-
Technisches Gebiet
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine thermoplastische Mehrschichten-Struktur,
auf die Verwendung dieser Struktur zur Herstellung eines Behälters (Reservoirs)
und auf einen die genannte Struktur aufweisenden Behälter (Reservoir).
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich insbesondere auf eine Mehrschichten-Rotationsstruktur, wie
z.B. einen Behälter
(Reservoir) ohne Schweißnaht
aus einem oder mehreren Kunststoffmaterialien, die bestimmt ist
insbesondere für
die Lagerung von Lösungsmitteln,
von unter Druck stehenden Gasen, wie z.B. Wasserstoff, Sauerstoff,
Kohlenwasserstoffen und dgl.
-
Stand der
Technik
-
Derzeit
besteht die Mehrzahl der auf dem Gebiet der Lagerung (Speicherung)
von Gasen unter Druck verwendeten Behälter vollständig aus Metall oder diese
bestehen aus einer dichten Blase (Behälter) aus einer Aluminiumlegierung,
auf die gelegentlich ein Kohlenstoff/Harz-Verbundmaterial aufgebracht
ist, das die Rolle einer mechanischen Verstärkung gegenüber hohen Drucken spielt, oder
aus einer Blase (Behälter)
aus einem thermoplastischen Material, auf die manchmal ein Kohlenstoff/Harz-Verbundmaterial
aufgebracht ist, das die Rolle einer mechanischen Verstärkung gegenüber hohen
Drucken spielt.
-
Der
zuerst genannte Typ von Behältern
(Reservoiren) weist Nachteile auf, die mit ihrem Gewicht und der
Korrosion des Metalls im Zusammenhang stehen.
-
Der
zweite Behälter-Typ
weist Nachteile auf bei der Verwendung von dichten Aluminiumbehältern bzw.
-blasen. Zu seiner Herstellung werden kostspielige Techno logien
angewendet, wie z.B. das Rotationsformen. Darüber hinaus ist die Versprödung von Aluminium
insbesondere durch Korrosion, in Gegenwart von unter Druck stehendem
Wasserstoffgas sehr störend,
weil dadurch die Lebensdauer des Behälters verkürzt wird.
-
Bei
dem dritten Behälter-Typ,
den thermoplastischen Blasen, die heute verwendet werden, handelt
es sich im Wesentlichen um solche aus chemisch vernetzten oder nicht
vernetzten Polyethylenen, Polypropylenen, Polybutadienterephthalaten, Polyethylenterephthalaten,
Polyamiden, wie z.B. Nylon 6 oder Nylon 11, oder um Mischungen aus
Polypropylen und Polybuten oder andere. Diese Vorratsbehälter, die
eine thermoplastische Blase (Behälter) aufweisen,
sind nicht zwangsläufig
bestimmt für
die Lagerung (Speicherung) von permeierenden Gasen, wie z.B. Gasen,
die von komprimierter Luft verschieden sind, insbesondere solchen,
die unter hohem Druck stehen, und ihre Undichtigkeitsrate (Leckagerate)
bleibt sehr hoch für
Gase, wie z.B. Wasserstoff. In den derzeitigen Verfahren zur Herstellung
verwendet man im Wesentlichen als Materialien außer den oben genannten Materialien
Polyethylene, Polyvinylchloride, Polyurethane, Vinylacetat-Copolymere
und Polystyrole. Bei diesen Verfahren und insbesondere beim Rotationsformen,
wird die Verwendung von solchen thermoplastischen Polymer-Sorten
bzw. -Arten empfohlen, die wenig viskos sind und eine Dichte zwischen
0,924 und 0,939 g/cm3 und einen Fließfähigkeitsindex
zwischen 3 und 9 g/10 min aufweisen. Die Sorte bzw. der Typ ist
eine Handelsbezeichnung: für
ein Polymer kann es mehrere handelsübliche Typen (Sorten) geben,
d.h. solche mit unterschiedlicher Kristallinität oder unterschiedlichen Massen
oder unterschiedlichen Kettenlängen
und dgl.
-
So
betrifft beispielsweise das Rotationsformen von Mehrfachschichten
in der Industrie im Wesentlichen Strukturen vom Polyethylen/Polyethylen- oder
Polyethylen/Polyurethanschaum/Polyethylen-Typ. Technische Thermoplaste
und insbesondere diejenigen aus der Familie der Ethylen/Vinylalkohol-Copolymeren,
wurden bisher niemals verwendet. Dieses zuletzt genannte Copolymer
wurde nämlich verwendet
durch Injektion oder Extrusion für
Anwendungszwecke bei der Verpackung in der Lebensmittelindustrie
oder für
Kosmetika. Für
diese Anwendungen wurden bisher geringe Dicken von weniger als 500 μm verwendet.
-
Darüber hinaus
erfordern die Technologien der Verwendung von Vorratsbehältern des
Standes der Technik die Herstellung von Schweißnähten, um runde Formen zu erhalten
und/oder um Inserts bzw. Einsätze,
wie z.B. Handgriffe, oder metallische Verbindungselemente, wie z.B.
Stopfen oder Sensoren, einzufügen.
Diese Schweißnähte machen
die Behälter
(Blasen) inhomogen und erhöhen
ihre Leckagerate (Undichtigkeitsrate).
-
Es
gibt daher einen echten Bedarf für
eine Struktur, welche die Herstellung von leichteren Vorratsbehältern (Reservoiren)
als diejenigen des Standes der Technik, die Verminderung der Herstellungskosten
und die Verlängerung
der Lebensdauer der hergestellten Vorratsbehälter (Reservoire) erlauben.
-
Außerdem ist
es für
die Zwecke der Lagerung (Speicherung) in Vorratsbehältern für beispielsweise
Gase erforderlich, Rotationsstrukturen herzustellen, die ohne Schweißnaht und
homogen sind, die verbesserte Gasundurchlässigkeits-Eigenschaften, ein
verbessertes mechanisches Verhalten, ein verbessertes Verhalten
gegenüber
Strahlung, gegenüber
Lösungsmittel
und dgl. aufweisen.
-
Der
Leckagegrad (Undichtigkeitsgrad) dieser Vorratsbehälter muss
vermindert werden, damit sie beispielsweise für die Lagerung von unter Druck
stehenden Gasen, wie z.B. Wasserstoff, eingesetzt werden können.
-
Beschreibung
der Erfindung
-
Ziel
der vorliegenden Erfindung ist es insbesondere, eine Struktur und
einen die genannte Struktur aufweisenden Vorratsbehälter zur
Verfügung
zu stellen, mit denen die Nachteile überwunden werden können und
welche die oben genannten vorteilhaften Eigenschaften aufweisen.
-
Bei
der erfindungsgemäßen Struktur
handelt es sich um eine thermoplastische Mehrschichten-Struktur,
die mindestens eine Schicht umfasst, die besteht aus einem Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer,
das 29 Mol % Ethylen enthält,
wobei das genannte Copolymer eine Dichte von 1,21 g/cm3 und
einen Fließfähigkeitsindex
von 4 g/10 min bei einer Temperatur von 190 °C unter einer Belastung von 2,16
kg aufweist, wobei die Schicht, die aus dem genannten Copolymer
besteht, eine Dicke aufweist, die zwischen 0,3 und 20 mm liegt.
-
Dieses
Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer wird nachstehend gelegentlich auch
als EVOH bezeichnet.
-
Erfindungsgemäß kann das
Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer auch definiert werden als ein solches
der Formel (I):
worin m für einen Wert zwischen 10 und
80 Mol-% oder auch für
einen Wert zwischen 20 und 80 Mol-% in dem Polymer steht.
-
Der
Fließfähigkeitsindex
des Ethylen/Vinylalkohol-Copolymers (der "Schmelzflussindex") wird bestimmt nach der Norm ASTM D
1238-88 unter Anwendung eines Tests, der unter Verwendung einer Kayeness
Galaxy 1 (Warenzeichen)-Vorrichtung, Modell 7053 DE, hergestellt
von der Firma Kayeness Inc., Morgantown, PA 19543, durchgeführt wird.
Dieser Test besteht darin, dass man eine Polymer-Beschickung in
ein Rohr einführt,
das auf eine definierte Temperatur, die oberhalb der Schmelztemperatur des
Polymers liegt, gebracht ist, und die Polymer-Menge bestimmt, die
innerhalb von 30 s hineinfließt.
Diese Zeit wird anschließend
in min umgewandelt.
-
Die
EVOH-Polymeren sind im Allgemeinen im Handel erhältlich in Granulat- oder Tabletten-Form.
Vorzugsweise werden die im Handel erhältlichen Polymer-Granulate oder -Tabletten
vorher zu einem Pulver (einst gemahlen, beispielsweise bei Umgebungstemperatur
oder im kryogenen Zustand, dessen Korngröße je nach der Art der Polymeren
und der geplanten Mehrschichten-Struktur ausgewählt wird und das vorzugsweise
eine Korngröße von kleiner
als 0,7 mm, zweckmäßig zwischen
0,1 und 0,7 mm, aufweist. Diese Feinstmahlung macht es möglich, dass
das EVOH nicht zu stark erwärmt
werden muss, um es anschließend
zum Schmelzen zu bringen, wobei gleichzeitig eine homogene Schicht
erhalten wird.
-
Darüber hinaus
weist die erfindungsgemäß ausgewählte EVOH-Sorte
bzw. -Typ vorzugsweise einen niedrigeren Fließfähigkeitsindex, d.h. eine höhere Viskosität als die üblicherweise
beispielsweise beim Rotationsformen verwendeten Thermoplaste wie
PE, PVC PA, auf. Das heißt
mit anderen Worten, das EVOH bleibt im geschmolzenen Zustand sehr viskos,
sodass es in Dicken von mehr als 0,5 mm abgeschieden werden kann,
was im Gegensatz zu den bisher üblichen
Verfahren steht, insbesondere im Falle des Rotationsformens, bei
denen eher fließfähige Sorten
bzw. Typen von Thermoplasten ausgewählt wurden.
-
Der
Thermoplast EVOH absorbiert viel Wasser, was eine Verschlechterung
seiner mechanischen, rheologischen oder Gassperrschicht-Eigenschaften
mit sich bringt. Die erfindungsgemäßen Mehrschichten-Strukturen
ermöglichen
es somit, das EVOH gegenüber
Wasser zu schützen
mit Hilfe von weiteren Schichten aus thermoplastischen Materialien,
die von EVOH verschieden sind und gegenüber Wasser beständig sind.
Das wurde in dem Stand der Technik bisher nicht durchgeführt, weil
die Theologischen Eigenschaften, wie z.B. die Viskosität, die Fließfähigkeit
und dgl., und die physikalisch-chemischen Eigenschaften, wie z.B.
das Schmelzen, die Polarität,
die Zersetzungs- bzw. Abbau-Temperatur und dgl., der Schichten aus
thermoplastischen Materialien, die von EVOH verschieden sind, die
in dem Stand der Technik für
die Durchführung
des Rotationsformens bisher verwendet wurden, gelegentlich sehr
stark voneinander verschieden sind.
-
Mit
der vorliegenden Erfindung wird dieses Problem gelöst insbesondere
durch die Auswahl einer geeigneten Sorte bzw. Typs von EVOH, die
(der) im geschmolzenen Zustand viskos bleibt, sowie durch die Auswahl
seiner Anwendungstemperatur, die geringfügig höher ist als seine Schmelztemperatur.
Dies erlaubt die Herstellung einer dicken EVOH-Schicht und vermeidet,
dass Schichten aus von EVOH verschiedenen thermoplastischen Materialien,
die an diese angrenzen, sich mit dieser vermischen, wodurch es möglich ist,
Schichten aus anderen (weiteren) thermoplastischen Materialien darauf aufzubringen.
-
Die
vorliegende Erfindung weist außerdem den
Vorteil auf, dass mehrere Schichten abgeschieden (aufgebracht) werden
können,
ohne dass man gezwungen ist, die Temperatur der Apparatur bei der Verwendung
von aufeinanderfolgenden Schichten aus thermoplastischen Materialien
nach und nach abzusenken. So kann beispielsweise im Gegensatz zu
dem Stand der Technik die Temperatur einer inneren Schicht aus dem
thermoplastischen Material, d.h. der zuletzt abgeschiedenen Schicht,
höher sein
als diejenige der vorhergehenden Schicht aus dem thermoplastischen
Material, ohne dass eine gegenseitige Durchdringung der Schichten
auftritt.
-
Bei
EVOH handelt es sich um ein Polymer, das gute mechanische Eigenschaften
aufweist und eine ausgezeichnete Sperrschicht gegenüber Gasen bildet.
-
Bestimmte
Gase, wie z.B. Helium oder Wasserstoff, sind jedoch bekannt dafür, dass
sie sehr durchdringend (permeabel) sind. Außerdem kann ihr Lagerungsdruck
hoch sein und bis zu 106 bis 108 Pascal
(Pa) betragen, wodurch ihre Permeation (Durchdringungsfähigkeit)
gefördert
wird. Diese Anforderungen machen es erforderlich, dass die Sperrschicht
aus EVOH dick ist und dass die Grenzflächen zwischen den thermoplastischen
Materialien und den metallischen Verbindungselementen dicht sind,
um den Leckagegrad (den Grad der Undichtheit) des Vorratsbehälters zu
minimieren. Die erfindungsgemäße Struktur
mit den oben genannten EVOH-Eigenschaften erlaubt eben gerade und
in überraschender
Weise die Herstellung einer EVOH-Schicht, die
ausreichend dick ist, sodass sie zur Herstellung eines Speicher-
bzw. Vorratsbehälters
verwendet werden kann, der die für
die Speicherung bzw. Lagerung von unter Druck stehenden Gasen, wie
sie oben genannt sind, erforderlichen Eigenschaften aufweist.
-
EVOH
kann die Neigung haben, viel Wasser zu absorbieren, was eine Verschlechterung
seiner Eigenschaften, insbesondere als Sperrschicht gegenüber Gasen,
mit sich bringt. Dies ist der Grund dafür, warum die EVOH-Schicht vorzugsweise
in Mehrschichten-Strukturen verwendet wird, damit Schichten aus
anderen thermoplastischen Materialien beiderseits der EVOH-Schicht
diese gegen Wasser schützen.
-
Erfindungsgemäß kann die
aus dem Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer bestehende Schicht eine Dicke
von mehr als 0,5 mm, beispielsweise eine Dicke zwischen 0,3 und
20 mm oder auch eine Dicke zwischen 0,5 und 10 mm oder auch eine
Dicke zwischen 0,5 und 5 mm haben. Die Dicke der EVOH-Schicht verbessert
die Eigenschaften des Materials. Entsprechend den vorgesehenen Verwendungszwecken
kann sie ausgewählt
werden insbesondere in Abhängigkeit
von den Kosten, von dem Gewicht, von dem mechanischen Verhalten,
von der Art des Gases, von dem Lagerungsdruck, von den Lagerungsbedingungen,
von den zulässigen
Leckage-Graden und dgl., die erwünscht
sind.
-
Erfindungsgemäß kann die
Struktur außerdem
mindestens eine Schicht aufweisen, die besteht aus einem thermoplastischen
Material, das von dem genannten Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer verschieden
ist und das ausgewählt
wird aus einer Gruppe, die besteht aus einem Polyethylen (PE), einem bepfropften
(veredelten) Polyethylen (PEG), einem Polyethylenterephtalat (PET),
einem Polypropylen (PP), ei nem Polyether-etherketon (PEEK), einem
Polycarbonat (PC), einem Ethylen/Vinylacetat-Copolymer (EVA), einem
Polystyrol (PS), einem Polyvinylidenfluorid (PVDF), einem Polyesteramid,
einem Polyamid (PA), einem Polyarylamid (PAA) oder einer Mischung
davon.
-
Wenn
mehrere Schichten aus thermoplastischen Materialien, wie den vorgenannten,
vorhanden sind, die von dem genannten Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer
verschieden sind, können
die Materialien der verschiedenen Schichten identisch oder voneinander
verschieden sein.
-
Erfindungsgemäß kann die
Struktur beispielsweise mindestens eine erste und eine zweite Schicht
umfassen, die jeweils bestehen aus einem ersten und einem zweiten
thermoplastischen Material, die identisch oder voneinander verschieden
sind, und die verschieden sind von einem Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer,
ausgewählt
beispielsweise aus der Gruppe der oben genannten Materialien, wobei
die genannte Struktur aufeinanderfolgend umfasst eine erste Schicht
aus einem thermoplastischen Material, eine Schicht, die aus dem
Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer besteht, und eine zweite Schicht
aus einem thermoplastischen Material.
-
Beispielsweise
kann die erste Schicht bestehen aus Polyamid und die zweite Schicht
kann bestehen aus bepfropftem oder nicht-bepfropftem Polyethylen.
-
Die
erste Schicht und die zweite Schicht können beispielsweise bestehen
aus identischen oder unterschiedlichen Polyamiden.
-
Erfindungsgemäß kann jede
Schicht aus einem thermoplastischen Material, das von dem Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer
verschieden ist, beispielsweise eine Dicke haben, die zwischen 0,1
und 10 mm oder auch zwischen 0,1 und 5 mm liegt.
-
Die
Schichten aus thermoplastischen Materialien, die von dem Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer verschieden
sind, können
außerdem
zur Schockbeständigkeit
der EVOH-Schicht und damit des gebildeten Vorratsbehälters beitragen.
-
Erfindungsgemäß kann eine
Schicht, die aus einem thermoplastischen Material besteht, das von dem
genannten Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer verschieden ist, in dem
thermoplastischen Material, das die Schicht aufbaut, einen organischen
oder mineralischen Füllstoff
enthalten. Dieser Füllstoff
kann nützlich
sein beispielsweise zur Verbesserung des mechanischen Verhaltens,
des Verhaltens gegenüber Alterung
oder zur Erleichterung der Herstellung der Struktur.
-
Die
erfindungsgemäße Struktur
kann nach jedem Verfahren hergestellt werden, mit dem eine Abscheidung
einer oder mehrerer aufeinanderfolgender Schichten, beispielsweise
durch Formen, durch kaltes Plasmaspritzen, durch Extrusion, durch
Injektion, durch Blasen, durch Warmformen oder durch Rotationsformen,
hergestellt werden kann. Im Falle der Anwendung der vorliegenden
Erfindung zur Herstellung eines Hochdruck-Vorratsbehälters muss
das Verfahren, das angewendet wird zur Herstellung desselben, vorzugsweise
die Herstellung einer Schicht aus E-VOH erlauben, die ausreichend dick ist,
sodass die erfindungsgemäße Struktur
gegenüber
den unter Druck stehenden Gasen ausreichend dicht ist und/oder gegenüber hoher
Temperatur ausreichend beständig
ist.
-
Bei
dem Rotationsform-Verfahren handelt es sich um ein Verfahren, das
erfindungsgemäß und auf unerwartete
Weise die Herstellung von mehreren Schichten zusammen mit einer
EVOH-Schicht erlaubt, die eine Dicke von mehr als 0,5 mm hat. Es
erlaubt außerdem
die Anordnung von Einsätzen
(Inserts) und/oder Verbindungselementen in der Struktur während der
Herstellung derselben, wobei auf vorteilhafte Weise ein Vorratsbehälter ohne
Schweißnähte gebildet
wird, der gegenüber
Gasen, die unter hohem Druck stehen und/oder eine hohe Temperatur aufweisen,
ausreichend dicht ist. Es ist auch jedes andere Verfahren zur Herstellung
solcher Behälter (Blasen)
geeignet.
-
Erfindungsgemäß kann die
EVOH-Schicht bei einer Temperatur verwendet werden, die geringfügig höher ist
als ihre Schmelztemperatur, die bis zu 230/240 °C betragen kann, und mit einer
Dicke, die höher
als 0,5 mm sein kann, was neuartig ist gegenüber dem Stand der Technik.
Dies erlaubt es, auf die EVOH-Schicht thermoplastische Schichten
aufzubringen unabhängig
von ihrer Schmelztemperatur und/oder ihrer Verwendung, während in
dem Stand der Technik bisher empfohlen wurde, die Temperatur bei
der Verwendung von aufeinanderfolgenden Schichten zu vermindern,
um das wechselseitige Durchdringen der Schichten zu vermeiden.
-
Um
eine höhere
Beständigkeit
gegenüber den
hohen Drucken der gelagerten (gespeicherten) Gase zu gewährleisten,
kann die erfindungsgemäße thermoplastische
Struktur durch ein Faser-Verbundmaterial, beispielsweise aus Kohlenstoff-
und Siliciumdioxid-Fasern, die mit einem wärmehärtbaren Harz, wie z.B. einem
Epoxid- oder Phenolharz,
imprägniert
sind, das beispielsweise thermisch vernetzt sein kann, oder ein
thermoplastisches Material, wie z.B. eine Legierung oder ein Polyarylamid,
verstärkt sein.
Diese Verstärkung
kann beispielsweise innerhalb der Mehrschichtenstruktur oder außerhalb
derselben angeordnet sein. Um dies zu erreichen, kann der Behälter (die
Blase) beispielsweise als Unterlage (Kern) für das Drapieren oder das Gewebe
aus Kohlenstofffasern dienen, die anschließend mit einem wärmehärtbaren
Harz imprägniert
werden. Das Ganze kann dann einer thermischen Behandlung unterzogen
werden, um die Vernetzung des Harzes zu bewirken.
-
Es
ist auch jedes andere Verfahren zur mechanischen Verstärkung innerhalb
oder außerhalb des
thermoplastischen Mehrschichten-Behälters (Blase) geeignet. Die
vorliegende Erfindung ergibt somit auch einen Vorratsbehälter, der
verbesserte Eigenschaften in Bezug auf eine verbesserte Sperrschicht
gegenüber
den Gasen und ein verbessertes mechanisches Verhalten aufweist,
wobei man von thermoplastischen Strukturen oder Blasen bzw. Behältern gemäß der vorliegenden
Erfindung ausgeht, bei denen es sich handelt um:
- – Mehrschichten-Strukturen,
die das Verhalten in der Umgebung von EVOH und sein Antischock-Verhalten
verbessern,
- – Strukturen,
die eine dicke EVOH-Schicht, d.h. eine solche mit einer Dicke von
mehr als 500 μm, aufweisen,
um eine ausreichende Sperrschicht gegenüber den Gasen zu ergeben,
- – Strukturen
ohne Schweißnaht,
welche die Herstellung eines homogenen Behälters (Blase) erlauben, der
(die) eine einheitliche mechanische Beständigkeit und Permeation aufweist,
- – Strukturen,
die mit Einsätzen
oder Verbindungselementen während
der Verwendung des Behälters,
falls erforderlich, ausgestattet sind, wodurch es möglich ist,
die Risiken einer Leckage zu begrenzen.
-
Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist somit insbesondere die Verwendung
von Mehrschichten-Strukturen, die mindestens eine Schicht aus einem
Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer (EVOH), wie vorstehend definiert,
aufweisen, für
die Herstellung eines Vorratsbehälters
(Lagerbehälters).
-
Die
erfindungsgemäße EVOH-Schicht
bildet eine ausgezeichnete Sperrschicht gegenüber Gasen, insbesondere gegenüber Wasserstoff.
Diese Struktur erlaubt beispielsweise die Herstellung von Lager-
bzw. Vorratsbehältern,
die für
die Lagerung bzw. Speicherung von unter Druck stehenden Gasen, wie
z.B. Kohlenwasserstoffen, Wasserstoff, Sauerstoff und dgl., bestimmt
sind.
-
Eine
dicke EVOH-Schicht wird daher als Schlüssel-Schicht für die erfindungsgemäßen thermoplastischen
Strukturen oder Behälter
für die
Lagerung (Speicherung) von Gasen verwendet. Die Lagerung (Speicherung)
kann mit einer solchen Struktur bei einem Speicherungs- bzw. Lagerungsdruck
von 106 bis 108 Pa
und sogar darüber
hinaus und bei einer Speicherungs- bzw. Lagerungstemperatur von –50 °C bis +100 °C durchgeführt werden.
Der Faktor der Verbesserung in Bezug auf die Leckagerate eines erfindungsgemäßen Behälters (Reservoirs)
beträgt
somit mindestens 30, bezogen auf andere thermoplastische Polymere.
-
Die
Anwendungen der vorliegenden Erfindung sind zahlreich und außer den
oben genannten können
beispielsweise auch genannt werden die Anwendungen als H2-Speicher-Behälter für Brennstoffzellen
(PAC), in denen der Vorratsbehälter
Temperaturen von –40
bis +60 °C
und Drucken von 200 bis 600 × 105 Pa ausgesetzt werden kann.
-
Noch
weitere Anwendungen sind diejenigen, bei denen die Eigenschaften
und Vorteile der erfindungsgemäßen Struktur,
wie sie weiter oben angegeben sind, ausgenutzt werden.
-
Weitere
Charakteristika und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben
sich aus der Lektüre der
nachstehenden Beispiele, in denen Bezug genommen wird auf die beiliegenden
Zeichnungen und die lediglich der Erläuterung der Erfindung dienen, ohne
dass die Erfindung darauf beschränkt
ist.
-
Beschreibung
der Zeichnungen
-
1 zeigt
eine graphische Darstellung der Entwicklung der Temperatur eines
Temperatursensors, der im Innern der Rotationsform angeordnet ist, und
der Temperatur der Atmosphäre
im Innern des Rotationsform-Ofens in Abhängigkeit von der Zeit in min
im Verlaufe der Herstellung einer erfindungsgemäßen Dreischichten-Rotationsstruktur
aus Polyamid PA12 (1 mm)/Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer (2 mm)/bepfropftem
Polyethylen (1 mm);
-
2 ist
eine graphische Darstellung, in der die Permeation von Heliumgas
bei 60 °C
durch unterschiedliche thermoplastische Polymere mit einer Dicke
von 2 mm im Vergleich zu dem erfindungsgemäßen EVOH dargestellt ist, und
-
3 zeigt
in Form einer schematischen Darstellung einen erfindungsgemäßen Speicherungs-
bzw. Vorratsbehälter.
-
Beispiele
-
Beispiel 1
-
Eine
thermoplastische Dreischichten-Struktur, bestehend aus einer 1 mm
dicken Schicht aus Polyamid 12 (PA 12) RISLAN (Warenzeichen) der handelsüblichen
Sorte ARVO 950 TLD, hergestellt von der Firma TOTAL-FINA-ELF, einer
Schicht aus einem Ethylen/Vinylalkohol-(EVOH)-Copolymer SOARNOL
(Warenzeichen) der handelsüblichen Sorte
D 2908, hergestellt von der Firma NIPPON GOHSEI, mit einer Dicke
von 2 mm und einer bepfropften Polyethylen-Schicht (bepfropftes
PE) OREVAC (Warenzeichen) der handelsüblichen Sorte 18350 P, hergestellt
von der Firma TOTAL-FINA ELF, mit einer Dicke von 1 mm, wurde als
dichter Behälter (Blase)
für einen
Vorratsbehälter
für die
Lagerung von Wasserstoff bei 60 °C
und unter einem Druck von 350 bar verwendet.
-
Der
Behälter
wurde hergestellt durch Rotationsformen. Die theoretischen Schmelztemperaturen dieser
drei Thermoplaste betragen jeweils: TPA12 = 170 °C; TEVOH = 180 °C; TPEbepfropft =
130 °C.
-
Die
in dem Rotationsform-Zyklus angewendeten Hauptparameter in Bezug
auf die Zeit und die Temperatur sind in der beiliegenden 1 angegeben.
Es handelt sich dabei um eine graphische Darstellung der Entwicklung
der Temperatur eines Temperatursensors, der im Innern der Rotationsform
angeordnet ist, Kurve 1, und der Temperatur der Atmosphäre im Innern
der Rotationsformofens, Kurve 3, in °C in Abhängigkeit von der Zeit in min
im Verlaufe der Herstellung der erfindungsgemäßen Struktur. In dieser Figur
entsprechen die Temperatursteigerungen (a), (b) und (c) jeweils
der ersten, der zweiten (EVOH) und der dritten Schicht aus thermoplastischen
Polymeren.
-
Die
aufeinanderfolgenden Temperaturen, bei denen die Schichten verwendet
werden, betragen 180 °C,
190 °C und
200 °C.
Obgleich die erste Schicht aus PA12 bei 200 °C geschmolzen ist, gibt es keine
Interpenetration mit der Schicht aus EVOH, weil diese, obgleich
sie ebenfalls geschmolzen war, bei 200 °C bei hoher Dicke sehr viskos
bleibt. Obgleich die Schmelztemperatur von bepfropftem PE bei etwa
130 °C liegt,
ist es erforderlich, sie auf eine hohe Temperatur, d.h. auf eine
Temperatur von mehr als 180 °C,
hier 200 °C,
zu bringen, um die gebildeten Gasblasen zu entfernen. Der Behälter (die
Blase) wird bei seiner (ihrer) Herstellung durch ein Verbundmaterial
aus Kohlenstofffasern verstärkt,
die mit einem thermisch vernetzten Epoxidharz imprägniert worden
sind.
-
Die
chemische Haftung zwischen den drei Schichten aus thermoplastischem
Material ist auf die Auswahl der drei polaren Polymeren zurückzuführen, wodurch
ein gutes mechanisches Verhalten des Ganzen erzielt wird.
-
Die
EVOH-Körnchen
wurden vorher unter Verwendung einer Apparatur vom WEDCO-Typ (Warenzeichen)
feinstgemahlen zu einem Pulver mit einer Teilchengröße von 400 μm, das anschließend getrocknet
wurde.
-
Die
verwendete Rotationsform vom Typ CACCIA (Warenzeichen), war mit
einem Gasofen und einem ROTOLOG-Programm (Warenzeichen) ausgestattet.
Die verwendete Form bestand aus Aluminium, dessen innere Oberfläche mit
Teflon (Warenzeichen) beschichtet war. Die biaxiale Rotationsgeschwindigkeit
der Rotationsform betrug 5,4 Umdrehungen pro min für den ersten
Arm (die erste Achse) und 7,3 Umdrehungen pro min für den zweiten
Arm (die zweite Achse).
-
Der
erhaltene Vorratsbehälter
ist in der beiliegenden 3 schematisch dargestellt. In
dieser Figur besteht der Vorratsbehälter 3 aus der oben
genannten Dreischichten-Rotationsform: einer äußeren Polyamid-Schicht mit
der Bezugsziffer 15, einer Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer-Schicht
mit der Bezugsziffer 17 und einer bepfropften Polyethylen-Schicht mit
der Bezugsziffer 19. Er umfasst außerdem ein Verbindungselement
vom Drucksensor-Typ 21, das mit einem Sensor 23 verbunden
ist, einen Einsatz vom Stopfen-Typ 25 und einen Einsatz
vom Metallschrauben- oder Handgriff-Typ 27.
-
Der
hergestellte Vorratsbehälter
hat die Form einer Zigarre mit einer Länge von etwa 1 m und einem
inneren Radius von etwa 100 mm. Das Innenvolumen beträgt 35 l
und die abgewickelte innere Oberfläche beträgt 0,75 m2.
-
Die
jährliche
Leckage-Rate durch natürliche Permeation
des Gases durch den Mehrschichten-Behälter (Blase) des Vorratsbehälters hindurch
beträgt weniger
als 5 Vol.%, bezogen auf das Volumen des expandierten Gases, d.h.
unter normalen Temperatur- und Druck-Bedingungen.
-
Beispiel 2
-
Das
gleiche Verfahren, wie es in dem Beispiel 1 beschrieben worden ist,
wurde angewendet zur Herstellung einer thermoplastischen Dreischichten-Vorratsbehälters mit
der gleichen Geometrie wie in Beispiel 1, der jedoch bestand aus
einer 0,5 mm dicken Schicht aus Polyamid 12 (PA 12) RISLAN (Warenzeichen)
der handelsüblichen
Sorte ARVO 950 TLD, hergestellt von der Firma TOTAL-FINA-ELF, einer
3 mm dicken Schicht aus dem Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer (EVOH)
SOARNOL (Warenzeichen) der handelsübliche Sorte D 2908, hergestellt
von der Firma NIPPON GOHSEI, und einer 0,5 mm dicken Schicht aus
Polyamid 12 (PA 12) RISLAN (Warenzeichen) der handelsüblichen
Sorte ARVO 950 TLD, hergestellt von der Firma TOTAL-FINA-ELF.
-
Diese
Dreischichten-Struktur wurde verwendet als dichter Behälter (Blase)
für einen
Vorratsbehälter,
wie er in der 3 schematisch dargestellt ist, der
für die
Lagerung (Speicherung) von Helium bei 25 °C und unter einem Druck von
350 bar bestimmt war.
-
Die
jährliche
Leckage-Rate durch natürliche Permeation
des Gases durch den Mehrschichten-Behälter des Vorratsbehälters hindurch
betrug 1 Vol.-%, bezogen auf das Volumen des expandierten Gases, d.h.
unter normalen Temperatur- und Druck-Bedingungen.
-
Beispiel 3
-
Es
wurde das gleiche Verfahren, wie es in den Beispielen 1 und 2 beschrieben
worden ist, angewendet zur Herstellung eines thermoplastischen Dreischichten-Vorratsbehälters mit
der gleichen Form wie in den Beispielen 1 und 2 angegeben, der jedoch
bestand aus einer 0,7 mm dicken Schicht aus bepfropftem Polyethylen
(PE bepfropft) OREVAC (Warenzeichen) der handelsüblichen Sorte 18350P, hergestellt
von der Firma TOTAL-FINA-ELF, einer 2 mm dicken Schicht aus dem
Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer (EVOH) SOARNOL (Warenzeichen) der
handelsüblichen
Sorte D2908, hergestellt von der Firma TOTAL-FINA-ELF, und einer
0,7 mm dicken Schicht aus bepfropftem Polyethylen (PE bepfropft) OREVAC
(Warenzeichen) der handelsüblichen
Sorte 18350P, hergestellt von der Firma TOTAL FINA-ELF.
-
Diese
Dreischichten-Struktur wurde verwendet als dichter Behälter (Blase)
für einen
Vorratsbehälter,
wie er in der 3 dargestellt ist, der für die Speicherung
bzw. Lagerung von Wasserstoff bei –40 °C bis +60 °C unter einem Druck von 700
bar bestimmt war.
-
Der
Leckagegrad durch natürliche
Permeation des Gases durch den Mehrschichten-Behälter (Blase) hindurch betrug
weniger als 1 cm3 Gas pro Liter Vorratsbehälter und
pro Stunde für
einen Druck von 700 bar und für
Umgebungstemperatur.
-
Vergleichsbeispiel 1
-
Die 2 stellt
eine graphische Darstellung dar, welche die Permeation des Gases
Helium PHe × 10–17 (m3 Gas.m.m–2.Pa–1.s–1)
bei 60 °C
durch verschiedene thermoplastische Polymere mit einer Dicke von
2 mm im Vergleich zu EVOH der vorliegenden Erfindung zeigt.
-
In
dieser Figur stehen die nachstehend angegebenen Bezugszeichen für die folgenden
Polymeren:
-
- 5
- Polyethylen
mit niedriger Dichte (PEBD)
- 7
- Polyamid
12 (PA12)
- 9
- Polyvinylidenfluorid
(PVDF)
- 11
- vernetztes
Polyethylen (XLDPE)
- EVOH
- Ethylen/Vinylalkohol-Copolymer
(EVOH)
-
Unter
den untersuchten thermoplastischen Polymeren wies EVOH unbestreitbar
die besten Sperrschicht-Eigenschaften gegenüber Gasen auf.