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ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
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Die
Schlüsselfaktoren
in dem Prozess durch den Pflanzen wachsen und gedeihen, sind die
Verfügbarkeit
von Nährstoffen
für die
Pflanze und die Fähigkeit
der Pflanze, diese Nährstoffe
aufzunehmen und effektiv zu nutzen. Pflanzen im Allgemeinen weisen
zwei Routen für
die Aufnahme von den Nährstoffen
auf: Die Wurzeln und die Blätter.
Bei den meisten Pflanzen dienen ausgeklügelte Wurzelsysteme dazu, sich
mit den Nährstoffen
zu verbinden und sie oder Wasser aus dem umgebenden Erdboden, in
dem die Pflanzen wachsen, zu absorbieren. Um die Fläche, die
für das
Kontaktieren und Absorbieren der Nährstoffe verfügbar ist,
zu vergrößern, haben
viele Pflanzen eine Wurzelstruktur entwickelt, welche eine große Anzahl
von Wurzelhaaren enthält:
besonders differenzierte, haarartige Wurzelepithelzellen, welche
seitwärts
von der Hauptstruktur der Wurzel in die umliegende Umgebung herausstehen.
Nährstoffe,
die ohne Weiteres in vielen auf Erde und Wasser basierenden Umgebungen
vorgefunden und durch die Wurzel absorbiert werden, schließen zum
Beispiel Wasser, Stickstoff, Phosphor, Magnesium, Kalium und Schwefel
ein.
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Ein
Nährstoff,
welcher jedoch nur unvollkommen über
die Wurzeln erhalten wird, ist Kohlenstoffdioxid. Pflanzen binden
Kohlenstoffdioxid durch Photosynthese als Glucose; deshalb ist die
Aufnahme von Kohlenstoffdioxid kritisch und von großer Bedeutung
für das
kontinuierliche Wachstum und das Überleben der Pflanze. Der Hauptteil
der Aufnahme von Kohlenstoffdioxid geschieht in den meisten Pflanzen über die
Blätter
aus der umgebenden Luft. Einige wenige Pflanzen (z. B. Orchideen)
verzichten auf die auf den Wurzeln basierende Aufnahme von Nährstoffen
zugunsten von einem ausschließlich
auf den Blättern
basierenden Aufnahmesystem (in welchem, zum Beispiel, Nährstoffe,
die in Wasser gelöst
sind, durch die Blätter
aufgenommen werden), aber der Großteil der Pflanzen verwendet
sowohl auf Wurzeln als ebenfalls auf Blättern basierende Aufnahmesysteme
für Nährstoffe.
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Viele
Nährstoffe,
die von den Pflanzen aufgenommen werden, benötigen eine Aufbereitung, bevor
sie in den metabolischen Signalwegen der Pflanzen benutzbar werden.
Stickstoff ist ein solcher Nährstoff
und ist ebenfalls, zusammen mit Phosphor und Kalium, einer von den
drei Nährstoffen,
die im Wesentlichen das Pflanzenwachstum einschränken. Stickstoffquellen sind
oftmals die Hauptbestandteile von Düngemitteln (Hageman und Lambert,
1988, in: Corn and Corn Improvement, 3. Ausgabe, Sprague & Dudley, American
Society of Agronomy, pp. 431–461).
Weil Stickstoff gewöhnlich
das geschwindigkeitsbegrenzende Element im Pflanzenwachstum ist,
weisen die meisten Ackerfrüchte
eine grundsätzliche
Abhängigkeit
von anorganischen, stickstoffhaltigen Düngemitteln auf. Die Stickstoffquelle
in Düngemitteln
ist gewöhnlich
Ammoniumnitrat, Kaliumnitrat oder Harnstoff. Ein wesentlicher Prozentsatz
von den Kosten, die mit der Produktion von Ackerfrüchten verbunden
sind, resultiert aus den notwendigen Anwendungen von Düngemitteln.
Es ist jedoch bekannt, dass das meiste des angewendeten Stickstoffs
schnell durch Kleinstlebewesen des Erdbodens, Auswaschen und andere
Faktoren vermindert wird, als dass es durch Pflanzen aufgenommen
wird.
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Stickstoff
wird durch Pflanzen hauptsächlich
entweder als Nitrat (NO3 –)
oder Ammonium (NH4 +)
aufgenommen. Einige Pflanzen sind in der Lage den atmosphärischen
Stickstoffpool durch eine symbiotische Assoziation mit stickstofffixierenden
Bakterien oder Ascomyceten zu verwenden. In gut durchlüfteten,
nichtsauren Erdböden
nehmen Pflanzen NO3 – auf,
das zu NH4 + umgewandelt
wird. In sauren Erdböden,
ist NH4 + die vorherrschende
Form des vorliegenden anorganischen Stickstoffs und kann direkt
durch die Pflanzen aufgenommen werden. NH4 + wird dann zu Glutamin und Glutamat durch
die Enzyme Glutaminsynthetase (GS) und Glutamatsynthase (GOGAT)
umgewandelt. Das Glutamin und das Glutamat können, wie in 1 gezeigt,
in verschiedene Aminosäuren
umgewandelt werden.
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Obwohl
etwas Nitrat und Ammoniak in den Transportgefäßen (Xylem und Phloem) nachgewiesen
werden kann, wird die Mehrheit des Stickstoffs zuerst in organischer
Form (z. B. Aminosäuren)
aufgenommen, die dann darin innerhalb der Pflanze transportiert
werden. Glutamin, Asparagin und Aspartat stellen sich als wichtig
heraus für
das Bestimmen der Fähigkeit
einer Pflanze, Stickstoff aufzunehmen, weil sie die hauptsächlichen Transportverbindungen
des Stickstoffs für
lange Entfernungen in Pflanzen darstellen und in dem Phloemsaft reichlich
vorhanden sind. Abgesehen von ihrer allgemein bekannten Rolle als
Stickstoffüberträger, besitzen diese
Aminosäuren
leicht unterschiedliche Rollen in dem Stickstoffstoffwechsel von
Pflanzen. Glutamin ist eher metabolisch aktiv und kann seinen Aminstickstoff
direkt an eine große
Anzahl von Substraten abgeben. Aufgrund dieser Reaktivität wird Glutamin
im Allgemeinen durch Pflanzen nicht dazu benutzt, um Stickstoff
zu speichern. Im Gegensatz dazu ist Asparagin aufgrund seines höheren N:C-Verhältnisses,
verglichen mit Glutamin, eine wirksamere Verbindung für Transport
und Lagerung von Stickstoff. Weiterhin ist Asparagin ebenfalls stabiler
als Glutamin und kann in Vakuolen mit höheren Spiegeln akkumulieren.
In der Tat scheint Asparagin in Pflanzen, die hohe assimilatorische
Stickstoffkapazitäten
aufweisen, eine dominante Rolle in dem Transport und Stoffwechsel
von Stickstoff zu spielen (Lam et al., 1995, Plant Cell 7: 887–898). Aufgrund
seiner relativen Stabilität,
nimmt Asparagin nicht direkt an dem Stickstoffstoffwechsel teil,
sondern muss zuerst durch das Enzym Asparaginase (ANS) hydrolysiert
werden, um Aspartat und Ammoniak zu ergeben, welche dann in der
Synthese von Aminosäuren
und Proteinen verwendet werden können.
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Jedoch
kann zusätzlich
zu Aspartat und Asparagin eine Anzahl von anderen Aminosäuren als
Speicherverbindungen für
Stickstoff fungieren. Für
die Gesamtmenge an freien Aminosäuren
ist gezeigt worden, dass sie sich mit spezifischen Stressbedingungen,
sowohl biotischen als ebenfalls abiotischen, unterschiedlichen Düngungsregimen
und anderen Faktoren ändert
(Bohnert et al., 1995, Plant Cell 7: 1099–1111). Zum Beispiel halten
viele Pflanzen während
des Trockenheitsstresses ihren Turgor durch osmotische Anpassung
aufrecht (Turner, 1979, Stress Physiology in Crop Plants, pp. 181–194). Die
osmotische Anpassung, d. h. eine Nettozunahme von gelösten Substanzen,
die zu einer Erniedrigung des osmotischen Potentials führt, ist
eine der Hauptmechanismen wodurch Kulturpflanzen sich an eine eingeschränkte Wasserverfügbarkeit
anpassen können
(Turner, ibid; Morgan, 1984, Annu. Rev. Plant Physiol. 35: 299–319). Die
gelösten
Substanzen, die während
der osmotischen Anpassung akkumulieren können, beinhalten Zucker, organische
Säuren
und Aminosäuren,
wie Alanin, Aspartat und Prolin und Glycinbetain (Good und Zaplachinski,
1994, Physiol. Plant 90: 9–14;
Hanson und Hitz, 1982, Annu. Rev. Plant Physiol. 33: 163–203; Jones
und Turner, 1978, Plant Physiol. 61: 122–126). Mais, Baumwolle, Sojabohne
und Weizen haben alle eine osmotische Anpassung während der Trockenheit
demonstriert (Morgan, ibid.). Eine der am besten charakterisierten
osmoregulatorischen Reaktionen ist die Akkumulation von Prolin (Hanson
und Hitz, ibidem). In einigen Geweben steigen die Prolinspiegel bis
zu 100-fach als Antwort auf den osmotischen Stress (Voetberg und
Sharp, 1991, Plant Physiol. 96: 1125–1130). Die Akkumulation von
Prolin resultiert aus einem verstärkten Fluss von Glutamat zu
Pyrrolin-5-carboxylat und Prolin in dem Prolin-Biosyntheseweg sowie
verringerten Geschwindigkeiten des Prolinkatabolismus (Rhodes et
al., 1986, Plant Physiol. 82: 890–903; Stewart et al., 1977,
Plant Physiol. 59: 930–932). Für die Konzentrationen
von Alanin und Aspartat ist gezeigt worden, dass sie 3,6-, beziehungsweise
4,6-fach während
des Trockenstresses in den Blättern
von Brassica napus ansteigen, während
hingegen die Glutamatspiegel 5,5-fach ansteigen (Good und Maclagan,
1993, Can. J. Plant Sci. 73: 525–529). Die Alaninspiegel nahmen
nach dem erneuten Bewässern
von den Pflanzen ab, während
hingegen die Aspartatspiegel hoch blieben. Die Pyruvatspiegel zeigten
ein ähnliches
Muster, wobei sie 2,2-fach nach 4 Tagen Trockenheit anstiegen, gefolgt
durch die Rückkehr
zu den Kontrollwerten nach erneuter Bewässerung. Jedoch blieben die
2-Oxoglutaratspiegel während
des Trockenstresses und der erneuten Bewässerung relativ konstant. Einer
der Faktoren, welcher den Wert von einer spezifischen Aminosäure als
eine osmotische Schutzsubstanz bestimmen mag, kann ihre Verwendung
als Kohlenstoff- oder Stickstoff-Speicherverbindung
sein.
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Alanin
ist eine der verbreiterteren Aminosäuren in Pflanzen. In Brassica
Blättern
sind unter normalen Bedingungen die Alanin- und Aspartat-Konzentrationen
annähernd
gleich und es ist gefunden worden, dass sie das doppelte von den
Konzentrationen an Asparagin betragen. Im Vergleich dazu betragen
die Glutamatspiegel das doppelte von denen von Alanin oder Aspartat
(Good und Zaplachinski, ibidem). Alanin wird durch das Enzym Alanin-Aminotransferase
(AlaAT) aus Pyruvat und Glutamat in einer reversiblen Reaktion synthetisiert
(Goodwin und Mercer, 1983, Introduction to Plant Biochemistry 2.
Ausgabe, Pergamon Press, New York, N. Y., pp. 341–343), wie
in 2 gezeigt. Für
Alanin ist bekannt, dass es, zusätzlich
zur Trockenheit, unter anderen spezifischen Umweltbedingungen wie
anaerober Stress ansteigt (Muench und Good, 1994, Plant Mol. Biol.
24: 417–427;
Vanlerberge et al, 1993, Plant Physiol. 95: 655–658). Für Alaninspiegel ist bekannt,
dass sie wesentlich im Wurzelgewebe unter anaerobem Stress ansteigen.
Als ein Beispiel steigen in Gerstenwurzeln die Alaninspiegel 20-fach
nach 24 Stunden von anaerobem Stress an. Für das Alanin-Aminotransferase-Gen ist
ebenfalls gezeigt worden, dass es durch Licht in Rispenhirse induziert
wird und wenn Pflanzen sich von Stickstoffstress erholen (Son et
al., 1992, Arch. Biochem. Biophys. 289: 262–266). Vanderberge et al. (1993) haben
gezeigt, dass in stickstoff-mangelernährten anaeroben Algen der Zusatz
von Stickstoff in der Form von Ammoniak darin resultierte, dass
93% von einer N15-Markierung direkt in Alanin
eingebaut wurden. Demzufolge scheint Alanin eine wichtige Aminosäure in der
Stressreaktion von Pflanzen zu sein.
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Die
Gene für
die Nitrattransporter Nitratreduktase (NR) und Nitritreduktase (NiR)
(Crawford, 1995, Plant Cell 7: 859–868; Cheng et al., 1988, EMBO
J. 7: 3309–3314)
sind kloniert und untersucht worden, so wie viele von den Genen,
die Enzyme kodieren, die in der Stickstoff-Assimilation und dem
Stickstoffstoffwechsel von Pflanzen eingebunden sind. Glutamin synthetase
(GS) und Glutamatsynthetase (GOGAT) sind kloniert worden (Lam et
al., ibid.; Zehnacker et al, 1992, Planta 187: 266–274; Peterman
und Goodman, 1991, Mol. Gen. Genet. 230: 145–154), ebenso wie Asparaginase
(ANS) und Aspartat-Aminotransferase
(AspAT) (Lam et al., ibid; Udvardi und Kahn, 1991, Mol. Gen. Genet.
231: 97–105).
Ein Asparaginsynthetase- (AS) Gen ist von Erbsen kloniert worden
(Tsai und Coruzzi, 1990, EMBO J. 9: 323–332). Die Glutamatdehydrogenase
ist aus Mais kloniert worden (Sakakibara et al., 1995, Plant Cell
Physiol. 36(5): 789–797).
Die Alanin-Aminotransferase ist durch Son et al. (1993, Plant Mol.
Biol. 20: 705–713)
und durch Muench und Good (1994, Plant Mol. Biol. 24: 417–427) kloniert
worden. Die Gene für
die Glutaminsynthetase und die Asparaginsynthetase sind unter den
Pflanzengenen für
die Stickstoff-Assimilation und -Verwertung die Gene, die am ausführlichsten
untersucht wurden.
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In
Pflanzen hat die Genmanipulation von Stickstoffassimilationsprozessen
unterschiedliche Ergebnisse hervorgebracht. Zahlreiche Untersuchungen,
welche die konstitutive Überexpression
von der Glutaminsynthetase (GS) begutachtet haben, konnten eine
positive Wirkung ihrer Überexpression
auf das Pflanzenwachstum nicht berichten. Diese Untersuchungen schließen zum
Beispiel ein: Eckes et al. (1989, Molec. Gen. Genet. 217: 263–268), die
transgene Tabakpflanzen verwendeten, die Alfalfa-GS überexprimierten;
Hemon et al. (1990, Plant Mol. Biol. 15: 895–904), die transgene Tabakpflanzen
verwendeten, die Bohnen-GS in dem Cytoplasma oder den Mitochondrien überexprimierten;
und Hirel et al. (1992, Plant Mol. Biol. 20: 207–218), die transgene Tabakpflanzen
verwendeten, die Sojabohnen-GS überexprimierten.
Eine Untersuchung durch Temple et al. (1993, Mol. Gen. Genet. 236:
315–325)
hat von Zunahmen in dem Gesamtgehalt der löslichen Proteine in transgenen
Tabakpflanzen berichtet, die ein Alfalfa-GS-Gen überexprimieren und ähnliche
Zunahmen im Gesamtgehalt der löslichen
Proteine in transgenen Tabakpflanzen, die eine Antisens-RNA für ein GS-Gen
exprimieren.
WO 97/30163 berichtet
von einer gesteigerten Biomasse in Pflanzen, die mit dem Alanin-Aminotransferase-Gen
un ter der Kontrolle von dem Promotor des Brassica Turgorgen-26 transfiziert
waren und unter Bedingungen mit niedrigem Stickstoff, verglichen
mit Kontrollen, wuchsen.
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Es
ist berichtet worden, dass Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden,
um ein Alfalfa-GS-Gen konstitutiv zu überexprimieren, schneller wachsen
als Kontroll-, Wildtyppflanzen (Eckes et al., 1988, veröffentlichte
Australische Patentanmeldung Nr.
17321/88 ). Ein weiterer Bericht (Coruzzi und Brears 1994,
WO 95/09911 ) führte GS-,
GOGAT- und AS-Konstrukte unter der Kontrolle von einem Promotor
des konstitutiven Blumenkohl-Mosaikvirus
35S (CaMV35S) ein. Dieses Dokument zeigte, dass die transgenen Pflanzen
ein erhöhtes
Frischgewicht und einen Wachstumsvorteil gegenüber Kontrollpflanzen aufwiesen.
Dementsprechend scheint es keine klare Richtung für die Wirkung
der konstitutiven Überexpression
von Enzymen der Stickstoffassimilation auf das Pflanzenwachstum
zu geben.
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Wie
Stickstoff repräsentiert
Wasser einen weiteren kritisch bedeutenden Pflanzennährstoff.
Die Aufrechterhaltung von normalem Wachstum und normaler Funktion
in Pflanzen ist von einem relativ hohen intrazellulären Wassergehalt
abhängig.
Trockenheit, niedrige Temperatur und hoher Salzgehalt sind alles
Umweltbelastungen, die den intrazellulären Wasserhaushalt verändern und
signifikant das Pflanzenwachstum und den Ernteertrag einschränken (Morgan,
ibid.). Viele physiologische Prozesse ändern sich als Reaktion auf
Bedingungen, die das zelluläre
Wasserpotential vermindern, einschließlich der Photosynthese, der Öffnung der Stomata
und das Blatt-, Stamm- und Wurzelwachstum (Hanson und Hitz, ibidem).
Zusammen mit physiologischen Reaktionen können auch metabolische Veränderungen
während
des Wasserverlustes auftreten. Einer der bemerkenswertesten Änderungen
ist in der Synthese und Akkumulation von osmotisch aktiven Verbindungen
mit niedrigem Molekulargewicht, wie oben angemerkt.
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Änderungen
in der Genexpression treten ebenfalls während dem osmotischen Stress
auf. Eine Anzahl von Genen, die durch Trockenheit induziert werden,
sind kürzlich
beschrieben worden (rezensiert durch Skiver und Mundy, 1990, Plant
Cell 2: 503– 512).
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Es
ist eine Aufgabe von der Erfindung, die Nachteile des Standes der
Technik zu überwinden.
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Die
oben erwähnte
Aufgabe wird durch die Kombinationen von Merkmalen von dem Hauptanspruch erfüllt, die
Unteransprüche
offenbaren weitere vorteilhafte Ausführungsformen von der Erfindung.
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KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren bereit zum Lenken einer
Wurzel-spezifischen Expression von einem Zielgen, umfassend: Erzeugen
einer Pflanze aus einer transformierten Pflanzenzelle derart, dass
die Expression von einem Zielgen vorzugsweise in der Wurzel stattfindet,
wobei die transformierte Pflanzenzelle ein Zielgen in Wirkverbindung
mit einem Promotorelement des Brassica Turgorgens 26, wie es in SEQ-ID
NR. 1 definiert ist, oder einem Fragment desselben aufweist, wobei
dieses Fragment die Expression des Zielgens vorzugsweise in die
Wurzel lenkt.
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Die
Expression von dem Zielgen kann weiterhin umweltbedingt und entwicklungsbedingt
reguliert werden. Das Zielgen kann ein Enzym kodieren, das in der
Stickstoffassimilation und/oder dem Stickstoffstoffwechsel eingebunden
ist. Zum Beispiel kann das Enzym Alanindehydrogenase, Glutaminsynthetase,
Asparaginsynthetase, Glutamatsynthase, Asparaginase, Alanin-Aminotransferase,
Aspartat-Aminotransferase oder Glutamatdehydrogenase sein.
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Das
Verfahren der Erfindung kann in einer Pflanze wie Raps, Gerste,
Mais, Reis, Tabak, Sojabohne, Baumwolle, Luzerne, Tomate, Weizen
oder Kartoffel durchgeführt
werden.
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Das
Fragment von einem Promotorelement des Brassica Turgorgens 26, wie
in SEQ-ID NR. 1 definiert, welches die Expression von dem Zielgen
vorzugsweise in die Wurzel lenkt, kann, zum Beispiel, ein Fragment
sein, welches in irgendeiner der SEQ-ID Nummern 2, 3, 4, 5 oder
6 definiert ist.
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Pflanzen
werden mit einer großen
Vielzahl von nichtoptimalen Umgebungsbedingungen während dem Wachstum
und der Entwicklung konfrontiert. Solche Bedingungen können Einschränkung von
Wasser, überschüssiger Salzgehalt,
alkalischer oder saurer Erdboden, Befall durch Pflanzenschädlinge,
Krankheit oder Temperaturstress einschließen, wobei jedes einzeln das
Kulturpflanzenwachstum und/oder die Ernteerträge signifikant behindern kann.
Die vorliegende Erfindung stellt neuartige Verfahren bereit durch
die Pflanzen, und die Samen davon, technisch verändert werden können, um
unter Umgebungsbedingungen, die gewöhnlich nicht für die Entwicklung
der Pflanze förderlich
sind, zu wachsen und zu gedeihen. Die Erfindung stellt Verfahren
bereit, durch die ein oder mehr ausgewählte Gene (z. B. Gene, deren
Produkte die Fähigkeit
von der Pflanze verbessern können,
unter einer oder mehr nachteiligen Umweltbedingungen zu wachsen
und zu gedeihen) in der Wurzel exprimiert werden können. Es
ist weiterhin möglich,
dass, gemäß den Verfahren
der Erfindung, das ausgewählte
Gen oder die Gene in der Wurzel in einer induzierbaren Art und Weise
derart exprimiert werden, dass die Expression von dem Genprodukt
nur unter den gewünschten ökologischen,
zeitlichen oder entwicklungsgemäßen Bedingungen,
oder als Reaktion auf ein spezifisches Ereignis (z. B. Verletzung
durch einen Pflanzenschädling)
stattfinden kann. Durch Verwendung der Verfahren der Erfindung können Pflanzen
verbessert werden für
das Wachstum und die Entwicklung unter Umweltbedingungen, die normalerweise
nicht für
das Wachstum von der Pflanze geeignet sind. Darüber hinaus erlauben die Verfahren
von der Erfindung die Genmanipulation von einer Pflanze, um eine
oder mehr Pflanzeneigenschaften nur in ausgewählten Geweben der Pflanze zu
verändern.
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Die
Expression von dem Zielgen kann weiterhin umweltabhängig und
entwicklungsabhängig
reguliert werden. Die umweltabhängig
oder entwicklungsabhängig
regulierte Expression kann unter Bedingungen von osmotischen Stress
stattfinden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
von der vorliegenden Erfindung wird das Zielgen ausgewählt aus
der Gruppe enthaltend: Gene, die Proteine kodieren, welche den Nähstoffgehalt
verändern,
Gene, die Proteine kodieren, die an der Phytoremediation beteiligt
sind, Gene, die Proteine kodieren, die Pestizidresistenz verleihen,
Gene, die Strukturproteine kodieren, Gene, die pharmazeutische Proteine
oder Enzyme kodieren, welche pharmazeutische Verbindungen herstellen,
Gene, die Proteine kodieren, die an der Aufnahme oder Verwertung
von den Nährstoffen
beteiligt sind und Gene, die Proteine kodieren, die im Pflanzenwachstum
eingebunden sind. In noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist die Expression von dem Zielgen ebenfalls umweltabhängig oder
entwicklungsabhängig
reguliert.
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Ebenfalls
ist hierin ein Samen offenbart, der ein Gen in Wirkverbindung mit
einem genetischen Regulatorelement enthält, welches die wurzelspezifische
Expression von dem Zielgen lenkt. Das Zielgen kann ausgewählt werden
aus der Gruppe bestehend aus: Gene, die Proteine kodieren, welche
den Nährstoffgehalt
verändern,
Gene, die Proteine kodieren, die an der Phytoremediation beteiligt
sind, Gene, die Proteine kodieren, die Pestizidresistenz verleihen,
Gene, die Strukturproteine kodieren, Gene, die pharmazeutische Proteine
oder Enzyme kodieren, welche pharmazeutische Verbindungen herstellen,
Gene, die Proteine kodieren, die an der Aufnahme oder Verwertung
von den Nährstoffen
beteiligt sind und Gene, die Proteine kodieren, die im Pflanzenwachstum
eingebunden sind. Die Expression von dem Zielgen kann weiterhin
umweltabhängig
und entwicklungsabhängig
reguliert werden.
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Ein
Verfahren zum Vergrößern der
Biomasse von einer Pflanze, die unter einer oder mehr nachteiligen Umweltbedingungen
wächst,
kann umfassen:
Das Transformieren einer Pflanze mit einem Zielgen
in Wirkverbindung mit einem btg-26 Promotorelement, um eine transformierte
Pflanze zu produzieren, wobei das Zielgen ein Enzym kodiert, das
in der Stickstoffassimilation oder dem Stickstoffstoffwechsel eingebunden
ist; und
das Anpflanzen der transformierten Pflanze. Das Enzym
ist bevorzugt AlaAT.
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Ein
Verfahren zum Vergrößern der
Biomasse von einer Pflanze, die unter ein oder mehr nachteiligen Umweltbedingungen
wächst,
kann umfassen:
Das Transformieren einer Pflanze mit einem Zielgen
in Wirkverbindung mit einem btg-26 Promotorelement, um eine transformierte
Pflanze zu produzieren, wobei das Zielgen ein Enzym kodiert, das
in der Stickstoffassimilation eingebunden ist; und
das Anpflanzen
der transformierten Pflanze. Das Enzym ist bevorzugt AlaAT.
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Ein
Verfahren zum Vergrößern der
Biomasse von einer Pflanze, die unter einer oder mehr nachteiligen Umweltbedingungen
wächst,
kann umfassen:
Das Transformieren einer Pflanze mit einem Gen,
das AlaAT kodiert, in Wirkverbindung mit einem Promotorelement,
um eine transformierte Pflanze zu produzieren, und
das Anpflanzen
der transformierten Pflanze. Der Promotor ist bevorzugt btg-26.
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Ein
Verfahren zum Erhöhen
der Samenausbeute von einer Pflanze kann umfassen:
Das Transformieren
der Pflanze mit einem Zielgen in Wirkverbindung mit einem btg-26
Promotorelement, um eine transformierte Pflanze zu produzieren,
wobei das Zielgen ein Enzym kodiert, das in der Stickstoffassimilation
oder dem Stickstoffstoffwechsel eingebunden ist; und
das Anpflanzen
der transformierten Pflanze. Das Enzym ist bevorzugt AlaAT.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Diese
und andere Merkmale von der Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung offensichtlicher werden, in welcher Bezug genommen
wird auf die angehängten
Zeichnungen, wobei:
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1 die
Hauptsignalwege der Stickstoff-Assimilation und des -Stoffwechsels
in Pflanzen zeigt. (Bearbeitet nach Lam et al., 1995, Plant Cell
7: 889, wobei Arabidopsis als Modellsystem verwendet worden ist). Einige
von den Enzymen der Signalwege der Stickstoff-Assimilation und des Aminosäure-Stoffwechsels
sind dargestellt. Unterschiedliche Isoenzyme sind bekannt für einige
von diesen Enzymen, welche verschiedene Rollen unter unterschiedlichen
Umgebungs- und Gewebebedingungen spielen können. Die Stickstoffassimilation
geschieht primär
durch die Aktivitäten
von Glutaminsynthetase (GS) und Glutamatsynthase (GOGAT). Während es
nicht als solches angezeigt ist, katalysiert die Aspartat-Aminotransferase
auch die rückwärtige Reaktion.
Die Funktionen der Glutamatdehydrogenase (GDH) werden postuliert,
wie es durch die gestrichelten Linien angedeutet wird.
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2 zeigt
den Signalweg für
die Alanin-Biosynthese durch das Enzym Alanin-Aminotransferase (AlaAT)
(aus Goodwin und Mercer, 1983)
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3 zeigt
die DNA-Sequenz des Brassica napus btg-26 Promotors.
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4 zeigt die quantitative Northern Blot-Analyse
von der Expression von btg-26. 4A zeigt
die Northern Blot-Analyse der btg-26 Expression während Trockenstress.
Die Gesamt-RNA (10 mg) von Blattgewebe, das von Kontrollpflanzen,
die einen relativen Wassergehalt von 97% (97% RWC) aufwiesen und
von Pflanzen, die auf die angegebenen % RWC dehydriert wurden, genommen
wurde, wurde auf einem 1,2% Agarose-Formaldehyd-Gel fraktioniert und mit
genomischer DNA von btg-26 als Sonde untersucht. 4B zeigt die
quantitative Analyse von der btg-26 Induktion. Jeder Zeitpunkt repräsentiert
den Mittelwert der Induktion, der aus drei unabhängigen Slot-Blots und zwei
Northern Blots bestimmt wurde. Alle Blots wurden zur Korrektur von
Beladungsfehlern nochmals mit einer Cyclophilin-cDNA-Kontrolle als
Sonde untersucht. Die Induktion ist relativ zu dem Level der Expression
in vollständig
hydratisierten Pflanzen (97%) bestimmt. 4C zeigt
die Northern Blot-Analyse von der btg-26 Expression während der
Kälteakklimatisierung
und dem Hitzeschock. Die Gesamt-RNA (10 mg) wurde von Blattgewebe
aus Kontrollpflanzen (C) oder Pflan zen, die 4°C für einen Tag oder vier Tage
ausgesetzt waren oder 40°C
für zwei
oder vier Stunden ausgesetzt waren, genommen. Die RNA wurde auf
einem 1,2% Agarose-Formaldehyd-Gel fraktioniert und mit genomischer
DNA von btg-26 als Sonde untersucht. 4D zeigt
die Northern Blot-Analyse der btg-26 Expression während des
Salzstresses. Die Gesamt-RNA (10 mg) wurde von Blattgewebe aus Kontrollpflanzen
(C) oder aus Pflanzen, die einem Salzstress durch Bewässern mit
50 mM NaCl (S50), 150 mM NaCl (S150) oder 450 mM NaCl (S450) für einen
Tag oder vier Tage ausgesetzt waren, genommen. Die RNA wurde auf
einem 1,2% Agarose-Formaldehyd-Gel fraktioniert und mit genomischer
DNA von btg-26 als Sonde untersucht. 4E zeigt
die Northern Blot-Analyse der btg-26 Expression während des
Aussetzens zu Abscisinsäure
(ABA). Die Gesamt-RNA (10 mg) wurde von Blattgewebe aus Pflanzen
genommen, die für
einen Tag in einer Lösung
eingeweicht waren, die entweder 0 μM (–) oder 100 μM ABA (+)
enthielt. Die RNA wurde auf einem 1,2 Agarose-Formaldehyd-Gel fraktioniert
und mit genomischer DNA von btg-26 als Sonde untersucht.
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5 zeigt
die Nukleotid- und die abgeleitete Aminosäure-Sequenz von der AlaAT-cDNA aus Gerste.
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6 zeigt
das Plasmidkonstrukt p25.
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7 zeigt die Konstrukte, welche den AlaAT-kodierenden
Bereich und die CaMV-, btg-26- und trg-31-Promotoren enthalten,
die für
die Transformation der Brassica napus-Pflanzen verwendet wurden. 7A zeigt
pCa2/AlaAT/NOS; 7B zeigt pbtg-26/AlaAT/NOS;
und 7C zeigt ptrg-31/AlaAT/NOS.
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8 zeigt
das Plasmidkonstrukt pCGN1547, das in der Herstellung der AlaAT-überexprimierenden oder
der durch Trockenheit induzierbaren AlaAT-Transformanten verwendet
wurde.
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9 zeigt
Brassica napus Pflanzen, die unter Stickstoffmangelernährungs-Bedingungen
für drei
Wochen, ge folgt von einer Trockenheit für 3 Tage, wachsen lassen wurden.
Die Pflanzen werden als A, B und C wie folgt identifiziert: Pflanze
A ist eine Wildtyp-Kontrollpflanze,
Pflanze B enthält
ein CaMV/AlaAT-Konstrukt und
Pflanze C enthält
ein btg-26/AlaAT-Konstrukt.
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10 zeigt
die in vivo Anfärbung
von GUS in btg-26/GUS transgenen Pflanzen. Feld A zeigt die Wildtyp-Pflanzen auf der
linken und die transgenen Pflanzen auf der rechten Seite. Feld B
zeigt die Wurzelspitzen von angefärbten transgenen Pflanzen.
Feld C zeigt einen Querschnitt der Absorptionszone von den Wurzelspitzen
der transgenen Pflanzen. Feld D zeigt einen Querschnitt der Teilungszone
von den Wurzelspitzen der transgenen Pflanzen.
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11 zeigt
die GUS-Aktivität
in den Schösslingen
gegenüber
der GUS-Aktivität
in den Wurzeln von btg-26/GUS transgenen Pflanzen. Diese Figur zeigt
ein Säulendiagramm
von dem Betrag der GUS-Aktivität, die
in den Extrakten von den Wurzeln und den Schösslingen von Pflanzen vorhanden
ist, die das btg-26/GUS-Transgen
exprimieren und das Wurzel/Spross-Verhältnis
der GUS-Aktivität
in diesen Pflanzen.
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12 zeigt
die Southern Blot-Analyse von den RT-PCR-Reaktionen, welche AlaAT aus der Gesamt-RNA
von Blatt (B) und Wurzel (W) vervielfältigte. Die relative densitometrische
Analyse von dem 381-bp Produkt der RT-PCR Reaktion ist unterhalb
jeder Spur angegeben.
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13 zeigt
die AlaAT-Aktivität
in transgenen (btg-26/AlaAT)
und Kontroll- (Wildtyp) Blättern
unter Bedingungen von niedrigem und hohem Stickstoff.
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14 zeigt
die AlaAT-Aktivität
in Schösslingen
von Wildtyp-, cv. Westar- und transgenen btg-26/AlaAT-Pflanzen der Linie
81B, die in Hydrokultur mit 0,5 mM Nitrat nach 36 Stunden Salzbehandlung gewachsen
waren.
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15 zeigt
die AlaAT-Aktivität
in den Wurzeln von Wildtyp-, cv. Westar- und transgenen btg-26/AlaAT Pflanzen
der Linie 81B, die in Hydrokultur mit 0,5 mM Nitrat nach 36 Stunden
Salzbehandlung gewachsen waren.
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16 zeigt
den Effekt des Salzgehaltes auf die Akkumulation der Biomasse von
Wildtyp-, cv. Westar- und transgenen btg-26/AlaAT Pflanzen der Linie
81B. Feld A zeigt die Wildtyp-Schösslinge, Feld B zeigt die btg-26/AlaAT
Schösslinge,
Feld C zeigt die Wildtyp-Wurzeln
und Feld D zeigt die btg-26/AlaAT-Wurzeln.
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17 zeigt
den Effekt des Salzgehaltes auf das Wachstum von Wildtyp-, cv. Westar-
und transgenen btg-26/AlaAT
Pflanzen der Linie 81B. Die Wildtyp-Pflanzen sind auf der linken Seite des
Bildes und die transgenen Pflanzen sind auf der rechten Seite des
Bildes.
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18 zeigt
die Immunolokalisation von exprimiertem AlaAT-Protein in Wildtyp- und transgenen (btg-26/AlaAT)
Pflanzen. Feld A zeigt die als Kontrolle dienende unbehandelte Wildtyp-Wurzel,
Feld B zeigt eine transgene unbehandelte Wurzel, Feld C zeigt eine
Wildtyp-Wurzel, die mit 150 mM NaCl behandelt wurde, und Feld D
zeigt eine transgene Wurzel, die mit 150 mM NaCl behandelt wurde.
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19 zeigt die Zunahme in der Pflanzenbiomasse
in den transgenen Pflanzen, die btg-26/AlaAT unter Freilandbedingungen
exprimieren und mit einem Düngemittel
behandelt wurden, das niedrige oder hohe Stickstoffkonzentrationen
enthält. 19A zeigt das Trockengewicht, das von
transgenen Pflanzen, die btg-26/AlaAT (53F und 81B) exprimieren,
und Kontrollpflanzen (Westar) erhalten wurde. 19B zeigt
die Samenausbeute (g/abgeerntetem Grundstück), die von transgenen Pflanzen,
die btg-26/AlaAT (53F und 81B) exprimieren, und Kontrollpflanzen
(Westar) erhalten wurde.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORM
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Die
nachfolgende Beschreibung von einer bevorzugten Ausführungsform
ist nur als Beispiel gedacht und ohne Einschränkung auf die Kombination der
Merkmale, die notwendig ist, um die Erfindung zu verwirklichen.
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I. Definitionen
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Der
Ausdruck „Gewebespezifische
Expression von einem Zielgen" ist
in dem Fachgebiet bekannt und beinhaltet die Expression von einem
Zielgen nur in ausgewählten
Geweben; obwohl das Zielgen in mehreren Geweben vorhanden sein kann,
wird es nur in einer Teilmenge von diesen Geweben exprimiert. Solch
eine selektive Expression kann auf den Einfluss von einem oder mehr
genetischen Regulatorelementen, z. B. Promotor-, Repressor- oder Enhancer-Elemente,
zurückzuführen sein.
-
Der
Ausdruck „Zielgen" ist fachspezifisch
und beinhaltet ein beliebiges Gen, welches wünschenswerterweise in einem
oder mehr ausgewählten
Pflanzengeweben exprimiert wird. Beispiele für Zielgene, die vorteilhafterweise
in Verbindung mit den Verfahren der Erfindung verwendet werden können, enthalten
Stickstoffassimilations- und/oder Stickstoffverwertungs-Gene, Stressresistenz-Gene,
Krankheits- und Pflanzenschädlings-Resistenzgene und
Gene, welche die Nährstoff-Aufnahme
und – Verwertung
betreffen.
-
Der
Ausdruck „Pflanze" ist fachspezifisch
und beinhaltet jede einkeimblättrige
oder zweikeimblättrige Pflanze.
Bevorzugte Pflanzen für
die Verwendung in der Erfindung beinhalten Raps, Gerste, Mais, Reis,
Tabak, Sojabohne, Baumwolle, Luzerne, Tomate, Weizen, Kartoffel
und bestimmte Baumgattungen einschließlich Koniferen und Populus
Spezies.
-
Der
Ausdruck „Wirkverbindung" ist fachspezifisch
und beinhaltet das Platzieren von einem Zielgen relativ zu einer
regulatorischen Nukleinsäuresequenz
derart, dass die Expression von dem Zielgen durch die Regulatorsequenz
kontrolliert wird. Diese regulatorische Sequenz kann eine positive
Wirkung auf die Expression von dem Zielgen aufweisen (z. B. ist
die Regulatorsequenz ein Promotor oder ein Enhancer-Element) oder
die Regulatorsequenz kann eine negative Wirkung auf die Expression
von dem Zielgen aufweisen (z. B. ist die Regulatorsequenz ein Repressor-Element).
Die Regulatorsequenz kann physikalisch 5' oder 3' von dem Zielgen lokalisiert sein, sie
kann sich innerhalb der kodierenden Sequenz von dem Zielgen befinden
oder kann auf einem Intron innerhalb des Zielgens enthalten sein.
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Der
Ausdruck „Phytoremediation" ist fachspezifisch
und beinhaltet die Verwendung von einer oder mehr Pflanzen zum Zwecke
des Extrahierens von Verbindungen aus dem Erdboden oder Wasser,
welche für Menschen
oder Tiere gesundheitsgefährdend
sind und entweder a) das Lagern dieser Verbindungen in der Pflanzenmasse
als eine zweckdienlichere Entsorgung oder bevorzugt b) das Umwandeln
dieser Verbindungen in weniger gesundheitsgefährdende Substanzen innerhalb
der Pflanze.
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Verfahren der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung ist auf die Produktion von Pflanzen bezogen,
welche ein oder mehr Zielgene in einer wurzelspezifischen Art und
Weise exprimieren. Es werden Samen beschrieben, die ein oder mehr
Zielgene unter der Kontrolle von einem Promotor-Element enthalten,
welches speziell die wurzelspezifische Expression von dem Gen lenkt.
Durch die Verfahren der Erfindung ist es möglich, Pflanzen zu produzieren,
die ein oder mehr Charaktermerkmale oder Eigenschaften in ausgewählten Geweben
aufweisen, z. B. um spezifisch die genetischen und/oder physiologischen
Eigenschaften von den Wurzeln der Pflanze zu verändern. Die Erfindung stellt
unter Verwendung des Promotor-Elementes des Brassica Turgorproteins-26
Verfahren zur Produktion von Pflanzen bereit, die eine wurzelspezifische
Expression von ein oder mehr erwünschten
Genen aufweisen. In einer Ausführungsform
stellt die Erfindung ein Verfahren zum Lenken der wurzelspezifischen
Expression von einem oder mehr Zielgenen in einer Pflanze bereit,
in welchem eine Pflanze aus einer Pflanzenzelle erzeugt wird, die
das Zielgen in Wirkverbindung mit einem genetischen Regulatorelement
enthält,
welches die wurzelspezifische Expression von dem/den Zielgen(en)
derart lenkt, dass die Pflanze die Expression des Zielgens innerhalb
einer Wurzel aufweist. Das genetische Regulatorelement ist ein Promotorelement
des Brassica Turgorgen-26.
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In
einer weiteren Ausführungsform
stellt die Erfindung ein Verfahren zum Lenken der wurzelspezifischen
und umwelt- oder
entwicklungsspezifischen Expression von einem oder mehr Genen in
einer Pflanze bereit, in welchem eine Pflanze aus einer Pflanzenzelle
erzeugt wird, die das Zielgen in Wirkverbindung mit einem genetischen
Regulatorelement enthält,
welches die wurzelspezifische und umwelt- oder entwicklungsspezifische
Expression von dem/den Zielgen(en) derart lenkt, dass die Pflanze
die Expression des Zielgens nur unter den ausgewählten umweltabhängigen oder
entwicklungsabhängigen
Bedingungen und innerhalb der Wurzel von der Pflanze aufweist. Das
genetische Regulatorelement ist ein Promotorelement des Brassica
Turgorgen-26 und die gewünschte
Umweltbedingung ist vorzugsweise Trockenheit oder Salzstress. Samen,
die Konstrukte enthalten, in welchen ein Promotor sowohl die gewebespezifische
und wahlweise ebenfalls die umwelt- oder entwicklungsspezifische
Expression von ein oder mehr Zielgenen lenkt, sind hierin offenbart.
-
Die
Verfahren von der Erfindung sind unten weiter erläutert.
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Genetische Konstrukte der Erfindung
-
A. Genetische Regulatorelemente
-
Die
Verfahren für
das Erzeugen von Pflanzen, die eine gewebespezifische Expression
von ein oder mehr Zielgenen aufweisen, werden durch die Verwendung
von einem genetischen Regulatorelement durchgeführt, das die gewebespezifische
Expression von dem/den Zielgenen) lenkt. Die Regulatorelemente können entweder
negativ oder positiv in ihrer Aktivität sein: Ein Pflanzengewebe-spezifisches
Promotor- oder ein Enhancer-Element
gestattet die Expression von dem/den Zielgen(en) in einem oder mehr
spezifischen Geweben, wohingegen ein Pflanzengewebe-spezifischer
Repressor die Expression von den Zielgenen in einem oder mehr Geweben
unterdrückt,
während
die Expression in dem/den anderen Gewebe(n) unvermindert fortdauert. Für die Zwecke
von der Erfindung ist zu verstehen, dass die Promotorsequenzen die
genetischen Regulatorelemente der Erfindung ausmachen.
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Die
gewebespezifischen Promotoren können
entweder homolog oder heterolog zu der Pflanze sein, für die sie
verwendet werden sollen. Zum Beispiel können Promotoren verwendet werden,
welche die gewebespezifische Expression von einem Gen in Pflanzen
lenken, die aber z. B. aus Viren, Bakterien, Insekten oder Tieren
erhalten werden. Promotoren, welche die Expression von einem Gen
in Wirkverbindung in einem oder mehr Pflanzengeweben lenken, während sie
die Expression des verbundenen Gens in einem oder mehr Pflanzengeweben
ausschließen,
können
verwendet werden. Entsprechende Pflanzengewebe beinhalten, sind
aber nicht beschränkt
auf z. B. Wurzel, Blatt, Blütenblatt,
Kelchblatt, Staubgefäß, Staubbeutel,
Narbe, Fruchtknoten, Griffel, Stempel, Epidermis, Phloem, Xylem,
Rinde, Mark, Zellbildungsgewebe, Stängel oder Stamm, Wurzelhaar,
Blattstiel, Frucht oder Knolle.
-
Es
wird durch einen Fachmann verstanden werden, dass Veränderungen
an den Promotoren, die in den Verfahren von der Erfindung nützlich sind,
vorgenommen werden können,
welche die Aktivität
von dem Promotor verbessern oder verändern. Mehrere Kopien von einem
ausgewählten
Promotor können
funktionsmäßig mit
einem einzelnen Zielgen verbunden sein, um dadurch den Expressionspegel
von dem verbundenen Gen zu verändern
oder ein ausgewählter
Promotor kann funktionsmäßig mit
ein oder mehr Zielgenen derart verbunden sein, dass die Expression
von jedem Zielgen koordiniert reguliert wird. Ein Promotor kann
von jeder Größe sein,
die angemessen ist, das gewebespezifische Funktionieren von dem
Promotor zu gestatten. Ein Promotor kann verändert werden (z. B. durch Mutagenese,
Deletion, Insertion oder Verkürzung),
um das Ausmaß zu ändern, bis
zu dem das funktionsmäßig verbundene
Gen in dem ausgewählten
Gewebe exprimiert wird oder um die Spezifität der Gewebeexpression, die
durch den Promotor gelenkt wird, zu ändern. Ferner kann die Platzierung
von dem Promotor relativ zu dem funktionsmäßig verbundenen Zielgen verändert werden (z.
B. weiter weg oder näher
zusammen bewegt), um einen erwünschten
Pegel der Promotor-gelenkten Expression zu erzielen.
-
In
einer Ausführungsform
lenkt der Promotor nicht nur die Expression von einem funktionsmäßig verbundenen
Gen in einem oder mehr ausgewählten
Geweben von der Pflanze, sondern lenkt ebenfalls die Expression
des Gens als Reaktion auf eine spezifische Umwelt- oder physiologische
Bedingung. Zum Beispiel kann der Promotor unter Stressbedingungen
(z. B. Trockenstress, Salzstress, Temperaturstress, Sauerstoffstress,
pH-Stress oder Schwermetallstress),
unter Bedingungen von Nährstoffmangel,
unter Bedingungen von Einflüssen
durch Krankheit oder Pflanzenschädlinge
oder unter spezifischen Entwicklungsbedingungen (z. B. nach dem
Keimen, dem Fruchttragen oder der Samenproduktion) aktiviert werden.
Durch die Verwendung von einem solchen Promotor ist es möglich, die
Expression von einem Zielgen sowohl in einer gewebespezifischen
als auch bedingungsspezifischen Art und Weise zu aktivieren.
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Der
Promotor für
die Verwendung in Verfahren der Erfindung ist der Promotor des Brassica
Turgor-Gen-26 (btg-26), dessen Sequenz als SEQ-ID NR:1 dargelegt
ist, und die Expression des funktionsmäßig verbundenen Gens wird unter
Bedingungen von osmotischem Stress in die Wurzel von der transgenen
Pflanze gelenkt. Ein oder mehr Fragmente (z. B. CAACGG (SEQ-ID NR:2),
GGACACGTGAC (SEQ-ID NR:3), CAACAG (SEQ-ID NR:4), CAACTT (SEQ-ID
NR:5) und TCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCTCACTCACTTCCTCTT (SEQ-ID NR:6)) von dem
btg-26 Promotor können
funktionsmäßig mit
dem Zielgen verbunden sein und die spezifische Expression von dem
Zielgen lenken.
-
B. Zielgene
-
Ein
Zielgen von der Erfindung kann jedes Gen sein, welches wünschenswerterweise
in einer gewebespezifischen Art und Weise in einer Pflanze exprimiert
ist. Allgemeine Klassen von Zielgenen, welche vorteilhafterweise
in den Verfahren und Konstrukten von der Erfindung eingesetzt werden
können
beinhalten Gene, die Strukturproteine von Pflanzen kodieren, Gene,
die Proteine kodieren, welche in den Transport und/oder die Aufnahme
von Nährstoffen
eingebunden sind, Gene, die Enzyme und Proteine kodieren, welche
an der Verwertung von Nährstoffen
beteiligt sind, Gene, die Proteine kodieren, welche an der Resistenz
von Pflanzen gegenüber
Pestiziden oder Herbiziden beteiligt sind, Gene, die Proteine kodieren,
welche an der Resistenz der Pflanzen gegenüber Nematoden, Viren, Insekten
oder Bakterien beteiligt sind, Gene, die Proteine kodieren, welche
an der Resistenz der Pflanzen gegenüber Stress (z. B. osmotischer,
Temperatur-, pH- oder Sauerstoffstress) beteiligt sind, Gene, die
Proteine kodieren, welche in der Stimulation oder Fortdauer des
Pflanzenwachstums eingebunden sind, Gene, die Proteine kodieren,
welche an der Phytoremediation beteiligt sind, oder Gene, die Proteine
kodieren, welche pharmazeutische Eigenschaften aufweisen oder Enzyme
kodieren, die Verbindungen produzieren, welche pharmazeutische Eigenschaften
aufweisen. Ferner muss das Zielgen keinesfalls ein Gen sein, sondern
kann eine genetische Sequenz sein, welche, wenn sie transkribiert
wird, antisense zu der nativen Sequenz ist, wobei es erwünscht ist,
dass die Transkription und Translation von dieser unterdrückt wird.
-
In
einer Ausführungsform
sind derartige Gene von Interesse, die Enzyme kodieren, welche in
der Assimilation und/oder dem Stoffwechsel von Stickstoff eingebunden
sind und, im Besonderen, solche, welche Ammoniak in Aminosäuren assimilieren
oder die gebildeten Aminosäuren
in Biosynthesereaktionen verwenden. Diese Enzyme beinhalten, sind
aber nicht darauf beschränkt,
Alanindehydrogenase, Glutaminsynthetase (GS), Asparaginsynthetase
(AS), Glutamatsynthase (ebenfalls bekannt als Glutamat-2:Oxogluturat-Aminotransferase
und GOGAT), Asparaginase (ANS), Glutamatdehydrogenase (GDH), Aspartat-Aminotransferase (AspAT)
(die Aktivitäten
sind in 1 gezeigt) und Alanin-Aminotransferase
(AlaAT) (die Aktivität
ist in 2 dargestellt).
-
Das
Zielgen kann ein Gen sein, das natürlich in der ausgewählten Pflanze
exprimiert wird oder es kann heterolog zu der ausgewählten Pflanze
sein. Das Gen kann aus irgendeiner Quelle abstammen, einschließlich viralen,
bakteriellen, pflanzlichen oder tierischen Quellen. Vorzugsweise
ist das Gen heterolog zu dem Promotor, mit welchem es verbunden
ist, damit es nicht mit einem unveränderten, induzierbaren Promotor
verbunden ist, mit dem das Gen naturgemäß verbunden ist.
-
Das
Zielgen kann auf irgendeine geeignete Weise verändert werden, um ein Gen oder
eine Pflanze mit erwünschten
Eigenschaften zu konstruieren. In einer Ausführungsform wird das Gen verändert, um
in einem Pflanzensystem transkribierbar und übersetzbar zu sein; zum Beispiel
kann das Gen derart verändert werden,
dass es alle die notwendigen Polyadenylierungssequenzen, Startpunkte
und Terminationsstellen enthält,
welche es gestatten, dass die kodierende Sequenz in mRNA (Boten-Ribonukleinsäure) transkribiert
wird und die mRNA in dem ausgewählten
Pflanzensystem übersetzt
wird. Ferner kann das Zielgen derart verändert werden, dass die Verwendung
seines Kodons der des nativen Gens der ausgewählten Pflanze ähnelt. Solche Veränderungen
des Zielgens und die Verfahren durch die sie gemacht werden, sind
auf dem Fachgebiet gut bekannt.
-
Vektoren
-
Die
gewebespezifischen Promotor-Zielgen-Konstrukte werden in eine Pflanzenzelle
oder einen Pflanzenprotoplasten am effizientesten durch die Verwendung
von einem Vektor eingeführt.
Beispiele für
die Klonierungs- oder Expressionsvektoren, die für die Verwendung in der Erfindung
geeignet sind, sind Plasmide, Cosmide, virale DNA oder RNA und Minichromosome.
Geeignete Pflanzenvektoren sind auf dem Fachgebiet gut bekannt (siehe
z. B. Clark, M., ed. (1997) Plant Molecular Biology: A Laboratory
Manual. Springer Verlag, ISBN: 3540584056).
-
Vektoren
können
vorteilhafterweise ein oder mehr bakteriell oder pflanzlich exprimierbare,
auswählbare
oder überprüfbare Markierungen
derart enthalten, dass die Aufnahme von dem Vektor in eine Pflanzenzelle oder
einen Protoplasten kontrolliert werden kann. Es ist bevorzugt, dass
solche auswählbaren
oder überprüfbaren Markierungen
einen leicht nachweisbaren Phänotyp
verleihen, wie Resistenz gegenüber
einer ansonsten toxischen Verbindung (z. B. Kanamycin-Resistenz)
oder eine kolorimetrische oder lumineszente Reaktion nach der Inkubation
der Pflanze mit einem entsprechenden Substrat ergeben (z. B. a-Glucuronidase-
(GUS-) oder Luziferase-Gene). Derartige Markierungsgene sind auf
dem Fachgebiet gut bekannt.
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Entweder
der gewebespezifische Promotor oder das Zielgen können in
einen Vektor eingebaut und in eine ausgewählte Pflanze eingeführt werden.
Die 5'- und die
3'-flankierenden
Sequenzen, die homolog zu den auf- und abwärts liegenden genetischen Sequenzen
von dem Einbauort sind, wo die Rekombination von der eingebauten
Promotorsequenz oder dem Gen gewünscht
ist, können
den Promotor oder das Zielgen in dem Vektor derart umgeben, dass
eine homologe Rekombination nach der Einführung von dem Vektor in die
Pflanze oder den Protoplasten stattfindet. Durch eine derartige
homologe Rekombination können
Pflanzen produziert werden, die ein heterologes Zielgen unter der
Kontrolle von einem arteigenen gewebespezifischen Promotor oder
einen heterologen gewebespezifischen Promotor in Wirkverbindung
mit einem arteigenen Zielgen aufweisen.
-
D. Transformation von Pflanzenzellen
-
Das
Genkonstrukt kann in eine Pflanzenzelle durch jedes verwendbares
Verfahren eingeführt
werden. Es stehen eine große
Anzahl von Prozessen zur Verfügung
und sie sind gut bekannt für
das Einbringen von Genen in Pflanzenzellen. Eine von den am besten
bekannten Methoden beinhaltet die Verwendung von Agrobacterium oder ähnlichen
Bodenbakterien als einen Vektor. Die Zielgewebe werden zusammen
mit Agrobacterium kultiviert, welches das Gen von Interesse in das
Pflanzengenom einsetzt, wie es durch die
US-Patentschrift Nr. 4,940,838 (Schilperoort
et al.) und Horsch et al., 1985, Science 227: 1229–1231, beschrieben
worden ist. Die alternativen Gentransfer- und Transformationsmethoden,
die in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, beinhalten, sind
aber nicht beschränkt
auf Liposomen, Elektroporation oder chemisch-vermittelte Aufnahme
von freier DNA, Calciumphosphat-Copräzipitationstechniken, zielge richtete
Mikroprojektile und Mikro- oder Makroinjektion. Derartige Transformationsmethoden
sind gut auf dem Fachgebiet dokumentiert und werden, zum Beispiel,
offenbart in Ausubel et al., Current Protocols in Molecular Biology,
Wiley: New York und darin enthaltenen Verweisen. Es wird von einem
Fachmann verstanden werden, dass die Methode, welche für die Pflanzenzell-
oder Protoplasten-Transformation ausgewählt wurde, in großem Umfang
durch die Beschaffenheit von dem gewebespezifischen Promotor-Zielgen-Konstrukt
und/oder dem Vektor, der es enthält,
bestimmt wird.
-
Pflanzen
-
Die
Verfahren und genetischen Konstrukte, die hierin offenbart sind,
können
verwendet werden, um eine Pflanze von irgendeiner Spezies zu erzeugen,
die in der Lage ist, den Promoter derart zu nutzen, dass die transgene
Pflanze eine gewebespezifische Expression von einem oder mehr der
erwünschten
Gene aufweist. Sowohl einkeimblättrige
als auch zweikeimblättrige
Pflanzen sind für
derartige Veränderungen
zugänglich.
Die Erfindung ist vorgesehen insbesondere anwendbar zu sein, zum
Beispiel, auf Kulturpflanzen (besonders solche von der Gattung Brassica),
Zierpflanzen und Bäume
(insbesondere Koniferen und die Gattung Populus). Besonders geeignete
Pflanzen für
die Anwendung von der vorliegenden Erfindung beinhalten, sind aber
nicht darauf beschränkt,
Raps, Gerste, Mais, Reis, Tabak, Sojabohne, Baumwolle, Luzerne,
Tomate, Weizen, Kartoffel, Zitterpappel, Schwarzpappel, Koniferen
und Pappeln allgemein.
-
Die
transgenen Pflanzen und Samen, die gemäß der vorliegenden Erfindung
produziert werden, können
ferner in Züchtungsprogrammen
für die
Herstellung von Pflanzenspezies verwendbar sein, die mehr als eine
erwünschte
Eigenschaft aufweisen (z. B. können
zwei transgene Pflanzen der Erfindung, von denen jede die Expression
eines erwünschten
Transgens in unterschiedlichen Pflanzengeweben aufweist, miteinander gekreuzt
werden, um Abkömmlinge
der transgene Pflanzen zu ergeben, welche die gewebespezifische
Expression beider Transgene aufweisen; oder es können zwei transgene Pflanzen
der Erfindung, von denen jede die Expression eines erwünschten,
unterschiedlichen Transgens in demselben Pflanzengewebe aufweist,
miteinander gekreuzt werden, um Abkömmlinge der transgenen Pflanzen
zu ergeben, welche die gewebespezifische Expression von beiden Transgenen
aufweisen). Auf diese Art und Weise ist es möglich, Pflanzen zu produzieren,
die eine Kombination von erwünschten
Eigenschaften in ausgewähltem/ausgewählten Gewebe(n) der
Pflanze aufweisen.
-
Darüber hinaus
wird es durch den Fachmann verstanden werden, dass unterschiedliche
Pflanzenspezies für
genetische Manipulationen im Allgemeinen mehr oder weniger zugänglich sind
und das es deshalb vorteilhaft sein kann, zuerst eine verwandte
Spezies der gewünschten
Pflanze mittels der Verfahren der Erfindung und mit den hierin beschriebenen
Konstrukten zu transformieren und dann nachträglich die gewebespezifische
Expression von dem Zielgen in der gewünschten Pflanze durch Verkreuzungs-Techniken
einzuführen. Solche
Techniken und die entsprechend verwandten Pflanzenspezies sind dem
Fachmann gut bekannt.
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Pflanzenzellen
oder Protoplasten, die mit dem hierin beschriebenen Genkonstrukt
transformiert worden sind, können
in differenzierte Pflanzen unter Verwendung von Standardnährstoffmedien,
die mit spross- oder wurzelinduzierenden Hormonen angereichert sind,
durch Verwenden von Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind, umgewandelt
werden (siehe zum Beispiel Shahin, E. A.
US-Patentschrift Nr. 4,634,674 und
darin enthaltene Verweise). Zusätzlich
können
die Samen von solchen transgenen Pflanzen unter Verwendung von dem
Fachmann bekannten Methoden geerntet werden und ferner verwendet
werden, um wieder transgene Pflanzen und Hybriden zu züchten.
-
Verwendungen der Erfindung
-
Die
Verfahren der Erfindung gestatten die Produktion von Pflanzen und
Saatgut, welche die Expression von einem oder mehr erwünschten
Genen in einem ausgewählten
Gewebe von der Pflanze aufweisen. Demzufolge erlauben die Verfahren
der Erfindung die Produktion von Pflanzen, die eine oder mehr er wünschte Eigenschaften
aufweisen, die auf ausgewählte
Pflanzengewebe beschränkt
sind, wodurch der gezielte Einbau von einer Eigenschaft in das Gewebe
ermöglicht
wird, oder die Expression von einem erwünschten Gen in einem Gewebe,
wo seine Wirkungen nicht erwünscht
sind, zu vermeiden. Es gibt eine große Anzahl von spezifischen
Anwendungen der Erfindung, einschließlich, aber nicht darauf beschränkt, der
Produktion von Pflanzen, die eine gesteigerte Stresstoleranz aufweisen,
die eine verstärkte
Resistenz gegenüber
Herbiziden und Pestiziden besitzen, die eine verbesserte Nährstoffaufnahme
und/oder Verwertung aufweisen, die einen verbesserten Nährstoffgehalt
und/oder Erträge
der erwünschten
Verbindungen aufweisen, die eine gesteigerte Resistenz gegenüber Pflanzenschädlingen
oder Erkrankungen besitzen und die Eigenschaften für den Einsatz in
der Phytoremediation aufweisen. Spezifische Anwendungen von der
Erfindung sind weiter unten erläutert.
-
Umweltbelastungen,
einschließlich
Trockenstress, Salzstress, Lichtstress, pH-Stress, Temperaturstress
und Sauerstoffstress, besitzen einen signifikanten Einfluss auf
die Fähigkeit
von Pflanzen, zu wachsen und zu gedeihen. Viele Erdböden erlauben
nicht das Wachstum der erwünschten
Pflanzen, aufgrund einer oder mehr der vorangehend erwähnten Umweltbelastungen.
Durch die Verfahren der Erfindung ist es möglich, Pflanzen und Samen von
Pflanzen zu produzieren, welche eine verbesserte Toleranz gegenüber solchen Stressbedingungen
aufweisen, wodurch das Wachstum in Umgebungen ermöglicht wird,
welche normalerweise das Wachstum der Pflanze nicht unterstützen würden. Zum
Beispiel ist es unter Verwendung eines wurzelspezifischen Pflanzenpromotors
möglich,
Pflanzen zu produzieren, die zusätzliche
Transportermoleküle
aufweisen, um die Aufnahme von Wasser aus dem umgebenden Erdboden
zu verbessern, wodurch das Wachstum der Pflanze unter Trockenheitsbedingungen
verbessert wird. Ähnlich
kann die Kombination von einem wurzelspezifischen Promotor und Genen,
welche Transportmoleküle
kodieren, die Absonderung von Salzen und alkalischen oder sauren
Verbindungen in den Erdboden, der die Pflanze umgibt, verbessern,
wodurch das Wachstum unter Salzstress oder in al kalischem oder saurem
Erdboden ermöglicht
wird. Die Verwendung von blattspezifischen Promotoren in Kombination
mit veränderten
Genen des photosynthetischen Apparates kann die Produktion von Pflanzen
ermöglichen,
die fähig
sind, die Photosynthese unter unterschiedlichen Lichtbedingungen
durchzuführen,
wodurch Lichtstress abgebaut wird.
-
Pflanzen
sind zahlreichen Pflanzenschädlingen,
einschließlich
Insekten, Nematoden, Pilzen, Bakterien und Viren ausgesetzt. Erdböden, die
mit irgendeiner der obigen Erkrankungen oder irgendeinem Pflanzenschädling befallen
sind, sind herkömmlich
nicht in der Lage gewesen, das Wachstum von wertvollen Kulturpflanzen
und erwünschten
Pflanzen zu fördern.
Ferner hat die Behandlung solcher Krankheiten oder die Entfernung
solcher Pflanzenschädlinge
Maßnahmen
erfordert wie die Anwendung von Pestiziden, welche nachteilig für das Wachstum
der Pflanze als ebenfalls gesundheitsgefährdend für die umgebende Umwelt oder
den Endverbraucher der Pflanze sein können. Durch die Verfahren der
Erfindung ist es möglich,
Pflanzen zu produzieren, die Gene für die Resistenz gegenüber Pflanzenschädlingen
und Krankheiten dort zu exprimieren, wo sie am meisten benötigt werden,
um die Pflanze gegen den Angriff von Krankheiten oder Pflanzenschädlingen zu
verteidigen. Zum Beispiel ist es durch Konstruieren einer Pflanze
mit einem Konstrukt, das einen gewebespezifischen Promotor und ein
oder mehr erwünschte
Strukturgene kombiniert, möglich,
ein oder mehr Gewebe von der Pflanze gegen den Verzehr oder den
Angriff durch ein Insekt zu schützen
(z. B. durch Verstärkung
der Zellwände
von den Epithelzellen in dem Blatt, der Wurzel oder dem Stängel derart,
dass blatt-, wurzel- oder stängelzerstörende Insekten
nicht länger
in der Lage sind, diese Gewebe zu schädigen oder sich von ihnen zu
ernähren.
Ferner ist es möglich,
unter Verwendung der Verfahren von der Erfindung, spezifisch Proteine
für die
Immunität
der Pflanzen (z. B. die N-, M-, L6-, RPP1- und RPP5-Gene von Monokotyledonen
und die RPS2-, RPM1-, I2-, Mi-, Dm3-, PiB-, Xal-, RPP8- und RPS5-Gene
sowohl von Monokotyledonen und Dikotyledonen (siehe z. B. Meyers
et al. (1999) Plant J: 20(3): 317–332)) in Geweben zu expri mieren,
in die typischerweise Bakterien und/oder Viren (Wurzeln) eindringen.
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Außer der
vorangehend erwähnten
schützenden
und prophylaktischen Expression von Struktur- oder Immunitätsproteinen
in speziellen erwünschten
Geweben von der Pflanze ist es ebenfalls möglich, Verbindungen und Proteine
zu exprimieren, welche aktiv die Insekten und andere Schädlinge der
Pflanze ausrottet. Zum Beispiel können toxische Verbindungen
wie Bakterientoxine oder Enzyme, welche spezifisch auf essentielle Insektenproteine
oder Membranbestandteile von Pflanzenpathogenen (z. B. Delta-Endotoxin
von Bacillus thuringiensis (Parker und Luttrell (1999) J. Econ.
Entomol. 92 (4): 837–845)
und Chitinase (Ding et al. (1998) Transgenic Research 7(2): 77–84)) ausgerichtet
sind, in den Wurzeln, Stängeln
oder Blättern
von einer Pflanze exprimiert werden, um spezifisch einen Pflanzenschädling anzuvisieren,
von dem bekannt ist, dass er die Pflanze an einem von diesen Geweben
angreift. Gleichzeitig wird die Expression der ausgewählten toxischen Verbindung
in anderen Geweben, wie zum Beispiel der Frucht oder der Blüte der Pflanze,
vermieden, wodurch der Kontakt von dem Endverbraucher der Pflanze
mit der Chemikalie oder dem Protein eingeschränkt wird. Ferner bietet die
Fähigkeit,
gewebespezifische Abwehr- und aktive Widerstandsmechanismen gegen
Pflanzenschädlinge
und Mikroben zu konstruieren, ermöglicht durch die vorliegende
Erfindung, das Potenzial, die Notwendigkeit für die Pestizidverwendung in
der Schädlings-
und Krankheitskontrolle zu verringern, wodurch eine geringere Verschmutzung
von der Umwelt und weniger ungewollte Nebenwirkungen auf andere
Spezies von Pflanzen und Tieren resultiert.
-
Eine
weitere Anwendung der Erfindung besteht in der Erzeugung von Pflanzen,
die besser in der Lage sind, auf nährstoffarmen Erdböden zu gedeihen.
Es ist auf dem Fachgebiet gut bekannt, dass bestimmte Pflanzenspezies,
insbesondere Kulturpflanzen, den Erdboden an Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphat
und Kalium erschöpfen,
die für
das Aufrechterhalten des Wachsturns notwendig sind. Um die fehlenden
Nährstoffe
wieder zuzuführen,
ist es notwendig entweder den Erdboden zu düngen (eine teure und umweltschädigende
Prozedur) oder Pflanzen zu kultivieren, von denen bekannt ist, dass
sie die erschöpften
Nährstoffe
wieder in dem Erdboden deponieren (z. B. Klee oder Sojabohnen im
Falle der Stickstoffverarmung), was weniger ökonomisch ist oder nahrhafte
erwünschte
Kulturpflanzen. Die Verfahren der Erfindung ermöglichen in der Wurzel die zielgerichtete
Expression von Genen, die in der Nährstoffaufnahme (z. B. Transportmoleküle) in solchen
Geweben eingebunden sind, in welchen die Aufnahme stattfindet, um
dadurch die Fähigkeit
der Pflanze zu verbessern, die Nährstoffe
aus der Umgebung zu absorbieren. Die Erfindung kann ebenfalls verwendet
werden, um Pflanzen zu erzeugen, welche heterologe oder native Nährstoffverwertungs-Gene
in der Wurzel exprimieren, die eine effizientere Verwendung von
dem Nährstoff
derart ermöglichen,
dass weniger von dem Nährstoff
für das normale
Wachstum und die Funktion von der Pflanze benötigt wird. Ferner ist es unter
Verwendung der Verfahren der Erfindung möglich, in der Wurzel Gene zu
exprimieren, die an der Verwendung und der Aufnahme von Nährstoffen
beteiligt sind, die normalerweise nicht von der Pflanze in solchen
Pflanzengeweben verwendet werden, welche direkt dem unterschiedlichen
Nährstoff
ausgesetzt sind. Auf diese Art und Weise können Pflanzen erzeugt werden,
welche in der Lage sind, auf unterschiedlichen Nährstoffquellen (z. B. unterschiedlichen
Stickstoffquellen) zu wachsen und zu gedeihen. Insbesonders nützliche
Zielgene für
die Optimierung der Stickstoffwirksamkeit von der Pflanze schließen ein:
Glutaminsynthetase (GS), Asparaginsynthetase (AS), Glutamatsynthase
(ebenfalls bekannt als Glutamin-2-oxogluturat-aminotransferase und
GOGAT), Asparaginase (ANS), Glutamatdehydrogenase (GDH), Alanindehydrogenase,
Aspartat-Aminotransferase (AspAT) (die Aktivitäten sind in 1 gezeigt)
und Alanin-Aminotransferase
(AlaAT) (die Aktivität
ist in 2 dargestellt).
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Ferner
ermöglichen
die Verfahren der Erfindung die Erzeugung von Pflanzen mit verändertem
Nährstoffgehalt
(z. B. Proteingehalt, Zuckergehalt, Vitamin- oder Mineralgehalt, Ölgehalt,
Fettgehalt, Kohlenhydratgehalt, Stärkegehalt oder Phyto chemikalien
(z. B. bioaktive Pflanzenverbindungen wie Steroide, Antikrebs-Verbindungen,
Aufputschmittel, psychoaktive Verbindungen oder andere Verbindungen,
die pharmazeutische Eigenschaften aufweisen) in der Wurzel. Die
selektive Expression von einem Vitaminsyntheseprotein in Knollen-
oder Fruchtgewebe kann in Früchten
oder Knollen mit erhöhtem
Vitamingehalt resultieren. Ähnlich kann
die selektive Expression von Enzymen, die an der Zuckerproduktion
beteiligt sind, in der Knolle oder der Frucht die Süße von diesen
Geweben steigern, was sie für
den Verzehr attraktiver macht oder den Nährwert von dem Gewebe heraufsetzt. Ähnlich kann
für solche
Pflanzen, von denen eine oder mehr erwünschte Verbindungen extrahiert
werden, und die in der Lage sind, die Produktion von der erwünschten
Verbindung heraufzusetzen (z. B. ein Zucker (wie in Zuckerrohr)
oder eine andere erwünschte
Pflanzenverbindung (wie Kakao oder Pflanzenverbindungen mit pharmazeutischen
Eigenschaften)) in den Geweben von der Pflanze, aus denen die Verbindung
leicht extrahiert wurde (z. B. Blattgewebe oder Wurzelgewebe), der
Ertrag der erwünschten
Verbindung der Pflanze gesteigert werden.
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Eine
weitere Anwendung der Erfindung besteht in der Erzeugung von Pflanzen,
die resistent gegenüber
Herbiziden und/oder Pestiziden sind. Sowohl Herbizide als ebenfalls
Pestizide werden gewöhnlich
verwendet, um das kontinuierliche Wachstum und die Entwicklung von
Pflanzen unter Bedingungen des Befalls mit Pflanzenschädlingen
oder anderen parasitären
Erkrankungen zu ermöglichen.
Durch das Erzeugen einer Pflanze, welche spezifisch ein Protein
exprimiert das in der Lage ist, die Herbizide oder Pestizide in
solchen Pflanzengeweben mit dem größten Kontakt (z. B. der Wurzel
der Pflanze) mit der Verbindung zu entgiften (z. B. ein Transportprotein,
welches die spezifische Absonderung von dem Herbizid oder Pestizid
ermöglicht,
oder ein Enzym, welches das Herbizid oder das Pestizid in eine harmlose
Verbindung umwandelt), ist es möglich, Pflanzen
zu erzeugen, die resistent gegenüber
den Wirkungen von dem Pestizid oder dem Herbizid sind.
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Die
Erfindung ermöglicht
ferner die Erzeugung von Pflanzen, die unerwünschte Verbindungen (z. B. Kohlenwasserstoffe oder
Schwermetallabfälle)
in der Umgebung (z. B. Erdboden, Wasser oder Luft) entgiften können und
somit nützlich
in der Phytoremediation sind. Zum Beispiel könnten transgene Pflanzen, die
ein Protein exprimieren, welches in der Lage ist, Schwermetalle
zu chelieren oder enzymatisch eine potenziell gesundheitsgefährdende
Verbindung (z. B. einen Kohlenwasserstoff wie Petroleum oder Benzol)
in ein eher gutartiges Abbauprodukt umzuwandeln, nützlich und
kostengünstig
in den Bestrebungen sein, Lagerstätten für gefährliche Abfälle zu säubern.
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Die
Erfindung ermöglicht
ferner die Verwendung von Pflanzen in der Produktion von erwünschten
Chemikalien oder Proteinen. In vielen Fällen ist die Synthese von einer
erwünschten
Chemikalie oder einem Protein nicht leicht durchführbar und
die Isolierung der Verbindung aus natürlichen Quellen ist ein kostspieliger, schwerfälliger oder
zeitaufwändiger
Prozess. Unter Verwendung der Verfahren der Erfindung ist es möglich, eine
ausgewählte
Pflanze derart zu konstruieren, dass die Pflanze ein oder mehr ausgewählte Gene
(z. B. Gene, in welchen das Expressionsprodukt wünschenswert ist oder Gene,
die Enzyme kodieren, welche an der Produktion der erstrebenswerten
Verbindung beteiligt sind) in der Wurzel (z. B solche Pflanzengewebe,
von denen die Extraktion und die nachfolgende Reinigung der Verbindung
am einfachsten ist) exprimieren. Beispiele für Verbindungen, die vorteilhafterweise
durch die Anwendung von den Verfahren und Zusammenstellungen der
Erfindung produziert werden, beinhalten, sind aber nicht darauf
beschränkt,
Vitamine, Enzyme, Aminosäuren,
Zucker, Fette, Kohlenhydrate und Verbindungen, welche pharmazeutische
Eigenschaften aufweisen, wie Aufputschmittel, Antikrebs-Verbindungen
und dergleichen.
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Die
selektive Hemmung der Genexpression in einem oder mehr ausgewählten Pflanzengeweben
kann durch die Verwendung von Antisense-Nukleinsäuresequenzen erreicht werden.
Die Technologie der Antisense-Nukleinsäuren ist dem Fachmann gut bekannt;
für eine
allgemeine Diskussion der Antisense-Technologie in Pflanzen siehe z. B.
Shewmaker et al.,
US-Patentschrift Nr.
5,453,566 . Nukleinsäuresequenzen,
deren Transkriptionsprodukte mRNA sind, die antisense zu einem Ziel gen
oder Zielgenen sind, werden vielleicht nur in solchen Pflanzengeweben
exprimiert werden, in welchen die Expression von dem Zielgen oder
den Zielgenen unerwünscht
ist. Nach der Transkription von der eingeführten Nukleinsäure in den
ausgewählten
Geweben hybridisiert die resultierende Antisense-mRNA an die mRNA
des Zielgens/der Zielgene, wodurch die Translation der Zielgen-mRNA
verhindert wird. Dies kann zum Beispiel nützlich sein, wenn bestimmte
Gewebe von der Pflanze strukturell derart verändert werden, dass Chemikalien
wie Pestizide leichter durch die Pflanze aufgenommen werden können, oder
die Ernährungseigenschaften
der Pflanze verändert
werden, zum Beispiel durch Hemmung der Expression von einer oder
mehr toxischen Verbindungen in der Frucht der Pflanze. Andere nützliche
Anwendungen werden für
den sachkundigen Fachmann offensichtlich sein.
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Die
hierin beschriebenen genetischen Konstrukte können ebenfalls transformierte
Pflanzen bereitstellen, die ein erwünschtes Gen exprimieren können, wenn
es am meisten gebraucht wird oder nutzbringend ist. Da der Promotor
von btg-26 aus Brassica napus, wie in Beispiel 1 diskutiert und
in 3 und SEQ-ID NR:1 gezeigt, stress-induzierbar
ist, wird, wenn das Zielgen ein Stickstoffassimilations- oder Stickstoffverwertungs-Gen
ist, die Pflanze nach der Anwendung von dem Stress induziert, Stickstoff
zu assimilieren und/oder zu verstoffwechseln. Solch eine Pflanze
kann dadurch eine gesteigerte Stresstoleranz aufweisen, wie zum
Beispiel durch verbesserte Osmoregulation. Andere Anwendungen werden
leicht für
den Fachmann offensichtlich sein.
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In
einem weiteren Beispiel, wo der Promotor durch die Anwesenheit von
Nitrat induziert ist, wie zum Beispiel der Nitratreduktase-Promotor
(Cheng et al., 1988, ibid.; Cheng et al., 1991, Plant Physiol. 96: 275–279), wird
die Pflanze nach der Anwendung von einem stickstoffhaltigen Düngemittel
induziert werden, Stickstoff zu assimilieren und/oder zu verwenden.
Wahlweise, oder zusätzlich,
kann der Promotor zum Beispiel durch eine exogen angewendete Chemikalie
wie Alkohol oder ABA (siehe z. B. Marcotte et al., 1989, Plant Cell 1:
969 –976)
induzierbar sein. Diese Chemikalie könnte in dem stickstoffhaltigen
Düngemittel
einbegriffen sein. Auf diese Weise können Pflanzen den Düngemitteleinsatz
durch schnellere Aufnahme des Stickstoffs in dem Düngemittel
effizienter ausnutzen und ihn zur Zeit der Anwendung speichern,
um dadurch die Mengen an stickstoffhaltigem Düngemittel zu vermindern, die
durch Auswaschung usw. verloren gehen. Dies kann die Verringerung
in der Menge des stickstoffhaltigen Düngemittels gestatten, die für die Anwendung
bei einer Kulturpflanze benötigt
wird, um Anbauerträge
zu erhalten, die vergleichbar zu denen sind, die unter Verwendung
normaler Kultivierungstechniken und Pflanzen erhalten werden, die
nicht gemäß der vorliegenden
Erfindung verändert
worden sind. Zusätzliche
ackerbauliche Vorteile können
schnelleres Wachstum und Anbauertrag einschließen, wo der Einsatz stickstoffhaltiger
Düngemittel
auf einem Level aufrechterhalten wird, dass in gewöhnlichen
Kultivierungstechniken von Kulturpflanzen verwendet wird.
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Transformierte
Brassica napus Pflanzen, die ein Gen ektopisch exprimieren, das
ein Enzym kodiert, welches in der Assimilation oder dem Stoffwechsel
von Stickstoff eingebunden ist, zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf
Alanindehydrogenase, Glutaminsynthetase, Asparaginsynthetase, Glutamatsynthase,
Asparaginase, Glutamatdehydrogenase, Aspartat-Aminotransferase und
Alanin-Aminotransferase (1 und 2), wurden
unter Freilandbedingungen wachsen lassen (Beispiel 6), um zu bestimmen,
ob die günstigen
Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag unter kontrollierten
Anbaubedingungen (Beispiel 3 und 4) beibehalten werden würden. Es
wurde zum Beispiel untersucht, ob die Menge des verfügbaren Stickstoffs
eine Auswirkung auf die Pflanzenbiomasse und den Saatgutertrag bei
Pflanzen haben würde,
die btg-26/AlaAT exprimieren und unter Freilandbedingungen gewachsen
sind. Es muss jedoch verstanden werden, dass Pflanzen, die unter
Freilandbedingungen wachsen, einer Reihe von nachteiligen Umweltbedingungen
unterworfen sind, einschließlich
Salzstress, Temperaturstress, Nährstoffstress,
pH-Stress, Trockenstress, Schwermetallstress und dergleichen und
während
die Stickstoffmengen verschieden sein können, werden diese Pflanzen ebenfalls
anderen Umweltbelastungen ausgesetzt sein.
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Wie
unter Bezugnahme auf 19A zu sehen
ist, zeigten transgene Pflanzen, die ein Gen exprimieren, das ein
Enzym kodiert, welches in der Assimilation oder dem Stoffwechsel
von Stickstoff eingebunden ist, zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf
AlaAT (Pflanzen 53F und 81B), einen ähnlichen Ertrag in der Biomasse,
unabhängig
von der Stickstoffverfügbarkeit.
Die Kontrollpflanzen weisen jedoch unter Bedingungen mit niedrigem
Stickstoff geringere Erträge
auf. Darüber
hinaus war die Pflanzenbiomasse, die bei den transgenen Pflanzen
in der Anwesenheit („hoch") oder der Abwesenheit
(„niedrig”) von zusätzlichem
Stickstoff beobachtet wurde, äquivalent
zu den Kontrollpflanzen, die Stickstoff (N) („hoch") erhielten. Diese Ergebnisse zeigen,
dass die ektopische Expression von einem Gen, das ein Enzym kodiert,
welches in der Assimilation oder dem Stoffwechsel von Stickstoff
eingebunden ist, in gesteigerter Pflanzenbiomasse unter einer Reihe
von Umweltbedingungen resultiert, einschließlich variabler Stickstoffverfügbarkeit.
In der Abwesenheit von zugesetztem Stickstoff produzierten die transgenen
Pflanzen höhere
Erträge
als die Kontrollpflanzen, was darauf hindeutet, dass die transgenen
Pflanzen besser in der Lage sind unter nachteiligen Umweltbedingungen
zu wachsen.
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Folglich
kann ein Verfahren zum Vergrößern der
Biomasse von einer Pflanze, die unter ein oder mehr nachteiligen
Umweltbedingungen wächst,
wie zum Beispiel Bedingungen von niedrigem Stickstoff, umfassen:
Das
Transformieren einer Pflanze mit einem Zielgen in Wirkverbindung
mit einem Promotorelement, um eine transformierte Pflanze zu erzeugen,
wobei das Zielgen ein Enzym kodiert, das in der Stickstoffassimilation
oder dem Stickstoffstoffwechsel eingebunden ist und das Anpflanzen
der transformierten Pflanze.
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Der
Saatgutertrag in Kontroll- und transgenen Pflanzen, die unter Freilandbedingungen
gewachsen waren, wurde untersucht (19B).
Die Kontrollpflanzen produzierten höhere Saatguterträge, wenn
sie mit zusätzlichem
Stickstoff versorgt wurden. Die transgenen Pflanzen, die ein Gen
exprimieren, welches ein Enzym kodiert, das in der Assimilation
oder dem Stoffwechsel von Stickstoff eingebunden ist, wiesen höhere Erträge auf als
Kontrollpflanzen in der Anwesenheit oder Abwesenheit von zusätzlichem
Stickstoff. Ebenfalls ist in 19B gezeigt,
dass die Ausbeuten, die mit den transgenen Pflanzen beobachtet wurden, äquivalent
waren in Pflanzen, die entweder auf hohem oder niedrigem Stickstoff
wachsen lassen wurden. Zusammengefasst weisen diese Ergebnisse darauf
hin, dass transgene Pflanzen, die ektopisch ein Enzym exprimieren,
das in der Assimilation oder dem Stoffwechsel von Stickstoff eingebunden
ist, in der Lage sind, die Verwertung von zur Verfügung stehendem
Stickstoff unter einer Reihe von Umweltbedingungen zu optimieren,
wodurch eine Steigerung in der Pflanzenbiomasse, dem Saatgutertrag
oder einer Kombination daraus resultiert.
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Ein
Verfahren zum Erhöhen
der Samenausbeute von einer Pflanze kann demzufolge umfassen:
Das
Transformieren einer Pflanze mit einem Zielgen in Wirkverbindung
mit einem Promotorelement, um eine transformierte Pflanze zu erzeugen,
wobei das Zielgen ein Enzym kodiert, das in der Stickstoffassimilation
oder dem Stickstoffstoffwechsel eingebunden ist; und das Anpflanzen
der transformierten Pflanze.
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Mit
der oben erwähnten
Beschreibung ist nicht beabsichtigt, die beanspruchte Erfindung
auf irgendeine Weise einzuschränken,
darüber
hinaus könnte
die diskutierte Kombination von Merkmalen für die erfinderische Lösung nicht
absolut notwendig sein.
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Die
vorliegende Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen weiter
dargestellt. Es muss jedoch verstanden werden, dass diese Beispiele
nur veranschaulichenden Zwecken dienen und sie sollten nicht verwendet
werden, um den Bereich der vorliegenden Erfindung auf irgendeine
Weise einzuschränken.
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BEISPIELE
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Beispiel 1: Isolierung und Charakterisierung
von einem durch osmotischen Stress induzierten Promotor
-
Eine
genomische DNA-Bibliothek aus Brassica napus (cv. Bridger) (Clontech,
Palo Alto, Kalifornien) wurde unter Verwendung von Standardtechniken
(Ausubel et al., 1989, Current Protocols in Molecular Biology, Wiley,
Wiley N. Y.) mit dem Pisum sativum 26g cDNA- (komplementäre Desoxyribonukleinsäure) Klon
(Guerrero et al., ibidem), der mit einem Random-Primer-Kit (Boehringer Mannheim,
Laval, Quebec) 32P-markiert wurde, überprüft. Ein
4,4 kb SalI-Fragment, welches das gesamte btg-26 Gen enthält, wurde für die weiteren Analysen in
den handelsüblich
erhältlichen
pT7T3-19U-Vektor (Pharmacia Canada, Inc., Baie d'Urfe, Quebec, Kanada) subkloniert.
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Identifizierung eines durch osmotischen
Stress induzierten Promotors in Brassica napus
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Mehrere
Gene, die während
Trockenstress aktiviert werden, sind aus unterschiedlichen Pflanzenspezies
isoliert und charakterisiert worden. Die meisten davon repräsentieren
verzögernd
reagierende, ABA-induzierbare Gene (Übersichtsartikel verfasst von
Skiver und Mundy, ibid.) Kürzlich
wurde jedoch von einem ABA- und Cycloheximid-unabhängigen Transkript,
26g, in Pisum sativum berichtet (Guerrero und Mullet, ibid.; Guerrero
et al., ibid.). Da dieses Gen keine Proteinsynthese zur Aktivierung
benötigt,
wird postuliert, dass es einen frühen Faktor in dem Trockenheits-Signaltransduktionsweg
repräsentiert.
Um einen durch osmotischen Stress induzierten Promotor aus Brassica
napus zu isolieren, wurde der cDNA-Klon verwendet, der das P.sativum 26g-Gen
repräsentiert
(Guerrero et al., ibid.). Die Gesamt-RNA wurde aus dem dritten Blatt
der Gesamtpflanzen isoliert, welche entweder kontinuierlich gewässert worden
sind oder für
vier Tage unter Wasserentzug gehalten wurden. Unter Verwendung der
Hybridisierung mit niedriger Stringenz, wurde über die RNA-Blot-Analyse ein
einzelnes 1,75 kb Transkript identifiziert, das sehr stark in austrocknungs gefährdeten
Pflanzen induziert wird (Daten nicht gezeigt). Um zu bestimmen,
ob diese mRNA ein Single-Copy-Gen in B. napus repräsentiert, wurde
die genomische DNA mit EcoRI, HindIII oder BglII verdaut und durch
DNA-Blot-Hybridisierung unter Verwendung der P. sativum 26g-cDNA
analysiert. Eine einzelne Bande wurde in jeder Spur identifiziert
(Daten nicht dargestellt).
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Es
wurde daraus geschlossen, dass dieses Iranskript ein Einzel-Kopie-,
trockenheitsinduziertes Gen in B. napus repräsentiert. Dieses Gen wird als
btg-26 (Brassica Turgor-Gen 26) bezeichnet.
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Struktur des btg-26 Gens
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Um
das btg-26 Gen zu isolieren, wurde eine genomische DNA-Bibliothek
von B. napus in EMBL-3 (Clontech, Palo Alto, Kalifornien) mit der
P. sativum 26g cDNA untersucht. Aus 40.000 analysierten Plaques wurde
ein einzelner positiver Klon mit einer Insert-Größe von ungefähr 16 kb
identifiziert. Ein 4,4 kb SalI-Fragment, welches das gesamte Gen
enthielt, wurde subkloniert. Die Promotor-Sequenz wurde durch die
Identifikation von der mRNA-Startstelle unter Verwendung der Primerextension
(Ausubel, ibidem) bestimmt und ist in 3 und SEQ
ID NR. 1 dargestellt. In 3 ist der Transkriptionsstart
fett gedruckt, unterstrichen und durch +1 gekennzeichnet. Die TATA-Box
und die CAAT-Box sind fett gedruckt und doppelt unterstrichen. Die
postulierten funktionellen Bereiche sind unterstrichen. Die Sequenz
von dem btg-26 Promotor, der kodierende Bereich und der 3'-Bereich sind in
Stroeher et al., (1995, Plant Mol. Biol. 27: 541–551) dargestellt worden.
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Expressionsanalyse von btg-26
-
Die
Induktion von der btg-26 Expression während Trockenheit wurde durch
RNA-Blot-Analyse untersucht. Die eingetopften B. napus Pflanzen
wurden natürlich
durch Zurückbehaltung
des Wassers für
verschiedene Zeitspannen dehydriert. Ganze Blätter wurden entweder für die Bestimmung
des relativen Wassergehaltes (RWC; relative water content) von individuellen
Pflanzen oder für
die Isolierung der Gesamt-RNA verwendet. Wie in den
-
4A und 4B dargestellt,
wird die btg-26 Expression schnell während des Wasserverlustes induziert,
wobei sie eine sechsfache Steigerung gegenüber der Expression in vollständig hydratisierten
Pflanzen bei 81% RWC erreicht, die bis zu einer elffachen Induktion
bei 63% RWC ansteigt. Weitere Abnahmen in RWC waren mit einer Abnahme
in der Gesamtmenge an btg-26
Transkript verbunden. Bei 30% RWC war die Expression nur 3,5-fach über dem
der vollständig
hydratisierten Werte.
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Da
andere physiologische Stressfaktoren den intrazellulären Wassergehalt ändern, wurde
die btg-26 Expression in B. napus Pflanzen untersucht, die einem
Kälte-,
einem Hitzeschock- und
einem Salzstress ausgesetzt waren. Die RNA-Blot-Analyse wies darauf
hin, dass es keine Änderung
in der btg-26 Expression gab, wenn die Pflanzen für einen
Tag von normalen Wachstumsbedingungen auf 4°C umgesetzt wurden. Jedoch zeigten
Pflanzen, die für
vier Tage bei 4°C
gelassen wurden, eine vier – fünffache
Induktion in der btg-26 mRNA. Eine ähnliche Zunahme konnte beobachtet
werden, wenn Pflanzen für
zwei oder vier Stunden auf 40°C versetzt
wurden. Die Ergebnisse sind in 4C dargestellt
und demonstrieren, dass die Expression von btg-26 während Temperaturstress
induziert wird. Um die Wirkung von Salzstress zu untersuchen, wurden
die Pflanzen bis zur Aufnahmefähigkeit
für einen
oder für
vier Tage mit 50 mM, 150 mM oder 450 mM NaCl gewässert. Die Höhe der btg-26
Expression wurde durch 50 mM NaCl unabhängig von der Dauer der Exposition
nicht beeinflusst. Das Wachstum in 150 mM NaCl verursachte jedoch
eine zweifache Steigerung in der btg-26 mRNA nach vier Tagen. Die
Exposition zu 450 mM NaCl verursachte die bemerkenswerteste Induktion,
zwölffach nach
einem Tag, die auf vierfach nach vier Tagen wieder abfiel. Es wird
hier auf 4D hinsichtlich der Northern-Blots
verwiesen, welche diese Ergebnisse zeigen.
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Letztendlich
reagieren viele trockenheits-induzierte Gene ebenfalls auf ABA.
Um die Rolle von ABA in der btg-26 Expression zu untersuchen, wurde
die Gesamt-RNA von einzelnen Blättern
isoliert, die mit oder ohne ABA behandelt waren. In diesen Experimenten
wurden die Blätter
an dem Blattstiel abge schnitten und in eine Lösung aus 0 μM, 50 μM oder 100 μM ABA (gemischte Isomere, Sigma),
0,02% Tween-20 und pH 5,5 für
24 Stunden gelegt. Wie in 4E dargestellt,
wird die btg-26 Expression 2,5-fach induziert, wenn eine Exposition
mit 100 μM
ABA durchgeführt
wird. Es wird jedoch keine Expression beobachtet, wenn die Blätter 50 μM ABA ausgesetzt
werden (Daten nicht dargestellt). Diese Ergebnisse weisen darauf
hin, dass btg-26 auf ABA reagiert, aber dass diese Ansprechbarkeit
konzentrationsabhängig
ist.
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Beispiel 2: Erzeugung von trockenheits-induzierter
Stickstoff-Assimilation
-
Konstrukte
-
Dieser
Schritt beinhaltet die Herstellung von entweder konstitutiven oder
trockenheits-induzierten AlaAT-Konstrukten und die Einführung von
ihnen in Brassica napus unter Verwendung von Agrobacterium-vermittelter
genetischer Transformation. Der Ansatz des Einführens von spezifischen Sense-
oder Antisense-cDNA-Konstrukten in Pflanzen, um spezielle metabolische
Signalwege zu verändern,
ist in einer Anzahl von Spezies verwendet worden und ebenfalls um
eine Anzahl von unterschiedlichen Signalwegen zu verändern. (Für einen Übersichtsartikel
siehe Stitt & Sonnewald
1995; Ann. Rev. of Plant Physiol. und Plant Mol. Biol. 46: 341–368). Die
AlaAT-cDNA wurde unter der Kontrolle von drei verschiedenen Promotoren
eingeführt:
(1) Dem CaMV-Promotor, von dem gezeigt wurde, dass er ein starker
konstitutiver Promotor in einer Anzahl von unterschiedlichen Pflanzenspezies
ist; (2) Dem btg-26-Promotor, welcher in Beispiel 1 beschrieben
wurde und (3) dem trg-31-Promotor,
der aus der Tabakpflanze durch Guerrero und Crossland (ibidem) isoliert
wurde. Der CaMV-Promotor sollte in der konstitutiven Überexpression
von AlaAT resultieren, während
hingegen btg-26 und trg-31 eine Überexpression
von AlaAT nur unter den Bedingungen von einem spezifischen Stress,
einschließlich
Trockenstress, induzieren sollten.
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Plasmid-Konstrukte
-
Der
AlaAT-cDNA-Klon 3A aus der Gerste (wie in 5 dargestellt
und Muench und Good, ibidem) wurde in den pT7T3-19U-Vektor (Pharmacia, Kanada) geklont
und für
die ortsspezifische Mutagenese unter Verwendung von zwei spezifischen
Primern eingesetzt. Primer 1 führte
eine BamH1-Restriktionsseite zwischen den Nukleotiden 48–53 ein,
während
Primer 2 verwendet wurde, um eine zweite BamH1-Restriktionsseite
zwischen den Nukleotiden 1558–1563
einzuführen
(siehe 5). Das 1510 bp Fragment wurde anschließend in den
Vektor p25 (6) geklont, der mit BamH1 geschnitten
worden war. Der p25 war ein Geschenk von Dr. Maurice Moloney (Univ.
of Calgary, Calgary, Alta., Kanada). Dieses Konstrukt enthält den doppelten CaMV35S-Promotor,
von welchem gezeigt worden ist, dass er hohe konstitutive Spiegel
der Expression ergibt, und den NOS-Terminator, der in der Kpn1- und Pst1-Seite
von pUC19 mit einem BamH1-, XbaI- und PvuI-Polylinker zwischen der
CaMV- und der NOS-Region von dem Plasmid eingesetzt worden ist.
Das sich ergebende Plasmid wurde pCa2/AlaAT/NOS genannt, wie in 7A gezeigt.
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Die
Plasmide ptrg-31/AlaAT/NOS und pbtg-26/AlaAT/NOS wurden wie folgt
erzeugt. Der trg-31 Promotor wurde als ein 3,0 kb XbaI/BamH1-Fragment
in die XbaI/BamH1-Stelle von pCa2/AlaAT/NOS subkloniert, der mit
XbaI/BamH1 verdaut worden war, um nur den CaMV-Promotor freizusetzen,
was in einem 3 kb Promotorfragment resultierte, das vor den AlaAT-kodierenden
Bereich eingesetzt wurde. Btg-26/AlaAT/NOS wurde erzeugt durch Einsetzen
von einer BamH1-Seite bei den Nukleotiden +9 bis +14 (siehe 3)
und subklonieren von dem 330 bp Kpn1/BamH1-Fragment (von –320 bis +10 in 3)
in die Kpn1/BamH1-Seite von pCa2/AlaAT/NOS, welcher verdaut worden
war, um den CaMV-Promotor
freizusetzen. Die Plasmidkonstrukte pbtg-26/AlaAT/NOS und ptrg-31/AlaAT/NOS
können
in den 7B, beziehungsweise 7C angesehen werden.
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Transformation
und Analyse von Brassica napus Pflanzen mit AlaAT-Konstrukten Sobald
die drei Plasmide, wie in den 7A, 7B und 7C dargestellt,
welche das AlaAT-Gen enthalten, durch die Restriktionsanalyse und
Sequenzierung bestätigt
worden waren, wurden sie in den Transformationsvektor pCGN1547 (8)
subkloniert. PCGN1547 ist ein binärer Vektor aus Agrobacterium,
der durch McBride und Sunlmerfelt (1990, Plant Mol. Biol. 14: 269–276) entwickelt
wurde. pCGN1547 enthält
das Neomycin-Phosphotransferase-II
Gen (NPTII), welches die Kanamycin-Resistenz kodiert. Diese Konstrukte
wurden anschließend in
den Agrobacterium Stamm EHA101 mittels Elektroporation unter Verwendung
von dem Protokoll von Moloney et al. (1989, Plant Cell Reports 8:
238–242)
eingeführt.
Die Bestätigung,
dass Agrobacteri um mit dem pCGN1547-Vektor, der das spezifische
Konstrukt enthält,
transformiert worden war, wurde mittels der Polymerase-Kettenreaktion
(PCR) durchgeführt.
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Es
wurden transgene Pflanzen unter Verwendung eines Keimblatt-Transformationsansatzes,
wie bei Moloney et al. (ibidem) beschrieben, hergestellt. Die Kanamycin-resistenten
Pflänzchen
wurden auf Erdboden übertragen
und dann wachsen lassen. Die Anfangsgeneration, oder die primären Transformanten,
wurden als die T0-Generation bezeichnet und es wurde ihnen gestattet,
sich durch Selbstbestäubung
zu vermehren. Jede nachfolgende Generation wurde in Tüten eingepackt,
um die Selbstung zu gewährleisten
und als die T1-, beziehungsweise T2-Generation bezeichnet. Alle
vermeintlichen T0-transgenen Pflanzen wurden auf die Einführung von
dem Agrobacterium-Konstrukt unter Verwendung von PCR-Primern, welche
das NPTII-Gen amplifizieren, hin untersucht und durch Testen auf
NPTII-Aktivität
wie durch Moloney et al. (ibidem) beschrieben.
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Analyse von transformierten Brassica Pflanzen,
welche die AlaAT-Konstrukte enthalten
-
Die
transgenen Pflanzen wurden auf ihre AlaAT-Aktivität folgendermaßen untersucht.
Es wurden die Extraktionen auf Eis durchgeführt, wie es kürzlich beschrieben
wurde (Good und Crosby, 1989, Plant Physiol. 90: 1305–1309).
Das Blattgewebe wurde gewogen und mit Sand in einem Mörser mit
dem Pistill in einem Extraktionspuffer vermahlen, der 0,1 M Tris-HCl
(pH 8,5), 10 mM Dithiothreitol, 15% Glycerol und 10% (w/v) PVPP
enthielt. Der Extrakt wurde durch Zentrifugation bei 6.000 min–1 geklärt und der Überstand
wurde auf die Enzymaktivität
hin untersucht. Die AlaAT-Tests wurden in der Alanin-zu-Pyruvat-Richtung,
wie es kürzlich
beschrieben wurde (Good und Crosby, ibidem), durchgeführt, unter
Verwendung von Alanin zum Starten der Reaktion.
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Nach
der Transformation von 20 Ca2/AlaAT/NOS, 24 btg-26/AlaAT/NOS und 21 trg-31/AlaAT/NOS wurden
Pflanzen hergestellt, welche transformiert zu sein schienen, basierend
auf der Amplifikation von einem NPTII PCR-Produkt und der NPT-Aktivität. Die AlaAT-Aktivität wurde,
unter Verwendung des oben beschriebenen Verfahrens, in dem Blattgewebe
von verschiedenen von diesen Transformanten gemessen. Wie es aus Tabelle
1 ersichtlich ist, wiesen die btg-26/AlaAT/NOS Pflanzen AlaAT-Aktivitätsspiegel
auf, welche in dem Bereich von dem 1,63- bis 3,89-fachen von dem
der Wildtyp-Kontrollpflanzen lag. Die CA2/AlaAT/NOS-Pflanzen wiesen
Aktivitätsspiegel
auf, welche in dem Bereich von dem 1,51- bis 2,95-fachen von dem
der Wildtyp-Kontrollpflanzen
lag. Die Western-Blots bestätigten,
dass die transgenen Pflanzen erhöhte
Spiegel von AlaAT aufwiesen, basierend auf der Kreuzreaktivität von einer
Bande mit dem AlaAT-Antiköper
aus Gerste (nicht dargestellt).
| Tabelle
1: Alanin-Aminotransferase-(AlaAT) Aktivität in primären Transformanten |
| Pflanze | Aktivität* |
| Btg-26/AlaAT/NOS | |
| Transformant
#4 | 3,89
x |
| Transformant
#5 | 1,63
x |
| Transformant
#7 | 1,93
x |
| Transformant
#8 | 1,98
x |
| Transformant
#18 | 1,63
x |
| |
| Ca2/AlaAT/NOS |
| |
| Transformant
#1 | 1,51 x |
| Transformant
#2 | 2,77 x |
| Transformant
#6 | 1,61 x |
| Transformant
#7 | 2,95 x |
| Transformant
#9 | 2,14 x |
| Transformant
#12 | 1,91 x |
| Transformant
#13 | 177 x |
| * Die Enzymaktivität ist relativ
zu den Wildtyp-Kontrollen
ausgedrückt. |
-
Beispiel 3: Wachstum von primären Transformanten
unter normalen Bedingungen
-
Die
T1-Saat von den primären
Transformanten aus den Gruppen CaMV/AlaAT und btg-26/AlaAT wurde
zusammen mit den Wildtyp-Kontrollpflanzen unter normalen Bedingungen
wachsen lassen, einschließlich dem
Einpflanzen bei einer Tiefe von 1 cm in Kunststofftöpfe mit
einem Durchmesser von 13 cm, welche eine Erd- und Düngermischung,
wie bei Good und Maclagan (ibidem) beschrieben, enthalten. Diese
Töpfe wurden in
Wachstums-Kammern
unter den folgenden Bedingungen platziert: i) 16 Stunden bei 265
mmol m2 Sek–1,
bereitgestellt durch VITA-LITE U.H.O. Fluoreszenzlampen, ii) Tag-
und Nacht-Temperaturen von 21°C,
beziehungsweise 15°C,
iii) relative Luftfeuchtigkeit von 85–97% und iv) tägliches
Bewässern
mit Hoagland's-Lösung der 1/2 Stärke. Der
einzige beobachtbare Unterschied, der zwischen den Pflanzen festgestellt
wurde, war, dass die btg-26/AlaAT-Pflanzen dickere Stängel aufwiesen,
wenn sie mit den Kontrollen und den CaMV/AlaAT-Pflanzen verglichen
wurden.
-
Keine
bedeutungsvollen Unterschiede wurden zwischen den drei Gruppen hinsichtlich
der Wachstumsgeschwindigkeit, der Pflanzen- oder Blattgröße oder
der Seneszenz des Blattes bei identischen Zeitpunkten, der Zeit
bis zur Reife, der Saatgutgröße oder
dem Saatgutertrag festgestellt.
-
Beispiel 4: Wachstum von primären Transformanten
unter Stickstoffmangelernährungs-/Trockenheits-Bedingungen
-
Die
Tl-Saat von den primären
Transformanten aus den Gruppen CaMV/AlaAT und btg-26/AlaAT wurde zusammen
mit den Wildtyp-Kontrollpflanzen für vier Wochen unter normalen
Bedingungen wachsen lassen wie oben angemerkt), und danach einem
Stickstoffmangel unterworfen wurden, indem für drei Wochen nur mit Wasser
bewässert
wurde, gefolgt von Trockenheit für
3 Tage. Die 9 zeigt repräsentative Pflanzen aus den drei
Gruppen nach der Behandlung bei identischen Zeitpunkten. Die Pflanze
A ist eine Wildtyp-Kontrollpflanze, die Pflanze B enthält ein CaMV/AlaAT-Konstrukt
und die Pflanze C enthält
ein btg-26/AlaAT-Konstrukt. Es kann festgestellt werden, dass die
Pflanze C (btg-26) deutlich eine schnellere Wachstumsgeschwindigkeit
aufweist als die Pflanzen A (Kontrolle) und B (CaMV/AlaAT). Darüber hinaus
sind Blätter
mit Seneszenz (durch Pfeile gekennzeichnet) an den Pflanzen A und
B vorhanden, während
die Pflanze C keine Blätter
mit Seneszenz aufweist. Zusammengefasst, in den behandelten btg-26/AlaAT-Pflanzen
wurde das folgende beobachtet, wenn sie mit den behandelten CaMV/AlaAT-
und Kontrollpflanzen verglichen wurden: eine schnellere Wachstumsgeschwindigkeit,
größere Pflanzen
bei ähnlichen
Zeitpunkten, weniger Seneszenz in den unteren Blättern, eine frühere Reife,
dickere Stängel,
größeres Saatgut
und höhere
Saatguterträge.
-
Beispiel 5: Gewebe-spezifische Expression
von Genen unter Verwendung des btg-26 Promotors
-
Um
zu bestimmen, ob die Gene unter der regulatorischen Kontrolle von
dem btg-26-Promotor in einer gewebespezifischen Art und Weise exprimiert
werden, wurden Experimente durchgeführt, in denen die Spiegel von
dem exprimierten Proteinprodukt von einem Transgen, das unter die
Kontrolle von dem btg-26-Promotor gestellt
wurde, entweder in den Schösslingen
oder den Wurzeln von einer transgenen Pflanze, die das btg-26-Konstrukt enthält, gemessen
wurden. Es wurden sowohl ein Reportergen (GUS) als ebenfalls ein
funktionelles Gen von Inte resse (AlaAT) verwendet und die Expression
von ihren entsprechenden Proteinprodukten entweder in den Pflanzenschösslingen
oder den Wurzeln der transgenen Pflanzen sowohl qualitativ als ebenfalls
quantitativ bestimmt.
-
Herstellung der btg-26/GUS transgenen
Pflanzen
-
Die
Pflanzen, welche das GUS-Reportergen unter der regulatorischen Kontrolle
von dem btg-26-Promotor exprimieren, wurden hergestellt. Zuerst
wurde ein btg-26/GUS-Plasmid durch Einfügen von einem 300 bp Kpn1/BamH1
btg-26-Promotor-Fragment in die Kpn1/BamH1-Stelle von pBI101, welches
verdaut worden war, um den CaMV-Promotor freizusetzen, erzeugt.
Dieses Plasmid wurde anschließend
in den Transformationsvektor pCGN1547 subkloniert, welcher in den
Agrobacterium-Stamm EHA101 mittels Elektroporation unter Verwendung
von dem Protokoll von Moloney et al. (ibidem) eingeführt wurde.
Die Bestätigung,
dass die Brassica-Pflanzen transformiert worden waren, wurden erhalten
durch a) die PCR-Amplifikation von dem NPTII-Gen, welches für die Neomycin-Phosphotransferase
kodiert, und b) mittels Testen auf NPTII-Aktivität, wie beschrieben bei Moloney
et al. (ibidem). Es wurde den transgenen Pflanzen die Selbstbestäubung ermöglicht und
danach die T1-Pflanzen der Selbstung unterzogen, um das T2-Saatgut
zu produzieren. Das T2-Saatgut wurde unter Verwendung von einem
Kanamycin-Resistenztest (Moloney et al., 1989, supra) untersucht,
um zu gewährleisten,
dass das Saatgut homozygot war.
-
GUS-Anfärbung von btg-26/GUS transgenen
Linien in vivo
-
Um
die Gewebeverteilung von der Expression des GUS-Gens aus dem btg-26/GUS-Konstrukt
innerhalb der transgenen Pflanzen, die in dem vorherigen Abschnitt
beschrieben wurden, zu bestimmen, wurde die Aktivität von GUS
in den unterschiedlichen Geweben durch die Verwendung von einer
kolorimetrischen Reaktion nachgeprüft, deren Ergebnisse visuell
abgeschätzt
werden können.
Die Pflanzen wurden gekeimt und hydroponisch unter sterilen Bedingungen
in modifiziertem Long Ashton-Medium (Savidov et al. 1998) in Magenta-Gläsern, welche
mit Luft durchsprudelt wurden, wachsen lassen. Die fünf Wochen
alten Pflanzen wurden auf in vivo GUS-Aktivität angefärbt durch Ersetzen der MS-Medien
mit 50 mM Phosphat-Puffer (pH 7,5), der 0,2 mM X-Gluc (5-Brom-4-chlor-3-indolyl-beta-glucuronsäure) enthielt,
und Inkubieren der Pflanzen in diesem Medium für 24 Stunden. Das Wurzelgewebe
wurde dann unter einem Sezier-Mikroskop
bei der angegebenen Vergrößerung betrachtet
und danach Fotos davon gemacht. Wie in 10 dargestellt,
lenkt der btg-26 Promotor die Expression von einem Reportergen (GUS)
in den Wurzelhaaren (Feld B) und einer einzelnen Schicht von epidermalen
Zellen in den Wurzeln (Felder C und D). Darüber hinaus lenkt der Promotor
die Expression in der Wurzelspitze, dem Zellteilungsbereich und
dem Bereich der Zellexpansion (Felder A–D).
-
GUS-Anfärbung von btg-26/GUS transgenen
Linien in vitro
-
Der
oben beschriebene Anfärbungs-Test
gestattete eine qualitative, visuelle Analyse von dem Expressionsmuster
von dem btg-26/GUS-Konstrukt in den unterschiedlichen Geweben von
der transgenen Pflanze. Um eine quantitative Analyse von der Gewebeverteilung
der btg-26-gelenkten Expression zu erhalten, wurden die Spiegel
von der GUS-Aktivität
in den unterschiedlichen Geweben von der transgenen Pflanze ebenfalls
gemessen. Die Pflanzen wurden wie oben beschrieben (GUS-Anfärbung von
transgenen btg-26/GUS-Linien in vivo) wachsen lassen und das Gewebe
wurde geerntet und in GUS-Testpuffer zerrieben. Die in vitro GUS-Aktivität wurde
wie bei Gallagher, S. R. (1992) GUS Protocols: Using the GUS Gene
as a Reporter of Gene Expression. Academic Press: New York, ISBN
0-12-274010-6, gemessen. Wie in 11 dargestellt,
lenkt der btg-26-Promotor die Expression von einem Reportergen (GUS)
in dem Wurzelgewebe signifikant stärker als in dem Schösslings-
(Blatt-) Gewebe (zwischen etwa zweifach und etwa 20-fach stärker).
-
Unterschiedliche
Expression von dem AlaAT-Transgen in den Wurzeln und Blättern von
den transgenen btg-26/AlaAT-Linien Um zu bestimmen, ob das btg-26/AlaAT-Konstrukt,
welches kürzlich
beschrieben wurde, in einer gewebespezifischen Art und Weise, ähnlich zu
der von dem btg-26/GUS-Konstrukt, exprimiert wird, wurde die Expression
von AlaAT in dem Wurzel- und Blattgewebe von den transgenen Pflanzen
durch Reverse Transkriptase-PCR (RT-PCR) festgestellt. Diese Methodologie
ermöglicht
den sensitiven Nachweis des Vorhandenseins von AlaAT-mRNA und, gekoppelt
mit densitometrischen Methoden, gestattet sie die Quantifizierung
von dem translatierten Produkt in einem bestimmten Gewebe von der
transgenen Pflanze.
-
Die
unterschiedliche Expression von dem AlaAT-Transgen in den Wurzeln
und Blättern
von den transgenen btg-26/AlaAT-Linien
wurde unter Verwendung von RT-PCR wie in den gewöhnlichen Molekularprotokollen
beschrieben, durchgeführt. 12 stellt
eine Southern-Blot-Analyse von den RT-PCR-Produkten aus der Blatt-
und Wurzel-RNA dar. Das Blattgewebe wurde von 5 Wochen alten Pflanzen
geerntet, welche wie oben beschrieben (GUS-Anfärbung von transgenen btg-26/GUS-Linien
in vivo) wachsen lassen wurden, während hingegen das Wurzelgewebe
von Pflanzen geerntet wurde, die wie nachfolgend beschrieben (Unterschiedliche
Expression von dem AlaAT-Transgen in dem Wurzelgewebe von den transgenen
btg-26/AlaAT-Linien) wachsen lassen wurden. Mit Primern wurde ein
381 bp Produkt an dem 5'-Ende von dem AlaAT-Transgen
und ein 311 bp Produkt amplifiziert, welches keine Homologie zu
der AlaAT-cDNA aufweist. Basierend auf der relativen Densitometrie
von dem 381 bp Produkt (gekennzeichnet unterhalb von jeder Spur
in 12) ist es offensichtlich, dass der btg-26-Promotor
die Expression von dem Transgen vorzugsweise (1,25- bis 2,8-fach
größere Expression)
in dem Wurzelgewebe in denjenigen transgenen Linien lenkt, welche
den N-effizienten Phänotyp
aufweisen (und infolgedessen bekannt sind, das AlaAT-Proteinprodukt
zu exprimieren).
-
Unterschiedliche Expression von dem AlaAT-Transgen
in dem Wur zelgewebe von transgenen btg-26/AlaAT-Linien
-
Die
visuelle Bestätigung
von den obigen Ergebnissen wurde mittels der Immunolokalisation
von dem AlaAT-Proteinprodukt in den Wurzelgeweben von Pflanzen,
welche das btg-26/AlaAT-Konstrukt
enthielten, erreicht. Die Pflanzen wurden hydroponisch in modifiziertem
Long Ashton-Medium (Savidov et al. 1998, Plant Sci. 133: 33–45) in
einer Anzuchtkammer (18 Grad Celsius, 350 uE, 16 Std. Licht/8 Stunden
Dunkelheit) wachsen lassen. Die Wurzeln wurden nach 5 Wochen herausgeschnitten
und unter der Verwendung von einem AlaAT-Antikörper angefärbt. Das Anfärben beinhaltet
das Einbetten der Wurzeln in Paraffin, das Schneiden mit einem Mikrotom
und das anschließende
Verwenden von einem AlaAT-spezifischen Antikörper (Muench, D. G. und A.
G. Good (1994) Plant Mol. Biol. 24: 417–427) und einem Ziege-Anti-Kaninchen Peroxidase-Sekundärantikörper, wie
in den gebräuchlichen
Immunolokalisierungsprotokollen beschrieben.
-
Spezifischer,
die Gewebe wurden in FAA (50% Ethanol, 5% Essigsäure, 10% Formalin) fixiert,
in tert-Butanol entwässert
und in Paraffin eingebettet. Schnitte mit einer Dicke von 10 Mikrometern
wurden in Xylol entparaffiniert, anschließend wurden sie rehydriert
und mit PBS, das 3% Trockenmilch ohne Fett enthält, für 3 Stunden geblockt. Die Schnitte
wurden auf Glas-Objektträgern, die
mit Poly-L-Lysin beschichtet waren, um die Adhäsion zu unterstützen, aufgezogen.
Der Antikörper
wurde 1:100 mit PBS verdünnt
und dieser verdünnte
Antikörper
wurde anschließend
mit den auf Objektträgern
aufgezogenen Schnitten für
1 Stunde inkubiert. Nach der Inkubation wurden diese Gewebeschnitte äußerst gründlich mit
PBS gewaschen. Die Gewebeschnitte wurden darauf folgend für 1 Stunde
mit einem Anti-IgG-Sekundärantikörper (verdünnt 1:300
in PBS) inkubiert, der mit alkalischer Phosphatase gekoppelt ist.
Die Farbentwicklung wurde in AP-Puffer (100 mM Tris-HCl, pH 9,5,
100 mM NaCl, 5 mM MgCl2) unter der Verwendung
von 5-Brom-4-chlor-3-indolylphosphat (BCIP)
(0,005% [w/v]) und Nitroblautetrazolium (NBT) (0,01% [w/v]) als
Substrate durchgeführt.
Die entwickelten Schnitte wurden entwässert und aufgezogen. Wie in 18 dargestellt,
exprimierten die btg-26/AlaAT-Pflanzen
das AlaAT-Gen in einer ähnlichen
Art und Weise zu derjenigen, die in den transgenen btg-26/GUS-Pflanzen
zu sehen war, wobei das gewebespezifische Expressionsmuster identisch
war (siehe 18).
-
Unterschiedliche
Expression von dem AlaAT-Transgen in dem Blattgewebe von den transgenen btg-26/AlaAT-Linien
Die gewebespezifische Expression von dem AlaAT-Transgen in den Blättern von
transgenen Pflanzen, welche das btg-26/AlaAT-Konstrukt enthielten, das davor
mittels RT-PCR (siehe oben) identifiziert worden war, wurde durch
die Verwendung von spektroskopischen Tests bestätigt, welche die enzymatische
Aktivität
von AlaAT in den Extrakten von den Blättern aus den transgenen und
den Kontrollpflanzen messen. Die Pflanzen wurden in einer Standard-Eintopfmischung
(Sand, Torfmoos, Erde und langsam freisetzender Dünger, N/P/K)
mit oder ohne eine zusätzliche
Stickstoff-Behandlung wachsen lassen. Die Pflanzen wurden für 5 Wochen
in einer Anzuchtkammer unter Standardbedingungen wachsen lassen
und danach wurden FG (Frischgewicht), TG (Trockengewicht), Blattfläche und
Stängeldurchmesser
gemessen. Die Blattproteine wurde mittels Zermahlen des Blattgewebes
(0,2 Gramm/ml) mit dem Pistill in einem Mörser in Extraktionspuffer (0,1
M Tris-HCl, pH 8,0), der 10 mM Dithiothreitol und 10% Glycerol enthält, extrahiert.
Die AlaAT-Aktivität
wurde im Wesentlichen wie beschrieben (Good und Muench, supra) spektralphotometrisch
untersucht. Die Reaktionsmischung enthielt 5 mM 2-Oxoglutarat, 0,1
mM NADH, 100 mM Tris-HCl (pH 8,0), 5 Einheiten an LDH (Sigma L1254)
und 20 μl
Enzymextrakt auf ein Endvolumen von 1 mL. Die Reaktion wurde durch
die Zugabe von 25 mM Alanin gestartet und die Absorptionsänderung
wurde bei 340 nm und 21°C
gemessen. Wie aus 13 ersichtlich ist, weisen die
transgenen btg-26/AlaAT-Pflanzen gesteigerte Spiegel der AlaAT-Aktivität in dem
Blattgewebe auf.
-
Unterschiedliche Induktion
von dem AlaAT-Transgen in den Pflanzenschösslingen und Wurzeln unter
der Verwendung von Salz
-
Es
war demonstriert worden (Beispiel 1), dass die Expression von Genen
unter der Kontrolle von dem btg-26-Promotor durch die Behandlung
mit NaCl, in einer konzentrationsabhängigen Art und Weise, angeschaltet
werden konnte. Um zu bestimmen, ob die gewebespezifische Expression
von AlaAT in Pflanzen, welche für
das btg-26/AlaAT-Konstrukt transgen sind, ebenfalls durch eine Salzbehandlung
herbeigeführt
werden könnte,
wurde das folgende Experiment durchgeführt. Die Pflanzen wurden hydroponisch
in einer modifizierten Long Ashton's Nährlösung, welche
0,5 mM Nitrat enthielt, innerhalb von Anzuchtskammern in 60-Liter
Tanks wachsen lassen. Nach einem Alter von 4 Wochen wurden unterschiedliche
Konzentrationen an Salz zu den Medien hinzugefügt und der Spiegel von der
AlaAT-Aktivität 36 Stunden
nach der Zugabe von NaCl gemessen, wie beschrieben bei Good und
Muench (1992, ibidem). Die Ergebnisse sind in den 14 und 15 dargestellt.
während
in den Schösslingen
und den Wurzeln des Wildtyps, die salzbehandelten Pflanzen eine
erniedrigte AlaAT-Aktivität
gegenüber
den nicht behandelten Kontrollen aufwiesen, offenbaren sowohl die
salzbehandelten transgenen btg-26/AlaAT Schösslinge als ebenfalls die Wurzeln
bedeutungsvolle Zunahmen in der AlaAT-Aktivität gegenüber den nicht behandelten Kontrollen
(siehe z. B 18). Dies demonstriert, dass
die Expression von dem AlaAT-Gen in dem Wurzel- und Schösslings-Gewebe
durch die Zugabe von einer induzierenden Verbindung, in diesem Falle
NaCl, angeschaltet werden kann.
-
Die
unterschiedliche Expression des AlaAT-Gens, wenn sie durch Salz
induziert wird, resultiert in gesteigerten Wachstumsraten, verglichen
mit den nicht-transformierten Kontrollen Es war vorangehend sichergestellt
worden (Beispiel 4), dass die Pflanzen, welche das btg-26/AlaAT-Konstrukt
in sich tragen, in ihrem Wachstum sichtbar gegenüber den Konztrollpflanzen unter
den Bedingungen wie Stickstoffmangel oder Trockenheit verbessert
waren. Die oben wiedergegebenen Ergebnisse veranschaulichen, dass
die AlaAT-Expression, wie sie durch den btg-26-Promotor gelenkt
wird, nicht nur für
die Pflanzenschösslinge
(siehe 14), sondern ebenfalls für die Wurzeln
(siehe 18) gewebespezifisch ist. Es
wurden Experimente durchgeführt, um
quantitativ zu bestimmen, ob die unmittelbare Behandlung von transgenen
Pflanzen, welche das btg-26/AlaAT-Konstrukt
enthalten, mit NaCl in einer ähnlichen
Wachstumswirkung in einem oder in beiden von den Pflanzengeweben
resultiert, von denen nachgewiesen wurde, dass sie eine signifikante
AlaAT-Expression aufweisen (z. B. in Schösslingen und Wurzeln). Die
Pflanzen wurden hydroponisch innerhalb von Anzuchtskammern in 60-Liter
Tanks (wie oben beschrieben) in einer modifizierten Long Ashton's Nährlösung, welche 0,5
mM Nitrat enthielt, wachsen lassen. Nach einem Alter von 4 Wochen
wurden unterschiedliche Konzentrationen an Salz zu den Medien hinzugefügt und das
Frischegewicht und das Trockengewicht von den Wurzeln gemessen.
Wie in 16 dargestellt, findet ein verstärktes Wachstum
(wie durch die Biomasse gemessen) in Pflanzen, welche das AlaAT-Gen
in dem Wurzelgewebe (Felder B und D) exprimieren, durch das Hinzufügen von
einer induzierenden Verbindung (wie zum Beispiel NaCl) statt, wenn
mit den Wildtyp-Kontrollpflanzen unter gleichartigen Bedingungen
(Felder A und C) verglichen wird. Diese Wachstumswirkung ist so
hinreichend signifikant, dass sie optisch wahrgenommen wird (17);
die btg-26/AlaAT-Pflanzen, welche für 2 Wochen nach einem Alter
von 4 Wochen mit 100 mM NaCl behandelt wurden, dargestellt auf der
rechten Seite von der Figur, sind sichtbar im Wachstum gegenüber den
Wildtyp-Pflanzen verbessert, die unter denselben Bedingungen behandelt
wurden, dargestellt auf der linken Seite von der Figur.
-
Beispiel 6: Wirkung der Expression von
btg-26/AlaAT in Pflanzen auf die Biomasse und den Saatgutertrag.
-
Die
transformierten Brassica napus Pflanzen, die btg26/AlaAT enthalten,
wurden, wie in Beispiel 2 beschrieben, hergestellt. Die transgenen
und die nativen Pflanzen (Westar) wurden innerhalb von Parzellen
unter ackerbaulichen Standard verfahren gepflanzt und unter Freilandbedingungen
in der Anwesenheit oder Abwesenheit von zugesetztem Stickstoff wachsen
lassen. Zu dem Zeitpunkt der Pflanzung enthielt der Erdboden 15,9
bis 22,7 kg (35 bis 50 lbs) an verfügbarem Stickstoff/Morgen Ackerland.
Die Kontrollgruppe von den Pflanzen (gekennzeichnet als „niedrig" in den 19A und B) wurde mit etwa 9 kg (20 lbs)/Morgen
Kalium (K), 20,4 kg (45 lbs)/Morgen Phosphor (P) und 0 kg (0 lbs)/Morgen
Stickstoff (N) gedüngt.
Die behandelten Pflanzen (gekennzeichnet als „hoch" in den 19A und
B) wurden mit etwa 9 kg (20 lbs)/Morgen Kalium (K), 20,4 kg (45
lbs)/Morgen Phosphor (P) und 45,3 kg (100 lbs)/Morgen Stickstoff
(N) gedüngt.
Das Pflanzenmaterial, das während
der generativen Entwicklungsphase erhalten wurde, wurde für die Bestimmungen
der Gesamtmenge der Pflanzenbiomasse (Frisch- und Trockengewichte
wurden bestimmt) verwendet. Der Saatgutertrag wurde auf einer Pro-Parzellen-Basis bestimmt.
-
Wie
unter Bezugnahme auf 19A gesehen werden
kann, nahm die gesamte Pflanzenbiomasse in den Kontrollpflanzen
in der Anwesenheit von „hoch" Stickstoff zu, wenn
sie mit der von Pflanzen verglichen wurde, die keinen zusätzlichen
Stickstoff (N) („niedrig" in 19A)
erhalten hatten. Die transgenen Pflanzen, welche btg-26/AlaAT exprimieren
(53F und 81B), weisen jedoch ähnliche
Erträge
auf, ungeachtet der Verfügbarkeit
von Stickstoff (N). Darüber
hinaus waren die Erträge,
die bei den transgenen Pflanzen in der Anwesenheit („hoch") oder der Abwesenheit
(„niedrig") von zusätzlichem
Stickstoff (N) beobachtet wurden, äquivalent zu den Kontrollpflanzen,
die Stickstoff (N) („hoch") erhielten. 19A stellt die Ergebnisse von der Pflanzenbiomasse
auf der Basis des Trockengewichtes dar, ähnliche Ergebnisse wurden auf
der Basis des Frischgewichtes beobachtet. Diese Ergebnisse veranschaulichen,
dass die ektopische Expression von einem Gen, welches ein Enzym
kodiert, das mit der Assimilation oder dem Stoffwechsel von Stickstoff
verbunden ist, zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf AlaAT, in einer gesteigerten
Pflanzenbiomasse unter einer Reihe von Stickstoff- (N-) Bedingungen
resultiert.
-
Unter
Bezugnahme auf 19B kann erkannt werden,
dass die Kontrollpflanzen, welche zusätzlichen Stickstoff (N) erhalten
hatten, einen höheren
Ertrag an Saatgut produzierten als diejenigen Pflanzen, die unter gleichartigen
Bedingungen wachsen lassen wurden, die aber keinen zusätzlichen
Stickstoff (N) erhielten. Die transgenen Pflanzen, welche btg-26/AlaAT
exprimierten, wiesen jedoch höhere
Erträge
auf als die Kontrollpflanzen in der Anwesenheit oder Abwesenheit
von zusätzlichem
Stickstoff (N). Darüber
hinaus waren die Erträge,
welche bei den transgenen Pflanzen beobachtet wurden, mit entweder
hohem oder niedrigem Stickstoff (N) gleichwertig. Diese Ergebnisse
veranschaulichen, dass die ektopische Expression von einem Gen,
welches ein Enzym kodiert, das mit der Assimilation oder dem Stoffwechsel
von Stickstoff verbunden ist, zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf
AlaAT, in einem gesteigerten Saatgutertrag unter einer Reihe von
Stickstoff- (N-) Bedingungen resultiert.
-
Zusammengefasst
weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass transgene Pflanzen, die
ektopisch ein Enzym exprimieren, das in der Assimilation oder dem
Stoffwechsel von Stickstoff eingebunden ist, in der Lage sind, die
Verwertung von zur Verfügung
stehendem Stickstoff unter einer Reihe von Bedingungen für den zur Verfügung stehenden
Stickstoff zu optimieren, wodurch eine Steigerung in der Pflanzenbiomasse,
dem Saatgutertrag oder einer Kombination daraus resultiert.