873 ;
US 5 660 849 ;
US 5 599 552 ;
US 5 487 897 ;
US 5 368 859 ;
US 5 340 849 ;
US 5 324 519 ;
US 5 278 202 ;
US 5 278 201 ;
US20020114737 ,
US20030195489 ;
US20030133964 ;
US20010042317 ;
US20020090398 ;
US20020001608 und
US2001042317 .
-
Atrix
Laboratories Inc. vertreibt ferner eine Technologie zur nichtoralen
transmukosalen Zufuhr von Arzneistoffen über einen Zeitraum von Minuten
bis Stunden. Beispielsweise umfasst das Arzneistoffzufuhrsystem
BEMA
TM (Bioerodible Muco-Adhesive Disc)
von Atrix vorgeformte biologisch erodierbare Plättchen zur oralen oder systemischen
Zufuhr. Beispiele für
derartige Arzneistoffzufuhrsysteme umfassen die gemäß der Beschreibung
in
US-Patent 6 245 345 .
Andere Arzneistoffzufuhrsysteme, die von Atrix Laboratories Inc.
vertrieben werden, konzentrieren sich auf eine topische Arzneistoffzufuhr.
Beispielsweise ermöglicht
SMP
TM (Solvent Particle System) die topische
Zufuhr von hoch wasserlösli chen
Arzneistoffen. Dieses Produkt ermöglicht die Permeation einer
gesteuerten Menge eines gelösten
Arzneistoffs in die Epidermisschicht der Haut durch Kombination
des gelösten
Arzneistoffs mit einer Mikroteilchensuspension des Arzneistoffs.
Das SMP
TM-System arbeitet in Stufen, wobei:
1) das Produkt auf die Hautoberfläche appliziert wird, 2) das
Produkt sich in der Nähe von
Follikeln an Hautporen konzentriert, 3) der Arzneistoff sich leicht
in Hautöle
partitioniert und 4) der Arzneistoff durch den Bereich diffundiert.
Im Gegensatz dazu ist MCA
® (Mucocutaneous Absorption
System) ein wasserbeständiges
topisches Gel, das eine nachhaltige Arzneistoffabgabe liefert. MCA
® bildet
einen haftenden Film entweder nasse oder trockene Oberflächen, wobei:
1) das Produkt auf die Haut oder Schleimhautoberfläche appliziert
wird, 2) das Produkt einen haftenden feuchtigkeitsbeständigen Film
bildet und 3) der haftende Film eine nachhaltige Freisetzung eines
Arzneistoffs über
einen Zeitraum von Stunden bis Tagen ergibt. Ein noch weiteres Produkt
BCP
TM (Biocompatible Polymer System) ergibt
ein nichttoxisches Gel oder eine Flüssigkeit, die als Schutzfilm
zur Wundheilung appliziert wird. Beispiele für diese Systeme umfassen Orajel
®-Ultra Mouth
Sore Medicine sowie diejenigen gemäß der Beschreibung in den folgenden
veröffentlichten
US-Patenten und -Anmeldungen, die Atrix Laboratories Inc. zugeschrieben
sind:
US 6 537 565 ;
US 6 432 415 ;
US 6 355 657 ;
US 5 962 006 ;
US 5 725 491 ;
US 5 722 950 ;
US 5 717 030 ;
US 5 707 647 ;
US 5 632 727 und
US20010033853 .
-
Weitere
Formulierungen und Zusammensetzungen, die von Teva Pharmaceutical
Industries Ltd., Warner-Lambert & Co.
und Godecke Aktiengesellschaft erhältlich sind, die Gabapentin
umfassen und in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, umfassen
diejenigen gemäß der Beschreibung
in den folgenden US-Patenten und veröffentlichten US- und PCT-Patentanmel dungen:
US 6 531 509 ;
US 6 255 526 ;
US 6 054 482 ;
US2003055109 ;
US2002045662 ;
US2002009115 ;
WO 01/97782 ;
WO 01/97612 ;
EP 2001946364 ;
WO 99/59573 und
WO 99/59572 .
-
Zusätzliche
Formulierungen und Zusammensetzungen, die Oxybutynin umfassen und
in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, umfassen diejenigen
gemäß der Beschreibung
in den folgenden US-Patenten und veröffentlichten US- und PCT-Patentanmeldungen:
US 5 834 010 ,
US 5 601 839 und
US 5 164 190 .
-
TOPISCHE FORMULIERUNGEN
-
Topische
Formulierungen können
in jeder zur Applikation auf die Körperoberfläche geeigneten Form sein und
können
beispielsweise eine Salbe, Creme, ein Gel, eine Lotion, Lösung, Paste
oder dgl. umfassen und/oder so hergestellt werden, dass sie Liposome,
Micellen und/oder Mikrokügelchen
umfassen. Hierin bevorzugte topische Formulierungen sind Salben,
Cremes und Gele.
-
Salben
sind, wie auf dem Gebiet der pharmazeutischen Formulierung bekannt
ist, halbfeste Zubereitungen, die typischerweise auf Petrolatum
oder anderen Erdölderivaten
basieren. Die zu verwendende spezielle Salbengrundlage sorgt vorzugsweise
für eine
optimale Arzneistoffzufuhr und vorzugsweise auch für andere
gewünschte
Eigenschaften, beispielsweise weichmachende Wirkung. Die Salbengrundlage
ist vorzugsweise inert, stabil, nichtreizend und nichtsensibilisierend.
Wie in Remington: The Science and Practice of Pharmacy, aaO, erklärt ist,
können
Salbengrundlagen in vier Klassen gruppiert werden: ölartige
Grundlagen, emulgierbare Grundlagen, Emulsionsgrundlagen und wasserlösliche Grundlagen. Ölartige
Salbengrundlagen umfassen beispielsweise pflanzliche Öle, von
Tieren erhaltene Fette und aus Erdöl erhaltene halbfeste Kohlenwasserstoffe.
Emulgierbare Salbengrundlagen, die auch als absorbierende Salbengrundlagen
bekannt sind, enthalten wenig oder kein Wasser und umfassen beispielsweise
Hydroxystearinsulfat, wasserfreies Lanolin und hydrophiles Petrolatum.
Emulsionssalbengrundlagen sind entweder Wasser-in-Öl(W/O)-Emulsionen
oder Öl-in-Wasser(O/W)-Emulsionen
und sie umfassen beispielsweise Cetylalkohol, Glycerylmonostearat,
Lanolin und Stearinsäure.
Bevorzugte wasserlösliche
Salbengrundlagen werden aus Polyethylenglykolen variierenden Molekulargewichts
hergestellt (siehe beispielsweise Remington: The Science and Practice
of Pharmacy, aaO).
-
Cremes
sind, wie ebenfalls einschlägig
bekannt ist, viskose Flüssigkeiten
oder halbfeste Emulsionen, entweder Öl-in-Wasser oder Wasser-in-Ö1. Cremegrundlagen
sind wasserwaschbar und sie enthalten eine Ölphase, einen Emulgator und
eine wässrige
Phase. Die Ölphase,
die auch als die "innere" Phase bezeichnet wird,
besteht allgemein aus Petrolatum und einem Fettalkohol, wie Cetyl-
oder Stearylalkohol. Die wässrige Phase übersteigt üblicherweise,
obwohl nicht zwangsläufig,
die Ölphase
in Bezug auf das Volumen und sie enthält allgemein ein Feuchthaltemittel.
Der Emulgator in einer Cremeformulierung ist allgemein ein nichtionisches,
anionisches, kationisches oder amphoteres grenzflächenaktives
Mittel.
-
Wie
einem auf dem Gebiet der pharmazeutischen Formulierung Arbeitenden
klar ist, sind Gele halbfeste Systeme des Suspensiontyps. Einphasige
Gele enthalten organische Makromoleküle, die im wesentlichen gleichförmig über die
Trägerflüssigkeit
verteilt sind, wobei diese typischerweise wässrig ist, jedoch auch vorzugsweise
einen Alkohol und optional ein Öl
enthalten kann. Bevorzugte "organische
Makromoleküle", d.h. Geliermittel,
sind vernetzte Acrylsäurepoly mere,
beispielsweise die "Carbomer"-Polymerfamilie,
beispielsweise Carboxypolyalkylene, die kommerziell unter der Marke
Carbopol® erhalten
werden können.
Ebenfalls bevorzugt sind hydrophile Polymere, wie Polyethylenoxide,
Polyoxyethylen-Polyoxypropylen-Copolymere und Polyvinylalkohol;
Cellulosepolymere, wie Hydroxypropylcellulose, Hydroxyethylcellulose,
Hydroxypropylmethylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulosephthalat
und Methylcellulose; Gummiarten, wie Tragant- und Xanthangummi;
Natriumalginat und Gelatine. Um ein gleichförmiges Gel herzustellen, können Dispergiermittel,
wie ein Alkohol oder Glycerin, zugesetzt werden oder das Geliermittel
kann durch Verreiben, mechanisches Mischen und/oder Rühren dispergiert
werden.
-
Verschiedene
Additive, die dem Fachmann bekannt sind, können in topische Formulierungen
eingearbeitet werden. Beispielsweise können Solubilisierungsmittel
zur Solubilisierung bestimmter aktiver Mittel verwendet werden.
Für Arzneimittel,
die eine ungewöhnlich
niedrige Rate der Permeation durch die Haut oder Schleimhautgewebe
aufweisen, kann es günstig
sein, einen Permeationsverstärker
in die Formulierung einzuarbeiten; wobei geeignete Verstärker wie
hierin an anderer Stelle beschrieben sind.
-
TRANSDERMALE VERABREICHUNG
-
Die
in der Erfindung verwendeten Verbindungen können auch über die Haut oder Schleimhautgewebe unter
Verwendung herkömmlicher
transdermaler Arzneistoffzufuhrsysteme verabreicht werden, wobei
das Mittel in einer laminierten Struktur (die typischerweise als
transdermales "Pflaster" bezeichnet wird),
die als an der Haut zu befestigende Arzneistoffzufuhrvorrichtung
dient, enthalten ist. Eine transdermale Arzneistoffzufuhr kann eine
passive Diffusion umfassen oder sie kann unter Verwendung von Elektrotransport,
bei spielsweise Iontophorese, erleichtert werden. In einem typischen
transdermalen "Pflaster" ist die Arzneistoffzusammensetzung
in einer Schicht oder in einem "Reservoir", das unter einer
oberen Rückenschicht
liegt, enthalten. Die laminierte Struktur kann ein einziges Reservoir
enthalten oder sie kann mehrere Reservoire enthalten. In einer Art
eines Pflasters, die als "monolithisches" System bezeichnet
wird, besteht das Reservoir aus einer Polymermatrix eines pharmazeutisch
akzeptablen Kontakthaftmaterials, das zum Fixieren des Systems an
der Haut während
der Arzneistoffzufuhr dient. Beispiele für geeignete Hautkontakthaftmaterialien
umfassen Polyethylene, Polysiloxane, Polyisobutylene, Polyacrylate
und Polyurethane. Alternativ sind das Arzneistoff enthaltende Reservoir
und der Hautkontaktklebstoff getrennte und unterschiedliche Schichten,
wobei der Klebstoff unter dem Reservoir liegt, das in diesem Fall
entweder eine wie oben beschriebene Polymermatrix sein kann oder ein
flüssiges
oder Hydrogelreservoir sein kann oder eine andere Form einnehmen
kann.
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Die
Rückenschicht
in diesen Laminaten, die als die obere Oberfläche der Vorrichtung dient,
fungiert als das Hauptstrukturelement der laminierten Struktur und
sie verleiht der Vorrichtung einen großen Teil von deren Flexibilität. Das für das Rückenmaterial
ausgewählte
Material sollte derart gewählt
werden, dass es im wesentlichen undurchlässig für das aktive Mittel und etwaige
andere Materialien, die vorhanden sind, ist, wobei der Rücken vorzugsweise
aus einer Lage oder einem Film eines flexiblen elastomeren Materials
besteht. Beispiele für
Polymere, die für
die Rückenschicht
geeignet sind, umfassen Polyethylen, Polypropylen und Polyester.
-
Während der
Aufbewahrung und vor der Verwendung umfasst die laminierte Struktur
eine Freisetzungsdeckschicht. Unmittel bar vor der Verwendung wird
diese Schicht von der Vorrichtung entfernt, um die Basisoberfläche derselben,
entweder das Arzneistoffreservoir oder eine getrennte Kontakthaftschicht,
freizulegen, so dass das System an der Haut fixiert werden kann.
Die Freisetzungsdeckschicht sollte aus einem für Arzneistoff/Vehikel undurchlässigen Material
bestehen.
-
Transdermale
Arzneistoffzufuhrsysteme können
zusätzlich
einen Hautpermeationsverstärker
enthalten. Das heißt,
da die inhärente
Permeabilität
der Haut gegenüber
einigen Arzneistoffen zu niedrig sein kann, um therapeutische Mengen
des Arzneistoffs durch eine Fläche
vernünftiger
Größe von unzerstörter Haut
dringen zu lassen, ist es notwendig, einen Hautpermeationsverstärker mit
derartigen Arzneistoffen gemeinsam zu verabreichen. Geeignete Verstärker sind
einschlägig
bekannt und umfassen beispielsweise die oben in transmukosalen Zusammensetzungen
aufgelisteten.
-
Die
in der vorliegenden Erfindung verwendeten Formulierungen können kurzzeitige,
rasch ausgeglichene, gesteuerte Formulierungen, beispielsweise Formulierungen
mit nachhaltiger Freisetzung, verzögerter Freisetzung und gepulster
Freisetzung, sein.
-
Der
Ausdruck nachhaltige Freisetzung wird in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Arzneistoffformulierung bezeichnet,
die eine schrittweise Freisetzung eines Arzneistoffs über einen
längeren
Zeitraum ergibt und die vorzugsweise, obwohl nicht zwangsläufig, zu
im wesentlichen konstanten Blutspiegeln eines Arzneistoffs über einen
längeren
Zeitraum führt.
Der Zeitraum kann die Länge
von einem Monat oder mehr haben und es sollte eine Freisetzung,
die länger
als die gleiche Menge des Mittels, die in Bolusform verabreicht
wird, ist, sein.
-
Zur
nachhaltigen Freisetzung können
die Verbindungen mit einem geeigneten Polymer oder einem hydrophoben
Material, das den Verbindungen die Eigenschaften einer nachhaltigen
Freisetzung verleiht, formuliert werden. So können die in der Erfindung verwendeten
Verbindungen in der Form von Mikroteilchen, beispielsweise durch
Injektion, oder in der Form von Wafern oder Plättchen durch Implantation verabreicht
werden.
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Der
Ausdruck verzögerte
Freisetzung wird hierin in dessen herkömmlichem Sinn derart verwendet, dass
er eine Arzneistoffformulierung bezeichnet, die eine erste Freisetzung
des Arzneistoffs nach einer gewissen Verzögerung nach der Arzneistoffverabreichung
ergibt und vorzugsweise, obwohl nicht zwangsläufig, eine Verzögerung von
10 min bis zu 12 h umfasst.
-
Der
Ausdruck gepulste Freisetzung wird hierin in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Arzneistoffformulierung bezeichnet,
die eine Freisetzung des Arzneistoffs derart, dass gepulste Plasmaprofile
des Arzneistoffs nach der Arzneistoffverabreichung hervorgerufen
werden, ergibt.
-
Der
Ausdruck unmittelbare Freisetzung wird in dessen herkömmlichem
Sinn derart verwendet, dass er eine Arzneistoffformulierung bezeichnet,
die eine Freisetzung des Arzneistoffs unmittelbar nach einer Arzneistoffverabreichung
ergibt.
-
Der
hier verwendete Ausdruck kurzzeitig bezeichnet einen Zeitraum von
bis zu und einschließlich
8 h, 7 h, 6 h, 5 h, 4 h, 3, h, 2 h, 1 h, 40 min, 20 min oder 10
min nach der Arzneistoffverabreichung.
-
Der
hier verwendete Ausdruck rasch ausgeglichen bezeichnet einen Zeitraum
von bis zu und einschließlich
8 h, 7 h, 6 h, 5 h, 4 h, 3, h, 2 h, 1 h, 40 min, 20 min oder 10
min nach der Arzneistoffverabreichung.
-
DOSIERUNG
-
Die
therapeutisch wirksame Menge oder Dosis einer Verbindung der Formel
I mit zweifacher therapeutischer Wirkungsart (d.h. 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität und NARI-Aktivität) hängt von
dem Alter, Geschlecht und Gewicht des Patienten, dem derzeitigen
medizinischen Zustand des Patienten und der Natur der zu behandelnden
Störung
der ableitenden Harnwege ab. Der erfahrene Fachmann kann geeignete
Dosierungen in Abhängigkeit
von diesen und anderen Faktoren bestimmen.
-
Die
hierin verwendete kontinuierliche Dosierung bezeichnet die chronische
Verabreichung eines gewählten
aktiven Mittels.
-
Die
hierin verwendete Dosierung nach Bedarf, die auch als "pro re nata" "prn"-Dosierung
und "on demand"-Dosierung oder -Verabreichung
bekannt ist, bedeutet die Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Dosis
der Verbindung(en) eine gewisse Zeit vor dem Beginn einer Aktivität, bei der
die Unterdrückung
einer Störung
der ableitenden Harnwege günstig
ist. Die Verabreichung kann unmittelbar vor einer derartigen Aktivität, was 0
min, 10 min, 20 min, 30 min, 1 h, 3 h, 4 h, 5 h, 6 h, 7 h, 8 h,
9 h oder 10 h vor einer derartigen Aktivität umfasst, in Abhängigkeit
von der Formulierung erfolgen.
-
In
einer speziellen Ausführungsform
erfolgt die Arznei stoffverabreichung oder -dosierung auf einer Basis
nach Bedarf und sie umfasst keine chronische Arzneistoffverabreichung.
Mit einer Dosierungsform mit unmittelbarer Freisetzung kann eine
Verabreichung nach Bedarf eine Arzneistoffverabreichung unmittelbar
vor dem Beginn einer Aktivität,
bei der die Unterdrückung
der Symptome einer hyperaktiven Blase günstig ist, umfassen, doch liegt
sie allgemein im Bereich von 0 min bis 10 h vor einer derartigen
Aktivitat, vorzugsweise im Bereich von 0 min bis 5 h vor einer derartigen
Aktivität,
noch besser im Bereich von 0 min bis 3 h vor einer derartigen Aktivität.
-
Eine
geeignete Dosis der Verbindung mit sowohl 5-HT3-Rezeptorantagonist-
als auch NARI-Aktivität kann
im Bereich von 0,001 mg bis 1000 mg pro Tag, beispielsweise 0,05
mg bis 500 mg, beispielsweise 0,03 mg bis 300 mg, wie 0,02 mg bis
200 mg pro Tag, liegen. In einer speziellen Ausführungsform kann eine geeignete
Dosis der Verbindung mit sowohl 5-HT3-Rezeptorantagonist-
als auch NARI-Aktivität
kann im Bereich von 0,1 mg bis 50 mg pro Tag, beispielsweise 0,5
bis 10 mg pro Tag, beispielsweise 0,5, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
oder 10 mg pro Tag, liegen. Die Dosis pro Tag kann in einer einzigen
Dosierung oder in mehreren Dosierungen, beispielsweise 1- bis 4-mal
oder öfter
pro Tag verabreicht werden. Wenn mehrere Dosierungen verwendet werden,
kann jede Dosierung gleich oder verschieden sein. Beispielsweise
kann eine Dosis von 1 mg pro Tag als zwei 0,5-mg-Dosen mit einem
Intervall von 12 h zwischen Dosen verabreicht werden.
-
Selbstverständlich kann
die pro Tag dosierte Menge einer Verbindung jeden Tag, jeden zweiten
Tag, alle 2 Tage, alle 3 Tage, alle 4 Tage, alle 5 Tage und dgl.
verabreicht werden. Beispielsweise kann bei einer Verabreichung
an jedem zweiten Tag eine Dosis von 5 mg pro Tag am Montag begonnen
werden, wobei die erste folgende Dosis von 5 mg pro Tag am Mittwoch
verabreicht wird, eine zweite folgende Dosis von 5 mg pro Tag am
Freitag verabreicht wird und dgl.
-
Die
bei der Verwendung der Erfindung verwendeten Verbindungen können in
Dosierungseinheitsform formuliert werden. Der Ausdruck "Dosierungseinheitsform" bezeichnet physikalisch
diskrete Einheiten, die als einheitliche Dosierung für einer
Behandlung unterzogene Subjekte geeignet sind, wobei jede Einheit
eine vorgegebene Menge eines aktiven Materials, für die berechnet
wurde, dass sie die gewünschte
therapeutische Wirkung hervorruft, optional in Verbindung mit einem
geeigneten pharmazeutischen Träger
enthält.
Die Dosierungseinheitsform kann für eine einzige Tagesdosis oder
eine von mehreren Tagesdosen (beispielsweise 1 bis 4 oder mehrere
Male pro Tag) sein. Wenn mehrere Tagesdosen verwendet werden, kann
die Dosierungseinheitsform die gleiche oder eine unterschiedliche
für jede
Dosis sein.
-
Für die Verbindungen
der Formel I mit sowohl NARI- als auch 5-HT3-Rezeptorantagonistaktivität kann jede
Dosierung typischerweise 0,001 mg bis 1000 mg, beispielsweise 0,05
mg bis 500 mg, beispielsweise 0,03 mg bis 300 mg, beispielsweise
0,02 mg bis 200 mg des Wirkstoffs enthalten.
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Selbstverständlich umfasst
bei der praktischen Durchführung
der vorliegenden Erfindung die Verabreichung eine Verabreichung
durch verschiedene Individuen (beispielsweise das Subjekt, Ärzte oder
anderes medizinisches Personal), die die gleichen oder verschiedene
Verbindungen verabreichen.
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Der
hier verwendete Ausdruck pharmazeutisch akzeptables Salz bezeichnet
ein Salz der verabreichten Verbindungen, das aus pharmazeutisch
akzeptablen nichttoxischen Säuren,
die anorganische Säuren,
organische Säuren
umfassen, Soldaten, Hydraten oder Clathraten derselben hergestellt
wur den. Beispiele für derartige
anorganische Säuren
sind Salzsäure,
Bromwasserstoffsäure,
Iodwasserstoffsäure,
Salpetersäure, Schwefelsäure und
Phosphorsäure.
Geeignete organische Säuren
können
beispielsweise aus aliphatischen, aromatischen, Carbonsäure- und
Sulfonsäureklassen
organischer Säuren
gewählt
werden, wofür
Beispiele Ameisensäure,
Essigsäure,
Propionsäure,
Bernsteinsäure,
Camphersulfonsäure,
Citronensäure,
Fumarsäure, Gluconsäure, Isethionsäure, Milchsäure, Äpfelsäure, Schleimsäure, Weinsäure, para-Toluolsulfonsäure, Glykolsäure, Glucuronsäure, Maleinsäure, Brenzschleimsäure, Glutaminsäure, Benzoesäure, Anthranilsäure, Salicylsäure, Phenylessigsäure, Mandelsäure, Embonsäure (Pamoasäure), Methansulfonsäure, Ethansulfonsäure, Pantothensäure, Benzolsulfonsäure (Besylat),
Stearinsäure,
Sulfanilsäure,
Alginsäure
und Galacturonsäure
sind.
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Selbstverständlich können einzelne
Verbindungen mit sowohl NARI- als auch 5-HT3-Antagonistaktivitäten beispielsweise
durch Screening von Bibliotheken oder Sammlungen von Molekülen unter
Verwendung geeigneter Verfahren identifiziert werden. Eine weitere
Quelle für
die interessierenden Verbindungen sind kombinatorische Bibliotheken,
die viele strukturell unterschiedliche Molekülspezies umfassen können. Kombinatorische
Bibliotheken können
zur Identifizierung von Leitverbindungen oder zur Optimierung einer
zuvor identifizierten Leitstruktur verwendet werden. Derartige Bibliotheken
können
durch bekannte Verfahren der kombinatorischen Chemie hergestellt
und durch geeignete Verfahren gescreent werden.
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PHARMAKOLOGISCHE VERFAHREN
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AKUTMODELLE: Modell mit verdünnter Essigsäure und
Modell mit Protaminsulfat/physiologischer Harn-Kalium
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Die
im folgenden beschriebenen Akutmodelle liefern Verfahren zur Beurteilung
aktiver Mittel bei der Behandlung von hyperaktiver Blase. Kurz gesagt
stellen die Modelle ein Verfahren zur Verringerung der Blasenkapazität von Testtieren
durch entweder Infusion von entweder Protaminsulfat und Kaliumchlorid
(siehe Y. C. Chuang et al., Urology 61 (3): 664–670 (2003)) oder verdünnter Essigsäure (siehe
K. Sasaki et al., J. Urol. 168 (3): 1259–1264 (2002)) in die Blase
bereit. Die Infusate bewirken eine Reizung der Blase und eine Verringerung
der Blasenkapazität
durch selektive Aktivierung von afferenten Fasern der Blase, wie
afferenten C-Fasern. Nach Reizung der Blase kann ein aktives Mittel
(Arzneistoff) verabreicht werden und die Fähigkeit des aktiven Mittels
zur (partiellen oder vollständigen)
Aufhebung der Verringerung der Blasenkapazität infolge der Reizung bestimmt
werden. Substanzen, die die Verringerung der Blasenkapazität aufheben,
können
bei der Behandlung von hyperaktiver Blase verwendet werden.
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Tierpräparation für Akutmodelle
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Weibliche
Ratten (Körpergewicht
von 250–275
g) werden mit Urethan (1,2 g/kg) anästhesiert und ein kochsalzgefüllter Jugularkatheter
(PE-50) wird zur intravenösen
Arzneistoffverabreichung eingeführt
und ein mit heparinisierter (100 Einheiten/ml) Kochsalzlösung gefüllter Carotidkatheter
(PE-50) wird zur
Blutdrucküberwachung
eingeführt.
Durch einen Mittellinienbauchschnitt vom Schwertfortsatz zum Nabel
wird ein PE-50-Katheter in die Blasenkuppel zur Aufzeichnung von
Blasenfüllung
und -druck eingeführt.
Die Bauchhöhle
wird mit Kochsalzlösung
befeuchtet und durch Bedecken mit einer dünnen Kunststofffolie geschlossen,
um Zugang zur Blase für
Leerungszwecke bei Füllungszystometrie
aufrechtzuerhalten. Feine Silber- oder Edelstahldrahtelektroden
werden in den äußeren Harnröhrensphinkter
(EUS) perkutan zur Elektromyo graphie (EMG) eingeführt.
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Modell mit verdünnter Essigsäure
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Kochsalzlösung und
alle folgenden Infusate werden mit einer Rate von etwa 0,055 ml/min über den Blasenfüllungskatheter über 30–60 min
kontinuierlich infundiert, um eine Grundlinie der Aktivität der ableitenden
Harnwege zu erhalten (kontinuierliche Zystometrie, CMG). Blasendruckkurven
fungieren als direkte Messungen der Blasen- und Harnröhrenauslassaktivität, und das
phasenweise Füllen
und Entleeren von EUS-EMG fungieren als indirekte Messungen der
Aktivität
der ableitenden Harnwege während
einer kontinuierlichen transvesikalen Zystometrie. Nach dem Kontrollzeitraum
wird eine 0,25%-ige Essigsäurelösung in Kochsalzlösung (AA)
in die Blase zum Induzieren einer Blasenreizung infundiert. 30 min
nach der AA-Infusion werden 3 Vehikelinjektionen mit Abständen von
20 min durchgeführt,
um ggf. Vehikeleffekte zu bestimmen. Anschließend werden zunehmende Dosen
eines gewählten
aktiven Mittels intravenös
mit Abständen
von 30 min verabreicht, um eine kumulative Dosis/Antwort-Beziehung
zu konstruieren. Am Ende des Kontroll-Kochsalzzystometriezeitraums,
der dritten Vehikelinjektion und 20 min nach jeder Folgebehandlung
wird die Infusionspumpe gestoppt, die Blase durch Flüssigkeitsentzug über den
Infusionskatheter geleert und ein einziges Füllungszystometrogramm mit der
gleichen Durchflussrate durchgeführt,
um Änderungen
der Blasenkapazität
zu bestimmen, die durch das Reizungsprotokoll und anschließende Arzneistoffverabreichung
verursacht sind. Bei diesem Akutmodell werden afferente C-Faserbahnen
in der Blase selektiv aktiviert.
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Protaminsulfat/physiologischer
Harn-Kalium-Modell Kochsalzlösung
und alle folgenden Infusate werden mit einer Rate von etwa 0,055
ml/min über
den Blasenfüllungskatheter über 30–60 min
kontinuierlich infundiert, um eine Grundlinie der Aktivität der ableitenden
Harnwege zu erhalten (kontinuierliche Zystometrie, CMG). Blasendruckkurven
fungieren als direkte Messungen der Blasen- und Harnröhrenauslassaktivität, und das
phasenweise Füllen
und Entleeren von EUS-EMG fungieren als indirekte Messungen der
Aktivität
der ableitenden Harnwege während
einer kontinuierlichen transvesikalen Zystometrie. Nach dem Kontrollzeitraum wird
10 mg/ml Protaminsulfat (PS) in Kochsalzlösung während etwa 30 min infundiert,
um die urotheliale Diffusionsbarriere zu permeabilisieren. Nach
der PS-Behandlung wird das Infusat auf 300 mM KCl in Kochsalzlösung umgeschaltet,
um eine Blasenreizung zu induzieren. Sobald ein stabiler Grad der
Hyperaktivität
der ableitenden Harnwege etabliert ist (20–30 min), werden 3 Vehikelinjektionen
mit Abständen
von etwa 30 min zur Feststellung der Wirkungen des Vehikels durchgeführt. Anschließend werden
zunehmende Dosen eines gewählten
aktiven Mittels intravenös
mit Abständen
von 30 min verabreicht, um eine kumulative Dosis/Antwort-Beziehung
zu konstruieren. Am Ende des Kontroll-Kochsalzzystometriezeitraums,
der dritten Vehikelinjektion und 20 min nach jeder Folgebehandlung
wird die Infusionspumpe gestoppt, die Blase durch Flüssigkeitsentzug über den
Infusionskatheter geleert und ein einziges Füllungszystometrogramm mit der
gleichen Durchflussrate durchgeführt,
um Änderungen
der Blasenkapazität
zu bestimmen, die durch das Reizungsprotokoll und anschließende Arzneistoffverabreichung
verursacht sind. Dieses Modell aktiviert akut afferente Fasern der
Blase, die afferente C-Fasern umfassen.
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CHRONISCHES MODELL: Chronisches Rückenmarkläsionsmodell
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Das
folgende ist ein Modell einer neurogenen Blase, wobei afferente
C-Fasern infolge einer Rückenmarkläsion chronisch aktiviert
sind (siehe M. Yoshiyama et al., Urology 54 (5): 929–933 (1999)).
Nach der Rückenmarkläsion kann
ein aktives Mittel (Arzneistoff) verabreicht werden und die Fähigkeit
des aktiven Mittels zur (partiellen oder vollständigen) Aufhebung der Verringerung
der Blasenkapazität
infolge der Rückenmarkläsion bestimmt
werden. Substanzen, die die Verringerung der Blasenkapazität aufheben,
können
bei der Behandlung einer hyperaktiven Blase, beispielsweise neurogenen
Blase, verwendet werden.
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Tierpräparation für chronisches Modell
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Weibliche
Sprague-Dawley-Ratten (Charles River, 250–300 g) werden mit Isofluoran
(4%) anästhesiert
und eine Laminektomie wird auf der Höhe der Wirbel T9-10 durchgeführt. Das
Rückenmark
wird durchtrennt und der dazwischenliegende Raum wird mit Gelfoam
gefüllt.
Die darüberliegenden
Muskelschichten und Haut werden nacheinander mit Nahtmaterial geschlossen
und die Tiere werden mit Antibiotikum (100 mg/kg Ampicillin s.c.)
behandelt. Restharn wird vor dem Zurückgeben der Tiere in deren
Käfige
und danach 3-mal täglich
bis zum letzten Experiment vier Wochen später herausgepresst. Am Tag
des Experiments werden die Tiere mit Isofluoran (4%) anästhesiert
und ein Jugularkatheter (PE10) wird zum Zugang zum systemischen Kreislauf
eingeführt
und subkutan bis zum Austreten durch den mittleren Schulterblattbereich
geführt.
Durch einen Mittellinienbauchschnitt wird ein PE50-Katheter mit
einer abgeflammten Spitze in die Kuppel der Blase durch eine kleine
Zystotomie eingeführt
und durch eine Ligation gesichert zur Aufzeichnung von Blasenfüllung und
-druck. Edelstahldrähte
eines kleinen Durchmessers (75 um) werden perkutan in den äußeren Harnröhrensphinkter
(EUS) zur Elektromyographie (EMG) eingeführt. Die Bauchwand und die
darüberliegende
Haut des Nackens und Bauchs werden mit Nahtmaterial geschlossen
und das Tier wird in einem Zwangskäfig des Ballman-Typs montiert.
Eine Wasserflasche wird für
beliebigen Zugang zu Wasser in einer leicht erreichbaren Position
des Tiermauls positioniert. Der Blasenkatheter wird an die Perfusionspumpe
und den Druckwandler gehängt
und die EUS-EMG-Elektroden werden an deren Verstärker gehängt. Nach 30 min Erholung von
der Anästhesie
und Akklimatisierung wird normale Kochsalzlösung mit einer konstanten Rate
(0,100–0,150 ml/min)
zur Kontrollzystometrieaufzeichnung infundiert.
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Chronisches Rückenmarkläsionsmodell
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Nach
einem Kontrollzeitraum der Infusion von normaler Kochsalzlösung (0,100–0,150 ml/min)
von 60–90
min zur Sammlung von Grundliniendaten einer kontinuierlichen offenen
Zystometrie wird die Pumpe abgeschaltet, die Blase geleert, die
Pumpe wieder angeschaltet und die Blasenkapazität durch ein Füllungszystometrogramm
festgestellt. Mit Abständen
von 3 × 20–30 min
wird Vehikel intravenös
verabreicht, um Vehikelwirkungen auf die Blasenaktivität festzustellen.
Nach der dritten Vehikelkontrolle wird die Blasenkapazität erneut
wie oben beschrieben festgestellt. Anschließend wird kumulative Dosis-Ansprechen
mit dem Mittel der Wahl durchgeführt.
Die Blasenkapazität
wird 20 min nach jeder Dosis gemessen. Dies ist ein Modell einer
neurogenen Blase, in der afferente C-Fasern chronisch aktiviert
sind.
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BEISPIELE
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Die
vorliegende Erfindung wird nun durch das folgende Beispiel erläutert.
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BEHANDLUNG EINER HYPERAKTIVEN BLASE UNTER
VERWENDUNG VON MCI-225
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Die
Wirkung der Verabreichung von MCI-225 wurde unter Verwendung des
Modells mit verdünnter
Essigsäure
festgestellt. Speziell wurde die Fähigkeit von MCI-225 zur Aufhebung
der durch Reizung induzierten Verringerung der Blasenkapazität, die durch
kontinuierliche intravesikale Infusion von verdünnter Essigsäure verursacht
wurde, festgestellt.
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Modell mit verdünnter Essigsäure – Ratten
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Weibliche
Ratten (Körpergewicht
von 250–275
g, n = 8) wurden mit Urethan (1,2 g/kg) anästhesiert und ein kochsalzgefüllter Katheter
(PE-50) wurde in den proximalen Duodenum zur intraduodenalen Arzneistoffverabreichung
eingeführt.
Ein PE-50-Katheter mit abgeflammter Spitze wurde in die Blasenkuppel über einen
Mittellinienunterbauchschnitt zur Aufzeichnung von Blasenfüllung und
-druck
eingeführt
und durch eine Ligation gesichert. Die Bauchhöhle wurde mit Kochsalzlösung befeuchtet
und durch Bedecken mit einer dünnen
Kunststofflage verschlossen, um einen Zugang zur Blase für Leerungszwecke
aufrechtzuerhalten. Feine Silber- oder Edelstahldrahtelektroden
wurden in den äußeren Harnröhrensphinkter
(EUS) perkutan zur Elektromyographie (ENG) eingeführt. Die
Tiere wurden auf einem Heizkissen, das die Körpertemperatur bei 37°C hielt,
gelagert.
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Kochsalz
und alle folgenden Infusate wurden kontinuierlich mit einer Rate
von etwa 0,055 ml/min über den
Blasenfüllungskatheter
während
etwa 60 min infundiert, um eine Grundlinie der Aktivität der ableitenden Harnwege
zu erhalten (kontinuierliche Zystometrie, CMG). Am Ende des Zeitraums
der Kontrollkochsalzlösungszystometrie
wurde die Infusionspumpe gestoppt, die Blase durch Abziehen von
Fluidum über
den Infusionskatheter geleert und ein Einzelfüllungszystometrogramm unter
Verwendung von Kochsalzlösung mit
der gleichen Durchflussrate wie die kontinuierliche Infusion durchgeführt, um
die Blasenkapazität
zu messen. Die Blasenkapazität
(ml) wurde als die Durchflussrate der Blasenfüllungslösung (ml/min) multipliziert
mit der zwischen dem Beginn der Blasenfüllung und dem Auftreten einer
Blasenkontraktion verstrichenen Zeit (min) berechnet.
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Nach
dem Kontrollzeitraum wurde eine 0,25%-ige Essigsäurelösung in Kochsalzlösung (AA)
in die Blase zum Induzieren einer Blasenreizung infundiert. Nach
30 min AA-Infusion wurden 3 Vehikelinjektionen (10% TWEEN® 80
in Kochsalzlösung,
1-ml/kg-Dosis) intraduodenal mit Abständen von 20 min verabreicht,
um Vehikeleffekte auf den Abstand zwischen Kontraktionen zu bestimmen
und einen stabilen Reizungsgrad mit der verdünnten Essigsäurelösung zu
erreichen. Nach der Injektion der dritten Vehikelkontrolle wurde
die Blasenkapazität
erneut wie oben beschrieben gemessen, wobei jedoch AA zum Füllen der
Blase verwendet wurde. Zunehmende Dosen von MCI-225 (3, 10 oder
30 mg/kg als 1-ml/kg-Dosis) wurden dann intraduodenal mit Abständen von
60 min verabreicht, um eine kumulative Dosis/Antwort-Beziehung zu
konstruieren. Die Blasenkapazität
wurde wie oben beschrieben unter Verwendung von AA zum Füllen der
Blase 20 und 50 min nach jeder folgenden Arzneistoffbehandlung gemessen.
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Datenanalyse
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Die
Blasenkapazität
wurde für
jedes Behandlungsprotokoll wie oben beschrieben bestimmt (Durchflussrate
der Blasenfüllungslösung (ml/min)
multipliziert mit der zwischen dem Beginn der Blasenfüllung und dem
Auftreten einer Blasenkontraktion verstrichenen Zeit (min)) und
in % Blasenkapazität,
normiert auf die letzte Vehikelmessung der AA/Veh 3-Behandlungsgruppe,
umgewandelt. Die Daten wurden dann durch nichtparametrische ANOVA
für wiederholte
Messungen (Fried man-Test) mit Mehrfachvergleichstest von Dunn analysiert.
Alle Vergleiche wurden mit der letzten Vehikelmessung (AA/Veh 3)
durchgeführt.
Die Messungen 30 und 60 min nach Arzneistoff waren sehr ähnlich,
weshalb der Mittelwert dieser zwei Messungen als die Wirkung für jede Dosis
verwendet wurde. P < 0,050
wurde als signifikant betrachtet.
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Ergebnisse
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Intraduodenales
MCI-225 führte
zu einer dosisabhängigen
Zunahme der Blasenkapazität
in dem Modell mit verdünnter
Essigsäure,
die durch Füllungszystometrie
in Ratten (n = 8) während
kontinuierlicher Reizung gemessen wurde. Dieser Effekt war statistisch
signifikant in einem Dosisbereich von 3–30 mg/kg (p = 0,0005 durch
Friedman-Test), wobei die 10-mg/kg- und 30-mg/kg-Antworten signifikant
höher als
AA/Veh 3 waren (p < 0,05
bzw. p < 0,001
durch Mehrfachvergleichstest von Dunn). Die Ergebnisse sind grafisch
in 1 angegeben (Sal = Kochsalzlösung).
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Folgerung
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Die
Fähigkeit
von MCI-225 zur Aufhebung der durch Reizung induzierten Verringerung
der Blasenkapazität
legt sowohl eine direkte Wirkung dieser Erfindung auf die Aktivität von C-Fasern
der Blase durch 5-HT3-Rezeptorantagonismus
als auch eine Verstärkung
der Sympathikushemmung der Blasenaktivität durch Noradrenalinwiederaufnahmehemmung
nahe. Die Wirksamkeit von MCI-225 in diesem Modell sollte Wirksamkeit
bei der Behandlung von Störungen
der ableitenden Harnwege bei Menschen vorhersagen.
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Modell mit verdünnter Essigsäure – Katzen
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Die
Fähigkeit
von MCI-225 zur Aufhebung der Verringerung der Blasenkapazität, die nach
kontinuierlicher Infusion von verdünnter Essigsäure in einem
Katzenmodell, einem häufig
verwendeten Modell einer hyperaktiven Blase, beobachtet wird (Thor
und Katofiasc, 1995, J. Pharmacol. Exptl. Ther. 274: 1014–24).
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Materialien und Verfahren
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Sechs
mit alpha-Chloralose anästhesierte
(50–100
mg/kg) normale weibliche Katzen (2,5–3,5 kg, Harlan) wurden in
dieser Untersuchung verwendet.
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Arzneistoffe und Präparation
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MCI-225
wurde in 5 % Methylcellulose in Wasser mit 3,0, 10,0 oder 30 mg/ml
gelöst.
Die Tiere erhielten eine Dosis von Injektionsvolumen = Körpergewicht
in kg.
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Akutes anästhesiertes In-vivo-Modell
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Weiblichen
Katzen (2,5–3,5
kg, Harlan) wurde deren Futter in der Nacht vor der Untersuchung
entzogen. Am folgenden Morgen wurden die Katzen mit Isofluran anästhesiert
und unter Verwendung aseptischer Technik zur Operation vorbereitet.
Polyethylenkatheter wurden chirurgisch platziert, um die Messung
von Blutdruck, Harnröhrendruck,
arteriellem Druck, Atmungsrate sowie die Zufuhr von Arzneistoffen
zu ermöglichen. Feine
Drahtelektroden wurden längsseits
des äußeren Harnröhrenanalsphinkters
implantiert. Nach der Operation wurden die Katzen langsam vom Anästhesierungsgas
Isofluran (2–3,5%)
auf alpha-Chloralose (50–100 mg/kg)
umgeschaltet. Während
der Kontrollzystometrie wurde Kochsalzlösung langsam in die Blase (0,5–1,0 ml/min) über 1 h
infundiert. Auf die Kontrollzystometrie folgte 0,5%-ige Essigsäure in Kochsalzlösung über die Dauer
des Experi ments. Nach Feststellen der Zystometrievariablen unter
diesen Grundlinienbedingungen wurden die Wirkungen von MCI-225 auf
die Blasenkapazität über ein
Dreipunkt-Dosis-Ansprechen-Protokoll bestimmt.
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Datenanalyse
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Die
Daten wurden unter Verwendung eines nichtparametrischen Einweg-ANOVA
(Friedman-Test) mit dem post-hoc-Mehrfachvergleichs-t-Test von Dunn
analysiert. P < 0,05
wurde als signifikant betrachtet.
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Ergebnisse und Folgerungen
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MCI-225
verursachte eine signifikante dosisabhängige Zunahme der Blasenkapazität nach Essigsäurereizung
(P < 0,0103), wobei
eine individuelle Dosissignifikanz mit der 30-mg/kg-Dosis erhalten
wurde (P < 0,05)
(2). Diese Daten stützen die ersten positiven Erkenntnisse
bei der Ratte, was belegt, dass MCI-225 zum Erhöhen der Blasenkapazität bei häufig verwendeten
Modellen von OAB in zwei Arten wirksam ist. Diese Ergebnisse sollten
auch die Wirksamkeit von MCI-225 bei der Behandlung von BPH, beispielsweise
den Reizsymptomen von BPH, vorhersagen.