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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
Erfindung betrifft verbesserte zerspanende Werkzeuge zum Schneiden,
Bohren und Sägen harter
Werkstoffe, wie z.B. Fels, Stein, Beton und dergleichen. Die Erfindung
betrifft insbesondere einen Meißel,
eine Säge
und einen Bohrer, wobei jedes dieser Werkzeuge eine Spitze aus Diamant-Verbundwerkstoff
aufweist, sowie Verfahren zur Verwendung derselben.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Maschinen,
die bei der Abtragung, beim Bergbau, beim Einschnitt, bei der Bearbeitung
oder beim Bohren von Fels, Stein, Beton und ähnlichen harten Werkstoffen
eingesetzt werden, verwenden eine Vielzahl von Werkzeugen, welche
nachfolgend kollektiv als "zerspanende
Werkzeuge" bezeichnet werden.
Drei Arten von Werkzeugen, die für
gewöhnlich
verwendet werden, sind Meißel,
Sägen und
Bohrer.
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Meißel
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Meißel werden
als zerspanende Werkzeuge bei Maschinen eingesetzt, die in Anwendungsbereichen
wie z.B. beim Abbau von Kohle oder dem Tunnelbau durch Gestein eingesetzt
werden. Der Begriff "Meißel" (auch als "Schleppwerkzeug" oder Bohrkopf bezeichnet)
bedeutet für
gewöhnlich
ein spitzzulaufendes oder meißelförmiges Werzeug
für das
Abtragen von Fels, wobei Fels durch Eingreifen und Kratzen entlang
der Oberrfläche
des Felsgesteins abgetragen. Meißel bestehen für gewöhnlich aus
einem Stahlschaft mit einem Wolframkarbid-Kobalt-Werkstoff, welcher
die Schneidspitze bildet. Dieser Vorgang erzeugt relativ große Gesteinsbrocken
oder -bruchstücke
(oder "Abschnitte") im Vergleich zu
feineren Abschnitten, die durch Verwendung von Werkzeugen mit einer
Spitze aus Diamant oder polykristallinem Diamant-Verbundwerkstoff
(PDC) gebildet werden.
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Im
Augenblick ist der Schneid- oder Schrämmkopf einer Maschine aus einem
Maschinenpark für
den Abbau oder Tunnelbau mit einer Reihe von Werkzeughaltern ausgestattet,
um die zerspanenden Werkzeuge in einem gewünschten Winkel für den Eingriff
in den Fels (den "Eingriffswinkel") auszurichten. Die
zerspanenden Werkzeuge sind "aufgefädelt", d.h. in einem Muster
angeordnet, das so ausgelegt ist, dass es eine entlastete zerspanende
Bearbeitung bewirkt, wobei die Arbeit jedes zerspanenden Werkzeugs
durch die Funktion oder die Tätigkeit des
Werkzeugs, dem es nachfolgt, erleichtert wird, wenn sich der Zerspankopf
dreht, und auf ähnliche Weise
die Arbeit eines jeden nachfolgenden Werkzeugs vereinfacht. Dieser
Vorgang ermöglicht,
dass Felsbruchstücke
mit einem geringeren Energieaufwand losgebrochen werden, als erforderlich
wäre, wenn
jedes Werkzeug unbeschädigten
Fels durch nicht entlastete Abtragung abtragen müsste.
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Herkömmliche
Meißel
wie zuvor erwähnt, weisen
für gewöhnlich eine
Zerspanspitze auf, die aus einem Wolframkarbid-Kobalt- Verbundwerkstoff gebildet
ist. Diese Meißel
haben eine Reihe von Nachteilen.
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Prinzipiell
verschleißt
Wolframkarbid schnell, wenn es zur Abtragung von Schleifgestein
verwendet wird. Spitzzulaufende Wolframkarbidspitzen sind so ausgelegt,
dass sie sich in ihren Haltern während
des Einsatzes drehen, so dass Verschleißerscheinungen gleichmäßig verteilt
werden. In der Praxis drehen sich die meisten Spitzen jedoch nicht,
was die Bildung einer Verschleiß-Unschärfe zur
Folge hat. Auch Spitzen, die sich als beabsichtigter Verschleiß an einem
Konus drehen, berühren
die Felsoberfläche eher
entlang einer Linie als an einer Spitze, wodurch wesentlich größere Kräfte für das Brechen
von Gestein im Vergleich zu dem Fall erforderlich sind, dass die
Spitze neu ist. Aufgrund dieses Verschleisses können Wolframkarbidspitzen effektiv
nur für
die zerspanende Bearbeitung von Kohle oder weichem Gestein eingesetzt
werden. Dementsprechend ist die durchschnittliche Lebensdauer einer
Spitze aus Wolframkarbid kurz und sie muss häufig ausgetauscht werden.
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Es
besteht offensichtlich ein Bedarf an einem Meissel, der eine höhere Lebensdauer
aufweist, während
seiner Verwendung eine spitzzulaufende Form beibehält und der
ausreichend stark und verschleißfest
ist, um hartes Gestein, wie z.B. Granit, zerspanend zu bearbeiten.
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Sägen
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Bestehende
Einrichtungen für
die zerspanende Bearbeitung durch Sägen von Fels, Gestein oder
Beton umfassen hauptsächlich
imprägnierte
Diamant-Trennscheiben und Gestein-Trennscheiben.
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Gesteinsscheiben
sind große
Scheiben, welche spitz zulaufende Zerspanelemente aus Wolframkarbid,
sogenannte "Schleppwerkzeuge" aufweisen, die Fels
in einer Meißelbewegung
entfernen.
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Aufgrung
der Verschleißeigenschaften
von Spitzen aus Wolframkarbid, sind Fels-Trennscheiben auf die Verwendung
bei Gesteinen beschränkt,
die eine Festigkeitsgrenze von ungefähr 100 bis 120 MPa, wie z.B.
Sandstein, aufweisen. Dementsprechend können Fels-Trennscheiben, obwohl
sie bei weichem Gestein ziemlich erfolgreich eingesetzt werden können, bei
härterem
Gestein, wie z.B. Granit, nicht verwendet werden.
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Säge-Trennscheiben
aus imprägniertem
Diamant weisen als Zerspanelemente Umfangsabschnitte aus einem Metallmatrix-Verbundwerkstoff auf,
welcher grobkörnigen
Diamant aufweist. Die Sägebewegung
wird durch Kratzen der winzigen vorstehenden Diamantpartikel am
Gestein erreicht, wodurch eine Mikrozerklüftung von Schichten verursacht
wird. Mit jedem Durchlauf der Säge
wird nur eine sehr geringe Menge an Gestein, z.B. wenige Mikrometer,
in Form von sehr kleinen Fragmenten entfernt. Obwohl derartige Sägen für die zerspanende Bearbeitung
von hartem Gestein verwendet werden können, ist der Sägevorgang
sehr energieintensiv und sehr langsam.
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Es
ist offensichtlich, dass ein Bedarf an einer Säge besteht, die für die zerspanende
Bearbeitung von hartem Gestein eingesetzt werden kann, welche aber
mit langsamerer Geschwindigkeit als Fels-Trennscheiben aus Wolframkarbid
des Standes der Technik verschleißt, jedoch schneller und energieeffizienter
als Säge-Trennscheiben
aus imprägniertem
Diamant des Standes der Technik sägt.
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Bohrer
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Das
Bohren von weichen Gesteinen (z.B. Kohle, Sandstein) wird für gewöhnlich unter
Verwendung von Bohrköpfen
durchgeführt,
in welche weitgehend spitz- oder meißelförmig ausgebildete Zerspanelemente
aus Wolframkarbid eingebaut sind. Zerspanelemente derartiger Form
werden in der Technik als "Schleppwerk zeug
oder Bohrkopf" bezeichnet. Diese
Schleppewerkzeuge oder Bohrköpfe
arbeiten unter Einsatz einer "Meißel"-Bewegung, wobei
sie relativ große
Felsmengen als Bruchstücke
bei jedem Durchlauf entfernen, und auf diese Weise schnell bohren.
Aufgrund des schnellen Verschleißes von Wolframkarbid sind
diese Bohrköpfe
jedoch nicht für das
Bohren von hartem Gestein, wie z.B. Granit, geeignet.
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Es
wurden Versuche unternommen, Werkzeugspitzen aus Wolramkarbid herzustellen,
bei denen das Wolframkarbid mit einer sehr dünnen Schicht aus Diamant überzogen
wird. Allerdings blieben solche Versuche aufgrund von Verzerrung
des Wolframkarbids oder einer Zersetzung von Diamant bei hohen Temperaturen
erfolglos.
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Ein
Großteil
von Bohrungen, die bei festem (hartem) Gestein durchgeführt werden,
erfolgt gegenwärtig
unter Verwendung von rotierenden Bohrköpfen, welche die jeweils härteren Werkstoffe,
Diamant oder einen polykristallinen Diamant-Verbundwerkstoff (PDC)
aufweisen.
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Mit
Diamant imprägnierte
Bohrköpfe
umfassen Diamantfragmente, die in einen Metallmatrix-Verbundwerkstoff
(MMC) eingebettet sind. Diamant-Bohrköpfe umfassen relativ größere natürliche Diamante,
die in dem MMC befestigt sind.
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Alternativ
erfolgt manche Bohrvorgänge
von hartem Gestein unter Verwendung von Bohrköpfen, welche einen polykristallinen
Diamant-Verbundwerkstoff (PDC) oder einen wärmestabilen PDC aufweisen.
Diese Bohrköpfe
umfassen Scheiben aus PDC, die auf einem Wolframkarbid-Kobalt-Verbundwerkstoff
derart befestigt sind, dass die Kanten der Scheiben gegen den Fels
kratzen. US-A-5,119,714
offenbart einen Bohrkopf, der PDC aufweist.
EP 0311422 offenbart einen wärmestabilen
PDC, wobei Siliziumkarbid dem polykristallinen Diamantgefüge zugesetzt wird.
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In
allen Bohrköpfen
des Standes der Technik, welche Zerspanelemente aus Diamant oder
PDC aufweisen, erfolgt die zerspanende Bearbeitung des Gesteins
durch Kratzen des Zerspanelements an der Oberfläche des Gesteins. Jeder Durchlauf
verursacht eine Mikrozerklüftung
von Schichten und entfernt eine sehr kleine Menge an Gestein, für gewöhnlich weniger
als 1/10 mm pro Durchlauf. Das Gestein wird in winzigen Fragmenten
entfernt, ein Vorgang, der sehr energieintensiv ist. Der Bohrvorgang
ist dementsprechend langsam, wenn man von der geringen Menge an
Gestein ausgeht, die bei jedem Durchlauf entfernt wird, und führt zu einer
Bohrgeschwindigkeit von nur ungefähr einem Meter pro Stunde.
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Es
ist klar ersichtlich, dass ein Bedarf an einem Bohrer oder einer
Bohrkrone für
das Bohren von hartem Gestein besteht, der/die eine hohe Festigkeit aufweist
und langsamer als Wolframkarbid-Bohrer des Standes der Technik verschleißt, jedoch
schneller und effizienter als Bohrer des Standes der Technik, welche
Diamant oder PDC enthalten, arbeitet.
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Es
wurden zahlreiche Versuche unternommen, um zerspanende Werkzeuge
herzustellen, die Spitzen aus Diamant oder polykristallinem Diamant-Verbundwerkstoff
(PDC) aufweisen, jedoch mit wenig Erfolg.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben erkannt, dass die Ineffizienz
von zerspanenden Werkzeugen des Standes der Technik, welche Diamant
oder PDC enthalten, zumindest teilweise in dem Versagen begründet ist,
derartige Werkstoffe in Form von spitzzulaufenden oder meißelförmigen Zerspankörpern herzustellen,
die in der Technik "als Schleppwerkzeuge" bezeichnet werden.
Spitzzulaufende Körper
sind in der Lage, in die Felsoberfläche zu drücken und Fels als relativ große Bruchstücke zu entfernen,
was weniger spezifische Energie bei jedem Durchlauf erfordert, als
dies bei Bohrköpfen
des Standes der Technik der Fall ist, die gegen die Felsoberfläche schaben oder
kratzen, wodurch wesentlich kleinere Fragmente erzeugt werden. Des
Weiteren entfernen spitzzulaufende Körper mehr Gestein mit jedem
Durchlauf, was einen schnelleren Zerspanvorgang zur Folge hat.
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Werkstoffe,
welche Diamant enthalten, standen für gewöhnlich nur in einer sehr begrenzten Bandbreite
von Formen zur Verfügung,
da die verwendeten Formgebungs- und Bearbeitungsprozesse beschränkt waren.
Diese Formen umfassen Dreiecke, Vierecke, Rechtecke und Halbzylinder,
wie sie von Scheiben und Zylindern entweder durch Laserschneiden
oder elektro-erosive Bearbeitung (EDM) abgeschnitten wurden. Es
war nicht möglich,
spitzzulaufende Körper,
wie z.B. Kegel, direkt herzustellen.
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Es
wurde eine neue Generation von Diamant-Verbundwerkstoffen mit Eigenschaften
entwickelt, die Verbundwerkstoffen des Standes der Technik überlegen
sind. Solche Werkstoffe werden als "verbesserte Diamant-Verbundwerkstoffe" ("ADC") bezeichnet und
sind beispielsweise in der WO88/07409 und der WO90/01986 beschrieben.
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Verbessere
Diamant-Verbundwerkstoffe (ADC) werden für gewöhnlich durch Gemische aus Diamantkristallen
und Silizium hergestellt, die hohen Drücken und Temperaturen ausgesetzt
werden, um ein Schmelzen des Siliziums zu bewirken, das dann zwischen
Diamantpartikel einsickert und mit dem Kohlenstoff der Diamante
zur Bildung von Siliziumkarbid reagiert. Das Siliziumkarbid bildet
eine starke Bindung zwischen den Diamantkristallen.
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Das
Gemisch aus Diamant und Silizium kann während der Reaktion benachbart
zu Körpern
aus Silizium angeordnet werden, um das Einsickern von Silizium in
das Gemisch zu verbessern. Diese Modifikation, welche Gegenstand
der WO88/07409 ist, minimiert die schädliche Porösität und Mikrorißbildung und
erhöht
die Dichte, und verbessert dadurch die mechanischen Eigenschaften
des verbesserten Diamant-Verbundwerkstoffs (ADC).
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In
einer anderen Modifikation, welche in der WO90/01986 beschrieben
ist, wird ein stickstoff- und/oder phosphorhaltiger Werkstoff in
das Diamant-Siliziumgemisch eingebracht und/oder die Siliziumkörper (falls
verwendet) vor der Reaktion eingebracht, so dass die resultierende
Siliziumkarbidbindung im ADC eine größere Menge als eine Schwellenmenge
an Stickstoff und/oder Phosphor enthält. Diese Schwellenmenge beträgt für gewöhnlich 500 Teilchen
pro Million (ppm). Das ADC-Produkt weist eine niedrige elektrische
Widerstandsfähigkeit
auf – für gewöhnlich weniger
als 0,2 Ohm cm. Eine niedrige elektrische Widerstandsfähigkeit
ist insofern vorteilhaft, da sie die Formgebung, Behandlung und
Bearbeitung der ADC-Körper
durch elekto-erosive Bearbeitung ("EDM"),
auch als "Drahtschneiden" oder "Funkenerosion" bezeichnet, ermöglicht.
EDM ist vielseitiger als herkömmliche
Formgebungsverfahren, wie z.B. Laserschneiden, sowohl im Hinblick
auf die Größe der bearbeiteten
Körper
als auch die Bandbreite der Formen, die hergestellt werden können.
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Es
stellte sich heraus, dass es möglich
ist, diese ADC-Werkstoffe in eine Vielzahl von Formen, einschließlich spitzzulaufende
Körper,
wie z.B. kegelförmige,
kugelförmige
oder spitzbogenförmige
Körper
zu formen und/oder zu bearbeiten.
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Obwohl
es nun möglich
ist, eine wirksame Form unter Verwendung von ADC-Werkstoffen herzustellen,
stoß man
auf ein weiteres Problem, nämlich
einer Vorrichtung zur effektiven Befestigung der ADC-Körper an
Werkzeugkörpern.
Werkzeugkörper sind
für gewöhnlich aus
Stahl hergestellt, obwohl sie Komponenten aus Wolframkarbid aufweisen
können. Die
Erfinder fanden heraus, dass herkömmliche Verfahren zur Befestigung
der Zerspanspitzen am Werkzeugkörper,
wie z.B. mit Hilfe von Vakuum-Löten, nicht
immer eine ausreichend starke Bindung liefern und die Spitzen dementsprechend
während
der Verwendung abbrechen können. Überraschenderweise fanden
die Erfiner heraus, dass die Verwendung eines Metallmatrix-Verbundwerkstoffs
zur Bindung der Zerspan spitze an den Werkzeugkörper eine sehr starke und effektive
Bindung erzeugt.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINGUNG
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Gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein zerspanendes Werkzeug
zur zerspanenden Bearbeitung von hartem Gestein bereitgestellt,
wobei das zerspanende Werkzeug einen Werkzeugkörper und ein oder mehrere Zerspanelemente
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das oder jedes Zerspanelement
einen spitzzulaufenden Körper
aufweist, der aus einem verbesserten Diamant-Verbundwerkstoff gebildet
ist, welcher Diamantkristalle aufweist, die mit Hilfe einer Siliziumkarbidmatrix
miteinander verbunden sind, und dass das oder jedes Zerspanelement
in oder auf dem Werkzeugkörper
befestigt ist, indem ein Metallmatrix-Verbundwerkstoff als Bindemittel
zum Binden an sowohl das Zerspanelement als auch an den Werkzeugkörper verwendet
wird, so dass die Spitze des oder jeden Elements über den
Werkzeugkörper
hinausragt.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
Verwendung eines zerspanenden Werkzeugs gemäß dem ersten Aspekt der vorliegenden
Erfindung zum Abtragen von hartem Gestein bereitgestellt, wobei
das zerspanende Werkzeug ein oder mehrere Zerspanelemente mit jeweils
einem spitzzulaufenden Körper
aus einem verbesserten Diamant-Verbundwerkstoff aufweist, welcher
Diamantkristalle aufweist, die mit Hilfe einer Siliziumkarbidmatrix
miteinander verbunden sind, wobei das Verfahren den Schritt der
Ausrichtung des zerspanenden Werkzeugs derart aufweist, dass ein Eingriffswinkel
größer als
60° vorliegt.
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Gemäß einem
dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist eine maschinelle Einrichtung
für den
Einsatz bei der Abtragung von hartem Gestein vorgesehen, welche
ein zerspanendes Werkzeug gemäß dem ersten
erfindungsgemäßen Aspekt
aufweist, wobei das zerspanende Werzeug bei Gebrauch derart ausgerichtet
ist, dass der Eingriffswinkel zwischen der Achse des Zerspanelements
und der Oberfläche
des abzutragenden Gesteins größer als
60° ist.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Dementsprechend
haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung ein zerspanendes Werkzeug entwickelt,
welches ein Zerspanelement mit einem geeignet geformten Körper aus
einem ADC-Werkstoff aufweist. Das Zerspanelement weist einen Befestigungsabschnitt
zur Befestigung auf oder in dem Meißelkörper sowie einen Zerspanabschnitt
auf, der über
den Meißelkörper hinausragt
und die Zerspanfläche
stützt.
Ds Zerspanabschnitt kann die Form eines Kegels, eines Kegelstumpfes,
eines Keils, eines Meißels,
einer Kugel, einer gerundeten Spitze, einer abgeflachten Spitze,
einer Pyramide, eines Dreiecks, eine Ecke eines Würfels, eines
Tetraeder, eines Schnabels eines Papageis oder eines Schneepflugs aufweisen.
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Wie
vorstehend bereits erwähnt
wurde, fanden die Erfinder heraus, obwohl die Zerspanspitzen von
Werkzeugen des Standes der Technik für gewöhnlich am Werkzeugkörper mit
Hilfe eines Lötvorgangs
befestigt wurden, dass das Löten
einer ADC-Spitze an entweder einer Wolframkarbid(WC)- oder einer
Stahlplatte keine ausreichend starke Bindung liefert. Anstelle dessen
fanden die Erfinder überraschenderweise
heraus, dass die Verbindung der ADC-Spitze mit einem WC- oder Stahlsubstrat unter
Verwendung eines Metallmatrix-Verbundwerkstoffs eine sehr starke
und dauerhafte Verbindung liefert. Weiter stellt ein Metallmatrix-Verbundwerkstoff eine
in höchstem
Maße geeignete
Matrix für
das Einbetten von ADC-Elementen darin bereit.
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Die
Zusammensetzung des Metallmatrix-Verbundwerkstoffs kann variieren,
weist jedoch für
gewöhnlich
als Hauptbestandteil Kupfer, Zink, Siber und Zinn auf. Der Verbundwerkstoff
kann auch Wolframkarbidkörner
aufweisen. Ein solcher Metallmatrix-Verbundwerkstoff kann auf geeignete
Weise unter Verwendung von Metallstaub, wie z.B. den als "Matrix Powders" von der Firma Kennametal
verkauften Metallstaub, gebildet werden. Ein solcher geeigneter
Staub ist Matrix Powder Typ P-75S. Metallstaub wird durch Sintern
unter Druck in einen festen Metall-Verbundwerkstoff umgewandelt.
In einer Ausführungsform
der Erfindung wird der Verbundwerkstoff durch einen Schmelzvorgang
gebildet, in welchem der Metallstaub teilweise schmilzt sowie zusammengedrückt und
verdichtet wird. Alternativ kann der Verbundwerkstoff mit Hilfe
eines Infiltrationsvorgangs gebildet werden, bei dem ein geschmolzenes
Metall dem Staub unter Druck zugesetzt wird und das geschmolzene
Metall die kleinen Zwischenräume
zwischen den Staubpartikeln füllt.
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Vorzugsweise
ist zumindest der Zerspanabschnitt des Zerspanelements konisch,
kugelförmig oder
spitzbogenförmig
ausgebildet, wobei der Scheitel die Zerspanspitze bildet. Vorzugsweise
umfasst das Zerspanelement einen sich verjüngenden, länglichen Körper und einen spitzfogenförmigen Kopf.
Die Gesamtform des Zerspanelements ähnelt einem 22 Kalibergewehr-Geschoß oder -projektil.
Eine kugelförmig
ausgebildete Zerspanspitze wird einer kegelförmigen Spitze vorgezogen, da
dies inhärent
mher Festigkeit aufweist und weniger bruchanfällig ist.
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Der
Befestigungsabschnitt des Zerspanelements ist vorzugsweise nicht
geradseitig, sondern anstelle dessen in Richtung der Zerspanspitze
konisch zulaufend. Dies bedeutet, dass bevorzugt wird, dass der
Befestigungsabschnitt kegelstumpfförmig anstelle von zylindrisch
ausgebildet ist, da eine kegelstumpfförmige Form inhärent eine
größere Festigkeit
als eine zylindrische Form besitzt.
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Eine
weitere bevorzugte Ausführungsfrom des
Zerspanelements ist ein "Doppelkegel", der auf der Form
zweier Kegel basiert, die an ihren Basen verbunden sind. Einer der
Kegel bildet einen Befestigungsabschnitt und wird in einer in dem
Werkzeugkörper
und/oder dem Metallmatrix-Verbundwerkstoff bereitgestellten Aussparung
aufgenommen, während der
andere Kegel den Zerspanabschnitt bildet und über den Werkzeugkörper für einen
Kontakt mit dem abzutragenden Gestein hinausragt. Die Kegel können unterschiedliche
Höhe aufweisen,
wobei der länglichere
Kegel in der Aussparung und/oder dem Metallmatrix-Verbundwerkstoff
MMC aufgenommen wird und der gedrungenere Kegel die Zerspanspitze bildet.
Die Form eines Doppelkegels ist insofern erwünscht, dass sie nur eine minimale
Menge an Diamant-Verbundwerkstoff erfordert und somit relativ kostengünstig in
der Herstellung it. Der Kegel, welcher den Zerspanabschnitt bildet,
kann vorteilhafterweise ein kugelförmiges oder spitzbogenförmiges Profil
aufweisen, welches, wie bereits erwähnt worden ist, eine Zerspanspitze
mit höherer
Festigkeit als ein konisches Profil bereitstellt.
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Meißel
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Der
Meißel
schließt
vorzugsweise einen Stahlschaft an einem seiner Enden zur Befestigung an
einem Werkzeughalter ein, wobei das Zerspanelement am anderen Ende
bereitgestellt wird.
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Der
Befestigungsabschnitt des Zerspanelements wird vorzugsweise zumindest
teilweise in einer Aussparung aufgenommen, die in dem Meißelkörper vorgesehen
ist, und muss daher länglich
genug sein, um sicherzustellen, dass eine ausreichende Länge des
Zerspanabschnitts vorsteht, um die Ausführung einer zerspanenden Bearbeitung
zu ermöglichen. Vorzugsweise
existiert ein Zwischenraum zwischen dem Befestigungsabschnitt und
der Innenfläche
der Aussparung, um ausreichend Metallmatrix-Verbundwerkstoff zur
Bindung des Zerspanelements in Position aufzunehmen. Durch die Befestigung
des Zerspanelements in einer Aussparung wird die anschließende Bindnung
erheblich ver stärkt.
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Die
Aussparung, in welcher der Befestigungsabschnitt des Zerspanelements
aufgenommen wird, ist derart geformt, dass sie die Form des Befestigungsabschnitts
komplementiert. Dementsprechend ist dann, wenn der Befestigungsabschnitt
kegelstumpfförmig
ausgebildet ist, die Aussparung vorzugsweise ebenfalls kegelstumpfförmig ausgebildet, und
wenn der Befestigungsabschnitt konisch ist, ist die Aussparung ebenfalls
vorzugsweise konisch ausgebildet.
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Der
Zwischenraum zwischen dem Befestigungsabschnitt und der Wand der
Aussparung ist mit einem Metallmatrix-Verbundwerkstoff gefüllt, der
das Zerspanelement an den Meißelkörper bindet.
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Der
Meißelkörper kann
zusätzlich
zu dem Stahlbauteil weiter ein Bauteil aus Wolframkarbid einschließen. In
einer derartigen Ausführungsform
bildet das Stahlbauteil vorzugsweise zumindest einen Teil des Schafts
aus dem Bauteil aus Wolframkarbid, das an diesen gelötet wird
und die Aussparung zur Aufnahme des Zerspanelements aufweist. Wieder
wird Metallmatrix-Verbundwerkstoff
MMC zur Bindung der Zerspanspitze an den Meißelkörper verwendet.
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Die
Hinzunahme von Wolframkarbid, welches eine dazwischenliegende Flexibilität zwischen dem
Stahl und Bauteilen aus verbesserten Diamant-Verbundwerkstoffen
(ADC) aufweist, verbessert die Gesamtfestigkeit des Meißels. Darüber hinaus
besitzt MMC auch einen Elastizitätsmodul,
welcher zwischen denen von Stahl und verbessertem Diamant-Verbundwerkstoff
(ADC) liegt, und welcher auf ähnliche
Weise die Gesamtfestigkeit verbessert, auch dann, wenn kein Wolframkarbid
vorhanden ist.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung fanden auch heraus, dass bessere
Zerspanergebnisse durch Verwendung des erfin dungsgemäßen Meißels erzielt
werden, wobei ein Eingriffswinkel eingesetzt wird, der sich von
dem bei Meißeln
des Standes der Technik für
gewöhnlich
verwendeten Eingriffswinkeln unterscheidet.
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Für gewöhnlich sind
Meißel
in ihren Werkzeughaltern derart ausgerichtet, dass im Einsatz ihr "Eingriffswinkel", d.h. der Winkel
zwischen der zu zerspanenden Felsoberfläche und der Achse des Meißels, in
etwa 40° bis
60° beträgt. Ein
solcher Winkel war aufgrund der besonderen Verschleißeigenschaften
der voherrschend aus Wolframkarbid-Kobald (WC-Co) bestehenden Zerspanspitzen
früher erforderlich.
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Jedoch
fanden die Erfinder der vorliegenden Erfindung heraus, dass bei
Verwendung des erfindungsgemäßen Meißels weitaus
bessere Ergebnisse bei einem größeren Eingriffswinkel,
der über
60° beträgt, erzielt
werden. Vorzugsweise liegt der Eingriffswinkel im Bereich von 60° bis 80°, bevorzugt
sogar bei 65° bis
75° und
am geeignetesten vorzugsweise bei 70°. Dieser steilere Eingriffswinkel
ist daher möglich,
da das Zerspanelement wesentlich härter als die Zerspanelemente
des Standes der Technik sind, was ein anderes Verschleißmuster
zur Folge hat. Zudem fand man heraus, dass die Verwendung einiger
Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Meißels bei den
für gewöhnlich kleineren
Eingriffswinkeln unter manchen Umständen dazu führen kann, dass sich das Zerspanelement
vom Meißelkörper löst. Durch Erhöhung des
Eingriffswinkels auf ungefähr
60° verläuft die
an der Zerspanspitze aufgebrachte Kraft jedoch so nahe wie möglich an
der Drehachse des Meißels,
so dass eine minimale Biegebewegung an die Zerspanspitze angelegt
wird, welche ein Lösen
des Zerspanelements verursachen könnte.
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Säge
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Wie
vorstehend bereits erwähnt
worden ist, fanden die Erfinder überraschenderweise
heraus, dass Metallmatrix-Verbundwerkstoffe eine in höchstem Maße geeignete
Matrix zur Einbettung oder Befestigung der Zerspanelemente aus verbessertem Diamant-Verbundwerkstoff
(ACD) darin bereitstellen. Die erfindungsgemäße Säge weist vorzugsweise einen
im Wesentlichen kreisförmigen
Sägekörper auf, bei
welchem die Zerspanelemente um seinen Umfang befestigt sind, um
somit eine Zerspanfläche
zu bilden.
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In
einer Ausführungsform
weist der Sägekörper eine
Vielzahl von bogenförmigen
Zerspanabschnitten auf, welche auf dem Umfang des Sägekörpers aufgenommen
werden können
und in gewissem Abstand angeordnet sind. Jedes Zerspanelement weist
für gewöhnlich eine
Vielzahl von Zerspanelementen auf, die in einem Metallmatrix-Verbundwerkstoff
MMC derart befestigt sind, dass die Zerspanabschnitte gemeinsam
die Zerspanfläche
bilden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wurde die Säge
hergestellt, indem die Zerspanelemente direkt in Löchern oder Öffnungen
befestigt wurden, welche am Umfang des Sägekörpers bereitgestellt sind.
Die Zerspanelemente wurden in Position gesetzt, indem Metallmatrix-Verbundwerkstoff
MMC in jedem Loch bereitgestellt wurde.
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Vorzugsweise
sind die auf der Säge
angeordneten Zerspanelemente aufgefädel oder festgeschnürt. Dies
bedeutet, dass die Zerspanelemente in einem Muster angeordnet sind,
das zur Erleichterung der zerspanenden Bearbeitung ausgelegt ist:
wenn sich die Säge
dreht, wird die Arbeit eines jeden Zerspanelements durch die Tätigkeit
oder Funktion der Zerspanelemente, denen es folgt, erleichtert,
und ähnlich
erleichtert jedes Zerspanelement die Arbeit des ihm nachfolgenden
Zerspanelements. Dieser Vorgang ermöglicht, dass Gesteinsstücke oder
-fragmente mit weniger Energieaufwand gelöst werden können, als erforderlich wäre, wenn
jedes Werkzeug unbeschädigtes
Gestein durch nicht vereinfachte zerspanende Bearbeitung abtragen
müsste.
Es versteht sich, dass es bislang nicht möglich war, Zerspanelemente
aus Wolframkarbid des Standes der Technik "aufzufädeln oder festzuschnüren", da diese vergleichsweise
größer sein
müssen
und nacheinander in dieselbe Nut folgen müssen. Durch Verwendung der
erfindungsgemäßen Säge war es
möglich, Fels
mit einer erstaunlichen Rate von 1 mm pro Durchlauf abzutragen.
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Herkömmliche
Bohrköpfe
aus Wolframkarbid-Kobalt (WC-Co) sind bei Verwendung derart ausgerichet,
dass der "Eingriffswinkel", d.h. der Winkel zwischen
der Oberfläche
des zerspanend zu bearbeitenden Gesteins und der Achse des Bohrkopfes bei
ungefähr
40° bis
60° liegt.
Ein derartiger Winkel war früher
aufgrund der besonderen Verschleißeigenschaften der Zerspanspitzen
aus Wolframkarbid-Kobalt (WC-Co) erforderlich.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung fanden jedoch heraus, dass durch
die Verwendung der erfindungsgemäßen Säge weitaus
bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn die Zerspanelemente in dem
Sägekörper und/oder
einer Stützmatrix
derart befestigt werden, dass der Eingriffswinkel eines jeden Zerspanelements
im Bereich von 60° bis
80° liegt.
Bevorzugter noch liegt der Eingriffswinkel im Bereich von 65° bis 75°, am meisten
bevorzugt bei 75°.
Dieser steilere Winkel wird dadurch ermöglicht, dass die Zerspanelemente
beträchtlich
härter
sind als die des Standes der Technik, was zu unterschiedlichen Verschleißeigenschaften
führt.
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Eine
Säge, welche
die in einem Metallmatrix-Verbundwerkstoff gelagerten Zerspanelemente aus
verbessertem Diamant-Verbundwerkstoff (ADC) einbaut, liefert eine
weitaus bessere Zerspanleistung im Vergleich zu den Sägen des
Standes der Technik. Die erfindungsgemäße Säge kann hartes Gestein mit hoher
Geschwindigkeit abtragen, und dringt mit jedem Durchlauf einen Millimeter
vor, was bei einer Geschwindigkeit von 1000 Umdrehungen pro Minute
einem Meter pro Minute entspricht. Diese Zerspangeschwindigkeit
ist ein Vielfaches schneller als bei einer imprägnierten Diamantsäge, und
ist größtenteils
dem Vorgang des Einschnitts mit Hilfe der spitzzulaufenden Zerspanelemente
und der Erzeugung einer Rißausbreitung
zuzuschreiben. Ein derartiger Vorgang unterscheidet sich erheblich
von der Zerspantätigkeit jeder
existierenden Säge.
Darüber
hinaus ist die erfindungsgemäße Säge in der
Lage, einen Schlitz in Gestein mit einer Breite zu sägen, die
erheblich kleiner als die Schlitzbreite ist, die von Gesteins-Schleifscheiben
des Standes der Technik erzeugt werden, was bedeutet, dass weniger
Gesteinsabfall anfällt.
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Nachfolgend
werden die Vorteile der erfindungsgemäßen Säge zusammengefasst:
- (i) Die Sägen
sind in der Lage, Gestein mit hoher Festigkeit, wie z.B. Granit,
zu schneiden, was bislang mit Sägeköpfen des
Standes der Technik nicht möglich
war.
- (ii) Die zerspanende Bearbeitung erfolgt aufgrund eines Vorgangs
von Rißausbreitung
und Spanbildung schneller, wodurch makroskopische Fragmente erzeugt
werden, im Gegensatz zu dem langsameren Mikrofraktur-Prozess bei
der zerspanenden Bearbeitung von Gestein, der bei herkömmlichen,
imprägnierten
Diamant-Sägescheiben
verwendet wurde.
- (iii) Es ist möglich,
die Vorteile der Festschnürung oder
Auffädelung
der Sägeköpfe auszunutzen, was
bei herkömmlichen
Werkzeugen, die Sägeköpfe aus
Wolframkarbid aufweisen, aufgrund deren größerer Abmessung und deren Notwendigkeit,
einander in derselben Nut während
der zerspanenden Bearbeitung zu folgen, nicht möglich war.
- (iv) Im Vergleich zu Sägen
des Standes der Technik mit Sägeköpfen aus
Wolframkarbid sind kleinere Kräfte
für eine
vorgegebene Abtragungsrate erforderlich.
- (v) Ähnlich
sind Abtragungsraten bei einer vorgegebenen ausgeübten Kraft
höher als
bei Sägen des
Standes der Technik mit Sägeköpfen aus Wolframkarbid.
- (vi) Die erfindungsgemäßen Sägen können im Vergleich
zu herkömmlichen
Diamantsägen
aufgrund der Erzeugung von makroskopischen Spänen mit einer höheren spezifischen
Abtragungsenergie abtragen.
-
Bohrkrone
-
Eine
erfindungsgemäße Bohrkrone
weist eine Vielzahl an Zerspanelementen auf, wobei jedes davon einen "Bohrkopf", d.h. einen spitzzulaufenden Körper aufweist,
der aus einem ADC Werkstoff hergestellt ist. Jedes Zerspanelement
schließt
einen Befestigungsabschnitt zur Befestigung in dem Metallmatrix-Verbundwerkstoff
ein, und einen Zerspanabschnitt, der über die Stützmatrix hinausragt und darauf
die Schneidfläche
trägt.
-
Die
Bohrkrone der vorliegenden Erfindung kann eine einfache Bohrkrone
für das
Bohren von Löchern
oder eine Kernbohrkrone aufweisen. Eine Kernbohrkrone weist eine
ringförmige
Form auf und bohrt ein ringförmiges
Loch, wobei der dabei erzeugte Kern entnommen werden kann und zum
Erhalt von Informationen über
die Geologie des Gesteins, durch das das Loch hindurchgeht, untersucht
werden kann.
-
Es
gibt unterschiedliche zur Verfügung
stehende Verfahren, um den Gesteinskern oder die Abschnitte aus
dem Loch an die Oberfläche
zu befördern.
Ein Luft enthaltender Strom von Bohrfluid, Wasser oder Schlamm wird
für gewöhnlich während des Bohrens
zur Kühlung
der Bohrkrone zirkuliert, und kann zudem dazu verwendet werden,
Gesteinsabschnitte an die Oberfläche
zu befördern.
Bei der herkömmlichen
Zirkulation fließt
das Bohrfluid zum Boden des Loches im Inneren des an die Bohrkrone
be festigten Rohrstrangs hinab. Bei der umgekehrten Zirkulation fließt das Bohrfluid
an der Außenseite
des Rohrstrangs hinab und an der Innenseite des Rohrstrangs hinauf,
wo der Rohrstrang ein Rohr mit zwei Wänden ist, d.h. wo der Rohrstrang
ein Rohr innerhalb eines weiteren Rohrs aufweist, wobei das Bohrfluid
den ringförmigen
Zwischenraum zwischen den Rohren hinabfließt und dann das Zentralrohr
wieder hinauf.
-
In
einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
wird die Bohrkrone der Erfindung bei der Kernbohrung mit einer Zweiwandrohr-Umkehrzirkulation
eingesetzt. Die Bohrkrone weist einen Kernbrecher zum Brechen des
Kerns in kurze Längen
auf, während
die Kernbohrung fortgesetzt wird. Die Längen des Kerns werden dann
mit Hilfe des Bohrfluids das Zentralrohr hinauf zur Oberfläche befördert.
-
Die
Bohrkrone weist vorzugsweise einen ringförmigen oder zylindrischen Bohrkronenkörper mit
einer Vielzahl an Zerspanelementen auf, die zur Bildung einer Zerspanfläche an einem
Ende des Körpers
in einem Metallmatrix-Verbundwerkstoff MMC befestigt sind. Der ringförmige oder
zylindrische Bohrkronenkörper
weist eine Innenwand und eine Außenwand auf, welche vorzugsweise
darin ausgebildete Kanäle
für das
Bohrfluid aufweisen, durch welche Bohrfluid während des Einsatzes fließen kann.
-
Ebenso
wie im Falle der erfindungsgemäßen Säge ist es
bevorzugt, dass die Zerspanelemente des Bohrers festgeschnürt oder
aufgefädelt
sind. Dies bedeutet, dass die Zerspanelemente in einem Muster angeordnet
sind, das eine entlastete zerspanende Bearbeitung bewirken soll:
wenn sich die Bohrkrone dreht, wird die Arbeit eines jeden Zerspanelements
durch die Tätigkeit
des Zerspanelements, dem es folgt, erleichtert, und auf ähnliche
Weise erleichtert das Zerspanelement die Arbeit eines jeden ihm
nachfolgenden Zerspanelements. Dieser Vorgang ermöglicht es,
dass Gesteinsfragmente mit weniger Energie freigebrochen werden,
als erforderlich wäre,
wenn jedes Werkzeug unbeschä digtes
Gestein durch nicht entlastete zerspanende Bearbeitung abtragen
müsste.
Es versteht sich, dass es nicht möglich war, Bohrkronen aus Wolframkarbid
des Standes der Technik festzuschnüren, da sie vergleichsweise größer sein
müssen
und einander in derselben Nut folgen müssen.
-
Unter
Verwendung der Bohrkrone der vorliegenden Erfindung ist es möglich, Gestein
mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit von 1 mm pro Durchlauf zu
entfernen.
-
Herkömmliche
Bohrköpfe
aus Wolframkarbid-Kobalt (WC-Co) sind bei Gebrauch so ausgerichtet,
dass der "Eingriffswinkel", d.h. der Winkel
zwischen der Oberfläche
des zerspanend zu bearbeitenden Gesteins und der Achse des Bohrkopfes
bei ungefähr
40° bis
60° liegt.
Ein derartiger Winkel war früher
aufgrund der besonderen Verschleißeigenschaften von Zerspanspitzen
aus Wolframkarbid-Kobalt erforderlich.
-
Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung fanden jedoch heraus, dass durch
die Verwendung der erfindungsgemäßen Bohrkrone
weitaus bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn die Zerspanelemente in
der Stützmatrix
derart befestigt werden, dass der Eingriffswinkel eines jeden Zerspanelements
im Bereich von 60° bis
80° liegt.
Bevorzugter noch liegt der Eingriffswinkel im Bereich von 65° bis 75°, am meisten
bevorzugt bei 75°.
Dieser steilere Winkel wird dadurch ermöglicht, dass die Zerspanelemente
beträchtlich
härter
sind als die des Standes der Technik, was zu unterschiedlichen Verschleißeigenschaften führt.
-
Nachfolgend
werden die Vorteile der erfindungsgemäßen Bohrkrone zusammengefasst:
- (i) Die Bohrkronen sind in der Lage, festes
Gestein, wie z.B. Granit, zerspanend zu bearbeiten, was bislang
mit Bohrköpfen
von Bohrkronen des Standes der Technik nicht möglich war.
- (ii) Die zerspanende Bearbeitung erfolgt aufgrund eine Vorgangs
von Rißausbreitung
und Spanbildung schneller, wodurch makroskopische Fragmente erzeugt
werden, im Gegensatz zu dem langsameren Mikrofraktur-Prozess bei
der zerspanenden Bearbeitung von Gestein, der bei herkömmlichen
Diamant- oder PDC-Bohrkronen verwendet wurde.
- (iii) Es ist möglich,
die Vorteile der Festschnürung der
Bohrköpfe
auszunutzen, was bei herkömmlichen
Werkzeugen, die Bohrköpfe
aus Wolframkarbid aufweisen, aufgrund deren größeren Abmessung und deren Notwendigkeit,
einander in derselben Nut während
der zerspanenden Bearbeitung zu folgen, nicht möglich war.
- (iv) Im Vergleich zu Bohrkronen des Standes der Technik mit
Bohrköpfen
aus Wolframkarbid sind kleinere Kräfte für eine vorgegebene Abtragungsrate
erforderlich.
- (v) Ähnlich
sind Abtragungsraten bei einer vorgegebenen ausgeübten Kraft
höher als
bei Bohrkronen des Standes der Technik mit Bohrköpfen aus Wolframkarbid.
- (vi) Die erfindungsgemäßen Bohrköpfe können im Vergleich
zu herkömmlichen
Diamant- und PDC-Bohrkronen aufgrund der Erzeugung von makroskopischen
Spänen
mit einer höheren
spezifischen Abtragungsenergie abtragen.
-
Zum
leichteren Verständnis
der Erfindung werden nun nicht einschränkende Ausführungsformen dieser mit Bezug
auf die anliegenden Zeichnungen beschrieben.
-
BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
Es
zeigen:
-
1 eine
schematische Ansicht eines Zerspanelements, das in den Zerspanwerkzeugen
der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird;
-
2 eine
schematische Querschnittsansicht eines Meißels gemäß einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform;
-
3 eine
Perspektivansicht einer Säge
gemäß einer
zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform;
-
3a eine
ausführliche
Perspektivansicht eines Zerspanabschnitts der in 3 veranschaulichten
Säge;
-
4 eine
Perspektivansicht einer modifizierten Version der in 3 dargestellten
Säge;
-
4a eine
ausführliche
Ansicht eines Wegschnitts des Umfangs der in 4 dargestellten
Säge; und
-
5 eine
Perspektivansicht einer Kernbohrkrone gemäß einer dritten erfindungsgemäßen Ausführungsform.
-
AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
-
Nachfolgend
erfolgt eine ausführliche
Beschreibung der bevorzugen Ausführungsformen
gemäß Darstellung
in den anliegenden Zeichnungen, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf die gleichen Bauteile beziehen.
-
1 zeigt
einen Querschnitt eines Zerspanelements 10, welches einen
spitzzulaufenden Körper 12 aus
verbessertem Diamant-Verbundwerkstoff ADC aufweist. Das Zerspanelement 10 weist eine
Basis 13, einen länglichen
Befestigungsabschnitt 16, der so ausgelegt ist, dass er
in der Stützmatrix
eines Werkzeugkörpers
(nicht gezeigt) aufgenommen wird, sowie einen Zerspanabschnitt 18 auf, auf
dem die Zerspanfläche
oder die Zerspanspitze 20 bereitgestellt ist. Die Zerspanspitze 18 ist
spitzbogenförmig
oder kugelförmig,
wohingegen sich die Seiten 24a, 24b des Befestigungsabschnitts 16 von der
Basis 13 zum Zerspanabschnitt 18 hin nach innen
verjüngen.
-
In 2 ist
ein Meißel 110 dargestellt,
welcher ein Zerspanelement 10 mit einem spitzzulaufenden
Körper 12 aus
ADC aufweist, das in einem Meißelkörper aus
Stahl befestigt ist. Das Zerspanelement 12 weist die Merkmale
gemäß Darstellung
in 1 auf, auf deren Wiederholung hier verzichtet wird.
Der längliche
Befestigungsabschnitt 16 ist in einer Aussparung 17 in
dem Meißelkörper 14 befestigt, und
der Zerspanabschnitt 18 ragt über die Aussparung 17 hinaus
und trägt
die Zerspanfläche
oder den Zerspanpunkt 20.
-
Das
Zerspanelement 12 wird durch eine Schicht aus Metallmatrix-Verbundwerkstoff
(MMC) 22 an den Meißelkörper 14 gebunden.
-
Die
Innenfläche 19 der
Aussparung 17 ist derart geformt, dass sie die Form des
Befestigungsabschnitts 16 komplementiert, wobei ein ausreichender
Zwischenraum zwischen diesen vorgesehen ist, um den MMC aufzunehmen.
Unter Berücksichtigung der
großen
Unterschiede bei den Elastizitätsmodulen von
Stahl und ADC besteht vorzugsweise kein direkter Kontakt zwischen
dem Zerspanelement 12 und dem Meißelkörper 14, sondern anstelle
dessen eine vollständige
Trennung der beiden durch die dazwischenliegende MMC-Schicht 22.
-
Der
Meißelkörper 14 weist
weiter einen Schaft 26 für die Befestigung an einem
Werkzeughalter auf.
-
Mit
Bezug auf 3 weist eine Säge 210 einen
kreisförmigen
Sägekörper 230 mit
einer Vielzahl an Zerspanabschnitten 232 auf, welche in
Abständen um
seinen Umfang angeordnet sind und auf diese Weise eine Zerspanfläche 234 bilden.
Der Sägekörper 230 weist
eine zentrale Öffnung 236 zur
Befestigung auf einer motorgetriebenen Spindel (nicht gezeigt) auf,
um auf diese Weise eine Drehung um die Achse X-X zu bewirken.
-
3a zeigt
einen Zerspanabschnitt 232 im Detail. Der Zerspanabschnitt 232 weist
einen inneren Umfangskanal 233 auf, der auf der Umfangskante des
Sägekörpers 230 aufgenommen
wird. Der Zerspanabschnitt 232 weist eine Vielzahl an Schneidelementen 10 auf
(wie es in 1 dargestellt ist), welche in
einer Stützmatrix 238 gesetzt
sind, um so die Zerspanfläche 234 bereitzustellen.
Die Stützmatrix 238 setzt
sich aus Metallmatrix-Verbundwerkstoff zusammen. Der Metallmatrix-Verbundwerkstoff
wird durch Verwendung von Metallstaub, der unter dem Namen "Matrix Powders" von der Firma Kennametal verkauft
wird, geeignet geformt. Ein derartiger geeigneter Metallstaub ist
Matrix Powder Typ P-75S.
-
Die
Zerspanelemente 10 sind "festgeschnürt", d.h. sie sind auf der Zerspanfläche 240 darart
angeordnet, dass bei Drehung der Säge 210 jedes Zerspanelement 10 eine
entlastete zerspanende Bearbeitung durch andere Zerspanelemente 10,
denen es folgt, ausnutzt, und andererseits wiederum eine Möglichkeit
für eine
entlastete zerspanende Bearbeitung für jedes der nachfolgenden Zerspanelemente 10 bereitstellt.
Darüber
hinaus ist jedes Zerspanelement 10 im Einsatz derart ausgerichtet,
dass der Winkel zwischen der Oberfläche des zerspanend zu bearbeitenden
Gesteins und der Achse des Zerspanelements 18 im Bereich
von 60° bis
80° liegt.
-
4 und 4a stellen
eine Variation der Ausführungsform
der Säge
aus den 3 und 3a dar.
Der Hauptunterschied zwischen den jeweiligen Sägeausführungsformen der 4 und 3 liegt
darin, dass in 4 die Zerspanfläche 234' integral mit
und kontinuierlich über
den gesamten Umfang des Sägekörpers 230' angeordnet
ist. Die Säge 210' aus 4 ist
mit Hilfe von Bohrlöchern 231' direkt in dem
Sägekörper 210' gebildet. 4a veranschaulicht
eine Öffnung 231' in einer Teilansicht eines
Wegschnitts des Sägekörpers 210'. Die Zerspanelemente 10 werden
in den Öffnungen 231' plaziert und
in der gewünschten
Ausrichtung angeordnet, indem MMC zur Bindung der Zerspanelemente in
Position verwendet wird.
-
Unter
Bezugnahme auf 5 weist eine Kernbohrkrone 310 einen
ringförmigen
Bohrkronenkörper 350 mit
einer Innenwand 352 und einer Außenwand 354, sowie
eine Vielzahl an Zerspanelementen, oder darin befestigten Bohrköpfen 10 auf. Die
Zerspanelelemente 10 sind in 1 dargestellt. Der
Bohrkronenkörper 350 weist
eine Zerspanfläche 356 an
ihrem vorderen Ende 358 sowie eine Vorrichtung zur Befestigung
an einer Bohrerreihe (nicht gezeigt) am hinteren Ende 360 auf.
Die Zerspanelemente 10 sind in einer an der Zerspanfläche 356 bereitgestellten
Stützmatrix 361 befestigt.
Die Matrix setzt sich aus einem Metallmatrix-Verbundwerkstoff zusammen. Der Metallmatrix-Verbundwerkstoff
wird unter Verwendung von Metallstaub, der unter dem Namen "Matrix Powders" von der Firma Kennametal verkauft
wird, geeignet geformt. Ein derartiger geeigneter Metallstaub ist
Matrix Powder Typ P-75S.
-
Der
Bohrkronenkörper 350 weist
zudem Kanäle 362 für Bohrfluid
in der Innenwand 352 und der Außenwand 354 des Bohrkronenkörpers 350 für den Transport
von Bohrfluid während
des Betriebs auf.
-
Die
Zerspanelemente 10 sind wieder "festgeschnürt", d.h. sie sind auf der Zerspanfläche 356 derart
angeordnet, dass bei Drehung der Bohrkrone 310 jedes Zerspanelement 10 eine
entlastete zerspanende Bearbeitung durch andere Zerspanelemente 10, denen
es folgt, ausnutzt, und andererseits wiederum eine Möglichkeit
für eine
entlastete zerspanende Bearbeitung für jedes der nachfolgenden Zerspanelemente 10 bereitstellt.
Es versteht sich, dass trotz der unterschiedlichen Ausrichtungen der
Zerspanelemente 10, die Achse A, welche durch die Spitze
eines jeden Zerspanelements 10 verläuft, einen Winkel von ungefähr 70° zur Drehachse
X-X der Bohrkrone 310 aufweist.
-
Schließlich versteht
es sich, dass verschiedene Änderungen,
Modifikationen und/oder Hinzufügungen
im Aufbau und der Anordnung von zuvor beschriebenen Bauteilen eingeführt werden
können, ohne
vom Schutzumfang oder der Aufgabe der Erfindung abzuweichen.