-
Gebiet der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Expressionsvektor zur
Sekretions-Produktion
von humanem Interferon-alpha (hIFNα), welcher ein Polynukleotid,
das für
eine modifizierte thermostabile Enterotoxin-II-Signalsequenz von
E.coli kodiert, und ein an dessen 3'-Ende ligiertes Polynukleotid umfaßt, das
für hIFNα kodiert;
einen Mikroorganismus, der mit dem Expressionsvektor transformiert
ist; und ein Verfahren zum Erzeugen von hIFNα in sekretierter Form, das kein
Methionin an seinem N-Terminus im Periplasma der E. coli-Zelle besitzt.
-
Hintergrund der Erfindung
-
Isaacs
und Lindenmann haben 1957 berichtet, daß, wenn ein Huhn mit dem Influenza-Virus
A infiziert wurde, es einen die virale Replikation inhibierenden
Faktor produziert, der als Interferon bezeichnet wird (Isaacs, K.
und Lindenmann, J. Proc. R. Soc. Lond., B147:258-267, 1957).
-
Humane
Interferone gehören
zu den Cytokin-Proteinen, die in vivo die Immunantwort oder die
virale Replikation hemmen, und sie können, in Abhängigkeit
davon, welcher Zelltyp sie produziert, als Interferon-alpha (IFNα), Interferon-beta
(IFNβ) und
Interferon-gamma (IFNγ)
klassifiziert werden (Kirchner, H. et al., Tex Rep. Biol. Med.,
41:89-93, 1981; Stanton, G. J. et al., Tex. Rep. Biol. Med., 41:84-88,
1981).
-
Es
ist gut bekannt, dass diese Interferone zusammen arbeiten, um synergistische
Effekte auf die Manifestation anti-viraler, anti-cancerogener, NK-(Natürlicher
Killerzellen) Zellaktivie rungs- und Markzellen-Inhibitions-Aktivitäten auszuüben (Klimpel,
et al., J. Immunol., 129:76-78, 1982; Fleischmann, W. R. et al.,
J. Natl. Cancer Inst., 65:863-966, 1980; Weigent, et al., Infec.
Immun., 40:35-38, 1980). Zusätzlich
spielen Interferone eine Rolle als regulatorische Faktoren der Expression,
Struktur und Funktion von Genen in der Zelle und zeigen einen direkten
anti-proliferativen Effekt.
-
IFNα wird produziert,
wenn ein Leukocyt von dem B-Zell Mitogen, Viren oder Krebszellen
stimuliert wird. Bislang wurden Gene gefunden, die für über 20 Species
von Interferonen kodieren, die jeweils 165 oder 166 Aminosäuren umfassen.
-
IFNα, das für frühe klinische
Versuche eingesetzt wurde, wurde aus „buffy coat"-Leukocyten genommen,
die durch das Sendai Virus stimuliert wurden, und seine Reinheit
war lediglich weniger als 1% (Cantell, K. and Hirvonen, Tex. Rep.
Biol. Med., 35:138-144, 1977).
-
Es
wurde in den 1980er Jahren möglich,
große
Mengen an biophysikalisch-aktivem IFNα mit rekombinanter Gentechnik
zu produzieren (Goedell, D. V. et al., Nature, 287:411-416, 1980).
Klinische Tests unter Verwendung des rekombinanten hIFNα haben gezeigt,
daß es
bei der Behandlung verschiedener solider Krebsarten, insbesondere
Blasenkrebs, Nierenkrebs, HIV-bezogenes
Kaposi-Sarkoma, etc. wirksam ist (Torti, F. M., J. Clin. Oncol.,
6:476-483, 1988; Vugrin, D., et al., Cancer Treat. Rep., 69:817-820,
1985; Rios, A., et al., J. Clin. Oncol., 3:506-512, 1985). Es ist
auch wirksam bei der Behandlung von Hepatitis-C-Virus (Davis, G.
G., et al., N. Engl. J. Med., 321:1501-1506, 1989), und das Einsatzgebiet
als therapeutisches Agens wird von Tag zu Tag größer.
-
Die
Ergebnisse der Klonierung des IFNα-Gens
aus Leukocyten hat gezeigt, daß IFNα von einer
Gruppe von mindestens 10 verschiedenen Genen kodiert wird. Das deutet
darauf hin, daß die
DNA-Sequenzen nicht eine Art von Protein erzeugen, sondern daß IFNα als Mischung
verschiedener Subtypen mit ähnlichen Strukturen
vorliegt. Solche Subtypen werden IFNα-1, -2, -3, usw. genannt (Nature,
290:20-26, 1981).
-
Unter
den verschiedenen Typen von Interferonen hat hIFNα, das aus
menschlichen Leukocyten aufgereinigt worden ist, ein Molekulargewicht
von 17,500 bis 21,000 und eine sehr hohe native Aktivität von 2 × 108 IU/mg Protein. In vivo ist IFNα ein Protein,
das aus 165 Aminosäuren
besteht. Es wird IFNα-2a
(SEQ ID NO: 1) genannt, wenn die 23. Aminosäure ein Lysin ist, und IFNα-2b (SEQ
ID NO: 2), wenn die 23. Aminosäure ein
Arginin ist. Anfangs wurde hIFNα mit
einem Zellkultur-basierten Verfahren hergestellt. Jedoch ist dieses Verfahren
wegen der geringen Ausbeute von 250 μg/L für kommerzielle Zwecke nicht
geeignet.
-
Um
dieses Problem zu lösen,
wurden rekombinante gentechnische Verfahren entwickelt, um große Mengen
an Interferon aus Mikroorganismen zu gewinnen, und werden bis heute
verwendet.
-
Das
am weitesten verbreitete Verfahren benutzt E. coli, das ein 166
oder 167 Aminosäuren
langes IFNα gemäß den Eigenschaften
der E. coli-Zelle herstellt. Diese Produkte besitzen einen zusätzlichen
Methioninrest am N-Terminus, welcher aufgrund des ATG-Codons am
Initiationscodon angehängt
wird. Allerdings wurde berichtet, daß der zusätzliche Methioninrest eine
schädliche
Immunantwort hervorrufen kann, im Falle vom menschlichen Wachstumshormon
(
EP Patentoffenlegung Nr. 256,843 ).
-
Darüber hinaus
akkumuliert der größte Teil
des exprimierten IFNα im
Cytoplasma in Form von unlöslichen
Inclusion Bodies und muß durch
Rückfaltung
während
eines Aufreinigungsprozesses in eine aktive Form konvertiert werden.
Da ein solcher Rückfaltungsprozess
nicht effektiv ist, existiert IFNα teilweise
in einer reduzierten Form oder bildet einen intermolekularen Disulfidkopplungskörper oder
einen defekten Disulfidkopplungskörper. Es ist schwierig, diese
Nebenprodukte zu entfernen, was zu einer deutlich geringeren Ausbeute
führt.
Insbesondere ist es extrem schwierig, unerwünschte Interferon-Nebenprodukte,
wie falsch gefaltete Interferone, zu entfernen.
-
Kürzlich wurden,
um die oben genannten Probleme im Zusammenhang mit der Produktion
fremder Proteine in einer mikrobiellen Zelle zu lösen, verschiedene
Bemühungen
unternommen, eine Methode zu entwickeln, die auf einer effizienten
Sekretion einer löslichen
Form des Zielproteins basiert, welches kein zusätzliches Methionin am N-Terminus
hat.
-
Mit
dieser Methode wird ein gewünschtes
Protein in Form eines Fusionsproteins exprimiert, welches ein Signalpeptid
an seinem N-Terminus trägt.
Wenn das Fusionsprotein die Zellmembran passiert, wird das Signalpeptid
durch ein Enzym in E. coli entfernt, und das gewünschte Protein wird in nativer
Form sezerniert.
-
Die
Sekretions-Produktions-Methode ist gegenüber der mikrobiellen Produktionsmethode
vorteilhaft, da die Aminosäuresequenz
und die höhere
Struktur des produzierten Proteins normalerweise identisch mit der des
Wild-Typ-Proteins ist. Jedoch ist die Ausbeute der Sekretions-Produktions-Methode
oft aufgrund der ungenügenden
Effizienzen, sowohl des Membrantransports als auch des anschließenden Aufreinigungsprozesses,
recht niedrig. Das ist mit der gut bekannten Tatsache im Einklang,
daß die
Ausbeute eines Säugetier-Proteins,
das im Sekretions-Modus in Prokaryoten produziert wird, viel geringer
ist als die eines prokaryotischen Proteins, das auf die gleiche
Art in einem Prokaryoten produziert wird. Deshalb wurde versucht,
eine effizientere Sekretions-Produktions-Methode zu entwickeln.
Zum Beispiel offenbart die
Koreanisches
Patentveröffentlichung
No. 93-1387 einen Versuch zur Massenproduktion von IFNα, indem das
Signalpeptid der alkalischen Phosphatase von E. coli benutzt wurde,
jedoch war die Ausbeute mit 10
9 IU/L Kulturmedium
(10 μg/L
Kulturmedium) sehr gering. Daher gab es ein großes Interesse, eine Methode
zu entwickeln, die in der Lage ist, lösliches IFNα ohne zusätzliches Methionin am N-Terminus
in großem
Maßstab
unter Verwendung von Mikroorganismen zu produzieren.
-
Die
gegenwärtigen
Erfinder haben früher
ein neues Signalpeptid des thermostabilen E. coli Enterotoxin-II
(
Koreanische Patentanmeldung
Nr. 98-38061 und
99-27418 )
generiert und haben gefunden, daß dieses neue Sekretions-Signalpeptid
zur Massenproduktion der nativen Form von IFNα benutzt werden kann. Und zwar
haben die gegenwärtigen
Erfinder einen Expressionsvektor konstruiert, der ein Gen beinhaltet,
das durch die Ligation des IFNα kodierenden
Gens anstelle des Enterotoxin-II kodierenden Gens an das modifizierte
E. coli Sekretions-Signalpeptid erhalten wurde, und haben eine Sekretions-Produktions-Methode
für IFNα mit nativer
biologischer Aktivität
mithilfe des mikrobiellen Sekretionssystems entwickelt, indem der
mit dem besagten Expressionsvektor transformierte Mikroorganismus
kultiviert wird.
-
Zusammenfassung der Erfindung
-
Dementsprechend
ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, einen Expressionsvektor
zu liefern, der humanes Interferon-alpha (IFNα) im Wege der Sekretion herstellen
kann.
-
Es
ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, einen Mikroorganismus
bereit zu stellen, der mit dem besagten Vektor transformiert worden
ist.
-
Es
ist eine weitere Aufgabe dieser Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen,
um eine lösliche
Form von hIFNα mit
dem besagten Mikroorganismus zu produzieren, der keinen zusätzlichen
Methioninrest am Amino-Terminus hat.
-
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
-
Die
obigen und weitere Aufgaben und Merkmale der gegenwärtigen Erfindung
werden aus der folgenden Beschreibung der Erfindung in Verbindung
mit den folgenden beigefügten
Zeichnungen ersichtlich, welche jeweils folgendes zeigen:
-
1:
Verfahren zur Herstellung des Vektors pT-IFNα-2a;
-
2:
Verfahren zur Herstellung des Vektors pT14SIα-2a;
-
3:
Verfahren zur Herstellung des Vektors pT14SSIα-2a;
-
4:
Verfahren zur Herstellung des Vektors pT140SSIα-2a-4T22Q;
-
5a und 5b:
die Ergebnisse der SDS-PAGE, die die Expression von IFNα-2a und die
Reinheit des exprimierten IFNα-2a
aus rekombinanten Zelllinien verifizieren, und das Ergebnis der
Western Blot-Analyse, die das Molekulargewicht des exprimierten
IFNα-2b
verifiziert.
-
Genaue Beschreibung der Erfindung
-
Entsprechend
eines Aspektes dieser Erfindung wird ein Expressionsvektor für die Sekretions-Produktion von hIFNα bereitgestellt,
der ein Polynukleotid, welches für
eine modifizierte thermostabile Enterotoxin-II Signalsequenz kodiert
(nachstehend bezeichnet als ,STII-Mutante'), und ein an dessen 3'-Ende ligiertes Polynukleotid
umfaßt,
das für
hIFNα kodiert.
-
Das
Polynukleotid, welches für
hIFNα kodiert
und für
die Konstruktion des Expressionsvektors dieser Erfindung benutzt
wird, kann jedes beliebige Polynukleotid sein, welches für zufällige hIFNα-Subtypen
kodiert, wie natives IFNα-2a
(SEQ ID NO: 1), IFNα-2b
(SEQ ID NO: 2), IFNα-1
und IFNα-3,
und es kann auch ein rekombinantes Polynukleotid sein, welches eine
modifizierte Basensequenz hat, die für einen der obigen IFNα-Subtypen
kodiert.
-
Das
Polynukleotid, das für
die modifizierte thermostabile E. coli Enterotoxin-II Signalsequenz
dieser Erfindung kodiert, die vor dem 5'-Ende des Polynukleotids ligiert ist,
das für
hIFNα kodiert
und zu dem Zweck der Sekretion-Produktion von hIFNα benutzt
wird, kann ein Polynukleotid sein, das für eine Mutante kodiert, die
durch Austauschen einer oder mehrerer Aminosäuren der thermostabilen E.
coli Enterotoxin-II Signalsequenz, beschrieben in SEQ ID NO: 3,
erhalten werden kann, vorzugsweise eine oder mehrere der 4., 20.
und 22. Aminosäure
davon mit (einer) anderen Aminosäure(n).
Beispiele solcher Polynukleotide kodieren für Mutanten, die erhalten wurden
durch Austausch von: der 4. Aminosäure mit Threonin ([Thr4]STII); der 4. Aminosäure mit Threonin und der 22.
Aminosäure
mit Glutamin ([Thr4, Gln22]STII);
der 4. Aminosäure
mit Threonin, der 20. Aminosäure
mit Valin und der 22. Aminosäure
mit Glutamin ([Thr4, Val20,
Gln22]STII); und der 4. Aminosäure mit
Threonin und der 20. Aminosäure
mit Valin ([Thr4, Val20]STII),
in der thermostabilen E. coli Enterotoxin-II Signalsequenz (STII),
die in SEQ ID NO: 3 beschrieben ist, und bevorzugte Polynukleotidsequenzen
sind SEQ ID NO: 4, 5, 6 und 7. Indessen ist bekannt, daß mehrere
verschiedene Polynukleotide, die für die Mutanten dieser Erfindung
kodieren, aufgrund des degenerierten Codes existieren können, und
speziell ein Polynukleotid, das modifiziert worden ist, indem die
bevorzugten Codons von E. coli eingebaut wurden, ohne die Aminosäuresequenz
zu ändern,
kann benutzt werden, um die Expressionsrate von IFNα zu verbessern.
-
Zusätzlich kann
der Expressionsvektor der vorliegenden Erfindung die thermostabile
E. coli Enterotoxin II Shine-Dalgarno Sequenz (SD-Sequenz, SEQ ID
NO: 8) oder eine Mutante davon umfassen, die vor das 5'-Ende des Polynukleotids
ligiert ist, das für
die modifizierte thermostabile Enterotoxin II Signalsequenz kodiert.
Verglichen mit einem Wildtyp, welcher 7 Basen (TGATTTT) nach GAGG
des 5'-Endes der
thermostabilen E. coli Enterotoxin II SD-Sequenz hat, die in SEQ ID NO: 8 beschrieben
wird, hat die Mutante der SD-Sequenz eine kürzere Sequenz von 6 oder 5
Basen. Die Benutzung dieser Mutante kann die Sekretions-Expressionsrate von
IFNα erhöhen. Wenn
jedoch die Basensequenz kürzer
als 4 Basen wird, nimmt die Expressionsrate stark ab. Ein spezifisches
Beispiel für
eine bevorzugte Mutante, die in der vorliegenden Erfindung benutzt
werden kann, ist die thermostabile E. coli Enterotoxin II SD-Sequenz-Mutante,
die die Nukleotidsequenz SEQ ID NO: 9 hat.
-
Der
Promoter, der bei der Herstellung des Expressionsvektors der vorliegenden
Erfindung benutzt wurde, kann jeder beliebige sein, der ein heterologes
Protein in einem mikrobiellen Wirt exprimieren kann. Besonders lac,
Tac und der Arabinosepromoter werden bevorzugt, wenn das heterologe
Protein in E. coli exprimiert wird.
-
Diese
Erfindung liefert auch transformierte Mikroorganismen, die erhalten
werden können,
zum Beispiel durch Transformation von E. coli Stämmen wie E. coli BL21(DE3)
(Novagen, USA) oder E. coli XL-1 blue (Novagen, USA) mit den besagten
Vektoren. Beispiele dieser Erfindung liefern solche transformierten
Mikroorganismen: E. coli BL21(DE3)/pT140SSIα-2a-4T („HM 10603"), E. coli BL21(DE3)/pT140SSIα-2a-4T22Q („HM 10611"), E. coli BL21(DE3)/pT140SSIα-2b-4T („HM 10703") und E. coli BL21(DE3)/pT140SSIα-2b-4T22Q („HM 10711"). Die oben genannten
transformierten Mikroorganismen sind im Korean Culture Center of
Microorganisms (KCCM) (Adresse: Yurim Bldg., 361-221, Hongje 1-dong,
Seodaemun-gu, Seoul 120-091, Südkorea)
am 23. Dezember 1999 unter der Hinterlegungsnummer KCCM-10175, KCCM-10176,
KCCM-10177 und KCCM-10178 in Übereinstimmung
mit den Bestimmungen des Budapester Vertrags über die Internationale Anerkennung
der Hinterlegung von Mikroorganismen für die Zwecke von Patentverfahren
hinterlegt worden.
-
In Übereinstimmung
mit einem anderen Aspekt dieser Erfindung wird auch ein Verfahren
zur Sekretions-Erzeugung von hIFNα ohne
zusätzlichen
Methioninrest am N-Terminus in das Periplasma von E. coli bereitgestellt,
indem die transformierten Mikroorganismen unter geeigneten Kulturbedingungen
kultiviert werden, die die gleichen wie konventionelle Kulturbedingungen
für transformierte
Mikroorganismen sein können.
-
hIFNα, welches
in sekretierter Form durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung
produziert worden ist, beinhaltet zufällige hIFNα-Subtypen, wie IFNα-1, IFNα-3 und so
weiter, sowie natives IFNα-2a
(SEQ ID NO: 1) und hIFNα-2b
(SEQ ID NO: 2), bestehend aus 165 Aminosäuren. Zusätzlich kann das Verfahren der vorliegenden
Erfindung auf die Erzeugung anderer Interferone, wie hIFNβ und hIFNγ, angewendet
werden.
-
Nach
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung werden 80% oder mehr des
IFNα, das
durch die erfindungsgemäße E. coli
Transformante produziert wurde, mit einer hohen Produktivität von mehr
als 1 g/L in das Periplasma sezerniert. Das produzierte IFNα hat dieselbe
Amino säuresequenz
wie das native IFNα,
welches keine zusätzliche
Aminosäure
am N-Terminus hat, und zeigt die gleiche biologische Aktivität wie das
native IFNα.
-
Die
folgenden Beispiele werden zur weiteren Veranschaulichung dieser
Erfindung angeführt,
ohne den Umfang zu beschränken.
-
Referenzbeispiel: IFNα-2a Gen und Konstruktion eines
Vektors, welcher dieses enthält
-
Ein
Gen, das für
hIFNα-2a
kodiert, wurde mit Hilfe einer PCR hergestellt, bei der humane genomische DNA
als Templat und SEQ ID NO: 10 und 11 als Primer verwendet wurden.
Der Primer der SEQ ID NO: 10 wurde so konstruiert, daß er eine
NdeI-Restriktionsschnittstelle (5'-CATATG-3') stromauf von dem Codon für die erste
Aminosäure,
dem (Cystein)-Codon des nativen hIFNα, und die Primer SEQ ID NO:
11 enthielt, um eine BamHI-Restriktionsschnittstelle
(5'-GGATCC-3') stromab von dem
Terminationscodon davon zur Verfügung
zu stellen.
-
Das
amplifizierte PCR-Produkt wurde mit NdeI und BamHI geschnitten,
um ein DNA-Fragment
zu erhalten, das für
hIFNα-2a
kodiert. Das DNA-Fragment wurde in die NdeI/BamHI-Schnittstelle
des Vektor pET-14b (Novagen, USA) eingesetzt, um den Vektor pT-IFNα-2a zu erhalten.
-
1 zeigt
das obige Verfahren zur Konstruktion des Vektors pT-IFNα-2a.
-
Vergleichsbeispiel 1: Konstruktion eines
Vektors, der die Enterotoxin-Signalsequenz und IFNα-2a-Gene
enthält
-
Um
das E. coli Enterotoxin II Signalsequenzgen herzustellen, wurden
ein Paar von komplementären Oligonukleotiden
SEQ ID NO: 12 und 13, basierend auf der zuvor bekannten Nukleotidsequenz
des E. coli Enterotoxin II Signalpeptids, erstellt und mit einem
DNA-Synthesizer
(Modell 380B, Applied Biosystems, USA) synthetisiert. Die oben genannten
Oligonukleotide wurden so erstellt, daß sie eine BspHI-Restriktionsschnittstelle
(komplementäre
Schnittstellen zu einer NdeI-Restriktionsschnittstelle) stromauf
von dem Initiationscodon von E. coli Enterotoxin II und eine MluI-Restriktionsschnittstelle
bereitstellten, die durch eine stille Änderung am anderen Ende eingeführt wird.
Beide Oligonukleotide wurden bei 95°C angelagert, um ein stumpf
endendes DNA-Fragment mit der Nukleotidsequenz zu erhalten, die
für die
E. coli Enterotoxin II Signalsequenz kodiert. Das oben genannte
DNA-Fragment wurde in die SmaI-Restriktionsschnittstelle des Vektors
pUC19 (BioLabs, USA) inseriert, um den Vektor pUC19ST zu erhalten.
-
Zusätzlich wurde
der Vektor pT-IFNα-2a,
der das IFNα-2a-Gen
enthält
und der im Referenzbeispiel erhalten wurde, einer PCR mit den Primer
der SEQ ID NO: 14 und 15 unterzogen, um das Enterotoxinsignalpeptid
an das IFNα-2a-Gen
zu ligieren. Der Primer der SEQ ID NO: 14 wurde so geplant, daß er dem
5'-Ende des IFNα-2a-Gens
entsprach, und der Primer der SEQ ID NO: 15 so, daß er eine
BamHI-Restriktionsschnittstelle (5'-GGATCC-3') stromab von dem Terminationscodon
davon bereitstellte. Das DNA-Fragment, welches das Polynukleotid
enthält,
das für
natives IFNα-2a
kodierte, wurde mittels PCR mit den oben genannten Polynukleotidprimern
amplifiziert. Das amplifizierte DNA-Fragment wurde mit MluI und
BamHI geschnitten, um ein IFNα-2a-DNA-Fragment
mit MluI/BamHI-Enden zu erhalten.
-
Zwischenzeitlich
wurde der Vektor pUC19ST, der das Enterotoxin-Signalpeptid enthielt,
mit Mini geschnitten und dann mit BamHI verdaut, um ein Vektorfragment
mit MluI/BamHI-Enden
zu erhalten. Das Vektorfragment wurde an das IFNα-2a-DNA-Fragment ligiert, um
den Vektor pUC19SIFNα-2a
zu konstruieren.
-
Der
Vektor pUC19SIFNα-2a
wurde mit BspHI und BamHI geschnitten, um ein DNA-Fragment zu erhalten
(564 bp). Dieses DNA-Fragment wurde in dem NcoI/BamHI-Abschnitt
des Vektors pET-14b (Novagen, USA) inseriert, um den Vektor pT14SIα-2a zu erhalten. 2 zeigt
das oben genannte Verfahren zur Konstruktion des Vektors pT14SIα-2a auf.
-
Nachfolgend
wurde der E. coli Stamm BL21(DE3) mit 70 mM Calciumchloridlösung behandelt,
um kompetente E. coli Zellen herzustellen, und danach wurde der
Vektor pT14Iα-2a
in 10 mM Tris-Puffer (pH 7,5) zugegeben. Ein E. coli-Transformant,
der IFNα-2a
exprimiert, wurde mittels eines herkömmlichen Verfahrens, welches
die Sensitivität
des transformierten Vektors gegenüber Antibiotika ausnutzt, ausgewählt und
E. coli HM 10600 genannt.
-
Zusätzlich wurde
der Vektor pT14SIα-2a
einer PCR unter Verwendung der Primer der SEQ ID NO: 16 und 17 unterzogen,
um ein DNA-Fragment zu amplifizieren, das durch die Ligati on der
Shine-Dalgarno Sequenz des Enterotoxins, des Enterotoxin-Signalpeptids
und des IFNα-2a-Gens,
in dieser Reihenfolge, erhalten wurde, und dann wurde das DNA-Fragment
mit XbaI und BamHI geschnitten, um ein Insert zu erhalten.
-
Dieses
Insert wurde in den XbaI/BamHI-Abschnitt des Vektors pET-14b (Novagen,
USA) ligiert, um Vektor pT14SSIα-2a
zu konstruieren. 3 zeigt das obige Verfahren
zur Konstruktion von Vektor pT13SSIα-2a. E. coli BL21(DE3) (Stratagene,
USA) wurde mit Vektor pT14SSIα-2a
transformiert, um einen Transformanten zu erhalten, der E. coli
HM 10601 genannt wurde.
-
Vergleichsbeispiel 2: Konstruktion eines
Vektors, der die Enterotoxin-Signalsequenz und IFNα-2b-Gene
enthält
-
Das
23. Lysin-Codon des IFNα-2a-Gens
in Vektor pT14SSIα-2
wurde durch ein Arginin-Codon
mit Hilfe der ortspezifischen Mutagenese ersetzt (Papworth, C. et
al., Stratagies, 9, 3, 1996), um einen Expressionsvektor, der das
IFNα-2b-Gen
enthält,
zu konstruieren. Vektor pT14SSIα-2a
wurde mit den synthetischen Oligonukleotiden SEQ ID NO: 19 und 20
hybridisiert, die das ausgetauschte Codon enthalten, um ein Hybridmolekül zu bilden,
und die DNA-Amplifikation
wurde unter Verwendung von pfu (Stratagene, USA) und vier Nukleotidtriphosphaten
(ATP, GTP, TTP, CTP) durchgeführt,
welche die besagten Oligonukleotide in der 5'-3'-Richtung
verlängern.
-
-
Das
amplifizierte DNA-Fragement wurde wiedergewonnen, und ein Restriktionsenzym
DpnI wurde zugefügt,
um nicht-umgewandelte Plasmide komplett zu entfernen.
-
E.
coli XL-1 blue (Novagen, USA) wurde mit dem modifizierten Plasmid
transformiert. Die Basensequenz der DNA, welche von den transformierten
Kolonien zurückgewonnen
wurde, wurde bestimmt, und somit wurde das Plasmid pT14SSIα-2b erhalten,
welches ein Gen von IFNα-2a
mit Arginin anstelle der 23. Aminosäure Lysin beinhaltet.
-
Nachfolgend
wurde E. coli BL21(DE3) mit dem modifizierten Vektor pT14SSIα-2b transformiert,
um einen Transformanten zu erhalten, der E. coli HM10701 genannt
wurde, indem dieselbe Methode, wie im Vergleichsbeispiel 1 beschrieben,
verwendet wurde. Indem die N-terminale
Aminosäuresequenz
des durch Kultivierung des Transformanten produzierten Proteins
analysiert wurde, wurde bestätigt,
daß IFNα-2b mit der
nativen Aminosäuresequenz
davon exprimiert wurde.
-
Beispiel 1: Konstruktion eines Vektors,
der eine Enterotoxin-Signalpeptidmutante enthält
-
(1) Konstruktion eines Vektors, der [Thr4]STII enthält
-
Um
einen spezifischen Aminosäurerest
des Enterotoxin-Signalsequenzpeptids zu modifizieren, wurde ein
Vektor, enthaltend ein Polynukleotid, das für eine mutante Enterotoxin-Signalsequenz kodiert,
mittels ortsgerichteter Mutagenese folgendermaßen hergestellt.
-
Als
erstes wurde Vektor pT14SSIα-2a,
der im Vergleichsbeispiel 1 erhalten wurde, mit den Oligonukleotiden
SEQ ID NO: 22 und 23 einer PCR unterzogen, um ein modifiziertes
Plasmid zu erhalten, wobei die 4. Aminosäure der Enterotoxin-Signalsequenz
mit einem Threonin (Thr) ausgetauscht ist, indem das Verfahren der
ortsgerichteten Mutagenese, wie im Vergleichsbeispiel 2 beschrieben,
angewendet wurde.
-
-
Dann
wurde E. coli XL-1 blue (Novagen, USA) mit dem modifizierten Plasmid
transformiert. Die Basensequenz der wiedergewonnenen DNA aus den
transformierten Kolonien wurde bestimmt, und somit wurde ein Plasmid
erhalten, welches ein Gen enthielt, das für das Enterotoxin-Signalsequenzpeptid
mit Threonin in der 4. Aminosäureposition
kodiert. Das so erhal tene Plasmid wurde mit XbaI und MluI geschnitten
und dann in dem XbaI/MluI-Abschnitt des Vektor pT14SSIα-2a inseriert,
um den Vektor pT14SSIα-2a-4T
zu erhalten.
-
Nachfolgend
wurde E. coli B121(DE3) (Stratagene, USA) mit Vektor pT14SSIα-2a-4T transformiert, um
einen E. coli Transformanten zu bekommen, der E. coli HM 10602 genannt
wurde.
-
Vektor
pT14SSIα-2a-4T
wurde mittels pT14SSIα-2b,
konstruiert, und dann in E. coli BL21(DE3) (Stratagene, USA) transformiert,
um einen E. coli Transformanten zu erhalten, der E. coli HM 10702
genannt wurde, indem dieselbe Methode benutzt wurde, wie oben beschrieben.
-
(2) Konstruktion eines Vektors, der [Thr4, Gln22]STII enthält
-
Vektor
pT14SSIα-2a-4T,
der in Schritt (1) erhalten wurde, wurde einer PCR mit den Oligonukleotiden von
SEQ ID NO: 25 und 26 unterzogen, die so konstruiert waren, daß ein Gln-Codon für die 22.
Aminosäure des
Enterotoxin-Signalpeptids ersetzt wurde, welches Thr in der 4. Position
hat, entsprechend dem ortsgerichteten Mutageneseverfahren aus Schritt
(1), um ein modifiziertes Plasmid zu erhalten.
-
-
Dann
wurde E. coli XL-1 blue (Novagen, USA) mit dem modifizierten Plasmid
transformiert. Die Basensequenz der zurückgewonnenen DNA aus den transformierten
Kolonien wurde bestimmt, und somit wurde das Plasmid pT14SSIα-2a-4T22Q
erhalten, welches ein Gen mit Thr und Gln in der 4. bzw. 22. Aminosäureposition
der Enterotoxin-Signalsequenz beinhaltete. Anschließend wurde
E. coli BL21(DE3) (Stratagene, USA) mit dem Vektor pT14SSIα-2a-4T22Q mit der gleichen
Methode, wie in Schritt (1) beschrieben, transformiert, um einen
Transformanten zu erhalten, der E. coli HM 10604 genannt wurde.
-
Um
die Shine-Dalgarno-Sequenz der modifizierten Enterotoxin-Signalsequenz
in SEQ ID NO: 9 zu modifizieren, wurden die Vektoren pT14SSIα-2a-4T und
pT14SSIα-2a-4T22Q
dem ortsgerichteten Mutageneseverfahren unterzogen, welches in Schritt
(2) beschrieben wurde, wobei die Oligonukleotide von SEQ ID NO: 27
und 28 benutzt wurden, um das gewünschte modifizierte Plasmid
zu erhalten.
-
E.
coli XL-1 blue (Novagen, USA) wurde mit dem modifizierten Plasmid
transformiert. Die Basensequenz der von den transformierten Kolonien
wiedergewonnenen DNA wurde bestimmt, und somit wurden die Plasmide
pT14OSSIα-2a-4T
und pT14OSSIα-2a-4T22Q
erhalten, die die modifizierte Shine-Dalgarno-Sequenz der Enterotoxin-Signalsequenz
haben. 4 stellt das obige Verfahren zur Konstruktion
von Vektor pT14OSSIα-2a-4T22Q
dar.
-
E.
coli BL21(DE3) wurde mit den Vektoren pT14OSSIα-2a-4T bzw. pT14OSSIα-2a-4T22Q
transformiert, um einen Transformanten, bezeichnet als E. coli HM
10603 bzw. HM 10611, zu erhalten, die am 23. Dezember 1999 unter
der Hinterlegungsnummer KCCM-10175 bzw. KCCM-10176 in der Korean
Culture Collection of Microorganisms (KCCM) hinterlegt wurden.
-
Zusätzlich wurden
die Vektoren pT14OSSIα-2b-4T
und pT14OSSIα-2b-4T22Q
mit dem gleichen Verfahren wie oben bei Vektor pT14SSIα-2b hergestellt,
welche dazu verwendet wurden, E. coli BL21(DE3) zu transformieren,
um die Transformanten, bezeichnet als E. coli HM 10703 bzw. HM 10711
zu erhalten. Die E. coli Transformanten HM 10703 und HM 10711 wurden
am 23. Dezember 1999 mit der Hinterlegungsnummer KCCM-10177 bzw.
KCCM-10178 in der KCCM hinterlegt.
-
(3) Konstruktion eines Vektors, der [Thr4, Val20, Gln22)STII enthält
-
Um
ferner das Val-Codon für
die 20. Aminosäure
des Enterotoxin-Signalsequenzpeptids, das Thr und Gin in der 4.
und 22. Aminosäureposition
hat, zu substituieren, wurden die Vektoren pT14OSSIα-2a-4T22Q und
pT14OSSIα-2b-4T22Q,
hergestellt in Schritt (2), einer PCR unterzogen, bei der Oligonukleotide
von SEQ ID NO: 29 und 30 verwendet wurden, mit dem ortsgerichteten
Mutageneseverfahren, welches in Schritt (2) beschrieben wurde, um
die gewünschten
modifizierten Plasmide zu erhalten, die als pT14OSSIα-2a-4T20V22Q und
pT14OSSIα-2b-4T20V22Q
bezeichnet wurden.
-
E.
coli XL-1 blue wurde mit den modifizierten Plasmiden transformiert.
Die Basensequenzen der von den transformierten Kolonien wiedergewonnen
DNA wurde bestimmt, und somit wurden die Plasmide pT14OSSIα-2a-4T20V22Q
und pT14OSSIα-2b-4T20V22Q
erhalten, die ein Gen enthielten, das ein Thr, Val und Gln-Codon
anstelle des 4. Asp, 20. Asp und 22. Tyr Codons hatte. E. coli BL21(DE3)
wurde mit den Plasmiden transformiert, um die Transformanten, bezeichnet
als E. coli HM 10612 und HM 10712, zu erhalten.
-
Beispiel 2: Herstellung einer thermostabilen
Enterotoxin-II-Shine-Dalgarno-Sequenzmutante
-
Um
die Anzahl der Basen zwischen der ribosomalen Bindestelle und dem
Initiationscodon ATG der modifizierten thermostabilen E. coli Enterotoxin-II-Signalsequenz
innerhalb der thermostabilen Enterotoxin-II-Shine-Dalgarno-Sequenz
des oben hergestellten Expressionsvektors zu reduzieren, wurde ein
modifiziertes Plasmid mit dem ortsgerichteten Mutageneseverfahren
des Vergleichsbeispiels 2 konstruiert.
-
Und
zwar wurde, um die Zahl der Basen zwischen der ribosomalen Bindestelle
GAGG und dem Initiationskodon ATG von 7 auf 5 zu reduzieren, der
Vektor pT14OSSIα-2a-4T22Q,
der in Beispiel 1 (2) hergestellt wurde, dem ortsgerichteten Mutageneseverfahren
des Vergleichsbeispiels 2 mit den Oligonukleotiden von SEQ ID NO:
31 und 32 unterzogen, um ein modifiziertes Plasmid, bezeichnet als
pT14NSSIα-2a-4T22Q,
zu erhalten. Zusätzlich
wurde, um die Anzahl der Basen zwischen der ribosomalen Bindestelle
GAGG und dem Initiationscodon ATG auf 4 zu reduzieren, der Vektor
pT14NSSIα-2a-4T22Q
dem ortsgerichteten Mutageneseverfahren des Vergleichsbeispiels
2 mit den Oligonukleotiden von SEQ ID NO: 33 und 34 unterzogen,
um ein modifiziertes Plasmid, bezeichnet als pT14MSSIα-2a-4T22Q,
zu erhalten.
-
E.
coli XL-1 blue wurde mit den modifizierten Plasmiden transformiert.
Die Basensequenzen der aus den transformierten Kolonien wiedergewonnenen
DNA wurden bestimmt, und so wurden die IFNα Expressionsplasmide pT14NSSIα-2a-4T22Q
bzw. pT14MSSIα-2a-4T22Q
erhalten, die 5 bzw. 4 Basen zwischen der ribosomalen Bindungsstelle
GAGG und dem Initiationscodon ATG enthielten. E. coli BL21 (DE3)
wurde mit den Expressionsplasmiden transformiert, um Transformanten,
bezeichnet als HM 10613 und HM 10614, zu erhalten.
-
Beispiel 3: Vergleich der Expressionsmengen
von IFNα-2
-
Die
Transformanten, die in den obigen Vergleichsbeispielen und Beispielen
hergestellt wurden, wurden in LB-Medium gezüchtet und dann in Anwesenheit
von IPTG für
3 Stunden inkubiert. Jede der Kulturen wurde bei 6.000 upm für 20 Minuten
zentrifugiert, um die bakteriellen Zellen zu fällen und der Niederschlag wurde
mit der osmotischen Schockmethode (Nossal, G. N., J. Biol. Chem.,
241:3055, 1966) folgendermaßen behandelt.
-
Der
Niederschlag wurde in 1/10 Volumen isotonischer Lösung suspendiert
(20% Saccharose, 10 mM Tris-Cl-Puffer, enthaltend 1 mM EDTA, pH
7,0). Die Suspension wurde bei Raumtemperatur für 30 Minuten stehen gelassen
und dann zentrifugiert, um die bakteriellen Zellen einzusammeln.
Die Zellen wurden in D.W. bei 4°C
resuspendiert, um die vorhandenen Proteine in dem Periplasma der
Zellen zu extrahieren, und zentrifugiert, um einen Überstand
als periplasmatische Lösung
zu erhalten. Der IFNα-2-Level
in der periplasmatischen Lösung
wurde entsprechend der ELISA-Methode (Kato, K. et al., J. Immunol.,
116, 1554, 1976) mit Antikörpern gegen
IFNα-2 (R&D, USA) getestet,
welche als IFNα-2a-Menge,
die pro 11 Kultur produziert wurde, bestimmt wurde. Die Ergebnisse
sind in Tabelle I gezeigt. Tabelle I: Vergleich der Expressionsmenge
von IFNα-2
| Transformant | Beispiel | Expressions-Vektor | Modifizierter
Aminosäurerest
in STII | IFNα-2-Level
im Periplasma |
| HM
10600 | Vergleichs-Beispiel 1 | PT14SIα-2a | | 82 ± 40 |
| HM
10601 | Vergleichs-Beispiel 1 | PT14SSIα-2a | | 325 ± 75 |
| HM
10701 | Vergleichs-Beispiel 2 | PT14SSIα-2b | | 288 ± 90 |
| HM
10602 | Beispiel
1(1) | pT14SSIα-2a-4T | Thr4 | 550 ± 120 |
| HM
10603 | Beispiel
1(2) | pT14OSSIα-2a- 4T | Thr4 | 1,020 ± 135 |
| HM
10604 | Beispiel
1(2) | PT14SSIα-2a-4T22Q | Thr4, Gln22 | 680 ± 105 |
| HM
10611 | Beispiel
1(2) | pT140SSIα-2a 4T22Q | Thr4, Gln22 | 1,220 ± 120 |
| HM
10612 | Beispiel
1(3) | pT140SSIα-2a-4T20V22Q | Thr4, Val20, Gln22 | 1,130 ± 180 |
| HM
10613 | Beispiel
2 | pT14NSSIα-2a 4T22Q | Thr4, Gln22 | 750 ± 144 |
| HM
10614 | Beispiel
2 | 2T14MSSIα-2a-4T22Q | Thr4, Gln | 420 ± 100 |
| HM
10702 | Beispiel
1(1) | pT14SSIα-2b-4T | Thr4 | 370 ± 90 |
| HM
10703 | Beispiel
1(2) | pT140SSIα-2b-4T | Thr4 | 735 ± 117 |
| HM
10711 | Beispiel
1(2) | pT140SSIα-2b-4T22Q | Thr4, Gln22 | 1,070 ± 150 |
| HM
10712 | Beispiel
1(3) | pT140SSIα-2b-4T20V22Q | Zhr4, Val20, Gln22 | 820 ± 160 |
| * IFNα mg/100 O.D600nm/1 l Kulturlösung |
-
Beispiel 4: Nachbehandlung und Aufreinigung
-
Entsprechend
dem Verfahren von Beispiel 3 wurde der Transformant E. coli HM 10611,
der in Beispiel 1 (2) erstellt wurde, in LB-Medium kultiviert, und
die Kultur wurde bei 6.000 upm für
20 Minuten zentrifugiert, um die Zellen zu ernten. Die periplasmatische
Lösung
der Zellen wurde mit der osmotischen Schockmethode hergestellt.
-
Die
periplasmatische Lösung
wurde auf pH 5,0 bis 5,5 eingestellt, an einer S-Sepharosesäule (Pharmacia
Inc., Schweden) adsorbiert, die auf pH 5,3 prä-equilibriert war, und dann
wurde die Säule
mit 25 mM NaCl gewaschen. IFNα-2
wurde durch nachfolgende Zugabe von Essigsäurepufferlösungen, die 50 mM, 100 mM,
200 mM bzw. 1 M NaCl enthielten, eluiert, und die Fraktionen, enthaltend
IFNα-2,
wurden gesammelt und vereint.
-
Die
vereinten Fraktionen wurden einer Blue Sepharose-Säulenchromatographie
(Pharmacia Inc., Schweden) unterzogen und durch die Zugabe von Pufferlösungen,
die mehr als 2 M NaCl enthielten, eluiert, um eine aktive Fraktion
zu erhalten.
-
Die
aktive Fraktion wurde mit Puffer dialysiert, und schließlich einer
Harzsäulenfraktionierung
unterzogen, bei der eine DEAE-Anionenaustauscher-Harzsäule bei
pH 5,8 verwendet wurde, um IFNα-2a
mit einer Reinheit von mehr als 99% zu erzielen. Zusätzlich wurde
IFNα-2b aus dem Transformanten
E.coli HM 10711 aufgereinigt, indem das obige Verfahren wiederholt
wurde.
-
Jede
der aufgereinigten IFNα-2a-
und IFNα-2b-Fraktionen
wurde einer Natriumdodecylsulfat-Polyacrylamid-Gelelektrophorese
(SDS-PAGE) unterzogen, um die Reinheit und annähernde IFNα-Konzentration zu bestimmen,
und wurde dann einer konventionellen ELISA-Methode wie in Beispiel
3 unterzogen, um die exakte IFNα-Konzentration
in der periplasmatischen Lösung
zu bestimmen. Ferner wurde mit N-terminaler Aminosäuresequenzanalyse
bestätigt,
daß IFNα-2a und IFNα-2b die nativen
Typen ohne zusätzliches
Methionin waren.
-
Beispiel 5: Bestimmung des IFNα-2a-Molekulargewichts,
welches von rekombinanten Zellinien produziert wurde.
-
Die
Expression und Molekulargewichte von IFNα-2a und IFNα-2b, welche aus rekombinanten
Zellinien produziert wurden, wurden mit SDS-PAGE und Western blotting
bestimmt.
-
Zuerst
wurde die periplasmatische Fraktion des Transformanten E.coli HM
10611, hergestellt in Beispiel 4, und das daraus erhaltene aufgereinigte
IFNα-2a
einer SDS-PAGE unterzogen, wobei ein kommerzielles IFNα-2a-Produkt
(3 × 106 IU/ml) als Kontrolle entsprechend der konventionellen
Methode benutzt wurde. 5a gibt das SDS-PAGE-Ergebnis
wieder, in dem Spur 1 die IFNα-2a-Kontrolle
zeigt; Spur 2 die periplasmatische Fraktion des E.coli-Transformanten HM
10611; und Spur 3 das gereinigte IFNα-2a. Wie in 5a zu sehen
ist, hatte das aufgereinigte IFNα-2a
das gleiche Molekulargewicht wie das des nativen IFNα-2a und war in
der periplasmatischen Fraktion des Transformanten E.coli HM 10611
in einem hohen Level vorhanden.
-
Des
weiteren wurden die periplasmatische Fraktion des Transformanten
E.coli HM 10711, eine gereinigte Fraktion, die durch Durchführung einer
S-Sepharose-Säulen-Chromatographie
an der periplasmatischen Lösung
erhalten wurde, und das schließlich
gereinigte IFNα-2b
einer SDS-PAGE entsprechend der konventionellen Methode unterzogen.
-
Ein
Nitrozellulosefilter (Bio-Rad Lab, USA) wurde mit einer Pufferlösung zum
Blotten (170 mM Glycin, 25 mM Tris HCl [pH 8], 20 % Methanol) angefeuchtet
und die auf dem Gel separierten Proteine wurden auf den Nitrozellulosefilter über eine
Zeit von 3 Stunden mit einem Blotting-Bausatz transferiert. Der
Filter wurde für
1 Stunde in 1 % Casein aufbewahrt und dreimal mit PBS, welches 0,05
% Tween 20 beinhaltete, gewaschen. Der Filter wurde in eine Kaninchen-Anti-IFNα-Antikörper-Lösung (Chemicon,
#AB1434, USA), die mit PBS verdünnt
war, gegeben, und für
2 Stunden bei Raumtemperatur umgesetzt. Nach der Reaktion wurde
der Filter 3 mal mit einer PEST-Lösung gewaschen, um nicht reagierten
Antikörper
zu entfernen. Meerrettich-Peroxidase-konjugierter Ziegen-Anti-Kaninchen-IgG
(Bio-Rad Lab., USA), der mit PBS verdünnt wurde, wurde dazugegeben
und für
2 Stunden bei Raumtemperatur inkubiert. Der Filter wurde mit PEST
gewaschen und eine Peroxidase-Substrat-Kitlösung
(Bio-Rad Lab., USA) wurde dazugegeben, um eine Farbreaktion hervorzurufen.
Die Ergebnisse des obigen Western-Blottings sind in 5b gezeigt,
wobei Spur 1 die periplasmatische Fraktion des Transformanten E.coli
HM 10711 darstellt; Spur 2 die durch S-Sepharose-Säulen-Chromatographie aufgereinigte
Fraktion darstellt; und Spur 3 das endgültig gereinigte IFNα-2ab darstellt.
-
Als
Ergebnis des Beispiels wird bestätigt,
daß eine
große
Menge von löslichem
IFNα in
den rekombinanten E.coli-Stämmen
der vorliegenden Erfindung exprimiert wird.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-