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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verabreichungssystem zur Anwendung
auf der Haut. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Membran-Verabreichungssystem,
das bei der Verabreichung von biologisch aktiven Materialien an
die Haut geeignet ist.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Das
Problem der wirksamen Verabreichung von Wirkstoffen an die gewünschten
Zielstellen ist eines, das sowohl in der kosmetischen als auch pharmazeutischen
Industrie immer noch besteht. Die topische Verabreichung von Wirkstoffen
ist besonders schwierig, da im Gegensatz zur parenteralen oder oralen
Verabreichung, obgleich die Haut sicherlich leicht zugänglich ist,
die Exposition der Stelle, an der das Produkt verabreicht wird,
dem Ziel der vollständigen
wirksamen Aufnahme des Wirkstoffs durch den Zielbereich entgegenstehen
kann. Typische Vehikel für
topische Verabreichungen waren bisher normalerweise Lotions, Cremes
und Gele, relativ viskose Fluide, die in die Haut eingerieben werden,
und einen unmittelbaren Kontakt mit der Zielregion bereitstellen.
Diese Vehikel werden häufig
sehr erfolgreich zur wirksamen Verabreichung sowohl bei der kosmetischen
als auch pharmazeutischen Verabreichung angewandt. Allerdings sind
sie als solche nicht in der Lage, den Wirkstoff darin über lange
Zeiträume
abzugeben, was manchmal für
die größtmögliche Wirksamkeit des
Wirkstoffs erforderlich ist. Zusätzlich
sind sie hinsichtlich eines streng praktischen Gesichtspunkts häufig nicht
sehr transportabel, so dass es für
den Anwender häufig
erforderlich ist, ein sperriges Glas oder eine sperrige Flasche
mit sich zu führen,
wenn das Produkt außer
Haus verwendet werden soll.
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Dermalpflaster
stellen eine Alternative zu den flüssigen Anwendungsformen dar.
Diese Vorrichtungen können
in einer Vielzahl von Formen auftreten, die alle die Fähigkeit
der Haftung an der Haut besitzen und dadurch einen verlängerten
Kontakt zwischen der Wirkstoffenthaltenden Zusammensetzung und dem
Zielbereich ermöglichen.
Sie besitzen auch den Vorteil relativ kompakt und transportabel
zu sein, und erlauben eine sehr präzise Verabreichung von Produkt
an den zu behandelnden Bereich. Diese Pflaster gibt es in einer
Vielzahl von Formen, die manchmal Fluidreservoire für die aktive
Komponente enthalten, andere, die Trockenbestandteile enthalten,
die bei Kontakt mit der Feuchtigkeit in der Haut freigesetzt werden.
Viele erfordern eine Form von Klebstoff, um sie für eine angemessene
Zeit mit der Haut in Verbindung zu halten. Ein unterschiedlicher
Typ von Pflaster wird trocken aufgebracht, wobei Wasser zur Benetzung
des Pflasters unter Bildung eines klebrigen Films, der auf der Haut
gehalten wird, angewandt wird. Solche Filme müssen normalerweise von der
Haut abgewaschen oder abgezogen werden, und können sehr sichtbar sein. Aus
diesem Grund können sie ästhetisch
betrachtet unschön
sein.
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WO
97/02845 offenbart einen Film zur topischen Anwendung bei der Behandlung
von Wunden, welcher Hyaluronsäure
oder Salze davon und Hydrokolloide einschließt. Der Film wird über Nacht
Ofen-getrocknet.
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Somit
besteht weiterhin Bedarf an topischen Verabreichungssystemen, die
im Gebrauch zweckmäßiger und
eleganter sind als die bisherigen Verabreichungsformen und Verabreichungsvorrichtungen,
während sie
gleichzeitig die Wirksamkeit der Bereitstellung der gewünschten
Wirkstoffe für
den Zielorten beibehalten. Die vorliegende Erfindung stellt nun
ein solches System bereit.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung stellt ein Verabreichungssystem zur topischen Verabreichung
an die Haut bereit, umfassend eine gefriergetrocknete, teilweise
vernetzte polymere Gelmembran, die bei Anwendung eines Netzmittels reversibel
in eine lösliche
Gelform umgewandelt werden kann. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Membran auch biologisch aktive Mittel zur Verabreichung
an die Haut. Im Gegensatz zu bisherigen "Pflastern" oder gleichwertigen lokalen Behandlungen,
die abgewaschen oder abgelöst
werden müssen, nimmt
die erfindungsgemäße Membran
beim Naßmachen
ihre frühere
Gelform ein, die leicht in die Haut eingerieben werden kann, wodurch
die aktiven Mittel abgegeben werden und im Wesentlichen keinen vom
Anwendungsbereich zu entfernenden Rückstand hinterlassen. Ein zusätzlicher
Vorteil besteht darin, dass die Membran auch die darin enthaltenen
Wirkstoffe stabilisiert und dadurch eine längere Lagerungs- und Aufbewahrungsdauer
des ansonsten potentiell instabilen aktiven Materials erlaubt.
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Die
Erfindung stellt ein Verabreichungssystem zur topischen Anwendung
eines biologischen aktiven Mittels auf der Haut bereit, umfassend
eine gefriergetrocknete, teilweise vernetzte polymere Gelmembran,
wobei die Membran ein vernetzbares Polymer umfasst, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Alginaten, Stärken und Kollagen, ein Vernetzungsunterbrechungsmittel,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Abbauprodukten und Derivaten von Chitin
und Mucopolysacchariden, und ein biologisch aktives Mittel.
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Die
Erfindung stellt ein kosmetisches Verfahren zur Verabreichung eines
biologisch aktiven Mittels an die Haut bereit, welches das Aufbringen
auf die Haut des Verabreichungssystems nach Anspruch 1, das das biologisch
aktive Mittel umfasst, das Benetzen der Membran mit einem Netzmittel,
wobei die Membran beim Benetzen in eine lösbare Gelform zurückkehrt,
umfasst.
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Die
Erfindung stellt auch einen Testsatz zur Verabreichung eines biologisch
aktiven Mittels an die Haut bereit, wobei der Testsatz mindestens
eine gefriergetrocknete teilweise vernetzte polymere Gelmembran
umfasst, die beim Anwenden eines Netzmittels in eine lösbare Gelform
zurückkehrt,
und ein Netzmittel dafür
umfasst.
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Die
Erfindung betrifft das vorstehend beschriebene Verabreichungssystem,
das das biologisch aktive Mittel zu seiner Verwendung bei einem
Verfahren zur Verabreichung eines biologisch aktiven Mittels an
die Haut umfasst, welches das Aufbringen auf die Haut des Verabreichungssystems
nach Anspruch 1, das das biologisch aktive Mittel umfasst, das Benetzen
der Membran mit einem Netzmittel, wobei die Membran beim Benetzen
in eine lösbare
Gelform zurückkehrt,
umfasst.
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Die
Erfindung betrifft die Verwendung des vorstehend beschriebenen Verabreichungssystems,
das das biologisch aktive Mittel zur Herstellung eines Verabreichungssystems
zur Verabreichung des biologisch aktiven Mittels an die Haut umfasst,
wobei die Verabreichung das Aufbringen auf die Haut des Verabreichungssystems
nach Anspruch 1, das das biologisch aktive Mittel umfasst, das Benetzen
der Membran mit einem Netzmittel, wobei die Membran beim Benetzen
in eine lösbare
Gelform zurückkehrt,
umfasst.
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Die
Erfindung betrifft die Verwendung eines biologisch aktiven Mittels
zur Herstellung des obigen Verabreichungssystems zur topischen Anwendung
zur Verabreichung des biologisch aktiven Mittels an die Haut, wobei
die Verabreichung das Aufbringen auf die Haut des obigen Verabreichungssystems,
das das biologisch aktive Mittel umfasst, das Benetzen der Membran
mit einem Netzmittel, wobei die Membran beim Benetzen in eine lösbare Gelform
zurückkehrt,
umfasst.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
erfindungsgemäßen Membranen
beruhen auf einem teilweise vernetzten Gelnetzwerk aus polymeren
Material mit einer Struktur, die ausreicht, um die Suspension von
einem oder mehreren Wirkstoffen zu ermöglichen und um einem Gefriertrocknungsverfahren
standzuhalten, dessen Struktur allerdings auch reversibel ist, so
dass später,
wenn Wasser oder ein anderes Netzmittel angewandt wird, die Rückkehr der
Membran in den Gelzustand möglich
ist. Die Reversibilität
der Struktur gestattet es dem Anwender dann, den Gelfilm in die
Haut einzureiben, wodurch die Notwendigkeit des Abspülens oder
Abziehens eines getrockneten Films vermieden wird, wie es bei anderen
Typen von Hautpflastern erforderlich ist.
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Eine
Anzahl von verschiedenen Typen von Polymeren können als Grundlage für die Membran
verwendet werden. Die eingesetzten Polymere müssen natürlich ausreichend wasserlöslich sein,
um auf das wässrige Netzmittel
zu reagieren, das gegebenenfalls angewandt wird. Bevorzugte Polymere
sind diejenigen, die beim Vernetzen einen faserigen Typ von Gelnetzwerk
erzeugen, wobei die Festigkeit der Fasern entsprechend ist, um dem
Gefriertrocknungsverfahren standzuhalten, allerdings wie angemerkt,
sie angemessen wasserlöslich sind,
um ein Wiederbenetzen zu ermöglichen.
Besonders bevorzugt sind Gele auf der Grundlage von Alginsäure, d.h.
beispielsweise Natrium- oder Calciumalginatgele. Allerdings können auch
andere Typen von vernetzbaren gelbildenden Polymeren verwendet werden;
Beispiele für
alternative Grundlagen für
das Gel umfassen Kollagen, insbesondere teilweise hydrolysiertes
Kollagen oder vernetzbare Stärken.
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Die
Membran wird durch Standard-Vernetzungsverfahren für das gewählte gelbildende
Polymer gebildet. Wenn das gewählte
Gel beispielsweise ein Alginat ist, wird dies normalerweise durch
Zugabe einer Lösung,
die Metallionen enthält,
zu einer Aufschlämmung
des Alginats und von Wasser erreicht. Beispiele für geeignete
Quellen solcher Metallionen umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf,
stark elektrolytische kosmetisch oder pharmazeutisch verträgliche Säuresalze
von ein- oder mehr bevorzugt zwei- oder dreiwertigen Metallen, wie
K+, Ca+2, Al+3, Fe+2, Fe+3, Cu+2 oder Mn+2. Die relativen Anteile der Komponenten
in der Aufschlämmung
sind nicht sehr kritisch. Für
das nasse Gel macht das Polymer allerdings normalerweise etwa 0,5
bis etwa 10 Gew.-% aus; und die Metallsalze werden normalerweise
in einer Menge von etwa 0,5 bis etwa 3% zugesetzt. Die Menge des
Polymers relativ zu den restlichen trockenen, in die Membran einzuschließenden Inhaltsstoffen
beträgt
normalerweise etwa 30 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise etwa 45 bis etwa
55 Gew.-% der trockenen Zusammensetzung. Gele auf der Grundlage
von anderen Polymeren werden ebenfalls nach bekannten Techniken
hergestellt. Wenn beispielsweise Kollagen die gewählte Grundlage
für das
Gel ist, ist das Vernetzungsmittel normalerweise ein Aldehyd, und
auch bei Stärke
ist eine große
Anzahl von Vernetzungsmitteln, wie Phosphoroxychlorid oder Epichlorhydrin,
geeignet. In sämtlichen Fällen ist
das Verfahren der Gelbildung bis zu diesem Punkt eine routinemäßige Herstellung
des gewählten
Typs von Gel.
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Für die Zwecke
der vorliegenden Membran ist es allerdings erwünscht, etwas in das Vernetzen
einzugreifen, allerdings nur teilweise, so dass ein entsprechend
stützendes
Netzwerk gebildet wird, jedoch auch die Umkehr der Struktur der
Matrix zurück
zu ihrem ursprünglichen
Gelzustand bei Kontakt mit Wasser möglich ist. Um dies zu erreichen,
wird der Aufschlämmung
von Metallionen und Polymer ein Vernetzungsunterbrecher zugesetzt.
Allgemein ist der Unterbrecher ein hygroskopisches Material und
vorzugsweise von recht hohem Molekulargewicht. Die Größe der Moleküle unterstützt das
Eingreifen in das Vernetzen, während
die hygroskopische Eigenschaft schließlich das Widerbenetzen der
Membran zu einer gegebenen Zeit unterstützt. Beispiele für Materialien
dieses Typs umfassen Abbauprodukte und Derivate von Chitin und Mucopolysacchariden,
beispielsweise Chitosan, Hyaluronsäure, Glucuronsäure und
Oligosaccharide (natürliche
oder synthetische), die Glucosamin-, Galactosamin- und/oder Mannosamin-Monomereinheiten;
hygroskopische, wasserlösliche
Aminosäuren
oder Peptide davon, die beispielsweise aus Glycin oder Lysin oder
Glycerin und Glycerinderivaten bestehen, umfassen. Ein besonders
bevorzugter Vernetzungsunterbrecher ist Hyaluronsäure. Der Unterbrecher
wird in einer Menge verwendet, die ausreicht, so dass sie etwa 0,01
bis etwa 10%, vorzugsweise etwa 1 bis etwa 8 Gew.-% der trockenen
Membran ausmacht.
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Obwohl
das durch das vernetzte Polymer gebildete Gel einen angemessenen
Film bildet, um das Produkt zum Zeitpunkt des Benetzens auf der
Haut zu halten, kann es auch erwünscht
sein, dem Membrangemisch kleine Mengen zusätzlicher filmbildender Mittel
zuzugeben. Solche filmbildenden Mittel sollten ebenfalls wasserlöslich sein
und sollten in solchen Mengen verwendet werden, dass sie die Löslichkeit
der Membran auf der Haut nicht beeinträchtigen. Beispiele für geeignete
filmbildende Mittel für
diesen Zweck umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, Kollagenderivate,
Cellulosederivate, z.B. Carboxymethylcellulose, Hydroxymethylcellulose,
Hydroxypropylcellulose, Homo- und Copolymere von Vinylpyrrolidon,
z.B. PVP oder PVP/PVA-Copolymere; Homo- oder Copolymere von Vinylalkohol,
wie Polyvi nylalkohol, Homo- oder Copolymere von Acrylsäure und/oder
Methacrylsäure,
und Salze und Ester davon, oder Gummen, z.B. Xanthangummi, Guargummi, Alginate
oder Carrageenan. Sofern verwendet, wird der zusätzliche Filmbildner in einer
Menge von etwa 0,001 bis etwa 25 Gew.-% der trockenen Membran, vorzugsweise
von etwa 0,1 bis etwa 20 Gew.-% verwendet. Es kann auch erwünscht sein,
allerdings ist es nicht essentiell, kleine Mengen an faserigem Material,
wie Rayon, zu verwenden, um die Struktur der Membran während der
Gefriertrocknung zu ergänzen.
Sofern überhaupt verwendet,
beträgt
die Menge vorzugsweise weniger als 10%, stärker bevorzugt weniger als
5%.
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Die
Membran wird zunächst
durch Herstellen einer Aufschlämmung
des gewählten
Polymers in Wasser und anschließende
Zugabe des Unterbrechers sowie aller zusätzlichen Materialien, wie filmbildende
Mittel und Wirkstoffe, hergestellt. Anschließend wird der Aufschlämmung die
wässrige
Lösung,
die das erforderliche Vernetzungsmittel enthält, zugesetzt, wodurch aufgrund
der Gegenwart des Unterbrechers eine teilweise vernetzte Matrix
aufgebaut wird. Anschließend
wird die feste Matrix unter bekannten Standardbedingungen gefriergetrocknet,
um sämtliches
Wasser zu entfernen, wodurch ein trockener Film oder ein Block gebildet
wird. Sodann wird der trockene Film oder Block in Scheiben geschnitten
oder anderweitig zerteilt oder zerschnitten, um Applikationsstücke der
gewünschten
Größe und Formen
mit einer Dicke im Allgemeinen von etwa 0,1 bis etwa 1,5 mm, vorzugsweise
von etwa 0,2 bis etwa 1 mm, und stärker bevorzugt von etwa 0,2
bis etwa 0,6 mm herzustellen. Die Enddicke ist je nach beabsichtigter
Anwendung eine Sache der Wahl. Die Formen der Applikationsstücke können auch
je nach ihrer beabsichtigten Endanwendung variiert werden und können so
groß oder
so klein sein wie für
den Zweck erforderlich.
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Zur
Funktion auf der Haut muss die Membran wieder mit einer Benetzungslösung oder
einem Aktivator benetzt werden. Die Benetzungslösung kann in Abhängigkeit
von der relativen Wasserlöslichkeit
des bei der Herstellung der Matrix verwendeten Polymers und der
Natur der zusätzlichen
Komponenten in der Membran so einfach sein wie normales Wasser.
Es ist allerdings bevorzugt, dass die Benetzungslösung leicht
sauer ist, d.h. einen pH-Wert zwischen etwa 2 bis etwa 6, vorzugsweise
von 4 bis etwa 6 aufweist, um die Auflösung der Matrix zu erleichtern.
Somit ist jede wässrige
Lösung,
die eine kosmetisch oder pharmazeutisch verträgliche Säure enthält, für die Verwendung bei der Wiederbenetzung
angemessen. Bei einer Ausführungsform
ist es allerdings besonders bevorzugt, dass die Benetzungslösung mindestens
eine α-
oder β-Hydroxysäure als
Säurekomponente
enthält.
Wie gut dokumentiert, besitzen diese Säuren an sich eine günstige Wirkung
auf die Haut, ebenso wie sie in der Lage sind, das Wiederbenetzen
der Membran zu verstärken.
Beispiele für
geeignete Säuren
für diesen
Zweck umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, Milchsäure, Glycolsäure, Citronensäure, α-Hydroxyoctansäure, α-Hydroxydecansäure, α-Hydroxylaurinsäure, Weinsäure, Glucouronsäure, Galactouronsäure, Acrylsäure, α-Hydroxybuttersäure, α-Hydroxyisobuttersäure, Äpfelsäure, Mandelsäure, Phosphorsäure, Pyrotraubensäure, Tartronsäure, Lactobionsäure und
Salicylsäure.
Die Säure
wird vorzugsweise in einer Konzentration von etwa 0,1 bis etwa 20
Gew.-% der Benetzungslösung
verwendet. Bei einer alternativen Ausführungsform, beispielsweise
im Falle, wobei die Membran einen sauren Wirkstoff enthält, kann
es erwünscht
sein, ein Bicarbonat in die Lösung
einzuarbeiten, so dass die Reaktion zwischen dem Bicarbonat und der
Säure eine
zusätzliche
Kraft zur Auflösung
der Membran erzeugt. In solchen Fällen enthält die Benetzungslösung in
der Regel wenig oder keine Säure,
so dass eine vorzeitige Reaktion von Säure und Bicarbonat vermieden
wird. Das Bicarbonat ist üblicherweise
Natrium- oder Kaliumbicarbonat, das in einer Menge von etwa 0,1
bis etwa 20 Gew.-% der Lösung
vorhanden ist. Bei einer Umkehr dieses Verfahrens kann das Bicarbonat
alternativ in die Membran eingearbeitet werden, und reagiert dann
mit einer sauren Benetzungslösung. Wiederum
muss in einem solchen Fall darauf geachtet werden, dass eine vorzeitige
Reaktion mit der Säure vermieden
wird; wenn darum die Membran einen sauren Wirkstoff enthält, kann
das Bicarbonat über
die trockene Membran gestreut und dann durch Exposition gegenüber der
Benetzungslösung,
die entweder normales Wasser oder saures Wasser sein kann, aktiviert
werden.
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Entweder
die Membran oder die Benetzungslösung
kann auch zusätzliche
frei wählbare
kosmetische Bestandteile enthalten, die zu der Ästhetik des Systems beitragen.
Beispielsweise kann eine Komponente des Systems kosmetische Öle, insbesondere
Silikonöle
oder Ester enthalten, um die Emmollience des Gels bei Verwendung
auf der Haut zu verbessern. In der Tat kann die Benetzungslösung selbst,
statt einer einfachen wässrigen
Lösung,
eine Wasser-und-Öl-Emulsion
oder ein Zweiflüssigkeitsschaum
sein. Ein Teil des Systems kann auch Lichtstreuer (Weichzeichnungspuder)
und/oder Silikonpolymere umfassen, die dazu beitragen, das Aussehen
der Membran auf der Haut weich erscheinen zu lassen. Perfluorether
können
auch eingesetzt werden, um die Verhinderung des Auslaufens (feathering)
in Bereichen, die dazu neigen, dass dies auftritt, wie die Oberlippe,
zu unterstützen.
Zudem ist es auch möglich,
wirksame Bestandteile in das Netzmittel einzuarbeiten. Weitere mögliche Komponenten
werden den Fachleuten leicht klar, wenn verstanden wird, dass zusätzliche Komponenten
die Unversehrtheit der Membran beim Trocknen oder die Fähigkeit
des Netzmittels zur Auflösung
der Gelmembran nicht beeinflussen.
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Wie
vorstehend angemerkt, kann das Benetzen der Membran mit normalem
Wasser erreicht werden, so dass die Membran als Verabreichungssystem
allein stehen kann. Allerdings werden bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung eine speziell angepasste Benetzungslösung, wie
vorstehend beschrieben, und die Membran-Applikationsstücke abgepackt
und zusammen in Form eines Testsatzes in den Handel gebracht. Die
Anwendung des Verabreichungssystems ist sehr einfach. Ein Membran-Applikationsstück wird
aus seinem Behälter
genommen, der beispielsweise eine Dose, ein Tütchen oder ein Folienbriefchen
oder dergleichen sein kann. Das Aufbringen auf die Haut kann auf
einem von zwei Wegen erreicht werden, die jeweils ein leichtes Benetzen
der Membran erfordern, um die Haftung auf der Haut zu erreichen.
Die Haut kann entweder etwas mit normalem Wasser oder mit einer
Benetzungslösung
benetzt und die Membran auf den zuvor benetzten Bereich aufgebracht
werden; alternativ kann die Anwenderin die Membran auf ihrem Finger
oder in ihrer Handfläche
etwas benetzen, ausreichend, um eine Haftung zu ergeben, allerdings
nicht, um sie aufzulösen, und
sodann das feuchte Pflaster auf der zu behandelnden Hautoberfläche anordnen.
Nach dem Aufbringen der Membran an Ort und Stelle bringt die Anwenderin
zusätzliches
Wasser oder eine Benetzlösung
auf die Membran auf, ausreichend, um sie wieder in ihre ursprüngliche lösbare Gelform
zurückzuverwandeln.
Anschließende
kann das Gel vollständig
in die Haut eingerieben oder eine zeitlang an Ort und Stelle belassen und
dann eingerieben werden.
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Die
wie vorstehend beschrieben hergestellte Membran besitzt eine Anzahl
von Anwendungsmöglichkeiten.
Ohne jede zusätzliche
Komponente kann die Membran auf die Haut aufgebracht und wieder
benetzt werden, und die aufgelöste
Membran auf der Haut kann zum vorübergehenden Strecken, Glätten, Straffen
und Widerbefeuchten der Haut, insbesondere Haut mit feinen Linien
und Falten, dienen. Allerdings liegt der größte Vorteil der Membran in
der Verabreichung von aktiven Materialien an die Haut. So ist es
besonders bevorzugt, dass die Membran einen oder mehrere Wirkstoffe,
entweder kosmetische oder pharmazeutische Wirkstoffe, entweder wasserlöslich oder öllöslich, mit
einer auf der Haut speziellen günstigen
Wirkung, einschließt.
Die Membran dient als ausgezeichnetes Verabreichungssystem für eine Vielzahl
von Wirkstoffen, insbesondere die Wirkstoffe mit einer besonders
günstigen
Wirkung bei lokalen Anwendungen auf betroffenen Bereichen. Ein besonderes
Beispiel ist die Verwendung der Membran für die Anwendung von Wirkstoffen
gegen Akne. Für
diesen Zweck werden die Antiakneverbindungen, wie Salicylsäure oder
Benzoylperoxid, in das Gel in den Mengen eingearbeitet, wie sie
bekanntlich für
die Aknebehandlung wirksam sind. Anschließend kann die so hergestellte
Membran zerschnitten werden, um beispielsweise kleine Scheiben bereitzustellen,
die direkt auf eine Unreinheitsstelle aufgebracht werden können. Ein
zusätzliches
Beispiel ist die Verwendung von Mitteln zur Behandlung der Symptome
der natürlichen
Alterung oder der Lichtalterung, die somit selektiv auf diejenigen
Bereiche der Haut, die der Behandlung bedürfen, aufgebracht werden können, beispielsweise
in den Winkeln der Augen oder entlang der Oberlippe. Wirkstoffe,
die für
diesen Zweck geeignet sind, umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, α- und β-Hydroxysäuren, Retinoide,
lösliches
Kollagen oder Kollagen-stimmulierende Verbindungen, wie Vitamin
C oder Derivate davon, Vitamin E und Derivate davon, N-Acetylcystein,
Elastin, Molkeprotein, Colostrum, N-Acetyl-D-glucosamin, Luteolin oder Antioxidantien,
wie grüner
Tee und die aktiven Fraktionen davon (EGCG/ECG). Aufheller, wie
Kojisäure,
Süßholzextrakte,
Ascorbinphosphate, Ascorbinglucoside, Ascorbinsäure oder Arbutin, können eingearbeitet
werden, um eine lokale Behandlung von Altersflecken, Sommersprossen
und Hautverfärbungen
im Zusammenhang mit Hormonänderungen
zu erlauben. Hautkonditioniermittel, z.B. Verbindungen, die der
Haut Feuchtigkeit verleihen oder die natürliche Lipidbarriere der Haut
verstärken,
wie Ceramide, Cholesterinsulfat, Fettsäuren, Weißbirkenextrakt und Sclareolid,
können ebenfalls
auf Bereiche, die dieses Verfahrens bedürfen, aufgebracht werden. Enzyme
mit Brauchbarkeit in oder auf der Haut, beispielsweise Proteasen,
Lipasen, Cerebrosidasen oder Melanasen, können in die Membran eingearbeitet
werden. Die Membranen können
auch zur Verabreichung von Hormonen, wie Östrogen, Progesteron oder DHEA,
verwendet werden. Im Falle des Einschlusses von einem oder mehreren
Wirkstoffen in die Membran wird der (die) Wirkstoffe) in einer Menge
eingearbeitet, die ausreicht, um die für diesen bestimmten Wirkstoff
bekannte wirksame Dosis zu verabreichen.
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Die
vorgenannten Beispiele sind nur als spezielle Erläuterungen
bereitgestellt; die Fachleute erkennen sofort den Umfang der Anwendungsmöglichkeit
des vorliegenden Verabreichungssystems. Es kann verwendet werden,
um praktisch jeden kosmetischen oder pharmazeutischen Bestandteil,
der aktiv ist oder bei topischer Verabreichung anderweitig eine
Wirkung besitzt, verwendet werden. Weitere Beispiele für therapeutische Wirkstoffe
umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, Analgetika, Anästhetika,
Bakterizide, Hefe-hemmende Mittel, Fungizide, antivirale Mittel,
Mittel gegen Dermatitis, antipruriginöse Mittel, Antiemetika, Mittel
gegen Bewegungskrankheit, reizhemmende Mittel, entzündungshemmende
Mittel, antihyperkeratotische Mittel, Mittel gegen trockene Haut,
Antitranspirantien, Mittel gegen Psoriasis, Mittel gegen Seborrhö, Antiagingmittel,
Mittel gegen Asthma, Bronchiodilatoren, Sonnenschutzmittel, Antihistaminika,
Wundheilungsmittel, Vitamine, Kortikosteroide oder Bräunungsmittel.
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Das
Membran-Verabreichungssystem, wie vorstehend beschrieben, besitzt
eine Anzahl von Vorteilen gegenüber
den traditionellen, zur Verabreichung von Wirkstoffen an die Haut
verwendeten Vehikeln, sowie gegenüber anderen Typen von Pflastern.
Die Applikationsstücke
sind zweckmäßig anzuwenden
und leichter zu transportieren und zu lagern als Flaschen und Behälter von
Lotionen und Cremes. Wie andere pflasterartige Produkte kann die
erfindungsgemäße Membran
für längere Zeiträume auf
der Haut verbleiben und gestattet darum die lang anhaltende Verabreichung
von Wirkstoffen an die Haut; allerdings muss im Gegensatz zu anderen
Hautpflastern und Filmen die wiederbenetzte Membran nicht nach Gebrauch
abgezogen oder abgewaschen werden, sondern löst sich einfach auf und wird
in die Haut eingerieben, und in der Tat kann sie durch das Einreiben
des Gels unmittelbar nach dem Aufbringen und Benetzen unmittelbare
günstige
Wirkungen bereitstellen und dadurch das potentiell unschöne Aussehen
eines Pflasters an einer sehr sichtbaren Stelle, wie das Gesicht,
vermeiden. Diese Vorteile allein machen die Membran zu einem hervorragenden
Produkt. Ein zusätzlicher
Vorteil kann allerdings in der Tatsache gefunden werden, dass die
Membran auch als Stabilisator für die
Wirkstoffe dient. Da die Applikationsstücke bis zum Gebrauch in einem
trockenen Zustand gehalten werden, behalten die Wirkstoffe, die
normalerweise durch die Gegenwart von Wasser oder anderen Umweltfaktoren
nachteilig beeinflusst werden, z.B. Retinoide, Grüntee-Polyphenole,
Enzyme oder Vitamin C, im Wesentlichen ihre Aktivität, auch
nach längeren
Lagerungszeiten, bei. Normalerweise müssen Verbindungen wie diese speziell
formuliert oder in einer Spezialverpackung abgegeben werden, um
ihre Aktivität
beizubehalten, bevor das Produkt den Verbraucher erreicht. Es ist
recht unerwartet, dass solche labile Wirkstoffe in so einfacher
und relativ kostengünstiger
Weise stabil gemacht werden können.
In einigen Fällen
allerdings kann es wünschenswert
sein, besonders labile Wirkstoffe in verkapselter Form bereitzustellen,
um ihre Aktivität
weiter zu stabilisieren.
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BEISPIELE
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Beispiel
1: Dieses Beispiel erläutert
die Herstellung einer erfindungsgemäßen Membran.
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Eine
Aufschlämmung
von Natriumalginat, 10 Gew.-% in Wasser, wird hergestellt. Dieser
Aufschlämmung
werden 1 Gew.-% Hyaluronsäure,
2% Salicylsäure
und 1% Kollagen als filmbildendes Mittel zugesetzt, und die kombinierten
Bestandteile werden sorgfältig
gemischt.
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Der
Aufschlämmung
werden 3 Gew.-% Calciumchlorid zugesetzt, um das Alginat zu vernetzen.
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Das
resultierende Gel wird unter Standard-Gefriertrocknungsbedingungen
zu Blöcken
gefriergetrocknet und sodann auf eine Dicke von 0,5 mm in Scheiben
und auf die Form von Wafern geschnitten.
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Zur
Herstellung einer Benetzungslösung
wird Äpfelsäure in einer
Menge von 2 Gew.-% zu Wasser zugesetzt.
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Zur
Verwendung des Wafers als Produkt gegen Hautunreinheiten benetzt
der Anwender den Hautbereich, der die zu behandelnde Unreinheit
enthält,
leicht. Sodann wird der Wafer auf die befeuchtete Haut gepresst
und die Benetzungslösung
auf den Wafer aufgebracht. Ein kurzes sanftes Reiben des benetzten
Wafers bewirkt die Auflösung
der Membran zu einem Gel, und das Gelvehikel wird weiter eingerieben,
so dass die Salicylsäure
an die Unreinheitsstelle abgegeben wird und praktisch keine Spur
des ursprünglichen
Wafers auf der Haut hinterlässt.
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Beispiel
2: Dieses Beispiel erläutert
die Zusammensetzung einer erfindungsgemäßen trockenen Membran.
| Material | Gewicht
(g/100 g) |
| Natriumalginat | 48 |
| Cellulosegummi | 19 |
| Squalan | 11 |
| Rayon | 9 |
| PPG-15-Stearylether | 4,5 |
| Hyaluronsäure | 5 |
| Kaliumcarbonat | 0,5 |
| PEG-40-Sorbitanperoleat | 2 |
| lösliches
Kollagen | 1 |