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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abscheidung von
Multielement-Dünnfilm-Zusammensetzungen.
Spezieller ist die Erfindung ein Verfahren zur Abscheidung einer
Phosphor-Zusammensetzung, bei der die in der abgeschiedenen Phosphor-Zusammensetzung
bereitgestellte Schwefelmenge gesteuert ist. Das Verfahren ist insbesondere
für die
Abscheidung von Phosphor-Zusammensetzungen
geeignet, die ein Thioaluminat, Thiogallat oder Thioaluminat von
Elementen der Gruppe IIA und Gruppe IIB umfassen, wobei das bzw.
die Quellenmaterial(ien) Sulfide einschließen, welche mindestens einige
der Elemente enthalten, die den abgeschiedenen Phosphor-Film umfassen.
Weiter ist das Verfahren insbesondere zur Abscheidung von Phosphoren
für farbige
Wechselstrom-Elektrolumineszenzanzeigen nützlich, die Dickfilm-Nichtleiterschichten
mit einer hohen Dielektrizitätskonstanten
verwenden.
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Hintergrund
der Erfindung
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Dickfilm-Nichleiterstrukturen,
wie beispielhaft im U.S. Patent 5,432,015 angegeben, werden typisch
auf Keramiksubstraten hergestellt und liefern eine überlegene
Beständigkeit
gegen einen Durchschlag sowie eine verringerte Betriebsspannung
im Vergleich zu Dünnfilm-Elektrolumineszenz (TFEL)-Anzeigevorrichtungen,
die auf Glassubstraten hergestellt sind. Wenn sie auf einem Keramiksubstrat
abgeschieden hält,
hält die
Dickfilm-Nichtleiterstruktur höheren
Verarbeitungstemperaturen stand als TFEL-Vorrichtungen auf Glassubstraten.
Die erhöhte
Toleranz gegenüber
höheren
Temperaturen erleichtert das Tempern der Phosphor-Filme bei höheren Temperaturen,
um die Helligkeit zu verbessern. Jedoch ist es selbst bei der verbesserten
Helligkeit, die erhalten wird, wünschenswert,
den Helligkeitswirkungsgrad der Vorrichtungen weiter zu erhöhen, um eine
Verbesserung des Gesamt-Energiewirkungsgrades und eine Verringerung
des Stromverbrauchs zu ermöglichen.
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Die
Anmelderin hat verschiedene Verfahren zur Abscheidung von Phosphoren
entwickelt, die in einer Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzvorrichtung
verwendet werden. Zum Beispiel offenbart die PCT CA01/01823, veröffentlicht
als WO 02/051960, ein Verfahren, vorzugsweise eine Elektronenstrahlverdampfung,
für die
Abscheidung einer ternären, quaternären oder ähnlichen
Phosphor-Zusammensetzung,
bei dem Komponenten der Zusammensetzung in verschiedenen Quellen
vorliegen. Insbesondere sind die Zusammensetzungen Thioaluminate, Thiogallate
oder Thioindate von Elementen der Gruppe IIA und Gruppe IIB und
die Sulfide, die derartige Verbindungen bilden, sind in verschiedenen
Quellen angeordnet. Die PCT CA01/01234 offenbart ein Doppelquellen-Phosphorabscheidungsverfahren
unter Verwendung einer Doppelquellen-Elektronenstrahlabscheidung.
Die verschiedenen Verbindungen der ersten und zweiten Quelle liegen
in den Verhältnissen
vor, die erforderlich sind, um die benötigte Zusammensetzung des Phosphors
zu liefern. Bei den abgeschiedenen Phosphoren handelt es sich bevorzugt
blau emittierendes Europium-aktivierte Bariumthioaluminat. Die PCT
CA02/00688 offenbart ein Einzelquellen-Sputterverfahren zur Abscheidung
von Multielement-Phosphorfilmen mit gesteuerter Zusammensetzung.
Das Verfahren verwendet ein Quellenmaterial in Form eines einzigen
dichten Targets, das eine Zusammensetzung aufweist, die von der
gewünschten
Filmzusammensetzung des Phosphors verschieden ist. Die Konzentrationen
der leichten chemischen Elemente relativ zu den schwereren chemischen
Elementen in der Target-Zusammensetzung des Verfahrens sind höher, als
in den abgeschiedenen Filmen gewünscht.
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Die
oben erwähnten
Patentanmeldungen offenbaren wünschenswerte
Phosphore und Verfahren, um Phosphore zur Verwendung in Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeigen
abzuscheiden. Jedoch ist es immer wünschenswert, neue Verfahren
bereitzustellen, um die Bildleuchtdichte und den Helligkeitswirkungsgrad
der Phosphor-Zusammensetzungen weiter zu verbessern.
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Die
EP 1 279 718 A offenbart
die Abscheidung eines Phosphorfilms, der Thioaluminate und Thiogallate
umfasst.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
Erfindung ist ein Verfahren zur Abscheidung von Multielement-Dünnfilm-Zusammensetzungen
für Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzvorrichtungen.
In dem Verfahren wird die Schwefelmenge in der Abscheidungskammer
während
der Abscheidung der Dünnfilm-Zusammensetzung
gesteuert. Auf diese Weise wird die Schwefelmenge gesteuert, die
auf das Abscheidungssubstrat auftrifft und so der Dickfilm-Zusammensetzung
einverleibt wird. Das Verfahren der Erfindung ist insbesondere für die Abscheidung
von Phosphor-Zusammensetzungen nützlich,
die ternäre,
quaternäre
oder höhere
Schwefel-tragende Verbindungen umfassen, die vorzugsweise ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus Thioaluminaten, Thiogallaten und Thioindaten mindestens
eines Elements aus den Gruppen IIA und IIB des Periodensystems.
Phosphore, die gemäß dem Verfahren
der Erfindung abgeschieden sind, zeigen eine verbesserte Bildleuchtdichte
und einen verbesserten Helligkeitswirkungsgrad im Vergleich zu Verfahren
des Standes der Technik.
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In
dem Verfahren werde ein oder mehrere Quellenmaterialien, welche
die Zusammensetzung des abgeschiedenen Phosphors bilden, unter Verwendung
von beispielsweise physikalischen Dampfabscheidungsverfahren bei
niedrigem Druck auf einem geeigneten Substrat abgeschieden. Die
relative Flüchtigkeit
der Quellenmaterialien wird so gesteuert, dass das gewünschte Verhältnis von
Metallspezies auf dem Abscheidungssubstrat erhalten wird. Ein Getter-
oder kondensierendes Material ist im Wesentlichen benachbart zu
dem bzw. den Quellenmaterial(ien) vorgesehen, um jegliche überschüssige Schwefel-tragende
Spezies aus der Abscheidung auf dem Abscheidungssubstrat und so
der Einverleibung in die abgeschiedene Phosphor-Zusammensetzung zu
entfernen, sie daran zu hindern und/oder dieselbe zu minimieren.
Dies wird bei einer ausreichend niedrigen Temperatur durchgeführt, um
eine Wiederverdampfung der kondensierten Schwefel-tragenden Spezies
aus dem Getter- und kondensierenden Material zu verhindern.
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Das
Getter- oder kondensierende Material weist eine ausreichende Oberfläche auf,
um wirksam jegliche überschüssige Schwefel-tragende
Spezies zu absorbieren oder kondensieren, wobei eine derartige überschüssige Menge
als eine Menge im Überschuss über diejenige
definiert ist, die erforderlich ist, um die gewünschte Zusammensetzung der
Dünnfilm-Phosphor-Zusammensetzung
zu liefern. Dies wird vom Fachmann leicht verstanden. Eine überschüssige Schwefelmenge,
die in der Phosphor-Zusammensetzung abgeschieden ist, kann eine
schädliche
Auswirkung auf die Helligkeit der abgeschiedenen Phosphor-Zusammensetzung aufweisen.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Abscheidung
eines Dünnfilms
mit einer vorbestimmten Zusammensetzung auf einem Substrat bereitgestellt,
wobei der Dünnfilm
ternäre,
quaternäre
oder höhere
Sulfid-Verbindungen umfasst, die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend
aus Thioaluminaten, Thiogallaten und Thioindaten mindestens eines
Elements aus den Gruppen IIA und IIB des Periodensystems, wobei
das Verfahren umfasst:
- – Verflüchtigen mindestens eines Quellenmaterials,
das ein Sulfid umfasst, welches die vorbestimmte Zusammensetzung
bildet, um eine Schwefeltragende Dünnfilm-Zusammensetzung auf
einem Substrat zu bilden; und
- – Minimieren
des Auftreffens jeglicher überschüssiger Menge
an Schwefeltragender Spezies, die aus dem mindestens einen Quellenmaterial
verflüchtigt
werden, auf dem Substrat.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
Abscheidung eines dünnen
Phosphorfilms mit vorbestimmter Zusammensetzung auf einem Substrat
bereitgestellt, wobei der Phosphorfilm ternäre, quaternäre oder höhere Sulfid-Verbindungen umfasst,
die ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus Thioaluminaten, Thiogallaten und Thioindaten
mindestens eines Elements aus den Gruppen IIA und IIB des Periodensystems,
wobei das Verfahren umfasst:
- – Verflüchtigen
mindestens eines Quellenmaterials, das ein Sulfid umfasst, welches
die vorbestimmte Zusammensetzung bildet, um eine Schwefeltragende
Dünnfilm-Zusammensetzung auf
einem Substrat zu bilden;
- – gleichzeitiges
Minimieren des Auftreffens jeglicher überschüssiger Menge an Schwefel-tragender
Spezies, die aus dem mindestens einen Quellenmaterial verflüchtigt wurden,
auf dem Substrat; und
- – Kondensieren
oder Entfernen von Sauerstoff und/oder Wasser aus dem Verdampfungsmaterial aus
dem mindestens einen Quellenmaterial.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt ist die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Abscheidung eines
Dünnfilms
mit einer vorbestimmten Zusammensetzung auf einem Substrat, wobei
die Zusammensetzung eine ternäre,
quaternäre
oder höhere Zusammensetzung
umfasst, wobei das Verfahren umfasst:
- (i) Bereitstellen
eines Pellets aus einem Sulfid als Quellenmaterial, wobei das Sulfid
die Komponenten der vorbestimmten Zusammensetzung umfasst, wobei
das Pellet zusätzlich
Dotiermittel für die
vorbestimmte Zusammensetzung umfasst;
- (ii) Bewirken einer Dampfabscheidung der vorbestimmten Zusammensetzung
auf dem Substrat durch Verdampfen des Pellets mit einem Elektronenstrahl;
- (iii) Überwachen
der Geschwindigkeit der Verdampfung von Sulfid aus dem Pellet; und
- (iv) gleichzeitiges Entfernen jeglicher überschüssiger Menge an Schwefeltragender
Spezies, die aus dem Pellet verflüchtigt wird, um zu verhindern,
dass der Überschuss
auf dem Substrat auftrifft.
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In
Ausführungsformen
der Erfindung ist die abgeschiedene Dünnfilm-Zusammensetzung eine Phosphor-Zusammensetzung,
die eine Europiumaktivierte Bariumthioaluminat- oder Europium-aktivierte Calciumthioaluminat-Phosphor-Zusammensetzung umfasst.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird jegliche überschüssige Menge
an Schwefel-tragender Spezies, die aus dem bzw. den Quellenmaterial(ien)
in der Abscheidungskammer erzeugt wird, durch die Bereitstellung
eines Getter- oder kondensierenden Materials, das im Wesentlichen
dem bzw. den Quellenmaterial(ien) benachbart ist, zur Absoption
oder Kondensation jeglicher überschüssiger Schwefel-tragender
Spezies, die durch die Verflüchtigung
des Quellenmaterials oder der Quellenmaterialien erzeugt wird, aus
der Kammer entfernt. Dies geschieht bei einer hinreichend niedrigen
Temperatur, um die Wiederverdampfung der kondensierten Schwefel-tragenden
Spezies zu verhindern. Die Temperatur, um die Wiederverdampfung
zu verhindern, wird, wie es dem Fachmann bekannt ist, durch Nachschlagen
der Gleichgewichtsdampfdruckdaten als Funktion der Temperatur für die betreffende
Spezies und Auswählen
einer Temperatur, die unterhalb jener liegt, bei welcher der Gleichgewichtsdampfdruck
unter dem Basisdruck für
das Abscheidungsverfahren liegt, bestimmt. Im Allgemeinen ist es zweckmäßig, für die Schwefel-tragende
Spezies eine Temperatur nahe jener zu wählen, bei der flüssiger Stickstoff
siedet, was 77° Kelvin
ist. Das Getter- oder kondensierende Material weist eine ausreichende Oberfläche auf,
um jegliche überschüssige Schwefel-tragende
Spezies wirksam zu kondensieren/absorbieren, wie es vom Fachmann
verstanden wird.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung können
weiter ein oder mehrere Agenzien vorgesehen sein, um: (a) jeglichen Überschuss
an Schwefel-tragenden Spezies zu minimieren, die auch Sauerstoff
enthalten können,
wie zum Beispiel SO2; und (b) molekularen
Sauerstoff und/oder Wasser aus dem Fluss von verdampfender Substanz,
die aus dem bzw. den Quellenmaterial(ien) emittiert wird, zu kondensieren
oder zu entfernen und zu verhindern, dass er bzw. es auf das Abscheidungssubstrat
in der Abscheidungskammer auftrifft. Sauerstoff kann aus den Sulfid-Verdampfungsquellen
herrühren,
wenn sie eine oder mehrere Sauerstoff-tragende Verunreinigungen,
wie Sulfat- oder Sulfi-Verbindungen und Wasser, enthalten. Derartige
Agenzien sind vorzugsweise im Wesentlichen in Nachbarschaft zu dem bzw.
den Quellenmaterial(ien) vorgesehen, welche in dem Abscheidungsverfahren
verwendet werden.
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In
noch einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung wird eine flüchtige
Schwefel-Quelle, bevorzugt atomarer Schwefel, in der Abscheidungskammer bereitgestellt,
um jeglichen Mangel an Schwefel in dem abgeschiedenen Phosphorfilm
relativ zur gewünschten
Menge auszugleichen. Die flüchtige Schwefelquelle
sollte so in die Kammer eingespritzt werden, dass der Schwefel gleichförmig auf
das Abscheidungssubstrat auftrifft.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt ist die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Abscheidung eines Dünnfilms
mit einer vorbestimmten Zusammensetzung auf einem Substrat, wobei
die Zusammensetzung eine ternäre,
quaternäre
oder höhere
Zusammensetzung umfasst, wobei das Verfahren umfasst:
- (i) Bereitstellen eines Pellets mit mindestens einem Sulfid
als erstes Quellenmaterial und Bereitstellen eines Pellets mit mindestens
einem Sulfid als zweites Quellenmaterial, wobei die Sulfide des ersten
und zweiten Quellenmaterials verschieden sind, wobei die Sulfide
die Komponenten der Zusammensetzung sind, wobei mindestens eines der
Pellets mit erstem und zweitem Quellenmaterial zusätzlich Dotiermittel
für die
Zusammensetzung enthält;
- (ii) Bewirken einer Dampfabscheidung der Zusammensetzung auf
dem Substrat durch gleichzeitiges Verdampfen der Pellets mit dem
ersten und zweiten Quellenmaterial mit getrennten Elektronenstrahlen;
- (iii) unabhängiges Überwachen
der Verdampfungsgeschwindigkeit von Sulfid aus dem ersten und dem
zweiten Quellenmaterial; und
- (iv) Entfernen jeglicher überschüssigen Menge
an Schwefel-tragenden Spezies, die aus dem ersten und dem zweiten
Quellenmaterial verflüchtigt
werden, um zu verhindern, dass ein Überschuss auf dem Substrat
auftrifft.
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Andere
Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der
folgenden detaillierten Beschreibung ersichtlich. Es sollte jedoch
verstanden werden, dass die detaillierte Beschreibung und die speziellen
Beispiele, während
sie Ausführungsformen
der Erfindung angeben, lediglich als Erläuterung angegeben sind, da
verschiedene Änderungen und
Abwandlungen innerhalb des Geists und Bereichs der Erfindung dem
Fachmann aus der detaillierten Beschreibung ersichtlich werden.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Die
vorliegende Erfindung wird vollständiger aus der hierin gegebenen
detaillierten Beschreibung und aus den begleitenden Zeichnungen
verstanden, die lediglich zur Erläuterung angegeben sind und
den beabsichtigten Bereich der Erfindung nicht beschränken.
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1 ist
ein Diagramm, das die Schwefel-Spezies, welche zum Dampfdruck von
Schwefel beitragen, gegen die Temperatur zeigt;
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2 ist
eine schematische Darstellung eines Schnitts einer Elektrolumineszenz-Vorrichtung, die
eine Dickfilm-Nichtleiterschicht und eine Phosphor-Zusammensetzung
umfasst;
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3 ist
eine grafische Darstellung der Helligkeit gegen die angelegte Spannung
einer Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeige mit einem Europium-aktivierten
Bariumthioaluminat-Phosphor, die gemäß den Verfahren des Standes
der Technik hergestellt ist, im Vergleich zu einer ähnlichen
Vorrichtung, die gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung hergestellt ist;
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4 ist
eine Grundrissansicht (von oben) einer Phosphorabscheidungskammer
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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5 ist
eine grafische Darstellung der Helligkeit gegen die angelegte Spannung
einer Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeige, bei der ein
Europium-aktivierter Bariummagnesiumthioaluminat-Phosphor gemäß dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung abgeschieden ist; und
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6 ist
eine grafische Darstellung der Helligkeit gegen die angelegte Spannung
einer Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeige mit einem Europium-aktiviertem
Bariumthioaluminat-Phosphor, der unter Verwendung eines Kühlers mit
verringertem Wirkungsgrad während
der Phosphor-Abscheidung abgeschieden wurde.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Abscheidung von Dünnfilm-Zusammensetzungen
und insbesondere von Dünnfilm-Phosphor-Zusammensetzungen,
die ternäre,
quaternäre
oder höhere
Schwefel-tragende Verbindungen umfassen, wobei die Schwefelmenge,
die auf dem Abscheidungssubstrat und so in die abgeschiedene Phosphor-Zusammensetzung
abgeschieden wird, durch Steuerung der Menge an Schwefel-tragender
Spezies in der Dampf-Abscheidungsatmosphäre gesteuert wird. Dies wird
durch Gettern oder Kondensieren jeglicher überschüssiger Schwefel-tragender Spezies bewerkstelligt,
welche aus der Quelle oder den Quellen in die Abscheidungsatmosphäre verflüchtigt werden,
um zu verhindern, dass ein Überschuss
an Schwefel auf dem Abscheidungssubstrat auftritt und so der abgeschiedenen
Phosphor-Zusammensetzung einverleibt wird.
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Das
Dampfabscheidungsverfahren der Erfindung ist insbesondere für die Abscheidung
von Phosphor-Zusammensetzungen auf Substraten nützlich, bei denen die Phosphor-Zusammensetzungen
ausgewählt
sind aus der Gruppe bestehend aus Thioaluminaten, Thiogallaten und
Thioindaten mindestens eines Elements aus den Gruppen IIA und IIB
des Periodensystems mit einem kontrollierten und gewünschten
Schwefelgehalt. Unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden
Erfindung werden Phosphore mit hoher Helligkeit und nützlicher
Emissionsfarbe erhalten.
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Das
Dampfabscheidungsverfahren der vorliegenden Erfindung kann aus einem
einzigen Quellenmaterial oder alternativ aus mehreren Quellenmaterialien
bewirkt werden, solange die ausgewählte einzelne Quelle oder die
ausgewählten
mehreren Quellen die vorbestimmte Zusammensetzung auf dem Substrat,
einschließlich
der Aktivator-Spezies, bilden. Eine Vielfalt von Dampfabscheidungsverfahren
kann in der vorliegenden Erfindung verwendet werden, einschließlich, aber
ohne Beschränkung, Sputtern,
Elektronenstrahl- oder thermischer Verdampfung. Das bevorzugte Verfahren
ist Elektronenstrahl-Abscheidung. Die zeitliche Schwankung der Abscheidung
der Komponenten aus dem oder den verwendeten Material(ien), welche
die abgeschiedene Phosphor-Zusammensetzung bilden, auf dem Substrat
wird überwacht
und gesteuert, um die gleichzeitige Dampfabscheidung aus dem bzw.
den Quellenmaterial(ien) zu bewirken, wie es in der PCT CA01/01823
der Anmelderin gelehrt wird. Im Abscheidungsverfahren der vorliegenden
Erfindung wird der Schwefelfluss, der auf das Abscheidungssubstrat
auftrifft, gesteuert, um den gewünschten Schwefelgehalt
in dem abgeschiedenen Film zu erhalten.
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Der
Schwefel-Abscheidungsfluss kann gesteuert werden, indem man den
Schwefel-Partialdruck in der Abscheidungskammer steuert. Damit dies
erfolgreich ist, muss jedoch die Schwefel-tragende Spezies, welche
die Verfahrensatmosphäre umfassen,
durchschnittlich eine konstante Zahl an Schwefelatomen pro Dampfmolekül enthalten.
Wenn die Schwefel-tragenden Spezies eine variable Zahl von Schwefelatomen
tragen, bringt die Massendichte des Schwefels in der Kammer keine
festgelegte Beziehung zum Schwefel-Partialdruck hervor und die Abscheidungsgeschwindigkeit
von Schwefel wird gemäß der relativen
Häufigkeit
von Molekülen
mit verschiedenen Zahlen an Schwefelatomen variieren.
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Es
ist auch schwierig, den Partialdruck des Schwefels in der Abscheidungskammer
zu steuern, wenn die Schwefelmoleküle, welche den Dampf in der
Abscheidungskammer umfassen, aus verschiedenen Orten hervorgehen.
Wenn zum Beispiel die Dampfmoleküle
aus elementarem Schwefel hervorkommen, der auf den Wänden der
Kammer kondensiert ist, welche sich bei einer Temperatur unterhalb von
etwa 500°C
befinden, umfasst der verdampfte Schwefel hauptsächlich Ringe aus Schwefelatomen, wie
S6, S7 oder S8. 1 zeigt
die Gleichgewichtshäufigkeit
von Schwefelspezies, die zum Schwefel-Dampfdruck beitragen, als Funktion der
Temperatur. Wenn das Dampfmolekül
Schwefelwasserstoff ist, enthält
es nur ein Schwefelatom. Wenn der Schwefel aus der Elektronenstrahl-Erwärmung eines Sulfid-Quellenmaterials
hervorgeht, kann die Schwefel-tragende Spezies einen Bereich von
Spezies von atomarem Schwefel bis S8 bis
zu Molekülen
oder Molekül-Clustern
des Sulfid-Quellenmaterials
umfassen. So kann die Massendichte des Schwefels in der Abscheidungskammer
um so viel wie einen Faktor 8 bei einem gegebenen Partialdruck der
Schwefel-Spezies variieren, abhängig
von der Mischung dieser Spezies. Wenn andere Dampfspezies, wie Sauerstoff,
Wasser oder Schwefeldioxid, vorhanden sind, wird die Steuerung der
Massendichte des verdampften Schwefels sogar noch schwieriger.
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Die
vorliegende Erfindung überwindet
die oben erwähnten
Beschränkungen
durch Bereitstellung eines Mechanismus, um den Schwefelgehalt eines
abgeschiedenen Phosphorfilms zu steuern, indem der Stofftransport
von Schwefeldampf gesteuert wird, der auf das Abscheidungssubstrat
auftritt und so in der abgeschiedenen Phosphor-Zusammensetzung abgeschieden
wird. Diese Steuerung stellt sicher, dass die molekularen schwefelhaltigen
Dampfspezies, die dazu gebracht werden, auf das Abscheidungssubstrat
aufzutreffen, im Durchschnitt eine im Wesentlichen zeitunabhängige Zahl
von Schwefelatomen pro Molekül
aufweisen. Weiter wird der Schwefel-Partialdruck während des
Abscheidugnsprozesses auf einen Wert gesteuert, der mit dem gewünschten
Schwefelgehalt in dem abgeschiedenen Film in Einklang steht. Geeignete
Schwefel-Partialdruckbereiche, die in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können,
stehen in Einklang mit jenem, der in der Technik für die Sulfid-Filmabscheidung
unter Verwendung von Elektronenstrahl-, thermischer Verdampfung
oder Sputter-Techniken und weiter unter Verwendung eines oder mehrerer
Quellenmaterialien bekannt ist. Wenn zum Beispiel Elektronenstrahlverdampfung
als Abscheidungsverfahren der Erfindung verwendet wird, kann der
Schwefel als Schwefelwasserstoff bei einem Partialdruckbereich von
etwa 1 × 10–5 bis
1 × 10–4 Torr
bereitgestellt werden.
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Die
zeitlich konstante Mischung von Schwefel-tragenden Spezies kann
Sulfid-Moleküle oder Cluster
von Sulfid-Molekülen,
molekularen Schwefel, atomaren Schwefel oder Schwefelwasserstoff
einschließen.
Bevorzugt wird der Bruchteil der molekularen Schwefelspezies, welche
die Mischung zusammensetzen, insbesondere jener mit höherem Molekulargewicht,
auf einem Minimum gehalten. Das Verfahren der Erfindung sorgt dafür, dass
alle überschüssigen molekularen
Schwefelspezies, deren Konzentration im Laufe der Zeit während der
Abscheidung variiert, kondensiert oder absorbiert und so aus der Abscheidungsatmosphäre entfernt
werden, um zu verhindern, dass derartige Spezies auf dem Abscheidungssubstrat
auftreffen, und demgemäß werden
sie nicht in die abgeschiedene Phosphor-Zusammensetzung eingebaut.
Dies wird auch bewirkt, indem man einen niedrigen Abscheidungsatmosphärendruck
aufrechterhält,
wie oben erörtert,
so dass die mittlere freie Weglänge
für Schwefeltragende
Dampfspezies ausreichend lang ist, damit es keine wesentliche Wahrscheinlichkeit
von Kollisionen zwischen den verschiedenen Schwefel-tragenden Spezies
in der Abscheidungsatmosphäre
derart gibt, dass eine mit der Zeit variierende Populationsverteilung
von Spezies geschaffen wird, welche verschiedene Zahlen von Schwefelatomen
enthalten.
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Die
Steuerung des Schwefelgehalts, der auf dem Substrat abgeschieden
wird, wird durch die Verwendung eines Materials oder von Materialien
bewirkt, die alle überschüssigen Schwefel-tragenden Spezies
absorbieren oder kondensieren und so im Wesentlichen aus der Abscheidungsatmosphäre entfernen.
(Ein) derartige(s) Material(ien) wird hierin als Getter- oder kondensierendes
Material bezeichnet und ist als jedes Material definiert, von dem
der Fachmann weiß,
dass es Schwefelspezies absorbiert oder kondensiert, wobei der Gesamteffekt
die Entfernung überschüssiger Schwefelspezies
aus der Abscheidungsatmosphäre
ist und diese daran gehindert werden, auf das Abscheidungssubstrat
aufzutreffen. Derartige Materialien können, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein,
selektive Getter für
Schwefelspezies sowie Kältefallen
oder Kältefinger
mit einer ausreichend niedrigen Temperatur einschließen, so
dass der Dampfdruck der kondensierten Schwefelspezies wesentlich
unterhalb des Arbeitsdrucks von gewünschten Schwefelspezies in
der Abscheidungsatmosphäre
liegt. Ein Beispiel für
eine Kühlfalle
ist ein Rohr, durch welches man flüssigen Stickstoff mit einer
ausreichenden Geschwindigkeit fließen lässt und das eine ausreichende
Oberfläche
aufweist, um die Schwefelspezies ausreichend zu kondensieren. Ein Beispiel
für ein
Getter-Material zur Verwendung im Verfahren der Erfindung ist ein
Titan-Schwamm. Die Anordnung des Getter- oder kondensierenden Materials
ist wichtig, damit die überschüssigen Schwefelspezies
absorbiert und/oder kondensiert werden, bevor sie auf das Abscheidungssubstrat
auftreffen. Ein bevorzugter Ort für das Getter- oder kondensierende Material
ist im Wesentlichen benachbart zur primären Quelle der Spezies, bei
der es sich um ein oder mehrere Sulfid-Quellenmaterialien handelt,
die zur Abscheidung verwendet werden.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
ein oder mehrere zusätzliche
Agenzien verwendet werden, um Schwefeldioxid, molekularen Sauerstoff
und/oder Wasser, die aus Verunreinigungen in den Sulfid-Quellen stammen,
wie Metallsulfate oder -sulfite, zu entfernen, um den Sauerstoff-Partialdruck in der
Abscheidungskammer innerhalb annehmbarer Grenzen zu halten. Mit
anderen Worten, ein derartiges Agens minimiert die überschüssigen Schwefel-tragenden
Spezies, die auch Sauerstoff enthalten können, wie zum Beispiel SO2, und aus dem bzw. den verwendeten Quellenmaterial(ien)
verflüchtigt
werden können.
In diesem Beispiel kann SO2 unter Verwendung
einer Kühlfalle mit
flüssigem
Stickstoff kondensiert werden. Wie es der Fachmann versteht, wird
der annehmbare Druckbereich mittels Routineexperimenten durch Messen des
Sauerstoff- oder Wassergehalts des abgeschiedenen Films relativ
zum gewünschten
Gehalt bestimmt. Für
nominal sauerstofffreie Filme wird der Sauerstoff-Partialdruck bei
einem niedrigeren Wert als dem Basisdruck der Abscheidungsumgebung
vor der Abscheidung und vor der Einführung von Schwefel-tragenden
Spezies gehalten. Es sollte sichergestellt werden, dass die Schwefel-tragenden
Spezies keinen Sauerstoff enthalten. In dieser Ausführungsform
der Erfindung kann, wenn Wasser verflüchtigt wird und in der Abscheidungskammer
vorliegt, ein Wasser absorbierendes Material, wie Molekularsieb, wie
es dem Fachmann bekannt ist, verwendet werden, um Wasser zu entfernen,
das aus Verunreinigungen in den Schwefelquellen oder von den Wänden der
Abscheidungskammer stammt. Derartige Wasser absorbierende Materialien
werden so gewählt,
dass der verbleibende Wasserdampfdruck über den Materialien ausreichend
niedrig ist, wie es von Fachmann verstanden wird.
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Das
Verfahren der Erfindung wird verwendet, um jegliche überschüssigen Schwefel-tragenden Spezies
daran zu hindern, auf das Abscheidungssubstrat und so in das Phosphor-Material,
das abgeschieden wird, aufzutreffen. Jedoch ist es immer noch wichtig
sicherzustellen, dass die abgeschiedene Phosphor-Zusammensetzung ausreichend Schwefel
enthält,
um die wünschenswerte Helligkeit und
den wünschenswerten
Leuchtwirkungsgrad zu besitzen. Eine geeignete Schwefelquelle zusätzlich zu
der einen oder den mehreren Quellen, die Sulfid-Verbindungen umfassen,
für den
Zweck der Sicherstellung, dass der abgeschiedene Film keinen Mangel
an Schwefel aufweist, ist Schwefelwasserstoff. Es ist vorzuziehen,
dass der Schwefelwasserstoff vor dem Einlass in die Abscheidungskammer
in atomaren Schwefel und Wasserstoff aufgespalten wird, so dass
kein atomarer Wasserstoff auf der Oberfläche des Phosphor-Films vorliegt,
wenn er abgeschieden wird. Atomarer Wasserstoff ist hochreaktiv
und innerhalb von Kristallgittern beweglich und kann die Eigenschaften
des Phosphorfilms und der darunterliegenden Substratstruktur auf
schädliche Weise
beeinflussen. Die Einspritzgeschwindigkeit des Schwefelwasserstoffs
kann variiert werden, um den Schwefelgehalt des Phosphorfilms auf
den gewünschten
Wert einzustellen. Die Abscheidungstemperatur, der Abscheidungsdruck,
die Abscheidungsgeschwindigkeit und die Zusammensetzung der Abscheidungsatmosphäre können so
angepasst werden, dass die gewünschte
Phosphorfilm-Zusammensetzung erzielt wird, wie es in der Technik
bekannt ist.
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Die
vorliegende Erfindung wird weiter durch die in 2 gezeigte
Ausführungsform
veranschaulicht, welche einen Querschnitt einer Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzvorrichtung
zeigt, die einen Schwefel-tragenden Phosphor enthält. Die
Vorrichtung, allgemein als 10 angezeigt, weist ein Substrat 12 auf,
auf dem eine Reihenelektrode 14 angeordnet ist. Ein Dickfilm-Dielektrikum 16 weist
darauf ein Dünnfilm-Dielektrikum 18 auf.
Das Dünnfilm-Dielektrikum 18 ist
mit drei als 20, 22 und 24 bezeichneten Pixelspalten
gezeigt, welche darauf angeordnet sind. Die Pixelspalten enthalten
Schwefel-tragende Phosphore, um die drei Basisfarben, d.h. rot,
grün und blau,
bereitzustellen. Die Pixelspalte 20 weist einen roten Phosphor 26 auf,
der in Kontakt mit dem Dünnfilm-Dielektrikum 18 angeordnet
ist. Ein weiteres Dünnfilm-Dielektrikum 28 ist
auf einem roten Phospor 26 angeordnet, und die Spaltenelektrode 30 ist auf
dem Dünnfilm-Dielektrikum 28 angeordnet. Ähnlich weist
die Pixelspalte 22 einen grünen Phosphor 32 auf
dem Dünnfilm-Dielektrikum 18 mit
dem Dünnfilm-Dielektrikum 34 und
einer Spaltenelektrode 36 darauf auf. Die Pixelspalte 24 weist
einen blauen Phospor 38 auf dem Dünnfilm-Dielektrikum 18 mit
einem Dünnfilm-Dielektrikum 40 und
einer Spaltenelektrode 42 darauf auf.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung sorgt das Verfahren für die Abscheidung von Dünnfilm-Phosphoren,
die Seltenerdmetall-aktivierte Thioaluminate umfassen, welche einen
hohen Energieleistungsgrad und eine hohe Helligkeit erzielen. Das Verfahren
kann verwendet werden, um Phosphore in Form von ternären oder
quaternären
Verbindungen abzuscheiden, indem man das Verhältnis der drei oder vier oder
mehr elementaren Bestandteile mit engen Toleranzen steuert, um eine
optimale Phosphorleistung zu erzielen und die Wahrscheinlichkeit
zu verringern, dass das Phosphormaterial sich in mehr als einer
Kristallphase ausbilden kann. Weiter ist das Verfahren derart ausgestaltet,
dass sichergestellt wird, dass die Konzentration an Verunreinigungen wie
Sauerstoff bei einem Minimum gehalten wird.
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Das
Verfahren der Erfindung ist auf Dünnfilm-Phosphore in dem oben
angeführten
Bereich von Phosphor-Zusammensetzungen anwendbar, welche einer Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeige
einverleibt sind, wie zum Beispiel im U.S. Patent 5,432,015 der
Anmelderin. Es versteht sich, dass die verschiedenen Quellenmaterialien
für diese
Zusammensetzungen ein oder mehrere Sulfid-haltige Materialien einschließen. Die
Phosphor-Zusammensetzungen können
mit einer Vielfalt von Dotiermitteln, insbesondere Europium und
Cer, aktiviert sein.
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Die
Stöchiometrie
der abgeschiedenen Phosphor-Zusammensetzungen kann gesteuert werden,
wie es in der PCT CA01/01823 der Anmelderin offenbart ist. Die Steuerung
der Stöchiometrie
während
der Abscheidung wird unter Verwendung von zwei oder mehr Abscheidungsquellenmaterialien
mit unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen bewirkt, zusammen
mit einem Abscheidungsgeschwindigkeits-Messsystem für die Quellenmaterialien,
welches die Abscheidungsgeschwindigkeit der Quellen unabhängig voneinander
misst, und einem Rückkoppelungssystem,
welches die relativen Abscheidungsgeschwindigkeiten entsprechend
den gemessenen Geschwindigkeiten steuert.
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Die
vorstehende Offenbarung beschreibt allgemein die vorliegende Erfindung.
Ein vollständigeres
Verständnis
kann mit Bezug auf die folgenden speziellen Beispiele erhalten werden.
Diese Beispiele werden lediglich für die Zwecke der Erläuterung beschrieben
und sollen den Bereich der Erfindung nicht beschränken. Änderungen
der Form und der Einsatz von Äquivalenten
werden in Betracht gezogen, wie es die Umstände nahelegen können oder geeignet
machen. Obwohl spezielle Ausdrücke
hierin verwendet worden sind, sind derartige Ausdrücke in einem
beschreibenden Sinn und nicht für
Zwecke der Beschränkung
gedacht.
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Beispiel 1 (Vergleich)
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Es
wurde eine Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzvorrichtung gebaut,
die Dünnfilm-Phosphorschichten
aus mit Europium aktiviertem Bariumthioaluminat enthielt. Das Dickfilm-Substrat
war ein 5 cm auf 5 cm-Aluminiumoxidsubstrat mit einer Dicke von
0,1 cm. Auf diesem Substrat wurde eine Goldelektrode abgeschieden,
gefolgt von einer dielektrischen Dickfilm-Schicht mit hoher Dielektrizitätskonstanten
gemäß den Verfahren,
die anhand von Beispielen in der mitanhängigen internationalen Anmeldung
PCT CA00/00561 der Anmelderin, eingereicht am 12. Mai 2000, offenbart
sind. Eine 100-200 nm-Dünnfilm-Nichtleiterschicht
aus Bariumtitanat wurde oben auf der dielektrischen Dickfilmschicht
unter Verwendung der Sol-Gel-Technik abgeschieden, welche in der
mitanhängigen
U.S. Patentanmeldung 09/761,971 der Anmelderin, eingereicht am 17.
Januar 2001, beschrieben ist.
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Ein
600 nm dicker Bariummagnesiumthioaluminat-Phosphorfilm, der mit
3 Atomprozent Europium mit Bezug auf Barium aktiviert war, wurde
auf der Bariumtitanat-Schicht gemäß den Verfahren der internationalen
Patentanmeldung PCT CA01/01823 der Anmelderin elektronenstrahl-abgeschieden.
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Bei
diesem Beispiel wurde die Mischung der Schwefelspezies während der
Abscheidung des Phosphors nicht gesteuert. Nach der Abscheidung wurde
der abgeschiedene Phosphor unter Stickstoff in einem Bandofen mit
einer Spitzentemperatur von 700°C
bis 750°C
etwa 1 Minute lang getempert. Eine 50 Nanometer dicke Aluminiumnitrit-Schicht
wurde dann mittels Sputtern auf der Phosphorschicht abgeschieden,
gefolgt von der Abscheidung eines oberen Indiumzinnoxid-Leiterfilms
gemäß den Verfahren
der internationalen Patentanmeldung PCT CA00/00561 der Anmelderin.
Die fertige Vorrichtung wurde bei etwa 550°C an Luft getempert und dann
nach der Abscheidung von Indiumzinnoxid und vor dem Testen bei etwa
550°C unter
Stickstoff getempert.
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Die
Vorrichtung wurde getestet, indem man eine 240 Hz-Quadratwellen-Spannungswellenform mit
alternierender Polarität
mit einer Pulsbreite von 30 Nanosekunden und einer Amplitude von
60 Volt über
der optischen Schwellenspannung anwendete. 3 zeigt
die Bildleuchtdichte der Vorrichtung als Funktion der angelegten
Spannung. Wie aus den Daten ersichtlich ist, betrug die Bildleuchtdichte
bei 60 Volt über
der Schwellenspannung von 160 Volt etwa 50 Candela pro Quadratmeter.
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Ein
zweiter Phosphorfilm wurde während desselben
Abscheidungsversuchs auf einem Siliciumwafer neben der Testvorrichtung
abgeschieden und mittels Röntgenbeugungs(XRD)-Analyse
analysiert. Der zweite Phosphorfilm wies orthorhombischen Schwefel
sowie Bariumthioaluminat-Phasen auf, was anzeigt, dass überschüssiger Schwefel
in oder auf dem Film anwesend war. Dies zeigte, dass eine größere Schwefelmenge
aus den Sulfid-Quellen verflüchtigt
worden war, als sie erwartet worden wäre, wenn die verflüchtigten
Spezies Sulfid-Moleküle oder
Cluster davon gewesen wären.
Einiges des zusätzlichen
Schwefels lag in Form von elementarem Schwefel vor, der auf den
Wänden
der Abscheidungskammer kondensierte und aufgrund von Schwankungen
der Wandtemperatur wieder verdampfte, so dass er auf dem Abscheidungssubstrat zusammen
mit dem abgeschiedenen Phosphorfilm auftraf und kondensierte.
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Beispiel 2
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Eine
Vorrichtung, die jener von Beispiel 1 ähnlich war, wurde gebaut, enthielt
aber in Nachbarschaft zu der für
die Phosphor-Abscheidung verwendeten Bariumsulfid-Quelle eine Kühlfalle.
Die Kühlfalle
wurde verwendet, um überschüssigen Schwefel, Sauerstoff
und andere flüchtige
Verunreinigungen zu kondensieren. 3 zeigt
die Helligkeit als Funktion der angelegten Spannung bei dieser Vorrichtung. Wie
aus den Daten ersichtlich, betrug die Helligkeit bei 60 Volt über der
Schwellenspannung von 160 Volt etwa 240 Candela pro Quadratmeter,
mehr als das Dreifache jener der Vorrichtung von Beispiel 1.
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Ein
Phosphorfilm, der auf einem zu der Testprobe benachbarten Silicium-Wafer
abgeschieden war, wurde unter Verwendung von XRD analysiert. Dieses
Beispiel zeigt die Vorteile der Erfindung, indem sie einen übermäßigen Schwefeleinbau
in den Film verhindert, und die damit verbundene Verbesserung, die
bei der Vorrichtungsleistung verwirklicht wurde.
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Beispiel 3
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Eine
Dickfilm-NichtleiterElektrolumineszenzanzeige der allgemein in 2 gezeigten
Art wurde hergestellt. Die Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeige
wurde auf einem 5 cm auf 5 cm auf 1,8 mm dicken PD200-Glassubstrat, erhalten
von Asahi Glass Co. Ltd., Tokio, Japan, aufgebaut, auf welchem eine
200 nm dicke Barriereschicht aus Aluminiumnitrid abgeschieden wurde.
Ein 0,8 μm
dicker Goldelektrodenfilm wurde auf dem beschichteten Substrat gebildet,
indem man eine goldhaltige TR1207-Paste von Tanaka Kikinzoku International,
Tokio, Japan, aufdruckte und wärmebehandelte.
Als nächstes
wurde eine Verbund-Dickfilm-Nichtleiterschicht auf der unteren Goldelektrode
unter Verwendung der allgemeinen Verfahren hergestellt, die in der
mitanhängigen
U.S. Patentanmeldung 60/341,790 der Anmelderin, eingereicht am 21.
Dezember 2002, beschrieben sind, aber mit speziellen Verfahrensabwandlungen, die
nachstehend beschrieben werden.
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Die
Verbund-Dickfilm-Nichtleiterschicht wurde unter Verwendung des folgenden
Verfahrens auf dem mit Aluminiumoxid beschichteten Glas gebildet. Eine
Dickfilmpaste für
diese Struktur wurde unter Verwendung einer Mischung von PMN-Pulvern
hergestellt, eines mit einer Teilchengrößenverteilung mit d50 von 0,45
Mikrometern und d90 von 0,63 und die anderen mit einer Teilchengrößenverteilung
mit d50 von 0,36 Mikrometern und d90 von 0,63. Jedes Pulver wurde
hergestellt, indem man es zwei Stunden bzw. 16 Stunden in einer
Planeten-Kugelmühle
mahlte. Die Pulver wurden dann in einem Gewichtsverhältnis von
1,14:1 gemischt und verwendet, um die Dickfilmpaste zu formulieren.
Eine erste Dickfilmschicht mit einer Dicke von etwa 5 μm wurde auf
das Substrat gedruckt, durch Kompression verdichtet und im Bereich
von etwa 700°C
bis etwa 720°C
etwa 18 Minuten lang wärmebehandelt.
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Der
zweite Schritt bei der Bildung der Verbund-Dickfilm-Nichtleiterschicht
bestand darin, eine 0,5 μm
dicke Schicht von PZT abzuscheiden und bei etwa 700°C etwa 7
Minuten lang wärmezubehandeln.
Diese Abscheidung wurde unter Verwendung des MOD-Verfahrens vorgenommen,
das in der U.S. Patentanmeldung 09/540,288 der Anmelderin, eingereicht
am 31. März
2000, beschrieben ist, wobei die MOD-Lösung so eingestellt war, dass
sie eine Viskosität
im Bereich von etwa 9 bis etwa 15 Centipoise aufwies.
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Der
dritte Schritt bei der Bildung der Verbund-Dickfilm-Nichtleiterschicht
bestand darin, eine zweite PMN-Nichtleiterschicht ebenfalls mit
einer Dicke von etwa 5 μm
abzuscheiden, zu verdichten und wärmezubehandeln. Der vierte
Schritt bestand darin, eine 1,6 μm-Dickfilm-Nichtleiterschicht
von PZT unter Verwendung des gleichen Verfahrens wie beim zweiten
Schritt zu bilden. Der fünfte
Schritt bestand darin, die Verbund-Nichtleiterschicht durch Aufbringen
einer fünften
Schicht aus PZT, etwa 0,5 μm
dick, unter Verwendung des gleichen Verfahrens zu vervollständigen,
welches verwendet wurde, um die Dicke der obersten PZT-Schicht auf etwa
1 μm zu
erhöhen.
Der Endschritt bestand darin, eine 150 Nanometer dicke Bariumtitanat-Schicht
auf der dicken Nichtleiterschicht abzuscheiden, wie in der mitanhängigen U.S. Patentanmeldung
09/761,971 der Anmelderin, eingereicht am 17. Januar 2007, beschrieben.
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Eine
0,5 μm dicke
Schicht von Europium-aktiviertem Bariumthioaluminat-Phosphor wurde
unter Verwendung des in Beispiel 2 beschriebenen Verfahrens auf
der Bariumtitanat-Schicht elektronenstrahl-abgeschieden. Das Elektronenstrahl-Abscheidungssystem
wies vier E-Strahlquellen auf, zwei mit Europium-dotiertem Bariumsulfid
und die verbleibenden zwei mit Aluminiumsulfid als Quellenmaterial. Das
Abscheidungssystem wurde so angeordnet, dass die Elektronenkanonen
und Quellen im unteren Teil der Kammer angeordnet waren, wie in
der Grundrissansicht (von oben) der in 4 gezeigten Kammer.
Ein Pumpenstutzen wurde mit einer Seite. der Kammer verbunden und
ein Schwefelwasserstoff-Verteiler war an der entgegengesetzten Seite der
Kammer angeordnet. Ein Rohr, durch welches während des Abscheidungsverfahrens
flüssiger Stickstoff
floss, war auf der gleichen Seite der Kammer angeordnet wie der
Pumpenstutzen, um als kryogene Kondensationsoberfläche zu wirken.
Die Kondensationsoberfläche
war zwischen den Quellen, aber unterhalb des Pumpenstutzen angeordnet.
Diese Merkmale sind in 4 gezeigt. Die zwei Sätze von
Quellen waren durch eine Wand getrennt, welche die Kammer in zwei
etwa gleiche Volumina teilte (ebenfalls in 4 gezeigt),
jedoch mit Öffnungen, um
ein Dampffluss zwischen den beiden Hälften zu ermöglichen.
Jede Hälfte
der Kammer enthielt eine Bariumsulfid- und eine Aluminiumsulfid-Quelle.
Die Abscheidungssubstrate wurden auf ein Karussell im oberen Teil
der Kammer gegeben, so dass sie über den
beiden Hälften
der Kammer gedreht werden konnten, wobei sie bei dem Abscheidungsverfahren abwechselnd
eintreffendem Dampf aus den zwei Sätzen von Quellen ausgesetzt
wurden.
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Nach
der Phosphorabscheidung und um die Anzeige zu vervollständigen,
wurden eine 50 nm dicke oberen Nichtleiterschicht aus Aluminiumnitrid und
eine transparente Elektrode, die Indiumzinnoxid umfasste, auf der
Phosphorschicht wie bei Beispiel 1 abgeschieden und die Anzeige
wurde dicht verschlossen, um sie vor der Umgebung zu schützen.
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Die
fertiggestellte Dickfilm-Nichtleiter-Elektrolumineszenzanzeige wurde
unter Verwendung des in Beispiel 1 definierten Testverfahrens getestet.
Die Daten der Bildleuchtdichte gegen die Spannung bei dieser Vorrichtung
sind in 5 gezeigt. Die Bildleuchtdichte
bei 60 Volt über
der Schwellenspannung betrug etwa 600 Candela pro Quadratmeter mit
einem hohen Maß an
Gleichförmigkeit,
beträchtlich größer als
bei ähnlichen
Vorrichtungen mit Phosphoren, die ohne Verwendung eines kryogenen
Kondensators abgeschieden waren. Die CIE- Koordinaten der Vorrichtung waren x
= 0,135 und y = 0,088, ausgezeichnet für eine blaue Emission.
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Beispiel 4
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Es
wurde eine Vorrichtung ähnlich
jener von Beispiel 3 konstruiert, jedoch wurde die Phosphorschicht
unter Verwendung lediglich der beiden Quellen abgeschieden, die
der Kondensationsoberfläche am
nächsten
waren. Der Phosphor enthielt auch etwas Magnesium mit einem Magnesium-
zu Barium-Atomverhältnis von
etwa 0,02 bis 0,04. Die Daten der Bildleuchtdichte gegen die Spannung
bei dieser Vorrichtung sind in 6 gezeigt.
Die Bildleuchtdichte bei 60 Volt über der Schwellenspannung von
180 Volt betrug etwa 830 Candela pro Quadratmeter. Bei dieser Vorrichtung
war die Kondensation von Schwefel und anderen Verunreinigungsspezies
effizienter als bei der Vorrichtung von Beispiel 3, da die Kondensationsoberfläche nahe
bei allen E-Strahlquellen lag, nicht nur bei der Hälfte derselben,
wie in Beispiel 3. Ohne durch eine Theorie gebunden sein zu wollen, erscheint
es, dass die verbesserte Bildleuchtdichte dieser Vorrichtung ein
Ergebnis der wirksameren Kondensation von unerwünschten Spezies ist.
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Beispiel 5
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Es
wurde eine Vorrichtung ähnlich
jener von Beispiel 4 konstruiert, jedoch wurde die Phosphorschicht
unter Verwendung der zwei am weitesten von der Kondensationsoberfläche entfernten
Quellen abgeschieden, was eine weniger wirksame Kondensation von
unerwünschten
Spezies zur Folge hatte. Die Bildleuchtdichte-Daten dieser Vorrichtung
sind in 6 gezeigt. Die Bildleuchtdichte
bei 60 Volt über der
Schwellenspannung von 150 Volt betrug etwa 380 Candela pro Quadratmeter,
weniger als die Hälfte
derjenigen von Beispiel 4 mit effizienter Kondensation und etwa
65 % jener der Vorrichtung von Beispiel 3, die unter Verwendung
eines mittleren Kondensationswirkungsgrades hergestellt worden war.
Dieses Ergebnis stützt
weiter die Korrelation zwischen dem Kondensationswirkungsgrad und
der Bildleuchtdichte der Vorrichtung.