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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft das Testen optischer Komponenten
insbesondere für
Kommunikationssysteme.
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Die
Messung polarisationsabhängiger
Parameter wie beispielsweise des polarisationsabhängigen Verlustes
PDL und der polarisationsabhängigen
Gruppenlaufzeit PDGD (welche die differenzielle Gruppenlaufzeit
DGD und die Polarisationsmodendispersion PMD umfasst) ist von zunehmender
Bedeutung für
moderne Datenübertragungssysteme
und wird in „Fiber
Optic Test and Measurement" von
Dennis Derickson, ISBN 0-13-534330-5, 1998, S. 354 ff, allgemein
beschrieben. Besonders bei Hochgeschwindigkeits-Fernverbindungen
ist es wichtig, dass die Polarisationseigenschaften ihrer Komponenten
bestimmte Anforderungen erfüllen.
Im Allgemeinen stellen die Komponentenhersteller dies sicher, indem
sie die Komponenten zu 100% auf kritische Parameter testen. Heutzutage
wird der PDL in vielen Fällen
bereits zu 100% getestet, während die
Tendenz auch bei der PDGD in Richtung der 100%igen Testung in der
Fertigung geht.
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Gegenwärtige Lösungen zur
Messung polarisationsabhängiger
Verlustparameter bestehen im Verwürfelungsverfahren (statistische
Veränderung
von Polarisationszuständen
und Vergleichen des ermittelten Maximalverlustes mit dem Minimalverlust)
oder im Müllerschen
Verfahren, bei dem für
jeden Wellenlängenpunkt vier
definierte Polarisationszustände
gemessen und zusammen analysiert werden. Beim letzteren Verfahren müssen mehrere
Messdurchläufe
bei definierten Polarisationszuständen durchgeführt werden.
Diese Verfahren sind entweder langsam, wenn bei mehreren Wellenlängen getestet
werden muss (PDL-Messung unter Verwendung des Verwürfelungsverfahrens),
oder erfordern mehrere Messdurchläufe bei definierten Polarisationszuständen (Müllersches
Verfahren). Mehrere Messdurchläufe
sind insofern von Nachteil, als die Messzeit verlängert wird
und das Verfahren eine sehr hohe Stabilität der Messanordnung voraussetzt,
da zwischen Messdurchläufen
keine Änderung
der Polarisationseigenschaften der gesamten Messanordnung (zwischen
Laser und zu testender Einheit DUT) zulässig ist.
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In
der US-Patentschrift 6 229 606 B1 wird die Messung der PMD eines
Dispersionskompensationsgitters beschrieben. Eine Lichtquelle erzeugt
nacheinander Lichtstrahlen bei verschiedenen Wellenlängen. Eine Polarisatoreinheit
empfängt
die Lichtstrahlen und erzeugt für
jeden Lichtstrahl Polarisationszustände. Die polarisierten Lichtstrahlen
durchlaufen nacheinander eine DUT, welche die gemessene PMD erzeugt,
und gelangen dann in eine Analysatoreinheit. Die Analysatoreinheit
misst die Intensität
der empfangenen Lichtstrahlen mit den unterschiedlichen Polarisationszuständen und
erzeugt die Stokes'schen
Parameter.
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ÜBERBLICK ÜBER DIE
ERFINDUNG
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Eine
Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Messung von
polarisationsabhängigen Parametern
bereitzustellen. Die Aufgabe wird durch ein System nach Anspruch
und ein Verfahren nach Anspruch 5 gelöst. Bevorzugte Ausführungsarten
sind durch die Unteransprüche
definiert.
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Zur
Messung polarisationsabhängiger
Parameter einer zu testenden optischen Einheit (DUT) liefert eine
Lichtquelle (vorzugsweise ein abstimmbarer Laser) ein optisches
Signal durch eine optische Polarisationsumwandlungseinheit an die
DUT. Die Polarisationsumwandlungseinheit wandelt die Polarisation
des optischen Signals in Abhängigkeit
von der Wellenlänge
des optischen Signals von ihrem Eingang zu ihrem Ausgang auf deterministische
Weise um.
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Die
Polarisationsumwandlungseinheit nutzt zur wellenlängenabhängigen Umwandlung
der Polarisation vorzugsweise doppelbrechende Eigenschaften. Demzufolge
kann die Lichtquelle eine zeitliche Änderung der Wellenlänge bewirken,
während
die Polarisationsumwandlungseinheit eine wellenlängenabhängige „Umwandlung" der Polarisation
bewirkt. Die Parameter Wellenlänge
und Frequenz werden hier als äquivalent
angesehen (entsprechend der allgemeinen Gleichung f = c/λ).
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Wenn
sich die Wellenlänge
der Lichtquelle ändert, ändert die
Polarisationsumwandlungseinheit die Polarisation des in die DUT
eingegebenen Signals. Indem die Wellenlänge der Lichtquelle so abgestimmt
wird, dass Messpunkte mit verschiedenen Polarisationszuständen erfasst
werden, können
die polarisationsabhängigen
Parameter der DUT in diesem bestimmten Wellenlängenbereich ermittelt werden.
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Typische
durch die Erfindung zu analysierende polarisationsabhängige Parameter
sind der polarisationsabhängige
Verlust PDL oder die polarisationsabhängige Gruppenlaufzeit PDGD
(auch als differenzielle Gruppenlaufzeit DGD oder Polarisationsmodendispersion
PMD bezeichnet).
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Die
Unsicherheit des Polarisationszustandes des Ausgangssignals kann
durch geeignetes Abspalten eines Teils des Signals und Analysieren
seines Polarisationszustandes bei jeder Wellenlänge mit einem Polarimeter oder
einer einfachen Polarisationsanalyseeinheit wie einem Analysator
verringert werden.
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Die
Polarisationsumwandlungseinheit kann völlig passiv sein. Das optische
Signal trifft auf keinen Polarisationseigenzustand (Principle State
of Polarization, PSP) der Polarisationsumwandlungseinheit, sodass das
Ausgangssignal auf deterministische Weise einer Bahn (z.B. einem
Kreis) auf der Poincaré-Kugel
folgt.
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Dasselbe
Prinzip zur Erfassung der Polarisation kann auf verschiedene PMD-Messverfahren angewendet
werden: zum Beispiel auf die Jones-Matrix-Eigenanalyse (Jones Matrix
Eigenanalysis, JME) oder ein in der Europäischen Patentanmeldung Nr.
125 089.3 (
EP 1 113 250 )
beschriebenes neuartiges Verfahren. Im Fall von PMD-Messungen werden
im Allgemeinen nur zwei Polarisationszustände zu einem Messwert verknüpft.
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Wenn
zur Ermittlung eines Wertes eines polarisationsabhängigen Parameters
mehrere (durch die Wellenlänge
und den Polarisationszustand des in die DUT eingegebenen optischen
Signals definierte) Messpunkte analysiert werden sollen, wird der
Wellenlängenbereich
für diese
Messpunkte so gewählt,
dass ein Wert des polarisationsabhängigen Parameters der DUT in
diesem Wellenlängenbereich
im Wesentlichen als konstant angesehen werden kann.
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Als
Algorithmen zur gemeinsamen Analyse mehrerer solcher Messpunkte
werden vorzugsweise die Interpolation benachbarter Messpunkte, die
Verknüpfung
von vier Messpunkten unter Verwendung der Müllerschen Matrixanalyse oder
die Verknüpfung
von zwei Messpunkten z.B. unter Verwendung der Jones-Matrix-Analyse verwendet.
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Die
Erfindung weist gegenüber
den heute üblichen
Standardverfahren (Polarisationsverwürfelung und Müllersche
Matrixanalyse) diverse Vorteile auf. Die Polarisationsumwandlungseinheit
kann vollständig
passiv sein, es kann eine kleinere Anzahl von Messpunkten als beim
Verwürfelungsverfahren
gewählt
werden und, was besonders wichtig ist, die gesamte Messung kann
in einem Messdurchlauf erfolgen (im Gegensatz zu vier Messdurchläufen bei
der Müllerschen
Matrixanalyse). Somit ermöglicht
die Erfindung schnelle Messungen und ist z.B. auch gegenüber Umgebungseinflüssen oder
mechanischen Störeinflüssen weniger
empfindlich.
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Die
Erfindung kann teilweise durch ein oder mehrere geeignete Softwareprogramme
realisiert oder unterstützt
werden, die durch Datenträger
beliebiger Art gespeichert oder anderweitig bereitgestellt werden
und in bzw. durch eine beliebige geeignete Datenverarbeitungseinheit
ausgeführt
werden können.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Weitere
Aufgaben und viele der mit der vorliegenden Erfindung verbundenen
Vorteile werden unter Bezug auf die folgende detaillierte Beschreibung
der Erfindung in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen klarer
und besser verständlich.
Im Wesentlichen oder funktionell gleiche oder ähnliche Merkmale werden mit
denselben Bezugsnummern bezeichnet.
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1 zeigt
eine Messanordnung gemäß der Erfindung
zur Messung polarisationsabhängiger
Parameter.
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2 zeigt
eine Darstellung der Polarisationstransformation auf der Poincaré-Kugel.
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3 und 4 zeigen
Ausführungsarten
der Polarisationumwandlungseinheit.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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In 1 liefert
ein abstimmbarer Laser 10 als Lichtquelle ein optisches
Signal durch eine optische Polarisationsumwandlungseinheit 20 an
eine zu testende Einheit (DUT) 30. Eine Leistungsmesseinheit 40 empfängt und
erkennt das optische Signal nach dem Durchlaufen der DUT 30.
Die Polarisationsumwandlungseinheit 20 wandelt die Polarisation
des optischen Signals in Abhängigkeit
von dessen Wellenlänge
auf deterministische Weise von seinem Eingang bis zu seinem Ausgang
um.
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Wahlweise
kann eine Polarisationsanalyseeinheit 50 mit dem Ausgang
der Polarisationsumwandlungseinheit 20 verbunden werden,
um den Polarisationszustand des Ausgangssignals der Polarisationsumwandlungseinheit 20 zu
ermitteln.
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Mit
der Leistungsmesseinheit 40 ist eine Steuereinheit 60 zum
Analysieren polarisationsabhängiger Parameter
verbunden. Vorzugsweise ist die Steuereinheit 60 ferner
zur Steuerung der Einspeisung und der Änderung des bereitgestellten
optischen Signals mit dem abstimmbaren Laser 10 und zum
Empfangen von Informationen über
den tatsächlichen
Polarisationszustand des Ausgangssignals von der Polarisationsumwandlungseinheit 20 mit
dem Polarisationsanalysator 50 verbunden.
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Beim
Variieren der Wellenlänge
des abstimmbaren Lasers 10 ändert die Polarisationsumwandlungseinheit 20 die
Polarisation des in die DUT 30 eingegebenen optischen Signals.
Im Betriebszustand wird die Wellenlänge des abstimmbaren Lasers 10 so
abgestimmt, dass der DUT 30 optische Signale mit verschiedenen
Polarisationszuständen
zugeführt
werden. Für
jeden (durch die Wellenlänge
und den Polarisationszustand des in die DUT 30 eingegebenen
optischen Signals definierten) Messpunkt empfängt die Steuereinheit 60 einen
durch die Leistungsmesseinheit 40 ermittelten Leistungswert.
Durch die Analyse der Leistungswerte für eine Vielzahl verschiedener
Messpunkte können
somit polarisationsabhängige
Parameter der DUT 30 wie beispielsweise der polarisationsabhängige Verlust
PDL ermittelt werden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsart
werden mehrere Messpunkte gemeinsam analysiert, um einen Wert eines
polarisationsabhängigen
Parameters zu ermitteln. Der Wellenlängenbereich für diese
Messpunkte wird so gewählt,
dass ein Wert des ermittelten polarisationsabhängigen Parameters der DUT in
diesem Wellenlängenbereich
im Wesentlichen als konstant angesehen werden kann.
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Vorzugsweise
wird eine Gruppe von vier Messpunkten mit verschiedenen Polarisationszuständen gemeinsam
analysiert, sodass z.B. ein PDL-Wert für die DUT erhalten wird. Vorzugsweise
wird dabei für
den Wellenlängenbereich
der Gruppe von Messpunkten ein Bereich gewählt, der kleiner als die spektrale
Auflösung für diese
Messung ist. Bei einem Beispiel, bei dem für die PDL-Messungen eine spektrale
Auflösung
von 1 pm gewünscht
ist, sollte eine Gruppe von Messpunkten mit vier verschiedenen Polarisationen
einen spektralen Abstand von 0,25 pm haben. Innerhalb eines solchen
Wellenlängenbereichs
(der sogar bis zu etwa 10 pm breit sein kann) lässt sich bei typischen DUTs
von heutigen optischen Netzen mit Sicherheit sagen, dass die PDL-Eigenschaften
in diesem Bereich konstant bleiben.
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2 zeigt
eine Darstellung der Polarisationstransformation auf der Poincaré-Kugel.
Der Polarisationszustand Pin des in die
Polarisationsumwandlungseinheit 20 eingespeisten optischen
Signals wird am Ausgang der Polarisationsumwandlungseinheit 20 in
die Polarisationszustände
Pi out (mit i = 1,
2, 3, ...) transformiert. Im Fall einer Verzögerungs-Platte (die eine rein
lineare Doppelbrechung aufweist) als Polarisationsumwandlungseinheit 20 mit
einer Orientierung O liegen alle Polarisationszustände Pi out auf einem von
der Wellenlänge λ des optischen
Signals abhängigen
Kreis auf der Poincareé-Kugel.
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Die
Polarisationsumwandlungseinheit 20 kann je nach den Anforderung
der betreffenden durchzuführenden
Messung auf unterschiedliche Weise realisiert werden. Wenn eine
PDL-Messung mit einer Ausführungsform
vom Müller-Matrix-Typ
(siehe zum Beispiel S. 356 ff. in „Fiber Optic Test and Measurement" von Dennis Derickson,
ISBN 0-13-534 330-5, 1998) durchgeführt werden soll, muss eine
Gruppe von mindestens vier Messungen mit Polarisationszuständen durchgeführt werden,
die bestimmte Bedingungen erfüllen:
sie müssen
sich signifikant voneinander unterscheiden, dürfen nicht auf einem Großkreis der
Poincaré-Kugel
und sollten vorzugsweise auf keinem Kreis der Poincaré-Kugel
liegen. Es kann eine Verzögerungsplatte
sehr hoher Ordnung verwendet werden, die durch das linear polarisierte
Signal des abstimmbaren Lasers 10 angeregt wird. Der Winkel
zwischen der Polarisation des optischen Signals und der optischen
Achse der Platte ist als Φ1 definiert. Bei dieser Anordnung liegen
die Polarisationszustände
Pi out jedoch auf
einem Kreis, sodass die Berechnung vom Müller-Matrix-Typ unter bestimmten
Umständen
nicht möglich
ist. Dieses Problem kann dadurch umgangen werden, wenn mindestens
zwei Verzögerungsplatten
miteinander verknüpft
werden, deren Polarisationseigenzustand PSP nicht übereinstimmt.
Diese Anordnung würde
eine PMD zweiter Ordnung liefern, sodass der Verlauf der Polarisationsumwandlungsfunktion
auf der Poincaré-Kugel
nicht mehr kreisförmig ist.
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Im
Gegensatz zu der PDL-Messung mit der Müller-Matrix erfordern die oben
erwähnten
PMD-Messverfahren nur die Messung von zwei Polarisationszuständen. Solange
diese Polarisationszustände
ausreichend voneinander verschieden sind, unterliegen sie keinen
weiteren Anforderungen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsart
erzeugt eine Verzögerungsplatte
höherer
Ordnung als Polarisationsumwandlungseinheit
20 durch ihre
Doppelbrechung eine Phasendifferenz zwischen den Ausbreitungsmoden.
Ein Winkel α
1 stellt die Phasendifferenz zweier optischer
Signale dar, die sich in den beiden Eigenmoden der Verzögerungsplatte
ausbreiten. Beim Eintritt in die Platte beträgt die Phasendifferenz α
1 =
0. Beim Austritt aus der Platte ist der Winkel definiert durch:
wobei Δn, λ und L die Brechzahldifferenz
der sich ausbreitenden Polarisationsmoden, die optische Wellenlänge bzw.
die Länge
der Platte bedeuten. Wenn die Länge
L der doppelbrechenden Platte
20 konstant gehalten und Dispersionseffekte
vernachlässigt
werden (d.h. Δn
ist über
die Wellenlänge
hinweg konstant), beträgt
die zur Erhöhung
des Winkels α
1 um einen bestimmten Betrag, z.B. Δα
1,
erforderliche Änderung
der Wellenlänge:
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Wenn
zum Beispiel PMD-Messwerte mit einer spektralen Auflösung von
1 nm benötigt
werden (was für
Schmelzkoppler als DUT 30 ausreichend sein kann), sollten
die Messwerte in Abständen
von 0,5 nm ermittelt werden. Von Gleichung 2 kann eine Bedingung
(bei λ =
1,5 μm)
für die
Polarisationsumwandlungseinheit 20 abgeleitet werden:
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Diese
Bedingung kann zum Beispiel mit einem LiNbO3-Lichtwellenleiter
oder einer doppelbrechenden Faser als Polarisationsumwandlungseinheit 20 erfüllt werden.
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In
einer Polarisationsumwandlungseinheit
20 auf LiNbO
3-Basis kann ein Ti-diffundierter Lichtwellenleiter senkrecht
zur c-Achse (optische Achse) des LiNbO
3-Kristalls (der typischerweise
entweder entlang der x-Achse oder der y-Achse geschnitten ist) angeordnet
werden. Bei dieser Anordnung weist der Lichtwellenleiter
20 eine
starke Doppelbrechung mit Δn ≈ 0,079 mit
einer Schwebungslänge
L
B der beiden Ausbreitungsmoden von:
bei etwa λ = 1,55 μm auf. Deshalb kann die in Gleichung
3 erwähnte
Bedingung mit einem LiNbO3-Lichtwellenleiter
20 mit einer
Länge von
etwa 3 cm erfüllt
werden.
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Eine
Polarisationsumwandlungseinheit 20 auf Basis einer polarisationserhaltenden
Faser (Polarization Maintaining Fiber, PMF) weist eine typische
Doppelbrechung von etwa 10–3 auf. Da dieser Wert
wesentlich kleiner als bei LiNbO3 ist, wird
eine wesentlich größere Länge benötigt: 2,25
m. Durch noch stärkere
Verlängerung
kann eine höhere
spektrale Auflösung
erreicht werden. Typische Testanwendungen für DWDM-Komponenten erfordern
jedoch eine spektrale Auflösung
für die
PDL- und PMD-Messung von etwa 1 ... 3 pm. Deshalb wäre für die PMF-Faser
eine Länge
von über
1000 m erforderlich, was für
bestimmte Anwendungen z.B. wegen des Preises, des Volumens und möglicherweise
aus Stabilitätsgründen nicht
infrage käme.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Ausführungsart
wird als Polarisationsumwandlungseinheit 20 eine „Einheit
für künstliche
Doppelbrechung" 200 verwendet,
die zum Erzielen einer sehr hohen spektralen Auflösung eine
ausreichend große
Verzögerung
zwischen den beiden sich ausbreitenden Polarisationsmoden erzeugen.
Das eintretende (linear polarisierte) Licht wird in der Einheit
für künstliche
Doppelbrechung 200 aufgespaltet und entlang zweier verschieden
langer Pfade mit einer Längendifferenz ΔL geleitet.
Die Einheit für künstliche
Doppelbrechung 200 bewirkt ferner, dass das Licht von den
beiden Pfaden mit orthogonalen Polarisationszuständen zurückkommt. Das kann z.B. durch
Aufspalten des ankommenden polarisierten Lichtstrahls oder durch Änderung
des Polarisationszustandes mindestens in einem der Pfade erreicht
werden. Nachdem das von den beiden Pfaden zurückkommende Licht wieder zusammengeführt wurde,
hängt der
Polarisationszustand des zusammengeführten Signals auf deterministische,
periodische Weise von der Wellenlänge (genauer gesagt, von der
Frequenz) des optischen Signals ab. Durch Einstellung der Längendifferenz ΔL kann die
Periodizität
innerhalb weiter Grenzen variiert werden.
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3 zeigt
eine erste Ausführungsart
der Einheit für
künstliche
Doppelbrechung 200. Das eintretende (linear polarisierte)
Licht wird durch einen Strahlteiler oder einen Faserkoppler 210 aufgespaltet
und entlang der beiden verschiedenen Pfade geleitet. Ein (typischerweise
kurzer) Pfad leitet das Signal wieder mit seiner ursprünglichen
Polarisation zurück.
Ein zweiter Pfad mit einer geometrischen Längendifferenz ΔL leitet
das Signal in seinem orthogonalen Polarisationszustand zurück, z.B.
unter Verwendung eines Faradayspiegels 220. Nach dem Zusammenführen des
Lichtes des ersten und des zweiten Pfades hängt der Polarisationszustand des
zusammengeführten
Signals von der Wellenlänge
des optischen Signals ab.
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4 zeigt
eine weitere Ausführungsart
einer Einheit für
künstliche
Doppelbrechung 200, die vorzugsweise aus PMF-Komponenten
besteht. Das eintretende (linear polarisierte) Licht wird durch
einen polarisationsabhängigen
Strahlteiler 250 in Lichtstrahlen mit orthogonalen Polarisationszuständen aufgespaltet,
entlang der beiden verschiedenen Pfade mit der Längendifferenz ΔL geleitet
und wieder mit den noch orthogonalen Polarisationszuständen zusammengeführt. Der
Polarisationszustand des zusammengeführten Signals hängt auch
hier wiederum von der Wellenlänge
des optischen Signals ab. Damit beide Pfade eine im Wesentlichen gleiche
optische Leistung liefern, kann vor dem polarisationsabhängigen Strahlteiler 250 ein
Polarisator 260 angeordnet werden, um das eintretende Licht
gegenüber
den durch den polarisationsabhängigen
Strahlteiler 250 erzeugten Polarisationszuständen um
45° zu polarisieren.
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Die
Einheit für
künstliche
Doppelbrechung
200 ermöglicht
die Erzeugung einer fast beliebig zu wählenden Verzögerungsdifferenz
zwischen zwei Teilsignalen. Die Verzögerungsdifferenz ist durch
die Längendifferenz ΔL der Fasern
definiert. Für
diese Messanordnung ändert
sich Gleichung 2 zu:
wobei n den Brechungsindex
der Faser bedeutet. Zum Beispiel kann für eine PDL- oder PMD-Messung eine Auflösung von
1 pm durch eine Längendifferenz
von ΔL =
1,5 m erreicht werden.