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GEBIET DER ERFINDUNG
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Diese
Erfindung betrifft neuartige humane und murine Polypeptide der Claudinpolypeptid-Familie
und Verfahren zum Herstellen und Verwenden dieser.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die
Claudinpolypeptide sind eine verwandte Gruppe von „Tetraspan"-Polypeptiden, Polypeptide
mit vier Membran-umspannenden oder Transmembrandomänen, die
mit zellulären
Tight junctions assoziiert werden. Tight junctions, die auch „Zonula
occludens" genannt
werden, bilden eine regulierte, halbdurchlässige Barriere in den Interzellularräumen innerhalb
von Schichten von Epithel- oder Endothelzellen. Eine unzureichende
oder ungeeignet regulierte Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion
trägt zu
der Initiierung, Aufrechterhaltung und Verschlimmerung der Entzündung in
Geweben wie dem Dann, den Lungen usw. bei. Tight junctions bilden
außerdem
einen „Zaun", der die apikalen
und basolateralen Regionen der Membranen dieser Zellen trennt, was
die Schaffung unterschiedlicher physiologischer Umgebungen auf den
gegenüberliegenden Seiten
einer Zellschicht ermöglicht,
wie die unterschiedlichen physiologischen Umgebungen, die zum Transport
von Materialien über
das Darmepithel erforderlich sind. Es wurde auch eingebracht, dass
Tight junctions wäßrige Poren
enthalten, wobei der parazelluläre
Transport zwischen den Zellen einer Epithel- oder Endothelschicht
durch diese Poren erfolgt. Polypeptide der Claudin-Familie werden
in Epithelzellen und/oder Endothelzellen während der gesamten Entwicklung
exprimiert, wobei individuelle Mitglieder der Claudinpolypeptid-Familie
in unterschiedlichen Geweben exprimiert werden. Die physiologischen
Funktionen, die mit einem bestimmten Claudinpolypeptid assoziiert
werden, hängen
mit den Funktionen zusammen, die von dem bestimmten Gewebe bzw.
den bestimmten Geweben ausgeführt
werden, in denen es exprimiert wird.
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Herkömmliche
Strukturmerkmale der Claudin-Familie von Polypeptiden sind die vier
Membran-umspannenden Domänen
(Transmembrandomänen),
die zwei extrazellulären
Loops (Schleifen), die von den Transmembrandomänen gebildet werden, und die
zytoplasmatische Schwanzdomäne.
Man glaubt, dass die zytoplasmatische Schwanzdomäne an Interaktionen mit anderen,
mit Tight junctions assoziierten Proteinen, wie der ZO-Familie (ZO
= Zonula occludens) von Proteinen, beteiligt ist. Man glaubt, dass
diese Interaktionsaktivitäten
von Claudinpolypeptiden PDZ-Domänen
enthaltende Polypeptide einschließen, wobei eine PDZ-Domäne an die
C-terminalen Reste der zytoplasmatischen Schwanzdomäne eines
Claudinpolypeptids bindet; die Assoziation von PDZ enthaltenden
Polypeptiden kann dann in der Oligomerisierung von Claudinpolypeptiden
resultieren. Die extrazellulären
Loop-Domänen
von Claudinpolypeptiden können
zur Tight junction-Bildung beitragen, bei der es sich um einen wichtigen
Aspekt sowohl der Barrierefunktion als auch der Ionentransportfunktion
von Claudinpolypeptiden handelt, und/oder als ein Rezeptor für virale
Proteine, Enterotoxine oder Allergene fungieren. Von der Tight junction-Bildungsaktivität der Claudinpolypeptid-Familie
wird angenommen, dass sie durch homotypische Interaktionen mit den
extrazellulären
Loops desselben Claudinpolypeptids, das auf benachbarten Epithel-
oder Endothelzellen exprimiert wird, oder heterotypische Interaktionen
mit den extrazellulären
Loops anderer Claudin-Familienmitgliedern oder anderen Polypeptiden,
bei denen es sich nicht um Claudinpolypeptide handelt, erfolgen.
Darüber
hinaus gibt es Hinweise darauf, dass die biologischen Effekte von
Claudinpolypeptiden Claudinpolypeptide erfordern und insbesondere
deren zum N-Terminus gelegenen extrazellulären Domäne zur Verarbeitung von Matrixmetalloproteinasen
zu deren aktiver Form (Miyamori et al., 2001, J. Biol. Chem. 276:
2804-28211). Aufgrund ihrer Rollen bei der „tight junction"-Bildung, der Epithel-
und Endothel-Barrierefunktion, dem Ionentransport und der Bindung
an virales Protein, der Enterotoxin-Bindung oder Allergen-Bindung
werden Claudinpolypeptide mit Erkrankungen assoziiert, die unregulierten
oder ungeeignet regulierten Transport über das Epithel oder Endothel
einschließen,
wie Entzündung,
Asthma, Allergie, Metastasen von Krebszellen und Ionentransporterkrankungen
wie Magnesiumtransportdefekte in der Niere. Darüber hinaus, weil von einem
Claudinpolypeptid, das in Nervenzellen exprimiert wird, gezeigt
wurde, dass es zur Bildung der Myelinscheide in Oligodendrozyten
erforderlich ist, werden Claudinpolypeptide mit Demyelinisationserkrankungen,
wie multipler Sklerose (MS), autoimmuner Enzephalomyelitis, Optikusneuritis,
progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML) usw., assoziiert.
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Charakteristika
und Aktivitäten
der Claudinpolypeptid-Familie sind in den folgenden Referenzen weiter beschrieben:
K. Fujitaab et al., 2000, Clostridium perfringens enterotoxin binds
to the second extracellular loop of claudin-3, a tight junction
integral membrane Protein, FEBS Lett. 476: 258-261; T. Kinugasa
et al., 2000, Claudin regulate the intestinal barrier in response
to immune mediators, Gastroenterology 118: 1001-1011; S. Tsukita
und M. Furuse, 2000, Pores in the wall: claudins constitute tight
junction strands containing aqueous pores, J. Cell Biol. 149: 13-16;
J.M. Bronstein et al., 2000, Involvement of OSP/claudin-11 in oligodendrocyte membrane
interactions: role in biology and disease, J. Neurosci. Res. 59:
706-711; M. Itob
et al., 1999, Direct binding of three tight junction-associated
MAGUKs, ZO-1, ZO-2, and ZO-3, with the COOH termini of claudins, J.
Cell Biol. 147: 1351-1363; M. Furuse et al., 1999, Manner of interaction
of heterogeneous claudin species within and between tight junction
strands, J. Cell Biol. 147: 891-903; K. Morita et al., 1999, Endothelial
claudin: claudin-5/TMVCF constitutes tight junction strands in endothelial
cells, J. Cell Biol. 147: 185-194; K. Kubota et al., 1999, Ca(2+)-independent
cell-adhesion activity of claudins, a family of integral membrane
Proteins localized at tight junctions, Curr. Biol. 9: 1035-1038;
H. Wan et al., 1999, Der p 1 facilitates transepithelial allergen delivery
by disruption of tight junctions, J. Clin. Invest. 104: 123-133;
D.B. Simon et al., 1999, Paracellin-1, a renal tight junction Protein
required for paracellular Mg2+ resorption,
Science 285: 103-106; K. Morita et al., 1999, Claudin multigene
family encoding four-transmembrane domain Protein components of
tight junction strands, Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 96: 511-516;
M. Furuse et al., 1998, A single gene product, claudin-1 or -2,
reconstitutes tight junction strands and recruits occludin in fibroblasts,
J. Cell Biol. 143: 391-401; M. Furuse et al., 1998, Claudin-1 and
-2: novel integral membrane Proteins localizing at tight junctions
with no sequence similarity to occludin, J. Cell Biol. 141: 1539-1550.
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Um
wirksamere Behandlungen von Erkrankungen zu entwickeln, die eine
Störung
der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion oder einen unregulierten
Transport über
das Epithel oder Endothel einschließen, wie entzündliche
Darmerkrankung, oder Demyclinisation einschließen, wie Multiple Sklerose,
werden Informationen über
zuvor nicht identifizierte Mitglieder der Claudinpolypeptid-Familie
benötigt,
so dass die Charakteristika und Aktivitäten solcher neuen Claudin-Familienmitglieder
erforscht werden können.
Insbesondere besteht Bedarf an der Charakterisierung zuvor nicht
identifizierter humaner Claudinpolypeptide.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf der Entdeckung eines neuen Mitglieds
der humanen Claudinpolypeptid-Familie, humanes Claudin-21.
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Die
Erfindung stellt ein isoliertes Polypeptid bereit, umfassend eine
Aminosäuresequenz,
ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus:
- (a) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus SEQ ID NO:4 und Aminosäuren 1 bis
13 der SEQ ID NO:4;
- (b) SEQ ID NO:6;
- (c) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren 1 bis 10 der SEQ ID NO:6,
Aminosäuren
1 bis 33 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren
11 bis 30 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 12 bis 26 der SEQ ID NO:6,
Aminosäuren
25 bis 220 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 34 bis 81 der SEQ ID NO:6,
Aminosäuren
82 bis 101 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 82 bis 102 der SEQ ID
NO:6, Aminosäuren
103 bis 116 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 117 bis 145 der SEQ ID
NO:6, Aminosäuren
118 bis 137 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 146 bis 161 der SEQ ID
NO:6, Aminosäuren
162 bis 181 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 162 bis 191 der SEQ ID
NO:6 und Aminosäuren
192 bis 220 der SEQ ID NO:6;
- (d) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
mindestens 20 aufeinanderfolgende Aminosäuren und mit einer Claudinpolypeptid-Aktivität, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Tight junction-Bildungsaktivität, Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion,
Ionentransportaktivität,
homotypischer Bindung, heterotypischer Bindung, Bindung an virales
Protein, Enterotoxin-Bindung und PDZ-Domänenbindungsaktivität;
- (e) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen aus (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der extrazellulären
Loop-Domäne;
- (f) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen aus (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der zytoplasmatischen Schwanzdomäne;
- (g) Aminosäuresequenzen
mit Claudinpolypeptid-Aktivität,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Tight junction-Bildungsaktivität, Epithel-
oder Endothel-Barrierefunktion,
Ionentransportaktivität,
homotypischer Bindung, heterotypischer Bindung, Bindung an virales
Protein, Enterotoxin-Bindung und PDZ-Domänenbindungsaktivität, und mindestens
30 Aminosäuren
umfassend und welche Aminosäureidentität mit einer
der Aminosäuresequenzen
von (a)-(f) teilen, wobei der Prozentsatz an Aminosäureidentität ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus: mehr als 90%, mindestens 95%, mindestens
97,5%, mindestens 99% und mindestens 99,5%; und
- (h) einer Aminosäuresequenz
von (g), wobei ein Polypeptid, umfassend die Aminosäuresequenz
von (g), an einen Antikörper
bindet, der auch an ein Polypeptid, umfassend eine der Aminosäuresequenzen
von (a)-(f), bindet.
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Ebenfalls
hierin beschrieben ist ein isoliertes Polypeptid, umfassend eine
Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus:
- (i) Fragmenten
einer der Aminosäuresequenzen
von (a)-(c), umfassend mindestens 20 aufeinanderfolgende Aminosäuren;
- (j) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
mindestens 30 aufeinanderfolgende Aminosäuren;
- (k) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), mit
Claudinpolypeptid-Aktivität;
- (l) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der extrazellulären
Loop-Domäne;
- (m) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der zytoplasmatischen Schwanzdomäne;
- (n) Aminosäuresequenzen,
umfassend mindestens 20 Aminosäuren
und welche Aminosäureidentität mit einer
der Aminosäuresequenzen
von (a)-(h) teilen, wobei der Prozentsatz an Aminosäureidentität ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus: mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens
80%, mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens
97,5%, mindestens 99% und mindestens 99,5%;
- (o) einer Aminosäuresequenz
von (i), wobei ein Polypeptid, umfassend die Aminosäuresequenz
von (i), an einen Antikörper
bindet, der auch an ein Polypeptid, umfassend eine der Aminosäuresequenzen
von (a)-(h), bindet; und
- (p) einer Aminosäuresequenz
von (n) oder (o) mit Claudinpolypeptid-Aktivität.
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Die
Erfindung stellt weiterhin ein isoliertes Polypeptid mit PDZ-Domänenbindungsaktivität und umfassend
eine Aminosäuresequenz,
die mehr als 90% Aminosäureidentität über ihre
Länge mit
Aminosäuren
192 bis 220 der SEQ ID NO:6 teilt, bereit.
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Die
Erfindung stellt außerdem
eine isolierte Nukleinsäure
bereit, bestehend aus einer Nukleotidsequenz, die (i) ein Polypeptid,
umfassend eine Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus:
- (a) SEQ ID NO:4;
- (b) SEQ ID NO:6;
- (c) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren 25 bis 220 der SEQ ID
NO:6, Aminosäuren
117 bis 145 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 118 bis 137 der SEQ ID
NO:6, Aminosäuren
146 bis 161 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren 162 bis 181 der SEQ ID
NO:6, Aminosäuren
162 bis 191 der SEQ ID NO:6 und Aminosäuren 192 bis 220 der SEQ ID
NO:6;
und
- (d) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren 1 bis 10 der SEQ ID NO:6,
Aminosäuren
1 bis 33 der SEQ ID NO:6, Aminosäuren
82 bis 101 der SEQ ID NO:6 und Aminosäuren 82 bis 102 der SEQ ID
NO:6;
oder (ii) ein Polypeptid gemäß Anspruch 2 kodiert;
und
die mit 1 bis 100.000 zusätzlichen
Nukleotiden kovalent an einem Ende, an jedem Ende oder an beiden Enden
des Nukleinsäuremoleküls verbunden
ist. Die Erfindung stellt zudem eine isolierte Nukleinsäure bereit, umfassend
eine Nukleotidsequenz, die ein Polypeptid mit Claudinpolypeptid-Aktivität, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Tight junction- Bildungsaktivität, Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion,
Ionentransportaktivität,
homotypischer Bindung, heterotypischer Bindung, Bindung an virales
Protein, Enterotoxin-Bindung
und PDZ-Domänenbindungsaktivität, kodiert
und die eine Nukleotidsequenzidentität mit den Nukleotidsequenzen
der Nukleinsäuren
der Punkte (i)(a)-(c) und (ii) oben teilt, wobei der Prozentsatz
an Nukleotidsequenzidentität
ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus: mindestens 90%, mindestens 95%,
mindestens 97,5%, mindestens 99% und mindestens 99,5%.
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Ebenfalls
hierin beschrieben ist ein isoliertes Polypeptid, umfassend eine
Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus:
- (a) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus SEQ ID NO:10 und Aminosäuren 19
bis 33 der SEQ ID NO:10;
- (b) SEQ ID NO:8;
- (c) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren 5 bis 27 der SEQ ID NO:8,
Aminosäuren
28 bis 76 der SEQ ID NO:8, Aminosäuren 77 bis 99 der SEQ ID NO:8,
Aminosäuren 100
bis 118 der SEQ ID NO:8, Aminosäuren
119 bis 141 der SEQ ID NO:8, Aminosäuren 142 bis 160 der SEQ ID
NO:8, Aminosäuren
161 bis 183 der SEQ ID NO:8 und Aminosäuren 184 bis 211 der SEQ ID
NO:8;
- (d) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
mindestens 20 aufeinanderfolgende Aminosäuren;
- (e) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
mindestens 30 aufeinanderfolgende Aminosäuren;
- (f) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c) mit
Claudinpolypeptid-Aktivität;
- (g) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der extrazellulären
Loop-Domäne;
- (h) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der zytoplasmatischen Schwanzdomäne;
- (i) Aminosäuresequenzen,
umfassend mindestens 20 Aminosäuren
und welche Aminosäureidentität mit einer
der Aminosäuresequenzen
von (a)-(h) teilen, wobei der Prozentsatz an Aminosäureidentität ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus: mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens
80%, mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens
97,5%, mindestens 99% und mindestens 99,5%;
- (j) einer Aminosäuresequenz
von (i), wobei ein Polypeptid, umfassend die Aminosäuresequenz
von (i), an einen Antikörper
bindet, der auch an ein Polypeptid, umfassend eine der Aminosäuresequenzen
von (a)-(h), bindet; und
- (k) einer Aminosäuresequenz
von (i) oder (j) mit Claudinpolypeptid-Aktivität.
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Ebenfalls
beschrieben ist ein isoliertes Polypeptid, umfassend eine Aminosäuresequenz,
ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus:
- (a) SEQ ID NO:11;
- (b) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren 11 bis 33 der SEQ ID NO:11,
Aminosäuren
77 bis 99 der SEQ ID NO:11, Aminosäuren 119 bis 141 der SEQ ID
NO:11 und Aminosäuren
167 bis 189 der SEQ ID NO:11;
- (c) einer Aminosäuresequenz,
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aminosäuren 34 bis 76 der SEQ ID NO:11,
Aminosäuren
100 bis 118 der SEQ ID NO:11, Aminosäuren 142 bis 166 der SEQ ID
NO:11 und Aminosäuren
190 bis 229 der SEQ ID NO:11;
- (d) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
mindestens 20 aufeinanderfolgende Aminosäuren;
- (e) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
mindestens 30 aufeinanderfolgende Aminosäuren;
- (f) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c) mit
Claudinpolypeptid-Aktivität;
- (g) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der extrazellulären
Loop-Domäne;
- (h) Fragmenten einer der Aminosäuresequenzen von (a)-(c), umfassend
Aminosäuresequenzen
der zytoplasmatischen Schwanzdomäne;
- (i) Aminosäuresequenzen,
umfassend mindestens 20 Aminosäuren
und welche Aminosäureidentität mit einer
der Aminosäuresequenzen
von (a)-(h) teilen, wobei der Prozentsatz an Aminosäureidentität ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus: mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens
80%, mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens
97,5%, mindestens 99% und mindestens 99,5%;
- (j) einer Aminosäuresequenz
von (i), wobei ein Polypeptid, umfassend die Aminosäuresequenz
von (i), an einen Antikörper
bindet, der auch an ein Polypeptid, umfassend eine der Aminosäuresequenzen
von (a)-(h), bindet; und
- (k) einer Aminosäuresequenz
von (i) oder (j) mit Claudinpolypeptid-Aktivität.
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Andere
Gesichtspunkte der Erfindung sind isolierte Nukleinsäuren, die
Polypeptide der Erfindung kodieren, und isolierte Nukleinsäuren, vorzugsweise
mit einer Länge
von mindestens 15 Nukleotiden, die unter Bedingungen moderater Stringenz
an die Nukleinsäuren,
die Polypeptide der Erfindung kodieren, hybridisieren. In bevorzugten
Ausführungsformen
der Erfindung kodierten solche Nukleinsäuren ein Polypeptid mit Claudinpolypeptid-Aktivität oder umfassen
eine Nukleotidsequenz, die eine Nukleotidsequenzidentität mit den
Nukleotidsequenzen der Nukleinsäuren
der Erfindung teilt, wobei der Prozentsatz an Nukleotidsequenzidentität ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus: mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens
80%, mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens
97,5%, mindestens 99% und mindestens 99,5%.
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Ebenfalls
von der vorliegenden Erfindung umfasst sind isolierte Polypeptide
und Nukleinsäuren,
die aus hierin offenbarten Aminosäurensequenzen bzw. Nukleotidsequenzen
bestehen.
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Von
der Erfindung werden weiterhin Expressionsvektoren und rekombinante
Wirtszellen, umfassend mindestens eine Nukleinsäure der Erfindung, und bevorzugte
rekombinante Wirtszellen, wobei die Nukleinsäure in das Wirtszellgenom integriert
ist, bereitgestellt.
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Ebenfalls
bereitgestellt wird ein Verfahren zur Herstellung eines Polypeptids,
welches durch die Nukleinsäuren
der Erfindung kodiert wird, umfassend das Kultivieren einer rekombinanten
Wirtszelle unter Bedingungen, welche die Expression dieses Polypeptids
fördern,
wobei die rekombinante Wirtszelle mindestens eine Nukleinsäure der
Erfindung umfasst. Ein bevorzugtes, von der Erfindung bereitgestelltes
Verfahren umfasst weiterhin das Reinigen dieses Polypeptids. In
einem anderen Gesichtspunkt der Erfindung wird das Polypeptid, hergestellt
nach dem Verfahren, bereitgestellt.
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Weitere
Gesichtspunkte der Erfindung sind isolierte Antikörper, welche
an die Polypeptide der Erfindung binden, vorzugsweise monoklonale
Antikörper,
außerdem
vorzugsweise humane oder humanisierte Antikörper, und vorzugsweise wobei
der Antikörper
die Aktivität
der Polypeptide hemmt.
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Die
Erfindung stellt darüber
hinaus ein Verfahren zum Entwerfen eines Inhibitors der Polypeptide
der Erfindung bereit, wobei das Verfahren die Schritte des Ermitteln
der dreidimensionalen Struktur eines beliebigen derartigen Polypeptids,
Analysierens der dreidimensionalen Struktur für die wahrscheinlichen Bindungsstellen
von Substraten, Synthetisieren eines Moleküls, das eine vorhergesagte
reaktive Stelle einbindet, und Bestimmens der polypeptidhemmenden
Aktivität
des Moleküls
umfasst.
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In
einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung wird ein Verfahren zur
Identifikation von Verbindungen, welche die Claudinpolypeptid-Aktivität verändern, bereitgestellt,
umfassend
- (a) das Mischen einer Testverbindung
mit einem Polypeptid der Erfindung und
- (b) das Feststellen, ob die Testverbindung die Claudinpolypeptid-Aktivität dieses
Polypeptids verändert.
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In
einem anderen Gesichtspunkt der Erfindung wird ein Verfahren zur
Identifikation von Verbindungen, welche die Bindungsaktivität von Claudinpolypeptiden
hemmen, bereitgestellt, umfassend
- (a) das Mischen
einer Testverbindung mit einem Polypeptid der Erfindung und einem
Bindungspartner dieses Polypeptids und
- (b) das Feststellen, ob die Testverbindung die Bindungsaktivität dieses
Polypeptids hemmt.
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Die
Erfindung stellt außerdem
ein Verfahren zum Erhöhen
der Tight junction-Bildung
oder zur Förderung
der Aktivitäten
der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion bereit, das das Bereitstellen
eines Polypeptids der Erfindung umfasst; mit einer bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens, die weiterhin das Erhöhen dieser Aktivitäten in einem
Patienten durch Verabreichen mindestens eines Polypeptids der Erfindung
umfasst.
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Von
der Erfindung wird weiterhin ein Verfahren zur Verminderung der
Tight junction-Bildungsaktivität oder
der Aktivität
der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion bereit, das das Bereitstellen
mindestens eines Antagonisten der Polypeptide der Erfindung umfasst;
mit einer bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens, die weiterhin das Verringern dieser Aktivitäten in einem
Patienten durch Verabreichen mindestens eines Antagonisten der Polypeptide
der Erfindung umfasst, und mit einer weiteren bevorzugten Ausführungsform,
wobei der Antagonist ein Antikörper
ist, der die Aktivität
eines beliebigen der Polypeptide hemmt.
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Die
Erfindung stellt darüber
hinaus die Verwendung des Polypeptids der Erfindung zur Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung einer Erkrankung
der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion bereit, die das Verabreichen
des Polypeptids der Erfindung umfasst; mit einer bevorzugten Ausführungsform,
wobei die Erkrankung der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion
ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus entzündlicher Darmerkrankung, Asthma,
Allergie und Ionentransportdefekten.
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Ebenfalls
beschrieben ist ein Verfahren zum Behandeln einer Demyelinisationserkrankung,
das das Verabreichen des Polypeptids der Erfindung umfasst; mit
einer bevorzugten Ausführungsform,
wobei die Demyelinisationserkrankung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Multipler Sklerose, autoimmuner Enzephalomyelitis, Optikusneuritis
und progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie.
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In
anderen Gesichtspunkten betrifft die Erfindung die Verwendung eines
Antagonisten des Polypeptids der Erfindung zur Herstellung einer
pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung einer Viruserkrankung
oder einer mit Enterotoxin zusammenhängenden Erkrankung, die das
Verabreichen eines Antagonisten des Polypeptids der Erfindung umfasst;
mit einer bevorzugten Ausführungsform,
wobei die Viruserkrankung oder die mit Enterotoxin zusammenhängende Erkrankung
mit Clostridium perfringens-Enterotoxin
in Kontakt gebracht wird, und mit einer weiteren bevorzugten Ausführungsform, wobei
der Antagonist die Bindung von Clostridium perfringens-Enterotoxin
an die extrazellulären
Loops eines Claudinpolypeptids der Erfindung blockiert.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Struktur von humanen Claudinpolypeptiden
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Wir
haben neue Mitglieder der Claudinpolypeptid-Familie identifiziert,
humanes Claudin-21, humanes Claudin-19 und humanes Claudin-22. Zu
typischen Strukturelementen, die den Mitgliedern der Claudinpolypeptid-Familie
gemein sind, zählen
eine nicht abgespaltene Signalpeptidsequenz, vier Membran-umspannende
Domänen,
zwei extrazelluläre
Loops, die von den Membran-umspannenden Domänen gebildet werden, und ein
zytoplasmatischer Schwanz am C-Terminus des Polypeptids. Sowohl
der N-Terminus als auch der C-Terminus des Polypeptids sind intrazellulär. Die zwei
extrazellulären
Loop-Domänen von
Claudinpolypeptiden befinden sich zwischen der ersten und der zweiten
Transmembrandomäne
bzw. zwischen der dritten und der vierten Transmembrandomäne des Polypeptids.
Die kurze Region zwischen der zweiten und der dritten Transmembrandomäne des Polypeptids
ist intrazellulär.
Die zytoplasmatische Schwanzdomäne
von Claudinpolypeptiden erstreckt sich von der vierten Transmembrandomäne zum C-Terminus
des Polypeptids.
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Die
Aminosäuresequenzen
von humanem Claudin-21 (SEQ ID NO:6), humanem Claudin-19 (SEQ ID NO:8)
und humanem Claudin-22 (SEQ ID NO:11) enthalten die Strukturmerkmale
von Claudinpolypeptiden. Humanes Claudin-21 enthält eine Signalsequenzdomäne (Aminosäuren 12
bis 26 der SEQ ID NO:6), die die Spaltung der Aminosäuresequenz
der vollständigen
SEQ ID NO:6 zwischen den Aminosäuren
24 und 25 der SEQ ID NO:6 steuern würde, um ein reifes oder verarbeitetes
Claudin-21-Polypeptid mit der Aminosäure 25 der SEQ ID NO:6 als
der N-terminalen Aminosäure
zu bilden. Von dieser Signalsequenzdomäne wird jedoch vorhergesagt,
dass sie sich in der ersten Transmembrandomäne (TM-Domäne) befindet, die die Aminosäuren 11
bis 30 der SEQ ID NO:6 umfasst, was mit den anderen Claudin-Familienmitgliedern
konsistent ist, in denen die Signalsequenz nicht abgespalten ist,
sondern in die Zellmembran inseriert ist, wobei sich das äußerste N-terminale
Ende des Claudinpolypeptids (in diesem Fall, Aminosäuren 1 bis
10 der SEQ ID NO:6) in der Zelle befindet. Von humanem Claudin-21
wird ebenfalls vorhergesagt, dass es eine zweite TM-Domäne, die
die Aminosäuren
82 bis 101 der SEQ ID NO:6 umfasst, eine dritte TM-Domäne, die
die Aminosäuren
118 bis 137 der SEQ ID NO:6 umfasst, und eine vierte TM-Domäne, die
die Aminosäuren
162 bis 181 der SEQ ID NO:6 umfasst, aufweist. Eine Hidden-Markov-Modell-Analyse
(HMM-Analyse) sagt dasselbe nicht abgespaltene Signal und ähnliche
Transmembrandomänen
vorher: Aminosäuren
12 bis 31 der SEQ ID NO:6; Aminosäuren 82 bis 105 der SEQ ID
NO:6; Aminosäuren
118 bis 140 der SEQ ID NO:6 und Aminosäuren 166 bis 188 der SEQ ID NO:6.
Diese vorhergesagten Positionen für die humanen Claudin-21-TM-Domänen entsprechen
auch gut den von Morita et al. (1999, Claudin multigene family encoding
four-transmembrane domain Protein components of tight junction strands,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 96: 511-516) für andere Mitglieder der Claudinpolypeptid-Familie
identifizierten. Auf Grundlage der Alignments mit anderen Familienmitgliedern
und unter Bezugnahme auf 1 von Morita
et al. wird von den vier Transmembrandomänen vorhergesagt, dass sie
sich von den Aminosäuren
1 bis 33, 82 bis 102, 117 bis 145 bzw. 162 bis 191 der SEQ ID NO:6
erstrecken. Diese vorhergesagten Positionen für die vier TM-Domänen von
humanem Claudin-21 ordnet die erste extrazelluläre Loop von humanem Claudin-21
als ungefähr
um Aminosäure
31 bis Aminosäure
34 der SEQ ID NO:6 beginnend und sich bis ungefähr Aminosäure 81 der SEQ ID NO:6 erstreckend
und vorzugsweise von Aminosäure
34 bis Aminosäure
81 der SEQ ID NO:6 und die zweite extrazelluläre Loop von humanem Claudin-21
als ungefähr um
Aminosäure
138 bis Aminosäure
146 der SEQ ID NO:6 beginnend und sich bis ungefähr Aminosäure 161 der SEQ ID NO:6 erstreckend
und vorzugsweise von Aminosäure
146 bis Aminosäure
161 der SEQ ID NO:6 an. Die intrazelluläre Sequenz zwischen der zweiten
und der dritten TM-Domäne erstreckt
sich von ungefähr Aminosäure 102
oder 103 der SEQ ID NO:6 bis ungefähr Aminosäure 116 bis 117 der SEQ ID
NO:6 und vorzugsweise von Aminosäure
103 bis Aminosäure
116 der SEQ ID NO:6. Die zytoplasmatische Schwanzdomäne von humanem
Claudin-21 beginnt ungefähr
um Aminosäure
182 bis Aminosäure
192 der SEQ ID NO:6 und erstreckt sich bis zu dem vorhergesagten
C-Terminus der SEQ ID NO:6 bei Aminosäure 220; vorzugsweise erstreckt
sich die zytoplasmatische Schwanzdomäne von SEQ ID NO:6 von Aminosäure 192
bis Aminosäure 220
der SEQ ID NO:6. Humanes Claudin-19 enthält eine nicht abgespaltene
Signalsequenzdomäne
(Aminosäuren
8 bis 25 der SEQ ID NO:8), die die Spaltung der Aminosäuresequenz
der vollständigen
SEQ ID NO:8 zwischen die Aminosäuren
24 und 25 der SEQ ID NO:8 steuern würde. Eine Hidden-Markov-Modell-Analyse (HMM- Analyse) sagt die
folgenden Transmembrandomänen
für humanes
Claudin-19 vorher: Aminosäuren
5 bis 27 der SEQ ID NO:8; Aminosäuren
77 bis 99 der SEQ ID NO:8; Aminosäuren 119 bis 141 der SEQ ID
NO:8 und Aminosäuren
161 bis 183 der SEQ ID NO:8. Humanes Claudin-22 enthält eine
nicht abgespaltene Signalsequenzdomäne (Aminosäuren 11 bis 27 der SEQ ID NO:11),
die die Spaltung der Aminosäuresequenz
der vollständigen
SEQ ID NO:11 zwischen die Aminosäuren
24 und 25 der SEQ ID NO:11 steuern würde. Eine Hidden-Markov-Modell-Analyse
(HMM-Analyse) sagt die folgenden Transmembrandomänen für humanes Claudin-22 vorher:
Aminosäuren
11 bis 33 der SEQ ID NO:11; Aminosäuren 77 bis 99 der SEQ ID NO:11;
Aminosäuren
119 bis 141 der SEQ ID NO:11 und Aminosäuren 167 bis 189 der SEQ ID
NO:11. Der Fachmann wird erkennen, dass die Abgrenzungen dieser
Regionen dieser Polypeptide ungefähr sind und dass die genauen
Abgrenzungen solcher Domänen,
wie beispielsweise die Abgrenzungen der Transmembrandomänen, sich
von den hierin für
humanes Claudin-19, -21 und -22 vorhergesagten unterscheiden können.
-
Man
glaubt, dass die äußersten
C-terminalen Reste der zytoplasmatischen Schwanzdomänen von Claudinpolypeptiden
an der Interaktion mit PDZ-Domänen
enthaltenden Proteinen beteiligt sind, so dass Substitutionen dieser
Reste wahrscheinlich mit einem veränderten PDZ-Domänenerkennungsmuster
oder einer veränderten
PDZ-Domänenbindungsfunktion
oder mit einem Fehlen dieser Funktion für das Polypeptid assoziiert
sind. Die meisten Mitglieder der Claudinpolypeptid-Familie, wie
das hierin beschriebene humane Claudin-19, weisen an ihren C-Termini
eine -Tyr-Val-COOH-Aminosäuresequenz
auf. Von humanem Claudin-21 wird vorhergesagt, dass es an seinem
C-Terminus eine
-Asp-Pro-Gln-Val-COOH-Aminosäuresequenz
aufweist. Obwohl dies nicht exakt mit den C-terminalen Aminosäuresequenzen
anderer Polypeptide der Claudin-Familie übereinstimmt, ist es in überwiegender
Hinsicht mit den Consensus-Anforderungen für Polypeptide der „Gruppe
1", die mit PDZ-Domänen interagieren,
konsistent (D. Cowburn, 1997, Curr. Opin. Struct. Biol. 7: 835-838):
Val/Ile/Leu/Met als der C-terminale Rest, wobei vorzugsweise Thr/Ser/Tyr
an der -2-Position und Glu an der -3-Position ist. Humanes Claudin-21
weist Val als den C-terminalen Rest und Asp mit einer sauren Seitenkette
wie Glu an der -3-Position auf. Humanes Claudin-22 weist Ile als
den C-terminalen Rest auf. Folglich wird von humanem Claudin-21
und -22 vorhergesagt, dass sie mit PDZ-Domänen enthaltenden Polypeptiden interagieren,
obwohl sie mit anderen Untereinheiten von PDZ- Domänen
interagieren können
als andere Claudin-Familienmitglieder, oder sie können bei
ihren Interaktionen mit PDZ-Domänen
enthaltenden Polypeptiden eine andere Kinetik oder Affinität aufzeigen.
-
Biologische Aktivitäten und
Funktionen von Claudinpolypeptiden der Erfindung
-
Wie
hierin verwendet, beinhaltet „Claudinpolypeptide
der Erfindung" humanes
Claudin-21 und, soweit zutreffend, Spezieshomologa wie murines Claudin-21
(SEQ ID NO:7) und Varianten und Fragmente dieser humanen Claudinpolypeptide
und deren Spezieshomologa. Claudinpolypeptide der Erfindung weisen
biologische Aktivitäten
und Funktionen auf, die mit denen der anderen Polypeptide der Claudin-Familie
konsistent sind. Polypeptide der Claudin-Familie werden während der
gesamten Entwicklung in Zelltypen, einschließlich Epithel- und Endothelzellen,
exprimiert. Typische biologische Aktivitäten oder Funktionen, die mit
dieser Familie von Polypeptiden assoziiert werden, sind Tight junction-Bildung, Epithel-
oder Endothel-Barrierefunktion, Ionentransport, Bindung an virales
Protein, homotypische oder heterotypische Bindung und PDZ-Domänenbindung.
Polypeptide mit Tight junction-Bildungsaktivität binden an andere mit Tight
junctions assoziierte Moleküle,
um Tight junction-Strukturen zu bilden, die die Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion
und den parazellulären
Transport regulieren. Die Tight junction-Bildungsaktivität wird mit
den extrazellulären
Loops und möglicherweise
der zytoplasmatischen Schwanzdomäne
von Claudinpolypeptiden assoziiert. Folglich beinhalten bevorzugte
humane Claudin-19-, -21- und -22-Polypeptide für Zwecke, die eine Tight junction-Bildungsaktivität erfordern,
jene, die die extrazellulären
Loop-Domänen
aufweisen und Aktivitäten
zur Tight junction-Bildung aufzeigen, wie Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion,
parazellulärer
Ionentransport oder Bindung an virales Protein. Zu bevorzugten Claudinpolypeptiden
der Erfindung zählen
weiterhin Oligomere oder Fusionspolypeptide, die mindestens eine
extrazelluläre
Loop- oder zytoplasmatische Schwanzdomäne eines oder mehrerer Claudinpolypeptide
der Erfindung umfassen, und Fragmente eines beliebigen dieser Polypeptide,
die eine Tight junction-Bildungsaktivität aufweisen.
Die Tight junction-Bildungsaktivität von humanem Claudin-19, -21
und -22 und anderen Polypeptiden der Claudin-Familie kann beispielsweise
ermittelt werden, indem Claudinpolypeptide in Zellen, die normalerweise
keine Tight junctions bilden, wie L-Fibroblasten, zusammen mit Occludin oder
einem beliebigen anderen Polypeptid, das das Claudinpolypeptid zum
Interagieren bei der Bildung von Tight junctions benötigt, eingeführt werden
und dann die resultierenden Tight junction-Strukturen mittels Elektronenmikroskopie
oder Immunfluoreszenz-Verfahren sichtbar gemacht werden (siehe beispielsweise
M. Furuse et al., 1998, A single gene product, caudin-1 or -2, reconstitutes
tight junction strands and recruits occludin in fibroblasts, J.
Cell Biol. 143: 391-401). Alternativ kann die Aktivität zum parazellulären Innentransport
von humanem Claudin-19, -21 und -22 und anderen Polypeptiden der
Claudin-Familie mittels Elektrophysiologie oder durch Verwendung
von luminiszierenden Ionen-Indikatormolekülen wie Äquorin, vorzugsweise in Mizellenpräparaten
von Zellen, die Claudinpolypeptide exprimieren, geprüft werden.
-
Claudinpolypeptide
wie humanes Claudin-19, -21 oder -22 weisen eine Aktivität zur homotypischen Bindung,
heterotypischen Bindung, Bindung an virales Protein und/oder Enterotoxin-Bindung
auf; jede dieser Bindungsaktivitäten
wird mit den extrazellulären
Loop-Domänen von
Claudinpolypeptiden assoziiert. Folglich beinhalten bevorzugte Claudinpolypeptide
der Erfindung für
Zwecke, die eine Aktivität
zur homotypischen Bindung, heterotypischen Bindung, Bindung an virales
Protein und/oder Enterotoxin-Bindung erfordern, jene, die mindestens
eine extrazelluläre
Loop-Domäne
aufweisen und mindestens eine solche Aktivität aufzeigen. Claudinpolypeptide
weisen auch eine Aktivität
zur PDZ-Domänenbindung
auf, die mit den zytoplasmatischen Schwanzdomänen von Claudinpolypeptiden
assoziiert wird. Folglich beinhalten bevorzugte Claudinpolypeptide
der Erfindung für
Zwecke, die eine Aktivität
zur PDZ-Domänenbindung
erfordern, jene, die eine zytoplasmatische Schwanzdomäne aufweisen
und eine Aktivität
zur PDZ-Domänenbindung
aufzeigen. Zu bevorzugten Claudinpolypeptiden der Erfindung zählen weiterhin
Oligomere oder Fusionspolypeptide, die mindestens eine extrazelluläre Loop-
und/oder zytoplasmatische Schwanzdomäne eines oder mehrerer Claudinpolypeptide
der Erfindung umfassen, und Fragmente eines beliebigen dieser Polypeptide,
die eine Aktivität
zur homotypischen Bindung, heterotypischen Bindung, Bindung an virales
Protein, Enterotoxin-Bindung und/oder PDZ-Domänenbindung aufweisen. Die Bindungsaktivität oder -aktivitäten von
humanem Claudin-19, -21 und -22 und anderen Polypeptiden der Claudin-Familie
können
beispielsweise in einem Yeast-two-Hybrid-Assay oder in einem In-vitro-Assay,
der die Bindung zwischen einem Claudinpolypeptid und einem seiner
Partner zur homotypischen und/oder heterotypischen Bindung, Bindung
an virales Protein, Enterotoxin- und/oder PDZ-Domänen
enthaltenden Bindung misst, ermittelt werden, wobei entweder das Claudinpolypeptid
oder sein Bindungspartner mit einem radioaktiven, fluoreszierenden
oder biolumineszierenden Protein markiert wird, so dass die Bindung
nachgewiesen werden kann.
-
Der
Ausdruck „Aktivität von humanem
Claudinpolypeptid",
wie hierin verwendet, beinhaltet eine beliebige oder mehrere beliebige
der folgenden: Tight junction-Bildung, Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion
und Ionentransportaktivität;
homotypischen Bindung, heterotypischen Bindung, Bindung an virales
Protein, Enterotoxin-Bindung und PDZ-Domänenbindungsaktivität sowie
die Ex-vivo- und In-vivo-Aktivitäten
von Claudinpolypeptiden der Erfindung. Das Ausmaß, zu dem Claudinpolypeptide
der Erfindung und Fragmente und andere Derivate dieser Polypeptide
diese Aktivitäten
aufzeigen, kann mittels Standardassayverfahren ermittelt werden.
Beispielhafte Assays sind hierin offenbart; Fachleute werden zu
schätzen
wissen, dass andere, ähnliche
Arten von Assays zum Messen der biologischen Aktivitäten von
Claudinpolypeptiden der Erfindung und anderen Claudin-Familienmitgliedern
verwendet werden können.
-
Ein
Gesichtspunkt der biologischen Aktivität von Claudinpolypeptiden,
einschließlich
humanem Claudin-19, -21 und -22, ist die Fähigkeit von Mitgliedern dieser
Polypeptidfamilie, bestimmte Bindungspartner, wie homotypische und
heterotypische Polypeptide, virale Proteine, Enterotoxin und PDZ-Domänen enthaltende Polypeptide,
mit der Bindung extrazellulärer
Loop-Domänen
beispielsweise an homotypische Polypeptide und der Bindung der zytoplasmatischen
Schwanzdomäne
an PDZ-Domänen
enthaltende Polypeptide zu binden. Der Ausdruck „Bindungspartner", wie hierin verwendet,
beinhaltet Liganden, Rezeptoren, Substrate, Antikörper, andere
Claudinpolypeptide, dasselbe humane Claudin-19-, -21- oder -22-Polypeptid
(im Fall von homotypischen Interaktionen) und ein beliebiges anderes
Molekül,
das mit einem humanem Claudin-19-, -21- oder -22-Polypeptid durch
Kontakt oder Nähe
zwischen bestimmten Abschnitten des Bindungspartners und des humanen
Claudin-19-, -21- oder -22-Polypeptids interagiert. Bindungspartner
für Claudinpolypeptide
der Erfindung werden auch von Epithel- und Endothelzellen exprimiert,
während
Claudinpolypeptide, die in Epithelzellen exprimiert werden, an Moleküle an benachbarten
Epithelzellen binden, um Tight junctions zu bilden, und Claudinpolypeptide,
die in Endothelzellen exprimiert werden, an Moleküle an benachbarten
Endothelzellen binden. Somit sind die Interaktionen zwischen Claudinpolypeptiden
der Erfindung und deren Bindungspartnern wahrscheinlich am Vermitteln
von Interaktionen zwischen angrenzenden Epithelzellen und Interaktionen
zwischen angrenzenden Endothelzellen beteiligt. Da die extrazellulären Loop-Domänen von
Claudinpolypeptiden der Erfindung an homotypische oder heterotypische
Polypeptide binden, wird von einem Polypeptidderivat, das eine oder
mehrere extrazelluläre
Loop-Domänen
umfasst, wenn es als ein von dem Rest eines humanen Claudin-19-,
-21- oder -22-Polypeptids separates Fragment oder als ein lösliches
Polypeptid, das beispielsweise an eine Immunglobulin-Fc-Domäne fusioniert
ist, exprimiert wird, erwartet, dass es die Bindung von Claudinpolypeptiden
der Erfindung an deren Bindungspartner unterbricht. Durch Binden
an einen oder mehrere Bindungspartner verhindern die separate extrazelluläre Loop-Domäne bzw.
die separaten extrazellulären Loop-Domänen wahrscheinlich
die Bindung durch das native humane Claudin-19-, -21- und -22-Polypeptid bzw. die
nativen humanen Claudin-19-, -21- und -22-Polypeptide und wirkt
somit in einer dominant-negativen Art und Weise, um die biologischen
Aktivitäten
zu hemmen, die über
die Bindung von Claudinpolypeptiden der Erfindung an homotypische
oder heterotypische Polypeptide vermittelt werden. Die biologischen
Aktivitäten und
Partnerbindungseigenschaften von humanem Claudin-19, -21 und -22
und anderen Polypeptiden der Claudin-Familie können mittels Standardverfahren
und mit den hierin beschriebenen Assays geprüft werden.
-
Polypeptide
der Claudin-Familie, wie humanes Claudin-19, -21 und -22, sind an
der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion und Transportkrankheiten
oder -erkrankungen, die in ihrer Ätiologie als ein gemeinsames
Merkmal eine anomale „tight
junction"-Bildung
oder eine ungeeignet regulierte Tight junction-Funktion (d. h. anomale
Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion)
gemein haben, beteiligt. Genauer ausgedrückt, die folgenden Erkrankungen,
die Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion und/oder Bindung an
Claudinpolypeptide einschließen,
sind jene, die bekannt sind oder von denen wahrscheinlich ist, dass
sie die biologischen Aktivitäten von
Claudinpolypeptiden einschließen:
Entzündung,
Asthma, Allergie, Metastasen von Krebszellen, Ionentransporterkrankungen
wie Magnesiumtransportdefekte in der Niere, entzündliche Darmerkrankung und
Kontakt mit Clostridium perfringens-Enterotoxin (CPE). Darüber hinaus,
weil von einem Claudinpolypeptid, das in Nervenzellen exprimiert
wird, gezeigt wurde, dass es zur Bildung der Myelinscheide in Oligodendrozyten
erforderlich ist, werden Claudinpolypeptide mit Demyelinisationserkrankungen,
wie multipler Sklerose (MS), autoimmuner Enzephalomyelitis, Optikusneuritis,
progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML), assoziiert.
Zudem können
Krankheiten, die von einer oder mehreren der obigen Erkrankungen
begünstigt
werden, direkt oder indirekt Claudinpolypeptide einschließen. Zum
Beispiel wurde Empfänglichkeit
für das
plötzliche Kindstod-Syndrom
(plötzlicher
Kindstod, sudden infant death syndrome, SIDS) mit Kontakt mit CPE
assoziiert. Das Blockieren oder Hemmen von Interaktionen zwischen
Claudinpolypeptiden der Erfindung und deren Substraten, Liganden,
Rezeptoren, Bindungspartnern und/oder anderen interagierenden Polypeptiden
ist ein Gesichtspunkt der Erfindung und stellt Verfahren zum Behandeln
oder Lindern dieser Krankheiten und Erkrankungen durch Verwendung
von Inhibitoren der Aktivität
des humanen Claudin-21 bereit. Beispiele solcher Inhibitoren oder
Antagonisten werden im Folgenden ausführlicher beschrieben. Für bestimmte
Erkrankungen, die einen Defekt der Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion
oder des Ionentransports einschließen, der mit einer zu geringen
Aktivität
des humanen Claudin-21 assoziiert wird, umfassen Verfahren zum Behandeln
oder Lindern dieser Erkrankungen das Erhöhen der Menge oder Aktivität von Claudinpolypeptiden
der Erfindung, indem isolierte Claudinpolypeptide der Erfindung
oder aktive Fragmente oder Fusionspolypeptide davon bereitgestellt
werden oder indem Verbindungen (Agonisten) bereitgestellt werden,
die endogene oder exogene Claudinpolypeptide der Erfindung aktivieren.
Zusätzliche
Verwendungszwecke für
Claudinpolypeptide der Erfindung und Agonisten und Antagonisten
davon beinhalten diagnostische Reagenzien für Epithel- oder Endotheltransporterkrankungen;
Forschungsreagenzien zur Untersuchung von Occludin oder Polypeptiden
der ZO-Familie und der Bildung von Tight junctions; Reinigung, Verarbeitung
und Konservierung von Occludin oder ZO-Polypeptiden oder Epithel-
oder Endothelzellen oder als ein Trägerstoff oder Targeting-Molekül zur Abgabe von
Therapeutika, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Claudinen
bei den Tight junctions der Blut-Hirn-Schranke (U. Kniesel und H.
Wolburg, 2000, Cell Mol. Neurobiol. 20: 57-76).
-
Claudinpolypeptide der Erfindung
-
Ein
humanes Claudin-19-, -21- oder -22-Polypeptid ist ein Polypeptid,
das mit einer Aminosäuresequenz
von humanem Claudin-19-, -21- oder -22-Polypeptid ein ausreichendes
Maß an
Aminosäureidentität oder -ähnlichkeit
teilt, wie den in Tabelle 1 gezeigten, die (A) von Fachleuten als
ein Polypeptid identifiziert werden, das wahrscheinlich bestimmte
strukturelle Domänen
gemein hat, und/oder (B) biologische Aktivitäten mit humanen Claudinpolypeptiden
gemein haben und/oder (C) an Antikörper binden, die ebenfalls
spezifisch an andere humane Claudinpolypeptide binden. Claudinpolypeptide
der Erfindung können
aus natürlich
vorkommenden Quellen isoliert werden oder dieselbe Struktur wie
natürlich
vorkommende Claudinpolypeptide haben oder können so produziert werden,
dass sie Strukturen aufweisen, die sich von natürlich vorkommenden Claudinpolypeptiden
unterscheiden. Polypeptide, die von einem beliebigen humanen Claudin-21-Polypeptid
mittels einer beliebigen Art der Veränderung (beispielsweise, jedoch
nicht darauf beschränkt,
Insertionen, Deletionen oder Substitutionen von Aminosäuren; Änderungen
des Glykosylierungszustands des Polypeptids; Neufaltung oder Isomerisierung,
um seine dreidimensionale Struktur oder seinen Selbstassoziationszustand
zu ändern; und Änderungen
seiner Assoziation mit anderen Polypeptiden oder Molekülen) abgeleitet
werden, sind ebenfalls Claudinpolypeptide der Erfindung. Folglich
beinhalten die von der Erfindung bereitgestellten Polypeptide Polypeptide,
die durch Aminosäuresequenzen
gekennzeichnet sind, die denen der hierin beschriebenen Claudinpolypeptide
der Erfindung ähnlich
sind, in denen jedoch Modifikationen naturgemäß bereitgestellt sind oder die
absichtlich gentechnisch modifiziert wurden. Ein Polypeptid, das
mit Claudinpolypeptiden der Erfindung biologische Aktivitäten gemein
hat, ist ein Polypeptid mit Aktivität von humanem Claudin-21. Zu
Beispielen biologischer Aktivitäten,
die von Mitgliedern der Claudinpolypeptid-Familie aufgezeigt werden,
zählen,
ohne Einschränkung,
Tight junction-Bildung, Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion,
Ionentransport, homotypische oder heterotypische Bindung, Bindung
an virales Protein und Enterotoxin-Bindung.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt sowohl vollständige als auch reife Formen
von Claudinpolypeptiden der Erfindung. Vollständige Polypeptide sind diejenigen,
die die komplette primäre
Aminosäuresequenz
der Polypeptide, wie anfänglich
translatiert, aufweisen. Die Aminosäuresequenzen von vollständigen Polypeptiden können beispielsweise
mittels Translation des kompletten offenen Leserasters (open reading
frame, „ORF") eines cDNA-Moleküls erhalten
werden. Mehrere vollständige
Polypeptide können
von einem einzigen genetischen Locus kodiert werden, wenn mehrere
mRNA-Formen von diesem Locus durch alternatives Spleißen oder
durch Verwendung mehrerer Translationsinitiationsstellen produziert
werden. Die „reife
Form" eines Polypeptids
bezieht sich auf ein Polypeptid, das posttranslationalen Verarbeitungsschritten,
wie einer Spaltung der Signalsequenz oder einer proteolytischen
Spaltung, um eine Prodomäne
zu entfernen, unterzogen wurde. Mehrere reife Formen eines bestimmten
vollständigen
Polypeptids können
beispielsweise mittels Spaltung der Signalsequenz an mehreren Stellen
oder mittels differentieller Regulierung von Proteasen, die das
Polypeptid spalten, produziert werden. Die reife Form bzw. die reifen
Formen eines solchen Polypeptids können mittels Expression in
einer geeigneten Säugetierzelle
oder einer anderen Wirtszelle eines Nukleinsäuremoleküls, das das vollständige Polypeptid
kodiert, erhalten werden. Die Sequenz der reifen Form des Polypeptids
kann auch aus der Aminosäuresequenz
der vollständigen
Form durch Identifizierung von Signalsequenzen oder Proteasespaltstellen
ermittelbar sein. Die Claudinpolypeptide der Erfindung beinhalten
auch jene, die aus posttranskriptionalen oder posttranslationalen
Verarbeitungsereignissen resultieren, wie alternierender mRNA-Verarbeitung,
die ein verkürztes,
jedoch biologisch aktives Polypeptid, beispielsweise eine natürlich vorkommende,
lösliche
Form des Polypeptids, ergeben kann. Ebenfalls umfasst von der Erfindung
sind Variationen, die der Proteolyse zuzuschreiben sind, wie Unterschiede
in den N- oder C-Termini bei Expression in unterschiedlichen Arten
von Wirtszellen aufgrund der proteolytischen Entfernung von einer
oder mehreren terminalen Aminosäuren
aus dem Polypeptid (im allgemeinen von 1 bis 5 terminale Aminosäuren).
-
Die
Erfindung beinhaltet weiterhin Claudinpolypeptide der Erfindung
mit oder ohne assoziierter Glykosylierung der nativen Struktur.
Polypeptide, die in Hefe- oder Säugetierexpressionssystemen
(z. B. COS-1- oder CHO-Zellen) exprimiert werden, können einem
nativen Polypeptid in Bezug auf das Molekulargewicht und das Glykosylierungsmuster,
je nach der Wahl des Expressionssystems, ähnlich sein oder sich von diesem
erheblich unterscheiden. Die Expression von Polypeptiden der Erfindung
in bakteriellen Expressionssystemen, wie E. coli, liefert unglykosylierte
Moleküle.
Des Weiteren kann ein gegebenes Präparat mehrere unterschiedlich
glykosylierte Spezies des Polypeptids enthalten. Glykosylgruppen
können
mittels herkömmlicher
Verfahren, insbesondere jenen, die Glykopeptidase einsetzen, entfernt
werden. Im allgemeinen können
glykosylierte Polypeptide der Erfindung mit einem molaren Überschuß an Glykopeptidase
(Boehringer Mannheim) inkubiert werden.
-
Spezieshomologa
von Claudinpolypeptiden der Erfindung und von Nukleinsäuren, die
diese kodieren, werden ebenfalls von der vorliegenden Erfindung
bereitgestellt. Wie hierin verwendet, ist ein Spezieshomologon ein
Polypeptid oder eine Nukleinsäure
mit einer Ursprungsspezies, die sich von der eines gegebenen Polypeptids
oder einer gegebenen Nukleinsäure
unterscheidet, jedoch mit einer signifikanten Sequenzähnlichkeit zu
dem gegebenen Polypeptid oder der gegebenen Nukleinsäure, wie
von Fachleuten bestimmt. Spezieshomologa können mittels Herstellung geeigneter
Sonden oder Primer aus Polynukleotiden, die die hierin bereitgestellten
Aminosäuresequenzen
kodieren, und Screenen einer geeigneten Nukleinsäurequelle aus der gewünschten
Spezies isoliert und identifiziert werden. Die Erfindung umfasst
auch allelische Varianten von Claudinpolypeptiden der Erfindung
und Nukleinsäuren,
die diese kodieren; das heißt,
natürlich
vorkommende alternative Formen solcher Polypeptide und Nukleinsäuren, in
denen Unterschiede bei der Aminosäure- oder Nukleotidsequenz
genetischem Polymorphismus (allelische Variation unter Einzelpersonen
innerhalb einer Population) zugeschrieben werden können.
-
Fragmente
der Claudinpolypeptide der vorliegenden Erfindung werden von der
vorliegenden Erfindung umfasst und können in linearer Form oder
unter Verwendung bekannter Verfahren zyklisiert sein, beispielsweise
wie in H.U. Saragovi et al., Bio/Technology 10, 773-778 (1992),
und in R.S. McDowell et al., J. Amer. Chem. Soc. 114: 9245-9253
(1992), beschrieben. Zu Polypeptiden und Polypeptidfragmenten der
vorliegenden Erfindung und Nukleinsäuren, die diese kodieren, zählen Polypeptide
und Nukleinsäuren
mit Aminosäure-
oder Nukleotidsequenzlängen,
die mindestens 25% (mehr bevorzugt mindestens 50% oder mindestens
60% oder mindestens 70% und am meisten bevorzugt mindestens 80%)
der Länge
eines humanen Claudin-21-Polypeptids ausmachen und mindestens 70%
Sequenzidentität
(mehr bevorzugt mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens 80%,
mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens 97,5%
oder mindestens 99% und am meisten bevorzugt mindestens 99,5%) mit
diesem humanen Claudin-21-Polypeptid oder
der kodierenden Nukleinsäure
haben, wobei die Sequenzidentität
bestimmt wird, indem die Aminosäuresequenzen
der Polypeptide mittels Alignment verglichen werden, um die Überlappung
und Identität
zu maximieren, während
die Sequenzlücken
minimiert werden. Ebenfalls in der vorliegenden Erfindung eingeschlossen
sind Polypeptide und Polypeptidfragmente und Nukleinsäuren, die
diese kodieren, die ein Segment enthalten oder kodieren, das vorzugsweise
mindestens 8 oder mindestens 10 oder vorzugsweise mindestens 15 oder
mehr bevorzugt mindestens 20 oder noch mehr bevorzugt mindestens
30 oder am meisten bevorzugt mindestens 40 aufeinanderfolgende Aminosäuren umfasst.
Solche Polypeptide und Polypeptidfragmente können auch ein Segment enthalten, das
mindestens 60% Sequenzidentität
(mehr bevorzugt mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens 80%,
mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens 97,5% oder
mindestens 99% und am meisten bevorzugt mindestens 99,5%) mit einem
beliebigen derartigen Segment eines beliebigen der Claudinpolypeptide
der Erfindung teilt, wobei die Sequenzidentität bestimmt wird, indem die
Aminosäuresequenzen
der Polypeptide mittels Alignment verglichen werden, um die Überlappung
und Identität
zu maximieren, während
die Sequenzlücken
minimiert werden. Der Prozentsatz an Identität kann mittels Sichtinspektion
und mathematischer Berechnung ermittelt werden. Alternativ kann
der Prozentsatz an Identität
von zwei Aminosäure-
oder zwei Nukleinsäuresequenzen
durch Vergleichen der Sequenzinformationen unter Verwendung des
GAP-Computerprogramms, Version 6.0, ermittelt werden, das von Devereux
et al. (Nucl. Acids Res. 12:387, 1984) beschrieben wird und von
der University of Wisconsin Genetics Computer Group (UWGCG) erhältlich ist.
Die bevorzugten Standardparameter für das GAP-Programm beinhalten:
(1) eine unäre
Vergleichsmatrix (die einen Wert von 1 für Gleichheiten und 0 für Ungleichheiten
enthält)
für Nukleotide
und die gewichtete Vergleichsmatrix von Gribskov und Burgess, Nucl.
Acids Res. 14:6745, 1986, wie von Schwartz und Dayhoff, Hrsg., Atlas
of Polypeptide Sequence and Structure, National Biomedical Research Foundation,
S. 353-358, 1979, beschrieben; (2) eine Penalty von 3,0 für jede Gap
(Lücke)
und eine weitere Penalty von 0,10 für jedes Symbol in jeder Gap
und (3) keine Penalty für
End-Gaps. Andere Programme, die von Fachleuten der Technik des Sequenzvergleichs
verwendet werden, können
ebenfalls eingesetzt werden, wie beispielsweise das BLASTN-Programm,
Version 2.0.9, zur Verwendung über
die Website der National Library of Medicine, ncbi.nlm.nih.gov/gorf/wblast2.cgi,
erhältlich,
oder der UW-BLAST
2.0-Algorithmus. Die Standardparametereinstellungen für UW-BLAST
2.0 werden auf der folgenden Internetseite beschrieben: blast.wustl.edu/blast/README.html#References.
Darüber
hinaus verwendet der BLAST-Algorithmus die BLOSUM64-Aminosäuren-Scoring-Matrix und optionale
Parameter, die verwendet werden können, sind wie folgt: (A) Einbeziehen
eines Filters zum Maskieren von Segmenten der Abfragesequenz, die
eine geringe Zusammensetzungskomplexität aufweisen (wie mit dem SEG-Programm
von Wootton & Federhen
(Computers and Chemistry, 1993) bestimmt; siehe auch J.C. Wootton
und S. Federhen, 1996, Analysis of compositionally biased regions
in sequence databases, Methods Enzymol. 266: 554-571), oder Segmenten,
die aus internalen Redundanzen mit kurzer Periodizität bestehen
(wie mit dem XNU-Programm von Claverie & States (Computers and Chemistry,
1993) bestimmt), und (B) einen statistisch signifikanten Schwellwert
zum Melden von Übereinstimmungen
im Vergleich zu Datenbasensequenzen oder E-Score (die erwartete
Wahrscheinlichkeit von Übereinstimmungen,
die lediglich durch Zufall gefunden werden, gemäß dem stochastischen Modell
von Karlin und Altschul (1990); wenn die statistische Signifikanz,
die einer Übereinstimmung
zugeschrieben wird, größer als
dieser E-Score-Schwellwert
ist, wird die Übereinstimmung
nicht gemeldet); bevorzugte E-Score-Schwellwerte sind 0,5 oder, in Reihenfolge
der zunehmenden Präferenz,
0,25, 0,1, 0,05, 0,01, 0,001, 0,0001, 1e-5, 1e-10, 1e-15, 1e-20,
1e-25, 1e-30, 1e-40, 1e-50, 1e-75 oder 1e-100.
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Die
vorliegende Erfindung stellt außerdem
lösliche
Formen von Claudinpolypeptiden der Erfindung bereit, die bestimmte
Fragmente oder Domänen
dieser Polypeptide umfassen, und insbesondere jene, die die extrazelluläre Domäne oder
ein oder mehrere Fragmente der extrazellulären Domäne umfassen. Lösliche Polypeptide
sind Polypeptide, die von den Zellen sezerniert werden können, in
denen sie exprimiert werden. In solchen Formen werden ein Teil oder
alle der intrazellulären
und Transmembrandomänen
des Polypeptids deletiert, so dass das Polypeptid vollständig von
der Zelle sezerniert wird, in der es exprimiert wird. Die intrazellulären und
Transmembrandomänen
von Polypeptiden der Erfindung können
gemäß bekannten
Techniken zur Bestimmung solcher Domänen aus Sequenzinformationen
identifiziert werden. Zu löslichen
Claudinpolypeptiden der Erfindung zählen auch jene Polypeptide,
die einen Teil der Transmembranregion enthalten, vorausgesetzt,
dass das lösliche
humane Claudin-21-Polypeptid aus einer Zelle sezerniert werden kann
und vorzugsweise die Aktivität
von humanem Claudin-21 beibehält.
Zu löslichen
Claudinpolypeptiden der Erfindung zählen weiterhin Oligomere oder
Fusionspolypeptide, die den extrazellulären Abschnitt mindestens eines
humanen Claudin-21-Polypeptids umfassen, und Fragmente eines beliebigen
dieser Polypeptide, die die Aktivität von humanem Claudin-21 aufweisen. Ein
sezerniertes lösliches
Polypeptid kann identifiziert werden (und von seinen unlöslichen
membrangebundenen Gegenstücken
unterschieden werden), indem intakte Zellen, die das gewünschte Polypeptid
exprimieren, aus dem Kulturmedium getrennt werden, z. B. mittels
Zentrifugierung, und das Medium (der Überstand) auf das Vorliegen
des gewünschten
Polypeptids geprüft
wird. Das Vorliegen des gewünschten
Polypeptids in dem Medium weist darauf hin, dass das Polypeptid
von den Zellen sezerniert wurde und folglich eine lösliche Form
des Polypeptids ist. Die Verwendung von löslichen Formen von Claudinpolypeptiden
der Erfindung ist für
viele Anwendungen vorteilhaft. Die Reinigung der Polypeptide aus
rekombinanten Wirtszellen wird vereinfacht, da die löslichen
Polypeptide von den Zellen sezerniert werden. Darüber hinaus
sind lösliche
Polypeptide im allgemeinen zur parenteralen Verabreichung und für viele
enzymatische Vorgänge
besser geeignet als membrangebundene Formen.
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In
einem anderen Gesichtspunkt der Erfindung umfassen bevorzugte Polypeptide
verschiedene Kombinationen von Domänen von humanem Claudin-21-Polypeptid,
wie die zytoplasmatische Schwanzdomäne und die extrazelluläre Loop-Domäne. Dementsprechend
zählen
zu Polypeptiden der vorliegenden Erfindung und Nukleinsäuren, die
diese kodieren, jene, die zwei oder mehr Kopien einer Domäne wie der
zytoplasmatischen Schwanzdomäne,
zwei oder mehr Kopien einer Domäne
wie der extrazellulären
Loop-Domäne
oder mindestens eine Kopie jeder Domäne umfassen oder kodieren,
und diese Domänen
können
in einer beliebigen Reihenfolge in solchen Polypeptiden präsentiert
werden.
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Weitere
Modifikationen der Peptid- oder DNA-Sequenzen können von Fachleuten unter Verwendung bekannter
Techniken vorgenommen werden. Zu Modifikationen von Interesse der
Polypeptidsequenzen können
die Veränderung,
Substitution, Ersetzung, Insertion oder Deletion einer ausgewählten Aminosäure zählen. Zum
Beispiel können
ein oder mehrere der Cysteinreste deletiert oder durch eine andere
Aminosäure
ersetzt werden, um die Konformation des Moleküls zu verändern, eine Veränderung,
die das Verhindern der Bildung inkorrekter intramolekularer Disulfidbrücken bei
der Faltung oder Renaturierung einschließen kann. Techniken für eine solche
Veränderung,
Substitution, Ersetzung, Insertion oder Deletion sind Fachleuten
wohl bekannt (siehe z. B.
US-Pat.
Nr. 4,518,584 ). Als ein anderes Beispiel können N-Glykosylierungsstellen
in der extrazellulären
Domäne
des Polypeptids derart modifiziert werden, dass sie die Glykosylierung
ausschließen,
was die Expression eines reduzierten Kohlenhydratanalogons in Säugetier-
und Hefeexpressionssystemen ermöglicht. N-Glykosylierungsstellen
in eukaryontischen Polypeptiden zeichnen sich durch ein Aminosäurentriplett, Asn-X-Y,
aus, wobei X eine beliebige Aminosäure mit Ausnahme von Pro ist
und Y Ser oder Thr ist. Geeignete Substitutionen, Additionen oder
Deletionen zu der Nuldeotidsequenz, die diese Tripletts kodiert,
werden in der Verhinderung der Anlagerung von Kohlenhydratresten
an die Asn-Seitenkette
resultieren. Die Veränderung
eines einzigen Nukleotids, das beispielsweise derart ausgewählt wird,
dass Asn durch eine andere Aminosäure ersetzt wird, reicht dazu
aus, eine N-Glykosylierungsstelle zu deaktivieren. Alternativ kann
das Ser oder Thr durch eine andere Aminosäure, wie Ala, ersetzt werden.
Zu bekannten Vorgehensweisen zum Deaktivieren von N-Glykosylierungsstellen
in Polypeptiden zählen
die in der
US-Patentschrift 5,071,972 und
der
EP 276,846 beschriebenen.
Zu weiteren Varianten innerhalb des Schutzumfangs der Erfindung
zählen
Polypeptide, die derart modifiziert werden können, dass sie Derivate davon
erzeugen, indem sie kovalente oder aggregative Konjugate mit anderen
chemischen Teilen, wie Glykosylgruppen, Lipiden, Phosphat, Acetylgruppen
und dergleichen bilden. Kovalente Derivate können hergestellt werden, indem
die chemischen Teile sich mit funktionellen Gruppen an Aminosäurenseitenketten
oder mit dem N-Terminus oder C-Terminus eines Polypeptids verbinden.
Konjugate, die Diagnostika (nachweisbar) oder Therapeutika umfassen,
die daran angelagert sind, werden hierin in Erwägung gezogen. Vorzugsweise
bewahrt eine solche Veränderung,
Substitution, Ersetzung, Insertion oder Deletion die gewünschte Aktivität des Polypeptids
oder eines substantiellen Äquivalents
davon. Ein Beispiel ist eine Variante, die mit im wesentlichen derselben
Bindungsaffinität
bindet, wie dies die native Form tut. Die Bindungsaffinität kann mittels
herkömmlicher
Vorgehensweisen gemessen werden, z. B. wie in der
US-Patentschrift Nr. 5,512,457 beschrieben
und wie hierin dargelegt.
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Zu
anderen Derivaten zählen
kovalente oder aggregative Konjugate der Polypeptide mit anderen
Polypeptiden oder Polypeptiden, wie mittels Synthese in rekombinanter
Kultur als N-terminale oder C-terminale Fusionen. Beispiele von
Fusionspolypeptiden werden im folgenden in Verbindung mit Oligomeren
erörtert.
Des weiteren können
Fusionspolypeptide Peptide umfassen, die hinzugefügt wurden,
um die Reinigung und Identifizierung zu erleichtern. Zu solchen
Peptiden zählen
beispielsweise Poly-His oder die antigenen Identifikationspeptide,
die in der
US-Patentschrift Nr.
5,011,912 und in Hopp et al., Bio/Technology 6:1204, 1988,
beschrieben werden. Ein solches Peptid ist das FLAG
®-Peptid,
das stark antigen ist und ein Epitop bereitstellt, das reversibel
durch einen spezifischen monoklonalen Antikörper gebunden ist, was einen
schnellen Assay und eine einfache Reinigung exprimierten rekombinanten
Polypeptids ermöglicht.
Ein murines Hybridom, das mit 4E11 bezeichnet wird, produziert einen
monoklonalen Antikörper,
der das FLAG
®-Peptid
in Gegenwart bestimmter zweiwertiger Metallkationen bindet, wie
in der
US-Patentschrift 5,011,912 beschrieben.
Die 4E11-Hybridomzelllinie wurde in der American Type Culture Collection
unter der Zugangsnr. HB 9259 hinterlegt. Monoklonale Antikörper, die
das FLAG
®-Peptid
binden, sind von Eastman Kodak Co., Scientific Imaging Systems Division,
New Haven, Connecticut, USA, erhältlich.
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Von
der Erfindung umfasst sind Oligomere oder Fusionspolypeptide, die
ein humanes Claudin-21-Polypeptid, ein oder mehrere Fragmente von
Claudinpolypeptiden der Erfindung oder ein beliebiges der Derivat- oder
Variantenformen von Claudinpolypeptiden der Erfindung enthalten.
In bestimmten Ausführungsformen umfassen
die Oligomere lösliche
Claudinpolypeptide der Erfindung. Oligomere können in der Form kovalent verbundener
oder nicht kovalent verbundener Multimere vorliegen, einschließlich Dimere,
Trimere oder höherer
Oligomere. In einem Gesichtspunkt der Erfindung bewahren die Oligomere
die Bindungsfähigkeit
der Polypeptidbestandteile und stellen somit zweiwertige, dreiwertige
usw. Bindungsstellen bereit. In einer alternativen Ausführungsform
ist die Erfindung auf Oligomere gerichtet, die mehrere Claudinpolypeptide
der Erfindung umfassen, die mittels kovalenter oder nicht kovalenter
Interaktionen zwischen Peptidteilen, die an die Polypeptide fusioniert
sind, verbunden sind, wobei solche Peptide die Eigenschaft zum Begünstigen
der Oligomerisierung aufweisen. Leucin-Zipper und bestimmte Polypeptide,
die von Antikörpern
abgeleitet wurden, zählen
zu den Peptiden, die die Oligomerisierung der daran angelagerten
Polypeptide begünstigen
können,
wie im folgenden ausführlicher
beschrieben.
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In
Ausführungsformen,
in denen Varianten der Claudinpolypeptide der Erfindung derart konstruiert sind,
dass sie eine Membran-umspannende Domäne enthalten, werden sie ein
Membranpolypeptid des Typs 1 bilden. Membran-umspannende Claudinpolypeptide
der Erfindung können
mit extrazellulären
Domänen
von Rezeptorpolypeptiden, für
die der Ligand bekannt ist, fusioniert werden. Solche Fusionspolypeptide
können dann
manipuliert werden, um die intrazellulären Signalstoffwechselwege
zu kontrollieren, die von dem Membran-umspannenden, humanen Claudin-21-Polypeptid
ausgelöst
werden. Claudinpolypeptide der Erfindung, die die Zellmembran umspannen,
können
ebenfalls mit Agonisten oder Antagonisten von Zelloberflächenrezeptoren
oder Zelladhäsionsmolekülen fusioniert
werden, um die intrazellulären
Effekte von humanem Claudin-21 weiter zu modulieren. In einem anderen
Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung können Interleukine zwischen
dem bevorzugten Fragment des humanen Claudin-21-Polypeptids und
anderen Fusionspolypeptiddomänen
angeordnet sein.
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Auf
Immunglobulin basierende Oligomere. Die Polypeptide der Erfindung
oder Fragmente davon können
zu vielen Zwecken, einschließlich
des Erhöhens
der Wertigkeit von Polypeptidbindungsstellen, an Moleküle wie Immunglobuline
fusioniert werden. Zum Beispiel können Fragmente eines humanen
Claudin-21-Polypeptids direkt oder über Linkersequenzen an den
Fc-Abschnitt eines Immunglobulins fusioniert werden. Bei einer zweiwertigen
Form des Polypeptids könnte
eine solche Fusion am Fc-Abschnitt eines IgG-Moleküls sein. Andere Immunglobulin-Isotypen
können
gleichfalls zum Erzeugen solcher Fusionen verwendet werden. Zum Beispiel
würde eine
Polypeptid-IgM-Fusion eine zehnwertige Form des Polypeptids der
Erfindung erzeugen. Der Ausdruck „Fc-Polypeptid", wie hierin verwendet,
beinhaltet native und Muteinformen von Polypeptiden, die sich aus
der Fc-Region eines Antikörpers,
der eine beliebige oder alle der CH-Domänen der Fc-Region umfasst,
zusammensetzen. Verkürzte
Formen solcher Polypeptide, die die Gelenkregion enthalten, die
Dimerisation begünstigt,
sind ebenfalls eingeschlossen. Bevorzugte Fc-Polypeptide umfassen ein Fc-Polypeptid,
das von einem humanen IgGI-Antikörper
abgeleitet ist. Als eine Alternative wird ein Oligomer unter Verwendung von
Polypeptiden, die von Immunglobulinen abgeleitet sind, hergestellt.
Die Herstellung von Fusionspolypeptiden, die bestimmte heterologe
Polypeptide umfassen, die an verschiedene Abschnitte von Antikörper abgeleiteten
Polypeptiden (einschließlich
der Fc-Domäne)
fusioniert sind, wurden beschrieben, z. B. von Ashkenazi et al.
(PNAS USA 88:10535, 1991); Bym et al. (Nature 344:677, 1990) und
Hollenbaugh und Aruffo („Construction
of Immunglobulin Fusion Polypeptides” in Current Protocols in Immunology,
Suppl. 4, Seiten 10.19.1-10.19.11, 1992). Verfahren zur Herstellung
und Verwendung von auf Immunglobulin basierenden Oligomeren sind
in der Technik wohl bekannt. Eine Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist auf ein Dimer gerichtet, das zwei Fusionspolypeptide
umfasst, die durch Fusionieren eines Polypeptids der Erfindung an
ein Fc-Polypeptid, das von einem Antikörper abgeleitet ist, erzeugt
werden. Eine Genfusion, die das Polypeptid/Fc-Fusionspolypeptid
kodiert, wird in einen adäquaten
Expressionsvektor inseriert. Polypeptid/Fc-Fusionspolypeptide werden in Wirtszellen
exprimiert, die mit dem rekombinanten Expressionsvektor transformiert
wurden, und es wird ihnen ermöglicht,
sich ziemlich wie Antikörpermoleküle zusammenzufügen, worauf
sich Disulfidbindungen in der Kette zwischen den Fc-Teilen bilden,
um zweiwertige Moleküle
zu ergeben. Ein geeignetes Fc Polypeptid, in der PCT-Anmeldung
WO 93/10151 beschrieben,
ist ein Einzelkettenpolypeptid, das sich von der N-terminalen Gelenkregion
zu dem nativen C-Terminus der Fc-Region eines humanen IgG1-Antikörpers erstreckt.
Ein weiteres geeignetes Fc-Polypeptid ist das Fc-Mutein, das in
der
US-Patentschrift 5,457,035 und
in Baum et al. (EMBO J. 13:3992-4001, 1994) beschrieben wird. Die
Aminosäuresequenz
dieses Muteins ist mit der der nativen Fc-Sequenz identisch, die
in
WO 93/10151 dargeboten
wird, mit der Ausnahme, dass die Aminosäure 19 von Leu in Ala geändert wurde,
die Aminosäure
20 von Leu in Glu geändert wurde
und die Aminosäure
22 von Gly in Ala geändert
wurde. Das Mutein weist eine verminderte Affinität für Fc-Rezeptoren auf. Die oben
beschriebenen Fusionspolypeptide, die Fc-Teile (und daraus gebildete
Oligomere) umfassen, bieten den Vorteil der einfachen Reinigung
mittels Affinitätschromatographie über Polypeptid-A- oder
Polypeptid-G-Säulen.
In anderen Ausführungsformen
können
die Polypeptide der Erfindung durch den variablen Abschnitt einer
schweren oder leichten Kette eines Antikörpers ersetzt werden. Wenn
Fusionspolypeptide mit sowohl der schweren als auch der leichten
Kette eines Antikörpers
hergestellt werden, ist es möglich,
ein Oligomer mit bis zu vier extrazellulären Regionen von humanem Claudin-21
zu bilden.
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Auf
Peptidlinker basierende Oligomere. Alternativ ist das Oligomer ein
Fusionspolypeptid, das mehrere Claudinpolypeptide der Erfindung
umfasst, mit oder ohne Peptidlinker (Spacer-Peptide). Zu den geeigneten Peptidlinkern
zählen
die in den
US-Patentschriften 4,751,180 und
4,935,233 beschriebenen.
Eine DNA-Sequenz, die einen gewünschten
Peptidlinker kodiert, kann zwischen den DNA-Sequenzen der Erfindung
und im selben Leseraster wie diese unter Anwendung einer beliebigen
geeigneten herkömmlichen
Technik inseriert werden. Zum Beispiel kann ein chemisch synthetisiertes
Oligonukleotid, das den Linker kodiert, zwischen den Sequenzen ligiert
werden. In bestimmten Ausführungsformen
umfasst ein Fusionspolypeptid von zwei bis vier lösliche Claudinpolypeptide
der Erfindung, die durch Ppeptidlinker getrennt sind. Geeignete
Peptidlinker, deren Kombination mit anderen Polypeptiden und deren
Verwendung sind Fachleuten wohl bekannt.
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Leucin-Zipper.
Ein anderes Verfahren zum Herstellen der Oligomere der Erfindung
beinhaltet die Verwendung eines Leucin-Zippers. Leucin-Zipper-Domänen sind
Peptide, die die Oligomerisierung der Polypeptide, in denen sie
vorgefunden werden, fördern.
Leucin-Zipper wurden
ursprünglich
in mehreren DNA-bindenden Polypeptiden identifiziert (Landschulz
et al., Science 240:1759, 1988) und wurden seitdem in einer Vielfalt unterschiedlicher
Polypeptide gefunden. Zu den bekannten Leucin-Zippern zählen natürlich vorkommende Peptide
und Derivate davon, die dimerisieren oder trimerisieren. Die Zipper-Domäne (hierin
auch als eine oligomerisierende oder Oligomere bildende Domäne bezeichnet)
umfasst eine repetitive Heptad-Wiederholung, oftmals mit vier oder
fünf Leucinresten,
die mit anderen Aminosäuren
durchsetzt sind. Die Verwendung von Leucin-Zippern und die Herstellung von Oligomeren
unter Verwendung von Leucin-Zippern sind in der Technik wohl bekannt.
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Andere
Fragmente und Derivate der Sequenzen von Polypeptiden, von denen
erwartet werden würde, dass
sie die Polypeptidaktivität
vollständig
oder zum Teil bewahren, und die folglich für ein Screening oder andere
immunologische Methoden geeignet sein können, können angesichts der Offenbarungen
hierin ebenfalls von Fachleuten vorgenommen werden. Man glaubt,
dass solche Modifikationen von der vorliegenden Erfindung umfasst
werden.
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Nukleinsäuren, die Claudinpolypeptide
der Erfindung kodieren
-
Von
der Erfindung umfasst sind Nukleinsäuren, die Claudinpolypeptide
der Erfindung kodieren. Diese Nukleinsäuren können in verschiedenerlei Art
und Weise identifiziert werden, einschließlich Isolierung von genomischen
oder cDNA-Molekülen
aus einer geeigneten Quelle. Nukleotidsequenzen, die den hierin
beschriebenen Aminosäuresequenzen
entsprechen, die als Sonden oder Primer zur Isolierung von Nukleinsäuren oder als
Abfragesequenzen für
Datenbanksuchen verwendet werden sollen, können durch „Rücktranslation" aus dem Aminosäuresequenzen
oder durch Identifizierung von Regionen von Aminosäureidentität mit Polypeptiden,
für die
die kodierende DNA-Sequenz
identifiziert wurde, erhalten werden. Die wohl bekannte Polymerase-Kettenreaktion
(PCR) kann zum Isolieren und Amplifizieren einer DNA-Sequenz, die
ein humanes Claudin-21-Polypeptid
oder eine gewünschte
Kombination von humanen Claudin-21-Polypeptid-Fragmenten kodiert, eingesetzt werden.
Oligonukleotide, die die gewünschten
Termini der Kombination von DNA-Fragmenten definieren, werden als
5'- und 3'-Primer eingesetzt.
Die Oligonukleotide können
darüber
hinaus Erkennungsstellen für
Restriktionsendonukleasen enthalten, um die Insertion der amplifizierten
Kombination von DNA-Fragmenten in einen Expressionsvektor zu erleichtern.
PCR-Techniken sind in Saiki et al., Science 239:487 (1988); Recombinant
DNA Methodology, Wu et al., Hrsg., Academic Press, Inc., San Diego
(1989), S. 189-196; und PCR Protocols: A Guide to Methods and Applications,
Inns et al., Hrsg., Academic Press, Inc. (1990), beschrieben.
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Nukleinsäuremoleküle der Erfindung
beinhalten DNA und RNA in sowohl einzelsträngiger als auch doppelsträngiger Form
sowie die entsprechenden komplementären Sequenzen. DNA beinhaltet
beispielsweise cDNA, genomische DNA, chemisch synthetisierte DNA,
mittels PCR amplifizierte DNA und Kombinationen davon. Die Nukleinsäuremoleküle der Erfindung
beinhalten vollständige
Gene oder cDNA-Moleküle
sowie eine Kombination von Fragmenten davon. Die Nukleinsäuren der
Erfindung stammen vorzugsweise aus menschlichen Quellen, die Erfindung
schließt
jedoch ebenso die von nicht menschlichen Spezies stammenden ein.
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„Eine isolierte
Nukleinsäure,
im wesentlichen bestehend aus einer Nukleotidsequenz" bedeutet, dass die
Nukleinsäure
zusätzlich
zu der Nukleotidsequenz zusätzliches
Material aufweisen kann, das kovalent an einem oder beiden Enden
des Nukleinsäuremoleküls verbunden
ist, wobei das zusätzliche
Material vorzugsweise zwischen 1 und 100.000 zusätzliche Nukleotide, die kovalent
an einem Ende, jedem Ende oder beiden Enden des Nukleinsäuremoleküls verbunden
ist, und mehr bevorzugt zwischen 1 und 10.000 zusätzliche
Nukleotide, die kovalent an einem Ende, jedem Ende oder beiden Enden
des Nukleinsäuremoleküls verbunden ist,
und am meisten bevorzugt zwischen 10 und 1000 zusätzliche
Nukleotide, die kovalent an einem Ende, jedem Ende oder beiden Enden
des Nukleinsäuremoleküls verbunden
ist, ist. Eine isolierte Nukleinsäure, im wesentlichen bestehend
aus einer Nukleotidsequenz, kann ein Expressionsvektor oder ein
anderes Konstrukt, das die Nukleotidsequenz umfasst, sein.
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Eine „isolierte
Nukleinsäure" ist eine Nukleinsäure, die
von angrenzenden genetischen Sequenzen getrennt wurde, die im Genom
des Organismus vorliegen, aus dem die Nukleinsäure isoliert wurde, im Fall
von Nukleinsäuren
aus natürlich
vorkommenden Quellen isoliert wurde. Im Fall von Nukleinsäuren, die
enzymatisch aus einer Matrize oder chemisch synthetisiert werden,
wie beispielsweise PCR-Produkte, cDNA-Moleküle oder Oligonukleotide, wird
verstanden, dass die aus solchen Verfahren resultierenden Nukleinsäuren isolierte Nukleinsäuren sind.
Ein isoliertes Nukleinsäuremolekül bezieht
sich auf ein Nukleinsäuremolekül in der
Form eines separaten Fragments oder als ein Bestandteil eines größeren Nukleinsäurekonstrukts.
In einer bevorzugten Ausführungsform
betrifft die Erfindung bestimmte isolierte Nukleinsäuren, die
im wesentlichen von kontaminierendem endogenem Material frei sind.
Das Nukleinsäuremolekül wurde
vorzugsweise von DNA oder RNA abgeleitet, die mindestens einmal
in im wesentlichen reiner Form und in einer Menge oder Konzentration isoliert
wurde, die die Identifizierung, die Manipulation und das Gewinnen
ihrer Bestandteilsnukleotidsequenzen mittels biochemischer Standardverfahren
ermöglicht
(wie in Sambrook et al., Molecular Cloning: A Laboratory Manual,
2. Ausg., Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor, NY
(1989), umrissen). Solche Sequenzen werden vorzugsweise in der Form
eines offenen Leserasters bereitgestellt und/oder konstruiert, das nicht
von internen untranslatierten Sequenzen oder Introns unterbrochen
wird, die in der Regel in eukaryontischen Genen vorliegen. Sequenzen
untranslatierter DNA können
5' oder 3' von einem offenen
Leseraster vorliegen, wo diese die Manipulation oder Expression
der kodierenden Region nicht stören.
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Die
vorliegende Erfindung beinhaltet außerdem Nukleinsäuren, die
unter moderat stringenten Bedingungen und mehr bevorzugt hoch stringenten
Bedingungen an Nukleinsäuren
hybridisieren, die hierin beschriebene Claudinpolypeptide der Erfindung
kodieren. Die grundlegenden Parameter, die die Wahl der Hybridisierungsbedingungen
beeinflussen, und die Anleitung zum Festlegen geeigneter Bedingungen
werden von J. Sambrook, E.F. Fritsch und T. Maniatis (1989, Molecular
Cloning: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory Press,
Cold Spring Harbor, N.Y., Kapitel 9 und 11; und Current Protocols
in Molecular Biology, 1995, F.M. Ausubel et al., Hrsg., John Wiley & Sons, Inc., Abschnitte
2.10 und 6.3-6.4) ausgeführt
und können
von Durchschnittsfachleuten auf Grundlage beispielsweise der Länge und/oder
der Basenzusammensetzung der DNA leicht ermittelt werden. Eine Methode
zum Erzielen moderat stringenter Bedingungen beinhaltet die Verwendung
einer Vorwaschlösung,
die 5 × SSC,
0,5% SDS, 1,0 mM EDTA (pH 8,0) enthält, eines Hybridisierungspuffers
aus etwa 50% Formamid, 6 × SSC,
und eine Hybridisierungstemperatur von etwa 55 Grad Celsius (oder
anderen ähnlichen
Hybridisierungslösungen,
wie einer, die etwa 50% Formamid enthält, mit einer Hybridisierungstemperatur
von etwa 42 Grad Celsius) und Waschbedingungen von etwa 60 Grad
Celsius in 0,5 × SSC,
0,1% SDS. Im Allgemeinen sind hoch stringente Bedingungen als Hybridisierungsbedingungen
wie oben definiert, jedoch mit einem Waschen bei ungefähr 68 Grad
Celsius, 0,2 × SSC,
0,1% SDS. SSC (1 × SSC ist
0,15 M NaCl und 15 mM Natriumcitrat) kann in den Hybridisierungs-
und Waschpuffern durch SSPE (1 × SSPE
ist 0,15 M NaCl, 10 mM NaH2PO4 und
1,25 mM EDTA, pH 7,4) ersetzt werden; die Waschvorgänge werden
für 15
Minuten durchgeführt,
bis die Hybridisierung abgeschlossen ist. Es sollte verstanden werden,
dass die Waschtemperatur und die Waschsalzkonzentration nach Bedarf
derart angepaßt
werden können,
dass ein gewünschtes
Ausmaß an
Stringenz erzielt wird, indem die Grundsätze angewendet werden, die
die Hybridisierungsreaktionen und Duplexstabilität bestimmen, wie bekannt ist
und weiter unten beschrieben wird (siehe z. B. Sambrook et al.,
1989). Wenn eine Nukleinsäure
an eine Zielnukleinsäure
mit unbekannter Sequenz hybridisiert wird, wird von der Hybridlänge angenommen,
dass sie der der hybridisierenden Nukleinsäure entspricht. Wenn Nukleinsäuren mit
bekannter Sequenz hybridisiert werden, kann die Hybridlänge durch
Alignment der Sequenzen der Nukleinsäuren und Identifizieren der
Region oder der Regionen mit optimaler Sequenzkomplementarität ermittelt
werden. Die Hybridisierungstemperatur für Hybride, von denen erwartet
wird, dass sie weniger als 50 Basenpaare lang sind, sollte 5 bis
10 Grad Celsius niedriger als die Schmelztemperatur (Tm) des Hybrids
sein, wobei Tm entsprechend der folgenden Gleichungen bestimmt wird.
Für Hybride,
die weniger als 18 Basenpaare lang sind, Tm (Grad Celsius) = 2 (Anz.
von A- + T-Basen) + 4 (Anz. von G- und C-Basen). Für Hybride,
die mehr als 18 Basenpaare lang sind, Tm (Grad Celsius) = 81,5 +
16,6 (log10[Na+])
+ 0,41 (% G + C) – (600/N),
wobei N die Anzahl der Basen im Hybrid ist und [Na+]
die Konzentration von Natriumionen im Hybridisierungspuffer ist
([Na+] für
1 × SSC
= 0,165 M). Vorzugsweise weist jede derartige hybridisierende Nukleinsäure eine
Länge auf,
die mindestens 15, 18, 20, 25, 30, 40 oder mehr bevorzugt 50 Nukleotide
oder mindestens 25% (mehr bevorzugt mindestens 50% oder mindestens
60% oder mindestens 70% und am meisten bevorzugt mindestens 80%)
der Länge
der Nukleinsäure
der vorliegenden Erfindung, an die sie hybridisiert, ausmacht und
mindestens 60% Sequenzidentität
(mehr bevorzugt mindestens 70%, mindestens 75%, mindestens 80%,
mindestens 85%, mindestens 90%, mindestens 95%, mindestens 97,5%
oder mindestens 99% und am meisten bevorzugt mindestens 99,5%) mit
der Nukleinsäure
der vorliegenden Erfindung, an die sie hybridisiert, aufweist, wobei
die Sequenzidentität
durch Vergleichen der Sequenzen der hybridisierenden Nukleinsäuren mittels
Alignment bestimmt wird, um die Überlappung
und Identität
zu maximieren, während
die Sequenzlücken
minimiert werden, wie oben ausführlicher
beschrieben.
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Die
vorliegende Erfindung stellt außerdem
Gene bereit, die den hierin offenbarten Nukleinsäuresequenzen entsprechen. „Entsprechende
Gene" sind die Regionen
des Genoms, die transkribiert werden, um die mRNAs zu produzieren,
aus denen cDNA-Nukleinsäuresequenzen
abgeleitet werden, und können
aufeinanderfolgende Regionen des Genoms beinhalten, die für die regulierte
Expression solcher Gene erforderlich sind. Entsprechende Gene können folglich
kodierende Sequenzen, 5'-
und 3'-untranslatierte
Regionen, alternativ gespleißte
Exons, Introns, Promotoren, Enhancer und Silencer- oder Suppressorelemente
beinhalten, sind jedoch nicht darauf beschränkt. Die entsprechenden Gene
können
gemäß bekannten
Verfahren unter Verwendung der hierin offenbarten Sequenzinformationen
isoliert werden. Solche Verfahren beinhalten die Herstellung von
Sonden oder Primer aus den offenbarten Sequenzinformationen zur
Identifizierung und/oder Amplifikation von Genen in adäquaten genomischen
Bibliotheken oder anderen Quellen genomischer Materialien. Ein „isoliertes
Gen" ist ein Gen,
das von den angrenzenden kodierenden Sequenzen, falls vorhanden, die
in dem Genom des Organismus vorliegen, aus dem das Gen isoliert
wurde, getrennt wurde.
-
Verfahren zum Herstellen und
Reinigen von Claudinpolypeptiden der Erfindung
-
Verfahren
zum Herstellen von Claudinpolypeptiden der Erfindung sind im Folgenden
beschrieben. Die Expression, Isolierung und Reinigung der Polypeptide
und Fragmente der Erfindung können
mittels einer beliebigen geeigneten Technik erzielt werden, einschließlich, jedoch
nicht darauf beschränkt,
der folgenden Verfahren.
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Die
isolierte Nukleinsäure
der Erfindung kann operativ mit einer Expressionskontrollsequenz
verknüpft werden,
wie den pMT2- oder pED-Expressionsvektoren,
die in Kaufman et al., Nucleic Acids Res. 19, 4485-4490 (1991);
und Pouwels et al., Cloning Vectors: A Laboratory Manual, Elsevier,
New York (1985), offenbart sind, um das Polypeptid rekombinant zu
produzieren. Viele geeignete Expressionskontrollsequenzen sind in
der Technik bekannt. Allgemeine Verfahren zum Exprimieren rekombinanter
Polypeptide sind ebenfalls bekannt und sind in R. Kaufman, Methods
in Enzymology 185, 537-566 (1990), beispielhaft dargelegt. Wie hierin
verwendet, bedeutet „operativ
verknüpft", dass die Nukleinsäure der
Erfindung und eine Expressionskontrollsequenz derart in einem Konstrukt,
einem Vektor oder einer Zelle angeordnet sind, dass das Polypeptid,
das von der Nukleinsäure
kodiert wird, exprimiert wird, wenn adäquate Moleküle (wie Polymerasen) vorliegen.
Als eine Ausführungsform
der Erfindung ist mindestens eine Expressionskontrollsequenz mit
der Nukleinsäure
der Erfindung in einer rekombinanten Wirtszelle oder einem Nachkommen
davon operativ verknüpft, wobei
die Nukleinsäure
und/oder die Expressionskontrollsequenz beispielsweise mittels Transformation
oder Transfektion oder mittels eines beliebigen anderen geeigneten
Verfahrens in die Wirtszelle eingeführt wurde. Als eine andere
Ausführungsform
der Erfindung ist mindestens eine Expressionskontrollsequenz derart
in das Genom einer rekombinanten Wirtszelle integriert, dass sie
operativ mit einer Nukleinsäuresequenz
verknüpft ist,
die ein Polypeptid der Erfindung kodiert. In einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist mindestens eine Expressionskontrollsequenz durch
die Aktion eines transagierenden Faktors, wie eines Transkriptionsfaktors,
entweder in vitro oder in einer rekombinanten Wirtszelle, operativ
mit einer Nukleinsäure
der Erfindung verknüpft.
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Darüber hinaus
kann eine Sequenz, die ein entsprechendes Signalpeptid (nativ oder
heterolog) kodiert, in Expressionsvektoren eingebunden werden. Die
Wahl des Signalpeptids oder Leaders kann von Faktoren wie der Art
der Wirtszellen, in denen das rekombinante Polypeptid produziert
werden soll, abhängen.
Um dies zu veranschaulichen, zählen
zu Beispielen heterologer Signalpeptide, die in Wirtszellen eines
Säugetiers funktionell
sind, die Signalsequenz für
Interleukin-7 (IL-7), die in der
US-Patentschrift
4,965,195 beschrieben ist; die Signalsequenz für Interleukin-2-Rezeptor,
die in Cosman et al., Nature 312:768 (1984), beschrieben ist; das
Interleukin-4-Rezeptor-Signalpeptid, das in
EP 367,566 beschrieben ist; das Typ-I-Interleukin-1-Rezeptor-Signalpeptid,
das in der
US-Patentschrift 4,968,607 beschrieben
ist; und das Typ-II-Interleukin-1-Rezeptor-Signalpeptid, das in
EP 460,846 beschrieben ist.
Eine DNA-Sequenz für
ein Signalpeptid (sekretorischer Leader) kann im Raster mit der
Nukleinsäuresequenz
der Erfindung fusioniert werden, so dass die DNA zunächst transkribiert
und die mRNA translatiert wird, in ein Fusionspolypeptid, das das
Signalpeptid umfasst. Ein Signalpeptid, das in den beabsichtigten
Wirtszellen funktionell ist, fördert
die extrazelluläre
Sekretion des Polypeptids. Das Signalpeptid wird bei Sekretion von
Polypeptid aus der Zelle von dem Polypeptid abgespalten. Der gelernte
Fachmann wird auch erkennen, dass die Position bzw. die Positionen,
an der bzw. denen das Signalpeptid abgespalten wird, sich von der
bzw. denen unterscheiden kann bzw. können, die von einem Computerprogramm
vorhergesagt wurde bzw. wurden, und kann bzw. können entsprechend solcher Faktoren
wie der Art der Wirtszellen, die beim Exprimieren eines rekombinanten
Polypeptids eingesetzt werden, variieren. Eine Herstellung eines
Polypeptids kann eine Mischung von Polypeptidmolekülen mit
unterschiedlichen N-terminalen Aminosäuren beinhalten, die aus der
Spaltung des Signalpeptids an mehr als einer Stelle resultieren.
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Etablierte
Verfahren zum Einführen
von DNA in Säugetierzellen
wurden beschrieben (R.J. Kaufman, Large Scale Mammalian Cell Culture,
1990, S. 15-69). Weitere Protokolle, die im Handel erhältliche
Reagenzien verwenden, wie Lipofectamine-Lipidreagenz (Gibco BRL) oder Lipofectamine-Plus-Lipidreagenz,
können zum
Transfizieren von Zellen verwendet werden (Felgner et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 84:7413-7417, 1987). Darüber hinaus kann Elektroporation
zum Transfizieren von Säugetierzellen
unter Anwendung herkömmlicher
Vorgehensweisen verwendet werden, wie denen in Sambrook et al. (Molecular
Cloning: A Laboratory Manual, 2. Ausg., Bd. 1-3, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, 1989). Die Auswahl stabiler Transformanten kann
unter Anwendung von in der Technik bekannter Verfahren vorgenommen
werden, wie beispielsweise Resistenz gegenüber zytotoxischen Arzneimitteln.
Kaufman et al., Meth. In Enzymology 185:487-511, 1990, beschreiben
mehrere Auswahlschemata, wie Dihydrofolatreduktase-Resistenz (DHFR-Resistenz). Ein geeigneter
Stamm zur DHFR-Auswahl kann der CHO-Stamm DX-B11 sein, dem es an
DHFR mangelt (Urlaub und Chasin, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 77:4216-4220,
1980). Ein Plasmid, das die DHFR-cDNA exprimiert, kann in den Stamm
DX-B11 eingeführt
werden, und nur Zellen, die das Plasmid enthalten, können in
den entsprechenden Selektivmedien wachsen. Zu anderen Beispielen
selektierbarer Marker, die in einen Expressionsvektor eingebunden
werden können,
zählen
cDNAs, die Resistenz gegenüber
Antibiotika verleihen, wie G418 und Hygromycin B. Zellen, die den
Vektor beherbergen, können
auf Grundlage der Resistenz gegenüber diesen Verbindungen ausgewählt werden.
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Alternativ
können
Genprodukte über
homologe Rekombinations- oder „Gen-Targeting"-Techniken erhalten
werden. Solche Techniken setzen die Einführung exogener Transkriptionskontrollelemente
(wie des CMV-Promotors oder dergleichen) in eine bestimmte vorherbestimmte
Stelle an dem Genom ein, um die Expression der endogenen Nukleinsäuresequenz
von Interesse zu induzieren. Die Position der Integration in ein Wirtschromosom
oder -genom kann von einem Fachmann angesichts der bekannten Position
und Sequenz des Gens einfach ermittelt werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform erwägt die vorliegende
Erfindung auch die Einführung
exogener Transkriptionskontrollsequenzen in Verbindung mit einem
amplifizierbaren Gen, um erhöhte
Mengen des Genprodukts zu produzieren, wiederum ohne Erfordernis
einer Isolierung der Gensequenz selbst aus der Wirtszelle. Die Ausübung von
homologer Rekombination oder Gen-Targeting wird von Schimke et al., „Amplification
of Genes in Somatic Mammalian cells", Methods in Enzymology 151:85-104 (1987),
sowie von Capecchi et al., „The
New Mouse Genetics: Altering the Genome by Gene Targeting", TIG 5:70-76 (1989),
erläutert.
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Eine
Reihe von Arten von Zellen kann als geeignete Wirtszellen zur Expression
des Polypeptids fungieren. Zu Wirtszellen eines Säugetiers
zählen
beispielsweise die COS-7-Linie
von Affennierenzellen (ATCC CRL 1651) (Gluzman et al., Cell 23:175,
1981), L-Zellen,
C127-Zellen, 3T3-Zellen (ATCC CCL 163), CHO-Zellen (CHO = chinese
hamster ovary, Ovar des chinesischen Hamsters), HeLa-Zellen, BHK-Zelllinien
(ATCC CRL 10), die CV1/EBNA-Zelllinie, die von der Zelllinie CV1
von Nierenzellen der afrikanischen grünen Meerkatze abgeleitet sind
(ATCC CCL 70), wie von McMahan et al. (EMBO J. 10: 2821, 1991) beschrieben, menschliche
293-Nierenzellen, menschliche A431-Epidermiszellen, menschliche
Colo205-Zellen, andere transformierte Zelllinien von Primaten, normale
diploide Zellen, Zellstämme,
die von einer in-vitro-Kultur primären Gewebes abgeleitet sind,
primäre
Explantate, HL-60, U937, HaK- oder Jurkat-Zellen. Alternativ kann
es möglich
sein, das Polypeptid in niederen Eukaryonten wie Hefe oder in Prokaryonten
wie Bakterien zu produzieren. Zu potentiell geeigneten Hefestämmen zählen Saccharomyces
cerevisiae, Schizosaccharomyces pombe, Klyveromyces-Stämme, Candida
oder ein beliebiger Hefestamm, der heterologe Polypeptide exprimieren
kann. Zu potentiell geeigneten Bakterienstämmen zählen Escherichia coli, Bacillus
subtilis, Salmonella typhimurium oder ein beliebiger Bakterienstamm,
der heterologe Polypeptide exprimieren kann. Wenn das Polypeptid
in Hefe oder Bakterien hergestellt wird, kann es erforderlich sein,
das darin produzierte Polypeptid zu modifizieren, beispielsweise
mittels Phosphorylierung oder Glykosylierung der entsprechenden
Stellen, um das funktionelle Polypeptid zu erhalten. Solche kovalenten
Anlagerungen können
unter Anwendung bekannter chemischer oder enzymatischer Verfahren
erzielt werden. Das Polypeptid kann auch produziert werden, indem die
isolierte Nukleinsäure
der Erfindung mit geeigneten Kontrollsequenzen in einem oder mehreren
Expressionsvektoren von Insekten operativ verknüpft und ein Insektenexpressionssystem
eingesetzt wird. Materialien und Verfahren für Baculovirus /Insektenzellexpressionssystemen
sind in Kitform von Z. B. Invitrogen, San Diego, Kalif., USA (das
MaxBac®-Kit),
im Handel erhältlich
und solche Verfahren sind in der Technik wohl bekannt, wie in Summers
und Smith, Texas Agricultural Experiment Station Bulletin Nr. 1555
(1987), und Luckow und Summers, Bio/Technology 6:47 (1988), beschrieben.
Wie hierin verwendet, ist eine Insektenzelle, die eine Nukleinsäure der
vorliegenden Erfindung exprimieren kann, „transformiert". Zellfreie Translationssysteme
könnten
auch eingesetzt werden, um Polypeptide unter Verwendung von RNAs,
die von hierin offenbarten Nukleinsäurekonstrukten abgeleitet sind,
zu produzieren. Eine Wirtszelle, die eine isolierte Nukleinsäure der
Erfindung umfasst, vorzugsweise mit mindestens einer Expressionskontrollsequenz
operativ verknüpft
ist, ist eine „rekombinante
Wirtszelle".
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Das
Polypeptid der Erfindung kann hergestellt werden, indem transformierte
Wirtszellen unter Kulturbedingungen kultiviert werden, die dazu
geeignet sind, das rekombinante Polypeptid zu exprimieren. Das resultierende
exprimierte Polypeptid kann dann aus einer solchen Kultur (d. h.
aus Kulturmedium oder Zellextrakten) unter Anwendung bekannter Reinigungsverfahren,
wie Gelfiltration und Ionenaustauschchromatographie, gereinigt werden.
Die Reinigung des Polypeptids kann auch eine Affinitätssäule beinhalten,
die Agenzien enthält,
die an das Polypeptid binden werden; einen oder mehrere Säulenschritte über derartige
Affinitätsharze wie
Concanavalin A/Agarose, Heparin/Toyopearl® oder
Cibacrom blue 3GA Sepharose®; einen oder mehrere Schritte,
die hydrophobe Interaktionschromatographie unter Verwendung solcher
Harze wie Phenylether, Butylether oder Propylether beinhalten, oder
Immunaffinitätschromatographie.
Alternativ kann das Polypeptid der Erfindung auch in einer Form
exprimiert werden, die die Reinigung erleichtern wird. Zum Beispiel
kann es als ein Fusionspolypeptid exprimiert werden, wie die von
Maltose bindendem Polypeptid (MBP), Glutathion-S-Transferase (GST)
oder Thioredoxin (TRX). Kits zur Expression und Reinigung solcher
Fusionspolypeptide sind von New England BioLab (Beverly, Mass.,
USA), Pharmacia (Piscataway, NJ., USA) bzw. InVitrogen erhältlich.
Das Polypeptid kann auch mit einem Epitop markiert und anschließend unter
Verwendung eines spezifischen Antikörpers, der auf ein solches
Epitop gerichtet ist, gereinigt werden. Ein solches Epitop („Flag") ist von Kodak (New
Haven, Conn., USA) im Handel erhältlich.
Schließlich
können
ein oder mehrere Schritte der Umkehrphasen-Hochdruckflüssigkeitschromatographie (reverse-phase
high performance liquid chromatography, RP-HPLC), die hydrophobe
RP-HPLC-Medien einsetzen, z. B. Kieselgel mit seitenständigen Methyl- oder
anderen aliphatischen Gruppen, zum weiteren Reinigen des Polypeptids
eingesetzt werden. Einige oder alle der vorstehenden Reinigungsschritte
können
auch in verschiedenen Kombinationen zum Bereitstellen eins im wesentlichen
homogen isolierten rekombinanten Polypeptids eingesetzt werden.
Das so gereinigte Polypeptid ist im wesentlichen frei von anderen
Polypeptiden eines Säugetiers
und wird gemäß der vorliegenden Erfindung
als ein „isoliertes
Polypeptid" definiert;
zu solchen isolierten Polypeptide der Erfindung zählen isolierte
Antikörper,
die an Claudinpolypeptide der Erfindung, Fragmente, Varianten, Bindungspartner
usw. binden. Das Polypeptid der Erfindung kann auch als ein Produkt
transgener Tiere exprimiert werden, z. B. als ein Bestandteil der
Milch transgener Kühe,
Ziegen, Schweine oder Schafe, die sich durch Soma- oder Keimzellen auszeichnen,
die eine Nukleotidsequenz enthalten, die das Polypeptid kodiert.
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Es
ist auch möglich,
eine Affinitätssäule zu nutzen,
die ein polypeptidbindendes Polypeptid der Erfindung umfasst, wie
einen monoklonalen Antikörper,
der gegen Polypeptide der Erfindung erzeugt wird, um exprimierte
Polypeptide einer Affinitätsreinigung
zu unterziehen. Diese Polypeptide können aus einer Affinitätssäule unter
Anwendung herkömmlicher
Techniken, z. B. in einem Elutionspuffer mit hoher Salzkonzentration, entfernt
werden und dann in einen Puffer mit niedrigerer Salzkonzentration
zur Verwendung dialysiert werden, oder durch Ändern des pH-Werts oder anderer
Bestandteile in Abhängigkeit
von der genutzten Affinitätsmatrix, oder
unter Verwendung des natürlich
vorkommenden Substrats des Affinitätsteils, wie eines von der
Erfindung abgeleiteten Polypeptids, kompetitiv entfernt werden.
In diesem Gesichtspunkt der Erfindung können polypeptidbindende Polypeptide,
wie die Anti-Polypeptid-Antikörper
der Erfindung, oder andere Polypeptide, die mit dem Polypeptid der
Erfindung interagieren können,
an einen Festphasenträger,
wie einer Säulenchromatographiematrix
oder einem ähnlichen
Substrat, das zum Identifizieren, Trennen oder Reinigen von Zellen,
die Polypeptide der Erfindung auf ihrer Oberfläche exprimieren, geeignet sind,
gebunden werden. Die Anlagerung von polypeptidbindenden Polypeptiden
der Erfindung an eine Festphasenkontaktoberfläche kann mit einem beliebigen
Mittel erzielt werden, zum Beispiel können magnetische Mikrosphären mit
diesen polypeptidbindenden Polypeptiden beschichtet und durch ein
Magnetfeld in dem Inkubationsgefäß gehalten
werden. Suspensionen von Zellmischungen werden mit der Festphase
in Kontakt gebracht, auf der sich solche polypeptidbindenden Polypeptide befinden.
Zellen, die Polypeptide der Erfindung auf ihrer Oberfläche aufweisen,
binden an das fixierte polypeptidbindende Polypeptid und ungebundene
Zellen werden dann weggespült.
Dieses Affinitätsbindungsverfahren
ist zum Reinigen, Screenen oder Trennen solcher Polypeptide exprimierenden
Zellen aus Lösung
geeignet. Verfahren zum Freisetzen positiv selektierter Zellen aus
der Festphase sind in der Technik bekannt und umfassen beispielsweise
die Verwendung von Enzymen. Solche Enzyme sind vorzugsweise nicht
toxisch und nicht schädlich
für die
Zellen und werden vorzugsweise auf das Spalten der Zelloberflächenbindungspartner
gerichtet. Alternativ können
Mischungen von Zellen, von denen vermutet wird, dass sie Polypeptide
exprimierende Zellen der Erfindung enthalten, zunächst mit
einem biotinylierten, polypeptidbindenden Polypeptid der Erfindung
inkubiert werden. Die Inkubationszeiträume sind in der Regel über eine
Dauer von mindestens einer Stunde, um eine ausreichende Bindung
an Polypeptide der Erfindung sicherzustellen. Die resultierende
Mischung wird dann durch eine Säule
geleitet, die mit mit Avidin beschichteten Kügelchen gepackt ist, wobei
die hohe Affinität
von Biotin für
Avidin für
die Bindung der polypeptidbindenden Zellen an die Kügelchen
sorgt. Die Verwendung von mit Avidin beschichteten Kügelchen
ist in der Technik bekannt. Siehe Berenson et al., J. Cell. Biochem.,
10D:239 (1986). Das Auswaschen von ungebundenem Material und das Freisetzen
der gebundenen Zellen werden unter Anwendung herkömmlicher
Verfahren durchgeführt.
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Das
Polypeptid kann auch mittels bekannter herkömmlicher chemischer Synthese
produziert werden. Verfahren zum Konstruieren der Polypeptide der
vorliegenden Erfindung durch Synthesemittel sind Fachleuten bekannt.
Die synthetisch konstruierten Polypeptidsequenzen können aufgrund
dessen, dass sie mit Polypeptiden primäre, sekundäre oder tertiäre Struktur-
und/oder Konformationscharakteristika gemein haben, über mit
diesen gemeine biologische Eigenschaften verfügen, einschließlich Polypeptid-Aktivität. Folglich
können sie
als biologisch aktive oder immunologische Substitute für natürliche,
gereinigte Polypeptide beim Screenen auf therapeutische Verbindungen
und in immunologischen Verfahren zur Entwicklung von Antikörpern eingesetzt
werden.
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Der
gewünschte
Reinheitsgrad hängt
von der beabsichtigten Verwendung des Polypeptids ab. Ein verhältnismäßig hoher
Reinheitsgrad ist erwünscht,
wenn das Polypeptid beispielsweise in vivo verabreicht werden soll.
In einem solchen Fall werden die Polypeptide derart gereinigt, dass
bei einer Analyse mittels SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese (SDS- PAGE) keine Polypeptid-Banden,
die anderen Polypeptiden entsprechen, nachweisbar sind. Ein Fachmann
der einschlägigen
Technik wird erkennen, dass mehrere Banden, die dem Polypeptid entsprechen,
mittels SDS-PAGE aufgrund anderer Glykosylierung, anderer posttranslationaler
Verarbeitung und dergleichen sichtbar gemacht werden können. Am
meisten bevorzugt wird das Polypeptid der Erfindung zur substantiellen
Homogenität
gereinigt, wie durch eine einzige Polypeptid-Bande bei Analyse mittels
SDS-PAGE angezeigt. Die Polypeptid-Bande kann mittels Silberfärbung, Coomassie-Blau-Färbung oder (wenn
das Polypeptid radioaktiv markiert ist) mittels Autoradiographie
sichtbar gemacht werden.
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Antagonisten und Agonisten
von Claudinpolypeptiden der Erfindung
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Ein
beliebiges Verfahren, das Claudinpolypeptide der Erfindung neutralisiert
oder die Expression des humanen Claudin-21-Gens (entweder Transkription
oder Translation) hemmt, kann zum Verringern der biologischen Aktivitäten von
Claudinpolypeptiden der Erfindung verwendet werden. In bestimmten
Ausführungsformen
hemmen Antagonisten die Bindung mindestens eines humanen Claudin-21-Polypeptids
an Bindungspartner, die auf Zellen exprimiert werden, wodurch die
biologischen Aktivitäten,
die von der Bindung jener Claudinpolypeptide der Erfindung an die
Zellen induziert werden, gehemmt werden. In bestimmten anderen Ausführungsformen
der Erfindung können
Antagonisten dazu entworfen werden, das Ausmaß der Expression endogenen
humanen Claudin-21-Gens zu verringern, z. B. unter Verwendung wohl
bekannter Antisense- oder Ribozym-Ansätze, um die Translation von
mRNA-Transkripten von humanem Claudin-21 zu hemmen oder zu verhindern;
Tripelhelix-Ansätze,
um die Transkription des humanen Claudin-21-Gens zu hemmen; oder
targetierter homologer Rekombination, um das humane Claudin-21-Gen
oder seine endogenen Promotoren oder Enhancer-Elemente zu deaktivieren
oder „auszuknocken" („Knock-out"). Solche Antisense-,
Ribozym- und Triple-Helix-Antagonisten (Tripelhelix-Antagonisten) können dazu
entworfen werden, die Aktivität
von entweder unbeeinträchtigtem
oder, falls zutreffend, mutiertem humanem Claudin-21-Gen zu verringern
oder zu hemmen. Techniken zur Produktion und Verwendung solcher
Moleküle
sind Fachleuten wohl bekannt.
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Antisense-RNA-
und -DNA-Moleküle
wirken dahingehend, die Translation von mRNA zu blockieren, indem
sie an targetierte mRNA hybridisieren und die Polypeptidtranslation
verhindern. Antisense-Ansätze
beinhalten das Design von Oligonukleotiden (entweder DNA oder RNA),
die zu einer mRNA von humanem Claudin-21 komplementär sind.
Die Antisense-Oligonukleotide werden an die komplementären Zielgen-mRNA-Transkripte
binden und die Translation verhindern. Eine absolute Komplementarität, obgleich
bevorzugt, ist nicht erforderlich. Eine Sequenz, die zu einem Abschnitt
einer Nukleinsäure „komplementär" ist, wie hierin
erwähnt,
steht für
eine Sequenz mit ausreichender Komplementarität, um mit der Nukleinsäure hybridisieren
zu können,
wodurch ein stabiler Duplex (oder Triplex, wie jeweils anwendbar)
gebildet wird. Im Fall von doppelsträngigen Antisense-Nukleinsäuren kann
somit ein einziger Strang der Duplex-DNA getestet werden oder es
kann die Triplexbildung geprüft
werden. Die Fähigkeit
zum Hybridisieren wird von sowohl dem Komplementaritätsgrad als
auch der Länge
der Antisense-Nukleinsäure
abhängen.
Oligonukleotide, die zu dem 5'-Ende
der Message komplementär
sind, z. B. der 5'-untranslatierten
Sequenz bis zu und einschließlich des
AUG-Initiationscodons,
sollten beim Hemmen der Translation am wirksamsten arbeiten. Oligonukleotide, die
zu entweder der 5'-
oder der 3'-untranslatierten,
nichtkodierenden Region des humanen Claudin-21-Gentranskripts komplementär sind,
könnten
jedoch in einem Antisense-Ansatz verwendet werden, um die Translation
von endogener humaner Claudin-21-mRNA
zu hemmen. Oligonukleotide, die zu der 5'-untranslatierten Region der mRNA komplementär sind,
sollten das Komplement des AUG-Startcodons enthalten. Antisense-Nukleinsäuren sollten
mindestens sechs Nukleotide lang sein und sind vorzugsweise Oligonukleotide,
deren Länge
von 6 bis etwa 50 Nukleotide reicht. In spezifischen Gesichtspunkten
macht das Oligonukleotid mindestens 10 Nukleotide, mindestens 17
Nukleotide, mindestens 25 Nukleotide oder mindestens 50 Nukleotide aus.
Die Oligonukleotide können
DNA oder RNA oder chimäre
Mischungen oder Derivate oder modifizierte Versionen davon sein,
einzelsträngig
oder doppelsträngig.
Das Oligonukleotid kann beispielsweise am Basenteil, am Zuckerteil
oder an der Phosphathauptkette modifiziert sein, um die Stabilität des Moleküls, die
Hybridisierung usw. zu verbessern. Das Oligonukleotid kann andere
angehängte
Gruppen wie Peptide (z. B. zum Targetieren von Wirtzellrezeptoren
in vivo) oder Agenzien, die den Transport über die Zellmembran erleichtern (siehe
z. B. Letsinger et al., 1989, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 86:6553-6556);
Lemaitre et al., 1987, Proc. Natl. Acad. Sci. 84:648-652; PCT-Veröffentlichung
Nr.
WO88/09810 , veröffentlicht
am 15. Dez. 1988), oder von Hybridisierung ausgelöste Spaltungsagenzien
oder interkalierende Agenzien enthalten. (Siehe z. B. Zon, 1988, Pharm. Res.
5:539-549). Die Antisense-Moleküle
sollten an Zellen abgegeben werden, die das humane Claudin-21-Transkript
in vivo exprimieren. Eine Reihe von Verfahren wurde zum Abgeben
von Antisense-DNA oder -RNA an Zellen entwickelt; z. B. können Antisense-Moleküle direkt
in das Gewebe oder die Zellursprungsstelle injiziert werden, oder
modifizierte Antisense-Moleküle,
die dazu entworfen sind, die gewünschten
Zellen zu targetieren (z. B. Antisense, die mit Peptiden oder Antikörpern verbunden
sind, die spezifisch Rezeptoren oder Antigene binden, die auf der
Zielzelloberfläche
exprimiert werden), können
systemisch verabreicht werden. Es ist jedoch häufig schwierig, intrazelluläre Konzentrationen
des Antisense zu erzielen, die zum Unterdrücken der Translation endogener
mRNAs ausreichen. Folglich nutzt ein bevorzugter Ansatz ein rekombinantes DNA-Konstrukt,
in dem das Antisense-Oligonukleotid unter die Kontrolle eines starken
pol-III- oder pol-II-Promotors gestellt wird. Die Verwendung eines
solchen Konstrukts zum Transfizieren von Zielzellen in dem Patienten
wird in der Transkription ausreichender Mengen einzelsträngiger RNAs
resultieren, die mit den endogenen humanen Claudin-21-Gentranskripten
komplementäre
Basenpaare bilden werden und dadurch die Translation der humanen
Claudin-21-mRNA verhindern. Zum Beispiel kann ein Vektor derart
in vivo eingeführt
werden, dass er von einer Zelle aufgenommen wird und die Transkription
einer Antisense-RNA steuert. Ein solcher Vektor kann episomal bleiben
oder chromosomal integriert werden, solange er transkribiert werden
kann, um die gewünschte
Antisense-RNA zu produzieren. Solche Vektoren können mittels rekombinanter
DNA-Technologie-Verfahren, die in der Technik der Standard sind,
konstruiert werden. Die Vektoren können Plasmidvektoren, virale
Vektoren oder andere in der Technik bekannte Vektoren sein, die
zur Replikation und Expression in Säugetierzellen verwendet werden.
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Ribozymmoleküle, die
zum katalytischen Spalten humaner Claudin-21-Transkripte entworfen
sind, können
ebenfalls zum Verhindern der Translation humaner Claudin-21-mRNA und der Expression
von Claudinpolypeptiden der Erfindung verwendet werden. (Siehe z.
B. internationale PCT-Veröffentlichung
WO90/11364 , veröffentlicht
am 4. Okt. 1990;
US-Patentschrift Nr.
5,824,519 ). Zu den Ribozymen, die in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können,
zählen
Hammerhead-Ribozyme (Haseloff und Gerlach, 1988, Nature, 334:585-591),
RNA-Endoribonukleasen (hierin im folgenden „Ribozyme des Cech-Typs"), wie das Ribozym,
das von Natur aus in Tetrahymena thermophila vorkommt (als die IVS-
oder L-19-IVS-RNA bekannt) und von Thomas Cech und Mitarbeitern
(internationale Patentanmeldung Nr. Wo 88/04300; Been und Cech,
1986, Cell, 47:207-216) ausführlich
beschrieben wurde. Wie im Antisense-Ansatz können die Ribozyme sich aus
modifizierten Oligonukleotiden zusammensetzen (z. B. für eine verbesserte
Stabilität,
Targetierung usw.) und sollten an Zellen abgegeben werden, die das
humane Claudin-21-Polypeptid in vivo exprimieren. Ein bevorzugtes
Abgabeverfahren beinhaltet die Verwendung eines DNA-Konstrukts, das das
Ribozym unter der Kontrolle eines starken konstitutiven pol-III-
oder pol-II-Promotors „kodiert", so dass transfizierte
Zellen ausreichende Mengen des Ribozyms produzieren werden, um Messages
von endogenem humanem Claudin-21 zu zerstören und die Translation zu
hemmen. Da Ribozyme im Gegensatz zu Antisense-Molekülen katalytisch
sind, ist aus Gründen
der Wirksamkeit eine niedrigere intrazelluläre Konzentration erforderlich.
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Alternativ
kann die Expression von endogenem humanem Claudin-21-Gen durch Targetieren
von Desoxyribonukleotidsequenzen, die zu der Regulationsregion des
Zielgens (d. h. dem Zielgenpromotor und/oder den Zielgen-Enhancern)
komplementär
sind, um Tripelhelixstrukturen zu bilden, die die Transkription
des humanen Claudin-21 Zielgens verhindern, verringert werden. (Siehe
allgemein Helene, 1991, Anticancer Drug Des., 6(6), 569-584; Helene
et al., 1992, Ann. N.Y. Acad. Sci., 660, 27-36; und Maher, 1992,
Bioassays 14(12), 807-815).
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Antisense-RNA
und -DNA, Ribozym und Tripelhelixmoleküle der Erfindung können mittels
eines beliebigen Verfahrens hergestellt werden, das in der Technik
zur Synthese von DNA- und RNA-Molekülen bekannt ist. Zu diesen
zählen
Techniken zum chemischen Synthetisieren von Oligodesoxyribonukleotiden
und Oligoribonukleotiden, die in der Technik wohl bekannt sind,
wie beispielsweise chemische Festphasen-Phosphoramidit-Synthese. Oligonukleotide
können
mittels in der Technik bekannten Standardverfahren synthetisiert
werden, z. B. durch Verwendung eines DNA-Syntheseautomaten (wie
sie von Biosearch, Applied Biosystems, usw. im Handel erhältlich sind).
Als Beispiele können
Phosphorthioat-Oligonukleotide mit dem Verfahren von Stein et al.,
1988, Nucl. Acids Res. 16:3209, synthetisiert werden. Methylphosphonat-Oligonukleotide
können durch
Verwendung von Controlled-Pore-Glass-Polymerträgern hergestellt werden (Sarin
et al., 1988, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85:7448-7451). Alternativ
können
RNA-Moleküle
mittels In-vitro- und In-vivo-Transkription von DNA-Sequenzen, die
das Antisense-RNA-Molekül kodieren,
erzeugt werden. Solche DNA-Sequenzen können in eine große Vielfalt
an Vektoren eingebunden werden, die geeignete RNA-Polymerase-Promotoren, wie
die T7- oder SP6-Polymerase-Promotoren)
integrieren. Alternativ können
Antisense-cDNA-Konstrukte, die Antisense-RNA konstitutiv oder induzierbar
synthetisieren, je nach dem verwendeten Promotor, stabil in Zelllinien
eingeführt
werden.
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Die
Expression von endogenem Zielgen kann auch reduziert werden, indem
das Zielgen oder dessen Promotor unter Anwendung targetierter homologer
Rekombination deaktiviert oder „ausgeknockt" („Knock-out") wird (z. B. siehe
Smithies et al., 1985, Nature 317, 230-234; Thomas und Capecchi,
1987, Cell 51, 503-512; Thompson et al., 1989, Cell 5, 313-321).
Zum Beispiel kann ein mutiertes, nicht funktionelles Zielgen (oder
eine vollständig
unverwandte DNA-Sequenz), das von DNA flankiert wird, die zu dem
endogenen Zielgen (entweder den kodierenden Regionen oder den Regulationsregionen
des Zielgens) homolog ist, verwendet werden, mit oder ohne einen
selektierbaren Marker und/oder einen negativen selektierbaren Marker, um
Zellen zu transfizieren, die das Zielgen in vivo exprimieren. Die
Insertion des DNA-Konstrukts mittels targetierter homologer Rekombination
resultiert in der Deaktivierung des Zielgens. Solche Ansätze sind
insbesondere für
das Gebiet der Landwirtschaft, in dem Modifikationen von ES-Zellen
(embryonale Stammzellen) zum Erzeugen von Tiernachkommenschaft mit
einem inaktiven Zielgen (z. B. siehe Thomas und Capecchi, 1987,
und Thompson, 1989, oben) verwendet werden können, oder in Modellorganismen
wie Caenorhabditis elegans, in denen die „RNA-Interferenz"-Technik („RNAi"-Technik) (A. Grishok, H. Tabara und
C.C. Mello, 2000, Genetic requirements for inheritance of RNAi in
C. elegans, Science 287 (5462):2494-2497) oder die Einführung von
Transgenen (A.F. Dernburg, J. Zalevsky, M.P. Colaiacovo und A.M.
Villeneuve, 2000, Transgene-mediated cosuppression in the C. elegans
germ line, Genes Dev. 14 (13): 1578-1583) angewendet wird, um die
Expression spezifischer Zielgene zu hemmen, geeignet. Dieser Ansatz
kann jedoch zur Verwendung in Menschen angepaßt werden, vorausgesetzt, die
rekombinanten DNA-Konstrukte werden direkt unter Verwendung adäquater viraler
Vektoren in vivo an die erforderliche Stelle verabreicht oder diese
wird direkt targetiert.
-
Organismen,
die eine verstärkte,
verringerte oder modifizierte Expression des Gens bzw. der Gene aufweisen,
das bzw. die den hierin offenbarten Nukleinsäuresequenzen entspricht bzw.
entsprechen, werden bereitgestellt. Die gewünschte Änderung der Genexpression kann
durch Verwendung von Antisense-Nukleinsäuren oder Ribozymen, die die
mRNA, die von dem Gen transkribiert wird, binden und/oder spalten,
erzielt werden (Albert und Morris, 1994, Trends Pharmacol. Sci.
15(7): 250-254; Lavarosky et al., 1997, Biochem. Mol. Med. 62(1):
11-22; und Hampel, 1998, Prog. Nucleic Acid Res. Mol. Biol. 58:
1-39). Transgene Tiere, die mehrere Kopien des Gens bzw. der Gene,
das bzw. die den hierin offenbarten Nukleinsäuresequenzen entspricht bzw.
entsprechen, aufweisen, die vorzugsweise mittels Transformation
von Zellen mit genetischen Konstrukten produziert wurden und die
in den transformierten Zellen und deren Nachkommenschaft stabil
aufrechterhalten werden, werden bereitgestellt. Transgene Tiere,
die modifizierte Regionen der genetischen Kontrolle aufweisen, die
die Genexpressionsniveaus erhöhen
oder verringern oder die Zeit- oder Raummuster der Genexpression ändern, werden
ebenfalls bereitgestellt (siehe europäisches Patent Nr.
0 649 464 B1 ). Darüber hinaus
werden Organismen bereitgestellt, in denen das Gen bzw. die Gene,
das bzw. die den hierin offenbarten Nukleinsäuresequenzen entspricht bzw.
entsprechen, durch Insertion von Fremdsequenzen in das entsprechende
Gen bzw. die entsprechenden Gene oder durch Deletion des gesamten
oder eines Teils des entsprechenden Gens bzw. der gesamten oder
eines Teils der entsprechenden Gene zum Teil oder vollständig deaktiviert
wurde bzw. wurden. Eine partielle oder vollständige Deaktivierung kann durch
Insertion von transposiblen Elementen, auf die vorzugsweise eine
unpräzise
Exzision dieser folgt (Plasterk, 1992, Bioessays 14(9): 629-633; Zwaal et al.,
1993, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90(16): 7431-7435; Clark et al.,
1994, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 91(2): 719-722), oder durch homologe
Rekombination, vorzugsweise mittels Strategien positiver/negativer
genetischer Auswahl nachgewiesen (Mansour et al., 1988, Nature 336:
348-352;
US-Pat. Nr. 5,464,764 ;
5,487,992 ;
5,627,059 ;
5,631,153 ;
5,614,396 ;
5,616,491 und
5,679,523 ), erzielt werden. Diese
Organismen mit veränderter
Genexpression sind vorzugsweise Eukaryonten und sind mehr bevorzugt
Säugetiere.
Solche Organismen sind zur Entwicklung von nichtmenschlichen Modellen
zur Studie von Erkrankungen, die das entsprechende Gen bzw. die
entsprechenden Gene beinhalten, und zur Entwicklung von Assaysystemen
zur Identifizierung von Molekülen,
die mit dem Polypeptidprodukt bzw. den Polypeptidprodukten des entsprechenden
Gens bzw. der entsprechenden Gene interagieren, von Nutzen.
-
Die
Claudinpolypeptide der Erfindung selbst können ebenfalls beim Hemmen
einer biologischen Aktivität
von humanem Claudin-21 in In-vitro- oder In-vivo-Verfahren eingesetzt
werden. Von der Erfindung umfasst sind extrazelluläre Loop-Domänen von
Claudinpolypeptiden der Erfindung, die als „dominant-negative" Inhibitoren der
Funktion von nativem humanem Claudin-21-Polypeptid agieren, wenn
sie als Fragmente oder als Bestandteile von Fusionspolypeptiden
exprimiert werden. Zum Beispiel kann eine Domäne eines gereinigten Polypeptids
der vorliegenden Erfindung zum Hemmen der Bindung von Claudinpolypeptiden
der Erfindung an endogene Bindungspartner verwendet werden. Eine
derartige Verwendung würde
effektiv die Interaktionen von humanem Claudin-21-Polypeptid blockieren
und die Aktivitäten
von humanem Claudin-21-Polypeptid hemmen. In noch einem anderen
Gesichtspunkt der Erfindung wird eine lösliche Form des Bindungspartners von
humanem Claudin-21, das auf Epithel- und/oder Endothelzellen exprimiert
wird, dazu verwendet, an endogenes humanes Claudin-21-Polypeptid
zu binden und die Aktivierung dieses kompetitiv zu hemmen. Des Weiteren
hemmen Antikörper,
die an Claudinpolypeptide der Erfindung binden, oftmals die Aktivität von humanem
Claudin-21 und agieren als Antagonisten. Zum Beispiel können Antikörper, die
ein oder mehrere Epitope von Claudinpolypeptiden der Erfindung oder
Epitope konservierter Varianten von Claudinpolypeptiden der Erfindung
oder Peptidfragmente des humanen Claudin-21-Polypeptids spezifisch erkennen, in
der Erfindung zum Hemmen der Aktivität von humanem Claudin-21 verwendet
werden. Solche Antikörper
beinhalten, sind jedoch nicht darauf beschränkt, polyklonale Antikörper, monoklonale
Antikörper
(mAbs), humanisierte oder chimäre
Antikörper,
Einzelkettenantikörper,
Fab-Fragmente, F(ab')2-Fragmente,
Fragmente, die von einer Fab-Expressionsbibliothek produziert werden,
antiidiotypische Antikörper
(Anti-Id-Antikörper)
und Epitop bindende Fragmente eines beliebigen der obigen. Alternativ
können
gereinigte und modifizierte Claudinpolypeptide der vorliegenden
Erfindung verabreicht werden, um Interaktionen zwischen Claudinpolypeptiden
der Erfindung und Bindungspartnern von humanem Claudin-21, die nicht
membrangebunden sind, zu modulieren. Ein solcher Ansatz wird ein
alternatives Verfahren zur Modifikation der beeinflußten Bioaktivität von humanem Claudin-21
ermöglichen.
-
In
einem alternativen Gesichtspunkt umfasst die Erfindung weiterhin
die Verwendung von Agonisten der Aktivität von humanem Claudin-21 zum
Behandeln oder Lindern der Symptome einer Erkrankung, für die eine
erhöhte
Aktivität
von humanem Claudin-21 vorteilhaft ist. Solche Erkrankungen beinhalten,
sind jedoch nicht darauf beschränkt,
Entzündung,
Asthma, Allergie, Metastasen von Krebszellen, Ionentransporterkrankungen
wie Magnesiumtransportdefekte in der Niere, entzündliche Darmerkrankung, Kontakt
mit Clostridium perfringens-Enterotoxin (CPE), plötzliches
Kindstod-Syndrom (plötzlicher
Kindstod, sudden infant death syndrome, SIDS), multiple Sklerose
(MS), autoimmune Enzephalomyelitis, Optikusneuritis, progressive
multifokale Leukoenzephalopathie (PML). In einem bevorzugten Gesichtspunkt
bringt die Erfindung das Verabreichen von Zusammensetzungen, die
eine humane Claudin-21-Nukleinsäure
oder ein humanes Claudin-21-Polypeptid umfasst, an Zellen in vitro,
an Zellen ex vivo, an Zellen in vivo und/oder an einen mehrzelligen
Organismus mit sich. Bevorzugte therapeutische Formen von humanem
Claudin-21 sind lösliche
Formen, wie oben beschrieben. In noch einem anderen Gesichtspunkt
der Erfindung umfassen die Zusammensetzungen das Verabreichen einer
humanes Claudin-21 kodierenden Nukleinsäure zur Expression eines humanen
Claudin-21-Polypeptids
in einem Wirtsorganismus zur Behandlung einer Erkrankung. In dieser
Hinsicht ist die Expression in einem menschlichen Patienten zur
Behandlung einer Dysfunktion, die mit abweichender (z. B. verringerter)
endogener Aktivität
eines humanen Claudin-21-Polypeptids assoziiert wird, besonders
bevorzugt. Darüber
hinaus umfasst die Erfindung die Verabreichung von Verbindungen,
von denen festgestellt wurde, dass sie die endogene Aktivität von Claudinpolypeptiden
der Erfindung erhöhen,
an Zellen und/oder Organismen. Ein Beispiel von Verbindungen, die
die Aktivität
von humanem Claudin-21-Polypeptid
erhöhen,
sind agonistische Antikörper,
vorzugsweise monoklonale Antikörper,
die an Claudinpolypeptide der Erfindung oder Bindungspartner binden,
die die Aktivität
von humanem Claudin-21-Polypeptid erhöhen können, indem sie eine konstitutive
intrazelluläre
Signalisierung (oder „Ligandennachahmung") bewirken oder indem
sie die Bindung eines nativen Inhibitors der Aktivität von humanem
Claudin-21-Polypeptid verhindern.
-
Antikörper zu Claudinpolypeptiden
der Erfindung
-
Antikörper, die
mit den Polypeptiden der Erfindung immunreaktiv sind, werden hierin
bereitgestellt. Solche Antikörper
binden über
die Antigenbindungsstellen des Antikörpers spezifisch an die Polypeptide
(im Gegensatz zu unspezifischer Bindung). In der vorliegenden Erfindung
sind spezifisch bindende Antikörper
jene, die Claudinpolypeptide der Erfindung, Homologa und Varianten,
jedoch nicht andere Moleküle
spezifisch erkennen und mit diesen spezifisch binden werden. In
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Antikörper für die Polypeptide
der vorliegenden Erfindung spezifisch und kreuzreagieren mit anderen
Polypeptiden nicht. Auf diese Art und Weise können die Claudinpolypeptide
der Erfindung, Fragmente, Varianten, Fusionspolypeptide usw., wie
oben dargelegt, als „Immungene" beim Produzieren
von Antikörpern,
die damit immunreaktiv sind, eingesetzt werden.
-
Genauer
gesagt enthalten die Polypeptide, das Fragment, die Varianten, die
Fusionspolypeptide usw. Antigendeterminanten oder Epitope, die die
Bildung von Antikörpern
auslösen.
Diese Antigendeterminanten oder Epitope können entweder linear oder konformativ
(diskontinuierlich) sein. Lineare Epitope bestehen aus einer einzigen
Sektion von Aminosäuren
des Polypeptids, während
konformative oder diskontinuierliche Epitope aus Aminosäurensektionen
aus verschiedenen Regionen der Polypeptidkette bestehen, die bei
der Polypeptidfaltung in unmittelbare Nähe gebracht werden (C.A. Janeway,
Jr., und P. Travers, Immuno Biology 3:9 (Garland Publishing Inc.,
2. Ausg. 1996)). Da gefaltete Polypeptide komplexe Oberflächen aufweisen,
ist die Anzahl verfügbarer
Epitope recht zahlreich; aufgrund der Konformation des Polypeptids
und sterischer Hinderungen ist die Anzahl der Antikörper, die
tatsächlich
an Epitope binden, jedoch geringer als die Anzahl verfügbarer Epitope
(C.A. Janeway, Jr., und P. Travers, Immuno Biology 2:14 (Garland
Publishing Inc., 2. Ausg. 1996)). Epitope können mittels eines beliebigen
der in der Technik bekannten Verfahren identifiziert werden. Folglich
betrifft ein Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung antigene Epitope
der Polypeptide der Erfindung. Solche Epitope sind zum Züchten von
Antikörpern,
insbesondere monoklonalen Antikörpern
von Nutzen, wie im Folgenden ausführlicher beschrieben. Darüber hinaus
können
Epitope von den Polypeptiden der Erfindung als Forschungsreagenzien,
in Assays und zum Reinigen spezifisch bindender Antikörper aus
Substanzen wie polyklonalen Seren oder Überständen aus kultivierten Hybridomen
verwendet werden. Solche Epitope oder Varianten davon können unter
Anwendung von in der Technik wohl bekannten Techniken, wie Festphasensynthese,
chemische oder enzymatische Spaltung eines Polypeptids, oder unter
Verwendung rekombinanter DNA-Technologie produziert werden.
-
Was
die Antikörper
angeht, die von den Epitopen der Polypeptide der Erfindung ausgelöst werden
können,
ob die Epitope nun isoliert wurden oder ein Teil der Polypeptide bleiben,
können
sowohl polyklonale als auch monoklonale Antikörper mittels herkömmlicher
Techniken hergestellt werden. Siehe beispielsweise Monoclonal Antibodies,
Hybridomas: A New Dimension in Biological Analyses, Kennet et al.
(Hrsg.), Plenum Press, New York (1980); und Antibodies: A Laboratory
Manual, Harlow und Land (Hrsg.), Cold Spring Harbor Laboratory Press,
Cold Spring Harbor, NY (1988); Kohler und Mistein (
US-Pat. Nr. 4,376,110 ); die Technik
mit humanem B-Zellhybridom (Kosbor et al., 1983, Immunology Today
4:72; Cole et al., 1983, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 80:2026-2030)
und die EBV-Hybridom-Technik
(Cole et al., 1985, Monoclonal Antibodies And Cancer Therapy, Alan
R. Liss, Inc., S. 77-96). Hybridomzelllinien, die monoklonale Antikörper produzieren,
die für
die Polypeptide der Erfindung spezifisch sind, werden hierin ebenfalls
in Erwägung
gezogen. Solche Hybridome können
mittels herkömmlicher
Techniken produziert und identifiziert werden. Das Hybridom, das
den mAb dieser Erfindung produziert, kann in vitro oder in vivo
kultiviert werden. Die Produktion von hohen Titern von mAbs in vivo
macht dies zu dem gegenwärtig
bevorzugten Produktionsverfahren. Ein Verfahren zum Produzieren
einer solchen Hybridomzelllinie umfasst das Immunisieren eines Tiers
mit einem Polypeptid; das Ernten von Milzzellen aus dem immunisierten
Tier; das Fusionieren der Milzzellen mit einer Myelomzelllinie,
wodurch Hybridomzellen erzeugt werden; und das Identifizieren einer
Hybridomzelllinie, die einen monoklonalen Antikörper produziert, der das Polypeptid
bindet. Zur Produktion von Antikörpern
können
verschiedene Wirtstiere mittels Injektion mit einem oder mehreren
der folgenden immunisiert werden: einem humanen Claudin-21-Polypeptid,
einem Fragment eines humanen Claudin-21-Polypeptids, einem funktionellen Äquivalent
eines humanen Claudin-21-Polypeptids oder einer mutierten Form eines
humanen Claudin-21-Polypeptids.
Solche Wirtstiere können
Kaninchen, Mäuse
und Ratten beinhalten, sind jedoch nicht darauf beschränkt. Verschiedene
Adjuvantien können
zum Steigern der immunologischen Antwort verwendet werden, je nach
der Wirtsspezies, einschließlich,
jedoch nicht darauf beschränkt,
Freunds (komplettes und inkomplettes) Adjuvans, Mineralgele wie
Aluminiumhydroxid, oberflächenaktive
Substanzen wie Lysolecithin, pluronische Polyole, Polyanionen, Peptide, Ölemulsionen,
Keyhole-Limpet-Hämocyanin,
Dinitrophenol und potentiell geeignete menschliche Adjuvantien wie
BCG (Bacillus Calmette-Guérin)
und Corynebacterium parvum. Die monoklonalen Antikörper können mittels
herkömmlicher
Techniken gewonnen werden. Solche monoklonalen Antikörper können von
einer beliebigen Immunglobulinklasse sein, einschließlich IgG,
IgM, IgB, IgA, IgD und eine beliebige Unterklasse davon.
-
Darüber hinaus
können
Techniken, die zur Produktion von „chimären Antikörpern" (Takeda et al., 1985, Nature, 314:
452-454) entwickelt wurden, indem die Gene von einem Maus-Antikörpermolekül mit adäquater Antigenspezifität zusammen
mit Genen von einem humanen Antikörpermolekül mit adäquater biologischer Aktivität gespleißt werden,
verwendet werden. Ein chimärer
Antikörper
ist ein Molekül,
in dem unterschiedliche Abschnitte von unterschiedlichen Tierspezies
abgeleitet sind, wie jene mit einer variablen Region, die von einem
mAb vom Schwein abgeleitet sind, und einer konstanten Region von
humanem Immunglobulin. Die monoklonalen Antikörper der vorliegenden Erfindung
beinhalten auch humanisierte Versionen von murinen monoklonalen
Antikörpern.
Solche humanisierte Antikörper
können
mittels bekannter Techniken hergestellt werden und bieten den Vorteil
einer verringerten Immunogenizität,
wenn die Antikörper
an Menschen verabreicht werden. In einer Ausführungsform umfasst ein humanisierter
monoklonaler Antikörper
die variable Region eines murinen Antikörpers (oder nur die Antigenbindungsstelle
davon) und eine konstante Region, die von einem humanen Antikörper abgeleitet
ist. Alternativ kann ein humanisiertes Antikörperfragment die Antigenbindungsstelle
eines murinen monoklonalen Antikörpers
und ein Fragment einer variablen Region (dem die Antigenbindungsstelle
fehlt), das von einem humanen Antikörper abgeleitet ist, umfassen.
Zu Verfahren zur Produktion von chimären und weiter gentechnisch
manipulierten monoklonalen Antikörpern
zählen
die in Riechmann et al. (Nature 332:323, 1988), Liu et al. (PNAS
84:3439, 1987), Larrick et al. (Bio/Technology 7:934, 1989) und Winter
und Harris (TIPS 14:139, Kan., 1993) beschriebenen. Verfahren zum
transgenen Erzeugen von Antikörpern
lassen sich in
GB 2,272,440 ,
den
US-Patentschriften Nr. 5,569,825 und
5,545,806 und verwandten Patenten,
die davon Priorität
in Anspruch nehmen, finden. Vorzugsweise sind die Antikörper zur
Verwendung in Menschen human oder humanisiert; Techniken zum Erzeugen
solcher humaner oder humanisierter Antikörper sind ebenfalls wohl bekannt
und sind beispielsweise von Medarex Inc. (Princeton, NJ, USA) und
Abgennix Inc. (Fremont, CA, USA) im Handel erhältlich.
-
Antigenbindende
Antikörperfragmente,
die spezifische Epitope erkennen, können mittels bekannter Techniken
erzeugt werden. Zum Beispiel beinhalten solche Fragmente, sind jedoch
nicht darauf beschränkt: die
F(ab')2-Fragmente,
die durch Pepsinverdau des Antikörpermoleküls produziert
werden können,
und die Fab-Fragmente, die durch Reduzieren der Disulfidbrücken der
(ab')2-Fragmente
erzeugt werden können.
Alternativ können
Fab-Expressionsbibliotheken
konstruiert werden (Huse et al., 1989, Science, 246: 1275-1281), um
eine schnelle und einfache Identifizierung monoklonaler Fab-Fragmente
mit der gewünschten
Spezifität
zu ermöglichen.
Für die
Produktion von Einzelkettenantikörpern
beschriebene Techniken (
US-Pat.
Nr. 4,946,778 ; Bird, 1988, Science 242:423-426; Huston
et al., 1988, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85:5879-5883; und Ward
et al., 1989, Nature 334:544-546)
können
ebenfalls zum Produzieren von Einzelkettenantikörpern gegen humane Claudin-21-Genprodukte angepaßt werden.
Einzelkettenantikörper
werden durch Verknüpfen
der Fragmente der schweren und der leichten Kette der Fv-Region über eine
Aminosäurenbrücke gebildet,
was in einem Einzelkettenpolypeptid resultiert. Darüber hinaus
können
Antikörper
zu dem humanen Claudin-21-Polypeptid wiederum zum Erzeugen von Antiidiotypantikörpern, die
das humane Claudin-21-Polypeptid „nachahmen" und die an das humane Claudin-21-Polypeptid
binden können,
unter Anwendung von Fachleuten wohl bekannter Techniken genutzt
werden. (Siehe z. B. Greenspan & Bona,
1993, FASER J. 7(5):437-444; und Nissinoff, 1991, J. Immunol. 147(8):2429-2438).
-
Screening-Verfahren,
mit denen solche Antikörper
identifiziert werden können,
sind wohl bekannt und können
beispielsweise Immunaffinitätschromatographie
beinhalten. Antikörper
können
auf agonistische (La, Liganden nachahmende) Eigenschaften gescreent
werden. Solche Antikörper
induzieren bei Bindung an humanes Claudin-21 an der Zelloberfläche biologische
Effekte (z. B. die Transduktion biologischer Signale), die den biologischen
Effekten ähnlich
sind, die induziert werden, wenn der Bindungspartner von humanem
Claudin-21 an humanes Claudin-21 an der Zelloberfläche bindet.
Agonistische Antikörper
können
zum Induzieren von durch humanes Claudin-21 vermittelten Stimulationswegen
oder interzellulärer
Kommunikation verwendet werden.
-
Diese
Antikörper,
die die Bindung der Claudinpolypeptide der Erfindung an Bindungspartner
für humanes
Claudin-21 blockieren können,
können
zum Hemmen von durch humanes Claudin-21 vermittelter interzellulärer Kommunikation
oder Kostimulation, die aus derartiger Bindung resultiert, verwendet
werden. Solche blockierenden Antikörper können unter Anwendung eines
beliebigen geeigneten Assayvorgangs identifiziert werden, wie durch
Prüfen
von Antikörpern
auf die Fähigkeit,
die Bindung von humanem Claudin-21 an bestimmte Zellen, die einen
Bindungspartner von humanem Claudin-21 exprimieren, zu hemmen. Alternativ
können
blockierende Antikörper
in Assays aufgrund der Fähigkeit,
einen biologischen Effekt, der aus der Bindung von humanem Claudin-21
an Zielzellen resultiert, zu hemmen, identifiziert werden. Antikörper können beispielsweise
auf die Fähigkeit,
von einem Bindungspartner von humanem Claudin-21 vermittelte Stimulationswege
zu hemmen, geprüft
werden. Ein solcher Antikörper
kann in einem In-vitro-Verfahren eingesetzt werden oder in vivo
verabreicht werden, um eine biologische Aktivität zu hemmen, die von der Einheit
vermittelt wird, die den Antikörper
erzeugte. Von der Interaktion von humanem Claudin-21 mit einem Zelloberflächenbindungspartnerrezeptor
(direkt oder indirekt) bewirkte oder verschlimmerte Erkrankungen
können
somit behandelt werden. Ein therapeutisches Verfahren beinhaltet
die In-vivo-Verabreichung eines blockierenden Antikörpers an
ein Säugetier
in einer Menge, die zum Hemmen der von einem Bindungspartner von
humanem Claudin-21 vermittelten biologischen Aktivität wirksam
ist. Monoklonale Antikörper
sind im Allgemeinen zur Verwendung in solchen therapeutischen Verfahren
bevorzugt In einer Ausführungsform
wird ein antigenbindendes Antikörperfragment
eingesetzt. Zusammensetzungen, die einen Antikörper, der gegen humanes Claudin-21
gerichtet ist, und ein physiologisch unbedenkliches Verdünnungsmittel,
ein physiologisch unbedenkliches Hilfsmittel oder einen physiologisch
unbedenklichen Trägerstoff
umfassen, werden hierin bereitgestellt. Geeignete Bestandteile solcher
Zusammensetzungen sind im Folgenden für Zusammensetzungen, die Claudinpolypeptide
der Erfindung enthalten, beschrieben.
-
Außerdem werden
hierin Konjugate bereitgestellt, die ein nachweisbares Mittel (z.
B. Diagnostikum) oder Therapeutikum umfassen, das an dem Antikörper angelagert
ist. Beispiele solcher Mittel sind oben dargestellt. Die Konjugate
finden in In-vitro- oder In-vivo-Verfahren
Anwendung. Die Antikörper
der Erfindung können
auch in Assays verwendet werden, um das Vorliegen der Polypeptide
oder Fragmente der Erfindung nachzuweisen, entweder in vitro oder
in vivo. Die Antikörper
können
auch beim Reinigen von Polypeptiden oder Fragmenten der Erfindung
mittels Immunaffinitätschromatographie
eingesetzt werden.
-
Rationa les Design von Verbindungen, die
mit Claudinpolypeptiden der Erfindung interagieren
-
Das
Ziel rationalen Arzneimitteldesigns besteht darin, Strukturanaloga
biologisch aktiver Polypeptide von Interesse oder kleiner Moleküle, mit
denen sie interagieren, z. B. Inhibitoren, Agonisten, Antagonisten usw.,
zu produzieren. Ein beliebiges dieser Beispiele kann dazu verwendet
werden, Arzneimittel zu gestalten, die aktivere oder stabilere Formen
des Polypeptids sind oder die die Funktion eines Polypeptids in
vivo verstärken
oder stören
(J. Hodgson (1991), Biotechnology 9:19-21). In einem Ansatz wird
die dreidimensionale Struktur eines Polypeptids von Interesse oder
eines Polypeptid/Inhibitor-Komplexes mittels Röntgenkristallographie, mittels
Kernspinresonanz oder mittels Homologiecomputermodellbildung oder
am typischsten mit einer Kombination dieser Ansätze ermittelt. Sowohl die Form
als auch die Ladungen des Polypeptids müssen bestimmt werden, um die
Struktur aufzuklären
und eine aktive Stelle bzw. aktive Stellen des Moleküls zu ermitteln.
Weniger häufig
können
nützliche
Informationen in Bezug auf die Struktur eines Polypeptids durch
Modellbildung auf Grundlage der Struktur homologer Polypeptide gewonnen
werden. In beiden Fällen
werden relevante Strukturinformationen dazu verwendet, analoge,
serpinähnliche
Moleküle
zu entwerfen, effiziente Inhibitoren zu identifizieren oder kleine
Moleküle
zu identifizieren, die Serpine binden können. Nützliche Beispiele rationellen
Arzneimitteldesigns können
Moleküle
beinhalten, die eine verbesserte Aktivität oder Stabilität aufweisen,
wie von S. Braxton und J.A. Wells (1992, Biochemistry 31:7796-7801),
oder die als Inhibitoren, Agonisten oder Antagonisten nativer Peptide
agieren, wie von S.B. Athauda et al. (1993, J. Biochem. 113:742-746) gezeigt.
Die Verwendung von Strukturinformationen von humanem Claudin-21-Polypeptid
in Softwaresystemen zur Molekülmodellbildung,
um beim Inhibitordesign und der Interaktion von Inhibitor und humanem
Claudin-21-Polypeptid zu helfen, ist ebenfalls von der Erfindung
umfasst. Ein bestimmtes Verfahren der Erfindung umfasst das Analysieren
der dreidimensionalen Struktur von Claudinpolypeptiden der Erfindung
für wahrscheinliche
Bindungsstellen von Substraten, das Synthetisieren eines neuen Moleküls, das
eine prädiktive
reaktive Stelle einbindet, und das Prüfen des neuen Moleküls, wie
hierin weiter beschrieben.
-
Es
ist auch möglich,
einen zielspezifischen Antikörper
zu isolieren, der mit einem funktionellen Assay ausgewählt wurde,
wie hierin weiter beschrieben, und dann dessen Kristallstruktur
zu lösen.
Dieser Ansatz ergibt prinzipiell einen Pharmakophor, auf dem das
anschließende
Arzneimitteldesign basieren kann. Es ist möglich, die Polypeptidkristallographie
ganz zu umgehen, indem antiidiotypische Antikörper (Anti-Ids) zu einem funktionellen,
pharmakologisch aktiven Antikörper
erzeugt werden. Als ein Spiegelbild eines Spiegelbilds würde von
der Bindungsstelle der Anti-Ids erwartet, dass sie ein Analogon des
ursprünglichen
Rezeptors ist. Der Anti-Id könnte
dann zum Identifizieren und Isolieren von Peptiden aus Banken chemisch
oder biologisch produzierter Peptide verwendet werden. Die isolierten
Peptide würden
dann als der Pharmakophor fungieren.
-
Assays von Aktivitäten von
Claudinpolypeptiden der Erfindung
-
Die
gereinigten Claudinpolypeptide der Erfindung (einschließlich Polypeptiden,
Fragmenten, Varianten, Oligomeren und anderen Formen) sind in einer
Vielfalt von Assays von Nutzen. Zum Beispiel können die humanen Claudin-21-Moleküle der vorliegenden
Erfindung zum Identifizieren von Bindungspartnern von Claudinpolypeptiden
der Erfindung verwendet werden, die auch zum Modulieren der interzellulären Kommunikation oder
Zellaktivität
verwendet werden können.
Alternativ können
sie zum Identifizieren von Nicht-Bindungspartner-Molekülen oder
Substanzen verwendet werden, die die interzelluläre Kommunikation oder Zellaktivität modulieren.
-
Assays
zum Identifizieren von Bindungspartnern. Polypeptide des humanen
Claudin-21 und Fragmente
davon können
zum Identifizieren von Bindungspartnern verwendet werden. Zum Beispiel
können
sie auf die Fähigkeit,
einen Kandidatenbindungspartner in einem beliebigen geeigneten Assay,
wie einem herkömmlichen Bindungsassay,
zu binden, getestet werden. Zur Veranschaulichung kann das humane
Claudin-21-Polypeptid mit einem nachweisbaren Reagenz (z. B. einem
Radionuklid, Chromophor, Enzym, das eine kolometrische oder fluorometrische
Reaktion katalysiert, und dergleichen) markiert werden. Das markierte
Polypeptid wird mit Zellen in Kontakt gebracht, die den Kandidatenbindungspartner
exprimieren. Die Zellen werden dann gewaschen, um ungebundenes markiertes
Polypeptid zu entfernen, und das Vorliegen von zellgebundenem Marker wird
mittels einer geeigneten Technik bestimmt, die gemäß der Beschaffenheit
des Markers gewählt
wird.
-
Ein
Beispiel eines Bindungsassayvorgangs gestaltet sich wie folgt. Ein
rekombinanter Expressionsvektor, der die cDNA des Kandidatenbindungspartners
enthält,
wird konstruiert. CV1-EBNA-1-Zellen in 10-cm2-Schalen
werden mit diesem rekombinanten Expressionsvektor transfiziert.
CV1-EBNA-1-Zellen (ATCC CRL 10478) exprimieren EBV-Zellkernantigen-I
konstitutiv, von dem CMV-Immediate-Early-Enhancer/Promotor angetrieben.
CV1-EBNA-1 wurde von der Zelllinie CV1 von Nierenzellen der afrikanischen
grünen
Meerkatze (ATCC CCL 70) abgeleitet, wie von McMahan et al. (EMBO
J. 10:2821, 1991) beschrieben. Die transfizierten Zellen werden
24 Stunden kultiviert und die Zellen in jeder Schale werden dann
auf eine 24-Well-Platte aufgeteilt. Nach Kultivieren für weitere
48 Stunden werden die transfizierten Zellen (etwa 4 × 104 Zellen/Well) mit BM-NFDM gewaschen, bei
dem es sich um Bindemedium (RPMI 1640, das 25 mg/ml Rinderserumalbumin, 2
mg/ml Natriumazid, 20 mM Hepes, pH 7,2, enthält) handelt, dem 50 mg/ml fettfreie
Trockenmilch zugesetzt wurden. Die Zellen werden dann 1 Stunde bei
37 °C mit
verschiedenen Konzentrationen beispielsweise eines löslichen
Polypeptid/Fc-Fusionspolypeptids,
das wie oben dargelegt hergestellt wurde, inkubiert. Die Zellen werden
anschließend
gewaschen und 1 Stunde bei 37 °C
unter leichter Bewegung mit einer konstanten, sättigenden Konzentration eines 125I-Maus-Anti-Mensch-IgG in Bindemedium
inkubiert. Nach ausgedehntem Waschen werden die Zellen mittels Trypsinierung
lösgelöst. Das
oben eingesetzte Maus-Anti-Mensch-IgG ist direkt gegen die Fc-Region
von humanem IgG gerichtet und kann von den Jackson Immunoresearch
Laborstories, Inc., West Grove, PA, USA, bezogen werden. Der Antikörper wird
unter Anwendung des Standard-Chloramin-T-Verfahrens radioiodiert. Der Antikörper wird
an den Fc-Abschnitt eines beliebigen Polypeptids/Fc-Polypeptids
binden, das an die Zellen band. In allen Assays wird die unspezifische
Bindung von 125I bei Abwesenheit des Fc-Fusionpolypeptids/Fc
sowie bei Gegenwart des Fc-Fusionspolypeptids und einem 200-fachen
molaren Überschuß unmarkierten
Maus-Anti-Mensch-IgG-Antikörpers
geprüft.
Zellgebundener 125I-Antikörper wird
auf einem Packard Autogamma-Zählwerk
quantifiziert. Affinitätsberechnungen
(Scatchard, Ann. N.Y. Acad. Sci. 51:660, 1949) werden auf RS/1 (BBN
Software, Boston, MA, USA), die auf einem Microvax-Computer ausgeführt wird,
erstellt. Die Bindung kann auch unter Anwendung von Verfahren, die
für Screening-Verfahren
mit hohem Durchsatz gut geeignet sind, wie Szintillationsproximitätsassays
(S. Udenfriend, L.D. Gerber, L. Brink, S. Spector, 1985, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 82: 8672-8676), homogenen, zeitlich aufgelösten Fluoreszenzverfahren
(Y.W. Park, R.T. Cummings, L. Wu, S. Zheng, P.M. Cameron, A. Woods,
D.M. Zaller, A.I. Marcy, J.D. Hermes, 1999, Anal. Biochem. 269:
94-104), Fluoreszenzresonanzenergietransferverfahren (FRET-Verfahren)
(R.M. Clegg, 1995, Curr Opin Biotechnol. 6:103-110) oder Verfahren,
die etwaige Veränderungen
der Oberflächenplasmonresonanz
messen, wenn ein gebundenes Polypeptid einem potentiellen Bindungspartner
ausgesetzt wird, wobei solche Verfahren beispielsweise einen Biosensor
verwenden, wie den von Biacore AB (Uppsala, Schweden) gelieferten,
nachgewiesen werden.
-
Yeast-two-Hybrid-
oder „Interaktion-Trap"-Assays. Wenn das
humane Claudin-21-Polypeptid
an ein anderes Polypeptid bindet oder potentiell an dieses bindet
(wie beispielsweise bei einer Rezeptor/Ligand-Interaktion), kann
die Nukleinsäure,
die das humane Claudin-21-Polypeptid kodiert, auch in Interaktion-Trap-Assays
(wie beispielsweise dem in Gyuris et al., Cell 75:791-803 (1993)
beschriebenen) verwendet werden, um Nukleinsäuren zu identifizieren, die
das andere Polypeptid kodieren, mit dem eine Bindung erfolgt, oder
Inhibitoren der Bindungsinteraktion zu identifizieren. Polypeptide,
die an diesen Bindungsinteraktionen beteiligt sind, können ebenfalls
zum Screenen auf Inhibitoren oder Agonisten der Bindungsinteraktion
in Form eines Peptids oder eines kleinen Moleküls verwendet werden.
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Kompetitive
Bindungsassays. Eine andere Art eines geeigneten Bindungsassays
ist ein kompetitives Bindungsassay. Zur Veranschaulichung kann die
biologische Aktivität
einer Variante durch Prüfen
auf die Fähigkeit
der Variante, mit dem nativen Polypeptid um die Bindung an den Kandidatenbindungspartner
zu konkurrieren, ermittelt werden. Kompetitive Bindungsassays können mittels
herkömmlicher
Methodik durchgeführt werden.
Zu Reagenzien, die in kompetitiven Bindungsassays eingesetzt werden
können,
zählen
radiomarkiertes humanes Claudin-21 und intakte Zellen, die humanes
Claudin-21 (endogen oder rekombinant) auf der Zelloberfläche exprimieren.
Zum Beispiel kann ein radiomarkiertes lösliches humanes Claudin-21-Fragment
zum Konkurrieren mit einer Variante von löslichem Claudin-21 um die Bindung
an Zelloberflächenrezeptoren
verwendet werden. Anstelle von intakten Zellen könnte ein löslicher Bindungspartner/Fc-Fusionspolypeptid,
das an eine feste Phase durch die Interaktion von Polypeptid A oder
Polypeptid G (auf der festen Phase) gebunden ist, durch den Fc-Teil
ersetzt werden. Zu Chromatographiesäulen, die Polypeptid A und
Polypeptid G enthalten, zählen
die von Pharmacia Biotech, Inc., Piscataway, NJ, USA, erhältlichen.
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Assays
zum Identifizieren von Modulatoren der interzellulären Kommunikation
oder Zellaktivität.
Der Einfluß von
Claudinpolypeptiden der Erfindung auf die interzelluläre Kommunikation
oder Zellaktivität
kann manipuliert werden, indem diese Aktivitäten in Zielzellen gesteuert
werden. Zum Beispiel können
die offenbarten Claudinpolypeptide der Erfindung, Nukleinsäuren, die
die offenbarten Claudinpolypeptide der Erfindung kodieren, oder
Agonisten oder Antagonisten solcher Polypeptide an eine Zelle oder
eine Gruppe von Zellen verabreicht werden, um die Zellkommunikation
oder -aktivität
in den Zielzellen zu induzieren, zu verstärken, zu unterdrücken oder
anzuhalten. Die Identifizierung von Claudinpolypeptiden der Erfindung,
Agonisten oder Antagonisten, die in dieser Art und Weise verwendet
werden können,
kann mittels einer Vielfalt von Assays ausgeführt werden, die Fachleuten
bekannt sind. In derartigen Assays eingeschlossen sind jene, die
die Fähigkeit eines
humanen Claudin-21-Polypeptids, die interzelluläre Kommunikation oder Zellaktivität zu beeinflussen, beurteilen.
Ein solcher Assay würde
beispielsweise die Analyse der Zellinteraktion in Gegenwart eines
humanen Claudin-21-Polypeptids beinhalten. In einem solchen Assay
würde eine
Rate der Kommunikation oder Zellstimulation in Gegenwart des humanen
Claudin-21-Polypeptids bestimmt werden und dann ermittelt werden,
ob eine solche Kommunikation oder Zellstimulation in Gegenwart eines
Kandidatenagonisten oder -antagonisten oder eines anderen humanen
Claudin-21-Polypeptids verändert
wird. Zu beispielhaften Assays für diesen
Gesichtspunkt der Erfindung zählen
Cytokinsekretionassays, T-Zell-Kostimulationsassays und Lymphozytmischreaktionen,
die antigenpräsentierende
Zellen und T-Zellen beinhalten. Diese Assays sind Fachleuten wohl
bekannt.
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In
einem anderen Gesichtspunkt stellt die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zum Nachweisen der Fähigkeit
einer Testverbindung, sich auf die interzelluläre Kommunikation oder Kostimulationsaktivität einer Zelle
auszuwirken, bereit. In diesem Gesichtspunkt umfasst das Verfahren:
(1) Inkontaktbringen einer ersten Gruppe von Zielzellen mit einer
Testverbindung, die ein humanes Claudin-21-Rezeptor-Polypeptid oder
Fragment davon enthält,
unter Bedingungen, die für
den bestimmten verwendeten Assay adäquat sind; (2) Messen der Nettorate
der interzellulären
Kommunikation oder Kostimulation unter den Zielzellen und (3) Überwachen der
Rate der interzellulären
Kommunikation oder Kostimulation unter Kontrollzellen, die die humanen
Claudin-21-Rezeptor-Polypeptide oder Fragmente davon enthalten,
in Abwesenheit einer Testverbindung unter ansonsten identischen
Bedingungen wie für
die erste Gruppe von Zellen. In dieser Ausführungsform wird die Nettorate
der interzellulären
Kommunikation oder Kostimulation in den Kontrollzellen mit der der
mit sowohl dem humanen Claudin-21-Molekül als auch einer Testverbindung
behandelten Zellen verglichen. Der Vergleich wird einen Unterschied
bei der Nettorate der interzellulären Kommunikation oder Kostimulation
liefern, so dass ein Effektor der interzellulären Kommunikation oder Kostimulation
identifiziert werden kann. Die Testverbindung kann als ein Effektor
fungieren, indem sie die interzelluläre Kommunikation oder Kostimulation
entweder aktiviert oder hochreguliert oder hemmt oder herunterreguliert,
und kann über
dieses Verfahren nachgewiesen werden.
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Zellproliferations-,
Zelltod-, Zelldifferenzierungs- und Zelladhäsionsassays. Ein Polypeptid
der vorliegenden Erfindung kann eine Cytokin-Aktivität zur Zellproliferation
(entweder induzierend oder hemmend) oder Zelldifferenzierung (entweder
induzierend oder hemmend) aufzeigen oder kann die Produktion anderer
Cytokine in bestimmten Zellpopulationen induzieren. Viele bis zum
heutigen Tag entdeckten Polypeptidfaktoren, einschließlich aller
bekannten Cytokine, haben eine Aktivität in einem oder mehreren faktorabhängigen Zellproliferationsassays
gezeigt und die Assays dienen daher als eine zweckmäßige Bestätigung der
Cytokin-Aktivität.
Die Aktivität
eines Polypeptids der vorliegenden Erfindung wird von einem beliebigen
einer Reihe von routinemäßigen faktorabhängigen Zellproliferationsassays
für Zelllinien,
einschließlich,
ohne Einschränkung, 32D,
DA2, DA1G, T10, B9, B9/11, BaF3, MC9/G, M+ (preB M+), 2E8, RB5,
DA1, 123, T1165, HT2, CTLL2, TF-1, Mole und CMK, belegt. Die Aktivität eines
humanen Claudin-21-Polypeptids
der Erfindung kann, neben anderen Mitteln, mit den folgenden Verfahren
gemessen werden:
Assays auf Zellbewegung und -adhäsion beinhalten,
ohne Einschränkung,
die in: Current Protocols in Immunology, herausgegeben von J.E.
Coligan, A.M. Kruisbeek, D.H. Margulies, E.M. Shevach, W. Strober,
Pub. Greene Publishing Associates und Wiley-Interscience (Kapitel 6.12, Measurement
of alpha and beta Chemokines, 6.12.1-6.12.28; Taub et al., J. Clin.
Invest. 95:1370-1376, 1995; Lind et al., APMIS 103:140-146, 1995; Muller
et al., Eur. J. Immunol. 25: 1744-1748; Gruber et al., J. of Immunol.
152:5860-5867; 1994 Johnston et al., J. of Immunol. 153: 1762-1768,
1994, beschriebenen.
Assays auf adhäsive und invasive Suppressoraktivität von Cadherin
beinhalten, ohne Einschränkung,
die in: Hortsch et al., J. Biol. Chem. 270 (32): 18809-18817, 1995;
Miyaki et al., Oncogene 11: 2547-2552, 1995; Ozawa et al., Cell
63:1033-1038, 1990, beschriebenen.
-
Diagnostische und andere Anwendungszwecke
von Claudinpolypeptiden der Erfindung und Nukleinsäuren
-
Die
Nukleinsäuren,
die die Claudinpolypeptide der Erfindung kodieren, die von der vorliegenden
Erfindung bereitgestellt werden, können für zahlreiche diagnostische
oder andere nützliche
Zwecke verwendet werden. Die Nukleinsäuren der Erfindung können dazu
verwendet werden, rekombinantes Polypeptid zur Analyse, Charakterisierung
oder therapeutischen Verwendung zu exprimieren; als Marker für Gewebe,
in denen das entsprechende Polypeptid vorzugsweise exprimiert wird
(entweder konstitutiv oder in einer bestimmten Stufe der Gewebedifferenzierung
oder -entwicklung oder in Krankheitszuständen); als Molekulargewichtsmarker
auf Southern-Gelen; als Chromosommarker oder -tags (bei Markierung),
um Chromosome oder kartenverwandte Genpositionen zu identifizieren;
um endogene DNA-Sequenzen in Patienten zu vergleichen, um potentielle
genetische Erkrankungen zu identifizieren; als Sonden zum Hybridisieren
und somit Entdecken neuartiger, verwandter DNA-Sequenzen; als eine
Informationsquelle zum Ableiten von PCR-Primern für einen
genetischen Fingerabdruck; als eine Sonde zum „Subtrahieren" bekannter Sequenzen
beim Vorgang des Entdeckens anderer neuartiger Nukleinsäuren; zum
Auswählen
und Herstellen von Oligomeren zur Anlagerung an einen „Genchip" oder einen anderen
Träger,
darunter zur Untersuchung von Expressionsmustern; um Anti-Polypeptid-Antikörper unter
Anwendung von DNA-Immunisierungstechniken zu züchten; als ein Antigen, um
Anti-DNA-Antikörper
zu züchten
oder eine andere Immunantwort auszulösen, und zur Gentherapie. Anwendungszwecke
von Claudinpolypeptiden der Erfindung und fragmentierten Polypeptiden
beinhalten die folgenden, sind jedoch nicht darauf beschränkt: Reinigen
von Polypeptiden und Messen der Aktivität dieser; Abgabemittel; therapeutische
und Forschungsreagenzien; Molekulargewichtsmarker und Marker für die isoelektrische
Fokussierung; Kontrollen für
die Peptidfragmentierung; Identifizierung unbekannter Polypeptide
und Herstellung von Antikörpern.
Eine beliebige oder alle Nukleinsäuren, die für diese Anwendungszwecke geeignet sind,
können
zu einer analysenreinen Substanz oder einem Kitformat zum kommerziellen
Vertrieb als Produkte entwickelt werden. Verfahren zum Durchführen der
oben aufgeführten
Anwendungen sind Fachleuten wohl bekannt. Referenzen, die solche
Verfahren offenbaren, beinhalten, ohne Einschränkung, „Molecular Cloning: A Laboratory Manual", 2. Ausg., Cold
Spring Harbor Laboratory Press, Hrsg.: J. Sambrook, E.F. Fritsch
und T. Maniatis, 1989, und „Methods
in Enzymology: Guide to Molecular Cloning Techniques", Academic Press, Hrsg.:
S.L. Berger und A.R. Kimmel, 1987.
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Sonden
und Primer. Zu den Verwendungen der offenbarten humanen Claudin-21-Nukleinsäuren und Kombinationen
von Fragmenten davon zählt
die Verwendung von Fragmenten als Sonden oder Primer. Solche Fragmente
umfassen im Allgemeinen mindestens etwa 17 aufeinanderfolgende Nukleotide
einer DNA-Sequenz. In anderen Ausführungsformen umfasst ein DNA-Fragment
mindestens 30 oder mindestens 60 aufeinanderfolgende Nukleotide
einer DNA-Sequenz. Die grundlegenden Parameter, die die Wahl der
Hybridisierungsbedingungen beeinflussen, und die Anleitung zum Festlegen
geeigneter Bedingungen werden von Sambrook et al., 1989, ausgeführt und
sind oben ausführlich
beschrieben. Unter Anwendung der Kenntnis des genetischen Kodes
in Kombination mit den oben dargelegten Aminosäuresequenzen können Sätze von
degenerierten Oligonukleotiden hergestellt werden. Solche Oligonukleotide
sind als Primer von Nutzen, z. B. in Polymerase-Kettenreaktionen (polymerase chain reactions,
PCR), wobei DNA-Fragmente isoliert und amplifiziert werden. In bestimmten
Ausführungsformen
können
degenerierte Primer als Sonden für
nicht menschliche genetische Bibliotheken verwendet werden. Solche
Bibliotheken würden
cDNA-Bibliotheken, genomische Bibliotheken und sogar elektronische
EST- („express
sequence tag") oder
DNA-Bibliotheken beinhalten, sind jedoch nicht darauf beschränkt. Homologe
Sequenzen, die mit diesem Verfahren identifiziert wurden, würden dann
als Sonden verwendet werden, um nicht menschliche Claudin-21-Homologa
zu identifizieren.
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Chromosomkartierung.
Die Nukleinsäuren,
die Claudinpolypeptide der Erfindung kodieren, und die offenbarten
Fragmente und Kombinationen dieser Nukleinsäuren können von Fachleuten unter Anwendung wohl
bekannter Techniken zum Identifizieren des menschlichen Chromosoms,
auf das diese Nukleinsäuren kartiert
werden, verwendet werden. Geeignete Techniken beinhalten, sind jedoch
nicht darauf beschränkt,
die Verwendung der Sequenz oder von Abschnitten, einschließlich Oligonukleotiden,
als eine Sonde in verschiedenen wohl bekannten Techniken wie Radiation-Hybrid-Mapping
(Strahlungshybridkartierung) (hohe Auflösung), In-situ-Hybridisierung
an Chromosom-Spreads
(moderate Auflösung)
und Southern-Blot-Hybridisierung an Hybridzelllinien, die einzelne
menschliche Chromosome enthalten (niedrige Auflösung). Zum Beispiel können Chromosome
mit Strahlungshybridisierung kartiert werden. Zunächst wird
unter Verwendung der Auswahl von 93 Strahlungshybriden vom Whitehead
Institute/MIT Center for Genome Research Genebridge4 eine PCR durchgeführt: www.genome.wi.mit.edu/ftp/distribution/human_STS_releases/july97/rhmap/genebridge4.html. Primer
werden verwendet, die innerhalb eines putativen Exons des Gens von
Interesse liegen und die ein Produkt aus menschlicher genomischer
DNA amplifizieren, jedoch nicht genomische DNA vom Hamster amplifizieren.
Die Ergebnisse der PCRs werden in einen Datenvektor umgewandelt,
der auf der Whitehead/MIT Radiation Mapping-Website im Internet
eingegeben wird (www.seq.wi.mit.edu). Die Daten werden bewertet
und die Chromosomzuordnung und -plazierung in Bezug auf bekannte
STS-Marker (STS = Sequence Tag Site) auf der Strahlungshybridkarte
werden geliefert. Die folgende Website liefert zusätzliche
Informationen zur Strahlungshybridkartierung: www.genom.wi.mit.edu/ftp/distribution/human_STS_releases/july97/07-97.INTRO.html.
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Diagnostik
und Gentherapie. Die Nukleinsäuren,
die Claudinpolypeptide der Erfindung kodieren, und die offenbarten
Fragmente und Kombinationen dieser Nukleinsäuren können von einem Fachmann unter
Anwendung wohl bekannter Techniken zum Analysieren von Anomalien,
die mit den Genen assoziiert werden, die diesen Polypeptiden entsprechen,
verwendet werden. Dies ermöglicht
es, Erkrankungen zu unterscheiden, bei denen dieser Marker neu angeordnet
oder deletiert ist. Darüber
hinaus können
Nukleinsäuren
der Erfindung oder ein Fragment davon als ein Positionsmarker zum
Kartieren anderer Gene mit unbekannter Position verwendet werden.
Die DNA kann beim Entwickeln von Behandlungen für eine beliebige Erkrankung
verwendet wird, die von fehlerhaften oder unzureichenden Mengen
der Gene, die den Nukleinsäuren
der Erfindung entsprechen, (direkt oder indirekt) vermittelt werden.
Die Offenbarung von nativen Nukleotidsequenzen hierin ermöglicht den
Nachweis fehlerhafter Gene und deren Austausch durch normale Gene.
Fehlerhafte Gene können
in In-vitro-Diagnoseassays und mittels Vergleich einer hierin offenbarten
nativen Nukleotidsequenz mit der eine Gens, das von einer Person
stammt, von der vermutet wird, dass sie einen Defekt in diesem Gen
aufweist, nachgewiesen werden.
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Verfahren
zum Screenen auf Bindungspartner. Die Claudinpolypeptide der Erfindung
können
jeweils als Reagenzien in Verfahren zum Screenen auf oder Identifizieren von
Bindungspartnern verwendet werden. Zum Beispiel können die
Claudinpolypeptide der Erfindung an einem Material eines festen
Trägers
angeheftet werden und können
in einer Art und Weise an ihre Bindungspartner binden, die der Affinitätschromatographie ähnlich ist.
In bestimmten Ausführungsformen
wird ein Polypeptid mittels herkömmlicher
Verfahren an einen festen Träger
angeheftet. Als ein Beispiel stehen Chromatographiesäulen, die
funktionelle Gruppen enthalten, die mit funktionellen Gruppen an
Aminosäurenseitenketten
oder Polypeptiden reagieren werden, zur Verfügung (Pharmacia Biotech, Inc.,
Piscataway, NJ). In einer Alternative wird ein Polypeptid/Fc-Polypeptid
(wie oben erörtert)
durch Interaktion mit dem Fc-Teil an Polypeptid A oder Polypeptid
G enthaltende Chromatographiesäulen
angebracht. Die Claudinpolypeptide der Erfindung finden auch beim
Identifizieren von Zellen, die einen Bindungspartner auf der Zelloberfläche exprimieren,
Anwendung. Polypeptide werden an eine feste Phase, wie eine Säulenchromatographiematrix
oder ein ähnliches
geeignetes Substrat, gebunden. Zum Beispiel können magnetische Mikrosphären mit
den Polypeptiden beschichtet und durch ein Magnetfeld in dem Inkubationsgefäß gehalten
werden. Suspensionen von Zellmischungen, die Zellen enthalten, die
potentielle Bindungspartner exprimieren, werden mit der festen Phase
mit den Polypeptiden darauf in Kontakt gebracht. Zellen, die den
Bindungspartner auf der Zelloberfläche exprimieren, binden an
die fixierten Polypeptide und ungebundene Zellen werden weggespült. Alternativ
können
Claudinpolypeptide der Erfindung an einen nachweisbaren Teil konjugiert
und dann mit auf Bindungspartnerexpression zu testenden Zellen inkubiert
werden. Nach der Inkubation wird ungebundenes markiertes Material
entfernt und das Vorliegen oder Fehlen des nachweisbaren Teils auf
den Zellen wird ermittelt. In einer weiteren Alternative werden
Mischungen von Zellen, von denen vermutet wird, dass sie den Bindungspartner
exprimieren, mit biotinylierten Polypeptiden inkubiert. Die Inkubationszeiträume sind
in der Regel über
eine Dauer von mindestens einer Stunde, um eine ausreichende Bindung
sicherzustellen. Die resultierende Mischung wird dann durch eine
Säule geleitet,
die mit mit Avidin beschichteten Kügelchen gepackt ist, wobei
die hohe Affinität
von Biotin für
Avidin für
die Bindung der gewünschten
Zellen an die Kügelchen
sorgt. Verfahren zur Verwendung von mit Avidin beschichteten Kügelchen
sind bekannt (siehe Berenson et al., J. Cell. Biochem., 10D:239,
1986). Ein Waschen, um ungebundenes Material zu entfernen, und das
Freisetzen der gebundenen Zellen werden unter Anwendung herkömmlicher
Verfahren durchgeführt.
In einigen Fällen
können
die obigen Verfahren zum Screenen auf oder Identifizieren von Bindungspartnern
auch zum Isolieren oder Reinigen solcher Bindungspartnermoleküle oder
Zellen, die diese exprimieren, verwendet oder modifiziert werden.
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Messen
biologischer Aktivität.
Polypeptide finden auch beim Messen der biologischen Aktivität von humanes
Claudin-21 bindenden Polypeptiden bezüglich deren Bindungsaffinität Anwendung.
Die Polypeptide können
folglich von jenen eingesetzt werden, die „Qualitätssicherungsstudien" durchführen, z.
B. um die Haltbarkeit und Stabilität von Polypeptid unter unterschiedlichen
Bedingungen zu überwachen.
Zum Beispiel können
die Polypeptide in einer Bindungsaffinitätsstudie eingesetzt werden,
um die biologische Aktivität
eines Bindungspartnerpolypeptids zu messen, das bei unterschiedlichen
Temperaturen gelagert oder in unterschiedlichen Zelltypen produziert
wurde. Die Polypeptide können
auch dazu verwendet werden, zu bestimmen, ob die biologische Aktivität nach Modifikation
eines Bindungspartnerpolypeptids (z. B. chemische Modifikation,
Verkürzung,
Mutation usw.) bewahrt wird. Die Bindungsaffinität des modifizierten Polypeptids
wird mit der eines unmodifizierten bindenden Polypeptids verglichen,
um einen etwaigen nachteiligen Einfluß der Modifikationen auf die
biologische Aktivität
des bindenden Polypeptids nachzuweisen. Die biologische Aktivität eines
bindenden Polypeptids kann somit ermittelt werden, bevor es beispielsweise
in einer Forschungsstudie verwendet wird.
-
Träger und
Abgabemittel. Die Polypeptide finden auch als Träger zum Abgeben von Agenzien,
die daran angeheftet sind, an Zellen, die identifizierte Bindungspartner
tragen, Anwendung. Die Polypeptide können folglich dazu verwendet
werden, Diagnostika oder Therapeutika an solche Zellen (oder an
andere Zelltypen, von denen festgestellt wurde, dass sie Bindungspartner
auf der Zelloberfläche
exprimieren) in In-vitro- oder In-vivo-Verfahren abzugeben. Nachweisbare
Mittel (Diagnostika) und Therapeutika, die an ein Polypeptid angelagert
werden können,
beinhalten, sind jedoch nicht darauf beschränkt, Toxine, andere zytotoxische
Agenzien, Arzneimittel, Radionuklide, Chromophore, Enzyme, die eine
kolorimetrische oder fluorometrische Reaktion katalysieren, und
dergleichen, wobei das bestimmte Agens gemäß der beabsichtigten Anwendung
ausgewählt
wird. Zu den Toxinen zählen
Ricin, Abrin, Diphtherietoxin, Pseudomonas aeruginosa-Exotoxin A,
ribosomeninaktivierende Polypeptide, Mykotoxine wie Trichothecene,
und Derivate und Fragmente (z. B. Einzelketten) davon. Radionuklide,
die zur diagnostischen Verwendung geeignet sind, beinhalten, sind
jedoch nicht darauf beschränkt, 123I, 131I, 99mTc, 111In und 76Br. Beispiele von Radionukliden, die zur
therapeutischen Verwendung geeignet sind, beinhalten 131I, 211At, 77Br, 186Re, 188Re, 212Pb, 212Bi, 109Pd, 64Cu und 67Cu. Solche Agenzien können mittels eines beliebigen
geeigneten herkömmlichen
Verfahrens an das Polypeptid angelagert werden. Das Polypeptid umfasst
funktionelle Gruppen an Aminosäurenseitenketten,
die mit funktionellen Gruppen an einem gewünschten Agens reagiert werden
können,
um beispielsweise kovalente Bindungen zu bilden. Alternativ kann
das Polypeptid oder Agens derivatisiert werden, um eine gewünschte reaktive
funktionelle Gruppe zu erzeugen oder anzulagern. Die Derivatisierung
kann die Anlagerung eines der bifunktionellen Kopplungsmittel beinhalten,
die zum Anlagern verschiedener Moleküle an Polypeptide zur Verfügung stehen
(Pierce Chemical Company, Rockford, Illinois, USA). Eine Reihe von
Techniken zum radioaktiven Markieren von Polypeptiden ist bekannt.
Radionuklidmetalle können
an Polypeptide angelagert werden, indem beispielsweise ein geeigneter
bifunktioneller Chelatbildner verwendet wird. Daher werden Konjugate,
die Polypeptide und ein geeignetes Diagnostikum oder Therapeutikum
(vorzugsweise kovalent verbunden) umfassen, hergestellt. Die Konjugate
werden in einer Menge, die für
die bestimmte Anwendung adäquat
ist, verabreicht oder anderweitig eingesetzt.
-
Behandeln von Erkrankungen
mit Claudinpolypeptiden der Erfindung und Antagonisten davon
-
Es
wird erwartet, dass die Claudinpolypeptide der Erfindung, Fragmente,
Varianten, Antagonisten, Agonisten, Antikörper und Bindungspartner der
Erfindung zum Behandeln von medizinischen Zuständen und Erkrankungen von Nutzen
sein werden, einschließlich,
jedoch nicht darauf beschränkt,
Erkrankungen, die die Epithel- oder Endothel-Barrierefunktion oder
den Ionentransport einschließen,
wie hierin weiter beschrieben. Das therapeutische Molekül oder die
therapeutischen Moleküle,
das bzw. die verwendet werden sollen, werden von Ätiologie
der zu behandelnden Erkrankung und den beteiligten biologischen
Stoffwechselwegen abhängen
und Varianten, Fragmente und Bindungspartner von Claudinpolypeptiden
der Erfindung können
Auswirkungen haben, die denen von Claudinpolypeptiden der Erfindung ähnlich sind
oder sich von diesen unterscheiden. Zum Beispiel kann ein Antagonist
der Tight junction-Bildungsaktivität von Claudinpolypeptiden der Erfindung
zur Behandlung von Erkrankungen, die die Tight junction-Bildung
einschließen,
ausgewählt
werden, ein bestimmtes Fragment eines gegebenen humanen Claudin-21-Polypeptids
kann jedoch auch als ein effektiver dominant-negativer Antagonist
dieser Aktivität
fungieren. Folglich bezieht sich „Claudinpolypeptide der Erfindung
oder Antagonisten" in
den folgenden Absätzen
auf alle Claudinpolypeptide der Erfindung, Fragmente, Varianten,
Antagonisten, Agonisten, Antikörper
und Bindungspartner usw. der Erfindung und es versteht sich, dass
ein spezifisches Molekül
oder spezifische Moleküle
von Fachpersonen gemäß der hierin
beschriebenen biologischen und therapeutischen Erwägungen aus
den als Ausführungsformen
der Erfindung bereitgestellten ausgewählt werden kann bzw. können.
-
Die
offenbarten Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten,
Zusammensetzungen und hierin beschriebenen Kombinationstherapien
sind in Medikamenten zum Behandeln von Bakterien-, Virus- oder Protozoeninfektionen
und daraus resultierenden Komplikationen von Nutzen. Eine solche
Erkrankung ist Mycoplasma pneumonia. Darüber hinaus wird hierin die
Verwendung von Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten
zum Behandeln von AIDS und verwandten Erkrankungen, wie AIDS-Dementia-Komplex,
mit AIDS assoziierter Auszehrung, Lipodystrophie aufgrund von Therapie
gegen Retroviren und Kaposi-Sarkom, bereitgestellt. Hierin wird
die Verwendung von Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten
zum Behandeln von Protozoenerkrankungen, einschließlich Malaria
und Schistosomiasis, bereitgestellt. Des weiteren wird die Verwendung
von Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten zum Behandeln
von Erythema nodosum leprosum; bakterieller oder viraler Meningitis;
Tuberkulose, einschließlich
Lungentuberkulose; und zu einer Bakterien- oder Virusinfektion sekundärer Pneumonie
bereitgestellt. Hierin wird ebenfalls die Verwendung von Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten zum Herstellen von Medikamenten
zum Behandeln von Läuserückfallfiebern,
wie dem von Borrelia recurrentis verursachten, bereitgestellt. Die
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten der Erfindung
können
auch zum Herstellen eines Medikaments zum Behandeln von Erkrankungen
verwendet werden, die von Herpes-Viren verursacht werden, wie Herpes-Stromakeratitis,
Hornhautläsionen
und von einem Virus induzierte Hornhauterkrankungen. Darüber hinaus
können
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten beim Behandeln
von menschlichen Papillomavirusinfektionen verwendet werden. Die
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten der Erfindung werden
auch zum Herstellen von Medikamenten zum Behandeln von Influenza
verwendet.
-
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
können
mit den offenbarten Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten,
pharmazeutischen Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien behandelt
werden, einschließlich
Aortenaneurysmen; Arterienentzündung;
Gefäßverschluß; einschließlich Hirnarterienverschluß; Komplikationen
nach einem aorto-koronären
Bypass; Ischämie/Reperfusionsverletzung;
Herzerkrankung, einschließlich
atherosklerotischer Herzerkrankung; Herzmuskelentzündung, einschließlich chronischer
autoimmuner Myokarditis und viraler Myokarditis; Herzversagen, einschließlich chronischem
Herzversagen (chronic heart failure, CHF), Kachexie nach Herzversagen;
Myokardinfektion; Restenose nach Herzchirurgie; asymptomatischer
Myokardischämie;
Komplikationen nach der Implantation von linksventrikulären Hilfsgeräten; Raynaud-Phänomen; Thrombophlebitis;
Gefäßentzündung, einschließlich Kawasaki-Vaskulitis;
Riesenzellarteritis, Wegener-Granulomatose und Purpura Schönlein-Henoch.
-
Eine
Kombination von mindestens einem humanen Claudin-21-Polypeptid oder
Antagonisten und einem oder mehreren anderen Antiangiogenesefaktoren
kann zum Behandeln von festen Tumoren verwendet werden, wodurch
die Vaskularisation reduziert wird, die das Tumorgewebe nährt. Zu
geeigneten Antiangiogenesefaktoren für solche Kombinationstherapien
zählen
IL-8-Inhibitoren, Angiostatin, Endostatin, Kringle 5, Inhibitoren
von vaskulärem
Endothelwachstumsfaktor (wie Antikörper gegen vaskulären Endothelwachstumsfaktor),
Angiopoietin-2 oder andere Antagonisten von Angiopoietin-1, Antagonisten
von plättchenaktivierendem
Faktor und Antagonisten von basischem Fibroblastenwachstumsfaktor.
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Darüber hinaus
werden die betreffenden Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten,
Zusammensetzungen und Kombinationstherapien zum Behandeln von chronischen
Schmerzzuständen
verwendet, wie chronischer Beckenbodenschmerz, einschließlich chronischer
Prostataentzündung/chronischer
Beckenschmerzen. Als ein weiteres Beispiel werden Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten und die Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
der Erfindung zum Behandeln von Post-Herpes-Neuralgie verwendet.
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Ebenfalls
bereitgestellt sind Verfahren zum Verwendung von Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
zum Behandeln verschiedener Erkrankungen des endokrinen Systems.
Zum Beispiel werden die Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten zum
Behandeln von Typ-I-Diabetes (einschließlich autoimmuner und insulinabhängiger Typen
von Diabetes) und auch zum Behandeln von Typ-II-Diabetes (einschließlich nicht-insulinabhängigem und
durch Adipositas verursachtem Diabetes) verwendet. Darüber hinaus
werden die betreffenden Verbindungen, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
zum Behandeln sekundärer
Erkrankungen verwendet, die mit Diabetes assoziiert sind, wie diabetische
Retinopathie, Nierentransplantatabstoßung bei Diabetespatienten,
durch Adipositas verursachte Insulinresistenz und Nierenversagen,
das selbst mit Proteinurie und Hypertonie assoziiert werden kann.
Andere endokrine Erkrankungen können
ebenfalls mit diesen Verbindungen, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
behandelt werden, einschließlich
Polyzystisches Ovarialsyndrom, X-chromosomale Adrenoleukodystrophie,
Schilddrüsenunterfunktion
und Schilddrüsenentzündung, einschließlich Hashimoto-Thyreoiditis (d.
h. autoimmune Thyreoiditis).
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Erkrankungen
des Gastrointestinal-Systems können
ebenfalls mit Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten,
Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien behandelt werden, einschließlich Zöliakie.
Darüber
hinaus werden die Verbindungen, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
der Erfindung zum Behandeln von Morbus Crohn; Colitis ulcerosa;
idiopathischer Gastroparese; Pankreatitis, einschließlich chronischer
Pankreatitis und Lungentrauma, das mit akuter Pankreatitis assoziiert
ist; und Geschwüren,
einschließlich
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, verwendet.
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Beinhaltet
sind auch Verfahren zum Verwenden der betreffenden Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
zum Behandeln von Erkrankungen des Urogenitalsytems, wie Glomerulonephritis,
einschließlich
autoimmuner Glomerulonephritis, Glomerulonephritis aufgrund von
Kontakt mit Toxinen oder zu Infektionen mit hämolytischen Streptokokken oder
anderen infektiösen
Agenzien sekundärer
Glomerulonephritis. Ebenfalls mit den Verbindungen, Zusammensetzungen
und Kombinationstherapien der Erfindung behandelbar sind urämisches
Syndrom und seine klinischen Komplikationen (beispielsweise Nierenversagen,
Anämie
und hypertrophische Kardiomyopathie), einschließlich uremischen Syndrom, das
mit Kontakt mit Umweltgiften, Arzneimitteln oder anderen Ursachen
assoziiert ist. Weitere Erkrankungen, die mit Verbindungen, Zusammensetzungen
und Kombinationstherapien der Erfindung behandelt werden können, sind
Komplikationen von Hämodialyse;
Prostataerkrankungen, einschließlich
benigner Prostatavergrößerung,
abakterieller Prostataentzündung
und chronischer Prostataentzündung.
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Ebenfalls
hierin bereitgestellt sind Verfahren zum Verwenden von Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
zum Behandeln verschiedener hämatologischer
und onkologischer Erkrankungen. Zum Beispiel werden Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten zum Behandeln verschiedener Formen
von Krebs, einschließlich
akuter myeloischer Leukämie,
Epstein-Barr-Virus-positives nasopharyngeales Karzinom, Gliom, Kolon-,
Magen, Prostata-, Nierenzell-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs,
Lungenkrebs (kleinzelliges Lungenkarzinom und nicht-kleinzelliges
Lungenkarzinom), einschließlich
mit Krebs assoziierter Kachexie, Erschöpfung, Asthenie, paraneoplastischem
Syndrom nach Kachexie und Hyperkalziämie. Weitere Erkrankungen,
die mit den betreffenden Claudinpolypeptiden der Erfindung oder
Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien behandelt
werden können,
sind feste Tumore, einschließlich
Sarkom, Osteosarkom und Karzinom, wie Adenkarzinom (beispielsweise
Brustkrebs) und Plattenepithelkarzinom. Darüber hinaus sind die betreffenden
Verbindungen, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien zum Behandeln
von Leukämie,
einschließlich
akuter myeloischer Leukämie,
chronischer oder akuter lymphoblastischer Leukämie und Haarzellenleukämie. Andere
Malignome mit invasivem Metastasierungspotential können mit
den betreffenden Verbindungen, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
behandelt werden, einschließlich
Kahler-Krankheit. Darüber
hinaus können
die offenbarten Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten,
Zusammensetzungen und Kombinationstherapien zum Behandeln von Anämien und
hämatologischen
Erkrankungen verwendet werden, einschließlich Anämie nach chronischer Erkrankung,
aplastischer Anämie,
einschließlich
Fanconi-Anämie;
idiopathischer thrombozytopenischer Purpura (ITP); myelodysplastischen
Syndromen (einschließlich
refraktärer
Anämie,
refraktärer
Anämie
mit Ringsideroblasten, refraktärer
Anämie
mit überschüssigen Blasten,
refraktärer
Anämie
mit überschüssigen Blasten
bei Transformation); Myelofibrose/myeolischer Metaplasie und vasookklusiver
Sichelzellkrise.
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Andere
Erkrankungen, die mit den offenbarten Claudinpolypeptiden der Erfindung
oder Antagonisten, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien behandelt
werden können,
beinhalten jene, die aus Kopf- oder Rückenmarksverletzungen resultieren
und beinhalten subdurales Hämatom
aufgrund eines Schädeltraumas.
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Die
offenbarten Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten,
Zusammensetzungen und Kombinationstherapien werden weiterhin dazu
verwendet, Lebererkrankungen zu behandeln, wie Hepatitis, einschließlich akuter
Alkoholhepatitis, akuter arzneimittelinduzierter oder viraler Hepatitis,
Hepatitis A, B und C, primärsklerosierender
Cholangitis und Leberentzündung
aufgrund unbekannter Ursachen.
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Eine
Reihe von Lungenerkrankungen kann ebenfalls mit den offenbarten
Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen
und Kombinationstherapien behandelt werden. Eine derartige Erkrankung
ist akutes Lungenversagen (adult respiratory distress syndrome,
ARDS), das von einer Vielfalt von Ursachen ausgelöst werden
kann, einschließlich
Kontakt mit toxischen Chemikalien, Pankreatitis, Trauma und andere
Ursachen. Die offenbarten Verbindungen, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
der Erfindung sind ebenfalls zum Behandeln von bronchopulmonaler
Dysplasie (BPD); Lymphangioleiomyomatose und chronischer fibrotischer
Lungenerkrankung von Frühgeborenen
von Nutzen. Darüber
hinaus werden die Verbindungen, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
der Erfindung zum Behandeln arbeitsbedingter Lungenerkrankungen,
einschließlich
Asbestlunge, Kohlenstaublunge, Silikose oder ähnlicher Erkrankungen, die
mit Langzeitkontakt mit feinen Teilchen assoziiert werden. In anderen
Gesichtspunkten der Erfindung werden die offenbarten Verbindungen,
Zusammensetzungen und Kombinationstherapien zum Behandeln von Lungenerkrankungen
verwendet, einschließlich
chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary
disease, COPD), die mit chronischer Bronchitis oder Emphysem assoziiert
wird; fibrotische Lungenerkrankungen, wie Mukoviszidose, idiopathischer
Lungenfibrose und strahlungsinduzierter Lungenfibrose; Lungensarkoidose und
Allergien, einschließlich
allergischer Rhinitis, Kontaktdermititis, atopischer Dermatitis
und Asthma.
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Die
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten der Erfindung,
gegebenenfalls mit dem Cytokin IFNγ-1b (wie ACTIMMUNE®; InterMune
Pharmaceuticals) kombiniert, können
zum Behandeln von Mukoviszidose oder fibrotischen Lungenerkrankungen,
wie idiopathischer Lungenfibrose, strahlungsinduzierter Lungenfibrose
und bleomycininduzierter Lungenfibrose, verwendet werden. Darüber hinaus
ist diese Kombination zum Behandeln anderer Erkrankungen von Nutzen,
die durch Organfibrose gekennzeichnet sind, einschließlich systemischer
Sklerose (auch „Sklerodermia" genannt), die oftmals
eine Fibrose der Leber beinhaltet. Zum Behandeln von Mukoviszidose
können
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten und IFNγ-1b mit PULMOZYME® oder
TOBI® oder
anderen Therapien für
Mukoviszidose kombiniert werden.
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Die
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten der Erfindung
für sich
oder in Kombination mit IFNγ-1b
können
zusammen mit anderen Therapien, die derzeit zum Behandeln von fibrotischer
Lungenerkrankung angewendet werden, verabreicht werden. Solche weiteren
Therapien beinhalten Glukokortikoide, Azathioprin, Cyclophosphamid,
Penicillamin, Colchicin, Sauerstoffsupplementation und so weiter.
Patienten mit fibrotischer Lungenerkrankung, wie IPF, weisen oftmals
einen unproduktiven Husten, progressive Dyspnoe auf und zeigen in
Lungenfunktionstests ein restriktives Atemmuster. Röntgenbilder
des Brustkorbs offenbaren fibrotische Ansammlungen in den Lungen
des Patienten. Wenn eine fibrotische Lungenerkrankung gemäß den offenbarten
Verfahren behandelt wird, kann eine ausreichende Behandlung nachgewiesen
werden, indem eine Verminderung des Hustens des Patienten (wenn
Husten vorliegt) beobachtet wird oder indem Standardlungenfunktionstests
angewendet werden, um Verbesserungen der Lungengesamtkapazität, der Vitalkapazität, des Restlungenvolumens
nachzuweisen, oder indem eine Bestimmung der arteriellen Blutgase
verschrieben wird, die die Desaturierung unter Belastungsbedingungen
mißt,
und gezeigt wird, dass die Lungenfunktion des Patienten sich gemäß einer
oder mehrerer dieser Messungen verbessert hat. Darüber hinaus
kann die Besserung des Patienten durch Ergebnisse aus Röntgenbildern
des Brustkorbs bestimmt werden, die zeigen, dass der Fortschritt
der Fibrose in den Lungen des Patienten aufgehalten oder reduziert
wurde.
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Darüber hinaus
sind Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten (einschließlich löslicher Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antikörper
gegen Claudinpolypeptide der Erfindung) zum Behandeln von Organfibrose
von Nutzen, wenn sie in Kombination mit Relaxin verabreicht werden,
einem Hormon, das die Kollagenproduktion herunterreguliert und folglich
die Fibrose inhibiert, oder wenn sie in Kombination mit Mitteln
gegeben werden, die die fibrogene Aktivität von TGF-β blockieren. Kombinationstherapien
unter Verwendung von Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten
und rekombinantem humanem Relaxin sind beispielsweise zum Behandeln
von systemischer Sklerose oder fibrotischen Lungenerkrankungen,
einschließlich
Mukoviszidose, idiopathischer Lungenfibrose, strahlungsinduzierter
Lungenfibrose und bleomycininduzierter Lungenfibrose, von Nutzen.
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Andere
Ausführungsformen
stellen Verfahren zum Verwenden der offenbarten Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
zum Behandeln einer Vielfalt von rheumatischen Erkrankungen bereit.
Zu diesen gehören:
adulte und juvenile rheumatoide Arthritis; systemischer Lupus erythematodes;
Gicht; Osteoarthritis; Polymyalgia rheumatica; seronegative Spondylarthropathien,
einschließlich
Bechterew-Krankheit; und Reiter-Krankheit. Die betreffenden Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
werden auch zum Behandeln von Arthritis psoriatica und chronischer
Lyme-Krankheit verwendet. Ebenfalls mit diesen Verbindungen, Zusammensetzungen
und Kombinationstherapien behandelbar sind Still-Syndrom und Uveitis,
die mit rheumatoider Arthritis assoziiert wird. Darüber hinaus
werden die Verbindungen, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
der Erfindung beim Behandeln von Erkrankungen verwendet, die in
der Entzündung
der willkürlichen
quergestreiften Muskulatur resultiert, einschließlich Dermatomyositis und Polymyositis.
Darüber
hinaus werden die hierin offenbarten Zusammensetzungen und Kombinationen
zum Behandeln von multizentrischer Retikulohistiozytose verwendet,
einer Erkrankung, bei der die Gelenkzerstörung und die papulösen Knoten des
Gesichts und der Hände
mit einer Überschußproduktion
von proinflammatorischen Cytokinen durch multinukleäre Riesenzellen
assoziiert werden.
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Die
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen
und Kombinationstherapien der Erfindung sind zum Behandeln primärer Amyloidose
von Nutzen. Darüber
hinaus kann auch die sekundäre
Amyloidose, die für
verschiedene Erkrankungen charakteristisch ist, mit Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten, und den hierin beschriebenen Zusammensetzungen
und Kombinationstherapien behandelt werden. Zu solchen Erkrankungen
zählen:
Alzheimer-Krankheit, sekundäre
reaktive Amyloidose; Down-Syndrom
und mit Dialyse assoziierte Amyloidose. Ebenfalls mit den Verbindungen,
Zusammensetzungen und Kombinationstherapien der Erfindung behandelbar
sind ererbte Syndrome periodischen Fiebers, einschließlich familiärem Mittelmeerfieber,
Hyperimmunglobulinämie
D und periodisches Fieber und mit TNF-Rezeptor assoziierte periodische
Syndrome (TRAPS).
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Erkrankungen,
die mit Transplantation assoziiert sind, können ebenfalls mit den offenbarten
Claudinpolypeptiden der Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen
oder Kombinationstherapien behandelt werden, wie Graft-versus-Host-Erkrankung
und Komplikationen, die aus der Transplantation von festen Organen,
einschließlich
der Transplantation von Herz, Leber, Lunge, Haut, Niere oder anderer
Organe, resultieren. Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten
können
beispielsweise verabreicht werden, um die Entwicklung von Bronchiolitis
obliterans nach einer Lungentransplantation zu verhindern oder zu
hemmen.
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Augenerkrankungen
können
ebenfalls mit den offenbarten Claudinpolypeptiden der Erfindung
oder Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
behandelt werden, einschließlich
rhegmatogener Netzhautablösung
und entzündlicher
Augenerkrankung und entzündlicher
Augenerkrankung, die mit Rauchen und Makuladegeneration assoziiert
ist.
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Die
Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten der Erfindung
und die offenbarten Zusammensetzungen und Kombinationstherapien
sind auch zum Behandeln von Erkrankungen von Nutzen, die das weibliche
Fortpflanzungssystem betreffen. Beispiele beinhalten, sind jedoch
nicht darauf beschränkt,
mehrfaches Fehlschlagen einer Implantation/Unfruchtbarkeit; Abortsyndrom
oder Verlust eines IVF-Embryos (Fehlgeburt); präeklamptische Schwangerschaften
oder Eklampsie und Endometriose.
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Die
offenbarten Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten,
Zusammensetzungen und Kombinationstherapien sind des weiteren zum
Behandeln von akuter Polyneuropathie; Anorexia nervosa; einseitiger
Fazialislähmung;
chronischem Ermüdungssyndrom; übertragbarer
Demenz, einschließlich
Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung; Entmarkungskrankheit; Guillain-Barre-Syndrom;
Bandscheibenerkrankung; Golfkriegsyndrom; Myasthenia Gravis; asymptomatische
zerebrale Ischämie;
Schlafstörungen,
einschließlich
Narkolepsie und Schlafapnoe; chronische Neuronendegeneration und
Schlaganfall, einschließlich
zerebraler Ischämieerkrankungen.
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Erkrankungen,
die die Haut oder Schleimhäute
betreffen, können
ebenfalls unter Verwendung der offenbarten Claudinpolypeptide der
Erfindung oder Antagonisten, Zusammensetzungen oder Kombinationstherapien
behandelt werden. Zu solchen Erkrankungen zählen akantholytische Erkrankungen,
einschließlich
Darier-Krankheit, Keratosis follicularis und Pemphigus vulgaris.
Ebenfalls mit den betreffenden Claudinpolypeptiden der Erfindung
oder Antagonisten, Zusammensetzungen und Kombinationstherapien behandelbar
sind Akne; Acne Rosacea; Alopecia areata; aphthöse Stomatitis; bullöses Pemphigoid;
Verbrennungen; Ekzem; Erythem, einschließlich Erythema multiforme und
Erythema multiforme bullosum (Stevens-Johnson-Syndrom); entzündliche
Hauterkrankung; Lichen planus; lineare IgA-bullöse Erkrankung (chronische bullöse Dermatose im
Kindesalter); Verlust der Hautelastizität; Geschwüre der Schleimhautoberfläche; neutrophile
Dermatitis (Sweet-Syndrom); Pityriasis rubra pilaris; Psoriasis;
Pyoderma gangrenosum und toxische epidermale Nekrolyse.
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Verabreichung von Claudinpolypeptiden
der Erfindung und Antagonisten davon
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Diese
Erfindung stellt Verbindungen, Zusammensetzungen und Verfahren zum
Behandeln eines Patienten, vorzugsweise eines Säugetier-Patienten und am meisten
bevorzugt eines menschlichen Patienten, der unter einer medizinischen
Erkrankung und insbesondere einer von humanem Claudin-21 vermittelten
Erkrankung leidet, bereit. Zu solchen von humanem Claudin-21 vermittelten
Erkrankungen zählen
Erkrankungen, die von der Bindung zwischen humanem Claudin-21 und
einem Bindungspartner verursacht (direkt oder indirekt) oder verschlimmert
werden. Zum Zwecke dieser Offenbarung werden die Ausdrücke „Krankheit", „Erkrankung", „medizinische
Beschwerden", „anomaler
Zustand" und dergleichen
mit dem Ausdruck „medizinische
Erkrankung" austauschbar
verwendet. Die hierin verwendeten Ausdrücke „behandeln" und „Behandlung" beinhalten heilende,
vorbeugende (z. B. prophylaktische) und Palliativ- oder bessernde
Behandlung. Für
solche therapeutischen Anwendungen können Claudinpolypeptide der
Erfindung und Fragmente, humane Claudin-21-Nukleinsäuren, die
die Claudinpolypeptide der Erfindung kodieren, und/oder Agonisten
oder Antagonisten des humanen Claudin-21-Polypeptids, wie Antikörper, dem
bedürftigen
Patienten über
wohl bekannte Mittel verabreicht werden. Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung können
ein Polypeptid in einer beliebigen hierin beschriebenen Form enthalten,
wie native Polypeptide, Varianten, Derivate, Oligomere und biologisch
aktive Fragmente. In bestimmten Ausführungsformen umfasst die Zusammensetzung
ein lösliches
Polypeptid oder ein Oligomer, das lösliche Claudinpolypeptide der
Erfindung umfasst.
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Therapeutisch
wirksame Menge. Beim Ausüben
des Verfahrens der Behandlung oder Verwendung der vorliegenden Erfindung
wird einem Patienten mit einer zu behandelnden Erkrankung eine therapeutisch wirksame
Menge eines Therapeutikums der vorliegenden Erfindung verabreicht,
vorzugsweise um Erkrankungen zu behandeln oder zu lindern, die mit
der Aktivität
eines humanen Claudin-21-Polypeptids assoziiert sind. „Therapeutikum" beinhaltet, ohne
Einschränkung,
ein beliebiges der Claudinpolypeptide der Erfindung, Fragmente und
Varianten; Nukleinsäuren,
die die Claudinpolypeptide der Erfindung, Fragmente und Varianten
kodieren; Agonisten oder Antagonisten der Claudinpolypeptide der
Erfindung, wie Antikörper;
Bindungspartner von humanem Claudin-21-Polypeptid; Komplexe, die
aus den Claudinpolypeptiden der Erfindung, Fragmenten, Varianten
und Bindungspartnern usw. gebildet werden. Wie hierin verwendet,
steht der Ausdruck „therapeutisch
wirksame Menge" für die Gesamtmenge
jedes Therapeutikums oder anderen Wirkbestandteils der pharmazeutischen
Zusammensetzung oder des Verfahrens, die dazu ausreicht, einen bedeutenden
Nutzen für den
Patienten aufzuzeigen, d. h. Behandlung, Heilung, Verhinderung oder
Linderung des relevanten medizinischen Zustands oder einer Steigerung
der Geschwindigkeit der Behandlung, Heilung, Verhinderung oder Linderung
solcher Zustände.
Bei Anwendung auf ein einzelnes Therapeutikum oder einen einzelnen
Wirkstoff, das bzw. der für
sich verabreicht wird, bezieht sich der Ausdruck auf diesen Inhaltsstoff
allein. Bei Anwendung auf eine Kombination bezieht sich der Ausdruck
auf kombinierte Mengen der Inhaltsstoffe, die in der therapeutischen
Wirkung resultieren, ob in Kombination, nacheinander oder gleichzeitig
verabreicht. Wie hierin verwendet, bedeutet die Phrase „Verabreichen
einer therapeutisch wirksamen Menge" eines Therapeutikums, dass der Patient
mit dem Therapeutikum in einer Menge und eine Zeitdauer lang behandelt
wird, die dazu ausreichen, eine Verbesserung und vorzugsweise eine
anhaltende Verbesserung in mindestens einem Indikator, der die Schwere
der Erkrankung widerspiegelt, zu induzieren. Eine Verbesserung wird
als „anhaltend" betrachtet, wenn
der Patient die Verbesserung bei mindestens zwei Gegebenheiten,
die durch eine oder mehr Wochen voneinander getrennt sind, aufzeigt.
Der Grad der Verbesserung wird auf Grundlage von Anzeichen oder
Symptomen bestimmt und die Bestimmungen können auch Fragebögen einsetzen,
die dem Patienten gegeben werden, wie Fragebögen zur Lebensqualität. Verschiedene
Indikatoren, die das Ausmaß der
Krankheit des Patienten widerspiegeln, können zum Bestimmen, ob die
Menge und die Dauer der Behandlung ausreichend sind, ausgewertet
werden. Der Baseline-Wert
für den
gewählten
Indikator oder die gewählten
Indikatoren wird mittels Untersuchung des Patienten vor Verabreichung
der ersten Dosis des Therapeutikums festgestellt. Vorzugsweise wird
die Baseline-Untersuchung innerhalb von etwa 60 Tage vor Verabreichen
der ersten Dosis vorgenommen. Wenn das Therapeutikum zum Behandeln
akuter Symptome verabreicht wird, wird die erste Dosis so bald wie
praktisch möglich,
nachdem die Verletzung erfolgt ist, verabreicht. Eine Verbesserung
wird durch Verabreichen von Therapeutika wie Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten induziert, bis der Patient eine
Verbesserung gegenüber
der Baseline für
den gewählten
Indikator oder die gewählten
Indikatoren offenbart. Beim Behandeln chronischer Zustände wird
dieser Grad der Verbesserung erlangt, indem dieses Medikament wiederholt über einen
Zeitraum von mindestens einem Monat oder länger, z. B. einen, zwei oder drei
Monate oder länger,
oder auf unbestimmte Zeit verabreicht wird. Ein Zeitraum von einer
bis sechs Wochen oder sogar eine einzige Dosis reicht oftmals zum
Behandeln akuter Zustände
aus. Für
Verletzungen oder akute Zustände
kann eine einzige Dosis ausreichen. Obwohl das Ausmaß der Krankheit
des Patienten nach der Behandlung gemäß einem oder mehreren Indikatoren
verbessert zu sein scheint, kann die Behandlung mit derselben Konzentration
oder mit einer reduzierten Dosis oder Häufigkeit fortgesetzt werden.
Sobald die Behandlung gedrosselt oder abgesetzt wurde, kann sie
zu einem späteren
Zeitpunkt mit der ursprünglichen
Konzentration wiederaufgenommen werden, wenn die Symptome erneut
auftreten sollten.
-
Dosierung.
Ein Fachmann der einschlägigen
Technik wird erkennen, dass geeignete Dosierungen in Abhängigkeit
von solchen Faktoren wie der Beschaffenheit und Schwere der behandelten
Erkrankung, dem Körpergewicht,
Alter, dem Allgemeinzustand und vorherigen Krankheiten und/oder
Behandlungen des Patienten und dem Verabreichungsweg variieren werden.
Vorläufige
Dosen können
gemäß Tierversuchen
ermittelt werden und die Abgleichung von Dosierungen zur Verabreichung
an Menschen wird gemäß in der
Technik anerkannten Praktiken wie Standarddosierungsversuchen vorgenommen.
Zum Beispiel kann die therapeutisch wirksame Dosis anfangs anhand
von Zellkulturassays geschätzt
werden. Die Dosierung wird von der spezifischen Aktivität der Verbindung
abhängen
und kann leicht mittels Routineversuchen bestimmt werden. Eine Dosis
kann in Tiermodellen formuliert werden, um einen Kreislaufkonzentrationsbereich
im Plasma zu erlangen, der die IC50 (d. h. die Konzentration der
Testverbindung, die eine halbmaximale Hemmung der Symptome erzielt),
wie in Zellkultur ermittelt, beinhaltet, während Toxizitäten minimiert
werden. Solche Informationen können
dazu verwendet, in Menschen geeignete Dosen präziser zu bestimmen. Schließlich wird
der behandelnde Arzt die Menge des Polypeptids der vorliegenden
Erfindung festlegen, mit der jeder individuelle Patient zu behandeln
ist. Anfangs wird der behandelnde Arzt niedrige Dosen des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung verabreichen und die Reaktion des Patienten
beobachten. Höhere
Dosen des Polypeptids der vorliegenden Erfindung können verabreicht
werden, bis die optimale therapeutische Wirkung für den Patienten
erzielt wird, und ab diesem Punkt wird die Dosierung nicht weiter
erhöht.
Es ist vorgesehen, dass die verschiedenen pharmazeutischen Zusammensetzungen,
die zum Ausüben
des Verfahrens der vorliegenden Erfindung verwendet werden, etwa
0,01 ng bis etwa 100 mg (vorzugsweise etwa 0,1 ng bis etwa 10 mg,
mehr bevorzugt etwa 0,1 Mikrogramm bis etwa 1 mg) des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung pro kg Körpergewicht enthalten sollten.
In einer Ausführungsform
der Erfindung werden Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten
einmal wöchentlich
verabreicht, um die verschiedenen hierin offenbarten medizinischen
Erkrankungen zu behandeln, in einer anderen Ausführungsform wird mindestens
zweimal wöchentlich
verabreicht und in einer anderen Ausführungsform wird mindestens
dreimal wöchentlich
verabreicht. Bei Injektion reicht die wirksame Menge der Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten pro Erwachsenendosis von 1-20 mg/m2 und macht vorzugsweise etwa 5-12 mg/m2 aus. Alternativ kann eine Fixdosis verabreicht
werden, deren Menge von 5-100 mg/Dosis reichen kann. Beispielhafte
Dosisbereiche für
eine Fixdosis, die mittels subkutaner Injektion verabreicht werden
soll, sind 5-25 mg/Dosis, 25-50 mg/Dosis und 50-100 mg/Dosis. In
einer Ausführungsform
der Erfindung werden die im folgenden beschriebenen verschiedenen
Indikationen behandelt, indem ein zur Injektion akzeptables Präparat verabreicht
wird, das Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten mit
25 mg/Dosis enthält
oder alternativ 50 mg pro Dosis enthält. Die 25-mg- oder 50-mg-Dosis
kann wiederholt verabreicht werden, insbesondere bei chronischen
Erkrankungen. Wenn ein anderer Verabreichungsweg als Injektion angewendet
wird, wird die Dosis entsprechend gemäß medizinischer Standardpraktiken
angepaßt.
In vielen Fällen
wird eine Verbesserung des Zustands eines Patienten erzielt, indem
eine Dosis von etwa 25 mg Claudinpolypeptiden der Erfindung oder
Antagonisten ein- bis dreimal wöchentlich über einen
Zeitraum von mindestens drei Wochen oder eine Dosis von 50 mg Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten ein- oder zweimal wöchentlich
für mindestens
drei Wochen injiziert wird, obgleich eine Behandlung über längere Zeiträume notwendig
sein kann, um das gewünschte
Ausmaß der
Verbesserung zu induzieren. Bei unheilbaren chronischen Erkrankungen
kann die Kur auf unbegrenzte Zeit fortgesetzt werden, wobei Anpassungen
an der Dosis und der Häufigkeit
vorgenommen werden, wenn solche von dem Arzt des Patienten als erforderlich erachtet
werden. Die vorstehenden Dosen sind Beispiele für einen erwachsenen Patienten,
bei dem es sich um eine Person handelt, die 18 Jahre alt oder älter ist.
Bei pädiatrischen
Patienten (Alter von 4-17) beinhaltet eine geeignete Kur die subkutane
Injektion von 0,4 mg/kg bis zu einer Höchstdosis von 25 mg Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten, die mittels subkutaner Injektion
einmal oder mehrmals wöchentlich
verabreicht wird. Wenn ein Antikörper
gegen ein humanes Claudin-21-Polypeptid als der Antagonist von humanem
Claudin-21-Polypeptid verwendet wird, ist ein bevorzugter Dosisbereich
0,1 bis 20 mg/kg und mehr bevorzugt 1-10 mg/kg. Ein anderer bevorzugter
Dosisbereich für
einen Antikörper
gegen humanes Claudin-21-Polypeptid
ist 0,75 bis 7,5 mg/kg Körpergewicht.
Humanisierte Antikörper
sind bevorzugt, das heißt,
Antikörper,
in denen nur der antigenbindende Abschnitt des Antikörpermoleküls von einer
nicht menschlichen Quelle abgeleitet ist. Solche Antikörper können injiziert
oder intravenös
verabreicht werden.
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Formulierungen.
Zusammensetzungen, die eine wirksame Menge einer humanen Claudin-21-Polypeptids
der vorliegenden Erfindung (aus welcher Quelle auch stammend, einschließlich, ohne
Einschränkung, aus
rekombinanten und nicht rekombinanten Quellen) in Kombination mit
anderen Bestandteilen, wie physiologisch unbedenklichem Verdünnungsmittel,
Trägerstoff
oder Hilfsmittel, umfasst, werden hierin bereitgestellt. Der Ausdruck „pharmazeutisch
unbedenklich" steht
für ein
nicht toxisches Material, das die Wirksamkeit der biologischen Aktivität des Wirkstoffs
bzw. der Wirkstoffe nicht beeinträchtigt. Zu Formulierungen,
die zur Verabreichung geeignet sind, zählen wäßrige und nicht wäßrige sterile
Injektionslösungen,
die Antioxidantien, Puffer, Bakteriostatika und gelöste Stoffe,
die die Formulierung mit dem Blut des Empfängers isotonisch machen können, enthalten
können;
und wäßrige und
nicht wäßrige sterile
Suspensionen, die Suspensionsmittel oder Verdickungsmittel enthalten
können.
Die Polypeptide können
gemäß bekannten
Verfahren formuliert werden, die zum Herstellen pharmazeutisch geeigneter
Zusammensetzungen verwendet werden. Sie können unter Beimischung, entweder
als die einzige Wirksubstanz oder mit anderen bekannten Wirksubstanzen,
die für
eine gegebene Indikation geeignet sind, mit pharmazeutisch unbedenklichen
Verdünnungsmitteln
(z. B. Kochsalzlösung,
Tris-HCl, Acetat und phosphatgepufferten Lösungen), Konservierungsstoffen
(z. B. Thimerosal, Benzylalkohol, Parabene), Emulgatoren, Löslichkeitsverbesserern,
Adjuvantien und/oder Trägern
kombiniert werden. Zu geeigneten Formulierungen für pharmazeutische
Zusammensetzungen zählen
die in Remington's Pharmaceutical
Sciences, 16. Ausg. 1980, Mack Publishing Company, Easton, PA, beschriebenen.
Darüber hinaus
können
solche Zusammensetzungen mit Polyethylenglykol (PEG), Metallionen
komplexiert werden oder in polymere Verbindungen, wie Polyessigsäure, Polyglykolsäure, Hydrogele,
Dextran usw. eingebunden werden oder in Liposome, Mikroemulsionen,
Mizellen, unilamellare oder multilamellare Vesikel, Blutkörperchenschatten
oder Sphäroblaste
eingebunden. Zu geeigneten Lipiden zur Liposomformulierung zählen, ohne Einschränkung, Monoglyceride,
Diglyceride, Sulfatide, Lysolecithin, Phospholipide, Saponin, Gallensäuren und
dergleichen. Die Herstellung solcher Liposomformulierungen liegt
innerhalb des Könnens
von Fachleuten, wie beispielsweise in
US-Pat.
Nr. 4,235,871 ;
US-Pat.
Nr. 4,501,728 ;
US-Pat.
Nr. 4,837,028 und
US-Pat.
Nr. 4,737,323 offenbart. Solche Zusammensetzungen werden
den physikalischen Zustand, die Löslichkeit, die Stabilität, die Geschwindigkeit
der Freisetzung in vivo und die Geschwindigkeit der Clearance in
vivo beeinflussen und werden daher gemäß der beabsichtigten Anwendung
ausgewählt,
so dass die Charakteristika des Trägerstoffs von dem gewählten Verabreichungsweg
abhängen
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden
Formen von Claudinpolypeptiden der Erfindung mit anhaltender Freisetzung
verwendet. Formen mit anhaltender Freisetzung, die zur Verwendung
in den offenbarten Verfahren geeignet sind, beinhalten, sind jedoch
nicht darauf beschränkt,
Claudinpolypeptide der Erfindung, die in einem sich langsam auflösenden biokompatiblen
Polymer (wie den in
U.S. Nr.
6,036,978 beschriebenen Alginatmikroteilchen) eingekapselt,
mit einem solchen Polymer (einschließlich topisch angewendeter
Hydrogele) vermischt und/oder in einem biokompatiblen halbdurchlässigen Implantat
eingeschlossen werden.
-
Kombinationen
von therapeutischen Verbindungen. Ein humanes Claudin-21-Polypeptid der vorliegenden
Erfindung kann in Multimeren (z. B. Heterodimeren oder Homodimeren)
oder Komplexen mit sich selbst oder anderen Polypeptiden aktiv sein.
Infolgedessen können
pharmazeutische Zusammensetzungen der Erfindung ein Polypeptid der
Erfindung in einer solchen multimeren oder komplexierten Form umfassen. Die
pharmazeutische Zusammensetzung der Erfindung kann in der Form eines
Komplexes des Polypeptids bzw. der Polypeptide der vorliegenden
Erfindung zusammen mit Polypeptid- oder Peptidantigenen sein. Die Erfindung
beinhaltet weiterhin die gleichzeitige Verabreichung von Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten mit einem oder mehreren anderen
Arzneimitteln, die demselben Patienten mit den Claudinpolypeptiden
der Erfindung oder Antagonisten verabreicht werden, wobei jedes
Arzneimittel gemäß einer
für dieses Medikament
geeigneten Kur verabreicht wird. „Gleichzeitige Verabreichung" umfasst die simultane
oder sequentielle Behandlung mit den Bestandteilen der Kombination
sowie Kuren, in denen die Arzneimittel alterniert werden oder wobei
ein Bestandteil über
lange Zeit verabreicht wird und der andere bzw. die anderen periodisch verabreicht
wird bzw. werden. Die Bestandteile können in derselben Zusammensetzung
oder in getrennten Zusammensetzungen und mittels desselben Verabreichungswegs
oder unterschiedlichen Verabreichungswegen verabreicht werden. Beispiele
von Bestandteilen, die in die pharmazeutische Zusammensetzung der
Erfindung eingebunden werden können,
sind: Cytokine, Lymphokine oder andere hämopoetische Faktoren wie M-CSF, GM-CSF,
TNF, IL-1, IL-2,
IL-3, IL-4, IL-5, IL-6, IL-7, IL-8, IL-9, IL-10, IL-11, IL-12, IL-13,
IL-14, IL-15, IL-17, IL-18,
IFN, TNF0, TNF1, TNF2, G-CSF, Meg-CSF, Thrombopoietin, Stammzellfaktor
und Erythropoietin. Die pharmazeutische Zusammensetzung kann weiterhin
andere Agenzien enthalten, die entweder die Aktivität des Polypeptids
fördern
oder dessen Aktivität
oder Verwendung bei der Behandlung ergänzt. Solche zusätzlichen Faktoren
und/oder Agenzien können
in die pharmazeutische Zusammensetzung eingebunden werden, um eine
synergistische Wirkung mit dem Polypeptid der Erfindung zu produzieren
oder Nebenwirkungen zu minimieren. Umgekehrt kann ein humanes Claudin-21-Polypeptid
oder ein Antagonist der vorliegenden Erfindung in Formulierungen
des bestimmten Cytokins, Lymphokins, anderen hämopoetischen Faktors, thrombolytischen
oder Anti-Thrombosefaktor oder entzündungshemmenden Mittels eingebunden
werden, um Nebeneffekte des Cytokins, Lymphokins, anderen hämopoetischen
Faktors, thrombolytischen oder Anti-Thrombosefaktor oder entzündungshemmenden
Mittels zu minimieren. Weitere Beispiele von Arzneimitteln, die
gleichzeitig zu verabreichen sind, beinhalten, sind jedoch nicht
darauf beschränkt,
antivirale Substanzen, Antibiotika, Analgetika, Kortikosteroide,
Antagonisten von entzündlichen
Cytokinen, nicht-steroidale Antirheumatika (non-steroidal anti-inflammatory
drugs, NSAIDs), Pentoxifyllin, Thalidomid und den Krankheitsprozess
beeinflussende Antirheumatika (disease-modifying antirheumatic drugs,
DMARDs) wie Azathioprin, Cyclophosphamid, Cyclosporin, Hydroxychloroquinsulfat,
Methotrexat, Leflunonud, Minocyclin, Penicillamin, Sulfasalazin und
Goldverbindungen wie orales Gold, Goldnatriumthiomalat und Aurothioglukose.
Darüber
hinaus können Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten mit einem zweiten humanen Claudin-19-,
-21- und -22-Polypeptid/Antagonist,
einschließlich
eines Antikörpers
gegen ein humanes Claudin-19-, -21- und -22-Polypeptids, oder einem von
humanem Claudin-19-, -21- und -22-Polypeptid abgeleiteten Peptid,
das als ein kompetitiver Inhibitor eines nativen humanen Claudin-19-,
-21- und -22-Polypeptids fungiert, kombiniert werden.
-
Verabreichungswege.
Ein beliebiger wirksamer Verabreichungsweg kann angewendet werden,
um Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten davon, einschließlich jener
Zusammensetzungen, die Nukleinsäuren
umfassen, therapeutisch zu verabreichen. Parenterale Verabreichung
beinhaltet Injektion beispielsweise über intraartikuläre, intravenöse, intramuskuläre, intraläsionale,
intraperitoneale oder subkutane Wege mittels Bolusinjektion oder
Dauerinfusion und beinhaltet außerdem
lokalisierte Verabreichung, z. B. an einer Erkrankungs- oder Verletzungsstelle.
Zu anderen geeigneten Verabreichungsmitteln zählen anhaltende Freisetzung
aus Implantaten; Aerosolinhalation und/oder -insufflation; Augentropfen;
vaginal oder rektal verabreichte Suppositorien; bukkal verabreichte
Präparate;
oral verabreichte Präparate,
einschließlich
Pillen, Sirupe, Lutschpastillen oder Kaugummi; und topisch verabreichte
Präparate
wie Lotionen, Gele, Sprays, Salben oder andere geeignete Techniken.
Alternativ können
polypeptidhaltige Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten
beispielsweise durch Implantieren kultivierter Zellen, die das Polypeptid
exprimieren, durch Implantieren von Zellen, die Claudinpolypeptide
der Erfindung oder Antagonisten exprimieren, verabreicht werden.
Zellen können
auch ex vivo in Gegenwart von Polypeptiden der vorliegenden Erfindung
kultiviert werden, um eine gewünschte
Wirkung auf solche Zellen oder eine gewünschte Aktivität in solchen
Zellen zu vermehren oder zu produzieren. Behandelte Zellen können dann
zu therapeutischen Zwecken in vivo eingeführt werden. In einer anderen
Ausführungsform
werden die eigenen Zellen des Patienten mittels Transfektion in
vivo oder ex vivo mit einer DNA, die Claudinpolypeptide der Erfindung
oder Antagonisten kodiert, dazu gebracht, Claudinpolypeptide der
Erfindung oder Antagonisten zu produzieren. Diese DNA kann in die
Zellen des Patienten eingeführt
werden, indem beispielsweise nackte DNA oder in Liposomen eingekapselte
DNA, die Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten kodiert,
injiziert wird, oder über
ein anderes Transfektionsmittel. Nukleinsäuren der Erfindung können ebenfalls
mittels anderer bekannter Verfahren zur Einführung einer Nukleinsäure in eine
Zelle oder einen Organismus (einschließlich, ohne Einschränkung, in
der Form von viralen Vektoren oder nackter DNA) an Patienten verabreicht
werden. Wenn Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten
in Kombination mit einem oder mehreren anderen biologisch aktiven
Verbindungen verabreicht werden, können diese mittels desselben
Wegs oder mittels unterschiedlicher Wege verabreicht werden oder
können
gleichzeitig, getrennt oder sequentiell verabreicht werden.
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Orale
Verabreichung. Wenn eine therapeutisch wirksame Menge des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung oral verabreicht wird, wird das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung in der Form einer Tablette, einer Kapsel,
eines Pulvers, einer Lösung
oder eines Elixiers sein. Bei Verabreichung in Tablettenform kann
die pharmazeutische Zusammensetzung der Erfindung zusätzlich einen
festen Trägerstoff
wie eine Gelatine oder ein Adjuvans enthalten. Die Tablette, die
Kapsel und das Pulver enthalten von etwa 5 bis 95% Polypeptid der vorliegenden
Erfindung und vorzugsweise von etwa 25 bis 90% Polypeptid der vorliegenden
Erfindung. Bei Verabreichung in flüssiger Form kann ein flüssiger Trägerstoff,
wie Wasser, Erdöl, Öle tierischen
oder pflanzlichen Ursprungs, wie Erdnußöl, Mineralöl, Sojaöl oder Sesamöl, oder
synthetische Öle,
zugegeben werden. Die flüssige
Form der pharmazeutischen Zusammensetzung kann weiterhin physiologische
Kochsalzlösung, Dextrose
oder eine andere Saccharidlösung
oder Glykole, wie Ethylenglykol, Propylenglykol oder Polyethylenglykol,
enthalten. Bei Verabreichung in flüssiger Form enthält die pharmazeutische
Zusammensetzung von etwa 0,5 bis 90 Gew.-% Polypeptid der vorliegenden
Erfindung und vorzugsweise von etwa 1 bis 50% Polypeptid der vorliegenden
Erfindung.
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Intravenöse Verabreichung.
Wenn eine therapeutisch wirksame Menge des Polypeptids der vorliegenden
Erfindung mittels intravenöser,
kutaner oder subkutaner Injektion verabreicht wird, wird das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung in der Form einer pyrogenfreien, parenteral
unbedenklichen wäßrigen Lösung sein.
Die Herstellung solcher parenteral unbedenklichen Polypeptidlösungen liegt,
unter guter Berücksichtigung
des pH-Werts, der
Isotonizität,
der Stabilität
und dergleichen, innerhalb des Könnens
von Fachleuten. Eine bevorzugte pharmazeutische Zusammensetzung
zur intravenösen,
kutanen oder subkutanen Injektion sollte neben dem Polypeptid der
vorliegenden Erfindung ein isotonisches Vehikel wie Natriumchlorid-Injektionslösung, Ringer-Injektionslösung, Dextrose-Injektionslösung, Dextrose-
und Natriumchlorid-Injektionslösung,
Laktat-Ringer-Injektionslösung oder
ein anderes in der Technik bekanntes Vehikel. Die pharmazeutische
Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann auch Stabilisierungsmittel,
Konservierungsstoffe, Puffer, Antioxidantien oder andere Fachleuten
bekannte Zusatzstoffe enthalten. Die Dauer der intravenösen Therapie
unter Verwendung der pharmazeutischen Zusammensetzung der vorliegenden
Erfindung wird in Abhängigkeit
von der Schwere der behandelten Erkrankung und des Zustands und
der potentiellen idiosynkratischen Reaktion jedes individuellen
Patienten abhängen.
Es ist vorgesehen, dass die Dauer jeder Anwendung des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung im Bereich von 12 bis 24 Stunden kontinuierlicher
intravenöser
Verabreichung liegt. Schließlich
wird der behandelnde Arzt die adäquate
Dauer der intravenösen
Therapie unter Verwendung der pharmazeutischen Zusammensetzung der
vorliegenden Erfindung festlegen.
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Verabreichung
an Knochen und Gewebe. Bei Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung,
die zur Knochen-, Knorpel-, Sehnen- oder Bänderregeneration geeignet sind,
beinhaltet das therapeutische Verfahren das Verabreichen der Zusammensetzung
auf topischem, systemischem oder lokalem Weg als ein Implantat oder
eine Vorrichtung. Bei Verabreichung ist die therapeutische Zusammensetzung
zur Verwendung in dieser Erfindung selbstverständlich in einer pyrogenfreien,
physiologisch unbedenklichen Form. Des Weiteren kann die Zusammensetzung
in wünschenswerter
Weise zur Abgabe an die Stelle der Knochen-, Knorpel- oder Gewebeschädigung eingekapselt
oder in einer viskosen Form injiziert werden. Topische Verabreichung
kann für
Wundheilung und Gewebewiederherstellung geeignet sein. Therapeutisch
geeignete Mittel, bei denen es sich nicht um ein Polypeptid der
Erfindung handelt und die ebenfalls in die Zusammensetzung wie oben
beschrieben eingebunden werden können,
können
alternativ oder zusätzlich
simultan oder sequentiell mit der Zusammensetzung in den Verfahren
der Erfindung verabreicht werden. Vorzugsweise würde die Zusammensetzung zur
Knochen- und/oder Knorpelbildung eine Matrix enthalten, die die
Polypeptid enthaltende Zusammensetzung an die Stelle der Knochen-
und/oder Knorpelschädigung
abgeben kann, eine Struktur für
den sich entwickelnden Knochen und Knorpel bereitstellt und im besten
Fall in den Körper
resorbiert werden kann. Solche Matrizen können aus Materialien gebildet
sein, die gegenwärtig
für andere
implantierte medizinische Anwendungen im Gebrauch sind. Die Wahl
des Matrixmaterials basiert auf der Biokompatibilität, der biologischen
Abbaubarkeit, der mechanischen Eigenschaften, dem kosmetischen Erscheinungsbild
und der Grenzflächeneigenschaften.
Die bestimmte Anwendung der Zusammensetzungen wird die entsprechende
Formulierung definieren. Potentielle Matrizen für die Zusammensetzungen können biologisch
abbaubar und chemisch definiertes Kalziumsulfat, Trikalziumphosphat,
Hydroxyapatit, Polymilchsäure,
Polyglykolsäure
und Polyanhydride sein. Andere potentielle Materialien sind biologisch
abbaubar und biologisch gut definiert, wie Knochen- oder Hautkollagen.
Weitere Matrizen setzen sich aus reinen Polypeptiden oder extrazellulären Matrixbestandteilen zusammen.
Andere potentielle Matrizen sind nicht biologisch abbaubar und chemisch
definiert, wie gesintertes Hydroxyapatit, Bioglas, Aluminate oder
andere Keramikmaterialien. Matrizen können sich aus Kombinationen beliebiger
der oben erwähnten
Materialarten zusammensetzen, wie Polymilchsäure und Hydroxyapatit oder Kollagen
und Trikalziumphosphat. Die Biokeramiken können in Bezug auf die Zusammensetzung,
wie in Kalzium/Aluminat/Phosphat, und die Verarbeitung modifiziert
werden, um die Porengröße, Teilchengröße, Teilchenform
und biologische Abbaubarkeit zu modifizieren. Gegenwärtig ist
ein Copolymer aus Milchsäure
und Glykolsäure
mit einer molaren Masse von 50:50 in der Form poröser Teilchen
mit Durchmessern, die von 150 bis 800 Mikron reichen, bevorzugt.
In einigen Anwendungen wird es von Nutzen sein, ein Maskierungsmittel zu
nutzen, wie Carboxymethylcellulose oder ein autologes Blutgerinnsel,
um zu verhindern, dass die Polypeptidzusammensetzungen sich von
der Matrix ablösen.
Eine bevorzugte Familie von Maskierungsmitteln ist Cellulosematerialien
wie Alkylcellulosen (einschließlich
Hydroxyalkylcellulosen), einschließlich Methylcellulose, Ethylcellulose, Hydroxyethylcellulose,
Hydroxypropylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose und Carboxymethylcellulose,
wobei die am meisten bevorzugten kationische Salze von Carboxymethylcellulose
(CMC) sind. Zu anderen bevorzugten Maskierungsmitteln zählen Hyaluronsäure, Natriumalginat,
Poly(ethylenglykol), Polyoxyethylenoxid, Carboxyvinylpolymer und
Poly(vinylalkohol). Die Menge an hierin nützlichem Maskierungsmittel
ist 0,5-20 Gew.-%, vorzugsweise 1-10 Gew.-%, basierend auf dem Formulierungsgesamtgewicht, was
der Menge entspricht, die erforderlich ist, um die Desorption des
Polypeptids von der Polymermatrix zu verhindern und eine adäquate Verarbeitung
der Zusammensetzung bereitzustellen, jedoch nicht so sehr, dass die
Vorläuferzellen
daran gehindert werden, in die Matrix einzudringen, wodurch dem
Polypeptid die Gelegenheit verschafft wird, die osteogenetische
Aktivität
der Vorläuferzellen
zu unterstützen.
In weiteren Zusammensetzungen können
die Polypeptide der Erfindung mit anderen Mitteln kombiniert werden,
die für
die Behandlung des betreffenden Knochen- und/oder Knorpeldefekts, der betreffenden
Wunde oder des betreffenden Gewebes vorteilhaft ist. Zu diesen Mitteln
zählen
verschiedene Wachstumsfaktoren wie epidermaler Wachstumsfaktor (epidermal
growth factor, EGF), Plättchenwachstumsfaktor
(plateletderived growth factor, PDGF), von transformierten Zellen
gebildete Wachstumsfaktoren (transformed growth factors, TGF-alpha
und TGF-beta) und insulinartiger Wachstumsfaktor (insulin-like growth
factor, IGF). Die therapeutischen Zusammensetzungen sind außerdem gegenwärtig für Anwendungen
in der Tiermedizin wertvoll. Insbesondere Haustiere und Zuchtpferde
sind neben Menschen erwünschte
Patienten für
eine solche Behandlung mit Polypeptiden der vorliegenden Erfindung.
Das Dosierungsschema einer Polypeptid enthaltenden pharmazeutischen
Zusammensetzung, die bei der Geweberegeneration verwendet werden
soll, wird von dem behandelnden Arzt unter Berücksichtigung verschiedener
Faktoren, die die Wirkung der Polypeptide modifizieren, festgelegt,
z. B. das Maß des gewünschten,
zu bildenden Gewebegewichts, die Schädigungsstelle, der Zustand
des geschädigten
Gewebes, die Größe einer
Wunde, die Art des geschädigten
Gewebes (z. B. Knochen), das Alter, das Geschlecht und die Ernährungsweise
des Patienten, die Schwere einer etwaigen Infektion, die Verabreichungszeit
und andere klinische Faktoren. Die Dosierung kann mit der Art der
bei der Wiederherstellung verwendeten Matrix und mit dem Einbinden
anderer Polypeptide in der pharmazeutischen Zusammensetzung variieren.
Zum Beispiel kann die Zugabe anderer bekannter Wachstumsfaktoren
wie IGF I (insulinartiger Wachstumsfaktor I) zu der Endzusammensetzung
ebenfalls die Dosierung beeinflussen. Der Fortschritt kann beispielsweise
mittels periodischer Beurteilung des Gewebe-/Knochenwachstums und/oder der Gewebe-/Knochenwiederherstellung, Röntgenaufnahmen,
histomorphometrischer Bestimmungen und Tetracyclin-Markierung überwacht
werden.
-
Anwendungen
in der Tiermedizin. Neben menschlichen Patienten sind Claudinpolypeptide
der Erfindung und Antagonisten bei der Behandlung von Krankheitszuständen in
nicht menschlichen Tieren, wie Haustieren (Hunden, Katzen, Vögeln, Primaten
usw.), Nutztieren (Pferden, Rind, Schaf, Schweinen, Vögeln usw.) oder
einem beliebigen Tier, das unter einer durch TNFα vermittelten entzündlichen
oder arthritischen Erkrankung leitet, von Nutzen. In solchen Fällen kann
eine adäquate
Dosis in Abhängigkeit
von dem Körpergewicht des
Tiers bestimmt werden. Zum Beispiel kann eine Dosis von 0,2-1 mg/kg verwendet
werden. Alternativ wird die Dosis in Abhängigkeit von dem Oberflächenbereich
des Tiers bestimmt, wobei eine beispielhafte Dosis von 0,1-20 mg/m2 oder mehr bevorzugt von 5-12 mg/m2 reicht. Für kleine Tiere wie Hunde oder
Katzen ist eine geeignete Dosis 0,4 mg/kg. In einer bevorzugten
Ausführungsform
werden Claudinpolypeptide der Erfindung oder Antagonisten (vorzugsweise
aus Genen konstruiert, die von derselben Spezies wie der Patient
stammen) oder mittels Injektion oder eines anderen geeigneten Weges
einmal oder mehrmals wöchentlich
verabreicht, bis sich der Zustand des Tiers gebessert hat, oder
sie können
auf unbegrenzte Zeit verabreicht werden.
-
Herstellung
von Medikamenten. Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem die
Verwendung von Claudinpolypeptiden der Erfindung, Fragmenten und
Varianten; Nukleinsäuren,
die die Claudinpolypeptide der Erfindung, Fragmente und Varianten
kodieren; Agonisten oder Antagonisten der Claudinpolypeptide der
Erfindung wie Antikörper;
Bindungspartner von humanem Claudin-21-Polypeptid; Komplexe, die
aus den Claudinpolypeptiden der Erfindung, Fragmenten, Varianten
und Bindungspartnern gebildet wurden, usw. bei der Herstellung eines
Medikaments zur Verhinderung oder therapeutischen Behandlung jeder
hierin offenbarten medizinischen Erkrankung.
-
BEISPIELE
-
Die
folgenden Beispiele sind dazu gedacht, bestimmte Ausführungsformen
zu veranschaulichen und nicht den Schutzumfang der Erfindung einzuschränken.
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BEISPIEL 1
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Identifizierung von humanen Claudinpolypeptiden
-
Ein
Datensatz wurde von Celera Genomics (Rockville, Maryland, USA) erhalten,
der eine Auflistung von Aminosäuresequenzen
enthielt, von denen vorhergesagt wurde, dass sie von dem menschlichen
Genom kodiert werden. Dieser Datensatz wurde mit einem BLAST-Algorithmus
durchsucht, um Polypeptide der Claudin-Familie zu identifizieren.
Zwei überlappende
Aminosäuresequenzen
(SEQ ID NO:1 und SEQ ID NO:2) wurden als partielle Aminosäuresequenzen
eines neuen humanen Claudinpolypeptids, Claudin-21, identifiziert. SEQ
ID NO:1 wurde in einer TBLASTN-Suche in humanen genomischen DNA-Sequenzen
verwendet, um zwei überlappende
genomische DNA-Fragmente zu identifizieren; ein Contig, das von
diesen zwei Fragmenten gebildet wird, ist als SEQ ID NO:3 gezeigt.
Die Nukleotide 2 bis 592 der SEQ ID NO:3 kodieren eine Aminosäuresequenz,
SEQ ID NO:4, die mit SEQ ID NO:1 überlappt und diese an beiden
Enden erweitert. Ein Vergleich der N-terminalen Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO:4 mit der von SEQ ID NO:2 und anderen Polypeptiden
der Claudin-Familie legte jedoch nahe, dass in der Nukleotidsequenz
von SEQ ID NO:3 eine Rasterverschiebung vorlag. Wenn einer der „a"-Reste bei den Nukleotiden
40-42 von SEQ ID NO:3 deletiert wird, ist das Resultat SEQ ID NO:5;
die Nukleotide 1 bis 405 von SEQ ID NO:5 kodieren die Aminosäuren 24
bis 158 der SEQ ID NO:2. Ein Erweitern der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO:2 unter Verwendung der Aminosäuren, die von den Nukleotiden
406 bis 591 der SEQ ID NO:5 kodiert werden, produziert SEQ ID NO:6,
bei der es sich um die vorhergesagte Aminosäuresequenz des vollständigen Claudin-21-Polypeptids
handelt. (Die Nukleotide 1 bis 591 der SEQ ID NO:5 kodieren die
Aminosäuren
24 bis 220 der SEQ ID NO:6.) Der Unterschied zwischen den N-terminalen
Regionen von SEQ ID NO:4 und SEQ ID NO:6 kann eine allelische Variation
zwischen Nukleinsäuren,
die diese Aminosäuresequenzen
kodieren, darstellen. Eine Aminosäuresequenz der Maus (SEQ ID
NO:7) wurde identifiziert, die ein hohes Ausmaß an Sequenzähnlichkeit
zu sowohl dem humanen Claudin-21 (SEQ ID NO:6) und dem humanen Claudin-22
(SEQ ID NO:11) aufzeigt; dieses Polypeptid der Maus wird hierin
als „marines
Claudin-21" bezeichnet,
da es dem humanen Claudin-21 etwas ähnlicher ist als dem humanen
Claudin-22.
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Wir
identifizierten humanes Claudin-19 (SEQ ID NO:8) in den Daten, die
automatisch vom Ensembl Project des Sanger Centre (ensembl.org)
erzeugt wurden, als Gen ENSG00000066018 und es scheint, als seien
wir die ersten, die dieses Polypeptid als ein humanes Claudinpolypeptid
mit Claudinpolypeptid-Aktivität
und das humane Homolog der partiellen Sequenz des murinen Claudin-19
(SEQ ID NO:9) identifiziert haben. Darüber hinaus wurde eine Variante
der Sequenz des humanen Claudin-19-Polypeptids identifiziert (SEQ
ID NO:10); diese Variante weist eine Sequenz der Aminosäuren 19
bis 33 der SEQ ID NO:10 anstelle der Aminosäuren 19 bis 38 der SEQ ID NO:8
auf, möglicherweise
infolge einer allelischen oder Spleißvariation. Wir identifizierten
Aminosäuresequenzen,
die sich aus humanem Claudin-22 zusammensetzen (SEQ ID NO:11), in
den Daten, die automatisch von Celera erzeugt wurden, und es scheint,
als seien wir die ersten, die diese Polypeptidsequenzen als humane
Claudinpolypeptide mit Claudinpolypeptid-Aktivität identifiziert haben.
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Die
Aminosäuresequenzen
von humanem Claudin-19 (SEQ ID NO:8), murinem Claudin-19 (SEQ ID NO:9),
der Variante von humanem Claudin-19 (SEQ ID NO:10), humanem Claudin-21
(SEQ ID NO:6), der Variante von humanem Claudin-21 (SEQ ID NO:4),
murinem „Claudin-21" (SEQ ID NO:7) und
humanem Claudin-22 (SEQ ID NO:11) wurden mit den Aminosäuresequenzen
anderer Claudin-Familienmitglieder wie Claudin-1 (SEQ ID NO:12)
und Claudin-7 (SEQ ID NO:13) verglichen, wie in Tabelle 1 unten
gezeigt. Dieser Vergleich verwendete das GCG-„pretty"-Programm mit Alignment mehrerer Sequenzen,
mit der Aminosäureähnlichkeitsbewertungsmatrix
= blosum62, einem Gap-Erzeugungspenalty
= 8 und einem Gap-Erweiterungspenalty = 2. Das Alignment dieser
in Tabelle 1 gezeigten Sequenzen zeigt großgeschriebene Consensus-Reste, die
bei mindestens fünf
der Aminosäuresequenzen
in dem Alignment identisch sind. Humanes Claudin-21 zeigt eine Aminosäureidentität von etwa
36-40% zu anderen Claudinpolypeptid-Familienmitgliedern und eine Aminosäureähnlichkeit
von etwa 54-57% (basierend auf der blosum62-Vergleichsmatrix).
-
Von
Aminosäuresubstitutionen
und anderen Veränderungen
(Deletionen, Insertionen usw.) an den Claudinpolypeptiden der Erfindung
wird vorhergesagt, dass sie Claudinpolypeptid-Aktivitäten wahrscheinlicher verändern oder
stören,
wenn sie in Veränderungen
an den in Tabelle 1 gezeigten großgeschriebenen Resten resultieren
und insbesondere wenn diese Veränderungen
nicht einen Rest substituieren, der in anderen Claudinpolypeptiden
an dieser konservierten Position vorliegt. Umgekehrt, wenn eine
Veränderung
an einer Claudin-Aminosäuresequenz
vorgenommen wird, die in einer Substitution von einem oder mehreren
Consensus-sequenz-Resten der Tabelle 1 durch den Claudinpolypeptid-Rest
an dieser konservierten Position resultiert, ist es weniger wahrscheinlich,
dass eine solche Veränderung
die Claudinpolypeptid-Funktion beeinflussen wird. Zum Beispiel ist
der Consensus-Rest an Position 50 in Tabelle 1 Tyrosin und einige
Claudinpolypeptide haben ein Threonin oder ein Isoleucin an dieser
Position. Die Substitution von Threonin oder eines Isoleucins oder
chemisch ähnlicher
Reste wie Serin oder einer der aliphatischen Aminosäuren an
dieser Position wird derart betrachtet, dass es weniger wahrscheinlich
ist, dass sie die Funktion des Polypeptids zu verändern, als
die Substitution von geladenen Resten wie Lysin oder Arginin usw.
-
Ausführungsformen
der Erfindung beinhalten Claudinpolypeptide und Fragmente von Claudinpolypeptiden,
die veränderte
Aminosäuresequenzen
umfassen. Veränderte
Sequenzen von Claudin-19-, -21- oder -22-Polypeptid teilen mindestens
30% oder mehr bevorzugt mindestens 40% oder mehr bevorzugt mindestens 50%
oder mehr bevorzugt mindestens 55% oder mehr bevorzugt mindestens
60% oder mehr bevorzugt mindestens 65% oder mehr bevorzugt mindestens
70% oder mehr bevorzugt mindestens 75% oder mehr bevorzugt mindestens
80% oder mehr bevorzugt mindestens 85% oder mehr bevorzugt mindestens
90% oder mehr bevorzugt mindestens 95% oder mehr bevorzugt mindestens
97,5% oder mehr bevorzugt mindestens 99% oder mehr bevorzugt mindestens
99,5% Aminosäureidentität mit einer
in Tabelle 1 gezeigten Claudin-Aminosäuresequenz.
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Nukleinsäuresequenzen,
die humanes Claudin-19 kodieren, kartieren auf das menschliche Chromosom
1p32.3. Nukleinsäuresequenzen,
die humanes Claudin-21 kodieren, kartieren auf das menschliche Chromosom
4q35.1. Nukleinsäuresequenzen,
die humanes Claudin-22 kodieren, kartieren auf das menschliche Chromosom
11q23.2. Nukleinsäuren,
die Claudinpolypeptide der Erfindung kodieren, können zum Analysieren genetischer
Anomalien verwendet werden, die beispielsweise mit diesen Chromosomregionen
assoziiert werden, was einem Fachmann ermöglicht, Patienten zu identifizieren,
in denen Chromosomregionen, die Claudin kodierende Sequenzen umfassen,
neu angeordnet oder deletiert werden. Nukleinsäuren, die zum Bestätigen oder
Eliminieren eines bestimmten genetischen Locus als einem genetischen
Faktor für
ein Kindred, das eine Erbkrankheit aufweist, verwendet werden können, weisen
einen erheblichen Nutzen auf.
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BEISPIEL 2
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Expression von humanen Claudin-21-Transkripten
und -Proteinen
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Die
Expression von humanem Claudin-21 in unterschiedlichen Geweben wurde
unter Anwendung von RT-PCR nachgewiesen. Claudin-21-Transkripte
wurden in den folgenden Geweben vom Menschen nachgewiesen: Herz,
Niere, Lunge, Magen, Plazenta, Thymus, Leber und Knochenmark, wobei
erheblich höhere
Expressionsniveaus in Niere, Plazenta, Magen und Herz als in anderen
Geweben beobachtet wurden.
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Ein
Fusionsprotein, das humanes Claudin-21-Polypeptid und das FLAG-Epitop
umfasst, wurde in COS-Zellen exprimiert, die mit NP-40 extrahiert
wurden, um eine NP-40-lösliche Fraktion
und eine unlösliche Fraktion
zu bilden. Die lösliche
und die unlösliche
Fraktion wurden in doppelter Ausführung einer Elektrophorese
unterzogen und auf Western-Blots
unter Verwendung von Antikörpern,
die für
entweder das FLAG-Epitop oder das Claudin-21-Polypeptid spezifisch
sind, nachgewiesen. Beide Antikörper
erkannten Banden von ähnlicher
Größe in sowohl
der lösliche
als auch der unlöslichen
Fraktion, wobei in der NP-40-löslichen
Fraktion mehr Protein nachgewiesen wurde, aber in der unlöslichen
Fraktion auch eine beträchtliche
Proteinmenge nachgewiesen wurde. Die Unlöslichkeit in NP-40 ist für Proteine
charakteristisch, die mit Zytoskelettstrukturen wie Tight junctions
assoziiert werden. Eine Teilung von humanem Claudin-21 liegt in
einer NP-40-unlöslichen Fraktion
vor, auch wenn COS-Zellen keine Tight junctions bilden.
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Das
Fusionsprotein aus humanem Claudin-21 und FLAG wurde auch in CV1-Zellen
exprimiert. Wenn COS-Zellen und CV1-Zellen, die das Fusionsprotein
aus Claudin-21 und FLAG exprimieren, mit markierten Anti-FLAG-Antikörpern behandelt
wurden, wurde in Regionen eines Zell-Zell-Kontakts in sowohl den
COS- als auch den CV1-Zellkulturen eine Färbung nachgewiesen.
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Die
Expression von humanem Claudin-21 in T84-Darmepithelzellen vom Menschen
wurde mittels Immunfluoreszenz unter Anwendung von Konfokalmikroskopie
nachgewiesen. Die T84-Zellen wurden mit rot fluoreszierenden Antikörpern, die
für Claudin-21
spezifisch waren, und grün
fluoreszierenden Antikörpern,
die für ZO-1
spezifisch waren, behandelt; die Kolokalisierung von Claudin-21
und ZO-1 erscheint unter Anwendung dieses Verfahrens gelb. Obwohl
ein variierendes Ausmaß roter
Fluoreszenz, die das Vorliegen von Claudin-21 anzeigt, in den Zellen
vorlag, zeigte ein En-face-Bild der Zellen eine intensive gelbe
Färbung
an den Rändern der
Zellen und ein senkrechter Schnitt durch die T84-Zellmonoschicht
offenbarte eine Kolokalisierung von Claudin-21 und ZO-1 an Tight
junctions, die als gelbe Punkte erschien.
-
Obwohl
die vorstehende Erfindung mittels Veranschaulichung und Beispielen
zum Zwecke des deutlichen Verständnisses
in gewissen Einzelheiten beschrieben worden ist, wird es Fachleuten
in Anbetracht der Lehren dieser Erfindung ohne weiteres ersichtlich
sein, dass bestimmte Änderungen
und Modifikationen an dieser vorgenommen werden können. Im Sequenzprotokoll dargestellte Sequenzen
| SEQ
ID NO | Art
der Sequenz | Beschreibung |
| SEQ
ID NO:1 | Aminosäure | Fragment
von humanem Claudin-21 |
| SEQ
ID NO:2 | Aminosäure | Fragment
von humanem Claudin-21 |
| SEQ
ID NO:3 | Nukleotid | Humane
genomische DNA |
| SEQ
ID NO:4 | Aminosäure | Variante
von humanem Claudin-21, die von SEQ ID NO:3 kodiert wird |
| SEQ
ID NO:5 | Nukleotid | Humane
genomische DNA, SEQ ID NO:3 mit einem Rest deletiert |
| SEQ
ID NO:6 | Aminosäure | Humanes
Claudin-21 |
| SEQ
ID NO:7 | Aminosäure | Murines „Claudin-21" (GenBank AK008821) |
| SEQ
ID NO:8 | Aminosäure | Humanes
Claudin-19 |
| SEQ
ID NO:9 | Aminosäure | Murines
Claudin-19 (partielle Sequenz, GenBank AAF98323) |
| SEQ
ID NO:10 | Aminosäure | Variante
von humanem Claudin-19 (partielle Sequenz) |
| SEQ
ID NO:11 | Aminosäure | Humanes
Claudin-22 |
| SEQ
ID NO:12 | Aminosäure | Homo
sapiens-Claudin-1 |
| SEQ
ID NO:13 | Aminosäure | Homo
sapiens-Claudin-7 |
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