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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung ist in den Ansprüchen definiert und bezieht
sich auf Nukleinsäurezusammensetzungen
und Expressionssysteme, die muskelspezifische Regulatorelemente
umfassen, und in vitro Methoden für die Expression heterologer
DNA-Sequenzen in
Zellen. Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung mutante muskelspezifische
Enhancer, genetische Kassetten und Vektoren, die für die Gentherapie
nützlich
sind, Diagnoseassays und weitere Genexpressionssysteme bereit.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Es
gibt noch eine Reihe von Herausforderungen bei der Entwicklung effektiver
Gentherapieprotokolle für
Muskeln, im besonderen Maße
bei der Überwindung
der Schwierigkeiten des Erreichens einer effizienten Überbringung
von Genen zu diesem großen
und diffusen Gewebe. Die direkte intramuskuläre Injektion verschiedener
Vektoren, Adenoviren und adeno-assoziierte Viren einschließend, kann
zu einer effizienten Transduktion der Zellen in der Nähe des Ortes
der Injektion führen.
Die limitierte Diffusion dieser Vektoren innerhalb des Zielgewebes
würde jedoch
eine große
Anzahl von Injektionen erfordern, um große Muskeln zu behandeln.
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Um
diese Probleme zu lösen,
wurden eine Reihe von Verfahren für die systemische Verabreichung von
viralen Vektoren entwickelt, einschließlich des direkten adenoviral-vermittelten
Gentransfers in Skelettmuskelcapillarendothel und des Gentransfers
in Nerven und Muskeln durch isolierte Extremitäteninfusion oder während der
Replantation. Des Weiteren wurde durch Greelish et al. ein Verfahren
zur Verstärkung
der vaskulären
Permeabilisierung beschrieben, welches die virale Penetration zu
den Mus kelzellen erleichtert [Greelish, et al., Nat. Med., 5:439–443(1999)].
All diese Methoden führen
jedoch zu einem Gentransfer in eine große Anzahl von nicht-muskulären Zellen.
Jegliche resultierende ectopische Expression kann toxisch sein und
ebenfalls eine systemische Immunantwort, die gegen den viralen Vektor
oder das Transgen selbst gerichtet ist, induzieren oder verstärken.
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Weitere
Probleme bei der Gentherapie, genauso wie bei in vitro Expressionssystemen
(z.B. in kultivierten Muskelzellen für diagnostische Assays), sind
die geringen Expressionsniveaus der gewünschten Gene mit gegenwärtig zur
Verfügung
stehenden Expressionssystemen. Was deshalb benötigt wird sind regulatorische
Elemente, welche gewebespezifisch (z.B. muskelzellenspezifisch)
sind, welche mit Expressionsvektoren kompatibel sind, und welche
in der Lage sind eine hohe Expression des Genes von Interesse anzutreiben.
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Amacher,
S.L. et al. 1993 ("Multiple
regulatory elements contribute differentially to muscle creatine
kinase enhancer activity in skeletal and cardiac muscle", Molecular and cellular
biology Band 13, Nr. 5, 2753–2764)
und Apone und Hauschka 1995 ("Muscle
gene E-box control elements",
JBC 270(36), 21420–21427)
offenbaren Experimente, die durchgeführt wurden um besser die Komplexität der muskelspezifischen
Genregulation zu verstehen, wobei eine Reihe verschiedener Expressionskonstrukte
verwendet wurden, d.h. sie enthielten künstliche Gene die vier aufeinander
folgende MCK-L oder MCK-R Sites enthielten, die mit dem Thymidinkinasepromotor
und dem Chloramphenicolacetyltransferasereporter (CAT) fusioniert
wurden, genauso wie (+enh206)TKCAT, welches das gesamte Wildtyp-206-Basenpaar
Enhancerfragment stromaufwärts
des TK-Promotors enthält.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung ist in den Ansprüchen definiert und bezieht
sich auf Nukleinsäurezusammensetzungen
und Expressionssysteme, die muskelspezifische Regulatorelemente
umfassen, und in vitro Methoden für die Expression heterologer
DNA Sequenzen in Zellen. Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung mutante
muskelspezifische Enhancer, genetische Kassetten und Vektoren, die
in der Gentherapie nützlich
sind, diagnostische Assays und weitere Genexpressionssysteme bereit.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Zusammensetzung bereit, die eine
Nukleinsäure
umfasst, wobei die Nukleinsäure
eine Region mit etwa 85–100%
Identität
mit der SEQ ID Nr.: 5 oder SEQ ID Nr.: 6 aufweist, wobei die Region
notwendigerweise mindestens zwei MCK-R-Kontrollelemente, ausgewählt aus
den SEQ ID Nr.: 30–45
umfasst, und wobei die besagte Region funktionell mit einer heterologen
DNA Sequenz verbunden ist. In verschiedenen Ausführungsformen sind die MCK-R
Kontrollelemente verschiedene Sequenzen (z.B. SEQ ID Nr.: 30 und
SEQ ID Nr.: 41). In anderen Ausführungsformen
sind die MCK-R Kontrollelemente gleicher Sequenz. In bevorzugten
Ausführungsformen
sind die MCK-R Kontrollelemente beide Sequenzen umfassend SEQ ID
Nr.: 30.
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Nukleinsäure umfassende
Zusammensetzung, die Nukleinsäure
umfasst ein erstes und ein zweites Kontrollelement, wobei das erste
und das zweite Kontrollelement durch die Struktur AACAXXTGCY definiert
ist, wobei X gleich G oder C, und Y gleich T oder A ist. Die Nukleinsäure umfasst
des Weiteren ein heterologes Gen, welches funktionell mit dem ersten
und zweiten Kontrollelement verbunden ist.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Zusammensetzung, wie in Anspruch
1 definiert, bereit, umfassend eine Nukleinsäure, wobei die Nukleinsäure eine
mutante muskelspezifische Enhancerregion umfasst und wobei die mutante
muskelspezifische Enhancerregion mindestens zwei MCK-R Kontrollelemente
umfasst, wobei die Enhancerregion in der Lage ist mit der SEQ ID
Nr.: 5 unter hochstringenten Bedingungen zu hybridisieren. In verschiedenen
Ausführungsformen
umfasst die mutante muskelspezifische Enhancerregion eine mutante
Muskelkreatinkinase-Enhancersequenz. In bevorzugten Ausführungsformen
haben die mutanten muskelspezifischen Enhancerregionen eine höhere Transkriptionsaktivität als eine
Enhancerregion, umfassend die SEQ ID Nr.: 2 oder andere Wildtypsequenzen
(z.B. in einem Transkriptionsassay). In besonders bevorzugten Ausführungsformen
weist die höhere
Aktivität etwa
eine doppelt so hohe Aktivität
auf (z.B. sowohl in in vitro als auch in in vivo Expressionsassays).
In einigen Ausführungsformen
ist die mutante muskelspezifische Enhancerregion ausgewählt aus
SEQ ID Nr.: 3–6,
16–19
und 24–27.
In bestimmten Ausführungsformen
enthält die
mutante muskelspezifische Enhancerregion keine MCK-L Region.
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In
bestimmten Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion umfasst und wobei
die mutante muskelspezifische Enhancerregion mindestens zwei MCK-R
Kontrollelemente, wie in Anspruch 1 und als S5-Sequenz (z.B SEQ
ID Nr.: 46) definiert, umfasst. In einigen Ausführungsformen enthält der mutante
muskelspezifische Enhancer kein MEF2-Kontrollelement. In bestimmten
Ausführungsformen
umfasst der mutante muskelspezifische Enhancer eine mutante Muskelkreatinkinase(MCK)-Enhancerregion
aus einem Tier (z.B. einem Säugetier).
Obgleich die vorliegende Erfindung nicht durch die Art des Tieres
limitiert ist, so schließen
in einigen Ausführungsformen
die Tiere einen Menschen, eine Ratte oder eine Maus ein, ohne auf
diese beschränkt
zu sein. In bevorzugten Ausführungsformen
hat der mutante muskelspezifische Enhancer eine Länge von
weniger als 250 Basenpaaren. In anderen bevorzugten Ausführungsformen
hat der mutante muskelspezifische Enhancer eine Länge von
weniger als 230 Basenpaaren. In besonders bevorzugten Ausführungsformen
hat der mutante muskelspezifische Enhancer eine Länge von
weniger als 210 Basenpaaren. In anderen besonders bevorzugten Ausführungsformen
hat der mutante muskelspezifische Enhancer eine Länge von
weniger als 170 Basenpaaren.
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In
einigen Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion und einer Promotorregion
umfasst, wobei die mutante muskelspezifische Enhancerregion mindestens
zwei MCK-R Kontrollelemente umfasst, wie in Anspruch 1 definiert.
In bestimmten Ausführungsformen
umfasst die Promotorregion eine Muskelkreatinkinasepromotorregion.
In anderen Ausführungsformen
ist die Promotorregion in der Lage mit der SEQ ID Nr.: 12 unter
hochstringenten Bedingungen zu hybridisieren. In einigen Ausführungsformen
ist die Promotorregion ausgewählt
aus den SEQ ID Nr.: 11–13,
20, 21, 28 und 29. In einigen Ausführungsformen ist die Promotorregion
aus einer muskelkreatinkinaseregulatorischen Sequenz. In bestimmten
Ausführungsformen
ist die Promotorregion eine muskelspezifische Promotorsequenz. In
bestimmten Ausführungsformen
ist die Promotorregion kürzer
als 400 Basenpaare in der Länge.
In einigen Ausführungsformen
hat die Promotorregion eine Länge
von weniger als 200 Basenpaaren. In anderen Ausführungsformen ist die Länge der
Promotorregionen geringer als 100 Basenpaare. In einigen Ausführungsformen
ist die Länge
der Promotorregion kürzer
als 90 Basenpaare.
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In
einigen Ausführungsformen
beträgt
die in vitro Transkriptionsaktivität der mutanten muskelspezifischen
Enhancerregion mehr als 3% eines CMV-Enhancers in einem Transkriptionsassay
(siehe Beispiel 5 als ein Beispiel für einen geeigneten Transkriptionsassay).
In anderen Ausführungsformen
ist die in vitro Transkriptionsaktivität der mutanten muskelspezifischen
Enhancerregionen größer als
7% eines CMV-Enhancers in einem Transkriptionsassay. In verschiedenen
Ausführungsformen
ist die in vitro Transkriptionsaktivität der mutanten muskelspezifischen
Enhancerregion etwa 8% eines CMV-Enhancers in einem Transkriptionsassay.
Die in vivo Transkriptionsaktivität der mutanten muskelspezifischen
Enhancerregion ist größer als
4% eines CMV-Enhancers
in einem Transkriptionsassay. Die in vivo Transkriptionsaktivität der mutanten
muskelspezifischen Enhancerregion ist größer als 6% eines CMV-Enhancers
in einem Transkriptionsassay. Die in vivo Transkriptionsaktivität der mutanten
muskelspezifischen Enhancerregion ist mindestens 12% eines CMV-Enhancers
in einem Transkriptionsassay. In noch anderen Ausführungsformen
der Erfindung beträgt
die in vitro Transkriptionsaktivität der mutanten muskelspezifischen
Enhancerregionen 8% oder mehr (z.B. 9%, 10%, 11%, ... 100% ...)
eines CMV-Enhancers in einem Transkriptionsassay. Die in vivo Transkriptionsaktivität der mutanten muskelspezifischen
Enhancerregion ist 12% oder mehr (z.B. 12%, 13%, 14%, ... 100%,
...) eines CMV-Enhancers in einem Transkriptionsassay. In bestimmten
Ausführungsformen
ist das Verhältnis
der Muskel-zu-Leber heterologen Genexpression von Vektoren, die
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion verwenden, 600:1 (z.B. wenn
es auf Niveaus heterologer Genexpression eines CMV-Enhancer enthaltenden
Virus normalisiert ist).
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion umfasst und wobei
die mutante muskelspezifische Enhancerregion mindestens zwei MCK-R
Kontrollelemente umfasst, wie in Anspruch 1 beansprucht. In bestimmten
Ausführungsformen
umfasst die Nukleinsäure
des Weiteren eine Intronsequenz. In anderen Ausführungsformen umfasst die Nukleinsäure des
Weiteren eine Polyadenylisierungssignalsequenz. In bevorzugten Ausführungsformen
umfasst die Nukleinsäure
eine heterologe DNA Sequenz. In bestimmten Ausführungsformen umfasst die Nukleinsäure des
Weiteren Nukleinsäuresequenzen,
ausgewählt
aus Promotorregionen, Intronregionen, Polyadenylisierungsregionen,
heterologen DNA Regionen, und Kombinationen dieser.
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion aufweist, die funktionell
an eine heterologe DNA Sequenz gebunden ist, und wobei die mutante
muskelspezifische Enhancerregion mindestens zwei MCK-R Kontrollelemente
umfasst, wie in Anspruch 1 beansprucht. Obgleich die vorliegende
Erfindung nicht auf die Identität
des heterologen Genes festgelegt ist, umfasst in einigen bevorzugten
Ausführungsformen
die heterologe DNA Sequenz das Volllängendystrophingen oder die
cDNA Sequenz des Dystrophingenes. In anderen Ausführungsformen
umfasst die heterologe DNA Sequenz ein verkürztes Dystrophin-Mini-Gen.
In bestimmten Ausführungsformen
ist die heterologe DNA Sequenz ausgewählt aus dem Volllängendystrophingen, der
cDNA Sequenz des Dystrophingenes, dem BMD-Minigen, dem ΔH2-R19 Minigen, dem
Laminin-α2,
dem Utrophin, dem Sarcoglycan (Alpha, Beta, Gamma, Delta und Epsilon
Sarcoglycan), dem Calpain-3, dem Faktor VIIT, dem Faktor IX und
dem Emerin.
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In
einigen Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
einen Expressionsvektor und eine mutante muskelspezifische Enhancerregion
umfasst und wobei die mutante muskelspezifische Enhancerregion mindestens
zwei MCK-R Kontroll elemente umfasst, wie im Anspruch 1 beansprucht.
In bestimmten Ausführungsformen
umfasst der Vektor einen Adenovirus. In anderen Ausführungsformen
umfasst der Vektor einen Helfer-abhängigen Adenovirus. In bestimmten
Ausführungsformen
umfasst der Vektor einen Adeno-assoziierten Virus. In einigen Ausführungsformen
umfasst der Vektor den Lentivirus.
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In
einigen Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
einen Expressionsvektor und eine mutante muskelspezifische Enhancerregion
umfasst, die funktionell an eine heterologe DNA Sequenz gebunden
ist und wobei die mutante muskelspezifische Enhancerregion mindestens
zwei MCK-R Kontrollelemente umfasst, wie in Anspruch 1 beansprucht.
Der Vektor ist in der Lage die heterologe DNA Sequenz in einem Objekt
zu exprimieren. Der Vektor ist in der Lage Zellen zu transfizieren
(z.B. Muskelzellen in vitro). In bevorzugten Ausführungsformen
ist der Vektor in der Lage Zellen stabil zu transfizieren. In bestimmten
Ausführungsformen
beträgt
die stabile Transfektion mindestens 3 Monate. In anderen Ausführungsformen
beträgt
die stabile Transfektion mindestens 4 Monate.
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In
einigen Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung eine Nukleinsäure umfassende Zusammensetzung
bereit, wobei die Nukleinsäure
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion umfasst, wobei die
mutante muskelspezifische Enhancerregion zwei Kontrollelemente umfasst
(z.B. zwei Kontrollelemente die von der Sequenz her einander identisch
sind), wie in Anspruch 1 beansprucht, wobei jedes in der Lage ist MCK-Transkriptionsfaktoren
(z.B. MCK-spezifische Transkriptionsfaktoren) zu binden. In bestimmten
Ausführungsformen
umfassen die beiden identischen Kontrollelemente MCK-R Kontrollelemente.
Obgleich die vorliegende Erfindung nicht auf die Identität des MCK-Transkriptionsfaktors
beschränkt
und festgelegt ist, umfassen die MCK-Transkriptionsfaktoren in bestimmten
Ausführungsformen
MRF4, myf5, MyoD, Myogenin und Kombinationen oder Varianten davon
(z.B. Hono- und Heterodimere und Multimere).
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In
einigen Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung eine in vitro Methode zur Expression
eines heterologen Genes in einer Muskelzelle, wie in Anspruch 16
beansprucht, bereit.
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Die
vorliegende Erfindung ist nützlich
in einer Methode zur Expression eines heterologen Genes in einem
Objekt, umfassend: a) Bereitstellung, i) eines Objektes, wobei das
Objekt Muskelzellen umfasst, und ii) eines Expressionsvektors, umfassend
eine Nukleinsäure,
wobei die Nukleinsäure
eine mutante muskelspezifische Enhancerregion umfasst, die funktionell
mit einer heterologen Gensequenz verbunden ist und wobei die mutante
muskelspezifische Enhancerregion mindestens zwei MCK-R Kontrollelemente
umfasst, und b) in Kontakt bringen des Vektors mit dem Objekt unter
solchen Bedingungen, dass das heterologe Gen exprimiert wird. Das
Objekt leidet an einem Mangelzustand (z.B. einer muskulären Dystrophie)
und das heterologe Gen umfasst das Volllängendystrophingen, die cDNA
Sequenz des Dystrophin Genes oder ein verkürztes Dystrophin-Minigen.
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Die
vorliegende Erfindung ist nützlich
in einer Methode umfassend a) Bereitstellung, i) eines Objektes; und
ii) eines Expressionsvektors umfassend eine Nukleinsäure, wobei
die Nukleinsäure
eine heterologe Gensequenz umfasst, die funktionell mit einem ersten
und einem zweiten Kontrollelement verbunden ist, wobei das erste
und das zweite Kontrollelement durch die Struktur AACAXXTGCY, definiert
ist, wobei X G oder C ist und Y T oder A ist; und b) Einführung des
Expressionsvektors in das Objekt unter solchen Bedingungen, dass
das Gen von Interesse expremiert wird.
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BESCHREIBUNG DER FIGUREN
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1 zeigt
die SEQ ID Nr.: 1, welche ein 3357 Basenpaarfragment der Maus-MCK-transkriptionsregulatorischen
Region ist, welche sich von –3350
bis +7 (Genbankzugangsnummer AF188002) erstreckt.
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2 zeigt
die SEQ ID Nr.: 2 (eine Wildtypmaus-Enhancerregion), SEQ ID Nr.: 3 (2R Mausmutanten- Enhancerregion),
SEQ ID Nr.: 4 (S5 Mausmutanten Enhancerregion), SEQ ID Nr.: 5 (2RS5
Mausmutanten-Enhancerregion), und SEQ ID Nr.: 6 (verkürzte 2RS5
Mausmutanten-Enhancerregion). Die Nummerierung in der Figur entspricht
der Nummerierung für
das in 1 gezeigte 3355 Basenpaarfragment.
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3 zeigt
die SEQ ID Nr.: 7 (die regulatorische Sequenz, welche für die Konstruktion
der CK4 genetischen Kassette verwendet wurde), SEQ ID Nr.: 8 (die
regulatorische Sequenz, die für
die Konstruktion der CK6 genetischen Kassette verwendet wurde),
SEQ ID Nr.: 9 (die regulatorische Sequenz, die für die Konstruktion der CK5
genetischen Kassette verwendet wurde) und SEQ ID Nr.: 10 (die regulatorische
Sequenz, die für die
Konstruktion der CK2 genetischen Kassette verwendet wurde).
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4 zeigt
die SEQ ID Nr.: 11 (eine MCK Mauspromotorregion, die sich von –944 bis
+7 erstreckt), SEQ ID Nr.: 12 (eine MCK Mauspromotorregion, die
sich von –358
bis +7 erstreckt) und SEQ ID Nr.: 13 (eine MCK Mauspromotorregion,
die sich von –80
bis +7 erstreckt).
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5 zeigt
die SEQ ID Nr.: 14, welche die 5'-Flanke
des humanen Muskelkreatingenes (CKMM) (Genbankzugangsnummer M21487)
ist.
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6a zeigt ein Nukleotidalignment eines
Teils der Wildtypmaus-MCK-Enhancerregion (SEQ ID Nr.: 2) mit einem
Teil der humanen CKMM 5' flankierenden
Sequenz (SEQ ID Nr.: 14). 6b zeigt
ein Alignment eines Teils der Wildtyp MCK Promotorregion (SEQ ID
Nr.: 12) mit einem Teil der humanen CKMM 5' flankierenden Sequenz (SEQ ID Nr.:
14).
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7 zeigt
die SEQ ID Nr.: 15 (ein Wildtyp humanes Homolog der Mauswildtyp-Enhancerregion
gezeigt in SEQ ID Nr.: 2), SEQ ID Nr.: 16 (eine 2R mutante humane
Enhancerregion), SEQ ID Nr.: 17 (eine S5 mutante humane Enhancerregion),
SEQ ID Nr.: 18 (eine 2RS5 mutante humane Enhancerregion), SEQ ID
Nr.: 19 (eine 2RS5 verkürzte
mutante humane Enhancerregion), SEQ ID Nr.: 20 (eine humane Promotorregion), und
SEQ ID Nr.: 21 (eine humane Promotorregion).
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8a zeigt eine Restriktionskarte der 3355
Basenpaar MCK regulatorischen Regionen, wie in SEQ ID Nr.: 1 veranschaulicht. 8b zeigt eine 206 Basenpaar MCK Enhancerregion
(SEQ ID Nr.: 2). Diese Figur zeigt ebenfalls grafisch die Sequenzveränderungen
entsprechend den 2R und S5 Mutationen, genauso wie den Ort der 41
Basenpaarverkürzung
(beginnend bei der CK5 Deletion). Die Worte rechte E-Box und linke E-Box
in dieser Figur sind Synonyme für
MCK-R und MCK-L. Diese Figur zeigt ebenfalls andere verschiedene Kontrollelemente,
die in dieser Enhancerregion vorliegen.
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9a zeigt verschiedene genetische Kassetten
mit MCK regulatorischen Regionen (siehe Beispiel 2 für die Konstruktion
dieser genetischen Kassetten). 9b zeigt
eine genetische Kassette (die Promotor-lacZ-Boxen), die in einen
rekombinanten adenoviralen Vektor inseriert ist, so dass die Transkription
von dem viralen linken ITR weg verläuft.
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10a zeigt die Beta-Galactosidase Expressionsstufen
in dendritischen Zellen, die entweder mit einer CMV genetischen
Kassette oder den CK5 und CK6 genetischen Kassetten transfiziert
wurden. 10b zeigt die Dauer der Expression
von Muskeln, in die adCK6lacz Partikel injiziert wurden.
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11 zeigt
die SEQ ID Nr.: 22, ein Rattenmuskelkreatingen, Exon 1 und eine
Promotorregion (Zugangsnummer M27092).
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12a zeigt ein Nukleotidalignment eines
Teils der Wildtypmaus-MCK-Enhancerregion (SEQ ID Nr.: 2) mit einem
Teil des Rattenmuskelkreatingens (Exon 1 und Promotor), veranschaulicht
in SEQ ID Nr.: 22. 12b zeigt ein Nukleotidalignment
eines Teils der Wildtypmaus-MCK-Promotorregion (SEQ ID Nr.: 12)
mit einem Teil des Rattenmuskelkreatingenes (Exon 1 und Promotor)
veranschaulicht in SEQ ID Nr.: 22.
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13 zeigt
die SEQ ID Nr.: 23 (eine Wildtyprattenenhancerregion) SEQ ID Nr.:
24 (eine 2R Rattenenhancerregion) SEQ ID Nr.: 25 (eine S5 mutante
Rattenenhancerregion), SEQ ID Nr.: 26 (eine 2RS5 mutante Rattenenhancerregion),
SEQ ID Nr.: 27 (eine 2RS5 verkürzte
mutante Rattenenhancerregion), SEQ ID Nr.: 28 (eine Rattenpromotorregion),
und SEQ ID Nr.: 29 (eine Rattenpromotorregion).
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14a zeigt den pBluescript II KS-Plasmid. 14b zeigt einen Teil des Shuttlevektors
pAdlox.
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15 zeigt
das Rückgrad
sub360, das verwendet wurde um H5.01CBLacZ (ebenfalls bekannt als AdCMVBantLacZ
und AdCBLacz) zu konstruieren.
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16 zeigt
die SEQ ID Nr.: 30–45,
welche verschiedene MCK-R Sequenzen sind, und SEQ ID Nr.: 46, die
S5 Sequenz.
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16 zeigt
ebenfalls SEQ ID Nr.: 47 (die minxt Intronsequenz).
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17 zeigt
den pAdBg1II Plasmid.
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DEFINITIONEN
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Zum
besseren Verständnis
der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend eine Reihe von Begriffen
definiert:
Der Begriff „MCK
Transkriptionsfaktor",
wie hier verwendet, bezieht sich auf Transkriptionsfaktoren, die
an MCK Enhancerregionensequenzen binden. MCK spezifische Transkriptionsfaktoren
schließen
beispielsweise ein, ohne darauf beschränkt zu sein, MRF4, myf5, MyoD,
und Myogenin. Der Begriff „MCK-spezifischer Transkriptionsfaktor" bezieht sich auf
Transkriptionsfaktoren, die für
MCK-Gene einzigartig sind. Transkriptionsfaktoren schließen die
verschiedenen Formen ein, mit denen die Faktoren mit den Genen Wechselwirken
um biologische Aktivität
bereit zu stellen, Hetero- und Homodimere und Multimere einschließend. Transkriptionsfaktoren
müssen
nicht direkt an eine regulatorische Region binden, sie können aber
an die regulatorische Region mittels einer Interaktion mit beispielsweise
einem zweiten Faktor, wobei der zweite Faktor an die regulatorische Region
gebunden ist, gebunden sein. Transkriptionsfaktoren und Transkriptionsfaktorkomplexe
können
an eine einzelne regulatorische Sequenz (z.B. ein Enhancer) gebunden
sein oder können
an eine Vielzahl (z.B. distale) regulatorische Sequenzen binden.
Obgleich die Enhancer, die durch die Transkriptionsfaktoren gebunden
werden, typischerweise in der 5'-stromaufwärts regulatorischen
Regionen der Gene gefunden werden, können bestimmte Enhancer innerhalb
der Gene (z.B. innerhalb von Introns oder Exons) oder 3' des Genes gefunden
werden.
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Der
Begriff „Probe", wie hier verwendet,
wird in seinem breitesten Sinne verwendet um eine Probe oder eine
Kultur, die aus jeglicher Quelle erhalten wurde, genauso wie biologische
und Umweltproben einzuschließen.
Biologische Proben können
von Tieren (einschließlich
Menschen) erhalten werden und schließen Flüssigkeiten, Festkörper, Gewebe
und Gase ein. Biologische Proben schließen Blutprodukte, wie z.B.
Plasma, Serum und ähnliches
ein.
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Der
Begriff „Gen" bezieht sich auf
eine DNA Sequenz, die Kontroll- und Kodierungssequenzen umfasst,
die für
die Herstellung eines Polypeptids oder seiner Vorstufe notwendig
sind. Das Polypeptid kann durch eine Volllängenkodierungssequenz oder
durch einen Teil der Kodierungssequenz kodiert sein, solange wie
die gewünschte
enzymatische Aktivität
erhalten bleibt. Der Begriff „Gen" schließt sowohl
cDNA als auch genomische Formen eines gegebenen Genes ein.
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Der
Begriff „Wildtyp" bezieht sich auf
ein Gen, Genprodukt oder eine andere Sequenz, welche die Charakteristiken
des Genes oder Genproduktes aufweist wenn sie aus einer natürlich vorkommenden
Quelle isoliert wurde. Ein Wildtypgen ist ein solches, welches in
einer Population am häufigsten
beobachtet wird und somit zufällig
als die „normale" oder „Wildtyp"-Form des Genes bezeichnet
wird. Im Unterschied dazu bezieht sich der Begriff „modifiziert" oder „mutant" auf ein Gen, Genprodukt
oder eine andere Sequenz welche die Modifikationen in der Sequenz
und oder funktionalen Eigenschaften (z.B. geänderte Charakteristiken) zeigt,
wenn es mit dem Wildtypgen oder Genprodukt verglichen wird. Es sei
angemerkt, das natürlich
vorkommende Mutanten isoliert werden können; diese werden durch die
Tatsache identifiziert, dass sie geänderte Charakteristiken im
Vergleich zu dem Wildtypgen oder Genprodukt aufweisen.
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Der
Begriff „Oligonukleotid", wie hier verwendet,
definiert ein Molekül,
welches zwei oder mehr Desoxyribonukleotide oder Ribonukleotide,
gewöhnlich
mehr als drei (3), und typischerweise mehr als zehn (10) und bis
zu einhundert (100) oder mehr (obgleich bevorzugt zwischen zwanzig
und dreißig),
umfasst. Die genaue Größe hängt von
vielen Faktoren ab, welche ihrerseits von der endgültigen Funktion
oder Verwendung des Oligonukleotids abhängen. Die Oligonukleotide können auf
jegliche Art und Weise generiert werden, einschließlich der
chemischen Synthese, der DNA Replikation, der reversen Transkription
oder einer Kombination davon.
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Der
Begriff „regulatorische
Sequenz", wie hier
verwendet, bezieht sich auf eine genetische Sequenz oder ein Element,
das einige Aspekte der Expression von Nukleinsäuresequenzen kontrolliert.
Ein Promotor ist z.B. ein regulatorisches Element, das den Start
der Transkription einer funktionell verbundenen kodierenden Region
ermöglicht.
Andere regulatorische Elemente sind Enhancer, Splice-Signale, Polyadenylisierungssignale,
Terminierungssignale etc.
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Transkriptionskontrollsignale
in Eucaryoten schließen „Promotor" und „Enhancer"-Elemente ein. Promotoren
und Enhancer bestehen aus kurzen DNA-Sequenzbausteinen, die spezifisch
mit zellulären
Proteinen Wechselwirken, die in die Transkription involviert sind.
Die vorliegende Erfindung betrachtet modifizierte Enhancerregionen.
In einer Ausführungsform
ist die modifizierte Enhancerregion eine mutante muskelspezifische Enhancerregion,
wobei die Wildtypsequenzregion, die ein endogenes MCK-R-Kontrollelement enthält, so modifiziert
wurde, dass sie eine zusätzliche
MCK-Sequenz enthält.
Es ist nicht vorgesehen, dass die vorliegende Erfindung durch die
Größe der mutanten
muskelspezifischen Enhancerregion begrenzt ist. Mit anderen Worten,
die flankierenden Sequenzen an beiden Seiten der MCK-R-Kontrollelemente
können
verschiedene Längen
aufweisen. Typischerweise ist eine mutante muskelspezifische Enhancerregion
der vorliegenden Erfindung weniger als 500 Basen, mehr bevorzugt
weniger als 400 Basen, noch mehr bevorzugt weniger als 300 und am
meisten bevorzugt 210 Basen oder weniger (z.B. 206 oder 165) lang.
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Der
Begriff „heterologe
DNA Sequenz" bezieht
sich auf eine Nukleotidsequenz, die für die Zelle, in welche sie
eingeführt
wird, nicht endogen ist. Heterologe DNA schließt eine Nukleotidsequenz ein,
welche an eine Nukleinsäuresequenz
ligiert ist oder derart manipuliert wurde, das sie an diese ligiert
werden konnte und an die sie in der Natur nicht ligiert ist oder
an die sie in der Natur an einem anderen Ort ligiert ist. Heterologe
DNA schließt
ebenfalls eine Nukleotidsequenz ein, die natürlicherweise in der Zelle gefunden
wird, in welche sie eingeführt
wird und welche einige Modifikationen in Bezug auf die natürlich vorkommende
Sequenz aufweist. Ein Beispiel für
eine heterologe DNA der vorliegenden Erfindung ist eine heterologe
regulatorische Sequenz, wie ein heterologer Promotor, welcher nicht
in der Säugerzelle
gefunden wird, in welche sie eingeführt wird. Die vorliegende Erfindung
betrachtet jedoch ebenfalls endogene (auch sogenannte „homologe") Promotoren, die in
funktioneller Kombination mit den heterologen Genen von Interesse
stehen.
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Der
Begriff „rekombinanter
DNA Vektor", wie
hier verwendet, bezieht sich auf DNA-Sequenzen, welche eine gewünschte codierende
Sequenz und entsprechende DNA-Sequenzen aufweisen, die für die Expression
der funktionell verbundenen codierenden Sequenz in einem bestimmten
Wirtsorganismus (z.B. ein Säugetier)
notwendig sind. DNA-Sequenzen, die für die Expression in Prokaryoten
notwendig sind, schließen
einen Promotor, optional eine Operatorsequenz, einen Ribosomenbindungsort
und mögliche
andere Sequenzen ein. Für
eukaryotische Zellen ist bekannt, dass die Promotoren, Polyadenylisierungssignale
und Enhancer verwenden.
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Der
Begriff „in
funktioneller Kombination", „in funktioneller
Anordnung" und „funktionell
verbunden", wie hier
verwendet, bezieht sich auf eine Verbindung von Nukleinsäuresequenzen
auf eine solche Art, das ein Nukleinsäuremolekül produziert wird, welches
in der Lage ist die Transkription eines gegebenen Gens und/oder der
die Synthese eines gewünschten
Proteinmoleküls zu
regeln. Der Begriff bezieht sich ebenfalls auf die Verknüpfung von
Aminosäuresequenzen
auf solche Art, dass ein funktionales Protein produziert wird.
-
Der
Begriff „genetische
Kassette", wie hier
verwendet, bezieht sich auf ein Fragment oder ein DNA Segment, welches
eine bestimmte Gruppierung genetischer Elemente enthält. Eine
genetische Kassette kann beispielsweise einen Promotor und einen
Enhancer einschließen
und kann aus einen Vektor oder Plasmid als eine einzelne Einheit
entfernt oder in diesen inseriert werden.
-
Der
Begriff „Plasmidrückgrad", wie hier verwendet,
bezieht sich auf ein Stück
einer DNA, welche mindestens einen Replikationsausgangspunkt und
ein selektierbares Markergen (z.B. ein Antibiotikaresistenzgen) aufweist,
welches die Selektion der bakteriellen Wirte ermöglicht, welche den Plasmid
enthalten; das Plasmidrückrad
kann ebenfalls eine Polylinker-Region einschließen um die Insertion eines
genetischen Elementes in das Plasmid zu erleichtern. Wenn ein bestimmtes
Plasmid derart modifiziert wurde, das es nicht Plasmidelemente enthält (z.B.
Insertion von Ad Sequenzen und/oder eines eukaryotischen Genes von
Interesse), dann wird der Plasmidteil der Sequenzen als das Plasmidrückgrad bezeichnet.
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„Hybridisations"-Methoden schließen das
Anlagern einer komplementären
Sequenz an die Zielnukleinsäure
(die zu detektierende Sequenz) ein. Die Fähigkeit von zwei Nukleinsäurepolymeren,
die komplementäre
Sequenzen enthalten, einander zu finden und mittels Basenpaarwechselwirkung
sich aneinander zu lagern ist ein gut bekanntes Phänomen.
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Das „Gegenstück" einer Nukleinsäuresequenz,
wie hier verwendet, bezieht sich auf ein Oligonukleotid, welches
in „antiparalleler
Assoziation" vorliegt,
wenn es mit der Nukleinsäuresequenz
so angelagert ist, dass das 5' Ende
einer Sequenz mit dem 3'-Ende
der anderen gepaart ist. Die Komplementarität muss nicht perfekt sein;
stabile Duplexe können
Fehlbasenpaarungen oder ungepaarte Basen enthalten. Der Fachmann
des Standes der Technik der Nukleinsäuretechnologie kann die Duplexstabilität empirisch
bestimmen, unter Berücksichtigung
einer Vielzahl von Variablen, einschließlich beispielsweise der Länge der
Oligonukleotide, der Basenzusammensetzung und der Sequenz der Oligonukleotide,
der Ionenstärke
und der Häufigkeit
der fehlgepaarten Basenpaare.
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Der
Begriff „Homologie" bezieht sich auf
den Grad der Komplementarität.
Es kann teilweise Homologie oder vollständige Homologie (d.h. Identität) vorliegen.
Eine teilweise komplementäre
Sequenz ist eine solche, die zumindest teilweise eine vollständig komplementäre Sequenz
von der Hybridisierung an eine Zielnukleinsäure abhält und wird unter Verwendung
des funktionellen Begriffes „im
Wesentlichen Homolog" bezeichnet. Die
Unterdrückung
der Hybridisierung der vollständig
komplementären
Sequenz an die Zielsequenz kann unter Verwendung eines Hybridisationsassays
(Southern- oder Northern-Blot, Lösungshybridisation
und ähnliches)
unter Bedingungen geringer Stringenz untersucht werden. Eine im
Wesentlichen homologe Sequenz oder Probe wird um die Bindung konkurrieren
und die Bindung (d.h. die Hybridisation) einer vollständig homologen
an das Ziel unter Bedingungen geringer Stringenz unterdrücken. Das
bedeutet nicht, dass die Bedingungen geringer Stringenz solche sind,
dass eine nicht-spezifische Bindung zugelassen wird; Bedingungen
geringer Stringenz erfordern, dass die Bindung von zwei Sequenzen
aneinander über
eine spezifische (d.h. selektive) Wechselwirkung stattfindet. Das
Fehlen einer nicht-spezifischen Bindung kann unter Verwendung eines zweiten
Ziels, welchem sogar ein teilweiser Grad der Komplementarität (z.B.
weniger als 30% Identität)
fehlt, untersucht werden; in Abwesenheit einer nicht-spezifischen Bindung
wird die Probe nicht an das zweite nicht-komplementäre Ziel hybridisieren.
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Es
ist bekannt, dass eine Vielzahl an äquivalenten Bedingungen verwendet
werden können
um von Bedingungen geringer Stringenz erfasst zu sein; Faktoren
wie die Länge
und die Art (DNA, RNA, die Basenzusammensetzung) der Probe und die
Art des Ziels (DNA, RNA, die Basenzusammensetzung, vorliegen in
Lösung
oder immobilisiert, etc.) und die Salzkonzentration und andere Komponenten
(z.B. die Anwesenheit oder Abwesenheit von Formamid, Dextransulfat,
Polyethylenglycol) werden in Betracht gezogen und die Hybridisationslösung kann
variieren um Bedingungen für
eine Hybridisation mit geringer Stringenz zu generieren, die zu den oben
genannten Bedingungen unterschiedlich, jedoch äquivalent sind. Des Weiteren
sind Bedingungen bekannt, welche die Hybridisation unter Bedingungen
hoher Stringenz fördern
(z.B. die Erhöhung
der Temperatur der Hybridisation und/oder Waschschritte, die Verwendung
von Formamid in der Hybridisationslösung, etc.) (siehe die Definition
für „Stringenz" weiter unten).
-
Der
Begriff „Stringenz", wie hier verwendet,
wird im Bezug auf die Bedingungen der Temperatur, der Innenstärke und
der Anwesenheit von anderen Verbindungen, wie organische Lösungsmittel,
verwendet, unter welchen die Nukleinsäurehybridisationen durchgeführt werden.
Der Fachmann des Standes der Technik versteht, dass „stringente" Bedingungen durch
die Variation der Parameter, die gerade beschrieben wurden, entweder
individuell oder gemeinsam, geändert
werden können.
Unter „hochstringenten" Bedingungen findet
die Nukleinsäurebasenpaarung
nur zwischen den Nukleinsäurefragmenten
statt, welche eine hohe Frequenz der komplementären Rasensequenzen aufweisen
(z.B. Hybridisation unter „hochstringenten" Bedingungen kann zwischen
Homologen mit etwa 85–100%
Identität,
vorzugsweise etwa 70–100%
Identität,
stattfinden). Unter mittleren stringenten Bedingungen findet die
Nukleinsäurenbasenpaarung
zwischen Nukleinsäuren
mit einer mittleren Frequenz der komplementären Rasensequenzen statt (z.B.
Hybridisation unter „mittleren
Stringenz"-Bedingungen
kann zwischen Homologen mit etwa 50–70% Identität stattfinden).
Somit werden die Bedingungen einer „schwachen" oder „geringen" Stringenz häufig erfordert bei Nukleinsäuren, die
aus Organismen erhalten wurden, die genetisch verschiedenartig sind,
da die Frequenz der komplementären
Sequenzen üblicherweise
gering ist.
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Der
Begriff „Markierung", wie hier verwendet,
bezieht sich auf jegliches Atom oder Molekül welches verwendet werden
kann um ein detektierbares (vorzugsweise quantifizierbares) Signal
bereitzustellen und welches an eine Nukleinsäure oder ein Protein befestigt
werden kann. Marker können
Signale bereitstellen, welche nachweisbar sind mittels Fluoreszenz,
Radioaktivität,
Kolorimetrie, Gravimetrie, Röntgenbeugungsanalyse
oder Absorption, Magnetismus, enzymatischer Aktivität und ähnlichem.
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Der
Begriff „Transfektion", wie hier verwendet,
bezieht sich auf die Einführung
einer fremden DNA in eukaryotische Zellen. Die Transfektion kann
mittels einer Reihe von aus dem Stand der Technik bekannten Mitteln
vollzogen werden, einschließlich
des Kalziumphosphat-DANN-co-Prezipitation, DEAE-Dextran-vermittelter Transfektion,
Polybren-vermittelter Transfektion, Elektroporation, Mikroinjektion,
Liposomenfusion, Lipofektion, Protoplastenfusion, retroviraler Infektion
und der Biolistik.
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Der
Begriff „stabile
Transfektion" oder „stabil
transfiziert" bezieht
sich auf die Einführung
und Integration von fremder DNA in das Genom der transfizierten
Zelle. Der Begriff „stabiler
Transfektant" bezieht
sich auf eine Zelle, in welche fremde DNA in die genomische DNA
stabil integriert wurde.
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Der
Begriff „lang
anhaltende Expression",
wie hier verwendet, bezieht sich auf eine nachweisbare Expression über mehr
als sechs (3) Monate und weiter bevorzugt mehr als ein (6) Monate,
nach der Transfektion von Zellen in einem immunkompetenten (d.h.
nicht immunsupprimierten) Tier.
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Der
Begriff „Gen
von Interesse",
wie hier verwendet, bezieht sich auf ein Gen, welches in einen Vektor oder
ein Plasmid inseriert ist und dessen Expression in einer Wirtszelle
gewünscht
ist. Gene von Interesse schließen
Gene ein, welche therapeutischen Wert haben, genauso wie Reportergene.
Eine Vielzahl solcher Gene wird betrachtet, einschließlich solcher
Gene von Interesse, welche ein Protein codieren, welches eine therapeutische
Funktion bereitstellt. Es ist nicht vorgesehen, dass die vorliegende
Erfindung durch die Gene von Interesse, welche ein bestimmtes Protein
mit therapeutischer Funktion codieren, beschränkt ist. Eine Vielzahl solcher
Gene wird betrachtet, einschließlich,
ohne darauf beschränkt
zu sein, dass Bilirubin-UDP-Glucuronosyltransterasegen,
das Dystrophingen (welches in der Lage ist, den in Muskeln von MD-Patienten
ersichtlichen Defekt zu korrigieren), das Utrophingen, das CFTR-Gen
(ist in der Lage, den in Mukoviszidose-Patienten sichtbaren Defekt
zu korrigieren), die Gene, welche Enzyme codieren (insbesondere
Enzyme, welche mit Enzym-defizienten Krankheiten oder Krankheiten
assoziiert sind, für
welche bekannt ist, dass sie durch Enzymdefekte verursacht werden)
und Gene, welche Blutgerinnungsfaktoren, Angiogenesisfaktoren, Anti-Angiogenesisfaktoren,
Tumorsuppressoren und Suizidgene, für welche das Herpes Thymidinkinasegen
ein Beispiel ist, codieren. Gene von Interesse können sowohl endogen, als auch
heterolog sein.
-
Der
Begriff „Reportergen" weist auf eine Gensequenz
hin, welche ein Reportermolekül
(einschließlich ein
Enzym) codiert. Ein „Reportermolekül" ist in irgendeinem
beliebigen Detektionssystem nachweisbar, einschließlich, ohne
darauf beschränkt
zu sein, Enzyme (z.B. ELISA, genauso wie enzymbasierte histochemische Assays,
Fluoreszenz, radioaktive und lumineszente Systeme. In einer Ausführungsform
betrachtet die vorliegende Erfindung das E. coli β-Galactosidasegen
(erhältlich
von Pharmacia Biotech, Pistacataway, NJ), das grün fluoreszierende Protein (GFP)
(kommerziell erhältlich
von Clontech, Palo Alto, CA) das humane plazentaralkalische Phosphatase-Gen
und das Chloramphenicolacetyltransferase(CAT)-Gen; andere Reportergene sind
im Stand der Technik bekannt und können verwendet werden (z.B.
um den Transfektionserfolg leicht nachzuverfolgen).
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Die
Begriffe „Nukleinsäuremolekül codierend", „DNA-Sequenz codierend" und „DNA codierend", wie hier verwendet,
beziehen sich auf die Anordnung oder Sequenz von Desoxyribonukleotiden
entlang eines Stranges einer Desoxyribonukleinsäure. Die Anordnung dieser Desoxyribonukleotide
legt die Anordnung der Aminosäuren
entlang der Polypeptid(Protein)-Kette fest. Die DNA-Sequenz codiert
somit für
die Aminosäuresequenz.
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Der
Begriff „Transkriptionsassay", wie hier verwendet,
bezieht sich auf Assays, welche für den Nachweis des Niveaus
der Expression, welche durch einen Enhancer und/oder Promotor bereitgestellt
werden, verwendet werden können.
Beispiele für
geeignete Assays schließen
ein, ohne darauf beschränkt
zu sein, dass Assay wie es in Beispiel 3 und 5 unten beschrieben
wird. Der Fachmann des Standes der Technik erkennt, dass es eine
breite Zahl an Transkriptionsassays gibt, welche für die Verwendung
mit der vorliegenden Erfindung geeignet sind. Geeignete Assays schließen solche
ein, welche den Nachweis und/oder den Vergleich von Genexpressionsprodukten
(z.B. Reporterprodukte, mRNA, Prote in und ähnliches) von Expressionssystemen, die
funktionell mit Enhancern und Promotoren verbunden sind, erlauben.
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Der
Begriff „Transkriptionsaktivität", wie hier verwendet,
bezieht sich auf das gemessene Niveau der Transkriptionsaktivität, welches
in der Lage ist, durch einen Enhancer und/oder eine Promotorregion
angetrieben worden zu sein, beispielsweise das Messen des Niveaus
eines Reportergenes (z.B. Betagalactosidase), das in einem Transkriptionsassay
produziert wurde. Beispiele für
Transkriptionsaktivitäten,
die in einem Trankskriptionsassay nachgewiesen wurden, sind aus
den Tabellen 1 und 2 unten ersichtlich.
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Der
Begriff „MCK-R
Kontrollelemente",
wie hier verwendet, bezieht sich auf solche Kontrollelemente (z.B.
Enhancersequenzen), wie sie typischerweise in Muskelkreatinkinaseregulatorischen
Sequenzen mit der Konsensussequenz AA-CAc/gc/gTGCa/t gefunden werden. Beispiele
von MCK-R Kontrollelementen schließen die SEQ ID Nr.: 30–45 ein,
ohne auf diese beschränkt
zu sein.
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Der
Begriff „Muskelzelle", wie hier verwendet,
bezieht sich auf eine Zelle, die aus einem Muskelgewebe erhalten
wurde, einschließlich,
ohne darauf beschränkt
zu sein, Zellen aus Skelettmuskeln, glatten Muskeln (z.B. vom Verdauungstrakt,
der Harnblase und den Blutgefäßen), und
Herzmuskeln. Der Begriff schließt
in vitro, ex vivo und in vivo Muskelzellen ein. So kann beispielsweise
ein isolierter Cardiomyocyt eine Muskelzelle darstellen, als würde es eine
Zelle sein, wie sie im Muskelgewebe in einem Objekt in vivo vorliegt.
Dieser Begriff schließt
ebenfalls sowohl terminal differenzierte als auch nicht differenzierte
Muskelzellen ein, wie z.B. Myocyten, Myotuben, Myoblasten, Cardiomyocyten
und Cardiomyoblasten.
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Der
Begriff „muskelspezifisch", wie hier verwendet,
in Bezug auf ein regulatorisches Element (z.B. eine Enhancerregion,
Promotorregion) bedeutet, dass die durch diese Regionen getriebene
Transkriptionsaktivität hauptsächlich in
Muskelzellen oder Gewebe (z.B. 20:1) vorliegt im Vergleich zu der
Aktivität
dieser regulatorischen Sequenzen in anderen Geweben. Ein Assay für die Feststellung
der Muskelspezifizität
einer regulatorischen Region ist in Beispiel 5 unten bereitgestellt
(Messung von Beta-Galactosid
in Muskelzellen und Leberzellen aus einer Maus, die mit einem Expressionsvektor
transfiziert wurde).
-
Der
Begriff „mutante
muskelspezifische Enhancerregion",
wie hier verwendet, bezieht sich auf eine Wildtypmuskelspezifische
Enhancerregion, welche modifiziert wurde (z.B. Deletion, Insertion,
Addition, Substitution) und insbesondere modifiziert wurde, um ein
zusätzliches
MCK-R Kontrollelement zu enthalten.
-
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung ist in den Ansprüchen definiert und bezieht
sich auf muskelspezifische Regulatorelemente, Nukleinsäuren und
Vektoren, welche muskelspezifische Regulatorelemente umfassen, und in
vitro Methoden für
die Expression heterologer Gensequenzen in Zellen. Insbesondere
bezieht sich die vorliegende Erfindung auf mutante Muskelkreatinkinaseenhancer
und muskelspezifische genetische Kassetten mit einer reduzierten
Größe (im Vergleich
zu Wildtypsequenzen) für
die Expression heterologer Gensequenzen in Zellen. Die verbesserten
muskelspezifischen Enhancerregionen (und Kassetten) können beispielsweise sowohl
bei Anwendungen in der Gentherapie, als auch beim Arzneimittel-Screening
oder in diagnostischen Anwendungen neben weiteren in vitro und in
vivo Anwendungen verwendet werden.
-
I. Muskelkreatinkinasegen, regulatorische
Regionen und Kontrollelemente
-
Kreatinkinase
katalysiert die Regeneration von ATP aus Kreatinphosphat und stellt
Energie für
die Kontraktion in allen Muskeln des gestreiften Typs bereit. Das
Muskelkreatinkinase(MCK)Gen ist in allen gestreiften Muskeln hochaktiv.
MCK ist die am meisten vorliegende nicht-mitochondriale mRNA, welche
in allen Skelettmuskelfasertypen exprimiert wird und ist ebenfalls
hochaktiv in Herzmuskeln. Das MCK-Gen wird nicht in Myoblasten exprimiert,
wird jedoch transkriptionell aktiviert, wenn die Myoblasten bei
der terminalen Differenzierung in Myocyten übergehen. MCK genregulatorische
Regionen zeigen gestreifte muskelspezifische Aktivität und wurden
in vitro und in vivo charakterisiert. Die am meisten bekannten regulatorischen
Regionen in dem Maus-MCK-Gen schließen einen 206 Basenpaar muskelspezifischen
Enhancer ein, der etwa 1,1 kb 5' von
dem Transkriptionsstartort bei der Maus (d.h. SEQ ID Nr.: 2) lokalisiert
ist und einen 358 Basenpaar proximalen Promotor (d.h. SEQ ID Nr.:
12) ein [Shield, et al., Mol. Cell. Biol., 16:5058 (1996)].
-
Der
206 Basenpaarenhancer enthält
eine Reihe von Sequenzmotiven, einschließlich zwei Klassen von E-Boxen
(MCK-L und MCK-R),
CarG und AT-reiche Sites. Ähnliche
E-Boxensequenzen wurden in den Enhancern der humanen, Ratten- und
Kaninchen MCK-Gene gefunden [siehe Trask, et al., Nucleic Acids
Res., 20:2313 (1992)]. Für
Mutationen des MCK-R Kontrollelementes wurde gezeigt, dass sie eine
dramatische Verringerung der Transkriptionsaktivität eines
Reportergenes verursachen. Für
das MCK-R Kontrollelement ist bekannt, dass es durch verschiedene
gewebespezifische Transkriptionsfaktoren (z.B. MRF4, myf5, MyoD
und Myogenin) und andere universelle Faktoren (z.B. E12, E47 und
E2-2) gebunden wird.
-
II. Mutante muskelspezifische Enhancerregionen
-
Die
vorliegende Erfindung stellt mutante muskelspezifische Enhancerregionen
bereit. In einigen Ausführungsformen
wurden Mutanten durch die Insertion eines zusätzlichen MCK-R Kontrollelementes
in eine Wildtypenhancersequenz, welche normalerweise nur ein MCK-R
Kontrollelement enthält,
konstruiert (so dass die resultierende Sequenz mindestens zwei MCK-R
Kontrollelemente hat). In einigen Ausführungsformen ersetzt das inserierte
MCK-R Kontrollelement das endogene MCK-L Kontrollelement. In anderen
Ausführungsformen
sind zwei oder mehr MCK-R Kontrollelemente inseriert und das endogene
MCK-R Kontrollelement ist entfernt. In einigen Ausführungsformen
sind die beiden oder mehr MCK-R Kontrollelemente inseriert und sowohl
die endogene MCK-R Sequenz, als auch das MCK-L Kontrollelement ist
entfernt. Es ist nicht vorgesehen, dass die vorliegende Erfindung
durch die Anzahl der Basen zwischen dem endogenen MCK-R Kontrollelement und dem
inserierten MCK-R Kontrollelement (oder dem Abstand zwischen den
beiden oder mehr inserierten MCK-R Kontrollelementes) beschränkt ist.
Es ist bevorzugt, dass der Abstand zwischen den MCK-R Sequenzen
weniger als 150, vorzugsweise weniger als 100, weiter bevorzugt
weniger als 50, am meisten bevorzugt weniger als 20 (z.B. 17 Basen)
beträgt.
-
In
einigen Ausführungsformen
wurden diese mutanten muskelspezifischen Enhancer aus Muskelkreatinkinaseenhancerregionen
abgeleitet (z.B. der 206 Basenpaar-Mausenhancer, SEQ ID Nr.: 2).
Der 206 Basenpaar-Mausenhancer (SEQ ID Nr.: 2) wurde durch den Ersatz
der linken E-Box (MCK-L) durch eine rechte E-Box (MCK-R) modifiziert,
um eine mutante muskelspezifische Enhancerregion der vorliegenden
Erfindung (z.B. 2R Mausmutantenenhancerregionen) zu generieren.
Die MCK-R Region, die verwendet wurde, um die linke E-Box zu ersetzen,
ist eine Sequenz ausgewählt
aus SEQ ID Nr.: 30–45
(siehe 16). Bevorzugte mutante muskelspezifische
Enhancerregionen ersetzen die linke E-Box mit der SEQ ID Nr.: 31
(um die SEQ ID Nr.: 3 zu bilden). Eine ähnliche etwa 200 Basenpaarwildtypenhancerregion
des Menschen (SEQ ID Nr.: 15) wurde durch den Ersatz der linken
E-Box durch MCK-R modifiziert, um eine mutante muskelspezifische
Enhancerregion (z.B. 2R humane Enhancerregionen) zu generieren.
Das MCK-R Kontrollelement, welches verwendet wurde, um die linke
E-Box zu ersetzen, ist eine Sequenz ausgewählt aus SEQ ID Nr.: 30–45 (siehe 16).
Bevorzugte mutante muskelspezifische Enhancerregionen ersetzen die
linke E-Box mit SEQ ID Nr.: 31 (um die SEQ ID Nr.: 16 zu bilden).
Eine weitere ähnliche
etwa 200 Basenpaarwildtypenhancerregion in Ratten (SEQ ID Nr.: 23)
kann durch den Ersatz der linken E-Box durch eine MCK-R modifiziert
werden, um eine mutante muskelspezifische Enhancerregion (z.B. 2R
mutante Rattenenhancerregionen) zu generieren. Die MCK-R Region,
die verwendet wird, um die linke E-Box zu ersetzen, ist beispielsweise
eine Sequenz ausgewählt
aus SEQ ID Nr.: 30–45
(siehe 16). Bevorzugte mutante muskelspezifische
Enhancerregionen ersetzen die linke E-Box mit SEQ ID Nr.: 31 (um
SEQ ID Nr.: 24 zu bilden).
-
Eine
weitere Modifikation, welche durchgeführt werden kann, um mutante
muskelspezifische Enhancerregionen der vorliegenden Erfindung zu
generieren, ist die Insertion der S5 Sequenz (SEQ ID Nr.: 46) in eine
Wildtyp-Maus-, humane- oder Ratten-Enhancersequenz (SEQ ID Nr.: 2, SEQ
ID Nr.: 15 und SEQ ID Nr.: 23) wie in 8b gezeigt.
Die Durchführung
solcher Modifikationen generiert S5 mutante maus-, menschen- und
rattenmuskel-spezifische
Enhancerregionen (z.B. SEQ ID Nr.: 4, SEQ ID Nr.: 17 und SEQ ID
Nr.: 25).
-
Eine
bevorzugte Modifikation der Wildtyp-Maus-, Menschen- und Ratten-Enhancersequenzen
(SEQ ID Nr.: 2, 15 und 23) besteht darin, die linke E-Box durch
MCK-R Kontrollelemente zu ersetzen und die S5 Sequenz (SEQ ID Nr.:
46) zu inserieren wie in 8b gezeigt.
Nochmals ist das verwendete MCK-R Kontrollelement ausgewählt aus
SEQ ID Nr.: 30–45.
Beispiele von mutanten muskelspezifischen Enhancerregionen mit beiden
Modifikationen (d.h. 2RS5 muskelspezifischen Enhancerregionen) schließen die
SEQ ID Nr.: 5 (Maus), SEQ ID Nr.: 18 (Mensch) und SEQ ID Nr.: 26
(Ratte) ein.
-
Alle
mutanten muskelspezifischen Enhancerregionen der vorliegenden Erfindung
können
weitere zu den hinzugefügten
Sequenzen oder entfernten Sequenzen aufweisen. Beispielsweise können die
mutanten muskelspezifischen Enhancer zusätzlich Sequenzen aufweisen,
die natürlicher
Teil eines Muskelkreatinkinasegens sind, welche die Enhancerregionen
flankieren (siehe 1, SEQ ID Nr.: 1, welches Nukleotide
vor und nach der Lokalisierung der Wildtyp 206 Basenpaarenhancerregion
(von 2094 bis 2300 in SEQ ID Nr.: 1) zeigt). Die mutanten muskelspezifischen
Enhancerregionen können
ebenfalls ein Teil der entfernten Sequenz (z.B. die 3' 41 Basenpaare) haben.
Beispiele für
solche mutanten verkürzten
2RS5 Sequenzen (z.B. SEQ ID Nr.: 5, 18 und 26) mit entfernten 3' 41 Basenpaaren,
die mutierte verkürzte
2RS5 muskelspezifische Enhancerregionen (z.B. SEQ ID Nr.: 6, 19
und 27) generieren, werden bereitgestellt.
-
Jegliche
der oben beschriebenen wildtyp- oder mutanten muskelspezifischen
Enhancerregionen können
weiter modifiziert werden, um zusätzliche Mutanten zu produzieren.
Diese zusätzlichen
Mutanten schließen
ein, ohne darauf beschränkt
zu sein, muskelspezifische Enhancerregionen mit Deletionen, Insertionen oder
Substitutionen verschiedener Nukleotide oder Nukleotidana loge, solange
wie die Transkriptionsaktivität der
Enhancerregion aufrechterhalten bleibt. Eine Anleitung dafür, welche
und wie viele Nukleotidbasen substituiert werden können, inseriert
oder deletiert werden können,
ohne, dass die Transkriptionsaktivität aufgehoben wird, kann unter
Verwendung von aus dem Stand der Technik bekannten Computerprogrammen
herausgefunden werden, beispielsweise der DNAStar Software oder
GCG (Univ. of Wisconsin) oder kann empirisch unter Verwendung der
durch vorliegende Erfindung bereitgestellten Assays ermittelt werden.
-
Ob
eine Änderung
in der Nukleinsäuresequenz
(z.B. eine Substitution, Addition, Deletion) einer muskelspezifischen
Enhancerregion zu einer nützlichen
mutanten muskelspezifischen Enhancerregion (z.B. für das Antreiben
der Transkription eines heterologen Genes) führt, kann leicht festgestellt
werden. Eine Methode schließt
die Insertion der mutanten muskelspezifischen Enhancerregion in
ein adenovirales Konstrukt (z.B. AdCK6lacZ, Ersetzen der SEQ ID
Nr.: 5 mit beispielsweise einer Variation von SEQ ID Nr.: 5) und
die Messung der Menge der Transkription, die sich in vivo oder in
vitro ergibt mittels den Nachweis der Expression der Beta-Galactosid-Produktion
(siehe Beispiel 5 unten), ein. Eine ähnliche Technik, um Varianten
zu finden/zu testen, besteht darin, die Kandidatensequenz in eine
genetische Kassette zu inserieren (z.B. CK6, CK4 oder CK5 anstelle
der bereits vorhandenen Enhancersequenz) und diese in ein Shuttle-Plasmid (z.B. pAdBg1II)
zu inserieren. Dieses Plasmidkonstrukt kann dann in eine Zellkultur
in vitro transfiziert werden und das Niveau der Transkriptionsaktivität durch
den Nachweis des Reportergenes (Beta-Galactosidase, siehe Beispiel
3) überwacht
werden.
-
Die
vorliegende Erfindung ist nicht auf die mutanten muskelspezifischen
Enhancerregionen, die in den SEQ ID Nr.: 3–6, 16–19 und 24–27 gelistet sind, beschränkt, sondern
schließt
insbesondere Nukleinsäuresequenzen
ein, welche in der Lage sind, mit den mutanten muskelspezifischen
Enhancerregionen SEQ ID Nr.: 3–6,
16–19
und 24–27
und Teilen davon zu hybridisieren (z.B. in der Lage sind unter hochstringenten
Bedingungen zu hybridisieren). Dem Fachmann des Standes der Technik
ist bekannt, dass verschiedene Hybridisationsstärken gewünscht sein können. Bei spielsweise,
wenn höhere
Stringenzen bevorzugt sind, um die nicht-spezifische Bindung zwischen
den mutanten muskelspezifischen Enhancerregionen der SEQ ID Nr.:
3–6, 16–19 und
24–27
und anderen Nukleinsäuersequenzen
zu eliminieren oder zu reduzieren, geringe Stringenzen können bevorzugt
sein, um eine große
Anzahl von Nukleinsäuresequenzen
zu detektieren, welche verschiedene Homologien zu den Nukleotidsequenzen
von SEQ ID Nr.: 3–6,
16–19
und 24–27
haben.
-
III. Expressionsvektoren
-
Die
vorliegende Erfindung betrachtet die Verwendung von Expressionsvektoren
mit den Zusammensetzungen und Methoden der vorliegenden Erfindung.
Vektoren, die geeignet für
die Verwendung in den Methoden und mit den Zusammensetzungen der
vorliegenden Erfindung sind, sollten beispielsweise in der Lage sein,
die hierin beschriebenen Zusammensetzungen und Kassetten entsprechend
zu verpacken und zu tragen. Eine Anzahl von geeigneten Vektoren
sind im Stand der Technik bekannt und schließen ein, ohne darauf beschränkt zu sein,
die folgenden: 1) Adenovirale Vektoren; 2) Adenovirale Vektoren
der zweiten Generation; 3) Guttierte adenovirale Vektoren; 4) Adeno-assoziierte
Virusvektoren; 5) Lentivirale Vektoren.
-
Der
Fachmann des Standes der Technik erkennt und erkennt an, dass andere
Vektoren für
die Verwendung mit den Methoden und Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung geeignet sind. In der Tat ist die vorliegende Erfindung
nicht vorgesehen auf die Verwendung der genannten Vektoren als solche
beschränkt
zu sein, alternative Mittel für
die Auslieferung der Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung
werden in Betracht gezogen. In verschiedenen Ausführungsformen
sind beispielsweise die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
mit Retrovirusvektoren und Herpesvirusvektoren, Plasmiden, Cosmiden,
künstlichen
Hefechromosomen, mechanischen, elektrischen und chemikalischen Transfektionsmethoden
und ähnlichem
assoziiert. Beispielhafte Verabreichungsherangehensweisen werden
weiter unten diskutiert.
-
1. Adenovirale Vektoren
-
Selbstfortpflanzende
Adenoviren(Ad)-Vektoren wurden im großen Maßstab für die Verabreichung fremder
Gene an eine Vielzahl von Zelltypen in vitro und in vivo verwendet. „Selbstfortpflanzende
Viren" sind solche,
welche durch Transfektion eines einzelnen DNA Stücks (das rekombinante virale
Genom) in eine einzelne Verpackungszelllinie zur Herstellung infektiöser Viren
produziert werden kann; selbstfortpflanzende Viren erfordern nicht
die Verwendung von einem Helfervirus für die Fortpflanzung. Wie bei
vielen Vektoren haben auch die adenoviralen Vektoren Beschränkungen
in Bezug auf die Größe der heterologen
Nukleinsäure,
die sie an die Zellen verabreichen können. Beispielsweise beträgt die Kapazität des Adenovirus
etwa 8–10
kb, die Kapazität
eines Adeno-assoziierten Virus ist etwa 4,8 kb und die Kapazität des Lentivirus
ist etwa 8,9 kb. Somit stellen die Mutanten der vorliegenden Erfindung
kürzere
regulatorische Sequenzen (z.B. kürzer
als Wildtypsequenzen) bereit, was die Trägerkapazität solcher Vektoren verbessert.
-
2. Adenovirale Vektoren der
zweiten Generation
-
Um
den mit den Ad Vektoren der ersten Generation in Zusammenhang stehenden
viralen Replikationsproblemen Rechnung zu tragen, wurden Ad Vektoren
der sogenannten „zweiten
Generation" entwickelt. Ad
Vektoren der zweiten Generation entfernen die frühen Regionen des Ad Genoms
(E2A, E2B und E4). Stark modifizierte Ad Vektoren der zweiten Generation
generieren mit geringerer Wahrscheinlichkeit replikationskompetente
Viren während
der Vektorherstellung im großen
Maßstab
und der vollständige
Stillstand der Ad Genomreplikation sollte die späte Genreplikation aufheben.
Die Immunantwort des Wirtes gegen die späten Viralproteine wird somit
reduziert [siehe Amalfitano et al., „Production and Characterization
of Improved Adenovirus Vectors With the E1, E2b, and E3 Genes Deleted," J. Virol. 72:926–933 (1998)].
Die Eliminierung von E2A, E2B und E4 Genen aus dem Ad Genom stellt
ebenfalls eine größere Klonierungskapazität bereit.
Die Entfernung von zwei oder mehr dieser Gene aus dem Ad Genom erlaubt
beispielsweise die Verabreichung von Volllängen oder cDNA Dystrophingenen
mittels Ad Vektoren [Kumar-Singh et al, Hum. Mol. Genet., 5:913, (1996)].
-
3. Guttierte adenovirale Vektoren
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„Guttierte" oder helferabhängige Ad
Vektoren enthalten cis-wirkende DNA Sequenzen, welche die adenovirale
Replikation und Verpackung antreiben, die aber keine viralen codierenden
Sequenzen enthalten [siehe Fisher et al. „Recombinant Adenovirus Deleted
of All Viral Genes for Gene Therapy of Cystic Fibrosis," Virology 217:11–22 (1996)
und Kochanek et al. "A
New Adenoviral Vector: Replacement of All Viral Coding Sequences
With 28 kb of DNA Independently Expressing Both Full-length Dystrophin
and Beta-galactosidase" Proc.
Nat. Acad. Sci. USA 93:5731–5736
(1996)]. Guttierte Vektoren sind defekte Viren, die mittels Replikation in
Anwesenheit eines Helfervirus, welcher alle notwendigen viralen
Proteine in trans bereitstellt, hergestellt werden. Da guttierte
Vektoren keinerlei virale Gene enthalten, ist eine Expression viraler
Proteine nicht möglich.
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Die
Entwicklungen der letzten Zeit haben das Gebiet der guttierten Vektorproduktion
vorangebracht [siehe Hardy et al., „Construction of Adenovirus
Vectors Through Cre-Iox Recombination," J. Virol. 71:1842–1849 (1997) und Hartigan-O'Conner et al., „Improved
Production of Gutted Adenovirus in Cells Expressing Adenovirus Preterminal
Protein and DNA Polymerase," J.
Virol. 73:7835–7841
(1999)]. Guttierte Ad Vektoren sind in der Lage, maximal bis zu
etwa 37 kb exogener DNA aufzunehmen, jedoch sind 28–30 kb eher typisch.
Beispielsweise kann ein guttierter Ad Vektor das Volllängendystrophin
oder die cDNA aufnehmen, jedoch ebenfalls Expressionskassetten oder
Modulatorproteine.
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4. Adeno-assoziierte Virusvektoren
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Adeno-assoziierte
Virusvektoren (AAV) sind defekte Viren, welche lediglich in Anwesenheit
von Ad replizieren. Es ist bekannt, dass Helfervirusgene scheinbar
die Synthese von zellulären
Proteinen, die in die AAV-Replikation involviert sind, maximieren.
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AAV
Vektoren vermeiden die Immunantwort eines Wirtes und erreichen eine
durchgehende Genexpression, in dem sie die Antigenpräsentation
der professionellen APCs, wie dendritischen Zel len, des Wirtes vermeiden.
Die meisten AAV Genome in Muskelgewebe liegen in der Form großer kreisförmiger Multimere
vor. AAV's sind
jedoch lediglich in der Lage, etwa 5 kb exogene DNA zu tragen.
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5. Lentivirale Vektoren
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Vektoren,
die auf Lentiviren vom Menschen oder der Katze basieren, haben einen
weiteren Vektor entstehen lassen, der für gentherapeutische Anwendungen
nützlich
ist. Auf dem Lentivirus basierende Vektoren infizieren sich nicht
teilende Zellen als Teil ihres normalen Lebenszykluses und werden
durch Expression eines verpackungsfähigen Vektorkonstruktes in
einer Zelllinie, welche virale Proteine exprimiert, hergestellt.
Die kleine Größe der lentiviralen
Partikel beschränkt
die Menge an exogener DNA, die sie in der Lage sind zu tragen, auf
etwa 10 kb.
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6. Retroviren
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Vektoren,
die auf dem Moloney Mäuseleukämievirus
(MMLV) und anderen Retroviren basieren, haben sich als nützlich für die gentherapeutischen
Anwendungen herausgestellt. Diese Vektoren modifizieren die sich aktiv
teilenden Zellen stabil als Teil ihres normalen Lebenszykluses und
integrieren in Wirtszellenchromosomen. Die Retroviren können mit
den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung verwendet werden
(z.B. in der Gentherapie), beispielsweise im Kontext der Infektion
und Transduktion von Muskelvorgängerzellen
wie Myoblasten, Satellitenzellen oder anderen Muskelstammzellen.
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Die
DNA Konstrukte der vorliegenden Erfindung können mittels einer Vielzahl
an gut bekannten Methoden konstruiert werden und die Ligationsordnung
der Teile kann variieren. Die DNA Konstrukte können durch separate Ligation
der mutanten muskelspezifischen Enhancerregion, Promotorregion und
heterologen DNA Sequenz in jeglichen gewünschten Vektor zur Verabreichung
an Zellen (z.B. Gentherapie) hergestellt werden, oder es kann ein
Zwischenvektor verwendet werden bei der Konstruktion des Vektors,
der für
die Verabreichung an die Zellen verwendet wird. Die verschiedenen
Komponenten (z.B. mutante MCK muskelspezifische En hancerregionen,
Promotorregionen, heterologe DNA Sequenz, Introns etc.) können bereits
ligiert sein, um eine genetische Kassette (siehe oben) zu bilden,
welche in jeglichen gewünschten
Vektor inseriert werden kann (solange wie der Vektor die erforderliche
Kapazität
hat).
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IV. Heterologe DNA Sequenzen
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Die
vorliegende Erfindung betrachtet die Verwendungen von mutanten MCK
Enhancern und genetischen Kassetten (welche die mutanten Enhacer
einschließen),
um die Expression verschiedener therapeutischer Nukleinsäuresequenzen
(z.B. heterologe Gene), die für
das Empfängerobjekt
nützlich
sind, anzutreiben. Geeignete therapeutische Nukleinsäuresequenzen
für die
vorliegende Erfindung schließen
jegliche Nukleinsäuresequenzen
ein, deren Expression in der Lage ist, durch mutante MCK Enhacer
und genetische Kassetten, wie oben beschrieben, angetrieben zu werden.
Beispielsweise Nukleinsäuresequenzen,
welche ein Protein codieren, welches defekt ist oder in einem Empfängerobjekt
fehlt, oder ein heterologes Gen, welches ein Protein codiert, welches
einen gewünschten
biologischen oder therapeutischen Effekt (z.B. eine antibakterielle,
antivirale oder antitumor Funktion) hat. Andere geeignete therapeutische
Nukleinsäuren
schließen
solche ein, ohne auf diese beschränkt zu sein, welche Proteine
codieren, die für
die Behandlung von endokrinen, metaloischen, hematologischen, cardiovasculären, neurologischen,
skelettmuskulären,
urologischen, pulmonalen, und Immunkrankheiten verwendet werden,
einschließlich
solcher Krankheiten wie Entzündungskrankheiten,
Autoimmunkrankheiten, chronische und infektiöse Krankheiten wie AIDS, Krebs,
Hypercholestemie, Insulinkrankheiten wie Diabetes, Wachstumskrankheiten,
verschiedene Blutkrankheiten einschließlich verschiedener Enemien,
Thalassemiien und Hämophilie;
genetische Defekte wie beispielsweise zystische Fibrose, Gaucher's Krankheit, Hurler's Krankheit, Adenosin
Deaminase (ADA) Defizienz und Emphysema.
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In
einigen Ausführungsformen
codiert die therapeutische oder diagnostische Nukleinsäuresequenz
für ein
Antigenprotein. Das Antigen kann ein natives Protein oder Proteinfragment,
oder ein synthetisches Protein oder Proteinfragment oder Peptid
ein schließen.
Beispiele für
Antigene sind solche, ohne darauf beschränkt zu sein, die in der Lage
sind, eine Immunantwort gegen virale oder bakterielle Hepatitis,
Influenza, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Polio,
Pneumococcus, Herpes, Atemwegs-Syncytial-Virus, Hemophilusinfluenza
des Typs b, Chlamydien, Windpockenvirus oder Tollwut hervorzurufen.
Die Nukleinsäuresequenz
kann ebenfalls ein normales Muskelgen sein, welches bei einer muskulären Krankheit
(z.B. muskuläre Dystrophein
wie muskuläre
Duchenne muskuläre
Dystrophie, Gliedmaßen-Hüft-muskuläre Dystrophie,
Landouzy-Dejerine-muskuläre
Dystrophie, Becker's
muskuläre
Dystrophie, Augenmyopathie und myotonische muskuläre Dystrophie)
betroffen ist. Bei solchen muskulären Dystrophien kann die Nukleinsäure ein
heterologes Gen sein, welches das Volllängendystrophingen (oder die
cDNA Sequenz), das BMD-Minigen, das ΔH2-R19-Minigen, Laminin-α2, Utrophin, α-Sarcoglycan
und Emerin codiert. BMD-Minigen bezieht sich auf Dystrophin cDNAs,
welche im Inneren Verkürzungen
aufweisen, die spezifischen Exons des Genes entsprechen, insbesondere
eine Deletion der Sequenzen, die durch die Exons 17–48 codiert
werden [Amalfitano et al., in Lucy J, and Brown S. (eds): Dystrophin,
Gene, Protein, and Cell Biology (Cambridge University Press, 1997),
Kapitel 1, 1–26]. ΔH2-R19 bezieht
sich auf eine spezifische Dystrophin cDNA, welche im Inneren Deletionen
enthält,
die spezifischen funktionalen Domänen des Gens entsprechen, insbesondere
eine Deletion der Sequenzen, die für das "Gelenk 2" bis einschließlich der „Spectrin-ähnlichen Wiederholung" 19 codieren [siehe Amalfitano
et al.].
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Nukleinsäuresequenzen
können
ebenfalls Antisense-Moleküle
(z.B. für
die Blockierung der Expression eines abnormalen Muskelgenes) sein.
Die Nukleinsäuresequenz
kann ebenfalls für
Proteine codieren, die in der Blutbahn oder im lymphatischen System
bei Säugern
zirkulieren. Beispiele für
zirkulierende Proteine schließen
ein, ohne auf diese beschränkt
zu sein, Insulin, Peptidhormone, Hemoglobin, Wachstumsfaktoren, Leberenzyme,
Gerinnungsfaktoren und Enzyme, Ergänzungsfaktoren, Cytokine, Gewebenecrosisfaktoren und
Erythropoetin. Heterologe Gene können
ebenfalls Gene einschließen,
die für
Proteine codieren, die in Muskelzellen in vitro oder in vivo produziert
werden (z.B. kom merziell produziert werden). Die verbesserten Expressionssysteme
der vorliegenden Erfindung können
beispielsweise in bereits existierenden, funktionierenden Muskelexpressionssystemen
verwendet werden, um das Niveau der Proteinproduktexpression von
einem Gen von Interesse zu verbessern. Die vorliegende Erfindung
betrachtet die Verwendung jeglicher Gene von Interesse (heterologer
oder endogener).
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V. Arzneimittel-Screening unter Verwendung
mutanter muskelspezifischer Enhancerregionen
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Die
mutanten muskelspezifischen Enhancerregionen der vorliegenden Erfindung
können
in Arzneimittel-Screens verwendet werden. In einer Screening-Methode
wird ein Expressionsvektor, der eine mutante muskelspezifische Enhancerregion
umfasst, die funktionell mit einem heterologen Gen verbunden ist,
welches einen Faktor (z.B. ein Enzym, ein Protein, ein Antisensemolekül) mit einer
bekannten Funktion (z.B. Alkoholdehydrogenase) codiert, in vitro
mit einer Gewebekulturprobe (z.B. eine muskelzellenenthaltende Gewebekultur)
in Kontakt gebracht, so dass das heterologe Gen exprimiert wird.
Eine Kandidatenverbindung wird zusammen mit einem Substrat für die Enzyme
(z.B. Ethanol) hinzugefügt
und ein paralleler Assay ohne die Kandidatenverbindung wird durchgeführt und
das Niveau der Enzymaktivität
wird detektiert (z.B. die Menge an Substrat, welches über den
Zeitraum verbleibt). Die Ergebnisse beider Assays werden miteinander
verglichen, um die Wirkung der Kandidatenverbindung auf die Aktivität des Enzyms
festzustellen. In einigen Ausführungsformen
wird die verbesserte Expression, die durch die mutanten regulatorischen
Regionen der vorliegenden Erfindung bereit gestellt werden, einfach
verwendet, um ein sensitiveres Assay für die Feststellung der Wirkung einer
Kandidatenverbindung (z.B. eines Arzneimittels) auf die biologische
Aktivität
eines Faktors, der durch ein Gen codiert wird, welches funktionell
mit den regulatorischen Sequenzen verbunden ist, festzustellen.
In anderen Ausführungsformen
kann die Kandidatenverbindung einen Faktor aufweisen, von dem erwartet
wird, dass er die Genexpression des heterologen Genes verändert und
der Assay detektiert den Grad und/oder die Fähigkeit der Kandidatenverbindung
die Aktivität
des exprimierten Faktors zu reduzieren. Solche Assays können ebenfalls
in vivo verwendet werden, wobei eine Zelle oder ein Gewebe, welches
das Gen von Interesse exprimiert, das funktionell mit den regulatorischen
Sequenzen der vorliegenden Erfindung verbunden ist, einer Kandidatenverbindung
ausgesetzt ist (z.B. eine Kandidatenverbindung, die in die Blutbahn
injiziert wird oder in Muskelgewebe injiziert wird).
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In
einer weiteren Screening-Methode werden die Kandidatenverbindungen
auf die Fähigkeit
untersucht, die Aktivität
der mutanten muskelspezifischen Enhancerregionen zu behindern. Beispielsweise
ist ein Expressionsvektor, der eine mutante muskelspezifische Enhancerregion
aufweist, funktionell mit einem Reportergen (z.B. Betagalactosidase)
verbunden und wird in vitro mit einer Gewebekulturprobe in Anwesenheit
der Kandidatenverbindungen (z.B. Arzneimittel, Transkriptionsfaktor-Lockmittel-Oligonukleotide,
Transkriptionsfaktor-Bindungspartner, Kandidatenkinase- oder Phosphatase-regulatorische
Moleküle
und ähnliches)
in Kontakt gebracht. Parallel dazu wird ein Kontrollassay ohne die
Kandidatenverbindungen durchgeführt.
Das Niveau des Reportergenes wird dann in beiden Proben gemessen
(siehe Beispiel 3 unten) und die Ergebnisse miteinander verglichen,
um die Wirkung der Kandidatenverbindung festzustellen.
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Die
vorliegende Erfindung betrachtet viele andere Mittel von Screening-Verbindungen.
Die oben bereit gestellten Beispiele werden lediglich zur Illustrierung
verschiedener zur Verfügung
stehenden Techniken präsentiert.
Der Fachmann des Standes der Technik weiß, dass viele andere Screening-Methoden
verwendet werden können.
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VII. Verabreichung der Gene
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Die
Verabreichung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung auf
eine solche Weise, dass ein heterologes Gen exprimiert wird, kann
auf vielen verschiedenen Wegen erfolgen. Die Zusammensetzungen der
vorliegenden Erfindung (z.B. genetische Kassetten, virale Konstrukte)
können
in Säugerzellen
in vitro durch eine Vielzahl an physikalischen Methoden, einschließlich der
Transfektion, der direkten Mikroinjektion, der Elektroporation und
der co-Prezipitation mit Kalziumphosphat eingeführt werden. Während diese
für die Transfektion
von Zellen in Kulturen zufrieden stellend sind, sind die meisten
dieser Techniken jedoch nicht praktikabel für die Verabreichung von Genen
in Zellen unversehrter Tiere. Die vorliegende Erfindung betrachtet virale
Vektoren, genauso wie nicht virale Vektoren, welche die Nukleinsäurezusammensetzung
von Anspruch 1 umfassen.
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EXPERIMENTELLER TEIL
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Die
folgenden Beispiele werden bereitgestellt, um bestimmte bevorzugte
Ausführungsformen
und Aspekte der Erfindung zu demonstrieren und des Weiteren zu illustrieren
und sind nicht so auszulegen, dass sie den Schutzbereich der Erfindung
limitieren.
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In
der nachfolgenden experimentellen Offenbarung werden die folgenden
Abkürzungen
verwendet: N (normal); M (molar); mM (Millimolar); μM (Mikromolar);
mol (Mol); mmol (Millimol); μmol
(Mikromol); nmol (Nanomol); pmol (Pikomol); g (Gramm); mg (Milligramm); μg (Mikrogramm);
ng (Nanogramm); 1 oder L (Liter); ml (Milliliter); μl (Mikroliter);
cm (Zentimeter); mm (Millimeter); μm (Mikrometer); nm (Nanometer); °C (Grad Celsius);
und Sigma (Sigma Chemical Co., St. Louis, MO).
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BEISPIEL 1
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Herstellung von mutanten Maus-MCK-Enhancern
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Dieses
Beispiel beschreibt die Herstellung von verschiedenen mutanten Maus-MCK-Enhancern. 8b zeigt den 206 Basenpaarwildtyp-MCK-stromaufwärts-Enhancer
mit den unterstrichenen Proteinbindungssites. Diese 206 Basenpaarwildtypsequenz
ist ebenfalls in 2 als SEQ ID Nr.: 2 (Wildtypmausenhancer)
dargestellt. Diese Wildtypsequenz wurde mutiert, wie schematisch
in 8b dargestellt, um den 2RS5 mutanten
Enhancer zu kreieren. Insbesondere wurde die Wildtypenhancersequenz
(SEQ ID Nr.: 2) durch Ersatz der linken E-Box mit einer zusätzlichen
rechten E-Box mutiert (d.h. die 2R-Mutation, siehe 8b).
Die Sequenz wurde weiter durch Hinzufügung der S5 Sequenzinsertion,
gezeigt in 8b, mutiert. Diese beiden Mutationen
kreierten zusammen die 2R5S mutante Enhancersequenz, die in 2 als
SEQ ID Nr.: 5 gezeigt ist. Diese 2R5S mutante Sequenz wurde weiter
mutiert, in dem die am meisten 3' 41
Basenpaare entfernt wurden (markieren die „CK5-Deletion" in 8b).
Die Sequenz dieser verkürzten
2R5S Mausenhancermutante ist in 2 als SEQ
ID Nr.: 6 gezeigt. Es können
standardmolekularbiologische Klonierungstechniken verwendet werden.
Alternativ können
solche Konstrukte im Ganzen synthetisch hergestellt werden.
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BEISPIEL 2
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Herstellung von MCK genetischen Kassetten
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Dieses
Beispiel beschreibt die Herstellung verschiedener MCK genetischer
Kassetten. Zunächst
wurde die Sequenz eines genomischen Fragmentes der Mausmuskelkreatinkinase
(MCK) regulatorischen Region festgelegt, die sich von –3350 bis
+7 Basenpaare in Bezug auf den Transkriptionsstartort erstreckt.
Diese Sequenz wird als SEQ ID Nr.: 1 (siehe 1) bezeichnet
und wurde bei der GenBank unter der Zugangs Nr. AF188002 eingereicht.
Die entsprechende Restriktionskarte für diese Sequenz ist in 8a gezeigt.
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Diese
vollständige
3357 Basenpaarsequenz (SEQ ID Nr.: 1) wurde für die Herstellung der CK3 genetischen
Kassette verwendet. Die CK3 genetische Kassette schließt die SEQ
ID Nr.: 1 ein, die an eine Minx-Intronsequenz (SEQ ID Nr.: 47),
nukleares Ziel-Beta-GAL
und eine SV40-Polyadenylisierungssequenz ligiert ist (wie in 9a dargestellt). Die CK2 genetische Kassette
ist zu der CK3 identisch, mit der Ausnahme, dass sie nur die Region –1256 bis
+7 (SEQ ID Nr.: 10) einschließt,
die mit dem Minx-Intron,
dem nuklearen Ziel-Beta-GAL und dem SV40-Polyadenylisierungssignal ligiert sind
(wie in 9a dargestellt). Die CK5 genetische Kassette
wurde hergestellt durch Ligierung der verkürzten 2R52 mutanten MCK Enhancersequenz
(SEQ ID Nr.: 6) an die Promotorsequenz, die sich von –944 bis
+7 (SEQ ID Nr.: 11) erstreckt und die CK5 Sequenz (SEQ ID Nr.: 9)
bildet, die mit der Minx-Sequenz (SEQ ID Nr.: 47), dem nuklearen
Ziel-Beta-GAL und
einem SV40-Polyadenylisierungssignal ligiert wurde (wie in 9a gezeigt). Die CK6 genetische Kassette
wurde hergestellt durch Ligierung der 2R52 mutanten MCK Enhancersequenz
(SEQ ID Nr.: 5) an die Promotorsequenz, die sich von –358 bis
+7 (SEQ ID Nr.: 12) erstreckt und die CK6 Sequenz (SEQ ID Nr.: 8)
bildet, die an die Minx-Sequenz (SEQ ID Nr.: 47) das nukleare Ziel-Beta-GAL
und ein SV40-Polyadenylisierungssignal ligiert wurde (wie in 9a gezeigt). Die CK4 genetische Kassette
wurde hergestellt durch Ligierung der 2R52 mutanten MCK Enhancersequenz
(SEQ ID Nr.: 5) an die Promotorsequenz, die sich von –80 bis
+7 (SEQ ID Nr.: 13) erstreckt und die CK4 Sequenz (SEQ ID Nr.: 7)
bildet, die mit der Minx-Sequenz (SEQ ID Nr.: 47), dem nuklearen
Ziel-Beta-GAL und einem SV40-Polyadenylisierungssignal
ligiert wurde (wie in 9a gezeigt).
Das CMV genetische Konstrukt ist der CMV-Promotor (–525 bis
+1 in Bezug auf den Transkriptionsstartort). Dieser CMV-Promotor wurde an
ein Minx-Intron (SEQ ID Nr.: 47), ein nukleares Ziel-Beta-GAL und
ein Polyadenylisierungssignal ligiert (wie in 9a gezeigt).
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BEISPIEL 3
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In vitro Aktivität von MCKlacZ genetischen Kassetten
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Dieses
Beispiel beschreibt die in vitro Aktivität der verschiedenen oben hergestellten
MCKlacZ genetischen Kassetten. Jede dieser genetischen Kassetten
(CK3, CK2, CK5, CK6, CK4 und CMV) wurden in das Plasmid pBluescript
II (Stratagene, siehe 14a) oder das
adenovirale Shuttle-Plasmid pAdBg1II (siehe 17) inseriert
und ihnen erlaubt, MM14 myogene Zellen zu transfizieren. Es wurde
der adenovirale Vektor pAdBg1II verwendet, zusätzlich zu pBlueScritpt II,
so dass die genetischen Kassetten durch dieselben Sequenzen flankiert
wurden, die in einem rekombinanten Adenovirus vorliegen würden (0–1 adenovirale
Karteneinheiten stromaufwärts
und 9–16
Karteneinheiten stromabwärts),
da beschrieben wurde, dass dort eine cis-wirkende Suppression der
MCK Aktivität
durch virale Sequenzen, die die E1 Region in Adenoviren der ersten
Generation flankieren, vorliegt.
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Das
Plasmid pAdBg1II wurde wie folgt hergestellt. Das Plasmid pEHX-L3
wurde mit EcoRI und BgIII verdaut und ein 5,2 kb Fragment isoliert,
welches die adenovirale Sequenz von 9 bis 16 m.u. und das Plasmidrückgrad (abgeleitet
von pAT153) enthält.
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Die
adenovirale Sequenz von 0 bis 1 m.u. wurde von dem ursprünglichen
pEXH-L3 unter Verwendung der PCR amplifiziert, um an dem Nhel Ort
unmittelbar stromabwärts
von dem EcoRl Ort und einem Bg1II Ort an dem 3'-Ende zu inserieren. Dieses PCR Fragment
und das EcoR1/Bg1 II 5,2 kb Fragment wurden ligiert, um das Plasmid
pAdBg1II herzustellen.
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Um
die MM14 myogenen Zellen zu kultivieren, wurden sich aktiv teilende
Zellen alle 12 Stunden mit Ham's
F10-Medium, angereichert mit 0,141 g/Liter Kalziumchloriddihydrat,
15% Pferdeserum und 2 ng/ml humanen rekombinanten basischen Fibroblastenwachstumsfaktor
(FGF), genährt.
Zellen mit einer Dichte von 3–5 × 10
5 pro 100-mm Schale wurden mit 8 μg des zu
testenden Plasmids zusammen mit 2 μg eines Placentar-alkalisch-Phosphatase-Referenzplasmids
pSV2APAP mittels Kalziumphosphatprezipitation transfiziert. Durch
Entzug von FGF und Reduktion des Serums auf 1,5% wurden die Zellen
zur Differenzierung induziert und 30 Stunden später in tris-gepufferter Saline,
enthaltend 0,5% Triton X-100, lysiert. Die Extrakte wurden auf β-Galactosidase-Aktivität unter
Verwendung des Fluoreszenzsubstrates 4-Methylumbelliferyl-β-D-Galactosid in Verbindung
mit dem Hoeffer TKO-Fluorometer untersucht. Die Extrakte wurden
ebenfalls auf Placentar-alkalische Phosphatase untersucht, um die
Transfektionseffizienz zu normalisieren. Die Ergebnisse dieses Assays
sind in Tabelle 1 dargestellt. Mit Blick auf die genetischen Kassetten,
die in beiden Plasmiden (CK3, CK6 und CK4) untersucht wurden, weisen
die Ergebnisse darauf hin, dass das produzierte Niveau an Beta-Galactosidase
Aktivität
sich in den beiden Plasmidkonstrukten nicht signifikant unterschied
(d.h. keine Suppression durch die flankierenden viralen Sequenzen
in pAdBg1II). TABELLE 1
| In vitro
Aktivität
der MCKlacZ genetischen Kassetten |
| Genetische
Kassette | pBlueScript
II | pAdBg
III |
| CK
3 | 1,4 ± 0,3 | 1,4 ± 0,3 |
| CK
2 | 1,5 ± 0,4 | Nicht
untersucht |
| CK
5 | 1,4 ± 0,4 | Nicht
untersucht |
| CK
6 | 7,9 ± 4,0 | Nicht
untersucht |
| CK
4 | 3,2 ± 0,9 | 2,7 ± 0,6 |
| CMV | =
100 | 61 ± 21 |
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BEISPIEL 4
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Herstellung von AdCK5lacZ, AdCK6lacZ,
AdCMVlacZ, und H5.010CBlacZ
-
Dieses
Beispiel beschreibt die Herstellung von AdCK5lacZ, AdCK6lacZ, AdCMVlacZ
und H5.010CBlacZ. Die rekombinanten MCK Adenoviren AdCK5lacZ und
AdCK6lacZ wurden unter Verwendung der cre-lox-Methode hergestellt.
In Kürze
zusammengefasst, die genetischen Kassetten CK5 und CK6 (oben beschrieben)
wurden zwischen die SacII und ClaI Orte des Shuttle-Vektors pAdlox
(siehe 14b) und zusammen mit dem rekombinanten
Adenovirus ψ8
kloniert. Das sich daraus ergebende Plasmid wurde in 293-Zellen
transfiziert, die Cre-Rekombinase produzieren. Nachdem das gewünschte Konstrukt
durch cre-vermittelte Rekombination generiert wurde, wurden die
isolierten Klone identifiziert mittels Plaque-Reinigung und Southern-Analyse. Bei
den rekombinanten Viren ersetzen die Transgene die E1 Sequenzen
von den Nukleotiden 359–3328
und die E3 Sequenzen wurden von den Nukleotiden 28133–30818 entfernt.
AdCMVlacZ wurde hergestellt durch Insertion der CMV genetischen
Kassette aus 9a in den BglII-Ort von
pAdBglII (siehe 17). Dieses Plasmid wurde dann
in 293-Zellen mit d17001 cotransfiziert und die Rekombinanten wurden Plaque-gereinigt. H5.010CBlacZ
ist ein Adenovirustyp 5 Vektor mit einer Deletion in der E1 Region
(1 bis 9 Karteneinheiten) und einer E3 Deletion. Es wurde in dem
sub360-Rückgrad
durchgeführt
(siehe 15). Die genetische Kassette
besteht aus einem CMV Enhancer, der an ein Hühner-Beta-Actinpromotor, verbunden
mit einem Kernziel-Beta-GAL-Gen, gefolgt von einem SV40-Polyadenylisierungssignal,
gebunden ist. Die Orientierung der genetischen Kassette ist eine
solche, dass der CMV Enhancer dicht an dem linken ITR des adenoviralen
Rückgrades
lokalisiert ist, mit dem SV40-Poly-A-Ort, der ganz dicht am rechten
ITR lokalisiert ist.
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BEISPIEL 5
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In vivo Aktivität von MCKlacZ genetischen Kassetten
-
Dieses
Beispiel beschreibt die in vivo Aktivität der MCKlacZ genetischen Kassetten.
Insbesondere wurden pAdBg1 II Plasmide mit verschiedenen genetischen
Kassetten (CK3, CK5, CK6, CK4 und CMV) und adenovirale Vektoren
(AdCK5lacZ, AdCK6lacZ und H5.010CBlacZ) in C57B1/10mdx-Mäuse injiziert.
-
Sechs
Wochen alte C57B1/10mdx-Mäuse
(ein Dystrophinnegativer Stamm), die von einer Aufzuchtskolonie
von der Universität
von Michigan erhalten wurden, wurden mittels intraperitonealer Injektion
von Avertin (200 mg/kg Tribromethanol, 200 mg/kg tert-amyl-Alkohol
in PBS) anästhesiert
und das Haar wurde von dem chirurgischen Ort mit Klippern entfernt.
Die intramuskuläre
(im) virale Injektion mit 1 × 109 pfu in einem Volumen von 25 μl wurde in
den Tibialis Anterior Muskel transdermal injiziert. Für intramuskuläre Plasmid-DNA-Injektionen
wurde in die Haut ein Schnitt gemacht, um den Rectus Femoralis Muskel
freizulegen und 50 μg
Endotoxin freies Plasmid wurde in einem Volumen von 25 μl PBS injiziert
und die Haut mit Wundklipsen geschlossen. Alle intramuskulären Injektionen
wurden mit einer 30-Gauge-Nadel,
die mit einem Plastikrohr ausgestattet war, durchgeführt, um
sicherzugehen, dass die Tiefe der Injektion 2 mm beträgt. Für intravenöse Injektionen
wurde 3 Wochen alten mdx-Mäusen
2 × 109 pfu in die Schwanzvene mit einer 30-Gange-Nadel
injiziert. Alle Tiere wurden für
die Analyse 5 Tage nach der viralen oder DNA-Verabreichung geopfert.
-
Für den Nachweis
der Beta-Galactosidase Aktivität
in den Muskeln wurde der gesamte Tibialis Anterior Muskel für etwa 5
Minuten in 3,7% Formaldehyd in PBS fixiert, in verschiedene Stücke mit
nicht mehr als 3 mm Stärke
geschnitten, mit PBS gewaschen und für 12 Stunden bei 37° C mit X-gal
(0,1% 5-Brom-4-Chlor-3-Indolyl β-D-Galactosid
in 5mM Kaliumferricyanid, 5 mM Kaliumferrocyanid, 2 mM MgCl
2) gefärbt.
Die Proben wurden dann über
Nacht in 3,7% Formaldehyd und 0,5% Glutaraldehyd fixiert, in Glycomethacrylat
eingebettet, in 4 μm
dicke Stücke
geteilt und mit Hematoxylin und Eosin gegengefärbt. Für den Nachweis der Beta-Galactosidase
Aktivität
in der Leber wurde das herausge schnittene Gewebe im flüssigen Stickstoff-gekühlten Isopentan
durchgefroren und cryosektioniert in 7 μm Stärke. Die Schnitte wurden für 5 Minuten bei
Raumtemperatur in 0,5% Glutaraldehyd in PBS fixiert und dann mit
X-gal gefärbt.
Die Proteinextrakte für die
enzymatischen Analysen wurden hergestellt durch Homogenisierung
von blitzgefrorenem Gewebe in einer 10 vol RIPA-Lösung (150
mM NaCl, 50 mM Tris-HCl, pH-Wert 8,0, 0,1% SDS, 0,5% Desoxycholat),
welche durch die Zugabe von 5 mM EDTA, 1mM Pefabloc SC, 0,5 μg/ml Leupeptin,
2 μg/ml
Aprotinin und 0,7 μg/ml Pepstatin
modifiziert wurde. Nach der Zugabe von Triton-X-100 auf eine Endkonzentration
von 0,5%, wurden die Proben auf Eis für 15 Minuten inkubiert und
für 10
Minuten bei 30000 g zentrifugiert. Die Überstände wurden bei –70° C aufbewahrt
und wie oben beschrieben untersucht. Die Ergebnisse dieser Assays
sind in Tabelle 2 dargestellt. TABELLE 2
| In vivo
Aktivität
der MCKlacZ genetischen Kassetten |
| | Aktivität in Muskeln | Aktivität in Muskeln | Aktivität in der
Leber |
| Genetische
Kassette | pAdB
III Plasmid | Adenovirale
Partikel | Adenovirale
Partikel |
| CK3 | 4,1 ± 1,3 | Nicht
untersucht | Nicht
untersucht |
| CK5 | 4,1 ± 0,8 | 0,8 ± 0,2 | 0,006 ± 0,004 |
| CK6 | 9,6 ± 3,3 | 12 ± 6 | 0,02 ± 0,02 |
| CK4 | 6,3 ± 2,1 | Nicht
untersucht | Nicht
untersucht |
| CMV | =
100 | 100 ± 59 | =
100 |
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Wie
aus Tabelle 2 ersichtlich, gaben die pAdBg1II Konstrukte, welche
die flankierenden adenoviralen Sequenzen enthalten, sogar eine höhere Expression
in injizierten Muskeln (in vivo) als in transienten Transfektionen
(in vitro, siehe Tabelle 1) im Vergleich zu dem CMV Enhancer. Wie
ebenfalls in Tabelle 2 dargestellt, wurde gefunden, dass die mit
AdCK6lacZ injizierten Muskeln eine Beta-Galactosidase Aktivität bei 12%
des Niveaus exprimierten, wie es für H5.010CBlacZ beobachtet wurde.
Für AdCK5lacZ
wurde festgestellt, dass es wesentlich weniger aktiv ist, die Expression
von etwa 1% führend,
soviel wie die Beta-Galactosidase
Aktivität wie
H5.010CBlacZ. Jedoch ist dieses Expressionsniveau immer noch vier
Größenordnungen
höher als
das, welches für
dieselbe CK5 genetische Kassette beobachtet wurde, nachdem diese
mittels direkter intramuskulärer
Injektion der Plasmid DNA verabreicht wurde. Dieser Unterschied
dient der Unterstreichung der unglaublichen Effizienz dieser adenoviralen
Genverabreichung.
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Nach
der intravenösen
Injektion von H5.010CBlacZ wurden in der Leber sehr hohe Expressionsniveaus
beobachtet, bei der die Mehrzahl der Kerne mit X-gal positiv gefärbt war.
Das Lebergewebe der Tiere, welches denselben Titer an AdCK5lacZ
und AdCK6lacZ erhielten, zeigten keine nachweisbaren X-gal-Färbung, obgleich
sehr geringe Niveaus an Beta-Galactosidase Aktivität mittels
quantitativen enzymatischen Assays von Leberextrakten nachgewiesen
wurde (wie in Tabelle 2 gezeigt). Nach der Normalisierung zu der
Aktivität
von H5.010CBlacZ in jedem Gewebe waren die Verhältnisse der Muskelaktivität zu der
Leberaktivität
für AdCK5lacZ
und AdCK6lacZ 133:1 und 600:1. Die extrem geringe Aktivität dieser
MCK Vektoren im Lebergewebe spiegelt den hohen Grad der Gewebespezifizität wieder,
da die Leber den größten Teil
des intravenös verabreichten
Virus absorbiert.
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BEISPIEL 6
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CK5 und CK6-Beta-Galactosidaseexpression
in humanen dendritischen Zellen
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Dieses
Beispiel beschreibt die Transfektion von humanen dendritischen Zellen
mit AdCK5lacZ und AdCK6lacZ und den Test auf Beta-Galactosidaseexpression.
Humane dendritische Zellen wurden aus peripheralen Blut-mononuklearen
Zellen (PBMC) erhalten. In aller Kürze, PBMC wurde aus Leukapheresisproben
normaler Spender nach der Ficoll-Hypaque-Dichtegradientenseparation
isoliert, gewaschen und in XVIVO-15-Medium resuspendiert. Drei Milliliter
des Mediums, welches 4,8 × 106 Zellen enthält, wurden in einer Grube einer
Sechs-Grubenplatte für
2 Stunden inkubiert, die nicht anhaftenden Zellen wurden entfernt
und es wurden 3 ml frischen Mediums enthaltend 100 ng/ml GM-CSF
und 50 ng/ml IL-4 hinzu gegeben. Nach 7 Tagen wurden die Zellen
von dem Substrat durch Schaben abgelöst und es wurden 2,5 × 105 Zellen in 300 μl frisches, Cytokin-enthaltendes
Medium ausplattiert. Dann wurden virale Partikel (2,5 × 108) hinzugefügt. Nach 16 Stunden wurden
die Zellen in Medium gewaschen, in frischem Medium resuspendiert
und in den Inkubator zurückgebracht.
Drei Tage nach dem Beginn der Infektion wurden die Zellen zweimal
in PBS gewaschen und in RIPA, enthaltend 0,5% Triton X-100 und Proteaseinhibitor,
lysiert, wie oben beschrieben. Die Extrakte wurden auf Beta-Galactosidase Aktivität unter
Verwendung des fluorogenen Substrats 4-MUG untersucht, wie oben
beschrieben. Eine Einheit wurde als die Menge an Enzym definiert,
die notwendig ist, um 1 μmol
4-MUG in 4-MU in einer Minute bei 37° C umzuwandeln. Alle Messungen
wurden normalisiert auf die Menge an Beta-gal, die durch dendritische
Zellen produziert wurde, welche mit dem Virus infiziert wurden,
der nicht lacZ enthält.
Die Anwesenheit der adenoviralen Genome in den Extrakten wurde durch
quantitative PCR unter Verwendung eines Perkin-Elmer 7700 zur Amplifizierung
von Sequenzen der L2 Region des Virus bestätigt. Es wurde ein "Taqman"-Assay verwendet
mit vorwärts-L2-Primer
5'-CGCAACGAAGCTATGTCCAA
(SEQ ID Nr.: 48), rückwärts-L2-Primer
5'-GCTTGTAATCCTGCTCTTCCTTCTT
(SEQ ID Nr.: 49) und der Hybridisationsprobe für die Quantifikation Vic-CAGGTCATCGCGCCGGAGATCTA-Tamra (SEQ ID Nr.:
50). Für
die Extrakte wurde gezeigt, dass sie zwei bis acht Genome pro lysierte
Zelle enthielten.
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Die
Transgen-Expression von diesen Viren war etwa 1000-fach geringer als
die, die mit AdCMVlacZ beobachtet wurde (siehe 10a).
In der Tat war die Expression von den CK-Promotor enthaltenden Viren nicht
signifikant unterschiedlich gegenüber den für die Kontrollviren beobachteten
(Ad-deltaEl – ein
rekombinanter Adenovirus, der durch homologe Rekombination zwischen
pAdBgIII und dem Ad5 Virus sub360 hergestellt wurde), denen das
lacZ Transgen fehlte.
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BEISPIEL 7
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Zeitablauf der Beta-Galactosidase Expression
von AdCK6lacZ
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Dieses
Beispiel beschreibt die Untersuchung des Zeitablaufs der Beta-Galactosidase
Expression von AdCK6lacZ nach der intramuskulären Injektion in C57B 1/10mdx-Mäuse. Im
Unterschied zu dem früher
beschriebenen schnellen Verlust der transgenen Expression von adenoviralen
Vektoren, welche virale Promotoren enthalten, wurde zwischen dem
dritten Tag und dem ersten Monat nach der viralen Injektion kein
signifikanter Abfall der Beta-Galactosidase
Expression beobachtet (10b). In der
Tat wurde ein unerwarteter Trend in Richtung einer erhöhten Genexpression
während
des ersten Monats nach der Injektion beobachtet. Die Beta-Galactosidase
Expression begann zwei Monate nach der Injektion abzufallen und
war nach etwa vier Monaten auf die Hälfte abgefallen (siehe 10b).
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