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Die
Erfindung betrifft die gyroskopischen Betätigungssysteme, die in den
Satelliten verwendet werden, und genauer ein Leitgesetz für ein gyroskopisches
Betätigungssystem.
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In
den Satelliten werden gyroskopische Betätigungssysteme verwendet, die
von mehreren in Drehung angetriebenen kinetischen Rädern gebildet
sind. Die Achsen der Räder
sind auf Kardanantrieben montiert. Jedes Betätigungssystem bewahrt sein
hinsichtlich der Amplitude konstantes kinetisches Moment und erzeugt ein
Moment, wobei es die Richtung seines kinetischen Moments im Satellitenrichtpunkt
mit Hilfe des Kardanantriebs verändert.
Die Bewegungen der Kardanantriebe des Systems rufen eine Veränderung
des gesamten kinetischen Moments des Systems hervor; solche Veränderungen
ermöglichen
es, das Verhalten des Satelliten zu kontrollieren. Es ist somit
in der Folge unterschiedslos von Verhaltensänderung oder Änderung
des kinetischen Moments die Rede; dieser letztgenannte Begriff wäre allerdings
der besser geeignete Begriff, wenn nur das Betätigungssystem unabhängig von
einem Satelliten betrachtet wird.
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In
diesem Zusammenhang wird kinetisches Moment eines Betätigungselements
auf an sich bekannte Weise ein Vektor genannt, dessen Richtung jene
der Drehachse des Betätigungselements
ist, und dessen Stärke
gleich dem Produkt des Trägheitsmoments
des Betätigungselements
mal der Drehgeschwindigkeit ist. Die Richtung des kinetischen Moments
ist durch eine Vereinbarung in Verbindung mit der Ausrichtung des Richtpunktes
im Raum vorgegeben. Das kinetische Moment eines Betätigungssystems
ist gleich der vektoriellen Summe der kinetischen Momente der verschiedenen
Betätigungselemente.
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Ein
Problem, das sich bei solchen gyroskopischen Betätigungssystemen ergibt, ist
jenes der singulären Konfigurationen
oder Singularitäten
des Systems. „Interne
Singularität" wird eine Konfiguration
der Betätigungselemente
genannt, bei der das kinetische Moment nicht maximal ist, aber bei
der es nicht möglich
ist, das kinetische Moment ohne Verletzung einer Anforderung zu
erhöhen;
die Anforderung ist typischerweise eine Beschränkung der Drehgeschwindigkeit
des Kardanantriebs eines Betätigungselements.
In einem Leitgesetz, das eine Steuerung zur Winkelgeschwindigkeit
der Kardanantriebe der Betätigungselemente
in Abhängigkeit
vom Moment oder vom gewünschten
kinetischen Moment durch Umkehr einer Matrix liefert, ist eine Singularität analytisch
durch eine Matrixdeterminante, die gegen Null geht, zu erklären; diese
führt zu
einer Geschwindigkeitssteuerung, die ins Unendliche geht, und somit
zu einer Sättigung
der Kippmotoren.
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„Externe
Singularität" wird eine Konfiguration
genannt, bei der das kinetische Moment des Betätigungssystems in eine Richtung
maximal ist; typischerweise wird eine solche Singularität erreicht,
wenn alle kinetischen Momente aller Betätigungselemente kolinear und
von derselben Richtung sind, oder wenn die Komponenten der kinetischen
Momente aller Betätigungselemente
entlang einer gegebenen Achse maximal sind.
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Es
wird das Beispiel eines Systems betrachtet, das von vier Betätigungselementen
gebildet ist; für
ein solches System wird eine mögliche
interne Singularität
erzielt, wenn die kinetischen Momente aller Betätigungselemente in eine selbe
Richtung gehen, wobei die Momente von drei Betätigungselementen in eine Richtung
gehen und das Moment des vierten Betätigungselements in die andere
Richtung geht. Es ist verständlich, dass
es bei einer solchen Konfiguration zur weiteren Erhöhung des
kinetischen Moments des Betätigungssystems
notwendig ist, die Achse des vierten Betätigungselements umzudrehen.
Ein solches Umdrehen führt
zu Komponenten senkrecht auf die Richtung der Betätigungselemente;
bei einem plötzlichen
Umdrehen besteht die Gefahr der Verletzung einer Anforderung im
Hinblick auf die Drehgeschwindigkeit eines Kardanantriebs eines
Betätigungselements.
Das Vorgehen über
eine Singularität
ist somit für
die Verhaltenssteuerung eines Satelliten nicht wünschenswert: entweder führt es zu
Komponenten mit nicht gewünschtem
kinetischen Moment, oder es führt
zu einer Verletzung einer Anforderung im Hinblick auf die Bewegungen
der Betätigungselemente.
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Es
ist eindeutig nicht möglich,
die externen Singularitäten
eines Betätigungssystems
zu vermeiden, da diese Singularitäten durch die dem System inhärenten Beschränkungen
hervorgerufen werden. Es ist allerdings wünschenswert, die internen Singularitäten zu vermeiden.
Dieses Problem stellt sich insbesondere, wenn das Betätigungssystem
für die
Verhaltenssteuerung eines Satelliten verwendet wird. In der Folge
wird der Begriff der Singularität
verwendet, um die internen Singularitäten des Betätigungssystems zu bezeichnen.
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FR-A-2 786 283 beschreibt
ein Verfahren zur Steuerung des Verhaltens eines Satelliten durch
Steuerung der Geschwindigkeit der Kardanantriebe von Girodynen einer
Gruppe von Girodynen. Dieses Dokument schlägt, vor, auf Basis von Anfangs-
und Endbedingungen hinsichtlich Verhalten/Winkelgeschwindigkeit/Zeit eine
von jeder Einzelkonfiguration entfernte Gruppenkonfiguration zu
bestimmen, so dass der Wechsel des kinetischen Moments zum gewünschten
Manöver
führt.
Dieses Dokument schlägt
dann vor, gleichzeitig und unabhängig
die Ausrichtung jedes Kardanantriebs in seine Sollausrichtung mit
Hilfe eines Winkelpositionssollwerts zu bringen, der in offener
Schleife in die lokale Steuerung der Winkelposition der Kardanantriebe
gesandt wird. Gemäß diesem
Dokument ist der Sollwert in offener Schleife gleichsam unmittelbar
im Vergleich mit der Antwortzeit der Steuerung in geschlossener
Schleife des Verhaltenskontrollsystems. Diese Lösung führt allerdings zu Störungen bei
der Verhaltensleitung des Satelliten; die Genauigkeit der Winkelposition
der Kardanantriebe kann tatsächlich
einige Mikroradian betragen; eine offene Schleife, auch wenn sie
von geringer Dauer ist, hat Auswirkungen auf die Genauigkeit der
Leitung. Ferner setzt diese Lösung
eine lange Beruhigungszeit voraus; die durch das Anlegen des Winkelsollwerts
in offener Schleife hervorgerufenen Störungen sind noch am Ende der
Verhaltensänderung
spürbar.
Schließlich
setzt diese Lösung
für eine
gegebene Leitstrategie gyroskopische Betätigungssysteme voraus, die
eine hohe Geschwindigkeit der Kardanantriebe ertragen können – mit anderen
Worten, die ein hohes Ausgangsmoment aufweisen.
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Der
Abschnitt des Standes der Technik dieses Dokuments beschreibt ein
Verfahren zur lokalen Leitung; dieses Verfahren ermöglicht es
nicht, die Singularitäten
zu vermeiden. Es wird ferner eine kontinuierliche globale Leitung
durch Berechnung der besten Rekonfigurationsbahn vor jedem Manöver beschrieben;
dieses Verfahren erfordert eine zu umfassende Berechnung, um eingebaut
werden zu können;
es ist somit notwendig, die Berechnung am Boden durchzuführen und
dann die Ergebnisse der Berechnung fernzuladen.
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Es
besteht somit ein Bedarf an einer Lösung zur Leitung eines gyroskopischen
Betätigungssystems, das
es ermöglicht,
die internen Singularitäten
zu vermeiden, das zu keinen oder wenigen Störungen des Verhaltens führt, und
das bei einer Änderung
eines gegebenen Verhaltens keine Überdimensionierung des Betätigungssystems
erfordert.
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Zusammenfassend
wird bei einer Ausführungsart
der Erfindung vorgeschlagen, eine endliche Zahl von Referenzkonfigurationen
zu identifizieren, die die Gesamtheit der möglichen Manöver ermöglicht. Da diese Zahl endlich
ist, kann eine ebenfalls endliche Zahl von kontinuierlichen und
vorberechneten Bahnen gespeichert werden, die es ermöglichen,
von einer Referenzkonfiguration zu einer anderen überzugehen.
Für ein
Manöver
reicht es nun aus, eine Referenzkonfiguration zu identifizieren,
die das Manöver
gestattet, dann, falls erforderlich, von einer aktuellen Konfiguration
zu der identifizierten Referenzkonfiguration mit Hilfe einer im Vorhinein
berechneten Bahn überzugehen.
Es ist somit möglich,
vor einem Manöver
von einer Konfiguration, die eine Singularität beim Manöver hervorrufen kann, zu einer
anderen Konfiguration überzugehen,
in deren Nähe
das Manöver
ohne Gefahr einer Singularität
durchgeführt
werden kann.
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Spezifischer
schlägt
die Erfindung ein Leitverfahren für ein gyroskopisches Betätigungssystem
nach Anspruch 1 vor.
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Vorzugsweise
wird das gyroskopische Betätigungssystem
durch ein Kontrollsystem in geschlossener Schleife gesteuert, und
der Schritt des Übergangs
erfolgt durch Einleiten eines Profils in das Kontrollsystem.
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Das
Profil kann durch Geschwindigkeiten der Kardanantriebe der gyroskopischen
Betätigungselemente,
durch Momente der Motoren der Kardanantriebe der gyroskopischen
Betätigungselemente
oder auch durch Stromstärken,
die an die Motoren der Kardanantriebe der gyroskopischen Betätigungselemente
angelegt werden, definiert sein.
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Bei
einer Ausführungsart
weist das Profil eine Geschwindigkeit der Kardanantriebe der Betätigungselemente
gleich Null am Anfang wie am Ende des Profils auf. Es kann auch
vorgesehen sein, dass ein Profil eine Beschleunigung der Kardanantriebe
der Betätigungselemente
gleich Null am Anfang wie am Ende des Profils aufweist. Es ist ferner
vorteilhaft, wenn das Profil eine Geschwindigkeit der Kardanantriebe
der Betätigungselemente
aufweist, die zuerst steigend und dann fallend ist, wobei die Geschwindigkeit
die maximal zulässige
Geschwindigkeit im gyroskopischen Betätigungssystem erreicht. In
diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn die maximal zulässige Beschleunigung
im gyroskopischen Betätigungssystem
erreicht wird, wenn die Geschwindigkeit steigend ist, und wenn die
Geschwindigkeit fallend ist.
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Der
Schritt des Übergangs
kann gleichzeitig mit dem Beginn der Erzeugung des kinetischen Moments erfolgen;
er kann auch eine Dauer unter 20%, vorzugsweise unter 10%, von der
Dauer der Erzeugung des kinetischen Moments aufweisen.
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Die
Erfindung schlägt
auch einen Satelliten vor, umfassend die Merkmale des Anspruchs
12.
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Vorzugsweise
weist der Satellit ein Kontrollsystem in geschlossener Schleife
für das
gyroskopische Betätigungssystem
und einen Eingang in offener Schleife auf, der eines der Profile
an das gyroskopische Betätigungssystem
anlegt.
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Das
im Satelliten gespeicherte Profil kann durch Geschwindigkeiten der
Kardanantriebe der gyroskopischen Betätigungssysteme, durch Momente
der Motoren der Kardanantriebe der gyroskopischen Betätigungselemente
oder auch durch Stromstärken,
die an die Motoren der Kardanantriebe der gyroskopischen Betätigungselemente
angelegt werden, definiert sein.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der Studie der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsarten
der Erfindung hervor, die als Beispiele angeführt sind und sich auf die beiliegenden Zeichnungen
beziehen, wobei:
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1 eine
schematische Darstellung eines gyroskopischen Betätigungssystems
ist;
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die 2 bis 4 Umhüllende des
kinetischen Moments für
die Referenzkonfigurationen des Systems aus 1 sind;
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die 5 bis 10 Schnittansichten
in verschiedenen Ebenen von den Umhüllenden der 2 bis 4 sind;
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11 ein
Graph des Positionsleitprofils eines gyroskopischen Betätigungssystems
ist;
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12 ein
Graph der Geschwindigkeit des Profils der 11 ist;
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13 ein
Graph der Beschleunigung des Profils der 11 ist;
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14 ein
Graph der dritten Ableitung des Profils der 11 ist;
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15 eine
schematische Darstellung der Steuerschleife des Betätigungssystems
ist.
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In
der nachfolgenden Beschreibung ist die Erfindung, um die Erklärung klarer
zu gestalten, unter Bezugnahme auf ein gyroskopisches Betätigungssystem
beschrieben, das ein kinetisches Moment gleich Null in Ruhestellung
aufweist; es handelt sich nur um ein herkömmliches Konfigurationsbeispiel
eines gyroskopischen Betätigungssystems.
Die Erfindung kann auch für
ein gyroskopisches Betätigungssystem
angewandt werden, das auch ein kinetisches Moment ungleich Null
aufweist.
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Bei
einer gegebenen Konfiguration der Betätigungselemente eines gyroskopischen
Betätigungssystems
gibt es Maximalwerte des kinetischen Moments des Betätigungssystems,
die erreicht werden können, ohne über eine
interne Singularität
zu gehen. Es ist somit möglich,
für eine
gegebene Konfiguration C des gyroskopischen Betätigungssystems, das ein kinetisches
Moment gleich Null aufweist, im Raum so genannte „freie" Richtungen oder
Richtungen ohne Singularitäten
zu definieren: auf Basis der gegebenen Konfiguration C kann ein
maximales kinetisches Moment in eine freie Richtung erreicht werden,
ohne über
eine interne Singularität
zu gehen.
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Dann
wird eine Anzahl von Konfigurationen Ci bestimmt,
die in der Folge Referenzkonfigurationen genannt werden, die derart
sind, dass die Gesamtheit der freien Richtungen alle möglichen
Richtungen abdeckt. Mit anderen Worten gibt es für jede mögliche Richtung des kinetischen
Moments eine Referenzkonfiguration, auf deren Basis ein maximales
kinetisches Moment in diese mögliche
Richtung erreicht werden kann, ohne über eine Singularität zu gehen.
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Wenn
die Referenzkonfigurationen definiert sind, ist jedes Manöver – d. h.
jede Wahl eines Werts eines zu erzeugenden kinetischen Moments – auf Basis
einer Referenzkonfiguration möglich.
Für ein
gegebenes Manöver
besteht das Problem, wenn das gyroskopische Betätigungssystem nicht in der
Nähe einer
Referenzkonfiguration ist, die das Manöver ermöglicht, darin, zu einer anderen
Referenzkonfiguration überzugehen,
die das Manöver
gestattet.
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Die
Erfindung beruht auf der Feststellung, dass es ausreicht, um jedes
Manöver
ohne die Gefahr von Singularitäten
zu ermöglichen,
eine endliche Zahl von Referenzkonfigurationen zu definieren. Da
die Zahl von Referenzkonfigurationen endlich ist, gibt es nur eine
endliche Zahl von möglichen Übergängen von
einer Referenzkonfiguration in eine andere. Aus diesem Grund reicht
es aus, im Vorhinein eine endliche Zahl von Profilen zu definieren,
die es ermöglichen,
von einer Referenzkonfiguration zu einer anderen überzugehen.
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Unter
Bezugnahme auf 1 ist ein Beispiel eines Systems
mit vier gyroskopischen Betätigungselementen mit
drei Referenzkonfigurationen und sechs Profilen beschrieben. Ein
System von vier Betätigungselementen
ist eine Lösung,
die es ermöglicht,
jede Richtung des kinetischen Moments zu erzeugen, wobei eine Redundanz
vorhanden ist. 1 zeigt eine schematische Darstellung
des Systems von gyroskopischen Betätigungselementen. In die Figur
ist ein direktes orthonormiertes Bezugszeichen (x, y, z) eingetragen;
dieses Bezugszeichen wird als direkt bezeichnet, da es für das kinetische
Moment ein Richtungsübereinkommen
definiert: eine Drehung der z-Achse, die die x-Achse auf die y-Achse
bringt, ist durch einen Vektor dargestellt, der auf der z-Achse
positiv ist. In der Figur ist punktiert die Struktur 2 des
Satelliten dargestellt. Die Betätigungselemente
sind auf den Seiten einer Pyramide angeordnet; zur einfacheren Erklärung wird
eine Pyramide angenommen, die einen Pyramidenwinkel von 45° aufweist;
mit anderen Worten bildet jede Seite der Pyramide mit der Vertikalen
einen Winkel von 45°.
Das erste gyroskopische Betätigungselement 4 weist
einen Kardanantrieb 6 auf, der um eine Achse 8 mit
einem Richtungsvektor (1, 0, 1) drehbeweglich ist. In der in der
Figur dargestellten Position wird das vom Kardanantrieb 6 getragene
Rad 10 in Drehung in der Ebene (x, z) in die Richtung angetrieben,
die den Einheitsvektor (1, 0, 0) zum Einheitsvektor (0, 0, 1) mitnimmt.
Das kinetische Moment weist somit einen positiven Wert entlang der
y-Achse auf, was
in der Figur durch den Vektor 12 dargestellt ist. Der kinetische
Momentvektor weist Koordinaten (0, h, 0) auf, wobei h das Produkt
des Trägheitsmoments
des Rades 10 mal der Drehgeschwindigkeit dieses Rades ist.
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Die
anderen Betätigungselemente 14, 16 und 18 des
gyroskopischen Betätigungssystems
weisen Drehachsen der Kardanantriebe auf, deren jeweilige Richtungen
(0, 1, 1), (–1,
0, 1) bzw. (0, –1,
1) sind. In der in 1 dargestellten Konfiguration
sind die kinetischen Momente der Räder der vier Betätigungselemente 4, 14, 16 und 18 jeweils
(0, h, 0), (–h,
0, 0), (0, –h,
0) bzw. (h, 0, 0); es wird hier angenommen, dass die vier Betätigungselemente
identisch sind. Die Konfiguration der Figur ist eine Konfiguration
des gesamten kinetischen Moments gleich Null.
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Für diese
Konfiguration ist die z-Richtung eine freie Richtung. Mit anderen
Worten ist es möglich,
ein maximales kinetisches Moment entlang der z-Achse zu erreichen,
ohne über
eine interne Singularität
zu gehen; es reicht dazu aus, jedes der Betätigungselemente um eine Vierteldrehung
(90°) entlang
der Drehachse des Kardanantriebs zu drehen. Es werden nun für die Betätigungselemente 4, 14, 16 und 18 kinetische
Momente erhalten, die folgende Koordinaten aufweisen: (–h/√2, 0, h/√2), (0, –h/√2, h/√2), (h/√2, 0, h/√2) bzw.
(0, h/√2,
h/√2).
Das gesamte kinetische Moment ist somit gleich (0, 0, 4√2h): es
ist entlang der z-Achse maximal. Es ist verständlich, dass der Übergang
von der Konfiguration aus 1 zur Konfiguration
mit einem maximalen kinetischen Moment entlang der z-Achse erfolgen
kann mit:
- – Komponenten
des kinetischen Moments, die entlang der x- und y-Richtungen konstant
gleich Null sind;
- – einer
Komponente des kinetischen Moments entlang der z-Richtung, die monoton
ansteigt.
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Umgekehrt
ist für
die Konfiguration der 1 die x-Richtung keine freie Richtung. Um ein
maximales kinetisches Moment entlang der x-Richtung zu erreichen
müsste
tatsächlich:
- – das
Betätigungselement 4 um
eine Vierteldrehung gedreht werden, damit es ein kinetisches Moment (h/√2, 0, –h/√2) aufweist;
- – das
Betätigungselement 14 umgedreht
werden, damit es ein kinetisches Moment (h, 0, 0) aufweist;
- – das
Betätigungselement 16 um
eine Vierteldrehung gedreht werden, damit es ein kinetisches Moment (h/√2, 0, h/√2) aufweist;
und
- – das
Betätigungselement 18 nicht
bewegt werden.
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Es
versteht sich, dass diese Bewegungen der gegenüber liegenden Betätigungselemente 4 und 16 mit Null-Komponenten in die
y- und z-Richtungen erfolgen können.
Allerdings erzeugt die Drehung des Betätigungselements 14 ein
kinetisches Moment ungleich Null entlang der y- und z-Achsen.
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Ebenso
ist die y-Richtung nicht eine freie Richtung für die Konfiguration des in 1 dargestellten
gyroskopischen Betätigungssystems.
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Die
Konfiguration des gyroskopischen Betätigungssystems, das in 1 dargestellt
ist, ist somit geeignet, wenn ein entlang der z-Achse oder in der
Nähe dieser
Achse ausgerichtetes kinetisches Moment erzeugt werden soll; sie
ist hingegen als Ausgangskonfiguration nicht geeignet, wenn ein
in der Ebene (x, y) ausgerichtetes kinetisches Moment erzeugt werden
soll. Es kann somit angenommen werden, dass die in einem festen
Winkel enthaltenen Richtungen, der die z-Achse enthält, freie
Richtungen für
die Konfiguration der 1 sind. Ein fester Winkel innerhalb
eines Doppelumdrehungskegels mit der Achse z und einem Winkel an der
Spitze von 45° ist
geeignet.
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Die
Konfiguration des gyroskopischen Betätigungssystems der 1 ist
eine Konfiguration, bei der die kinetischen Momente der Betätigungselemente
koplanar sind, und bei der gegenüber
liegende Betätigungselemente
entgegen gesetzte kinetische Momente aufweisen. Weitere Konfigurationen
mit einem gesamten kinetischen Moment gleich Null sind möglich. Diese
Konfigurationen können
durch die Winkel der Kardanantriebe der verschiedenen Betätigungselemente definiert
sein. Vereinbarungsgemäß kann angenommen werden,
dass die in 1 dargestellten Winkel Nullwinkel
sind. Dann werden die Achsen der Kardanantriebe nach oben gerichtet;
in diesem Fall ist eine Vierteldrehung des Kardanantriebs 6,
damit das Betätigungselement
ein kinetisches Moment (–h/√2, 0, h/√2) aufweist,
eine Drehung um +90°;
umgekehrt ist eine Drehung des Kardanantriebs 6, damit
das Betätigungselement
ein kinetisches Moment (h/√2,
0, –h/√2) aufweist,
eine Drehung um –90°. Diese Vorzeichenregel
der Winkel stammt von der Ausrichtung des Richtpunktes. Mit dieser Vereinbarung
sind die kinetischen Momente der Betätigungselemente die folgenden
für einen
Drehwinkel α des
Kardanantriebs:
- – für das Betätigungselement 4:
(–sinα/√2, cosα, sinα/√2)
- – für das Betätigungselement 14:
(–cosα, –sinα/√2, sinα/√2)
- – für das Betätigungselement 16:
(sinα/√2, –cosα, sinα/√2)
- – für das Betätigungselement 18:
(cosα, sinα/√2, sinα/√2)
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Mit
diesen Vereinbarungen können
die folgenden Konfigurationen definiert werden. Eine Konfiguration wird
für die
Winkel (α, –α, α, –α) der Kardanantriebe
der Betätigungselemente 4, 14, 16 und 18 erhalten,
wobei a ein Winkel ungleich Null und kleiner als 90° ist. In
dieser Konfiguration sind die kinetischen Momente der Betätigungselemente 4 und 16 nach
oben gerichtet; die Summe ihrer kinetischen Momente ist entlang
der z-Achse nach oben gerichtet. Die kinetischen Momente der Betätigungselemente 14 und 18 sind
nach unten gerichtet, und die Summe ihrer kinetischen Momente ist
entlang der z-Achse nach unten gerichtet. Das gesamte kinetische
Moment ist gleich Null. In dieser Konfiguration steht fest, dass
die z-Richtung keine
freie Richtung ist. Die Richtung (1, 1, 0) hingegen ist eine freie
Richtung: es ist möglich,
die Richtungen der Betätigungselemente zu
variieren, so dass das gesamte kinetische Moment gleich Null entlang
der senkrechten Richtungen (1, –1, 0)
und z bleibt und im Absolutwert monoton in Richtung (1, 1, 0) steigt,
um in dieser Richtung einen positiven oder negativen maximalen Wert
zu erreichen. Dies wird einfach mit Hilfe eines Gesetzes erreicht,
das es ermöglicht,
von einer Verhaltenssteuerung zu einer Steuerung der vier Betätigungselemente überzugehen;
dies ist auf die Umkehr einer Rechtecksmatrix zurückzuführen. Diese
Umkehr ist möglich,
sobald die Determinante ungleich Null ist – d. h. bei Nichtvorhandensein
einer Singularität.
Eine mögliche
Lösung
ist die Verwendung des Pseudokehrwerts von Moore-Penrose. Diese
Lösung
ist dem Fachmann auf dem Gebiet der gyroskopischen Betätigungssysteme
gut bekannt. Sie hat den Vorteil, dass sie die Energie, um ein gegebenes
kinetisches Moment zu erreichen, minimiert.
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Eine
andere Konfiguration wird für
die Winkel (–α, α, –α, α) erreicht,
wobei nochmals α ein
Winkel ungleich Null und kleiner als 90° ist. In dieser Konfiguration
sind die kinetischen Momente der Betätigungselemente 4 und 16 nach
untern gerichtet; die Summe ihrer kinetischen Momente ist entlang
der z-Achse nach unten gerichtet. Die kinetischen Momente der Betätigungselemente 14 und 18 sind
nach oben gerichtet, und die Summe ihrer kinetischen Momente ist
entlang der z-Achse nach oben gerichtet. Das gesamte kinetische Moment
ist gleich Null. In dieser Konfiguration steht ebenfalls fest, dass
die z-Richtung keine freie Richtung ist. Die Richtung (1, –1, 0) hingegen
ist eine freie Richtung: es ist möglich, die Richtungen der Betätigungselemente
zu variieren, so dass das gesamte kinetische Moment entlang der
senkrechten Richtungen (1, 1, 0) und z gleich Null bleibt und im
Absolutwert in Richtung (1, –1,
0) monoton ansteigt.
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Für diese
beiden Konfigurationen hängt
die Wahl des Winkels α von
der Struktur des gyroskopischen Betätigungssystems ab. Für ein System,
das Betätigungselemente
an den Wänden
einer Pyramide aufweist, ist ein Wert zwischen 30° und 60° geeignet;
für einen
Pyramidenwinkel von 30° kann
der Wert von α mit
40° gewählt werden.
Die Wahl eines gegebenen Winkels α hängt von
der Struktur des Betätigungssystems
und insbesondere vom Pyramidenwinkel ab. In der Praxis ist für eine Pyramidenkonfiguration
eine Wahl von α etwas über dem
Wert des Pyramidenwinkels geeignet; beispielsweise 10° mehr als
der Pyramidenwinkel. Ein zu geringer Wert von α führt zu den Konfigurationen
C+ oder C– mit
freien Richtungen, die zu nahe zu jenen der Konfiguration C0 sind; ein zu großer Wert von α nähert sich
einer Konfiguration (90°, –90°, 90°, –90°) an, die eine
interne Singularität
darstellt.
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So
werden drei Referenzkonfigurationen C0, C+ und C– mit jeweiligen Winkeln
(0, 0, 0, 0), (α, –α, α, –α) und (–α, α, –α, α) definiert.
Die 4 bis 10 zeigen die freien Richtungen
für jede
dieser Konfigurationen; für
die Darstellungen der Figuren wird ein gyroskopisches Pyramidenbetätigungssystem
mit einem Pyramidenwinkel von 36° und
einem Winkel α von
45° angenommen.
Die Figuren sind in Nms eingeteilt, mit einem kinetischen Moment
H von 19 Nms pro Betätigungselement.
Die 2 bis 4 zeigen Umhüllende des kinetischen Moments
für die
Referenzkonfigurationen C–, C0 und
C+. Die Umhüllenden sind der Ort der Punkte
M des Raums mit in jede Richtung dem Vektor OM gleich dem Vektor
des kinetischen Moments mit der größten Stärke, die ohne Singularität erreicht
werden kann. 3 zeigt beispielsweise, dass
es bei der Konfiguration C0 möglich ist,
maximale kinetische Momente in z-Richtung zu erreichen, aber dass
die in der Ebene (x, y) erreichten kinetischen Momente relativ gering
sind. Umgekehrt zeigt 4, dass rasch eine Singularität auf Basis
der Konfiguration C+ erreicht wird, wenn
ein zur positiven z-Achse gerichtetes kinetisches Moment erreicht werden
soll.
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Die 5 bis 7 zeigen
Schnittansichten der Umhüllenden
der 2 bis 4 in der Ebene y = 0. Die 8 bis 10 zeigen
Schnittansichten der Umhüllenden
der 2 bis 4 in der Ebene z = 0; der Maßstab der 9 ist
nicht derselbe wie die Maßstäbe der 5, 7, 8 und 10.
Die 6 und 9 bestätigen die Diskussion der freien
Richtungen der Konfiguration C0, die oben
erwähnt
sind. Die 8 und 10 bestätigen, dass
die freien Richtungen der Konfigurationen C– und
C+ sehr wohl die Halbierenden (1, –1, 0) und
(1, 1, 0) der Ebene (x, y) sind.
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Auf
Basis einer dieser drei Konfigurationen ist es möglich, ein maximales kinetisches
Moment in eine gegebene Richtung zu erreichen, ohne über eine
interne Singularität
zu gehen. Dies geht aus der Überlagerung
der 5, 6 und 7 einerseits
oder 8, 9 oder 10 andererseits
hervor. Die Wahl einer Konfiguration kann auf folgende Weise erfolgen:
Es wird eine Richtung des kinetischen Moments angenommen, die mit
einem El-Winkel 6 und einem Azimut λ bezeichnet ist. Der El-Winkel
ist der Winkel, den die Richtung mit der z-Achse bildet; der Azimut
ist der Winkel, den die Projektion in die Ebene (x, y) der Richtung
mit der x-Achse bildet. Wenn der El-Winkel δ im Absolutwert größer als
ein Grenzwinkel δGrenze ist, wird die Konfiguration C0 gewählt.
Dies bedeutet, dass das zu erzeugende kinetische Moment hauptsächlich entlang
der z-Achse ist; die Konfiguration C0 der 1 ist
nun eine geeignete Ausgangskonfiguration. In 6 ist der
obere oder untere Teil der „Sanduhr" dargestellt, die
die Umhüllende
der Konfiguration C0 bildet.
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Wenn
der El-Winkel im Absolutwert kleiner oder gleich dem Grenzwert δGrenze ist,
wird eine der Referenzkonfigurationen C+ oder
C– verwendet.
Die Wahl der einen oder der anderen dieser Konfigurationen hängt vom
Azimut ab; wenn der Azimut der Tangente positiv ist, kann die Konfiguration
C+ gewählt
werden, wenn nicht, die Richtung C. Anders ausgedrückt wird
die Konfiguration C+ im Quadranten der Ebene
(x, y) zwischen der positiven x-Achse und der positiven y-Achse
sowie im Quadranten der Ebene (x, y) zwischen der negativen x-Achse
und der negativen y-Achse gewählt;
in 10 ist deutlich zu sehen, dass die Umhüllende der
Konfiguration C+ diese Quadranten gut abdeckt – während die
Umhüllende
der Konfiguration C– (8)
oder der Konfiguration C0 (9)
diese nicht abdeckt. Umgekehrt wird die Konfiguration C– im
Quadranten der Ebene (x, y) zwischen der positiven x-Achse und der
negativen y-Achse sowie im Quadranten der Ebene (x, y) zwischen
der negativen x-Achse und der positiven y-Achse gewählt. In jedem Fall ermöglicht es
die gewählte
Referenzkonfiguration, einen maximalen Wert des kinetischen Moments
ohne interne Singularität
zu erreichen.
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Es
ist anzumerken, dass die vorhergehende Diskussion im Wesentlichen
Maximalwerte des kinetischen Moments in eine gegebene Richtung betrifft;
wenn der Wert des zu erreichenden kinetischen Moments gering ist,
kann es möglich
sein, ihn auf Basis einer beliebigen Ausgangskonfiguration zu erreichen.
In diesem Fall ist jede Referenzkonfiguration für das Manöver geeignet. So ermöglicht es
die Konfiguration C0, wie in 9 dargestellt,
ohne Singularität
kinetische Momente in der Ebene (x, y) zu erreichen, wenn sie in
der Norm kleiner als 20 Nms sind.
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Das
Beispiel der 1 zeigt für eine gegebene Struktur eines
gyroskopischen Betätigungssystems, dass
es möglich
ist, Referenzkonfigurationen zu definieren; für jede Richtung des kinetischen
Moments gibt es eine Referenzkonfiguration, auf deren Basis ein
maximaler Wert des kinetischen Moments in dieser gegebenen Richtung
erreicht werden kann, ohne über
eine interne Singularität
zu gehen. Das Beispiel der 1 liefert die
möglichen
Konfigurationen für
ein gyroskopisches Pyramidenbetätigungssystem;
es wäre
auch möglich, weitere
Konfigurationen zu den vorgeschlagenen Referenzkonfigurationen hinzuzufügen.
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Allgemeiner
ausgedrückt
können
die Referenzkonfigurationen experimentell für ein gegebenes gyroskopisches
Betätigungssystem
bestimmt werden, das eine andere Struktur aufweist. Dazu wird die
Gesamtheit der Konfigurationen betrachtet, die das gewünschte kinetische
Moment in Ruhestellung aufweisen – ein kinetisches Moment gleich
Null in 1 –; für eine gegebene Konfiguration
wird in jeder möglichen
Richtung gesucht, ob es möglich
ist, einen maximalen Wert des kinetischen Moments zu erreichen,
ohne auf Singularitäten zu
treffen. So wird für
eine Konfiguration die Gesamtheit der freien Richtungen bestimmt.
Diese Konfiguration wird zur Gesamtheit der Referenzkonfigurationen
hinzugefügt;
diese Gesamtheit von Konfigurationen weist eine Gesamtheit von freien
Richtungen auf. Es wird dann eine weitere Konfiguration betrachtet
und für
diese Konfiguration gesucht, ob es in eine Richtung, die noch nicht
in der Gesamtheit der freien Richtungen ist, möglich ist, einen maximalen
Wert des kinetischen Moments zu erreichen, ohne auf Singularitäten zu treffen.
Jede Hinzufügung
einer Konfiguration zur Gesamtheit der Referenzkonfigurationen erhöht die Anzahl
von abgedeckten Richtungen. Am Ende des Prozesses wird eine Gesamtheit
von Referenzkonfigurationen erhalten, die es ermöglicht, ohne Singularität jede Richtung
des Raums zu erreichen. Diese Gesamtheit kann optimiert werden,
wenn manche Konfigurationen eine doppelte Funktion haben.
-
So
wird in dem Beispiel der 1 von der Konfiguration C0 ausgegangen, die es ermöglicht, die Richtungen um die
positive z-Achse und die negative z-Achse zu erreichen. Dann werden nacheinander
die Konfigurationen C+ und C– hinzugefügt.
-
In
jedem Fall ist es für
ein gyroskopisches Betätigungssystem
möglich,
eine Gesamtheit von Referenzkonfigurationen in endlicher Zahl zu
definieren. Jedes Manöver – d. h.
jede Erzeugung eines kinetischen Moments – kann auf Basis einer Referenzkonfiguration
erfolgen. Wenn das gyroskopische Betätigungssystem nicht in einer
Konfiguration nahe der gewählten
Referenzkonfiguration ist, reicht es nun aus, von der aktuellen Referenzkonfiguration
zur gewählten
Konfiguration überzugehen;
dieser Übergang
kann, wie unter Bezugnahme auf 15 erklärt, erfolgen,
wobei in offener Schleife eine vorbestimmte Bahn in das Kontrollsystem
der Kardanantriebe der Betätigungselemente
eingeleitet wird. Es ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, dass das
gyroskopische Betätigungssystem
im Normalbetrieb in einer Konfiguration ist, die nahe einer Referenzkonfiguration
ist; wenn von einer Referenzkonfiguration ausgegangen wird, ist
es tatsächlich
möglich,
wieder zu einer solchen Referenzkonfiguration zu kommen, nachdem
das für
das Manöver
erforderliche kinetische Moment erzeugt wurde. Dies wird durch das
gewählte
Leitgesetz gewährleistet;
der Pseudokehrwert von Moore-Penrose sichert eine Rückkehr zur
Ausgangskonfiguration: er minimiert nämlich die erforderliche Energie, um
von einem kinetischen Moment gleich Null zu einem gegebenen kinetischen
Moment überzugehen;
die umgekehrte Bahn erfolgt somit mit minimaler Energie und führt das
Betätigungssystem
in dieselbe Konfiguration zurück.
In der Praxis befindet sich das Betätigungssystem am Ende des Manövers immer
in der Nähe
einer Referenzkonfiguration, wenn es vor dem Manöver in der Nähe dieser
Konfiguration war. Dies hat zur Folge, dass es leicht ist, die Referenzkonfiguration
zu erkennen, in deren Nähe
sich das Betätigungssystem
zu einem gegebenen Zeitpunkt befindet.
-
Da
die Anzahl von Referenzkonfigurationen endlich ist – drei im
Falle des Beispiels der
1 – gibt es eine endliche Zahl
von möglichen Übergängen; es
ist somit möglich,
im Vorhinein Profile vorzusehen, die es ermöglichen, von einer Konfiguration
in eine Referenzkonfiguration überzugehen.
In dem Beispiel der
1 können so drei Profile definiert
werden; mit ihren Gegenteilen ermöglichen es diese drei Profile,
von einer beliebigen der drei Referenzkonfigurationen zu einer anderen
der drei Referenzkonfigurationen überzugehen; die untenstehende
Tabelle gibt die ursprüngliche
Referenzkonfiguration, die Endreferenzkonfiguration und das verwendete
Profil an.
| Urspr. Konfiguration | Endkonfiguration |
| C+ | C0 | C– |
| C+ | - | Gegenteil
Profil 1 | Gegenteil
Profil 2 |
| C0 | Profil
1 | - | Gegenteil
Profil 3 |
| C– | Profil
2 | Profil
3 | - |
-
Mit
anderen Worten ermöglicht
es das Profil 1, von der Konfiguration C0 zur
Konfiguration C+ überzugehen; das Profil 2 ermöglicht es,
von der Konfiguration C– zur Konfiguration C+ überzugehen;
das Profil 3 ermöglicht
es, von der Konfiguration C– zur Konfiguration C0 überzugehen.
-
Aus
diesem Grund ist es möglich, Übergangsprofile
in begrenzter Anzahl zu speichern, die angewandt werden können, wenn
eine Konfigurationsänderung
notwendig ist. Da die Anzahl von Profilen begrenzt ist, können die
Profile eingebaut sein, ohne dass es notwendig ist, sie fernzuladen.
Da diese Profile gespeichert und im Vorhinein bestimmt sind, können sie
derart ausgeführt
sein, dass sie einen begrenzten Frequenzinhalt aufweisen; dies begrenzt
folglich die Erregung der flexiblen Modi der Ausrüstung sowie
der Struktur des Satelliten. Es ist insbesondere vorteilhaft, dass
jedes Profil eine Geschwindigkeit gleich Null am Anfang und am Ende
des Profils aufweist; es ist auch vorteilhaft, dass jedes Profil
eine Beschleunigung gleich Null am Anfang und am Ende des Profils
aufweist.
-
Jedes
Profil kann tatsächlich
in eine Vielzahl von Profilen für
jedes Betätigungselement
zerlegt werden; so ermöglicht
es das Profil 1, das den Übergang
von der Konfiguration C0 zur Konfiguration
C+ gestattet:
- – für das Betätigungselement 4,
von einem Winkel von 0° zu
einem Winkel α nahe
40° überzugehen;
- – für das Betätigungselement 14,
von einem Winkel von 0° zu
einem Winkel α nahe –40° überzugehen,
- – für das Betätigungselement 16,
von einem Winkel von 0° zu
einem Winkel α nahe
40° überzugehen;
- – für das Betätigungselement 18,
von einem Winkel von 0° zu
einem Winkel α nahe –40° überzugehen.
-
Als
Beispiel ist unter Bezugnahme auf die 11 bis 14 ein
Profil beschrieben, das verwendet wird, um in einem gyroskopischen
Betätigungselement
von einem Winkel von 0° zu
40° überzugehen.
Das Profil wird bei (1 – cos)
aus der dritten Ableitung der Winkelposition des Kardanantriebs
des Betätigungselements erzeugt.
Die Parameter des Profils sind die Anstiegszeit zum maximalen Moment,
die maximale Beschleunigung, die maximale Geschwindigkeit sowie
der gewünschte
Winkelausschlag – in
dem Beispiel 40°.
Das in dem Beispiel vorgeschlagene Profil ist ein möglichst
kurzes Profil, bei dem die maximal zulässigen Werte der Winkelgeschwindigkeit
und der Winkelbeschleunigung erreicht werden. Ein solches Profil
hat den Vorteil einer möglichst
kurzen Dauer bei Einhaltung der Funktionsanforderungen des Systems;
es ist nun ohne Störungen möglich, das
Profil am Anfang jedes Manövers in Überlagerung
mit dem Manöver
anzuwenden. Die geringe Dauer des Profils vor der Dauer des Manövers ermöglicht es,
jede Singularität
zu vermeiden, und das Steuersystem nicht oder nur wenig zu stören. Diese Überlagerung
vermeidet die Vornahme einer Neukonfiguration vor dem Manöver. Eine
Dauer des Profils von ungefähr
1 s ist typischerweise gering vor der Dauer des Manövers, die
ungefähr
5 bis 20 s sein kann. In diesem Fall ist die Dauer des Manövers geringer
als 20% bzw. 10% von der Dauer des Manövers. Wie oben angeführt, kann
ein geringer Wert des kinetischen Moments aus jeder Konfiguration
erzielt werden, ohne Gefahr einer Singularität; die entsprechenden kurzen
Manöver
mit einer typischen Dauer von 1 oder 2 s erfordern keinen Übergang
von der Referenzkonfiguration zu einer weiteren Konfiguration.
-
14 ist
ein Graph der dritten Ableitung des Winkels eines gyroskopischen
Betätigungselements. Auf
der Abszisse ist die Zeit eingetragen, und auf der Ordinate die
dritte Ableitung in Radian/3. Der Graph
der 14 weist drei Teile auf. Der erste Teil – in der
Figur zwischen 0 und t3 – entspricht dem Geschwindigkeitsanstieg,
um die maximale Winkelgeschwindigkeit zu erreichen, die in 12 zu
sehen ist; während
dieses ersten Teils ist die dritte Ableitung nach und nach positiv
von 0 bis t1 , konstant
von t1 bis t2 und
negativ von t2 bis t3;
wie 13 zeigt, entspricht dieser erste Teil einer Beschleunigung
bis zu einer maximalen Beschleunigung, dann einer Entschleunigung
bis zum Erreichen einer Beschleunigung gleich Null, wenn die Geschwindigkeit eine
maximale Geschwindigkeit erreicht. Dieser erste Teil weist typischerweise
eine Dauer t3 von ungefähr 0,2 bis 1 s auf. In dem
Beispiel ist der erste Teil von der Aneinanderreihung einer Funktion
bei A(1 – cos(t))
zwischen 0 und t1, wobei A eine reale Zahl
und t die Zeit ist, von einer konstanten Funktion und gleich Null
zwischen t1 und t2 und
einer Funktion –A(1 – cos(t – t2) zwischen t2 und
t3 gebildet; der Wert der Konstante A hängt von
der maximal vom System zulässigen
Beschleunigung ab, die zum Zeitpunkt t1 erreicht
wird. Die Dauer t1–t2 hängt von
der maximal zulässigen
Geschwindigkeit ab und ist derart eingestellt, dass die maximale
Geschwindigkeit zum Zeitpunkt t3 erreicht
wird.
-
Der
zweite Teil des Graphen – in
der Figur zwischen t3 und t4 – entspricht
dem Rotationsbereich bei Maximalgeschwindigkeit. Die Dauer dieses
Rotationsbereichs bei Maximalgeschwindigkeit hängt vom zu erzielenden Winkelausschlag
ab; mit anderen Worten kann die Dauer des dritten Teils, wenn der
erste und der dritte Teil bestimmt sind, in Abhängigkeit vom zu erzielenden
Winkel angepasst werden.
-
Der
dritte Teil des Graphen – zwischen
den Zeitpunkten t4 und t7 – ist im
Wesentlichen symmetrisch zum ersten Teil; er entspricht der Entschleunigung
von der Maximalgeschwindigkeit bis zu einer Nullgeschwindigkeit;
wie im ersten Teil wird entschleunigt, um den maximal zulässigen negativen
Wert der Beschleunigung zu erreichen, dann wird (im Absolutwert)
die Beschleunigung verringert, um eine Nullbeschleunigung am Ende der
dritten Periode zu erreichen.
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13 zeigt
einen Graphen der Winkelbeschleunigung mit der Zeit auf der Abszisse
und der Beschleunigung in Radian/s2 auf
der Ordinate. In der Figur ist der erste Teil zu erkennen, in dem
die Beschleunigung steigt, bis sie einen maximalen Wert – von 4
Radian/s2 in dem Beispiel – erreicht,
dann bis zu einem Wert gleich Null abnimmt. Während des zweiten Teils ist
die Beschleunigung gleich Null. Während des dritten Teils verringert
sich die Beschleunigung, bis sie einen negativen Maximalwert erreicht,
bleibt konstant und steigt dann bis zu einem Wert gleich Null.
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12 zeigt
einen Graphen der Winkelgeschwindigkeit mit der Zeit auf der Abszisse
und der Geschwindigkeit in Radian/s auf der Ordinate. Während des
ersten Teils steigt die Geschwindigkeit, um die Maximalgeschwindigkeit
zu erreichen; der Kardanantrieb bewegt sich mit Maximalgeschwindigkeit
zwischen t3 und t4 , dann nimmt die Geschwindigkeit zwischen
t4 und t7, bis zu
einer Nullgeschwindigkeit ab.
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11 zeigt
einen Graphen des Winkels in Abhängigkeit
von der Zeit. Der Winkel wird monoton von 0° bis 40° größer. Es ist auf den Graphen
der 12 und 13 zu
bemerken, dass die Geschwindigkeit und die Beschleunigung sowohl
am Anfang des Profils als auch am Ende des Profils gleich Null sind.
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Die 11 bis 14 zeigen
nur ein Beispiel eines Profils. Es ist insbesondere möglich, ein
Profil zu erhalten, das am Anfang wie am Ende Geschwindigkeiten
und Beschleunigungen gleich Null mit einer anderen Funktion als
der Funktion 1 – cos(t),
die in 14 vorgeschlagen wird, aufweist;
beispielsweise könnte
eine Polynomfunktion verwendet werden, um die Kurve der 14 zu
erzeugen, dann diese integriert werden, um die Kurven der 11, 12 und 13 zu
erhalten.
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Die 11 bis 14 zeigen
nur eine Kurve, die es ermöglicht,
ein Betätigungselement
um einen Winkel in der Größenordnung
von 40° zu
verschieben. Es ist möglich,
eine ähnliche
Kurve zu verwenden, um die Verschiebung des Betätigungselements um einen Winkel
von –40° zu gewährleisten,
wobei einfach das Gegenteil der vorgeschlagenen Kurve genommen wird.
So schlagen die Figuren ein Beispiel eines Profils vor, das es ermöglicht,
von einer Konfiguration zu einer anderen Konfiguration überzugehen.
Es ist auch zu bemerken, dass es die unter Bezugnahme auf diese
Figuren vorgeschlagenen Parameter ermöglichen, das Profil zu variieren,
um es an die gewünschte
Winkeländerung,
an die maximale Geschwindigkeit des Betätigungselements, an die maximale
Beschleunigung oder an die Dauer des Profils anzupassen.
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So
ermöglicht
es die unter Bezugnahme auf die 11 bis 14 erklärte Definition
eines Profils, von einer Referenzkonfiguration zu einer weiteren
Referenzkonfiguration überzugehen.
Die Profile können
im Vorhinein berechnet und gespeichert werden; aus diesem Blickwinkel
ist es nicht notwendig, die Gesamtheit der in den 11 bis 14 dargestellten
Kurven zu speichern, sondern nur eine Winkel- oder Geschwindigkeitskurve
in Abhängigkeit
vom für
die Betätigungselemente
verwendeten Steuermodus. Es kann auch eine Kurve des Moments, das
an die Motoren der Kardanantriebe der Betätigungselemente angelegt wird,
oder auch eine Kurve der Stromstärke,
die an die Motoren der Kardanantriebe der Betätigungselemente angelegt wird,
gespeichert werden. Die Wahl des einen oder anderen Formats hängt von
der an das Betätigungssystem
angelegten Steuerung ab.
-
Die
Kurve kann in Form einer Tabelle von Geschwindigkeitswerten für verschiedene
Zeitpunkte gespeichert werden; die Kurve kann auch in analytischer
Form gespeichert werden. Dies kann insbesondere interessant sein,
wenn die Parameter der Kurve – und
insbesondere der Winkelausschlag – variieren können. Die
Definition der Profile im Vorhinein und ihre Speicherung ermöglichen
es, die Gesamtheit der Navigationsparameter unter Vermeidung von
Singularitäten
einzubauen. Im Vergleich mit der kontinuierlichen globalen Leitlösung setzt
das oben beschriebene Verfahren keine schwerfällige Berechnung voraus: es
reicht aus, die nächste
Referenzkonfiguration zu bestimmen, die Referenzkonfiguration in
Abhängigkeit
vom kommenden Manöver
zu wählen
und ein vordefiniertes Profil anzulegen. Es ist somit auch nicht
mehr notwendig, die Resultate einer Berechnung fernzuladen, und
die für
die Leitung notwendigen Elemente können eingebaut werden. Umgekehrt
zur lokalen Leitlösung
des Standes der Technik ermöglicht
es das vorgeschlagene Verfahren, die Singularitäten wirksam zu vermeiden, und
weist einen realen Vorhersageaspekt auf.
-
Schließlich setzt
das oben beschriebene Verfahren im Vergleich zu der in dem Dokument
FR-A-2 786 283 vorgeschlagenen
Lösung
keine plötzlichen Änderungen
von Geschwindigkeiten und Winkeln der Betätigungselemente voraus. Das
Verfahren ist einfacher im Einsatz, da es keine Berechnung der Endkonfiguration oder
der Anfangskonfiguration erfordert; es reicht aus, beispielsweise
in einer Tabelle die für
das Manöver
geeignete Referenzkonfiguration zu identifizieren, die laufende
Referenzkonfiguration zu bestimmen und aus einer Tabelle das Profil
abzulesen, das es ermöglicht,
von einer zur anderen überzugehen.
-
Das
Verfahren stellt keine Anforderungen hinsichtlich der Geschwindigkeit
der Kardanantriebe: die in
FR-A-2
786 283 vorgeschlagene Lösung beruht grundsätzlich auf
dem Gedanken, dass der Übergangsbetrieb der
Konfigurationsänderung
auf Grund seiner geringen Länge
nicht vernachlässigt
werden kann; es ist somit essenzielle, dass die Kardanantriebsgeschwindigkeit
bei diesem Betrieb groß ist – umso mehr
als das Verhaltenskontrollsystem unterbrochen ist. Umgekehrt beruht
das vorgeschlagene Verfahren nicht auf einem vernachlässigten Übergangsbetrieb.
-
Das
Verfahren schlägt
vor, kontinuierlich ein Satellitenprofil zu verfolgen, ohne kinetische
Störmomente
zu erzeugen. Jederzeit ist in dem Profil, das es ermöglicht,
von einer Referenzkonfiguration zu einer anderen Referenzkonfiguration überzugehen,
das gesamte kinetische Moment gleich Null. Dies ist nicht der Fall
bei der in
FR-A-2 786
283 vorgeschlagenen Lösung:
an die Betätigungselemente
werden Winkeländerungen
angelegt, die notwendigerweise kinetische Störmomente erzeugen; diese können – nach diesem
Dokument – nur auf
Grund ihrer geringen Dauer vernachlässigt werden. Dies erklärt, dass
das hier beschriebene Verfahren keine Beruhigung erfordert, wie
die in
FR-A-2 786 283 vorgeschlagene
Lösung.
-
Schließlich erfordert
die Lösung
aus
FR-A-2 786 283 hohe
Kardanantriebsgeschwindigkeiten; das Betätigungssystem ist nicht nur
durch die zu erzeugenden Momente dimensioniert, sondern auch durch
die Notwendigkeit, hohe Kardanantriebsgeschwindigkeiten während der
Rekonfiguration der Kardanantriebe zu ermöglichen. Diese hohen Geschwindigkeiten
sind gleichwertig mit einer Fähigkeit,
ein hohes Moment zu erzeugen. Das System ist überdimensioniert, um die Rekonfiguration
zu ermöglichen.
Umgekehrt setzt das hier beschriebene Verfahren keine hohen Geschwindigkeiten
voraus; es ist interessant, die Dauer der Rekonfiguration zu begrenzen,
aber dies ist nicht unbedingt notwendig.
-
Unter
Bezugnahme auf 6 ist ein Beispiel einer Steuerschleife
für ein
gyroskopisches Betätigungssystem
vom Typ jenes aus 1 beschrieben. Am Eingang 20 der
Schleife wird ein Satellitensollwert angelegt – beispielsweise ein Leitprofil
hinsichtlich Quaternion und Geschwindigkeit. Dieser Sollwert wird
an einen Korrektor des Verhaltenskontrollsystems 22 angelegt.
Dieser Korrektor empfängt überdies
ein in der Folge beschriebenes Messsignal. Ausgehend von diesem
Sollwert und dem Messsignal berechnet der Korrektor ein Fehlersignal;
dieses Fehlersignal ist immer hinsichtlich des Quaternions und der
Geschwindigkeit; es wird an einen Umschalter 24 angelegt.
Der Umschalter 24 berechnet aus dem Fehlersignal eine Winkelsteuerung,
die an die verschiedenen Betätigungselemente
anzulegen ist. Für
den Umschalter 24 kann ein Algorithmus basierend auf dem
Pseudokehrwert von Moore-Penrose verwendet werden. Er bietet den
Vorteil, dass er den Stromverbrauch minimiert, neigt aber dazu,
wenn er alleine verwendet wird, das gyroskopische Betätigungssystem zu
Einzelkonfigurationen zu leiten. Der Umschalter liefert am Ausgang
Zielwinkelgeschwindigkeitssignale für die verschiedenen Betätigungselemente.
Diese Signale werden an einen Summiereingang eines Subtrahierelements 26 angelegt.
Dieses empfängt überdies
an einem Subtraktionseingang eine geschätzte Winkelgeschwindigkeit
der verschiedenen Betätigungselemente.
Die Winkelgeschwindigkeit kann mit Hilfe eines optischen Codierers 28 geschätzt werden,
der die Winkel der Betätigungselemente
des Systems 30 misst; die gemessenen Winkelwerte werden
nun an einen Geschwindigkeitsberechner 32 angelegt und
am Ausgang an den Subtraktionseingang des Subtrahierelements 26 geliefert.
-
Das
Subtrahierelement empfängt
auch an einem weiteren Summiereingang die Signale des Profils 34; diese
Signale werden somit in die Regelschleife des gyroskopischen Betätigungssystems
eingeleitet. Es ist hier verständlich,
dass es bei dieser Konfiguration von Nutzen ist, die Profile in
Form einer Geschwindigkeitstabelle zu speichern, die direkt in die
Schaltung der 15 eingeleitet werden kann.
Die Signale des Profils werden am Beginn des Manövers oder vor Beginn des Manövers eingeleitet,
wenn erfasst wird, dass die aktuelle Konfiguration des gyroskopischen
Betätigungssystems
das Manöver
nicht ohne Gefahr einer Singularität ermöglicht – mit anderen Worten, dass
das zu erzeugende kinetische Moment nicht in eine freie Richtung
für die
Referenzkonfiguration die der laufenden Konfiguration am nächsten ist,
geht.
-
Die
Summe der Signale des Rekonfigurationsprofils und der Differenz
zwischen den Signalen des Leitgesetzes und den Signalen der geschätzten Winkelgeschwindigkeit wird
an die Betätigungselemente
des Systems 30 über
ein Kontrollsystem 36 der Kardanantriebe angelegt.
-
Überdies
stammt die Schätzung
des tatsächlichen
Zustandes des Satelliten, die an den Korrektor 22 angelegt
wird, von den kombinierten Messungen eines Gyrostellarsystems 38;
dieses dient als Verhaltenssensor des Satelliten. Sein Ausgangssignal
wird an den Korrektor über
einen Filter 40 angelegt. 15 zeigt
ferner schematisch den Satelliten 42; der Pfeil 44 zeigt
das an den Satelliten durch das Betätigungssystem angelegte Moment
an; der Pfeil 46 zeigt das an die Kardanantriebe des gyroskopischen
Betätigungssystems
angelegte Moment durch die Verhaltensänderungen des Satelliten an.
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Die
Steuerung aus
15 ist nur ein Beispiel für eine mögliche Steuerung;
es ist einfach anzumerken, dass vorgeschlagen wird, in offener Schleife
in diese Steuerung des gyroskopischen Betätigungssystems das Rekonfigurationsprofil
einzuleiten. Dieses Profil wird angelegt, ohne dass es notwendig
ist, die Verhaltenssteuerung des Satelliten zu deaktivieren, wie
dies in dem Dokument
FR-A-2
786 283 vorgeschlagen wird.
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Ein
Satellit, der das hier beschriebene Verfahren einsetzt, umfasst
somit ein gyroskopisches Betätigungssystem,
das eine Gesamtheit von Referenzkonfigurationen aufweist, wie oben
erklärt.
Ferner weist der Satellit einen Speicher oder ein anderes Speichermittel
auf; der Speicher enthält
die Variationsprofile der Winkel der Betätigungselemente, die es ermöglichen,
von einer Referenzkonfiguration zu einer anderen überzugehen.
Der Satellit weist auch vorteilhafterweise eine Steuerschleife des
Typs jener aus 15 mit einem Eingang für das Anlegen
eines Profils auf.
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Natürlich ist
die vorliegende Erfindung nicht auf die beschriebenen und dargestellten
Ausführungsbeispiele
und -arten beschränkt,
sondern ermöglicht
zahlreiche dem Fachmann zugängliche
Varianten. In den Beispielen wurde ein System mit vier Betätigungselementen
angenommen; es ist natürlich
möglich,
die Anzahl von Betätigungselementen
zu ändern,
wie auch ihre Konfiguration. Die Rückwirkungsschleife für die Kontrolle der
Betätigungselemente,
die in 15 dargestellt ist, kann verändert werden;
schließlich
ist es, obwohl das Konfigurationsänderungsprofil am Beginn des
Manövers überlagert
werden kann, auch möglich,
eine Rekonfigurationsänderung
mit Beginn des Manövers
vorzunehmen.