-
Technisches
Gebiet
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft eine neue Protease.
-
Stand der Technik
-
ADAMTS
(ein Disintegrin und Metalloprotease mit Thrombospondin-Motiv) ist
eine Gruppe von Molekülen,
die eine Disintegrin-ähnliche
Domäne,
eine Metalloprotease-ähnliche
Domäne
und eine Thrombospondin-Typ I-Repeatsequenz (hiernach bezeichnet
als TSP-1-Repeatsequenz) enthält.
Bis jetzt wurde über
neun menschliche ADAMTS-Moleküle
berichtet.
-
Unter
den menschlichen ADAMTS-Molekülen
wurde gezeigt, dass ADAMTS4 (Aggrecanase-1) und ADAMTS11 (Aggrecanase-2)
eine Aktivität
eines selektiven Verdaus zwischen dem 373sten Glutaminsäurerest
und dem 374sten Alaninrest (zwischen Glu373-Ala374) eines extrazellulären Substrats Aggrecan aufweisen und
weiterhin eine Möglichkeit
vorgeschlagen, dass sie essenzielle Enzyme sind, die das extrazelluläre Substrat
Aggrecan im Knorpel bei Arthritis oder Osteoarthritis abbauen (Tortorella
M. D. et al., Science, 284, 1664-1666, 1999; und Abbaszade I. et
al., J. Biol. Chem., 274, 23443-23450, 1999). Weiterhin wurde gezeigt, dass
ADAMTS2 (Procollagen I N-Proteinase) an der Umwandlung von Typ I-Procollagen
in den reifen Typ davon als Enzym involviert ist, das den N-terminalen
Teil von Typ I-Procollagen spaltet und entfernt und eine wichtige
Rolle bei der Bildung von Collagenfasern spielt und dass eine Abweichung
im Gen davon mit dem VIIC-Typ Ehlers-Danlos-Syndrom in Beziehung
steht (Colige A. et al., Am. J. Hum. Genet., 65, 308-317, 1999).
-
Es
wurde nämlich
gezeigt, dass ADAMTS-Moleküle
am Stoffwechsel, wie dem Abbau und der Reifung von einer extrazellulären Matrix
(beispielsweise Aggrecan, Collagen oder ähnlichen) beteiligt sind.
-
Chronisches
Nierenversagen ist eine Erkrankung, die durch eine Glomerulosklerose
und Mesangialfibrose gekennzeichnet ist. Es wird angenommen, dass
eine qualitative Veränderung
und/oder ein quantitativer Anstieg von extrazellulären Matrixkomponenten
die Hauptmechanismen einer Entwicklung oder eines Fortschreitens
davon sind. In einem Experiment unter Verwendung eines Nierenversagensmodells
wurde gezeigt, dass eine Gen-Einführung von Decorin [einem Protein,
das spezifisch die Aktivität
von transformierendem Wachstumsfaktor β (TGF-β) unterdrückt) (Isaka Y. et al., Nature
Med., 2, 418-423, 1996) und eine Verabreichung von anti-TGF-β (Ziyadeh
F. N. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A., 97, 8015-8020, 2000;
Sharma K. et al., Diabetes, 45, 522-530, 1996; und Border W. A.
et al., Nature, 346, 371-374, 1990) effektiv waren. Aus diesen Ergebnissen
wird geschlossen, dass eine Unterdrückung oder Inhibition physiologischer
Wirkungen von TGF-β zu
einer Behandlung von chronischem Nierenversagen führt.
-
Unter
den gegenwärtigen
Umständen,
unter denen ein effektives Mittel zur Behandlung von chronischem
Nierenversagen nicht bekannt ist, ist ein Mittel zur Inhibition
von TGF-β wünschenswert,
wurde jedoch bis jetzt noch nicht einfach zur Verfügung gestellt.
-
Offenbarung der Erfindung
-
TGF-β ist ein
Differenzierungs- und Wachstumsfaktor, der verschiedene physiologische
Wirkungen zeigt. Daher ist es gefährlich, alle physiologischen
Wirkungen von TGF-β bei
einer Behandlung des chronischen Nierenversagens zu inhibieren,
wobei eine langzeitige Verabreichung vorhergesehen wird und zwar
im Hinblick auf die Nebenwirkungen. Es wird bevorzugt, nur den Teil
der physiologischen Wirkungen von TGF-β zu unterdrücken oder zu inhibieren, der
an einer qualitativen Veränderung
und einem quantitativen Anstieg der extrazellulären Matrixkomponenten beteiligt
ist.
-
Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer
neuen Protease, die durch TGF-β induziert
wird, am Stoffwechsel der extrazellulären Matrix beteiligt ist und
als Screeningmittel für
ein Mittel zur Behandlung von chronischem Nierenversagen nützlich ist
und ein neues Polynukleotid, das die Protease codiert.
-
Mit
dem Ziel, die vorher erwähnten
Probleme zu lösen,
haben die gegenwärtigen
Erfinder intensive Studien durchgeführt und haben im Ergebnis ein
Polynukleotid gefunden, das eine neue Protease codiert, bestehend
aus einer Aminosäuresequenz,
bestehend aus den lösen
bis 1224ten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und bestehend aus 1224 Aminosäureresten von menschlicher
fötaler
Nieren-cDNA. Weiterhin haben die gegenwärtigen Erfinder festgestellt,
dass ein Teilfragment, bestehend aus 750 Aminosäureresten am N-Terminus der
neuen Protease eine effektive Proteaseaktivität aufweist. Weiterhin wurde festgestellt,
dass (1) die Protease in ADAMTS-Proteasen klassifiziert wird und
so als eine Protease betrachtet werden soll, die am Stoffwechsel
der extrazellulären
Matrix beteiligt ist, (2) die Protease tatsächlich in der menschlichen
Niere exprimiert wird, (3) eine Expression davon durch TGF-β in einer
primär
kultivierten Zelle der Niere induziert wird und (4) eine Gen-Menge
davon, die exprimiert wird in einem Nierenversagen-Modelltier ansteigt.
Aus diesen Feststellungen haben die gegenwärtigen Erfinder gezeigt, dass
die erfindungsgemäße Protease
ein Polypeptid ist, das für
Nierenversagen auslösend
ist und das durch Screening unter Verwendung des erfindungsgemäßen Polypeptids
eine Substanz, die dessen Proteaseaktivität inhibiert, eine Substanz,
die nur einen Teil unter den physiologischen Wirkungen von TGF-β unterdrückt oder
inhibiert, der an einer qualitativen Veränderung und einem quantitativen
Anstieg von extrazellulären
Matrixkomponenten beteiligt ist, und als Mittel zur Behandlung von
chronischem Nierenversagen nützlich
ist, durch ein Screening gefunden werden kann und haben die vorliegende
Erfindung vervollständigt.
-
Dementsprechend
betrifft die vorliegende Erfindung:
- [1] ein
Polypeptid, das eine Proteaseaktivität zeigt und umfassend (1) die
Aminosäuresequenz
bestehend aus der 1sten bis 750sten Aminosäure in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2, (2) eine Aminosäuresequenz, worin 1 bis 10
Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
bestehend aus der 1sten bis 750sten Aminosäure der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind,
oder (3) eine Aminosäuresequenz,
worin 1 bis 10 Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
bestehend aus der 1sten bis 1224sten Aminosäure in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind;
- [2] ein Polypeptid, umfassend die Aminosäuresequenz bestehend aus der
1sten bis 750sten Aminosäure in
der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und das eine Proteaseaktivität zeigt;
- [3] ein Polypeptid mit einer Proteaseaktivität und bestehend aus (1) einer
Aminosäuresequenz,
worin 1 bis 10 Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
bestehend aus der 1sten bis 750sten Aminosäure in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind,
oder (2) einer Aminosäuresequenz,
worin 1 bis 10 Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
bestehend aus der 1sten bis 1224sten Aminosäure in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind;
- [6] ein Polypeptid, bestehend aus (1) den 1sten bis 750sten
Aminosäuren
der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 oder (2) den 1sten bis 1224sten Aminosäuren der
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2;
- [7] ein Polynukleotid, codierend das Polypeptid gemäß einem
der Punkte [1] bis [6];
- [8] einen Expressionsvektor, umfassend das Polynukleotid gemäß Punkt
[7];
- [9] eine Zelle, transfiziert mit dem Expressionsvektor gemäß Punkt
[8];
- [10] einen Antikörper
oder Fragment davon, der an das Polypeptid gemäß einem der Punkte [1] bis
[6] bindet;
- [11] ein Verfahren zur Erzeugung des Polypeptids gemäß einem
der Punkte [1] bis [6], umfassend die Schritte der Kultivierung
der Zelle gemäß Punkt
[9] und der Gewinnung des Polypeptids gemäß einem der Punkte [1] bis
[6];
- [12] ein Verfahren zum Nachweis, ob oder nicht eine zu testende
Verbindung eine Proteaseaktivität
des Polypeptids gemäß einem
der Punkte [1] bis [6] inhibiert, umfassend die folgenden Schritte:
Kontaktieren
von (1) dem Polypeptid, (2) α2-Makroglobulin und (3) der zu testenden
Verbindung und Analyse, ob oder nicht das Polypeptid und α2-Makroglobulin
einen Komplex bilden, der durch SDS und/oder ein Reduktionsmittel
nicht dissoziiert wird;
- [13] ein Screeningverfahren für eine Substanz, die eine Proteaseaktivität des Polypeptids
gemäß den Punkten
[1] bis [6] inhibiert, umfassend die Schritte von: Nachweis durch
das Verfahren von Punkt [12] und Selektion einer Substanz, die die
Proteaseaktivität
inhibiert;
- [14] ein Screeningverfahren für eine Substanz zur Behandlung
von chronischem Nierenversagen durch das Verfahren von Punkt [13].
-
Die
Bezeichnung "Proteaseaktivität", wie hier verwendet,
bedeutet eine Eigenschaft, worin ein Komplex, der durch Natriumdodecylsulfat
(SDS) und/oder ein Reduktionsmittel nicht dissoziiert wird, mit α2-Makroglobulin,
einem Protease inhibierenden Protein, das im Serum vorliegt, gebildet
werden kann.
-
Beste Ausführungsform
der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung wird hiernach im Detail erklärt.
-
[1] Das Polypeptid der
vorliegenden Erfindung
-
Das
Polypeptid der vorliegenden Erfindung beinhaltet
- (1)
ein Polypeptid, umfassend eine Aminosäuresequenz, bestehend aus den
1sten bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2;
- (2) ein Polypeptid, umfassend eine Aminosäuresequenz, worin 1 bis 10
Aminosäuren
insgesamt deletiert, substituiert und/oder an ein oder mehreren Positionen
in der Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750ten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 inseriert sind und das eine Proteaseaktivität zeigt
(hiernach bezeichnet als variationsfunktionelle Äquivalente) und
- (3) ein Polypeptid, umfassend die Aminosäuresequenz, bestehend aus den
1sten bis 750sten Aminosäuren in
der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 oder die Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 1224sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und das die Proteaseaktivität ausübt (hiernach bezeichnet als
homologes Polypeptid).
-
Das "Polypeptid, umfassend
die Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2" als
Polypeptid der vorliegenden Erfindung ist nicht begrenzt, solange
es sich um ein Polypeptid handelt, umfassend die Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und die Proteaseaktivität ausübt. Es beinhaltet beispielsweise
- (1a) ein Polypeptid, bestehend aus den 1sten
bis 750sten Aminosäuren
in einer Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2;
- (1b) ein Fusionspolypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin eine geeignete
Markersequenz oder ähnliches
dem N-Terminus und/oder dem C-Terminus der Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 zugefügt
wurde und das eine Proteaseaktivität ausübt;
- (1c) ein Polypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin eine Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 751sten bis 1224sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 oder eine Aminosäuresequenz, worin 1 bis 473
Aminosäuren
vom C-Terminus davon deletiert sind zu dem C-Terminus der Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 zugefügt
wurden (d.h. die Aminosäure
des C-Terminus ist irgendeine der 751sten bis 1224sten Aminosäuren; hiernach
bezeichnet als "die
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 oder eine C-Terminus-deletierte Sequenz davon");
- (1d) ein Fusionspolypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin eine geeignete
Markersequenz oder ähnliches
dem N-Terminus und/oder dem C-Terminus der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 oder der C-Terminus-deletierten Sequenz davon zugefügt wurde
und das die Proteaseaktivität
ausübt
und ähnliche.
-
Ein
Verfahren zur Bestätigung,
ob ein zu testendes Polypeptid (hiernach bezeichnet als Test-Polypeptid) "die Proteaseaktivität" ausübt oder nicht,
wie hier verwendet (hiernach manchmal bezeichnet als "Verfahren zur Bestätigung der
Proteaseaktivität") ist nicht besonders
begrenzt, solange es bestätigen
kann, ob oder nicht das Test-Polypeptid eine "Eigenschaft, worin ein Komplex, der
durch SDS und/oder ein Reduktionsmittel nicht dissoziiert werden
kann, mit α2-Makroglobulin gebildet werden kann, einem
Protease-inhibierenden Protein, das im Serum vorliegt" ausübt. Es kann
z.B. bestätigt
werden, indem das Test-Polypeptid mit α2-Makroglobulin,
einem Protease-inhibierenden Protein, das im Serum vorliegt, kontaktiert
wird und dann analysiert wird, ob oder nicht ein Komplex, der durch
SDS und/oder ein Reduktionsmittel [wie 2-Mercaptoethanol (2-ME)] nicht
dissoziiert wird, gebildet wird, genauer gesagt durch ein Verfahren,
wie beschrieben in Beispiel 4.
-
Es
ist bekannt, dass α2-Makroglobulin ein Protease-inhibierendes
Protein ist, das im Serum vorliegt und einen Komplex mit verschiedenen
Proteasen bilden kann. Es ist bekannt, dass die Bildung des Komplexes von
einer Proteaseaktivität
abhängt
und dass der gebildete Komplex durch eine Amidbindung von Protease und α2-Makroglobulin
gebildet wird und so nicht durch SDS oder ein Reduktionsmittel,
wie z.B. 2-ME (Feinman R. D. et al., Ann. New York Acad. Sci., 737,
245-266, 1994; und Kuno K. et al., J. Biol. Chem., 274, 18821-18826,
1999) dissoziiert wird.
-
Das
obige Polypeptid (1a), d.h. "das
Polypeptid, bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in
der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2" ist
eine neue Protease, bestehend aus 750 Aminosäureresten und das eine Proteaseaktivität ausübt. Das
Polypeptid (1a) korrespondiert zu einem Teil-Polypeptid von "dem Polypeptid, bestehend aus den 1sten
bis 1224sten Amino-säuren in
der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2".
-
Als
Markersequenz in dem Polypeptid der gegenwärtigen Erfindung kann beispielsweise
eine Sequenz zur einfachen Durchführung der Bestätigung der
Polypeptidexpression, der Bestätigung
der intrazellulären
Lokalisierung davon, dessen Reinigung oder ähnliches verwendet werden.
Als Sequenz können
beispielsweise das FLAG tag, das Hexa-Histidin tag, das Hämagglutinin
tag, das myc Epitop oder ähnliche
erwähnt
werden.
-
Die
variationsfunktionelle Äquivalente
der vorliegenden Erfindung ist nicht besonders begrenzt, solange
es sich um ein Polypeptid handelt, umfassend eine Aminosäuresequenz,
worin 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 7, noch bevorzugter 1 bis 5 (beispielsweise
ein bis etliche Aminosäuren)
an ein oder mehreren Positionen in der Aminosäuresequenz, bestehend aus der
1sten bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind
und das die Proteaseaktivität
ausübt.
Weiterhin ist ein Ursprung der variationsfunktionellen Äquivalente
nicht auf einen Menschen begrenzt.
-
Die
variationsfunktionelle Äquivalente
der vorliegenden Erfindung beinhaltet beispielsweise menschliche
Variationen des Polypeptids, bestehend aus den 1sten bis 750sten
Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und variationsfunktionelle Äquivalente, abstammend von
anderen Organismen als dem Menschen (wie beispielsweise Maus, Ratte,
Hamster oder Hund) und weiter Polypeptide, hergestellt unter Verwendung
von Polynukleotiden, erhalten durch künstliche Modifikation von Polynukleotiden,
die diese nativen Polypeptide codieren (d.h. menschliche Variationen
oder variationsfunktionelle Äquivalente,
abstammend von anderen Organismen als dem Menschen) oder Polynukleotide,
codierend das Polypeptid, bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in
der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 durch genetische Manipulationsverfahren. Die Bezeichnung "Variation", wie hier verwendet,
bedeutet individuelle Unterschiede zwischen denselben Polypeptiden
in derselben Art oder Unterschiede zwischen homologen Polypeptiden
in etlichen Arten.
-
Menschliche
Variationen des Polypeptids, bestehend aus den 1sten bis 750sten
Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 oder variationsfunktionelle Äquivalente, abstammend von
anderen Organismen als einem Menschen, können von dem Fachmann auf dem
Gebiet gemäß der Information
einer Basensequenz (beispielsweise der Basensequenz von SEQ ID NO:
1) eines Polynukleotids, codierend das Polypeptid, bestehend aus
den 1sten bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2, erhalten werden. In diesem Zusammenhang können die
genetischen Manipulationsverfahren allgemein gemäß den bekannten Verfahren (beispielsweise
Sambrook, J. et al., "Molecular
Cloning-A Laboratory Manual", Cold
Spring Harbor Laboratory, NY, 1989) durchgeführt werden.
-
Beispielsweise
werden eine geeignete Sonde oder geeignete Primer gemäß der Information
einer Basensequenz eines Polynukleotids, codierend das Polypeptid,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2, entworfen. Ein Polymerase-Kettenreaktions(PCR)-Verfahren
(Saiki, R. K. et al., Science, 239, 487-491, 1988) oder ein Hybridisierungsverfahren
werden unter Verwendung einer Probe (beispielsweise Gesamt-RNA oder
eine mRNA-Fraktion, eine cDNA-Bibliothek oder eine Phagen-Bibliothek),
hergestellt von einem Organismus (beispielsweise einem Säuger, wie
z.B. einem Menschen, einer Maus, einer Ratte, einem Hamster oder
einem Hund) von Interesse und von Primern oder einer Sonde durchgeführt, um
ein Polynukleotid zu erhalten, das das Polypeptid codiert. Ein gewünschtes
Polypeptid kann erhalten werden, indem das resultierende Polynukleotid
in einem geeigneten Expressionssystem exprimiert wird und bestätigt wird,
dass das exprimierte Polypeptid die Proteaseaktivität zeigt,
beispielsweise durch das in Beispiel 4 beschriebene Verfahren.
-
Weiterhin
kann ein Polypeptid, das durch genetische Manipulationsverfahren
künstlich
modifiziert wurde, beispielsweise durch das folgende Verfahren erhalten
werden. Ein Gen, das das Polypeptid codiert, kann durch ein konventionelles
Verfahren, z.B. durch ortsgerichtete Mutagenese, erhalten werden
(Mark, D. F. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 81, 5662-5666,
1984). Ein gewünschtes
Polypeptid kann erhalten werden, indem das resultierende Polynukleotid
in einem geeigneten Expressionssystem exprimiert wird und bestätigt wird, dass
das exprimierte Polypeptid die Proteaseaktivität ausübt, beispielsweise durch das
in Beispiel 4 beschriebene Verfahren.
-
Die
variationsfunktionelle Äquivalente
der vorliegenden Erfindung beinhaltet beispielsweise
- (2a) ein Polypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin 1 bis 10
Aminosäuren
insgesamt an ein oder mehr Stellungen in der Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind
und das eine Proteaseaktivität
zeigt;
- (2b) ein Fusionspolypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin 1 bis 10
Aminosäuren
insgesamt an ein oder mehr Stellungen in der Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind,
und eine geeignete Markersequenz oder ähnliches dem N-Terminus und/oder
dem C-Terminus zugefügt wurde
und das die Proteaseaktivität
zeigt;
- (2c) ein Polypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin 1 bis 10
Aminosäuren
insgesamt an ein oder mehr Stellungen in der Aminosäuresequenz,
bestehend aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind,
und an den C-Terminus davon eine Aminosäuresequenz, bestehend aus den
751sten bis 1224sten Aminosäuren
in der Aminosäureseugenz
von SEQ ID NO: 2 oder eine Aminosäuresequenz, worin 1 bis 473
Aminosäuren
vom C-Terminus davon deletiert sind, zugefügt ist und das eine Proteaseaktivität zeigt
und
- (2d) ein Polypeptid mit einer Aminosäuresequenz, worin 1 bis 10
Aminosäuren
insgesamt an ein oder mehr Stellungen in der Aminosäuresequenz, bestehend
aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert und/oder inseriert sind,
und zu dem C-Terminus davon eine Aminosäuresequenz, bestehend aus den
751sten bis 1224sten Aminosäuren
in der Aminosäureseuqenz
von SEQ ID NO: 2 oder einer Aminosäuresequenz, worin 1 bis 473
Aminosäuren
vom C-Terminus davon deletiert wurden, zugefügt wird und eine geeignete
Markersequenz oder ähnliches
weiter dem N-Terminus und/oder dem C-Terminus zugefügt wird
und das die Proteaseaktivität
zeigt.
-
Wie
oben wurde das Polypeptid der vorliegenden Erfindung erklärt, jedoch
als Polypeptid der vorliegenden Erfindung wird "das Polypeptid, bestehend aus den 1sten
bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2", "das Polypeptid, bestehend
aus den 1sten bis 1224sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2", "ein Polypeptid, bestehend
aus einer Aminosäuresequenz,
worin 1 bis 10 (vorzugsweise 1 bis 7, noch bevorzugter 1 bis 5)
insgesamt an ein oder mehr Positionen in der Aminosäuresequenz,
bestehend aus der 1sten bis 750sten Aminosäure in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2, deletiert, substituiert, inseriert und/oder addiert
sind und das die Proteaseaktivität
zeigt"; oder "ein Polypeptid, bestehend
aus einer Aminosäuresequenz,
worin 1 bis 10 (vorzugsweise 1 bis 7, noch bevorzugter 1 bis 5) insgesamt
an ein oder mehr Stellungen in der Aminosäuresequenz, bestehend aus den
1sten bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 deletiert, substituiert, inseriert und/oder addiert
und die Proteaseaktivität
ausübt" bevorzugt und "das Polypeptid, bestehend
aus den 1sten bis 750sten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2" oder "das Polypeptid, bestehend
aus den 1sten bis 1224sten Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2" wird
mehr bevorzugt.
-
[2] Das Polynukleotid
der vorliegenden Erfindung
-
Das
Polynukleotid der vorliegenden Erfindung ist nicht besonders begrenzt,
solange es das Polypeptid der vorliegenden Erfindung codiert. Als
Polynukleotid der vorliegenden Erfindung können beispielsweise ein Polynukleotid
erwähnt
werden, umfassend eine Basensequenz, bestehend aus den 1sten bis
2250sten Basen in der Basensequenz von SEQ ID NO: 1. Ein Polynukleotid,
bestehend aus den 1sten bis 2250sten Basen in der Basensequenz von
SEQ ID NO: 1 wird besonders bevorzugt. In diesem Zusammenhang beinhaltet
die Bezeichnung "Polynukleotid", wie hier verwendet,
sowohl DNA als auch RNA.
-
Ein
Verfahren zur Erzeugung des Polynukleotids der vorliegenden Erfindung
ist nicht besonders begrenzt, es können jedoch beispielsweise
(1) ein Verfahren unter Verwendung von PCR, (2) ein Verfahren unter Verwendung
konventioneller genetischer Manipulationstechniken (d.h. ein Verfahren
zur Selektion einer Transformante, umfassend eine gewünschte cDNA
von Stämmen,
die mit einer cDNA-Bibliothek transformiert sind) oder (3) ein chemisches
Syntheseverfahren erwähnt
werden. Diese Verfahren werden in dieser Reihenfolge hiernach erklärt.
-
Bei
dem Verfahren unter Verwendung von PCR von Punkt (1) kann das Polynukleotid
der vorliegenden Erfindung beispielsweise durch das folgende Verfahren
erzeugt werden.
-
mRNA
wird aus menschlichen Zellen oder Gewebe extrahiert, die das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung erzeugen können. Ein Primerpaar, zwischen
dem Gesamtlängen-mRNA,
korrespondierend zu dem Polypeptid der vorliegenden Erfindung oder
eine Teilregion der mRNA lokalisiert ist, wird auf der Basis der
Basensequenz eines Polynukleotids, codierend das Polypeptid der
vorliegenden Erfindung, synthetisiert. Gesamtlängen-cDNA, codierend das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung oder ein Teil der cDNA kann erhalten werden,
indem eine reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR)
unter Verwendung der extrahierten mRNA als Matrize durchgeführt wird.
-
Genauer
gesagt wird Gesamt-RNA, enthaltend mRNA, codierend das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung, durch ein bekanntes Verfahren aus Zellen
oder Gewebe extrahiert, die dazu in der Lage sind, das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung zu erzeugen. Als Extraktionsverfahren
können
beispielsweise ein Guanidinthiocyanat-Heißphenolverfahren, ein Guanidinthiocyanatguanidin-Hydrochloridverfahren
oder ein Guanidinthiocyanat-Cäsiumchloridverfahren
erwähnt
werden. Das Guanidinthiocyanat-Cäsiumchloridverfahren
wird vorzugsweise verwendet. Die Zellen oder das Gewebe, die dazu
in der Lage sind, das Polypeptid der vorliegenden Erfindung zu erzeugen,
können
beispielsweise durch einen Northern-Blot unter Verwendung eines
Polynukleotids oder eines Teils davon, codierend das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung oder eines Western-Blots unter Verwendung
eines Antikörpers,
der für
das Polypeptid der vorliegenden Erfindung spezifisch ist, identifiziert
werden.
-
Als
nächstes
wird die extrahierte mRNA gereinigt. Die Reinigung der mRNA kann
gemäß einem
konventionellen Verfahren geschehen. Beispielsweise kann die mRNA
durch Adsorption und Elution unter Verwendung einer Oligo(dT)-Cellulosesäule gereinigt
werden. Die mRNA kann weiter beispielsweise durch eine Saccharose-Dichtegradienten-Zentrifugation,
falls nötig,
fraktioniert werden. Alternativ kann eine kommerziell erhältliche
extrahierte und gereinigte mRNA ohne Durchführung der Extraktion der mRNA
verwendet werden.
-
Als
nächstes
wird die Erststrang-cDNA durch Durchführung einer reversen Transkriptasereaktion
der gereinigten mRNA in Gegenwart eines Zufallsprimers, eines Oligo-dT-Primers
und/oder eines angepassten Primers synthetisiert. Diese Synthese
kann gemäß einem
konventionellen Verfahren durchgeführt werden. Die resultierende
Erststrang-cDNA wird einer PCR unter Verwendung von zwei Primern
unterworfen, zwischen denen eine Gesamtlänge oder ein Teilbereich des
Polynukleotids von Interesse lokalisiert ist, wodurch die cDNA von
Interesse amplifiziert wird. Die resultierende DNA wird beispielsweise
durch eine Agarose-Gelelektrophorese fraktioniert. Das DNA-Fragment von Interesse
kann durch Durchführung
eines Verdaus der DNA mit Restriktionsenzymen und darauffolgende
Ligation, falls nötig,
erhalten werden.
-
Bei
dem Verfahren unter Verwendung konventioneller genetischer Manipulationstechniken
gemäß Punkt
(2) kann das Polynukleotid der vorliegenden Erfindung beispielsweise
durch das folgende Verfahren erzeugt werden.
-
Zunächst wird
einzelsträngige
cDNA unter Verwendung von reverser Transkriptase aus mRNA, hergestellt
durch das obige PCR-Verfahren, als Matrize synthetisiert und dann
wird doppelsträngige
cDNA aus der einzelsträngigen
cDNA synthetisiert. Als dieses Verfahren kann beispielsweise ein
S1-Nukleaseverfahren
(Efstratiadis, A. et al., Cell, 7, 279-288, 1976), ein Land-Verfahren
(Land, H. et al., Nucleic Acids Res., 9, 2251-2266, 1981), ein 0.
Joon Yoo-Verfahren (Yoo, O. J. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA,
79, 1049-1053, 1983) und ein Okayama-Berg-Verfahren (Okayama, H.
und Berg, P., Mol. Cell. Biol., 2, 161-170, 1982) erwähnt werden.
-
Als
nächstes
wird ein rekombinantes Plasmid, umfassend die doppelsträngige cDNA,
hergestellt und in einen Escherichia coli-Stamm, wie z.B. DH 5α, HB101 oder
JM109 eingeführt,
wodurch der Stamm transformiert wird. Eine Transformante wird unter
Verwendung einer Arzneimittelresistenz gegen beispielsweise Tetracyclin,
Ampicillin oder Kanamycin als Marker selektiert. Wenn die Wirtszelle
E. coli ist, kann die Transformation der Wirtszelle beispielsweise
durch das Verfahren von Hanahan (Hanahan, D. J., Mol. Biol., 166,
557-580, 1983) durchgeführt
werden; nämlich
ein Verfahren, worin die rekombinante DNA zu kompetenten Zellen
zugefügt
wird, hergestellt in Gegenwart von CaCl2,
MgCl2 oder RbCl. Weiterhin kann als anderer
Vektor als ein Plasmid ein Phagenvektor, wie z.B. ein lambda-System
verwendet werden.
-
Als
Verfahren zur Selektion einer Transformante, enthaltend die cDNA
von Interesse aus den resultierenden Transformanten, können verschiedene
Verfahren, wie z.B. (i) ein Verfahren zum Screening einer Transformante
unter Verwendung einer synthetischen Oligonukleotidsonde, (ii) ein
Verfahren zum Screening einer Transformante unter Verwendung einer
Sonde, erzeugt durch PCR, (iii) ein Verfahren zum Screening einer Transformante
unter Verwendung eines Antikörpers
gegen das Polypeptid der vorliegenden Erfindung oder (iv) ein Screeningverfahren
für eine
Transformante unter Verwendung eines selektiven Hybridisierungs-Translationssystems
verwendet werden.
-
Bei
dem Verfahren von Punkt (i) zum Screening einer Transformante unter
Verwendung einer synthetischen Oligonukleotidsonde kann die Transformante,
enthaltend die cDNA von Interesse beispielsweise durch das folgende
Verfahren selektiert werden.
-
Ein
Oligonukleotid, das zu dem Ganzen oder einem Teil des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung korrespondiert, wird synthetisiert (in
diesem Fall kann es entweder eine Nukleotidsequenz sein, die die
Kodonverwendung mit in die Betrachtung einbezieht oder eine Pluralität von Nukleotidsequenzen
als Kombination möglicher
Nukleotidsequenzen und im letzteren Fall können ihre Zahlen durch den
Einschluss von Inosin reduziert werden) und unter Verwendung dieses
Oligonukleotids als Sonde (markiert mit 32P
oder 33P) wird mit einem Nitrocellulosefilter
oder einem Polyamidfilter hybridisiert, worauf DNAs der Transformanten
denaturiert und fixiert sind, um die resultierenden positiven Stämme einem
Screening zu unterziehen und sie zu selektieren.
-
Bei
dem Verfahren von Punkt (ii) zum Screenen einer Transformante unter
Verwendung einer Sonde, die durch PCR erzeugt wurde, kann die Transformante,
enthaltend die cDNA von Interesse, beispielsweise durch das folgende
Verfahren selektiert werden.
-
Oligonukleotide
eines Sinnprimers und eines Antisinnprimers, korrespondierend zu
einem Teil des Polypeptids der vorliegenden Erfindung werden synthetisiert
und ein DNA-Fragment, codierend das Ganze oder einen Teil des Polypeptids
von Interesse wird durch Durchführung
von PCR unter Verwendung dieser Primer in Kombination amplifiziert.
Als bei diesem Verfahren verwendete Matrizen-DNA kann eine cDNA,
die durch eine reverse Transkriptionsreaktion aus mRNA von Zellen
synthetisiert wurde, die das Polypeptid der vorliegenden Erfindung
produzieren können
oder genomische DNA verwendet werden. Das resultierende DNA-Fragment
wird mit 32P oder 33P
markiert und eine Transformante, enthaltend die cDNA von Interesse
wird selektiert, indem eine Koloniehybridisierung oder eine Plaquehybridisierung
unter Verwendung dieses Fragments als Sonde durchgeführt wird.
-
Bei
dem Verfahren von Punkt (iii) zum Screening einer Transformante
unter Verwendung eines Antikörpers
gegen das Polypeptid der vorliegenden Erfindung kann die Transformante,
enthaltend die cDNA von Interesse beispielsweise durch das folgende
Verfahren selektiert werden.
-
Zunächst wird
eine cDNA in einen Expressionsvektor integriert und Polypeptide
werden in einem Kulturüberstand
innerhalb der Zellen oder auf der Zelloberfläche der Transformanten erzeugt.
Eine Transformante, die die cDNA von Interesse enthält, wird
durch Nachweis eines Stamms selektiert, der das gewünschte Polypeptid
erzeugt, wobei ein Antikörper
gegen das Polypeptid der vorliegenden Erfindung und ein zweiter
Antikörper
gegen den ersten Antikörper
verwendet werden.
-
Bei
dem Verfahren von Punkt (iv) zum Screening einer Transformante unter
Verwendung eines selektiven Hybridisierungs-Translationssystems
kann die Transformante, enthaltend die cDNA von Interesse, beispielsweise
durch das folgende Verfahren selektiert werden.
-
Zunächst wird
eine cDNA, die von jeder Transformante erhalten wurde, beispielsweise
auf einen Nitrocellulosefilter geblottet und mit mRNA hybridisiert,
die aus Zellen hergestellt wurde, die das Polypeptid der vorliegenden
Erfindung erzeugen können
und dann wird die an die cDNA gebundene mRNA dissoziiert und gewonnen.
Die gewonnene mRNA wird in ein Polypeptid in einem geeigneten Polypeptid-Translationssystem translatiert,
beispielsweise durch Injektion in Xenopus-Oozyten oder ein zellfreies
System, wie z.B. einem Kaninchen-Retikulozytenlysat oder einem Weizenkeim.
Eine Transformante, die die cDNA von Interesse enthält, wird
durch ihren Nachweis unter Verwendung eines Antikörpers gegen
das Polypeptid der vorliegenden Erfindung selektiert.
-
Ein
Verfahren zum Sammeln des Polynukleotids der vorliegenden Erfindung
aus der resultierenden Transformante von Interesse kann gemäß einem
bekannten Verfahren durchgeführt
werden (z.B. Sambrook, J. et al., "Molecular Cloning-A Laboratory Manual", Cold Spring Harbor
Laboratory, NY, 1989). Beispielsweise kann es durchgeführt werden,
indem eine Fraktion, die zur Plasmid-DNA von Zellen korrespondiert,
abgetrennt wird und die cDNA-Region aus der Plasmid-DNA ausgeschnitten
wird.
-
Bei
dem chemischen Syntheseverfahren von Punkt (3) kann das Polynukleotid
der vorliegenden Erfindung beispielsweise durch Bindung von DNA-Fragmenten, erzeugt
durch ein chemisches Syntheseverfahren, erzeugt werden. Jede DNA
kann unter Verwendung eines DNA-Synthesizers [z.B. Oligo 1000M DNA
Synthesizer (Beckman) oder eines 394 DNA/RNA-Synthesizers (Applied
Biosystems)] synthetisiert werden.
-
Weiterhin
kann das Polynukleotid der vorliegenden Erfindung durch eine Nukleinsäure-chemische Synthese
gemäß einem
konventionellen Verfahren, wie z.B. einem Phosphit-Triester-Verfahren
(Hunkapiller, M. et al., Nature, 10, 105-111, 1984), basierend auf
den Informationen hinsichtlich des Polypeptids der vorliegenden
Erfindung erzeugt werden. In diesem Zusammenhang sind Kodons für jede Aminosäure bekannt
und können
optional durch das konventionelle Verfahren selektiert und bestimmt
werden, beispielsweise, indem man sich der Kodonverwendung von jedem
zu verwendenden Wirt bedient (Crantham, R. et al., Nucleic Acids Res.,
9, r43-r74, 1981). Weiterhin kann eine teilweise Modifikation von
Kodons dieser Basensequenzen gemäß einem
konventionellen Verfahren, wie z.B. einer ortsgerichteten Mutagenese
durchgeführt
werden, wobei ein Primer verwendet wird, umfassend ein synthetisches
Oligonukleotid, das eine gewünschte
Modifikation codiert (Mark, D. F. et al., Proc. Natl. Acad. Sci.
USA, 81, 5662-5666, 1984).
-
Die
Bestimmung der DNA-Sequenzen, die durch die oben erwähnten Verfahren
erhalten werden, kann beispielsweise durch ein Maxam-Gilbert chemisches
Modifikationsverfahren durchgeführt
werden (Maxam, A. M. und Gilbert, W., "Methods in Enzymology", 65, 499-559, 1980)
oder durch ein Dideoxynukleotid-Kettenterminationsverfahren (Messing,
J. und Vieira, J., Gene, 19, 269-276, 1982).
-
[3] Der Expressionsvektor
und die Zelle der vorliegenden Erfindung
-
Ein
isoliertes Polynukleotid der vorliegenden Erfindung wird in eine
geeignete Vektor-DNA reintegriert und eine eukaryontische oder prokaryontische
Wirtszelle kann durch den resultierenden Expressionsvektor transfiziert
werden. Weiterhin ist es möglich,
das Polynukleotid in einer gewünschten
Wirtszelle zu exprimieren, indem ein geeigneter Promotor und eine
Sequenz, die zu der Genexpression in Beziehung steht, in den Vektor eingeführt werden.
-
Der
Expressionsvektor der vorliegenden Erfindung ist nicht besonders
begrenzt, solange er das Polynukleotid der vorliegenden Erfindung
umfasst. Als Expressionsvektor kann beispielsweise ein Expressionsvektor
erwähnt
werden, der durch Einführung
des Polynukleotids der vorliegenden Erfindung in einen bekannten Expressionsvektor
erhalten wird, in geeigneter Weise gemäß einer zu verwendenden Wirtszelle
selektiert.
-
Die
Zelle der vorliegenden Erfindung ist nicht besonders begrenzt, solange
sie mit dem Expressionsvektor der vorliegenden Erfindung transfiziert
wird und das Polynukleotid der vorliegenden Erfindung umfasst. Die
Zelle der vorliegenden Erfindung kann beispielsweise eine Zelle
sein, worin das Polynukleotid in ein Chromosom einer Wirtszelle
integriert wird oder eine Zelle, enthaltend das Polynukleotid als
Expressionsvektor, umfassend das Polynukleotid. Weiterhin kann die
Zelle der vorliegenden Erfindung eine Zelle sein, die das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung exprimiert oder eine Zelle, die das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung nicht exprimiert. Die Zelle der vorliegenden
Erfindung kann beispielsweise durch Transfektion einer gewünschten
Wirtszelle mit dem Expressionsvektor der vorliegenden Erfindung
erhalten werden.
-
Bei
den eukaryontischen Wirtszellen sind beispielsweise Zellen von Vertebraten,
Insekten und Hefe beinhaltet. Als Vertebratenzellen können beispielsweise
eine Affen-COS-Zelle (Gluzman, Y., Cell, 23, 175-182, 1981), ein
Dihydrofolatreduktase defekter Stamm einer chinesischen Hamster-Ovarzelle (CHO) (Urlaub,
G. und Chasin, L. A., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 77, 4216-4220,
1980), eine menschliche fötale
Nieren-abgeleitete HEK293-Zelle
oder eine 293-EBNA-Zelle (Invitrogen), erhalten durch Einführung eines
EBNA-1-Gens des Epstein-Barr-Virus in HEK293-Zellen erwähnt werden.
-
Als
Expressionsvektor für
eine Vertebraten-Zelle kann allgemein ein Vektor, enthaltend einen
Promotor, der stromaufwärts
von dem zu exprimierenden Gen positioniert ist, eine RNA-Spleißing-Stelle,
eine Polyadenylierungsstelle, eine Transkriptions-Terminationssequenz
und ähnliches
verwendet werden. Der Vektor kann weiterhin, falls nötig, einen
Replikationsursprung enthalten. Als Expressionsvektor können beispielsweise
pSV2dhfr erwähnt
werden, enthaltend einen SV40 frühen
Promotor (Subramani, S. et al., Mol. Cell. Biol., 1, 854-864, 1981),
pEF-BOS, enthaltend einen menschlichen Elongationsfaktorpromotor
(Mizushima, S. und Nagata, S., Nucleic Acids Res., 18, 5322, 1990)
oder pCEP4, enthaltend einen Zytomegalieviruspromotor (Invitrogen).
-
Wenn
die 293-EBNA-Zelle als Wirtszelle verwendet wird, kann beispielsweise
pCEP4 (Invitrogen), enthaltend einen Replikationsursprung des Epstein-Barr-Virus
und dazu in der Lage, eine autonome Replikation in der 293-EBNA-Zelle
durchzuführen,
als Expressionsvektor verwendet werden.
-
Wenn
die COS-Zelle als Wirtszelle verwendet wird, kann ein Vektor, der
einen SV40-Replikationsursprung aufweist, eine autonome Replikation
in der COS-Zelle durchführen
und hat einen Transkriptionspromotor, ein Transkriptions-Terminationssignal
und eine RNA-Spleißingstelle
und kann als Expressionsvektor verwendet werden. Als Vektor können beispielsweise
pME18S (Maruyama, K. und Takebe, Y., Med. Immunol., 20, 27-32, 1990),
pEF-BOS (Mizushima, S. und Nagata, S., Nucleic Acids Res., 18, 5322,
1990) oder pCDM8 (Seed, B., Nature, 329, 840-842, 1987) erwähnt werden.
-
Der
Expressionsvektor kann in COS-Zellen beispielsweise durch ein DEAE-Dextran-Verfahren
(Luthman, H. und Magnusson, G., Nucleic Acids Res., 11, 1295-1308,
1983), ein Calciumphosphat-DNA Co-Präzipitationsverfahren (Graham,
F. L. und van der Ed, A. J., Virology, 52, 456-457, 1973), ein Verfahren
unter Verwendung eines kommerziell erhältlichen Transfektionsreagenzes
(z.B. FuGENETM6 Transfection Reagent; Boeringer
Mannheim) oder ein Elektroporationsverfahren (Neumann, E. et al.,
EMBO J., 1, 841-845, 1982) inkorporiert werden.
-
Wenn
eine CHO-Zelle als Wirtszelle verwendet wird, kann eine transfizierte
Zelle, die das Polypeptid der vorliegenden Erfindung stabil erzeugen
kann, durch Durchführung
einer Co-Transfektion eines Expressionsvektors erhalten werden,
umfassend das Polynukleotid, codierend das Polypeptid der vorliegenden
Erfindung, zusammen mit einem Vektor, der ein neo-Gen exprimieren
kann, das als G418-Resistenzmarker wirkt, wie z.B. pRSVneo (Sambrook,
J. et al., "Molecular
Cloning-A Laboratory Manual",
Cold Spring Harbor Laboratory, NY, 1989) oder pSV2-neo (Southern,
P. J. und Berg, P., J. Mol. Appl. Genet., 1, 327-341, 1982) und durch
Selektion einer G418-resistenten
Kolonie.
-
Die
Zelle der vorliegenden Erfindung kann gemäß einem konventionellen Verfahren
kultiviert werden [z.B. "Shin
Seikagaku Jikken Koza 18, Saibou Baiyou Gijyutsu (Japanese Biochemical
Society)", Tokyo
Kagaku Dojin, 1990] und das Polypeptid der vorliegenden Erfindung
wird außerhalb
der Zellen erzeugt. Als ein Medium, das bei der Kultivierung verwendbar
ist, kann ein Medium, das üblicherweise
für die
gewünschte
Wirtszelle verwendet wird, in geeigneter Weise selektiert werden.
Im Fall der COS-Zelle kann beispielsweise ein Medium, wie das RPMI-1640-Medium
oder ein Dulbecco-modifiziertes Eagles-Minimal-Essentialmedium (DMEM)
verwendet werden, wobei dies mit einer Serumkomponente, wie z.B.
fötalem
Rinderserum (FBS), falls nötig,
versetzt wird. Im Fall der 293-EBNA-Zelle kann ein Medium, wie z.B.
Dulbecco- modifiziertes
Eagles-Minimal-Essentialmedium (DMEM) mit einer Serumkomponente,
wie z.B. fötalem
Rinderserum (FBS) und G418 verwendet werden.
-
Das
Polypeptid der vorliegenden Erfindung, das außerhalb der Zelle der vorliegenden
Erfindung durch Kultivierung der Zellen erzeugt wurde, kann daraus
durch verschiedene bekannte Trennverfahren abgetrennt und gereinigt
werden [z.B. Okada, M. und Miyazaki K., "Kaitei, Tanpakushitsu Jikken Noto, Jyo-Ge
(Revision, Notebook for Protein Experiments]", Yodo-sha 1999], wobei man sich seiner
physikalischen Eigenschaften, chemischen Eigenschaften und ähnlichem
bedient. Genauer gesagt kann das Polypeptid der vorliegenden Erfindung
durch Behandlung einer Kulturflüssigkeit,
enthaltend das Polypeptid der gegenwärtigen Erfindung, mit einer üblicherweise
verwendeten Behandlung, beispielsweise einer Behandlung mit einem
Proteinpräzipitanz, Ultrafiltration,
verschiedenen Flüssigchromatographietechniken,
wie z.B. einer Molekularsieb-Chromatographie (Gelfiltration), Adsorptionschromatographie,
Ionenaustauschchromatographie, Affinitätschromatographie oder Hochleistungsflüssigchromatographie
(HPLC) oder einer Dialyse oder einer Kombination davon gereinigt werden.
-
Wenn
das Polypeptid der vorliegenden Erfindung als Fusionsprotein mit
einer Markersequenz im Rahmen exprimiert wird, kann die Identifizierung
der Expression des Polypeptids der vorliegenden Erfindung, seine Reinigung
oder ähnliches
einfach durchgeführt
werden. Als Markersequenz können
beispielsweise ein FLAG tag, ein Hexa-Histidin tag, ein Hämagglutinin
tag oder ein myc-Epitop erwähnt
werden. Weiterhin kann durch Insertion einer spezifischen Aminosäuresequenz,
die von einer Protease erkannt wird, wie z.B. Enterokinase, Faktor
Xa oder Thrombin zwischen die Markersequenz und das Polypeptid der
vorliegenden Erfindung die Markersequenz durch die Protease entfernt
werden.
-
[4] Das Nachweisverfahren
und das Screeningverfahren der vorliegenden Erfindung
-
Es
ist möglich
nachzuweisen, ob oder nicht eine zu testende Verbindung die Proteaseaktivität des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung inhibiert, wobei das Polypeptid der vorliegenden
Erfindung verwendet wird. Weiterhin ist es unter Verwendung dieses
Nachweisverfahrens der vorliegenden Erfindung möglich, eine Substanz, die die
Proteaseaktivität
des Polypeptids der gegenwärtigen
Erfindung inhibiert, einem Screening zu unterwerfen. MDTS9 (Metalloprotease
und Disintegrin mit Thrombospondin Typ-1 Repeats 9), das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung, wird als eine ADAMTS-Protease von der
Sequenz her betrachtet und so als eine Protease, die am Stoffwech sel
der extrazellulären
Matrix beteiligt ist. MDTS9 ist ein Protein, das wie in Beispielen
5 und 8 dargestellt, in der Niere exprimiert wird und eine ADAMTS-Protease,
die durch TGF-β induziert
wird, wie in Beispiel 6 dargestellt. Daher ist eine Substanz, die
die Proteaseaktivität
des Polypeptids der gegenwärtigen
Erfindung inhibiert, als Mittel zur Behandlung von chronischem Nierenversagen
nützlich, wobei
eine Langzeitverabreichung vorhergesehen wird, da es sehr wahrscheinlich
ist, dass die Substanz nur einen Teil unter den physiologischen
Wirkungen von TGF-β unterdrückt oder
inhibiert, der an einer qualitativen Veränderung und einem quantitativen
Anstieg der extrazellulären
Matrixkomponenten beteiligt ist. Weiterhin kann das Polypeptid der
vorliegenden Erfindung per se als Mittel zum Screening einer Substanz,
die die Proteaseaktivität
des Polypeptids der vorliegenden Erfindung inhibiert oder einer
Substanz zur Behandlung von chronischem Nierenversagen verwendet
werden.
-
Zu
testende Verbindungen, die auf das Nachweisverfahren oder Screeningverfahren
der vorliegenden Erfindung angewandt werden können, sind nicht besonders
begrenzt, jedoch können
hier beispielsweise verschiedene bekannte Verbindungen (einschließlich Peptiden),
die in chemischen Datenbanken hinterlegt sind, Verbindungen, die
durch Kombinations-Chemietechniken erhalten werden (Terrett, N.
K. et al., Tetrahedron, 51, 8135-8137, 1995) oder durch konventionelle
Synthesetechniken oder statistische Peptide, hergestellt durch Verwendung
eines Phagen-Displayverfahrens (Felici, F. et al., J. Mol. Biol.,
222, 301-310, 1991) oder ähnliche
erwähnt
werden. Diese bekannten Verbindungen beinhalten Verbindungen (einschließlich Peptiden), von
denen bekannt ist, dass sie eine Aktivität zeigen, die die Protease
inhibiert, jedoch von denen nicht bekannt ist, dass die die Proteaseaktivität des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung inhibieren. Zusätzlich können Kulturüberstände von Mikroorganismen, natürliche Komponenten,
abstammend von Pflanzen oder marinen Organismen oder tierische Gewebeextrakte
als Testverbindungen für
ein Screening verwendet werden. Weiterhin können Verbindungen (einschließlich Peptide),
erhalten durch chemische oder biologische Modifikation von Verbindungen
(einschließlich
Peptiden), gewählt
durch das Screeningverfahren der vorliegenden Erfindung, verwendet
werden.
-
Das
Nachweisverfahren der vorliegenden Erfindung umfasst die folgenden
Schritte:
Kontaktieren von (1) dem Polypeptid der vorliegenden
Erfindung, (2) α2-Makroglobulin und (3) einer zu testenden
Verbindung und Analyse, ob oder nicht das Polypeptid der vorliegenden
Erfindung und α2-Makroglobulin einen Komplex bilden, der
durch SDS und/oder ein Reduktionsmittel (wie z.B. 2-ME) nicht dissoziiert
wird.
-
Das
Nachweisverfahren der vorliegenden Erfindung kann durch ein ähnliches
Verfahren wie dem oben erwähnten
Verfahren zur Bestätigung
der Proteaseaktivität
durchgeführt
werden, außer
dass das Polypeptid der vorliegenden Erfindung, α2-Makroglobulin
und die Testverbindung miteinander kontaktiert werden, anstatt eines
Kontaktierens des Test-Polypeptids mit α2-Makroglobulin.
Bei dem Nachweisverfahren der vorliegenden Erfindung wird nämlich nachgewiesen,
ob oder nicht die Testverbindung die Proteaseaktivität des Polypeptids der
gegenwärtigen
Erfindung inhibiert, indem das Polypeptid der vorliegenden Erfindung, α2-Makroglobulin und
das Test-Polypeptid kontaktiert werden und dann analysiert wird,
ob oder nicht das Polypeptid der vorliegenden Erfindung und α2-Makroglobulin
einen Komplex bilden, der durch SDS und/oder ein Reduktionsmittel (wie
z.B. 2-ME) in Gegenwart der Testverbindung nicht dissoziiert wird.
Wenn das Polypeptid der vorliegenden Erfindung und α2-Makroglobulin
keinen Komplex bilden, der nicht durch SDS und/oder ein Reduktionsmittel (wie
z.B. 2-ME) in Gegenwart der Testverbindung dissoziiert wird oder
der Grad der Bildung vermindert ist, ist es möglich, zu bestätigen, dass
die Testverbindung die Proteaseaktivität des Polypeptids der vorliegenden
Erfindung inhibiert.
-
Bei
dem Screeningverfahren der vorliegenden Erfindung wird eine Substanz,
die die Proteaseaktivität des
Polypeptids der vorliegenden Erfindung inhibiert oder eine Substanz
zur Behandlung von chronischem Nierenversagen auf der Basis der
erhaltenen Ergebnisse selektiert, durch Nachweis ob oder nicht die
Testverbindung die Proteaseaktivität des Polypeptids der vorliegenden
Erfindung inhibiert, wobei das Nachweisverfahren der vorliegenden
Erfindung verwendet wird. Genauer gesagt kann beispielsweise, wenn
das Polypeptid der vorliegenden Erfindung, α2-Makroglobulin
und die Testverbindung miteinander kontaktiert werden, eine Substanz,
die die Proteaseaktivität
des Polypeptids der gegenwärtigen
Erfindung inhibiert oder eine Substanz zur Behandlung von chronischem
Nierenversagen auf der Basis der Gegenwart oder des Grads der Bildung des
Komplexes des Polypeptids der vorliegenden Erfindung und α2-Makroglobulin
in Gegenwart der Testverbindung gewählt werden. Wenn das Polypeptid
der vorliegenden Erfindung und α2-Makroglobulin keinen Komplex bilden, der
nicht durch SDS und/oder ein Reduktionsmittel (wie z.B. 2-ME) in
Gegenwart der Testverbindung dissoziiert wird oder der Grad der
Bildung vermindert ist, ist es möglich
zu bes tätigen,
dass die Testverbindung eine Substanz ist, die die Proteaseaktivität des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung inhibiert oder eine Substanz zur Behandlung
von chronischem Nierenversagen.
-
[6] Der Antikörper und
das Fragment davon der vorliegenden Erfindung
-
Ein
Antikörper,
wie z.B. ein polyklonaler Antikörper
oder ein monoklonaler Antikörper,
der mit dem Polypeptid der vorliegenden Erfindung reagiert, kann
durch direkte Verabreichung des Polypeptids der vorliegenden Erfindung
oder eines Fragments davon an verschiedene Tiere erhalten werden.
Alternativ kann er durch ein DNA-Vakzin-Verfahren erhalten werden
(Raz, E. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 91, 9519-9523, 1994; oder
Donnelly, J. J. et al., J. Infect. Dis., 173, 314-320, 1996), wobei
ein Plasmid verwendet wird, in das ein Polynukleotid, codierend
das Polypeptid der vorliegenden Erfindung, inseriert wird.
-
Der
polyklonale Antikörper
kann von einem Serum oder Eiern eines Tiers, wie z.B. einem Kaninchen, einer
Ratte, einer Ziege oder einem Huhn erzeugt werden, wobei das Tier
durch das Polypeptid der vorliegenden Erfindung oder ein Fragment
davon, emulgiert in einem geeigneten Adjuvans (beispielsweise Freunds komplettem
Adjuvans) durch intraperitoneale, subkutane oder intravenöse Verabreichung
immunisiert und sensibilisiert wurde. Der polyklonale Antikörper kann
aus dem resultierenden Serum oder Eiern gemäß konventionellen Verfahren
für die
Polypeptidisolierung und Reinigung getrennt und gereinigt werden.
Beispiele für die
Trenn- und Reinigungsverfahren beinhalten beispielsweise eine Zentrifugalabtrennung,
Dialyse, Aussalzen mit Ammoniumsulfat oder ein chromatographisches
Verfahren unter Verwendung von DEAE-Cellulose, Hydroxyapatit, Protein
A-Agarose und ähnlichen.
-
Der
monoklonale Antikörper
kann einfach durch den Fachmann auf dem Gebiet gemäß beispielsweise dem
Zellfusionsverfahren von Köhler
und Milstein (Köhler,
G. und Milstein, C., Nature, 256, 495-497, 1975) erzeugt werden.
-
Eine
Maus wird intraperitoneal, subkutan oder intravenös etliche
Male in einem Abstand von einigen Wochen durch wiederholte Inokulation
von Emulsionen, worin das Polypeptid der vorliegenden Erfindung
oder ein Fragment davon in einem geeigneten Adjuvans, wie z.B. Freunds
komplettem Adjuvans, emulgiert ist, immunisiert. Die Milzzellen
werden nach der endgültigen
Immunisierung entfernt und dann mit Myelomzellen fusioniert, um
Hybridome herzustellen.
-
Als
Myelomzelle zum Erhalt eines Hybridoms kann eine Myelomzelle mit
einem Marker, wie z.B. einer Defizienz in der Hypoxanthin-Guanin-Phospho ribosyl-Transferase
oder Thymidinkinase (beispielsweise die Maus-Myelom-Zellinie P3X63Ag8.U1)
verwendet werden. Als Fusionsmittel kann Polyethylenglycol verwendet werden.
Als Medium zur Herstellung von Hybridomen kann beispielsweise ein üblicherweise
verwendetes Medium, wie z.B. Eagles-Minimal-Essentialmedium, ein
Dulbecco-modifiziertes Minimal-Essential-Medium oder ein RPMI-1640-Medium
verwendet werden, indem in geeigneter Weise 10 bis 30 % fötales Rinderserum
zugefügt
werden. Die fusionierten Stämme
können
durch ein HAT-Selektionsverfahren selektiert werden. Ein Kulturüberstand
der Hybridome wird durch ein wohlbekanntes Verfahren, wie z.B. ein
ELISA-Verfahren oder ein immunhistologisches Verfahren einem Screening
unterworfen, um die Hybrome zu selektieren, die den Antikörper von
Interesse sezernieren. Die Monoklonalität des gewählten Hybridoms wird durch
Wiederholung von Subklonierungen durch das limitierende Verdünnungsverfahren
sichergestellt. Antikörper
in einer Menge, die gereinigt werden kann, werden durch Kultivierung
der resultierenden Hybridome in einem Medium für 2 bis 4 Tage erzeugt oder
in der Peritonealhöhlung
eines Pristan-vorbehandelten BALB/c-Mausstamms für 10 bis 20 Tage.
-
Die
resultierenden monoklonalen Antikörper in dem Kulturüberstand
oder dem Aszites können
durch konventionelle Polypeptid-Isolations- und Reinigungsverfahren
abgetrennt und gereinigt werden. Beispiele für die Trenn- und Reinigungsverfahren
beinhalten beispielsweise eine Zentrifugalabtrennung, Dialyse, Aussalzen mit
Ammoniumsulfat oder chromatographische Verfahren unter Verwendung
von DEAE-Cellulose, Hydroxyapatit, Protein-A-Agarose oder ähnlichen.
-
Weiterhin
kann der monoklonale Antikörper
oder die Antikörperfragmente,
enthaltend einen Teil davon, durch Insertion der Gesamtheit oder
eines Teils eines Gens, das den monoklonalen Antikörper codiert,
in einen Expressionsvektor und Einführung des resultierenden Expressionsvektors
in geeignete Wirtszellen (wie z.B. E. coli, Hefe oder tierische
Zellen) erzeugt werden.
-
Antikörperfragmente,
umfassend einen aktiven Teil des Antikörpers, wie z.B. F(ab')2,
Fab, Fab' oder Fv
können
durch ein konventionelles Verfahren erhalten werden, beispielsweise
durch Verdau der abgetrennten und gereinigten Antikörper (einschließlich polyklonaler
und monoklonaler Antikörper)
mit einer Protease, wie z.B. Pepsin oder Papain und Trennung und
Reinigung der resultierenden Fragmente durch Standard-Polypeptidisolierung
und Reinigungsverfahren.
-
Weiterhin
kann ein Antikörper,
der mit dem Polypeptid der vorliegenden Erfindung reagiert, in Form einer
einzelkettigen Fv oder Fab gemäß einem
Verfahren von Clackson et al. oder einem Verfahren von Zebedee et
al. (Clackson, T. et al., Nature, 352, 624-628, 1991; oder Zebedee,
S. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 89, 3175-3179, 1992) erhalten
werden. Weiterhin kann ein humanisierter Antikörper durch Immunisierung einer
transgenen Maus erhalten werden, worin Maus-Antikörper-Gene
durch menschliche Antikörper-Gene ersetzt werden
(Lonberg, N. et al., Nature, 368, 856-859, 1994).
-
Beispiele
-
Die
vorliegende Erfindung wird nun weiter durch die folgenden Beispiele
beschrieben, ist jedoch auf keine Weise darauf begrenzt. Die Verfahren
werden gemäß den bekannten
Verfahren (Sambrook, J., et al., "Molecular Cloning – A Laboratory Manual", Cold Spring Harbor
Laboratory, NY, 1989), falls nicht anders angegeben, durchgeführt.
-
Beispiel 1: Herstellung
eines Expressionsvektors mit einem am C-Terminus hinzugefügten FLAG
-
Ein
Expressionsvektor pCEP4d, worin die Epstein-Barr-Virus EBNA1-Expressionseinheit
entfernt wurde, wird durch einen Verdau des Plasmids pCEP4 (hergestellt
von Invitrogen) durch die Restriktionsenzyme ClaI und NsiI, Herstellung
glatter Enden und dann Selbstligation konstruiert. Der resultierende
Expressionsvektor pCEP4d wurde mit Restriktionsenzymen NheI und
BamHI verdaut und das resultierende DNA-Fragment mit ungefähr 7,7 kbp
wurde aus Agarosegel extrahiert, wozu das doppelsträngige Oligonukleotid,
hergestellt durch Anhaften des Oligonukleotids, bestehend aus der
Basensequenz von SEQ ID NO: 3 und des Oligonukleotids, bestehend
aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 4 dann inseriert wurden, um
den Expressionsvektor pCEP4d-FLAG zu konstruieren. Die Basensequenz
des resultierenden Expressionsvektors wurde analysiert um zu bestätigen, dass
die gewünschte
Sequenz darin beinhaltet war.
-
Eine
PCR wurde durchgeführt,
wobei der Expressionsvektor pCEP4d-FLAG als Matrize verwendet wurde,
das Oligonukleotid, bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO:
5 und das Oligonukleotid, bestehend aus der Basensequenz von SEQ
ID NO: 6 als Primer und PyroBest DNA-Polymerase (PyroBestTM; hergestellt von Takara-shuzo). Bei der
PCR wurde eine thermische Denaturierungsreaktion zunächst für 2 Minuten
bei 94°C
durchgeführt.
Dann wurde eine Zyklusreaktion, bestehend aus Behandlungen bei 94°C für 30 Sekunden,
bei 55°C
für 30
Sekunden und bei 72°C
für 30
Sekunden 15mal wiederholt. Danach wurde eine Verlängerungsreaktion
bei 72°C
für 7 Minuten
durchgeführt.
Ein resultierendes DNA-Fragment mit ungefähr 0,4 kbp wurde mit einem
Restriktionsenzym SpeI verdaut und in den Expressionsvektor pCEP4d-FLAG
(ungefähr
7,7 kbp), der mit XbaI verdaut worden war, inseriert, um einen Expressionsvektor
pCEPdE2-FLAG zu erhalten. In dem resultierenden Expressionsvektor
pCEPdE2-FLAG waren die XbaI-Erkennungssequenz, die NheI-Erkennungssequenz,
die NotI-Erkennungssequenz, die BamHI-Erkennungssequenz und das
FLAG tag von dem Promotor stromabwärts davon hin arrangiert.
-
Beispiel 2: Klonieren
des Gesamtlängen-ORF-Gens
des neuen Proteasegens MDTS9
-
Eine
PCR wurde durchgeführt,
wobei eine Kombination des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz
von SEQ ID NO: 7 (mit einer SpeI-Erkennungssequenz
und einer Kozak-Sequenz, die zum 5'-Terminus zugefügt wurde) und des Oligonukleotids,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 8 (mit einer NotI-Erkennungssequenz,
die zum 5'-Terminus
zugefügt
wurde) als Primer, eine menschliche fötale Nieren-cDNA-Bibliothek
(Marathon-ReadyTM cDNA; hergestellt von Clontech) als Matrize
und DNA-Polymerase (TaKaRa LA TaqTM; hergestellt
von Takara-shuzo) als DNA-Polymerase verwendet wurden. Bei der PCR
wurde zunächst
eine thermische Denaturierungsreaktion bei 94°C für 2 Minuten durchgeführt. Dann
wurde ein Zyklus, bestehend aus Behandlungen bei 98°C für 10 Sekunden
und 68°C
für 2 Minuten
und 30 Sekunden 40mal wiederholt. Danach wurde eine Verlängerungsreaktion
bei 68°C
für 7 Minuten
durchgeführt.
Ein resultierendes PCR-Produkt, ein DNA-Fragment mit ungefähr 2,2 kbp
(mit der SpeI-Erkennungssequenz und der Kozak-Sequenz, am 5'-Terminus zugefügt und der
NotI-Erkennungssequenz am 3'-Terminus
zugefügt)
wurde in das Plasmid PCR2.1 (hergestellt von Invitrogen) subkloniert,
um einen Klon pMDTS9Cys1 zu erhalten.
-
Das
resultierende Plasmid pMDTS9Cys1 wurde mit den Restriktionsenzymen
SpeI und NotI verdaut und ein resultierendes DNA-Fragment mit ungefähr 2,2 kbp
wurde in die Xbal- und NotI-Stelle des Plasmids pCEPdE2-FLAG, konstruiert
in Beispiel 1, inseriert, um ein Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys1-FLAG
zu konstruieren.
-
Eine
PCR wurde durchgeführt,
wobei eine Kombination des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz
von SEQ ID NO: 9 (mit einer SpeI-Erkennungssequenz und einer Kozak-Sequenz,
zum 5'-Terminus
zugefügt)
und des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz von SEQ
ID NO: 10 als Primer, eine menschliche fötale Nieren-cDNA-Bibliothek
(Marathon-ReadyTM cDNA; hergestellt von
Clontech) als Matrize und DNA-Polymerase (TaKaRa LA TaqTM.
hergestellt von Takara-shuzo) als DNA-Polymerase verwendet wurden.
Bei der PCR wurde eine thermische Denaturierungsreaktion zunächst 2 Minuten
bei 94°C
durchgeführt. Dann
wurde ein Zyklus, bestehend aus Behandlungen bei 98°C für 10 Sekunden
und 68°C
für 30
Sekunden 45mal wiederholt. Daraufhin wurde eine Verlängerungsreaktion
für 7 Minuten
bei 68°C
durchgeführt.
Das resultierende PCR-Produkt, ein DNA-Fragment mit ungefähr 0,2 kbp
(mit der SpeI-Erkennungsstelle und der Kozak-Sequenz zugefügt zum 5'-Terminus und der
NotI-Erkennungsstelle, zugefügt
zum 3'-Terminus)
wurde in das Plasmid PCR2.1 (hergestellt von Invitrogen) subkloniert,
um einen Klon pMDTS9(552-12)
zu erhalten.
-
Ein
SpeI-NcoI DNA-Fragment A mit ungefähr 0,2 kbp, erhalten durch
Verdau des resultierenden Plasmids pMDTS9(552-12) mit den Restriktionsenzymen
SpeI und NcoI und ein NcoI-NotI DNA-Fragment B mit ungefähr 2,0 kbp,
erhalten durch Verdau des vorher sich ergebenden Plasmids pMDTS9Cys1
mit den Restriktionsenzymen NcoI und NotI, wurden in die XbaI- und
NotI-Stelle des pCEPdE2-FLAG inseriert, konstruiert in Beispiel
1, um ein Plasmid pCEP-dE2-MDTS9Cys2-FLAG
zu konstruieren. Auf ähnliche
Weise wurden das DNA-Fragment A und das DNA-Fragment B in die SpeI-
und NotI-Stelle eines Plasmids pZErO-2 (hergestellt von Invitrogen)
zur Konstruktion eines Plasmids pZErO-MDTS9Cys2 inseriert.
-
Eine
PCR wurde durchgeführt,
wobei eine Kombination des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz
von SEQ ID NO: 11 und des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz
von SEQ ID NO: 12 als Primer, eine menschliche fötale Nieren-cDNA-Bibliothek
(Marathon-ReadyTM cDNA; hergestellt von Clontech)
als Matrize und DNA-Polymerase (TaKaRa LA TaqTM;
hergestellt von Takara-shuzo) als DNA-Polymerase verwendet wurden.
Bei der PCR wurde eine thermische Denaturierungsreaktion zunächst 2 Minuten bei
94°C durchgeführt. Dann
wurde ein Zyklus, bestehend aus Behandlungen bei 98°C für 10 Sekunden
und 68°C
für 2 Minuten
30 Sekunden 40mal wiederholt. Daraufhin wurde eine Verlängerungsreaktion
für 7 Minuten bei
68°C durchgeführt. Das
resultierende PCR-Produkt, ein DNA-Fragment mit ungefähr 2,1 kbp
wurde in das Plasmid PCR2.1 (hergestellt von Invitrogen) subkloniert,
um einen Klon pMDTS9-3H zu erhalten.
-
Ein
DNA-Fragment mit ungefähr
2,1 kbp, erzeugt durch Verdau des resultierenden Plasmids pMDTS9-3H
mit den Restriktionsenzymen SphI und NotI wurde in ein DNA-Fragment
mit ungefähr
9,3 kbp ligiert, erzeugt durch Verdau des vorher sich ergebenden
Plasmids pCEPdE2-MDTS9Cys2-FLAG mit den Restriktionsenzymen SphI
und NotI zur Konstruktion eines Plasmids pCEPdE2-MDTS9Fu11-FLAG.
-
Das
resultierende Plasmid pCEPdE2-MDTS9Fu11-FLAG enthält ein Gen,
bestehend aus den 1sten bis 3672sten Basen in der Basensequenz von
SEQ ID NO: 1, d.h. die Basensequenz des neuen Proteasegens MDTS9.
Ein Polypeptid mit der 1sten bis 1224sten Aminosäuresequenz in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und die Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 21, zugefügt
zum C-Terminus davon kann aus einer tierischen Zelle als Wirt exprimiert
werden.
-
Weiterhin
enthält
das vorher sich ergebende Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2-FLAG ein Gen, bestehend aus
den 1sten bis 2250sten Basen in der Basensequenz von SEQ ID NO:
1, d.h. der Basensequenz des neuen Proteasegens MDTS9. Ein Polypeptid
mit der 1sten bis 750sten Aminosäuresequenz
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 21 zugefügt
zum C-Terminus davon kann aus einer tierischen Zelle als Wirt exprimiert
werden. In diesem Zusammenhang wird betrachtet, dass das Polypeptid,
bestehend aus der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 eine ADAMTS-Protease
ist.
-
Beispiel 3: Expression
des MDTS9-verkürzten
Proteins (MDTS9Cys2) und des MDTS9-Gesamtlängen-Proteins (MDTS9Fu11)
-
Ein
kommerziell erhältliches
Transfektionsreagenz (FuGENETM6-Transfektionsreagenz;
hergestellt von Boehringer Mannheim) wurde gemäß dem beigefügten Protokoll
verwendet, um das Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2-FLAG oder das Plasmid
pCEPdE2-MDTS9Fu11-FLAG, hergestellt in Beispiel 2 oder das in Beispiel
1 hergestellte Plasmid pCEPdE2-FLAG als Kontrolle in eine HEK293-EBNA-Zelle (hergestellt von
Invitrogen), kultiviert in einem serumhaltigen Medium [DMEM (GIBCO-BRL),
10 % fötales
Rinderserum, 100 μg/ml
Penicillin, 100 μg/ml
Streptomycin und 250 μg/ml
G418 (hergestellt von Nakarai Tesque, Inc.)] einzuführen.
-
Nach
der Plasmideinführung
wurden die Zellen 48 Stunden kultiviert (hiernach bezeichnet als
Kultivierung mit Serum). Alternativ wurden die Zellen nach der Plasmideinführung 16
Stunden kultiviert, zweimal mit PBS gewaschen und in serumfreiem
Medium kultiviert [DMEM (GIBCO-BRL) 100 μg/ml Penicillin, 100 μg/ml Streptomycin
und 250 μg/ml
G418 (hergestellt von Nakarai Tesque, Inc.)] und zwar für 32 Stunden
(hiernach bezeichnet als Kultivierung ohne Serum).
-
Jede
bei der Kultivierung mit Serum oder ohne Serum erhaltene Kulturflüssigkeit
wurde bei 3000 Upm 10 Minuten unter Verwendung einer Zentrifuge
(Type 8800; hergestellt von Kubota Corporation) zum Erhalt eines
Kulturüberstands
zentrifugiert. Jede verbleibende Zelle nach Entfernung des Kulturmediums
wurde mit einer Extraktionslösung
[20 mmol/1 HEPES (pH 7,4), 1 % Triton X-100, 1 % Glycerin und 0,1
% Rinderserumalbumin (BSA)] 15 Minuten behandelt und von einer Kulturplatte
durch Pipettieren entfernt. Die resultierende Zellsuspension wurde
bei 3000 Upm 10 Minuten unter Verwendung einer Zentrifuge (Typ 8800;
hergestellt von Kubota Corporation) zum Abtrennen einer Zellmembran-gebundenen
Fraktion (Überstand)
aus einer Zellfraktion (Pellet) zentrifugiert.
-
Die
Expression der gewünschten
Proteine in den resultierenden Fraktionen (d.h. Kulturüberstand,
Zellmembran-gebundene Fraktion und Zellfraktion) wurde durch einen
Western-Blot unter Verwendung eines Antikörpers (Maus-anti-FLAG monoklonaler
Antikörper
M2; hergestellt von Sigma) gegen den FLAG tag, zugefügt zum C-Terminus,
bestätigt.
Genauer gesagt wurde jede Fraktion auf einem SDS/10 %-20 % Acrylamidgel
(hergestellt von Daiichi Pure Chemicals) unter reduzierenden Bedingungen
unter Verwendung von 2-ME elektrophoretisch aufgetrennt und auf
eine Polyvinylidendifluorid (PVDF)-Membran durch eine Blotvorrichtung übertragen.
Zu der resultierenden PVDF-Membran wurde ein Blockiermittel (Block-ace,
hergestellt von Dainippon Pharmaceutical) zugefügt, um ein Blockieren durchzuführen. Dann
wurden die Produkte auf der Membran sukzessiv mit dem Maus-anti-FLAG
monoklonalen Antikörper
M2 und einem Kaninchen-anti-Maus-IgG polyklonalen Antikörper, markiert
mit Meerrettichperoxidase (hergestellt von Zymed oder TAGO) umgesetzt.
Alternativ wurden die Produkte nach dem Blockieren auf der Membran
sukzessiv mit einem biotinylierten Antikörper M2 (hergestellt von Sigma)
und Streptoavidin, markiert mit Meerrettichperoxidase (hergestellt
von Amersham Pharmacia Biotech), umgesetzt. Nach der Reaktion wurde
eine Expression des gewünschten
Proteins durch ein kommerziell erhältliches Western-Blot-Nachweissystem
(ECL Western Blotting Detecting System; hergestellt von Amersham
Pharmacia Biotech) bestätigt.
-
Ein
anscheinendes Molekulargewicht auf der SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese
(SDS-PAGE) des nachgewiesenen Proteins (d.h. MDTS9 verkürztes Protein)
in jeder durch die Kultivierung ohne Serum der Zelle erhaltenen
Fraktion, worin das Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2-FLAG eingeführt wurde,
lag bei ungefähr
55 bis 65 kDa im Kulturüberstand,
ungefähr
55 bis 65 kDa in der Zellmembran gebundenen Fraktion und ungefähr 80 bis
95 kDa in der Zellfraktion.
-
Weiterhin
wurde das nachgewiesene Protein (d.h. MDTS9 Gesamtlängenprotein)
in jeder durch Kultivierung ohne Serum der Zelle, in die das Plasmid
pCEPdE2-MDTS9Fu11-FLAG eingeführt
wurde, erhaltenen Fraktion, im wesentlichen in der Zellmembran gebundenen
Fraktion und der Zellfraktion nachgewiesen. Ein anscheinendes Molekulargewicht
auf SDS-PAGE lag bei ungefähr
130 bis 140 kDa in allen Fraktionen.
-
Beispiel 4: Bestätigung der
Proteaseaktivität
des MDTS9-verkürzten
Proteins (1) Konstruktion des Plasmids pCEPdE2-MDTS9Cys2E/Q-FLAG
-
Ein
QuickChangeTM Site-Directed Mutagenesis
Kit (hergestellt von Stratagene) wurde verwendet und zwar gemäß dem beigefügten Protokoll,
um ein Plasmid pZErO-MDTS9Cys2E/Q, enthaltend ein Gen MDTS9Cys2E/Q
zu konstruieren, worin Glu (Glutaminsäure) in His-Glu-Ser-Gly-His
(SEQ ID NO: 22) durch Gln (Glutamin) ersetzt war. Glu wird als aktives
Zentrum betrachtet. In dieser Konstruktion wurde das Plasmid pZErO-MDTS9Cys2,
wie hergestellt in Beispiel 2, als Matrize verwendet und das Oligonukleotid,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 13 und das Oligonukleotid,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 14 wurden als Primersatz
verwendet.
-
Ein
DNA-Fragment mit ungefähr
2,3 kbp, erzeugt durch Verdau des resultierenden Plasmids pZErO-MDTS9Cys2E/Q
mit den Restriktionsenzymen SpeI und NotI wurde in die XbaI- und
NotI-Stelle des Plasmids pCEPdE2-FLAG, konstruiert in Beispiel 1
inseriert, um ein Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2E/Q-FLAG zu erhalten.
-
(2) Bestätigung der
Proteaseaktivität
auf der Basis der Komplexbildung mit α2-Makroglobulin
-
Jeder
Kulturüberstand
(Kultivierung mit Serum) von jeder Zelle, transfiziert mit dem Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2-FLAG,
wie hergestellt in Beispiel 2 oder dem in Beispiel 4(1) hergestellten
Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2E/Q-FLAG
oder dem in Beispiel 1 hergestellten Plasmid pCEPdE2-FLAG als Kontrolle wurde
elektrophoretisch (SDS-PAGE) unter reduzierenden Bedingungen unter
Verwendung von 2-ME aufgetrennt und auf eine PVDF-Membran, wie in
Beispiel 3 beschrieben, übertragen.
Zu der resultierenden PVDF-Membran wurde ein Blockiermittel (Block-Ace,
hergestellt von Dainippon Pharmaceutical) zugefügt, um ein Blockieren durchzuführen. Dann
wurden die Produkte auf der Membran sukzessiv mit dem Ziegen-anti-α2-Makroglobulin-Antikörper (hergestellt
von CEDARLANE) und einem Kaninchen-anti-Ziegen-IgG polyklonalen
Antikörper,
markiert mit Meerrettichperoxidase (hergestellt von Zymed Laboratories)
umgesetzt. Nach der Reaktion wurde eine Expression des gewünschten
Proteins durch ein kommerziell erhältliches Western-Blot-Nachweissystem
(ECL Western Blotting Detecting System; hergestellt von Amersham
Pharmacia Biotech) bestätigt.
-
In
dem Kulturüberstand
(Kultivierung mit Serum) von der Zelle, die mit dem Plasmid pCEPdE2-MDTS9Cys2-FLAG
transfiziert war, wurde eine Bande von ungefähr 250 kDa nachgewiesen. Die Bande
wurde nicht in jedem Kulturüberstand
(Kultivierung mit Serum) bei der Zelle nachgewiesen, die mit dem Plasmid
pCEPdE2-MDTS9Cys2E/Q-FLAG oder dem Plasmid pCEPdE2-FLAG transfiziert
war. Dieses Ergebnis zeigt, dass das MDTS9-verkürzte Protein (MDTS9Cys2) einen
Komplex mit α2-Makroglobulin bildete und so wurde bestätigt, dass
das MDTS9-verkürzte
Protein (MDTS9Cys2) eine Proteaseaktivität aufweist.
-
Beispiel 5: Bestätigung der
Gewebeverteilung der MDTS9-Genexpression
-
Eine
Gewebeverteilung der MDTS9-Genexpression wurde gemäß den folgenden
Verfahren analysiert, wobei ein kommerziell erhältliches cDNA-Panel [Human
MTC Panel I (Katalog Nr. K1420-1), Human MTC Panel II (Katalog Nr.
K1421-1), Human Fetal MTC Panel (Katalog Nr. K1425-1) und Human
Tumor MTC Panel (Katalog Nr. K1422-1) in Multiple Tissue cDNA (MTCTM) Panel, hergestellt von Clontech] verwendet
wurden.
-
Genauer
gesagt wurde eine PCR unter Verwendung einer Kombination des Oligonukleotids,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 15 und des Oligonukleotids,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 16 als Primer, des
cDNA-Panels als Matrize und DNA-Polymerase (TaKaRa LA TaqTM; hergestellt von Takara-shuzo) durchgeführt. Bei
der PCR wurde eine thermische Denaturierungsreaktion zunächst für 2 Minuten
bei 94°C
durchgeführt.
Dann wurde ein Zyklus, bestehend aus Behandlungen bei 98°C für 10 Sekunden
und 68°C
für 1 Minute
und 30 Sekunden 44mal wiederholt. Jede Reaktionsflüssigkeit
wurde auf einem Agarosegel zum Nachweis eines DNA-Fragments mit
ungefähr
1,1 kbp, abstammend von der mRNA des MDTS9-Gens elektrophoretisch
aufgetrennt. Im Ergebnis zeigte sich, dass die mRNA des MDTS9-Gens
in der Niere exprimiert wurde.
-
Beispiel 6: Induktion
der MDTS9-Genexpression durch TGF-β
-
(1) Herstellung von Matrizen-cDNA
-
Normale
menschliche proximale Tubulus-Epithelzellen (5 × 105 Zellen;
hergestellt von Clonetics) wurden auf einer Platte mit 6 Vertiefungen
(hergestellt von ASAHI TECHNOGLASS CORPORATION) ausgesät und einen
Tag unter Verwendung des Renal Epithelial Cell Medium Kits (hergestellt
von Clonetics) kultiviert. Das Medium wurde in ein serumfreies Renal
Epithelial Cell Medium geändert
und die Kultivierung wurde für einen
Tag fortgesetzt. Das Medium wurde in serumfreies Renal Epithelial
Cell Medium geändert,
enthaltend 10 ng/ml (Endkonzentration) TGF-β1 (hergestellt von Sigma) und
die Zellen wurden 24 Stunden kultiviert. In diesem Zusammenhang
wurde das Medi um der Kontrollgruppe auf ein serumfreies Renal Epithelial
Cell Medium ohne TGF-β1
geändert
und die Zellen wurden 24 Stunden kultiviert.
-
Eine
Gesamt-RNA wurde von jeder behandelten Gruppe unter Verwendung eines
kommerziell erhältlichen
Gesamt-RNA-Reinigungsreagenz (ISOGEN; hergestellt von Nippon Gene)
hergestellt. Die resultierende Gesamt-RNA wurde mit DNase (hergestellt
von Nippon Gene) bei 37°C
für 90
Minuten umgesetzt. Die DNase-behandelte Gesamt-RNA (0,5 μg) wurde
durch das Superscript firststrand system (für RT-PCR; hergestellt von GIBCO-BRL)
in cDNA umgewandelt.
-
(2) Quantitative Bestimmung
von MDTS9 mRNA durch quantitative PCR
-
Eine
Analyse einer Expressionsveränderung
in der normalen menschlichen proximalen Tubulus-Epithelzelle wurde
unter Verwendung der in Beispiel 6(1) hergestellten cDNA als Matrize
und einem Sequenzdetektor (Prism7700 Sequence Detector; hergestellt
von Applied Biosystems) durchgeführt.
Eine Kombination des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz
von SEQ ID NO: 17 und des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz
von SEQ ID NO: 18 wurde als Primersatz verwendet. Eine PCR wurde
unter Verwendung eines kommerziell erhältlichen PCR-Reagenz (SYBR
Green PCR core reagent; hergestellt von Applied Biosystems) durch
Durchführung
einer anfänglichen
Denaturierungsreaktion bei 95°C
für 10
Minuten und Wiederholung einer Zyklusreaktion, bestehend aus Behandlungen
bei 94°C
für 15
Sekunden, 60°C
für 30
Sekunden und 72°C
für 60
Sekunden 40mal durchgeführt.
-
In
diesem Zusammenhang wurde zur Berechnung einer Menge an menschlichem
exprimiertem β-Actin
als internem Standard eine PCR durchgeführt, wobei die obige cDNA als
Matrize und eine Kombination des Oligonukleotids, bestehend aus
der Basensequenz von SEQ ID NO: 19 und des Oligonukleotids, bestehend aus
der Basensequenz von SEQ ID NO: 20 als Primersatz unter denselben
Bedingungen durchgeführt
wurde. Weiterhin wurde zum Erhalt einer Standardkurve zur Berechnung
einer Menge an exprimierter mRNA eine PCR durchgeführt, wobei
die cDNA [hergestellt in Beispiel 6(1)] von menschlichen proximalen
Tubulus-Epithelzellen ohne Stimulierung durch TGF-β1 als Matrize
und der obige Primersatz (d.h. eine Kombination des Oligonukleotids,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 17 und des Oligonukleotids,
bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 18 oder eine Kombination
des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz von SEQ ID NO:
19 und des Oligonukleotids, bestehend aus der Basensequenz von SEQ
ID NO: 20) unter denselben Bedingungen verwendet wurden. Eine Menge
der exprimierten MDTS9 mRNA unter jeden Bedingungen wurde als Verhältnis zu
einer Menge von mRNA des β-Actin-Gens
dargestellt, exprimiert unter jeder Bedingung, um eine Menge der
mRNA des MDTS9-Gens pro bestimmter Menge der Gesamt-RNA zu erhalten.
Im Ergebnis zeigte sich, dass TGF-β1 die Genexpression von mRNA
des MDTS9-Gens um das ungefähr
8fache induzierte.
-
Beispiel 7: Expressionsveränderung
des MDTS9-Gens bei einem Ratten-Nierenversagen-Modell
-
(1) Herstellung von Matrizen-cDNA
-
cDNA
wurde aus der Niere eines Ratten-5/6 Nephrektomie-Modells [Kenjiro
Kimura, "jin to
toseki (kidney und dialysis)",
1991 (suppl.), 431-439] hergestellt. Nach 1, 2, 3, 4, 6, 8 und 10
Wochen nach der 5/6-Nephrektomie
wurden fünf
5/6 Nephrektomieratten und fünf
scheinoperierte Ratten seziert, um die Nieren zu entfernen. Die
Nieren wurden sofort eingefroren und bei –80°C gehalten. Die Nieren, die
von jeder Gruppe abstammten, wurden unter Verwendung einer Zellverkleinerungsvorrichtung
(CRYO-PRESS CP-100; hergestellt von Microtec Nition) zerkleinert,
während
sie in flüssigem
Stickstoff eingefroren waren und dann wurde eine Gesamt-RNA unter
Verwendung eines Gesamt-RNA-Reinigungsreagenz (ISOGEN; hergestellt
von Nippon Gene) hergestellt. Die extrahierte Gesamt-RNA wurde mit
DNase (hergestellt von Nippon Gene) bei 37°C für 90 Minuten umgesetzt. Die
DNase-behandelte Gesamt-RNA (0,25 μg) wurde in eine cDNA durch
ein Superscript firststrand system (für RT-PCR; hergestellt von GIBCO-BRL)
umgewandelt.
-
(2) Quantitative Bestimmung
von mRNA des Ratten-MDTS9-Gegenstücks durch quantitative PCR
-
Eine
Analyse der Expressionsveränderung
in einer Niere des Ratten-Nierenversagen-Modells
wurde unter Verwendung der in Beispiel 7(1) hergestellten cDNA als
Matrize und eines Sequenzdetektors (Prism7700 Sequence Detector;
hergestellt von Applied Biosystems) durchgeführt. Das Oligonukleotid, bestehend
aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 23 und dasjenige, bestehend
aus der Basensequenz von SEQ ID NO: 24 wurden als Primersatz verwendet.
Eine PCR wurde durchgeführt,
wobei ein kommerziell erhältliches
PCR-Reagenz (SYBR Green PCR core reagent; hergestellt von Applied
Biosystems) verwendet wurde, indem eine anfängliche Denaturierungsreaktion
bei 95°C
für 10
Minuten durchgeführt
wurde und durch eine Wiederholung einer zyklischen Reaktion, bestehend
aus Behandlungen bei 94°C
für 15
Sekunden, 60°C
für 30
Sekunden und 72°C
für 60
Sekunden 45mal.
-
Um
eine Menge an exprimierter menschlicher Glyceraldehyd-3-phosphatdehydrogenase
(G3PDH) als internen Standard zu berechnen, wurde eine PCR durchgeführt, wobei
die obige cDNA als Matrize und das Oligonukleotid, bestehend aus
der Basensequenz von SEQ ID NO: 25 und dasjenige, bestehend aus der
Basensequenz von SEQ ID NO: 26 als Primersatz unter denselben Bedingungen
verwendet wurden. Weiterhin wurde zum Erhalt einer Standardkurve
zur Berechnung einer exprimierten mRNA-Menge eine PCR durchgeführt, wobei
genomische Ratten-DNA (hergestellt von Clontech) als Matrize und
der obige Primersatz unter denselben Bedingungen verwendet wurden.
Eine mRNA-Menge des Ratten-MDTS9-Gens, exprimiert unter jeder Bedingung,
wurde als Verhältnis
zu einer mRNA-Menge des G3PDH-Gens, exprimiert unter jeder Bedingung,
dargestellt, um eine Menge der mRNA des Ratten-MDTS9-Gens pro bestimmter
Menge von Gesamt-RNA in jeder Gruppe zu vergleichen. Im Ergebnis
wurde festgestellt, dass die mRNA des Ratten-MDTS9-Gens in der 5/6-Nephrektomie-Ratte um das ungefähr 5fache
im Vergleich zu der scheinoperierten Ratte 1 Woche nach der Operation
exprimiert wurde und dass es um das ungefähr 2fache nach 3 Wochen (eine
Menge von Proteinen im Urin stieg deutlich an), 6 Wochen (das Nierengewicht
begann im Vergleich zu einem normalen Nierengewicht anzusteigen)
und 8 Wochen (erschwerte Symptome) nach der Operation exprimiert
wurde.
-
Es
ergibt sich aus diesem Beispiel, dass eine Expression des MDTS9-Gens bei dem Nierenversagen-Modell
induziert wird.
-
Beispiel 8: Immunhistochemische
Färbung
von einer menschlichen Nierengewebesektion
-
(1) Herstellung eines
anti-menschlichen MDTS9-Antikörpers
-
Ein
Fusionsprotein (GST-MDTS9A) eines Peptids, bestehend aus den 280sten
bis 410ten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und Glutathion-S-Transferase (GST) wurden unter
Verwendung eines Plasmids pGEX-6P-1 (hergestellt von Amersham Pharmacia
Biotech) als Expressionsvektor und E. coli in einer Einschlusskörperfraktion
gemäß einem
Laborheft [Masato Okada und Kaoru Miyazaki, "Kaitei, Tanpakushitsu Jikken Noto, Jyo
(Revision, Notebook for Protein Experiments)", Yodo-sha, S.162-179] hergestellt.
Eine präparative
SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese (PAGE) wurde unter Verwendung
der Einschlusskörperfraktion
durchgeführt
und dann wurde das gewünschte
GST-MDTS9A-Protein aus dem Gel durch ein Diffusionsverfahren [Masato
Okada und Kaoru Miyazaki, "Kaitei,
Tanpakushitsu Jikken Noto, Ge (Revision, Notebook for Protein Experiments)", Yodo-sha, S.48-51]
extrahiert.
-
Ein
Kaninchen (japanisch weiß)
wurde durch das resultierende GST-MDTS9A-Protein 5mal insgesamt in
einem Intervall von 10 bis 14 Tagen zum Erhalt eines Antiserums
immunisiert. Eine IgG-Fraktion wurde aus dem Antiserum durch Affinitätschromatographie
unter Verwendung einer Protein-G- Sepharose
FF-Säule
(hergestellt von Amersham Pharmacia Biotech) gereinigt. Dann wurde
ein anti-menschlicher MDTS9-Antikörper aus der IgG-Fraktion durch
Affinitätschromatographie
unter Verwendung einer Säule
(MBP-MDTS9A-Säule) gereinigt,
worin ein Fusionsprotein (MBP-MDTS9A) eines Peptids, bestehend aus
den 280sten bis 410ten Aminosäuren
in der Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 und Mannose-Bindungsprotein (MBP) immobilisiert
waren. Die Affinitätsreinigung
durch die Protein-G-Sepharose FF-Säule, Immobilisierung von MBP-MDTS9A
an eine CNBr-aktivierte Sepharose FF-Säule (hergestellt von Amersham
Pharmacia Biotech) und die Affinitätsreinigung durch die MBP-MDTS9A-Säule wurden
gemäß den beigefügten Protokollen
durchgeführt.
Weiterhin wurde eine Präparation
von MBP-MDTS9A in E. coli und Reinigung davon unter Verwendung von
pMAL-c2E (hergestellt von New England Biolabs) als Expressionsvektor
gemäß einer
Anleitung "pMAL
protein fusion and purification system", davon veröffentlicht, durchgeführt.
-
(2) Nachweis des MDTS9-Proteins
in menschlicher Niere
-
Der
in Beispiel 8(1) hergestellte anti-menschliche MDTS9-Antikörper wurde
mit einer Gewebesektion umgesetzt, die durch Formalin fixiert und
mit Paraffin auf einem Objektträger
eingebettet war. Dann wurde die Gewebesektion unter Verwendung eines
kommerziell erhältlichen
Färbekits
(VECTORSTAIN ABC-AP kit, Katalog Nr. AK-5000; hergestellt von VECTOR
LABORATORIES) gemäß dem beigefügten Protokoll
gefärbt.
Bei diesem Verfahren wurde ein Anti-Kaninchen-Antikörper, der mit Biotin (Katalog
Nr. BA-1000; hergestellt von Vector) war als zweiter Antikörper und
ein alkalisches Phosphatasesubstrat-Kit I (Katalog Nr. SK-5100; hergestellt
von Vector) als Farbentwicklersubstrat verwendet. Im Ergebnis wurde
eine Färbung
bei Epithelzellen (insbesondere Podozyten) von Nieren von einer
gesunden Person und einem Patienten, der an einer Diabetes-Nephropathie
litt (frühes
Stadium oder spätes
Stadium) beobachtet.
-
Aus
diesem Beispiel wird deutlich, dass das MDTS9-Protein in der menschlichen
Niere exprimiert wird.
-
Gewerbliche Anwendbarkeit
-
Das
Polypeptid der vorliegenden Erfindung ist eine neue Protease, die
in der Niere exprimiert wird, durch TGF-β induziert wird und am Stoffwechsel
in einer extrazellulären
Matrix beteiligt ist. Daher ist eine Substanz, die die Proteaseaktivität des Polypeptids
der vorliegenden Erfindung inhibiert, als Mittel zur Behandlung von
chronischem Nierenversagen nützlich,
worin eine Langzeitverabreichung vorhergesehen wird, da es sehr wahrscheinlich
ist, dass die Substanz nur einen Teil unter den physiologischen
Wir kungen von TGF-β unterdrückt oder
inhibiert, der an einer qualitativen Veränderung und einem quantitativen
Anstieg der extrazellulären Matrixkomponenten
beteiligt ist. Das heißt,
gemäß dem Polypeptid
der vorliegenden Erfindung wird ein geeignetes Screeningsystem für ein Mittel
zur Behandlung von chronischem Nierenversagen bereitgestellt. Weiterhin
sind das Polynukleotid, der Expressionsvektor, die Zelle und der
Antikörper
der vorliegenden Erfindung zur Erzeugung des Polypeptids der vorliegenden
Erfindung nützlich.
-
Freier Text im Sequenzprotokoll
-
Die
Merkmale der "künstlichen
Sequenz" werden
unter dem Zahlenidentifikator <223> im Sequenzprotokoll
beschrieben. Genauer gesagt ist jede der Basensequenzen von SEQ
ID NO: 3 und 4 eine künstlich synthetisierte
Linkersequenz. Jede der Basensequenzen von SEQ ID NO: 5-9 und 12-14
ist eine künstlich
synthetisierte Primersequenz. Die Basensequenz von SEQ ID NO: 21
ist eine Aminosäuresequenz,
erhalten durch Expression von DNA, enthaltend eine Restriktionsenzym-NotI-Erkennungsnukleotidsequenz
und eine Nukleotidsequenz, die eine FLAG tag Aminosäuresequenz
codiert.
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-