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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Verbinder zur Verwendung in
der Chirurgie, um Knochen oder Knochenteile miteinander zu verbinden.
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Wenn
Knochen oder Knochenteile unter Verwendung eines Verbinders miteinander
verbunden werden, ist es wünschenswert,
dass der Verbinder in der Lage ist, Lasten zwischen den verbundenen
Knochenteilen auf eine vorgegebene Art und Weise zu übertragen.
Dies kann so geschehen, dass die Trennung zwischen den Knochenteilen
auf einen vorgegebenen Betrag beschränkt wird und der Betrag der Torsionsbewegung
zwischen den Knochenteilen ebenfalls auf einen vorgegebenen Betrag
beschränkt wird.
Ein solcher Verbinder ist aus der Patentschrift GB-A-2276828 bekannt,
auf deren Offenbarung der Oberbegriff von Anspruch 1 beruht.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Knochenverbinder bereitgestellt, wie in Anspruch
1 beansprucht.
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1 ist
eine schematische Draufsicht eines Verbinders gemäß einer
ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
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2a bis 2c sind
schematische Draufsichten von Modifikationen der ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
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3 ist
eine schematische Draufsicht eines Verbinders gemäß einer
zweiten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung;
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4 zeigt
schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel
der zweiten Ausführungsform;
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5 ist
eine schematische Draufsicht einer dritten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
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6 ist
eine schematische Draufsicht einer vierten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
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7 ist
eine schematische Darstellung von Verbindern gemäß der vorliegenden Erfindung;
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8 ist
ein zweites Ausführungsbeispiel der
zweiten Ausführungsform;
und
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9a bis 9d zeigen
schematisch das Legen von Last tragenden Filamenten, so dass Öffnungen
bildende Mehrfachstränge
gebildet werden.
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Es
wird zunächst
auf 1 Bezug genommen; sie zeigt einen Verbinder 500 gemäß einer
ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
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Der
Verbinder 500 weist ein Paar von Öffnungen 18a, 18b auf,
sowie ein Last tragendes Filament 28, welches einem verschlungenen
Weg folgt, welcher sich kontinuierlich um die Öffnungen 18a, 18b herum
und zwischen ihnen erstreckt. Bei seiner Verwendung wird der Verbinder
durch ein Befestigungsmittel wie etwa eine Schraube oder einen Knebel,
das sich in den Öffnungen 18a, 18b befindet,
an einem Paar von Knochenteilen befestigt.
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Das
Filament 28 wird vorzugsweise so entlang des besagten verschlungenen
Weges gelegt, dass es ihn mehrfach vollständig durchläuft, so dass Mehrfachstränge 28a, 28b und 28c definiert
werden.
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In 1 definieren
die Mehrfachstränge 28a Öffnungen
verbindende Stränge,
welche sich in einer Richtung erstre cken, die zu der das Paar von Öffnungen 18a, 18b verbindenden
Mittelachse CL parallel ist; Stränge 28b definieren Öffnungen
bildende Stränge,
welche sich kontinuierlich um jede Öffnung 18a, 18b herum
erstrecken; und Stränge 28c definieren Öffnungen
verbindende Stränge,
welche sich diagonal zwischen den Öffnungen 18a, 18b erstrecken.
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Wie
in 2a, 2b und 2c angegeben,
kann der verschlungene Weg variiert werden, um die Konfiguration
des Verbinders 500 zu verändern.
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In 2a wurden
die diagonalen Stränge 28c weggelassen,
so dass die durch die Stränge 28b definierten Öffnungen
nur durch Stränge 28a verbunden
sind.
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Alternativ
werden, wie in 2b angegeben, die Stränge 28a weggelassen,
so dass die Stränge 28b nur
durch diagonale Stränge 28c verbunden sind.
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Bei
der Ausführungsform
von 2c erstrecken sich die Stränge 28b nur teilweise
um den äußeren Umfang
jeder Öffnung 18a, 18b herum.
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Bei
dieser Ausführungsform
können
auch Stränge 28a enthalten
sein, so dass die Öffnungen 18a, 18b durch
Stränge 28a und 28c verbunden
sind; oder es können
stattdessen Stränge 28a anstelle
von Strängen 28c vorgesehen
sein.
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Es
sind Bindefilamente 30 vorgesehen, welche die Stränge 28b aneinander
befestigen, um die relative Bewegung zwischen ihnen um jede Öffnung 18a, 18b herum
zu begrenzen und außerdem
die Form jeder Öffnung 18a, 18b zu
definieren.
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Die
Bindefilamente 30 bewirken dabei, dass die Unversehrtheit
jeder Öffnung 18a, 18b erhalten bleibt,
wenn ein Befestigungsmittel wie etwa eine Knochenschraube während der
Anbringung des Verbinders durch die Öffnung gesteckt werden soll;
die Bindefilamente 30 bewirken außerdem, dass die Unversehrtheit
jeder Öffnung 18a, 18b erhalten
bleibt, wenn während
der Verwendung eine Zugbelastung zwischen den Öffnungen 18a, 18b einwirkt.
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Dementsprechend
kann eine Knochenschraube direkt in die Öffnungen 18a, 18b hineingesteckt
werden, ohne dass eine Zwischenabstützung wie etwa eine Unterlegscheibe
oder eine Hülse
erforderlich ist, wie dies bei dem aus FR-A-2710520 bekannten Verbinder
der Fall ist.
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Bei
den Ausführungsformen
von 1, 2a und 2b erstrecken
sich die Bindefilamente 30 vorzugsweise um den gesamten
Umfang jeder Öffnung 18a, 18b herum.
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Bei
der Ausführungsform
von 2c erstrecken sich die Bindefilamente 30 nur
um den äußeren Umfang
der Öffnungen 18a, 18b.
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In 3 ist
eine weitere Ausführungsform 600 dargestellt,
welche ein erstes Paar von Öffnungen 18a, 18b umfasst,
das mit einem zweiten Paar von Öffnungen 18b, 18c verbunden
ist. Die Öffnungen 18a, 18b; 18b, 18c in
jedem Paar sind durch das Last tragende Filament 28 miteinander
verbunden und definiert. Wie bei der ersten Ausführungsform erstreckt sich das
Last tragende Filament 28 entlang eines verschlungenen
Weges zwischen den Öffnungen 18a, 18b und 18c und
um sie herum, so dass sie sie durch Mehrfachstränge 28a und/oder 28c verbinden und
sie durch Stränge 28b definieren.
Bei der in 3 dargestellten Ausführungsform
sind nur Stränge 28a vorgesehen.
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Vorzugsweise
ermöglicht
der verschlungene Weg, entlang welchem sich das Last tragende Filament 28 erstreckt,
dass die Stränge 28a (und/oder 28c,
falls vorgesehen) zwischen einem Paar von Öffnungen 18b, 18c durchgetrennt
werden (wie durch die Linie Sv angegeben),
ohne dass sich dies nachtei lig auf die Verbindung zwischen dem anderen
Paar von Öffnungen 18a, 18b auswirkt.
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Die
Verbindung, die durch das Last tragende Filament 28 zwischen
jedem Paar von Öffnungen
definiert ist, kann daher als eine Kette betrachtet werden, die
durch eine Reihe von Kettengliedern definiert ist.
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Eine
Darstellung eines verschlungenen Weges für das Last tragende Filament 28,
um die Ausführungsform 600 zu
bilden, zeigt 4.
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Der
Anfangspunkt des Weges ist Sp, und der Endpunkt
ist Fp. Das Last tragende Garn 28 wird
entlang des Weges in der durch die Pfeile bezeichneten Richtung
gelegt.
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Zunächst wird
das Filament teilweise um den Umfang der Öffnung 18a herum gelegt,
danach erstreckt es sich zur Öffnung 18b und
vollständig
um sie herum, danach erstreckt es sich zur Öffnung 18c und vollständig um
sie herum und danach erstreckt es sich zur Öffnung 18b und vollständig um
sie herum. Es erstreckt sich dann zur Öffnung 18a und vollständig um
sie herum.
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Dies
erzeugt Einzelstränge 28a und
Mehrfachstränge 28b.
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Falls
gewünscht,
kann das Last tragende Garn 28 mehrere Male entlang dieses
verschlungenen Weges gelegt werden, um für Mehrfachstränge 28a zu
sorgen.
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Die
Mehrfachstränge 28b werden
durch Bindefilamente 30 aneinander befestigt, nachdem das Last
tragende Filament 28 entlang des verschlungenen Weges gelegt
worden ist.
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Ein
alternativer verschlungener Weg zum Ausbilden der Ausführungsform 600 von 4 ist
in 8 dargestellt.
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Zunächst wird
das Filament 28 teilweise um den Umfang von 18a herum
gelegt, danach erstreckt es sich zur Öffnung 18b und teilweise
um sie herum. Somit folgt das Filament 28 zunächst einem
ersten, im Wesentlichen elliptischen Weg, welcher sich um die Öffnungen 18a, 18b herum
erstreckt. Das Filament 28 wird wiederholt, eine vorgegebene
Anzahl Male, entlang des ersten elliptischen Weges gelegt, so dass
Mehrfachstränge 28a und
Mehrfachstränge 28b definiert
werden. Diese bilden zusammen ein erstes Kettenglied oder eine erste
Schleife L1.
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Nachdem
das Filament 28 die vorgegebene Anzahl Male entlang des
ersten elliptischen Weges gelegt worden ist, wird es anschließend eine
weitere vorgegebene Anzahl Male entlang eines zweiten im Wesentlichen
elliptischen Weges gelegt, wobei sich der zweite elliptische Weg
um das nächste
Paar von Öffnungen 18b, 18c herum
erstreckt. Dadurch wird ein zweites Kettenglied oder eine zweite
Schleife L2 gebildet.
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Nachdem
das Filament 28 die vorgegebene Anzahl Male um den zweiten
elliptischen Weg gelegt worden ist, wird das Filament 28 entlang
des Stranges des ersten elliptischen Weges gelegt, welcher sich
zwischen den Öffnungen 18a, 18b erstreckt.
Auf diese Weise wird dieselbe Anzahl von Strängen 28a zwischen
jedem Paar von Öffnungen 18a, 18b;
und 18b, 18c gelegt.
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Nach
dem Legen des Last tragenden Filaments 28 werden die Öffnungen
bildenden Mehrfachstränge 28b durch
Bindefilamente 30 aneinander befestigt, welche sich um
jede Öffnung
herum erstrecken (mit gestrichelten Linien dargestellt).
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Wenn
der chirurgische Verbinder Mehrfachstränge 28a oder 28c aufweist,
ist es wichtig, dass die Zugbelastungen zwischen einem Paar von
Verankerungsöffnungen
so gleichmäßig wie
möglich zwischen
den einzelnen Strängen
verteilt werden, aus denen jeder Mehrfachstrang 28a und/oder 28c besteht.
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Dies
ist besonders dann wichtig, wenn sich bei der Verwendung die Stränge 28a und/oder 28c, welche Öffnungen
miteinander verbinden, zwischen einem Paar von Öffnungen erstrecken, die sich
in verschiedenen Ebenen befinden, welche außerdem möglicherweise eine unterschiedliche
Orientierung aufweisen.
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Um
so gut wie möglich
eine gleichmäßige Verteilung
von Zugbelastungen auf alle Einzelstränge zu erzielen, aus welchen
ein Öffnungen
miteinander verbindender Mehrfachstrang 28a und/oder 28c besteht,
kann das Filament 28, wenn es entlang des verschlungenen
Weges gelegt wird, an ausgewählten
Verankerungsstellen AL an einem Stützblatt
MS verankert werden, derart, dass jeder Einzelstrang sich zwischen
einer Reihe von Verankerungsstellen erstreckt, die in Abständen entlang
seiner Länge
angeordnet sind, und somit dadurch gezwungen ist, einem vordefinierten
Weg zu folgen.
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Vorzugsweise
wird das Filament von einer Stickmaschine entlang des verschlungenen
Weges gelegt, die einen Grundgewebe-Stütztisch aufweist, der in Reaktion
auf eine Mustersteuerung zur genauen Positionierung des Grundgewebes
relativ zu der Nähnadel
der Maschine in zwei Dimensionen beweglich ist. Die Nähnadel ist
auf einer Seite des Grundgewebes positioniert (als die Nadelseite
des Grundgewebes bezeichnet), und wenn sie betätigt wird, dringt sie durch
das Grundgewebe, um aus der gegenüberliegenden Seite des Grundgewebes
(als die Greiferseite bezeichnet) herauszuragen und mit einem Greifer
zusammenzuwirken, welcher eine Greiferfaden liefert, um einen Nähstich mit
dem von der Nadel gelieferten Faden zu bilden.
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Vorzugsweise
wird das Filament 28 als der Greiferfaden zugeführt und
wird somit auf die Greiferseite des Grundgewebes gelegt. Die Stiche,
die zwischen dem Filament 28 und dem Nadelfaden gebildet werden,
definieren die Verankerungsstellen entlang der Länge des Filaments.
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Wie
in 9a bis 9c dargestellt
ist, wird der der Nähnadel
zugeführte
Faden ST vorzugsweise so gewählt, dass
er wesentlich feiner als das Filament 28 ist, derart, dass
das Filament 28 im Wesentlichen flach am Grundgewebe verbleibt
und nicht zur Nadelseite des Grundgewebes hindurch gezogen wird.
Auf diese Weise bleibt das Filament 28 im Wesentlichen
gerade zwischen jeweils benachbarten Verankerungsstellen, die durch
die Stiche definiert sind.
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Die
Länge des
Filaments 28 zwischen jeweils benachbarten Stichen ist
daher genau vorgegeben.
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Es
ist klar, dass als eine Alternative das schwerere, Last tragende
Filament 28 von der Nadel zugeführt werden könnte und
der feinere Faden ST von dem Greifer zugeführt werden
könnte.
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Vorzugsweise
wird eine minimale Anzahl von Stichen entlang des Filaments 28 gebildet,
welches die die Öffnungen
miteinander verbindenden Stränge 28a und/oder 28c definiert.
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Wenn
das Filament 28 um eine Öffnung herum gelegt wird, werden
die Verankerungsstellen so angeordnet, dass sie einen polygonalen
Weg bilden (siehe 9). Die Anzahl der
Verankerungsstellen AL und der Abstand zwischen
benachbarten Verankerungsstellen werden unter Berücksichtigung
der Durchmessergröße der zu
bildenden Öffnung
und der Biegefähigkeit
des Filaments 28 gebildet.
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Es
ist vorgesehen, dass die Anzahl der Verankerungsstellen um eine Öffnung herum
wenigstens 3 beträgt.
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Zusätzlich zum
Legen des Filaments 28, um vorgegebene Längen zwischen
benachbarten Verankerungsstellen zu definieren, sind die Verankerungsstellen
für benachbarte
Einzelstränge 28b um
die zu bildende Öffnung
herum so positioniert, dass benachbarte Stränge auf eine vordefinierte
Art und Weise in Kontakt miteinander verschachtelt sind, um einer
seitlichen Bewegung der Stränge 28b relativ
zueinander Widerstand entgegenzusetzen, wenn eine Zugbelastung zwischen
einem Paar von benachbarten Öffnungen
einwirkt.
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Zusätzlich dazu,
dass das Filament an einem Stützblatt
verankert ist, sind alle Einzelstränge 28b, die sich
um eine gegebene Öffnung
herum erstrecken, durch Nähstiche,
die aus Bindefilamenten 30 hergestellt werden, zusammengebunden.
Vorzugsweise sind die Bindefilamente 30 zickzackförmig um jede Öffnung herum
genäht,
so dass sie die Stränge 28b umschließen.
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Auf
diese Weise verbleiben während
der Verwendung die Stränge 28b im
Wesentlichen in derselben Position relativ zueinander, in der sie
sich befanden, als sie gelegt wurden, und so behält jeder eine vordefinierte
Position um die Öffnung
herum bei, und so behalten alle einzelnen Stränge, aus denen die die Öffnungen
miteinander verbindenden Mehrfachstränge 28a und/oder 28c bestehen,
auch ihre vordefinierte Länge
bei, wenn sie einer Zugbelastung zwischen benachbarten Öffnungen 18 ausgesetzt
werden, und so wird die Zugbelastung im Wesentlichen gleichmäßig auf
die einzelnen, die Öffnungen
miteinander verbindenden Stränge
verteilt.
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Wie
in 9b, 9c dargestellt, sind die Verankerungsstellen
AL um die zu bildende Öffnung herum für einen
Strang 28b bezüglich
der Verankerungsstellen des Nachbarstrangs 28b versetzt.
Dies ermöglicht
es, die Stränge 28b nahe
beieinander anzuordnen.
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Vorzugsweise
können,
wie in 9d dargestellt, die Einzelstränge 28b übereinander
angeordnet sein, derart, dass ein Strang 128b in einer
Rille 129 sitzt, die zwischen einem Paar von benachbarten Strängen 228b gebildet
wird. Auf diese Weise ist es möglich,
Stränge 28b auf
eine geordnete und vordefinierte Weise übereinander zu stapeln, um
eine relativ große
Anzahl verschachtelter Stränge
in einem relativ kleinen Raum zu erhalten, welche zusammenwirken,
um einer relativen seitlichen Bewegung Widerstand entgegenzusetzen.
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Wenn
Stränge
des Filaments 28 übereinander
gestapelt werden, ist es zu bevorzugen, die Stränge zuerst näher an der Öffnung zu
legen und danach nacheinander Stränge an der Außenseite
der gelegten Stränge
zu legen. Dies ermöglicht
es, dass Stränge
aufeinander gelegt werden, ohne den gewünschten Durchmesser der Öffnung zu
verkleinern.
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Bei
der in 1 dargestellten Ausführungsform wird das Last tragende
Filament 28 auf einem Stützblatt MS abgestützt, welches
vorzugsweise ein einem Maschennetz ähnlicher Stoff ist, der aus
untereinander verbundenen Nähstichen
gebildet wird, die aus Garnen 20 gebildet werden.
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Das
Stützblatt
MS dient hauptsächlich
dem Zweck, das Last tragende Filament 28 auf eine geregelte
Weise zu halten, um die Handhabung des Verbinders während der
Implantation zu erleichtern; es ist nicht dazu vorgesehen, Zugbelastungen
zwischen benachbarten Öffnungen
aufzunehmen. Dementsprechend können
die Garne 20 ein geringeres Gewicht aufweisen als das Filament 28.
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Wie
oben erläutert,
werden die Nähstiche vorzugsweise
unter Anwendung von Stickereitechniken gebildet, welche Stiche über und
unter dem Last tragenden Filament 28 herstellen und so
das Last tragende Filament 28 innerhalb des einem Maschennetz ähnlichen
Stoffes umhüllen.
Normalerweise wird die Stickerei auf einem Grundgewebe ausgeführt, welches
löslich
sein kann, so dass ermöglicht
wird, dass das Grundgewebe vor der Implantation durch Auflösen entfernt
wird. In einem solchen Falle bilden dann die Nähstiche, die den einem Maschennetz ähnlichen
Stoff definieren, das Stützblatt.
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Stattdessen
kann das Grundgewebe auch beibehalten werden, um das Stützblatt
MS zu definieren; dieses kann ein Gestrick oder ein Gewebe oder ein
Blatt aus einem Material wie etwa Kunststoff sein, an welchem das
Last tragende Filament 28 befestigt ist, zum Beispiel durch
eine geeignete Naht. Das Stützblatt
MS, gleichgültig,
ob es von einer Folie oder einem einem Maschenetz ähnlichen
Stoff oder einem Gestrick oder einem Gewebe gebildet wird, kann
löslich
sein, so dass, nachdem sich das Stützblatt MS aufgelöst hat,
die allein durch das Last tragende Filament verbundenen Öffnungen 18a, 18b zurück bleiben.
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Das
Last tragende Filament kann entlang des verschlungenen Weges gelegt
werden, indem es um Stifte 70 (in 2c dargestellt)
herum geführt wird,
wobei die Stränge 28b dann
anschließend
entweder durch Nähen
von Bindefilamenten 30 oder Wickeln von Bindefilamenten 30 um
die Stränge 28b herum
(z.B. unter Anwendung von Garnumwicklungstechniken) befestigt werden.
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Das
Last tragende Filament 28 kann ein Textilgarn sein, wie
etwa ein geflochtener Polyesterfaden, wie er für chirurgische Nähte verwendet
wird. Vorzugsweise hat der Nähfaden
eine Durchmessergröße zwischen
0,2 und 0,5 mm, vorzugsweise von ungefähr 0,35 mm. Andere Garntypen
könnten
ebenfalls verwendet werden, zum Beispiel Polypropylen, Polyethylen,
Polyamid.
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Vorzugsweise
variiert die Anzahl der Stränge,
welche die Mehrfachstränge 28a, 28b und/oder 28c bilden,
zwischen 2 und 15; insbesondere variiert sie zwischen 5 und 10.
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Anstelle
eines Textilgarns können
andere Typen von Filamentmaterial verwendet werden, z.B. Draht aus
geeigneten Metallen wie etwa Formgedächtnislegierung (Shape Memory
Alloy, SMA), Aramidfasern, Glasstränge.
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Das
Last tragende Garn kann aus einem Material hergestellt sein, welches
sich nach der Implantation langsam auflöst. Geeignete Beispiele sind
Polymilchsäure
oder Alginatfasern.
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Allgemein
ist vorstellbar, dass ein beliebiges Filament verwendet werden kann,
das die gewünschten
Last tragenden Fähigkeiten
und die Biegeflexibilität,
um entlang des gewünschten
verschlungenen Weges liegen zu können,
aufweist.
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Vorzugsweise
ist das Garn 20 und/oder Bindefilament 30 ein
Textilgarn, vorzugsweise ein geflochtener Polyesterfaden. Das Garn 20 und/oder Bindefilament 30 ist
vorzugsweise ein geflochtener Nähfaden
mit einer Durchmessergröße zwischen
0,1 und 0,2 mm, vorzugsweise von ungefähr 0,15 mm.
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Es
ist klar, dass das Prinzip des Verbinders benachbarter Paare von Öffnungen 18a, 18b durch Legen
eines Last tragenden Filaments 28 entlang eines verschlungenen
Weges ermöglicht,
viele verschiedene Typen von Verbindern zu konstruieren, welche
die gewünschten
Formen und Größen haben, die
für eine
bestimmte Anwendung maßgeschneidert sind.
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Wie
in 3 in gestrichelten Linien angegeben ist, ist vorstellbar,
dass der Verbinder der Erfindung ein Zugende oder eine Zugschnur
PT umfassen kann, welche in Längsrichtung
bezüglich
der Reihe von Öffnungen 18a, 18b und 18c ausgerichtet
ist.
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Bei
der Verwendung ist ein Chirurg in der Lage, den Verbinder unter
Verwendung der Öffnung 18a zu
befestigen und danach an dem Zugende PT zu ziehen,
um den Verbinder zu spannen, bevor er den Verbinder unter Verwendung
der Öffnungen 18b und/oder 18c befestigt.
Der Verbinder wird daher vor dem endgültigen Fixieren vorgespannt.
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Vorzugsweise
wird das Zugende PT von mehreren Strängen von
Last tragendem Garn 28 gebildet, welche so gelegt sind,
dass sie eine Fortsetzung des Kettengebildes bilden. Nach dem Einsetzen
kann das Zugende PT abgeschnitten werden. Stattdessen
kann das Zugende auch als ein Band verwendet werden, um für eine zusätzliche
Verankerung des Verbinders zu sorgen.
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Als
Beispiel ist in 5 ein Verbinder 300 dargestellt,
der für
die Befestigung an einem Wirbel geeignet ist.
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In
dem Verbinder 300 erzeugt das Last tragende Filament 28 tatsächlich ein
Kettenglied zwischen den Öffnungen 18a, 18b und
ein Paar von Kettengliedern zwischen den Öffnungen 18b, 18c und 18b, 18d.
Dies bedeutet, dass Lasten gleichmäßig von der Öffnung 18b auf
die beiden Öffnungen 18c, 18d verteilt
werden.
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Die Öffnung 18c ist
mit den drei Öffnungen 18b, 18d und 18e durch
Kettenglieder verbunden, die durch Stränge 28a definiert
sind, derart, dass Lasten gleichmäßig von der Öffnung 18c auf
die Öffnungen 18b, 18d und 18e verteilt
werden.
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Ein
weiteres Beispiel ist in 6 dargestellt, wobei es sich
um einen Verbinder 400 handelt, der zur Verwendung als
eine vordere Wirbelsäulenplatte geeignet
ist.
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Der
Verbinder 400 weist sechs Arme 401 auf, die jeweils
durch eine Reihe von Öffnungen 18 gebildet
werden, die miteinander durch Kettenglieder verbunden sind, die
von Filamenten 28 gebildet werden. Die Arme 401 erstrecken
sich radial von drei Hauptbefestigungsöffnungen 18a, 18b und 18c aus.
Diese Öffnungen 18a, 18b und 18c werden
an der Lendenwirbelsäule
eines Patienten befestigt, und die Arme 401 werden am Kreuzbein
befestigt. Aufgrund der Vielzahl der Arme 401 und der Vielzahl
von Öffnungen 18,
welche sie enthalten, ist es möglich,
eine gute Verankerung an der komplexen, dreidimensionalen Form des
Kreuzbeins zu erreichen.
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Vorzugsweise
ist, wie in 6 dargestellt, die Endöffnung 18d jedes
der äußeren zwei
Arme 401 mit wenigstens zwei der Öffnungen 18a–18c verbunden,
um für
eine gewünschte
Verteilung der Belastungen zu sorgen.
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Eine
spezifische Verwendung von Verbindern gemäß der vorliegenden Erfindung
ist in 7 dargestellt, wo der Verbinder als eine Vorrichtung
zur spinalen Stabilisierung verwendet wird. In 7 ist der
Verbinder 800 als mit zwei Wirbeln V1,
V2 durch vier Pedikelschrauben 801, 802, 803 und 804 verbunden
dargestellt. Man erkennt, dass die Schraubenpaare 801, 802 und 803, 804,
die sich auf einander gegenüberliegenden
Seiten der Wirbel befinden, jeweils durch flexible Verbinder 807 verbunden
sind, und dass sie außerdem
durch Querverbinder 808 verbunden sind.
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Es
ist zu beachten, dass bei dem Verbinder der vorliegenden Erfindung
das Last tragende Filament 28 entlang eines vordefinierten
verschlungenen Weges gelegt wird, so dass benachbarte Einzelstränge 28b definiert
werden, die sich um jede Öffnung
herum erstrecken, wobei Öffnungen
verbindende Stränge 28a und/oder 28c sich
zwischen benachbarten Öffnungen
erstrecken.
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Die
Einzelstränge 28b werden
in einer verschachtelten Anordnung gelegt, wobei die Einzelstränge in der
verschachtelten Anordnung an Verankerungsstellen gehalten werden, welche
mit einem Stützblatt
verbunden sein können,
sowie durch Bindefilamente 30, welche alle Einzelstränge 28b zusammenbinden.
Das gemeinsame Befestigen von Einzelsträngen 28b an den Verankerungsstellen
und das Zusammenbinden aller Stränge 28b mit
Filamenten 30 dienen dazu, die relative seitliche Bewegung zwischen
den Einzelsträngen 28b zu
begrenzen, wenn eine Zugbelastung zwischen einem Paar von benachbarten Öffnungen
einwirkt. Dementsprechend besteht der Hauptzweck der Verankerungsstellen und
des Bindefilaments 30 darin, die Stränge 28b in ihrer Position
zu halten, und nicht darin, selbst die Zugbelastungen zwischen benachbarten Öffnungen aufzunehmen.
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Dementsprechend
können
das Bindefilament 30 und der zur Ausbildung der Verankerungsstelle
verwendete Nähfaden
ein geringeres Gewicht aufweisen als das Last tragende Filament 28.
Da das Bindefilament 30 und der Nähfaden keine Funktion bei der
Aufnahme der Zugbelastung erfüllen,
wird die Gesamtgröße des Verbinders
in der Hauptsache durch die erforderliche Menge an Last tragendem
Filament 28 bestimmt.
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Dies
ermöglicht,
dass der Verbinder der vorliegenden Erfindung im Vergleich zu anderen
bekannten Verbindern eine relativ geringe Größe hat.
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Außerdem wird,
da ein beliebiges Stützblatt hauptsächlich dazu
vorgesehen ist, die Last tragenden Stränge, insbesondere die Stränge 28a, 28c,
für die
Zwecke der Handhabung während
der Implantation auf eine geregelte Weise zu halten, die Flexibilität der Stränge 28a, 28c nicht
durch ein Stützblatt
mit relativ geringem Gewicht beeinträchtigt und ermöglicht dadurch
den Last tragenden Strängen 28a, 28c, sich
zwischen benachbarten Knochen-Verankerungsstellen geschmeidig zu
biegen/anzupassen.