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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Polymerverbundmaterial, umfassend
eine dreidimensionale Netzwerkstruktur, gebildet aus einem organischen
Polymeren und einem Tonmineral, sowie ein gestrecktes Produkt davon
sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Polymerverbundmaterials
und gestreckten Produkts.
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Beschreibung
des einschlägigen
Stands der Technik
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Beispiele
für lang-bekannte
Polymerverbundmaterialien, hergestellt durch Komplexieren eines
organischen Polymeren mit einem anorganischen Material, schließen Materialien,
hergestellt durch Befüllen
eines organischen Polymeren mit nicht nur Glasfasern und Kohlenstofffasern,
sondern auch mit Talk, Calciumcarbonat oder dergleichen ein. In
den letzten Jahren sind signifikante Verbesserungen hinsichtlich
der mechanischen Eigenschaften und der thermischen Eigenschaften
dadurch erzielt worden, dass ultrafeine anorganische Nanokomponenten
in organischen Polymeren dispergiert und komplexiert wurden. Diese
Verbundmaterialien haben erhebliches Interesse als organisch-anorganische
Nanoverbundmaterialien auf sich gezogen.
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Die
am meisten verwendeten anorganischen Komponenten für diese
Nanoverbundmaterialien sind Metalloxide, die durch Sol-Gel-Reaktionen
synthetisiert worden sind, und Tonmineralien, die unter Bildung
von blättchenartigen
Schichten aufgeblättert
worden sind (vergleiche z.B. K. Haraguchi et al., J. Mater. Sic.
33, 3337–3344
(1998) und A. Usuki et al., J. Mater Res. 8, 1174–1178 (1993)).
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Von
den vorgeschlagenen Materialien profitieren Nanoverbundmaterialien,
in denen Tonmineralien als anorganische Komponente verwendet worden
sind, von dem großen
Aspektverhältnis
des schichtförmigen Tons,
was es ermöglicht,
gute Verbesserungen sowohl hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften
als auch der Gasabschirmungseigenschaften der Verbundmaterialien
zu erzielen. In diesen Verbundmaterialien aus Tonmineralien und
organischen Polymeren (Nanoverbundmaterialien) stellen sowohl die
feine Dispergierung der Tonschichten innerhalb des organischen Polymeren
und die Maximierung der Wechselwirkung zwischen den Tonschichten
und dem organischen Polymeren beide wichtige Faktoren dar. Demgemäß wird das
organische Polymere oftmals mit Maleinsäureanhydrid oder Oxazolin modifiziert,
und anstelle der Auswahl eines anorganischen Tonminerals, das zwar
billig ist, das sich jedoch nicht ohne Weiteres in dem organischen
Polymeren dispergiert, wird das Tonmineral oftmals zuerst mit Alkylammoniumkationen
oder dergleichen behandelt, was den Abstand zwischen den Schichten
verbreitert und ein leichteres Zwischenschicht-Aufblättern ermöglicht.
Hierdurch werden auch die Dispergierungseigenschaften in organischen
Lösungsmitteln
und organischen Polymeren verbessert (während nichtbehandelter Ton
als anorganischer Ton bezeichnet wird, wird dieser Typ von behandeltem
Ton als organisierter Ton bezeichnet).
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Bislang
sind Polymerverbundmaterialien, die als Nanoverbundmaterialien bekannt
sind, dadurch hergestellt worden, dass ein organisches Polymeres,
wie Polyamid, Polystyrol, Polypropylen, Polyimid oder Polyurethan,
mit organisiertem Ton komplexiert wird. Weil die so hergestellten
Polymerverbundmaterialien eine feine Dispersion von Tonschichten
mit einem großen
Aspektverhältnis
umfassen, sind schon Verbesserungen hinsichtlich von Eigenschaften
berichtet worden, wie dem elastischen Modul, der thermischen Deformationstemperatur,
der Gaspermeabilität
und der Brennrate (vergleiche z.B. T. J. Pinnavaia und G. W. Beall
Hrsg., Polymer-Clay Nanocomposites, Wiley (veröffentlicht 2000)).
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Im
Hinblick auf die Verbesserung der Eigenschaften der Polymerverbundmaterialien
sind größere Mengen
des Tonminerals anzustreben, obgleich es von Wichtigkeit ist, das
maximale Niveau der Verbesserung der Performance mit einer so kleinen
Menge von Tonmineral wie möglich
zu erzielen. Auf der Basis von derzeitigen Untersuchungen liegt
die Menge des Tons typischerweise in einem Bereich von 0,2 bis 5
Gew.-% und derzeit werden weder Polymerverbundmaterialien mit niedrigem
Gehalt an anorganischen Stoffen mit einem Tongehalt von weniger
als 0,2 Gew.-% oder insbesondere weniger als 0,1 Gew.-%, noch Polymerverbundmaterialien
mit hohem Gehalt an anorganischen Stoffen mit einem Tongehalt von
mehr als 10 Gew.-% oder insbesondere über 15 Gew.-% eingesetzt. Dies
deswegen, weil dann, wenn der Gehalt an anorganischen Stoffen zu
niedrig wird, die Verbesserungen der Performance fast nicht mehr
erkennbar sind, während
andererseits, wenn der Gehalt an anorganischen Stoffen zu hoch ist,
dann die Viskosität
während
der Produktion in erheblichem Ausmaß ansteigt, wodurch es unmöglich gemacht
wird, das erforderliche Niveau einer ultrafeinen und gleichförmigen Dispersion
in Nanoabmessungen in dem Verbundmaterial zu erzielen, wobei die
Verformbarkeit des Verbundmaterials ausgeprägt verschlechtert wird, was
dazu führen
kann, dass eine gleichförmige Formung
einer gewünschten
Gestalt verhindert wird und dass das Verbundmaterial auch brüchiger wird.
Dies bewirkt eine signifikante Verschlechterung der mechanischen
Eigenschaften (wie der Festigkeit und der Dehnung).
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Als
Ergebnis ist stark nach der Entwicklung von Polymerverbundmaterialien,
die wirksame Verbesserungen der Performance selbst dann gestatten,
wenn der Gehalt an Tonmineral niedrig ist, und von Polymerverbundmaterialien,
die eine gleichförmige
Dispersion der anorganischen Komponente zeigen und die überlegene
mechanischen Eigenschaften selbst dann bieten, wenn der Gehalt an
Tonmineral hoch ist, gesucht worden.
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Die
benannten Erfinder haben bereits ein Polymerhydrogel, umfassend
eine dreidimensionale Netzwerkstruktur eines Monomeren auf Acrylbasis
und eines in Wasser quellenden Tonminerals entwickelt. Sie haben
beschrieben, dass das resultierende Gel eine Vielzahl von speziellen
Eigenschaften zeigt (American Chemical Society „Macromolecules" 2002, Bd. 35, S.
10162 bis 10171). Dieses Polymerhydrogel zeigt insbesondere überlegene
Werte der Verstreckbarkeit und der Festigkeit im Vergleich zu herkömmlichen
Hydrogelen, die unter Verwendung von organischen Vernetzungsmitteln
gebildet worden sind. Es ist daher potentiell verwendbar, obgleich,
wenn sein Wassergehalt fällt,
dann die mechanische Zähigkeit
verringert wird. Wenn der Wassergehalt auf praktisch null abfällt, dann
verschwindet die Dehnung des Materials im Wesentlichen, was zu einem
brüchigen
Material führt.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Es
ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Polymerverbundmaterial
zur Verfügung
zu stellen, in dem ein Tonmineral gleichförmig und fein dispergiert im
Inneren eines organischen Polymeren über einen weiten Bereich von
Gehalten des Tonminerals dispergiert werden kann und wobei ein Verbundprodukt
erhalten werden kann, das überlegene
mechanische Eigenschaften, beispielsweise hinsichtlich der Verstreckbarkeit, der
Festigkeit und des elastischen Moduls zeigt. Es soll auch ein gestrecktes
bzw. verstrecktes Produkt eines solchen Polymerverbundmaterials
sowie ein Herstellungsverfahren sowohl für das Polymerverbundmaterial als
auch das verstreckte Produkt zur Verfügung gestellt werden.
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Als
Ergebnis von intensiven Untersuchungen mit dem Ziel der Lösung der
obigen Aufgabe haben die benannten Erfinder entdeckt, dass ein Polymerverbundmaterial
und ein verstrecktes Produkt davon, umfassend eine dreidimensionale
Netzwerkstruktur, gebildet aus einem organischen Polymeren (A),
umfassend entweder ein Polymeres eines in Wasser löslichen
(Meth)acrylatesters (a) oder ein Copolymeres eines in Wasser löslichen
(Meth)acrylatesters (a) mit mindestens einer Verbindung ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus (Meth)acrylamid und N-substituierten (Meth)acrylamiden
(b); und ein in Wasser quellendes Tonmineral (B) eine ausgezeichnete
gleichförmige
Dispergierbarkeit des Tonminerals über einen weiten Bereich von
Werten des Gehalts des Tonminerals zeigte und im Vergleich zu dem äquivalenten
Polymeren oder Copolymeren, das kein Tonmineral enthält, eine
ausgeprägte
Erhöhung
der mechanischen Eigenschaften, wie der Verstreckbarkeit und der
Festigkeit, zeigte. Auf diese Weise waren sie dazu imstande, die
vorliegende Erfindung zu vervollständigen.
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Mit
anderen Worten ausgedrückt
stellt die vorliegende Erfindung ein Polymerverbundmaterial, umfassend
eine dreidimensionale Netzwerkstruktur, gebildet aus einem organischen
Polymeren (A), umfassend entweder ein Polymerprodukt aus einem wasserlöslichen
(Meth)acrylatester (a), oder ein Copolymeres aus einem wasserlöslichen
(Meth)acrylatester (a) und mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus (Meth)acrylamid und N-substituierten (Meth)acrylamiden
(b); und ein in quellendes Tonmineral (B) sowie ein gestrecktes
bzw. verstrecktes Produkt dieses Polymerverbundmaterials, hergestellt
durch Verstrecken des obigen Polymerverbundmaterials, zur Verfügung.
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In
dieser Beschreibung und in den Ansprüchen ist „(Meth)acrylatester" die allgemeine Bezeichnung
für einen
Acrylatester und einen Methacrylatester und „(Meth)acrylamid" ist eine allgemeine
Bezeichnung für Acrylamid
und Methacrylamid.
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Die
vorliegende Erfindung stellt auch ein Verfahren zur Herstellung
eines Polymerverbundmaterials oder eines gestreckten bzw. verstreckten
Produkts davon zur Verfügung,
das die folgenden Stufen umfasst: Auflösen oder gleichförmiges Dispergieren
eines in Wasser quel lenden Tonminerals (B), eines in Wasser löslichen
(Meth)acrylatesters (a), eines Polymerisationsinitiators und, wenn
erforderlich, eines Katalysators und/oder eines organischen Vernetzungsmittels
(C) in entweder Wasser oder einem Mischlösungsmittel aus Wasser und
einem organischen Lösungsmittel;
Polymerisieren der Komponente (a); Durchführen eines Trocknens zur Entfernung
des Lösungsmittels;
und Durchführen
oder Nicht-Durchführen
einer darauf folgenden Verstreckungsbehandlung. Weiterhin stellt
die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Polymerverbundmaterials
oder eines verstreckten Produkts davon zur Verfügung, das folgende Stufen umfasst:
Auflösen
oder gleichförmiges
Dispergieren eines in Wasser quellenden Tonminerals (B), mindestens
einer Verbindung, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus (Meth)acrylamid und N-substituierten
(Meth)acrylamiden (b), eines in Wasser löslichen (Meth)acrylatesters
(a), eines Polymerisationsinitiators und, wenn erforderlich, eines
Katalysators und/oder eines organischen Vernetzungsmittels (C) in
entweder Wasser oder einem Mischlösungsmittel aus Wasser und
einem organischen Lösungsmittel;
Copolymerisieren der Komponente (a) mit der Komponente (b); Durchführen eines
Trocknens zur Entfernung des Lösungsmittels;
und Durchführen oder
Nicht-Durchführen
einer darauf folgenden Verstreckungsbehandlung.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Das
erfindungsgemäße Polymerverbundmaterial
umfasst eine dreidimensionale Netzwerkstruktur, gebildet aus einem
organischen Polymeren (A), umfassend entweder ein Polymeres, hergestellt
aus einem wasserlöslichen
(Meth)acrylatester, oder ein Copolymeres eines wasserlöslichen
(Meth)acrylatesters mit mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus (Meth)acrylamid und N-substituierten (Meth)acrylamiden
(nachstehend wird die abgekürzte
Bezeichnung „organisches
Polymeres (A)" verwendet); und
einem in Wasser quellenden Tonmineral (B), wobei das in Wasser quellende
Tonmineral, das dazu imstande ist, zu blättchenartigen Schichten aufgeblättert zu
werden, gleichförmig
oder mit einer bestimmten Art einer gleichförmigen Superstruktur in das
organische Polymere über
einen weiten Bereich von Anteilswerten eingearbeitet zu werden,
wodurch ein Polymerverbundmaterial erhalten wird, das ausgezeichnete
mechanische Eigenschaften, beispielsweise hinsichtlich der Verstreckbarkeit
und der Flexibilität,
zeigt.
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Der
wasserlösliche
(Meth)acrylatester, das (Meth)acrylamid und das N-substituierte
(Meth)acrylamid, welche Materialien erfindungsgemäß verwendet
werden, sind vorzugsweise in entweder Wasser oder einem Mischlösungsmittel
aus Wasser und einem organischen Lösungsmittel löslich. Im
Kontrast dazu hat das organische Polymere (A), hergestellt entweder
durch Polymerisation oder Copolymerisation dieser Monomeren, vorzugsweise
eine große
Hydrophobizität
und es ist vorzugsweise in Wasser unlöslich und erfährt ohne
eine überschüssige Absorption
von Wasser nur eine geringe Aufquellung. Vielmehr existiert es in
Wasser in einem stabilen Zustand. Mit anderen Worten ausgedrückt ist
es so, dass obgleich das erfindungsgemäße Polymerverbundmaterial unter
Verwendung eines in Wasser löslichen
Monomeren oder von in Was ser löslichen
Monomeren und eines in Wasser quellenden Tonminerals als primäre Reaktanten
synthetisiert worden ist, das als Produkt erhaltene Polymerverbundmaterial
vorzugsweise ein stark hydrophobes Material ist, das nur ein geringes
Ausmaß einer
Quellung mit Wasser aufweist. Um die Ausgewogenheit zwischen der
Hydrophilizität
und der Hydrophobizität
des Polymerverbundmaterials zu verändern und die Wechselwirkungen
bzw. Reaktionen mit anderen Komponenten zu verstärken, können auch hydrophile Gruppen,
ionische Gruppen und/oder hydrophobe Gruppen in das Polymere oder
Copolymere, wie erforderlich, eingeführt werden.
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Der
in Wasser lösliche
(Meth)acrylatester (a) ist eine Verbindung, die in Wasser im Wesentlichen
löslich
ist und die während
der Polymerisation mit dem in Wasser quellenden Tonmineral (B) eine
dreidimensionale Netzwerkstruktur bildet. Geeignete Beispiele für den (Meth)acrylatester
(a) schließen
Methoxyethylacrylat, Ethoxyethylacrylat, Methoxyethylmethacrylat
und Ethoxyethylmethacrylat ein. Das aus dem erfindungsgemäß verwendeten
(Meth)acrylatester (a) hergestellte Polymere schließt beide
Polymere, hergestellt aus einem einzigen Monomeren, das aus diesen
(Meth)acrylatesteren ausgewählt
ist, und Copolymere, hergestellt aus einer Mehrzahl von Monomeren,
ein.
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Beispiele
für das
erfindungsgemäß verwendete
(Meth)acrylamid oder N-substituierte (Meth)acrylamid schließen (Meth)acrylamid
und Alkyl(meth)acrylalmide mit einer Alkylgruppe von mindestens
1 Kohlenstoffatom ein, wie z.B. N-Methylacrylamid, N-Ethylacrylamid,
N-Cyclopropylacrylamid,
N-Isopropylacrylamid, N,N-Dimethylacrylamid, N-Methyl-N-ethylacrylamid,
N-Methyl-N-isopropylacrylamid, N-Methyl-N-n-propylacrylamid, N,N-Diethylacrylamid,
N-Ethyl-N-isopropylacrylamid, N-Ethyl-N-n-propylacrylamid, N-Acryloylpyrrolidin,
N-Acryloylpiperidin,
N-Acryloylmorpholin, N-Acryloylmethylhomopiperazin, N-Acryloylmethylpiperazin und
N-Methylmethacrylamid.
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In
solchen Fällen,
in denen das organische Polymere (A) ein Copolymeres aus einem in
Wasser löslichen
(Meth)acrylatester (a) und mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus (Meth)acrylamid und N-substituierten (Meth)acrylamiden
(b), umfasst, ist das Molverhältnis
der Komponente (b) zu der Komponente (a) in dem Copolymeren vorzugsweise
nicht mehr als 1, um die Aufrechterhaltung einer Zähigkeit
bei Raumtemperatur des als Produkt erhaltenen Polymerverbundmaterials
unter Verbesserung der Härte
und des elastischen Moduls zu gewährleisten. Um Polymerverbundmaterialien
mit guter Flexibilität
bei Raumtemperatur und einer niedrigen Wasserabsorption herzustellen,
ist das oben genannte molare Verhältnis vorzugsweise nicht größer als
0,5 und noch mehr bevorzugt nicht größer als 0,25.
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An
die Glasübergangstemperatur
des organischen Polymeren (A) werden keine besonderen Beschränkungen
angelegt und es können
Polymere mit einem weiten Bereich von Glasübergangstemperaturen eingesetzt
werden, obgleich hinsichtlich der Bearbeitbarkeit und des Erhalts
einer günstigen
Verstreckbarkeit und Flexibilität
bei Raumtemperatur die Glasübergangstemperatur
des organischen Polymeren (A) vorzugsweise nicht höher als
100°C und
noch mehr bevorzugt nicht höher
als 30°C
und am meisten bevorzugt nicht höher
als 0°C
ist.
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Ein
quellendes Tonmineral, das unter Bildung von blättchenartigen Schichten aufgeblättert werden kann,
wird als das in Wasser quellende Tonmineral (B) eingesetzt und von
solchen Materialien werden Tonmineralien bevorzugt, die dazu imstande
sind, entweder in Wasasser oder in einem Mischlösungsmittel aus Wasser und
einem organischen Lösungsmittel
zu quellen und eine gleichförmige
Dispersion zu bilden, sowie Tonmineralien, die dazu imstande sind,
aufzuquellen und eine gleichförmige
Dispersion in Wasser, die entweder molekulares Niveau hat (für eine einzige
Schicht) oder nahe daran liegt, besonders zweckmäßig sind. Beispiele für geeignete,
in Wasser quellende Tonmineralien schließen in Wasser quellenden Smektit
oder in Wasser quellenden Glimmer ein und spezielle Beispiele hierfür schließen in Wasser
quellenden Hectorit, in Wasser quellenden Montmorillonit, in Wasser
quellenden Saponit oder in Wasser quellenden synthetischen Glimmer, enthaltend
Natrium als Zwischenschichtionen, ein.
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Das
erfindungsgemäße Polymerverbundmaterial
wird in der Weise hergestellt, dass entweder das in Wasser quellende
Tonmineral (B), der in Wasser lösliche
(Meth)acrylatester (a), ein Polymerisationsinitiator und, wenn erforderlich,
ein Katalysator und/oder ein organisches Vernetzungsmittel (C) entweder
in Wasser oder in einem Mischlösungsmittel
aus Wasser und einem organischen Lösungsmittel aufgelöst oder
gleichförmig
dispergiert werden und dass dann die Komponente (a) polymerisiert
wird oder dass das in Wasser quellende Tonmineral (B) mindestens
eine Verbindung, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus (Meth)acrylamid und N-substituierten (Meth)acrylamiden
(b), der in Wasser lösliche
(Meth)acrylatester (a), der Polymerisationsinitiator und, wenn erforderlich,
ein Katalysator und/oder ein organisches Vernetzungsmittel (C) entweder in
Wasser oder in einem Mischlösungsmittel
aus Wasser und einem organischen Lösungsmittel aufgelöst oder gleichförmig dispergiert
werden und dass dann die Komponente (a) und die Komponente (b) copolymerisiert werden,
wobei in jedem Fall anschließend
eine Trocknungsbehandlung durchgeführt wird, um das Lösungsmittel
zu entfernen und dann, wenn erforderlich, eine Verstreckungsbehandlung
durchgeführt
wird.
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Die
Temperatur für
die Verstreckungsbehandlung ist vorzugsweise niedriger als der Tg-Wert
für das organische
Polymere (A) und sie ist am meisten bevorzugt Raumtemperatur. Weiterhin
ist das Verstreckungsverhältnis
kleiner als die Reißdehnung
des Polymerverbundmaterials, jedoch ist es vorzugsweise mindestens 2fach,
noch mehr bevorzugt mindestens 5fach und am meisten bevorzugt 10fach
oder höher.
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Bei
einem beispielhaften Verfahren wird zuerst eine wässrige Lösung hergestellt,
indem eine gleichförmige
ultrafeine Dispersion des in Wasser quellenden Tonminerals (B) entweder
in Wasser oder in einem Mischlösungsmittel
aus Wasser und einem organischen Lösungsmittel gebildet wird und
ein oder mehrere wasserlösliche
(Meth)acrylatester (a) oder alternativ ein Gemisch aus einem (Meth)acrylatester
(a) und mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus (Meth)acrylamid und N-substituierten (Meth)acrylamiden, zu der
wässrigen
Lösung
gegeben wird bzw. gegeben werden und aufgelöst wird bzw. aufgelöst werden.
Nachfolgend wird ein Polymerisationsinitiator zugegeben und erforderlichenfalls
wird ein Katalysator und/oder ein organisches Vernetzungsmittel
zugesetzt und es wird in Gegenwart des in Wasser quellenden Tonminerals
(B) unter zusätzlichem
Erhitzen oder Bestrahlung mit Elektronenstrahlen oder dergleichen, wie
erforderlich, eine in situ durchgeführte radikalische Polymerisation
durchgeführt.
Das Produkt wird getrocknet, um das Lösungsmittel zu entfernen, und
erforderlichenfalls dann verstreckt, wodurch ein Polymerverbundmaterial
gemäß der vorliegenden
Erfindung erhalten wird.
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Der
Polymerisationsinitiator und der Katalysator können in geeigneter Weise aus
herkömmlichen
radikalischen Polymerisationsinitiatoren und Katalysatoren ausgewählt werden.
Materialien, die eine gute Dispergierbarkeit in Wasser haben und
die gleichförmig
das ganze Reaktionssystem hindurch dispergiert werden können, werden
bevorzugt. Spezielle Beispiele für
geeignete Polymerisationsinitiatoren schließen wasserlösliche Peroxide, wie Kaliumperoxodisulfat
und Ammoniumperoxodisulfat, wasserlösliche Azoverbindungen, wie Produkte
mit den Bezeichnungen VA-044, V-50 und V-501 (alle hergestellt von
der Firma Wako Pure Chemical Industries Ltd.) und Gemische von Fe2+ und Hydrogenperoxid ein.
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Ein
Beispiel für
einen geeigneten Katalysator ist die tertiäre Aminverbindung N,N,N',N'-Tetramethylethylendiamin.
Es sollte beachtet werden, dass ein Katalysator nicht notwendigerweise
zum Einsatz kommen muss. Die Polymerisationstemperatur sollte entsprechend
dem ausgewählten
Polymerisationskatalysator und dem Polymerisationsinitiator ausgewählt werden
und sie liegt typischerweise in einem Bereich von 0 bis 100°C. Die Länge der
Polymerisationsreaktion kann eine beliebige Zeitspanne innerhalb
eines Bereichs von mehreren dutzend Sekunden bis mehreren Dutzend
Stunden sein.
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Als
organisches Vernetzungsmittel können
herkömmliche
polyfunktionelle organische Vernetzungsmittel verwendet werden,
wobei ein typisches repräsentatives
Beispiele die Verbindung N,N'-Methylenbisacrylamid
ist.
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In
dem erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterial
gehen das organische Polymere (A) und das in Wasser quellende Tonmineral
(B) eine Wechselwirkung bzw. Reaktion unter Bildung einer dreidimensionalen Netzwerkstruktur
ein. Die tatsächliche
Form der Wechselwirkung bzw. Reaktion kann ein oder mehrere Mechanismen,
ausgewählt
aus der Gruppe Ionenbindung, Wasserstoffbindung, hydrophobe Bindung,
Koordinationsbindung oder covalente Bindung, umfassen und diesbezüglich werden
keine besonderen Beschränkungen
angewendet unter der Voraussetzung, dass eine effektive dreidimensionale
Netzwerkstruktur gebildet wird. Sofort nach der Synthese enthält das Verbundmaterial
immer noch eine signifikante Menge von Wasser und der Wassergehalt
(in Gew.-% ausgedrückte
Menge, relativ zu dem Gewicht der festen Fraktion des Polymerverbundmaterials,
wobei diese Definition auch für
die folgenden Wassergehalte gilt) liegt typischerweise innerhalb
eines Bereichs von 200 bis 800 Gew.-%, was bedeutet, dass das Verbundmaterial
oft eine schlechte Anfangsfestigkeit hat. Durch Trocknen des frisch
synthetisierten Polymerverbundmaterials und Verringerung des Wassergehalts
auf nicht mehr als 100 Gew.-% und vorzugsweise nicht mehr als 50
Gew.-% und noch mehr bevorzugt nicht mehr als 20 Gew.-% wird die
Wechselwirkung bzw. Reaktion zwischen dem organischen Polymeren
(A) und dem in Wasser quellenden Tonmineral (B) in signifikanter
Weise verstärkt,
wodurch ein Polymerverbundmaterial mit überlegenen mechanischen Eigenschaften
erhalten wird. Wenn ein Polymerverbundmaterial, das bereits getrocknet
worden ist, in Wasser wieder eingetaucht wird, dann erfolgt eine
Weißfärbung des
Verbundmaterials in einem gewissen Ausmaß, obgleich die Weißfärbung gleichförmig ist,
und es erfolgt weder eine signifikante Quellung noch eine ausgeprägte Verringerung
der Festigkeit.
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Unter
der Voraussetzung, dass die Bildung der dreidimensionalen Netzwerkstruktur
nicht gehemmt wird oder dass in der Tat die Bildung der dreidimensionalen
Netzwerkstruktur gefördert
wird, können
andere polymerisierbare organische Moleküle zusammen mit den Polymerkomponenten,
die zur Bildung des organischen Polymeren (A) verwendet werden,
zugesetzt werden oder es können
andere organische oder anorganische funktionelle Moleküle oder
Teilchen zu dem als Produkt erhaltenen Polymerverbundmaterial gegeben werden,
um diesem spezielle Funktionen zu verleihen.
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Erfindungsgemäß muss die
Bildung der dreidimensionalen Netzwerkstruktur des Polymerverbundmaterials
unter Verwendung eines in Wasser quellenden Tonminerals durchgeführt werden
und die dreidimensionale Netzwerkstruktur kann einzig allein durch
die Wirkung des in Wasser quellenden Tonminerals ohne die Verwendung
von irgendwelchen normalen organischen Vernetzungsmitteln gebildet
werden. Die Bildung der Netzwerkstruktur ohne die Verwendung von
organischen Vernetzungsmitteln wird besonders bevorzugt, obgleich
in manchen Fällen
die nach den ausgewählten
Monomeren und/oder Reaktionsbedingungen oder der angestrebten mechanischen
Eigenschaften auch die Zugabe eines organischen Vernetzungsmittels
erforderlich sein kann. In Fällen,
bei denen kein Tonmineral eingesetzt wird, nämlich in Fällen, in denen nur ein lineares Polymeres
zum Einsatz kommt, oder in Fällen,
bei denen nur ein organisches Vernetzungsmittel für die Vernetzung
eingesetzt wird, zeigt das resultierende Material schlechte mechanische
Eigenschaften mit Einschluss von sehr niedrigen Werten der Verstreckbarkeit
und der Festigkeit. Wenn ein organisches Vernetzungsmittel in Kombination
mit dem in Wasser quellenden Tonmineral eingesetzt wird, dann kann
ein Polymerverbundmaterial mit einem modifizierten elastischen Modul
und einem kontrollierten Wert der Verstreckbarkeit erzeugt werden.
Speziell kann auch durch Zugabe eines organischen Vernetzungsmittels
die Verstreckbarkeit verringert werden, während der elastische Modul
erhöht
wird. An die zugegebene Menge des organischen Vernetzungsmittels
werden keine besonderen Beschränkungen
angelegt, unter der Voraussetzung, dass dieses dahingehend wirksam
ist, die gewünschte
Kontrolle der mechanischen Eigenschaften zu erzielen, obgleich die Menge
typischerweise nicht mehr als 2 Mol-% und vorzugsweise nicht mehr
als 1 Mol-% und noch mehr bevorzugt nicht mehr als 0,5 Mol-%, bezogen
auf die Menge des Monomeren bzw. die Menge der Monomeren, beträgt.
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In
dem erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterial
ist das Gewichtsverhältnis
in Wasser quellendes Tonmineral (B) zu dem organischen Polymeren
(A) vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von 0,003 bis 3 und noch
mehr bevorzugt innerhalb eines Bereichs von 0,005 bis 2 und am meisten
bevorzugt innerhalb eines Bereichs von 0,01 bis 1. Wenn dieses Gewichtsverhältnis kleiner
als 0,003 ist, dann kann es sein, dass sich die mechanischen Eigenschaften
des als Produkt erhaltenen Polymerverbundmaterials als unzufrieden
stellend erweisen, während
andererseits, wenn das Gewichtsverhältnis über 3 hinausgeht, die Bildung
einer gleichförmigen
ultrafeinen Dispersion des Tonminerals erschwert wird.
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Biologisch
verträgliche
Materialien können
ebenfalls in das erfindungsgemäße Polymerverbundmaterial
eingearbeitet werden. Beispiele für solche biologisch verträgliche Materialien
schließen
Materialien, die in einem stabilen Zustand im Inneren des Polymerverbundgels
vorliegen, Materialien mit einem kontrollierten Freisetzen aus dem
Gel und Materialien, die durch die Geloberfläche ausbluten, ein. Geeignete
Materialien schließen
solche ein, die gegenüber
biologischen Organismen und insbesondere gegenüber dem Menschen nicht toxisch
sind und vorzugsweise Materialien, die einen bestimmten Typ einer
physiologischen Aktivität
zeigen, Materialien, die durch biologische Mechanismen absorbiert
werden und Materialien, die die Aktivität oder das Wachstum von biologischen
Organismen unterstützen,
oder Materialien, die einen bestimmten Typ einer Heilungswirkung
zeigen. Weiterhin können
diese biologisch verträglichen
Materialien entweder auf molekularem Niveau im Inneren des Gels
dispergiert sein oder sie können
in Form von Fasern oder ultrafeinen Teilchen im Inneren des Gels
vorliegen. Materialien, die mindestens eine gewisse Affinität gegenüber Wasser
oder einer wässrigen
Lösung
zeigen, werden bevorzugt und Materialien, die in Wasser entweder
löslich
sind oder die dazu imstande sind, in Wasser ultrafeine Dispersionen
zu bilden, werden besonders bevorzugt.
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Spezielle
Beispiele für
solche biologisch verträglichen
Materialien schließen
Proteine, die eine biologische Absorption oder eine biologische
Affinität
zeigen, wie Oligopeptide, Polypeptide, Glycoproteine, Lipoproteine,
Proteinphosphate, Amylase, Protease, Lipase, Cellulase, Oxidase
und Dehydrogenase, Cytokin, monoklonale Antikörper, polyklonale Antikörper, Insulin,
Glucagon, Oxytocin, Vasopressin, Secretin, ACTH, Gelatine, Kollagen,
Fibrinogen und Gluten; sowie DNA, Cellulosematerialien, wie Carboxymethylcellulose,
Polysaccharide, wie Heparin, Ester der Polyäpfelsäure oder der Poly-β-hydroxybuttersäure, andere
biologische Polymere, wie Polymilchsäure, niedermolekulare Materialien,
wie Zucker und Aminosäuren,
Hydroxyapatit, Metalloxide, wie Siliciumdioxid, Titandioxid und
Zirconiumdioxid, und andere biologisch verträgliche anorganische Substanzen,
wie Titan, ein.
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Das
bevorzugte Verfahren zur Herstellung eines Polymerverbundmaterials,
das ein biologisch verträgliches
Material enthält,
beinhaltet zuerst die Herstellung einer gleichförmigen Lösung oder einer gleichförmigen Dispersion,
umfassend das organische Monomere bzw. die organischen Monomeren,
das bzw. die als Polymerisation-Ausgangsmaterial für das organische
Polymer (A) wirkt bzw. wirken, das in Wasser quellende Tonmineral
(B) und das biologisch verträgliche
Material umfasst bzw. umfassen. Sodann wird das organische Monomere
bzw. werden die organischen Monomeren polymerisiert. Das in Wasser
quellende Tonmineral (B), das sich zu Schichten auf Nanometer-Niveau
aufblättert
und das durch die gleichförmige
Lösung
hindurch gleichförmig
dispergiert ist, wirkt als ein Vernetzungsmittel während der
Polymerisation des bzw. der in Wasser löslichen organischen Monomeren
unter Bildung einer dreidimensionalen Netzwerkstruktur des Polymeren,
erzeugt aus dem organischen Monomeren bzw. den organischen Monomeren
und dem Tonmineral, wobei das Biopolymere fein in die dreidimensionale
Netzwerkstruktur eingearbeitet worden ist.
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Weiterhin
beinhaltet ein bevorzugtes Verfahren für die Einarbeitung von Hydroxyapatit
(HAp) als biologisch verträgliches
Material in das Polymerverbundmaterial die Bildung des Polymerverbundmaterials
aus dem organischen Polymeren (A) und dem in Wasser quellenden Tonmineral
(B), die Imprägnierung
dieses Polymerverbundmaterials mit einer wässrigen Lösung eines Alkalimetallphosphats,
die darauf folgende Imprägnierung
des Polymerverbundmaterials mit einer wässrigen Lösung von Calciumsalzen oder
die Imprägnierung des
Polymerverbundmaterials mit einer wässrigen Lösung von Calciumsalzen, die
darauf folgende Imprägnierung
des Polymerverbundmaterials mit einer wässrigen Lösung eines Alkalimetallphosphats,
wodurch ein HAp-enthaltendes Polymerverbundmaterial gebildet wird,
in dem das HAp im Inneren des Polymerverbundmaterials gebildet worden
ist. Dieses Verfahren ist jedoch nicht das einzig mögliche Herstellungsverfahren.
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An
die Verhältnismenge
des biologisch verträglichen
Materials, bezogen auf die kombinierte Gesamtmenge des organischen
Polymeren (A) und des in Wasser quellenden Tonminerals (B), werden
keine besonderen Beschränkungen
angelegt, unter der Voraussetzung, dass das biologisch verträgliche Material
dazu imstande ist, durch die dreidimensionale Netzwerkstruktur hindurch
fein dispergiert zu werden, wobei die Verhältnismenge entsprechend dem
Typ des verwendeten biologisch verträglichen Materials und dem Verwendungszweck
des Endprodukts variiert. Speziell kann die Verhältnismenge des biologisch verträglichen
Materials auf einen Wert innerhalb eines weiten Bereichs von einer
Konzentration von mehreren ppm bis zu einer Gewichtsmenge, die mehrere
Male so groß ist
wie das kombinierte Gewicht des organischen Polymeren (A) und des
in Wasser quellenden Tonminerals (B), fallen, wobei die im Einzelfall
verwendete Verhältnismenge
entsprechend der Funktionalität
und der Geldispergierbarkeit des biologisch verträglichen
Materials ausgewählt
werden kann. Typischerweise liegt die Verhältnismenge des Biopolymeren,
die das biologisch verträgliche
Material repräsentiert,
bezogen auf das kombinierte Gewicht des organischen Polymeren (A)
und des in Wasser quellenden Tonminerals (B), innerhalb eines Bereichs
von 0,1 bis 30 Gew.-% und vorzugsweise 0,5 bis 10 Gew.-%. Weiterhin
liegt das Gewichtsverhältnis
des biologisch verträglichen
anorganischen Materials, zu dem organischen Polymeren (A) vorzugsweise
innerhalb eines Bereichs von 0,01 bis 10 und mehr bevorzugt von
0,05 bis 5 und am meisten bevorzugt von 0,1 bis 3.
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Das
getrocknete Produkt aus dem erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterial
ist gleichförmig
und transparent, ohne eine sichtbare Aggregation des in Wasser quellenden
Tonminerals, ungeachtet des Tonmineralanteils. Der Endgehalt des
in Wasser quellenden Tonminerals wird durch eine thermogravimetrische
Analysenmethode (TGA) gemessen und das Ausmaß der Feindispergierbarkeit
wird durch Inspektion unter Verwendung eines Transmissionselektronenmikroskops
(TEM) bestimmt. Bei dem erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterial
kann die Tatsache, dass die Gesamtmenge des Tonminerals in das Polymerverbundmaterial eingearbeitet
worden ist, durch TGA-Analyse bestätigt werden und die Tatsache,
dass blättchenartige
Schichten von Ton mit Werten der Dicke im Bereich von 1 bis mehreren
Nanometer gleichförmig
auf Nanometer-Niveau dispergiert sind, kann durch TEM-Inspektion
bestätigt
werden.
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Die
Tatsache, dass das erfindungsgemäße Polymerverbundmaterial
ausgezeichnete mechanische Eigenschaften zeigt, mit Einschluss von
besonders hohen Werten der Verstreckbarkeit und der Flexibilität, selbst dann,
wenn absolut keine herkömmlichen
organischen Vernetzungsmittel zugesetzt worden sind, bestätigt, dass
das organische Polymere und das fein dispergierte Tonmineral unter
Bildung einer dreidimensionalen Netzwerkstruktur eine Wechselwirkung
bzw. Reaktion eingegangen sind. Im Gegensatz dazu ist es so, dass, wie
aus den unten stehenden Vergleichsbeispielen ersichtlich wird, Verbundmaterialien,
in denen eine dreidimensionale Netzwerkstruktur dadurch gebildet
worden ist, dass ein lineares Polymeres, enthaltend kein in Wasser
quellendes Tonmineral, mit einem organischen Vernetzungsmittel gebildet
worden ist, weit schlechtere mechanische Eigenschaften im Vergleich
zu erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
zeigen. Es wird angenommen, dass diese Feststellung auf die Tatsache
zurückzuführen ist,
dass die erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
eine dreidimensionale Netzwerkstruktur bilden, die erheblich effektiver
ist als irgendetwas, was bislang bekannt war. Speziellerweise wird
angenommen, dass deswegen, weil die gleichförmig verteilten Tonschichten
sehr wirksam als polyfunktionelle Vernetzungsmittel wirken, der
Abstand zwischen den Verknüpfungspunkten
groß sein
kann und dass eine gleichförmige
Kontrolle möglich
gemacht wird. Da weiterhin der Abstand zwischen den Verknüpfungspunkten
groß ist,
können
die zwischen diesen Verknüpfungspunkten
gebundenen Polymeren eine Form annehmen, die derjenigen einer natürlichen
Kette ähnlich
ist. Die Bildung dieses Typs einer dreidimensionalen Netzwerkstruktur,
umfassend ein organisches Polymeres und ein in Wasser quellendes
Tonmineral ermöglicht
die Herstellung von Verbundmaterialien mit extrem hoher Verstreckbarkeit
und mit ausgezeichneter Bruchfestigkeit.
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Die
Bildung dieser dreidimensionalen Netzwerkstruktur kann nicht nur
durch das Ausmaß der
Feindispergierung des in Wasser quellenden Tonminerals, das entweder
durch Inspektion oder unter Verwendung eines Transmissionselektronenmikroskops
oder durch Röntgenbeugungsmessung
bestimmt werden kann, sondern auch durch die Erzielung von Arten
mit überlegenen
Werten hinsichtlich der Verstreckbarkeit und der Bruchfestigkeit,
wie unten stehend beschrieben wird. Die Bestätigung hierfür kann auch
durch Messung der Glasübergangs temperatur
unter Verwendung entweder einer dynamischen Viskoelastizitätsmessung
oder Messung durch Differential-Scanning-Kalorimetrie (DSC) erfolgen.
Die entsprechenden Werte bzw. Eigenschaften liegen nahe an den freien
Kettenwerten eines organischen Polymeren, das zwischen Schichten
des in Wasser quellenden Tonminerals verknüpft ist.
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Die
erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
zeigen ausgezeichnete mechanische Eigenschaften. Beispielsweise
zeigt das Polymerverbundmaterial eine Bruchdehnung von mehreren
100% bis 3000%, und zwar selbst dann, wenn der Wassergehalt im Wesentlichen
null beträgt
und es können
auch Polymerverbundmaterialien mit einer Bruchdehnung von höher als
3000% erhalten werden. Weiterhin zeigen die erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
auch eine erheblich höhere
Bruchfestigkeit als ein vernetztes Polymeres, das kein Tonmineral
enthält,
oder ein lineares Polymeres. Speziellerweise beträgt die Zugfestigkeit des
Polymerverbundmaterials mindestens 500 kPa, die Zugbruchdehnung
beträgt
mindestens 200% und der elastische Modul bei einer Zugdehnung von
100% beträgt
mindestens 50 kPa. Weiterhin kann ein verstrecktes Produkt des Polymerverbundmaterials
dadurch hergestellt werden, dass das Polymerverbundmaterial um mindestens
100% und vorzugsweise um 100% bis 3000% gestreckt wird. Das so erhaltene
verstreckte Polymerverbundprodukt behält immer noch seine ausgezeichnete
Verstreckbarkeit (100% bis 1500%) bei, obgleich es bereits einer
Verstreckungsbehandlung unterworfen worden ist. Es zeigt auch eine
ausgezeichnete Flexibilität. Speziellerweise
hat das verstreckte Produkt des Polymerverbundmaterials eine Zugfestigkeit
von mindestens 1000 kPa, eine Zugbruchdehnung von mindestens 200%
und einen elastischen Modul bei einer Zugdehnung von 100% von mindestens
100 kPa.
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In
den meisten Fällen
hat ein erfindungsgemäßes nicht-verstrecktes
Polymerverbundmaterial einen hohen anfänglichen elastischen Modul,
eine hohe Fließgrenze
und eine hohe Querschnittsverminderung sowie einen extrem hohen
Wert der Verstreckbarkeit. Andererseits zeigt ein verstrecktes Produkt
eines erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterials,
hergestellt durch Unterwerfen eines unverstreckten Verbundmaterials
einer Verstreckungsbehandlung, eine ausgezeichnete Verstreckbarkeit
und eine reversible Rückstellung
und es zeigt günstige
Flexibilitätseigenschaften
während
wiederholter Verstreckungstests. Das Verstrecken des erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterials
wird bei einer Temperatur durchgeführt, die gleich ist wie die
Glasübergangstemperatur
des organischen Polymeren (A) oder die höher ist, und das Verstrecken
kann unter Anwendung von herkömmlichen
Methoden, wie einem uniaxialen Verstrecken, einem biaxialen Verstrecken,
einem Walzen oder durch Extrudieren erfolgen.
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Ein
erfindungsgemäßes Polymerverbundmaterial
zeigt die ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften nicht nur in
einem getrockneten Zustand, sondern auch in einem Zustand, bei dem
die getrocknete Probe einer Feuchtigkeitsabsorption unterworfen
worden ist. Der Wassergehalt nach einer derartigen Absorption von
Feuchtigkeit variiert in Abhängigkeit
von der jeweiligen Zusammensetzung des Polymerverbundmaterials.
Obgleich es keine besonderen Beschränkungen hinsichtlich des Werts
dieses Wassergehalts gibt, zeigen doch Polymerverbund materialien
mit niedrigem Wassergehalt stabilere mechanische Eigenschaften über einen
Bereich von atmosphärischen
Bedingungen mit unterschiedlicher Feuchtigkeit. Demgemäß beträgt der bevorzugte
Bereich des Wassergehalts der Polymerverbundmaterialien nicht mehr
als 100 Gew.-% und mehr bevorzugt nicht mehr als 70 Gew.-% und am
meisten bevorzugt nicht mehr als 30 Gew.-% in einer Atmosphäre von 25°C und einer
Feuchtigkeit von 55%.
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Ein
erfindungsgemäßes Polymerverbundmaterial
zeigt in der Umgebung von Wasser ausgezeichnete mechanische Eigenschaften.
Die Gleichgewichts-Wasserabsorption eines erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterials,
das in Wasser eingetaucht ist, kann auch in der Weise verändert werden,
dass die Zusammensetzung des Polymerverbundmaterials variiert wird.
Obgleich es bezüglich
des Werts dieser Gleichgewichts-Wasserabsorption keine besonderen
Einschränkungen
gibt, sind jedoch kleinere Werte erwünscht. Speziell beträgt, um stabile
mechanische Eigenschaften selbst in Wasser zu gewährleisten,
diese Gleichgewichts-Wasserabsorption typischerweise nicht mehr
als 500 Gew.-% und vorzugsweise nicht mehr als 300 Gew.-% und noch
mehr bevorzugt nicht mehr als 100 Gew.-% und am meisten bevorzugt
nicht mehr als 50 Gew.-%.
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Zusammenfassend
kann festgestellt werden, dass das erfindungsgemäße Polymerverbundmaterial eine
ausgezeichnete ultrafeine Dispergierung des in Wasser quellenden
Tonminerals über
einen weiten Bereich der Werte des Tonmineralgehalts mit Einschluss
von hohen Konzentrationen des Tonminerals zeigt. Die Materialien
zeigen auch eine günstige
Verstreckbarkeit und ausgezeichnete mechanische Eigenschaften, wie Festigkeit
und elastischen Modul. Weiterhin ist ungeachtet des tatsächlichen
Gehalts innerhalb dieses breiten Bereichs das Tonmineral gleichförmig durch
das Polymerverbundmaterial hindurch eingearbeitet worden, das gute
Werte hinsichtlich der Transparenz und zwar insbesondere dann, wenn
der Wassergehalt niedrig ist, zeigt. Weiterhin können die erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
stabil eingesetzt werden und sie zeigen ausgezeichnete mechanische
Eigenschaften nicht nur bei normalen atmosphärischen Bedingungen, sondern
auch in Wasser. Weiterhin zeigen verstreckte Produkte der erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
besonders gute Flexibilitäts-
und Biegungseigenschaften und sie können als Materialien eingesetzt werden,
die eine reversible Verstreckbarkeit und Komprimierbarkeit besitzen.
Weiterhin bieten die erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
und die verstreckten Produkte davon auch eine ausgezeichnete Verträglichkeit
gegenüber
biologischen Materialien, wie Antithrombosemitteln. Demgemäß können die
erfindungsgemäßen Polymerverbundmaterialien
zu einer Vielzahl von Gestalten, wie Zylindern, Stäben, Filmen
oder Fasern, verformt werden und sie können dann in vielen Anwendungsgebieten
zum Einsatz kommen, mit Einschluss als Materialien für künstliche
Organe, wie Dialyseeinrichtungen, Oxgeneratoren und künstliche
Blutgefäße, sowie
als medizinische Behandlungsmaterialien, beispielsweise Katheter.
Schließlich
können
sie auch Anwendung als hochelastische technische Materialien finden.
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BEISPIELE
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Nachstehend
werden spezielle Elemente der vorliegenden Erfindung auf der Basis
einer Reihe von Beispielen beschrieben, obgleich die vorliegende
Erfindung in keiner Weise durch die Beispiele, die unten stehend
angegeben werden, eingeschränkt
werden soll.
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(Beispiel 1)
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Als
in Wasser quellendes Tonmineral wurde ein in Wasser quellender synthetischer
Hectorit mit der Zusammensetzung [Mg5,34Li0,66Si8O20(OH)4]Na+ 0,66 (Warenzeichen
Laponite XLG, hergestellt von der Firma Nihon Silica Corporation),
der im Vakuum getrocknet worden war, eingesetzt. Als Acrylatderivat
wurde 2-Methoxyethylacrylat (MEA, hergestellt von der Firma Wako
Pure Chemical Industries Ltd.) eingesetzt. Das MEA wurde durch eine
Silicagelsäule
(hergestellt von der Firma Merck & Co.,
Inc.) geleitet, um vor der Verwendung etwaige Polymerisationsinhibitoren
zu entfernen.
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Kaliumperoxodisulfat
(KPS) (hergestellt von der Firma Kanto Kagaku Co., Ltd.) wurde als
Polymerisationsinitiator eingesetzt und es wurde als eine wässrige Lösung eingesetzt,
die durch Auflösen
von Kaliumperoxodisulfat in reinem desoxygeniertem Wasser hergestellt
worden war. Das Verhältnis
KPS/Wasser betrug 0,40/20 (g/g). N,N,N',N'-Tetramethylethylendiamin
(TEMED, hergestellt von der Firma Wako Pure Chemical Industries
Ltd.) wurde als Katalysator (Beschleuniger) eingesetzt. Durch das
gesamte verwendete Wasser wurde hochreiner Stickstoff hindurch perlen
gelassen, um etwaigen Sauerstoff vor der Verwendung zu entfernen.
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In
einer thermostatischen Kammer mit 20°C wurden 19,02 g reines Wasser
in ein Glasgefäß mit flachem
Boden gegeben. Unter konstantem Rühren wurden 0,16 g Laponite
XLG zugesetzt, wodurch eine farblose transparente Lösung gebildet
wurde. Zu dieser Lösung
wurden 2,86 g MEA gegeben und es wurde weiter gerührt, um
eine farblose transparente Lösung
zu erhalten. 1,0 g der wässrigen
KPS-Lösung
und 16 μl
TEMED wurden dann unter konstantem Rühren hinzugefügt. Ein
Teil der resultierenden Lösung
wurde in drei Glasröhrchen
mit geschlossenem Boden mit einem Innendurchmesser von 5,5 mm und
einer Länge
von 150 nun überführt. Die
Röhrchen
wurden mit Stopfen verschlossen und dann in einem Wasserbad mit
einer konstanten Temperatur von 20°C 20 Stunden lang stehengelassen,
um die Polymerisation voranschreiten zu lassen.
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Die
restliche wässrige
Lösung
in dem Glasgefäß mit flachem
Boden wurde ebenfalls 20 Stunden lang bei 20°C stehengelassen, um das Voranschreiten
der Polymerisation zu gestatten. Alle Maßnahmen, beginnend mit der
Herstellung der Lösung
und bis zur Polymerisation hindurch, wurden unter einer von Sauerstoff freien
Stickstoffatmosphäre
durchgeführt.
Nach 20 Stunden hatte sich ein gleichförmiger zylindrisch geformter oder
stabförmig
geformter Feststoff in einem freien Zustand in dem Wasser im Inneren
des Glasgefäßes mit flachem
Boden bzw. in den einzelnen Glasröhrchen gebildet.
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In
den als Produkten erhaltenen Feststoffen wurde keine ungleichförmige Aggregation
des in Wasser quellenden Tonmineral beobachtet und jedes Produkt
stellt einen gleichförmigen weißen Feststoff
(mit einem Wassergehalt von 372 Gew.-%) dar. Durch Trocknen der
Produkte im Vakuum bei 100°C
bis zum Erreichen des konstanten Gewichts wurden transparente Polymerverbundmaterialien
erhalten. Die Polymerisationsausbeute, berechnet aus dem Trockengewicht,
betrug 99,5 Gew.-%. Beim 5-tägigen
Stehenlassen der trockenen Polymerverbundmaterialien in einer Atmosphäre von 25°C und einer
Feuchtigkeit von 50% betrug der Wassergehalt der Polymerverbundmaterialien
4,9 Gew.-%. Weiterhin betrug, als das Polymerverbundmaterial in
Wasser von 20°C
aufbewahrt wurde, die Wasserabsorption 21 Gew.-%. Nach dem Trocknen
des Polymerverbundmaterials wurde der Tongehalt durch thermogravimetrische
Analyse bis zu 600°C
bestimmt (unter Verwendung einer Vorrichtung mit der Bezeichnung
TG-DTA220, hergestellt von der Firma Seiko Instruments Inc., und Durchführung der
Messung in einem Luftstrom bei einer Geschwindigkeit der Temperaturerhöhung von 10°C/Minute).
Der auf diese Weise bestimmte Tongehalt (anorganischer Ton/Polymerverbundmaterial)
betrug 6,5 Gew.-%, welcher Wert fast mit dem Wert identisch ist,
der aus der Zusammensetzung der Polymerisationslösung errechnet worden war.
Weiterhin bestätigte
eine Fourier-Transform-Infratrotspektroskopie (FT-IR) unter Verwendung
einer KBr-Methode das Vorhandensein von Peaks, die im Einklang mit
dem Poly(2-methoxyethylacrylat) (PMEA) und dem in Wasser quellenden
Tonmineral standen.
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Nach
dem Einbetten des trockenen Polymerverbundmaterials in ein Epoxyharz
wurde ein ultradünner Abschnitt
mit einer Dicke von ungefähr
50 nm hergestellt. Bei der Inspektion dieses Abschnitts unter Verwendung
eines Transmissionselektronenmikroskops (unter Verwendung eines
Geräts
mit der Bezeichnung JEM-2000X, hergestellt von der Firma JEOL Ltd.)
wurden blättchenartige
Schichten von Ton mit einer Dicke von 1 bis mehreren Nanometer,
die durch die Probe hindurch gleichförmig dispergiert waren, beobachtet.
Bei der Messung des trockenen Polymerverbundmaterials unter Verwendung
einer Röntgenbeugung
(unter Verwendung eines Geräts
mit der Bezeichnung RX-7, hergestellt von der Firma Rigaku Corporation,
CuKα-Bestrahlung) wurden
keine großen
Peaks bei kleinen Winkeln beobachtet. Aus den obigen Ergebnissen
wurde klar, dass das in diesem Beispiel hergestellte feste Produkt
ein Polymerverbundmaterial, das das in Wasser quellende Tonmineral
und PMEA enthielt, wobei der Gehalt an Ton 6,5 Gew.-% betrug und
wobei das in Wasser quellende Tonmineral gleichförmig durch den Feststoff hindurch
fein dispergiert war. Das Polymerverbundmaterial war transparent
und es zeigte eine ausgezeichnete Flexibilität und kein Brechen, selbst
beim Biegen um 180 Grad bei Raumtemperatur.
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Bei
der Messung der dynamischen Viskoelastizität eines der trockenen stabförmigen Polymerverbundmaterialien
unter Verwendung eines Geräts
mit der Bezeichnung DMA-200, hergestellt von der Firma Seiko Instruments
Inc., bei den Bedingungen einschließend eine Messfrequenz von
1 Hz und eine Geschwindigkeit der Temperaturerhöhung von 2°C/Minute, zeigte das Polymerverbundmaterial
eine Glasübergangstemperatur (Tg:
tan δ-Peaktemperatur)
von ungefähr –34°C. Bei Temperaturen
unterhalb dieses Tg-Werts zeigte das Verbundmaterial einen hohen
elastischen Modul und bei Temperaturen oberhalb des Tg-Werts zeigte
das Verbundmatenal einen elastischen Modul in einem Bereich, der
mit stabilem Kautschuk in Einklang war, über einen weiten Bereich der
Temperaturen. Andererseits zeigte eine Messung durch Differential-Scanning-Kalorimetrie
(DSC) (unter Verwendung eines Geräts mit der Bezeichnung DSC-7,
hergestellt von der Firma PerkinElmer Inc.) einen identischen Tg-Wert
von –34°C. Dieser
Wert ist fast identisch mit einer Glasübergangstemperatur (–35°C), die bei
einem trockenen linearen Polymeren gemessen wurde, bei dem kein
Tonmineral verwendet worden war.
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Ein
trockenes stabförmiges
Polymerverbundmaterial (Querschnittsfläche 3,40 mm2)
wurde auf ein Zugtest-Gerät
(einer Universal-Testmaschine mit der Bezeichnung AGS-H, hergestellt
von der Firma Shimadzu Corporation) montiert, wobei darauf geachtet
wurde, dass gewährleistet
wurde, dass in dem Einklammerungsabschnitt kein Gleiten erfolgte.
Bei der Durchführung
des Zugtests bei Bedingungen mit Einschluss einer Messlänge von
20 mm und einer Zuggeschwindigkit von 100 mm/Minute wurde eine klare
Fließgrenze
während
des anfänglichen
Verstreckens beobachtet, und es wurde auch eine anschließende Querschnittsverminderung
beobachtet. Der anfängliche
elastische Modul betrug 2,9 MPa; die Bruchfestigkeit betrug 3,1
MPa und die Dehnung beim Bruch betrug 3200% (in jedem Fall wurde
die anfängliche
Querschnittsfläche
verwendet). Die restliche Deformation des Polymerverbundmaterials
nach dem Zugtest war ungefähr
100%, was eine kautschukartige Flexibilität und Zähigkeit anzeigt. Auf der Basis
dieser ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften, der Tatsache,
dass eine kautschukartige Flexibilität selbst ohne Verwendung eines
organischen Vernetzungsmittels erhalten werden konnte, der ultrafeinen
Dispergierbarkeit des in Wasser quellenden Tonminerals und der Glasübergangstemperatur
der Polymeren wird ersichtlich, dass in dem erfindungsgemäßen Verbundmaterial
das organische Polymere (A) und das in Wasser quellende Tonmineral
(B) eine dreidimensionale Netzwerkstruktur gebildet hatten.
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(Beispiel 2)
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Das
in Beispiel 1 hergestellte trockene Polymerverbundmaterial wurde
abgewogen und in Wasser von 20°C
stehengelassen, bis sich das Gewicht stabilisiert hatte. Die Gleichgewichts-Wasserabsorption
(Gewicht des Wassers/Gewicht des trockenen Polymerverbundmaterials:
Wassergehalt) zu diesem Zeitpunkt betrug 28 Gew.-% und dieser Wert
erfuhr selbst nach einem Monat oder sogar nach sechs Monaten in
Wasser keine weitere Veränderung.
Dieses Polymerverbundmaterial, das eine Gleichgewichts-Wasserabsorption
erreicht hatte, stellte einen gleichförmigen weiß gefärbten Feststoff dar. Bei der
Durchführung
eines Zugtests in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 zeigten
die Ergebnisse einen elastischen Modul von 610 kPa, eine Bruchfestigkeit
von 325 kPa und eine Bruchdehnung von 3610%, was anzeigt, dass das
Polymerverbundmaterial selbst in Wasser ausgezeichnete mechanische
Eigenschaften, wie eine ausgezeichnete Verstreckbarkeit, zeigt.
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(Beispiel 3)
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Eine
Probe des in Beispiel 1 hergestellten trockenen Polymeren wurde
einem einaxialen Verstrecken auf die 30fache ursprüngliche
Länge unter
Anwendung der gleichen Methode wie dem in Beispiel 1 beschriebenen
Zugtest unterworfen, wodurch ein verstrecktes Polymerverbundmaterial
erhalten wurde. Die Restdeformation bei der Herstellung des verstreckten
Polymerverbundmaterials betrug 110%. Bei der Durchführung eines
Zugtests mit dem verstreckten Polymerverbundmaterial in der gleichen
Art und Weise wie in Beispiel 1 zeigten die Ergebnisse einen elastischen
Modul von 1,1 MPa, eine Bruchfestigkeit von 2,9 MPa und eine Bruchdehnung
von 1850%. Das verstreckte Polymerverbundmaterialprodukt zeigte
eine kautschukartige Flexibilität
sowie eine sofortige Rückstellung
nach Herausnahme aus dem Zugtestgerät. Es zeigte eine restliche Deformation
von weniger als 20%. Weiterhin behielten selbst bei dem wiederholten
Verstrecken des in diesem Beispiel erhaltenen Polymerverbundmaterials
auf 1500% die mechanischen Eigenschaften des verstreckten Produkts
ihre ursprünglichen
Werte mit einem guten Grad der Reproduzierbarkeit bei.
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(Beispiel 4)
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Eine
Probe des in Beispiel 1 hergestellten trockenen Polymerverbundmaterials
wurde in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 3 auf die 30fache
ursprüngliche
Länge verstreckt,
wodurch ein verstrecktes Polymerverbundmaterial gebildet wurde.
Beim Aufbewahren dieses verstreckten Polymerverbundmaterials in Wasser
von 20°C
bis zur Gewichtsstabilisierung betrug die resultierende Gleichgewichts-Wasserabsorption (Wassergehalt)
28%. Dieses Polymerverbundmaterial stellt einen gleichförmigen weiß gefärbten Feststoff
dar. Bei der Durchführung
eines Zugtests in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 zeigten
die Ergebnisse einen elastischen Modul von 450 kPa, eine Bruchfestigkeit
von 550 kPa und eine Bruchdehnung von 2800%, was darauf hinweist,
dass das verstreckte Polymerverbundmaterial selbst in Wasser seine
ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften, wie die Verstreckbarkeit,
zeigt.
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(Beispiel 5)
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Mit
der Ausnahme, dass die Menge des Materials mit der Bezeichnung Laponite
XLG von 0,16 g auf 0,32 g erhöht
wurde und dass die Menge von MEA von 2,86 g auf 2,6 g verringert
wurde, wurde ein Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 hergestellt. Der resultierende Feststoff
stellte ein gleichförmiges
Verbundmaterial aus dem in Wasser quellenden Tonmineral und dem
Polymeren dar. Es wurde keine ungleichförmige Aggregation des in Wasser
quellenden Tonminerals beobachtet. Eine stabförmige Probe des Polymerverbundmaterials
wurde im Vakuum bei 100°C
in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 getrocknet, wodurch
ein stabförmiges
transparentes Polymerverbundmaterial erhalten wurde. Die in der gleichen
Weise wie in Beispiel 1 durchgeführte
Messung ergab einen Tongehalt in dem Polymerverbundmaterial von
11 Gew.-%. Weiterhin wurde ein Zugtest mit dem trockenen stabförmigen Polymerverbundmaterial
in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt. Die
Ergebnisse zeigten sowohl eine Streckgrenze als auch eine Querschnitts verminderung
sowie einen elastischen Modul von 2,4 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 1,4 MPa und eine Bruchdehnung von 2400%, was auf ein Polymerverbundmaterial
mit überlegener
Zähigkeit und
Flexibilität
hinweist. Das Polymerverbundmaterial zeigte nach dem Zugtest eine
kautschukartige Flexibilität
und Zähigkeit
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(Beispiel 6)
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Das
in Beispiel 5 hergestellte trockene Polymerverbundmaterial wurde
abgewogen und in Wasser von 20°C
belassen, bis sich das Gewicht stabilisiert hatte, bevor die Gleichgewichts-Wasserabsorption
gemessen wurde. Die Gleichgewichts-Wasserabsorption (Wassergehalt)
betrug 50 Gew.-% und dieser Wert erfuhr selbst nach 1 Monat oder
sogar nach 6 Monaten in Wasser keine weitere Veränderung. Dieses Polymerverbundmaterial
stellte einen gleichförmigen
weiß gefärbten Feststoff
dar. Bei der Durchführung
eines Zugtests in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 zeigten
die Ergebnisse einen elastischen Modul von 1,4 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 660 kPa und eine Bruchdehnung von 3200%, was anzeigt, dass selbst
in Wasser das Polymerverbundmaterial ausgezeichnete mechanische
Eigenschaften, wie eine ausgezeichnete Verstreckbarkeit, aufweist.
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(Beispiel 7)
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Eine
Probe des in Beispiel 5 hergestellten trockenen Polymerverbundmaterials
wurde nach der gleichen Methode wie in Beispiel 3 beschrieben verstreckt,
wodurch ein verstrecktes Polymerverbundmaterial erhalten wurde.
Die Restdeformation des verstreckten Polymerverbundmaterials betrug
105%. Bei der Durchführung
eines Zugtests in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 zeigten
die Ergebnisse einen elastischen Modul von 1,3 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 4,5 MPa und eine Bruchdehnung von 1250%. Das verstreckte Polymerverbundmaterial
zeigte eine kautschukartige Flexibilität unmittelbar nach Herausnahme
auf dem Zugtestgerät.
Es zeigte eine Restdeformation von weniger als 20%. Selbst beim
wiederholten Verstrecken des in diesem Beispiel erhaltenen Polymerverbundmaterials
auf 1000% behielten die mechanischen Eigenschaften des verstreckten
Produkts ihre ursprünglichen
Werte mit einem guten Grad der Reproduzierbarkeit bei.
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(Beispiele 8 bis 10)
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Mit
der Ausnahme, dass die Menge des Produkts mit der Bezeichnung Laponite
XLG von 0,16 g auf 0,48 g (Beispiel 8), 0,64 g (Beispiel 9) oder
0,8 g (Beispiel 10) erhöht
wurde, wurden Polymerverbundmaterialien unter Verwendung des in
Beispiel 1 beschriebenen Herstellungsprozesses für das Polymerverbundmaterial
hergestellt. Die jeweiligen resultierenden Produkte stellten gleichförmige Verbundmaterialien
aus dem in Wasser quellenden Tonmineral und dem Polymeren dar. Es
wurde keine ungleichförmige
Aggregation des in Wasser quellenden Tonminerals beobachtet. Eine
stabförmige
Probe jedes Polymerverbundmaterials wurde bei 100°C im Vakuum
in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 getrocknet. Auf
diese Weise wurde ein stabförmiges
transparentes trockenes Polymerverbundmaterial in jedem Fall erhalten.
Weiterhin wurden mit den trockenen stabförmigen Polymerverbundmaterialien
in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 Zugtests durchgeführt. Die
Ergebnisse dieser Tests sind in Tabelle 1 zusammengestellt.
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(Beispiele 11 bis 13)
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In
den Beispielen 8 bis 10 erhaltene Proben der trockenen Polymerverbundmaterialien
wurden einem einachsigen Verstrecken auf die 20fache ursprüngliche
Länge unter
Verwendung des gleichen Verfahrens wie der in Beispiel 1 beschriebene
Zugtest unterworfen, wobei verstreckte Polymerverbundmaterialien
gebildet werden. Die Restdeformation des verstreckten Polymerverbundmaterials
des Beispiels 8 betrug 120%. Der Wert für das verstreckte Polymerverbundmaterial
des Beispiels 9 betrug 215% und der Wert für das verstreckte Polymerverbundmaterial
des Beispiels 10 betrug 205%. Dann wurden Zugtests unter Verwendung
dieser verstreckten Polymerverbundmaterialien in der gleichen Art
und Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt (Beispiele 11 bis 13).
Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengestellt. Alle
verstreckten Polymerverbundmaterialien zeigten eine kautschukartige
Flexibilität
unmittelbar nach der Freigabe aus dem Zugtestgerät und sie zeigten eine Restdeformation
von weniger als 20%. Weiterhin behielten sogar beim wiederholten
Verstrecken der verstreckten Polymerverbundmaterialien die mechanischen
Eigenschaften der verstreckten Produkte ihre ursprünglichen
Werte mit einem guten Grad der Reproduzierbarkeit bei.
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(Beispiel 14)
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Mit
der Ausnahme, dass die Menge von MEA von 2,86 g auf 1,3 g verringert
wurde, wurde in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 ein
Polymerverbundmaterial hergestellt. Der so erhaltene Feststoff hatte eine
gleichförmige
weiße
Farbe und es wurde keine nicht-gleichförmige Aggregation
des mit Wasser quellenden Tonminerals beobachtet. Eine stabförmige Probe
des Polymerverbundmaterials wurde in der gleichen Art und Weise
wie in Beispiel 1 im Vakuum bei 100°C getrocknet, wodurch ein stabförmiges transparentes
Polymerverbundmaterial erhalten wurde. Bei der Durchführung eines
Zugtests mit dem Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 zeigten die Ergebnisse sowohl eine Fließgrenze
als auch eine Querschnittsverminderung sowie einen elastischen Modul
von 4,7 MPa, eine Bruchfestigkeit von 2,8 MPa und eine Bruchdehnung
von 1610%.
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(Beispiel 15)
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Mit
der Ausnahme, dass die 2,86 g MEA durch ein Gemisch aus 1,84 g MEA
und 0,4 g N-Isopropylacrylamid (Material mit der Bezeichnung NIPA,
hergestellt von der Firma Kohjin Co., Ltd.) ersetzt wurden, wurde
in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 ein Polymerverbundmaterial
erhalten. Der so erhaltene Feststoff war ein gleichförmiges Polymerverbundmaterial,
das das in Wasser quellende Tonmineral und ein Copolymeres enthielt.
Es wurde keine nicht-gleichförmige
Aggregation des in Wasser quellenden Tonminerals beobachtet. Eine
stabförmige
Probe des Polymerverbundmaterials wurde in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 im Vakuum bei 100°C getrocknet, wodurch ein stabförmiges transparentes
Polymerverbundmaterial erhalten wurde. Die in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 durchgeführten
Messungen ergaben einen Tongehalt des Polymerverbundmaterials von
14,9 Gew.-%. Weiterhin zeigten bei der Durchführung eines Zugtests mit dem
trockenen stabförmigen
Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel
1 die Ergebnisse sowohl eine Streckgrenze als auch eine Querschnittsverminderung
sowie einen elastischen Modul von 4,81 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 4,55 MPa und eine Bruchdehnung von 700%, was ein Polymerverbundmaterial
mit überlegener
Zähigkeit
und Flexibilität
anzeigt. Nach diesem Zugtest zeigte das Polymerverbundmaterial eine
kautschukartige Flexibilität
und Zähigkeit.
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(Beispiel 16)
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Das
in Beispiel 15 hergestellte trockene Polymerverbundmaterial wurde
in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 2 Wasser absorbieren
gelassen, bis sich das Gewicht stabilisiert hatte, wodurch ein gleichförmiges weiß gefärbtes Polymerverbundmaterial
erhalten wurde. Die Gleichgewichts-Wasserabsorption (Wassergehalt)
zu diesem Zeitpunkt betrug 135 Gew.-%. Bei der Durchführung eines
Zugtests mit diesem Polymerverbundmaterial, das eine Gleichgewichts-Wasserabsorption
erreicht hatte, zeigten die Ergebnisse keine Fließgrenze
sowie einen elastischen Modul von 1,81 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 72,4 kPa und eine Bruchdehnung von 2700%.
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(Beispiel 17)
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Eine
Probe des in Beispiel 15 hergestellten stabförmigen Polymeren wurde unter
Anwendung der gleichen Methode wie in Beispiel 3 beschrieben auf
die 5fache ursprüngliche
Länge verstreckt,
wodurch ein verstrecktes Polymerverbundmaterial gebildet wurde.
Die Restdeformation des verstreckten Polymerverbundmaterials betrug
105%. Bei der Durchführung
eines Zugtests in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 zeigten
die Ergebnisse einen elastischen Modul von 3,4 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 10,4 MPa und eine Bruchdehnung von 288%. Das verstreckte Polymerverbundmaterial
nach dem Zugtest zeigte eine kautschukartige Flexibilität und Zähigkeit
bei einer Restdeformation von weniger als 20%. Weiterhin behielten,
selbst beim wiederholten Verstrecken des verstreckten Polymerverbundmaterials,
die mechanischen Eigenschaften des verstreckten Produkts ihre ursprünglichen
Werte bei einem guten Grad der Reproduzierbarkeit bei.
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(Beispiel 18)
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Mit
der Ausnahme, dass die 2,6 g MEA durch ein Gemisch aus 2,08 g MEA
und 0,34 g Methacrylamid (hergestellt von der Firma Aldrich Chemical
Company Inc.) ersetzt wurden, wurde ein Polymerverbundmaterial in
der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 5 hergestellt. Der so
erhaltene Feststoff stellte ein gleichförmiges Polymerverbundmaterial
dar, das das in Wasser quellende Tonmineral und ein Copolymeres
enthielt. Es wurde keine nicht-gleichförmige Aggregation des in Wasser
quellenden Tonminerals beobachtet. Eine stabförmige Probe des Polymerverbundmaterials
wurde in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 im Vakuum
bei 100°C
getrocknet, wodurch ein stabförmiges
transparentes Polymerverbundmaterial erhalten wurde. Dieses trockene
Polymerverbundmaterial wurde in ähnlicher
Weise wie in Beispiel 2 in Wasser absorbieren gelassen, bis sich
das Gewicht stabilisiert hatte. Auf diese Weise wurde ein gleichförmiges weiß gefärbtes Polymerverbundmaterial
erhalten. Die Gleichgewichts-Wasserabsorption
(Wassergehalt) des Polymerverbundmaterials betrug 60 Gew.-%.
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(Beispiel 19)
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Mit
den Ausnahmen, dass kein TEMED zugesetzt wurde und dass die Polymerisationstemperatur
auf 50°C
abgeändert
wurde, wurde ein Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 hergestellt. Der so erhaltene Feststoff
hatte eine gleichförmige
weiße
Färbung
und es wurde keine nicht-gleichförmige
Aggregation beobachtet. Der Wassergehalt des Polymerverbundmaterials
unmittelbar nach der Polymerisation, berechnet aus dem auf die unten
stehende Art und Weise bestimmten Trockengewicht, betrug 615 Gew.-%.
Eine stabförmige
Probe des Polymerverbundmaterials wurde in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 im Vakuum bei 100°C getrocknet, wodurch ein stabförmiges transparentes
Polymerverbundmaterial erhalten wurde. Bei der Durchführung eines
Zugtests mit dem Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und Weise
wie in Beispiel 1 zeigten die Ergebnisse keinen Fließpunkt sowie
einen elastischen Modul von 1,8 MPa, eine Bruchfestigkeit von 1,1
MPa und eine Bruchdehnung von 1210%, was einen extrem hohen elastischen Modul
und eine extrem hohe Bruchdehnung repräsentiert. Das Polymerverbundmaterial
nach dem Testen zeigte eine kautschukartige Flexibilität und Zähigkeit.
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(Beispiel 20)
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Mit
der Ausnahme, dass 0,028 g N,N'-Methylenbisacrylamid
(hergestellt von der Firma Wako Pure Chemical Industries Ltd.) nach
der Zugabe des Produkts mit der Bezeichnung Laponite XLG zugegeben
wurden, wurde ein Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 hergestellt. Der so erhaltene Feststoff
hatte eine gleichförmige
weiße
Färbung
und es wurde keine ungleichförmige
Aggregation beobachtet. Eine stabförmige Probe des Feststoffs
wurde in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 im Vakuum
bei 100°C
getrocknet, wodurch ein stabförmiges
transparentes Polymerverbundmaterial erhalten wurde. Bei der Durchführung eines
Zugtests mit diesem Polymerverbundmaterial in der gleichen Art und
Weise wie in Beispiel 1 zeigten die Ergebnisse keine Fließgrenze
sowie einen elastischen Modul von 3,8 MPa, eine Bruchfestigkeit
von 1,8 MPa und eine Bruchdehnung von 410%, was einen extrem hohen
elastischen Modul und eine extrem hohe Bruchdehnung repräsentiert.
Das Polymerverbundmaterial zeigte nach dem Zugtest eine kautschukartige
Flexibilität
und Zähigkeit.
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(Beispiel 21)
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In
einer thermostatischen Kammer mit 20°C wurden 19,02 g reines Wasser
in ein Glasgefäß mit flachem
Boden eingegeben und es wurden 0,396 g eines Produkts mit der Bezeichnung
Laponite XLG unter konstantem Rühren
zugesetzt. Auf diese Weise wurde eine farblose transparente Lösung gebildet.
Zu dieser Lösung
wurden 2,5 g Ethanol und 0,2 g Tetrahydrofuran gegeben. Anschließend wurden
unter weiterem Rühren 2,54
g 2-Ethoxyethylacrylat (hergestellt von der Firma Aldrich Chemical
Company Inc.) zugesetzt und es wurde weiter gerührt, wodurch eine farblose
transparente Lösung
erhalten wurde. 1,0 g einer wässrigen
Lösung
von KPS und 16 μl
TEMED wurden dann unter konstantem Rühren zugegeben. Ein Teil der
resultierenden Lösung wurde
in drei Glasröhrchen
mit geschlossenem Boden mit einem Innendurchmesser von 5,5 mm und
einer Länge
von 150 mm überführt. Die
Röhrchen
wurden dann mit Stopfen verschlossen und 20 Stunden lang in einem
Wasserbad mit einer konstanten Temperatur von 20°C stehengelassen, um das Voranschreiten
der Polymerisation zu gestatten.
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Die
restliche wässrige
Lösung
in dem Glasgefäß mit dem
flachen Boden wurde gleichfalls 20 Stunden lang bei 20°C stehengelassen,
um das Voranschreitender Polymerisation zu gestatten. Alle Maßnahmen,
beginnend mit der Herstellung der Lösung bis zu der Polymerisation,
wurden in einer von Sauerstoff freien Stickstoffatmosphäre durchgeführt. Nach
20 Stunden hatte sich ein gleichförmiger weiß gefärbter zylindrisch geformter
oder stabförmig
geformter Feststoff (Polymerverbundmaterial) in dem Wasser im Inneren
des Glasgefäßes mit
dem flachen Boden und in dem jeweiligen Glasröhrchen gebildet. Diese Feststoffe
wurden aus jedem Gefäß sorgfältig herausgenommen.
Die resultierenden Feststoffe stellten gleichförmige Polymerverbundmaterialien
aus den in Wasser quellenden Tonmineralien und dem Polymeren dar.
Es wurde keine ungleichförmige Aggregation
des in Wasser quellenden Tonminerals beobachtet. Eine stabförmige Probe
des Polymerverbundmaterials wurde in der gleichen Art und Weise
wie in Beispiel 1 bei 100°C
im Vakuum getrocknet, wodurch ein stabförmiges transparentes Polymerverbundmaterial
mit guter Flexibilität
erhalten wurde. Als das so erhaltene trockene Polymerverbundmaterial
in ähnlicher
Weise wie in Beispiel 2 Wasser bis zur Gewichtsstabilisierung absorbieren
gelassen wurde, wurde ein gleichförmiges weiß gefärbtes Polymerverbundmaterial
erhalten. Die Gleichgewichts-Wasserabsorption (Wassergehalt) des
Polymerverbundmaterials betrug 50 Gew.-%.
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(Beispiel 22)
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Mit
der Ausnahme, dass die 2,54 g 2-Ethoxyethylacrylat durch 2,80 g
2-Ethoxymethylmethacrylat
(hergestellt von der Firma Wako Pure Chemical Industries Ltd.) ersetzt
wurden, wurde in der gleichen Art und Weise wie in Beispiel 21 ein
Polymerverbundmate rial hergestellt. Der resultierende Feststoff
stellte ein gleichförmiges
weiß gefärbtes Polymerverbundmaterial
aus dem in Wasser quellenden Tonmineral und dem Polymeren dar. Es
wurde keine ungleichförmige
Aggregation des in Wasser quellenden Tonminerals beobachtet. Eine stabförmige Probe
des Polymerverbundmaterials wurde in der gleichen Art und Weise
wie in Beispiel 1 im Vakuum bei 100°C getrocknet, wodurch ein stabförmiges transparentes
Polymerverbundmaterial mit guter Flexibilität erhalten wurde. Als das so
erhaltene trockene Polymerverbundmaterial Wasser bis zur Gewichtsstabilisierung
in gleicher Weise wie in Beispiel 2 absorbieren gelassen wurde,
wurde ein gleichförmiges
weiß gefärbtes Polymerverbundmaterial
erhalten. Die Gleichgewichts-Wasserabsorption (Wassergehalt) dieses
Polymerverbundmaterials betrug 40 Gew.-%.
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(Vergleichsbeispiel 1)
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Mit
der Ausnahme, dass kein in Wasser quellendes Tonmineral verwendet
wurde, wurde die Polymerisation 20 Stunden lang bei 20°C in der
gleichen Art und Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt. Auf
diese Weise wurde ein trüb-weißes festes
Polymeres erhalten. Das Polymere war zwar biegefähig, jedoch extrem brüchig und
es zeigte eine sehr starke Haftung an Glas, was bedeutet, dass beim
Versuch, das Polymere aus den Glasröhrchen oder dem Glasgefäß mit flachem
Boden zu entfernen, die Abtrennung zu einem Problem wurde, was bald
zu einem Brechen des festen Polymeren führte. Weiterhin wurde ein in
einem der Glasröhrchen
hergestelltes stabförmiges
Polymeres im Vakuum bei 100°C
getrocknet und es wurde eine getrocknete stabförmige Probe erhalten, obgleich
selbst nach dem Trocknen das Produkt an dem Glas haftete, so dass
die Abtrennung problematisch war und das trockene Produkt zerbrechlich
war. Demgemäß konnten
weder mit dem anfänglichen
Polymerprodukt noch dem getrockneten Produkt Zugtests durchgeführt werden.
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(Vergleichsbeispiel 2)
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Mit
den Ausnahmen, dass kein in Wasser quellendes Tonmineral eingesetzt
wurde und dass nach der Zugabe von MEA ein organisches Vernetzungsmittel
in einer Menge äquivalent
3 Mol-% MEA zugesetzt wurde, wurde die Polymerisation in der gleichen
Art und Weise wie in Beispiel 1 bei 20°C 20 Stunden lang durchgeführt, wobei
ein organisch vernetztes MEA-Polymeres
erhalten wurde. Reines N,N'-Methylenbisacrylamid
wurde als organisches Vernetzungsmittel eingesetzt. Das Ergebnis
war ein trüb-weißes brüchiges Wasser-enthaltendes
Gel. Dieses Gel war zwar biegefähig,
jedoch extrem brüchig
und es zeigte eine sehr starke Haftung an Glas, was bedeutet, dass
beim Versuch, das Polymere aus den Glasröhrchen oder von dem Glasgefäß mit dem
flachen Boden zu entfernen, die Abtrennung zu einem Problem wurde,
was bald zu einem Zerbrechen des polymeren Feststoffs führte. Weiterhin
wurde ein in einem der Glasröhrchen
hergestelltes stabförmiges Polymeres
im Vakuum bei 100°C
getrocknet und es wurde eine getrocknete stabförmige Probe erhalten, obgleich
nach dem Trocknen das Produkt an dem Glas klebte, so dass die Abtrennung
problematisch war und das trockene Produkt zerbrech lich war. Demgemäß konnten
weder mit dem Wasser-enthaltenden Gel oder dem getrockneten Produkt
Zugtests durchgeführt
werden.
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(Vergleichsbeispiel 3)
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Mit
der Ausnahme, dass ein aus Polyamidharz hergestelltes Kunststoffgefäß verwendet
wurde und dass eine Menge von N,N'-Methylenbisacrylamid, die 1 Mol-% MEA äquivalent
war, zugesetzt wurde, wurde in der gleichen Art und Weise wie in
Vergleichsbeispiel 2 ein organisch vernetztes MEA-Polymeres hergestellt. Dieses
Produkt wurde sorgfältig
aus dem Gefäß entnommen
und getrocknet, um eine stabförmige
Probe zu bilden. Es wurde ein Zugtest in der gleichen Art und Weise
wie in Beispiel 1 durchgeführt,
wobei darauf geachtet wurde, dass die Probe am Punkt der Befestigung
nicht beschädigt
wurde. Die Ergebnisse zeigten eine Bruchdehnung von 180% und eine
Bruchlast von 0,7 N, was auf signifikant schlechtere mechanische
Eigenschaften als im Falle der Produkte der Beispiele hinweist.
Weiterhin war die Bruchlast für
ein 150% verstrecktes Produkt auch 0,7 N.
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Während bevorzugte
Ausführungsformen
der Erfindung oben beschrieben und illustriert wurden, sollte beachtet
werden, dass sie für
die Erfindung lediglich beispielhaft sind und dass sie nicht als
einschränkend angesehen
werden sollten. Zusätze,
Weglassungen, Substitutionen und andere Modifizierungen können erfolgen,
dass vom Rahmen oder dem Umfang der vorliegenden Erfindung abgewichen
wird. Demgemäß soll die Erfindung
nicht durch die vorstehende Beschreibung beschränkt werden.