-
HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
-
Die
Erfindung betrifft das Verarbeiten von Bisphenol-Teeren, die als
Nebenprodukte gebildet werden, wenn Phenole mit Ketonen unter sauren
Bedingungen zur Reaktion gebracht werden, insbesondere die Rückgewinnung
von wertvollen chemischen Werten daraus.
-
Unter
den Bisphenolen, die durch Reaktion von Phenolen mit Ketonen unter
sauren Bedingungen hergestellt werden, ist Bisphenol A dominierend
in Bezug auf den Maßstab
seiner Herstellung, seiner relativ niedrigen Kosten und die Vielzahl
der geeigneten Anwendungen für
seine Verwendung. Die Herstellung von Bisphenol A (BPA) aus Aceton
und Phenol wird in großem
Maßstab
mit Hunderten von Millionen von Pfund BPA, die jährlich hergestellt werden,
durchgeführt.
Obwohl derzeitige Verfahren, die für seine Herstellung verwendet werden,
die Früchte
von Jahren von Forschungsanstrengungen repräsentieren und hocheffizient
sind, geht ein kleiner Prozentsatz der Startmaterialien als teerige
Nebenprodukte verloren, die als BPA-Teer bezeichnet werden. Im gegebenen
Maßstab
der BPA-Herstellung ist auch die Bildung von lediglich einem geringen
Prozentanteil BPA-Teer-Nebenprodukt signifikant und ergibt Millionen
von Pfund Teer, die jährlich
produziert werden. Die Teere sind zusammengesetzt aus einer komplexen
Mischung von Verbindungen, was die Abtrennung und Reinigung der
einzelnen Komponenten teuer und ineffektiv machen. Derzeit eingesetzte
Recyclierungsstrategien zur Wiedergewinnung von materiellen Werten
aus BPA-Teeren wurden auf das „Cracken" von Teer fokussiert,
wobei der BPA-Teer in Gegenwart eines sauren oder basischen Katalysators
bei Atmosphärendruck
erhitzt wird. Die kombinierte Einwirkung von Wärme und Katalysator resultiert
in einer Bindungsspaltung der BPA-Teer-Bestandteile, was in einer
Erzeugung von Phenol resultiert. Das freigesetzte Phenol wird aus
dem Reaktionsgefäß abdestilliert.
Das wiedergewonnene Phenol wird dann weiter gereinigt und zu Anwendungen recycliert,
welche die Verwendung von Phenol erfordern.
-
In
einigen Fällen
wurde der BPA-Teer in Gegenwart eines Katalysators unter Vakuum
erhitzt, was eine Mischung aus Phenol und Isopropenylphenol im Destillat
hervorbringt. Isopropenylphenol ist ein wertvolles synthetisches
Intermediat und seine Wiedergewinnung aus BPA-Teer stellt eine attraktive
Maßnahme
für sein Herstellung
dar. Die Wiedergewinnung von sowohl Phenol als auch Isopropenylphenol,
wenn ein BPA-Teer-Cracking unter Vakuum ausgeführt wird, steht in scharfem
Kontrast zu BAP-Teer-Cracking bei Atmosphärendruck, bei welchem nur wenig
oder kein Isopropenylphenol im Destillat erhalten wird. Das Erfordernis,
dass Vakuumbedingungen für
das Cracken von BPA-Teer eingesetzt werden müssen, um ein Destillat zu erzeugen,
das Isopropenylphenol enthält,
zeigt die chemische Instabilität
von Isopropenylphenol und ist eine Bedingung, die Kosten hinzufügt und die ökonomische
Realisierbarkeit der Wiedergewinnung von Phenol-Isopropenylphenol-Mischungen aus BPA-Teer
einschränkt.
-
Es
ist daher interessant, Verfahren zu entwickeln für die Wiedergewinnung von materiellen
Werten aus BPA-Teer, die nicht die Verwendung von Vakuumausrüstung erfordern,
aber die Phenol-Isopropenylphenol-Mischungen aus BPA-Teer unter
atmosphärischem
Druck gestatten und die für
die Wiedergewinnung von materiellen Werten aus anderen BPA-Teeren
als Bisphenol-Teeren einsetzbar sind.
-
KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung ist auf Verfahren für die Wiedergewinnung von materiellen
Werten aus BPA-Teer und anderen Bisphenol-Teeren unter Atmosphärendruck-Bedingungen
gerichtet und konzentriert sich auf die Wiedergewinnung von Phenol-Isopropenylphenol-Mischungen,
die zu anderen wertvollen Produkten umgewandelt werden können. Da
BPA-Teer den weltweit bedeutendsten hergestellten Bisphenol-Teer
darstellt und da das chemische Verhalten anderer Bisphenol-Teere
analog zum Verhalten von BPA-Teer ist, beschreibt die vorliegende
Erfindung die Wiedergewinnung von materiellen Werten aus BPA-Teer
als eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung. Es soll jedoch bemerkt werden, dass das erfindungsgemäße Verfahren sich
auf Bisphenol-Teere im Allgemeinen erstreckt und nicht auf BPA-Teer
allein beschränkt
ist. Ein Gesichtspunkt der Erfindung ist daher ein Verfahren zur
Wiedergewinnung von materiellen Werten aus Bisphenol-Teeren mit
den folgenden Schritten:
- a. In Kontaktbringen
des Bisphenol-Teers mit einem basischen Katalysator in einer Menge
im Bereich zwischen etwa 10 und etwa 10.000 Teilen Katalysator je
Million Teile Bisphenol-Teer,
- b. Erhitzen der Bisphenol-Teer-Katalysatormischung auf eine
Temperatur im Bereich zwischen etwa 180°C und etwa 300°C. während die
Bisphenol-Teer-Katalysatormischung mit einem inerten Gas durchsprudelt wird
und
- c. Sammeln des Destillats aus der genannten Bisphenol-Teer-Katalysatormischung.
-
Ein
weiterer Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung ist die Umsetzung
der Phenol-Isopropenylphenol-Mischung zu einer Phenol-Bisphenol
A-Mischung durch Bewirken einer Reaktion des Isopropenylphenols, das
in der gesammelten Phenol-Isopropenylphenol-Mischung ist, mit Phenol,
in Gegenwart eines sauren Katalysators.
-
EINGEHENDE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung kann besser verstanden werden unter Bezugnahme
auf die folgende Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung und die darin eingeschlossenen Beispiele. In dieser
Beschreibung und in den folgenden Ansprüchen wird auf eine Anzahl von
Ausdrücken
Bezug genommen, welche die im Folgenden definierten Bedeutungen
haben.
-
Die
Einzahlformen „ein", „eine" und „der/die/das" schließen die
Mehrzahlformen ein, sofern nicht im Kontext klar anders angegeben.
-
„Optional" bedeutet, dass das
nachfolgend beschriebene Ereignis oder Umstand auftreten kann oder auch
nicht und dass die Beschreibung Fälle einschließt, in welchen
das Ereignis oder der Umstand auftritt und Fälle, in denen dies nicht der
Fall ist.
-
„BPA" wird hiermit definiert
als Bisphenol A oder 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan oder 4,4'-Isopropylidendiphenol.
-
"p,p-BPA" wird hiermit definiert
als Bisphenol A oder 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
oder 4,4'-Isopropylidendiphenol.
-
„o,p-BPA" wird hiermit definiert
als Bisphenol A oder 2-(2-Hydroxyphenyl)-2-(4-hydroxyphenyl)-propan oder 2,4'-Isopropylidendiphenol.
-
„IPP" wird hiermit definiert
als Isopropenylphenol oder p-Isopropenylphenol oder 4-(Propen-2-yl)-phenol.
-
„IPP lineares
Dimer 1" betrifft
eine BPA-Teerkomponente mit der Struktur I.
-
-
„IPP lineares
Dimer 2" betrifft
eine BPA-Teerkomponente mit der Struktur II.
-
-
„IPP cyclisches
Dimer 1" betrifft
eine BPA-Teerkomponente mit der Struktur III.
-
-
„IPP cyclisches
Dimer 2" betrifft
eine BPA-Teerkomponente mit der Struktur IV.
-
-
„Chroman
1" betrifft eine
BPA-Teerkomponente mit der Struktur V.
-
-
„Chroman
2" betrifft eine
BPA-Teerkomponente mit der Struktur VI.
-
-
„DMX" betrifft eine BPA-Teerkomponente
mit der Struktur VII.
-
-
„BPX" betrifft eine BPA-Teerverbindung
mit einer Struktur VIII.
-
-
„Inertes
Gas" ist hierbei
definiert als ein Gas, welches unter den Bedingungen für die Umsetzung
des BPA-Teers zu Mischungen aus Phenol und IPP nicht reaktiv ist
und ist beispielsweise Stickstoff, Argon oder Dampf.
-
„Materieller
Wert", so wie hier
verwendet, betrifft den Wert einer Chemikalie, die aus einem gegebenen Bisphenol-Teer
erhalten wird, wie zum Beispiel Phenol, in einem gegebenen Reinheitszustand.
Der Materialwert von Phenol, der in dem Destillat enthalten ist,
das aus der Wärmebehandlung
von BPA-Teer in Gegenwart eines Katalysators unter Verwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
erhalten wird, kann zeitweise durch seine weitere Reinigung erhöht werden.
Der Materialwert von IPP ist ein Ergebnis seiner Vielfalt als chemisches
Intermediat. IPP ist ein bekanntes Intermediat bei der Herstellung
von linearen und cyclischen IPP-Dimeren, I–IV und es ist ein mutmaßliches
Intermediat bei der Bildung von BPA aus Aceton und Phenol. Falls erwünscht, kann
das IPP direkt mit Phenol im Destillat in Gegenwart eines zugegebenen,
sauren Katalysators zur Reaktion gebracht werden, um BPA zu erhalten.
-
Die
Bezeichnung „durchsprudeln", so wie hier verwendet,
betrifft das Durchleiten eines Gases durch eine Flüssigkeit,
das auftritt, wenn ein Gas durch diese Flüssigkeit gezwungen wird.
-
„BPA-Teer", so wie hier verwendet,
ist definiert als eine Nebenproduktmischung, die während der
Herstellung von BPA aus Phenol und Aceton erzeugt wird. BPA-Teer variiert in
seiner Zusammensetzung, enthält aber
typischerweise die folgenden Inhaltsstoffe: BPA, o,p-BPA, Phenol,
IPP, IPP lineares Dimer 1, IPP lineares Dimer 2, IPP cyclisches
Dimer 1, IPP cyclisches Dimer 2, Chroman, DMX, sowie weitere Kondensationsprodukte
von BPA mit Aceton oder IPP, wie z.B. BPX. Zusätzlich enthält BPA-Teer Materialien von
unbekannter Struktur. BPA und o,p-BPA sind häufig unter den Hauptkomponenten
des BPA-Teers und diese zwei Verbindungen repräsentieren das meiste latente
Phenol und IPP, das im BPA-Teer enthalten ist.
-
„Bisphenol-Teer", so wie hier verwendet,
ist definiert als eine Nebenproduktmischung, die während der Herstellung
eines Bisphenols aus Phenol und einem Keton erzeugt wird. „BPA-Teer" repräsentiert
einen bestimmten Bisphenol-Teer, der als Nebenprodukt gebildet wird,
wenn Aceton und Phenol zusammen zur Reaktion gebracht werden, um
Bisphenol A zu ergeben. Andere Bisphenol-Teere, die von BPA verschieden
sind, werden als Nebenprodukte während
der Herstellung von Bisphenolen erzeugt. Diese enthalten allgemein
chemische Bestandteile, die analog zu jenen sind, die in BPA-Teer gefunden werden.
Bisphenol-Teere werden als Nebenprodukte während der Herstellung einer
Vielzahl von Bisphenolen erzeugt, z.B. 2,2-Bis-(4-hydroxy-3-methylphenyl)-propan
aus der Reaktion von o-Kresol mit Aceton; 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroyphenyl)-propan
aus der Reaktion von 2,6-Xylenol mit Aceton; 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan
aus der Reaktion von Phenol mit Cyclohexanon; 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan
aus der Reaktion von Phenol mit 3,3,5-Trimethylcyclohexanon; 1,1-Bis-(4-hydroxy-3-methylphenyl)-cyclohexan
aus der Reaktion von o-Kresol mit Cyclohexanon; 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-butan
aus der Reaktion von Phenol mit 2-Butanon. Die Bezeichnung „Bisphenol-Teer", so wie hier verwendet,
schließt
weiterhin die Nebenprodukte ein, die während der Herstellung von Trisphenolen,
wie z.B. THPE (1,1,1-Tris-(4-hydroxyphenyl)-ethan, hergestellt aus der
Reaktion von 4-Hydroxyacetophenon mit Phenol, gebildet werden. Die
Bezeichnung „Bisphenol-Teer", so wie hier verwendet,
schließt
weiterhin Nebenprodukte ein, die während der Kondensationsreaktion
zwischen einem Phenol und einem Aldehyd gebildet werden, wie bei
der Herstellung von 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-octan
aus Octanal und Phenol. Die Bezeichnung „Bisphenol-Teer" so
wie hier verwendet, schließt
weiterhin Nebenprodukte ein, die während der Herstellung von Bisphenolen
aus Phenolen und Olefinen, oder alternativ Phenolen und Alkoholen,
gebildet werden. Beispiele für
Bisphenole, die aus Phenol und Olefinen oder Alkoholen hergestellt
werden, schließen
Bisphenol M (4,4'-(1,3-Phenylendiisopropyliden)-bisphenol),
hergestellt durch Reaktion von Phenol mit 1,3-Bis-(isopropenyl)-benzol
oder α,α'-Dihydroxy-1,4-diisopropylbenzol
in Gegenwart eines sauren Katalysators, sowie Dimethylbisphenol
M, hergestellt durch Reaktion von o-Kresol mit 1,3-Bis-(isopropenyl)-benzol
oder α,α'-Dihydroxy-1,4-diisopropenylbenzol
in Gegenwart eines sauren Katalysators ein. Die Bezeichnung Bisphenol-Teer
schließt
weiterhin Nebenprodukte ein, die bei der sauer katalysierten Transformation
von Bisphenolen, wie z.B. BPA, zu spirocyclischen Bisphenolen, wie
z.B. 6,6'-Dihydroxyspirobiindan
und bicyclischen Bisphenolen, wie z.B. das cyclische Dimer 1, gebildet
werden.
-
„BPA-Teer-Cracken", so wie hier verwendet,
betrifft die kombinierte Einwirkung von Wärme und Katalysator auf einen
BPA-Teer, was in einer Bindungsspaltung von BPA-Teerbestandteilen
resultiert, die anfällig für den Verlust
von Phenol mit der Bildung von oleflnischen Produkten, wie z.B.
IPP zusätzlich
zum freiwerdenden Phenol, sind. Zusätzlich beinhaltet BPA-Teer-Cracken
Bindungsauibrechverfahren für
BPA-Teerbestandteile, die kein Phenol freisetzen, wie z.B. die Retro-n-Reaktion
des IPP linearen Dimer 1, Struktur I, wobei zwei Moleküle IPP erhalten
werden.
-
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Verfügung zur
Wiedergewinnung von Phenol und IPP aus BPA-Teer, wobei der BPA-Teer
aufweist:
BPA in einem Bereich von etwa 1 bis etwa 90 Gew.-%,
o,p-BPA
in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 90 Gew.-%,
Phenol in einem
Bereich von etwa 0 bis etwa 95 Gew.-%,
IPP lineares Dimer 1
in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 25 Gew.-%,
IPP lineares
Dimer 2 in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 15 Gew.-%,
IPP
cyclisches Dimer 1 in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 25 Gew.-%,
IPP
cyclisches Dimer 2 in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 15 Gew.-%,
Chroman
1 in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 65 Gew.-%,
Chroman 2
in einem Bereich von etwa 0 bis etwa 65 Gew-%,
DMX in einem
Bereich von etwa 0 bis etwa 25 Gew.-% und
BPX in einem Bereich
von etwa 0 bis etwa 25 Gew.-%.
-
Es
ist allgemein bevorzugt, dass der BPA-Teer reich ist an BPA, o,p-BPA
und Kondensationsprodukten von BPA mit Aceton oder IPP, wie z.B.
BPX. Demzufolge ist das erfindungsgemäße Verfahren am vorteilhaftesten
durchzuführen,
wenn der BPA-Teer enthält:
BPA
in einem Bereich von etwa 5 bis etwa 90 Gew.-%,
o,p-BPA in
einem Bereich von etwa 0,1 bis etwa 90 Gew. % und
BPX in einem
Bereich von etwa 1 bis etwa 90 Gew.-%.
-
Der
BPA-Teer, der erfindungsgemäß als Ausgangsmaterial
verwendet wird, kann ein amorphes Glas oder ein teilkristalliner
Feststoff sein. In jedem Fall wird der BPA-Teer leicht durch Erwärmen zu
einer Flüssigkeit
umgewandelt. Der BPA-Teer
kann in ein Reaktionsgefäß entweder
als eine Flüssigkeit
mit mechanischen Einrichtungen, wie z.B. einer Flüssigkeitspumpe,
oder durch Schwerkraftfluss oder durch Transfer, der durch Beaufschlagen
mit Druck mit einem inerten Gas bewirkt wird, überführt werden. Alternativ kann
der BPA-Teer in das Reaktionsgefäß als Feststoff
durch Verwendung eines Schraubenzuführers oder ähnlichem zugegeben werden.
-
Das
Reaktionsgefäß kann ein
heizbarer Reaktor vom Einzelchargentyp sein, ausgerüstet mit
einem oder mehreren Sprudelröhren,
Destillationskopf Kondensator und Aufnahmegefäß. BPA-Teer und Katalysator werden
in den Reaktor eingebracht. Der verflüssigte BPA-Teer und die Katalysatormischung
werden auf eine Temperatur in einem Bereich von etwa 180 bis etwa
300°C erwärmt, während sie
kontinuierlich mit einem inerten Gas durchsprudelt werden. Sprudeln
wird durch Verwendung von einem oder mehreren Gaseinlassröhren bewirkt,
die in den Reaktor eingesetzt sind und sich unter die Oberfläche des
verflüssigten
Teers erstrecken. Ein inertes Gas, wie zum Beispiel Stickstoff oder
Dampf oder eine Mischung daraus, wird mit einer Geschwindigkeit
eingebracht, die ausreichend ist, um den verflüssigten Teer sorgfältig durchzumischen.
Das Gas kann vor seiner Einführung
in das Reaktionsgefäß geheizt
oder gekühlt
werden, als ein Mittel, um die Temperatur des BPA-Teers zu kontrollieren.
Das erforderliche Volumen des Gases hängt ab vom Volumen des verwendeten
Reaktors. Die optimale Zahl an Sprudelröhren, die Sprudelröhrendurchmesser
und andere Gesichtspunkte, wie zum Beispiel, ob die Sprudelröhren gerade,
gebogen oder keulenförmig,
mit Metall- oder Keramikfritten am Ende versehen sind und ähnliches,
kann durch einfaches Experimentieren herausgefunden werden und kann
von Größe und Form
des Reaktors, der Gegenwart oder Abwesenheit von mechanischer Rührung zusätzlich zu
der durch das Sprudeln und von der Zusammensetzung des BPA-Teers
abhängen.
Das Sprudeln vereinfacht den Wärmetransfer
und fördert
die Entfernung von Phenol und IPP aus dem Reaktionsgefäß. Das durch
die Sprudelröhren
eingebrachte Gas verlässt
den Reaktor durch den Destillationskopf, den Kondensator und das
Aufnahmegefäß. Phenol
und IPP, die durch Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungsbruchreaktionen
der BPA-Teerbestandteile erzeugt werden, werden aus dem Reaktionsgefäß mit Hilfe
des Sprudelns über
den Destillationskopf und den Kondensator abdestilliert und in dem
Aufnahmegefäß aufgefangen.
Wenn die Teerverbindungen, die Phenol und IPP verursachen, verringert
sind, verlangsamt sich die Destillation von Phenol und IPP aus dem
Teer. Wenn die Destillation von Phenol und IPP versiegt, wird der „verbrauchte" Teerrückstand
aus dem Reaktionsgefäß entfernt.
-
Alternativ
kann das Reaktionsgefäß für ein kontinuierliches
BPA-Teer-Cracken ausgerüstet
sein, derart, dass das Einbringen von BPA-Teer und Katalysator,
Destillieren der Phenol-IPP-Mischungen und Entfernung des „verbrauchten" Teerrückstandes
gleichzeitig ausgeführt
werden. Ein kontinuierliches System für BPA-Teer-Cracken kann unter
Verwendung eines einzelnen gesprudelten Reaktionsgefäßes oder
einer Anzahl von gesprudelten Reaktionsgefäßen in Serie ausgeführt werden.
-
In
einer seiner Ausführungsformen
beinhaltet die vorliegende Erfindung das Umsetzen des in dem aus dem
BPA-Teer-Cracken erhaltenen Destillat vorhandenen IPP direkt zu
Bisphenol A. Da das Destillat aus dem BPA-Teer-Cracken Phenol und IPP enthält, kann
die Zugabe eines sauren Katalysators zu dem Aufnahmegefäß dazu verwendet
werden, die bekannte Reaktion zwischen IPP und Phenol zu beschleunigen,
um Bisphenol A zu erhalten. Es kann vorteilhaft sein, zusätzlich Phenol
oder zusätzliches
Phenol zusammen mit einem Verdünnungsmittel
zu dem Aufnahmegefäß zuzugeben,
um dadurch die Geschwindigkeit der BPA-Bildung zu erhöhen und
die Bildung von ungewünschten
Nebenprodukten, die aus bimolekularen Reaktionen von IPP selbst herrühren, zu
verringern. Verschiedene saure Katalysatoren können in das Aufnahmegefäß zugegeben
werden, um die Umsetzung des sehr reaktiven IPP zu dem sehr viel
stabileren und leicht handhabbareren Bisphenol A zu bewirken. Diese
Katalysatoren beinhalten sulfonierte Polystyrole, wie zum Beispiel
die sauren Amberlyst®-Harze, fluorierte saure
Nafion®-Harze,
saure Lehmkatalysatoren, Schwefelsäure, Salzsäure, Bromwasserstoffsäure und ähnliches.
Die Menge des in das Aufnahmegefäß zugegebenen
sauren Katalysators liegt vorzugsweise in einem Bereich zwischen
etwa 0,001 und etwa 100 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des in das
Reaktionsgefäß geladenen
BPA-Teers. Die Menge an zugegebenem Phenol in das Aufnahmegefäß liegt vorzugsweise
in einem Bereich zwischen etwa 50 und etwa 1.000 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht des in das Reaktionsgefäß geladenen BPA-Teers. Verdünnungsmittel,
die eingesetzt werden können,
beinhalten Wasser, Carbonsäuren
wie zum Beispiel Essigsäure,
halogenierte Lösungsmittel
wie zum Beispiel Methylenchlorid, Alkohole wie zum Beispiel Methanol
und Ethanol, Ester wie zum Beispiel Ethylacetat und Butylacetat, Aceton,
sowie Mischungen aus Aceton und Wasser, Kohlenwasserstoffe wie zum
Beispiel Heptan, Toluol und Xylol, und ähnliches. Die Menge an Verdünnungsmittel,
die eingesetzt wird, liegt vorzugsweise in einem Bereich zwischen
etwa 1 und etwa 1.000 Prozent, bezogen auf die Menge an Phenol,
das zu dem Aufnahmegefäß zugegeben
wird.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann weiterhin das Vermischen des BPA-Teers mit Phenol vor der BPA-Teer-Crackingreaktion
beinhalten, oder alternativ die Zugabe von Phenol in das Reaktionsgefäß während der
BPA-Teer-Crackingreaktion.
Die Zugabe von Phenol zu dem BPA-Teer erhöht die Fließfähigkeit des BPA-Teers, verbessert
den Wärmetransfer
zwischen dem BPA-Teer
und den Wänden
des Reaktionsgefäßes. Zusätzlich kann
das Phenol dazu dienen, das IPP-Produkt im Destillat mitzureißen. Die
Menge an zugegebenen Phenol in das Reaktionsgefäß liegt vorzugsweise in einem
Bereich von etwa 10 bis etwa 1.000 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
des BPA-Teers, der in das Reaktionsgefäß gebracht wird. In einigen
Fällen
kann es notwendig sein, die BPA-Teer-Crackingreaktion bei leicht
erhöhtem
Druck auszuführen,
um eine ausreichend hohe Temperatur im Reaktionsgefäß zu erreichen,
um eine akzeptable Geschwindigkeit der Bildung von aus dem BPA-Teer
erhaltenem Phenol und IPP zu erreichen.
-
In
Abwesenheit eines Katalysators ist BPA-Teer relativ stabil und Phenol
und IPP entwickeln sich nur langsam, wenn auf 180–300°C erwärmt wird.
Die Zugabe eines basischen Katalysators in einer Menge im Bereich
von etwa 10 bis etwa 10.000 Katalysatorteilen je Million Teile BPA-Teer
beschleunigt die Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungsbruchreaktionen,
was zu Phenol und IPP aus Bestandteilen des Teers führt, wie
zum Beispiel BPA, o,p-BPA, IPP lineares Dimer 1, IPP lineares Dimer
2 und BPX. Geeignete Katalysatoren beinhalten, sind aber nicht eingeschränkt auf,
Alkalimetallhydroxide wie zum Beispiel Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid
und Kaliumhydroxid, Erdalkalihydroxide wie zum Beispiel Kalziumhydroxid,
Metallhydride wie zum Beispiel Natriumhydrid, Lithiumhydrid, Kalziumhydrid
und Lithiumaluminiumhydrid. Von den basischen Katalysatoren, die hier
aufgeführt
sind, sind Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid bevorzugt. Natriumhydroxid
ist besonders bevorzugt. Die optimale Menge an basischem Katalysator,
die verwendet wird, kann von Faktoren wie zum Beispiel der Zusammensetzung
des BPA-Teers abhängen.
Wenn höhere
Gehalte an sauren Verunreinigungen vorhanden sind, so wie es manchmal
der Fall ist, besteht eine Notwendigkeit für eine dementsprechend höhere Menge
basischen Katalysators. Allgemein haben die Erfinder jedoch gefunden,
dass eine Menge eines basischen Katalysators in einer Menge im Bereich
von etwa 100 bis etwa 5.000 Teile Katalysator je Million Teile BPA-Teer
ausreichend ist, um ausreichende Geschwindigkeiten von Phenol- und
IPP-Bildung aus
den BPA-Teerbestandteilen zu erreichen.
-
Beispiele
-
Die
folgenden Beispiele werden angeführt,
um den Durchschnittsfachmann mit einer detaillierten Offenbarung
und Beschreibung auszurüsten,
wie die hier beanspruchten Verfahren ausgewertet werden und dienen
nicht dazu, den Umfang dessen, was die Erfinder als ihre Erfindung
betrachten, einzuschränken.
Wenn nicht anders angegeben, sind Teile Gewichtsteile, die Temperatur
in Grad Celsius oder bei Raumtemperatur und der Druck bei oder in
der Nähe
von Atmosphärendruck.
Die Materialien und Testverfahren, die für die gezeigten Ergebnisse
verwendet werden, sind wie folgt.
-
Zusammensetzungen
des Ausgangs-BPA-Teers, des Phenol- und IPP-Destillatprodukts und des verbrauchten
Teer-Rückstandes,
der im Reaktionsgefäß verbleibt,
werden durch HPLC bestimmt, die unter Verwendung von gereinigten
Standards für
jede der identifizierten Bestandteile kalibriert wird. Die verwendete HPLC-Ausrüstung ist
ein Hewlett Packard Modell 1090 Flüssigchromatograph, ausgerüstet mit
einer 4,6 mm × 100
mm ODS-Säule.
Die Analysen werden unter Verwendung von Acetonitril:Methanol:Wasser
als Elutionsmittel ausgeführt.
-
Die überraschende
Wirkung des durchsprudelnden inerten Gases wird im Laboratoriumsmaßstab in einem
Reaktionsgefäß demonstriert,
das aus einer Glasschraubkappenkulturröhre besteht, ausgerüstet mit
einer Kappe und einem Tefloneinsatz. Die Kappe wird mit einem luftgekühlten Destillationskopf
und einer Sprudelröhre
ausgerüstet,
welche aus einer 14 Gauge rostfreien Stahl-Spritzennadel besteht. Der Destillationskopf wird
mit einem belüfteten
Aufnahmegefäß verbunden.
Die Sprudelröhre
wird mit einer Inertgasquelle und einem Gastflussmesser verbunden.
Die Sprudelröhre
kann in dem Reaktionsgefäß gehoben
und gesenkt werden, um dem Gas ein Bedecken oder ein Sprudeln zu
erlauben, abhängig
von der eingestellten Höhe
der Spritzennadel relativ zum verflüssigten BPA-Teer (oberhalb
des verflüssigten
BPA-Teers zum Bedecken, unterhalb des verflüssigten BPA-Teers zum Sprudeln).
Die Geschwindigkeit des Gasflusses wird unter Verwendung eines kalibrierten
Durchflussmessers eingestellt. Das verwendete Gas ist „interner" Stickstoff und die
eingesetzte Sprudelgasifließgeschwindigkeit
ist 35ml/min.. Das Reaktionsgefäß wird erwärmt durch
Eintauchen in ein erwärmtes
Silikonölbad,
kontrolliert durch eine kontaktlose Steuerung. Die Temperatur wird
auf 250°C
+/- 1 °C gehalten.
Alle Experimente erfordern das Eintauchen der Kulturröhre in das
Bad, welches zuvor auf die Crackingtemperatur gebracht wurde.
-
Beispiele 1–3
-
Ein
Gramm gleicher Teile BPA-Teer werden gecrackt, entweder mit Stickstoffgas überdeckt
(Beispiel 1) oder sprudelnd (Beispiel 2 und 3) bei 250°C in Gegenwart
von 1.000 ppm NaOH unter Verwendung des oben beschriebenen Laborteercrackers.
In jedem Beispiel enthält
der BPA-Teer die folgenden Komponenten: o,p-BPA (39,0%), BPA (25,1%),
Chroman 1 (12,3%), IPP lineare Diniere 1 und 2 (6,8%), Chroman 2
(5,7%), DMX (0,7%), IPP (0,4%), sowie unbekannte Zusammensetzungen
(10%). Die in Klammern angegebenen Werte sind Gewichtsprozent. In
Beispiel 3 wird das IPP-Produkt im Destillat direkt mit Phenol im
Destillat zur Reaktion gebracht, um BPA zu ergeben. Dies wird durch
Sammeln des Phenol-IPP-Destillats in einem gerührten 4-Gramm-Gefäß, das bei
50°C gehalten
wird und 3,0 Gramm Phenol und 0,5 Gramm Amberlyst 131 (ein stark
saures Ionenaustauscher-Harz, Rohm und Haas Co.) enthält, bewirkt.
Wenn das IPP mit Phenol in dieser Art und Weise zur Reaktion gebracht
wird, wird die BPA-Menge in dem Produktdestillat bestimmt und dieser Wert
dazu verwendet, die Ausbeute an IPP zu berechnen. Zu diesem Zweck
wird angenommen, dass die Ausbeute an Phenol mit IPP, um BPA zu
ergeben, quantitativ ist.
-
Tabelle
1: Destillatanalyse von basisch katalysiertem BPA-Teer-Cracken
-
- aPhenol/Amberlystfalle
- bGewicht in Milligramm (mg)
- cGewicht der Komponente in Milligramm
- dNicht festgestellt
- eWert nicht verfügbar
-
Tabelle
2: Wirkung des Sprudelns auf den verbrauchten BPA-Teerrückstand
-
- aRüchstandsbeispiele 1b–3b entsprechen
den Destillatbeispielen 1a–3a
in Tabelle 1
- bGesamtgewicht des verbrauchten Restteers
in Milligramm
- cGewicht der Komponente in mg
- dNicht festgestellt
- eSpuren festgestellt
- fWert nicht verfügbar
-
Tabelle
1 stellt Daten für
das in den Beispielen 1–3
erzeugte Destillat zur Verfügung
und Tabelle 2 stellt die korrespondierenden Daten für den Rückstand
(verbrauchten Teerrückstand),
der in dem Reaktor nach Beenden der Destillation verbleibt, zur
Verfügung.
Vergleich der Daten für
Beispiel 1a und 2a in Tabelle 1 zeigt klar den vorteilhaften Effekt
des Sprudelns in Bezug auf Phenol- und IPP-Wiedergewinnung. Die komplexere Mischung,
die in dem Destillat aus Beispiel 2a relativ zum Beispiel 3a erhalten
wird, zeigt die Vorteile des Abfangens des IPPs in dem Destillat
mit zusätzlichem
Phenol und einem sauren Katalysatorkomplex. Tabelle 2, Beispiele
1b–3b,
sind hier mit aufgenommen, um eine so vollständig wie mögliche Massenbilanz zur Verfügung zu
stellen. Hier zeigen beide Beispiele 2b und 3b die dramatische Reduktion
des verbrauchten Teers, der erzeugt wird, wenn Sprudeln verwendet
wird.