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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von optisch
reinem (R)- und (S)-Didesmethylsibutramin.
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Sibutramin
hat den chemischen Namen [N-1-[1-(4-Chlorophenyl)Cyclobutyl]-3-Methylbutyl]-N,N-Dimethylamin
und ist ein neuronaler Monoamin Wiederaufnahmehemmer, der ursprünglich in
den U.S. Patenten 4 746 680 und 4 806 570 offenbart wurde. Sibutramin
hemmt die Wiederaufnahme von Norepinephrin und in geringerem Umfang
von Serotonin und Dopamin. Siehe hierzu beispielsweise Bucket et
al., Prog. Neuro-psychophram. & Biol.
Psychiat., 12: 575–584;
King et al., J. Clin. Pharm., 26: 607–611 (1989).
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Sibutramin-Racemate
werden als Chlorhydrat Monohydrat unter dem Handelsnamen MERIDIA® verkauft
und werden zur Behandlung von Fettsucht verwendet. Physician's Desk Reference® 1494–1498 (53. Aufl.,
1999). Die Behandlung von Fettsucht unter Verwendung von Sibutramin-Racematen
ist beispielsweise im U.S. Patent mit der Nummer 5 436 272 offenbart.
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Sibutramin
scheint extensiv untersucht worden zu sein und kann Berichten zufolge
für die
Behandlung von einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt werden.
So offenbaren beispielsweise die U.S. Patente mit den Nummern 4
552 828, 4 746 680, 4 806 570 und 4 929 629 Verfahren zur Behandlung
von Depressionen unter Verwendung von Sibutramin-Racematen; die
U.S. Patente mit den Nummern 4 871 774 und 4 939 175 offenbaren
Verfahren zur Behandlung der Parkinsonschen Krankheit und der senilen
Demenz jeweils unter Verwendung von Sibutramin-Racematen. Andere Verwendungen von Sibutramin
sind in den PCT Veröffentlichungen WO
95/20949, WO 95/21615, WO 98/11884 und WO 98/13033 offenbart. Weiterhin
wurden die optisch reinen Enantiomere von Sibutramin für eine weitere
Entwicklung in Betracht gezogen. So offenbaren beispielsweise die
PCT Veröffentlichungen
WO 94/00047 und 94/00114 Verfahren zur Behandlung von Depression
und von verwandten Krankheiten unter jeweiliger Verwendung der (+)
und (–)
Enantiomere von Sibutramin.
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Sibutramin
wird nach oraler Verabreichung schnell aus dem Magen-Darm-Trakt
absorbiert und durchläuft
einen extensiven "first-pass" Stoffwechsel, der
zu den primären
Metaboliten Desmethylsibutramin und Didesmethylsibutramin, wie unten
gezeigt, führt.
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Es
wurde berichtet, dass Desmethylsibutramin und Didesmethylsibutramin
in vitro stärkere
Wiederaufnahmehemmer für
Noradrenalin und 5-Hydroxytryptamin (5HT; Serotonin) sind als Sibutramin.
Stock, M. J., Int'l
J. Obesity, 21 (Supp. 1): S25–S29
(1997). Es wurde weiterhin berichtet, dass jedoch Sibutramin und
dessen Stoffwechselprodukte vernachlässigbare Affinitäten für einen
großen
Bereich von Neurotransmitterrezeptoren aufweisen, einschließlich serotonerge
(5-HT1,
5-HT1A, 5-HT1D,
5-HT2A, 5-HT2C),
adrenerge, dopaminerge, muskarinerge, histaminerge, Glutamat und
Benzodiazepin Rezeptoren. Id.
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Sibutramin
zeigt eine Vielzahl von unerwünschten
Wirkungen. Siehe beispielsweise Physician's Desk Reference® 1494–1498 (53.
Aufl., 1999). Diese Tatsache hat, zusammen mit dem berichteten Nutzen
und den therapeutischen Unzulänglichkeiten
von Sibutramin, die Entdeckung von Verbindungen und von Zusammensetzungen
gefördert,
die in der Behandlung oder zur Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt
werden können, wobei
diese Krankheiten beispielsweise, aber nicht ausschließlich, die
folgenden sind: erektile Dysfunktion, affektive Geistesstörung, Gewichtszunahme
oder Fettsucht, Hirnfunktionsstörungen,
Schmerz, Zwangsneurose, Drogenmißbrauch, chronischen Krankheiten,
Angstzustände,
Esstörungen,
Migräne
und Inkontinenz. Insbesondere sind Verbindungen und Zusammensetzungen
wünschenswert,
die zur Behandlung und zur Vorbeugung von solchen Krankheiten und
Störungen
eingesetzt werden können,
wobei weniger der unerwünschten Nebenwirkungen
eintreten sollen, als diese mit Sibutramin assoziiert werden.
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Tetrahedron:
Asymmetry 10 (1999) 4477–4480
beschreibt die Herstellung von enantiomer reinem Sibutramin und
Desmethylsibutramin durch Auflösen
in Dibenzoyl-Weinsäure.
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WO
00/10551 beschreibt racemisch und optisch reine Metabolite von Sibutramin
und Zusammensetzungen umfassend die selben, sowie Verfahren zur
Verwendung derselben.
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GB 2 098 602 beschreibt
Verbindungen, welche als Antidepressiva nützlich sind, sowie die damit
verbundenen Syntheseverfahren.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von optisch
reinem (R) und (S)-Didesmethyl-Sibutramin, welches die Wiederaufnahme
von neuronalen Monoaminen (beispielsweise Dopamine, Serotonine und
Norepinephrine) hemmt. Solche Verbindungen können in Verfahren zur Behandlung
oder zur Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt werden, welche durch
das Hemmen der Wiederaufnahme von neuronalen Monoaminen gelindert
werden, wobei das besagte Verfahren das Verabreichen einer therapeutisch
oder prophylaktisch effektiven Menge des neuronalen Monoamin Wiederaufnahmehemmers
an einen Patienten (beispielsweise einen Menschen) umfasst, der
einer solchen Behandlung oder einer solchen vorbeugenden Maßnahme bedarf.
Bevorzugte neuronale Monoamin-Wiederaufnahmehemmer sind die vorstehend
genannten optisch reinen Stoffwechselprodukte (Metabolite) von Sibutramin
selber sowie pharmazeutisch akzeptable Salze, Sovate und Clathrate
hiervon.
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Der
Begriff "das Behandeln
oder das vorsorgliche Verhindern von Krankheiten, welche durch die
Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme von Monoamin verbessert werden" bedeutet Linderung
von Symptomen und Zuständen,
welche mit anormalen neuronalen Monoamin Werten verbunden sind.
Krankheiten, welche durch die Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme
von Monoaminen verbessert werden beinhalten, sind aber nicht begrenzt
auf die folgenden Krankheiten: erektile Dysfunktion, affektive Geistesstörung, Gewichtszunahme
oder Fettsucht, Hirnfunktionsstörungen,
Schmerz, Zwangsneurose, Drogenmißbrauch, chronischen Krankheiten,
Angstzustände,
Esstörungen,
Migräne
und Inkontinenz.
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Die
Erfindung umfasst ein Verfahren zur Herstellung von optisch reinem
(R)-Didesmethylsibutramin oder eines pharmazeutisch akzeptablen
Salzes, Solvates oder Clathrates hiervon, welches das Kontaktieren von
racemischem Didesmethylsibutramin mit (R)-Mandelsäure in einem
Lösungsmittel,
das eine Mischung von Acetonitril und Methanol ist oder enthält, unter
Bildung des (R)-Mandelatsalzes von (R)-Didesmethylsibutramin umfasst.
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Die
Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von optisch
reinem (S)-Didesmethylsibutramin oder eines pharmazeutisch akzeptablen
Salzes, Solvats oder Clathrats hiervon, umfassend das Kontaktieren
von racemischem Didesmethylsibutramin mit (S)-Mandelsäure in einem
Lösungsmittel,
das eine Mischung von Acetonitril und Methanol ist oder enthält, unter
Bildung des (S)-Mandelatsalzes
von (S)-Didesmethylsibutramin.
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Der
Begriff "optisch
rein" wie er hier
verwendet wird bedeutet, dass eine Zusammensetzung mehr als 90 Gewichtsprozent
des gewünschten
Stereoisomers enthält,
vorzugsweise mehr als ungefähr
95 Gewichtsprozent des gewünschten
Stereoisomers und weiter bevorzugt mehr als ungefähr 99 Gewichtsprozent
des gewünschten
Stereoisomers, jeweils basierend auf dem Gesamtgewicht des aktiven
Wirkstoffes. Beispielsweise ist optisch reines (+)-Desmethylsibutramin
im wesentlichen frei von (–)-Desmethylsibutramin.
So wie der Begriff "substantiell
frei von" hier verwendet
wird, bedeutet dieser, dass die Zusammensetzung weniger als ungefähr 10 Gewichtsprozent,
vorzugsweise weniger als ungefähr
5 Gewichtsprozent und weiter vorzugsweise weniger als ungefähr 1 Gewichtsprozent
einer Verbindung enthält.
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Es
ist denkbar, dass pharmazeutisch akzeptable Salze, Solvate und Clathrate
von racemisch und optisch reinem Sibutramin Metaboliten in dem hier
beschriebenen Verfahren, pharmazeutischen Zusammensetzungen und
Dosierungsformen verwendet werden. So wie der Begriff "pharmazeutisch akzeptables
Salz" hier verwendet
wird, bezieht er sich auf ein Salz, welches aus einer pharmazeutisch
akzeptablen nicht-toxischen anorganischen oder organischen Säure hergestellt
wird. Anorganische Säuren
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf die folgenden: Salzsäure, Bromwasserstoffsäure, Jodwasserstoffsäure, Salpetersäure, Schwefelsäure und
Phosphorsäure.
Organische Säuren
schließen
ein, sind aber nicht beschränkt
auf die folgenden: aliphatische Säuren, aromatische Säuren, Carbonsäuren und
Sulfonorganische Säuren,
einschließlich
aber nicht begrenzt auf Ameisen-, Essig-, Propion-, Bernsteinsäure, Benzcamphersulfonsäure, Zitronensäure, Fumarsäure, Gluconsäure, isethionische
Säure,
Milchsäure,
Apfelsäure,
Muconsäure,
Weinsäure,
p-Toluol Sulfonsäure,
Glykolsäure,
Glucuronsäure,
Maleinsäure,
Furoesäure,
Glutaminsäure,
Benzoesäure,
Anthranilsäure,
Salicylsäure,
Phenylacetylsäure,
Mandelsäure,
Embonsäure,
Methansulfonsäure,
Ethansulfonsäure,
Pantothensäure,
Benzolsulfonsäure,
Stearatsäure,
Sulfanilsäure,
Algininsäure,
Galakturonsäure.
Besonders bevorzugt sind Bromwasserstoffsäure, Salzsäure, Phosphorsäuren und
Schwefelsäuren.
Salzsäure
ist die am meisten bevorzugte Säure.
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In
jedem Verfahren kann ein Sibutramin Metabolit oder ein pharmazeutisch
akzeptables Salz, Solvat oder Clathrat hiervon adjunktiv (zusammen)
mit einer oder mehreren weiteren pharmakologisch aktiven Verbindungen
verabreicht werden, d.h. der Sibutramin Metabolit und die zumindest
eine weitere pharmakologisch aktive Verbindung werden in Form einer
Kombination, zusammen aber getrennt, oder nacheinander verabreicht,
und dies über
jeden geeigneten Weg (beispielsweise oral, über die Haut oder über die
Schleimhaut). Weiterhin, können
bevorzugte pharmazeutische Zusammensetzungen und Dosierungsformen
einen pharmazeutisch akzeptablen Arzneistoffträger und/oder zumindest eine
weitere pharmakologisch aktive Verbindung umfassen.
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Zusätzliche
pharmakologisch aktive Verbindungen welche in den Verfahren und
Zusammensetzungen verwendet werden können schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf: Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken (central
nervous system, "CNS") sowie beispielsweise
aber nicht begrenzt auf: 5-HT (beispielsweise 5-HT3 und
5-HT1A) Agonisten und Antagonisten; selektive
Serotonin Wiederaufnahmehemmer (selective serotonine reuptake inhibitors, "SSRIs"); Hypnotika und
Sedativa; Medikamente, für
die Behandlung von psychiatrischen Krankheiten nützlich sind einschließlich Antipsychotika
und Neu roepileptika; Medikamente gegen Angstzustände, Antidepressiva und Stimmungsstabilisatoren;
Stimulanzien für
des Zentrale Nervensystem (CNS) so wie beispielsweise Amphetamine;
Dopaminrezeptor Agonisten; antimanische Wirkstoffe; antipanische
Wirkstoffe; Wirkstoffe für
das Herz-Kreislauf-System (beispielsweise Betablocker und Enzyminhibitoren,
die Angiotensin umwandeln); Antivirenmittel; Antibiotika; Wirkstoffe
gegen Pilze und Antineoplastika.
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Spezifische
Medikamente, welche auf das zentrale Nervensystem wirken schließen ein,
sind aber nicht begrenzt auf: SSRIs, Benzodiazepin Verbindungen,
trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika, angstlösende Wirkstoffe, β-adrenerge Antagonisten,
5-HT1A Rezeptor Agonisten und 5-HT3 Rezeptor Agonisten. Noch spezifischere
Medikamente, welche auf das Zentrale Nervensystem wirken schließen ein
sind aber nicht begrenzt auf: Lorazepam, Tomoxetin, Olanzapin, Respiradon,
Buspiron, Hydroxyzin und Valium.
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Selektive
Serotonin Wiederaufnahmehemmer sind Verbindungen, welche die Aufnahme
von Serotonin im Zentralen Nervensystem inhibieren und gleichzeitig
eine verringerte oder begrenzte Affinität für andere neurologisch aktive
Rezeptoren haben. Beispiele für
SSRIs schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf: Citalopram (CELEXA®);
Fluoxetin (PROZAC®); Fluvoxamin (LUVOX®);
Paroxetin (PAXIL®); Sertralin (ZOLOFT®); Venlafaxin
(EFFEXOR®);
und optisch reine Stereoisomere, aktive Stoffwechselprodukte (Metabolite)
und pharmazeutisch akzeptable Salze, Solvate und Clathrate hiervon.
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Benzodiazepin
Verbindungen welche in den Verfahren und Zusammensetzungen verwendet
werden können
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf diejenigen, welche in Goodman & Gilman, The Pharmacological
Basis of Therapeutics, 362–373
(9. Aufl. McGraw-Hill, 1996) beschrieben sind. Beispiele für spezifische Benzodiazepine
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf: Alprazolam, Brotizolam, Chlordiazepoxid,
Clobazam, Clonazepam, Clorazepat, Demoxepam, Diazepam, Estazolam,
Flumazenil, Flurazepam, Halazepam, Lorazepam, Midazolam, Nitrazepam,
Norazepam, Oxazepam, Prazepam, Quazepam, Temazepam, Triazolam, pharmakologisch
aktive Metaboliten und Stereoisomere hiervon, und pharmazeutisch
akzeptable Salze, Solvate, Clathrate hiervon. Die Handelsnamen für einige
dieser Verbindungen werden unten angegeben.
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Alprazolam,
mit dem chemischen Namen 8-Chloro-1-Methyl-6-Phenyl-4H-Triazolo[4,3-α][1,4] Benzodiazepin
wird unter dem Handelsnamen XANAX® verkauft.
XANAX® wird
verschrieben für
die Behandlung von Angstzuständen
(ein Zustand, der am ehesten der DSM-IIITM Diagnose
von allgemeinen Angstzuständen
entspricht), oder für
die kurzzeitliche Linderung von Symptomen verbunden mit Angstgefühlen. Physician's Desk Reference® 2516–2521 (53.
Aufl., 1999). Das Chlorhydratsalz von Chlordiazepoxid, welches den
chemischen Namen 7-Chloro-2-(Methylamino)-5-Phenyl-3H-1,4-Benzodiazepin
4-Oxid Chlorhydrat trägt,
wird unter dem Handelsnamen LIBRIUM® verkauft.
LIBRIUM® wird
verschrieben für
die Behandlung von Angstzuständen
oder für
die kurzzeitige Linderung von Symptomen verbunden mit Angstgefühlen, Entzugserscheinungen
verbunden mit akutem Alkoholismus, sowie präoperativer Unruhe und Angstgefühlen. Physician's Desk Reference® 1369–1370 (53.
Aufl., 1999).
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Clonazepam
mit dem chemischen Namen 5-(2-Chlorophenyl)-1,3-Dihydro-7-Nitro-2H-1,4-Benzodiazepin-2-on
wird unter dem Handelsnamen KLONOPIN® verkauft.
KLONOPIN® ist
nützlich
alleine oder als Zusatz für
die Behandlung des Lennox-Gastaut Syndroms [petit mal (kleiner Anfall)
Variante], akinetische und myoklonische Anfälle/Epilepsie. KLONOPIN® wird
auch verschrieben für
die Behandlung von Panikattacken mit oder ohne damit verbundener
Platzangst wie in DSM-IVTM definiert. Physician's Desk Reference® 2688–2691 (53.
Aufl., 1999).
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Das
Dinatrium Salz von Chlorazepat, welches den chemischen Namen 7-Chloro-2,3-Dihydro-2,2-Dihydroxy-5-Phenyl-1H-1,4-Benzodiazepin-3-Carboxyl
Dinatrium hat, wird unter dem Handelsnamen TRANXENE® verkauft.
TRANXENE® wird
verschrieben für
die Behandlung von Angstzuständen
oder für
die kurzzeitige Linderung von Symptomen verbunden mit Angstgefühlen, als
unterstützende
Therapie für
die Behandlung von partiellen Anfällen und für die symptomatische Linderung
von akuten Alkohol-Entzugserscheinungen. Physician's Desk Reference® 475–476 (53.
Aufl., 1999).
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Diazepam,
welches den chemischen Namen 7-Chloro-1,3-Dihydro-1-Methyl-5-Phenyl-2H-1,4-Benzodiazepin-2-on
hat, wird unter dem Handelsnamen VALIUM® verkauft.
VALIUM® wird
für die
Behandlung von Angstzuständen
und für
die kurzzeitige Linderung von Symptomen verbunden mit Angstgefühlen verschrieben.
Physician's Desk
Reference® 2735–2736 (53.
Aufl., 1999).
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Estazolam,
welches den chemischen Namen 8-Chloro-6-Phenyl-4H-S-Triazolo[4-3-α][1,4] Benzodiazepin
hat, wird unter dem Handelsnamen PROSOMTM verkauft.
PROSOMTM wird für die kurzzeitige Behandlung
von Schlaflosigkeit verschrieben, welche dadurch charakterisiert
ist, dass Einschlafschwierigkeiten auftreten, häufiges nächtliches Aufwachen und/oder
verfrühtes
Aufwachen am Morgen. Physician's
Desk Reference® 473–475 (53.
Aufl., 1999).
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Flumazenil,
welches den chemischen Namen Ethyl 8-Fuoro-5,6-Dihydro-5-Methyl-6-Oxo-4H-Imidazo[1,5-α](1,4)Benzodiazepin-3-Carboxylat
hat, wird unter dem Handelsnamen ROMAZICON® verkauft.
ROMAZICON® wird
für die
vollständige
oder teilweise Umkehr der beruhigenden Effekte von Benzodiazepinen verschrieben,
und zwar in Fällen,
in welchen Vollnarkose mit Benzodiazepinen induziert und/oder aufrechterhalten
wurde, in Fällen,
in welchen Benzodiazepine als Beruhigungsmittel für diagnostische
und therapeutische Verfahren eingesetzt wurden und für die Behandlung
von Benzodiazepin Überdosierungen.
Physician's Desk
Reference® 2701–2704 (53.
Aufl., 1999).
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Das
Chlorhydrat Salz von Flurazepam, welches den chemischen Namen 7-Chloro-1-[2-(Diethylamino)Ethyl]-5-(o-Fluorophenyl)-1,3-Dihydro-2H-1,4-Benzodiazepin-2-on,
di-Chlorhydrat hat, wird unter dem Handelsnamen DALMAN® verkauft.
DALMAN® ist
ein Hypnotikum, welches für
die Behandlung von Schlaflosigkeit nützlich ist, wobei diese dadurch
charakterisiert ist, dass Einschlafschwierigkeiten bestehen, häufiges nächtliches
Aufwachen und/oder verfrühtes
morgendliches Aufwachen. Physician's Desk Reference® 2520 (52.
Aufl., 1998).
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Lorazepam,
welches den chemischen Namen 7-Chloro-5-(o-Chlorophenyl)-1,3-Dihydro-3-Hydroxy-2H-1,4-Benzodiazepin-2-on
hat, wird unter dem Handelsnamen ATIVAN® verkauft.
ATIVAN® wird
für die
Behandlung von Angstzuständen
verschrieben oder für
die kurzzeitige Minderung von Symptomen verbunden mit Angstgefühlen oder
mit Angstgefühlen,
welche mit depressiven Symptomen verbunden sind. Physician's Desk Reference® 3267–3272 (53.
Aufl., 1999).
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Das
Chlorhydratsalz von Midazolam, welches den chemischen Namen 8-Chloro-6-(2-Fluorophenyl)-1-Methyl-4H-Imidazo[1,5-a][1,4]Benzodiazepin
Chlorhydrat hat, wird unter dem Handelsnamen VERSED® verkauft.
VERSED® wird
für präoperative
Beruhigung/Anxiolyse/Narkose und Vollnarkose verschrieben. Physician's Desk Reference® 2720–2726 (53.
Aufl., 1999).
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Oxazepam,
welches den chemischen Namen 7-Chloro-1,3-Dihydro-3-Hydroxy-5-Phenyl-2H-1,4-Benzodiazepin-2-on
hat, wird unter dem Handelsnamen SERAX® verkauft.
SERAX® wird
für die
Behandlung von Angstzuständen
verschrieben oder für
die kurzzeitige Linderung von Symptomen verbunden mit Angstgefühlen. Physician's Desk Reference® 3383–3384 (53.
Auflage, 1999).
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Quazepam,
welches den chemischen Namen 7-Chloro-5-(o-Fluoro-Phenyl)1,3-Dihydro-1-(2,2,2-Trifluoroethyl)2H-1,4-Benodiazepine-2-thion
hat, wird unter dem Handelsnamen DORAL® verkauft.
DORAL® wird
für die
Behandlung von Schlaflosigkeit verschrieben, wobei diese dadurch
charakterisiert ist, dass Einschlafschwierigkeiten bestehen, häufiges nächtliches
Aufwachen und/oder verfrühtes
Aufwachen am Morgen. Physician's
Desk Reference® 2958
(52. Auflage, 1998).
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Temazepam,
welches den chemischen Namen 7-Chloro-1,3-Dihydro-3-Hydroxy-1-Methyl-5-Phenyl-2H-1,4-Benzodiazepin-2-on
hat, wird unter dem Handelsnamen RESTORIL® verkauft.
RESTORIL® wird
für die
kurzzeitige Behandlung von Schlaflosigkeit verschrieben. Physician's Desk Reference® 2075–2078 (53. Auflage,
1999).
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Triazolam,
welches den chemischen Namen 8-Chloro-6-(o-Chlorophenyl)-1-Methyl-4H-s-Triazolo-[4,3-α][1,4]Benzodiazepin
hat, wird unter dem Handelsnamen HALCION® verkauft.
HALICION® wird
für die kurzzeitige
Behandlung von Schlaflosigkeit verschrieben. Physician's Desk Reference® 2490–2493 (53.
Auflage, 1999).
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Obwohl
vorliegend bevorzugte Kombinationen offenbart sind, wird der klinisch
tätige
Arzt, der Hausarzt oder der Psychiater erkennen, welche von den
oben genannten Verbindungen zur Behandlung oder zur Vorbeugung einer
bestimmten Krankheit in Kombination mit den optisch reinen Sibutramin
Metaboliten gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
beziehungsweise mit einem pharmazeutisch akzeptablen Salz, Solvat
oder Clathrat hiervon.
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Krankheiten,
welche mit Hilfe der optisch reinen Sibutramin Metaboliten, oder
mit Hilfe von pharmazeutisch akzeptablen Salzen, Solvaten oder Clathraten
hiervon, behandelt werden können
oder denen vorgebeugt werden kann, und zwar in Kombination mit einem
Benzodiazepin wie oben aufgelistet schließen ein, sind aber nicht beschränkt auf
Gemütskrankheiten
(beispielsweise Depression), Angstgefühle, Esstörungen und Gehirnfunktionsstörungen wie
diese vorliegend beschrieben sind.
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Die
optisch reinen Sibutramin Metaboliten gemäß der vorliegenden Erfindung,
oder die pharmazeutisch akzeptablen Salze, Solvate oder Clathrate
hiervon, können
in Kombination mit Psychopharmaka verwendet werden. Psychopharmaka
werden in erster Linie für
die Behandlung von Patienten mit psychotischen oder mit anderen
schweren psychiatrischen Krankheiten eingesetzt, die durch Agitatio
und eingeschränktes
Urteilsvermögen
charakterisiert sind. Diese Medikamente haben andere Eigenschaften,
welche klinisch nützlich
sein können,
einschließlich
einer Wirkung als Antiemetikum, als Antihistamin und mit der Fähigkeit,
schmerzlindernde, beruhigende und narkotische Wirkungen zu vervielfachen.
Spezifische antipsychotische Medikamente (Psychopharmaka) sind trizyklische
antipsychotische Medikamente, von welchen es drei Unterarten gibt:
Phenothiazine, Thioxanthene und andere heterozyklische Verbindungen,
wobei alle diese Verbindungen in den Verfahren und den Zusammensetzungen
der Erfindung verwendet werden können.
Siehe beispielsweise Goodman & Gilman,
The Pharmacological Basis of Therapeutics, 404 (9. Auflage McGraw-Hill,
1996).
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Spezifische
trizyklische antipsychotische Verbindungen schließen ein,
sind aber nicht begrenzt auf Chlorpromazin, Mesoridazin, Thioridazin,
Acetophenazin, Fluphenazin, Perphenazin, Trifluoperazin, Chlorprothixen,
Thiothixen, Clozapin, Haloperidol, Loxapin, Molindon, Pimozid, Risperidon,
Desipramin, pharmakologisch aktive Metaboliten und Stereoisomere
hiervon sowie pharmazeutisch akzeptable Salze, Solvate, Clathrate
hiervon. Die Handelsnamen für
einige dieser Verbindungen sind nachfolgend genannt.
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Chlorpromazin,
welches den chemischen Namen 10-(3-Dimethylaminopropyl)-2-Chlorphenothiazin hat,
wird unter dem Handelsnamen THORAZINE® verkauft.
THORAZINE® wird
u.a. für
die Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen Krankheiten
verschrieben. Physician's
Desk Reference® 3101–3104 (53.
Auflage, 1999).
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Das
Benzolsulfonsäure-Salz(besylate)
von Mesoridazin, welches den chemischen Namen 10-[2(1-Methyl-2-Piperidyl)Ethyl]-2-Methyl-Sylfinyl)-Phenothiazin
trägt,
wird unter dem Handelsnamen SERENTIL® verkauft.
SERENTIL® wird
zur Behandlung von Schizophrenie, Verhaltensproblemen, bei mentalen Störung und
bei chronischem Hirnsyndrom, Alkoholismus und psychoneurotischen
Erscheinungsformen verschrieben. Physician's Desk Reference® 764–766 (53.
Auflage, 1999).
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Perphenanzin,
welches den chemischen Namen 4-[3-(Chlorophenothiazin-10-yl)Propyl-1-Piperazineethanol
hat, wird unter dem Handelsnamen TRIFALON® verkauft.
TRIFALON® wird
für die
Verwendung in der Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen
Störungen
verschrieben und für
die Kontrolle von schwerer Übelkeit
und von Erbrechen bei Erwachsenen. Physician's Desk Reference® 2886–2888 (53.
Auflage, 1999).
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Trifluoperazin,
welches den chemischen Namen 10-[3-(4-Methyl-1-Piperazinyl)-propyl]-2-(Trifluoromethyl)-10H-Phenothiazin
hat, wird unter dem Handelsnamen STELAZIN® verkauft.
STELAZIN® wird
für die
Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen Störungen verschrieben
und für
die kurzzeitige Behandlung von allgemeinen nicht-psychotischen Angstzuständen. Physician's Desk Reference® 3092–3094 (53.
Auflage, 1999).
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Thiothixen,
welches den chemischen Namen N,N-Dimethyl-9-[3-(4-Methyl-1-Piperazinyl)-Propylidene]Thioxanthene-2-Sulfonamid
hat, wird unter dem Handelsnamen NAVANE® verkauft.
NAVANE® wird
für die Behandlung
von Erscheinungsformen von psychotischen Störungen verschrieben. Physician's Desk Reference® 2396–2399 (53.
Auflage, 1999).
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Clozapin,
welches den chemischen Namen 8-Chloro-11-(4-Methyl-1-Piperazinyl)5H-Dibenzo[b,e][1,4]Diazepin
hat, wird unter dem Handelsnamen CLORAZIL® verkauft.
CLORAZIL® wird
für die
Behandlung von schwer an Schizophrenie erkrankten Patienten verschrieben,
welche nicht in angemessener Art und Weise auf die üblichen
Behandlungsmethoden mit Psychopharmaka ansprechen. Physician's Desk Reference® 2004–2009 (53.
Auflage, 1999).
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Haloperidol,
welches den chemischen Namen 4-[4-p-Chlorophenyl)-4-Hydroxypiperidonol-4'-Fluorobutyrophenon
hat, wird unter dem Handelsnamen HALDOL® verkauft.
HALDOL® wird
für die
Verwendung in der Behandlung von Patienten verschrieben, welche
verlängerte
antipsychotische Therapie unter Umgehung des Verdauungstraktes erfordern
(beispielsweise Patienten mit chronischer Schizophrenie). Physician's Desk Reference® 2190–2192 (53.
Auflage, 1999).
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Loxapin,
welches den chemischen Namen 2-Chloro-11-(4-Methyl-1-Piperazinyl)Dibenz[b,f][1-4]Oxaxepin
hat, wird unter dem Handelsnamen LOXITANE® verkauft.
LOXITANE® wird
für die
Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen Störungen verschrieben.
Physician's Desk
Reference® 3224–3225 (53. Auflage,
1999).
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Molindon,
welches den chemischen Namen 3-Ethyl-6,7-Dihydro-2-Methyl-5-(Morpholinomethyl)Indol-4(5H-on
Chlorhydrat hat, wird unter dem Handelsnamen MOBAN® verkauft.
MOBAN® wird
für die
Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen Störungen verschrieben.
Physician's Desk
Reference® 978–979 (53.
Auflage, 1999).
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Pimozid,
welches den chemischen Namen 1-[1-[4,4bis(4-Fluorophenyl)Butyl]4-Piperidinyl]-1,3-Dihydro-2H-Benzimidazole-2-on
hat, wird unter dem Handelsnamen ORAP® verkauft.
ORAP® wird
für das
Unterdrücken
von motorischen oder phonischem Zucken in Patienten verschrieben,
die das Tourette Syndrom zeigen und die in nicht zufriedenstellender
Art und Weise auf die üblichen
Behandlungsmethoden ansprechen. Physician's Desk Reference® 1054–1056 (53.
Auflage, 1999).
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Risperidon,
welches den chemischen Namen 3-[2-[4-(6-Fluoro-1,2-Benzisoxazol-3-yl)-1-Piperidinyl]Ethyl]-6,7,8,9-Tetrahydro-2-Methyl-4H-Pyrido[1,2-a]Pyrimidin-4-on
wird unter dem Handelsnamen RISPERDAL® verkauft.
RISPERDAL® wird
für die
Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen Störungen verschrieben.
Physician's Desk
Reference® 1432–1436 (53.
Auflage, 1999).
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Das
Chlorhydratsalz von Despiramin, welches den chemischen Namen 5H-Dibenz[bf]Azepin-5-Propanamin-10.11-Dihydro-N-Methyl-Mono-chlorhydrat
hat, wird unter dem Handelsnamen NORPRAMIN® verkauft. NORPRAMIN® wird
für die
Behandlung von Depressionen verschrieben. Physician's Desk Reference® 1332–1334 (53.
Auflage, 1999).
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Krankheiten,
welche unter Verwendung von optisch reinen Sibutramin Metaboliten,
oder von pharmazeutisch akzeptablen Salzen, Solvaten oder Clathraten
hiervon, und in Kombination mit Psychopharmaka, und insbesondere
in Kombination mit trizyklischen antipsychotischen Verbindungen
behandelt werden können oder
denen vorgebeugt werden kann, schließen ein, sind aber nicht beschränkt auf:
Gemütskrankheiten
(zum Beispiel Depression), Angstzustände, Essstörungen und Hirnfunktionsstörung (zum
Beispiel Schizophrenie), so wie diese vorliegend beschrieben sind.
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Die
optisch reinen Sibutramin Metaboliten, oder die pharmazeutisch akzeptablen
Salze, Solvate oder Clathrate hiervon, wie gemäß der vorliegenden Erfindung
bereitgestellt, können
in Kombination mit einem 5-HT1A-Rezeptorantagonisten
und/oder einem β-adrenergen
Antagonisten verwendet werden. Beispiele für 5-HT1A-Rezeptorantagonisten
und für β-adrenerge
Antagonisten, welche in den Verfahren und Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf: Alprenolol, WAY 100135, Spiperon,
Pindolol, (S)-UH-301, Penbutolol, Propanolol, Tertatolol, eine Verbindung
der Formel I wie im US Patent 5 552 429 offenbart, pharmakologisch
aktive Metaboliten oder Stereoisomere hiervon, sowie pharmazeutisch
akzeptable Salze, Solvate, Clathrate hiervon.
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Alprenolol,
welches den chemischen Namen 1-(1-Methylethyl)Amino-3-[2-(2-Propenyl)Phenoxy]-2-Propanol
hat, ist in US Patent 3 466 235 offenbart.
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WAY
100135, welches den chemischen Namen N-(t-Butyl)-3-[4-(2-Methox-Phenyl)-Piperazin-1-yl]-2-Phenylpropanamid
hat, ist in US Patent 4 988 814 beschrieben. Siehe hierzu auch Cliffe
et al., J. Med. Chem., 36: 1509–1510
(1993).
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Spiperon,
welches den chemischen Namen 8-[4-(4-Fluorophenyl)-4-Oxobutyl]-1-Phenyl-1,3,8-Triazaspiro[4,5]Decan-4-on
hat, ist in den US Patenten 3 155 669 und 3 155 670 beschrieben.
Siehe hierzu auch Middlmiss et al, Neurosci. and Biobehav. Rev.,
16;75.82 (1992).
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Pindolol,
welches den chemischen Namen 4-(2-Hydroxy-3-Isopropylaminopropoxy)-Indol
hat, ist in US Patent 3 471 515 offenbart. Siehe hierzu auch: Dreshfield
et al., Neurochem Res., 21 (5): 557–562 (1996).
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(S)-UH-301,
welches den chemischen Namen (S)-5-Fluoro-8-Hydroxy-2-Dipropylamino-Tetralin
hat, ist Pharmakologen und pharmazeutisch tätigen Chemikern wohl bekannt.
Siehe beispielsweise Hiller et al., J. Med. Chem., 33: 1541–44 (1990)
und Moreau et al., Brain Res. Bull., 29: 901–04 (1992).
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Penbutolol,
welches den chemischen Namen (1-(t-Butylamino)-2-Hydroxy-3-(2-Cyclopentyl-Phenoxy)Propan
hat, wird unter dem Handelsnamen LEVATOL® verkauft.
LEVATOL® wird
zur Behandlung von milder bis moderater Hypertonie der Arterien
verschrieben. Physician's
Desk Reference® 2908–2910 (53.
Auflage, 1999).
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Das
Chlorhydratsalz von Propanolol, welches den chemischen Namen 1-Isopropylamino-3-(1-Naphthalenyloxy)-2-Propanol
Chlorhydrat trägt,
wird unter dem Handelsnamen INDERAL® verkauft.
INDERAL® wird für die Behandlung
von Hypertonie verschrieben. Physician's Desk Reference® 3307–3309 (53.
Auflage, 1999).
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Tertatolol,
welches den chemischen Namen 8-(3-t-Butylamino-2-Hydroxy-Propyloxy)-Thiochroman hat,
ist im US Patent 3 960 891 offenbart.
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Krankheiten,
die mit Hilfe der optisch reinen Sibutramin Metaboliten, oder mit
Hilfe von pharmazeutisch akzeptablen Salzen, Solvaten oder Clathraten
hiervon, in Kombination mit einem 5-HT1A-Rezeptor-Antagonisten
behandelt werden können,
oder denen vorgebeugt werden kann, schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf: Depressionen, Zwangsneurosen, Essstörungen, Hochdruck, Migräne, essentieller
Tremor, hypertrophe Subaortenstenose und Pheochromocytomie. Eine
spezifische Krankheit, welche behandelt werden kann, oder welcher
vorgebeugt werden kann, ist die posttraumatische Depression.
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Krankheiten,
welche unter Verwendung der optisch reinen Sibutramin Metaboliten,
oder von pharmazeutisch akzeptablen Salzen, Solvaten oder Clathraten
hiervon, in Kombination mit einem β-adrenergen Antagonisten behandelt
werden können,
oder denen vorgebeugt werden kann, schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf Postmyokardinfarktdepression. Spezifische β-adrenerge Antagonisten schließen ein,
sind aber nicht begrenzt auf S(–)-Pindolo,
Penbutolol und Propanolol.
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Optisch
reine Sibutramin Metabolit, oder pharmazeutisch akzeptable Salze,
Solvate oder Clathrate hiervon, wie gemäß der Verfahren gemäß der Erfindung
bereitgestellt, können
in Kombination mit Nicht-Benzodizepine oder mit nicht-trizyklischen Wirkstoffen
verwendet werden. Beispiele für
solche zusätzlichen
pharmakologisch aktiven Verbindungen schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf: Blanzapin, Buspiron, Hydroxyzin, Tomoxetin, pharmakologisch
aktive Metaboliten und Stereoisomere hiervon, und pharmazeutisch
akzeptable Salze, Solvate, Clathrate hiervon.
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Olanzapin,
welches den chemischen Namen 2-Methyl-4-(4-Methyl-1-Piperazinyl)-10H-Thieno[2,3-b][1,5]Benzodiazepin
hat, wird unter dem Handelsnamen ZYPREXA® verkauft.
ZYPREXA® wird
für die
Behandlung von Erscheinungsformen von psychotischen Störungen verschrieben.
Physician's Desk
Reference® 1641–1645 (53.
Auflage, 1999).
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Das
Chlorhydratsalz von Buspiron, welches den chemischen Namen 8-[4-[4-(2-Pyrimidinyl)-1-Piperazinyl]Butyl]-8-Azaspiro-[4.5]Decane-7,9-Dion
Monochlorhydrat hat, wird unter dem Handelsnamen BUSPAR® verkauft.
BUSPAR® wird
für die
Behandlung von Angststörungen
verschrieben oder für
die kurzfristige Linderung von Symptomen, welche bei Angstgefühlen auftreten.
Physician's Desk
Reference® 823–825 (53.
Auflage, 1999).
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Das
Chlorhydratsalz von Hydroxyzin, welches den chemischen Namen 1-(p-Chlorobenzhydryl)-4[2-(2-Hydroxyethoxy)-Ethyl]Piperazin
Dichlorhydrat hat, wird unter dem Handelsnamen ATARAX® verkauft.
ATARAX® wird
für die
symptomatische Linderung von Angstgefühlen verschrieben, und von
Spannungen, welche mit der Psychoneurose verbunden sind, sowie als
Hilfsmittel im Zusammenhang mit organischen Krankheitszuständen, in
welchen sich Angstzustände
zeigen. Physician's
Desk Reference® 2367–2368 (53. Auflage,
1999).
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Krankheiten,
welche unter Verwendung der optisch reinen Sibutramin Metaboliten
gemäß der vorliegenden
Erfindung, oder mit pharmazeutisch akzeptablen Salzen, Solvaten
oder Clathraten hiervon, in Kombination mit einer Verbindung ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Lorazepam, Tomoxetine, Blanzapin, Respiradon,
Buspiron, Hydroxyzin, Valium sowie pharmakologisch aktiven Metaboliten
und Stereoisomeren hiervon und pharmazeutisch akzeptablen Salzen,
Solvaten, Clathraten hiervon, behandelt werden können, oder denen vorgebeugt
werden kann, umfassen, sind aber nicht begrenzt auf: Angstgefühle, Depression,
Hypertonie und Aufmerksamkeitsstörungen.
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Wiewohl
alle Kombinationen von optisch reinen Sibutramin Metaboliten wie
von den erfindungsgemäßen Verfahren
bereitgestellt, und von pharmazeutisch akzeptablen Salzen, Solvaten,
Clathraten hiervon, mit einer oder mit mehreren der oben beschriebenen
pharmakologisch aktiven Verbindungen nützlich und wertvoll sind, so
sind doch bestimmte Kombinationen besonders bevorzugt. Beispiele
für bevorzugte
Kombinationen schließen
diejenigen ein, in denen ein optisch reiner Sibutramin Metabolit
oder ein pharmazeutisch akzeptables Salz, Solvat oder Clathrat hiervon,
mit einem der folgenden Stoffe kombiniert wird:
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Racemisches
Sibutramin, Desmethylsibutramin und Didesmethylsibutramin können gemäß denjenigen
Verfahren hergestellt werden, wie sie dem Fachmann bekannt sind.
Siehe hierzu beispielsweise
US
4 806 570 , J. Med. Chem., 2540 (1993) (Tosylierung und
Azid Ersatz); Butler, D., J. Org. Chem., 36: 1308 (1971) (Cycloalkylierung
in DMSO); Tetrahedron Lett., 155–58 (1980) (Grignard Additionsreaktion
an Nitril in Benzol); Tetrahedron Lett., 857 (1997) (OH zu Azid);
und Jeffery, J. E., et al., J. Chem. Soc. Perkn. Trans. 1, 2583
(1996). Optisch reine Enantiomere von Sibutramin und seine Metaboliten
können
auch entsprechend den Techniken hergestellt werden, wie sie im Fachwissen
bekannt sind. Eine bevorzugte Technik ist die Trennung durch fraktionierte
Kristallisation von diastereomeren Salzen, welche mit Hilfe von
optisch aktiven Trennmitteln (resolving agents) erhalten werden.
Siehe z.B. „Enantiomers,
Racemates and Resolutions" von
J. Jacques, A. Collet und S. H. Wilen, (Wiley-Interscience, New
York, 1981)); S. H. Wilen, A. Collet und J. Jaques, Tetradedron,
2725 (1977); E. L. Eliel, Stereochemistry of Carbon Compounds (McGraw-Hill,
NY, 1962); und S. H. Wilen, Tables of Resolving Agents and Optical
Resolutions 268 (E. L. Eliel (Hrsg.), Univ. of Notre Dame Press,
Notre Dame, IN, 1972).
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Weil
Sibutramin, Desmethylsibutramin und Didesmethylsibutramin basische
Amine sind, werden diastereomere Salze von diesen Verbindungen,
die für
die Trennung durch fraktionierte Kristallisation geeignet sind,
leicht durch das Hinzufügen
von optisch reinen chiralen sauren Trennmitteln (resolving agents)
gebildet. Geeignete Trennmittel schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf optisch reine Weinsäure,
Kampfersulfonsäure,
Mandelsäure
und Derivate hiervon. Optisch reine Isomere von Sibutramin, Desmethylsibutramin
und Didesmethylsibutramin können
entweder aus dem kristallisierten Diastereoisomer oder aus der Mutterlauge
gewonnen werden, jeweils abhängig
von den Lösungseigenschaften
der speziellen Säure,
welche als Trennmittel verwendet wird, und auch in Abhängigkeit
von dem speziellen Säureenantiomer,
welches verwendet wird. Die Identität und die optische Reinheit
des speziellen Sibutramins oder des Sibutramin Metabolitenisomeres,
welches auf diese Art und Weise erhalten wird, kann durch Polarimetrie
oder mit Hilfe von anderen analytischen Methoden bestimmt werden.
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Herstellung
von optisch reinem Didesmethylsibutramin sowie Salzen hiervon
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Optisch
reine Enantionmere des Didesmethylsibutramin (DDMS) sowie pharmazeutisch
akzeptable Salzen, Solvaten und Clathraten hiervon werden leicht
gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung hergestellt. So kann beispielsweise die
freie Base von racemischem Didesmetylsibutramin ((R/S)-DDMS) so
hergestellt werden, wie es in Schema 7 gezeigt ist.
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Gemäß dieses
Verfahrens wird eine Verbindung wie beispielsweise eine der Formel
3 durch die Reaktion von CCBC mit einem Metallsalz des Isobutylkations
hergestellt, so wie beispielsweise, aber nicht begrenzt auf, Verbindungen
der Formel i-BuMX, wobei X Br oder I ist und M aus der Gruppe bestehend
aus Li, Mg, Zn, Cr und Mn, ausgewählt wird. Vorzugsweise hat
die Verbindung die Formel i-BuMgBr. Dieses Adukt wird anschließend reduziert,
um das (R/S)-DDMS
zu erhalten. Geeignete Reduktionsmittel schließen NaBH4 ein,
sind aber nicht hierauf begrenzt.
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Salze
von racemisch und optisch reinen Enantiomeren von DDMS werden leicht
gebildet. Beispielsweise kann das (D)-Tartratsalz von racemischen
Didesmethylsibutramin ((R/S)-DDMS·(D)-TA) so hergestellt werden,
wie es unten in Schema 8 gezeigt ist. Es sollte angemerkt werden,
dass das (L)-Tartratsalz von racemischem Didesmethylsibutramin ((R/S)-DDMS·(L)-TA)
in einer analogen Art und Weise hergestellt werden kann.
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Obwohl
jedes geeignete Lösungsmittel,
welches dem Fachmann bekannt ist, gemäß dieses Verfahrens eingesetzt
werden kann, ist Toluol ein bevorzugtes Lösungsmittel.
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Die
Enantionmeren von Didesmethylsibutramin können durch die Bildung von
chiralen Salzen voneinander getrennt bzw. aufgelöst werden, wie dies oben beschrieben
ist. Beispielsweise können
die Enantionmeren dadurch aufgelöst/getrennt
werden, dass vorzugsweise chirale Säuren eingesetzt werden, wobei
die chiralen Salze Weinsäure
einschließen.
Bevorzugte Lösungsmittelsysteme
schließen
Acetonitril/Wasser/Methanol und Acetonitril/Methanol ein, sind aber
nicht hierauf begrenzt.
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Das
(D)-Tartratsalz von optisch reinem (R)-Didesmethylsibutramin ((R)-DDMS·(D)-TA)
kann aus der racemischen Didesmethylsibutramin-freien Base wie in
Schema 9 gezeigt, erhalten werden:
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Gemäß dieser
Methode wird racemisches DDMS mit (D)-Weinsäure in einem geeigneten Lösungsmittel
in Kontakt gebracht. Ein bevorzugtes Lösungsmittel ist eine Mischung
aus Aceton, Wasser und Methanol. Das daraus resultierende Weinsäuresalz
wird dann von der Mutterlauge isoliert und vorzugsweise aus einer Mischung
von Aceton und Wasser rekristallisiert, um (R)-DDMS·(D)-Tartrat
in hoher enantionmerer Reinheit zu erhalten.
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Alternativ
kann optisch reines ((R)-DDMS·(D)-TA
so wie in Schema 10 gezeigt aus dem Tartratsalz von racemischem
Didesmethylsibutramin isoliert werden.
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Ein
Verfahren zum Isolieren des (L)-Tartratsalzes des (S)-Didesmethylsibutramin
((S)-DDMS·(L)-TA) aus
der racemischen Didesmethylsibutraminfreien Base ist in Schema 11
gezeigt:
-
-
Gemäß dieser
Methode, wird racemisches DDMS mit (L)-Weinsäure in einem geeigneten Lösungsmittel
in Kontakt gebracht. Ein geeignetes Lösungsmittel ist eine Mischung
aus Aceton, Wasser und Methanol. Das daraus resultierende Tartratsalz
wird dann aus der Mutterlauge isoliert und vorzugsweise aus einer
Mischung von Aceton und Wasser rekristallisiert, um somit (S)-DDMS·Tartrat
in hoher enantiomerer Reinheit zu erhalten.
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In
Bezug auf die Auflösung
bzw. das Auftrennen von Didesmethylsibutramin wurde gefunden, dass, wenn
Weinsäure
als Trennmittel (resolving agent) verwendet wird, eine Mischung
aus Acetonitril, Wasser und Methanol/Ethanol während des Trennschrittes ein
bevorzugtes Lösungsmittel
ist. Gemäß der Verfahren
der vorliegenden Erfindung ist das geeignete Lösungsmittel eine Mischung von
Acetonitril und Methanol für
den Fall, dass Mandelsäure
als Trennmittel (resolving agent) verwendet wird.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen und deren Verwendung
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Die
Menge einer prophylaktisch oder therapeutisch verabreichten Dosis
eines aktiven Wirkstoffes zur akuten oder chronischen Behandlung
einer Krankheit oder einer Störung
wird von der Schwere der Krankheit oder der Störung, welche zu behandeln ist,
abhängen
sowie von der Art der Verabreichung. Die Dosis und möglicherweise
auch die Häufigkeit,
mit welcher die Dosis verabreicht wird, wird auch vom Alter, dem
Körpergewicht,
der Körperreaktion
sowie der medizinischen Geschichte des Patienten abhängen. Geeignete
Dosierungsbereiche können
leicht von einem Fachmann ausgewählt
werden, der alle diese Faktoren angemessen berücksichtigt.
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Geeignete
tägliche
Dosen für
die Behandlung oder das Vorbeugen von Krankheiten, wie sie hier
beschrieben sind, können
vom Fachmann leicht bestimmt werden. Eine empfohlene Dosis für einen
racemisch oder optisch reinen Sibutramin Metaboliten liegt im Bereich
von ungefähr
0,1 mg bis ungefähr
60 mg pro Tag, wobei diese als eine Einzeldosis einmal am Tag am
Morgen verabreicht wird, oder als mehrere Dosen über den Tagen verteilt wird.
Vorzugsweise liegt eine tägliche
Dosis im Bereich von ungefähr
2 mg bis ungefähr
30 mg pro Tag, weiter vorzugsweise im Bereich von ungefähr 5 mg
bis ungefähr
15 mg pro Tag.
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Geeignete
Bereiche für
die tägliche
Dosierung von zusätzlichen
pharmakologisch aktiven Komponenten, welche gemeinsam mit einem
racemisch oder optisch reinen Sibutramin Metaboliten verabreicht
werden, können
vom Fachmann leicht anhand der Dosen bestimmt werden, wie sie in
der Literatur berichtet sind und wie sie in Physician's Desk Reference® (53.
Auflage, 1999) empfohlen sind.
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Beispielsweise
kann der Fachmann die geeigneten täglichen Bereiche für die Dosis
an 5-HT3-Antagonisten leicht bestimmen,
wobei diese Dosen von Faktoren wie den oben beschriebenen abhängen, sowie
auch vom speziellen 5-HT3-Antagonisten,
der verwendet wird. Im Allgemeinen liegt die tägliche Gesamtdosis für einen
5-HT3-Antagonisten für die Behandlung oder die Vorbeugung
einer Krankheit, wie sie hier beschrieben ist, im Bereich von ungefähr 0,5 mg
bis zu ungefähr
500 mg, vorzugsweise von ungefähr
1 mg bis zu ungefähr 350
mg, sowie weiter bevorzugt im Bereich von ungefähr 2 mg bis zu ungefähr 250 mg
pro Tag.
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Die
therapeutische oder prophylaktische Verabreichung eines aktiven
Wirkstoffes gemäß der vorliegenden
Erfindung wird vorzugsweise bei einer geringeren Dosis begonnen,
beispielsweise bei einer Dosis im Bereich von ungefähr 2 mg
bis zu ungefähr
8 mg bezogen auf den Sibutramin Metaboliten sowie optional von ungefähr 15 mg
bis zu ungefähr
60 mg an 5-HT3-Antagonisten. Die Dosis wird
dann erhöht,
falls notwendig, bis hin zur empfohlenen täglichen Dosis entweder in Form
einer Einzeldosis oder als aufgeteilte Dosen, jeweils abhängig davon,
wie der Patient hierauf allgemein anspricht. Es ist weiterhin empfohlen,
dass Patienten im Alter von mehr als 65 Jahren Sibutramin Metaboliten
Dosen im Bereich von ungefähr
5 mg bis ungefähr
30 mg pro Tag erhalten, jeweils abhängig davon, wie sie allgemein
hierauf ansprechen. Es kann notwendig sein, Dosierungen außerhalb
der hier beschriebenen Bereich zu verwenden; diese sind für den Fachmann
auf dem Gebiet der Pharmazie leicht bestimmbar.
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Die
Dosierungsmengen und -häufigkeiten
wie oben dargestellt werden von den Begriffen „therapeutisch effektiv", „prophylaktisch
effektiv" und „therapeutisch
oder prophylaktisch effektiv" wie
diese vorliegend verwendet werden. Wenn diese Begriffe im Zusammenhang
mit einer Menge an racemisch oder optisch reinem Sibutramin Metaboliten
verwendet werden, umfassen diese Begriffe außerdem eine Menge an racemisch oder
optisch reinen Sibutramin Metaboliten, die weniger oder weniger
ernste unerwünschte
Nebenwirkungen bewirkt, als diese im Zusammenhang mit der Verabreichung
von racemischen Sibutramin auftreten. Unerwünschte Nebeneffekte, wie sie
bei racemischem Sibutramin auftreten, beinhalten, sind aber nicht
begrenzt auf eine erhöhte
Herzschlagfrequenz sowohl in Rückenlage
als auch im Stehen, einschließlich
Herzjagen, erhöhtem
Blutdruck (Hypertonie), erhöhten
psychomotorische Aktivitäten,
trockenem Mund, Karies, Verstopfung, Hypohidrosis, verschwommene
oder verschwimmende Sicht, Spannungen, Mydriasis, Anfälle, Bildung von
Gallensteinen, Fehlfunktionen von Leber oder der Niere, Fieber,
Arthritis, Unruhe, Beinkrämpfe,
Hypertension, unnormales Denken, Bronchitis, Kurzatmigkeit, Pruritus,
Sehschwäche,
Störungen
des Menstrualzyklus, Ekchymose/Blutungsstörungen, interstitielle Nephritis
sowie Nervosität.
Siehe z.B. Physician's
Desk Reference® 1494–1498 (53.
Auflage, 1999).
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Das
gemeinsame Verabreichen von zwei oder mehreren aktiven Wirkstoffen
gemäß den Verfahren
der vorliegenden Erfindung kann entweder gemeinsam erfolgen, sequentiell,
oder beides. So können
beispielsweise ein Dopamin-Wiederaufnahmehemmer
und ein 5-HT3-Antagonist als eine Kombination
verabreicht werden, gemeinsam oder separat, oder durch sequentielle
Verabreichung.
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Jede
denkbare Verabreichungsform kann dazu verwendet werden, den Patienten
mit einer therapeutisch oder prophylaktisch effektiven Dosis eines
aktiven Wirkstoffes zu versorgen. So können beispielsweise orale Verabreichungsformen
verwendet werden, die Verabreichung über Schleimhäute (beispielsweise über die
Nase, sublingual, über
die Mundhöhle,
rektal, vaginal), unter Umgehung des Verdauungstraktes (beispielsweise
intravenös
oder intramuskulär),
transdermal oder durch Einspritzen unter die Haut. Bevorzugte Verabreichungsformen
sind die orale, transdermale und die über Schleimhäute erfolgende
Verabreichung. Wie oben erwähnt
wurde, ist die Verabreichung eines aktiven Wirkstoffes für die Behandlung
oder die Vorbeugung von erektiler Dysfunktion vorzugsweise der Verabreichungsweg über die
Schleimhäute
oder transdermal. Geeignete Dosierungsformen für solche Verabreichungswege
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf perkutane Pflaster, Augentropfen,
Sprays sowie Aerosole. Transdermale Zu sammensetzungen können auch
in Form von Cremes, Lotionen und/oder Emulsionen vorliegen, welche
Bestandteil eines geeigneten Haftmittels sind, welches auf der Haut
aufgebracht werden kann, oder welches in einem perkutanen Pflaster
oder einer Matrix oder einem Reservoir enthalten ist, so wie diese
auf diesem Fachgebiet und zu diesem Zweck bekannt sind.
-
Eine
bevorzugte Möglichkeit
für die
transdermale/perkutane Applikation ist ein Pflaster vom Typ „Reservoir" oder „Matrix", welches auf der
Haut aufgebracht wird und für
eine spezifizierte Zeit auf dieser getragen wird, um das Penetrieren
eines gewünschten
Betrages des aktiven Wirkstoffes zu ermöglichen. Ist beispielsweise
einer der aktiven Wirkstoffe der Sibutramin Metabolit, so wird in
einer bevorzugten Ausführungsform
das Pflaster für
24 Stunden getragen und liefert eine totale tägliche Dosis von ungefähr 0,1 mg
bis ungefähr
60 mg pro Tag. Vorzugsweise beträgt
die tägliche
Dosis ungefähr
2 mg bis zu ungefähr
30 mg pro Tag, weiter bevorzugt ungefähr 5 mg bis zu ungefähr 15 mg
pro Tag. Das Pflaster kann notwendigenfalls durch ein frisches Pflaster
ersetzt werden, um eine konstante Verabreichung des aktiven Wirkstoffes
an den Patienten sicherzustellen.
-
Andere
Dosierungsformen gemäß der vorliegenden
Erfindung schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf Tabletten, Kapseln, Pastillen,
Lutschtabletten, Dispersionen, Suspensionen, Suppositorien, Salben,
Cataplasmen (Umschläge),
Pasten, Pulver, Anrührungen,
Cremes, Plaster, Lösungen,
Kapseln, weiche elastische Gelatinkapseln sowie Pflaster.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
umfassen die pharmazeutischen Zusammensetzungen und Verabreichungsformen
einen Dopamin-Wiederaufnahmehemmer, so wie beispielsweise einen
optisch reinen Sibutramin Metaboliten, wie er von der vorliegenden
Erfindung bereitgestellt wird, oder ein pharmazeutisch akzeptables
Salz, Solvat oder Clathrat hiervon, und optional eine zusätzliche
pharmakologisch aktive Verbindung, so wie beispielsweise einen 5-HT3-Antagonisten. Bevorzugte racemisch oder
optisch reine Sibutramin Metaboliten sind (+)-Desmethylsibutramin,
(–)-Desmethylsibutramin,
(±)-Desmethylsibutramin,
(+)-Didesmethylsibutramin, (–)-Didesmethylisbutramin
und (±)-Didesmethylsibutramin.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen und Verabreichungsformen
können
ein pharmazeutisch akzeptables Trägermaterial enthalten sowie
optional andere therapeutische Inhaltsstoffe, welche dem Fachmann
bekannt sind.
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In
der praktischen Anwendung kann ein aktiver Inhaltsstoff/Wirkstoff
in einer engen Vermengung mit einem pharmazeutischen Trägermaterial
kombiniert werden, wie dieses gemäß konventionellen pharmazeutischen
Techniken zur Herstellung von Gemischen bekannt ist. Das Trägermaterial
kann eine Vielzahl von verschiedenen Formen annehmen, jeweils abhängig von
der gewünschten
Herstellungsform in Bezug auf die Art der Verabreichung. Sollen
die Zusammensetzungen für
eine orale Verabreichungsweise präpariert werden, so kann ein
jedes der üblichen
pharmazeutischen Medien als Arzneimittelträger verwendet werden, so wie
beispielsweise Wasser, Glykole, Öle,
Alkohole, Geschmackstoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe usw.,
jeweils im Fall von flüssigen
Präparaten
für die
orale Verabreichung (beispielsweise als Suspensionen, Lösungen und Elixiere),
oder auch für
Aerosole; Trägermaterialien
wie Stärke,
Zucker, mikrokristalline Zellulose, Verdünnungsstoffe, Granulierungsstoffe,
Gleitstoffe, Binder sowie Trennungsmittel können im Fall der oralen Verabreichung
von festen Präparaten
verwendet werden, vorzugsweise ohne die Verwendung von Laktose.
Geeignete Trägermaterialien
schließen
beispielsweise ein: Pulver, Kapseln und Tabletten, wobei feste Präparationen für die orale
Verabreichung gegenüber
flüssigen
Präparaten
bevorzugt sind.
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Wegen
ihrer einfachen Verabreichungsweise stellen Tabletten und Kapseln
die vorteilhafteste Einheit für
die orale Verabreichung dar, gesetzt den Fall, dass feste pharmazeutische
Trägermaterialien
verwendet werden. Falls dies gewünscht
ist, können
die Tabletten mit den üblichen
wässrigen
oder nicht-wässrigen
Techniken beschichtet werden.
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Zusätzlich zu
den üblichen
Verabreichungsformen, wie sie oben beschrieben wurden, kann ein
aktiver Wirkstoff auch dadurch verabreicht werden, dass Mittel zur
kontrollierten Freisetzung oder Mittel zur Anlieferung verwendet
werden, die für
den Fachmann wohlbekannt sind, so wie beispielsweise diejenigen,
die in den folgenden US Patenten beschrieben sind: 3 845 770; 3
916 899; 3 536 809; 3 598 123 und 4 008 719; 5 674 533; 5 059 595;
5 591 767; 5 120 548; 5 073 543; 5 639 476; 5 354 556 und 5 733
566. Diese Arten der Verabreichungen können verwendet werden, um eine
langsame oder eine kontrollierte Freisetzung von einem oder von
mehreren aktiven Inhaltsstoffen zu erreichen, und zwar unter Verwendung
von beispielsweise Hydropropylmethylzellulose oder anderen Polymermatrizen,
Gelen, durchlässigen
Membranen, osmotischen Systemen, Mehrschichtensystemen, Mikropartikeln,
Liposomen oder Mikrokügelchen
oder eine Kombination hiervon, um das gewünschte Freisetzungsprofil in
sich ändernden
Proportionen bereitstellen zu können.
Geeignete Formulierungen für
die kontrollierte Freisetzung, welche dem Fachmann bekannt sind,
einschließlich
denjenigen, wie sie hier beschrieben sind, können leicht für eine Verwendung
mit den pharmazeutischen Zusammensetzungen ausgewählt werden.
Diese beinhalten Einzeldosierungen, die für die orale Verabreichung geeignet
sind, wobei diese beispielsweise aber nicht ausschließlich sein
können:
Tabletten, Kapseln, Gelkapseln und Caplets, welche für eine kontrollierte
Freisetzung adaptiert sind.
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Alle
pharmazeutischen Produkte für
das kontrollierte Freisetzen von Wirkstoffen haben das ihnen gemeinsame
Ziel, die Behandlung mit Medikamenten gegenüber einer Vorgehensweise zu
verbessern, bei welcher die Wirkstoffe nicht kontrolliert freigesetzt
werden. Idealerweise ist das optimierte kontrollierte Freisetzen einer
Zusammensetzung für
die medizinische Behandlung dadurch charakterisiert, dass eine minimale
Menge der Wirkstoffsubstanz dazu verwendet wird, einen auftretenden
Zustand im schnellstmöglichen
Zeitraum zu behandeln oder zu kontrollieren. Vorteile des kontrollierten
Freisetzens von pharmazeutischen Formulierungen schließen ein:
1) verlängerte
Aktivität
des Medikamentes; 2) reduzierte Dosierungshäufigkeit; und 3) erhöhte Compliance
des Patienten. Zusätzlich
kann das kontrollierte Freisetzen von Formulierungen dazu verwendet werden,
den Zeitpunkt, mit welchem die Wirksamkeit beginnt, zu beeinflussen,
oder andere Charakteristika, so wie beispielsweise den Medikamentenspiegel
im Blut, wodurch somit das Auftreten von Nebenwirkungen beeinflusst
werden kann.
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Die
meisten Formulierungen für
das kontrollierte Freisetzen sind so gestaltet, dass zunächst eine
bestimmte Menge des Medikaments freigesetzt wird, die schnell den
gewünschten
therapeutischen Effekt erzeugt, und dass dann graduell und kontinuierlich
andere Mengen des Medikamentes freigesetzt werden, um diesen Grad
an therapeutischen Effekt über
einen längeren
Zeitraum aufrecht zu erhalten. Um ein konstantes Niveau des Medikamentes
im Körper
aufrecht zu erhalten, muss das Medikament aus der Dosierungsform
mit einer solchen Rate freigesetzt werden, dass die Menge an Medikament,
welche verstoffwechselt und aus dem Körper ausgeschieden wird, jeweils
ersetzt wird. Das kontrollierte Freisetzen eines aktiven Wirkstoffes
kann durch verschiedene Induktoren stimuliert werden, einschließend, aber
nicht begrenzt auf pH-Wert, Temperatur, Enzyme, Wasser oder andere
physiologische Bedingungen oder Verbindungen.
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen, welche für
die orale Verabreichung geeignet sind, können in abgetrennten Dosierungsformen
angeboten werden, so wie beispielsweise als Kapseln, Cachets oder
Tabletten, oder Aerosolsprays, die jeweils eine vorbestimmte Menge
des aktiven Wirkstoffes als Pulver oder als Granulat, als Lösung, als
Suspension in einer wässrigen
oder in einer nicht-wässrigen
Flüssigkeit,
als flüssiger Öl-in-Wasser-Emulsion
oder als Wasser-in-Öl
Emulsion, enthalten. Solche Verabreichungsformen können mit Hilfe
eines jeden Verfahrens, welches aus der Pharmazie bekannt ist, hergestellt
werden, wobei alle Verfahren den Schritt enthalten, dass der aktive
Wirkstoff in eine Wechselwirkung mit dem Trägermaterial gebracht wird, welches
einen oder mehrere notwendige(n) Inhaltsstoff(e) darstellt. Im Allgemeinen
werden die Zusammensetzungen dadurch hergestellt, dass der aktive
Wirkstoff einheitlich und in enger Vermischung mit flüssigen Trägerstoffen
oder mit fein verteilten festen Trägerstoffen, oder mit beidem,
vermischt wird und dann das Produkt notwendigenfalls in die gewünschte Darreichungsform
geformt wird.
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So
kann beispielsweise eine Tablette dadurch hergestellt werden, dass
diese verpresst oder geschmolzen wird, optional mit einem oder mehreren
Hilfsstoff(en). Komprimierte Tabletten können dadurch hergestellt werden,
dass der aktive Wirkstoff durch Zusammenpressen in einer geeigneten
Maschine hergestellt wird, wobei dieser in einer frei fließenden Form
verpresst wird, so wie beispielsweise als Pulver oder als Granulat,
optional gemischt mit einem Hilfsstoff, so wie beispielsweise, ohne
allerdings darauf beschränkt
zu sein, einem Bindemittel, einem Gleitmittel, einem inerten Verdünnungsstoff
und/oder einer oberflächenaktiven
Substanz oder einem Dispersionsmittel. Ausgeformte Tabletten können dadurch
hergestellt werden, dass eine Mischung der pulverförmigen Verbindung,
die mit einem inerten flüssigen
Verdünnungsmittel
angefeuchtet ist, in einer geeigneten Maschine ausgeformt wird.
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In
Sibutramin-Formulierungen wird Laktose als ein Hilfsmittel verwendet.
Siehe beispielsweise Physician's
Desk Reference® 1494
(53. Auflage 1999). Im Gegensatz zum zu Grunde liegenden Medikament
sind Desmethylsibutramin und Didesmethylsibutramin jeweils sekundäre und primäre Amine
und können
sich somit möglicherweise
mit der Zeit zersetzen, wenn diese Laktose ausgesetzt sind. Somit
enthalten Verbindungen gemäß der vorliegenden
Erfindung, die Sibutramin Metaboliten enthalten, vorzugsweise wenig
bzw. überhaupt keine
Laktose oder andere Mono- oder Disaccharide. So wie dieser hier
verwendet wird, bedeutet der Begriff „frei von Laktose", dass die Menge
an Laktose, die vorliegt, sofern überhaupt welche vorliegt, nicht
ausreicht, um die Zersetzungsrate eines aktiven Inhaltsstoffes substantiell
zu erhöhen.
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Zusammensetzungen,
die frei von Laktose sind, können
Hilfsstoffe enthalten, welche auf dem Fachgebiet wohl bekannt sind
und in USP (XXI)/NF/XVI) auf geführt
sind, wobei diese Referenz vorliegend Teil der Offenbarung sein
soll. Im Allgemeinen umfassen Zusammensetzungen, die frei von Laktose
sind, einen aktiven Wirkstoff, ein Bindemittel/ein Füllmittel
sowie ein Gleitmittel, jeweils in pharmazeutisch kompatiblen und
in pharmazeutisch akzeptablen Mengen. Vorzugsweise umfassen Dosierungsformen,
die frei von Laktose sind, einen aktiven Wirkstoff, mikrokristalline
Zellulose, vorgelierte Stärke
sowie Magnesiumstearat.
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Wasserfreie
pharmazeutische Zusammensetzungen und Dosierungsformen umfassend
einen aktiven Wirkstoff können
hergestellt werden, da Wasser die Zersetzung von einigen Verbindungen
befördert.
So ist beispielsweise der Zusatz von Wasser (beispielsweise 5%)
aus dem Fachgebiet der Pharmazie weitgehend als eine Möglichkeit
akzeptiert, Langzeitlagerbedingungen zu simulieren, um somit charakteristische
Größen wie
die Haltbarkeitszeit oder die Stabilität von Formulierungen über längere Zeiträume zu bestimmen.
Siehe beispielsweise Jens T. Carstensen, Drug Stability: Principles & Practice, 2.
Auflage, Marcel Dekker, New York, NY, 1995, Seiten 379–80. Tatsächlich beschleunigen
Wasser und Wärme
die Zersetzung. Somit kann der Effekt, den Wasser auf eine Formulierung
ausübt,
von großer
Bedeutung sein, da Feuchtigkeit und/oder Luftfeuchtigkeit während der
Herstellung, des Handlings, des Verpackens, des Lagerns, des Versendens
und während
der Verwendung der Formulierungen üblicherweise anzutreffen sind.
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Wasserfreie
pharmazeutische Zusammensetzungen und Dosierungsformen können dadurch
hergestellt werden, dass wasserfreie oder nur gering feuchte Inhaltsstoffe
verwendet werden, sowie unter Bedingungen geringer Feuchtigkeit
oder geringer Luftfeuchtigkeit. Pharmazeutische Zusammensetzungen
und Dosierungsformen von optisch reinen Sibutramin Metaboliten,
welche Laktose enthalten, sind vorzugsweise wasserfrei, für den Fall,
dass ein substantieller Kontakt mit Feuchtigkeit und/oder Luftfeuchtigkeit
während
des Herstellens, Verpackens und/oder während der Lagerung erwartet
wird.
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Eine
wasserfreie pharmazeutische Zusammensetzung sollte so hergestellt
und gelagert werden, dass deren wasserfreie Natur aufrecht erhalten
wird. Entsprechend werden wasserfreie Zusammensetzungen vorzugsweise
so verpackt, dass Materialien verwendet werden, welche das Zusammenkommen
mit Wasser verhindern, so dass diese Zusammensetzung in geeigneten
Formulierungssätzen
(formulary kits) eingesetzt werden können. Beispiele für solche
geeigneten Verpackungsarten schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf hermetisch abgeschlossene Folien, Plastik oder ähnliches,
Container mit einer einzigen Einheitsdosierung, Blister-Packungen
sowie Streifenpackungen.
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In
diesem Zusammenhang kann ein Verfahren zur Herstellung einer festen
pharmazeutischen Formulierung umfassend einen aktiven Wirkstoff
eingesetzt werden, wobei das Verfahren das Vermischen dieses aktiven
Wirkstoffes und eines Hilfsstoffes (beispielsweise von Laktose)
unter wasserfreien Bedingungen umfaßt, oder unter Bedingungen
geringer Feuchtigkeit bzw. geringer Luftfeuchtigkeit, wobei die
Einsatzstoffe im Wesentlichen frei von Wasser sind. Das Verfahren
kann weiterhin umfassen, dass die wasserfreie oder nicht-hygroskopische feste
Formulierung unter Bedingungen geringer Feuchtigkeit verpackt werden.
Werden solche Bedingungen verwendet, so ist das Risiko des Kontaktes
mit Wasser reduziert und ein Zersetzen des aktiven Inhaltsstoffes
kann verhindert werden oder zumindest wesentlich verringert werden.
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Bindemittel,
welche für
die pharmazeutischen Zusammensetzungen und Dosierungsformen geeignet sind,
schließen
die folgenden ein, sind aber nicht auf diese beschränkt: Maisstärke, Kartoffelstärke oder
andere Stärken,
Gelatine, natürliche
und synthetische Gummiarten sowie Akazie, Natriumalginat, Algininsäure oder andere
Alginate, gepulvertes Tragacanth, Guargummi, Zellulose und dessen
Derivaten (beispielsweise Ethylzellulose, Zelluloseacetat, Carboxymethylzellulosecalcium,
Natriumcarboxymethylzellulose), Polyvinylpyrrolidon, Methylzellulose,
vorgelierte Stärke,
Hydroxypropylmethylzellulose (beispielsweise mit den Nummern 2208,
2906, 2910), mikrokristalline Zellulose sowie Mischungen hiervon.
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Geeignete
Arten von mikrokristalliner Zellulose schließen beispielsweise die Materialien
ein, welche als AVICEL-PH-101, AVICEL-PH-103, AVICEL RC581 und AVICEL-PH-105
(erhältlich
von FMC Corporation, American Viscose Division, Avicel Sales, Marcus
Hook, PA, USA) verkauft werden. Ein beispielhaft geeignetes Bindemittel
ist eine Mischung von mikrokristalliner Zellulose und Natriumcarboxymethylzellulose,
welches als AVICEL RC-581 verkauft wird. Geeignete wasserfreie Arzneimittelträgerstoffe
oder Arzneimittelträgerstoffe
geringer Feuchtigkeit oder Hilfsstoffe beinhalten beispielsweise
AVICEL-PH-103TM sowie Stärke vom Typ 1500 LM.
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Beispiele
für geeignete
Füllstoffe
zur Verwendung in pharmazeutischen Zusammensetzungen und Dosierungsformen,
wie sie hier offenbart sind, schließen ein, sind aber nicht begrenzt
auf: Talk, Calciumcarbonat (beispielsweise als Granulat oder als
Pulver), mikrokristalline Zellulose, pulverförmige Zellulose, Dextrate,
Kaolin, Mannitol, Kieselsäure,
Sorbitol, Stärke,
vorgelierte Stärke
sowie Mischungen hiervon. Das Bindemittel/Füllmittel in den pharmazeutischen
Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden
Erfindung liegt typischerweise in einem Gewichtsverhältnis von
ungefähr
50 bis ungefähr
99 Gew.-% bezogen auf die pharmazeutische Zusammensetzung vor.
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Disintegrierungsmittel
werden in den Zusammensetzungen verwendet, um Tabletten bereitzustellen, die
disintegrieren, wenn sie einem wässrigen
Medium ausgesetzt werden. Wird zu viel von einem solchen Disintegrationsmittel
verwendet, so werden Tabletten hergestellt, welche innerhalb der
Flasche disintegrieren können.
Wird zu wenig verwendet, so kann dies nicht ausreichend sein, dass
eine Disintegrierung stattfindet und kann somit dazu führen, dass
die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Freisetzens des aktiven
Wirkstoffes bzw. der aktiven Wirkstoffe aus der Dosierungsform verändert wird.
Somit sollte für die
hier offenbarten Dosierungsformen der hier offenbarten Verbindungen
eine genügende
Menge an Disintegrationsmittel verwendet werden, die weder zu gering
ist noch zu groß ist,
um die Freisetzung des aktiven Wirkstoffes bzw. der aktiven Wirkstoffe
nicht negativ zu verändern.
Die Menge an Disintegrierungsmittel, die verwendet wird, variiert
jeweils abhängig
von der Art von Formulierung und der Verabreichungsart und ist für den Fachmann
leicht erkennbar. Typischerweise können ungefähr 0,5 bis ungefähr 15 Gew.-%
an Disintegrationsmittel, vorzugsweise ungefähr 1 bis ungefähr 5 Gew.-%
an Disintegrationsmittel in den pharmazeutischen Zusammensetzungen
verwendet werden.
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Disintegrationsmittel,
welche dazu verwendet werden können,
pharmazeutische Zusammensetzungen und Dosierungsformen zu bilden,
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf: Agar-Agar, Alginsäure, Calciumcarbonat,
mikrokristalline Zellulose, Natriumcroscarmellose, Crospovidon,
Natriumpolacrilin, Natriumstärkeglykolat,
Kartoffel- oder Tapiokastärke,
andere Stärken,
vorgelierte Stärke,
andere Stärke,
Tone, andere Alginate, andere Zellulosen, Gummi oder Mischungen
hiervon.
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Gleitmittel,
welche verwendet werden können,
um pharmazeutische Zusammensetzungen und Dosierungsformen zu bilden,
schließen
ein, sind aber nicht begrenzt auf: Calciumstearat, Magnesiumstearat,
Mineralöle,
leichte Mineralöle,
Glycerin, Sorbitol, Mannitol, Polyethylenglykol, andere Glykole,
Stearinsäure,
Natriumlaurylsulfat, Talk, hydrierte Pflanzenöle (beispielsweise Erdnussöl, Baumwollsamenöl, Sonnenblumenöl, Sesamöl, Olivenöl, Maisöl und Sojabohnenöl), Zinkstearat,
Ethyloleat, Ethyllaureat, Agar oder Mischungen hiervon. Zusätzliche
Gleitmittel schließen
beispielsweise ein: ein Syloidsiliciumgel (AEROSIL 200 wie von W. R.
Co. in Baltimore, MD, hergestellt), ein koaguliertes Aerosol aus
synthetischem Siliciumdioxid (wie von Degussa Co. in Plano, Texas
vertrieben), CAB-O-SIL (ein pyrogenes Siliciumdioxidprodukt, wie
von Cabot Co. in Boston, MASS) vertrieben, oder Mischungen hiervon.
Die Zugabe eines Gleitmittels ist optional, typischerweise wird
der pharmazeutischen Zusammensetzung eine Menge von weniger als
1 Gew.-% zugegeben.
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Dosierungsformen,
welche einen Sibutramin Metaboliten umfassen, enthalten vorzugsweise
ungefähr 0,1
mg bis ungefähr
60 mg des Metaboliten oder eines pharmazeutisch akzeptablen Salzes,
Solvates oder Clathrates hiervon. So kann beispielsweise jede Tablette,
jedes Cachet oder jede Kapsel von ungefähr 0,1 mg bis zu ungefähr 60 mg
des aktiven Inhaltsstoffes enthalten. Vorzugsweise enthält die Tablette,
das Cachet oder die Kapsel eine von drei Dosierungen, beispielsweise
ungefähr
10 mg, ungefähr
20 mg oder ungefähr
30 mg von racemisch oder optisch reinen Sibutramin Metaboliten (als
angeritzte (scored) laktosefreie Tablette, welches die bevorzugte
Dosierungsform ist).
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Die
Erfindung ist weiterhin gekennzeichnet unter Bezugnahme auf die
folgenden Beispiele.
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Beispiele
1 bis 4 beschreiben die Herstellung von racemisch und optisch reinen
Formen von Didesmethylsibutramin (DDMS). In jedem dieser Beispiele
wurde die enantiomere Reinheit von DDMS unter Verwendung einer ULTRON
ESOVM analytischen Säule
(150 mm × 4,6
mm) bestimmt, und zwar unter Verwendung von 0,01 M KH2PO4/MeOH (70:30) als mobiler Phase. Der UV-Detektor
wurde auf eine Wellenlänge
von 200 nm eingestellt.
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Beispiele
5 bis 6 beschreiben Verfahren zur Bestimmung der Bindungsaffinitäten der
Verbindungen sowie Bindungsaffinitäten, wie sie unter Verwendung
dieser Verfahren gemessen wurden.
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Schließlich beschreibt
das Beispiel 7 oral verabreichte Formulierungen umfassend Verbindungen.
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Beispiel 1:
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(R/S)-Didesmethylsibutramin
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Ein
1 l Dreihalsrundkolben wurde mit Isobutylmagnesiumbromid (200 ml,
2,0 M in Diethylether) und mit Toluol (159 ml) befüllt; die
daraus resultierende Mischung wurde destilliert, um einen Großteil des
Ethers zu entfernen. Nachdem die Mischung auf 20°C herunter gekühlt wurde,
wurde CCBC (50 g) in Toluol (45 ml) hinzugefügt, und die daraus resultierende
Mischung wurde für
2–4 Stunden
rückflussiert.
Die Reaktionsmischung wurde dann auf 0°C gekühlt und Methanol (300 ml) wurde
hierzu hinzugefügt,
langsam gefolgt von NaBH4 (11 g). Die hieraus
resultierende Mischung wurde dann bei ungefähr 0–10°C für 15 min gerührt. Diese Reaktionsmischung
wurde dann langsam zu einer wässrigen
HCl-Lösung (365
ml, 2 N) hinzugefügt,
wobei diese bei 0°C
gehalten wurde; die hieraus resultierende Mischung wurde dann unter
kontinuierlichem Rühren
auf Raumtemperatur erwärmt.
Nach Abtrennung der organischen Phase wurde die wässrige Phase
mit Toluol (200 ml) gewaschen. Die kombinierten organischen Phasen
wurden mit Wasser (200 ml) gewaschen und konzentriert, um schließlich (R/S)-DDMS
(55 g, 85%) zu erhalten. NMR (CDCl3): 1H(δ),
0,6–0,8
(m, 1H), 0,8–1,0
(m, 6H), 1,1–1,3
(m, 1H) 1,6–2,6
(m, 7H), 3,0–3,3
(m, 1H), 7,0–7,6
(m, 4H). 13HC(δ): 15,4; 24,3; 24,7; 31,5; 31,9; 41,1;
50,73; 56,3; 127,7; 129; 131,6; 144,2.
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Beispiel 2:
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(R/S)-Didesmethylsibutramin·(D)-Tartrat
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Eine
Mischung von racemischem Didesmethylsibutramin (15,3 g) und Toluol
(160 ml) wurde auf 70–80°C erhitzt;
hierzu wurde langsam (D)-Weinsäure
(9,1 g) in Wasser (20 ml) und Aceton (10 ml) hinzugefügt. Die
hieraus resultierende Mischung wurde für 30 min rückflussiert, wonach das Wasser
und das Aceton destillativ entfernt wurde. Die hieraus resultierende
Mischung wurde auf Raumtemperatur abgekühlt, um zu einer Aufschlämmung zu
gelangen, welche dann filtriert wurde. Der hieraus resultierende
nasse Filterkuchen wurde zweimal mit MTBE (20 ml × 2) gewaschen
und dann getrocknet, um als Endergebnis (R/S)-DDMS·(D)-TA (22,5 g, 98%) zu erhalten.
NMR (DMSO): 1H (δ), 0,6–0,92 (m, 6H), 0,92–1,1 (m,
1H), 1,1–1,3
(m, 1H), 1,5–1,8
(m, 2H), 1,8–2,1
(m, 1H, 2,1–2,4
(m, 3H), 2.4–2.6
(m, 1H), 3,4–3,6
(m, 1H), 3,9–4,2 (s,
2H), 6,4–7,2
(b, 6H, OH, COOH und NH2), 7,3–7,6 (m,
4H). 13C (δ): 15,5; 2,1; 23,3; 23,7; 31,5;
31,8; 37,7; 39,7; 54,5; 72,1; 128,7; 129,7; 131,3; 142,2; 174,6.
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Beispiel 3:
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(R)-Didesmethylsibutramin·(-D)-Tatrat
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Auflösung aus einer Didesmethylsibutramin-freien
Base
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Eine
Mischung von (R/S)-Didesmethylsibutramin (20,3 g), Aceton/Wasser/Methanol
(350 ml, 1:0,13:0,7, v:v:v) und (D)-Weinsäure (12,1 g) wurde in einen
500 ml Dreihalsrundkolben hinzugefügt. Die Reaktionsmischung wurde
unter Rückfluss
für 30
min erwärmt
und dann auf 45°C
gekühlt.
Die Reaktionsmischung wurde dann mit (R)-DDMS·(D)-TA (10 mg; 99,6% ee)
geimpft und für
30 min bei 40–45°C gerührt. Die Mischung
wurde dann auf Raumtemperatur herunter gekühlt und für eine Stunde gerührt. Die
resultierende Aufschlämmung
wurde dann abgefiltert und der nasse Filterkuchen wurde mit kaltem
Aceton/Wasser gewaschen und getrocknet, um 10,3 g (33%) von (R)-DDMS·(D)-TA (90% ee) zu erhalten.
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Auflösung aus (R/S)-Didesmethylsibutramin·(D)-Tartrat
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Eine
Mischung von (R/S)-Didesmethylsibutramin·(D)-TA (5,0 g) in Aceton
(50 ml), Wasser (6,7 ml) und Methanol (3,3 ml) wurde für 30 min
rückflussiert.
Die Mischung wurde dann auf Raumtemperatur herabgekühlt und
die daraus resultierende Aufschlämmung
wurde abgefiltert, um einen nassen Filterkuchen zu erhalten, welcher
dann mit kaltem Aceton gewaschen und getrocknet wurde, um schließlich (R)-DDMS·(D)-TA
(1,4 g, 28%; 92% ee) zu erhalten.
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Anreicherung des (D)-Tartratsalzes
von (R)-DDMS
-
Eine
Mischung von (R)-DDMS·(D)-TA
(25 g, 92% ee) und Acetonitril/Wasser/Ethanol (300 ml:65 ml:30 ml)
wurde für
eine Stunde rückflussiert.
Die Mischung wurde dann auf Raumtemperatur abgekühlt, um eine Aufschlämmung zu
erhalten, welche dann abgefiltert und getrocknet wurde, um schließlich (R)-DDMS·(D)-TA (18
g, 71,3%; 99.7% ee; und 99,91% chemische Reinheit) zu erhalten.
NMR (DMSO-d6): 1H
(δ), 0,7–0,9 (m, 6H),
0,9–1,05
(t, 1H), 1,1–1,24
(6, 1H), 1,5–1,8
b, 2H), 1,8–2,02
(b, 1H), 2,1–2,4
(3, 3H), 2,4–2,6
(b, 1H), 3,5 (m, 1H), 4,0 (s, 2H), 7.1–7,6 (m, 4H, mit 6H aus NH2, OH und COOH). 13C
(δ): 15,4;
21,5; 22,0; 22,0; 22,2; 32,0; 32,2; 38,4; 49,0; 54,0; 72,8; 128,8;
130,0; 132,0; 143,0; 175,5.
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Beispiel 4:
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(S)-Didesmethylsibutramin·(L)-Tartrat
-
Bildung des (L)-Tartratsalzes
von (S)-DDMS
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(R/S)-Didesmethylsibutramin
(20,5 g), Aceton/Wasser/Methanol (350 ml, 1:0,13:0,7, v:v:v) und (L)-Weinsäure (12,2
g) wurden in einen 500 ml Dreihalsrundkolben gegeben. Die Mischung
wurde unter Rückfluss
für 30
min erhitzt und dann auf 45°C
abgekühlt.
Die Reaktionsmischung wurde dann mit (S)-DDMS·(L)-TA (10 mg und 99,7% ee) geimpft und
bei 40–45°C für 30 min
gerührt.
Die Mischung wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und für eine Stunde gerührt. Die
hieraus resultierende Aufschlämmung
wurde abgefiltert, um einen nassen Filterkuchen zu erhalten, der
dann mit kaltem Aceton/Wasser gewaschen und getrocknet wurde, um 10,8
g (33,4%) (S)-DDMS·(L)-TA
(89,7% ee) zu erhalten.
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Herstellung von (L)-Tartratsalzen
von (S)-DDMS aus der Mutterlauge von (R)-DDMS·(D)-TA
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Eine
Lösung
von DDMS-Tartrat in Aceton/Wasser/Methanol (Mutterlauge von (R)-DDMS·(D)-TA)
wurde aufkonzentriert, um Aceton und Methanol zu entfernen. Der
Rückstand
wurde mit wässriger
NaOH (3 N, 150 ml) behandelt und mit Ethylacetat extrahiert. Die
organische Phase wurde mit Wasser (100 ml) gewaschen und aufkonzentriert,
um die freie Base von Didesmethylsibutramin (45 g, 0,18 mol und
36% ee des (S)-isomer) zu erhalten. Das freie Amin wurde mit (L)-Weinsäure (53,6
g, 0,35 mol), Aceton (600 ml), Wasser (80 ml) und Methanol (40 ml)
beaufschlagt. Die Mischung wurde unter Rückfluss erhitzt, und zwar für eine Stunde,
und dann auf Raumtemperatur herabgekühlt. Die resultierende Aufschlämmung wurde
abgefiltert, um einen nassen Filterkuchen zu erhalten, der dann
mit kaltem Aceton/Wasser zweimal gewaschen wurde, um 26,7 g (56% basierend
auf (S)-Didesmethylsibutramin) and (S)-DDMS·(L)-TA (96% ee) zu erhalten.
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Anreicherung von (S)-DDMS·(L)-TA
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Eine
Mischung von (S)-DDMS·(L)-TA
(26,7 g) in Acetonitril/Wasser (475 ml; 1:0,2; v:v) wurde für eine Stunde
unter Rückfluss
erhitzt und dann auf Raumtemperatur abgekühlt. Die hieraus resultierende
Aufschlämmung
wurde abgefiltert und getrocknet, um dann 17,4 g (65%)(S)-DDMS·(L)-TA
(99,94% chemische Reinheit) zu erhalten. NMR (DMSO-d6): 1H (δ),
0,7–0,9
(m, 6H), 0,9–1,05
(m, 1H), 1,1–1,3
(b, 1H), 1,52–1,8
(b, 2HZ), 1,84–2,05
(b, 1H), 2,15–2,4
(b, 3H), 2,4–2,6
(b, 1H), 3,65–3,58
(m, 1H), 4,0 (s, 2H), 6,7–7,3
(b, 6H aus NH2, OH und COOH) 7,1–7,6 (m4H). 13C (δ):
15,4; 21,5; 22,0; 22,2; 32,0; 32,2; 38,4; 49,0; 54,0; 72,8; 128,8;
130,0; 132,0; 143,0; 175,5.
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Beispiel 5:
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Bestimmung
der Stärke
und der Spezifizät
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Vorliegend
wird eine pharmakologische Untersuchung vorgenommen, um die relative
Stärke,
vergleichende Effizienz, Bindungsaffinität und Toxizität der racemischen
Mischung von Sibutramin, seinen Enantiomeren, den Metaboliten von
Sibutramin und deren Enantiomeren zu bestimmen. Das relative Spezifizätsprofil für die Wiederaufnahmehemmung
von Monoamin wird aus der Wiederaufnahmehemmung dieser Verbindungen
in Bezug auf Norepinephrine (NE) im Hirngewebe bestimmt, im Vergleich
zur Wiederaufnahmehemmung von Dopamin (DA) und Serotonin (5-HT).
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Die
Aufnahme der 3H-Radiomonoamine unter hoher
Affinität
(high affinity uptake) wird an synaptosomalen Zubereitungen untersucht,
die aus dem Corpus striatum von Ratten (für die Wiederaufnahmehemmung von
DA) und aus der Großhirnrinde
(für 5HT
und NE) hergestellt werden, und zwar unter Verwendung der Verfahren,
wie sie von Kula et. al., Life Sciences 34 (26): 2567–2575 und
Baldessarini et al., Life Sciences 39: 1765–1777, 1986 publiziert wurden.
Die Gewebeproben werden frisch auf Eis sektiert und gewogen. Nach
einer Homogenisierung per Hand in einem Teflon-auf-Glas-Homogenisator
(14 Schläge
in 10–35
Volumina eiskalter isotonischer 0,32 M Sucrose, enthaltend Nialamid,
34 μm),
wird das Gewebe für
zehn Minuten bei ungefähr
900 × g
zentrifugiert; die hieraus resultierende überstehende „Lösung" enthält Synaptosome,
welche ohne weitere Behandlung verwendet werden. Jedes Probenglas
enthält
50 ml des Hirnhomogenisats, radiomarkierte 3-H-Monoamine
sowie die zu testende Verbindung (beispielsweise die reinen Sibutraminenantiomere,
die Racemate sowie geeignete Standards) in einer frisch hergestellten
physiologischen Pufferlösung
mit einem Endvolumen von 0,5 ml. Die Gewebeproben werden bei 37°C für 15 Minuten
vorinkubiert, bevor der Test durchgeführt wird. Die Probengläser werden
bis zum Beginn der Inkubation auf Eis gehalten, wobei die Inkubation
dadurch initiiert wird, dass 3H-Amine zugegeben
werden, um eine endgültige
Konzentration von 0,1 μm
zu erreichen. Die Probengläser
werden für
10 Minuten bei 37°C
mit 3H-DA (26 Ci/mmol) inkubiert, sowie für 20 Minuten
mit 3H-5HT (ungefähr 20 Ci/mmol) und 3H-NE (ungefähr 20 Ci/mmol). Die spezifische
Aktivität des
Radiomonoamins wird vom verfügbaren
Material abhängen
und ist nicht kritisch. Die Reaktion wird durch Immersion in Eis
und Verdünnen
mit 3 ml von eiskalter isotonischer salziger Lösung enthaltend 20 mM TRIS Puffer
(pH 7,0) beendet. Diese Lösungen
werden dann durch Zelluloseester-Mikrofilter
gefiltert, gefolgt von einem Waschvorgang mit zweimal 3 ml Volumina
desselben Puffers. Das Filtrat wird dann in Bezug auf 3H-Radioaktivität bei einer
ungefähren
50% Effizienz in Bezug auf Tritium in 3,5 ml Polyfluor ausgewertet.
Blindproben (entweder inkubiert bei 0°C oder inkubiert mit spezifischen,
bekannten Wiederaufnahmehemmern für DA [GRB-12909, 10 μM], 5HT-[zimelidine
10 μM],
oder für
NE [Desipramin 10 μM])
sind im Allgemeinen von Versuchen ununterscheidbar, welche ohne
Gewebe durchgeführt
wurden und ergeben im Mittel 2–3%
des gesamten CPM.
-
Ein
Vergleich der Mengen an 3H-Radioaktivität, welche
in den Filtern zurückgehalten
werden, ergibt ein erstes Anzeichen für die relativen Fähigkeiten
der reinen Enantionmeren und der racemischen Mischungen von Sibutramin
(und der bekannten DA, 5-HT und NE Wiederaufnahmehemmer), die Wiederaufnahme
dieser Monoamine in diesen Geweben zu blockieren. Diese Information
ist nützlich,
um die relative Stärke
und Effektivität
der Verbindungen gemäß der vorliegenden
Erfindung (beispielsweise Dopaminwiederaufnahmehemmer sowie racemisch
oder optisch reine Sibutramin Metaboliten und 5-HT3-Antagonisten)
zu bewerten.
-
Die
akuten Toxizitäten
der Verbindungen gemäß der Erfindung
werden in Studien mit Ratten bestimmt, wobei diesen zunehmend höhere Dosen
(mg/kg) des reinen Isomers oder des Racemats verabreicht werden. Die
tödliche
Dosis, welche bei oraler Administration den Tod von zumindest 50%
der Testtiere bedingt, wird als LD50 bezeichnet.
Ein Vergleich der LD50-Werte für die Enantiomere
und die Racemate liefert ein Maß für die relative
Toxizität
dieser Verbindungen.
-
Beispiel 6:
-
Bindungsaffinitäten
-
Die
Bindungsaffinitäten
von racemisch und optisch reinem Sibutramin ((±)-, (+)- und (–)-Sibutramin), Desmethylsibutramin
((±)-,
(+)- und (–)-desMe))
und Didesmethylsibutramin ((±)-,
(+)- und (–)-didesMe))
wurden am nichtselektiven Muskarinrezeptor und der Serotonin (5HT)
Aufnahmestelle an der Großhirnrinde
von Ratten bestimmt, sowie an der Aufnahmestelle des Menschen für rekombinantes
Norepinephrine (NE) und am β3-Rezeptor vom Fettgewebe der Ratte. Die
Verbindungen wurden zunächst
bei 10 μm
doppelt getestet; außerdem
wurden diese, sofern eine Hemmung ≥ 50%
bezüglich
der spezifischen Bindung beobachtet wurde, weiter bei zehn verschiedenen
Konzentrationen doppelt getestet, um voll vergleichsfähige Kurven
zu erhalten. IC50-Werte (die Konzentration,
die erforderlich ist, um 50% spezifische Bindung zu hemmen) wurden
dann mit Hilfe der nichtlinearen Regressionsanalyse der Kurven bestimmt
und sind unten in der Tabelle dargestellt.
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Keine
der Verbindungen hat eine Bindungshemmung am β3-Rezeptor
gezeigt, die größer ist
als 15%; außerdem
war die Affinität
für die
Muskarinstelle schwach im Vergleich zu Atropin. Weiterhin war die
Bindung an die NE- und die 5HT-Aufnahmestelle um Größenordnungen
geringer als diejenige der Standards.
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Die
oben genannten Daten, welche wie oben in Beispiel 5 beschrieben
erhalten wurden, zeigen, dass (+)-Desmethylsibutramin und (+)-Didesmethylsibutramin
potente Aufnahmehemmer bezüglich
NE und 5HT sind, aber eine vernachlässigbare Aktivität an den
Muskarinrezeptoren haben.
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Beispiel 7:
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Orale Formulierung
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Dosierungsformen
aus harten Gelatinkapseln, die frei von Laktose sind und Sibutramin
Metabolite umfassen, können
unter Verwendung der folgenden Inhaltsstoffe hergestellt werden:
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Die
racemisch oder optisch reinen Sibutramin Metaboliten werden gesiebt
und mit den Arzneistoffträgern
wie in der Tabelle gezeigt gemischt. Die Mischung wird in geeignete
zweiteilige harte Gelatinkapseln eingefüllt, und zwar unter Verwendung
geeigneter Maschinen und Verfahren, wie sie dem Fachmann wohlbekannt sind.
Siehe beispielsweise Remington's
Pharmaceutical Sciences, 16. oder 18. Auflage. Andere Dosierungen können durch Änderungen
des Füllgewichts
und, notwendigenfalls, durch Änderung
der Kapselgröße hergestellt
werden, so wie dies gewünscht
wird. Eine jede der stabilen, nicht Laktose enthaltenden Kapseln
aus harter Gelatine, wie oben formuliert, kann gebildet werden.
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Komprimierte
Tabletten als Dosierungsformen für
Sibutramin Metaboliten können
unter Verwendung der folgenden Inhaltsstoffe hergestellt werden:
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Die
racemisch oder optisch reinen Sibutramin Metaboliten werden durch
ein geeignetes Sieb gesiebt und mit den nicht Laktose enthaltenden
Arzneistoffträgern gemischt,
bis eine einheitliche Mischung erhalten wird. Die trockene Mischung
wird gesiebt und mit dem Magnesiumstearat gemischt. Die hieraus
resultierende Pulvermischung wird dann in Tabletten der gewünschten
Größe und der
gewünschten
Form komprimiert. Tabletten anderer Stärke können dadurch hergestellt werden,
dass das Verhältnis
von aktivem Inhaltsstoff zu Arzneistoffträger(n) geändert wird, oder dass das in
der Tabelle angegebene Gewicht modifiziert wird.