-
Hintergrund der Erfindung
-
Die
Alzheimersche Erkrankung (AD) ist eine neurologische Störung, die
zur Degeneration und schließlich
zum Tod von Neuronen in Hirnzentren führt, die das Gedächtnis,
die Wahrnehmung und das Verhalten kontrollieren. Das Merkmal der
Erkrankung ist die Bildung von unlöslichen Amyloidablagerungen
(senile Plaques), deren Hauptkomponente das 40 bis 42 Aminosäuren lange
Amyloid-β-peptid
(Aβ) ist,
ein proteolytisches Produkt des Amyloidvorläuferproteins (APP). Diese Plaques
dürften
die Hauptursache sein, die zur Degeneration und zum Tod von neuronalen
Zellen führt.
-
Die
3 Hauptgene, die mit dem Vererben der familiären Alzheimerschen Erkrankung
(FAD) bei Menschen assoziiert sind, sind der Transmembranrezeptor
Amyloidvorläuferprotein
(APP) und die zwei Präsenilingene
(PS1 und PS2). Fehlerhafte Mutationen in diesen Genen führen zur
erhöhten
Bildung des Aβ Peptids, was
die Wichtigkeit dieses Peptids als Beitrag zum Krankheitszustand
unterstreicht. APP wird dann an zwei Stellen, nämlich beta und gamma gespalten,
um ein 40 bis 42 Aminosäuren
langes Peptid freizusetzen, nämlich
Aβ (zusammengefasst
in J. Mills und P. B. Reiner (1999), J. Neurochem 72: 443-460).
Fehlerhafte Mutationen in APP nahe der gamma-Stelle (A. Goate et
al., (1991), Nature 349: 704-706), worin das C-terminale Ende des
Peptids abgespalten ist, führen
zur Bildung von mehr Aβ 42
durch die Veränderung
des 40/42 Verhältnisses
(N. Suzuki et al., (1994), Science 264: 1336-1340). Mutationen um
die beta-Stelle führen
zu einer höheren
Gesamtproduktion beider Formen (M. Mullan et al., (1992), Nat. Genet.
1: 345-347), M. Citron et al., (1995), Neuron 14: 661-670).
-
Die
Präseniline
sind mehrfach durchspannende Transmembranproteine, deren Funktionen
derzeit diskutiert werden. Fehlerhafte Mutationen in den Präsenilinen
erhöhen
die Freisetzung der Aβ 42
Form (D. R. Borchelt et al. (1996), Neuron 17: 1005-1013), M. Citron,
et al. (1997), Nat. Med. 3: 67-72, O. Murayama et al. (1999), Neurosci.
Lett. 265: 61-63) und sind für
den Hauptteil der FAD Fälle
verantwortlich (R. Sherrington et al., (1995), Nature 375: 754-760).
-
Viele
Studien haben die Rollen sowohl der löslichen als auch der unlöslichen
(aggregierten) Formen von Aβ untersucht
und es wird verbreitet angenommen, dass die aggregierte Form des
Peptids für
die beobachteten toxischen Effekte verantwortlich ist (C. J. Pike
et al. (1993), J. Neurosci. 13: 1676-1687, A. Lorenzo und B. A.
Yankner (1994), Proc. Natl. Acad. Sci. USA 91: 12243-12247, L. Giovannelli
et al. (1998), Neurosci. 87: 349-357). Es existieren viele Mechanismen,
die zum Aβ-induzierten
Zelltod von Neuronen beitragen, einschließlich die Zerstörung der
intrazellulären
Calciumspiegel (für
Zusammenfassungen siehe S. P. Fraser et al. (1997), Trends Neurosci.
20: 67-72, M. P. Mattson (1997), Physiol. Rev. 77: 1081-1132, C.
M. Coughlan und K. C. Breen (2000), Pharmacol. and Ther. 86: 111-144),
die Einführung
einer entzündlichen
Reaktion, die durch die Aktivierung von Mikrogliazellen verursacht
wird (zusammengefasst in C. M. Coughlan und K. C. Breen (2000),
Pharmacol. und Ther. 86: 111-144) und die ausgeprägte Degeneration
und/oder Zerstörung
des cholinergen Systems des basalen Großhirns, das beim Lernen und
Gedächtnis
involviert ist (zusammengefasst in Hellström-Lindahl und Court, 2000,
Behav. Brain. Res. 113 (1-2): 159-168). Es ist klar, dass die schädlichen Effekte
der Aβ Überproduktion
und deren Beitrag zur AD vielschichtig und komplex sind.
-
Obwohl
eine große
Menge an Forschung der Untersuchung der Alzheimerschen Erkrankung
und deren allgemeiner Pathologie gewidmet wurde, ist die genetische
Analyse der humanen neurodegenerativen Störungen begrenzt. Als Ergebnis
sind die Ereignisse, die die Akkumulation von beta-Amyloid wie auch
die genaue Rolle von Genen, wie APP und anderen, die im Verdacht
stehen, bei Alzheimerscher Erkrankung eine Rolle zu spielen, wenig
verstanden.
-
Mehrere
Beiträge
zur Etablierung der zentralen Rolle von Aβ bei der Manifestierung und
Progression von AD kamen von Untersuchungen in Modellsystemen. Transgene
Mäuse,
die entweder Wildtyp oder mutierte Formen von APP exprimieren, zeigen
eine AD Pathologie, entwickeln in vielen Fällen auf eine altersabhängige Weise
Amyloidplaques und zeigen in einigen Fällen verändertes Verhalten und Wahrnehmung
(für Zusammenfassungen
siehe D. L. Price et al. (1998), Annu. Rev. Genet. 32: 461-493,
F. van Leuven (2000), Progress in Neurobiol. 61: 305-312). Transgene
Mäuse,
die nur das Aβ 42
Peptid exprimieren, zeigen eine ausgiebige neuronale Degeneration
in Gehirnregionen, die normalerweise bei AD betroffen sind und 50
% sterben im Alter von 12 Monaten (F. M. LaFerla et al. (1995),
Nature Genet. 9: 21-30). Die neuronalen Zellen in diesen Mäusen machen
schießlich
eine Apoptose durch, wonach eine Astrogliose und eine Spongiose
erfolgt. Dies zeigt, dass die Aβ 42
Expression in vivo toxisch ist und zu einer neuronalen Degeneration
und Apoptose führt.
-
Die
Verwendung von Drosophila als Modellorganismus hat sich als wichtiges
Werkzeug bei der Ermittlung von humanen neurodegenerativen Krankheitswegen
herausgestellt (wie dies in M. Fortini und N. Bonini (2000), Trends
Genet. 16: 161-167 zusammengefasst ist), da das Drosophila Genom
viele relevante humane Orthologe enthält, die in der Funktion extrem
gut konserviert sind (G. M. Rubin et al. (2000), Science 287: 2204-2215).
Beispielsweise trägt
Drosophila melanogaster ein Gen, das zum humanen APP homolog ist,
welches bei der Funktion des Nervensystems involviert ist. Das Gen,
das zu APP ähnlich
ist (Appl), ist zu etwa 40 % zur neurogenen Isoform (695) des humanen
APP Gens über
drei große
Domänen
identisch (Rosen et al., PNAS USA 86: 2478-2482 (1988)) und wird
wie humanes APP695 ausschließlich
im Nervensystem exprimiert. Fliegen, denen das Appl Gen fehlt, zeigen
Verhaltensdefekte, die durch das humane APP Gen aufgehoben werden
können,
was nahelegt, dass die zwei Gene ähnliche Funktionen in den zwei
Organismen aufweisen (Luo et al., Neuron 9: 595-605 (1992)).
-
Zusätzlich ahmen
Drosphila Modelle der Polyglutaminwiederholungserkrankungen (G.
R. Jackson et al. (1998), Neuron 21: 633-642, P. Kazemi-Esfarjani
und S. Benzer (2000), Science 287: 1837-1840, Fernandez-Funez et
al. (2000) Nature 408 (6808): 101-106 und Parkinsonsche Erkrankung
(MB. Feany und W. W. Bender (2000), Nature 404: 394-398) diesen
Krankheitszustand bei Menschen sowohl auf zellulärer Ebene als auch auf physiologischer
Ebene sehr eng nach und wurden erfolgreich zur Identifizierung von
anderen Genen verwendet, die eine Rolle bei diesen Erkrankungen
spielen. Daher wird die Leistungsfähigkeit von Drosophila als
Modellsystem in der Fähigkeit
gezeigt, den Krankheitszustand darzustellen und genetische Screenings
im großen
Maßstab
auszuführen.
-
Die
Erfindung betrifft im allgemeinen ein Verfahren zur Identifizierung
von Verbindungen und Genen, die auf den APP Weg in transgenen Drosophila
melanogaster wirken, die ektopisch Gene exprimieren, die mit AD
zusammenhängen.
Die Expression dieser Transgene kann sichtbare Phänotypen
induzieren und es wird hierin erwähnt, dass genetische Screenings,
die hierin beschrieben sind, zur Identifizierung von Genen verwendet
werden können,
die im APP Weg beteiligt sind, indem Mutationen identifiziert werden,
die die indizierten sichtbaren Phänotypen modifizieren. Die von
diesen Mutationen betroffenen Gene werden hierin "genetische Modifizierer" genannt. Es wird
hierin erwähnt,
dass humane Homologe von so identifizierten genetischen Modifizierern,
brauchbare Ziele zur Entwicklung von Therapeutika sein könnten, um
Zustände
zu behandeln, die mit den Abnormalitäten im APP Weg assoziiert sind, wie
unter anderem die Entwicklung von Therapeutika für Alzheimersche Erkrankung
(AD). Es wird hierin auch erwähnt,
dass einige dieser humanen Homologe in einem Bereich des humanen
Chromosoms 10 auftreten können,
von dem eine Verbindung zur Alzheimerschen Erkrankung gezeigt wurde
(Bertram et al., Ertekin-Taner et al., Myers et al., Science 290,
2302-2305, 2000). Solche humanen Homologe können das Potential aufweisen,
genetisch mit AD in Verbindung zu stehen und dienen als Marker für AD oder
als Ziele für
die Entwicklung von Therapeutika, zur Behandlung von Zuständen, die
mit Abnormalitäten
im APP assoziiert sind, einschließlich unter anderem der Entwicklung
von Therapeutika für
Alzheimersche Erkrankung (AD). Solche humanen Homologe können auch
in zellulären
Wegen wirken, die mit AD in Verbindung stehende Gene umfassen und
diese humanen Homologe können
zur Identifizierung der Gene in diesen Wegen verwendet werden.
-
Zusammenfassung der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft eine transgene Fliege, deren Genom
eine DNA Sequenz umfasst, die für
ein Polypeptid kodiert, das aus dem Abeta-Teil von humanem APP besteht,
worin die DNA Sequenz für Abeta
40 (SEQ ID Nr. 1) oder Abeta 42 (SEQ ID Nr. 2) kodiert, das an eine
Signalsequenz fusioniert ist, wobei die DNA Sequenz operativ an
eine Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz gebunden ist
und Expression der DNA Sequenz, worin die Expression der DNA Sequenz
zu dieser Fliege führt,
die einen veränderten
Phänotyp
zeigt. In einer bestimmten Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz für
Abeta 42, die Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz umfasst
den für
das Auge spezifischen Promotor GMR und die Expression der DNA Sequenz
führt zu
einem veränderten
Phänotyp,
der als Phänotyp
des "rauen Auges" bezeichnet wird.
-
Ebenfalls
wird eine transgene Fliege beschrieben, deren Genom eine DNA Sequenz
umfasst, die für ein
Polypeptid kodiert, das den Wildtypteil C 99 des humanen APP (SEQ
ID Nr. 3) oder den C 99 Teil des humanen APP mit der Londonmutation
(SEQ ID Nr. 4) fusioniert an eine Signalsequenz umfasst, worin die
DNA Sequenz operativ an eine Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz
fusioniert ist und Expression der DNA Sequenz, worin die Expression
dieser DNA Sequenz in der Fliege dazu führt, dass sie einen veränderten Phänotyp zeigt.
In einer Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz den Wildtyp C 99, die gewebespezifische Expressionskontrollsequenz
ist das UAS Kontrollelement, das durch das Gal4 Protein aktiviert
wird, das im Gehirn durch das 7B-Gal4 Transgen gebildet wird und
die Expression der DNA Sequenz führt
zu einem veränderten
Phänotyp,
der zu einem lokomotorischen Defekt führt. In einer weiteren bestimmten
Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz entweder den Wildtyp C 99 oder den C 99
Teil des humanen APP mit der Londonmutation, die gewebespezifische
Expressionskontrollsequenz ist das UAS Kontrollelement, das durch
das Gal4 Protein aktiviert wird, welches durch das apterous Gal4
Transgen gebildet wird und die Expression der DNA Sequenz führt zu einem
veränderten
Phänotyp,
der als der Phänotyp
des "konkaven Flügels" bezeichnet wird.
-
In
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Identifizierung
von genetischen Modifizierern des APP Wegs, wobei das Verfahren
die Bereitstellung einer transgenen Fliege umfasst, deren Genom
eine DNA Sequenz umfasst, die für
ein Polypeptid kodiert, das den Abeta Teil des humanen APP umfasst, worin
die DNA Sequenz Abeta 40 (SEQ ID Nr. 1) oder Abeta 42 (SEQ ID Nr.
2) fusioniert an eine Signalsequenz kodiert, wobei die DNA Sequenz
operativ an eine Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz gebunden
ist und Expression der DNA Sequenz, worin die Expression der DNA Sequenz
dazu führt,
dass die Fliege einen veränderten
Phänotyp
zeigt, Kreuzung der transgenen Fliege mit einer Fliege, die eine
Mutation in einem bekannten oder abgeleiteten Gen enthält und Screenen
der Nachkommen dieser Kreuzungen auf Fliegen, die die DNA sequenz
und die Mutation tragen und eine modifizierte Expression des transgenen
Phänotyps
im Vergleich zu den Kontrollen ziegen. In einer Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz Abeta 42, die Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz
umfasst den Augen-spezifischen Promotor GMR und die Expression der
DNA Sequenz führt
dazu, dass die Fliege einen veränderten
Phänotyp
zeigt, der als Phänotyp des "rauen Auges" bezeichnet wird.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Identifizierung von genetischen
Modifizierern des APP Wegs, wobei das Verfahren umfasst: Bereitstellung
einer transgenen Fliege, deren Genom eine DNA Sequenz umfasst, die
für ein
Polypeptid kodiert, das den Wildtypteil C 99 von humanem APP (SEQ
ID Nr. 3) oder den C 99 Teil des humanen APP mit der Londonmutation
(SEQ ID Nr. 4) fusioniert an eine Signalsequenz umfasst, wobei die
DNA Sequenz operativ an eine Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz
gebunden ist und Expression der DNA Sequenz, worin die Expression
der DNA Sequenz dazu führt,
dass die Fliege einen veränderten
Phänotyp
zeigt, Kreuzung der transgenen Fliege mit einer Fliege, die eine
Mutation in einem bekannten oder abgeleiteten Gen enthält und Screenen
der Nachkommen dieser Kreuzungen auf Fliegen, die die DNA Sequenz
und die Mutation enthalten und eine modifizierte Expression des
transgenen Phänotyps
im Verglich zu den Kontrollen aufweisen. In einer Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz für
den Wildtyp C 99, die Gewebe-spezifischen Expressionskontrollsequenz
ist das UAS Kontrollelement, das durch das Gal4 Protein aktiviert
wird, welches im Gehirn durch das 7B-Gal4 Transgen gebildet wird
und die Expression der DNA Sequenz führt in der Fliege dazu, dass
sie einen veränderten
Phänotyp
zeigt, der durch einen lokomotorischen Defekt gekennzeichnet ist.
In einer anderen Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz entweder den Wildtyp C 99 oder den C 99
Teil des humanen APP mit der Londonmutation, wobei die Gewebe-spezifische
Expressionskontrollsequenz das AUS Kontrollelement ist, das durch
das Gal4 Protein aktiviert wird, welches durch das apterous Gal4
Transgen gebildet wird und die Expression der DNA Sequenz führt dazu,
dass die Fliege einen veränderten
Phänotyp
zeigt, der als der Phänotyp
des "konkaven Flügels" bezeichnet wird.
-
Ein
weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Identifizierung
von Verbindungen, die auf Genprodukte wirken, die im APP Weg beteiligt
sind, indem auf Verbindungen getestet wird, die die durch die Expression
von Abeta induzierten Phänotypen
modifizieren können,
wobei das Verfahren umfasst: Bereitstellung einer transgenen Fliege,
deren Genom eine DNA Sequenz umfasst, die für ein Polypeptid kodiert, das den
Abeta Teil des humanen APP umfasst, worin die DNA Sequenz für Abeta
40 (SEQ ID Nr. 1) oder Abeta 42 (SEQ ID Nr. 2) fusioniert an eine
Signalsequenz kodiert, wobei die DNA Sequenz operativ an eine Gewebe-spezifische
Expressionskontrollsequenz gebunden ist und Expression der DNA Sequenz,
worin die Expression der DNA Sequenz dazu führt, dass die Fliege einen
veränderten
Phänotyp
zeigt, Verabreichung einer Kandidatenverbindung an die Fliege und
Testen auf Veränderungen
im Phänotyp
der Fliege im Vergleich zum Phänotyp
einer ähnlichen
transgenen Fliege, der die Kandidatenverbindung nicht verabreicht
wurde. In einer Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz für
Abeta 42, die Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz ist
der Augen-spezifische Promotor GMR und die Expression der DNA Sequenz
führt dazu,
dass die Fliege einen veränderten
Phänotyp
zeigt, der als Phänotyp
des "rauen Auges" bezeichnet wird.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Identifizierung von Verbindungen,
die auf Genprodukte wirken, die im APP Weg beteiligt sind, indem
auf Verbindungen getestet wird, die die Phänotypen modifizieren können, die
durch die Expression von C99 induziert werden, wobei das Verfahren
umfasst: Bereitstellung einer transgenen Fliege, deren Genom eine
DNA Sequenz umfasst, die für
ein Polypeptid kodiert, das den C99 Wildtypteil des humanen APP
(SEQ ID Nr. 3) oder den C99 Teil des humanen APP mit der Londonmutation
(SEQ ID Nr. 4) fusioniert an eine Signalsequenz umfasst, wobei die
DNA Sequenz operativ an eine Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz
gebunden ist und Expression der DNA Sequenz, worin die Expression
der DNA Sequenz zu einer Fliege führt, die einen veränderten
Phänotyp
zeigt, Verabreichung einer Kandidatenverbindung an die Fliege und
Testen auf Veränderungen
des Phänotyps
der Fliege im Vergleich zum Phänotyp einer ähnlichen
transgenen Fliege, der keine Kandidatenverbindung verabreicht wurde.
In einer Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz für
Wildtyp C99, die Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz ist
das UAS Kontrollelement, das durch das Gal4 Protein aktiviert wird,
das im Gehirn durch das 7B-Gal4 Transgen gebildet wird und die Expression
der DNA Sequenz führt
dazu, dass die Fliege einen Phänotyp
zeigt, der als lokomotorischer Defekt charakterisiert ist. In einer
weiteren Ausführungsform
kodiert die DNA Sequenz entweder für Wildtyp C99 oder den C99
Teil von humanem APP mit der Londonmutation, die Gewebe-spezifische Expressionskontrollsequenz
ist das UAS Kontrollelement, das durch das Gal4 Protein aktiviert
wird, welches durch das apterous Gal4 Transgen gebildet wird und
die Expression der DNA Sequenz führt
dazu, dass diese Fliege einen veränderten Phänotyp zeigt, der als der Phänotyp des "konkaven Flügels" bezeichnet wird.
-
Die
Erfindung ermöglicht
ein Verfahren zur Identifizierung von Genen, die beim Einsetzen
oder der Progression von Zuständen
beteiligt sind, welche mit der abnormalen Regulation des APP Wegs
assoziiert sind, einschließlich
aber nicht beschränkt
auf Alzheimersche Erkrankung und deren Proteinprodukte als potentielle
Marker für
die Alzheimersche Erkrankung dienen können, wobei das Verfahren die
Identifizierung der humanen Homologe der Fliegengene umfasst, die
als genetische Modifizierer gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung identifiziert wurden.
-
In
einem weiteren Aspekt ermöglicht
die Erfindung ein Verfahren zur Identifizierung von Genen, die beim
Einsetzen oder der Progression von Zuständen beteiligt sind, welche
mit der abnormalen Regulation des APP Wegs assoziiert sind, einschließlich unter
anderem Alzheimersche Erkrankung, und dessen Proteinprodukte als
potentielle Marker für
die Alzheimersche Erkrankung dienen könnten, wobei das Verfahren
die Identifizierung von humanen Homologen der genetischen Modifizierergene
der Fliege umfasst, die nahe am Bereich des humanen Chromosoms 10
lokalisiert sind, von dem eine genetische Verbindung zur Alzheimerschen Erkrankung
gezeigt wurde.
-
Ebenfalls
wird ein Verfahren zur Identifizierung von Genen beschrieben, die
beim Einsetzen oder der Progression der Alzheimerschen Erkrankung
beteiligt sind und deren Proteinprodukte als potentielle Marker für AD dienen
können,
wobei das Verfahren die Identifizierung von Genen umfasst, die in
den Wegen beteiligt sind, welche durch die Transkriptionsfaktoren
reguliert werden, welche durch die humanen Sequenzen hCP50765 (SEQ
ID Nr. 35, kodiert durch das EGR2 Gen) und hCP41313 (SEQ ID Nr.
15, SEQ ID Nr. 17 oder SEQ ID Nr. 53, kodiert vom humanen Homolog
des Drosophila nocA Gens) kodiert sind, wobei die humanen Sequenzen
nahe dem Bereich des humanen Chromosoms 10 lokalisiert sind, vom
dem gezeigt wurde, dass es eine genetische Verbindung zur Alzheimerschen
Erkrankung aufweist.
-
In
einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Beschreibung ein
Verfahren zur Identifizierung von Verbindungen, die zur Behandlung,
Prävention
oder Linderung von pathologischen Zuständen brauchbar sind, die mit
Defekten im APP Weg assoziiert sind, einschließlich unter anderem Alzheimerscher
Erkrankung, das umfasst die Verabreichung von Kandidatenverbindungen
in einem in vitro oder in vivo Modell der Alzheimerschen Erkrankung
und das Testen auf Veränderungen
in der Expression eines genetischen Homologs eines genetischen Modifizierers,
worin eine veränderte
Expression des Homologs im Vergleich zu den Mengen in einer Kontrolle,
in der keine Kandidatenverbindung verabreicht wurde, eine Verbindung
mit einem potentiellen therapeutischen Wert anzeigt.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Behandlung, Prävention
oder Linderung von pathologischen Zuständen, die mit Defekten im APP
Weg assoziiert sind, einschließlich
unter anderem Alzheimersche Erkrankung, das die Verabreichung einer
therapeutisch wirksamen Menge einer Verbindung, welche die Funktion
eines oder mehrerer der durch die humanen Homologe der hierin identifizierten
genetischen Modifizierer kodierten Polypepzide hemmt oder fördert, an
einen Patienten umfasst, der dessen bedarf.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Behandlung, Prävention
oder Linderung von pathologischen Zuständen, die mit Defekten in der
Regulation des APP Wegs assoziiert sind, einschließlich unter
anderem Alzheimersche Erkrankung, das die Verabreichung einer therapeutisch
wirksamen Menge einer pharmazeutischen Zusammensetzung an einen
Patienten umfasst, der dessen bedarf, welche eine oder mehrere Substanzen
umfasst, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die besteht aus:
Trippelhelix DNA, Antisense Oligonukleotiden oder Ribozymen, die
alle komplementär
zur geeigneten Sequenz einer mRNA sind, die von einem oder mehreren
der humanen Homologe der genetischen Modifizierergene abgeleitet
ist, die gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung identifiziert wurden.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Behandlung, Prävention
oder Linderung von pathologischen Zuständen, die mit der Regulation
des APP Wegs assoziiert sind, einschließlich unter anderem Alzheimersche
Erkrankung, das die Verabreichung einer therapeutisch wirksamen
Menge einer pharmazeutischen Zusammensetzung an einen Patienten
umfasst, der dessen bedarf, welche doppelsträngige RNA Moleküle umfasst,
die gegen ein oder mehrere der humanen Homologe der genetischen
Modifizierer gerichtet sind, welche gemäß den Verfahren der vorliegenden
Erfindung identifiziert wurden.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Behandlung, Prävention
oder Linderung von pathologischen Zuständen, die mit Defekten im APP
Weg assoziiert sind, einschließlich
unter anderem Alzheimersche Erkrankung, das die Verabreichung einer
therapeutisch wirksamen Menge einer pharmazeutischen Zusammensetzung
an einen Patienten umfasst, der dessen bedarf, welche einen oder
mehrere Antikörper
und/oder Fragmente hiervon umfasst, die gegen das Polypeptid gerichtet
sind, das durch einen oder mehrere der humanen Homologe der gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung identifizierten genetischen Modifizierer
kodiert wird.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Diagnose von pathologischen Zuständen, die
mit Abnormalitäten
im APP Weg bei einem Patienten assoziiert sind, einschließlich unter
anderem Alzheimersche Erkrankung, das das Messen der mRNA Menge
oder des Aktivitätsniveaus
der Polypeptide umfasst, die durch ein oder mehrere humane Homologe
eines genetischen Modifizierers in einer biologischen Probe von
einem Individuum kodiert werden, worin eine abnormale Menge relativ
zu der Menge hiervon in einem Kontrollindividuum für diese
Bedingungen diagnostisch ist.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Kit, der die Komponenten umfasst, welche zur
Detektion der Expressionsmengen der Polypeptide erforderlich sind,
die durch ein oder mehrere der humanen Homologe eines genetischen
Modifizierers oder Fragmenten hiervon kodiert werden, oder von Polynukleotiden,
die ein oder mehrere der Polypeptide oder Fragmente hiervon kodieren,
in einer biologischen Probe aus einem Patienten, wobei solche Kits
Antikörper
umfassen, die an die Polypeptide oder Fragmente hiervon binden,
oder Oligonukleotidsonden, die mit den Polynukleotiden oder den
Fragmenten hiervon hybridisieren und Anleitungen zur Verwendung
dieses Kits.
-
Ebenfalls
beschrieben wird eine pharmazeutische Zusammensetzung, die Substanzen
enthält,
welche aus der Gruppe ausgewählt
sind, die besteht aus Antisense, Ribozym, doppelsträngiger RNA
oder Trippelhelixnukleinsäuren,
die gegen einen oder mehrere der humanen Homologe eines genetischen
Modifizierers oder Fragmenten hiervon gerichtet sind, Polypeptide,
die durch ein oder mehrere der humanen Homologe eines genetischen
Modifizierers oder Fragmenten hiervon kodiert werden, Polynukleotide,
die diese Polypeptide oder Fragmente hiervon umfassen und Antikörper, die
an diese Polypeptide oder Fragmente hiervon binden, zusammen mit
einem geeigneten pharmazeutischen Träger, Hilfsstoff oder Verdünnungsmittel
zur Behandlung von pathologischen Zuständen, die mit Abnormalitäten im APP
Weg assoziiert sind, einschließlich
unter anderem Alzheimerscher Erkrankung.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein Verfahren zur Behandlung von pathologischen
Zuständen,
die mit Abnormalitäten
im APP Weg assoziiert sind, einschließlich unter anderem Alzheimersche
Erkrankung, das umfasst die Einführung
von Nukleinsäuren,
die für
einen oder mehrere der humanen Homologe eines genetischen Modifizierers
kodieren, in ein oder mehrere Gewebe eines Patienten, der dessen
bedarf, was dazu führt,
dass ein oder mehrere Proteine, die durch die Nukleinsäuren kodiert
werden, durch die Zellen im Gewebe exprimiert und/oder sekretiert
werden.
-
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
-
Bei
der Durchführung
der vorliegenden Erfindung werden viele herkömmliche Techniken der Molekularbiologie
und der rekombinanten DNA verwendet. Diese Techniken sind gut bekannt
und werden beispielsweise beschrieben in Current Protocols in Molecular
Biology, Bände
I, II und III, 1997 (Herausgeber F. M. Ausubel), Sambrook et al.,
1989, Molecular Cloning: A Laborstory Manual, Zweite Ausgabe, Cold
Spring Harbor Laborstory Press, Cold Spring Harbor, N. Y., DNA Cloning:
A Practical Approach, Band I und II, 1985 (Herausgeber D. N. Glover),
A Practical Guide to Molecular Cloning aus der Reihe Methods in
Enzymology (Academic Press, Inc.), Gene Transfer Vectors for Mammalian
Cells, 1987 (J. H. Miller und M. P. Calos, Herausgeber, Cold Spring
Harbor Laborstory) und Methods in Enzymology, Band 154 und Band
155 (Herausgeber jeweils Wu und Grossman und Wu). Gut bekannte molekulare
Gentechniken für
Drosophila können
beispielsweise in D. B. Robert, Drosophila, A Practical Approach
(IRL Press, Washington, D. C., 1986) gefunden werden. Beschreibungen
der Fliegenstammsammlungen können
in der Fliegendatenbank http://flybase.bio.indiana.edu gefunden werden.
-
Ein "transgener" Organismus, wie
er hierin verwendet wird, bezieht sich auf einen Organismus, der zusätzliches
genetisches Material in das Genom inseriert aufweist. Wie hierin
verwendet umfasst eine "transgene
Fliege" embryonale,
larvenartige und ausgewachsene Formen von Drosophila melanogaster,
die eine DNA Sequenz vom selben oder einem anderen Organismus zufällig in
ihr Genom inseriert enthalten. Obwohl Drosphila melanogaster bevorzugt
ist, wird ebenfalls hervorgehoben, dass jede Fliege der Gattung
Drosophila in der vorliegenden Erfindung verwendet werden kann.
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich "ektope" Expression des Transgens
auf die Expression des Transgens in einem Gewebe oder einer Zelle
oder bei einem spezifischen Entwicklungsstadium, wo es normalerweise
nicht exprimiert wird.
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich "Phänotyp" auf die zu beobachtenden
physischen oder biochemischen Eigenschaften eines Organismus, wie
dies sowohl durch genetische Ausstattung als auch Umwelteinflüsse bestimmt
wird.
-
Wie
hierin verwendet umfasst eine Verbindung, die "die Funktion eines oder mehrerer der
durch das humane Homolog eines genetischen Modifizierers kodierten
Polypeptids hemmen oder fördern
kann" Verbindungen,
die dies indirekt (über
stromabwärts
Effekte) oder direkt durch Bindung oder einer sonstigen Wechselwirkung
mit dem Protein bewirken und umfasst unter anderem Antagonisten
oder Agonisten des Proteins.
-
Wie
hierin verwendet ist ein "stringentes
Ortholog" so definiert,
dass es die folgenden Kriterien erfüllt: Das Fliegenprotein X hat
die beste Übereinstimmung
mit dem humanen Protein Y und das Fliegenprotein X hat keine bessere Übereinstimmung
mit einem anderen Fliegenprotein als mit dem humanen Protein Y und das
humane Protein Y hat die beste Übereinstimmung
mit dem Fliegenprotein X und das humane Protein Y hat keine bessere Übereinstimmung
mit einem anderen humanen Protein als mit dem Fliegenprotein X,
worin "X" und "Y" für
zwei beliebige Proteine aus der Fliege oder dem Menschen stehen,
die verglichen werden.
-
Ein "putatives Ortholog", ist hierin so definiert,
dass es nur die zwei folgenden Kriterien erfüllt: Das Fliegenprotein X hat
die beste Übereinstimmung
mit dem humanen Protein Y und das humane Protein Y hat die beste Übereinstimmung
mit dem Fliegenprotein X ungeachtet davon, ob das Fliegenprotein
X eine bessere Übereinstimmung
mit einem anderen Fliegenprotein aufweist und/oder ob das humane
Protein Y eine bessere Übereinstimmung
mit einem anderen Humanprotein aufweist. Wie hierin beschrieben
sind alle anderen Proteinübereinstimmungen
Mensch/Fliege "Homologe".
-
Wie
hierin verwendet, bezieht sich der Ausdruck "Expressionskontrollsequenz" auf Promotoren und Enhancer.
Der Ausdruck "Promotor" bezieht sich auf
DNA Sequenzen, die direkt oder indirekt von einer DNA-abhängigen RNA
Polymerase während
der Initiation der Transkription erkannt und gebunden werden und umfasst
Enhancerelemente. Enhancer, die in der vorliegenden Erfindung verwendet
werden können,
umfassen das UAS Element, das durch den Gal4 Hefetranskriptionsregulator
aktiviert wird.
-
Der
Ausdruck "Transkriptionsfaktor" bezieht sich auf
jedes Protein, das zur Initiation oder Regulation der Transkription
bei Eukaryonten erforderlich ist. Beispielsweise ist der Augen-spezifische
Promotor GMR eine Bindungsstelle für den Augen-spezifischen Transkriptionsfaktor
GLASS (K. Moses und G. M. Rubin, Genes Dev. 5 (4): 583-593 (1991)).
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich der Ausdruck "Abeta" (Aβ)
auf beta-Amyloidpeptid, das ein kurzes Peptid ist (40-42 Aminosäuren), das
durch eine proteolytische Spaltung von APP durch beta- und gamma-Sekretasen
gebildet wird. Es ist die primäre
Komponente der Amyloidablagerungen, das Hauptmerkmal von AD und
die Ursache des neuronalen Zelltods und der Degeneration. Das Abeta
Peptid der vorliegenden Erfindung umfasst unter anderem Peptide
mit 40 und 42 Aminosäuren
und diese werden jeweils als Abeta 40 (oder Aβ40) (SEQ ID Nr. 1) und Abeta
42 (oder Aβ42)
(SEQ ID Nr. 2) bezeichnet.
-
"C99" bezieht sich auf
ein Peptid, das die Abeta Region plus den cytoplasmatischen Schwanz
von APP (SEQ ID Nr. 3) enthält.
Wie hierin verwendet umfasst der Ausdruck auch die C99 Londonsequenz,
die die London FAD Alzheimer-assoziierte Mutation enthält (SEQ
ID Nr. 4) (A. Goate et al., (1991), Nature 349: 704-706). Abeta
und C99 Peptide sind dem Fachmann gut bekannt (siehe beispielsweise
Golde et al., Science 255: 728-730 (1992), C. M. Coughlan und K.
C. Breen (2000), Pharmacol. and Ther. 86: 111-144).
-
Die "UAS" Region bezieht sich,
wie sie hierin verwendet wird, auf eine stromaufwärts aktivierende
Sequenz, die durch den GAL-4 Transkriptionsaktivator erkannt wird.
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich eine "Signalsequenz" auf eine kurze Sequenz aus Aminosäuren, die die
schließliche
Lage eines Proteins in einer Zelle bestimmt, beispielsweise die
N-terminale Sequenz oder etwa 20 Aminosäuren, die naszente Sekretions-
und Transmembranproteine in das endoplasmatische Retikulum steuert.
Es wird hierin darauf hingewiesen, dass jede herkömmliche
Signalsequenz, die dem Fachmann bekannt ist, verwendet werden kann,
um den Transfer der kodierten C99 oder Abeta Proteine über den
Sekretionsweg zu transferieren, einschließlich unter anderem die Signalsequenz
des endogenen Drosophila Appl oder Präsenilin oder des Windbeutel-Gens,
das für
ein im ER (endoplasmatischen Retikulum) vorkommendes Gen kodiert
(Konsolaki und Schupbach, Genes & Dev.
12: 120-131 (1998))
oder des humanen Präproenkephalingensignals
(SEQ ID Nr. 5).
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich eine "Kontrollfliege" auf eine Larve oder Fliege, die denselben
Genotyp wie die Larven oder Fliegen aufweist, die in den erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet werden, außer
dass die Kontrolllarve oder -fliege nicht die Mutation aufweist,
die auf die Modifikation des Phänotyps
getestet wird oder ihr keine Kandidatenverbindungen verabreicht
werden.
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich ein "Kontrollsubjekt" auf einen Organismus, der nicht an
einem Zustand leidet, der mit Abnormalitäten im APP Weg assoziiert ist.
-
Wie
hierin verwendet ist ein "Drosophila
Transformationsvektor" ein
DNA Plasmid, das Transposonelementsequenzen enthält und die Integration eines
DNA Stücks
in das Genom des Organismus vermitteln kann. Diese Technologie ist
dem Fachmann bekannt.
-
Wie
der Ausdruck hierin verwendet wird, ist der Phänotyp des "rauen Auges" durch die Disorganisation von Ommatidien
und Interommatidienborsten gekennzeichnet und kann durch die Degeneration
von neuronalen Zellen verursacht werden. Dieser Phänotyp ist
durch ein Sektionsstereomikroskop sichtbar.
-
Wie
der Ausdruck hierin verwendet wird, ist der "konkave Flügelphänotyp" durch eine abnormale Faltung der Flügelfläche gekennzeichnet,
so dass die Flügel
entlang ihrer Ränder
nach oben gebogen sind.
-
Wie
hierin verwendet bezieht sich ein "Iokomotorischer Defekt" auf einen Phänotyp, bei
dem die Fliegen gestörte
Reaktionen gegenüber
einem mechanischen Reiz im Vergleich zu Wildtypfliegen in herkömmlichen
lokomotorischen Aktivitätstests
zeigen.
-
Wie
hierin verwendet umfassen die folgenden und verwandte Ausdrücke, pathologische
Zustände,
die mit Abnormalitäten
im APP Weg assoziiert sind, Zustände,
die mit einer abnormalen Regulation des APP Wegs assoziiert sind,
Zustände,
die mit der Alzheimerschen Erkrankung verwandt sind, pathologische
Zustände,
die mit Defekten im APP Weg assoziiert sind, unter anderem Alzheimersche
Erkran kung und umfassen die Zustände,
die durch die Degeneration und den schließlichen Tod von Neuronen in
Gehirnclustern gekennzeichnet sind, die Gedächtnis, Wahrnehmung und Verhalten
kontrollieren.
-
"Therapeutisch wirksame
Menge" bezieht sich
auf die Menge des Wirkstoffs, beispielsweise der Verbindung oder
des Genprodukts, die die Symptome des zu behandelnden Zustand lindert.
-
Verfahren
zur Erlangung von transgenen Organismen, einschließlich transgener
Drosophila, sind dem Fachmann gut bekannt. Beispielsweise ist eine
herkömmlich
verwendete Referenz für
die P-Element vermittelte Transformation Spradling, 1986, P-Element
mediated transformation, in Drosophila: A practical approach (Herausgeber
D. B. Roberts), Seiten 175-197, IRL Press, Oxford, UK)). Die EP
Elementtechnologie bezieht sich auf ein binäres System unter Verwendung
des Hefe Gal4 Transkriptionsaktivators, das verwendet wird, um ektopisch
die Transkription von endogenen Drosophila Genen zu regulieren.
Diese Technologie ist beschrieben in: Brand und Perrimon, 1993,
Targeted gene expression as a means of altering cell fates and generating
dominant phenotypes, Development 118, Seiten 401-415 und in Rorth
et al., 1998, Systematic gain-of-function genetics in Drosophila,
Development, 125 (6), Seiten 1049-1057.
-
Die
vorliegende Beschreibung beschreibt eine transgene Fliege, nämlich Drosophila
melanogaster, die im Genom eine DNA Sequenz umfasst, die ein Polypeptid
kodiert, das den beta-Amyloidteil (SEQ ID Nr. 1 oder SEQ ID Nr.
2) oder den C99 Teil des humanen APP Gens (SEQ ID Nr. 3 oder SEQ
ID Nr. 4) umfasst, der an den N-Terminus gemäß herkömmlicher Verfahren an eine
Signalpeptidsequenz fusioniert ist, beispielsweise SEQ ID Nr. 5,
um den Transfer des kodierten Polypeptids über den Sekretionsweg sicherzustellen.
Die fusionierten DNA Sequenzen werden operativ an Gewebe-spezifische
Expressionskontrollsequenzen, wie Promotorregionen oder stromaufwärts aktivierenden
Sequenzen (UAS) in Abhängigkeit
des verwendeten Expressionssystems gebunden. Die Expressionskontrollsequenzen
umfassen jene, die für
das Nervengewebe in der Fliege spezifisch sind und umfassen Organe,
wie das Auge, den Flügel,
das Notum, das Gehirn, das ZNS und das PNS. Unter der Kontrolle
dieser Gewebe-spezifischen
Kontrollsequenzen werden die kodierten Peptide unter Bildung von
mRNA transkribiert, die in detektierbare Mengen an beta-Amyloid
oder C99 Peptid translatiert wird und einen veränderten Phänotyp in den Fliegen verursacht.
Durch Testen auf Veränderungen
in diesen Phänotypen
können
diese Fliegen zur Identifizierung von Genen oder Verbindungen verwendet
werden, die den APP Weg beeinflussen und können einen Einblick in die
molekularen und biochemischen Mechanismen des APP Wegs und der Alzheimerschen
Erkrankung liefern.
-
Es
können
herkömmliche
Expressionskontrollsysteme verwendet werden, um eine ektope Expression von
Proteinen von Interesse zu erreichen, einschließlich der beta-Amyloid und
C99 Peptide der vorliegenden Erfindung. Eine solche Expression kann
zu einer Störung
der biochemischen Wege und der Erzeugung von veränderten Phänotypen führen. Ein solches Expressionskontrollsystem
umfasst die direkte Fusion der DNA Sequenz an Expressionskontrollsequenzen
von Gewebe-spezifisch exprimierten Genen, wie Promotoren oder Enhancern.
Ein weiteres Expressionskontrollsystem, das verwendet werden kann,
ist das binäre
Gal4-Transkriptionsaktivierungssystem (Brand und Perrimon, Development
118: 401-415 (1993)).
-
Das
Gal4 System verwendet den Hefetranskriptionsaktivator Gal4 zur Steuerung
der Expression eines Gens von Interesse auf eine Gewebe-spezifische
Weise. Das Gal4 Gen wurde zufällig
in das Fliegengenom mittels eines herkömmlichen Transformationssytems
inseriert, so dass es unter die Kontrolle der genomischen Enhancer
kommt, die die Expression in einer temporären und Gewebe-spezifischen
Weise steuern. Einzelne Fliegenstämme wurden etabliert, die "Treiber" genannt werden,
welche diese Insertionen tragen (Brand und Perrimon, Development
118: 401-415 (1993)).
-
Im
Gal4 System wird ein Gen von Interesse in einen Transformationsvektor
kloniert, so dass dessen Transkription unter die Kontrolle der UAS
Sequenz (stromaufwärts
aktivierende Sequenz) kommt, dem Gal4-Reaktionselement. Wenn ein
Fliegenstamm, der die UAS/Gensequenz von Interesse trägt, mit
einem Fliegenstamm gekreuzt wird, der das Gal4 Gen unter der Kontrolle
eines Gewebe-spezifischen Enhancers exprimiert, wird das Gen in
einem Gewebe-spezifischen Muster exprimiert.
-
Um
Phänotypen
zu erzeugen, die leicht in ausgewachsenen Geweben sichtbar sind
und daher als genetische Screenings verwendet werden können, können Gal4 "Treiber", die die Expression
in späteren
Stadien der Fliegenentwicklung steuern, in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden. Mittels dieser Treiber resultiert die Expression
in möglichen
Defekten in den Flügeln,
den Augen, den Beinen, den unterschiedlichen sensorischen Organen
und dem Gehirn. Die "Treiber" umfassen beispielsweise
apterous-Gal4 (Flügel),
elav-Gal4 (ZNS), sevenless-Gal4, eyeless-Gal4 und pGMR-Gal4 (Augen).
Zusätzlich
sind, da Appl, das Fliegenhomologe zu APP ausschließlich in
Nervengewebe exprimiert wird, "Treiberstämme" bevorzugt, worin
zumindest eine Untergruppe der Expression in Richtung des Nervensystems
geht. Dies umfasst den Gehirn-spezifischen 7B-Gal4 Treiber. Beschreibungen
der Gal4 Linien und Anmerkungen über
ihr spezifisches Expressionsmuster sind in Flybase erhältlich (http://flybase.bio.indiana.edu).
-
Es
können
verschiedene DNA Konstrukte verwendet werden, um die erfindungsgemäße transgene Drosophila
melanogaster zu erzeugen. Beispielsweise kann das Konstrukt das
beta-Amyloid oder den C99 Teil des humanen APP Gens fusioniert an
die Signalpeptidsequenz des Präproenkephalingens
fusioniert enthalten und operativ an den Augen-spezifischen Promotor
GMR gebunden sein. In einem anderen Beispiel kann das Konstrukt
den beta-Amyloidteil oder C99 des humanen APP Gens fusioniert an
die Signalpeptidsequenz des humanen Präproenkephalingens kloniert
in den pUAST Vektor enthalten (Brand und Perrimon, Development 118:
401-415 (1993)), das die UAS Sequenz stromaufwärts der transkribierten Region
plaziert. Die Insertion dieser Konstrukte in das Fliegengenom kann über eine
P-Elementrekombination,
eine Hobo-Elementrekombination (Blackman et al., EMBO J. 8: 211-217
(1989), eine homologe Rekombination (Rong und Golic, Science 288:
2013-2018 (2000)) oder anderen dem Fachmann bekannten Standardtechniken
erfolgen.
-
Wie
oben diskutiert kann das ektop exprimierte Gen zu einem veränderten
Phänotyp
durch die Zerstörung
eines bestimmten biochemischen Wegs führen. Mutationen in den Genen,
die im selben biochemischen Weg wirken, dürften eine Modifikation des
geänderten
Phänotyps
verursachen. Daher können
die Fliegen der vorliegenden Erfindung verwendet werden, um die
Gene zu identifizieren, die im APP Weg wirken, indem man eine transgene
C99 oder Abeta Fliege mit einer Fliege kreuzt, die eine Mutation
in einem bekannten oder abgeleiteten Gen aufweist und man die Nachkommen
dieser Kreuzungen auf Fliegen screent, die eine quantitative oder
qualitative Modifikation des veränderten
Phänotyps
der transgenen C99 oder Abeta Fliege im Vergleich zu Kontrollen
zeigen. Daher ist dieses System extrem nützlich für die Ermittlung der Funktion
von prozessierten APP Genprodukten, wie auch zur Identifizierung
von anderen Genen, die direkt oder indirekt mit ihnen Wechselwirken.
Mutationen, die gescreent werden können, umfassen unter anderem
Funktionsverlustallele bekannter Gene, Deletionsstämme, "Enhancerauf findungsstämme", die aus dem P-Element
und Funktionsherstellenden Mutationen erzeugt werden, die durch
zufällige
Insertionen in das Drosophila Genom eines Gal4-induzierbaren Konstrukts
erzeugt wurden, welche die ektope Expression von Genen in der Nachbarschaft
der Insertion aktivieren kann. Es wird hierin erkannt, dass die
im APP Weg beteiligten Gene auf diese Weise identifiziert werden
können
und dass diese Gene dann als Ziele zur Entwicklung von Therapeutika
zur Behandlung von Zuständen
dienen können,
die mit Abnormalitäten
im APP Weg assoziiert sind, welche zu Krankheiten führen, wie
unter anderem Alzheimerscher Erkrankung.
-
Die
transgenen C99 und Abeta Fliegen der vorliegenden Erfindung können auch
in einem Verfahren zur Identifizierung von Verbindungen verwendet
werden, die den APP Weg modifizieren können und so zur Behandlung
von Zuständen
brauchbar sein, wie sie oben diskutiert sind. Solche Verfahren können die
Verabreichung von Kandidatenverbindungen an transgene C99 oder Abeta
Fliegen und dann den Test auf Veränderungen im Phänotyp der
transgenen C99 oder Abeta Fliege im Vergleich zum Phänotyp der
transgenen C99 oder Abeta Kontrollfliegen umfassen, denen die Verbindung
nicht verabreicht wurde. Beispielsweise können Kandidatenverbindungen
mittels herkömmlicher
Verfahren Larven gefüttert
werden, die ein beta-Amyloid oder C99 exprimieren. Die Larven können dann
bis zum erwachsenen Stadium angezogen werden und es wird der durch
C99 oder Abeta-induzierte Phänotyp
getestet. Kandidatenverbindungen können auch ausgewachsenen Fliegen
gefüttert
werden und Modifikationen des Phänotyps
getestet werden.
-
Der
Wirkmechanismus von so identifizierten Verbindungen kann durch den
Vergleich der durch genetische Manipulation hergestellten Phänotypen
mit denen untersucht werden, die durch die Verabreichung einer Verbindung
von Interesse induziert werden. Solche Verbindungen umfassen jene,
die den in den transgenen Fliegen veränderten Phänotyp lindern oder verschlimmern.
Die Expression eines durch eine Verbindung induzierten Phänotyps,
der zu einem ähnlich
ist der mit einer bekannten genetischen Modifikation assoziiert
ist, würde
nahelegen, dass die Verbindung eine Wirkung auf denselben Weg hat,
den die genetische Veränderung beeinflusst.
-
Zusätzlich zum
Screening von Verbindungen in den transgenen Fliegen der vorliegenden
Erfindung können
solche Verbindungen auch weiter durch die Verwendung von in vitro
oder anderen in vivo Modellen der AD mittels herkömmlicher
Verfahren getestet werden. Beispielsweise können mehrere Zelllinien als
in vivo Modelle der AD verwendet werden und sind dem Fachmann bekannt,
einschließlich
beispielsweise die Zelllinen, die in Xia et al., 1997 PNAS USA 94
(15): 8208-8213 beschrieben sind. Es existieren auch in vivo Modelle
und umfassen beispielsweise das Mausmodell der AD, das in
WO 94/00569 A beschrieben
ist.
-
Die
Ermittlung des Wirkmechanismus von Verbindungen, die die Wirkung
von beta-Amyloid oder C99 in den hierin beschriebenen transgenen
Fliegen beeinflussen, können
auch mittels RNA Profilerstellung auf Chips (Affymetrix, Santa Clara)
oder mittels anderer herkömmlicher
Verfahren ausgeführt
werden. Beispielsweise können
RNA Profile von Fliegen, denen die Kandidatenverbindungen verabreicht
wurden, getestet werden und mit den Fliegen verglichen werden, die
genetisch modifiziert wurden. Ähnliche
Profile legen nahe, dass die Verbindung auf eine Art auf den beta-Amyloid
oder C99 beeinflussten Weg wirkt.
-
Es
wird hierin mitberücksichtigt,
dass die Erfindung in einem anderen Aspekt ein Verfahren zur Identifizierung
von Genen betrifft, die beim Einsetzen oder der Progression von
Alzheimerscher Erkrankung beteiligt sind und deren Proteinprodukte
als potentielle Marker für
AD dienen können,
wobei das Verfahren die Identifizierung von Genen umfasst, die in
den Wegen beteiligt sind, welche durch die Transkriptionsfaktoren
reguliert werden, die durch die humanen Sequenzen hCP50765 (SEQ
ID Nr. 35, kodiert durch das EGR2 Gen) und hCP41313 (SEQ ID Nr.
15, SEQ Nr. 17 oder SEQ ID Nr. 53, kodiert durch das Humanhomolog
des Drosophila nocA Gens), wobei die Humansequenzen Homologe für genetische
Modifizierer von Drosophila sind, wie dies hierin beschrieben identifiziert
wurden und nahe an dem Bereich des humanen Chromosoms 10 liegen,
von dem eine genetische Verbindung zur Alzheimerschen Erkrankung
gezeigt wurde. Die Identifizierung solcher Gene, die durch die oben
erwähnten
Transkriptionsfaktoren reguliert werden, können mittels herkömmlicher Verfahren
erreicht werden, einschließlich
unter anderem einer SELEX genannten Technologie, wie dies in Tuerk
und Gold, 1990, Science 249, 505-510 und Brown und Gold, 1995, Biochemistry
34, 14765-14774 beschrieben ist. Beispielsweise können Gene,
die durch einen spezifischen Transkriptionsfaktor reguliert werden, durch
die Bestimmung der DNA Zielsequenz des spezifischen Transkriptionsfaktors
identifiziert werden. Eine solche Zielsequenzidentifizierung kann
durch unterschiedliche Verfahren erreicht werden, einschließlich unter anderem
SELEX. Wenn die Zielsequenz identifiziert ist, kann das Vorkommen
der Sequenz in den stromaufwärts
regulatorischen Regionen von bekannten und abgeleiteten Genen mittels
Bioinformatikwerkzeugen bestimmt werden, die dem Fachmann gut bekannt
sind. Gene, die die Zielsequenz in ihren stromaufwärts liegenden
regulatorischen Regionen enthalten, müssten durch den spezifischen
Transkriptionsfaktor reguliert werden können.
-
Es
wird mitberücksichtigt,
dass Verbindungen, die die Funktion oder Expression von Proteinen
beeinflussen (beispielsweise hemmen oder fördern) können, die durch die humanen
Homologe der gemäß der vorliegenden
Erfindung identifizierten genetischen Modifizierer kodiert werden,
zur Behandlung der Alzheimerschen Erkrankung oder anderer Zustände brauchbar
sein können,
die mit Defekten der Regulation des APP Wegs assoziiert sind. Zusätzlich wird
ebenfalls mitberücksichtigt,
dass unter Verwendung von herkömmlichen Verfahren
Antisenseoligonukleotide, Ribozyme, Trippelhelix DNA und/oder doppelsträngige RNA
mit therapeutischem Wert basierend auf den Nukleotidsequenzen dieser
humanen Homologe von genetischen Modifizierern erzeugt werden können. Die
therapeutische Verwendung von Antibiotika, die gegen die Polypeptide
gerichtet sind, welche von den humanen Homologen der genetischen
Modifizierer kodiert werden und mittels herkömmlicher Verfahren hergestellt
werden, ist hierin ebenfalls mitberücksichtigt. Daher betrifft
ein zusätzlicher Aspekt
der Erfindung die Verabreichung einer pharmazeutischen Zusammensetzung
zusammen mit einem pharmazeutisch annehmbaren Träger, Hilfsstoff oder Verdünnungsmittel
zur Behandlung der Alzheimerschen Erkrankung und verwandter Zustände. Solche
pharmazeutischen Zusammensetzungen können die Verbindungen, Antisenseoligonukleotide,
Ribozyme, Trippelhelix DNA, doppelsträngige RNA und/oder Antikörper umfassen,
wie dies oben diskutiert ist. Die Zusammensetzungen können auch
Expressionsprodukte humaner Homologe der genetischen Modifizierer
(beispielsweise Polypeptide oder Fragmente hiervon) enthalten, die gemäß der vorliegenden
Erfindung identifiziert wurden. Die Zusammensetzungen können alleine
oder in Kombination mit zumindest einem anderen Mittel, wie einer
Stabilisatorverbindung verabreicht werden, die in jedem sterilen,
biokompatiblen pharmazeutischen Träger verabreicht werden kann,
einschließlich
unter anderem Kochsalzlösung,
gepufferte Kochsalzlösung,
Dextrose und Wasser. Die Zusammensetzungen können einem Patienten alleine
oder in Kombination mit anderen Mitteln, Arzneimitteln oder Hormonen
verabreicht werden.
-
Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können durch mehrere Wege verabreicht
werden, einschließlich
unter anderem oral, intravenös,
intramuskulär,
intraartikulär,
intraarteriell, intramedullär,
inthrathekal, intraventrikulär,
transdermal, subkutan, intraperitoneal, intranasal, enteral, topisch,
sublingual oder rektal.
-
Zusätzlich zu
den Wirkstoffen können
diese pharmazeutischen Zusammensetzungen geeignete pharmazeutisch
annehmbare Träger
enthalten, die Hilfsstoffe und Zusatzstoffe enthalten, welche die
Prozessierung der Wirkstoffe in Präparationen erleichtern, die
pharmazeutisch verwendet werden können. Weitere Details bezüglich Techniken
zur Formulierung und Verabreichung können in der letzten Ausgabe
von Remingtons Pharmaceutical Sciences (Maak Publishing Co., Esston,
PA) gefunden werden.
-
Pharmazeutische
Zusammensetzungen zur oralen Verabreichung können mittels pharmazeutisch
annehmbarer Träger,
die in der Technik gut bekannt sind, in Dosierungen formuliert werden,
die zur oralen Verabreichung geeignet sind. Solche Träger ermöglichen
den pharmazeutischen Zusammensetzungen als Tabletten, Pillen, Dragees,
Kapseln, Flüssigkeiten,
Gelen, Sirupen, Aufschlämmungen,
Suspensionen und dergleichen zur Aufnahme durch den Patienten formuliert
zu werden.
-
Pharmazeutische
Präparationen
zur oralen Verwendung können
durch die Kombination von Wirkstoffen mit festem Hilfsstoff, optionaler
Vermahlung eines entstehenden Gemisches und Prozessierung des Gemisches
aus Granula erforderlichenfalls nach der Zugabe von geeigneten Zusatzstoffen
unter Bildung von Tabletten oder Drageekernen erhalten werden. Geeignete
Hilfsstoffe sind Kohlenhydrat- oder
Proteinfüllstoffe,
wie Zucker, einschließlich
Lactose, Saccharose, Mannit oder Sorbit, Stärke von Mais, Weizen, Reis,
Kartoffel oder anderen Pflanzen, Cellulose, wie Methylcellulose,
Hydroxypropylmethylcellulose oder Natriumcarboxymethylcellulose,
Gummis, einschließlich
Arabicum und Traganth und Proteine, wie Gelatine und Kollagen. Falls
gewünscht,
können
Zerfallshilfsmittel oder Löslichkeitsvermittler
zugegeben werden, wie quervernetztes Polyvinylpyrrolidon, Agar,
Alginsäure
oder ein Salz hiervon, wie Natriumalginat.
-
Drageekerne
können
zusammen mit geeigneten Beschichtungen verwendet werden, wie konzentrierte
Zuckerlösungen,
die auch Gummi arabicum, Talkum, Polyvinylpyrrolidon, Carbopolgel,
Polyethylenglycol und/oder Titandioxid, Lacklösungen und geeignete organische
Lösemittel
oder Lösemittelgemische
enthalten. Farbstoffe oder Pigmente können zu den Tabletten oder
Drageeummantelungen zur Identifizierung zugegeben werden oder um
die Menge an Wirkstoff zu charakterisieren, d.h. die Dosierung.
-
Pharmazeutische
Präparationen,
die oral verwendet werden können,
umfassen verschließbare
Kapseln aus Gelatine, wie auch weiche, verschweißte Kapseln, die aus Gelatine
und einer Beschichtung, wie Glycerin oder Sorbit hergestellt sind.
Die verschließbaren
Kapseln können
die Wirkstoffe im Gemisch mit Füllstoffen
enthalten, wie Lactose, Bindemittel, wie Stärkearten und/oder Gleitmittel,
wie Talkum oder Magnesiumstearat und optional Stabilisatoren. Bei
Weichkapseln können
die Wirkstoffe in geeigneten Flüssigkeiten
gelöst oder
suspendiert werden, wie fetten Ölen,
flüssigem
Paraffin oder flüssigem
Polyethylenglycol mit oder ohne Stabilisatoren.
-
Pharmazeutische
Formulierungen, die zur parenteralen Verabreichung geeignet sind,
können
in wässrigen
Lösungen
formuliert werden, vorzugsweise in physiologisch kompatiblen Puffern,
wie Hank Lösung,
Ringer Lösung
oder physiologisch gepufferter Kochsalzlösung. Wässrige Injektionssuspensionen
können
Substanzen enthalten, die die Viskosität der Suspension erhöhen, wie
Carboxymethylcellulose, Sorbit oder Dextran. Zusätzlich können Suspensionen der Wirkstoffe
als geeignete ölige
Injektionssuspensionen hergestellt werden. Geeignete lipophile Lösemittel
oder Träger
umfassen fette Öle,
wie Sesamöl
oder synthetische Fettsäureester,
wie Ethyloleat oder Triglyceride oder Liposomen. Nicht-lipidartige
polykationische Aminopolymere können
ebenfalls für
eine Abgabe verwendet werden. Optional kann die Suspension auch
geeignete Stabilisatoren oder Mittel enthalten, die die Löslichkeit
der Verbindungen erhöhen,
um die Herstellung von hochkonzentrierten Lösungen zu erlauben.
-
Zur
topischen oder nasalen Verabreichung werden Penetrationsmittel,
die für
die zu penetrierende Barriere geeignet sind, in der Formulierung
verwendet. Solche Penetrationsmittel sind im allgemeinen in der Technik
bekannt.
-
Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können auf eine Weise hergestellt
werden, die in der Technik bekannt ist, beispielsweise durch herkömmliche
Misch-, Löse-,
Granulier-, Drageeherstellungs-, Homogenisierungs-, Emulgierungs-,
Verkapselungs-, Einschluss- oder Lyophilisierungsverfahren.
-
Die
pharmazeutische Zusammensetzung kann als Salz bereitgestellt werden
und kann mit vielen Säuren
gebildet werden, einschließlich
unter anderem Chlorwasserstoff-, Schwefel-, Essig-, Milch-, Wein-, Äpfel-, Bernsteinsäure etc..
Salze tendieren dazu, in wässrigen
oder anderen erotischen Lösemitteln
besser löslich
zu sein als die entsprechenden Formen der freien Base. In anderen
Fällen
kann die bevorzugte Präparation
ein lyophilisiertes Pulver sein, das eines oder alle der folgenden
Bestandteile enthält:
1 bis 50 mM Histidin, 0,1 % bis 2 % Saccharose und 2 bis 7 % Mannit
in einem pH Bereich von 4,5 bis 5,5, das mit einem Puffer vor der Verwendung
kombiniert wird.
-
Nachdem
die pharmazeutischen Zusammensetzungen hergestellt wurden, können sie
in einen geeigneten Behälter
gegeben werden und zur Behandlung für einen indizierten Zustand
beschriftet werden. Zur Verabreichung der Verbindungen oder Genprodukte,
die gemäß der vorliegenden
Erfindung identifiziert werden, umfasst eine solche Beschriftung
die Menge, Häufigkeit
und Art der Verabreichung.
-
Pharmazeutische
Zusammensetzungen, die zur Verwendung in der Erfindung geeignet
sind, umfassen Zusammensetzungen, worin die Wirkstoffe in einer
wirksamen Menge enthalten sind, um den beabsichtigten Zweck zu erreichen.
Die Bestimmung einer wirksamen Dosis liegt innerhalb der Fähigkeit
des Fachmanns.
-
Es
kann für
jede Verbindung die therapeutisch wirksame Dosis zu Beginn entweder
in Zellkulturtests, beispielsweise mit neoplastischen Zellen oder
in Tiermodellen, gewöhnlich
Mäuse,
Kaninchen, Hunde oder Schweine abgeschätzt werden. Das Tiermodell
kann auch verwendet werden, um den geeigneten Konzentrationsbereich
und den Verabreichungsweg zu bestimmen. Eine solche Information
kann dann verwendet werden, um die brauchbaren Dosen und Wege zur
Verabreichung beim Menschen zu bestimmen.
-
Eine "therapeutisch wirksame
Dosis" bezieht sich
auf die Menge eines Wirkstoffs, beispielsweise einer Verbindung
oder eines Genprodukts, das die Symptome oder den Zustand lindert.
Die therapeutische Wirksamkeit und Toxizität kann durch pharmazeutische
Standardverfahren in Zellkulturen oder Versuchstieren bestimmt werden,
beispielsweise ED50 (die Dosis, die therapeutisch bei 50 % der Population wirksam
ist) und die LD50 (die Dosis, die für 50 % der Population letal
ist). Das Dosisverhältnis
zwischen den toxischen und therapeutischen Effekten ist der therapeutische
Index und kann hierin als das Verhältnis LD50/ED50 ausgedrückt werden.
Pharmazeutische Zusammensetzungen, die große therapeutische Indizes aufweisen,
sind bevorzugt. Die aus den Zellkulturtests und Tierstudien erhaltenen
Daten werden bei der Formulierung eines Dosierungsbereichs für die humane
Verwendung verwendet. Die in einer solchen Zusammensetzung enthaltene Dosierung
liegt vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von zirkulierenden Konzentrationen,
die die ED50 mit einer geringen oder keinen Toxizität umfassen.
Die Dosis variiert in diesem Bereich in Abhängigkeit der verwendeten Dosis,
der Empfindlichkeit des Patienten und des Verabreichungswegs.
-
Die
exakte Dosis wird durch den Anwender in Anbetracht von Faktoren
in Bezug auf den Patienten bestimmt, der die Behandlung benötigt. Dosierung
und Verabreichung werden eingestellt, um ausreichende Mengen des
Wirkstoffs bereitzustellen oder den gewünschten Effekt aufrechtzuerhalten.
Faktoren, die in Betracht gezogen werden können, umfassen die Schwere
des Krankheitszustands, den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten,
das Alter, das Gewicht und das Geschlecht des Patienten, die Nahrung,
die Dauer und Häufigkeit
der Verabreichung, die Arzneimittelkombination, die Reaktionssensitivitäten und
die Toleranz/Reaktion auf die Therapie. Lang wirkende pharmazeutische
Zusammensetzungen können
alle 3 bis 4 Tage, jede Woche oder einmal alle 2 Wochen in Abhängigkeit
von Halbwertszeit und Clearancerate der bestimmten Formulierung
verabreicht werden.
-
Normale
Dosismengen können
von 0,1 bis 100 000 Mikrogramm bis zu einer Gesamtdosis von etwa 1
g in Abhängigkeit
des Verabreichungswegs variieren. Es werden Anleitungen für bestimmte
Dosierungen und Verabreichungsverfahren in der Literatur bereitgestellt
und sind im allgemeinen für
den Fachmann erhältlich.
Der Fachmann verwendet unterschiedliche Formulierungen für Nukleotide
als für
Proteine oder ihre Inhibitoren. Ähnlich
ist die Abgabe von Polynukleotiden oder Polypeptiden für bestimmte
Zellen, Bedingungen, Orte etc spezifisch. Pharmazeutische Formulierungen,
die zur oralen Verabreichung von Proteinen geeignet sind, sind beispielsweise
beschrieben in
US 5
008 114 A ,
US
5 505 962 A ,
US
5 641 515 A ,
US
5 681 811 A ,
US
5 700 486 A ,
US
5 766 633 A ,
US
5 792 451 A ,
US
5 853 748 A ,
US
5 972 387 A ,
US
5 976 569 A und
US 6
051 561 A .
-
Es
wird hierin auch berücksichtigt,
dass ein Verfahren zur Diagnose von pathologischen Zuständen, die
mit Abnormalitäten
im APP Weg in einem Individuum assoziiert sind, einschließlich unter
anderem Alzheimersche Erkrankung, durch die in Tabelle 1 angegebenen
Daten möglich
ist. Beispielsweise kann das Verfahren die Messung der Menge an
Polypeptiden, die durch ein oder mehrere der humanen genetischen
Homologe der Gene von Tabelle 1 kodiert sind, in einer biologischen
Probe aus einem Patienten umfassen, worin ein abnormales Niveau
eines oder mehrerer dieser Polypeptide relativ zu der Menge hiervon
in einem normalen Patienten für
diese Zustände
diagnostisch ist. Ein solcher Test könnte mittels herkömmlicher
Technologien ausgeführt
werden, die dem Fachmann bekannt sind.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
werden Nukleinsäuren,
die eine Sequenz umfassen, die für
ein humanes Homolog eines genetischen Modifizierer oder ein funktionelles
Derivat hiervon kodiert, verabreicht, um die Funktion des APP Wegs
durch Gentherapie zu fördern.
Gentherapie bezieht sich auf eine Therapie, die durch die Verabreichung
einer Nukleinsäure
an einen Patienten ausgeführt
wird. In dieser Ausführungsform der
Erfindung bildet die Nukleinsäure
das durch sie kodierte Protein, das einen therapeutischen Effekt
durch die Förderung
der normalen Funktion des APP Wegs vermittelt.
-
Jedes
der Verfahren zur Gentherapie, das in der Technik verfügbar ist,
kann gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendet werden. Beispielhafte Verfahren sind später beschrieben.
-
In
einem bevorzugten Aspekt umfasst die Therapie die Nukleinsäure für einen
genetischen Modifizierer, der Teil eines Expressionsvektors ist,
der ein genetisches Modifiziererprotein oder ein Fragment oder chimäres Protein
hiervon in einem geeigneten Wirt exprimiert. Insbesondere hat eine
solche Nukleinsäure
einen Promotor, der funktionsfähig
an die spezifische genetische kodierende Region für das Modifiziererprotein
gebunden ist, wobei der Promotor induzierbar oder konstitutiv und
optional gewebespezifisch ist. In einer anderen bestimmten Ausführungsform
wird ein Nukleinsäuremolekül verwendet,
worin die für
das Modifiziererprotein kodierenden Sequenzen und alle anderen gewünschten
Sequenzen durch Regionen flankiert sind, die eine homologe Rekombination
an einer gewünschten
Stelle im Genom fördern,
was eine intrachromosomale Expression der Modifizierernukleinsäure liefert
(Koller und Smithies, 1989, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 86: 8932-8935, Zijlstra
et al., 1989, Nature 342: 435-438).
-
Die
Abgabe der Nukleinsäure
in einem Patienten kann entweder direkt erfolgen, wobei der Patient
direkt der Nukleinsäure
oder den Nukleinsäure-tragenden
Vektor ausgesetzt wird oder indirekt, wobei die Zellen zuerst mit
der Nukleinsäure
in vitro transformiert und dann in den Patienten transplantiert
werden. Diese zwei Ansätze
sind jeweils als in vivo oder ex vivo Gentherapie bekannt.
-
In
einer spezifischen Ausführungsform
wird die Nukleinsäure
direkt in vivo verabreicht, wobei sie unter Bildung des kodierten
Produkts exprimiert wird. Dies kann durch eines von mehreren in
der Technik bekannten Verfahren erreicht werden, beispielsweise
durch die Konstruktion als Teil eines geeigneten Nukleinsäureexpressionsvektors
und einer Verabreichung, so dass sie intrazellulär wird, beispielsweise durch
Infektion mittels eines defekten oder attenuierten Retrovirus oder
anderen Virusvektors (siehe beispielsweise
US 4 980 286 A und anderer
später
erwähnter
Verfahren) oder durch die direkte Injektion von nackter DNA oder
durch die Verwendung von Mikropartikelbeschuss (beispielsweise einem
Gengewehr, Biolistic, DuPont) oder Beschichtung mit Lipiden oder
Zelloberflächenrezeptoren
oder transfizierender Mittel, Verkapselung in Liposomen, Mikropartikeln
oder Mikrokapseln oder durch Verabreichung in einer Bindung an ein
Peptid, von dem bekannt ist, dass es in den Kern eindringt, durch
Verabreichung in Verbindung an einen Liganden, der eine Rezeptor-vermittelte Endozytose
durchmacht (siehe beispielsweise
US 5 166 320 A ,
US 5 728 399 A ,
US 5 874 297 A und
US 6 030 954 A ) (die auf
Zelltypen abzielen, die spezifisch diese Rezeptoren exprimieren)
etc. In einer weiteren Ausführungsform
kann ein Nukleinsäure-Ligandenkomplex gebildet
werden, worin der Ligand ein fusogenes Viruspeptid zur Zerstörung von
Endosomen umfasst, was der Nukleinsäure erlaubt, den lysosomalen
Abbau zu vermeiden. In einer weiteren Ausführungsform kann die Nukleinsäure in vivo
für eine
zellspezifische Aufnahme und Expression vorgesehen werden, indem
auf einen spezifischen Rezeptor abgezielt wird (siehe beispielsweise
WO 92 06 180 A ,
WO 92 22 635 A ,
WO 92 20 316 A ,
WO 93 14 188 A und
WO 93 20 221 A ).
Alternativ dazu kann die Nukleinsäure intrazellulär eingeführt werden
und in die DNA der Wirtszelle zur Expression durch homologe Rekombination
eingebaut werden (siehe
US
5 413 923 A ,
US
5 416 260 A und
US
5 574 205 A und Zijlstra et al., 1989, Nature 342: 435-438).
-
In
einer spezifischen Ausführungsform
wird ein Virusvektor, der eine Modifizierernukleinsäure enthält, verwendet.
Beispielsweise kann ein Retrovirusvektor verwendet werden (siehe
beispielsweise
US 5
219 740 A ,
US
5 604 090 A und
US
5 834 182 A ). Diese Retrovirusvektoren wurden modifiziert,
um retrovirale Sequenzen zu deletieren, die nicht für die Verpackung
des viralen Genoms und die Integration in die DNA der Wirtszelle
erforderlich sind. Diese in der Gentherapie zu verwendende Modifizierernukleinsäure wird
in den Vektor kloniert, der die Abgabe des gen an den Patienten
erleichtert.
-
Adenoviren
sind andere Virusvektoren, die in der Gentherapie verwendet werden
können.
Adenoviren sind speziell attraktive Vehikel für die Abgabe von Genen an Respirationsepithel.
Adenoviren infizieren natürlicherweise
Respirationsepithelien, wo sie eine milde Erkrankung hervorrufen.
Andere Ziele für
Adenovirus-basierte Abgabesysteme sind die Leber, das zentrale Nervensystem,
Endothelzellen und Muskel. Adenoviren haben den Vorteil, dass sie
zur Infektion von nicht-teilenden Zellen fähig sind. Verfahren zur Ausführungsform einer
auf Adenovirus basierten Gentherapie sind beschrieben in
US 5 824 544 A ,
US 5 868 040 A ,
US 5 871 722 A ,
US 5 880 102 A ,
US 5 882 877 A ,
US 5 885 808 A ,
US 5 932 210 A ,
US 5 981 225 A ,
US 5 994 106 A ,
US 5 994 132 A ,
US 5 994 134 A ,
US 6 001 557 A und
US 6 033 843 A .
-
-
Ein
weiterer Ansatz für
eine Gentherapie umfasst die Überführung eines
Gens in Zellen in Gewebekultur durch solche Verfahren, wie Elektroporation,
Lipofektion, Calciumphosphat-vermittelte Transfektion oder virale
Infektion. Gewöhnlich
umfasst das Transferverfahren den Transfer eines Selektionsmarkers
in die Zellen. Die Zellen werden dann unter Selektion gestellt,
um jene Zellen zu selektieren, die das transferierte Gen aufgenommen
haben und exprimieren. Diese Zellen können dann einem Patienten verabreicht
werden.
-
In
dieser Ausführungsform
wird die Nukleinsäure
in eine Zelle vor der Verabreichung in vivo der enstehenden rekombinanten
Zelle eingeführt.
Eine solche Einführung
kann durch jedes in der Technik bekannte Verfahren ausgeführt werden,
einschließlich
unter anderem Transfektion, Elektroporation, Mikroinjektion, Infektion mit
einem Virus- oder Bakteriophagenvektor, der die Nukleinsäuresequenzen
enthält,
Zellfusion, Chromosom-vermittelter Gentransfer, Mikrozell-vermittelter
Gentransfer, Sphäroblastenfusion
etc. Es sind mehrere Verfahren in der Technik zur Einführung von
fremden Genen in Zellen bekannt und können gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendet werden, mit der Maßgabe,
dass die erforderlichen Entwicklungsfunktionen und physiologischen
Funktionen der Empfängerzellen
nicht zerstört
werden. Die Technik sollte einen stabilen Transfer der Nukleinsäure in die
Zelle bereitstellen, so dass die Nukleinsäure durch die Zelle exprimierbar
und vorzugsweise vererbbar und durch die Nachkommen der Zelle exprimierbar
ist.
-
Die
entstehenden rekombinanten Zellen können an einen Patienten durch
verschiedene in der Technik bekannte Verfahren abgegeben werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform
werden Epithelzellen injiziert, beispielsweise subkutan. In einer
weiteren Ausführungsform
können
rekombinante Hautzellen als Hauttransplantat auf den Patienten angewendet
werden. Rekombinante Blutzellen (beispielsweise hämatopoetische Stamm-
oder Vorläuferzellen)
werden vorzugsweise intravenös
verabreicht. Die Menge an Zellen, die zur Verwendung vorgesehen
ist, hängt
von dem gewünschten
Effekt, dem Zustand des Patienten etc. ab und kann durch den Fachmann
bestimmt werden.
-
Zellen,
in die eine Nukleinsäure
zum Zweck der Gentherapie eingeführt
wird, umfassen jeden gewünschten,
verfügbaren
Zelttyp und umfassen unter anderem Epithelzellen, Endothelzellen,
Keratino zyten, Fibroblasten, Muskelzellen, Hepatozyten, Blutzellen,
wie T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, Monozyten, Makrophagen, Neutrophile,
Eosinophile, Megakaryozyten, Granulozyten, verschiedene Stamm- oder Vorläuferzellen,
insbesondere hämatopoetische
Stammzellen oder Vorläuferzellen,
wie sie beispielsweise aus Knochenmark, Nabelschnurblut, peripherem
Blut, fetaler Leber etc. erhalten werden können.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die für
die Gentherapie verwendete Zelle zum Patienten autolog.
-
In
einer Ausführungsform,
worin die rekombinanten Zellen in der Gentherapie verwendet werden,
wird eine Modifizierernukleinsäure
so in die Zellen eingeführt,
dass sie durch die Zellen oder ihre Nachkommen exprimierbar ist
und die rekombinanten Zellen werden dann in vivo für einen
therapeutischen Effekt verabreicht. In einer spezifischen Ausführungsform
werden Stamm- oder Vorläuferzellen
verwendet. Alle Stamm- und/oder Vorläuferzellen, die isoliert und
in vitro aufrechterhalten werden können, können potentiell gemäß dieser
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Solche Stammzellen
umfassen unter anderem hämatopoetische
Stammzellen (HSC), Stammzellen von Epithelgeweben, wie der Haut
und der Auskleidung des Darms, nicht-humane embryonale Herzmuskelzellen,
Leberstammzellen (siehe beispielsweise
WO 94 08 598 A ), und neurale
Stammzellen (Stemple und Anderson, 1992, Cell 71: 973-985).
-
Epithelstammzellen
(ESCs) oder Keratinozyten können
von Geweben erhalten werden, wie der Haut und der Auskleidung des
Darms durch bekannte Verfahren (Rheinwald, 1980, Meth. Cell Bio.
21 A: 229). In gleichmäßigem Epithelzellgewebe,
wie der Haut, tritt die Mitose von Stammzellen innerhalb der Keimschicht auf,
der Schicht, die am nähesten
an der basalen Lamina ist. Stammzellen innerhalb der Auskleidung
des Darms liefern eine schnelle Erneuerungsrate des Gewebes. ESCs
oder Keratinozyten, die von der Haut oder Auskleidung des Darms
eines Patienten oder eines Donors erhalten werden, können in
Gewebekultur angezogen werden (Pittelkow und Scott, 1986, Mayo Clinic
Proc. 61: 771). Falls die ESCs durch einen Donor bereitgestellt
werden, kann auch ein Verfahren zur Unterdrückung der Hostversus-Graft
Reaktivität
verwendet werden (beispielsweise Bestrahlung, Arzneimittel- oder
Antikörperverabreichung
zur Förderung
einer moderaten Immunsuppression).
-
In
Bezug auf die hämatopoetischen
Stammzellen (HSC) kann jede Technik, die die Isolierung, Vermehrung
und den in vitro Erhalt von HSC bereitstellt, in dieser Ausführungsform
der Erfindung verwendet werden. Techniken, durch die dies erreicht
werden kann, umfassen (a) die Isolierung und Etablierung von HSC Kulturen
aus Knochenmarkszellen, die aus dem zukünftigen Wirt oder einem Donor
isoliert wurden oder (b) Verwendung von vorher etablierten Langzeit-HSC
Kulturen, die allogen oder xenogen sind. Nicht-autologe HSC werden
vorzugsweise zusammen mit einem Verfahren zur Unterdrückung der
Transplantationsimmunreaktionen des zukünftigen Wirt/Patienten verwendet.
Humane Knochenmarkszellen können
aus dem posterioren illiakalen Scheitel durch eine Nadelaspiration
erhalten werden (siehe beispielsweise Kodo et al., 1984, J. Clin.
Invest. 73: 1377-1384). Die HSC können stark angereichert oder
in im wesentlichen reiner Form verwendet werden. Diese Anreicherung
kann vorher, während
oder nach der Langzeitkultur erreicht werden und kann durch alle
in der Technik bekannten Verfahren ausgeführt werden. Langzeitkulturen
von Knochenmarkszellen können
beispielsweise mittels modifizierten Dexter-Zellkulturtechniken etabliert und erhalten
werden (Dexter et al., 1977, J. Cell Physiol. 91: 335) oder Witlock-Witte
Kulturtechniken (Witlock und Witte, 1982, Proc. Natl. Acad. Sci.
USA 79: 3608-3612).
-
In
einer spezifischen Ausführungsform
umfasst daher die für
die Zwecke der Gentherapie einzuführende Nukleinsäure einen
induzierbaren Promotor, der operativ an die kodierende Region gebunden
ist, so dass die Expression der Nukleinsäure durch die Kontrolle der
Anwesenheit oder Abwesenheit des geeigneten Transkriptionsinduktors
kontrollierbar ist.
-
Eine
weitere Ausführungsform
der vorliegenden Beschreibung betrifft die therapeutische Verwendung eines
gereinigten Antikörpers
oder eines Fragments hiervon zur Behandlung von Zuständen, die
mit Abnormalitäten
im APP Weg assoziiert sind, einschließlich unter anderem AD. Es
wird berücksichtigt,
dass der gereinigte Antikörper
oder ein Fragment hiervon, spezifisch an ein Polypeptid bindet,
das die Aminosäuresequenz eines
der humanen Homologe der in Tabelle 1 angegebenen genetischen Modifizierer
umfasst, vorzugsweise die Polypeptide von humanen Homologen, die
auf dem Chromosom 10 lokalisiert sind, wie dies hierin beschrieben
ist, vor allem das durch die SEQ ID Nr. 15, SEQ ID Nr. 17 oder SEQ
ID Nr. 53 kodierte Polypeptid, das heißt die wiederhergestellten
nocA Sequenzen oder ein Fragment dieser Polypeptide. Eine bevorzugte Ausführungsform
betrifft ein Fragment eines solchen Antikörpers, worin das Fragment ein
Fab oder F(ab')2 Fragment ist. Insbesondere kann der Antikörper ein
polyklonaler Antikörper
oder ein monoklonaler Antikörper sein.
-
Hierin
beschrieben sind Verfahren zur Herstellung von Antikörpern, die
zur spezifischen Erkennung von einem oder mehreren unterschiedlich
exprimierten Genepitopen fähig
sind. Solche Antikörper
können
unter anderem umfassen polyklonale Antikörper, monoklonale Antikörper (mAbs),
humanisierte oder chimäre
Antikörper,
Einkettenantikörper,
Fab Fragmente, F(ab')2 Fragmente, Fragmente, die durch eine Fab
Expressionsgenbank gebildet werden, antiidiotypische Antikörper (anti-Id)
und Epitop-bindende Fragmente jedes der obigen. Solche Antikörper können beispielsweise
bei der Detektion eines Fingerabdrucks, Ziels, Gens in einer biologischen
Probe oder alternativ dazu als Verfahren zur Hemmung der abnormalen
Zielgenaktivität
verwendet werden. Daher können
solche Antikörper
als Teil der Behandlungsverfahren der Alzheimerschen Erkrankung verwendet
werden und/oder können
als Teil von diagnostischen Techniken verwendet werden, wobei die
Patienten auf abnormale Mengen eines Modifiziererpolypeptids oder
auf das Vorkommen von abnormalen Formen eines Modifiziererpolypeptids
getestet werden.
-
Zur
Herstellung von Antikörpern
gegen ein spezifisches Modifiziererpolypeptid können verschiedene Wirtstiere
durch die Injektion mit dem Polypeptid oder einen Teil hiervon immunisiert
werden. Solche Wirtstiere können
unter anderen Kaninchen, Mäuse
und Ratten umfassen, um einige zu nennen. Es können verschiedene Adjuvantien
verwendet werden, um die immunologische Reaktion in Abhängigkeit
der Wirtsspezies zu erhöhen,
einschließlich
unter anderem Freund (komplettes und inkomplettes), Mineralgele,
wie Aluminiumhydroxid, oberflächenaktive
Substanzen, wie Lysolecithin, pluronische Polyole, Polyanionen,
Peptide, Ölemulsionen,
Keyhole Limpet Hämocyanin,
Dinitrophenol und potentiell brauchbare humane Adjuvantien, wie
BCG (Bacille Calmette-Guerin) und Corynebacterium parvum.
-
Polyklonale
Antikörper
sind heterogene Populationen von Antikörpermolekülen, die von Seren von Tieren
abgeleitet wurden, die mit einem Antigen immunisiert wurden, wie
dem Zielgenprodukt oder einem antigenen funktionellen Derivat hiervon.
Zur Herstellung von polyklonalen Antikörpern können Wirtstiere, wie die oben
erwähnten,
durch die Injektion mit einem Modifiziererpolypeptid oder einem
Teil hiervon immunisiert werden, das wie oben mit Adjuvantien supplementiert
ist.
-
Monoklonale
Antikörper,
die homogene Populationen von Antikörpern gegen ein bestimmtes
Antigen sind, können
durch jede Technik erhalten werden, die für die Bildung von Antikörpermolekülen durch
kontinuierliche Zelllinien in Kultur sorgt. Diese umfassen unter
anderem die Hybridomtechnik von Köhler und Milstein (1975, Nature,
256: 495-497 und
US
4 376 110 A ), die humane B-Zellhybridomtechnik (Kosbor et al.,
1983, Immunology Today 4: 72, Cole et al., 1983, Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 80: 2026-2030) und die EBV-Hybridomtechnik (Cole et al.,
1985, Monoclonal Antibodies And Cancer Therapy, Alan R. Liss, Inc.
Seiten 77-96). Solche Antikörper
können
einer Immunglobulinklasse angehören,
einschließlich
IgG, IgM, IgE, IgA, IgD und jeder Unterklasse hiervon. Die Hybridome,
die die mAb der Erfindung bilden, können in vitro oder in vivo
hergestellt werden. Die Herstellung von hohen Titern von mAbs in
vivo macht es zum derzeit bevorzugten Produktionsverfahren.
-
Zusätzlich können Techniken,
die zur Herstellung von "chimären Antikörpern" entwickelt wurden
(Morrison et al., 1984, Proc. Natl. Acad. Sci., 81: 6851-6855, Neuberger
et al., 1984, Nature, 312: 604-608,
Takeda et al., 1985, Nature, 314: 452-454) durch Spleißen der
Gene aus dem Mausantikörpermolekül mit geeigneter Antigenspezifität zusammen
mit Genen aus einem humanen Antikörpermolekül mit geeigneter biologischer Aktivität verwendet
werden. Ein chimärer
Antikörper
ist ein Molekül,
worin unterschiedliche Teile aus unterschiedlichen Tierspezies abgeleitet
sind, wie Gene, die eine variable oder hypervariable Region aufweisen,
die von einem Maus mAb und einer konstanter Region des humanen Immunglobulins
abgeleitet sind.
-
Alternativ
dazu können
Techniken, die zur Herstellung von Einkettenantikörpern beschrieben
wurden (
US 4 946 788
A , Bird, 1988, Science 242: 423-426, Huston et al., 1988,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85: 5879-5883 und Ward et al., 1989,
Nature 334: 544-546) zur Herstellung von Einkettenantikörpern gegen
differenziell exprimierte Gene verwendet werden. Einkettenantikörper werden
durch die Verbindung der Fragmente der schweren und der leichten
Kette der Fv Region über
eine Aminosäurebrücke gebildet,
was zu einem Einkettenpolypeptid führt.
-
Am
bevorzugtesten können
Techniken, die zur Herstellung von "humanisierten Antikörpern" brauchbar sind, zur Herstellung von
Antikörpern
gegen die hierin beschriebenen Polypeptide, Fragmente, Derivate
und funktionalen Äquivalente
angepasst werden, die hierin beschrieben sind. Solche Techniken
sind in
US 5 932 448
A ,
US 5 693
762 A ,
US 5
693 761 A ,
US
5 585 089 A ,
US
5 530 101 A ,
US
5 910 771 A ,
US
5 569 825 A ,
US
5 625 126 A ,
US
5 633 425 A ,
US
5 789 650 A ,
US
5 545 580 A ,
US
5 661 016 A und
US
5 770 429 A beschrieben.
-
Antikörperfragmente,
die spezifische Epitope erkennen, können durch bekannte Techniken
erzeugt werden. Beispielsweise können
solche Fragmente unter anderem umfassen: Die F(ab')2 Fragmente,
die durch einen Pepsinverdau des Antikörpermoleküls hergestellt werden können und
die Fab Fragmente, die durch die Reduktion der Disulfidbrücken von
F(ab')2 Fragmenten
hergestellt werden können.
Alternativ dazu können
Fab Expressionsbanken konstruiert werden (Huse et al., 1989, Science,
246: 1275-1281), um eine schnelle und leichte Identifizierung von
monoklonalen Fab Fragmenten mit der gewünschten Spezifität zu erlauben.
-
Ein
Antikörper
kann vorzugsweise in einem Verfahren zur Diagnose eines Zustands
verwendet werden, der mit einer abnormalen Regulation des APP Wegs
und/oder Alzheimerscher Erkrankung bei einem Patienten assoziiert
ist oder zur Identifizierung eines Individuums mit einer Prädisposition
gegenüber
diesen Zuständen,
das umfasst: Messung der Menge eines Polypeptids, das die Aminosäuresequenz eines
der humanen Homologe der genetischen Modifizierer umfasst, die in
Tabelle 1 aufgeführt
sind, wobei die Polypeptide der humanen Homologe vorzugsweise auf
Chromosom 10 liegen, wie dies hierin identifiziert wurde, vor allem das
duch die SEQ ID Nr. 15, SEQ ID Nr. 17 oder SEQ Nr. 52 kodierte Polypeptid,
das heißt
die wiederhergestellten nocA Sequenzen oder Fragmente hiervon in
einem geeigneten Gewebe oder einer Stammzelle aus einem Individuum,
worin die Anwesenheit einer erhöhten
Menge dieses Polypeptids oder der Fragmente hiervon relativ zur
Menge des Polypeptids oder der Fragmente hiervon in dem jeweiligen
Gewebe aus einem Kontrollindividuum für diesen Zustand diagnostisch
ist. Ein solches Verfahren bildet eine weitere Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung. Vorzugsweise umfasst der Detektionsschritt
das Zusammenbringen von geeigneten Geweben oder Zellen mit einem
Antikörper,
der spezifisch an ein Polypeptid bindet, das die Aminosäuresequenz
eines oder mehrerer der oben diskutierten Polypeptide oder eines
Fragments hiervon umfasst, und die Detektion der spezifischen Bindung
dieses Antikörpers
mit einem Polypeptid im geeigneten Gewebe oder der Zelle, worin
die Detektion der spezifischen Bindung an ein Polypeptid das Vorkommen
von einem oder mehreren Polypeptiden oder ein Fragment hiervon anzeigt.
-
Besonders
bevorzugt zur leichten Detektion ist der Sandwichtest, von dem mehrere
Variationen existieren, die alle von der vorliegenden Erfindung
umfasst werden sollen.
-
Beispielsweise
wird in einem typischen Test der unmarkierte Antikörper auf
einem festen Substrat immobilisiert und die zu testende Probe wird
mit dem gebundenen Molekül
in Kontakt gebracht. Nach einer geeigneten Inkubationsperiode ist
die Zeit erreicht, die zur Bildung eines binären Antikörper-Antigenkomplexes ausreicht. Zu diesem
Zeitpunkt wird ein zweiter Antikörper,
der mit einem Reportermolekül
markiert ist, das zur Induktion eines detektierbaren Signals fähig ist,
zugegeben und für
eine Zeit inkubiert, die zur Bildung eines ternären Komplexes aus Antikörper-Antigen-markiertem
Antikörper
ausreicht. Das gesamte nicht reagierte Material wird weggewaschen
und das Vorkommen des Antigens wird durch die Beobachtung eines
Signals bestimmt oder kann durch Vergleich mit einer Kontrollprobe
quantifiziert werden, die bekannte Mengen des Antigens enthält. Variationen
des Tests umfassen den simultanen Test, worin sowohl die Probe als
auch der Antikörper
gleichzeitig zum gebundenen Antikörper gegeben werden oder ein
reverser Test, worin der markierte Antikörper und die zu testende Probe
zuerst kombiniert, inkubiert und zum unmarkierten Antikörper gegeben werden,
der an der Oberfläche
gebunden ist. Diese Techniken sind dem Fachmann gut bekannt und
die Möglichkeit
von geringen Variationen ist leicht ersichtlich. Wie hierin verwendet
soll "Sandwichtest" alle Variationen auf
der grundlegenden Zweistellentechnik umfassen. Für die Immuntests der vorliegenden
Erfindung ist der einzig limitierende Faktor, dass der markierte
Antikörper
ein Antikörper
ist, der für
das Modifiziererpeptid oder ein Fragment hiervon spezifisch ist.
-
Die
am herkömmlichsten
verwendeten Reportermoleküle
in diesem Testtyp sind entweder Enzyme, Fluorophor- oder Radionuklid-enthaltende
Moleküle.
Im Fall eines Enzymimmuntests wird ein Enzym an den zweiten Antikörper gewöhnlich durch
Glutaraldehyd oder Periodat konjugiert. Es wird leicht erkannt,
dass jedoch eine große
Vielzahl an unterschiedlichen Ligationstechniken existiert, die
dem Fachmann gut bekannt sind. Herkömmlich verwendete Enzyme umfassen
unter anderem Meerrettichperoxidase, Glucoseoxidase, beta-Galaktosidase
und alkalische Phosphatase. Die mit den spezifischen Enzymen zu
verwendeten Substrate werden gewöhnlich
nach der Bildung einer detektierbaren Farbänderung nach Hydrolyse durch
das entsprechende Enzym ausgewählt.
Beispielsweise ist p-Nitrophenylphosphat zur Verwendung mit alkalischen
Phosphatasekonjugaten geeignet, wobei für Peroxidasekonjugate 1,2-Phenylendiamin oder
Toluidin herkömmlich verwendet
werden. Es ist auch möglich,
fluorogene Substrate zu verwenden, die ein Fluoreszenzprodukt statt der
oben angegebenen chromogenen Substrate ergeben. Eine Lösung, die
das geeignete Substrat enthält, wird
dann zum ternären
Komplex gegeben. Das Substrat reagiert mit dem an den zweiten Antikörper gebundenen
Enzym, was ein qualitatives Signal ergibt, das weiter gewöhnlich spektrophotometrisch
quantifiziert werden kann, um eine Evaluierung der Menge an Modifiziererprotein
zu ergeben, die in der Serumprobe vorhanden ist.
-
Alternativ
dazu können
fluoreszierende Verbindungen, wie Fluorescein oder Rhodamin chemisch
an Antikörper
gebunden werden, ohne ihre Bindungskapazität zu verändern. Wenn sie durch Beleuchtung
mit Licht einer bestimmten Wellenlänge aktiviert werden absorbiert
der mit einem Fluorochrom markierte Antikörper die Lichtenergie, was
einen angeregten Zustand im Molekül erzeugt, wonach eine Emission
des Lichts mit einer charakterischen längeren Wellenlänge erfolgt.
Die Emission erscheint als charakteristische Farbe, die mit einem
Lichtmikroskop visuell detektierbar ist. Immunfluoreszenz und EIA
Techniken sind beide in der Technik sehr gut etabliert und sind
für das
vorliegende Verfahren besonders bevorzugt. Jedoch können andere
Reportermoleküle,
wie Radioisotope, chemolumineszente oder biolumineszente Moleküle ebenfalls
verwendet werden. Dem Fachmann ist bekannt, wie er das Verfahren
variieren muss, um es an die erforderliche Anwendung anzupassen.
-
Polynukleotide,
die für
humane Homologe von genetischen Modifizierern kodieren, die gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung identifiziert werden können, können in
einem Verfahren zur Diagnose von Bedingungen verwendet werden, die
mit Defekten in der Regulation des APP Wegs assoziiert sind, einschließlich unter
anderem Alzheimersche Erkrankung oder zur Identifizierung von Individuen
mit einer genetischen Prädisposition
gegenüber
solchen Bedingungen. Beispielsweise umfasst das Verfahren die Detektion der
Transkriptionsmenge an mRNA, die von dem Gen transkribiert wird,
welches ein humanes Homolog eines hierin beschriebenen genetischen
Modifizierers kodiert, in einem geeigneten Gewebe oder einer Zelle
von einem Menschen, worin die abnormale Transkription im Vergleich
zu Kontrollmengen für
diesen Zustand oder eine Prädisposition
für diesen
Zustand diagnostisch ist. Insbesondere umfasst der genetische Modifizierer
die Nukleotidsequenz eines der humanen Homologe der in Tabelle 1
angegebenen genetischen Modifizierer, wobei die Polypeptide der
humanen Homologe vorzugsweise auf dem Chromosom 10 lokalisiert sind,
wie dies hierin beschrieben ist, vor allem die durch SEQ ID Nr.
15, SEQ ID Nr. 17 oder SEQ ID Nr. 53, das heißt die wiederhergestellten
nocA Sequenzen oder das durch die SEQ ID Nr. 35 kodierte Polypeptid,
das heißt
die EGR2 Sequenz oder die durch die SEQ ID Nr. 41 oder SEQ ID Nr.
43 kodierten Polypeptide, die Ankyrin-verwandten Sequenzen.
-
Die
Detektion einer mutierten Form eines Gens, das für einen genetischen Modifizierer
kodiert, der gemäß den erfindungsgemäßen Verfahren
identifiziert wurde, der mit einer Dysfunktion assoziiert ist, stellt
ein diagnostisches Werkzeug bereit, das zu einer Diagnose einer
Erkrankung oder Empfindlichkeit gegenüber einer Erkrankung beitragen
kann oder diese definieren kann, welche aus einer Unterexpression, Überexpression oder
veränderten
räumlichen
oder zeitlichen Expression des Gens resultiert. Diese Erkrankungen
können
unter anderem Alzheimersche Erkrankung oder andere Zustände umfassen,
die durch Fehler in der Regulation des APP Wegs charakterisiert
sind. Individuen, die Mutationen in diesen Genen tragen, können auf
DNA Ebene durch eine Vielzahl an Techniken detektiert werden.
-
Nukleinsäuren, insbesondere
mRNA, können
zur Diagnose aus den Zellen eines Individuums erhalten werden, wie
aus Blut, Urin, Speichel, Gewebebiopsie oder Autopsiematerial. Die
genomische DNA kann direkt zur Detektion verwendet werden oder kann
enzymatisch mittels PCR oder anderen Amplifikationstechniken vor
der Analyse amplifiziert werden. RNA oder cDNA kann auch auf ähnliche
Weise verwendet werden. Deletionen und Insertionen können durch
eine Veränderung
der Größe des amplifizierten
Produkts im Vergleich zum normalen Genotyp amplifiziert werden.
Die Hybridisierung der amplifizierten DNA mit markierten Nukleotidsequenzen,
die für
das humane Homolog eines genetischen Modifiziererpolypeptids der
vorliegenden Erfindung kodieren, können Punktmutationen identifizieren.
Perfekt passende Sequenzen können
von fehlerhaft paarenden Duplexen durch einen RNase Verdau oder
durch Unterschiede in den Schmelztemperaturen unterschieden werden.
Die DNA Sequenzunterschiede können
auch durch Veränderungen
in der elektrophoretischen Mobilität der DNA Fragmente in Gelen
mit oder ohne Denaturierungsmittel oder durch direkte DNA Sequenzierung
detektiert werden (beispielsweise Myers et al., Science (1985) 230:
1242). Sequenzveränderungen
an spezifischen Orten können
auch durch Nukleaseschutztests ermittelt werden, wie RNase und S1 Schutz
oder dem chemischen Spaltungsverfahren (siehe Cotton et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA (1985) 85: 4397-4401). In einer anderen Ausführungsform
kann eine Matrix an Oligonukleotidsonden, die die Nukleotidsequenz
umfassen, die für
ein genetisches Modifiziererpolypeptid der vorliegenden Erfindung
kodiert oder es können
Fragmente mit einer solchen Nukleotidsequenz konstruiert werden,
um ein effizientes Screening auszuführen, beispielsweise von genetischen
Mutationen. Matrixtechnologieverfahren sind gut bekannt und haben
eine allgemeine Anwendbarkeit und können verwendet werden, um eine
Vielzahl an Fragen in der Molekulargenetik zu adressieren, einschließlich Genexpression,
genetische Kopplung und genetische Variabilität (siehe beispielsweise: M.
Chee et al., Science, Band 274, Seiten 610-613 (1996).
-
Die
diagnostischen Matrices bieten ein Verfahren zur Diagnose oder Bestimmung
einer Empfindlichkeit gegenüber
der Erkrankung bis zur Detektion einer Mutation in einem humanen
Homolog eines Modifizierergens durch die beschriebenen Verfahren.
Zusätzlich
können
solche Erkrankungen durch Verfahren diagnostiziert werden, die die
Bestimmung einer abnormal verringerten oder erhöhten Menge des Polypeptids
oder der mRNA in einer Probe umfassen, die von einem Individuum
stammt. Eine verringerte oder erhöhte Expression kann auf RNA
Ebene mittels jedes der in der Technik gut bekannten Verfahren zur
Quantifizierung von Polynukleotiden gemessen werden, wie beispielsweise
Nukleotidamplifizierung, beispielsweise PCR, RT-PCR, RNase Schutz,
Northern Blot und andere Hybridisierungsverfahren. Testtechniken,
die zur Bestimmung der Mengen eines Proteins verwendet werden können, wie
eines Polypeptids der vorliegenden Erfindung, in einer Probe, die
von einem Wirt stammt, sind dem Fachmann gut bekannt. Solche Testverfahren
umfassen Radioimmuntests, Kompetitionsbindungstests, Western-Blot-Analyse und ELISA
Tests.
-
Solche
Hybridisierungsbedingungen können
hoch stringent oder weniger stringent sein, wie dies oben beschrieben
ist. In Fällen,
worin die Nukleinsäuremoleküle Desoxyoligonukleotide
("Oligos") sind, können sich hoch
stringente Bedingungen beispielsweise auf das Waschen in 6 × SSC/0,05
% Natriumpyrophosphat bei 37°C
(für Oligos
mit 14 Basen), 48°C
(für Oligos
mit 17 Basen), 55°C
(für Oligos
mit 20 Basen) und 60°C
für Oligos
mit 23 Basen) beziehen. Geeignete Bereiche für solche Stringenzbedingungen
für Nukleinsäuren verschiedener
Zusammensetzungen sind in Krause und Aaronson (1991), Methods in
Enzymology, 200: 546-556 zusätzlich
zum oben zitierten Maniatis et al beschrieben.
-
Daher
betrifft die vorliegende Beschreibung in einem weiteren Aspekt einen
diagnostischen Kit, der umfasst:
- (a) Ein Polynukleotid
eines humanen Homologs eines genetischen Modifizierers, der gemäß den Verfahren der
vorliegenden Erfindung identifiziert wurde, vorzugsweise eines Polypeptids
eines humanen Homologs, das auf dem Chromosom 10 lokalisiert ist
wie dies hierin beschrieben ist, oder eines Fragments hiervon,
- (b) eine Nukleotidsequenz, die zu der von (a) komplementär ist,
- (c) ein Polypeptid eines genetischen Modifizierers der vorliegenden
Erfindung, vorzugsweise das Polypeptid eines humanen Homologs der
in Tabelle 1 angegebenen genetischen Modifizierer, vorzugsweise
das Polypeptid eines humanen Homologs, das auf Chromosom 10 lokalisiert
ist, wie dies hierin beschrieben ist, oder ein Fragment hiervon,
oder
- (d) ein Antikörper
gegen ein genetisches Modifiziererpolypeptid der vorliegenden Erfindung,
vorzugsweise gegen das Polypeptid eines humanen Homologs der in
Tabelle 1 angegebenen genetischen Modifizierer, vorzugsweise das
Polypeptid eines humanen Homologs, das auf Chromosom 10 lokalisiert
ist, wie dies hierin beschrieben ist.
-
Es
ist bekannt, dass in einem solchen Kit (a), (b), (c) oder (d) eine
substanzielle Komponente umfassen können. Es wird auch berücksichtigt,
dass ein solcher Kit Komponenten umfassen kann, die gegen einen oder
mehrere humane Homologe gerichtet sind. Ein solcher Kit ist bei
der Diagnose einer Krankheit oder einer Empfindlichkeit gegenüber einer
Krankheit, insbesondere einer Erkrankung oder eines Zustands brauchbar, welche
mit Fehlern in der Regulation des APP Wegs assoziiert sind, einschließlich unter
anderem Alzheimersche Erkrankung.
-
Die
Nukleotidsequenzen der humanen Homologe der genetischen Modifizierer
der vorliegenden Erfindung können
auch zur genetischen Kopplungsanalyse verwendet werden. Da die vollständige humane
Genomsequenz bekannt ist, kann die Nukleotidsequenz von Interesse
spezifisch an einem bestimmten Ort auf einem individuellen humanen
Chromosom an einem präzisen
chromosomalen Ort kartiert werden. Die Kartierung der relevanten
Sequenzen auf Chromosomen gemäß der vorliegenden
Erfindung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Korrelierung
dieser Sequenzen mit einer Gen-assoziierten Erkrankung. Wenn einmal
eine Sequenz an einem präzisen
chromosomalen Ort kartiert werden konnte, kann die physikalische
Position der Sequenz auf dem Chromosom mit der genetischen Datenkarte
korreliert werden. Solche Daten finden sich beispielsweise in V.
McKusick, Mendelian Inheritance in Man (erhältlich online über die
John Hopkins University Welch Medical Library). Die Beziehung zwischen
den Genen und den Erkrankungen, die in derselben chromosomalen Region
kartiert wurden, werden dann durch genetische Kopplungsanalyse identifiziert
(Co-Vererbung von physisch benachbarten Genen). Jüngere Daten
deuten darauf hin, dass eine Region auf dem humanen Chromosom 10
assoziiert ist, die mit der Alzheimerschen Erkrankung verbunden
ist (Bertram et al. Ertekin-Taner et al. Myers et al., Science 290,
2302-2305, 2000) und so können
die humanen Homologe der genetischen Modifizierer, die gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung identifiziert wurden, einer chromosomalen Kartierungsanalyse
mittels herkömmlicher
Techniken unterzogen werden.
-
Ebenfalls
beschrieben wird ein isoliertes Nukleinsäuremolekül, vorzugsweise ein DNA Molekül, worin das
Nukleinsäuremolekül die wiederhergestellten
Sequenzen des humanen nocA Homologs sind, die in SEQ ID Nr. 15,
SEQ ID Nr. 17 oder SEQ ID Nr. 53 angegeben sind. Ähnlich bevorzugt
ist ein iso liertes Nukeinsäuremolekül, vorzugsweise
ein DNA Molekül,
das für
ein Polypeptid kodiert, welches die Aminosäuresequenz umfasst, die durch
die Sequenz von EGR2 kodiert ist, die in SEQ ID Nr. 35 gezeigt ist. Ähnlich bevorzugt
ist ein isoliertes Nukleinsäuremolekül, vorzugsweise
ein DNA Molekül,
das für
ein Polypeptid kodiert, welches aus den Aminosäuresequenzen besteht, die durch
eine der Sequenzen der Ankyrinwiederholungsproteine kodiert sind,
die in SEQ ID Nr. 41 oder SEQ ID Nr. 43 angegeben sind.
-
Mittels
herkömmlicher
Techniken können
Antisensemoleküle,
doppelsträngige
RNA, Trippelhelix DNA und Ribozyme, die gegen eine geeignete Nukleotidsequenz
eines genetischen Modifizierers gerichtet sind, erzeugt werden.
Modifikationen der Genexpression können durch den Entwurf von
Antisensemolekülen,
DNA oder RNA gegen die Kontrollregionen der Gene erhalten werden,
die in Tabelle 1 aufgeführt
sind, das heißt
die Promotoren, Enhancer und Introns. Oligonukleotide, die von der
Transkriptionsinitiationsstelle, beispielsweise zwischen den Positionen –10 und
+10 von der Transkriptionsstartstelle abgeleitet sind, sind bevorzugt. Ähnlich kann
die Hemmung mittels "Trippelhelix" Basenpaarungsmethodik
erreicht werden. Die Trippelhelixpaarung ist brauchbar, da sie die
Hemmung der Fähigkeit
der Doppelhelix zur ausreichenden Öffnung für die Bindung von Polymerasen,
Transkriptionsfaktoren oder Regulationsmolekülen verursacht. Kürzliche
therapeutische Fortschritte mittels Triplex DNA wurden in der Literatur
beschrieben (J. E. Gee et al., (1994) In: B. E. Huber und B. I.
Carr, Molecular and Immunologic Approaches, Futura Publishing Co.,
Mt. Kisco, NY). Die Antisensemoleküle können auch zur Blockierung der
Translation von mRNA durch die Prävention der Transkription vor
der Bindung an Ribosomen entworfen werden.
-
Ribozyme,
enzymatische RNA Moleküle,
können
auch zur Katalyse der spezifischen Spaltung der RNA verwendet werden.
Der Mechanismus der Ribozymwirkung umfasst die Sequenz-spezifische
Hybridisierung des Ribozymmoleküls
an die komplementäre
Ziel-RNA, gefolgt von einer endonukleolytischen Spaltung. Beispiele,
die verwendet werden können,
umfassen entworfene Hammerkopfmotivribozymmoleküle, die spezifisch sind und
effizient die endonukleolytische Spaltung von Sequenzen katalysieren,
die die Genprodukte von Tabelle 1 kodieren.
-
Spezifische
Ribozymspaltstellen innerhalb des potentiellen RNA Ziels werden
anfänglich
durch Scannen des Zielmoleküls
auf die Ribozymspaltstellen identifiziert, die die folgenden Sequenzen
umfassen: GUA, GUU und GUC. Einmal identifiziert, können kurze
RNA Sequenzen zwischen 15 und 20 Ribonukleotiden, die der Region
des Zielgens entsprechen, das die Spaltstelle enthält, auf
sekundäre
Strukturmerkmale evaluiert werden, die das Oligonukleotid funktionsunfähig machen
können.
Die Eignung der Kandidatenziele kann auch durch Testen der Zugänglichkeit
für die
Hybridisierung mit komplementären
Oligonukleotiden mittels Ribonukleaseschutztests evaluiert werden.
-
Antisensemoleküle und Ribozyme
können
durch jedes in der Technik bekannte Verfahren zur Synthese der Nukleinsäuremoleküle hergestellt
werden. Diese umfassen Techniken zur chemischen Synthese von Oligonukleotiden,
wie chemische Festphasenphosphoramiditsynthese. Alternativ dazu
können
RNA Moleküle durch
in vitro und in vivo Transkription von DNA Sequenzen erzeugt werden,
die die Gene von Tabelle 1 kodieren. Solche DNA Sequenzen können in
eine große
Vielzahl an Vektoren mit geeigneten RNA Polymerasepromotoren eingesetzt
werden, wie T7 oder SP6. Alternativ dazu können diese cDNA Konstrukte,
die Antisense RNA konstitutiv oder induzierbar synthetisieren, in
Zelllinien, Zellen oder Gewebe eingeführt werden.
-
Es
können
Vektoren in Zellen oder Gewebe durch viele verfügbare Mittel eingeführt werden
und können
in vivo, in vitro oder ex vivo verwendet werden. Für eine ex
vivo Therapie können
die Vektoren in Stammzellen eingeführt werden, die aus dem Patienten
entnommen wurden und klonal für
eine autologe Transplantation zurück in denselben Patienten vermehrt
werden. Die Abgabe durch Transfektion und durch Liposomeninjektionen
kann mittels Verfahren erreicht werden, die in der Technik gut bekannt
sind.
-
Eine
Gen-spezifische Hemmung der Genexpression kann auch mittels herkömmlicher
doppelsträngiger
RNA Technologien erreicht werden. Eine Beschreibung einer solchen
Technologie kann in
WO
99 32 619 A gefunden werden.
-
Ferner
können
solche Moleküle
als Komponenten diagnostischer Methoden und Kits verwendet werden,
mit denen das Vorkommen eines Allels, das Erkrankungen verursacht,
die mit Abnormalitäten
im APP Weg und/oder der Alzheimerschen Erkrankung assoziiert sind,
detektiert werden können.
-
Andere
Ziele, Merkmale, Vorteile und Aspekte der vorliegenden Erfindung
sind für
den Fachmann aus der folgenden Beschreibung ersichtlich. Es sollte
jedoch verstanden werden, dass die folgende Beschreibung und die
spezifischen Beispiele nur zur Erläuterung angegeben werden, wobei
bevorzugte Ausführungsformen der
Erfindung angegeben sind.
-
Beispiele
-
Die folgenden Verfahren werden ausgeführt, um
die Beispiele durchzuführen:
-
Transgene Fliegen:
-
Verfahren
zur Erzeugung von transgenen Drosophila melanogaster Fliegen sind
dem Fachmann gut bekannt. Es kann jedes herkömmliche Verfahren verwendet
werden, beispielsweise sind die grundlegenden Labortechniken, die
bei der Erzeugung der Fliegen der vorliegenden Erfindung verwendet
werden, in der obigen Literaturangabe von Spradling beschrieben.
Wie hierin erwähnt
können
die transgenen Fliegen durch die direkte Fusion von DNA Sequenzen
von Interesse mit Expressionskontrollsequenzen erzeugt werden, wie
dies im folgenden beschrieben ist. Beispielsweise werden transformierte
Stämme
mittels der oben diskutierten Konstrukte gemäß herkömmlicher Verfahren erzeugt.
Es können
mehrere unabhängige
Insertionen für
die Konstrukte UAS-Abeta 40, UAS-Abeta 42, UAS-C99wt, UAS-C99V7171
(London Mutation) und pGMR-Abeta 42 erhalten werden.
-
Fliegenstammhaltung
-
Gal4
Linien, die zur Expression der Transgene in den transgenen Fliegen
der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, umfassen unter anderem
apterous-Gal4 und 7B-Gal4. Beschreibungen der erwähnten Gal4
Linien und Anmerkungen über
die spezifischen Expressionsmuster können in Flybase (http://flybase.bio.indiana.edu)
gefunden werden. Neue transgene Stämme, die erzeugt wurden, tragen
UAS Abeta 40 und Abeta 42, UAS C99 Wildtyp und UAS C99 London (trägt die London
FAD Alzheimer-assoziierte Mutation) und GMR Abeta 42 Transgene.
-
Der
yw; BcEIp/CyOHop Stamm, der die Transposase exprimiert und die Stämme yw;
Gla/SM6a und yw; Dr/TM3 Sb Ser werden von R. Padgett, Waksman Institute,
Rutgers University erhalten. w1118 Fliegen
und GMR-GAL4 Fliegen werden vom Bloomington Stammhaltungszentrum
erhalten. Der pGMR-1
Stamm ist ein frei erhältlicher
Stamm und wird vom Labor von G. Rubin an der UC Berkeley erhalten.
-
DNA Konstrukte und Molekulartechniken
-
Ein
DNA Fragment, das für
das Aβ 42
Peptid kodiert und an das humane Präproenkephalinsignalpeptid fusioniert
ist, wird durch PCR amplifiziert und in die BgIII Schnittstelle
des Drosophila Augen-spezifischen P-Elementtransformationsvektor
pGMR (Hay et al., 1994 Development 120: 2121-2129) kloniert und
das Insert wird durch automatisierte Fluoreszenzsequenzierung (ACGT
Inc.) sequenziert. Vom humanen Präproenkephalinsignalpeptid wurde
gezeigt, dass es erfolgreich die Sekretion von Aβ 42 aus transfizierten Säugerzellen steuert.
GMR setzt sich aus 5 Tandemkopien eines Reaktionselements zusammen,
das vom Rhodopsin-1 Genpromotor abgeleitet ist, einer Bindungsstelle
für den
Augen-spezifischen
Transkriptionsfaktor GLASS (Ellis et al., Development 119 (3): 855-865
(1993). Daher wird die Abeta Expression im Muster des GLASS Transkriptionsaktivators
im Auge gesteuert. Das obige DNA Fragment wird anschließend in
einen ein P-Element enthaltenden Vektor kloniert, der die Insertion
des Transgens in das Drosophila Genom erleichtert. Alle molekularen
Manipulationen werden gemäß Standardprotokollen
ausgeführt.
(Siehe beispielsweise Sambrook, Fritsch und Maniatis, "Molecular Cloning,
A Laborstory Manual, 2. Ausgabe, Cold Spring Harbor Laborstory Press,
1989).
-
Ein
DNA Fragment, das für
das C99 Peptid kodiert und an das humane Präproenkephalinsignalpeptid fusioniert
ist, wird mit PCR amplifiziert und in den pUAST Transformationsvektor
kloniert, wie dies in Brand und Perimmon beschrieben ist.
-
Die
Konstrukte UAS-Abeta 40, UAS-Abeta 42, UAS-C99 wt und UAS-C99 V7171
enthalten das Präproenkephalingensignalpeptid,
gefolgt von Fragmenten des humanen Abeta (40 oder 42) oder C99 (Wildtyp
oder mit der London Mutation). Die humanen Fragmente werden in den
pUAST Vektor kloniert, wie dies in Brand und Perrimon oben beschrieben
ist. Die Klonierung in diesen Vektor platziert die UAS Sequenz stromaufwärts der
transkribierten Region des inserierten Gens und erlaubt ebenfalls
die Integration in das Fliegengenom durch die P-Elementrekombination.
-
Genetische Kreuzungen, Analysen und Visualisierung
der Phänotypen
-
Die
Fliegen werden gemäß bekannter
Verfahren gekreuzt, außer
dass dann alle Kreuzungen bei 29°C für die maximale
Expression der Phänotypen
gehalten werden. Im binären
Gal4 Expressionssystem maximiert diese Temperatur die Aktivität des Gal4
Proteins. Im Fall von pGMR-Abeta 42 wird beobachtet, dass der Phänotyp bei
29°C stärker ist,
so dass diese Fliegen bei dieser Temperatur gut gehalten werden.
-
Westernanalyse
-
Die
ektope Genexpression kann durch Ausführung der Westernanalyse gemäß herkömmlicher
Verfahren getestet werden. Antikörper,
die verwendet werden können,
umfassen den humanen monoklonalen 6E10 Antikörper, der gegen den beta-Amyloidteil
des APP Gens erzeugt wurde und der auch den C99 Teil von APP erkennt
(Senetek PLC, Napa, CA).
-
Westernprotokoll
-
Um
die Expression des Aβ 42
Peptids zu detektieren, werden Fliegen der Genotypen K18.1/K18.1, K18.3/K18.3,
K18.1/K18.1, K18.3/K18.3, KJ103/TM3Sb Ser, KJ103/KJ103, KJ54/CyO,
KJ54/TM2 Ubx und pGMR-1 (Fliegen, die den pGMR Vektor ohne Insert
enthalten) bei 29°C
aufgezogen. 80 bis 90 Drosophila Köpfe der jeweiligen obigen Stämme werden
gesammelt, in ein Eppendorfröhrchen
auf Trockeneis gegeben, das 100 μl
an 2 % SDS, 30 % Saccharose, 0,718 M Bistris, 0,318 M Bicin mit "kompletten" Proteaseinhibitoren (Boehringer
Mannheim) enthält
und werden mittels eines mechanischen Homogenisiergeräts vermahlen.
Die Proben werden für
5 Minuten bei 95°C
erhitzt, für
5 Minuten bei 12 000 Upm zentrifugiert und die Überstände werden in ein frisches
Eppendorfröhrchen
gegeben. 5 % β-Mercaptoethanol
und 0,01 % Bromphenolblau werden zugegeben und die Proben werden
vor dem Auftragen gekocht. Etwa 200 ng des Gesamtproteinextrakts werden
für jede
Probe auf einem 15 % Tricin /Tris SDS PAGE Gel aufgetragen, das
8 M Harnstoff enthält.
Die Aβ 1-42
Peptidkontrolle ist humanes β Amyloid
[1-42] (Biosource International, Nr. 03-111). Die Proben werden bei
40 V im Sammelgel und bei 120 V im Trenngel gefahren. Die Proben
werden auf PVDF Membranen (BIO-RAD, Nr. 162-0174) für 1 Stunde
bei 100 V übertragen
und die Membranen werden anschließend für 3 Minuten in PBS gekocht.
Die Antikörperhybridisierung
läuft folgendermaßen: Der
primäre
Ab 6E10 (Seneteck PLC, Nr. 300-02), der die ersten 19 Aminosäuren des
Aβ Peptids
erkennt, wird zur Sondierung (mit einer Konzentration von 1:2000)
in 5 % fettfreier Milch, 1 × PBS,
worin 0,1 % Tween 20 enthalten sind, für 90 Minuten bei RT verwendet.
Die Proben werden dreimal für
jeweils 5 Minuten, 15 Minuten und 15 Minuten in 1 × PBS – 0,1 %
Tween 20 gewaschen. Der sekundäre
Ab ist anti-Maus HRP (Amersham Pharmacia Biotech, Nr. NA 931) und
wird bei 1:2000 in 5 % fettfreier Milch, 1 × PBS, worin 0,1 % Tween 20
enthalten sind, für
90 Minuten bei RT verwendet. Die Proben werden dreimal für jeweils
5 Minuten, 15 Minuten und 15 Minuten in 1 × PBS – 0,1 % Tween 20 gewaschen.
Es wird ECL (ECL Western Blotting Detection Reagents, Amersham Pharmacia Biotech,
Nr. RPN 2209) zur Detektion verwendet.
-
Histologie
-
Verformbare
Schnitte der Fliegenköpfe
werden gemäß herkömmlicher
Verfahren ausgeführt,
beispielsweise gemäß den in
Drosophila Protocols, Seite 236, Herausgeber W. Sullivan, M. Ashburner,
S. Hawley, CSHL Press 2000 beschriebenen Protokollen.
-
Kryoschnitte
-
Ausgewachsene
Augen werden gemäß Wolff
in Drosophila Protocols, CSHL Press 2000, Abschnitte 13.1 und 13.2
Kryoschnitten unterzogen. Der primäre Antikörper ist der monoklonale 6E10
(Senetek), der das humane Aβ 42
Peptid erkennt und wird bei einer Verdünnung von 1:3000 verwendet.
Das Detektionssystem ist der Vectastain ABC Kit (mit biotinylierten
anti-Maus IgG als sekundärem
Antikörper
und Meerrettichperoxidase H) (Vector Laboratories). Die folgenden
Modifikationen werden gemäß dem Protokoll
von Wolff ausgeführt:
Vor der Inkubation mit dem primären
6E10 Antikörper
werden Kryoschnitte in Blockierungslösung, die normales Pferdeserum
enthält,
gemäß dem Vectastain
ABC Kit Protokoll blockiert. Die Inkubation mit dem sekundären Antikörper (voradsorbiert
mit pGMR-1 Augengewebe) wird in PBS/1 % BSA, worin 1 bis 2 % normales
Pferdeserum enthalten sind, gemäß dem Vectastain
ABC Kit Protokoll ausgeführt.
Es wird das Verfahren für
den ABC Kit befolgt, wobei die Inkubationen mit dem ABC Reagenz
in PBS/0,1 % Saponin ausgeführt
werden, wonach 4 × 10
Minuten dauernde Waschschritte in PBS/0,1 % Saponin erfolgen. Die
Schnitte werden dann in 0,5 ml pro Schnitt der Meerrettichperoxidase
H Substratlösung,
400 μg/ml
an 3,3'-Diaminobenziden (DAB),
0,006 % H2O2 in
PBS/0,1 % Saponin inkubiert und die Reaktion wird nach 3 Minuten
mit 0,02 % Natriumazid in PBS gestoppt. Die Schnitte werden mehrmals
in PBS gewaschen und über
eine Ethanolreihe dehydriert, bevor sie in DPX (Fluka) angebracht
werden.
-
RNA Profilcharakterisierung für Verbindungsscreening
-
Die
RNA Profile können
gemäß bekannter
Methodik getestet werden, einschließlich der Verwendung der traditionellen
Northern Blot Analyse, wie auch der Mikrotestchiptechnologie (Incyte
Pharmaceuticals, Palo Alto, CA, Affymetrix, Santa Clara, CA).
-
Beispiel 1
-
Der Phänotyp
des "rauen Auges" wird durch ektope
Expression von Aβ 42
induziert
-
Um
die großteils
unbekannten Wege und Mechanismen aufzuklären, durch die Aβ 42 eine
Neurodegeneration verursacht, wird das Drosophila Auge, ein neuronales
Gewebe, als Modell verwendet. In einem Ansatz zur Nachahmung der
krankheitsspezifischen Überexpression
von Aβ 42
werden transgene Fliegen, deren Genom das GMR-Abeta 42 Amyloidtransgen
enthalten, mittels des oben beschriebenen GMR Fusionsexpressionssytems
erzeugt, um das Transgen im entwickelnden Drosophila Auge zu exprimieren.
-
I. Aβ 42 Überexpresion
verursacht raue Augen Phänotypen
-
Um
das Aβ 42
Peptid im Drosophila Auge zu exprimieren, wird die Aβ 42 Sequenz
in den pGMR Vektor kloniert. Der pGMR (Glass Multimer Reporter)
Vektor enthält
ein Pentamer der verkürzten
Bindungsstellen für den
Glass Transkriptionsfaktor. Glass wird verbreitet während der
Augenentwicklung exprimiert, wobei es in den Augenscheiben beginnt,
den Vorläufern
von ausgewachsenen Drosophila Augen, wo es in differenzierenden
Photorezeptorneuronen detektiert wird. Es wird weiter spezifisch
im Auge während
der Puppen- und Erwachsenenentwicklung exprimiert (Moses et al.,
1989 Nature 340 (6234): 531-536, Moses und Rubin, 1991, Genes Dev.
5: 583-593). Die GMR-Elementexpression bei etwa 2 Wochen alten Fliegen
wird mittels eines Reportergens untersucht und es wird eine gute
Expression detektiert, was nahelegt, dass das GMR Element im Erwachsenenstadium
gut aktiv ist. Daher wird die durch GMR regulierte Expression während der
Entwicklung des Auges im Augengewebe gesteuert, wie auch während der
ausgewachsenen Periode, was es zu einem geeigneten System für die Expression
von Aβ 42
macht.
-
Es
wurden ursprünglich
2 unabhängige
transgene Linien mit dem pGMR-Aβ 42
Konstrukt etabliert, nämlich
K18.1 und K18.3. Zusätzlich
wird eine weitere transgene Linie, nämlich pGMR-1, die denselben
Vektor ohne Insert enthält,
als Negativkontrolle untersucht. Kontrollfliegen mit dem pGMR 1
Transgen und Fliegen, die nur eine Kopie von entweder K18.3 oder
dem K18.1 Transgen enthalten, zeigen kein raues Auge. Ähnlich weisen
Fliegen, die jeweils eine Kopie der beiden obigen Transgene (K18.3
und K18.1) oder zwei Kopien des K18.1 Transgens enthalten, ebenfalls
Wildtypaugen auf. Im Gegensatz dazu haben Fliegen mit zwei Kopien von
K18.3 einen leicht rauen Augenphänotyp,
wobei eine Untersu chung der Fliegenaugen unter dem Lichtmikroskop
zeigt, dass eine ektope Überexpression
von Aβ 42
die reguläre
trapezoidale Anordnung der Photorezeptorzellen der Ommatidien zerstört (identische
einzelne Einheiten, die das Drosophilaverbundauge bilden). Die obigen
Beobachtungen legen nahe, dass es eine dosisabhängige Reaktion des Phänotyps des
rauen Auges auf die Kopiezahl der im Fliegengenom vorhandenen Transgene
gibt. Um diese Hypothese weiter zu untersuchen, wird die Anzahl
der Transgene auf 3 erhöht
(2 Kopien von K18.1 mit einer Kopie von K18.3 oder eine Kopie von
K18.1 mit zwei Kopien von K18.3). Diese Stämme zeigen auch raue Augen.
Wenn schließlich 4
Kopien des Transgens vorhanden sind (2 Kopien von K18.1 mit 2 Kopien
von K18.3) zeigen die Fliegen einen viel stärkeren Phänotyp des rauen Auges, was
die Dosis-Reaktions-Hypothese bestätigt. Die Penetranz der rauen
Augen Phänotypen
ist in allen genetischen Kombinationen 100 %. Es muss erwähnt werden,
dass ein viel stärkerer
Phänotyp
beobachtet wird, wenn die Fliegen bei 29°C aufgezogen werden. Eine Temperaturerfordernis
für die
Expressivität
der Augenphänotypen
wurde kürzlich
beschrieben (Karim und Rubin, 1998 Development 125 (1): 1-9) und
kann für
das Auge spezifisch sein, auch wenn es nicht auf GMR-enthaltende
Expressionssysteme beschränkt
ist. Eine solche Abhängigkeit
kann höheren
Transkriptions- und/oder Metabolismusraten zugeordnet werden oder
einer veränderten
Proteinkonformation bei der höheren
Temperatur.
-
II. Aβ 42
Transgene zeigen Phänotypen
des rauen Auges, deren Ausprägungen
von der Kopiezahl des Transgens abhängen
-
Es
ist gut bekannt, dass das Expressionsniveau von Transgenen in Drosophila
von der chromosomalen Lage der spezifischen Insertionen abhängt, einem
Phänomen,
das als "Positionseffekt" bekannt ist (R.
Kellum und P. Schedl (1991), Cell 64: 941-950). Es ist dann möglich durch
die Erzeugung von zusätzlichen
unabhängigen
Insertionen mit demselben Transgen transgene Linien zu gewinnen,
die unterschiedliche Mengen des transgenen Proteins exprimieren.
Daher kann es möglich
sein, transgene Linien zu isolieren, die das Aβ 42 Transgen in einer Menge
exprimieren, die hoch genug ist, um einen Phänotyp bei einer geringeren
Temperatur (25°C)
zu verursachen, was physiologischere Bedingungen reflektiert. Um
diese Hypothese zu testen, werden neue Insertionen des pGMR-Aβ 42 Transgens
im Fliegengenom mittels "P-Element
Hopping" erzeugt (H.
M. Robertson et al., (1988). Genetics 118: 461-470).
-
Es
wird eine Gesamtzahl von 19 unabhängigen Linien des pGMR-Aβ 42 Konstrukts
in neuen chromosomalen Orten etabliert. Die neuen Stämme werden
auf das Vorkommen neuer Insertionen basierend auf der chromosomalen
Verbindung oder des homozygoten letalen Zustands des Transgens wie
auch auf Unterschiede in der Augenfarbe (die durch unterschiedliche
Expressionsmengen des "weiß" Gens verursacht
werden, das als Transformationsmarker verwendet wird) beurteilt.
Junge Larven der obigen neuen Stämme
werden anschließend
bei 29°C
bis zum Schlüpfen
angezogen und auf die Anwesenheit eines Augenphänotyps untersucht. Von den
19 neuen Linien zeigen 7 Linien oder 38 % einen Phänotyp des
rauen Auges. Die Stämme,
die einen Phänotyp
des rauen Auges zeigen, werden anschließend bei 25°C angezogen und bezüglich des
Augenphänotyps
bewertet.
-
Die
neuen transgenen Linien zeigen ein unterschiedliches Ausmaß der phänotypischen
Ausprägung, wobei
einige von ihnen einen ausgeprägteren
Phänotyp
zeigen, als er ursprünglich
in der K18.1 und K18.3 Linie beobachtet wurde. Ein solches Beispiel
ist die KJ.103 Linie, in der eine Kopie des Transgens die ausgewachsenen
Augen leicht rau macht, die durch das Vorkommen von eingestreuten
dunklen "Flecken" (entspricht tiefer
rot pigmentierten Ommatidien) auf der ventralen Seite des Auges
gekennzeichnet sind, wobei 2 Kopien des Transgens eine ausgiebige
Disorganisation der Photorezeptoren verursachen. Noch wichtiger
ist, dass diese spezifische Linie den Phänotyp des rauhen Auges sogar
dann zeigt, wenn die Fliegen bei 25°C angezogen werden. Wenn KJ.103
Fliegen bei 29°C
angezogen werden, wird das Ausmaß des Phänotyps, das durch entweder
eine oder zwei Kopien des Transgens verursacht wird, dramatisch
erhöht.
-
Zusammengefasst
zeigen die Phänotypen
des rauen Auges, die durch das Aβ 42
Peptid verursacht werden, einen Bereich an Ausprägungen. Die sehr milden Linien
zeigen typischerweise mehrere dunkle/schwarze "Flecken" auf der ventralen Seite des Auges,
während
die milden Linien eine raueres, disorganisierteres Erscheinungsbild
aufweisen, das den ventralen Teil des Auges bedeckt. Moderate Linien
zeigen eine ausgeprägtere
Rauhheit über
das gesamte Auge, während
in ausgeprägteren
Linien das gesamte Auge viele der Ommatidien und interommatidialen
Borsten verloren/fusioniert zu haben scheinen und das gesamte Auge eine
glatte, glänzende
Oberfläche
aufweist. Interessanterweise wird die Größe des Auges nur moderat bei
Fliegen mit dem höchsten
Maß der
Aβ 42 Expression
(Stamm KJ54) beeinflusst. Dies stimmt mit Beobachtungen in Fliegen überein,
die humanes α-Synuklein
exprimieren (MB. Feany und W. W. Bender (2000), Nature 404: 394-398).
Bei Fliegen, die durch Polyglutamin erweitertes humanes Huntingtin
exprimieren, wird eine leichte Verringerung der Augengröße bei den
am stärksten
exprimierenden transgenen Linien (J. M. Warrick et al (1998), Cell
93: 939-949) beobachtet. Die obigen Ergebnisse legen nahe, dass
eine durch Überexpression
induzierte Neurodegeneration der humanen Krankheitsgene sich von
den Phänotypen
unterscheidet, die durch Überexpression
von Genen verursacht werden, die in apoptotischen Wegen wirken (M.
Grether et al. (1995), Genes Dev. 9, 1694-1708), worin die Größe des Auges primär beeinflusst
wird.
-
Auf
der Grundlage der obigen Ergebnisse wird die Hypothese aufgestellt,
dass die Schwere des Phänotyps
des rauen Auges von der Menge des vorkommenden Abeta Proteins abhängt. Als
Konsequenz dieser Hypothese sollte es erwartet werden, dass das
KJ.103 Transgen ein höheres
Maß an
Proteinexpression zeigt, als das K18.3 Transgen (siehe unten).
-
III. Die Expressivität des Phänotyps des rauhen Auges korreliert
mit Aβ42
Proteinmengen
-
Um
zu bestimmen, ob die Schwere des Phänotyps des rauen Auges mit
den Expressionsmengen des Aβ 42
Peptids korreliert, wird eine Western Blot Analyse von Proteinextrakten
aus Drosophila Köpfen
ausgeführt
(die verwendeten Stämme
sind in den obigen Verfahren beschrieben). Die Ergebnisse zeigen,
dass die Tiere mit zwei Kopien des Transgens etwa die doppelte Menge
an Aβ 42
Peptid aufweisen, als Tiere mit einer Transgenkopie. Interessanterweise
haben sie keinen sichtbaren Phänotyp
im erwachsenen Auge, obwohl die Fliegen mit 2 Kopien von K18.1 des
Aβ 42 Peptids
in detektierbaren Mengen exprimieren. Fliegen mit 2 Kopien des stärker exprimierenden
K18.3 Transgens, die insgesamt größere Mengen an Aβ 42 Peptid
exprimieren, zeigen den Phänotyp
des rauen Auges. Dies trifft auch auf Fliegen zu, die zwei Kopien
von K18.1 und zwei Kopien der K18.3 Transgene exprimieren. Fliegen,
die nur eine Kopie des KJ103 Transgens exprimieren, haben etwa gleiche
Mengen an Protein, wie Fliegen, die zwei Kopien des K18.3 Transgens
exprimieren, was die Hypothese bestätigt, dass das KJ103 Transgen
größere Mengen
der relativen Proteinexpression zeigt.
-
Die
obigen Ergebnisse zeigen, dass es einen Bedarf für eine bestimmte Menge an Aβ 42 Protein
gibt, um einen sichtbaren Phänotyp
zu erzeugen. Es ist immer noch möglich,
dass geringere Mengen der Aβ 42 Expression
kleinere Zerstörungen
verursachen, die nur auf der ultrastrukturellen Ebene sichtbar sein
würden. Um
dies zu testen werden dünne
Schnitte (1,5 μm)
von ausgewachsenen Fliegenköpfen
untersucht. Diese Daten zeigen, dass im Vergleich zu Augen von einer
Fliege, die den leeren pGMR Vektor trägt, worin die Toloudinblau
färbenden
Photorezeptoren regelmäßig angeordnet
sind, Fliegen, die eine Kopie des moderat exprimierenden K18.3 Transgens
tragen, kleine Abnormalitäten
aufweisen, wobei einige Photorezeptoren fehlen, sich blau färbende Massen
um die Ommatidien bilden und einige Lücken im Gewebe vorkommen. Diese
Augen erscheinen makroskopisch normal.
-
Schnitte
von Augen, die zwei Kopien des K18.3 Transgens exprimieren, zeigen
in Übereinstimmung mit
Beobachtungen auf der makroskopischen Ebene eine variable Disorganisation.
Wenn der Phänotyp schlimmer
wird, nimmt die Konzentration dieser dichten, färbenden Massen um die Ommatidien
zu, wie auch die Lücken
im Gewebe. Die Ommatidien sehen kleiner aus und ihnen fehlen Photorezeptoren.
Zwei Kopien des stärker
exprimierenden KJ103 Transgens zeigen einen Phänotyp, der in der Ausprägung ähnlich ist. Schließlich zeigen
Augen von Drosophila, die 4 Kopien des stark exprimierenden KJ54
Transgens exprimieren, einen fast vollständigen Verlust von Photorezeptoren.
Zusätzlich
zeigen diese Augen ein Übermaß an dichten, färbenden
Massen und Gewebelücken.
Obwohl an dieser Stelle nicht klar ist, ob die dichten, färbenden
Massen, die die Ommatidien umgeben, abnormale/sterbende Zellen sind
oder ob sie aggregierendes Abeta Peptid enthalten, ist klar, dass
ihre Ansammlung mit der beobachteten gesamten Degeneration des Auges
zusammenhängt.
-
Um
die Expression des β-Amyloids
in den Augengeweben zu visualisieren, werden Schnitte der Aβ exprimierenden
Augen mit einem Antikörper
gefärbt,
der das humane Aβ Peptid
erkennt. Transverse Schnitte des Augengewebes zeigen eine punktuelle
Färbung,
die in den Kontrollen fehlt. Es wird die Hypothese aufgestellt,
dass diese punktuelle Färbung
kleinen Aggregaten/Ablagerungen von beta Amyloid entspricht. Die
zelluläre
Lokalisation dieser Färbung
wie auch die exakte Art des Aggregats/der Ablagerung befindet sich
unter Verwendung von Aβ färbenden
Farbstoffen in Untersuchung.
-
Zusammengefasst
wird hierin beschrieben, dass die Einführung von mehreren Kopien des
Aβ 42 Transgens
in das Drosophila Auge, das durch die erhöhten Mengen an Aβ Protein
reflektiert wird, einen additiven Effekt auf den Phänotyp des
rauen Auges hat. Es ist möglich,
dass eine bestimmte Konzentration des Aβ 42 Peptids erforderlich ist,
um dessen Aggregation/Konformationszustand zu beeinflussen. Alternativ
dazu können
sättigende
Mengen des Peptids zur Manifestierung des toxischen Effekts erforderlich
sein. Die Tatsache, dass Aβ neurotoxische
Effekte in mehreren Signalwegen beeinflusst (intrazelluläre Calciumspiegel,
oxidativer Stress, entzündliche
Reaktion, muskarinische und nikotinische Rezeptorsignalübertragung,
zusammengefasst in S. P. Fraser et al. (1997), Trends in Neurosci.
20: 67-72, M. P. Mattson (1997), Physiol. Rev. 77: 1081-1132 und
C. M. Coughlan und K. C. Breen (2000), Pharmacol. and Ther. 86:
111-144, Hellström-Lindahl und
Court, 2000, Behav. Brain Res. 113 (1-2): 159-168) kann auf einen
Bedarf für
sättigende
Mengen zur Verursachung von Zerstörungen hindeuten. Es ist jedoch
klar, dass die Expression von moderaten Mengen des Peptids keine
Konsequenz für
die Struktur des ausgewachsenen Auges auf dem übergeordneten morphologischen
Niveau hat.
-
IV. Der Phänotyp des rauen Auges, der
durch Aβ 42
Peptid verursacht wird, verschlimmert sich mit dem Alter
-
Es
ist gut etabliert, dass bei Alzheimer Patienten die chronische Akkumulation
von Aβ Peptid
zu einer initialen Manifestierung der Erkrankung führt und
zur progressiven Verschlimmerung der Symptome. Um zu testen, ob
man diesen Aspekt der Erkrankung im Drosophila Modell nachahmen
kann, wird die Rauheit des Augenphänotyps bei ausgewachsenen Fliegen
verfolgt.
-
Zwei
Fliegenstämme,
die pGMR1 (als Negativkontrolle) und K18.3 exprimieren, werden untersucht. Die
K18.3 Fliegen werden verwendet, da in diesem transgenen Stamm ein
Bereich an phänotypischer
Ausprägung
beobachtet wird und es daher einfacher ist, Veränderungen aufzuzeichnen. Fliegen
aus den zwei Stämmen
werden bei 25°C
aufgezogen und 0 bis 2 Tage nach dem Ausschöpfen werden sie auf 29°C gebracht,
um die höhere
Expression des Transgens zu induzieren. Die Fliegen werden danach
bezüglich
dem Augenphänotyp
etwa jede Woche für
insgesamt 1 Monat bewertet. Die K18.3 Fliegen werden in 3 verschiedene
Gruppen gemäß der beobachteten
Stärke
des Augenphänotyps
klassifiziert (moderat, mild, mittelmäßig). Wie vorher erwähnt zeigen
die pGMR1 exprimierenden Fliegen keinen Augenphänotyp.
-
Die
Daten deuten auf eine Verschiebung der phänotypischen Ausprägung der
Abeta exprimierenden Fliegen hin, wenn sie altern: Wenn die Fliegen
schlüpfen
werden keine Augen mit einem mittelmäßigen Phänotyp beobachtet, während 15
% der Population nach 7 Tagen einen mittelmäßigen Phänotyp aufweisen. Nach 7 Tagen
zeigen alle Nachkommen ein Ausmaß des Phänotyps des rauhen Auges, während 42
% keinen Phänotyp
nach dem Schlüpfen
zeigen. Nach 32 Tagen hat sich, obwohl eine große Zahl an Fliegen gestorben
ist, das Gesamtverhältnis
an Fliegen mit mildem gegenüber
mittelmäßigem Phänotyp nicht
signifikant geändert, was
nahelegt, dass der maximale Effekt der Abeta Expression erreicht
ist.
-
Das
hierin beschriebene Drosophilamodell scheint die progressive und
altersabhängige
Verschlimmerung der Symptome der Alzheimerschen Erkrankung, einen
wichtigen Aspekt der Erkrankung, nachzuahmen. Die beobachtete Zunahme
der Schwere des Augenphänotyps
wenn die Fliegen altern, kann einer erhöhten Empfindlichkeit von neuronalen
Zellen auf die Spiegel des Aβ Peptids
zugeordnet werden. Tatsächlich
wird, wie oben erwähnt,
das Aβ Peptid
während
des ausgewachsenen Stadiums von Drosophila gebildet. Es ist daher
möglich,
dass die erhöhten
Mengen an Aβ nicht
effektiv umgewandelt werden können,
was zu einer Akkumulierung des Peptids in den Drosophila Zellen
führt.
Alternativ dazu kann es möglich
sein, dass gealterte Zellen gegenüber dem Vorkommen des Aβ Peptids
empfindlicher sind.
-
V. Der Phänotyp des rauen Auges und das
Ausmaß an
apoptotischen Zellen in bildgebenden Scheiben bei Larvenaugen und
ausgewachsenen Augen
-
Wie
vorher erwähnt
hat das Aβ 42
Peptid bekannte toxische Effekte und es wird vermutet, dass es eine Rolle
bei der Apoptose spielt. Auf dieser Grundlage werden bildgebende
Scheiben des Larvenauges im dritten Stadium, der Vorläufer des
ausgewachsenen Auges, auf das Vorkommen von Apoptose oder programmiertem Zelltod
untersucht. Herausgeschnittene bildgebende Scheiben aus den Augen
von K18.1/K18.1, K18.3/K 18.3 Larven, die bei 29°C angezogen wurden, werden mit
Acridinorange gemäß herkömmlicher
Verfahren gefärbt, was
eine Fluoreszenz von apoptotischen Zellen verursacht. Als Kont rolle
werden die folgenden Stämme
verwendet, von denen keiner Augenabnormalitäten zeigt: w1118 (eine
Wildtypkontrolle) und pGMR-1 (trägt
den "leeren" pGMR Vektor), die
bei 29°C
angezogen wurden und GMR-Gal4 (exorimiert Gal4 unter der Kontrolle des
GMR Elements), der bei 18°C
angezogen wurde.
-
Die
Ergebnisse zeigen, dass nur ein geringer oder kein Zelltod in der
Wildtypkontrolle w1118 beobachtet wird.
Im Gegensatz dazu kann eine Menge an Zelltod in der K18.1/K18.1,
K18.3/K 18.3 Linie detektiert werden. Wenn die Kontrollen, die den
pGMR Vektor tragen, aber keinen Augenphänotyp zeigen (pGMR-1 und GMR-GAL4)
untersucht werden, wird etwas Zelltod beobachtet, wobei das Ausmaß zu dem
in den experimetellen Fliegen K18.1/K18.1, K18.3/K18.3 beobachteten
vergleichbar ist. Daher scheint es wahrscheinlich, dass eine bestimmte
Menge an Zelltod während
der Augenentwicklung toleriert wird und keine Defekte im erwachsenen
Auge verursacht, zumindest nicht auf der übergeordneten morphologischen
Ebene. Zusätzlich
wird hierin vorgeschlagen, dass falls die Apoptose eine Beteiligung
bei der Erzeugung des Phänotyps
des rauen Auges hat, dieser nicht während der frühen Entwicklung
des Auges manifestiert wird.
-
Um
zu testen, ob der beobachtete Phänotyp
des rauen Auges durch Apoptose während
der ausgewachsenen Stadien von Drosophila verursacht wird, wird
der Apoptoseinhibitor DIAP1 im Drososphila Auge co-exprimiert. Die
Co-Expression von DIAP1 in den Augen, die Abeta expimieren, dürfte zumindest
teilweise den Phänotyp
des rauen Auges unterdrücken
(Daten nicht gezeigt). Da keine Suppression mit den zwei unterschiedlich
DIAP-exprimierenden Stämmen
beobachtet wird, kann es sein, das der beobachtete Phänotyp des rauen
Auges nicht durch ektop induzierten apoptotischen Zelltod verursacht
wird. Es werden dieselben Ergebnisse erhalten, wenn das antiapoptotische
Baculovirus P35 Gen verwendet wird. Diese Ergebnisse legen nahe,
dass die durch das Aβ 42
Peptid verursachten Effekte im Drosophila Auge durch zelluläre Wege
verursacht werden, die nicht zu Apoptose führen.
-
Die
Wirkungen von Aβ 42
sind ziemlich komplex und können
andere Proteine beeinflussen, von denen bekannt ist, dass sie Faktoren
bei der AD Entwicklung sind. Es wurde gezeigt, dass PS1 und PS2
mit APP co-immunpräzipitieren
(Xia et al., 1997 PNAS USA 94 (15): 8208-8213) und dass Aβ 42 in vitro
direkt PS2 binden kann (Czech et al., 1999 Society for Neuroscience
25: 641.1). Es ist interessant festzustellen, dass die Überexpression
von Wildtyp und mutierten PS Formen auch zur erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Apoptose
in mehreren experimentellen Systemen führt, einschließlich dem
Drosophila Auge (Y. Ye und M. Fortini (1999), J. Cell Biol. 146:
1351-1364). In diesen Studien wird vorgeschlagen, dass Drosophila
Präsenilin
(Dps) einen dominanten negativen Effekt ausübt, wenn es in großen Mengen
exprimiert wird. Es ist unklar, wie Dps eine Apoptose von Zellen
verursacht, aber der Mechanismus könnte die Dysregulation der
Notch und/oder Wnt Entwicklungssignalwege miteinbeziehen (zusammengefasst
in Anderton et al., 2000 Mol. Med. Today 6: 54-59). Es ist unklar,
ob die Aβ 42 Überexpression
im hierin beschriebenen System die Dps Funktion beeinflussen kann,
indem sie möglicherweise
mit einem oder mehreren der Signalwege wechselwirkt. Interessanterweise
erhöht
die Überexpression
von Aβ 40
oder Aβ 42
einen durch Dps (Drosophila Präsenilin)
induzierten Phänotyp
im selben Gewebe (Daten nicht gezeigt), was die Beteiligung der
zwei Proteine im selben Weg nahelegt.
-
Beispiel 2
-
Konkaver Flügelphänotyp, der durch die ektope
Expression von C99 induziert wird
-
Transgene
Drosophila, die eine Kopie von pUAS-C99 (entweder Wildtyp oder mit
der London Mutation) und eine Kopie des apterous-Gal4 tragen, werden
mittels Standardverfahren erzeugt und sind oben diskutiert. Die
Daten legen nahe, dass diese Fliegen eine Missbildung ihrer Flügel zeigen,
so dass die Flügelfläche auf
eine konkave Art gebogen ist. Diese Effekte werden mit mehrfachen
unabhängigen
Insertionen des C99 Transgens bestätigt. Die Western Analyse bestätigt die
Expression dieses Transgens. Proteinextrakte aus ganzen Larven,
die das C99 (entweder den Wildtyp oder mit der Londonmutation) unter
der Kontrolle der tochterlosen Gal4 (ein ubiquitär exprimierter Gal4 Treiber)
exprimieren, zeigen eine Proteinbande der erwarteten Größe für C99, die
mit dem 6E10 Antikörper
reagiert (erzeugt gegen die ersten 16 Aminosäuren von C99). Es existieren
Daten, dass wenn der Teil des humanen APP Gens, der als C100 bezeichnet
wird, in das Genom von Drosophila inseriert und in der Flügelscheibe
exprimiert wird, dies keinen sichtbaren Phänotyp erzeugt (Fossgfreen et
al., PNAS 95: 13703-13708 (1998)). Im Gegensatz dazu legen hierin
berichtete Daten nahe, dass Fliegen, die für die äquivalente C100 Region des
humanen APP transgen sind (hierin C99 genannt), an ein unterschiedliches
Signalpeptid fusioniert sind, eine Flügelmissbildung zeigen.
-
Beispiel 3
-
Kognitive Defekte, die durch ektope Expression
von C99 induziert werden
-
Transgene
Drosophila, die eine Kopie von UAS-C99 (entweder Wildtyp oder mit
der London Mutation) und eine Kopie von 7B-Gal4 (das die Expression
im Pilzkörper
des Gehirns erlaubt) tragen, werden mittels Standardtechniken erzeugt.
Kognitive Defekte dieser Fliegen können durch die Durchführung von
olfaktorischen Tests, lokomotorischen Tests oder Lern- und Gedächtnistests
gemäß herkömmlicher
Verfahren untersucht werden. Beispielsweise wird ein verändertes
lokomotorisches Verhalten in den obigen Fliegen beobachtet, wenn
sie in der "dunklen
Reaktionsumgebung" getestet
werden, die von S. Benzer, PNAS 58: 1112-1119 (1967) beschrieben
ist. Genauer gesagt reagieren Fliegen, die eine Kopie des UAS-C99
und eine Kopie des 7B-Gal4 enthalten, nicht so gut auf die mechanische
Bewegung, wie dies Wildtypfliegen tun, gehen weniger schnell als
Wildtypfliegen, nachdem man auf den Boden des Testgeräts geklopft
hat. Der "dunkle
Reaktionstest" ist
auch in "Behavior,
Learning and Memory" in:
Drosophila, A practical Approach, Herausgeber D. B. Roberts (1998)
Oxford University Press Inc. New York, Seite 273 beschrieben.
-
Beispiel 4
-
Gene, die Drosophila Phänotypen
als Ziele für
Alzheimer Erkrankungstherapeutika modifizieren
-
Wie
später
im Detail beschrieben werden genetische Screenings aufgesetzt, um
genetische Modifizierer des in Beispiel 2 beschriebenen konkaven
Flügelphänotyps zu
identifizieren. Getestete Kandidatenmodifizierer umfassen bekannte
Modifizierer der zwei Drosophila Phänotypen, die durch ektope Expression
von Drosophila Präsenilin
(Dps) im Flügel
und im Scutellum (G. Boulianne, Hospital for Sick Children, Toronto,
Kanada, persönliche
Kommunikation) induziert werden wie auch Mutationen in anderen Kandidatengenen.
Basierend auf der kürzlichen
Entdeckung eines Chromosom 10 AD Gen "Hot Spots" wird eine chromosomale Kartierung der
humanen Homologe der oben erwähnten
genetischen Drosophila Modifizierer ausgeführt. Später beschriebene Daten zeigen,
dass die humanen Homologe von mehreren der hierin beschriebenen
genetischen Modifizierer ebenfalls auf dem Chromosom 10 lokalisiert
sind und es wird hierin erwähnt,
dass diese Gene relevante Ziele für die Entwicklung von Pharmazeutika
sind, die zur Behandlung der Alzheimerschen Erkrankung brauchbar
sind, wie auch anderen Zuständen,
die mit Fehlern in der Regulation des APP Wegs assoziiert sind.
-
Es
werden insgesamt 93 Mutationen gescreeent, um genetische Modifizierer
des Phänotyps
des konkaven Flügels
zu identifizieren, der durch die ektope Expression von C99 im Flügel von
Drosophila induziert wird. Das Screening basiert auf dem Messen
der Veränderung
der Durchsetzung des Flügelphänotyps,
wenn die externe Mutation vorhanden ist. Genauer gesagt wird die
Anzahl an Fliegen mit mutierten Flügeln im Vergleich zur Anzahl
an Fliegen mit Wildtypflügeln
in den experimentellen Gruppen (Fliegen, die sowohl C99 als auch
die zu testende Mutation exprimieren) und der Kontrollgruppe (Fliegen,
die nur C99 exprimieren) gezählt. Die
Signifikanz der Veränderung
in der Durchsetzung des Mutantenphänotyps wird durch Messung des
P Werts durch einen T Test in den oben erwähnten 4 Gruppen evaluiert.
Mutationen werden als signifikante Modifikation des C99 Phänotyps betrachtet,
wenn P < 0,05.
-
Eine
Liste an genetischen Modifizierern, die den C99 Überexpressionsphänotyp beeinflussen
und die Drosophila Gene, die mit diesen genetischen Modifizierern
assoziiert sind, sind in Tablle 1 angegeben.
-
Alle
oben als Modifizierer von Präsenilin
und C99 Überexpressionsphänotypen
identifizierten Mutationen sind Insertionsmutationen (vermittelt
durch Insertion des P-Retrovirus-ähnlichen Transposonelements
in das Drosophila Genom). Die exakte chromosmale Lage jeder dieser
Insertionen wurde vorher bestimmt (Drosphila Genom Project BDGP,
http://www.fruitfly.org). Um die Transkripte zu identifizieren,
die durch jede dieser Insertionen betroffen sind, wird ein 10 kb
Genombereich auf der rechten und der linken Seite jeder Insertion auf
bekannte oder abgeleitete Drosophila Transkripte gescanned. Es werden
die folgenden Kriterien für
eine Selektion des am wahrscheinlichsten durch eine gegebene Insertion
betroffenen Transkripts angelegt:
- a) Abstand
von Transkripten von der Insertionsstelle und b) Orientierung eines
Transkripts relativ zur Insertion.
-
Falls
ein Genombereich mehr als ein Kandidatentranskript mit derselben
Orientierung wie die Insertion enthält, werden die am nähesten zur
Insertion liegenden für
die weitere Analyse ausgewählt.
Die translatierten Proteinsequenzen der Drosophila Transkripte von
der obigen Analyse bilden "Satz
A".
-
Es
wird das Vorkommen der humanen Homologe der obigen Drosophila Proteine
(in "Satz A") in einem AD-verbundenen
Bereich des humanen Chromosom 10 untersucht. Es werden zwei Kandidatenregionen
um Sequence Tagged Site (STS) Marker auf dem humanen Chromosom 10
durch Kupplungsanalyse identifiziert (Betram et al., Ertekin-Taner
et al., Myers et al., Science 290, 2302-2305, 2000). Es werden STS
Markersequenzen kartiert, die in diesen Kopplungsanalysestudien
verwendet werden oder STS Sequenzen, die benachbart zu diesen Markern
der Celera Genomdaten durch Blastn (Altschul et al., 1997) Sequenzvergleiche liegen.
Auf der Grundlage der Kartierungsinformation wird eine Untereinheit
des humanen Chromosoms 10 definiert, die die zwei Kandidatenregionen,
welche eine signifikante Verbindung zeigen (Bertram et al., 2000,
Ertekin-Taner et al., 2000, Myers et al., 2000) und die Region dazwischen
umfasst. Die DNA Sequenz (Celera Fortsetzungen) und die entsprechende
Liste der Celera Proteintranslationen werden für die definierte Untereinheit
ermittelt und in Blastformatdatenbanken ein gegeben. Die DNA Sequenz
und die Liste der Celera Proteintranslationen für die oben beschriebenen genomischen
Regionen bilden jeweils "Satz
B" und "Satz C".
-
Es
wird dann eine Tblastn Suche mit "Satz A" gegen "Satz B" und eine Blastp Suche mit "Satz A" gegen "Satz C" ausgeführt. Es
werden anfängliche
Tblastn und Balstp Treffer mit E-Werten von weniger als 10–5 ausgewählt. Dann
wird die beste Übereinstimmung
jedes Fliegenproteins aus diesen Suchen ausgewählt und die entsprechenden
Fliegengene/Transkripte werden auf ihre Assoziation mit genetischen
Modifizierern des Dps und C99 Phänotyps überprüft. Die
entstehenden 14 Paare der Transkripte/Proteine aus der Fliege und dem
Menschen bilden "Satz
D".
-
Die
14 Proteinpaare in "Satz
D" werden auf eine
stringente oder putative Orthologie getestet. Dies wird durch Blastp
Vergleiche mit einer kombinierten Datenbank aller Celera Proteine
des Menschen und der Fliege erreicht. Zuerst werden die Fliegenproteine
in "Satz D" mit jedem Protein
in dieser Datenbank verglichen. Dann werden die entstehenden besten
humanen Übereinstimmungen
für jedes
dieser Fliegenproteine erneut mit der kombinierten Mensch/Fliege
Proteindatenbank verglichen. Eine humane Übereinstimmung wird als stringentes
Ortholog klassifiziert, falls alle vier Kriterien erfüllt sind:
- 1. Das Fliegenprotein hat die beste Übereinstimmung
mit dem humanen Protein Y.
- 2. Das Fliegenprotein X hat keine bessere Übereinstimmung mit einem anderen
Fliegenprotein als mit dem Humanprotein Y.
- 3. Das Humanprotein Y hat die beste Übereinstimmung mit dem Fliegenprotein
X.
- 4. Das Humanprotein Y hat keine bessere Übereinstimmung mit einem anderen
Humanprotein als mit dem Fliegenprotein X.
-
Falls
nur die Kriterien 1) und 3) erfüllt
sind, wird die humane Übereinstimmung
als putatives Ortholog klassifiziert unabhängig davon, ob das Fliegenprotein
X eine bessere Übereinstimmung
mit einem anderen Fliegenprotein hat, das Humanprotein Y eine bessere Übereinstimmung
mit einem anderen Humanprotein hat oder beides. Alle anderen Humanübereinstimmungen
werden als Homologe betrachtet. Nach dem Orthologietest werden die
humanen Kandidatengene gemäß dem folgenden
priorisiert:
- a) Das Humangen ist ein Homolog
des Fliegengens, das durch den genetischen Modifizierer von Drosophila
beeinflusst wird, der im genetischen Screening identifiziert wurde.
- b) Das Ausmaß an
Sequenzähnlichkeit
des Humanproteins (kodiert durch das Humangen in a) zum Drosophila
Protein (kodiert durch das Drosophila Gen in a).
- c) Das Humanprotein ist ein stringentes oder putatives Ortholog
des Fliegenproteins.
- d) Die chromosomale Lage des Humangens in Bezug auf STS Marker,
anderer Kandidatengene oder bekannter AD Gene.
- e) Die putative Funktion des Humanproteins und/oder des homologen
Drosophila Proteins
- f) Evidenz, dass das abgeleitete Humangen exprimiert wird.
- g) Vorkommen von validierten oder vorhergesagten kodierenden
und/oder nicht-kodierenden SNPs in der kodierenden Region des Humangens.
-
Um
zu überprüfen, ob
das humane Homologgen exprimiert wird, wird die IncyteLifeSeq EST
Datenbank mit den entsprechenden abgeleiteten humanen Transkripten
durchsucht, die aus der Celera Datenbank mittels Blastn identifiziert
wurden.
-
Auf
der Grundlage dieser Kriterien wird hierin ermittelt, dass 4 unterschiedliche
humane Gene mit AD zusammenhängende
Gene sind, die auf dem humanen Chromosom 10 liegen. Im folgenden
sind die putativen Proteine aufgeführt, die durch diese vorgeschlagenen
Humangene kodiert sind.
- (1) hCP50765 (EGR2)
SEQ ID Nr. 35
- (2) hCP41313 (homolog zum Fliegengen nocA) SEQ ID Nr. 15, SEQ
ID Nr. 17 oder SEQ ID Nr. 53
- (3) hCP33787 (Ankyrin-verwandtes Protein) SEQ ID Nr. 41
- (4) hCP51594 (Ankyrin-3) SEQ ID Nr. 43
-
Das
durch Celera abgeleitete Transkript hCT15097 wird manuell unter
Bildung von zwei putativen Formen des Proteins hCP41313 korrigiert.
Die Korrektur wird durch die Identifizierung der ESTs, die diesem
Lokus entsprechen durch Blastn Suche der Incyte LifeSeq und der öffentlichen
EST Datenbanken und Alignierung der identifizierten ESTs mit dem
der durch Celera vorhergesagten Transkriptsequenz ausgeführt. Die
Korrektur ruft leichte Veränderungen
in der C-terminalen Aminosäuresequenz
und putativ zusätzliche
Reste am N-Terminus der vorhergesagten Aminosäuresequenz hervor. Die Veränderungen
im C-terminalen Teil der humanen Proteinsequenz führen zu
einer verbesserten Alignierung mit dem nocA der Fliege in dieser
Region. Aufgrund der zusätzlichen
Reste am N-Terminus entsprechen Met 64 und Met 100 in der Celera
Proteinsequenz (hCP41313) jeweils Met 114 und Met 150 in der Translation
der vollständigen
korrigierten nocA Homologtranskriptsequenz. Es wurden anschließend cDNA
Sequenzen aus der Novartis FGA cDNA Sammlung und der Incyte cDNA
Sammlung analysiert und verglichen. Basierend auf diesen Analysen
wird ein cDNA Klon kloniert und sequenziert, der dem humanen nocA
Gen auf Chromosom 10 entspricht. Das 5' Ende dieses cDNA Klons besteht aus
cDNA, die aus dem Novartis eigenen Klon fga 94341 und dem 3' Ende dieses Klons
aus cDNA besteht, die vom Incyte Klon 242278.1 erhalten wurde (SEQ
ID Nr. 52, SEQ ID Nr. 53).
-
EGR2
ist ein putatives Ortholog des aus Celera abgeleiteten Fliegentranskripts
CT23724 (siehe Tabelle 1), das dem Drosophila Stripe-Gen entspricht.
Die Fliegenmutation P1505 (siehe Tabelle 1), die das Stripe-Gen
beeinflusst, modifiziert nur den Präsenilinphänotyp.
-
Humanes
nocA ist ein putatives Ortholog des durch Celera abgeleiteten Fliegentranskripts
CT14619 (siehe Tabelle 1), das dem Drosophila nocA Gen entspricht.
Die Fliegenmutation EP2173 (siehe Tabelle 1), die das nocA Gen beeinflusst,
modifiziert sowohl das Präsenilin
als auch die C99 Überexpressionsphänotypen.
-
EGR2
ist ein C2H2 Typ Zinkfingertranskriptionsfaktor, der die PNS Myelinierung
reguliert. Es wurde in Mäusen
gezeigt, dass es für
die Hinterhirnentwicklung (Schneider-Maunoury et al., Cell 75, 1199-1214,
1993, Swiatek & Gridley,
Genes Dev. 7, 2071-2084, 1993) wichtig ist. Es wurden vier Mutationen
in EGR2 beschrieben, die mit angeborenen peripheren Neuropathien
assoziiert sind (Warner et al., Nature Genet 18, 382-384, 1998,
Timmerman et al., Neurology 52, 1827-1832, 1999).
-
Das
humane nocA Homolog ist ein putativer Transkriptionsfaktor mit einer
Zinkfingerdomäne
vom C2H2 Typ. Während
die exakte Funktion noch bestimmt werden muss, kann es gemäß der hierin
beschriebenen Daten eine signifikante Rolle bei der Pathologie der
Alzheimerschen Erkrankung spielen. Das durch das nocA Gen kodierte
Drosophila Protein ist ein Transkriptionsfaktor, der bei der Entwicklung
des embryonalen Gehirns und der ocelaren Strukturen beim Erwachsenen
beteiligt ist.
-
Ankyrin-3
existiert in zwei Gehirn-spezifischen Isoformen mit 480 und 270
kDa (Kordeli et al., J. Biol. Chem. 270, 2352-2359, 1995). Neural-spezifische
Ankyrin-3 Polypeptide sind Kandidaten, um bei der Erhaltung und
dem Hinführen
von Ionenkanälen
und Zelladhäsionsmolekülen zu Ranvier-Knoten
und initialen Axonsegmenten teilzunehmen. Von Ankyrin-3 wurde gezeigt,
dass es mit dem Spannungsabhängigen
Natriumkanal in vitro assoziiert und mit diesem Molekül an den
Ranvier-Knoten, initialen Axonsegmenten und der neuromuskulären Verbindung
zusammen lokalisiert ist (Srinivasan et al., Nature 333, 177-180,
1988, Kordeli et al., J. Cell. Biol. 110, 1341-1352, 1990, Kordeli & Bennett, J. Cell.
Biol. 114, 1243-1259, 1991, Flucher & Daniles, Neuron 3, 163-175, 1989).
-
Das
zweite humane Homolog des Fliegentranskripts CT18415 gehört zur Familie
der Ankyrin-verwandten
Proteine (hCP33787). Das entsprechende Gen liegt 469 kbp vom Insulin-abbauenden
Enzym (IDE) entfernt. Zusätzlich
zu Ankyrinwiederholungen enthält
hCP33787 eine sterile alpha Motifdomäne (SAM). Es wurde vorgeschlagen,
dass die SAM Domäne
bei der Regulation der Entwicklungsprozesse beteiligt ist (Shultz et
al., Protein Sci. 6, 249-253, 1997), sie wurde als Mediator spezifischer
Proteinprotein-Interaktionen beschrieben und es wurde vorgeschlagen,
dass sie ausgedehnte polymere Strukturen bildet (Thanos et al.,
Science 283, 833-836). Die SAM Domäne wird bei der Alignierung
zwischen dem Fliegentranskript CT188415 und hCP33787 einbezogen.
Es wird spekuliert, dass es eine Rolle bei der Aggregation des β-Amyloids
spielen könnte.
-
Es
wurde die Hypothese aufgestellt, dass γ-Synuklein bei AD beteiligt
sein könnte
(Luedecking et al., Neuroscience Letters 261, 186-188, 1999). Es
wird postuliert, dass γ-Synuklein
mit dem Ankyrinwiederholung-enthaltenden Protein hCP33787 Wechselwirken
kann. Als Unterstützung
hierfür
wurde eine Protein-Protein-Wechselwirkung zwischen Synphilin, einem
Ankyrinwiederholungs-verwandten Protein, und α-Synuklein gezeigt (Engelender
et al., Nature Gen. 22, 110-114, 1999). Es ist auch bekannt, dass
Vertreter der Synukleinfamilie ein hohes Maß an Sequenzähnlichkeit
aufweisen (64 % Sequenzidentität
zwischen α-Synuklein
und γ-Synuklein,
Lavedan, Genome Res. 8, 871-880, 1998). Da die Faltung einer Ankyrinwiederholungseinheit konserviert
ist, geben die obigen Argumente eine weitere Unterstützung für eine putative
Protein-Protein Wechselwirkung zwischen hCP33783 oder hCP51594 und γ-Synuklein.
Es ist interessant zu erwähnen,
dass eine kodierende SNP (E → K)
für hCP33787
an der Sequenzposition 48 abgeleitet wird, die dem Start der Ankyrinwiederholungsregion
entspricht. Diese Sequenzvariation könnte im Zusammenhang mit einer
putativen γ-Synuklein-Ankyrin-Wechselwirkung
relevant sein, da es entgegengesetzt geladene Aminosäureseitenketten umfasst.
Die abgeleitete SNP im Ankyrin-verwandten Protein ist vor allem
interessant, da γ-Synuklein
eine bestätigte
SNP (V → E)
an der Position 110 aufweist (Ninkina et al., Hum Mol Genet 7, 1417-1424,
1998), die für den
Austausch einer neutralen durch eine negativ geladene Aminosäureseitenkette
kodiert. Es wird postuliert, dass diese Polymorphismen für eine putative
Wechselwirkung von γ-Synuklein
mit entweder hCP3378 oder hCP51594 relevant sein könnten.



Sequenzliste