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Die
Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von wässrigen
Dispersionen aus fein verteiltem Polymer, und zur Herstellung von
Pulvern aus diesen Dispersionen.
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Fein
verteilte feste Polymere, entweder in Pulverform oder als Dispersionen
in einer Trägerflüssigkeit,
sind für
eine Vielzahl von Anwendungen nützlich,
darunter Beschichtungen. Für
Anwendungen in Beschichtungen und Klebstoffen ist es wichtig, dass das
Polymer sehr fein verteilt ist, so dass es, wenn das Pulver oder
die Dispersion auf eine Substratoberfläche aufgebracht wird, erhitzt
werden kann und zu einem dünnen
Film mit einem ausreichenden Verlauf geschmolzen werden kann, so
dass ein glatter Überzug
erhalten wird.
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Das
Vermahlen von festen Polymeren zu feinen Pulvern ist unbequem und
kostenaufwendig. Nur Polymere, die spröde und für ein Trockenmahlen geeignet
sind, wenn sie kalt sind, können
effizient vermahlen werden. Insbesondere erzeugt der Mahlprozess
selbst Wärme,
die durch Kühlen
entfernt werden muss, um zu vermeiden, dass das Polymer schmilzt und
neuerlich zu einer festen Masse verschmilzt. Ferner führt das
Vermahlen zu irregulär
geformten Teilchen und in einer breiten Größenverteilung, was beides für Beschichtungen
nicht ideal ist.
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Als
Alternative zum Vermahlen ist es bekannt, dass Dispersionen von
Polymeren, die bei normalen Temperaturen fest sind, in bestimmten
Trägerflüssigkeiten
unter Verwendung eines Extruders erzeugt werden können, wie
beispielsweise gezeigt ist in
US
5 124 073 . Extruder sind Einschnecken- oder Mehrschnecken-Fördermischer.
Die Verwendung eines Extruders macht es möglich, Polymere einer hohen
Viskosität
einfach in einem kontinuierlichen Prozess in Flüssigkeiten zu dispergieren.
Im Allgemeinen wird das Polymer dem Ex truder in Pelletform zugeführt und
erhitzt, während
es sich durch den Extruderzylinder bewegt, und zwar wenigstens bis
es ausreichend flüssig
wird, um dispergiert zu werden. Die Trägerflüssigkeit und ein Dispergiermittel
werden über
eine Einlassöffnung
auf der Länge
des Extruderzylinders an einem Punkt zugegeben, an dem das Polymer
flüssig
genug ist, um dispergiert zu werden. Die kombinierte Wirkung der
Erhitzung des Polymeren, so dass es flüssig ist, und der von dem Extruder ausgeübten Scherung
in Gegenwart der Trägerflüssigkeit
und des Dispergiermittels führt
zur Bildung von feinen Polymerdispersionen. Diese können gekühlt werden,
um das Polymer wieder zu verfestigen und auf diese Weise eine Dispersion
von festen Polymerteilchen in dem flüssigen Träger herzustellen. Wenn stabile
Dispersionen benötigt
werden, wird üblicherweise
ein Stabilisator in die Mischung eingearbeitet, üblicherweise in die Trägerflüssigkeit.
Wenn alternativ dazu Pulver gewünscht
werden, kann man das Polymer absetzen lassen und abzentrifugieren und
abfiltrieren und trocknen. Das Ergebnis eines derartigen Verfahrens
sind sphärische
Teilchen aus Polymer mit einer einigermaßen gleichmäßigen Größe.
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US 4 996 259 beschreibt
wässrige
Dispersionen von synthetischem Wachs, die als Überzugsfilme verwendet werden
können
und die ein teilweise oder vollständig neutralisiertes Copolymer
aus einem C
2-C
4 Olefin
und einer ungesättigte
Mono- oder Dicarbonsäure oder
einem ungesättigten
Dicarbonsäureanhydrid
umfassen. Die Herstellung erfolgt durch Neutralisieren und Dispergieren
des festen Materials in Wasser in einem Extruder.
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Für diesen
Extrusionsprozess existieren jedoch Einschränkungen. Es ist klar, dass
die Mischung nicht über
den Siedepunkt der Trägerflüssigkeit
erhitzt werden kann, weil sonst die Flüssigkeit siedet und es unmöglich wird,
das Polymer zu dispergieren. Das bedeutet, dass der Siedepunkt der
Trägerflüssigkeit
in einem sicheren Abstand oberhalb der Tempera tur liegen muss, bei
der das Polymer ausreichend flüssig
für eine
Dispergierung ist. Der Prozess, durch den das Polymer ausreichend
flüssig für eine Dispergierung
wird, kann im Allgemeinen als Schmelzen bezeichnet werden, und die
Temperatur, bei der das Polymer flüssig genug ist, um dispergiert zu
werden, kann allgemein als sein Schmelzpunkt (Tm) bezeichnet werden.
Viele Polymere, die für
Beschichtungen nützlich
sind, weisen Schmelzpunkte von mehr als etwa 90 °C, und einige von mehr als 150 °C auf, wobei
kristalline Polyester beispielsweise bei etwa 120 bis 250 °C schmelzen.
Bei diesen Polymeren ist die Anwendung des bekannten Extruderprozesses
zur Herstellung von Dispersionen in Wasser nicht möglich.
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EP-A-O
246 729 beschreibt die Verwendung eines Extruders zur Herstellung
von etwas, was als wässrige
Dispersionen bezeichnet wird, bei Extrudertemperaturen von über 100 °C. Die in
diesem Verfahren hergestellten Typen von Zusammensetzungen umfassen
ein Polymer und nur 3 bis 25 Gew.-% Wasser. Diese Zusammensetzungen
sind offenkundig fest, und sind keine frei fließenden wässrigen Dispersionen, die für Beschichtungszusammensetzungen geeignet
sind. Die verwendete Apparatur umfasst einen erhitzten Extruder,
der an seinem Ausgang eine Kühlvorrichtung
aufweist. Die Kombination der hohen Menge des viskosen Harzes und
der Kühlvorrichtung scheint
am Extruderauslass einen viskosen Stopfen zu erzeugen, und dieser
Stopfen führt
dazu, dass der Druck im erhitzten Teil des Extruders ansteigt, so dass
das Wasser am Sieden gehindert wird. Es ist klar, dass dieses Verfahren
nicht angewandt werden kann, wenn die nach dem Verfahren hergestellten Dispersionen
eine niedrigere Viskosität
aufweisen, da sich dabei kein Stopfen bilden würde. Derartige Dispersionen
einer niedrigeren Viskosität
sind im Allgemeinen diejenigen mit einem höheren Wasseranteil.
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Das
vorliegende Verfahren stellt eine Modifikation der bekannten Extrusionsverfahren
dar, um die Herstellung von feinen flüssigen wässrigen Dispersionen von Polymeren
mit einem Schmelzpunkt in der Nähe
von oder über
100 °C,
z.B. über
90 °C, zu ermöglichen.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Dispersion eines
Polymers in einem wässrigen
Medium geschaffen, bei dem das Polymer in einem wässrigen
Medium in einem Extruder bei einer Temperatur oberhalb 100 °C in einem
Extruder mit einem Auslass dispergiert wird, wobei der Druck im
Extruder auf oberhalb Atmosphärendruck
gehalten wird, so dass das wässrige
Medium nicht siedet, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das wässrige Medium
weniger als 40 Gew.-% organisches Lösemittel enthält und dass
eine Einrichtung zur Aufrechterhaltung des Drucks über Atmosphärendruck
mit dem Auslass verbunden ist und ein Überdruckventil oder einen unter
Druck stehenden Sammelbehälter
einschließt,
und wobei die wässrige
Dispersion aus dem Extruder in den Auslass und die Einrichtung zur
Aufrechterhaltung des Drucks eintritt und der Wirkung einer Kühlzone ausgesetzt
wird, um die Temperatur der wässrigen
Dispersion auf unterhalb 100 °C
zu vermindern.
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Vorzugsweise
weist die Dispersion eine Viskosität von weniger als 5 Pa·s und
stärker
bevorzugt unter 1 Pa·s
auf.
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Um
nunmehr ein typisches Verfahren zu beschreiben, wird das Polymer
in Form von Pellets in die Aufnahmeöffnung des Extruders eindosiert,
wo es in der anfänglichen
Schmelzzone des Extruders bei einer Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes des
Polymers, vorzugsweise von 5 bis 150 °C, typischerweise 10 bis 130 °C, oberhalb
des Schmelzpunkts aufgeschmolzen wird. Alle anderen nicht-flüchtigen
Bestandteile, die in der Zusammensetzung benötigt werden, wie beispielsweise
Pigmente und andere Zusätze,
können
gemeinsam mit dem Polymer zugeführt
werden.
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Während das
Material sich durch den Extruderzylinder bewegt, schließt sich
an die Schmelzzone eine oder mehrere Einlassöffnung(en) an, durch die unter
Druck ein wässriges
Medium injiziert wird, ggf. zusammen mit einem Dispergiermittel.
In dem Teil des Extruders, der auf die Einlassöffnungen folgt, wird die Mischung
aus wässrigem
Medium und Polymer in der Dispergierzone einer Scherung ausgesetzt,
um so eine Dispersion zu erzeugen. Das wässrige Medium kann zur Herstellung
einer Dispersion des Polymers in dem wässrigen Medium in einer Portion
injiziert werden. Alternativ und vorzugsweise kann jedoch anfangs
ein kleinerer Anteil des wässrigen
Mediums injiziert werden, typischerweise zusammen mit Dispergiermittel,
wobei angenommen wird, dass sich eine Dispersion des wässrigen
Mediums in dem Polymer bildet, und daran kann sich mehr wässriges
Medium anschließen,
um auf diese Weise die erforderliche Dispersion des Polymers in dem
wässrigen
Medium zu erzeugen.
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Auf
dieser Stufe ist das Polymer geschmolzen, und die Dispersion umfasst
Tröpfchen
von dispergiertem Polymer. Abschließend wird eine Kühlzone verwendet,
um die Temperatur der Dispersion auf unterhalb des Schmelzpunktes,
Tm, des Polymers abzusenken, um auf diese Weise eine Dispersion von
festen Polymerteilchen in dem wässrigen
Medium herzustellen.
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Der
Druck in dem Extruder kann dadurch aufrechterhalten werden, dass
man eine Druckregelvorrichtung wie ein Überdruckventil am Extruderauslass
anordnet. Alternativ und bevorzugt kann der Druck dadurch aufrechterhalten
werden, dass man den Auslass des Extruders mit einem unter Druck stehenden
Sammelbehälter
verbindet. Die Verwendung eines unter Druck stehenden Sammelbehälters ist
bevorzugt, da Überdruckventile
dazu neigen, blockiert zu werden, und zwar aufgrund der kleinen
Auslassöffnung.
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Der
Druck im Extruder wird aufrechterhalten, um zu verhindern, dass
das Wasser in dem wässrigen
Medium siedet, wes halb der genaue Druck von der Temperatur abhängt, bei
der die Dispergierung erfolgt. Der Druck, der benötigt wird,
um Wasser bei verschiedenen Temperaturen oberhalb 100 °C am Sieden
zu hindern, ist gut bekannt oder kann leicht errechnet werden. Beispielsweise
verhindert ein Druck von wenigstens 3 bar bei 130 °C, von wenigstens
5 bar bei 150 °C
und wenigstens 10 bar bei 180 °C
das Sieden des Wassers. Der genaue Druck kann so gewählt werden,
dass ein Sicherheitsabstand im Falle einer Überhitzung erhalten wird, wobei
es jedoch kein wirklicher Vorteil ist, einen sehr viel höheren Druck
anzuwenden als zur Verhinderung des Siedens erforderlich ist. Der
Extruder ist vorzugsweise ein kontinuierlicher Zweischneckenextruder.
Ein Beispiel für
einen geeigneten Extruder ist ein gleichsinnig drehender Zweischneckenmikroextruder
18 GL 40DTM von Leistritz.
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Das
Polymer ist ein Feststoff oder eine hoch viskose Flüssigkeit
bei Normaltemperaturen, vorzugsweise ein Feststoff. Unter einem
hoch viskosen Polymer sind Polymere einer Viskosität zu verstehen, die
vorzugsweise größer ist
als 100 Pa·s,
gemessen bei einer Scherrate von 10 s-1 bei
20 °C. Mit "fest" wird gemeint, dass
es bei 20 °C
fest ist.
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Beispiele
für geeignete
Polymere sind Polyester, Polyamide, Polycarbonate, Polyolefine,
Polyurethane, Polyharnstoffe, Polyimide, Phenoxyharze und Mischungen
aus diesen und ggf. anderen Polymeren, die in der Lage sind, mit
Härtern
und Vernetzern zu reagieren. Bevorzugte Polymere sind Polyester
und Polyolefine. Insbesondere sind kristalline Polyester und Polyolefine
bevorzugt, wenn die Polymerdispersionen für Beschichtungen verwendet
werden sollen. Vorzugsweise ist es ein kristalliner Polyester. Kristalline
Polyester machen normalerweise besondere Schwierigkeiten, wenn man
wässrige
Dispersionen durch Extrusion herstellt, und zwar aufgrund ihres
hohen Schmelzpunktes.
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Wenn
das Polymer ein Polyester ist, ist es typischerweise aus einem Glykol
und einer Disäure und
ggf. einem Verzweigungsmittel hergestellt. Beispiele für nützliche
Glykole sind Ethylenglykol, Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Diethylenglykol,
Cyclohexandimethylol. Beispiele für nützliche Disäuren sind Terephthalsäure, Isophthalsäure, Naphthalin-di-carbonsäure, Maleinsäure, Adipinsäure, Sebacinsäure und
Cyclohexan-di-carbonsäure. Beispiele
für nützliche
Verzweigungsmittel sind Trimethylolpropan, Pentaerythrit und Trimellitsäureanhydrid.
Beispiele für
nützliche
Polyester sind Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT),
Copolymere aus Ethylenglykol und einer Mischung aus Terephthal-
und Isophthalsäure
(PET/I), Copolymere aus PET oder PBT mit aliphatischen Disäuren und
Isophthalsäure
und Polyethylennaphthenat (PEN).
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Beispiele
für nützliche
Polyamide sind Nylon 6, Nylon 6,6, Nylon 6,10, Nylon 6,12, Nylon
4,6, Nylon 11, und aromatische Nylons, die Polyamide sind, die Kondensate
von aromatischen Diaminen wie beispielsweise 1,3-Di(aminomethyl)benzol
umfassen.
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Beispiele
für nützliche
Polycarbonate sind 2,2-Bis(4-hydroxyphenol)propan
(Bisphenol A)-polycarbonat, das erhältlich ist von Enichem Spa,
Italien unter der Marke Sinvet.
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Beispiele
für nützliche
Polyolefine sind Homopolymere oder Copolymere von Ethylen und/oder Propylen.
Nützliche
Beispiele für
Homopolymere sind lineares Polyethylen niedriger Dichte, Polyethylen hoher
Dichte und Polypropylen. Nützliche
Beispiele für
Copolymere sind Copolymere aus Ethylen mit bis zu 40 Gew.-% anderer
alpha-Olefine oder olefinisch ungesättigter Carbonsäuren oder
Estern, wie beispielsweise Vinylacetat oder Niederalkyl (beispielsweise
C1 bis C4)-acrylaten oder -methacrylaten. Andere nützliche
Beispiele für
Copolymere sind Copolymere von Ethylen und Vinylalkohol. Nützliche
Polypropylencopolymere schließen
ein Copolymere, die bis zu 15 Gew.-% Ethylen aufweisen. Polyolefine können vorteilhafterweise
miteinander oder mit bis zu 30 Gew.-% Ethylen-Propylen-Kautschuken vermischt werden.
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Das
Polymer kann einen Schmelzpunkt von über 90 °C aufweisen und trotzdem zu
feinen wässrigen
Dispersionen verarbeitet werden. Vorzugsweise liegt der Schmelzpunkt
des Polymeren über
130 °C, stärker bevorzugt über 140 °C und am
stärksten
bevorzugt über
150 °C.
Polymere mit Schmelzpunkten unter 90 °C können ebenfalls verwendet werden,
wobei es jedoch bei diesen Polymeren keinen großen Vorteil bietet, Drucke
oberhalb des normalen Atmosphärendrucks
anzuwenden.
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Das
wässrige
Medium ist eines, das im Wesentlichen Wasser umfasst. Es können bis
zu 40 Gew.-% wassermischbare organische Lösemittel in dem wässrigen
Medium vorhanden sein. Wenn das Lösemittel einen Siedepunkt unter
dem von Wasser aufweist, kann es erforderlich sein, den Druck im
Extruder zu erhöhen,
um das Lösemittel
am Sieden zu hindern. Vorzugsweise gibt es in dem wässrigen
Medium nur wenig oder kein organisches Lösemittel, beispielsweise weniger
als 30 Gew.-%, stärker bevorzugt
weniger als 10 Gew.-% und am stärksten
bevorzugt weniger als 5 Gew.-%.
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Vorzugsweise
enthält
die Dispersion mehr als 25 Gew.-% wässrige Phase, stärker bevorzugt mehr
als 30 % und besonders bevorzugt mehr als 35 %.
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Das
Dispergiermittel ist ein Material, das dazu beiträgt, die
Polymerschmelze zu emulgieren, und es kann die dispergierten Polymerteilchen
stabilisieren, um ein Ausflocken oder Absetzen zu verhindern. Ein
typisches Dispergiermittel ist Polyvinylalkohol, der vorzugsweise
teilweise hydrolysiert ist. Alternativ kann ein wasserdispergierbares
säurefunktionelles
Acrylpolymer-Dispergiermittel verwendet werden, wie beispielsweise
ein Laurylmethacrylat/Rcrylsäure-Copolymer.
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Die
Teilchengröße des dispergierten
Polymers hängt
von der Viskosität
des geschmolzenen Polymers ab, und somit von den Eigenschaften des Polymers
und der Temperatur in der Dispergierzone. Sie hängt auch von der einwirkenden
Scherung ab und somit von der Geschwindigkeit und Konfiguration der
Schnecken des Extruders. Das Verfahren kann dazu verwendet werden,
Polymerdispersionen mit einer mittleren Teilchengröße von weniger
als 10 μm herzustellen,
was unter Anwendung eines Mahlprozesses sehr schwer zu erreichen
ist. Aufgrund des Verfahrens, nach dem sie hergestellt werden, sind die
Teilchen sphärisch.
Die kleine Größe der Teilchen und
ihre sphärische
Form macht sie besonders nützlich
für Beschichtungen
und Klebstoffe. Sie sind besonders nützlich in Beschichtungsanwendungen, wenn
ein dünner Überzugsfilm
benötigt
wird, beispielsweise, wenn Filme mit einer Dicke unter 10 μm gewünscht werden,
wie beispielsweise beim Beschichten von Lebensmittel- und Getränkedosen.
Bevorzugte Teilchengrößen für flüssige Beschichtungszusammensetzungen
sind 0,1 bis 20 μm,
und für
Pulverbeschichtungsverwendungen ist der bevorzugte Bereich 1 bis
50 μm.
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Andere
herkömmliche
Beschichtungsbestandteile, wie Pigmente, Füllstoffe, Wärmestabilisatoren, Lichtstabilisatoren,
Biocide, Verdickungsmittel, Härtungsmittel,
Vernetzer, Tenside, können
ebenfalls zugesetzt werden. Diese können dem Polymer beigefügt werden,
wenn es in den Extruder gegeben wird, mit dem wässrigen Medium injiziert werden, oder
können
der fertigen Dispersion zugesetzt werden.
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Die
Dispersionen können
weiterverarbeitet werden, um überschüssiges Dispergiermittel
zu entfernen, beispielsweise durch Zentrifugieren und Dekantieren
des Überstands
und ggf. Redispergieren in reinem Wasser, um die Wasserempfindlichkeit
bei den fertigen Filmen zu vermindern, die durch das Dispergiermittel
eingeführt
wird.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ermöglicht
erstmals die Herstellung von niederviskosen wässrigen Dispersionen von Polymeren
mit einem Schmelzpunkt von mehr als 90 °C. Gemäß der vorliegenden Erfindung
wird eine wässrige
Dispersion von im Wesentlichen sphärischen Teilchen von Polymeren
geschaffen, die ausgewählt
sind aus der Gruppe, die besteht aus Polyestern, Polyamiden, Polycarbonaten,
Polyolefinen, Polyurethanen, Polyharnstoffen, Polyimiden und Phenoxyharzen,
mit einer Viskosität unter
10 Pa·s,
in denen das Polymer einen Schmelzpunkt von mehr als 90 °C aufweist.
Insbesondere gestattet das Verfahren erstmals die Herstellung von wässrigen
Dispersionen von im Wesentlichen sphärischen Teilchen von kristallinen
Polyestern, die ein Erhitzen auf mehr als 150 °C erfordern, um sie zu schmelzen,
und zwar ohne wesentlichen Abbau des Polymers durch Reaktion mit
Wasser. Der Grund dafür
liegt in der relativ kurzen Zeit, für die die Polymerdispersion über die
Schmelztemperatur des Polymers erhitzt bleibt, und zwar im Gegensatz
zu Batch-Verfahren, bei denen die Polymerdispersion länger bei
Temperaturen oberhalb der Polymer-Schmelztemperatur gehalten wird.
Da ferner das Polymer als Schmelze dispergiert wird, und nicht gemahlen
wird, sind die dispergierten Polymerteilchen sphärisch und nicht irregulär geformt.
Sphärische Teilchen
sind bevorzugt, da sie die Neigung zeigen, einen besseren Verlauf
in den endgültigen
Beschichtungsfilmen zu liefern und zwar verglichen mit irregulär geformten
Teilchen aus dem Mahlen. Es können auch
Polymerdispersionen hergestellt werden, die frei von organischem
Lösemittel
sind.
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Die
erhaltenen Teilchen können
in Beschichtungsanwendungen entweder in dispergierter Form oder
in Form eines Pulvers verwendet werden, bei dem die Polymerteilchen
aus dem wässrigen
Medium isoliert wurden. Die Polymerteilchen können nach herkömmlichen
Techniken, wie beispielsweise durch Filtrieren, Sprühtrocknen,
Gefriertrocknen, Zenrifugieren oder Dekantieren oder Ofentrocknung
isoliert werden. Iso lierte Teilchen können gewünschtenfalls in einem anderen
flüssigen
Träger
redispergiert werden.
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Die
Erfindung wird nunmehr mit Hilfe der nachfolgenden Beispiele illustriert:
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Beispiel 1
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Eine
wässrige
Dispersion wurde wie folgt hergestellt. Pellets eines kristallinen
Polyesterpolymers 88EGTM von Bostik wurden
in einer Menge von 3 kg/h dem Einlass eines gleichsinnig drehenden Zweischnecken-Leistritz-Mikro-18
GL 40DTM-Extruders
zugeführt,
wobei die Schnecken mit 350 Umdrehungen pro Minute rotierten. Der
Druck am Extruderausgang wurde mit Hilfe eines selbstregulierenden Überdruckventils
auf 8 bar gehalten. Die acht Heizzonen in dem Extruder wurden so
eingestellt, dass vom Einlass zum Auslass das folgende Temperaturprofil (in °C) eingehalten
wurde:
180 – 280 – 240 – 150 – 150 – 150 – 150 – 150.
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In
der dritten Zone befand sich eine Injektionsöffnung, durch die ein wässriges
Dispergiermittel (zu 88 % hydrolysierter Polyvinylalkohol, 30 Gew.-% in
Wasser, verkauft als Gohsenol GL05TM) zu
1 kg/h injiziert wurde. In der fünften
Zone war eine Injektionsöffnung,
durch die Wasser zu 4 kg/h unter Druck bei 150 °C injiziert wurde.
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Die
resultierende Polymerdispersion wies eine mediane Teilchengröße von 1,92 μm und eine Viskosität von 27
mPa·s
(Brookfield-Viskosimeterspindel 2 bei 12 U/min) auf. Die Polymerdispersion wurde
zur Entfernung des Dispergiermittels gewaschen, indem man sie zentrifugierte
und den flüssigen Überstand
dekantierte, es wurde Wasser zugesetzt, und die Teilchen wurden
durch Rühren
redispergiert. Das Zentrifugieren und Dekantieren wurde wiederholt,
und abschließend
wurde das Polymer in Wasser durch einfaches Rühren redispergiert, um eine
Beschichtungszusammensetzung zu bilden. Diese wurde auf eine Aluminiumtafel
aufgetragen und 5 Minuten auf 230 °C erhitzt, um einen Film mit einer
Dicke von 10 μm
zu bilden. Der auf diese Weise gebildete Film wurde mit einem Film
der gleichen Dicke verglichen, der aus den gleichen Polymerpellets, aufgelöst in heißem Cyclohexanon
unter Bildung einer 15 Gew.-%igen Lösung, gebildet wurde. Beide Filme
wurden auf Anlaufbeständigkeit
durch Kochen in 3 %iger-wässriger
Essigsäure
für 30
Minuten getestet. Die Flexibilität
des Films wurde nach dem Keiltest bestimmt. Beide Filme lieferten
identische Ergebnisse, was zeigt, dass das erfindungsgemäße Verfahren
keinen schädigenden
Effekt auf das Polymer aufweist.
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Beispiel 2
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Eine
wässrige
Dispersion wurde wie folgt hergestellt. Pellets des Polyethylens
hoher Dichte Eraclene MS80 von Enichem (Schmelzflussindex 35 g/10
min, 190 °C,
2,16 kg) wurden in einer Menge von 3 kg/h dem Einlass eines gleichsinnig
drehenden Zweischnecken-Leistritz-Mikro-18 GL 40D-Extruders zugeführt, wobei
die Schnecken mit 500 Umdrehungen pro Minute rotierten. Die acht
Heizzonen des Extruders wurden auf das folgende Temperaturprofil
(in °C)
vom Einlass zum Auslass eingestellt:
190 – 250 – 190 – 160 – 160 – 160 – 160 – 160.
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In
der dritten Zone befand sich eine Injektionsöffnung, durch die ein wässriges
Dispergiermittel (Gohsenol GL05, 30 Gew.-% in Wasser) zu 1 kg/h
injiziert wurde. In der fünften
Zone befand sich eine Injektionsöffnung,
durch die Wasser zu 4 kg/h unter Druck bei 160 °C injiziert wurde.
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Die
Dispersion wurde in einem wassergekühlten Druckbehälter gesammelt,
der unter Stickstoff auf 7 bar gehalten wurde, und aus dem die Dispersion,
nachdem sie auf unter 100 °C
abgekühlt
war, periodisch entfernt werden konnte.
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Die
erhaltene Polymerdispersion wies eine mediane Teilchengröße von 11,00 μm und eine
Viskosität
von 44 mPa·s
(Brookfield Viskosimeter-Spindel 2 bei 12 U/min) auf.
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Beispiel 3
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Eine
wässrige
Dispersion wurde wie folgt hergestellt. Pellets des kristallinen
Polyesterpolymers 88EGTM von Bostik (7 Teile)
wurden mit einem Pigmentpasten-Masterbatch (1 Teil) vermischt, das 88
EGTM von Bostik (60 %), Pigment TiO2 (RTC30 von Tioxide, 33 %) und expoxidiertes
Leinöl
(Edenol B316 von Henkel, 7 %) umfasste. Das Ganze wurde in einer
Menge von 2 kg/h dem Einlass eines gleichsinnig drehenden Zweischnecken-Leistritz-Mikro-18 GL
40D-Extruders zugeführt,
wobei die Schnecken mit 300 Umdrehungen pro Minute rotierten. Die
acht Heizzonen des Extruders wurden auf das folgende Temperaturprofil
(in °C)
vom Einlass zum Auslass eingestellt:
180 – 280 – 250 – 160 – 160 – 160 – 160 – 160.
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In
der dritten Zone befand sich eine Injektionsöffnung, durch die ein wässriges
Dispergiermittel (Gohsenol GL05, 30 Gew.-% in Wasser) zu 1 kg/h
injiziert wurde. In der fünften
Zone befand sich eine Injektionsöffnung,
durch die Wasser zu 3 kg/h unter Druck bei 160 °C injiziert wurde.
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Die
Dispersion wurde in einem wassergekühlten Druckbehälter gesammelt,
der unter Stickstoff auf 7 bar gehalten wurde, und aus dem die Dispersion,
wenn sie einmal unter 100 °C
abgekühlt
war, periodisch entfernt werden konnte.
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Die
resultierende Polymerdispersion wies eine mediane Teilchengröße von 5,74 μm und eine Viskosität von 59
mPa·s
(Brookfield Viskosimeter-Spindel 2 bei 12 U/min) auf.