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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschichtung eines
Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrats.
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Holzwerkstoff-Substrate
sind Substrate, die aus Holzteilchen, Fasern, Schnitzeln oder Spänen hergestellt
werden, wie eine Hartfaserplatte, eine mitteldichte Faserplatte,
eine Grobspanplatte (OSB-Platte), auch als Waferboard-Platte bekannt, und
eine Spanplatte (aus Schnitzeln, Spänen und Teilchen). Ein solches
Holzwerkstoff-Substrat wird typischerweise unter Wärme und
Druck aus Teilchen, Fasern, Schnitzeln oder Spänen hergestellt. Ein Holzwerkstoff-Substrat
wird normalerweise hergestellt, indem Teilchen, Schnitzel, Späne oder
Fasern mit einem Bindemittel behandelt und diese behandelten Teilchen,
Schnitzel, Späne
oder Fasern dann in Form einer Matte unter trockenen oder nassen
Bedingungen angeordnet werden. Die Matte wird dann durch das Einwirkenlassen
von Wärme
und Druck zu einem dichten Substrat, typischerweise in Bahnform, komprimiert.
Bei diesem Kompressionsschritt wird die Matte auf weniger als 10%
ihrer ursprünglichen Dicke
komprimiert, d.h. die Dicke des Substrats wird um mehr als 90% komprimiert.
Beim Nassverfahren wird das Wasser während dieses Kompressionsschritts
aus der Matte gepresst, beim Trockenverfahren werden die Teilchen
eng zusammengepresst. Das Bindemittel verbindet Teilchen, Schnitzel,
Späne oder
Fasern und verstärkt
die Konstruktionsfestigkeit und Unversehrtheit des Holzwerkstoff-Substrats
und seine Wasserfestigkeit. Das Holzwerkstoff-Substrat kann bei Bedarf zu einer gewünschten
Form geformt oder mit einer texturierten Oberfläche wie einer Holzmaserungstextur
versehen werden. Typische Beispiele für Holzwerkstoff-Substrate sind
Hartfaserplatten, mitteldichte Faserplatten (MDF), hochdichte Faserplatten
(HDF) und die Spanplatte.
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Beispielsweise
ist in
JP 57-113051
A ein Verfahren offenbart, bei dem eine Faserplatte hergestellt wird.
Das Dokument beschreibt, dass Holzspäne zu einem faserartigen Material
gekocht werden und dann ein Klebstoffharz zugegeben wird. Die Mischung
wird anschließend
zu einer Faserplatte heißgepresst.
Normalerweise wird eine solche Mischung während des Heißpressens
im Wesentlichen komprimiert. Nach dem Pressen wird die Faserplatte
aus der Heißpresse
entnommen. Als Nächstes
wird die Faserplatte mittels einer Streichmaschine, einer Flutungs-Beschichtungsvorrichtung
oder Sprühen
mit einer wässrigen
Lösung
einer Esterverbindung beschichtet. Ein Nachteil dieses Verfahrens
besteht darin, dass eine relativ große Menge einer wässrigen Lösung in
die Faserplatte eindringt.
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Ein
Problem, das beim Beschichten eines Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrats auftritt,
ist die relativ starke Absorption von Anstrichmittel in das Substrat.
Dadurch wird der Verbrauch an Anstrichmittel solcher Substrate im
Vergleich zu gering oder nichtabsorbierenden Substraten erhöht. Weiterhin
führt die
relativ große
Menge an Anstrichmittel, die zum Beschichten des Substrats erforderlich
ist, zu einer längeren
Gesamttrockenzeit und zu einer größeren Menge an Lösungsmittel,
das aus der Beschichtungsschicht verdampfen muss.
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Zusätzliche
Probleme treten auf, wenn strahlungshärtbare Beschichtungszusammensetzungen auf
ein Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrat aufgetragen
werden. Ein solches Verfahren ist beispielsweise in
US 4,675,234 beschrieben. Dieses Dokument
beschreibt die Auftragung einer dünnen Schicht aus einer strahlungshärtbaren
Beschichtung auf eine Vielzahl von Substraten, beispielsweise Holz oder
Papier. Um eine dünne
Schicht auf der Oberseite solcher Substrate zu erhalten, muss eine
relativ große
Menge an Beschichtungsmaterial aufgetragen werden. Ein Nachteil
dieses Verfahrens besteht darin, dass ein Teil des Beschichtungsmaterials,
der in das Substrat eindringt, während
der Bestrahlung nicht gehärtet
wird, weil er von der Strahlung nicht erreicht wird. Das ungehärtete Material
kann Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltprobleme verursachen.
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Heutzutage
besteht ein Hauptproblem der Beschichtungsindustrie in der Notwendigkeit
zur Verminderung der Emission von Lösungsmitteln, insbesondere
flüchtigen
Kohlenwasserstoffen, in die Luft. Die Probleme in Bezug auf unvollständig gehärtete strahlungshärtbare Materialien
sind ebenfalls von Bedeutung.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschichtung eines
Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrats mit einem niedrigeren Verbrauch
an Anstrichmittel. Um dies zu erreichen, umfasst das erfindungsgemäße Verfahren
die folgenden Schritte:
- a) Auftragen einer
Pressbeschichtung als wässrige,
kolloidale Dispersion auf das Substrat;
- b) Einwirkenlassen von Wärme
und Druck auf das beschichtete Substrat, wodurch die Pressbeschichtung
gehärtet
und ein Substrat mit einem glatten Beschichtungsfilm erhalten werden,
wobei der Druck so ist, dass das Substrat nicht wesentlich komprimiert
wird;
- c) Auftragen eines Decklacks auf das Substrat nach dem Härten der
Pressbeschichtung und
- d) Härten
des Decklacks.
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Für den Zweck
der vorliegenden Anmeldung ist ein Druck, durch den das Substrat
nicht wesentlich komprimiert wird, ein Druck, bei dem die mittlere
Dicke des Substrats um weniger als 10% seines ursprünglichen
Wertes vermindert wird.
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Ein
Verfahren, bei dem das Substrat nicht wesentlich komprimiert wird,
umfasst ein beliebiges Verfahren, bei dem das Substrat lokal um
mehr als 10% komprimiert wird, wobei die mittlere Dicke des Substrats
um weniger als 10% seines ursprünglichen Wertes
vermindert wird. Eine solche lokale Kompression kann erfolgen, wenn
in demjenigen Schritt, in dem Wärme
und Druck auf das Substrat einwirken gelassen werden, ein spezielles
Muster auf das Substrat übertragen
wird.
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Bei
dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
wird eine Pressbeschichtung verwendet, um die Oberfläche des
Substrats zu versiegeln und seine Anstrichmittelabsorption zu vermindern.
Die Pressbeschichtung wird als wässrige
kolloidale Dispersion aufgetragen, die auch als Polymerlatex-Emulsion bezeichnet
wird. Eine solche Pressbeschichtung umfasst Teilchen aus einem Polymer
eines ethylenisch ungesättigten
Monomers, wobei das Polymer eine Tg im Bereich
von 10 bis 100°C
hat, und Füllstoff-
und/oder Pigmentteilchen.
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Eine
polymerisierte Latexemulsion, die zur Herstellung einer glatten,
harten Beschichtung auf der Oberfläche oder Kante des Substrats
geeignet ist, umfasst 10 bis 60 Gew.-% Emulsionsfeststoffe aus Polymerteilchen
eines Polymers eines ethylenisch ungesättigten Monomers, wobei das
Polymer eine Tg im Bereich von 10°C bis 100°C hat, und
40 bis 60 Gew.-% Emulsionsfeststoffe aus Pigment- und/oder Füllstoffteilchen.
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Die
Pressbeschichtung ergibt normalerweise nicht nur eine glatte Beschichtung
auf der Oberfläche und/oder
den Kanten des Substrats, sondern auch eine Schicht, die die Haftung
zwischen dem Substrat und möglichen
weiteren Beschichtungsschichten, die auf das Substrat aufgetragen
werden, verbessert.
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Die
Latexemulsion kann durch herkömmliche
Mittel wie durch eine Vorhangs-Beschichtungsvorrichtung,
eine Sprühdüse, eine
Walzenauftragmaschine, eine Flutungs-Beschichtungsvorrichtung oder
mittels Extrusion, was zur Beschichtung von Kanten besonders brauchbar
ist, auf das Substrat aufgetragen werden. Die Schicht kann auf mehr
als eine Seite des Substrats, wie die Vorder- und die Rückseite,
oder entlang der Kanten eines im Wesentlichen planaren Substrats
oder auf die Oberfläche
eines profilierten Substrats wie eines Formteils oder einer geformten
Türfüllung aufgetragen
werden.
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Gegebenenfalls
wird das Substrat zur Beschleunigung des Verdampfens von Wasser
aus der Latexemulsion vor dem Auftragen der Latexemulsion 10 s bis
5 min lang auf eine Temperatur im Bereich von 30–80°C, vorzugsweise 40–60°C, vorgewärmt.
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Die
Latexschicht wird zu einer gehärteten Schicht
getrocknet, indem ihr Feuchtigkeitsgehalt vermindert wird. Normalerweise
wird die Schicht zu einem Feuchtigkeitsgehalt im Bereich von 0 bis
20 Gew.-% des Feststoffgehalts der Schicht getrocknet. Die anwendbare
Trockentemperatur und die Trockenzeit werden für die eingesetzte polymerisierte Latexemulsion
und die Dicke der aufgetragenen Schicht zweckmäßig eingestellt. Die anwendbare Trockentemperatur
variiert typischerweise von der Umgebungstemperatur bis 120°C, vorzugsweise
von 50°C
bis 80°C.
Die Trockenzeit wird dementsprechend für höher anwendbare Trockentemperaturen vermindert
und für
niedrigere anwendbare Trockentemperaturen verlängert. Herkömmliche Trockenvorrichtungen
wie ein Heißluftstromtrockner
oder ein Förderband,
das durch einen mit Infrarotstrahlern erwärmten Tunnel geführt ist,
sind geeignet.
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Die
getrocknete Schicht wird dann für
eine bestimmte Zeit bei einem Druck, der von 0,1 N/mm2 bis
3,5 N/mm2, vorzugsweise von 0,14 N/mm2 bis 2,0 N/mm2 variiert,
gepresst. Die beschichtete Schicht kann während dieses Pressvorgangs
erwärmt
werden. Die Temperatur und die Zeit werden so eingestellt, dass
eine thermische Zersetzung der resultierenden Beschichtung oder
des Substrats oder ein Haften der Beschichtung an den Pressplatten
verhindert wird. Die anwendbare Temperatur variiert typischerweise
von 20°C
bis 300°C.
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Nach
dem Pressschritt oder gleichzeitig damit wird die Latexschicht für eine anwendbare
Härtungszeit
gehärtet,
und es wird eine anwendbare Härtungstemperatur
verwendet, die für
die verwendete polymerisierte Latexemulsion geeignet ist. Die Härtungszeit
und die Härtungstemperatur
werden so eingestellt, dass eine thermische Zersetzung der resultierenden
Beschichtung oder des resultierenden Substrats vermieden werden.
Die anwendbare Härtungstemperatur
variiert typischerweise von 20°C
bis 300°C,
vorzugsweise von 170°C
bis 235°C,
und die anwendbare Härtungszeit
variiert von 120 min bis 1 bis 5 s, vorzugsweise von 30 min bis
1 min.
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Der
Härtungsschritt
wird vorzugsweise gleichzeitig unter einem anwendbaren Härtungsdruck
durchgeführt,
der für
die verwendete polymerisierte Latexemulsion geeignet ist. Der anwendbare Härtungsdruck
variiert von 0,1 N/mm2 bis 3,5 N/mm2, vorzugsweise von 0,14 N/mm2 bis
2,0 N/mm2. Die anwendbare Härtungstemperatur
variiert von 50°C
bis 250°C,
vorzugsweise von 150°C
bis 200°C.
Die anwendbare Härtungszeit
variiert von 0,1 s bis 5 min. Herkömmliche Heißpressmittel, wie eine Formpresse mit
pneumatisch oder hydraulisch unter Druck gesetzten Heizplatten,
sind für
einen diskontinuierlichen Betrieb geeignet, und herkömmliche
Heißpressvorrichtungen,
wie ein Paar Kalander-Heizwalzen, eine Reihe Kalander-Heizwalzen,
ein Paar parallel positionierter, erwärmter Förderbänder oder UV-Härtungsstrahlung
können
für einen
kontinuierliche Betrieb verwendet werden, bei dem das Substrat durch
sie hindurch gepresst wird. Ein Kalandrieren bei erhöhter Temperatur
ist das bevorzugte Verfahren zum gleichzeitigen Pressen und Härten der
Pressbeschichtung.
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Die
so erhaltene glatte Beschichtungsfolie auf dem Substrat wird dann
verwendet, um eine nächste
Beschichtungsschicht, beispielsweise einen Decklack, aufzutragen.
Im Prinzip besteht hinsichtlich der Beschichtungszusammensetzung,
die als Decklack verwendet werden kann, keine Einschränkung, sofern
eine gute Haftung zwischen dem Decklack und dem Beschichtungsfilm
auf der Oberseite des Substrats besteht. Für den Decklack können sowohl
pigmentierte als auch pigmentfreie Beschichtungszusammensetzungen verwendet
werden. Hinsichtlich einer Verminderung der Menge des Lösungsmittels,
das während
des Trocknens und Härtens
des Decklacks freigesetzt wird, ist die Verwendung einer Beschichtung
auf Lösungsmittelbasis
mit einem hohen Feststoffgehalt, einer Beschichtung auf wässriger
Basis oder einer Heißschmelzbeschichtung
bevorzugt. Weil die Herstellung von beschichteten Substraten gemäß der vorliegenden
Erfindung in einem industriellen Maßstab vorzugsweise innerhalb eines
relativ kurzen Zeitrahmens erfolgt, sollten die Härtungs-
und Trockenzeiten des Decklacks so kurz wie möglich sein. Das Härten und
Trocknen des Decklacks kann durch ein Erwärmen des Substrats beschleunigt
werden, wobei dies aber mit Hinblick auf dessen wärmeempfindliche
Beschaffenheit nicht immer möglich
ist. Daher ist die Verwendung eines strahlungshärtbaren Decklacks bevorzugt,
der in einem relativ kurzen Zeitraum gehärtet werden kann, ohne dass
eine Notwendigkeit für
ein zu starkes Erwärmen
des Substrats besteht.
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Normalerweise
wird die Verwendung einer strahlungshärtbaren Beschichtungszusammensetzung
zum Beschichten von Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substraten
nicht angeraten, weil die Beschichtungszusammensetzung in die Poren eindringt,
und weil die Strahlung diese Bereiche nicht erreicht, so dass sich
ein ungehärtetes
Beschichtungsmaterial ergibt. Dies kann Gesundheits-, Sicherheits-
und Umweltprobleme ergeben, beispielsweise, wenn das Substrat gesägt oder
geschliffen wird. Diese Probleme treten sogar noch Jahre, nachdem
der Lack aufgetragen wurde, auf. Beim Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung wird jedoch eine Pressbeschichtung auf das Substrat aufgetragen,
bevor die strahlungshärtbare
Beschichtungszusammensetzung aufgetragen wird. Durch diese Pressbeschichtung
wird ein Eindringen der strahlungshärtbaren Beschichtungszusammensetzung
in das Substrat wirksam verhindert.
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Innerhalb
des Rahmens der vorliegenden Erfindung ist eine strahlungshärtbare Beschichtungszusammensetzung
eine Beschichtungszusammensetzung, die unter Verwendung von elektromagnetischer
Strahlung mit einer Wellenlänge λ ≤ 500 nm oder
Elektronenstrahlstrahlung gehärtet
wird. Ein Beispiel für elektromagnetische
Strahlung mit einer Wellenlänge λ ≤ 500 nm ist
z.B. UV-Strahlung.
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Im
Prinzip kann jedes beliebige strahlungshärtbare Harz oder jede beliebige
Mischung von strahlungshärtbaren
Harzen in dem im Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendeten Decklack verwendet werden. Diese Harze sind
in einer Menge von 20 bis 100 Gew.-% der Zusammensetzung vorhanden.
Das Harz ist vorzugsweise in einer Menge von 30 bis 90 Gew.-% vorhanden,
noch mehr bevorzugt ist eine Menge von 40 bis 90 Gew.-%.
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Es
wurde festgestellt, dass Polyesteracrylatharze zur Verwendung in
Decklack-Zusammensetzungen sehr geeignet sind. Beispiele für geeignete kommerziell
erhältliche
Polyesteracrylatharze sind: Crodamer UVP-215, Crodamer UVP-220 (beide
von Croda), Genomer 3302, Genomer 3316 (beide von Rahn), Laromer
PE44F (von BASF), Ebecryl 800, Ebecryl 810 (beide von UCB), Viaktin
5979, Viaktin VTE 5969 und Viaktin 6164 (100%) (alle von Vianova).
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Epoxyacrylatharze
können
auch in den Decklack-Zusammensetzungen verwendet werden. Beispiele
für kommerziell
erhältliche
Epoxyacrylatharze sind: Crodamer UVE-107 (100%), Crodamer UVE-130
(beide von Croda), Genomer 2254, Genomer 2258, Genomer 2260, Genomer
2263 (alle von Rahn), CN 104 (von Cray Valley) und Ebecryl 3500 (von
UCB).
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Polyetheracrylatharze
können
auch in der Decklack-Zusammensetzung verwendet werden. Beispiele
für kommerziell
erhältliche
Polyetheracrylatharze sind: Genomer 3456 (von Rahn), Laromer PO33F
(von BASF), Viaktin 5968, Viaktin 5978 und Viaktin VTE 6154 (alle
von Vianova).
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Urethanacrylatharze
können
auch in der Decklack-Zusammensetzung verwendet werden. Beispiele
für kommerziell
erhältliche
Urethanacrylatharze sind: CN 934, CN 976, CN 981 (alle von Cray Valley),
Ebecryl 210, Ebecryl 2000, Ebecryl 8800 (alle von UCB), Genomer
4258, Genomer 4652 und Genomer 4675 (alle von Rahn).
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Andere
Beispiele für
strahlungshärtbare
Harze, die in der im Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendeten Decklack-Zusammensetzung verwendet werden können, sind
kationische UV-härtbare
Harze wie Harze von cycloaliphatischen Epoxiden (Uvacure 1500, Uvacure
1501, Uvacure 1502, Uvacure 1530, Uvacure 1531, Uvacure 1532, Uvacure
1533, Uvacure 1534, Cyracure UVR-6100, Cyracure UVR-6105, Cyracure
UVR-6110 und Cyracure UVR-6128, alle von UCB Chemicals) oder SarCat
K126 (von Sartomer), acrylatmodifizierte cycloaliphatische Epoxide,
Harze auf der Grundlage von Caprolacton (SR 495 (= Caprolactonacrylat
von Sartomer), Tone 0201 (= Caprolactontriol), Tone 0301, Tone 0305,
Tone 0310 (alle Caprolactontriole von Union Carbide), aliphatischer
Urethandivinylether, aromatisches Vinyletheroligomer, Bismaleimid,
Diglycidylether von Bisphenol A oder Neopentylglycol, hydroxyfunktionelles
Acrylmonomer, hydroxyfunktionelles Epoxidharz, epoxidiertes Leinsamenöl, epoxidiertes
Polybutadien, Glycidylester oder partiell acryliertes Bisphenol-A-Epoxyharz.
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Weiterhin
können
in der Decklack-Zusammensetzung, die im Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, UV-härtbare,
Harze auf wässriger
Basis wie Dispersionen von aliphatischen Polyurethanen (Lux 101
VP von Alberdingk Boley), insbesondere Polyurethan-Dispersionen
mit einer (Meth)Acryloyl-Funktionalität verwendet werden. Sehr gute
Ergebnisse können
erhalten werden, wenn die Polyurethanharze mit einer (Meth)Acryloyl-Funktionalität Alkylenoxidgruppen
umfassen.
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Andere
strahlungshärtbare
Verbindungen, die zur Verwendung geeignet sind, sind z.B. Vinylether
enthaltende Verbindungen, ungesättigte
Polyesterharze, acrylierte Polyetherpolyolverbindungen, (meth)acrylierte,
epoxidierte Öle,
(meth)acrylierte, hyperverzweigte Polyester, Siliciumacrylate, Verbindungen
mit Maleimid-Funktionalität,
Harze von ungesättigten
Imiden, Verbindungen, die für
ein lichtinduziertes kationisches Härten geeignet sind, oder Mischungen
davon.
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Zum
Erhalt einer geeigneten Auftragungsviskosität des Decklacks können wohlbekannte UV-härtbare Monomere
als viskositätsvermindernde Mittel
und auch reaktive Oligomere zugegeben werden. Beispiele für diese
reaktiven Oligomere sind Tripropylenglycoldiacrylat (TPGDA), Hexandioldiacrylat (HDDA)
und 2-Hydroxyethylmethacrylat (HEMA).
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Weiterhin
kann die Zusammensetzung einen Photoinitiator oder eine Mischung
von Photoinitiatoren umfassen. Beispiele für geeignete Photoinitiatoren,
die in der strahlungshärtbaren
Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
sind Benzoin, Benzoinether, Benzilketale, α,α-Dialkoxyacetophenone, α-Hydroxyalkylphenone, α-Aminoalkylphenone,
Acylphosphinoxide, Benzophenon, Thioxanthone, 1,2-Diketone und Mischungen
davon. Es ist auch möglich,
copolymerisierbare, bimolekulare Photoinitiatoren oder Verbindungen
mit Maleimidfunktionalität
zu verwenden. Coinitiatoren wie Coinitiatoren auf der Grundlage
von Aminen können
auch in der strahlungshärtbaren
Beschichtungszusammensetzung vorhanden sein. Tageslichthärtende Photoinitiatoren
können
gleichermaßen
verwendet werden.
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Beispiele
für geeignete
kommerziell erhältliche
Photoinitiatoren sind: Esacure KIP 100F und Esacure KIP 150 (beide
von Lamberti), Genocure BDK und Velsicure BTF (beide von Rahn),
Speedcure EDB, Speedcure ITX, Speedcure BKL und Speedcure DETX (alle
von Lambson), Cyracure UVI-6990, Cyracure UVI-6974, Cyracure UVI-6976,
Cyracure UVI-6992 (alle von Union Carbide) und CGI-901, Darocur
184, Darocur 500, Darocur 1000 und Darocur 1173 (alle von Ciba Chemicals).
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Das
Vorhandensein eines Photoinitiators ist jedoch nicht notwendig.
Im Allgemeinen ist es, wenn Elektronenstrahl-Strahlung zum Härten der
Zusammensetzung verwendet wird, nicht erforderlich, einen Photoinitiator zuzugeben.
Wenn UV-Strahlung verwendet wird, wird im Allgemeinen ein Photoinitiator zugegeben.
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Obwohl
die Gesamtmenge des Photoinitiators in der Zusammensetzung nicht
kritisch ist, sollte sie ausreichend sein, um ein annehmbares Härten der
Beschichtung zu erreichen, wenn sie bestrahlt wird. Die Menge sollte
jedoch nicht so groß sein, dass
sie die Eigenschaften der gehärteten
Zusammensetzung negativ beeinflusst. Im Allgemeinen sollte die Zusammensetzung
zwischen 0,1 und 10 Gew.-% eines Photoinitiators umfassen, berechnet auf
der Grundlage des Gesamtgewichts der Zusammensetzung, wenn elektromagnetische
Strahlung mit einer Wellenlänge λ ≤ 500 nm zum
Härten
der Beschichtung verwendet wird.
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Die
Zusammensetzung kann auch ein oder mehrere Füllstoffe oder Additive enthalten.
Die Füllstoffe
können
beliebige Füllstoffe
sein, die den Fachleuten bekannt sind, z.B. Bariumsulfat, Calciumsulfat,
Calciumcarbonat, Siliciumdioxide oder Silicate (wie Talk, Feldspat
und Kaolin). Additive wie Stabilisatoren, Antioxidantien, Verlaufmittel,
Absetzverhinderungsmittel, Mattierungsmittel, Rheologieregler, oberflächenaktive
Mittel, Aminsynergisten, Wachse oder Haftungsvermittler können auch
zugegeben werden. Im Allgemeinen umfasst die Beschichtungszusammensetzung
gemäß der vorliegenden
Erfindung 0 bis 50 Gew.-% Füllstoffe
und/oder Additive, berechnet auf der Grundlage des Gesamtgewichts der
Beschichtungszusammensetzung.
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Die
Decklack-Zusammensetzung, die im Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendet wird, kann auch ein oder mehrere Pigmente enthalten. Pigmente,
die den Fachleuten bekannt sind, können in der strahlungshärtbaren
Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass
das Pigment keine zu hohe Absorption der zum Härten der Zusammensetzung verwendeten
Strahlung zeigt. Im Allgemeinen umfasst die Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung 0 bis 40 Gew.-% Pigment, berechnet auf der Grundlage des Gesamtgewichts
der Beschichtungszusammensetzung.
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Der
Decklack kann mit herkömmlichen
Vorrichtungen wie einer Vorhangs-Beschichtungsvorrichtung,
einer Sprühdüse, einer
Walzenauftragmaschine oder einer Flutungs-Beschichtungsvorrichtung
auf das Substrat aufgetragen werden.
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Gegebenenfalls
werden eine oder mehrere andere Beschichtungsschichten, sogenannte
Zwischen-Beschichtungsschichten, auf den glatten Beschichtungsfilm
auf der Oberfläche
aufgetragen, bevor ein Decklack aufgetragen wird. Dies erfolgt beispielsweise,
um eine bessere Haftung des Decklacks zu erhalten oder um einen
Decklack mit speziellen Eigenschaften zu erhalten.
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Im
Prinzip gibt es hinsichtlich der Beschichtungszusammensetzung, die
für die
Beschichtungsschicht(en) verwendet werden kann, keine Einschränkung, sofern
eine gute Haftung zwischen der Beschichtungsschicht (den Beschichtungsschichten) und
dem Beschichtungsfilm auf der Oberseite des Substrats besteht. Sowohl
pigmentierte als auch pigmentfreie Beschichtungszusammensetzungen
können
verwendet werden. Hinsichtlich einer Verminderung der Lösungsmittelmenge,
die während
des Trocknens und Härtens
der Beschichtungszusammensetzung freigesetzt wird, ist die Verwendung
einer Beschichtungszusammensetzung auf Lösungsmittelbasis mit einem
hohen Feststoffgehalt, einer Beschichtungszusammensetzung auf wässriger
Basis oder einer Heißschmelz-Beschichtungszusammensetzung
bevorzugt. Weil die Herstellung von beschichteten Substraten gemäß der vorliegenden
Erfindung in einem industriellen Maßstab vorzugsweise innerhalb
eines relativ kurzen Zeitrahmens erfolgt, sollten die Härtungs-
und Trockenzeiten der Beschichtungszusammensetzung so kurz wie möglich sein.
Das Härten
und Trocknen der Beschichtungszusammensetzung kann durch ein Erwärmen des Substrats
beschleunigt werden, wobei dies aber mit Hinblick auf dessen wärmeempfindliche
Beschaffenheit nicht immer möglich
ist. Daher ist die Verwendung einer strahlungshärtbaren Beschichtungszusammensetzung
bevorzugt.
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Für die zusätzliche(n)
Zwischen-Beschichtungsschichten) können im Prinzip dieselben Typen von
Beschichtungszusammensetzungen verwendet werden, die für die Decklackschicht
verwendet werden, obgleich es nicht notwendig ist, dass die zusätzlichen)
Zwischen-Beschichtungsschicht(en) und der Decklack dieselbe Zusammensetzung
haben.
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Zum
Erhalt einer geeigneten Auftragungsviskosität der Zwischenschicht(en) können wohlbekannte
UV-härtbare
Monomere als viskositätsvermindernde
Mittel und reaktive Oligomere zugegeben werden. Beispiele für diese
reaktiven Oligomere sind Tripropylenglycoldiacrylat (TPGDA), Hexandioldiacrylat (HDDA)
und 2-Hydroxyethylmethacrylat (HEMA).
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Die
Zwischen-Beschichtungsschicht(en) kann (können) mit herkömmlichen
Vorrichtungen wie einer Vorhangs-Beschichtungsvorrichtung, einer Sprühdüse, einer
Walzenauftragmaschine oder einer Flutungs-Beschichtungsvorrichtung
auf das Substrat aufgetragen werden.
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Gegebenenfalls
wird das Substrat bedruckt, bevor der Decklack aufgetragen wird.
Dies kann erfolgen, um ein Substrat mit einer speziellen Oberflächenstruktur,
Färbung
oder Textur zu erhalten.
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Zur
Beschichtung eines Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrats
in einem industriellen Verfahren ist ein Verfahren bevorzugt, bei
dem alle Beschichtungs- und Härtungsschritte
in einer einzigen Produktionsanlage erfolgen. Bei einem solchen
Verfahren wird das Substrat auf ein Band positioniert, das sich
mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit bewegt. Das Substrat
wird dann nacheinander mit der Pressbeschichtung beschichtet, erwärmt und
gepresst, wodurch die Pressbeschichtung getrocknet und gehärtet wird,
gegebenenfalls mit (einer) zusätzlichen
Beschichtungsschicht(en) beschichtet, erwärmt oder auf eine andere Weise
behandelt, um die gegebenenfalls vorhandene(n) Schicht(en) zu härten, gegebenenfalls
mit einem Aufdruck versehen, mit einem Decklack beschichtet und erwärmt oder
auf eine andere Weise behandelt, um den Decklack zu härten.
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Das
Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung, bei dem ein Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrat
beschichtet wird, indem zuerst eine Pressbeschichtung aufgetragen
und dann (eine) andere Beschichtungsschicht(en) aufgetragen werden,
hat gegenüber
einem Verfahren, bei dem eine solche Pressbeschichtung nicht verwendet
wird, die folgenden Vorteile:
- – Verminderung
der Gesamtmenge an Lack, die erforderlich ist, um ein Substrat mit
denselben Eigenschaften und demselben Aussehen zu erhalten,
- – Verminderung
der Gesamtmenge an Lösungsmittel,
die erforderlich ist, um ein Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen zu erhalten,
- – Verminderung
der Gesamtmenge an Energie, die erforderlich ist, um ein Substrat
mit denselben Eigenschaften und demselben Aussehen zu erhalten,
- – insbesondere
bei Substraten, die mit einem UV-härtbaren Decklack oder einer
Zwischenbeschichtung beschichtet sind, eine Verminderung der Menge
an nicht umgesetzten Monomeren. Diese Monomere können beispielsweise dann, wenn
das Substrat gesägt
oder geschliffen wird, Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltprobleme verursachen.
Diese Probleme treten sogar noch jahrelang auf, nachdem der Lack
aufgetragen wurde.
- – Verbesserung
der Wärmebeständigkeit
des Substrats.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Furnier-, Massivholz- oder Holzwerkstoff-Substrat, das mit
einer Pressbeschichtung und wenigstens einer strahlungshärtbaren
Beschichtungsschicht beschichtet ist, mit einer Menge an nicht umgesetzten
Doppelbindungen im Substrat nach dem Härten der strahlungshärtbaren
Beschichtungsschicht, gemessen mittels IR-Chromatographie, von weniger
als 15%, vorzugsweise weniger als 10% der Gesamtmenge der Doppelbindungen,
die in der ungehärteten
Beschichtungszusammensetzung vorhanden sind. Diese niedrige Menge
an nicht umgesetzten Doppelbindungen ist wahrscheinlich auf die
effektive Versiegelung der porösen
Oberfläche
des Substrats durch die Verwendung der Pressbeschichtung zurückzuführen. Aufgrund
dieser Versiegelung wird ein Eindringen der strahlungshärtbaren
Beschichtungsschicht in das Substrat vermindert.
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Der
Begriff IR-Chromatographie im Zusammenhang mit dieser Anmeldung
sollte dahingehend aufgefasst werden, dass er eine Chromatographie bedeutet,
der eine Infrarot-Spektroskopie folgt, beispielsweise eine Gaschromatographie
gefolgt von einer Infrarot-Spektroskopie. Wenn eine Flüssigchromatographie
verwendet wird, sollte darauf geachtet werden, dass das IR-Spektrum der mobilen
Phase das IR-Spektrum der Probe nicht stört.
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Die
Menge an extrahierbaren Stoffen kann durch die Entfernung einer
Probe von 5 cm2 × 1–2 mm von der Oberfläche des
Substrats, eine Extraktion der Probe mit Dichlormethan und eine
Analyse des die extrahierbaren Stoffe enthaltenden Dichlormethans
mittels GC/FID (Gaschromatographie/Flammenionisationsdetektion)
in Kombination mit GC/MS (Gaschromatographie/Massenspektroskopie)
gemessen werden.
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Die
Erfindung wird unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele erläutert. Diese
sollen die Erfindung veranschaulichen, dürfen aber nicht dahingehend
aufgefasst werden, dass sie ihren Rahmen in irgendeiner Weise einschränken.
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Beispiele
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Beispiel 1A
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Ein
mitteldichtes Faserplatten-(MDF-)Substrat wurde auf ein Band gelegt,
das sich mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min bewegte, und 15–20 g/m2 einer weiß pigmentierten Pressbeschichtungsemulsion,
die Folgendes umfasste (wobei pbw Gew.-Teile bedeutet):
26,7
pbw Wasser,
20,7 pbw eines Acrylmonomers mit einer Tg von 34°C,
16,8
pbw eines Pigments,
31,5 pbw einer Füllstoffmischung und
4,3
pbw einer Additivmischung,
wurde auf das MDF-Substrat aufgetragen.
Die Pressbeschichtung wurde trocknen gelassen, indem das MDF-Substrat
durch einen Ofen geleitet wurde, und gehärtet, indem es durch ein Paar
Kalandrierwaizen mit einer Temperatur zwischen 150°C und 200°C und einem
Druck von etwa 1 N/mm2 geleitet wurde.
-
Auf
dem so gebildeten Beschichtungsfilm wurde ein weiß pigmentierter
Decklack auf Lösungsmittelbasis
(Proff 355 NCS S-0502 Y, erhältlich
von Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden, auf einen Feststoffgehalt
von 50 verdünnt)
mit 100 g/m2 mittels einer Vorhang-Beschichtungsvorrichtung
aufgetragen. Der Decklack wurde trocknen gelassen, indem das Substrat
durch einen zweiten Ofen geleitet wurde.
-
Das
gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Beispiel 1B (vergleichend)
-
Zum
Vergleich wurde unter Verwendung derselben Bedingungen ein beschichtetes
MDF-Substrat hergestellt, wobei keine Pressbeschichtung verwendet
wurde. In einem ersten Schritt wurde eine porenfüllende Beschichtung auf Lösungsmittelbasis (Proff
Surf 150, erhältlich
von Akzo Nobel Coatings AB Sweden) aufgetragen, im zweiten Schritt
wurden 100 g/m2 eines weiß pigmentierten
Decklacks auf Lösungsmittelbasis
von Beispiel 1A aufgetragen. Um ein Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen wie in Beispiel 1A zu erhalten, mussten 100
g/m2 der porenfüllenden Beschichtung aufgetragen
werden.
-
Im
Vergleich zu Beispiel 1A musste in diesem Vergleichsbeispiel 100%
mehr Lösungsmittel verwendet
werden, um ein beschichtetes MDF-Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen zu erhalten. Weiterhin war im Vergleichsbeispiel
der Energieverbrauch des gesamten Verfahrens aufgrund des größeren Lösungsmittelvolumens, das
verdampft werden musste, größer.
-
Beispiel 2A
-
Ein
mitteldichtes Faserplatten-(MDF-)Substrat wurde auf ein Band gelegt,
das sich mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min bewegte, und 15–20 g/m2 der weiß pigmentierten Pressbeschichtung
von Beispiel 1A wurden auf das MDF-Substrat aufgetragen. Die Pressbeschichtung
wurde trocknen gelassen, indem das MDF-Substrat durch einen Ofen
geleitet wurde, und die Pressbeschichtung wurde gepresst und gehärtet, indem
sie bei einer Temperatur zwischen 150°C und 200°C und einem Druck von etwa 1
N/mm2 durch ein Paar von Kalandrierwalzen geleitet
wurde.
-
Auf
dem so gebildeten Beschichtungsfilm wurden 100 g/m2 eines
weiß pigmentierten
Decklacks (IC 102 Ikeawhite 5, erhältlich von Akzo Nobel Wood
Coatings AB Sweden, auf einen Feststoffgehalt von 35 Gew.-% verdünnt) mit
einer Vorhangbeschichtungsvorrichtung aufgetragen. Der Decklack wurde
härten
gelassen, indem das Substrat durch einen zweiten Ofen geleitet wurde.
Das gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Beispiel 2B (vergleichend)
-
Zum
Vergleich wurde unter Verwendung derselben Bedingungen ein beschichtetes
MDF-Substrat hergestellt, ohne dass eine Pressbeschichtung verwendet
wurde. In einem ersten Schritt wurde eine porenfüllende Beschichtung auf Lösungsmittelbasis (Proff
Surf 150, erhältlich
von Akzo Nobel Coatings AB Sweden) aufgetragen, im zweiten Schritt
wurden 100 g/m2 des weiß pigmentierten Decklacks von
Beispiel 2A aufgetragen. Um ein Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen wie in Beispiel 2A zu erhalten, mussten 100
g/m2 der porenfüllende Beschichtung aufgetragen
werden.
-
Im
Vergleich zu Beispiel 2A musste in diesem Vergleichsbeispiel 100%
mehr Lösungsmittel verwendet
werden, um ein beschichtetes MDF-Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen zu erhalten. Weiterhin war im Vergleichsbeispiel
der Energieverbrauch des gesamten Verfahrens aufgrund des größeren Lösungsmittelvolumens, das
verdampft werden musste, größer.
-
Beispiel 3A
-
Ein
mitteldichtes Faserplatten-(MDF-)Substrat wurde auf ein Band gelegt,
das sich mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min bewegte, und 15–20 g/m2 der weiß pigmentierten Pressbeschichtung
von Beispiel 1A wurden auf das MDF-Substrat aufgetragen. Die Pressbeschichtung
wurde trocknen gelassen, indem das MDF-Substrat durch einen Ofen
geleitet wurde, und die Pressbeschichtung wurde gepresst und gehärtet, indem
sie bei einer Temperatur zwischen 150°C und 200°C und einem Druck von etwa 1
N/mm2 durch ein Paar von Kalandrierwalzen geleitet
wurde.
-
Auf
dem so gebildeten Beschichtungsfilm wurden 100 g/m2 eines
weiß pigmentierten
Decklacks auf wässriger
Basis (Aqua Täck
Line, erhältlich von
Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden) mit einer Vorhangbeschichtungsvor richtung
aufgetragen. Der Decklack wurde härten gelassen, indem das Substrat
durch einen zweiten Ofen geleitet wurde.
-
Das
gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Beispiel 3B (vergleichend)
-
Zum
Vergleich wurde unter Verwendung derselben Bedingungen ein beschichtetes
MDF-Substrat hergestellt, ohne dass eine Pressbeschichtung verwendet
wurde. In einem ersten Schritt wurde eine Grundierungsschicht auf
wässriger
Basis (Aqua Tack Line, erhältlich
von Akzo Nobel Coatings AB Sweden) aufgetragen, im zweiten Schritt
wurden 100 g/m2 derselben weiß pigmentierten
Beschichtung auf wässriger
Basis als Decklack aufgetragen. Um ein Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen wie in Beispiel 3A zu erhalten, mussten 100
g/m2 der Grundierung aufgetragen werden.
-
Im
Vergleich zu Beispiel 3A war in diesem Vergleichsbeispiel der Energieverbrauch
des gesamten Verfahrens aufgrund des größeren Wasservolumens, das verdampft
werden musste, größer.
-
Beispiel 4A
-
Ein
mitteldichtes Faserplatten-(MDF-)Substrat wurde auf ein Band gelegt,
das sich mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min bewegte, und 15–20 g/m2 der weiß pigmentierten Pressbeschichtung
von Beispiel 1A wurden auf das MDF-Substrat aufgetragen. Die Pressbeschichtung
wurde trocknen gelassen, indem das MDF-Substrat durch einen Ofen
geleitet wurde, und die Pressbeschichtung wurde gepresst und gehärtet, indem
sie bei einer Temperatur zwischen 150°C und 200°C und einem Druck von etwa 1
N/mm2 durch ein Paar von Kalandrierwalzen geleitet
wurde.
-
Auf
dem so gebildeten Beschichtungsfilm wurden die folgenden Beschichtungsschichten
aufgetragen:
- – ein UV-Porenfüller (IS
401 UV Sealer, erhältlich von
Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit
einer Walzenauftragmaschine aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
UV-Basislack (UV Basecoat Br. Hvid, erhältlich von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit einer Walzenauftragmaschine
aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
UV-Basislack (UV Basecoat Br. Hvid, erhältlich von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit einer Walzenauftragmaschine
aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
Decklack (UV top coat Ikea No. 5, erhältlich von Akzo Nobel Wood
Coatings AB Sweden), wurde mit 23 g/m2 mit
einem Optiroller aufgetragen.
-
Nach
dem Auftragen wurde jede Beschichtungsschicht getrocknet und gehärtet, bevor
die nächste
Schicht aufgetragen wurde. Die Beschichtungsschichten wurden härten gelassen,
indem das Substrat unter einer UV-Lampe durchgeführt wurde. Vor dem Auftragen
der ersten Schicht des Basislacks wurde das Substrat geschliffen.
-
Das
gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Beispiel 4B (vergleichend)
-
Zum
Vergleich wurde unter Verwendung derselben Bedingungen ein beschichtetes
MDF-Substrat hergestellt, ohne dass eine Pressbeschichtung verwendet
wurde. In einem ersten Schritt wurde ein UV-Spachtel (IF 401 UV light
filler, erhältlich
von Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden), mit 20 g/m2 aufgetragen
und gehärtet.
-
Auf
den gehärteten
Spachtel wurden die folgenden Beschichtungsschichten aufgetragen:
- – ein
UV-Porenfüller
(IS 401 UV Sealer, erhältlich von
Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit
einer Walzenauftragmaschine aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
UV-Basislack (UV Basecoat Br. Hvid, erhältlich von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit einer Walzenauftragmaschine
aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
UV-Basislack (UV Basecoat Br. Hvid, erhältlich von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit einer Walzenauftragmaschine
aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
UV-Basislack (UV Basecoat Br. Hvid, erhältlich von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden), wurde mit 8 g/m2 mit einer Walzenauftragmaschine
aufgetragen,
- – ein
weiß pigmentierter
Decklack (UV top coat Ikea No. 5, erhältlich von Akzo Nobel Wood
Coatings AB Sweden), wurde mit 23 g/m2 mit
einem Optiroller aufgetragen.
-
Nach
dem Auftragen wurde jede Beschichtungsschicht getrocknet und gehärtet, bevor
die nächste
Schicht aufgetragen wurde. Die Beschichtungsschichten wurden härten gelassen,
indem das Substrat unter einer UV-Lampe durchgeführt wurde.
-
Das
gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Im
Vergleich zu Beispiel 4A musste in diesem Vergleichsbeispiel mehr
Lack verwendet werden, um ein Substrat mit denselben Eigenschaften und
demselben Aussehen zu erhalten, was zu höheren Gesamtkosten führte. Weiterhin
waren im beschichteten Substrat von Beispiel 46 etwa 20% der Doppelbindungen
in der Beschichtungszusammensetzung nicht umgewandelt, während im
beschichteten Substrat von Beispiel 4A nur 3% der Doppelbindungen
in der Beschichtungszusammensetzung nicht umgewandelt waren. Die
Umwandlung von Doppelbindungen wurde mittels IR-Chromatographie gemessen.
-
Die
Menge der nicht umgewandelten Doppelbindungen im beschichteten Substrat
zeigt an, dass das Material ungehärtetes monomeres Material enthält.
-
Beispiel 5A
-
Ein
mitteldichtes Faserplatten-(MDF-)Substrat wurde auf ein Band gelegt,
das sich mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min bewegte, und 15–20 g/m2 der weiß pigmentierten Pressbeschichtung
von Beispiel 1A wurden auf das MDF-Substrat aufgetragen. Die Pressbeschichtung
wurde trocknen gelassen, indem das MDF-Substrat durch einen Ofen
geleitet wurde, und die Pressbeschichtung wurde gepresst und gehärtet, indem
sie bei einer Temperatur zwischen 150°C und 200°C und einem Druck von etwa 1
N/mm2 durch ein Paar von Kalandrierwalzen geleitet
wurde.
-
Auf
dem so gebildeten Beschichtungsfilm wurden 25 g/m2 einer
weiß pigmentierten
Grundierung auf wässriger
Basis (IP 610 Aqua Primer 2, erhältlich
von Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden) mit einer Walzenauftragmaschine
aufgetragen. Nach dem Trocknen und Härten der Grundierung wurden
5 g/m2 eines UV-härtbaren Decklacks (UV top coat
Ikea No. 5, erhältlich
von Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden) mit einem Optiroller aufgetragen.
Der Decklack wurde härten
gelassen, indem das Substrat unter einer UV-Lampe durchgeführt wurde.
-
Das
gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Beispiel 5B (vergleichend)
-
Zum
Vergleich wurde unter Verwendung derselben Bedingungen ein beschichtetes
MDF-Substrat hergestellt, ohne dass eine Pressbeschichtung verwendet
wurde. In einem ersten Schritt wurde eine Grundierung auf wässriger
Basis (IP 610 Aqua Primer 2, erhältlich
von Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden) aufgetragen, im zweiten
Schritt wurden 5 g/m2 eines weiß pigmentierten,
UV-härtbaren
Decklacks (UV top coat Ikea No. 5, erhältlich von Akzo Nobel Wood
Coatings AB Sweden) aufgetragen. Um ein Substrat mit denselben Eigenschaften
und demselben Aussehen wie in Beispiel 5A zu erhalten, mussten 3
Durchgänge
mit 35 g/m2 der Grundierung aufgetragen
werden.
-
Im
Vergleich zu Beispiel 5A war in diesem Vergleichsbeispiel der Energieverbrauch
des gesamten Verfahrens aufgrund des größeren Wasservolumens, das verdampft
werden musste, größer. Weiterhin
war der Lackverbrauch im vergleichenden Verfahren höher.
-
Beispiel 6A
-
Ein
mitteldichtes Faserplatten-(MDF-)Substrat wurde auf ein Band gelegt,
das sich mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min bewegte, und 15–20 g/m2 der weiß pigmentierten Pressbeschichtung
von Beispiel 1A wurden auf das MDF-Substrat aufgetragen. Die Pressbeschichtung
wurde trocknen gelassen, indem das MDF-Substrat durch einen Ofen
geleitet wurde, und die Pressbeschichtung wurde gepresst und gehärtet, indem
sie bei einer Temperatur zwischen 150°C und 200°C und einem Druck von etwa 1
N/mm2 durch ein Paar von Kalandrierwalzen geleitet
wurde.
-
Auf
dem so gebildeten Beschichtungsfilm wurden 5–15 g/m2 eines
UV-härtbaren
Spachtels (IF 401 UV light filler, erhältlich von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden) aufgetragen. Der Spachtel wurde härten gelassen, indem das Substrat
unter einer UV-Lampe durchgeführt
wurde. Auf dem gehärteten
Spachtel wurden 6–8
g/m2 einer UV-härtbaren porenfüllenden
Beschichtung (IS 483 W-W UV Sealer, von Akzo Nobel Wood Coatings
AB Sweden) aufgetragen. Der Porenfüller wurde härten gelassen,
indem das Substrat unter einer UV-Lampe durchgeführt wurde. Auf die gehärtete porenfüllende Beschichtung
wurden 5 g/m2 eines UV-härtbaren Decklacks (UV top coat
Ikea no. 5, erhältlich
von Akzo Nobel Wood Coatings AB Sweden) aufgetragen. Der Decklack
wurde härten
gelassen, indem das Substrat unter einer UV-Lampe durchgeführt wurde.
-
Das
gesamte Verfahren wurde in einer einzigen Produktionsanlage durchgeführt, ohne
das Substrat vom Band zu entfernen.
-
Beispiel 6B (vergleichend)
-
Zum
Vergleich wurde unter Verwendung derselben Bedingungen ein beschichtetes
MDF-Substrat hergestellt, ohne dass eine Pressbeschichtung verwendet
wurde. Um ein Substrat mit denselben Eigenschaften und demselben
Aussehen wie in Beispiel 6A zu erhalten, mussten 15–40 g/m2
des UV-härtbaren
Spachtels von Beispiel 6A aufgetragen werden.
-
Im
Vergleich zu Beispiel 6A musste in diesem Vergleichsbeispiel mehr
Lack verwendet werden, um ein Substrat mit denselben Eigenschaften und
demselben Aussehen zu erhalten, was zu höheren Gesamtkosten führte. Weiterhin
waren im beschichteten Substrat von Beispiel 6B etwa 25% der Doppelbindungen
in der Beschichtungszusammensetzung nicht umgewandelt, während im
beschichteten Substrat von Beispiel 6A nur 7% der Doppelbindungen
in der Beschichtungszusammensetzung nicht umgewandelt waren. Die
Umwandlung von Doppelbindungen wurde mittels IR-Chromatographie gemessen.
Die Menge der nicht umgewandelten Doppelbindungen im beschichteten
Substrat zeigt an, dass das Material ungehärtetes monomeres Material enthält.