-
GEBIET DER
ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen das Abhören von
Kommunikationen in einem Telefonnetz und spezifischer das Abhören von
Kommunikationen von tandemfrei oder transcoderfrei hergestellten
Telefonanrufen.
-
BESCHREIBUNG
DES STANDS DER TECHNIK
-
Aus
WO 01/47222 ist die Verwendung eines Überwachungszentrums zum legalen
Abhören
(Legal Intercept Monitoring Centre, LIC) zum Abhören von Kommunikation in einem öffentlichen
Mobilfunknetz (Public Land Mobile Network, PLMN) bekannt.
-
In
WO 00/70885 wird eine Codec-Verhandlung offenbart, bei der jeder
Knoten zum Kommunikationsaufbau eine Liste von unterstützten Optionen sendet
und ein beliebiger Transitknoten diejenigen Optionen von der Liste
löscht,
die er nicht unterstützt. Der
Endknoten wählt
eine bevorzugte Option aus und sendet diese Information an den initiierenden
Knoten zurück.
Ein Knoten zum legalen Abhören
wird ebenfalls über
die ausgewählte
Option informiert, um die abgehörte
Kommunikation decodieren zu können.
EP 1111892 offenbart Verfahren
und Systeme zur IP-Netz-Überwachung.
-
Das
bekannte System ermöglicht
unter allen Umständen,
den akustischen Inhalt eines Sprachkanals zu überwachen, da die Strafverfolgungsbehörden PCM-codierte Sprache
erhalten. Beim tandemfreien Betrieb werden komprimierte Sprach-Frames auf
einem PCM-Strom durch Entwenden der zwei niedrigstwertigen Bits
jedes Frames überlagert. Wenn
der tandemfreie Betrieb während
des Überwachungsvorgangs
beibehalten wird, werden den Strafverfolgungsbehörden die sechs höchstwertigen
Bits des PCM-Stroms geliefert. Da dieser PCM-Strom keine getreue
Kopie der ursprünglich
codierten Sprachdaten ist, könnten
die Teilnehmer Daten in dem komprimierten Modus übertragen, der nicht in dem
verbleibenden PCM-Frame
von sechs Bits enthalten ist, und entkommen somit den Strafverfolgungsbehörden. Wenn
der tandemfreie Betrieb für
jeden überwachten
Anruf aufgehoben wird, um den Strafverfolgungsbehörden die
ursprünglich
codierte Sprache zu liefern, könnten
die zwei Teilnehmer den Ausfall des tandemfreien Betriebs aufgrund
der anderen Sprachqualität
erkennen. Sie können
dies als einen Hinweis nehmen, dass ihr Anruf überwacht wird. Wenn transcoderfreier
Betrieb unterstützt
wird, könnte
ein ähnliches
Szenario auftreten, bei dem die Strafverfolgungsbehörden stets
transcodierte Sprache erhalten, da bestimmte Daten von den Endgeräten übertragen
werden könnten,
die von den PCM-Codierungsalgorithmen
herausgefiltert werden.
-
ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Es
ist folglich eine Aufgabe der Erfindung, eine Lösung für rechtmäßiges Abhören aufzuzeigen, die nicht
detektiert werden kann und die volle Transparenz bereitstellt.
-
Diese
Aufgabe wird durch die wie in den unabhängigen Ansprüchen dargestellten
Verfahren und Vorrichtungen gelöst.
Weitere Einzelheiten sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
-
Diese
Aufgabe wird insbesondere durch einen Netzknoten in einem Telefonsystem
mit mindestens einer Überwachungsvorrichtung
zum Überwachen
von Nutzlastdaten, die zwischen mindestens zwei Teilnehmern ausgetauscht
werden, gelöst,
wobei der Netzknoten Informationen über den Codec-Typ, der von
den mindestens zwei Teilnehmern für ihren Anruf ausgewählt worden
ist, an die Überwachungsvorrichtung
sendet, und wobei eine Kopie der Nutzlastdaten unmodifiziert an
die Überwachungsvorrichtung
gesendet wird.
-
Somit
muss ein tandemfreier Betrieb oder ein transcoderfreier Betrieb
nicht mehr unterdrückt
werden, um ein rechtmäßiges Abhören sicherzustellen, da
die Überwachungsvorrichtung
selbst nun die abgehörten
Daten decodieren kann. Da volle Transparenz bereitgestellt wird,
können
die von den Teilnehmern ausgetauschten Nutzlastdaten nach verborgenen
Daten abgesucht werden. Als eine Voraussetzung dieser Lösung muss
jedoch die Überwachungsvorrichtung
stets mit den aktuellsten Codec-Typen ausgestattet sein; andernfalls
kann der Inhalt des überwachten
Anrufs nicht decodiert werden.
-
In
einer anderen Ausführungsform
der Erfindung im Fall, dass ein Anruf überwacht werden soll, vergleicht
ein Netzknoten eine Liste von Codec-Typen, die von mindestens einem
der Teilnehmer unterstützt
werden, mit einer Liste von Codecs, die von einer Überwachungsvorrichtung
unterstützt
werden, wodurch eine aktualisierte Liste von Codecs erzeugt wird,
in der alle Codes gelöscht
werden, die von der Überwachungsvorrichtung
nicht unterstützt
werden, und der Netzknoten verwendet zum Verbindungsaufbau anstelle
der Liste, die mit dem ersten Teilnehmer in Zusammenhang steht,
die aktualisierte Codec-Liste. Da nur die aktualisierte Codec-Typ-Liste
zum Verbindungsaufbau verwendet wird, wird dadurch sichergestellt,
dass zwischen einem ersten Teilnehmer und einem zweiten Teilnehmer
nur Verbindungen hergestellt werden, die von der Einrichtung der
Strafverfolgungsbehörden
decodiert werden können.
-
Diese
Lösung
hat den Vorteil, dass die Einrichtung zur Strafverfolgung nicht
mit allen aktuellen Codec-Typen ausgestattet sein muss. Eine Teilmenge
aller Codec-Typen
wird ausreichen. Üblicherweise wird
der Codec-Typ mit der besten Sprachqualität, der beiden Teilnehmern zur
Verfügung
steht, ausgewählt,
wodurch ein wesentlicher Rückgang
der Sprachqualität
verhindert werden kann. Um den Zweck der Erfindung nicht zu gefährden, sollte
die Überwachungseinrichtung
mindestens einen Codec-Typ unterstützen, dessen Sprachqualität schwer von
aktuellen Codecs zu unterscheiden ist.
-
Im „Third
Generation Partnership Project" (3GPP)
handelt es sich bei dem Netzknoten, der die Liste von Codecs empfängt und
aktualisiert, um die so genannte Funkvermittlungsstelle. Der Fachmann wird
jedoch selbstverständlich
davon ausgehen, dass die Erfindung nicht auf 3GPP-Systeme beschränkt ist.
Die Erfindung ist auf eine beliebige Netzentität anwendbar, deren Funktion
darin besteht, die Überwachung
von Anrufen zwischen Teilnehmern zu unterstützen, gleich wie sie genannt
wird und gleich wo sie in einem Kommunikationssystem angeordnet ist.
Die von einer Überwachungseinrichtung
unterstützte
Liste von Codecs kann somit von dem Netzknoten für jeden überwachten Anruf angefordert
werden. Der Netzknoten selbst kann jedoch eine solche Liste einer
oder mehrerer Überwachungseinrichtungen
lokal verwalten. Der Grundgedanke dieser Ausführungsform besteht darin, dass
zwischen einem ersten und einem zweiten Teilnehmer nur Verbindungen
eines bestimmten Sprachcodec-Typs hergestellt werden, für die ein
entsprechender Codec-Typ
in der Überwachungseinrichtung
verfügbar
ist.
-
Üblicherweise
sendet in 3GPP der Teilnehmer, der einen Anruf einleitet, die Liste
seiner verfügbaren
Codecs.
-
Da
die Erfindung jedoch das Modifizieren einer Liste von Codec-Typen
in Übereinstimmung
mit den Codec-Typen, die in einer Überwachungseinrichtung zur
Verfügung
stehen, betrifft, umfasst die Lehre der Erfindung auch Fälle, in
denen eine Liste aller verfügbaren
Codec-Typen des
angerufenen Teilnehmers verwendet wird, um zu entscheiden, welcher Codec-Typ
verwendet werden sollte. Diese Liste kann auf dem neuesten Stand
gehalten werden, indem die verschiedenen Überwachungseinrichtungen regelmäßig abgefragt
(gepollt) und Informationen dazu gesammelt werden, welche Codec-Typen
von jeder individuellen Überwachungseinrichtung
unterstützt
werden. Zu diesem Zweck muss die Überwachungseinrichtung auf
Anforderung eine Liste der Codecs senden, die von der Überwachungseinrichtung
unterstützt
werden. Eine weitere Möglichkeit
besteht darin, dass die Liste von Codecs von Bedienungspersonal
aktualisiert wird, das die Liste bearbeitet, wenn neue Codecs hinzugefügt wurden
oder Codecs aus einer Überwachungseinrichtung
gelöscht
wurden.
-
KURZBESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
-
Im
Folgenden wird die Erfindung in Anlehnung an die Figuren und mittels
Beispielen weiter beschrieben.
-
Die
Figuren zeigen:
-
1 Verbindungsherstellung
in dem Fall, dass die Überwachungsvorrichtung
mit voller Codec-Unterstützung versehen
ist
-
2 Signalfluss
in dem Fall, dass die Überwachungsvorrichtung
die Liste der unterstützten
Codec-Typen modifiziert
-
3 Modifikation
von DF2 mitgeteiltem Codec in einem auf einen neuen Anruf bezogenen
Ereignis
-
4 Benutzerebenenfestlegung
unter Anwendung von 3GPP-IuFP-Protokoll
-
5 TFO-Bits,
die der LEMF in PCM-Frames dargeboten werden
-
In 1 ist
eine erste Ausführungsform
für den
Fall gezeigt, dass ein Teilnehmer A einen Teilnehmer B anrufen will.
Das mobile Endgerät
von Teilnehmer A sendet eine Liste der Codec-Typen, die es unterstützt, über eine
Nachricht Supported Codecs an den Netzknoten, der den Anruf abwickelt
(Zeichengabeschritt 101). Im Fall eines „Third
Generation Partnership Project"-Systems (3GPP-Systems) befindet
sich die Funktion des Steuerns des Aufbaus, der Aufrechterhaltung
und des Abbaus einer Verbindung in so genannten Funkvermittlungsstellen
(mobile switching centers) MSC. Die Funkvermittlungsstelle MSC,
der der erste Teilnehmer zugeteilt ist, leitet die Nachricht Supported
Codecs an die GMSC weiter (Zeichengabeschritt 102), der
der angerufene Teilnehmer zugeteilt ist. Die GMSC leitet die Nachricht Supported
Codecs an den zweiten Teilnehmer B weiter (Zeichengabeschritt 103).
Der Teilnehmer B vergleicht die empfangene Liste von Codec-Typen
von Teilnehmer A mit der Liste von Codec-Typen, die von dem zweiten Teilnehmer
B unterstützt
wird. In der Regel wird der Codec-Typ, der beiden Teilnehmern gemein
ist und die beste Qualität
liefert, ausgewählt. Der
ausgewählte
Codec-Typ wird über
die GMSC zurück übertragen
(Zeichengabeschritt 104), von dort an die MSC (Zeichengabeschritt 105)
und von dort an den Teilnehmer A (Zeichengabeschritt 106).
-
Da
beide Teilnehmer einen ihnen gemeinen Codec-Typ unterstützen, kann
ein transcoderfreier Betrieb eingerichtet werden, der die bestmögliche Qualität liefert,
da in dem vermittelten Verbindungsweg keine Transcodierung erforderlich
ist. Folglich wird der Media-Gateway MGW, der den Nutzlastdatenaustausch
der hergestellten Verbindung abwickelt, in Zeichengabeschritt 107 von
der MSC über den
ausgewählten
Codec-Typ informiert. Der Media-Gateway MGW schaltet in einen transparenten Modus
um und leitet die Nutzlastdaten einfach weiter, z. B. die Sprachdaten,
von einem Anrufteilnehmer zu dem anderen Anrufteilnehmer und umgekehrt.
-
In
dem Augenblick, in dem die Nachricht Selected_codec an der MSC ankommt,
informiert die MSC – für den Fall,
dass der Anruf überwacht
werden sollte – die Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung (legal enforcement monitoring function) LEMF über den
Codec-Typ, auf den
sich die zwei Teilnehmer geeinigt haben. Für das derzeitige „Third
Generation Partnership Project" (3GPP)
wird die bestehende Architektur zum rechtmäßigen Abhören in 3G TS 33.107 beschrieben.
Die Überwachungsfunktionen
zur Strafverfolgung (LEMF) sind länderspezifisch und werden nicht
von 3GPP definiert. „Delivery
Functions" (Lieferfunktionen)
wenden die normierten Schnittstellen X1_1, X2, X3 der 3G-Verbindungssteuerserver
auf die nationalen Schnittstellen HI1, HI2, HI3 der Überwachungsfunktionen
zur Strafverfolgung LEMF an. Auf einen Anruf bezogene Ereignisse (call
related events) werden mittels „Delivery Function 2" an die LEMF gesendet.
Bei diesen handelt es sich um Nicht-Echtzeit-Ereignisse und sie
könnten folglich
nicht zum Lösen
von Trägerproblemen
verwendet werden. Derzeit gibt es kein definiertes Zeichengabeprotokoll
zwischen den 3G-Verbindungssteuerservern
und den Lieferfunktionen, die die Einrichtung zum legalen Abhören steuern.
Die von der Erfindung vorgeschlagenen Lösungen führen eine neue Protokollzeichengabe
ein, bedingen jedoch keine Änderung
der bestehenden Hardware.
-
In
dieser Ausführungsform
werden die auf einen Anruf bezogenen Ereignisse (wie in TS 33.107 definiert)
dazu verwendet, die ausgewählten
Codec-Typen und möglicherweise
die verfügbaren
Codec-Typen anzuzeigen. Diese Ereignisse sind kategorisiert. Das
erste Ereignis, als Verbindungsherstellung (Call Establishment)
bezeichnet, wird von der MSC zu der Delivery Function DF2 gesendet
(Zeichengabeschritt 109), die die Überwachungsfunktion zur Strafverfolgung
LEMF über
die Schnittstelle HI2 informiert (Zeichengabeschritt 110).
-
Während des
laufenden Anrufs kopiert der Media-Gateway MGW die von jedem Teilnehmer
A, B empfangenen Daten und sendet sie über die X3-Schnittstelle (im
Datenaustauschschritt 111) und die Delivery Function DF3
an die Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF (über
Datenaustauschschritt 112). Da die LEMF mit allen aktuellen Codec-Typen
ausgestattet ist, kann sie die empfangenen Daten decodieren, da
sie auch über
den ausgewählten
Codec-Typ informiert worden ist.
-
In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
wird eine spezifische Zeichengabeschnittstelle zur Delivery Function
eingeführt.
Eine Methode, um dies zu erreichen, ist in 2 gezeigt,
in der die Zeichengabe zwischen der Delivery Function DF2, der Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF, der Delivery Function DF3, einem anrufenden
Teilnehmer MS A (der mobile Teilnehmer, der überwacht werden soll), einer
Funkvermittlungsstelle MSC, einem angerufenen Teilnehmer B (der
ein anderer mobiler Teilnehmer oder ein Teilnehmer an dem öffentlichen
Telefonnetz sein kann) gezeigt ist. Um eine Verbindung herzustellen,
sendet das mobile Endgerät des
anrufenden Teilnehmers A während
des Aufbaus eine Liste seiner integrierten Codecs an die zugehörige Funkvermittlungsstelle
MSC der Zelle, von der der anrufende Teilnehmer anruft (Zeichengabeschritt 201).
In der Funkvermittlungsstelle MSC werden alle Verbindungen, die
aufgebaut werden, darauf geprüft, ob
der anrufende Teilnehmer oder der angerufene Teilnehmer abgehört werden
soll. Wenn dies der Fall ist, werden die Stichleitungen zu der Delivery
Function DF3 aufgebaut (Zeichengabeschritt 202). Des Weiteren
wird ein Verbindungsherstellungsversuch zur Delivery Function DF2
vorgenommen (Zeichengabeschritt 203). Im nächsten Schritt,
der hinsichtlich der Technologie des Stands der Technik neu ist,
sendet die Funkvermittlungsstelle die Codec-Liste, die sie von dem
anrufenden Teilnehmer MS A empfangen hat, an die Delivery Function
DF3 (Zeichengabeschritt 204) in einer DF_SupportedCodecList
genannten Nachricht. Mittels einer LEMF RequestCodecs genannten
Nachricht fordert die Delivery Function DF3 von der Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF eine Liste von Codecs an, die in der Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF zur Verfügung stehen (Zeichengabeschritt 205).
Als Reaktion auf diese Anforderung sendet die Überwachungsfunktion zur Strafverfolgung
LEMF die Liste ihrer verfügbaren
Codec-Typen in einer LEMF_SupportedCodecs genannten Nachricht zurück an die
Delivery Function DF3 (Zeichengabeschritt 206). Es ist
zu beachten, dass die letzten zwei Zeichengabeschritte 205, 206 nicht
in Echtzeit ausgeführt
werden müssen.
Die Delivery Function DF3 vergleicht nun die von dem anrufenden
Teilnehmer MS A empfangene Liste und die von der Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF empfangene Liste und löscht alle Codec-Typen von der
Liste des anrufenden Teilnehmers MS A, die diesen nicht gemein sind.
Hierdurch enthält
die aktualisierte Codec- Typ-Liste
nur Codec-Typen, die von der Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF decodiert werden können. In einer DF_AvailableCodecList
genannten Nachricht wird diese aktualisierte Codec-Typ-Liste an
die Funkvermittlungsstelle MSC gesendet (Zeichengabeschritt 207).
Die aktualisierte Codec-Typ-Liste
wird von der Funkvermittlungsstelle in einer BICC: IAM-Nachricht
an den zweiten Teilnehmer B gesendet (Zeichengabeschritt 208).
Der von dem zweiten Teilnehmer B ausgewählte Codec-Typ wird in einer
BICC: APM-Nachricht zurück
an die Funkvermittlungsstelle MSC gesendet (Zeichengabeschritt 209).
Um die Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF dazu zu befähigen, den ausgewählten Codec-Typ
zu verwenden, wird der ausgewählte
Codec-Typ in einer DF_SelectedCodec genannten Nachricht an die Delivery
Function DF3 gesendet (Zeichengabeschritt 210). Dann werden
ACM und CPG(alert) vom Teilnehmer B an die Funkvermittlungsstelle
MSC gesendet (Zeichengabeschritte 211, 212).
-
ALERTING
(Warnen) wird von der Funkvermittlungsstelle MSC an den ersten Teilnehmer
A gesendet (Zeichengabeschritt 213). Als Reaktion auf die
ANM, die von dem zweiten Teilnehmer B an die Funkvermittlungsstelle
MSC gesendet wurde (Zeichengabeschritt 214), sendet die
Funkvermittlungsstelle MSC eine CONNECT-Nachricht (Verbinden) an den
ersten Teilnehmer A (Zeichengabeschritt 215). Die Stichleitungen
von der Funkvermittlungsstelle MSC zu der Delivery Function DF2
enthalten eine Kopie der von dem ersten und dem zweiten Teilnehmer
A, B ausgetauschten Daten (Datenaustausch 216). Da der
zwischen den Teilnehmern A, B verwendete Codec-Typ der Überwachungsfunktion
zur Strafverfolgung LEMF bekannt ist, kann die LEMF die Sprachdaten
decodieren. Da volle Transparenz gewährleistet ist, kann die LEMF
außerdem
prüfen,
ob etwaige andere Daten in den von den zwei Teilnehmern A, B ausgetauschten
Daten verborgen sind.
-
Für den Fall,
dass die Verbindung getrennt wird, wird eine DISCONNECT-Nachricht
(Trennen) ausgetauscht (Zeichengabeschritt 217) und die
Verbindung wird mittels einer Abbaunachricht REL abgebaut (Zeichengabeschritt 218).
Als Reaktion auf eine an die Delivery Function DF2 gesendete Abbaunachricht
(Zeichengabeschritt 219) werden auch die Stichleitungen
abgebaut (220).
-
Bei
dieser Alternative müsste
der DF2 auch die Codec-Modifikation
angezeigt werden. Die Codec-Modifikation könnte zeitgestempelt und in
ihrem eigenen auf einen Anruf bezogenen Ereignis enthalten sein.
Dies könnte
auch über
zusätzliche
Parameter zu bestehenden auf einen Anruf bezogenen Ereignissen erzielt
werden (z. B. Handover oder Zusatzdienst) oder es könnte ein
auf einen neuen Anruf bezogenes Ereignis definiert werden. 3 zeigt
die Modifikation.
-
Die
Delivery Function und/oder die LEMF hat die Empfangs-Inbandinformationen,
wie Framing-Protokollsteuerabläufe, die
normalerweise Ende-zu-Ende zwischen den Verbindungsknoten gesendet
werden würden.
Beim legalen Abhören
werden diese Steuerabläufe
(z. B. Ratensteuerungsänderungen)
ebenfalls benötigt.
Eine Lösung
hierfür wäre, Kopien
der Steuerabläufe
zu erzeugen und diese an die LEMP weiterzuleiten; dies wäre der Effekt des
Sendens aller Datenpakete an die LEMF. Eine alternative Lösung bestünde darin,
ein von der Benutzerebene unabhängiges
Protokoll zu implementieren, um der LEMF die Steuerinformationen
mitzuteilen, die sie benötigen
würde.
Dies würde
die LEMF dazu befähigen,
die Nutzlast (Payload) zu verstehen, ohne alle Framing-Protokolle
unterstützen
zu müssen,
die in einem Netz eingesetzt werden könnten. Bestehende Framing-Protokolle,
die derartige Informationen tragen, jedoch in anderen Formaten,
sind beispielsweise: IuFP (3GPP TS 25.415), die dienstspezifische
Konvergenzunterschicht für
Schmalbanddienste AAL2 Typ 2 (ITU-T I.366.2) und das RTP-Nutzlastformat
für AMR-
und AMR-WB-Audio (IETF draft-ietf-avt-rtp-amr-10.txt).
-
Ein
das IuFP-Protokoll verwendendes Beispiel ist in 4 gezeigt.
Jeder Knoten in der TrFO-Verbindung (TrFO = Transcoder Free Operation,
transcoderfreier Betrieb), der die Nutzlast interpretieren wird,
muss den UP-Initialisierungsframe empfangen und die RAB-Subflow-Kombinations-IDs speichern.
-
Wenn
die Außerbandzeichengabe
durch das Netz nicht unterstützt
wird oder TrFO nicht erfolgreich war und die Verbindung mit PCM/G711-Codierung hergestellt
wird, besteht nach wie vor die Möglichkeit des
TFO. Die im vorherigen Kapitel beschriebene neue Codec-Zeichengabe
würde beispielsweise
den Codec-Typ ITU G711 als den Standard-PCM-Codec anzeigen.
-
Eine
Alternative besteht darin, dass der MGW die LEMF stets mit allen
Daten versorgen soll, die zwischen den zwei Abhörungspunkten gesendet und empfangen
werden. Dies kann dann Kopien des TFO-Protokolls zum Initiieren
von tandemfreiem Betrieb (Tandem Free Operation, TFO) beinhalten.
Das bedeutet, das die Einrichtung in der LEMF wissen wird, wann
der TFO aktiv ist und wann nicht. Die Trägerübertragung ist in 5 gezeigt.
-
Eine
andere Alternative besteht darin, dass dies von der DF3 durchgeführt wird
und neue explizite Zeichengabe zu der LEMF vorgenommen wird, um anzuzeigen,
ob der TFO aktiv ist oder nicht. Eine weitere Alternative ist, dass
die MSC während
der Verbindungsherstellung anzeigen kann, wann TFO in dem Netz möglich ist,
wenn sie das TFO-Paket unterstützt
und Transcoder zum Unterstützen
der TFO-Funktion anfordert. Dieses H.248-Paket unterstützt auch
die Befähigung
zum Deaktivieren des TFO.
-
Weiterhin
muss erneut erwähnt
werden, dass die Erfindung nicht auf die in der vorliegenden Erfindung
beschriebenen spezifischen Ausführungsformen
und Beispiele beschränkt
ist. Das heißt,
auf der Grundlage der in der Beschreibung enthaltenen Lehre können im
Schutzumfang der angefügten
Ansprüche
verschiedene Modifikationen und Variationen der Erfindung vorgenommen
werden.