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Die
Erfindung hat Verfahren zum Nachweis, zur Identifizierung und/oder
zum Screenen von Verbindungen, die insbesondere für die Behandlung
von Krebserkrankungen oder von bestimmten neurodegenerativen Erkrankungen,
die mit Unregelmäßigkeiten
bei der Regulation der Tumorsuppression und/oder der Apoptose, in
dem biologischen p53-Stoffwechselweg verbunden sind, zum Gegenstand.
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Die
Apoptose oder der Zelltod ist ein komplexes Phänomen, welches durch zahlreiche
Proteine reguliert wird, darunter das Protein p53. Dieses Protein
wechselwirkt mit zahlreichen anderen Proteinen und seine Expression,
die die Phänomene
des Zelltods und der Tumorreversion induziert, kann mit der Induktion
oder der Repression der Expression von anderen zellulären Genen
korreliert werden.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben so Gene, die während der
Kaskade, die zu Tumorrepression und/oder Apoptose führt (TSAP
für „Tumor
Suppressor Activated Pathway"),
induziert und aktiviert werden, oder Gene, die reprimiert werden
(TSIP für „Tumor
Suppressor Inhibited Pathway"),
nachgewiesen. Diese Gene haben insbesondere den Gegenstand der Patentanmeldungen WO
97/22695 oder WO 00/08147 gebildet.
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Es
ist wichtig, die Mechanismen der p53-Kaskade genau verstehen zu
können,
um neue Verbindungen, welche eine Antitumoraktivität aufweisen
(welche insbesondere die Apoptose oder die Tumorsuppression induzieren
können)
oder für
die Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden
können,
erzeugen zu können.
Tatsächlich
haben die Erfinder der vorliegenden Anmeldung gezeigt, dass das
Presenilin 1 (PS1), für
welches eine Rolle bei der Alzheimer'-Krankheit vermutet worden war, identisch
war mit dem Protein TSIP2, welches in der Anmeldung WO 97/22695
beschrieben wird. So ist es legitim, nach Arzneimitteln zu forschen,
welche im Rahmen der Apoptose interferieren können, um dieses Phänomen zu
verringern, und die bei den neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt
werden könnten.
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Die
Erfindung bezieht sich auf Verfahren zum Screenen und zur Identifizierung
von Produkten, welche im Rahmen der p53-Kaskade interferieren können und
so die Tumorreversion und/oder die Apoptose induzieren oder umgekehrt
die Apoptose-Phänomene
verringern können.
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Die
Erfindung beruht auf der Tatsache, dass das in der Patentanmeldung
WO 97/22695 beschriebene Protein TSAP 3 sich an das Protein Numb
(wie es in der Datenbank GenBank unter der Aufnahmenummer AF015040
beschrieben wird) bindet, das seinerseits Wechselwirkungen mit Mdm2,
einem Protein, welches an dem Kontrollprozess von p53 beteiligt
ist, zeigt.
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Die
Erfindung beruht gleichfalls auf der Tatsache, dass die Bindung
von TSAP 3 (welches auch als das Protein Siah-1 identifiziert worden
ist, welches so oder unterschiedslos als Siah bezeichnet wird) an
Numb den Abbau des Numb-Proteins durch einen von dem Ubiquitin-Proteasom abhängigen Weg
induziert.
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So
bezieht sich im Rahmen einer ersten Ausführungsweise die Erfindung auf
Verfahren zum Screenen und/oder zur Selektion oder zur Identifizierung
einer Verbindung, welche mit der Bindung von Siah an Numb interferiert,
diese verringert oder hemmt, welche die Schritte aufweisen:
- a) Inkontaktbringen der Verbindung mit einer
Säugetierzelle,
welche die Proteine Siah und Numb exprimiert;
- b) Identifizierung der Erhöhung
der Menge von Numb-Protein in der Säugetierzelle bezogen auf eine
Vergleichszelle, mit welcher die Verbindung nicht in Kontakt gebracht
worden ist.
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Bei
einer zweiten Ausführungsweise
ist die Erfindung auf ein Verfahren zum Screening, zur Selektion
oder zur Identifizierung einer Verbindung, die mit der Bindung von
Siah an Numb interferiert, diese verringert oder hemmt, gerichtet,
welches die Schritte umfasst:
- a) Inkontaktbringen
der Verbindung mit einem System, welches die in vitro-Bestimmung
der Bindung zwischen Siah und Numb erlaubt;
- b) Identifizierung der Verringerung und/oder der Hemmung der
Bindung zwischen Siah und Numb.
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Bei
einer anderen Ausführungsweise
erlauben die Lehren der Erfindung, Verbindungen zu identifizieren,
die, indem sie sich an Numb binden, gegebenenfalls anstelle von
Siah, einen bedeutenderen Abbau von Numb als den durch das Siah-Protein
induzierten Abbau induzieren werden. Folglich wird die Verringerung
der Numb-Menge eine Erhöhung
der vorhandenen p53-Menge
und eine Erhöhung
der Tumorrepression und/oder des Zelltods (Apoptose) implizieren.
Folglich ist die Erfindung auf ein Verfahren zum Screenen, zur Selektion
und/oder zur Identifizierung einer Verbindung für die Erhöhung der Tumorrepression und/oder
des Zelltods (Apoptose) gerichtet, welches die Schritte aufweist:
- a) Inkontaktbringen der Verbindung mit einer
Säugetierzelle,
welche die Proteine Siah und Numb exprimiert;
- b) Identifizierung der Verringerung der Menge von Numb-Protein
in der Säugetierzelle
bezogen auf eine Vergleichszelle, mit welcher die Verbindung nicht
in Kontakt gebracht worden ist.
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Umgekehrt
hat die Erfindung gleichfalls ein Verfahren zum Screenen, zur Selektion
oder zur Identifizierung einer Verbindung für die Verringerung und/oder
die Hemmung der Tumorrepression und/oder des Zelltods (Apoptose)
zum Gegenstand, welches die Schritte aufweist:
- a)
Inkontaktbringen von Verbindungen mit einem System, welches die
in vitro-Bestimmung der Bindung zwischen Siah und Numb erlaubt;
- b) Identifizierung der Verbindungen, welche die Verringerung
und/oder die Hemmung der Bindung zwischen Siah und Numb induzieren;
- c) Inkontaktbringen der in Schritt b) identifizierten Verbindungen
mit einer Säugetierzelle,
welche die Proteine Siah und Numb exprimiert;
- d) Identifizierung der Erhöhung
der Menge von Numb-Protein in der Säugetierzelle bezogen auf eine
Vergleichszelle, mit welcher die Verbindung nicht in Kontakt gebracht
worden ist.
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Um
Verbindungen zu bestimmen, welche die Erhöhung der Tumorrepression und/oder
des Zelltods (Apoptose) erlauben, ist es gleichfalls möglich, verschiedene
Verfahren gemäß der Erfindung
zu kombinieren; es ist insbesondere möglich, beispielsweise ein Verfahren
zum Screenen, zur Selektion oder zur Identifizierung von Verbindungen,
welche eine Erhöhung
der Tumorrepression und/oder des Zelltods (Apoptose) zur Funktion
haben, zu erhalten, welches die Schritte aufweist:
- a) Inkontaktbringen der Verbindung mit einem System, welches
die in vitro-Bestimmung der Bindung zwischen Siah und Numb erlaubt;
- b) Identifizierung der Verbindungen, welche die Verringerung
und/oder die Hemmung der Bindung zwischen Siah und Numb induzieren;
- c) Inkontaktbringen der in Schritt b) ausgewählten Verbindungen mit einer
Säugetierzelle,
welche die Proteine Siah und Numb exprimiert;
- d) Identifizierung der Verringerung der Menge von Numb-Protein
in der Säugetierzelle
bezogen auf eine Vergleichszelle, mit welcher die Verbindung nicht
in Kontakt gebracht worden ist.
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Ein
solches Verfahren ist folglich gleichfalls ein Gegenstand der Erfindung.
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Die
Erfindung nutzt folglich die Tatsache aus, dass die Proteine Siah
und Numb sich aneinander binden können. Es ist folglich interessant,
die Domänen
von jedem Protein zu identifizieren, die effektiv in Kontakt mit
dem anderen Protein stehen. Tatsächlich müsste dies
erlauben, die so identifizierten Peptide als Köder („bait") oder Agonisten der vollständigen Proteine
verwenden zu können.
Dies kann so erlauben, Verbindungen zu definieren, die mit der Siah-Numb-Bindung interferieren
werden und die entweder die Tumorsuppression und/oder die Apoptose
induzieren (insbesondere wenn diese Peptide eine Wirkung auf den
Abbau von Numb haben (von Siah abstammende Peptide)) oder im Gegenteil
diese Phänomene
verringern können
(insbesondere wenn diese Peptide die Bindung von Siah an Numb verhindern
(sei es, dass diese Köder-Peptide,
die von Numb abstammen, sind oder dass diese von Siah abstammen:
sie verhindern die Bindung von diesem Protein an Numb, insbesondere
durch Kompetition).
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Die
Erfindung hat folglich insbesondere ein Verfahren zur Identifizierung
einer Region von Siah, die hinsichtlich der Erhöhung der Tumorsuppression und/oder
der Apoptose aktiv ist, zum Gegenstand, welches die folgenden Schritte
umfasst:
- a) Inkontaktbringen von von dem Siah-Protein
abstammenden Peptiden mit einer Säugetierzelle, welche das Protein
Numb exprimiert;
- b) Identifizierung der Verringerung der Menge von Numb-Protein
in der Säugetierzelle
verglichen mit der Menge von Numb-Protein, welche in einer als Vergleich
dienenden Säugetierzelle,
welche die Proteine Siah und Numb exprimiert, vorhanden ist.
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Unter „Region
von Siah" versteht
man insbesondere Peptide mit einer Primärsequenz, welche von der Primärsequenz
des Siah-Proteins abstammt.
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Die
Erfindung ist folglich gleichfalls auf ein Verfahren zur Identifizierung
einer Region von Siah, die hinsichtlich der Verringerung und/oder
der Hemmung der Tumorsuppression und/oder der Apoptose aktiv ist,
gerichtet, welches die folgenden Schritte umfasst:
- a) Inkontaktbringen von von dem Siah-Protein abstammenden Peptiden
mit einer Säugetierzelle, welche
das Protein Numb exprimiert;
- b) Identifizierung der Erhöhung
der Menge von Numb-Protein in der Säugetierzelle verglichen mit der
Menge von Numb-Protein, welche in einer als Vergleich dienenden
Säugetierzelle,
welche die Proteine Siah und Numb exprimiert, vorhanden ist.
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Allgemeiner
erlaubt die Erfindung die Identifizierung von Regionen von Siah,
welche an der Bindung an das Numb-Protein beteiligt sind, durch
ein Verfahren, welches die folgenden Schritte umfasst:
- a) Inkontaktbringen von von dem Siah-Protein abstammenden Peptiden
in einem System, welches die in vitro-Bestimmung der Bindung zwischen Siah
und Numb erlaubt;
- b) Identifizierung der Peptide, welche die Verringerung der
Bindung zwischen Siah und Numb in dem System zur Folge haben.
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Es
ist evident, dass die Erfindung gleichfalls die Bestimmung der Regionen
von Numb, welche an der Bindung an Siah beteiligt sind, gemäß zu den
zuvor beschriebenen Verfahren ähnlichen Verfahren
erlaubt und dass diese Regionen insbesondere als Köder („bait") eingesetzt werden
können,
wenn man wünscht,
die Tumorrepression und/oder die Apoptose zu verringern.
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Die
Erfindung erlaubt folglich, Produkte zu identifizieren, welche erlauben,
mit der Siah-Numb-Bindung
zu interagieren, und folglich einen Nutzen bei der Regulation der
Apoptose und/oder der Tumorrepression haben können. Es ist gleichwohl möglich, dass
diese Produkte, um für
eine therapeutische Behandlung, insbesondere Krebs oder neurodegenerative
Erkrankungen, eingesetzt werden zu können, erfordern, optimiert
zu werden, um eine höhere
Aktivität
und/oder eine geringere Toxizität
zu haben.
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Tatsächlich erfolgt
die Entwicklung eines Arzneimittels häufig gemäß dem folgenden Prinzip:
- – Screening
von Verbindungen mit einer gewünschten
Aktivität
durch ein geeignetes Verfahren,
- – Selektion
von Verbindungen, die den „Rahmenbedingungen" (hier eine Wirkung
auf die Apoptose- und Tumorreversionsphänomene) entsprechen,
- – Bestimmung
der Struktur (insbesondere der Sequenz (gegebenenfalls Tertiärstruktur),
wenn es sich um Peptide handelt, der Formel und des Grundgerüsts, wenn
es sich um chemische Verbindungen handelt) der ausgewählten Verbindungen,
- – Optimierung
der ausgewählten
Verbindungen durch Modifizierung der Struktur (beispielsweise durch
die Veränderung
der stereochemischen Konformation (beispielsweise Übergehen
der Aminosäuren
in einem Peptid von L zu D), Hinzufügen von Substituenten an dem
Peptid- oder chemischen Grundgerüst,
insbesondere durch Aufpfropfen von Resten auf das Gerüst, Modifizierung
der Peptide (siehe insbesondere Gante, „Peptidomimetics", in: Angewandte
Chemie-International Edition Engl., 1994, 33, 1699–1720);
- – Durchschleusen
und Screening der so erhaltenen Verbindungen durch bzw. in geeignete(n)
Modelle(n), die häufig
Modelle sind, die der untersuchten Pathologie recht nahe kommen.
In diesem Stadium setzt man insbesondere oftmals Tiermodelle, im
Allgemeinen in Nagetieren (Mäuse,
Ratten ...) oder in Hunden, ja sogar Primaten, ein.
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Die
Tiermodelle, die eingesetzt werden können, sind beispielsweise für Krebs
Modelle, die auf immunsupprimierten Mäusen (beispielsweise scid/scid
basieren, denen man (insbesondere subkutan) Tumorzellen, die zu
der Entwicklung von Tumoren führen
werden, injiziert. Man untersucht die Wirksamkeit der potentiellen
Antitumor-Verbindungen beispielsweise durch das Messen der Größe der gebildeten
Tumore.
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Man
kann für
die Untersuchung der neurodegenerativen Erkrankungen das von Amson
et al. (2000, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 97, 5346–50) beschriebene
Modell, welches aus p53- defizienten Mäusen besteht,
oder das in Chen et al., Janus et al. und Morgan et al. (2000, Nature,
408, S. 975–985) beschriebene
Modell einsetzen.
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So
hat die Erfindung insbesondere zum Gegenstand, die Identifizierung
von Verbindungen zu erlauben, die für die Behandlung von Krebs
eingesetzt werden könnten,
indem diese eine Aktivität
hinsichtlich einer Erhöhung
der Tumorrepression und/oder der Apoptose aufweisen. Einer der Gegenstände der
Erfindung ist folglich ein Verfahren, welches die Schritte umfasst:
- a) Ausführen
eines Verfahrens gemäß der Erfindung,
welches erlaubt, Verbindungen zu identifizieren, welche eine bestimmte
Aktivität
hinsichtlich einer Erhöhung
der Tumorrepression und/oder der Apoptose aufweisen,
- b) Modifizierung des in Schritt a) ausgewählten Produkts,
- c) Test des in Schritt b) modifizierten Produkts in in vitro-
und/oder in vivo-Verfahren mittels sachdienlicher Modelle von Tumorrepression
und/oder Apoptose,
- d) Identifizierung des Produkts, welches erlaubt, eine Aktivität hinsichtlich
Tumorrepression und/oder Apoptose, welche höher als die für das in
Schritt a) ausgewählte
Produkt erhaltene Aktivität
ist, zu erhalten.
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Der
Schritt d) kann ersetzt werden durch einen Schritt d'), welcher darin
bestünde:
d') Identifizierung
des Produkts, welches erlaubt, die gesuchte biologische Wirkung
mit einer geringeren Toxizität
in einem Tiermodell zu erhalten (wenn eines der in Schritt c) eingesetzten
Modelle in vivo ist).
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Wenn
man die Tests an Apoptose- oder Tumorrepressionsmodellen in vitro
ausführt,
kann man beispielsweise das von Tellerman et al. (1993, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA, 90, 8702–6)
beschriebene K256/KS-Modell einsetzen. Man kann gleichfalls die M1-LTR-Zellen,
die von Amson et al. (1996, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 93, 3953–7) beschrieben
worden sind, oder die U937/US3-US4-Zellen, die von Nemani et al.,
(1996, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 93, 9039–42) beschrieben worden sind,
einsetzen.
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Die
in vivo-Versuche können
ausgeführt
werden, indem diese Zellen Tieren, insbesondere immunsupprimierten
Mäusen,
injiziert werden und indem die Wirkungen der verschiedenen getesteten Verbindungen
untersucht werden.
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Der
Fachmann auf diesem Gebiet wird die Bedingungen und die Schwellenwerte,
die erforderlich sind für
die Identifizierung eines Produkts, welches als Arzneimittel eingesetzt
werden kann, gemäß den vorschriftsmäßigen Anforderungen
(insbesondere hinsichtlich Toxikologie) bezogen auf den Nutzen,
welchen das so identifzierte Produkt bringt, zu definieren wissen.
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Auf
die gleiche Weise betrifft die Erfindung gleichfalls Verfahren zur
Optimierung der Produkte, welche die Tumorrepression und/oder die
Apoptose reprimieren, die durch die weiter oben beschriebenen Verfahren
identifiziert werden, und die die Identifizierung von Produkten,
die als Arzneimittel einsetzbar sind, erlauben.
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So
betrifft die Erfindung gleichfalls ein Verfahren zur Identifizierung
eines Produkts mit einer Aktivität
hinsichtlich der Verringerung und/oder Hemmung der Tumorrepression
und/oder der Apoptose, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass
es die folgenden Schritte umfasst:
- a) Ausführen eines
Verfahrens gemäß der Erfindung,
welches erlaubt, Verbindungen zu identifizieren, welche eine bestimmte
Aktivität
hinsichtlich einer Verringerung der Tumorrepression und/oder der
Apoptose aufweisen,
- b) Modifizierung des in Schritt a) ausgewählten Produkts insbesondere
durch Aufpfropfen von Resten auf das chemische Grundgerüst,
- c) Test des in Schritt b) modifizierten Produkts in in vitro-
und/oder in vivo-Verfahren mittels sachdienlicher Modelle von Tumorrepression
und/oder Apoptose,
- d) Identifizierung des Produkts, welches erlaubt, eine Aktivität hinsichtlich
Tumorrepression und/oder Apoptose, welche bezogen auf die für das in
Schritt a) ausgewählte
Produkt erhaltene Aktivität
verringert ist, zu erhalten.
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Der
Schritt d) kann gleichfalls ersetzt werden durch einen Schritt d'), welcher darin
bestünde:
d') Identifizierung
des Produkts, welches erlaubt, die gesuchte biologische Wirkung
mit einer geringeren Toxizität
in einem Tiermodell zu erhalten (wenn eines der in Schritt c) eingesetzten
Modelle in vivo ist).
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Es
handelt sich tatsächlich
ferner darum, das Produkt erhalten zu können, welches das beste Verhältnis (biologische
Aktivität
und klinische Wirkung)/(potentielle Risiken bei einer Verwendung)
aufweist.
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Die
Parameter, welche eingesetzt werden müssen, um diese Ergebnisse zu
erhalten, sind allesamt bekannt und liegen im Vermögen des
Fachmanns auf diesem Gebiet, welcher anstrebt, neue Arzneimittel
zu entwickeln, und können
beispielsweise in den Direktiven von Organisationen, wie der Agence
du Médicament,
der Europäischen
Kommission oder der Federal Drug Agency, gefunden werden.
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Das
Ausführen
der erfindungsgemäßen Verfahren
erfordert Modelle, welche erlauben, die Bindung zwischen Siah und
Numb zu bestimmen, wie auch eine leichte Messung der Erhöhungen oder
Verringerung der Menge von Numb-Protein in einer eukaryotischen
Zelle.
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Die
Menge von Numb-Protein kann durch Western-Blot untersucht werden,
wobei die Sichtbarmachung durch Verwendung von einem gegen das Protein
gerichteten Antikörper
erfolgt. Solche Antikörper
können
insbesondere beim Weizmann Institute of Science, Rhovot, Israel,
unter der Referenz WIS 3465 oder bei Transduction Laboratories (Referenz N80220)
erhalten werden.
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Um
die erfindungsgemäßen Verfahren,
welche die Untersuchung und das Screening mittels Säugetierzellen
erfordern, auszuführen,
kann es vorteilhaft sein, das eine oder das andere der Proteine Siah
und Numb oder die beiden zusammen in den Zellen überzuexprimieren.
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So
ist es leichter, die Variationen bei der Menge von Numb-Protein
untersuchen zu können, insbesondere
durch Vergleich der Zellen, an welchen man die Verbindungen von
Interesse testet, mit den gleichen Zellen, zu welchen man die Verbindungen, die
man zu screenen wünscht,
nicht hinzugesetzt hat, und Zellen, die Numb exprimieren, ohne Siah
zu exprimieren (Positivkontrollen).
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Es
versteht sich, dass die Expression der beiden Proteine Siah und
Numb durch die Einführung der
Gene (insbesondere der cDNAs), welche diese beiden Proteine in den
Zellen kodieren, entweder platziert auf Vektoren oder durch Einführung in
das Chromosom, erhöht
werden kann.
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Wenn
man eine episomale Expression wählt, wird
die Säugetierzelle
durch wenigstens einen Vektor transfiziert, welcher unter einem
Vektor, welcher ein Siah kodierendes DNA-Fragment trägt, einem Vektor,
welcher ein Numb kodierendes DNA-Fragment trägt, einem Vektor, welcher ein
DNA-Fragment für
Siah und ein Numb kodierendes DNA-Fragment trägt, ausgewählt wird. So kann ein und derselbe Vektor
beide Proteine exprimieren; alternativ ist es möglich, zwei Vektoren einzuführen.
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Es
ist möglich,
Vektoren einzusetzen, die die leichte Expression und Reinigung der
Proteine Siah und Numb beispielsweise in prokaryotischen Zellen (E.
coli, B. subtilis...) oder eukaryotischen Zellen (Hefen, wie Saccharomyces,
Kluyveromyces..., Säugetierzellen
(HeLa, Cos, Hep-2...)
oder Insektenzellen (unter Verwendung eines Baculovirus-Systems)
erlauben. So kann es vorteilhaft sein, dass die Proteine an ihrem
N- oder C-terminalen Ende ein Etikett oder eine Markierung („tag") aufweisen, um die
Reinigung zu erleichtern. Man wählt
insbesondere einen Histidin-Tag oder GST-Tag. Diese Methoden sind
dem Fachmann auf diesem Gebiet wohlbekannt, der die geeigneten Plasmide
in den Katalogen von Firmen, wie Stratagene, findet.
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Wenn
man die erfindungsgemäßen Verfahren
an in vitro-Modellen ausführt,
um die Bindung zwischen Numb und Siah zu untersuchen, gibt es mehrere
Weisen, vorzugehen.
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Ein
einsetzbares Protokoll kann das Folgende sein:
- – Expression
und Reinigung der Proteine Siah und Numb, beispielsweise in prokaryotischen
Zellen (E. coli, B. subtilis) oder eukaryotischen Zellen (Hefen,
wie Saccharomyces, Kluyveromyces..., Säugetierzellen (HeLa, Cos, Hep-2...)
oder Insektenzellen (unter Verwendung eines Baculovirus-Systems).
Es kann vorteilhaft sein, dass die Proteine an ihrem N- oder C-terminalen Ende ein Etikett
oder eine Markierung" („tag") aufweisen, um die
Reinigung zu erleichtern. Man wählt
insbesondere einen Histidin-Tag oder GST-Tag. Diese Methoden sind
dem Fachmann auf diesem Gebiet wohlbekannt, der die geeigneten Plasmide
in den Katalogen von Firmen, wie Stratagene, findet.
- – Bindung
der Proteine an geeignete Kügelchen. Wenn
man einen GST-Tag einsetzt, bindet man die exprimierten Proteine
an Sepharose-Kügelchen,
welche auf ihrer Oberfläche
Glutathion aufweisen.
- – Herstellung
von Proteinen durch in vitro-Translation. Dies kann leicht bewerkstelligt
werden durch Verwendung von kommerziellen Vektoren (die beispielsweise
bei Promega erhältlich
sind), die erlauben, die cDNAs unter der Kontrolle von wohlbekannten
Promotoren (T7 oder T3) zu klonieren und die geeigneten RNA-Polymerasen
einzusetzen, um die RNAs zu produzieren, dann die Expression der
Proteine in vitro unter Verwendung der verfügbaren Kits, und indem den
Anweisungen des Herstellers gefolgt wird, zu bewerkstelligen.
- – Copräzipitation
der Proteine, indem die durch in vitro-Translation erhaltenen Proteine
zu den Sepharose-Glutathion-Kügelchen,
an welche die Fusionsproteine mit dem GST gebunden worden sind,
hinzugesetzt werden. Nach einer ausreichenden Kontaktzeit wäscht man
die Kügelchen und
man führt
eine Analyse durch ein SDS-PAGE-Elektrophoresegel und Autoradiographie
aus. Das Auftreten der den beiden Proteinen entsprechenden Banden
zeigt gut die Bindung zwischen jenen an.
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Die
Verwendung von geeigneten Kontrollen erlaubt so, die Verringerung
und/oder die Hemmung der Bindung zwischen Siah und Numb durch Vergleich
der Mengen von nach Zugabe der getesteten Verbindung während des
Copräzipitationsschritts freigesetzten
Proteinen mit den in den Kontrollen freigesetzten Protein-Mengen
zu definieren.
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Man
kann auch die Bindung der Proteine untersuchen, indem man das FRET
(Fluorescence Resonance Energy Transfer)-System einsetzt, welches darin
besteht, jedes der Proteine mit einem geeigneten Rest zu markieren,
wobei die Bindung der beiden Proteine eine Reaktion zwischen jedem
der beiden Reste und die Emission einer leicht detektierbaren Fluoreszenz
induziert.
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Es
ist klar, dass der Begriff Peptidsequenz oder Nukleinsäuresequenz
oder Nukleotidsequenz (wobei diese beiden letzteren Begriffe unterschiedslos
verwendet werden) isolierte Sequenzen repräsentiert, d.h. außerhalb
ihres natürlichen
Zustands, und diese insbesondere durch den Ersatz von deren Grundeinheiten
durch nicht-natürliche
Einheiten oder durch die Modifizierung der Bindungen zwischen den Grundeinheiten
(beispielsweise die Phosphorothioate (Nukleinsäure) oder die Peptid Nucleic
Acids) modifiziert sein können.
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Es
ist ein Gegenstand der Erfindung, die Identifizierung von Verbindungen
zu erlauben, welche mit der Bindung zwischen Siah und Numb interferieren,
wobei bestimmte von diesen Verbindungen insbesondere Wirkungen auf
die p53-Kaskade induzieren können.
So sind die erfindungsgemäßen Verbindungen,
die erfindungsgemäßen Peptidsequenzen
oder die erfindungsgemäßen Nukleotidsequenzen
als Arzneimittel gleichfalls Gegenstände der Erfindung.
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Eine
durch ein erfindungsgemäßes Verfahren
identifizierte Verbindung kann eine Verbindung mit einer chemischen
Struktur, ein Lipid, ein Zucker, ein Protein, ein Peptid, eine hybride
Protein-Lipid-, Protein-Zucker-, Peptid-Lipid- oder Peptid-Zucker-Verbindung,
ein Protein oder ein Peptid sein, an welche man chemische Verzweigungen
hinzugefügt hat.
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Im
Rahmen der ins Auge gefassten chemischen Verbindungen können diese
einen aromatischen oder nicht aromatischen Zyklus oder mehrere aromatische
oder nicht aromatische Zyklen wie auch mehrere Reste jeglicher Art
(insbesondere Niederalkyl, d.h. umfassend zwischen 1 und 6 Kohlenstoffatome)
enthalten.
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Diese
Verbindungen, Nukleinsäuresequenzen,
Peptidsequenzen können
so je nach der pro- oder
anti-Apoptose/Tumorreversions-Wirkung für die Herstellung eines Arzneimittels,
welches insbesondere für
die Behandlung von Krebs oder einer neurodegenerativen Erkrankung
bestimmt ist, eingesetzt werden.
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Die
Erfinder der vorliegenden Anmeldung haben erstmals die Tatsache
nachgewiesen, dass das Protein Siah sich an das Protein Numb bindet.
So betrifft die Erfindung gleichfalls einen Komplex, welcher aus
einem Siah-Protein und einem Numb-Protein gebildet wird.
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Die
Erfindung betrifft gleichfalls ein Verfahren zur Hemmung der Bindung
von Siah an Numb in einer Zelle, welches den Schritt umfasst:
- a) Inkontaktbringen der Zelle mit einer durch
ein erfindungsgemäßes Verfahren
identifizierten Verbindung, welche die Siah-Numb-Bindung hemmt.
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Die
so ins Auge gefasste Verbindung kann gleichfalls ein „Köder" („bait")-Peptid sein, welches von
dem Siah-Protein oder dem Numb-Protein abstammt. Das Verfahren kann
in vitro oder in vivo ausgeführt
werden.
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Die
Erfindung ist gleichfalls auf ein Verfahren für die Behandlung einer Krebserkrankung
gerichtet, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man an einen
Patienten eine gemäß der Erfindung
identifizierte und die Apoptose und/oder die Tumorreversion verstärkende Verbindung
verabreicht.
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Ein
Verfahren für
die Behandlung einer neurodegenerativen Erkrankung, welches darin
besteht, einem Patienten eine Verbindung gemäß der Erfindung, und welche
die Apoptose verringert oder hemmt, zu verabreichen, ist gleichfalls
ein Gegenstand der Erfindung.
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Wie
in den Beispielen präzisiert
und gezeigt, bindet sich das Protein Siah so nicht nur an das Protein
Numb, sondern es induziert gleichfalls dessen Abbau gemäß dem mit
Ubiquitin assoziierten Proteasom-Weg. Es ist bemerkenswert, festzuhalten,
dass das Numb-Protein dafür
bekannt ist, sich an das Mdm2-Protein zu binden, dessen Anwesenheit
eine negative Regulation von p53 induziert. Es ist außerdem bekannt,
dass die Expression von Siah in Zellen Apoptose-Phänomene
induziert, wie dies die Erfinder zuvor gezeigt haben. So stellt
die Erfindung auch ein Verfahren zur Hemmung der insbesondere mit
Mdm2 über
Numb verbundenen Verringerung von p53 in einer Zelle bereit, welches
den Schritt umfasst:
- a) Inkontaktbringen der
Zelle mit einer erfindungsgemäßen Verbindung,
die die Apoptose und/oder die Tumorreversion erhöht.
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Umgekehrt
kann man die Verringerung der Menge von p53-Protein in einer Zelle
insbesondere aufgrund der Wechselwirkungen zwischen Mdm2 und Numb
erhöhen,
umfassend den Schritt:
- a) Inkontaktbringen
der Zelle mit einer erfindungsgemäßen Verbindung, die die Apoptose
und/oder die Tumorreversion hemmt oder verringert.
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Diese
beiden Verfahren können
in vitro oder in vivo, insbesondere im Rahmen einer therapeutischen
Behandlung, ausgeführt
werden.
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LEGENDEN DER FIGUREN
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1:
Analyse der in vitro-Wechselwirkung zwischen Siah-I und Numb. 1.A. Die Fusionsproteine GST-68 (wobei das Protein
68 das Leu82-Glu314-Fragment von BNIP2 ist) (Bahnen 1 und 2) und
GST-Numb (Bahnen 3 und 5), die mit Coomassie-Blau beobachtet werden. 1.B. Autoradiographie der in vitro-Translationsprodukte
der Proteine AIP1 (Bahn a) und Siah-1 (Bahn b), welche mit 35S-Methionin markiert worden sind. Die Bahnen 1
bis 4 veranschaulichen die Präzipitation
von AIP1 (1 und 3) oder Siah-1 (2 und 4) mit den angegebenen Produkten
durch die GST-Fusionsproteine.
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2:
Analyse der Wirkung der in vivo-Wechselwirkung zwischen Siah und
Numb auf die Expressionsniveaus der Proteine. 2.A. 293T-Zellen wurden durch einen leeren Expressionsvektor
(Bahn 1) oder einen, der Numb (Bahn 2), Siah-1 (Bahn 3), Numb und
Siah-1 (Spalte 4), Numb und Mdm2 (Bahn 5), Numb, Siah-1 und Mdm2
(Bahn 6) exprimiert, cotransfiziert. 48 h nach der Transfektion
wurde eine Analyse durch Western-Blot unter Verwendung eines anti-Numb-Antikörpers ausgeführt. Es
wurde gleichfalls eine Kontrolle unter Verwendung eines anti-GFP (Green Fluorescent
Protein)-Antikörpers
als Standard für
die Auftragung auf das Gel ausgeführt. 2.B. Die
Western-Blot-Analyse wurde, wie zuvor beschrieben, in Abwesenheit
oder Anwesenheit eines Inhibitors des Ubiquitin-Proteasoms (MG 132)
ausgeführt.
Ohne MG 132 nimmt die Menge von Numb-Protein in Gegenwart von Siah-1
mit oder ohne Mdm2 ab (Bahnen 2, 3, 4). Mit MG 132 bleibt die Menge
an Numb-Protein konstant (Bahnen 6, 7 und 8).
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3:
Analyse der in vivo- und in vitro-Wechselwirkung von Siah-1 und
Numb
- A. Zusammenfassung der Hefe-Doppelhybrid-Daten.
Siah-1 und Numb wechselwirken durch einen Wechselwirkungsassay in
einer Doppelhybrid-Hefe. Die LexA-Siah-1- und B42-Numb-Wechselwirkungen
wurden entweder anhand der Vermehrung oder anhand der β-Galactosidase-Aktivität getestet.
In Gegenwart von Galactose (Gal) werden die B42 enthaltenden Ziele,
die für
die Aktivierung markiert wurden, exprimiert, wohingegen sie auf
Glucose (Glu) reprimiert werden. Hefen, welche als Negativkontrolle
dienende Kombinationen von Ziel-Plasmiden und von Köder-Plasmiden
LexA-RFHM1/B42-Cdi3, Lex A-Siah-1/B42-Cdi3, LexA-RFHM1/B42-Numb oder als Positivkontrollen
dienende Kombinationen LexA-RFHM12/Cdi3 und LexA-Siah-1/B42-Siah-1 enthielten,
wurden parallel dazu getestet. Wie erwartet, zeigten die Hefen,
welche die Ziel- und Köder-Plasmide
als Positivkontrolle enthielten, eine Vermehrung und waren β-gal+ in Gegenwart von Galactose, nicht aber
von Glucose. Außerdem
zeigten die LexA-Siah-1 und B42-Numb enthaltenden Hefen gleichfalls
eine starke Galactose-abhängige
Vermehrung und eine β-gal-Aktivität.
- B. In vitro-Wechselwirkung von GST-Siah-1 und radioaktiv markiertem
Numb. Numb und die Negativkontrolle AIP1 wurden durch in vitro-Translation
(IVT) in einem Kaninchen-Retikulozytenlysat in
Gegenwart von mit 35S markiertem Methionin und
Cystein erzeugt. Gleiche Mengen von radioaktiv markierten Produkten
wurden entweder mit GST-Siah-1 oder GST-NKTR-Fusionsproteinen als Negativkontrolle,
die auf Glutathion-Kügelchen
eingefangen waren, inkubiert. Die radioaktiv markierten Proteine
wurden in einen Proteinprobenpuffer eluiert, unter Reduktionsbedingungen (0,7
mM 2-β-Mercaptoethanol)
durch Elektrophorese auf einem Natriumdodecylsulfat-Polyacrylamidgel
(SDS-PAGE) (10%) aufgetrennt und durch Autoradiographie sichtbar
gemacht.
- C. Umgekehrte Beziehung zwischen GST-Numb und Siah-1. AIP1 oder
Siah-1, gewonnen aus einer in vitro-Translation (IVT), wurden erzeugt
und es wurden entweder mit GST-NKTR oder GST-Numb GST-Verringerungsversuche
ausgeführt,
wie oben beschrieben. Die Darstellung des Beitrags des angegebenen
GST ist in den linken Feldern von B und C beschrieben. Es ist festzustellen,
dass GST-Numb teilweise abgebaut wird.
- D. In vivo-Wechselwirkung von Flag-Numb und Siah-1. Ein Siah-1m-Konstrukt,
welches 3 falsche Sinn-Mutationen (Cys→Ser) im Bereich der Aminosäurepositionen
129, 131 und 135 in Siah-1 trägt,
wurde derart erzeugt, dass ein stabileres Protein erzeugt wurde.
293T-Zellen wurden vorübergehend
mit entweder Flag-AIP1 und Siah-1 m oder Flag-Numb und Siah-1 m
durch die Calciumphosphat-Präzipitationsmethode
cotransfiziert. Die Expressionsniveaus von Flag-AIP1 und Flag-Numb in den Gesamtzelllysaten
(TL) wurde durch Immunmarkierung mit einem anti-flag-Antikörper (D,
linkes Feld) bestimmt. Die Ausdehnungen der Siah-1-Numb-Kombination
wurden durch Immunpräzipitation
von Flag-Numb mit einem Flag-Antikörper, gefolgt von einer Immunmarkierung
mit einem gegen Siah-1 gerichteten Antiserum, bestimmt (D, rechtes
Feld). Es ist anzumerken, dass die monomere Form von Siah-1 als
ein Peptid von ungefähr
32 kDa wandert. Die Proteinbande von ungefähr 60 kDa in dem Gesamtlysat von
Siah-1 repräsentiert
wahrscheinlich Dimere von Siah-1.
- E. Endogene Wechselwirkung von Siah-1 und Numb in U937-Zellen
und Jurkat-Zellen. 2,5 × 108 Zellen wurden chemisch durch Kombination
mit dem reduzierbaren DTBP-Linker verknüpft. Die von Zellen abgeleiteten
Lysate wurden über
Nacht mit entweder einem anti-IgG, welches mit diesen Spezies Komplexe
bilden kann, als Negativkontrolle oder einem anti-Numb-Antikörper inkubiert, gefolgt
von einer Inkubation mit G-Protein-Agarose. Die Immunkomplexe wurden
in einem 12%-igen SDS-PAGE-Gel aufgetrennt und dann mit einem anti-Siah-1-Antikörper markiert.
Es ist festzustellen, dass der anti-Numb-Antikörper die monomere 32 kDa-Form von Siah-1 zugleich
in den U937-Zellen wie in den Jurkat-Zellen (E, rechtes Feld) coim munpräzipitiert.
Das rechte Feld zeigt die endogene Expression von Numb in den 2
Zelllysaten (TL).
-
4:
Kartierung der Wechselwirkungsdomänen von Siah-1 und Numb
- A.–C.
GST-Verringerungsassays wurden durch Inkubation der angegebenen
Fragmente von Siah-1, welche aus einer in vitro-Translation (IVT) abgeleitet
und radioaktiv markiert worden sind (Δ1–10), oder der Negativkontrolle
AIP1 mit GST-NKTR (Daten nicht gezeigt) oder mehreren GST-Fusionsproteinen
von Numb (ΔA–C) ausgeführt. Proben
wurden aufgetrennt, wie oben beschrieben. Es ist festzustellen,
dass GST-Numb (zweites Feld) mit einem minimalen Siah-1-Fragment Δ10, welches
aus den Aminosäuren 180–211 gebildet
wird, wechselwirkt.
- B. Eine Darstellung des Beitrags von GST.
- C. und D. Diagramm, welches die Deletionsmutanten von Siah-1
bzw. Numb darstellt. Die bei Numb in seiner vollen Länge gezeigten
schwarzen Balken kennzeichnen Motive, welche SH3 enthalten.
(*)
in C. gibt die Lage der 3 falschen Sinn-Mutationen an.
-
5:
Wirkungen der Überexpression
von Siah-1 auf den Abbau von Numb und die Ubiquitinierung.
- A.–C.
Siah-1 induziert den Abbau von Numb in vivo.
- A. 293T-Zellen wurden vorübergehend
mit den angegebenen Plasmiden durch die Calciumphosphat-Präzipitationsmethode
cotransfiziert. 48 h nach der Transfektion wurden die Gesamtzelllysate
hergestellt und durch eine SDS-PAGE-Analyse aufgetrennt, gefolgt
von Antikörpern.
Um den äquivalenten
Auftrag der Proteinproben zu verifizieren, wurden die Membranen
von den Antikörpern
befreit und erneut mit einem Anti-Tubulin-Antikörper als Sonde untersucht (A.,
unteres Feld).
- B. Die Niveaus des stabilen Zustands von Numb wurden durch Analyse
durch Immunmarkierung entweder in Anwesenheit oder in Abwesenheit des
Proteasom-Inhibitors MG132 (50 μM),
welcher 3 h vor dem Ernten der Zellen zugesetzt wird, analysiert.
- C. In vivo-Ubiquitinierung von Numb durch Siah-1. Die 293T-Zellen
wurden vorübergehend
mit Plasmiden, welche flag-Numb, HA-Polyubiquitin und variable Mengen
von Siah-1 (10–30 μg) kodierten, transfiziert.
24 h nach der Transfektion wurden die Zellen mit einem anti-flag-Antikörper inkubiert.
Die Immunpräzipitate
wurden hinsichtlich Ubiquitinierung durch Immunmarkierung mit einem
anti-HA analysiert. Es ist anzumerken, dass das MG132 (50 μM) zu den
293T-Transfektanten 6 h vor der Ernte zugesetzt worden war mit dem
Ziel, den Abbau von Numb zu verhindern. HC kennzeichnet die schwere
Kette des Immunglobulins (C, oberes Feld).
-
Mdm2
wurde als Referenzpunkt der Positivkontrolle verwendet. Das mittlere
Feld zeigt die Expressionsniveaus von flag-Numb, wie durch den anti-Numb-Antikörper sichtbar
gemacht. Das untere Feld zeigt das gesamte Schema der Ubiquitinierung, wie
es durch den anti-HA detektiert wird, bei steigenden Mengen von
Siah-1 oder Mdm2.
-
6:
In vivo-Wirkungen von Siah-1 auf den endogenen Abbau von Numb
- A.–D.
Die durch p53 induzierte Potenzierung von Siah-1 begünstigt verringerte
Niveaus von endogenem Numb.
- A. 24 h, nachdem die LTR6 Zellen auf 32°C überführt worden waren, was zu einer
Aktivierung von p53 führt,
wurden die Zelllysate hergestellt und bezüglich der Expressionsniveaus
von endogenem Siah-1 (A., unteres Feld) und endogenem Numb (oberes
Feld) analysiert. Es ist festzuhalten, dass die erhöhten Niveaus
von Siah-1-Proteinen gleichzeitig mit einer Verringerung der Expression
von Numb auftreten.
- B. Analyse der auf stabile Weise mit einem Anti-Sinn-Siah-1
transfizierten LTR6-Zellen. Bereits bei 37°C inhibierte das Anti-Sinn-Siah-1
die Expression des Siah-1-Proteins von 32 kDa (B., mittleres Feld,
Bahn 2). Die Zunahme von Siah-1 nach der Aktivierung von p53 (B.,
mittleres Feld, Bahn 3) wurde in den mit einem Anti-Sinn-Konstrukt
transfizierten Zellen auf signifikante Weise gehemmt. Dies hat die
Expression von Siah-1 verringert, die aus dem erhöhten Niveau
des Numb-Proteins resultierte (B., oberes Feld, Bahn 4).
- C. Das linke Feld zeigt eine FACS-Analyse von Annexin-v-positiven
Zellen nach der Aktivierung von p53 in den LTR6-Zellen, die entweder
mit einem Vektor allein oder mit dem anti-Sinn-Siah-1 transfiziert worden
sind. Es ist die signifikante Verringerung der durch p53 induzierten
Apoptose mit dem anti-Sinn-Siah-1 festzustellen.
- C. Rechtes Feld: Es wurden die zellulären LTR6-Gesamtlysate hergestellt
und durch eine SDS-PAGE-Analyse
aufgetrennt, gefolgt von einer Immunmarkierung mit entweder einem
anti-PARP-Antikörper oder
einem Anti-Tubulin-Antikörper.
- D. Die U937-Zellen oder stabile U937-Transfektanten, welche
entweder den Kontrollvektor oder Siah-1 exprimieren, wurden hinsichtlich
endogenem Numb in den Gesamtzelllysaten analysiert. Außerdem wurde
gleichfalls der Klon US4, welcher sich von U937-Zellen ableitet,
hinsichtlich der endogenen Siah-1- und Numb-Proteinniveaus analysiert.
Lysate wurden entweder mit den anti-Numb-Antikörpern (D., oberes Feld) oder
den anti-Siah-1-Antikörpern
(D., mittleres Feld) oder den Anti-Tubulin-Antikörpern (D., unteres Feld) als
Sonden untersucht. Es ist die Verringerung der Numb-Proteinniveaus
in Siah-1 überexprimierenden
U937-Zellen festzustellen.
-
7:
In vivo-Wirkungen der Überexpression
von Siah-1 auf die Notch-Aktivität
Umverteilung von endogenem Notch in den U937-Zellen, welche Siah-1 überexprimieren.
- A. Stabile U937-Transfektanten, welche entweder den
Kontrollvektor (Felder 1 bis 3) oder Siah-1 (Felder 4 bis 7) exprimieren, wurden
durch ein konfokales Mikroskop hinsichtlich der endogenen Immunfluoreszenz
von Notch1 analysiert. Die Zellen wurden mit einem Antikörper, welcher
den zytoplasmatischen Abschnitt von humanem Notch1 erkennt, markiert,
gefolgt von einem sekundären, mit
FITC konjugierten Antikörper.
Die Immunfluoreszenzanalyse von Notch ist entweder in geringer Vergrößerung (Felder
1 und 4) oder großer Vergrößerung (Felder
2, 3, 5, 6 und 7) angegeben. Es ist die randartige Markierung des
Schemas von Notch1 in den U937-Zellen
mit dem Kontrollvektor verglichen mit der nukleären und zytoplasmatischen Markierung
in den Zellen, welche Siah-1 überexprimieren,
festzustellen. Die Markierung mit Propidiumiodid wurde mit aufgenommen,
um die nukleäre
Markierung von Notch1 besser sichtbar zu machen (Felder 3, 6 und
7). Das Vorhandensein von Notch1 im Kern wurde durch das Z-Ebenen-Bild
(Feld 7) bestätigt.
Der Längenbalken
repräsentiert
5 μm.
- B. Die Felder 8 bis 10 zeigen die nukleäre Translokation von Notch1,
die durch EDTA in den U937-Zellen mit dem Kontrollvektor (Felder
8 bis 10) induziert wird. Zellen wurden in 10 mM EDTA, enthaltend
PBS, 30 min bei 37°C
inkubiert, gewaschen und mit anti-Notch1 (intrazellulär)-Antikörpern entweder
unverzüglich
(T = 0) oder 30 min (T = 30 ) nach der Entfernung des EDTA markiert. Die
Zellen wurden mit Propidiumiodid gegenmarkiert, um den Kern sichtbar
zu machen. Es ist das Vorhandensein einer positiven Markierung von Notch1
in dem Kern bei T = 30 festzustellen. Das Feld 8 zeigt die nicht
behandelten U937-Zellen.
- C. Notch1-Aktivität.
MCF-7-Zellen und stabile MCF-7-Transfektanten, die Siah-1 überexprimieren,
wurden vorübergehend
mit einem NICD-Reporterkonstrukt (pGA981-6) transfiziert und 48
h nach der Infektion wurden sie hinsichtlich NICD-Aktivität überwacht.
Es ist die endogene NICD-Reporter-Aktivität, die in
den auf stabile Weise mit Siah-1 transfizierten MCF-7-Zellen verstärkt ist,
festzuhalten. Diese verstärkte
NICD-Aktivität
wurde wirksam durch eine Cotransfektion mit Numb gehemmt.
-
BEISPIELE
-
Beispiel 1: Expression
der GST-Fusionsproteine
-
Herstellung
einer Vorkultur ausgehend von einer isolierten Kolonie von B121
(DE3), die mit dem Plasmid pGEX-P-1-Siah oder pGEX-P-1-Numb transformiert
ist, in einem SB-Medium mit 100 μg/ml Ampicillin
bei 37°C.
-
Das
Plasmid PGEX-P-1 ist bei Amersham Pharmacia Biotech AB erhältlich.
-
Die
Proteine sind die humanen Proteine, die durch die komplementären cDNAs,
welche den Sequenzen SEQ ID Nr. 1 (Siah) und SEQ ID Nr. 2 (Numb)
entsprechen, kodiert werden. Die Referenzen der verschiedenen Proteine
in GenBank sind für humanes
Siah HSU76247 und für
humanes Numb AF015040.
-
Am
nächsten
Tag 250 ml SB+Amp mit 5 ml der Vorkultur animpfen.
-
Vermehrung
bei 37°C
für GST-Numb
oder 28°C
für GST-Siah
bis zu einer optischen Dichte zwischen 0,5 und 0,7.
-
Zugabe
von 0,1 mM IPTG, um die Synthese der Proteine zu induzieren.
-
Vermehrung
bei 37°C
für GST-Numb
oder 28°C
für GST-Siah
während
1 h 30 (GST-Numb) oder 1 h (GST-Siah).
-
Zentrifugation
3000 Upm während
10 min (1800 g, 4°C).
-
Resuspendierung
des Präzipitats
in 10 ml Puffer A NP40 (NP40 1%; Tris, pH 7,4, 10 mM; NaCl 150 mM;
EDTA 1 mM; Glycerol 10%; DTT 1 mM; Aprotinin 2 μg/ml; Leupeptin 2 μg/ml; Pepstatin
2 μg/ml;
AEBSF 1 mM).
-
Dreimaliges
Beschallen während
15 s mit Leistung 50, auf Eis.
-
Zentrifugation
bei 12000 Upm während
10 min (18000 g bei 4°C).
-
Den Überstand
bei –80°C aufbewahren.
-
Beispiel 3 – Bindung
an die Sepharose-Glutathion-Kügelchen
-
Die
gesamte Herstellung der Kügelchen
und die Inkubationen erfolgen bei 4°C.
-
Zugabe
von 2 ml Überstand
zu 200 μl
Kügelchen
(hergestellt nach dreimaligem Spülen
in PBS, einmaligem Spülen
in Puffer A NP40, Resuspendierung in einer Konzentration von 50%
(Gew./Vol.) in Puffer A NP40, Zentrifugation bei 3000 Upm jedes Mai).
-
Man
setzt die Glutathion-Sepharose 4B-Kügelchen, die von Amersham Pharmacia
Biotech AB unter der Referenz 17.0756.01 geliefert werden, ein.
-
Wenigstens
1 h bei 4°C
sanft bewegen.
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Die
Kügelchen
dreimal in Puffer A NP40 ohne Proteaseinhibitor spülen.
-
Die
Kügelchen
in 1 ml Puffer A NP40 mit Proteaseinhibitor resuspendieren.
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Für die Analyse
durch SDS-PAGE-Elektrophorese 20 bis 40 μl resuspendierte Kügelchen
nehmen, 5 min zentrifugieren, den Überstand verwerfen, die Kügelchen
in 10 μl
Auftragspuffer X resuspendieren, bei 97°C 7 min erwärmen. Auf das Gel auftragen und
nach Sichtbarmachung durch Coomassie-Blau, um die zu verwendende
Menge der Fusionsproteine zu normalisieren, analysieren.
-
Beispiel 3: In vitro-Translation
-
Es
wurde der TNT Coupled Reticulocyte Lysate System-Kit von Promega
mit der T7- oder T3-RNA-Polymerase
abhängig
von dem Vektor, welcher eingesetzt wurde, um die Proteine zu translatieren
und zu exprimieren (T7 für
AIPI und Siah1, T3 für Numb),
eingesetzt. Der Kit wurde gemäß den Anweisungen
des Herstellers (Referenz L4610) verwendet.
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In
die Proteine wurde 35S-Methionin (Amersham
Pharmacia) eingebaut.
-
Die
in vitro erhaltenen Produkte wurden durch SDS-PAGE-Elektrophorese
analysiert.
-
Nach
der Elektrophorese wird das Gel ½ h in Fixierungspuffer (5%
Methanol, 15% Essigsäure, 80%
Wasser) gelegt und das Signal wird durch Eintauchen des Gels in
das Produkt Amplify von Amersham Pharmacia (Referenz NAMP 100) verstärkt.
-
Dann
wird ein Kodak Biomax MR-Film auf dem getrockneten Gel während einer
Dauer, welche von einer Stunde bis zu einer Woche variiert, exponiert,
dann entwickelt.
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Beispiel 4: Copräzipitation
der Proteine
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30 μl der mit
den GST-Fusionsproteinen gekoppelten Sepharose-Glutathion-Kügelchen
wurden nach Normalisierung der Mengen mit dem Puffer B (NP40 1%,
TrisHCl 50 mM, NaCl 150 mM, Leupeptin 2 μl/ml, Aprotinin 1%, ABESF 1
mM) gespült.
Man setzt dann 5 bis 10 μl
des in vitro- Translationsprodukts,
wie es in Beispiel 3 erhalten worden ist, abhängig von der durch Autoradiographie
beobachteten Menge des Produkts zu.
-
Nach
einer Nacht Kontakt wurden die Kügelchen
zehnmal mit Puffer A NP40 ohne Antiproteasen gespült.
-
Man
analysiert durch SDS-PAGE und Autoradiographie.
-
Die 1B zeigt
folglich klar, dass das durch in vitro-Translation erhaltene Siah-Protein
sich an das GST-Numb-Fusionsprotein bindet.
-
Man
kann auf die gleiche Weise zeigen, dass das durch in vitro-Translation
erhaltene Numb-Protein
sich an das GST-Siah-Fusionsprotein bindet (nicht gezeigt).
-
Beispiel 5: Zellen und
vorübergehende
Transfektionen
-
Die
humanen embryonalen Nierenzellen 293T (ATCC-Referenz: CRL 1573)
werden in DMEM, ergänzt
mit 10% fötalem
Kälberserum
(FCS), in einer Atmosphäre
mit 5% CO2 gehalten. Die Zellen haben am
Tag vor der Transfektion eine neuerliche Passage durchlaufen.
-
Die
Transfektionen der 293T-Zellen erfolgten durch die Calciumphosphat-Prozedur
in DMEM plus 10% FCS in Gegenwart von 20 μM Chloroquin. Acht Stunden nach
der Transfektion wurde das Transfektionsmedium durch DMEM plus 10%
FCS ersetzt. Die Zellen wurden 48 h nach der Transfektion geerntet.
-
Für die Tests
mit MG132 wurden die transfizierten Zellen 6 h bei 37°C mit MG132
in einer Konzentration von 50 μM
(Calbiochem-Novabiochem) in DMSO oder, als Kontrolle, mit DMSO allein
behandelt. Die Plasmide, welche das humane Numb-Protein, das Mdm2-Protein
aus der Maus und GFP exprimieren, waren pcDNA3-Plasmide von Invitrogen, San
Diego, CA, USA.
-
Das
Protein Siah-1 wurde ausgehend von der komplementären DNA,
in dem Plasmid pBKRSV (Stratagene, La Jolla, CA, USA) subkloniert
ist, erhalten.
-
Beispiel 6: Western Blot
-
48
h nach der Transfektion der 293T-Zellen mit den Plasmiden wurden
die Zellen in einem TBS-Triton-Lysepuffer (Tris-gepufferte Kochsalzlösung [TBS],
[pH 8,0]; 1% Triton X-100, 10 mg/ml Phenylmethylsulfonylfluorid;
Aprotinin 5 mg/ml, Leupentin 5 mg/ml) lysiert.
-
Die
Zelllysate wurden durch SDS-PAGE-Gelelektrophorese aufgetrennt und
auf eine Nitrocellulose-Membran (Biorad) transferiert, gefolgt von
einer Analyse durch Western-Blot mit dem polyklonalen Numb-Antikörper (Institut
Weizmann, Ref. 3465, oder Referenz N80220 bei der Firma Transduction
Laboratories) und dem monoklonalen anti-GFP-Antikörper (Boehringer,
Ref. 1814460), um die Normalisierung der auf das Gel aufgetragenen Mengen
zu verifizieren. Die Signale wurden detektiert, indem ein mit einer
Peroxidase und mit elektrochemolumineszierenden Reagenzien gekoppelter sekundärer Antikörper von
Amersham Pharmacia Biotech AB eingesetzt wurde.
-
Die 2 zeigt
gut, dass die Menge von Numb-Protein in Gegenwart von Siah abnimmt,
in gleicher Weise wie in Gegenwart von Mdm2. Diese Wirkungen scheinen
unabhängig
voneinander zu sein, denn es existiert eine Addition der Wirkungen, wenn
die Proteine Siah und Mdm2 alle beide in Gegenwart von Numb gebracht
werden.
-
Die 2B zeigt, dass der Abbau von Numb durch
das Siah-Protein durch den Ubiquitin-Proteasom-Weg erfolgt, denn dieser wird
durch die Verwendung eines Inhibitors dieses Weges gehemmt.
-
Die
in der vorliegenden Anmeldung präsentierten
Ergebnisse zeigen so die Bindung, die zwischen den Proteinen Numb
und Siah existiert, und die Tatsache, dass das Siah-Protein seine
Wirkung entfaltet, um das Protein Numb durch einen von dem Ubiquitin-Proteasom
abhängigen
Weg abzubauen.
-
Man
kann gleichfalls die Bindung zwischen den Proteinen Siah und Numb
durch Verwendung von anderen Techniken, insbesondere der Doppel-Hybrid-Technik,
die von dem von Finley und Brent (Annu. Rev. Genet. 1997; 31:663–704) entwickelten System
abgeleitet ist, zeigen.
-
Das
Köder („bait")-Protein kann in
das Plasmid pEG202, das dem Fachmann auf diesem Gebiet für eine solche
Anwendung bekannt ist (Promotor 67-1511, IexA 1538-2227, ADH Ter
2209-2522, pBR remnants
2540-2889, 2 μ on
2890-4785, YSCNFLP 4923-5729, HIS3 7190-5699, TYIB 7243-7707, RAF_part
7635-7976, pBR-Grundgerüst 7995-10166,
bla 8131-8988), kloniert werden.
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Das
Beute („prey")-Protein kann in
das Plasmid pJG4-5, welches gleichfalls dem Fachmann auf diesem
Gebiet wohlbekannt ist (GAL-Promotor 1-528, Fusionskassette 528-849,
ADH Ter 867-1315, 2 μ ori 1371-3365,
TRP1 3365-4250, pUC-Grundgerüst
4264-6422, Ap 4412-5274), kloniert werden.
-
Man
setzt gleichfalls das pSH18-34-Reporterplasmid, das dem Fachmann
auf diesem Gebiet gleichfalls bekannt ist, ein. Dieses Plasmid ist
insbesondere bei Invitrogen unter der Referenznummer V611-20 und
gleichfalls in in den Stamm EGY48 (welcher auch als RFY 231 bezeichnet
wird) durch Transformation eingeführter Form bei dem gleichen
Lieferanten erhältlich
(Referenz Stamm allein: C835-00, transformiert durch pSH18-34: C836-00).
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Die
Bindung wird in dem Hefestamm RFY 231 (beschrieben in Finley Jr.,
et al., 1998, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 95, 14266–71) gezeigt.
Dieser Hefestamm weist den Genotyp (MATα trp1Δ::hisG his3 ura3-1 leu2::3Lexop-LEU2)
auf und ist von EGY48 (Guris et al., 1993, Cell, 75, 791–803) abgeleitet.
-
Das
Reportergen war das LacZ-Gen.
-
Man
führt die
Untersuchung auf einem Galactose enthaltenden Medium, welches kein
Leucin enthält,
aus und man untersucht das Vorhandensein von gefärbten Kolonien auf diesen Schalen.
-
Beispiel 7: Screening
von Verbindungen, welche mit der Siah-Numb-Bindung und/oder der
Menge von Numb-Protein interferieren
-
Man
führt die
in den Beispielen 1 bis 6 beschriebenen Versuche aus, indem die
Verbindungen, die man zu untersuchen wünscht, zugesetzt werden, und
man vergleicht mit den Ergebnissen, die erhalten werden, wenn die
Verbindungen nicht zugesetzt werden.