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Gebiet und Hintergrund der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf mikrochirurgische Instrumente
und Vorrichtungen, die solche Instrumente verwenden. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist besonders nützlich,
um eine Flüssigkeit
oder eine Suspensions-Substanz in ein Blutgefäss in der Netzhaut eines Auges
einer Person zu injizieren, um gewisse Augenkrankheiten, wie Netzhaut-Krankheit,
dadurch zu behandeln, und ist demnach unten mit Bezug zu dieser
Anmeldung beschrieben. Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist nützlich,
um ein verstopftes Blutgefäss
zu katheterisieren (oder auszudehnen oder zu kanülisieren), wie in einem Auge
eines Patienten, und ist demnach unten auch in Bezug zu dieser Anmeldung
beschrieben.
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Venen-Okklusions-Krankheiten
sind unter den meist üblichen
Netzhaut-Krankheiten, die in klinischer Praxis gesehen werden. Erkennung
von diesen Krankheiten ist von besonderer Bedeutung, weil ihre Komplikation
signifikante visuelle Morbidität
verursachen kann.
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Zentrale
retinale Venenokklusion (CRVO) ist eine akute Okklusion der zentralen
Netzhaut-Vene des Auges und kann zu einer schweren Verschlechterung
der Sehstärke
führen.
Der exakte Mechanismus von CRVO bleibt unbekannt, aber es gibt starke Hinweise,
die den Verdacht unterstützen,
dass Thrombus-Bildung der hauptsächlich
verursachende Vorfall ist. Viele okkulare und systemische Kondi tionen
wurden mit CRVO, mit Glaukom und systemischer Hypertension, welche
in ungefähr
40% bis 60% der Fälle
vorhanden sind, in Verbindung gebracht. Die hauptsächlich vorhandene
Beschwerde ist eine abrupte Herabsetzung im zentralen Sehvermögen. CRVO
kann auch permanente schädigende
Komplikationen verursachen, wie Makular-Ödem, eine der führenden
Ursachen vom Verlust des Sehvermögens in
der Netzhaut-Pathologie, und retinale Ischämie, welche zum irreversiblen
Verlust des Sehvermögens und
zum neovaskulären
Glaukom führen
kann.
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Retinale
Venen-Okklusion bei Verzweigungen (BRVO) ist eine akute Okklusion
einer der Verzweigungen von Netzhaut-Venen, üblicherweise im temporären Inneren
oder Oberen, und tritt fast exklusiv an Arterien- und Venen-Verzweigungen
auf. Der präzise
Mechanismus, der zur Venen-Okklusion bei Verzweigungen führt, ist
immer noch wenig bekannt, d.h. ob die Okklusion durch einen Thrombus,
oder durch die Kompression der Arterie in der Netzhaut-Vene, oder
von beidem herrührt.
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In
beiden dieser Vorfällen
(CRVO und BRVO) führt
die Okklusion der Vene zu einer dramatischen Reduzierung des renitalen
Venen-Blutflusses und
demnach zum Abfluss des Blutes von der retinalen Zirkulation. Die
Reduktion des Blutflusses ist für eine
Verminderung der Perfusion der Makular-Zone und für makuläre Ödeme und
demnach für
eine Verminderung der Funktion des Sehvermögens verantwortlich.
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Viele
Behandlungen, wie Troxerutin, Heparin, Hemodilution, Laser Photocoagulation,
wurden vorgeschlagen, aber keine erwies sich als effektiv, und keine
wird in der aktuellen Praxis verwendet.
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Um
den Blutfluss wieder herzustellen, oder den Abfluss des retinalen
Blutes zu erhöhen,
wurden viele Verfahren vorgeschlagen: Chorioretinale Anastomosis,
eingebracht durch Laser, intravenöse Fibrinolytik, wie Streptokinase
oder tPA.
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Es
wurde jedoch festgestellt, dass die Bereitstellung von chorio-retinaler
Anastomosis Hoch-Energie-Laser benötigt, was zu nicht akzeptierbaren Augen-Komplikationen,
wie choroidale und retinale Neovaskularisation oder zu glasartigen
Blutungen führen
kann. Weiter ist eine erfolgreiche chorio-retinale Anastomosis nur
bei einem kleinen Prozentsatz der Fälle erfolgreich.
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Behandlung
durch Injektion von intravenöser Fibrinolytik,
wie Streptokinase oder RTPA, wurde in CRVO als effektiv befunden.
Jedoch wurden in diesen Studien diverse Komplikationen, wie Hemiplegia oder
sogar fatale Hirnschläge
beschrieben. Neben dem ist gemäss
einer wichtigen kardiologischen Studie (ISIS 3, Lancent 1992) die
Verwendung von Fibrinolytik für
fatale Hirnschläge
in etwa 0.5 % der Fälle verantwortlich.
Solche Risiken sind inhärent
für Injektionen
der Fibrinolytik in der allgemeinen Zirkulation, für nicht
lebensbedrohende Bedingungen, wie retinale Venen-Okklusion, nicht
akzeptierbar.
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In
vielen Organ-Systemen sind endovaskuläre Rekanalisierungs-Verfahren, wie perkutane
transluminale Angioplastie und regionale thrombolytische Abgabe
als effektiv in der Wiederherstellung des Blutflusses befunden worden.
Eine neuere Studie (Paques, Br J Ophthalmol, 2000) schlägt vor,
dass Infusion von Urokinase in die ophtalmische Arterie durch einen
Mikro-Katheter das Resultat von CRVO in ausgewählten Fällen ohne Todesrisiko für den Patienten
erhöhen
kann. Es bleibt jedoch ein schwerer Eingriff und das fibrinolytische
Mittel kann nicht direkt in die Netzhaut-Vene eingebracht werden.
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Diese
Verfahren, auch wenn diese nicht als übliche Therapien in CRVO adaptiert
wurden, unterstützen
den Ansatz eines direkten Ansatzes um den Thrombus zu lösen. In
der Tat haben diese Verfahren gezeigt, dass die Restoration des
retinalen Venen-Blutflusses
zu einer bedeutenden Verbesserung der Sehvermögens-Funktion geführt hat.
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Demnach
glauben wir, dass die Erhöhung der
Bioverfügbarkeit
des fibrinolytischen Moleküls zur
Okklusions-Stelle in der Netzhaut-Vene das Ansprechverhalten auf die Behandlung
verbessern kann, während
die Nebeneffekte verringert werden.
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Demgemäss wird
eine Vorrichtung zur Einbringung eines fibrinolytischen Mittels
direkt in das verstopfte Blutgefäss,
bei oder nahe der Stelle der Okklusion, und zur Katheterisierung
des verstopften Blutgefässes
mit einem verkleinerten Katheter benötigt, um den Venen-Thrombus
zu unterbrechen und den retinalen Blutfluss wiederherzustellen.
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Das
Versehen von retinalen Gefässen
mit Mikropipetten aus Glas wurde bereits seit 1987 (Allf, De Juan,
Benner et al) beschrieben. Die Injektion eines fibrinolytischen
Mittels in eine Netzhaut-Vene, um CRVO bei Menschen zu behandeln,
wurde berichtet (Weiss JN. Ophthalmic Surg Lasers 2000; 31: 162-16).
Für dieses
Verfahren verwendeten die Autoren Mikropipetten aus Glas und einen
Manipulator.
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Mikropipetten
aus Glas sind fragil und können
innerhalb des Auges oder innerhalb der Netzhaut-Vene während eines
chirurgischen Eingriffs einfach zerbrochen werden. Dieses Risiko
macht das Verfahren unsicher. Auch die Verwendung des externen Manipulators,
um die in den Gefässen
platzierte Nadel in der XYZ-Achse zu stabilisieren, macht dieses
Verfahren beschwerlich. Anderer Stand der Technik zeigt viele Vorrichtungen
für ophthalmische Chirurgie,
inklusive viele Vorrichtungen für
intraokulare Injektionen und/oder Beleuchtung, wie gezeigt durch
folgende US-Patente:
Nr. 4,968,296; 5,201,730; 5,207,660; 5,364,374; 5,425,730; 5,725,514;
5,916,149; 5,843,071; 5,964,747; 6,004,302; 6,015,403. Jedoch scheinen
keine von diesen bekannten Instrumenten für die oben beschriebene Behandlung
von venösen
okklusiven Krankheiten geeignet zu sein.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt in der Bereitstellung eines
mikrochirurgischen Instrumentes, das eine Beleuchtungs-Quelle darin hat
oder mit einem mikrochirurgischen Beleuchtungsinstrument verwendbar
ist, das insbesondere in der Behandlung von retinalen Krankheiten
nützlich ist,
wie insbesondere die oben beschriebenen. Eine weitere Aufgabe der
Erfindung ist die Bereitstellung eines mikrochirurgischen Injektionsinstrumentes
zur Injektion von Substanzen, insbesondere fibrinolytische Mittel,
wie auch andere Substanzen, die unten beschrieben sind, in verstopfte
Blutgefässe.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines
mikrochirurgischen Instrumentes, das für die Katheterisierung eines
Blutgefässes
verwendet werden kann. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung
einer neuen Behandlung für
Venen-Okklusions-Krankheiten.
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US-A-5364374
offenbart eine Vorrichtung für mikrovaskuläre Injektion,
die einen Behälter
umfasst, der mit einer abgestumpften Nadel verbunden ist, die mit
einem flexiblen kegelförmigen
Schlauch verbunden ist. Bei der Kreuzung des Schlauches und der Nadel
befindet sich ein sphärisches
Greifmittel.
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Dokument
US 6,024,719 offenbart eine
Vorrichtung zur Ausführung
von Chirurgie innerhalb der menschlichen Netzhaut, umfassend eine
hohle Mikrokanüle,
mit einem distalen Ende, das geformt ist, um tangential mit der
Oberfläche
der Netzhaut konform zu sein.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein mikrochirurgisches Instrument,
wie in Anspruch 1 beansprucht, bereit.
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Vorzugsweise
umfasst das Handteil weiter einen Stabilisator, der mit dem distalen
Abschnitt des Handstückes
verbunden oder integral angeformt ist, wobei der Stabilisator gegenüber der
Netzhaut positionierbar ist und zur Stabilisierung während dem
Penetrieren der Blutgefässe
der Netzhaut des Patienten dient.
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Der
mittlere Teil der Vorrichtung, die innerhalb des Auges platziert
wird, kann ein System beinhalten, das verwendet wird, um die koaxiale
Platzierung der Nadel und der Gefässe zu katheterisieren. Dieses
System erlaubt eine Variation des Winkels "α" während des
Verfahrens.
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Eine
weitere Verbesserung der Vorrichtung beinhaltet eine Platte, die
unter der Nadel platziert wird, um auf der Oberfläche der
Netzhaut platziert zu werden, welche Platte zur Stabilisierung der
Nadel durch Bildung eines Kontaktes zwischen der Oberfläche der
Netzhaut und der Vorrichtung während
der Penetration eines Gefässes
durch die miniaturisierte Nadel nützlich ist. Dann wird die Platte,
die unter der miniaturisierten Nadel angeordnet ist, am distalen Ende
gegen die Netzhaut gerichtet, um die Stabilität der Vorrichtung während der
Penetration des Gefässes
zu verbessern.
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Wie
es unten genauer beschrieben wird, ist ein Instrument für die Behandlung
von RVO durch die Injektion einer fibrinolytischen Substanz besonders nützlich.
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Gemäss einem
weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein mikrochirurgisches
Instrument bereitgestellt, das umfasst: Handteil mit einem proximalen
Ende, das vom Arzt greifbar ist, und einem distalen Ende, mit einer
Hohlnadel, die an ihrer Spitze angespitzt ist, zur Penetrierung
des Blutgefässes,
wobei das Handteil von seinem proximalen Ende zur Hohlnadel am distalen
Ende mit mindestens einem durchgehenden Durchgang versehen ist;
und ein flexibler Schlauch, der im Durchgang durch die Hohlnadel
bewegbar ist, nachdem die Nadel das Blutgefäss penetriert hat, um in das
Blutgefäss
einzutreten und dieses zu katheterisieren.
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Wie
unten beschrieben ist ein solches Instrument für die Behandlung von BRVO besonders
nützlich,
weil es auch für
die Ausdehnung oder Expansion der Vene, falls die Okklusion teilweise
oder ganz durch die Kompression der Vene verursacht wird, verwendet
werden kann.
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In
einem beschriebenen Ausführungsbeispiel
der Erfindung beinhaltet das Handteil einen von seinem proximalen
Ende zu seinem distalen Ende zweiten durchgehenden Durchgang; und
einen Lichtleiter im zweiten Durchgang; wobei der Lichtleiter ein distales
Ende, das koaxial mit dem distalen Ende des Handteils ist, und eine
Endfläche
hat, die von der Hohlnadel beabstandet ist, zur Beleuchtung der Hohlnadel
und des Blutgefässes,
das durch die Hohlnadel penetriert wird.
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Ein
weiteres Ausführungsbeispiel
ist beschrieben, wobei jedoch das mikrochirurgische Injektionsinstrument
mit einem mikrochirurgischen Beleuchtungsinstrument verwendet wird,
das auch ein Handteil umfasst, das ein proximales Ende, das durch
den Arzt gehalten wird, und ein distales Ende hat, das in das Auge
des Patienten eingeführt
wird; wobei das Handteil mit einem Beleuchtungsinstrument mit einem
durchgehenden Durchgang vom proximalen Ende zum distalen Ende ausgestattet
ist; der letztere Durchgang beinhaltet einen Lichtleiter mit einem
proximalen Ende, das einer Lichtquelle ausgesetzt wird, und ein
distales Ende, das in der Nähe
der Injektions-Stelle im Auge des Patienten angeordnet ist, um Letztere
zu beleuchten.
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Gemäss einem
weiteren Merkmal des letzten Ausführungsbeispieles ist das distale
Ende des Handteils des mikrochirurgischen Beleuchtungsinstrumentes
derart konstruiert, um mit dem distalen Ende des mikrochirurgischen
Injektionsinstrumentes zur Stabilisierung und Führung des distalen Endes des
Injektionsinstrumentes eingreifbar zu sein, wenn dieses in das Auge
des Patienten eingefügt
ist.
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Gemäss weiteren
Merkmalen in einem weiteren beschriebenen Ausführungsbeispiel, beinhaltet das
Instrument weiter ein externes Führungsinstrument
zur Platzierung gegen die äussere
Oberfläche des
Auges und ist mit einer Öffnung
zur Aufnahme und Führung
der Hohlnadel versehen, um das Blutgefäss in der Netzhaut des Patienten
zu penetrieren. Das Letztere Element ist vorzugsweise aus einem weichen
Material gemacht, wie weicher Kunststoff, welcher die geführte Bewegung
der Hohlnadel steuert.
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Gemäss einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Behandlung
einer Netzhaut-Venen-Okklusions-Krankheit eines Patienten bereitgestellt,
umfassend Injizieren eines fibrinolytischen Mittels in eine verstopfte
Netzhaut-Vene des Patienten durch ein mikrochirurgisches Injektionsinstrument,
das ein Handteil hat mit einem proximalen Ende, das durch den Arzt
greifbar ist, und mit einem distalen Ende, das eine Hohlnadel trägt, die
am oberen Ende angespitzt ist, um das Blutgefäss der Netzhaut des Patienten
zu penetrieren.
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Gemäss einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Behandlung
von verstopften Blutgefässen
bei einem Patienten bereitgestellt, umfassend das Penetrieren der
verstopften Vene mit einer Hohlnadel mit einer geschärften Spitze
und das Bewegen eines flexiblen Schlauches durch die Hohlnadel,
um das Netzhaut-Gefäss zu katheterisieren
und den intraluminalen Thrombus zu unterbrechen.
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Weitere
Merkmale, Vorteile und Anwendungen der Erfindung werden aus der
unten stehenden Beschreibung ersichtlich.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird hiermit mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen
nur als Beispiel beschrieben, wobei:
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1 eine
Form eines mikrochirurgischen Injektionsinstrumentes, das gemäss der vorliegenden
Erfindung ausgeführt
ist, illustriert;
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2 eine
Teilansicht des Instrumentes der 1 ist, wie
es für
die Katheterisierung eines verstopften Blutgefässes, um den intraluminalen
Thrombus zu unterbrechen, verwendet wird;
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3 eine
Weise der Verwendung des mikro-chirurgischen Instrumentes von 1 illustriert;
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4 die
Verwendung des mikrochirurgischen Instrumentes von 1 zusammen
mit einem mikrochirurgischen Beleuchtungsinstrument in der Behandlung
einer Netzhaut-Krankheit illustriert;
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5 eine
Seitenansicht ist, die schematisch die Verwendung eines externen
Führungselementes
mit dem beschriebenen Instrument illustriert.
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6 eine
Vorderansicht des externen Führungselementes
ist;
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7 eine
Draufsicht des distalen Abschnittes des mikrochirurgischen Injektionsinstrumentes der
vorliegenden Erfindung ist, die insbesondere einen Stabilisator,
der an einem di stalen Abschnitt angeordnet ist, zeigt.
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Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen
Das in 1 illustrierte mikrochirurgische Injektionsinstrument
ist besonders nützlich
für einen
Arzt bei der Behandlung von Netzhaut-Krankheiten, insbesondere zentrale
Netzhaut-Venen-Okklusion
(CRVO), oder retinaler Venen-Okklusion bei Verzweigungen (BRVO),
wie oben kurz beschrieben, durch Wiederherstellung des retinalen
Blutflusses durch pharmazeutische und mechanische Mittel, durch
Injektion einer flüssigen
Substanz oder Lösung,
insbesondere ein fibrinolytisches Mittel in ein Blutgefäss und/oder
durch Katheterisierung des Blutgefässes in der Netzhaut des Auges
des Patienten.
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Das
gezeigte Instrument beinhaltet ein Handteil, im allgemeinen mit
2 bezeichnet, aus steifem Material, Kunststoff oder Metall. Es hat
ein Fingerteil 2a an seinem proximalen Ende 2p,
das durch den Arzt greifbar ist, und ein distales Ende 2d,
das die Hohlnadel 4 mit geschärfter Spitze 4a zur
Penetrierung eines Blutgefässes
in der Netzhaut des Patienten trägt.
Wie unten genauer beschrieben wird, sind die penetrierten Blutgefässe eine
Netzhaut-Vene, wie
die zentrale Netzhaut-Vene, und die zu injizierende flüssige Substanz
ist ein fibrinolytisches Mittel, um die biologische Verfügbarkeit
des fibrinolytischen Moleküls
bei der Stelle der Okklusion zu erhöhen, wenn das gezeigte Instrument
zur Behandlung von CRVO oder BRVO verwendet wird,
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Beim
in 1 dargestellten Instrument ist das Handteil 2 mit
einem vom proximalen Ende 2p zum distalen Ende 2d durchgehenden
Durchgang 6 ausgestaltet. Wenn das Instrument zur Injektion
einer zu injizierenden Substanz verwendet wird, wird der Durchgang 6 zur
Lieferung der Substanz durch die Nadel 4 von einer Spritze 10 am
proximalen Ende des Handteils verwendet. Wenn das Instru ment zur Katheterisierung
eines Blutgefässes
verwendet wird, nimmt der Durchbruch 6 einen flexiblen
Schlauch auf, welcher durch die geschärfte Spitze 4a der
Hohlnadel 4 bewegbar ist, nach Penetration des Blutgefässes, um
in das Gefäss
einzutreten und zu katheterisieren, und dabei den Blutkanal wieder
herzustellen.
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Das
gezeigte Instrument beinhaltet einen zweiten Durchgang 12 zur
Aufnahme eines Lichtleiters 14, dessen proximales Ende 14p einer
Lichtquelle 16 ausgesetzt ist, zur Übermittlung des Lichtes über sein
distales Ende 14d, um die Nadel 4 und die Nadeleinführstelle
während
dem venösen
Einstich zu beleuchten.
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Wie
in 1 gezeigt, ist die äussere Fläche des distalen Endes 14d des
Lichtleiters 14 im Wesentlichen bündig mit der äusseren
Fläche
des distalen Endes 2d des Handteils 2, wobei die
Nadel 4 sich von beiden Seiten nach aussen erstreckt. Solch
eine Anordnung ermöglicht,
dass der Lichtleiter 14 die Nadel 4 und die Injektions-Stelle
zu der Zeit des Injektionsschrittes beleuchtet.
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Wie
insbesondere in 1 gezeigt, ist das distale Ende 2d des
Handteils 2 an der Stelle "X" mit einem
Winkel "α" winklig zum proximalen
Ende 2p des Handteils. Weil die Nadel 4 koaxial
mit dem distalen Ende 2 des Handstückes ist, ist die longitudinale
Achse LA1 der Nadel 4 mit dem gleichen
Winkel "α" bezüglich der
longitudinalen Achse LA2 des proximalen
Endes 2p des Griffes 2 ausgerichtet. Winkel "α" ist von 90° bis 180°, vorzugsweise von 120° bis 170°, besonders
bevorzugt etwa 145°.
Winkel "α" ist vorzugsweise
variabel zwischen 90° bis
180° und
kann während
des Eingriffes angepasst werden, so dass das distale Ende der Vorrichtung,
z.B. die miniaturisierte Nadel, parallel (koaxial) zum zu penetrierenden
Gefäss
sein wird. Wie es unten insbesondere mit Bezug zu 3 beschrieben
wird, richtet diese Winkligkeit des distalen Endes 2d des
Handstückes
bezüglich
dem proximalen Ende 2p die Nadel im Wesentlichen tangential
zur Oberfläche
der Netzhaut des Patienten aus, und dabei wird die Penetration der Nadel
in die Vene der Netzhaut des Patienten vereinfacht.
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Der
flexible Schlauch 8, der innerhalb des Durchgangs 6 des
Handstückes 2 angeordnet
ist, ist aus einem weichen flexiblen Material (Nylon oder weiches
Silikon, beispielsweise) gemacht, und hat ein distales Ende 8d,
das innerhalb des Durchganges durch die Hohlnadel 4 bewegbar
ist. Wie in 2 gezeigt, hat er einen inneren
Durchmesser, der gleich oder wenig kleiner als der innere Durchmesser
der Nadel 4 ist, so dass das distale Ende 8d des
Schlauches durch die Nadel bewegt werden kann (wie in ganzen Linien
in 2 und in gestrichelten Linien in 1 dargestellt),
nachdem die Nadel das Blutgefäss
penetriert hat, um in das Blutgefäss einzutreten und es zu erweitern.
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Wie
in den 1 und 7 gezeigt, umfasst das Handteil
vorzugsweise weiterhin einen Stabilisator 40, vorzugsweise
ausgestaltet als Stabilisierungs-Platte, die zum distalen Abschnitt 42 des Handteils
verbunden oder integral angeformt ist. In Verwendung ist der Stabilisator 40 bezüglich der Netzhaut
des Patienten während
des Mikro-Injektions-Chirurgie-Verfahrens positionierbar und dient
zur Stabilisation der Nadel, während
ein Blutgefäss
in der Netzhaut des Patienten penetriert wird.
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Das
in den 1 bis 3 gezeigte Instrument kann verwendet
werden, um eine Okklusion, wie eine akute Okklusion, der zentralen
Netzhaut-Vene im Auge (CRVO) in der folgenden Weise, wie insbesondere
in 3 gezeigt, zu behandeln:
Unter entweder lokaler
oder allgemeiner Anästhesie wird
ein konventioneller Pars-Plana Ansatz mit Vitrektomie mit separaten
In fusionen ausgeführt.
Das Instrument der 1-3 wird verwendet,
um die Nadel 4 und das distale Ende 14d des Lichtleiters 14 in
das Auge durch eine Sklerotomie einzuführen. Die distale Extremität der Nadel
wird koaxial nahe der Netzhaut-Vene gebracht, etwa 500-2000 Mikrometer von
der optischen Scheibe. Die Stelle der Penetration der Vene kann
nasal, temporär,
unterhalb oder oberhalb, gemäss
den klinischen oder anatomischen Merkmalen des Fundus-Gefässes des
zu behandelnden Auges sein. Die Netzhaut-Vene wird dann mit dem
scharfen distalen Ende der Nadel 4 (3) penetriert,
welche vorzugsweise 30-120 Mikrometer im Durchmesser ist. Ein fibrinolytisches
Mittel, wie ein rekombinanter Gefäss-Plasma-Aktivator (rTPA)
oder Streptokinase, wird dann injiziert, um den Venen-Thrombus zu
lösen.
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Das
folgende Verfahren kann oder kann nicht mit dem ersten Verfahren
assoziiert werden:
Nachdem das fibrinolytische Mittel in die
Netzhaut-Vene injiziert wurde, wird Schlauch 8 durch die Nadel
ausgebreitet, um in die Vene einzutreten, um die zentrale Netzhaut-Vene
zu katheterisieren, um den zentralen Nethaut-Venen-Thrombus zu unterbrechen
und um die zentrale Netzhaut-Vene zu rekanalisieren. Am Ende des
Verfahrens werden die Nadel und der Schlauch vom Netzhaut-Gefäss entfernt
und dann vom Auge.
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Das
gezeigte Instrument kann auch verwendet werden, um BRVO in folgender
Weise zu behandeln:
Unter entweder lokaler oder allgemeiner
Anästhesie wird
ein konventioneller Pars-Plana Ansatz und Vitrektomie ausgeführt. Die
Netzhaut-Vene wird von der Verstopfungsstelle durch das scharfe
Ende der Hohlnadel 4, welche vorzugsweise 30-120 Mikrometer
im Durchmesser ist, aufwärts
penetriert, so nah als möglich
von ihr (vorzugsweise 500 Mikrometer). Dies wird durch Positionierung
des scharfen Endes der Nadel nahe zur Stelle der Okklusion (Arterien-Venen
Kreuzung), Penetration der Vene und Injektion des fibrinolytischen
Mittels in die Vene ausgeführt.
Nachdem das fibrinolytische Mittel injiziert wurde, wird der Schlauch 8 durch
die Nadel ausgebreitet, um in die Vene einzutreten und diese zu
katheterisieren, um dabei den Blutkanal wieder herzustellen und
den Blutfluss wieder herzustellen. Die Nadel und der Schlauch werden
von der Vene und dann vom Auge entfernt. Ein zusätzlicher externer Eingriff
(beispielsweise Sheathotomie) kann mit diesem Verfahren in Verbindung
gebracht werden.
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Die
Nadel 4 ist aus einem steifen Material, wie steifer Kunststoff,
rostfreier Stahl, etc. gemacht. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
kann die Nadel 4 die Länge
von 400-1500 Mikrometer haben, vorzugsweise 500 Mikrometer, und
sie kann einen externen Durchmesser von 30-120 Mikrometer haben,
vorzugsweise 60 Mikrometer. Das distale Ende 2d des Handteils 2 kann
einen äusseren
Durchmesser von 0.5 mm-2.5 mm haben, vorzugsweise etwa 1 mm, und
eine Länge
von 1.0 bis 2.0 mm, vorzugsweise etwa 1.5 mm vor der Biegung "X"; und eine Länge von 35-50 mm, vorzugsweise
etwa 40 mm, zwischen der Biegung "X" und
dem Fingergriff 2a. Wie vorher gezeigt, sollte der Winkel "α" zwischen der longitudinalen Achse LA1 der Nadel 4 und LA2 des
proximalen Endes 2p des Handteils 2 von 90° bis 180°, vorzugsweise
von 120° bis
170°, besonders
bevorzugt etwa 145°,
sein. Solch eine Ausgestaltung vereinfacht die Penetration der Netzhaut-Ebene,
näher zur
zentralen Netzhaut-Vene, um die Okklusion zu behandeln.
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Während der
vorgängigen
Verfahren wird Endo-Beleuchtung durch den Lichtleiter 14 von
der Lichtquelle 16 bereitgestellt.
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4 zeigt
ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung, wobei die Endo-Beleuchtung teilweise oder ganz durch
ein separates mikrochirurgisches Beleuchtungsinstrument, allgemein
in 4 mit 20 bezeichnet, bereitgestellt wird. Die 4 zeigt
das Injektionsinstrument, wie oben beschrieben in den 1-3,
sowie mit dem beleuchtenden Lichtleiter 14, zur Beleuchtung
der Injektions-Stelle. Es ist jedoch klar, dass beim Beleuchtungsinstrument 20,
wie in 4 gezeigt, der Lichtleiter 14 im Injektionsinstrument
weggelassen werden kann, oder beinhaltet sein kann, um bessere Beleuchtung
bei der Injektions-Stelle bereitzustellen.
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Das
in 4 gezeigte Beleuchtungsinstrument 20 beinhaltet
auch ein Handteil 22, das ein proximales Ende 22b hat,
das durch den Arzt greifbar ist, und ein distales Ende 22d,
um in das Auge des Patienten eingeführt zu werden. In diesem Fall
ist das Handteil 22 jedoch mit einem einzigen longitudinalen Durchgang
zur Aufnahme von nur einem Lichtleiter 24 versehen. Der
Lichtleiter 24 hat ein proximales Ende 24p, das
einer Lichtquelle 26 ausgesetzt wird, und ein distales
Ende 24d, das während
der Operation in das Auge des Patienten eintritt und so ausgerichtet
wird, um die Nadel 4 des Injektionsinstrumentes und die
Injektions-Stelle in der Netzhaut des Patienten zu beleuchten.
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Das
distale Ende 22d des Handteils 22 beinhaltet auch
eine Erweiterung 26, die mit dem distalen Ende 2d des
Handteils 2 des Injektionsinstrumentes im Auge des Patienten,
angrenzend zur Injektions-Stelle, kuppelbar ist, um das distale
Ende des Injektions-Handteils, wenn dieses im Auge des Patienten
eingeführt
ist, zu stabilisieren und zu führen.
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In
allen anderen Punkten kann das Verfahren zur Verwendung des Beleuchtungsinstrumentes 20, zusammen
mit dem oben mit Bezug zu den 1-3 beschriebenen
Injektionsinstrument, das glei che sein, wie oben beschrieben, gezeigt.
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Die 5 und 6 zeigen
das Vorsehen eines externen Führungs-Elementes, allgemein
mit 30 bezeichnet, zur Platzierung gegen die äussere Oberfläche des
Auges (Sklera), und mit einer Öffnung 32 zur
Aufnahme und Führung
der Hohlnadel 4, ausgestattet, um das Blutgefäss in der
Netzhaut des Patienten zu penetrieren. Vorzugsweise ist das externe
Führungselement 30 als
hohlzylindrische Konfiguration ausgestaltet und ist aus einem weichen
Material, wie weicher Kunststoff, welcher die geführte Bewegung
der Hohlnadel während
dem Schritt des Einführens
kontrolliert. Solch ein Führungselement
stabilisiert die eingeführte
Hohlnadel, so dass wenn die fibrinolytische Injektion ausgeführt wird,
die Nadel stabil in der Netzhaut-Vene ist. Führung 30 ermöglicht auch
das Entfernen der Nadel vom Auge.
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Während diese
Erfindung mit Bezug zu verschiedenen bevorzugten Ausführungsbeispielen
beschrieben wurde, ist es klar, dass diese nur für den Zweck als Beispiel ausgeführt worden
sind, und dass viele Variationen gemacht werden können. Beispielsweise
könnte
das beschriebene Instrument auch zur Injektion eines Koagulanten
oder anderen Medikationen in das Auge verwendet werden. Andere Variationen
und Applikationen der Erfindung sind offensichtlich.