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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von
Tabak, um den Gehalt an Nitrosaminen darin zu reduzieren oder zu
eliminieren, insbesondere an tabakspezifischen Nitrosaminen.
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Tabakspezifische
Nitrosamine schließen
N'-Nitrosonornicotin,
4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon,
N'-nitrosoanatabin
und N'-nitrosoanabasin
ein.
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Zahlreiche
Verfahren für
das Entfernen von Nitrosaminen aus Tabak sind bekannt. In
US 5,803,081 und WO 98/58555
wird grünblättriger
Tabak (das heißt
Tabak vor dem Trocknen) Mikrowellenbestrahlung, Erhitzen durch Konvektion
oder Gefriertrocknen ausgesetzt, um Mikroben zu töten, von
denen angenommen wird, dass sie für die Bildung von Nitrosaminen
während
des Trocknens des Tabaks verantwortlich sind. Ein Nachteil dieses
Verfahren ist es, dass das Verfahren als Voraussetzung spezielle
Trocknungspraktiken für
den Tabak einschließt,
wobei die Trocknungspraktiken am Tabak in einer frühen Phase
nach der Ernte durchgeführt werden.
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Ein
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren
zur Reduktion von Nitrosaminen in Tabak zur Verfügung zu stellen.
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Ein
weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes
Verfahren zur selektiven Reduktion von Nitrosaminen in Tabak zur
Verfügung
zu stellen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Tabakbehandlungsverfahren gemäß Anspruch
1 zur Verfügung.
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Vorzugsweise
werden Nitrosamine aus dem superkritischen fluiden Extraktionsmedium
abgetrennt, indem das Extraktionsmedium einem Verfahren zur Nitrosaminentfernung
ausgesetzt wird.
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Geeigneterweise,
umfasst das Verfahren zur Nitrosaminentfernung einen Chemisorptionsschritt.
Vorzugsweise kann der Chemisorptionsschritt die Verwendung eines
Ionenaustauschers umfassen.
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Alternativ
kann das Verfahren zur Nitrosaminentfernung einen Adsorptionsschritt
umfassen. Ein geeignetes Adsorbent kann ausgewählt werden, aus einem oder
mehreren aus der Gruppe bestehend aus Glaskügelchen, aktivierter Holzkohle,
Aluminiumsilikat und Zeolithen. Weitere geeignete Adsorbentien,
die dem Fachmann bekannt sind, können
ebenfalls verwendet werden.
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In
einer weiteren Alternative kann das Verfahren zur Nitrosaminentfernung
die Behandlung des Extraktionsmediums mit ultraviolettem Licht (UV)
umfassen, was zur Zerstörung
der Nitrosamine im Extraktionsmedium führt.
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Weitere
Alternativen schließen
ein, das Entfernen der Nitrosamine durch Präzipitieren der Nitrosamine aus
dem Extraktionsmedium; durch das Aussetzen des Extraktionsmediums
nitrosaminspezifischer enzymatischer Zersetzung; oder durch chromatographische
oder andere Trennungsverfahren, die dem Fachmann bekannt sind.
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Das
Verfahren zur Nitrosaminentfernung aus dem Extraktionsmedium kann
mehr als eines der oben genannten Verfahren zur Nitrosaminentfernung
umfassen. Zumindest unter bestimmten Umständen wird die Verwendung einer
Vielzahl an Entfernungsverfahren (zusammen umfassend ein Multiverfahren)
in einer verbesserten Spezifität
der Nitrosaminentfernung resultieren. Zum Beispiel kann das Verfahren
zur Nitrosaminentfernung ein Multiverfahren sein, umfassend einen
Chemisorptionsschritt in Kombination mit oder gefolgt von einer
Behandlung mit UV-Licht.
Vor der UV-Lichtbehandlung kann ein Waschschritt benötigt werden,
um die Nitrosamine aus dem Chemisorptionsmedium zu entfernen, wobei
das UV-Licht anschließend
auf die Waschflüssigkeiten
angewandt wird. Wasser, eine Säure,
eine Salzlösung
oder ein Alkohol können
geeigneterweise im Waschschritt verwendet werden.
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Geeigneterweise
kann das Extraktionsmedium, aus dem einige, wenn nicht alle der
Nitrosamine entfernt worden sind, in Kontakt mit dem Tabak gebracht
werden, sodass ein Extrakt bzw. mehrere Extrakte ohne Nitrosamine
im Medium, in den Tabak eingefügt
oder wieder eingefügt
werden. Solch ein Extrakt, bzw. solche Extrakte können zum
Beispiel Nikotin und/oder Geschmackssubstanzen enthalten.
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Stark
bevorzugt ist das verwendete superkritische Fluid superkritisches
Kohlendioxid, obwohl andere superkritische Fluide, die dem Fachmann
bekannt sind, geeignet sein können.
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Geeigneterweise
wird eine Säure,
vorzugsweise eine organische Säure
vor der Behandlung des Tabaks mit dem superkritischen Fluid, zum
Tabak gegeben. Alternativ kann die Säure im superkritischen Fluid enthalten
sein. Des Weiteren, wenn ein Ionenaustauscher oder Adsorbentmaterial
anwesend ist, kann die Säure
in dem Ionenaustauscher oder Adsorbent enthalten sein. Eine geeignete
Säure kann
eine organische Säure sein,
ausgewählt
aus einer oder mehreren aus der Gruppe bestehend aus Malonsäure, Ascorbinsäure, Succinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Maleinsäure, Weinsäure, Schleimsäure und
Zitronensäure
oder ein Salz-Derivat beziehungsweise Salz-Derivate davon. Vorzugsweise
ist die organische Säure
ein Zitronensäuresalz,
zum Beispiel ein Kaliumcitrat. Andere geeignete Säuren können Mineralsäuren, zum
Beispiel Schwefelsäure
und Phosphorsäure
sein. Geeigneterweise ist die Säure
in Lösung,
wenn die Säure
am Tabak angewandt wird. Eine derartige Lösung kann durch Sprühen angewandt
werden. Vorzugsweise kann die Anwendung der Säure am Tabak in einem Überzugszylinder,
der üblicherweise
in der Tabakindustrie zum Auftragen von Überzügen auf den Tabak verwendet
wird, erfolgen.
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Andere
Modifizierungsmittel, wie zum Beispiel organische Lösungsmittel
oder Alkohole können
alternativ oder zusätzlich
verwendet werden.
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Vorzugsweise
findet die Extraktionsbehandlung des Tabaks mit dem superkritischen
Fluid bei einem erhöhten
Druck und einer erhöhten
Temperatur statt. Wenn das superkritische Fluid Kohlendioxid ist,
kann geeigneterweise ein Druck im Bereich von 100 bis 350 bar verwendet
werden, vorzugsweise beträgt
der Druck etwa 200 bis 300 bar und stärker bevorzugt etwa 240 bis
260 bar. Vorzugsweise ist die verwendete Temperatur größer als
etwa 35°Celsius,
stärker
bevorzugt im Bereich von etwa 35 bis etwa 140°Celsius und sogar noch stärker bevorzugt
im Bereich von etwa 35 bis etwa 90°Celsius.
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Vorteilhafterweise
wird der Tabak während
der Extraktionsbehandlung desselben mit dem superkritischen Fluid
in einer verschließbaren
Kammer oder Bombe platziert.
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Erhitzen
kann durch Wärmetransfer
oder durch elektromagnetische Strahlung (das heißt Mikrowellen- oder Radiofrequenzheizen)
erfolgen. Wenn elektromagnetische Strahlung verwendet wird, muss
die verschlossene Kammer oder Bombe natürlich aus einem elektromagnetische
Strahlung nicht absorbierenden Material gebaut sein, das heißt nichtmetallischem
Material, das in der Lage ist, dem Betriebsdruck zu widerstehen. Ein
geeignetes derartiges Material kann zum Beispiel ein Polyfluorkohlenwasserstoffmaterial
wie Teflon (Handelsmarke) umfassen.
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Der
technische Effekt des Entfernens der tabakspezifischen Nitrosamine
durch das Behandeln des Tabaks mit superkritischem Fluid war bisher
unbekannt. Stark bevorzugt sind die Bedingungen, bei denen die Extraktionsbehandlung
des Tabaks mit dem superkritischen Fluid stattfindet, auf die Extraktion
von Nitrosaminen durch das superkritische Fluid ausgerichtet, im
Vergleich zu anderen tabakspezifischen Verbindungen, wie zum Beispiel
Nikotin. Vorteilhafterweise wird kein oder sehr wenig Nikotin aus
dem Tabak durch das Extraktionsmedium entfernt. Bedingungen, die
die Nitrosaminextraktion (im Vergleich zur Nikotinextraktion) bevorzugen,
schließen
einen pH des Tabaks unterhalb von etwa 6,5 und vorzugsweise weniger
als etwa 5,5 ein.
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Vorzugsweise-wird
das Verhältnis
der prozentualen Reduktion an Nitrosaminen zur prozentualen Reduktion
an Nikotin im Tabak, bei dem Tabak der dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung ausgesetzt worden ist, im Bereich von etwa 1,1:1 bis etwa
18:1, stärker
bevorzugt etwa 1,3:1 bis etwa 10:1 und sogar noch stärker bevorzugt
etwa 2:1 bis etwa 6:1, sein.
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Für einen
vorgegebenen Satz an Behandlungsbedingungen, einschließlich zum
Beispiel die Massendurchflussrate des Extraktionsmediums pro Masseneinheit
Tabak, wird, nachdem ein Zeitintervall vom Beginn des Behandlungsverfahrens
an verstrichen ist, eine maximale Differenz zwischen der Extraktion
der (größeren) prozentualen
Menge an Nitrosaminen und der (geringeren) prozentualen Menge an
Nikotin auftreten. Es wird daher bevorzugt sein, die Extraktionsbehandlung
bei oder in etwa zu diesem Zeitpunkt abzubrechen.
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Eine
geeignete Massendurchflussrate des superkritischen fluiden Extraktionsmediums
pro kg Tabak ist im Bereich von etwa 1 kg/h bis etwa 55 kg/h und
wird von den Verfahrensbedingungen, wie der Tabakpackungsdichte
in der Kammer und der Größe der Kammer,
abhängig
sein. Vorteilhafterweise ist die Massendurchflussrate des superkritischen
fluiden Extraktionsmediums pro kg Tabak im Bereich von 10 bis 40
kg/h, noch vorteilhafterweise ist sie im Bereich von 15 bis 35 kg/h
und sogar noch stärker
vorteilhafterweise ist sie etwa 30 kg/h, obwohl diese Ausführungen
von den gewünschten
Produktcharakteristika abhängen.
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Vorteilhafterweise
ist der gemäß des Verfahrens
der vorliegenden Erfindung behandelte Tabak geschnittener Tabak,
der lamina- und/oder stammgeschnittener Tabak ist. Alternativ oder
zusätzlich
kann der Tabak einer oder mehrere aus ganzblättrigen Tabak, Tabakstaub oder
rekonstituiertem Tabak sein.
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Wenn
es angemessen erscheint, kann der gemäß dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung behandelte Tabak einem Konditionierungsschritt ausgesetzt
werden, wobei der Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks nach der Behandlung
auf weniger als etwa 15%, vorzugsweise weniger als 13% gebracht
wird.
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Wenn
es der Fall ist, dass nach der Behandlung des Tabaks mit dem superkritischem
Fluid, die Nitrosamine vom superkritischen fluiden Extraktionsmedium
getrennt werden, indem das Medium einem Verfahren zur Nitrosaminentfernung
ausgesetzt wird, fließt
das Medium vorzugsweise in einem geschlossenem System umher.
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Geeigneterweise
kann das geschlossene System eine erste Kammer zur Behandlung des
Tabaks mit superkritischem Fluid enthalten und eine zweite Kammer
in der das Verfahren zur Nitrosaminentfernung stattfindet, worin
die erste und die zweite Kammer durch Verbindungsmittel, zum Beispiel
einer Röhre
bzw. Röhren verbunden
ist.
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Ein
derartiges System umfasst weiterhin Fluidtransfermittel, die so
betrieben werden können,
dass ein Umhertließen
des Extraktionsmediums im geschlossenen System verursacht wird.
Ein Material zur Nitrosaminentfernung, wie ein Ionenaustauschharz
oder Adsorbent kann in der zweiten Kammer angebracht sein, sodass
das superkritische fluide Extraktionsmedium nach der Behandlung
des Tabaks mit dem Selben über
die Verbindungsmittel, zur zweiten Kammer transferiert werden, worin
Nitrosamine vollständig
oder im wesentlichen entfernt werden. Das superkritische Fluidextraktionsmedium,
ohne den Nitrosaminen kann dann zum Tabak in der ersten Kammer rückgeführt werden.
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Geeigneterweise
können
eine Vielzahl an miteinander verbundenen Kammern zur Behandlung
des Tabaks mit superkritischem Fluid zur Verfügung gestellt werden und/oder
eine Vielzahl an miteinander verbundenen Kammern, können für das Verfahren
zur Nitrosaminentfernung zur Verfügung gestellt werden. Wenn
es der Fall ist, dass mehr als eine Kammer entweder für die Behandlung
des Tabaks oder für
das Verfahren zur Nitrosaminentfernung zur Verfügung gestellt werden, oder
für beide,
dann kann das superkritische Fluid sequenziell durch die Kammern
fließen.
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Alternativ
kann das geschlossene System eine erste oder einzige Kammer umfassen,
die Einlass und Auslassmittel aufweißt, worin Verbindungsmittel
den Einlass mit den Auslassmitteln der Kammer verbinden. Geeigneterweise
können
die Verbindungsmittel zum Transfer des superkritischen fluiden Extraktionsmediums unter
der Wirkung der Fluidtransfermittel aus den Auslassmitteln der Kammer
zu und durch eine Verfahrensstation zur Nitrosaminentfernung zu
den Einlassmitteln der Kammer dienen. Vorzugsweise wird die Menge
an Fluid in den Verbindungsmitteln auf ein Minimum reduziert. Ein
Material zur Nitrosaminentfernung, wie ein Ionenaustauscher oder
ein Adsorbent kann innerhalb jedes geeigneten durchlässigen Behälters enthalten
sein, um ein Mittel zur Verfügung
zu stellen, durch dass das ein Fluid durch den Behälter passieren
kann und ein Mittel durch das der Tabak vor dem Kontakt mit dem
Material zur Nitrosaminentfernung bewahrt wird.
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Alternativ
kann das Verfahren zur Nitrosaminentfernung zum Beispiel durch den
Transfer des Mediums durch eine UV-Lichtquelle gebildet sein. In
diesem Fall müssen
die Verbindungsmittel für
UV-Licht durchlässig
sein.
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Geeigneterweise
können
eine Vielzahl an verbundenen Kammern zur Behandlung des Tabaks mit
superkritischem Fluid zur Verfügung
gestellt werden.
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Zusätzlich zum
Aussetzen des Tabaks einer Behandlung mit dem superkritischen Fluid,
um Nitrosamine aus dem Tabak zu extrahieren, kann der Tabak einem
mikrobischen Deaktivierungsverfahren ausgesetzt werden. Wie oben
angegeben, wird angenommen, dass Mikroben einschließlich Enferobacter
agglomerans, Bacillus spp, Fusarium equisetti, Cladosporium cladosporoides,
Altenaria alternata und Acremonium arxii für die Bildung von Nitrosaminen
während
des Trocknens des Tabaks verantwortlich sind oder beitragen. Tatsächlich wird
angenommen, dass Mikroben auch ein beitragender Faktor für die Bildung
von Nitrosaminen im Tabak während
der Lagerung im getrockneten Tabak sein könnten. Eine Reduktion der mikrobischen
Aktivität
im Tabak durch ein mikrobisches Deaktivierungsverfahren reduziert
daher die Wahrscheinlichkeit der erneuten Bildung von Nitrosaminen,
nach der Tabakextraktion desselben. Das mikrobische Deaktivierungsverfahren
kann vor oder nach dem Aussetzen des Tabaks einer Behandlung mit
dem superkritischen Fluid, durchgeführt werden. Eine weitere Alternative
ist es, den Tabak einer Behandlung mit superkritischem Fluid unter
mikrobischen Deaktivierungsbedingungen auszusetzen, sodass die mikrobische
Deaktivierung und Extraktion simultan auftreten.
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Geeigneterweise
kann das mikrobische Deaktivierungsverfahren ein Pasteurisationsverfahren
umfassen, worin der Tabak auf eine bestimmte Temperatur erhitzt
wird und bei dieser Temperatur für
eine vorgegebene Zeitspanne gehalten wird. Als ein Beispiel kann
der Tabak auf eine Temperatur im Bereich von etwa 70°C bis etwa
150°Celsius
für eine
Zeitspanne zwischen etwa 30 Sekunden bis etwa 2 Minuten erhitzt
werden. Das Erhitzen kann zum Beispiel durch Konvektionserhitzung, indem
der Tabak mit einem gasförmigen
Heizmedium in Kontakt gebracht wird, Mikrowellenerhitzen oder Radiofrequenzerhitzen,
erfolgen.
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Geeigneterweise
ist der Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks, der dem Sterilisationsverfahren
ausgesetzt wird, entweder durch einen Vor- oder einen Nachkonditionierungsschritt
einstellbar.
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Alternativ
kann die Behandlung des Tabaks mit, zum Beispiel ionisierender Strahlung,
UV-Strahlung, Gefriertrocknen oder einem Elektronenstrahl, um die
Mikroben zu töten,
als mikrobisches Deaktivierungsverfahren verwendet werden.
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Zusätzlich zur
Behandlung des Tabaks mit dem superkritischem Fluid, um die Nitrosamine
aus dem Tabak zu extrahieren, kann der Tabak auch einem Verfahren
zur Nitrit-/Nitratentfernung ausgesetzt werden. Nitrite sind wichtige
Vorstufen von Nitrosaminen, wogegen Nitrate Vorstufen von Nitriten
sind. Es wird angenommen, dass nach dem Nitrosaminentfernen, verbleibende
Nitrite im Tabak die Möglichkeit
haben mit Alkaloiden, die auch im Tabak vorhanden sind, zu reagieren
und somit wieder Nitrosamine bilden. Das Verfahren zur Nitrit-/Nitratentfernung
kann geeigneterweise die Schritte der Lösungsmittelextraktion, um die
Nitrite/Nitrate aus dem Tabak zu entfernen, gefolgt von Ionenaustausch
um die Nitrite/Nitrate zu binden, umfassen. Alternativ können die
Nitrite durch einen Oxidationsschritt entfernt werden. In einer
weiteren Alternative kann eine Entfernung der Nitrite/Nitrate unter
Verwendung von Mikroorganismen, wie in einem aus
GB 1 440 171 ,
GB 1 585 024 ,
US 4709,710 oder
GB 2 014 031 offenbart, verwendet
werden.
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Wie
bei dem mikrobischen Deaktivierungsverfahren kann das Verfahren
zur Nitrit/Nitratentfernung vor, nach oder während der Behandlung des Tabaks
mit dem superkritschen Fluid erfolgen. Wenn das Verfahren zur Nitrit/Nitratentfernung
simultan zur Behandlung des Tabaks mit dem superkritischen Fluid
durchgeführt wird,
kann das Verfahren, um Nitrite aus dem Tabak zu entfernen, zum Beispiel
den Schritt umfassen, entweder Ascorbinsäure am Tabak vor der Behandlung
des Tabaks mit dem superkritischen Fluid anzuwenden; Einfügen von
Ascorbinsäure
in das superkritische Fluid; oder wenn ein Ionenaustauscher oder
Adsorbentmaterial anwesend ist, Einfügen von Ascorbinsäure in den
Ionenaustauscher oder das Adsorbent. Die Ascorbinsäure hat
den Effekt des Einfangens der Nitrite aus dem Tabak.
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Das
Verfahren zur Nitrit/Nitratentfernung kann als Alternative zu oder
zusätzlich
zum mikrobischen Deaktivierungsverfahren durchgeführt werden.
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Das
erfinderische Verfahren stellt einen Burley-Tabak mit einem anfänglichen
Nitrosamingehalt nach dem Trocknen im Bereich von etwa 0,3 ppm – etwa 30
ppm zur Verfügung,
der nach dem Verfahren einen Nitrosamingehalt der um mindestens
45% erniedrigt ist, aufweist. Wenn der Tabak ein Burley-Tabak ist,
der einen Nitrosamingehalt von 5 – 6 ppm aufweist, ist der Gehalt
nach dem Verfahren vorzugsweise 3,6 ppm oder weniger.
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Das
erfinderische Verfahren stellt auch einen Virginia-Tabak mit einem
anfänglichen
Feuchtigkeitsgehalt nach dem Trocknen von weniger als 8,5 ppm zur
Verfügung,
der nach dem Behandeln einen Nitrosamingehalt, der um mindestens
45% erniedrigt worden ist, enthält.
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Vorzugsweise
hat der behandelte Burley- oder Virginia-Tabak einen Nitrosamingehalt
von mindestens 60% unterhalb dem des Ausgangsgehalts.
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Das
erfinderische Verfahren stellt auch einen "US blended"-Tabak zur Verfügung, der einen Ausgangsnikotingehalt
im Bereich von 0,10 – 2,0
% und einen Nitrosamingehalt im Bereich von 0,10 – 1,2 μg/g aufweist, der
nach dem Behandeln eine prozentuale Erniedrigung an Nitrosaminen
zur prozentualen Erniedrigung an Nikotin im Bereich von 1:1 bis
10:1 aufweist.
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Das
erfinderische Verfahren stellt auch einen "Virginia blended"-Tabak zur Verfügung, der einen Ausgangsnikotingehalt
im Bereich von 0,30 – 2,15
% und einen Nitrosamingehalt im Bereich von 0,10 – 1,5 μg/g aufweist,
der nach dem Behandeln eine prozentuale Erniedrigung an Nitrosaminen
zur prozentualen Erniedrigung an Nikotin im Bereich von 1:1 bis
10:1 aufweist.
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Vorzugsweise
ist das Verhältnis
im Bereich von 5:1 oder mehr und stärker bevorzugt 8:1 oder mehr: Damit
die vorliegende Erfindung klar verstanden wird und leicht umgesetzt
wird, wird nun mit Beispielen, auf die begleitenden Diagrammzeichnungen
verwiesen, in denen:
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1 ein
Gerät zur
Durchführung
eines Verfahrens gemäß eines
ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung zeigt; und
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2 ein
Gerät zur
Durchführung
eines Verfahrens gemäß einem
alternativen Aspekt der vorliegenden Erfindung zeigt.
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Das
Gerät wie
es in 1 gezeigt wird, ist ein geschlossenes System,
umfassend eine erste Kammer 1 und eine zweite Kammer 2,
worin die erste und die zweite Kammer 1, 2 durch
verbindende Leitungen 3 miteinander verbunden sind. Das
geschlossene System umfasst weiterhin Fluidtransfermittel, nämlich eine
Pumpe 4. Das Gerät
umfasst des weiteren einen Reservoirtank 5, verbunden mit
der ersten Kammer 1 über
eine Leitung 6. Ventil 7 ist in der Leitung 6 lokalisiert,
das Ventil 7 ist dafür
ausgelegt den Tank 5 zu verschließen.
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Beispiel 1
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Während des
Betriebs des Geräts
aus 1 werden etwa 30 kg geschnittener Tabak mit einem Feuchtigkeitsgehalt
von entweder etwa 14 % oder etwa 25 % (siehe Tabelle 1) in die erste
Kammer 1 platziert, die Kammer hat ein Volumen von 150
l. Ein Ionenaustauscher, nämlich
ein saures Ionenaustauschharz (wie von Bayer GmbH erhältlich)
mit einem Gewicht von 4,4 kg wird in die zweite Kammer 2 platziert,
die Kammer hat ein Volumen von 150 l. Der Ionenaustauscher wird
mit etwa 500 g festem Kaliumzitratgranulat vermischt. Der Reservoirtank 5 wird
mit Kohlendioxid befüllt,
wobei Kohlendioxid anschließend
durch Pumpenmittel (nicht gezeigt) komprimiert wird und durch Pumpenmittel
aus dem Reservoirtank 5 zur ersten und zweiten Kammer 1, 2 und
den verbindenden Röhren 3 transferiert
wird, bis die vorgeschriebenen Extraktionsbedingungen erreicht werden,
nämlich
ein Druck von etwa 250 bar und eine Temperatur von etwa 70°Celsius.
An diesem Punkt wird der Kohlendioxidreservoirtank durch Verschließen des
Ventils 7 verschlossen. Das superkritische Kohlendioxid
wird dann unter der Wirkung der Pumpe 4 durch die erste
Kammer 1 (und daher durch den darin enthaltenen Tabak)
und durch die zweite Kammer 2 (und daher durch das darin
enthaltene Ionenaustauschharz) über
die verbindenden Röhren 3 zirkuliert.
Das superkritische Medium zur Kohlendioxidextraktion wird etwa für eine Zeitspanne
von entweder 1,5 Stunden oder 3 Stunden durch das geschlossene System
zirkuliert. Anschließend
werden die erste und zweite Kammer 1, 2 dekomprimiert,
indem die Öffnungsbelüftungsmittel
(nicht gezeigt) und die Kammern geöffnet werden.
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Die
Nikotin- und Nitrosamingehälter
des somit behandelten Tabaks werden dann unter Verwendung geeigneter
Standardlabortests bewertet.
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Es
wurde gefunden, dass ein derartiges Tabakextraktionsverfahren einen
wesentlichen Teil der tabakspezifischen Nitrosamine aus dem behandelten
Tabak entfernt. Tabelle 1 offenbart die prozentualen Reduktionen
von sowohl Nikotin als auch Nitrosaminen im Tabak nach der Behandlung
des Tabaks, wie oben beschrieben. Die Gesamtmenge an verwendeten
CO2 für
diese Beispiele war 2190 kg.
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Eine
Behandlung von 1,5 Stunden führte
zu einer größeren Differenz
zwischen der prozentualen Menge an Nitrosaminen und der prozentualen
Menge an extrahiertem Nikotin, im Vergleich zur Behandlung für 3 Stunden.
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Beispiel 2
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Es
wurde angenommen, dass die oben genannte Extraktionzeit weiter reduziert
werden könnte,
ohne die prozentuale Reduktion an Nitrosaminen wesentlich zu beeinträchtigen,
während
die prozentuale Reduktion an Nikotin weiter reduziert wird. Zum
Beispiel kann die Extraktionszeitspanne zwischen etwa 15 Minuten
bis etwa 1,5 Stunden, vorzugsweise zwischen etwa 20 Minuten bis
etwa 1 Stunde, stärker
bevorzugt zwischen etwa 25 Minuten bis 40 Minuten und sogar noch
stärker
bevorzugt etwa 30 Minuten, betragen.
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Die
Extraktionsbedingungen werden vorzugsweise weiter auf die Extraktion
von Nitrosaminen im superkritischen Fluid gerichtet, im Vergleich
zu anderen tabakspezifischen Verbindungen wie Nikotin. Mehrere weitere
Verfahren die Extraktion in Richtung Nitrosaminentfernung auszurichten,
im Vergleich mit anderen spezifischen Tabakverbindungen, können zusätzlich zu
oder getrennt von der Anpassung der Extraktionszeitspanne verwendet
werden. Zum Beispiel kann der pH des Tabaks bei weniger als etwa
6,5, vorzugsweise etwa 5,5 gehalten werden. Gemäß einer weiteren Alternative
kann das superkritische fluide Extraktionsmedium gesättigt oder
im wesentlich gesättigt
sein, mit tabakspezifischen Verbindungen oder kommerziell erhältlichen
chemischen Analogen davon, anders als die Nitrosamine vor dem Kontaktieren
des Extraktionsmediums mit der Tabakbehandlung. Eine weitere Alternative,
wenn das superkritsche Fluid Kohlendioxid ist, kann es sein, den Tabak
auf eine Temperatur unterhalb von etwa 35°C abzukühlen, sodass wenn das superkritische
Kohlendioxid in die Kammer gepumpt wird, die den Tabak enthält, die
allgemeine Effektivität
des Extraktionsverfahrens reduziert wird, wobei vorzugsweise gegen
die Entfernung von tabakspezifischen Verbindungen die andere sind als
Nitrosamine, ausgerichtet wird. Anpassen an die Extraktion von Nitrosaminen
kann auch durch Verändern (das
heißt
Erhöhen)
der Packungsdichte des Tabaks in der Extraktionskammer erfolgen.
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Weiterhin
kann das Anpassen durch Verändern,
das heißt
Erniedrigen der Massendurchflussrate des superkritschen fluiden
Extraktionsmediums pro Masseneinheit Tabak erfolgen. Zum Beispiel
Reduzieren der Durchflussrate des superkritischen Fluids pro Kilogramm
Tabak auf weniger als 30 kg/h. Jede der oben angesprochenen Verfahren,
zur Ausrichtung der Extraktion auf Nitrosaminentfernung im Vergleich
zu anderen tabakspezifischen Verbindungen, kann separat oder in
zahlreichen Kombinationen untereinander durchgeführt werden.
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Als
eine optionale Zugabe zum oben beschriebenen Verfahren, kann das
Ionenaustauschharz, das sich in der zweiten Kammer 2 befindet,
nach der Dekomprimierung des geschlossenen Systems gespült oder mit
Wasser gewaschen werden. Die Waschflüssigkeiten werden anschließend mit
UV-Licht aus einer UV-Lichtquelle
(nicht gezeigt) behandelt. Aussetzen der Waschflüssigkeiten an UV-Licht führt zur
Zersetzung der Nitrosamine in den Waschflüssigkeiten. Ein anderer Extrakt
beziehungsweise andere Extrakte als Nitrosamine in den Waschflüssigkeiten
werden dann wieder in den Tabak eingefügt. Ein anderer Extrakt beziehungsweise
andere Extrakte können
zum Beispiel Nikotin und/oder Geschmackssubstanzen enthalten. Auf
diese Weise ist es das Endresultat, dass Nitrosamine selektiv aus
dem Tabak entfernt werden, ohne das der Geschmack des Tabaks abträglich beeinflusst
werden würde.
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Einige
Beispiele der oben beschriebenen Variationen werden in Tabelle 2
unten offenbart.
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Hinsichtlich
der Variabilität
der Nikotin- und Nitrosamingehälter
in jeder der Tabakschargen, wurden aus jeder Charge 300 g als Kontrolle
für die
Charge zurückbehalten.
Die Nikotin- und Nitrosamingehälter
für jede
Kontrolle aus den
4 Chargen, die entnommen wurden, werden
in Tabelle 3 unten angegeben.
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Beispiel 3
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Das
in 2 gezeigte Gerät
ist ebenfalls ein geschlossenes System, wobei das Gerät eine Kammer 1,
ausgestattet mit einem Einlass 8 und einem Auslass 9,
Verbindungsröhre 10,
wobei die Röhre 10 den
Einlass 8 mit dem Auslass 9 der Kammer 1 verbindet
und Fluidtransfermittel, das heißt eine Pumpe 4, umfasst. Dieses
Gerät umfasst
des Weiteren einen Reservoirtank 5, verbunden mit der Kammer 1 über die
Leitung 6. Ventil 7 befindlich in Leitung 6,
ermöglicht
es, dass Tank 5 geschlossen wird. Gegenüber einer Position der Röhre 10 befindet
sich eine UV-Lichtquelle.
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Während des
Betriebs des Geräts
aus 2 werden etwa 100 kg geschnittener Tabak mit einem
näherungsweisen
Feuchtigkeitsgehalt, in Kammer 1 platziert. Der Reservoirtank 5 wird
mit Kohlendioxid beladen, wobei das Kohlendioxid anschließend durch
Pumpmittel (nicht gezeigt) komprimiert wird und dann durch die Pumpmittel
aus dem Reservoirtank 5 zur Kammer 1 und Röhre 10 transferiert
wird, bis die vorgeschriebenen Extraktionsbedingungen erreicht werden,
nämlich
ein Druck von etwa 250 bar und eine Temperatur von etwa 50°Celsius.
Anschließend
wird der Tank 5 geschlossen, indem das Ventil 6 geschlossen
wird. Das superkritische Kohlendioxid wird dann zirkuliert, unter
der Wirkung der Pumpe 4 durch die Kammer 1 (und
daher durch den darin enthaltenen Tabak) und durch die Röhre 10.
Die UV-Lichtquelle 11 bestrahlt das superkritische Kohlendioxidextraktionsmedium
in der Röhre 10.
Daher werden Nitrosamine im superkritischen Kohlendioxid zersetzt.
Zersetzungsprodukte davon können
entfernt werden, zum Beispiel indem das superkritische Kohlendioxid
durch ein Metallsieb (nicht gezeigt) durchgeleitet wird. Die Röhre 10 umfasst
mindestens im Bereich der UV-Lichtquelle 11 ein Material
das UV-Licht durchlässig
ist, zum Beispiel ein Hochdruckquarzglas. Die Menge an superkritischen
Kohlendioxid in der verbindenden Röhre 10 wird durch
Verwendung einer Röhre 10 mit
einer Bohrung mit einem kleinen Durchmesser (das heißt ein Durchmesser
von etwa 1 cm) auf einem Minimum gehalten. Das superkritische Kohlendioxid
wird nach dem Aussetzen am UV-Licht in Kammer 1 zurückgeleitet und
nochmal mit dem Tabak darin in Kontakt gebracht. Das superkritische
Kohlendioxid wird für
eine Zeitspanne von 30 Minuten zirkuliert. Anschließend wird
Kammer 1 und die Röhre 10 dekomprimiert,
indem Belüftungsmittel
(nicht gezeigt) geöffnet
werden. Der auf diese Weise behandelte Tabak ist frei oder im Wesentlichen
frei von Nitrosaminen, während
der Nikotingehalt des Tabaks im Wesentlichen derselbe vor und nach
der Behandlung blieb.
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Ein
Weiteres alternatives Gerät
(nicht gezeigt) umfasst im wesentlichen das Gerät das in 2 gezeigt
wird, mit einem Material zur Nitrosaminentfernung, das innerhalb
eines fluiddurchlässigen
Behälters
in der Kammer 1 gehalten wurde. Das Fluid kann durch das
System öfters
rezirkuliert werden, vor dem Entfernen und dem optionalen anschließenden Entfernen
der Nitrosamine daraus.