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Technisches
Gebiet
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–Die vorliegende
Erfindung bezieht sich hauptsächlich
auf Stahlbleche für
Kraftfahrzeuge, und insbesondere auf Stahlbleche mit einer sehr
hohen Reckalterungseigenschaft, hervorragender Pressformbarkeit, wie
beispielsweise Biegebearbeitbarkeit, Stretch-Bördelbearbeitbarkeit und Ziehbearbeitbarkeit,
bei welchen die Zugfestigkeit durch eine Wärmebehandlung nach Pressumformen
erheblich erhöht
wird und Herstellungsverfahren hierfür. Der Begriff "Stahlbleche", wie hierin verwendet,
soll warmgewalzte Stahlbleche, kaltgewalzte Stahlbleche und galvanisierte
Stahlbleche beinhalten.
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Technischer
Hintergrund
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Gewichtsreduzierung
von Kraftfahrzeugkarosserien ist in den letzten Jahren ein sehr
wichtiges Thema im Hinblick auf die Emissionseinschränkungen
zum Zweck der Bewahrung der globalen Umwelt geworden. Seit jüngstem werden
Anstrengungen gemacht, um eine höhere
Festigkeit der Kraftfahrzeugstahlbleche zu erzielen und die Stahlblechdicke
zu verringern.
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Weil
eine Vielzahl der Stahlblechkarosseriebauteile eines Kraftfahrzeugs
durch Pressformen hergestellt werden, wird von den benutzten Stahlblechen
verlangt, dass diese eine hervorragende Pressformbarkeit aufweisen.
Um eine hervorragende Pressformbarkeit zu erzielen, ist es notwendig,
eine niedrige Fließfestigkeit und
eine hohe Dehnung zu gewährleisten.
In manchen Fällen
kann oft Stretch-Bördeln
eingesetzt werden, so dass auch ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis erforderlich
ist. Generell führt
jedoch eine höhere
Festigkeit des Stahlblechs zu einer Erhöhung der Fließfestigkeit
und Verschlechterung der Formerstarrung und neigt dazu, zu einer
niedrigeren Dehnung und einem schlechteren Loch-Ausdehnungsverhältnis zu
führen,
was folglich zu einer geringeren Pressformbarkeit führt. Als
ein Ergebnis dessen besteht herkömmlich
eine erhöh te
Nachfrage für
hochfeste warmgewalzte Stahlbleche, hochfeste kaltgewalzte Stahlbleche
und hochfeste galvanisierte Stahlbleche mit hoher Dehnung und hervorragender
Pressformbarkeit.
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Große Bedeutung
wird nun auf die Sicherheit einer Kraftfahrzeugkarosserie zum Schutz
eines Fahrers und Passagiere bei einer Kollision gelegt und für diesen
Zweck wird von Stahlblechen verlangt, dass diese eine verbesserte
Schlagbiegefestigkeit als einen Sicherheitsstandard bei einer Kollision
aufweisen. Zum Zweck der Verbesserung der Schlagbiegefestigkeit
ist eine höhere
Festigkeit in einem fertiggestellten Kraftfahrzeug zu bevorzugen.
Die größte Nachfrage
besteht deshalb für
hochfeste warmgewalzte Stahlbleche, hochfeste kaltgewalzte Stahlbleche
und hochfeste galvanisierte Stahlbleche mit einer niedrigen Festigkeit
und hoher Dehnung und hervorragender Pressformbarkeit während des
Formens der Kraftfahrzeugteile und mit einer hohen Festigkeit und
hervorragendem Schlagbiegewiderstand bei den vollendeten Produkten.
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Um
eine solche Nachfrage zu befriedigen, wurde ein Stahlblech mit sowohl
hoher Pressformbarkeit als auch hoher Festigkeit entwickelt. Dies
ist ein Stahlblech des Typs Baking-Härtung (baking hardening), dessen
Fließspannung
durch Anlegen einer Baking-Behandlung
erhöht
wird, normalerweise enthaltend Halten bei einer hohen Temperatur
von 100 bis 200°C
nach dem Pressformen. Dieses Stahlblech basiert auf einen Prozess
umfassend die Schritte: Kontrollieren des endgültigen verbleibenden Gehalts
an C in einem Fest-Lösungszustand
(gelöster
C-Anteil) innerhalb eines geeigneten Bereichs, Beibehalten der Weichheit,
zufriedenstellende Formerstarrungsfähigkeit und Dehnung während des
Pressformens, Verhindern von Wandern einer während des Pressformens hervorgerufenen
Versetzung, durch den Rest an gelöstem C, der an dieser während der
Baking-Behandlung nach dem Pressformen fixiert ist, wodurch eine
Erhöhung
der Fließspannung
hervorgerufen wird. Obwohl bei diesem Kraftfahrzeugstahlblech des
Baking-Härtung Typs
die Fließspannung
erhöht
werden kann, war es jedoch unmöglich,
die Zugfestigkeit zu erhöhen.
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Die
japanische geprüfte
Patentanmeldung, Veröffentlichungs-Nr.
5-24979, offenbart ein Baking-Härtung,
hochfestes, kaltgewalztes Stahlblech mit einer chemischen Zusammensetzung,
umfassend 0,08 bis 0,20% an C, von 1,5 bis 3,5% an Mn und der Rest
ist Fe und unvermeidbare Verunreinigungen und mit einem Gefüge, bestehend
aus gleich mäßigen Bainit,
enthaltend bis zu 5% Ferrit, oder Bainit, teilweise enthaltend Martensit.
Das in der japanischen geprüften
Patentanmeldung, Veröffentlichungs-Nr.
5-24979, offenbarte kaltgewalzte Stahlblech hat eine Aufgabe, eine
hohe Baking-Härtemenge
zu erzielen, die konventionell durch Strukturumbildung von der konventionellen
Struktur, hauptsächlich
umfassend Ferrit, zu einer Struktur, hauptsächlich umfassend Bainit, in
dem das Stahlblech nach kontinuierlichem Glühbehandeln innerhalb eines
Temperaturbereichs von 400 bis 200°C in dem Kühlungsschritt schnell abgekühlt wird
und dann dasselbe langsam abkühlen,
nicht erreichbar war. Obwohl bei dem in der japanischen geprüften Patentanmeldung,
Veröffentlichungs-Nr.
5-24979, offenbarten Stahlblech eine hohe Baking-Härtemenge
durch eine Erhöhung
der Fließfestigkeit
nach dem Baking erhalten wurde, die konventionell nicht erreichbar
ist, ist es dennoch unmöglich,
die Zugfestigkeit zu erhöhen
und es besteht immer noch ein Problem, indem eine Verbesserung der
Schlagbiegefestigkeit nicht erwartet werden kann.
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Andererseits
werden mehrere warmgewalzte Stahlbleche im Hinblick auf die Erhöhung von
nicht nur der Fließspannung,
sondern auch der Zugfestigkeit durch Ausführung einer Wärmebehandlung
nach dem Pressformen vorgeschlagen.
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Beispielsweise
schlägt
die japanische geprüfte
Patentanmeldung, Veröffentlichungs-Nr.
8-23048, ein Herstellungsverfahren eines warmgewalzten Stahlblechs
vor, umfassend die Schritte: Wiedererwärmen eines Stahls, enthaltend
von 0,02 bis 0,13% an C, bis zu 2,0% an Si, von 0,6 bis 2,5% an
Mn, bis zu 0,10% an gelöstem
Al und von 0,0080 bis 0,0250% an N auf eine Temperatur von mindestens
1100°C,
Durchführen
des Endwalzens der Warmwalzbearbeitung bei einer Temperatur von
850 bis 950°C,
dann Abkühlen
des warmgewalzten Stahlblechs bei einer Abkühlrate von wenigstens 15°C/Sekunden
auf eine Temperatur unterhalb 150°C
und Aufwickeln des gleichen, wodurch ein Verbundgefüge hauptsächlich umfassend
Ferrit und Martensit erzielt wird. Während in dem Stahlblech, welches
durch das in der japanischen geprüften Patentanmeldung Veröffentlichungs-Nr.
8-23048 offenbarte Verfahren hergestellt wird, die Zugfestigkeit
zusammen mit der Fließfestigkeit
durch Reckalterung erhöht
wird, entsteht jedoch ein ernstzunehmendes Problem, indem Aufwickeln des
Stahlblechs bei sehr niedrigen Aufwickeltemperaturen von unterhalb
150°C zu
großen
Verteilungen der mechanischen Eigenschaften führt. Ein weiteres Problem enthält eine
hohe Verteilung der Fließfestigkeitserhöhung nach
dem Pressformen und der Baking-Behandlungen, sowie eine unge nügende Pressformbarkeit, resultierend
von einem niedrigen Loch-Ausdehnungsverhältnis (λ) und einer verringerten Stretch-Bördelbearbeitbarkeit.
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Andererseits
wird bei Kraftfahrzeugbauteile verlangt, dass sie einen hohen Korrosionswiderstand
für einige
Abschnitte aufweisen. Ein schmelz-galvanisiertes bzw. feuerverzinktes
Stahlblech ist ein Material, welches zum Anbringen an Abschnitten,
von welchen ein hoher Korrosionswiderstand erfordert wird, geeignet
ist und eine besondere Nachfrage besteht für schmelz-galvanisierte Stahlbleche
mit hervorragender Pressformbarkeit während des Umformens und welches
durch eine Wärmebehandlung
nach dem Umformen erheblich gehärtet
wird.
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Um
eine solche Nachfrage zu befriedigen, schlägt z.B. das japanische Patent,
Veröffentlichungs-Nr. 2802513,
ein Herstellungsverfahren für
ein feuerverzinktes Stahlblech durch Nutzung eines warmgewalztes Stahlblech
als ein Substrat vor. Das patentierte Verfahren umfasst die Schritte:
Warmwalzen einer Stahlbramme, enthaltend bis zu 0,05% an C, von
0,05 bis 0,5% an Mn, bis zu 0,1% an Al und von 0,8 bis 2,0% an Cu unter
den Bedingungen, enthaltend eine Aufwickeltemperatur von bis zu
530°C, Reduzieren
der Stahlblechoberfläche
durch Erwärmen
des warmgewalzten Stahlblechs auf eine Temperatur bis zu 530°C und Schmelz-Galvanisieren
des Blechs, wobei ein erstaunliches Härten durch eine Wärmebehandlung
nach dem Umformen vorhanden ist. Bei dem Stahlblechherstellungsverfahren
durch dieses Verfahren muss jedoch die Wärmebehandlungstemperatur wenigstens
500°C sein,
um ein erstaunliches Härten
durch die Wärmebehandlung
nach dem Umformen zu halten und dies stellt in der Praxis ein Problem
dar.
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Die
japanische ungeprüfte
Patentanmeldung, Veröffentlichungs-Nr.
10-310824, schlägt
ein Herstellungsverfahren eines legierten, feuerverzinkten Stahlblechs
vor, welches einer Erwartung zur Erhöhung der Festigkeit durch eine
Wärmebehandlung
nach dem Umformen erlaubt, indem ein warmgewalztes oder kaltgewalztes
Stahlblech als ein Substrat benutzt wird. Dieses Verfahren umfasst
die Schritte: Warmwalzen eines Stahls, enthaltend von 0,01 bis 0,08%
an C, geeignete Mengen an Si, Mn, P, S, Al und N, und eine oder
mehrere von Cr, W und Mo in einer Gesamtmenge von 0,05 bis 3,0%,
oder Kaltwalzen oder Nachwalzen des Blechs und Glühbehandeln
desselben, Durchführen
von Feuerverzinken bzw. Schmelz-Galvanisieren des Blechs und dann
Durchführen einer
Wärme/Legierungsbehandlung.
Die Offenbarung nimmt an, dass, nach dem Umformen, die Zugfestigkeit
durch Erwärmung
des Blechs bei einer Temperatur innerhalb eines Bereichs von 200
bis 450°C
erhöht
wird. Das resultierende Stahlblech bringt jedoch ein Problem mit
sich, indem das Mikrogefüge
ein Einphasen-Ferrit-, ein Ferrit- + Perlit- oder ein Ferrit- +
Bainit-Gefüge
umfasst, ist eine hohe Dehnung und eine niedrige Fließfestigkeit
nicht vorhanden, was zu einer geringen Pressformbarkeit führt.
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Die
japanische ungeprüfte
Patentanmeldung, Veröffentlichungs-Nr.
11-199975, schlägt
ein warmgewalztes Stahlblech zum Bearbeiten vor, welches hervorragende
Dauerfestigkeitseigenschaften aufweist, enthaltend von 0,03 bis
2,0% an C, geeignete Mengen an Si, Mn, P, S und Al, von 0,2 bis
2,0% an Cu und von 0,0002 bis 0,002% an B, wobei das Mikrogefüge von diesem
ein Verbundgefüge
mit Ferrit als eine Hauptphase und Martensit als die zweite Phase
ist, und der Vorhandenseinszustand von Cu in der Ferritphase in
einem festen Lösungszustand
und/oder Ausfällung
bis zu 2 nm ist. Das vorgeschlagene Stahlblech hat eine Aufgabe, basierend
auf der Tatsache, dass das Dauerfestigkeitsgrenzverhältnis nur
dann erstaunlich verbessert wird, wenn Cu und B zur Komposition
hinzugefügt
werden und der feinste Zustand an Cu von bis zu 2 nm erzielt wird.
Für diesen
Zweck ist es wesentlich, dass Endwarmwalzen bei einer Temperatur
von wenigstens des Ar3-Umwandlungspunktes
zu beenden, das Blech innerhalb eines Temperaturbereichs von Ar3 bis Ar, beim Abkühlen während eines Zeitraums von 1
bis 10 Sekunden luftzukühlen,
dann Abkühlen
des Blechs bei einer Abkühlrate
von wenigstens 20°C/Sekunden
und Aufwickeln des abgekühlten
Blechs bei einer Temperatur von bis zu 350°C. Eine niedrige Aufwickeltemperatur
von bis zu 350°C
verursacht ein Problem, dass es erhebliche Formdeformtionen des
warmgewalzten Stahlblechs verursacht, was folglich eine industrielle
stabile Herstellung verhindert.
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Offenbarung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung wurde in Anbetracht der Tatsache entwickelt,
dass trotz der wie vorher beschriebenen großen Nachfrage ein Verfahren
zum stabilen industriellen Herstellen eines Stahlblechs, welches diese
Eigenschaften erfüllt,
nie vorgeschlagen wurde, und hat eine Aufgabe zum vorteilhaften
Lösen der
vorerwähnten
Probleme und zum Bereitstellen eines hochfesten Stahlblechs, geeignet
als ein Kraftfahrzeugstahlblech mit hervorragender Pressformbarkeit
und hervorragender Reckalterungseigen schaft, die dazu führt, dass
die Zugfestigkeit erheblich durch eine Wärmebehandlung bei einer relativ
geringen Temperatur nach dem Pressformen erhöht wird, und ein Herstellungsverfahren,
welches eine stabile Herstellung eines solchen hochfesten Stahlblechs
erlaubt. Der Begriff "Stahlbleche", wie hierin verwendet,
soll warmgewalzte Stahlbleche, kaltgewalzte Stahlbleche und galvanisierte
Stahlbleche beinhalten.
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Um
die vorerwähnte
Aufgabe der Erfindung zu erfüllen,
haben die gegenwärtigen
Erfinder umfangreiche Studien, betreffend der Wirkung des Stahlblechgefüges und
der Legierungselemente auf die Reckalterungseigenschaft durchgeführt. Als
ein Ergebnis dessen hat man die folgenden Entdeckungen erhalten.
Es ist möglich,
eine hohe Reckalterung, die eine Erhöhung der Fließspannung
und zusätzlich
eine erstaunliche Erhöhung
der Zugfestigkeit mit sich bringt, nach dem Durchführen einer
Vorverformungsbehandlung (pre-strain treatment) von einer 5%igen
Vorverformungsmenge (amount of prestrain) oder mehr und einer Wärmebehandlung
bei einer relativ geringen Temperatur innerhalb eines Bereichs von
150 bis 350°C
zu erhalten. Somit wird ein Stahlblech mit zufriedenstellender Dehnung,
einer niedrigen Fließfestigkeit
und einem hohen Loch-Ausdehnungsverhältnis und
hervorragender Pressformbarkeit bereitgestellt.
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Auf
Basis dieser neuen Entdeckungen, wie oben beschrieben, haben die
gegenwärtigen
Erfinder weitere umfangreiche Studien durchgeführt und herausgefunden, dass
das vorerwähnte
Phänomen
auch in Stahlblechen aufgetreten ist, die kein Cu enthalten. Wenn
eine Vorbelastung durch Nutzung eines Stahlblechs, enthaltend eine
oder mehrere von Mo, Cr und W statt Cu übertragen wird, und ein Ferrit
+ Martensit Verbundgefüge
erzielt wird und eine Wärmebehandlung
bei einer niedrigen Temperatur angelegt wurde, wurden sehr feine
Carbide durch Verformungsniederschlag im Martensit geformt, was
in einer Erhöhung
der Zugfestigkeit resultierte. Man hat herausgefunden, dass der
Verformungsniederschlag beim Erwärmen
auf eine niedrige Temperatur noch spürbarer wurde, indem eine oder
mehrere von Nb, V und Ti zusätzlich
zu einer oder mehreren von Mo, Cr und W enthalten sind.
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Die
vorliegende Erfindung wurde durch weitere Studien auf Basis der
vorerwähnten
Entdeckungen vervollständigt.
Die vorliegende Erfindung stellt ein Stahlblech, wie jeweils in
Anspruch 1 und Anspruch 2 angegeben, bereit. Die vorliegende Erfindung
stellt auch ein Verfahren, wie jeweils in Anspruh 6, 7 und 8 angegeben
bereit. Bevorzugte Ausfüh rungsformen
der erfinderischen Produkte und erfinderischen Verfahren sind in
den abhängigen
Ansprüchen
angegeben.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen ΔTS und dem
(warmgewalzten) Stahlblechgefüge
nach einer Vorverformungs-Wärmebehandlung
veranschaulicht;
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2 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen ΔTS und der
Wärmebehandlungstemperatur
nach einer Vorverformungs-Wärmebehandlung
eines warmgewalzten Stahlblechs veranschaulicht;
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3 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen λ und YR eines
warmgewalzten Stahlblechs veranschaulicht;
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4 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS und der
Rekristallisationstemperatur nach der Vorverformungs-Wärmebehandlung eines kaltgewalzten
Stahlblechs veranschaulicht;
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5 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen ΔTS und der
Wärmebehandlungstemperatur
nach der Vorverformungs-Wärmebehandlung
eines kaltgewalzten Stahlblechs veranschaulicht;
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6 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteil auf das Verhältnis zwischen λ und YR eines
kaltgewalzten Stahlblechs veranschaulicht;
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7 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS und der
Rekristallisations-Glühbehandlungstemperatur
nach einer Vorverformungs-Wärmebehandlung
eines feuerverzinkten Stahlblechs veranschaulicht;
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8 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen ΔTS und der
Wärmebehandlungstemperatur
nach einer Vorverformungs-Wärmebehandlung
eines feuerverzinkten Stahlblechs veranschaulicht; und
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9 ist
ein Graph, der die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen λ und YR eines
feuerverzinkten Stahlblechs veranschaulicht.
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Beste Art
und Weise zum Durchführen
der Erfindung
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Der
Begriff "mit hervorragender
Reckalterungseigenschaft" soll
bedeuten, dass, wenn ein Stahlblech einer Vorverformungsbehandlung
unter einem 5%igen oder höheren
Betrag an plastischer Zugverformung unterworfen wird und dann einer
Wärmebehandlung
bei einer Temperatur innerhalb eines Bereichs von 150 bis 350°C für eine halte
Zeit von 30 Sekunden oder mehr, ist die Erhöhung ΔTS der Zugfestigkeit vor und
nach der Wärmebehandlung
{=(Zugfestigkeit nach Wärmebehandlung) – (Zugfestigkeit
vor Vorverformungsbehandlung)} 80 MPa oder mehr, oder ΔTS sollte
vorzugsweise 100 MPa oder mehr sein. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen,
dass die Wärmebehandlung
eine Erhöhung
der Fließspannung
verursacht, was ein ΔYS
von ungefähr
80 MPa oder mehr mit sich bringt. Der Begriff ΔYS bedeutet eine Erhöhung der
Fließfestigkeit
vor und nach der Wärmebehandlung
und wird als ΔYS
= [(Fließfestigkeit
nach Wärmebehandlung) – (Fließfestigkeit vor
Vorverformungsbehandlung)} angegeben.
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Wenn
die Reckalterungseigenschaft geändert
wird, spielt die Menge an Vorverformung eine wichtige Rolle. Die
gegenwärtigen
Erfinder haben die Wirkung der Menge an Vorverformung auf die nachfolgenden Reckalterungseigenschaften
durch Annahme von Verformungstypen, unter welchen Kraftfahrzeugstahlbleche unterworfen
werden, untersucht. Die resultierenden Entdeckungen enthielten die
Möglichkeit,
die Daten in Form von einachsiger äquivalenter Verformung (Zugverformung),
außer
für ein
sehr tiefes Ziehen auszudrücken,
das die einachsige äquivalente
Verformungsmenge im Wesentlichen mehr als 5% für tatsächliche Komponente ausmacht
und dass die Festigkeit der Komponente eine gute Übereinstimmung
mit der Festigkeit aufweist, die nach einer Reckalterungsbehandlung
unter einer 5%igen Vorverformung vorhanden ist. Unter Berücksichtigung
dieser Entdeckungen wird angenommen, dass die Vorbelastung (Verfor mung)
einer Reckalterungsbehandlung eine plastische Zugverformung von
5% oder mehr bei der vorliegenden Erfindung erzeugt.
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Die
konventionellen Wärme-Behandlungsbedingungen
(Baking treatment) enthalten 170°C × 20 Minuten
als Standardbedingungen. Wenn Ausscheidungshärtung von sehr feinem Cu, wie
bei der vorliegenden Erfindung, genutzt wird, ist eine Wärmebehandlungstemperatur
von 150°C
oder mehr notwendig. Anderseits ist unter den Bedingungen, enthaltend
eine Temperatur von über
350°C der
Effekt gesättigt
und sogar eine Tendenz der Enthärtung
ist bemerkbar. Erwärmen
auf eine Temperatur von mehr als 350°C verursacht sichtbares Vorkommen
von Wärmeverformung
oder Anlassfarbe. Aus diesen Gründen
wird bei der vorliegenden Erfindung ein Wärmebehandlungstemperaturbereich
von 150 bis 350°C
für die
Reckalterung festgelegt. Die halte Zeit der Wärmebehandlungstemperatur sollte
30 Sekunden oder mehr sein. Halten einer Wärmebehandlungstemperatur innerhalb
eines Bereichs von 150 bis 350°C
für ungefähr 30 Sekunden
ermöglicht
das Erreichen einer im Wesentlichen ausreichenden Reckalterung.
Wenn eine stabilere Reckalterung erwünscht ist, sollte die Haltezeit
vorzugsweise 60 Sekunden oder mehr, besonders bevorzugt 300 Sekunden
oder mehr sein.
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Während keine
besonderen Einschränkungen
auf das vorerwähnte
Erwärmungsverfahren
bei der Wärmebehandlung
auferlegt werden, sind atmosphärisches
Erwärmen
in einem Ofen und auch Induktionserwärmen und Erwärmen durch
eine nichtoxidierende Flamme, einem Laser oder Plasma zur Benutzung
geeignet. So genanntes Warmpressen zum Pressen eines Stahlblechs
während
es erwärmt
wird, ist ein wirksames Mittel in der vorliegenden Erfindung.
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Das
Ergebnis eines grundlegenden Experiments, durchgeführt von
den gegenwärtigen
Erfindern an warmgewalzten Stahlblechen, wird zuerst beschrieben.
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Ein
Vorblech mit einer chemischen Zusammensetzung, enthaltend in Gew.-%,
0,04% an C, 0,82% an Si, 1,6% an Mn, 0,01% an P, 0,005% an S, 0,04%
an Al und 0,002% an N, mit Cu variierend zwischen 0,3% und 1,3%,
wurde auf 1150°C
erwärmt
und bei dieser Temperatur durchgewärmt, für drei Durchgänge auf
eine Dicke von 2,0 mm gewalzt, um eine Endwalzendtemperatur von
850°C zu
erzielen und von einem einphasigen Ferrit-Gefüge-Stahlblech zu einem warmgewalzten
Stahlblech mit einem Verbund gefüge
Ferrit + Martensit durch Ändern
der Abkühlungsbedingungen
und der Aufwicklungstemperatur umgewandelt.
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Festigkeitseigenschaft
wurde durch einen Zugversuch an diesen warmgewalzten Stahlblechen
untersucht. Eine Vorverformungsbehandlung einer Zugvorverformung
von 5 wurde an den Probestücken,
erhalten von diesen warmgewalzten Stahlblechen angelegt. Dann, nachdem
eine Wärmebehandlung
bei 50 bis 350°C für 20 Minuten
angelegt wurde, wurde ein Zugversuch ausgeführt, um die Festigkeitseigenschaften
zu bestimmen und die Reckalterungseigenschaft wurde ausgewertet.
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Die
Reckalterungseigenschaft wurde in Form der Erhöhung ΔTS der Zugfestigkeit von vor
bis nach der Wärmebehandlung
ausgewertet. Der Begriff ΔTS
ist hierin als eine Differenz zwischen der Zugfestigkeit TSHT nach der Wärmebehandlung und der Zugfestigkeit
TS, wenn keine Wärmebehandlung
auferlegt wird, definiert {=(Zugfestigkeit TSHT nach
Wärmebehandlung) – (Zugfestigkeit
TS vor Vorverformungsbehandlung)}. Der Zugversuch wurde durchgeführt, indem
JIS #5-Zugversuchsstücke
benutzt wurden.
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1 veranschaulicht
die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS und dem
Stahlblech- (warmgewalztes Stahlblech) Gefüge. Der ΔTS-Wert wurde durch Ausführen einer
Vorverformungsbehandlung einer Zugvorverformung von 5% an den Probestücken und
dann durchführen
einer Wärmebehandlung
von 250°C × 20 Minuten
bestimmt. Aus 1 geht hervor, dass für ein Cu-Gehalt
von 1,3 Gew.-% eine hohe Reckalterungseigenschaft, repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr erzielbar ist, indem ein Stahlblech-Verbundgefüge Ferrit
+ Martensit erzielt wird. In dem Fall eines Cu-Gehalts von 0,3 Gew.-%
ist ΔTS unterhalb
80 MPa und eine hohe Reckalterungseigenschaft kann nicht erzielt
werden, auch nicht, wenn ein Stahlblech-Verbundgefüge Ferrit
+ Martensit erzielt wird.
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Es
ist möglich,
ein warmgewalztes Stahlblech mit einer hohen Reckalterungseigenschaft
durch Einschränken
des Cu-Gehalts innerhalb eines geeigneten Bereichs und Erzielen
eines Ferrit- + Martensit-Verbundgefüges herzustellen.
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2 veranschaulicht
die Wirkung des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen ΔTS und der
Wärmebehandlungstemperatur
nach der Vorverformungsbehandlung. Das genutzte warmgewalzte Blech
wurde durch Abkühlen
des Blechs nach dem Warmwalzen bei einer Abkühlrate von 20°C/Sekunden
auf 700°C,
dann, nach Luftkühlen
für 5 Sekunden,
Abkühlen
des Blechs bei einer Abkühlrate
von 30°C/Sekunden
auf 450°C
und dann Ausführen
einer abkühlungsähnlichen
Behandlung bei 450°C
für eine
Stunde vorbereitet. Das somit erhaltene warmgewalzte Stahlblech
hatte ein Verbundmikrogefüge,
umfassend Ferrit als eine Hauptphase und Martensit bei einem Flächenverhältnis von
8%. Nachdem eine Vorverformungsbehandlung an diesen warmgewalzten
Stahlblechen angelegt wurde, hat man eine Wärmebehandlung durchgeführt, um ΔTS zu bestimmen.
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Wie
in 2 angezeigt, erhöht sich ΔTS mit einer Erhöhung der
Wärmebehandlungstemperatur
und diese Erhöhung
ist im hohen Maße
von dem Cu-Gehalt abhängig.
Wenn der Cu-Gehalt 1,3 Gew.-% ist, kann eine hohe Reckalterungseigenschaft
bei einer Wärmebehandlungstemperatur
von 150°C
oder mehr und ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr erhalten werden. Mit einem Cu-Gehalt von 0,3
Gew.-% ist ΔTS
unterhalb 80 MPa und eine hohe Reckalterungseigenschaft ist bei
jeder Erwärmungsbehandlungstemperatur
nicht verfügbar.
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Aus
Stahlblechen mit Cu-Anteilen von jeweils 0,3 Gew.-% und 1,3 Gew.-%
wurden Materialien (warmgewalzte Stahlbleche) mit einem Fließverhältnis YR
(=(Fließfestigkeit
YS/Zugfestigkeit TS) × 100%)
innerhalb eines Bereichs von 50 bis 90% durch Verändern der
Abkühlrate
nach dem Warmwalzen auf unterschiedliche Stufen mit einem Gefüge, das
sich von Ferrit + Martensit zu Einphasen Ferrit umwandelte, vorbereitet.
Das Loch-Ausdehnungsverhältnis
(λ) wurde
durch Ausführen
eines Loch-Ausdehnungstests an diesen Materialien (warmgewalzte
Stahlbleche) bestimmt. Bei dem Loch-Ausdehnungstest wurde das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ durch Formen
von Stanzlöchern
in den Probestücken
mittels Stanzen mit einer Stanze bestimmt, welche einen Durchmesser
von 10 mm aufweist, und Ausführung
von Loch-Ausdehnung mit einer Kegelstanze mit einem vertikalen Winkel
von 60° bis
Risse, die entlang der Dicke verlaufen, auftraten, so dass der Grat
außerhalb ist.
Das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ wurde durch
Nutzung einer Formel bestimmt: λ (%)
= {(d – d0)/d0)} × 100, worin
d0: Ausgangslochdurchmesser und d: innerer
Lochdurchmesser beim Eintreten von Rissen ist.
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Diese
Ergebnisse sind in Form des Verhältnisses
zwischen dem Loch-Ausdehnungsverhältnis λ und dem Fließverhältnis YR
ausgedrückt
und der abgeleitete Effekt des Cu-Anteils auf das Verhältnis zwischen dem Loch-Ausdehnungsverhältnis λ und dem
Fließverhältnis YR
ist in 3 veranschaulicht.
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3 deutet
an, dass ein Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-% ein Ferrit
(α) + Martensit Verbundgefüge hat und
mit einem YR von unter 70% führt
das verringerte YR zu einer Verringerung des λ. Ein Stahlblech mit einem Cu-Gehalt
von 1,3 Gew.-% hat ein Ferrit (α)
+ Martensit Verbundgefüge
und behält
einen hohen λ-Wert,
auch wenn YR sich verringert. Bei einem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt
von 0,3 Gew.-% kann ein niedriges YR und ein hohes λ nicht gleichzeitig
erhalten werden.
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Dies
vermittelt die Möglichkeit,
ein warmgewalztes Stahlblech herzustellen, welches sowohl das Erfordernis
eines niedrigen Fließverhältnisses
als auch eines hohen Loch-Ausdehnungsverhältnisses
durch Einschränken
des Cu-Gehalts innerhalb eines geeigneten Bereichs erfüllt und
ein Ferrit (α)
+ Martensit Verbundgefüge
erzielt.
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Bei
dem warmgewalzten Stahlblech dieser Erfindung sind fällt sehr
feines Cu in dem Stahlblech als ein Ergebnis einer Vorverformung
mit einem 2%igen oder höheren
Verformungsbetrag, gemessen beim Messen der Erhöhung des Umform-Widerstandes
von vor bis nach einer herkömmlichen
Wärmebehandlung
und der bei einer relativ niedrigen Temperatur innerhalb eines Bereichs
von 150 bis 350°C
ausgeführten
Wärmebehandlung
aus. Gemäß eine von
den gegenwärtigen
Erfindern veranlasste Untersuchung wird angesehen, dass eine hohe
Reckalterungseigenschaft, die zu einer Erhöhung der Fließspannung
und einer erstaunlichen Erhöhung
der Zugfestigkeit führt,
durch diese Ausfällung
von sehr feinem Cu erhalten wurde. Eine Ausfällung von sehr feinem Cu durch
eine Wärmebehandlung
in einem relativ niedrigen Temperaturbereich wurde noch nie bei
einem Stahl mit extrem geringem Kohlenstoff oder Niedrigkohlenstoffstahl
in den bis jetzt herausgegebenen Studien beobachtet. Eine Ursache
der Ausfällung
von sehr feinem Cu bei einer Wärmebehandlung
bei einer relativ niedrigen Temperatur wurde bis jetzt noch nicht
geklärt,
aber es ist plausibel, dass während
des Haltens in dem Zweiphasenbereich von Ferrit (α) + Austenit
(γ) Cu zum
größten Teil
in der γ-Phase
verteilt ist, und das verteilte Cu, welches auch nach dem Abkühlen verbleibt,
wird zu einem super-gesättigten
Festlösungszustand
in Martensit umgewandelt und wird durch Auferlegen einer 5%igen
oder höheren
Vorverformung und einer Niedrigtemperatur-Wärmebehandlung sehr fein ausgefällt.
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Das
Loch-Ausdehnungsverhältnis
wird in einem Stahlblech, zu welchem Cu hinzugefügt wird und in welchem ein
Ferrit- + Martensit-Verbundgefüge
erzielt wird, erhöht.
Die genauen Mechanismen dieser Erhöhung wurden bis jetzt noch
nicht geklärt.
Es wird jedoch angenommen, dass diese auf die Tatsache, dass die Hinzufügung von
Cu den Härteunterschied
zwischen Ferrit und Martensit reduziert, zurückführbar ist.
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Das
warmgewalzte Stahlblech der Erfindung ist ein hochfestes warmgewalztes
Stahlblech mit einer Zugfestigkeit TS von 440 MPa oder mehr und
hervorragender Pressformbarkeit, bei welchem die Zugfestigkeit als
ein Ergebnis einer Wärmebehandlung
bei einer relativ niedrigen Temperatur nach Pressformen erstaunlich erhöht wird,
was zu einer hervorragenden Reckalterungseigenschaft mit einem ΔTS von 80
MPa oder mehr führt.
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Das
Gefüge
des warmgewalzten Stahlblechs der Erfindung wird nun beschrieben.
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Das
warmgewalzte Stahlblech der Erfindung hat ein Verbundgefüge, umfassend
eine Ferritphase und eine zweite Phase, enthaltend Martensitphase
mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr relativ zu dem gesamten Gefüge.
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Um
ein Stahlblech mit niedriger Fließfestigkeit YS und hoher Dehnung
EI zu erhalten und welches hervorragend in seiner Pressformbarkeit
ist, ist es bei der Erfindung notwendig, das Gefüge des warmgewalzten Stahlblechs
der Erfindung zu einem Verbundgefüge umzuwandeln, umfassend eine
Ferritphase, welche die Hauptphase ist, und eine zweite Phase, die
Martensit enthält.
Das als Hauptphase dienende Ferrit sollte vorzugsweise ein Flächenverhältnis von
50% oder mehr aufweisen. Mit Ferrit von unterhalb 50% ist es schwierig, eine
hohe Dehnung beizubehalten, was zu einer geringeren Pressformbarkeit
führt.
Wenn eine zufriedenstellende Dehnung verlangt wird, sollte das Flächenverhältnis der
Ferritphase vorzugsweise 80% oder mehr sein. Um die gesamten Vorteile
des Verbundgefüges
auszunutzen, sollte die Ferritphase vorzugsweise 98 oder weniger
sein.
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Bei
der Erfindung muss das Stahl Martensit als eine zweite Phase in
einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr relativ zu dem gesamten Gefüge enthalten. Ein Martensitflächenverhältnis von
unterhalb 2% kann nicht gleichzeitig eine niedrige YS und eine hohe
EI erfüllen.
Die zweite Phase kann einphasiges Martensit mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr, oder eine Mischung einer Martensitphase mit einem
Flächenverhältnis von
2% oder mehr und einer zweiten Phase, umfassend eine Perlitphase,
eine Bainitphase oder eine Abschreck-Austenitphase sein.
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Das
warmgewalzte Stahlblech mit dem vorerwähnten Gefüge wird somit ein Stahlblech
mit hervorragender Pressformbarkeit, mit einer niedrigen Fließfestigkeit
und hoher Dehnung und mit hervorragender Reckalterungseigenschaft
sein.
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Die
Gründe
zum Einschränken
der chemischen Zusammensetzung des warmgewalzten Stahlblechs der
Erfindung werden nun beschrieben. Gewichtsprozent, Gew.-%, wird
nachfolgend lediglich als% beschrieben.
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C: 0,15% oder weniger:
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C
ist ein Element, welches die Festigkeit eines Stahlblechs erhöht und die
Bildung eines Ferrit- und Martensit-Verbundgefüges fördert und sollte vorzugsweise
in einer Menge von 0,01% oder mehr zum Bilden eines Verbundgefüges in der
Erfindung enthalten sein. Ein C-Gehalt von über 0,15% verursacht andererseits teilweise
eine Erhöhung
des Carbidverhältnisses
in dem Stahl, was zu einer Verringerung der Dehnung und folglich
zu einer Verringerung der Pressformbarkeit führt. Ein noch bedeutenderes
Problem ist, dass ein C-Gehalt von über 0,15% zu einer erheblichen
Verringerung der Punktschweißbarkeit
und Lichtbogenschweißbarkeit
führt.
Aus diesen Gründen
ist bei der Erfindung der C-Gehalt auf 0,15% oder weniger beschränkt. Im
Hinblick auf die Formbarkeit sollte der C-Gehalt 0,10% oder weniger
sein.
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Si: 2,0% oder weniger:
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Si
ist ein nützliches
Festigungselement, welches die Festigkeit eines Stahlblechs ohne
Verursachung einer sichtbaren Verringerung der Dehnung des Stahlblechs
erhöhen
kann und ist zum Beschleunigen der Ferritumwandlung und zum Fördern der
Martensitbildung durch C-Konzentration zu nicht umgewandeltem Austenit
wirksam. Ein Si-Gehalt von über
2,0% führt
jedoch zur Verschlechterung der Pressformbarkeit und verschlechterte
Oberflächengüte. Der
Si-Gehalt ist deshalb auf 2,0% oder weniger beschränkt. Im
Hinblick auf die Martensitbildung sollte Si vorzugsweise in einer
Menge von 0,1% oder mehr enthaltend sein.
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Mn: 3,0% oder weniger:
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Mn
hat eine Funktion zum Festigen des Stahls und zum Beschleunigen
der Bildung eines Ferrit- + Martensit-Verbundgefüges. Mn ist ein Element, welches
zum Verhindern von durch S verursachtem Warmriss wirksam ist und
sollte deshalb in einer Menge, abhängig von dem S-Gehalt, enthalten
sein. Diese Wirkungen sind bei einem Mn-Gehalt von 0,5% oder mehr
besonders erkennbar. Andererseits führt ein Mn-Gehalt von über 3,0%
zur Verschlechterung der Pressformbarkeit und der Schweißbarkeit.
Der Mn-Gehalt ist
deshalb auf 3,0% oder weniger, vorzugsweise auf 1,0% oder mehr beschränkt.
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P: 0,10% oder weniger:
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P
hat eine Wirkung zum Festigen des Stahls und kann in einer Menge
hinzugefügt
werden, die für
eine erwünschte
Festigkeit notwendig ist. Ein übermäßiger P-Gehalt
verursacht jedoch Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der P-Gehalt
ist deshalb auf 0,10 oder weniger beschränkt. Wenn eine noch höhere Pressformbarkeit
erfordert wird, sollte der P-Gehalt vorzugsweise 0,08% oder weniger
sein.
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S: 0,02% oder weniger:
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S
ist ein Element, welches als Einschlüsse in dem Stahl vorhanden
ist und verursacht Verschlechterung der Dehnung, Formbarkeit und
insbesondere Stretch- Bördelformbarkeit
eines Stahlblechs. Es sollte deshalb so gering wie möglich sein.
Ein S-Gehalt, welcher auf 0,02% oder weniger reduziert ist, verursacht
keine größeren nachteiligen
Effekte. Bei dieser Erfindung ist deshalb der S-Gehalt auf 0,02%
oder weniger beschränkt.
Wenn eine hervorragende Stretch-Bördelformbarkeit erforderlich
ist, sollte der S-Gehalt vorzugsweise 0,010% oder weniger sein.
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Al: 0,10% oder weniger:
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Al
ist ein Element, welches als ein Stahldesoxidationsmittel zugeführt wird
und ist zur Verbesserung der Reinheit des Stahls nützlich.
Jedoch kann ein Al-Gehalt von über
0,10 % keinen weiteren Desoxidationseffekt verleihen, aber verursacht
dagegen Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der Al-Gehalt ist
deshalb auf 0,10% oder weniger beschränkt und vorzugsweise 0,01%
oder mehr. Die Erfindung schließt
nicht einen Stahlherstellungsprozess, basierend auf eine Desoxidation
durch ein Desoxidationsmittel anders als Al aus. Zum Beispiel können Ti-Desoxidation
oder Si-Desoxidation benutzt werden, und Stahlbleche, welche durch solche
Desoxidationsverfahren hergestellt werden sind auch in dem Schutzumfang
der Erfindung enthalten.
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N: 0,02% oder weniger:
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N
ist ein Element, welches die Festigkeit eines Stahlblechs durch
Festlösungsfestigung
oder Reckalterung erhöht.
Ein N-Gehalt über
0,02% verursacht jedoch eine Erhöhung
des Nitridanteils in dem Stahlblech, was wiederum eine erhebliche
Verschlechterung der Dehnung und ferner der Pressformbarkeit verursacht.
Der N-Gehalt ist deshalb auf 0,02% oder weniger beschränkt. Wenn
eine weitere Verbesserung der Pressformbarkeit erforderlich ist,
sollte der N-Gehalt bevorzugt 0,01% oder weniger sein.
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Cu: von 0,5 bis 3,0%:
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Cu
ist ein Element, welches Reckalterung eines Stahlblechs erstaunlich
erhöht
(Erhöhung
der Festigkeit nach Vorverformung-Wärmebehandlung) und es ist eines
der wichtigsten Elemente der Erfindung. Mit einem Cu-Gehalt von
unter 0,5% kann eine Erhöhung
der Zugfestigkeit von über ΔTS von 80
MPa auch durch Nutzung von unterschiedlichen Vorverformungs-Wärmebehandlungsbedingungen
nicht erzielt werden. Deshalb sollte Cu in der Erfindung in einer
Menge von 0,5% oder mehr enthaltend sein. Mit einem Cu-Gehalt von über 3,0%
ist die Wirkung andererseits gesättigt,
so dass eine Wirkung entsprechend dem Gehalt nicht erwartet werden
kann, was zu ungünstigen
wirtschaftlichen Folgen führt.
Verschlechterung der Pressformbarkeit resultiert dadurch und die
Oberflächengüte des Stahlblechs
verschlechtert sich. Der Cu-Gehalt ist deshalb auf einen Bereich
von innerhalb 0,5 bis 3,0% beschränkt. Um gleichzeitig ein höheres ΔTS und eine
hervorragende Pressformbarkeit zu erzielen, sollte der Cu-Gehalt
vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von 1,0 bis 2,5% sein.
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Bei
der Erfindung ist es erwünscht,
zusätzlich
zu der oben beschriebenen chemischen Zusammensetzung, enthaltend
Cu, eine oder mehrere der folgenden Gruppen A bis C in Gew.-%, zu
enthalten:
Gruppe A: Ni: 2,0% oder weniger;
Gruppe B:
eine oder beide von Cr und Mo: insgesamt 2,0% oder weniger; und
Gruppe
C: eine oder mehrere von Nb, Ti und V: insgesamt 0,2% oder weniger.
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Gruppe A: Ni: 2,0% oder
weniger:
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Gruppe
A: Ni ist eine Komponente, welche zum Verhindern von Oberflächendefekten,
erzeugt auf der Stahlblechoberfläche
bei Hinzufügung
von Cu wirksam ist und kann wie erforderlich enthalten sein. Wenn
enthaltend, sollte der Ni-Gehalt, abhängig von dem Cu-Gehalt, vorzugsweise
die Hälfte
des Cu-Gehalts sein. Ein Ni-Gehalt von über 2,0% kann nicht eine entsprechende
Wirkung aufgrund der Sättigung
der Wirkung erzeugen, was zu nachteiligen wirtschaftlichen Folgen
führt und
Verschlechterung der Pressformbarkeit verursacht. Der Ni-Gehalt
sollte vorzugsweise auf 2,0% oder weniger beschränkt sein.
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Gruppe B: eine oder beide
von Cr und Mo: insgesamt 2,0% oder weniger:
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Gruppe
B: Wie bei Mn haben sowohl Cr als auch Mo eine Wirkung zum Fördern eines
Ferrit + Martensit Verbundgefüges
und können
wie erforderlich enthaltend sein. Wenn eine oder beide von Cr und
Mo in einer Menge von insgesamt über
2,0% enthaltend ist/sind, entsteht eine Verschlechterung der Pressformbarkeit.
Es ist deshalb wünschenswert,
die gesamte Menge von einem oder beiden von Cr und Mo, welche die
Gruppe B bilden, auf 2,0% oder weniger beschränken.
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Gruppe C: eine oder mehrere
von Nb, Ti und V: insgesamt 0,2% oder weniger:
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Gruppe
C: Nb, Ti und V sind Carbid bildende Elemente, welche die Festigkeit
durch feine Verteilung der Carbide wirksam erhöhen und können wie erforderlich ausgewählt und
enthalten sein. Wenn die gesamte Menge von einem oder mehreren von
Nb, Ti und V über
0,2% ist, entsteht eine Verschlechterung der Pressformbarkeit. Die
insgesamte Menge von Nb, Ti und/oder V sollte deshalb vorzugsweise
auf 0,2% oder weniger beschränkt
sein.
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Bei
der Erfindung können,
statt dem vorerwähnten
Cu, oder ferner statt einer oder mehreren von den vorerwähnten Gruppen
A bis C, ein oder mehrere ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus von 0,05 bis 2,0% an Mo, von 0,05
bis 2,0% an Cr und von 0,05 bis 2,0% an W in einer Menge von insgesamt
2,0% oder weniger, oder ferner ein oder mehrere ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Nb, Ti und V in einer Menge von insgesamt
2,0% oder weniger, enthalten sein.
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Ein
oder mehrere ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus von 0,05 bis 2,0% an Mo, von 0,05
bis 2,0% an Cr und von 0,05 bis 2,0% an W in einer Menge von insgesamt
2,0%:
Mo, Cr und W sind Elemente, die eine erstaunliche Erhöhung der
Reckalterung eines Stahlblechs verursachen und sind die wichtigsten
Elemente der Erfindung und können
ausgewählt
und enthalten sein. Hinzufügen
von einem oder mehreren von Mo, Cr und W und Erzielen eines Ferrit
+ Martensit Verbundgefüges
verursacht spannungsveranlasste feine Ausfällung von feinen Carbiden während einer
Vorverformungs-Wärmebehandlung,
folglich wird ermöglicht
eine Zugfestigkeit, repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr zu erhalten. Bei einem Gehalt von jedem dieser
Elemente unterhalb 0,05% führt
eine Änderung
der Vorverformungs-Wärmebehandlungsbedingungen
oder des Stahlblechgefüges
nicht zu einer Erhöhung
der Zugfestigkeit, repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr. Auch wenn der Gehalt von jedem dieser Elemente über 2,0%
ist, kann anderseits eine Wirkung entsprechend dem Anteil aufgrund
einer Sättigung
der Wirkung nicht erwartet werden, was zu wirtschaftlichen Nachteilen
führt und
dies führt
zu einer Verschlechterung der Pressformbarkeit. Die Anteile an Mo,
Cr und W sind deshalb innerhalb eines Bereichs von 0,05 bis 2,0%
für Mo,
von 0,05 bis 2,0% für
Cr und von 0,05 bis 2,0% für
W beschränkt.
Im Hinblick auf die Pressformbarkeit ist der gesamte Gehalt an Mo,
Cr und/oder W auf 2,0% oder weniger beschränkt.
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Eine oder mehrere von
Nb, Ti und V: insgesamt 2,0% oder weniger:
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Nb,
Ti und V sind Carbid bildende Elemente und können wie erforderlich ausgewählt und
enthalten sein. Das Hinzufügen
von einem oder mehreren von Nb, Ti und V und das Erzielen eines
Ferrit- + Martensit Verbundgefüges
verursacht spannungsveranlasste feine Ausfällung von feinen Carbiden während einer
Vorverformungs-Wärmebehandlung,
folglich ist es möglich,
eine durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr repräsentierte
Zugfestigkeit zu erhalten. Ein gesamt Gehalt von einem oder mehreren
von Nb, Ti und V von über
2,0%, verursacht jedoch Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der
gesamt Gehalt an Nb, Ti und/oder V sollte deshalb vorzugsweise auf
2,0% oder weniger beschränkt
werden.
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Außer den
oben erwähnten
Elementen kann eines oder beide von 0,1% oder weniger an Ca und
0,1% oder weniger an REM enthalten sein. Ca und REM sind Elemente,
die zur Verbesserung der Dehnung durch Formkontrolle der Einschlüsse beitragen.
Wenn jedoch der Ca-Gehalt über
0,1% und der REM-Gehalt über 0,1%
ist, würde
eine Verringerung der Reinheit und Verringerung der Dehnung auftreten.
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Im
Hinblick auf die Martensit-Bildung kann eine oder beide von bis
zu 0,1% an B und bis zu 0,1% an Zr enthalten sein.
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Der
Rest außer
den vorerwähnten
Bestandteilen umfasst Fe und zufällige
Verunreinigungen. Zulässige
zufällige
Verunreinigungen enthalten 0,01% oder weniger an Sb, 0,01% oder
weniger an Pb, 0,1% oder weniger an Sn, 0,01% oder weniger an Zn
und 0,1% oder weniger an Co.
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Das
warmgewalzte Stahlblech mit der vorerwähnten chemischen Zusammensetzung
und dem Gefüge hat
eine niedrige Fließfestigkeit
und eine hohe Dehnung, hervorragende Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft.
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Ein
Herstellungsverfahren des warmgewalzten Stahlblechs der vorliegenden
Erfindung wird nun beschrieben.
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Das
warmgewalzte Stahlblech der Erfindung wird aus einer Stahlbramme,
als ein Material, mit einer chemischen Zusammensetzung innerhalb
den oben beschriebenen Bereichen und durch Warmwalzen eines solchen
Materials zu einer vorbestimmten Dicke hergestellt.
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Die
benutzte Stahlbramme sollte vorzugsweise durch das Stranggussverfahren
hergestellt werden, um Makroabsonderungen der Bestandteile zu verhindern
oder kann durch Blockgussverfahren oder dünnes Stranggießen hergestellt
werden. Ein energieschonendes Verfahren, wie beispielsweise "Direct-Hot-Charge"-Walzen oder direktes
Walzen ist ohne Weiteres einsetzbar, welche die Schritte umfassen:
Herstellen einer Stahlbramme, dann einmaliges Abkühlen der
Bramme auf Raumtemperatur, dann Wiedererwärmen, wie im Stand der Technik
und dann Einführen
derselben in einen Wiedererwärmungsofen
als eine warme Bramme und Abkühlen
oder sofortiges Walzen der Bramme nach kurzem Halten.
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Es
ist nicht notwendig, eine bestimmte Einschränkung auf die Wiedererwärmungstemperatur
des Materials (Stahlbramme) aufzuerlegen, aber sie sollte vorzugsweise
900°C oder
mehr sein.
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Bramme-Wiedererwärmungstemperatur:
900°C oder
höher
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Die
Bramme-Wiedererwärmungstemperatur
SRT sollte vorzugsweise im Hinblick darauf, durch Cu verursachte
Oberflächendefekte
zu vermeiden, so gering wie möglich
sein, wenn die chemische Zusammensetzung Cu enthält. Bei einer Wiedererwärmungstemperatur
von unter 900°C
entsteht jedoch eine Erhöhung der
Walzlast, folglich erhöht
sich die Gefahr von Auftreten von Problemen während des Warmwalzens. Unter Berücksichtigung
der Erhöhung
des Zunderverlusts, verursacht zusammen mit der Erhöhung des Gewichtsverlusts
durch Oxidation, sollte die Bramme-Wiedererwärmungstemperatur vorzugsweise
1300°C oder
weniger sein.
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Im
Hinblick auf die Reduzierung der Bramme-Wiedererwärmungstemperatur
und Verhindern des Auftretens von Problemen während des Warmwalzens ist die
Nutzung von so genannten Vorblechwärmeeinheiten, welche ein Vorblech
erwärmen,
natürlich
ein wirksames Verfahren.
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Die
wiedererwärmte
Bramme wird dann warmgewalzt. Warmwalzen sollte vorzugsweise bei
einer Endwalzendtemperatur FDT des Ar3-Umwandlungspunktes
oder mehr durchgeführt
werden.
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Endwalzendtemperatur:
Ar3-Umwandlungspunkt oder höher:
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Durch
Einsetzen einer Endwalzendtemperatur FDT gleich oder höher dem
Ar3-Umwandlungspunkt ist es möglich, ein
einheitliches Gefüge
für das
warmgewalzte Ausgangsblech und ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge durch
Abkühlen
nach dem Warmwalzen zu erhalten. Hierdurch wird eine hervorragende
Pressformbarkeit gesichert. Andererseits führt eine Endwalzendtemperatur
von unterhalb des Ar3-Umwandlungspunktes
zu einem nicht einheitlichen Gefüge
des warmgewalzten Ausgangsblechs und die verbleibende Verformungsstruktur
verursacht Verschlechterung der Pressformbarkeit. Eine Endwalzendtemperatur
von unterhalb des Ar3-Umwandlungspunktes
führt ferner
zu einer höheren
Walzlast während
des Warmwalzens und einer höheren
Gefahr von Auftreten von Problemen während des Warmwalzens. Die
FDT des Warmwalzens sollte deshalb vorzugsweise der Ar3-Umwandlungspunkt
oder höher
sein.
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Nach
Vollendung des Endwalzens sollte Abkühlen vorzugsweise unter einer
Abkühlrate
von 5°C/Sekunden
oder mehr auf einen Temperaturbereich von dem Ar3-Umwandlungspunkt
bis Ar1-Umwandlungspunkt durchgeführt werden.
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Durch
Abkühlen
des Blechs nach dem Warmwalzen, wie oben beschrieben, ist es möglich, die
Ferritumwandlung durch den nachfolgenden Abkühlschritt zu beschleunigen.
Mit einer Abkühlrate
von unter 5°C/Sekunden
wird die Ferritumwandlung bei nachfolgen dem Abkühlen nicht gefördert, was
folglich zu einer Verschlechterung der Pressformbarkeit führt.
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Dann
ist es erwünscht,
das Blech für
einen Zeitraum von 1 bis 20 Sekunden innerhalb eines Temperaturbereichs
von (Ar3-Umwandlungspunkt) bis (Ar1-Umwandlungspunkt) luftzukühlen oder
langsam abzukühlen.
Durch Ausführen
von Luftkühlen
oder langsames Abkühlen
innerhalb des Temperaturbereichs von (Ar3-Umwandlungspunkt)
bis (Ar1-Umwandlungspunkt)
wird Umwandlung von Austenit zu Ferrit gefördert, und ferner wird C in
nicht-umgewandeltem Austenit angesammelt, welches zu Martensit durch
nachfolgendes Abkühlen
umgewandelt wird, wodurch ein Ferrit + Martensit Gefüge gebildet
wird. Luftkühlen
oder langsames Abkühlen
von unter 1 Sekunde innerhalb des Temperaturbereichs von (Ar3-Umwandlungspunkt) bis (Ar1-Umwandlungspunkt)
führt nur
zu einer geringen Umwandlungsmenge von Austenit zu Ferrit, was zu
einer geringen Konzentrationsmenge an C zu nicht umgewandeltem Austenit
führt und
infolge dessen nur zu einer geringen Menge Martensitbildung. Eine
Abkühlzeit
von über
20 Sekunden verursacht andererseits Umwandlung von Austenit zu Perlit,
folglich wird es unmöglich,
ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge zu erhalten.
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Nach
Luftkühlen
oder langsamem Abkühlen
wird das gewalzte Blech unter einer Kühlrate von 5°C/Sekunden
oder mehr wieder abgekühlt
und bei einer Aufwickeltemperatur von 550°C oder weniger aufgewickelt.
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Durch
Abkühlen
des Blechs unter einer Abkühlrate
von 5°C/Sekunden
oder mehr wird nicht umgewandeltes Austenit zu Martensit umgewandelt.
Dies wandelt das Gefüge
zu einem Ferrit + Martensit Verbundgefüge um. Wenn die Abkühlrate unter
5°C/Sekunden
oder die Aufwickeltemperatur CT höher als 550°C ist, wird nicht-umgewandeltes
Austenit zu Perlit oder Bainit umgewandelt und Martensit wird nicht
geformt, was zu einer Verringerung der Pressformbarkeit führt. Die
Abkühlrate
sollte vorzugsweise 10°C/Sekunden
oder mehr oder besonders bevorzugt 100°C/Sekunden oder weniger im Hinblick
auf die Form des warmgewalzten Blechs sein. Die Aufwickeltemperatur
CT sollte unter 500°C
und vorzugsweise 350°C
oder mehr im Hinblick auf die Form des warmgewalzten Blechs sein.
Eine Aufwickeltemperatur von unter 350°C verursacht eine beträchtliche
Störung
der Stahlblechform und eine Erhöhte
der Gefahr des Vorkommens von Unbequemlichkeiten während der praktischen
Nutzung.
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Beim
Warmwalzen der vorliegenden Erfindung kann das Ganze oder nur Teile
des Endwalzens Schmierwalzen sein, um die Walzlast während des
Warmwalzens zu verringern. Der Gebrauch von Schmierwalzen ist im
Hinblick auf das Erreichen einer einheitlichen Stahlblechform und
einer einheitlichen Materialqualität wirksam. Der Reibungskoeffizient
während
des Schmierwalzens sollte vorzugsweise innerhalb eines Bereichs
von 0,25 bis 0,10 sein. Es ist erwünscht, einen kontinuierlichen
Walzprozess anzuwenden, welcher aufeinanderfolgendes verbinden von
Vorblechen und kontinuierliches walzen derselben umfasst. Das Einsetzen des
kontinuierlichen Walzprozesses ist auch im Hinblick auf betriebliche
Stabilität
des Warmwalzens wünschenswert.
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Nach
Abschluss des Warmwalzens kann 10%iges oder weniger Nachwalzen zur
Korrektur, wie beispielsweise eine Formkorrektur oder Oberflächenrauheitskorrektur,
angewandt werden.
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Das
warmgewalzte Stahlblech der Erfindung ist nicht nur zum Bearbeiten
einsetzbar, sondern auch als ein Ausgangsblech zur Oberflächenbehandlung.
Einsetzbare Oberflächenbehandlungen
enthalten Galvanisieren (enthaltend Legieren), Verzinnen und Emaillieren.
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Nach
einer Glühbehandelung
oder einer Oberflächenbehandlung,
wie beispielsweise Galvanisieren, kann das warmgewalzte Stahlblech
der Erfindung einer bestimmten Behandlung zum Verbessern der chemischen
Umwandlungsbehandlungseigenschaft, Schweißbarkeit, Pressformbarkeit
und Korrosionswiderstand unterworfen werden.
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Das
kaltgewalzte Stahlblech wird nun beschrieben.
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Zuerst
werden die Ergebnisse eines grundlegenden Experimentes präsentiert,
welches von den gegenwärtigen
Erfindern an dem kaltgewalzten Stahlblech durchgeführt wurde.
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Ein
Vorblech mit einer chemischen Zusammensetzung, umfassend, in Gew.-%,
0,04% an C, 0,02% an Si, 1,7% an Mn, 0,01% an P, 0,005% an S, 0,04%
an Al, 0,002% an N und 0,3 oder 1,3% an Cu wurde auf 1150°C erwärmt, durchgewärmt und
in drei Durchgängen
zu einer Dicke von 4,0 mm gewalzt, so dass die Endwalzendtemperatur 900°C war. Nach
der Vollendung des Endwalzens und Aufwickelns wurde eine Behandlung äquivalent
zu einem Temperaturhalten bei 600°C × 1 Stunde
durchgeführt.
Danach wurde das Blech bei einer Reduktion von 70% zu einem kaltgewalzten
Stahlblech mit einer Dicke von 1,2 mm kaltgewalzt. Dann wurde Rekristallisationsglühen an dem
kaltgewalzten Blech unter unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt.
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Festigkeitseigenschaften
wurden durch Ausführen
eines Zugversuchs an den resultierenden kaltgewalzten Stahlblechen
untersucht. Reckalterungseigenschaften dieser kaltgewalzten Stahlbleche
wurden erforscht.
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Festigkeitseigenschaften
wurden bestimmt, indem zuerst Probestücke von diesen kaltgewalzten Stahlblechen
ausgewählt
wurden, Ausführen
einer Vorverformungsbehand-lung
mit einer Zugvorverformung von 5% an diesen Probestücken, dann
Durchführen
einer Wärmebehandlung
von 50 bis 350°C × 20 Minuten und
dann Ausführen
eines Zugversuchs. Die Reckalterungseigenschaften wurden hinsichtlich
der Zugfestigkeitserhöhung ΔTS von vor
bis nach der Wärmebehandlung,
wie in dem Abschnitt des warmgewalzten Stahlblechs beschrieben,
ausgewertet.
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4 veranschaulicht
die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS des kaltgewalzten
Stahlblechs und der Rekristallisationsglühungstemperatur. Der ΔTS-Wert wurde durch
Ausführen
einer Vorverformungsbehandlung mit einer 5%igen Zugvorverformung
an den Probestücken,
die von den resultierenden kaltgewalzten Stahlblechen ausgesucht
wurden, Durchführen
einer Wärmebehandlung
von 250°C × 20 Minuten
und Durchführen
eines Zugversuchs bestimmt.
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4 deutet
an, dass eine hohe Reckalterungseigenschaft, die durch ein ΔTS von 80
MPa oder mehr repräsentiert
wird, in dem Fall vorhanden ist, bei dem der Cu-Gehalt von 1,3 Gew-%
ist, indem eine Rekristallisationsglühungstemperatur von 700°C oder mehr
genutzt wird, um das Stahlblechgefüge zu einem Ferrit + Martensit
Verbundgefüge
umzuwandeln. In dem Fall eines Cu-Gehalts von 0,3 Gew.-% ist anderseits
eine hohe Reckalterungseigenschaft nicht verfügbar, weil ΔTS unter 80 MPa bei jeder Rekristallisationsglühungstemperatur
ist. 4 veranschaulicht die Möglichkeit, ein kaltgewalztes
Stahlblech mit einer hohen Reckalterungseigenschaft durch Optimieren
des Cu-Gehalts und Erzielen eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges herzustellen.
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5 veranschaulicht
die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS des kaltgewalzten
Stahlblechs und der Wärmebehandlungstemperatur
nach einer Vorverformungsbehandlung. Das benutzte Stahlblech wurde
für eine
Haltezeit von 40 Sekunden nach dem Kaltwalzen bei 800°C glühbehandelt,
welches der Zweiphasenbereich von Ferrit (α) + Austenit (γ) ist und
von einer Haltetemperatur (800°C)
unter einer Abkühlrate
von 30°C/Sekunden
auf Raumtemperatur abgekühlt.
Die Stahlbleche hatten ein Ferrit + Martensit (zweite Phase) Verbundmikrogefüge mit einem
Martensit Teilgefügeverhältnis, repräsentiert
durch ein Flächenverhältnis von
8%.
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Es
ist aus 5 bekannt, dass ΔTS sich gemäß der Erhöhung der
Wärmebehandlungstemperatur
erhöht
und die Zunahme davon ist im Wesentlichen von dem Cu-Gehalt abhängig. Mit
einem Cu-Gehalt von 1,3 Gew.-% ist eine hohe Reckalterungseigenschaft,
repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr, bei einer Wärmebehandlungstemperatur von
150°C oder
mehr vorhanden. Für
einen Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-% ist ΔTS unter 80 MPa für jede Wärmebehandlungstemperatur
und eine hohe Reckalterungseigenschaft kann nicht erzielt werden.
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Für Stahlbleche,
die kaltgewalzt einen Cu-Gehalt von 0,3 bis 1,3 Gew.-% aufweisen,
wurden Materialien (Stahlbleche) unter unterschiedlichen Rekristallisationsglühungsbedingungen,
mit einem Ferrit- + Martensit-Verbundgefüge oder einem einphasigen Ferritgefüge vorbereitet,
bei welchen das Fließverhältnis YR (=(Fließfestigkeit
YS/Zugfestigkeit TS) × 100%)
von 50 bis 90% reichte. Für
diese Materialien (Stahlbleche) wurde ein Loch-Ausdehnungstest durchgeführt, um
das Loch-Ausdehnungsverhältnis
(λ) zu bestimmen.
Bei dem Loch-Ausdehnungstest wurde das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ durch Bilden
eines Stanzlochs in einem Probestück durch Stanzen mit einer
Stanze mit einem Durchmesser von 10 mm, Ausdehnen des Lochs bis
zur Erzeugung von durch die Dicke verlaufende Risse, so dass der
Grat an der Außenseite
durch eine konische Stanze mit einem senkrechten Winkel von 60° erzeugt
wurde, bestimmt. Das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ wurde durch
eine Formel berechnet: λ(%)
= [{(d – d0)/d0} × 100, worin
d0: Ausgangslochdurchmesser, und d: innerer
Lochdurchmesser beim Auftreten von Rissen ist.
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Diese
Ergebnisse, ausgedrückt
hinsichtlich des Verhältnisses
zwischen dem Loch-Ausdehnungsverhältnis λ und dem
Fließverhältnis YR
sind in 6 veranschaulicht, die dazu
dienen die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen dem Loch-Ausdehnungsverhältnis λ und dem
Fließverhältnis YR
des kaltgewalzten Stahlblechs auszudrücken.
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Gemäß 6 führt das
Erzielen eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges und einer YR von unter
70% bei einem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-% zu einer
Verringerung von λ und
der YR. Bei einem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 1,3 Gew.-%
wird ein hoher λ-Wert
auch dann beibehalten, wenn ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge erzielt
wurde und ein niedriges YR beibehalten wird. Andererseits können ein
niedriges YR und ein hohes λ nicht
gleichzeitig bei dem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-%
erhalten werden.
-
Aus 6 ist
bekannt, dass ein kaltgewalztes Stahlblech, welches sowohl ein niedriges
Fließverhältnis als
auch ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis erfüllt, durch Nutzung eines Cu-Gehalts
innerhalb eines geeigneten Bereichs und Erzielen eines Ferrit- +
Martensit-Verbundgefüges
hergestellt werden kann.
-
In
dem kaltgewalzten Stahlblech der Erfindung fällt sehr feines Cu in dem Stahlblech
als ein Ergebnis der Vorverformung mit einem Belastungsbetrag von
mehr als 2%, welcher der Vorverformungsbetrag bei Messung der Verformungsspannungserhöhung von
vor bis nach einer herkömmlichen
Wärmebehandlung
ist, und einer Wärmebehandlung
innerhalb eines relativ niedrigen Temperaturbereichs von 150 bis
350°C aus.
Gemäß einer
von den gegenwärtigen
Erfindern durchgeführten
Studie wird angesehen, dass eine hohe Reckalterungseigenschaft,
welche eine Erhöhung
der Fließspannung
und eine erstaunliche Erhöhung
der Zugfestigkeit mit sich bringt, aus dieser Ausfällung von
feinem Cu resultiert. Eine solche Ausfällung von sehr feinem Cu durch eine
Wärmebehandlung
in einem Niedrig-Temperaturbereich wurde bei Stahl mit extrem niedrigem
Kohlenstoffgehalt oder Niedrig-Kohlenstoff-Stahl in bis jetzt veröffentlichten
Berichten noch nie beobachtet. Die Ursache der Ausfällung von
sehr feinem Cu durch eine Wärmebehandlung
in einem Niedrig-Temperaturbereich wurde bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Eine
denkbare Ursache ist, dass während
der Glühbehandlung
in dem Zweiphasenbereich von α + γ-Phase viel
Cu in der γ-Phase
verteilt ist und dass das verteilte Cu auch nach Abkühlen in
einem sehr gesättigten
Festlösungszustand
(von Cu) in Martensit beibehalten wird, welches in einer sehr feinen
Form als ein Ergebnis des Aufbringens einer Vorverformung von wenigstens
5% und einer Niedrig-Temperaturwärmebehandlung
ausfällt.
-
Der
genaue Mechanismus, welcher zu einem hohen Loch-Ausdehnungsverhältnis für das Stahlblech führt, zu
welchem Cu hinzugefügt
ist und das ein Ferrit + Martensit – Verbundgefüge aufweist,
ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, aber es wird angesehen,
dass aufgrund der Tatsache, dass Cu hinzugefügt wird, die Härtedifferenz
zwischen Ferrit + Martensit reduziert wird.
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Das
kaltgewalzte Stahlblech der Erfindung ist ein hochfestes kaltgewalztes
Stahlblech mit einer Zugfestigkeit von 440 MPa oder mehr und hervorragender
Pressformbarkeit, bei welchem die Zugfestigkeit erstaunlich durch
eine Wärmebehandlung
bei einer relativ niedrigen Temperatur nach dem Pressformen erhöht wird
und mit hervorragender Reckalterungseigenschaft, repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr.
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Das
Gefüge
des kaltgewalzten Stahlblechs der Erfindung wird nun beschrieben.
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Das
kaltgewalzte Stahlblech der Erfindung hat ein Verbundgefüge, umfassend
eine Ferritphase und eine zweite Phase, enthaltend eine Martensitphase
mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr.
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Zum
Erzielen eines kaltgewalzten Stahlblechs mit einer niedrigen Fließfestigkeit
YS und einer hohen Dehnung EI und hervorragender Pressformbarkeit,
ist es bei der Erfindung notwendig ein Verbundgefüge zu erzielen,
welches eine Ferritphase, welche die Hauptphase ist, und eine zweite
Phase, enthaltend Martensit umfasst. Ferrit, die Hauptphase, sollte
vorzugsweise ein Flächenverhältnis von
50% oder mehr aufweisen. Wenn Ferrit ein Flächenverhältnis von weniger als 50% aufweist,
ist es schwierig, eine hohe Dehnung beizubehalten, was zu einer
niedrigeren Pressformbarkeit führt.
Wenn eine bessere Dehnung verlangt wird, sollte die Ferritphase
vorzugsweise ein Flächenverhältnis von
80% oder mehr aufweisen. Zur Nutzung des Verbundgefüges sollte
die Ferritphase vorzugsweise ein Flächenverhältnis von 98% oder weniger
aufweisen.
-
Bei
der vorliegenden Erfindung muss Martensit als eine zweite Phase
bei einem Flächenverhältnis von 2%
oder mehr enthalten sein. Wenn das Flächenverhältnis von Martensit unter 2%
ist, kann eine niedrige YS und eine hohe EI nicht gleichzeitig erfüllt werden.
Die zweite Phase kann eine Einphasen-Martensitphase mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr oder eine Mischung einer Martensitphase mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr mit irgendeiner von Perlitphase, Bainitphase und Abschreck-Austenitphase sein. Dieser
Aspekt wird nicht besonders eingeschränkt.
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Das
kaltgewalzte Stahlblech mit dem oben beschriebenen Gefüge hat eine
niedrige Fließfestigkeit
und eine hohe Dehnung, eine hervorragende Pressformbarkeit und hervorragende
Reckalterungseigenschaft.
-
Die
Gründe
zum Einschränken
der chemischen Zusammensetzung des kaltgewalzten Stahlblechs der Erfindung
zu den vorerwähnten
Bereichen werden nun beschrieben. Gewichtsprozent wird einfach als%
bezeichnet.
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C: 0,15% oder weniger:
-
C
ist ein Element, welches die Festigkeit eines Stahlblechs erhöht und die
Bildung eines Ferrit- und Martensit-Verbundgefüges fördert und sollte vorzugsweise
in einer Menge von 0,01% oder mehr zum Bilden eines Verbundgefüges in der
Erfindung enthalten sein. Ein C-Gehalt von über 0,15% verursacht andererseits teilweise
eine Erhöhung
des Carbidverhältnisses
in dem Stahl, was zu einer Verringerung der Dehnung und folglich
zu einer Verringerung der Pressformbarkeit führt. Ein noch bedeutenderes
Problem ist, dass ein C-Gehalt von über 0,15% zu einer erheblichen
Verringerung der Punktschweißbarkeit
und Lichtbogenschweißbarkeit
führt.
Aus diesen Gründen
ist bei der Erfindung der C-Gehalt auf 0,15% oder weniger beschränkt. Im
Hinblick auf die formbarkeit sollte der C-Gehalt 0,10% oder weniger
sein.
-
Si: 2,0% oder weniger:
-
Si
ist ein nützliches
Festigungselement, welches die Festigkeit eines Stahlblechs verbessern
kann, ohne dass eine markante Verringerung der Dehnung des Stahlblechs verursacht
wird. Ein Si-Gehalt von über 2,0%
führt jedoch
zur Verschlechterung der Pressformbarkeit und einer Verschlechterung
der Oberflächengüte. Der
Si-Gehalt ist deshalb auf 2,0% oder weniger beschränkt und
vorzugsweise 0,1% oder mehr.
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Mn: 3,0% oder weniger:
-
Mn
hat eine Funktion zum Festigen des Stahls, Verringern der kritischen
Abkühlrate
zum Erhalt eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges und Beschleunigen der Bildung
des Ferrit + Martensit Verbundgefüges. Der Mn-Gehalt sollte vorzugsweise
der Abkühlrate
nach Rekristallisationsglühen
entsprechen. Mn ist ein Element, welches zum Verhindern von durch
S verursachtem Warmriss wirksam ist und sollte deshalb in einer
Menge, abhängig
von dem S-Gehalt enthalten sein. Diese Wirkungen sind bei einem
Mn-Gehalt von 0,5% oder mehr besonders auffallend. Ein Mn-Gehalt
von über
3,0% führt
anderseits zur Verschlechterung der Pressformbarkeit und Schweißbarkeit.
Der Mn-Gehalt ist deshalb auf 3,0% oder weniger beschränkt und
vorzugsweise auf 1,0% oder mehr.
-
P: 0,10% oder weniger:
-
P
hat eine Wirkung zum Festigen des Stahls und kann in einer Menge
hinzugefügt
werden, die für
eine erwünschte
Festigkeit notwendig ist. Ein übermäßiger P-Gehalt
verursacht jedoch Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der P-Gehalt
ist deshalb auf 0,10% oder weniger beschränkt. Wenn eine noch höhere Pressformbarkeit
erfordert wird, sollte der P-Gehalt vorzugsweise 0,08% oder weniger
sein.
-
S: 0,02% oder weniger:
-
S
ist ein Element, welches als Einschlüsse in dem Stahl vorhanden
ist und verursacht Verschlechterung der Dehnung, Formbarkeit und
insbesondere Stretch-Bördelformbarkeit
eines Stahlblechs. Es sollte deshalb so gering wie möglich sein.
Ein S-Gehalt, welcher auf bis zu 0,02% oder weniger reduziert ist,
verursacht keine größeren nachteiligen
Effekte. Bei dieser Erfindung ist deshalb der S-Gehalt auf 0,02%
oder weniger beschränkt.
Wenn eine hervorragende Stretch-Bördelformbarkeit erforderlich
ist, sollte der S-Gehalt vorzugsweise 0,010% oder weniger sein.
-
Al: 0,10% oder weniger:
-
Al
ist ein Element, welches als ein Stahldesoxidationsmittel hinzugefügt wird
und ist zur Verbesserung der Sauberkeit des Stahls nützlich.
Jedoch kann ein Al-Gehalt von über
0,10% keinen weiteren Desoxidationseffekt verleihen, aber verursacht
dagegen Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der Al-Gehalt ist
deshalb auf 0,10% oder weniger beschränkt. Die Erfindung schließt nicht
einen Stahlherstellungsprozess, basierend auf eine Desoxidation
durch ein Desoxidationsmittel anders als Al aus. Zum Beispiel können Ti-Desoxidation oder
Si-Desoxidation benutzt werden, und Stahlbleche, welche durch solche
Desoxidationsverfahren hergestellt werden, sind auch in dem Schutzumfang
der Erfindung enthalten. In diesem Fall führt eine Hinzufügung von
Ca oder REM zu dem geschmolzenen Stahl nicht zur Verschlechterung
der Merkmale des Stahlblechs der Erfindung als. Es erübrigt sich
zu erwähnen,
dass die Stahlbleche, enthaltend Ca oder REM auch innerhalb des
Schutzbereichs der Erfindung liegen.
-
N: 0,02% oder weniger:
-
N
ist ein Element, welches die Festigkeit eines Stahlblechs durch
Festlösungsfestigung
oder Reckalterung erhöht.
Ein N-Gehalt über
0,02% verursacht jedoch eine Erhöhung
des Nitridanteils in dem Stahlblech, was wiederum eine erhebliche
Verschlechterung der Dehnung und ferner der Pressformbarkeit verursacht.
Der N-Gehalt ist deshalb auf 0,02% oder weniger beschränkt. Wenn
eine weitere Verbesserung der Pressformbarkeit erforderlich ist,
sollte der N-Gehalt bevorzugt 0,01% oder weniger sein.
-
Cu: von 0,5 bis 3,0%:
-
Cu
ist ein Element, welches Reckalterung eines Stahlblechs erstaunlich
erhöht
(Erhöhung
der Festigkeit nach Vorverformung-Wärmebehandlung) und es ist eines
der wichtigsten Elemente der Erfindung. Mit einem Cu-Gehalt von
unter 0,5% kann eine Erhöhung
der Zugfestigkeit von über ΔTS von 80
MPa auch durch Nutzung von unterschiedlichen Vorverformungs-Wärmebehandlungsbedingungen
nicht erzielt werden. Deshalb sollte Cu in der Erfindung in einer
Menge von 0,5% oder mehr enthaltend sein. Mit einem Cu-Gehalt von über 3,0%
ist die Wirkung andererseits gesättigt,
so dass eine Wirkung entsprechend dem Gehalt nicht erwartet werden
kann, was zu ungünstigen
wirt schaftlichen Folgen führt.
Verschlechterung der Pressformbarkeit resultiert dadurch und die
Oberflächengüte des Stahlblechs
verschlechtert sich. Der Cu-Gehalt ist deshalb auf einen Bereich
von innerhalb 0,5 bis 3,0% beschränkt. Um gleichzeitig ein höheres ΔTS und eine
hervorragende Pressformbarkeit zu erzielen, sollte der Cu-Gehalt
vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von 1,0 bis 2,5% sein.
-
Bei
der Erfindung ist es erwünscht,
zusätzlich
zu der oben beschriebenen chemischen Zusammensetzung, enthaltend
Cu, eine oder mehrere der folgenden Gruppen A bis C in Gew.-%, zu
enthalten:
Gruppe A: Ni: 2,0% oder weniger;
Gruppe B:
eine oder beide von Cr und Mo: insgesamt 2,0% oder weniger; und
Gruppe
C: eine oder mehrere von Nb, Ti und V: insgesamt 0,2% oder weniger.
-
Gruppe A: Ni: 2,0% oder
weniger:
-
Gruppe
A: Ni ist eine Komponente, welche zum Verhindern von Oberflächendefekten,
erzeugt auf der Stahlblechoberfläche
bei Hinzufügung
von Cu wirksam ist und kann wie erforderlich enthalten sein. Wenn
enthaltend, sollte der Ni-Gehalt, abhängig von dem Cu-Gehalt, vorzugsweise
die Hälfte
des Cu-Gehalts sein. Ein Ni-Gehalt von über 2,0% kann nicht eine entsprechende
Wirkung aufgrund der Sättigung
der Wirkung erzeugen, was zu nachteiligen wirtschaftlichen Folgen
führt und
Verschlechterung der Pressformbarkeit verursacht. Der Ni-Gehalt
sollte vorzugsweise auf 2,0% oder weniger beschränkt sein.
-
Gruppe B: eine oder beide
von Cr und Mo: insgesamt 2,0% oder weniger:
-
Gruppe
B: Wie bei Mn haben sowohl Cr als auch Mo eine Wirkung zum Fördern eines
Ferrit + Martensit Verbundgefüges
und können
wie erforderlich enthaltend sein. Wenn eine oder beide von Cr und
Mo in einer Menge von insgesamt über
2,0% enthaltend ist/sind, entsteht eine Verschlechterung der Pressformbarkeit.
Es ist deshalb wünschens wert,
die gesamte Menge von einem oder beiden von Cr und Mo, welche die
Gruppe B bilden, auf 2,0% oder weniger beschränken.
-
Gruppe C: eine oder mehrere
von Nb, Ti und V: insgesamt 0,2% oder weniger:
-
Gruppe
C: Nb, Ti und V sind Carbid bildende Elemente, welche die Festigkeit
durch feine Verteilung der Carbide wirksam erhöhen und können wie erforderlich ausgewählt und
enthalten sein. Wenn die gesamte Menge von einem oder mehreren von
Nb, Ti und V über
0,2% ist, entsteht eine Verschlechterung der Pressformbarkeit. Die
gesamt Menge von Nb, Ti und/oder V sollte deshalb vorzugsweise auf
0,2% oder weniger beschränkt
sein.
-
Bei
der Erfindung können,
statt dem vorerwähnten
Cu, eine oder mehrere ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus von 0,05 bis 2,0% an Mo, von 0,05
bis 2,0% an Cr und von 0,05 bis 2,0% an W in einer Menge von insgesamt
2,0% oder weniger, oder ferner ein oder mehrere ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Nb, Ti und V in einer Menge von insgesamt
2,0% oder weniger, enthalten sein.
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Ein
oder mehrere ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus von 0,05 bis 2,0% an Mo, von 0,05
bis 2,0% an Cr und von 0,05 bis 2,0% an W in einer Menge von insgesamt
2,0% oder weniger:
Mo, Cr und W sind Elemente, die eine erstaunliche
Erhöhung
der Reckalterung eines Stahlblechs verursachen und sind die wichtigsten
Elemente der Erfindung und können
ausgewählt
und enthalten sein. Hinzufügen
von einem oder mehreren von Mo, Cr und W und Erzielen eines Ferrit
+ Martensit Verbundgefüges
verursacht Spannungsveranlasste feine Ausfällung von feinen Carbiden während einer
Vorverformungs-Wärmebehand-lung, folglich wird
ermöglicht
eine Zugfestigkeit, repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr zu erhalten. Bei einem Gehalt von jedem dieser
Elemente unterhalb 0,05% führt
eine Änderung
der Vorverformungs-Wärmebehandlungsbedingungen
oder des Stahlblechgefüges
nicht zu einer Erhöhung
der Zugfestigkeit, repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr. Auch wenn der Gehalt von jedem dieser Elemente über 2,0
% ist, kann anderseits eine Wirkung entsprechend dem Anteil aufgrund
einer Sättigung
der Wirkung nicht erwartet werden, was zu wirtschaftlichen Nachteilen
führt und
dies führt
zu einer Verschlechterung der Pressformbarkeit. Die Anteile an Mo,
Cr und W sind deshalb innerhalb eines Bereichs von 0,05 bis 2,0%
für Mo,
von 0,05 bis 2,0% für
Cr und von 0,05 bis 2,0% für
W beschränkt.
Im Hinblick auf die Pressformbarkeit ist der gesamt Gehalt an Mo,
Cr und/oder W auf 2,0% oder weniger beschränkt.
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Eine oder mehrere von
Nb, Ti und V: insgesamt 2,0% oder weniger:
-
Nb,
Ti und V sind Carbid bildende Elemente und können, wenn ein oder mehrere
von Mo, Cr und W enthaltend sind, wie erforderlich ausgewählt und
enthalten sein. Das Hinzufügen
von einem oder mehreren von Nb, Ti und V und das Erzielen eines
Ferrit + Martensit Verbundgefüges
verursacht Spannungsveranlasste feine Ausfällung von feinen Carbiden während einer
Vorverformungs-Wärmebehandlung,
folglich ist es möglich,
eine durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr repräsentierte
Zugfestigkeit zu erhalten. Ein gesamt Gehalt von einem oder mehreren
von Nb, Ti und V von über
2,0%, verursacht jedoch Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der
gesamt Gehalt an Nb, Ti und/oder V sollte deshalb vorzugsweise auf
2,0% oder weniger beschränkt
werden.
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Außer den
oben erwähnten
Elementen kann eines oder beide von 0,1% oder weniger an Ca und
0,1% oder weniger an REM enthalten sein. Ca und REM sind Elemente,
die zur Verbesserung der Dehnung durch Formkontrolle der Einschlüsse beitragen.
Wenn jedoch der Ca-Gehalt über
0,1% und der REM-Gehalt über 0,1%
ist, würde
eine Verringerung der Reinheit und Verringerung der Dehnung auftreten.
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Im
Hinblick auf die Martensit-Bildung kann eine oder beide von 0,1%
oder weniger an B und 0,1% oder weniger an Zr enthalten sein.
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Der
Rest außer
den vorerwähnten
Bestandteilen umfasst Fe und zufällige
Verunreinigungen. Zulässige
zufällige
Verunreinigungen enthalten 0,01% oder weniger an Sb, 0,01% oder
weniger an Pb, 0,1% oder weniger an Sn, 0,01% oder weniger an Zn
und 0,1% oder weniger an Co.
-
Das
Herstellungsverfahren des kaltgewalzten Stahlblechs der Erfindung
wird nun beschrieben.
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Das
kaltgewalzte Stahlblech der Erfindung wird hergestellt durch Nutzung,
als ein Material, einer Stahlbramme mit der chemischen Zusammensetzung
innerhalb den vorerwähnten
Bereichen und in Reihenfolge Ausführen eines Warmwalzschritts
zum Warmwalzen der Stahlbramme zu einem warmgewalzten Stahlblech,
eines Kaltwalzschritts zum Kaltwalzen des warmgewalzten Stahlblechs
zu einem kaltgewalzten Stahlblech und eines Rekristallisationsglühungsschritts
zum Aufbringen von Rektistallisationsglühen auf das kaltgewalzte Stahlblech
zu einem kaltgewalzten glühbehandelten
Stahlblech.
-
Während die
benutzte Stahlbramme vorzugsweise durch einen Stranggießprozess
hergestellt werden sollte, um Makroabsonderungen der Elemente zu
verhindern, kann sie auch durch Blockgussverfahren oder durch das
Stranggussverfahren zum Erzeugen von dünnen Brammen hergestellt werden.
Ein energieschonendes Verfahren, wie beispielsweise "Direct-Hot-Charge-Walzen" oder Direktwalzen
kann ohne Weiteres eingesetzt werden, welches die Schritte umfasst:
Herstellen einer Stahlbramme, dann einmaliges Abkühlen der Bramme
auf Raumtemperatur, danach Wiedererwärmen der Bramme wie in dem
Stand der Technik und Einführen
dergleichen in einen Wiedererwärmungsofen
als eine warme Bramme ohne Abkühlen,
oder sofortiges Walzen der Bramme nach geringem Halten.
-
Das
vorerwähnte
Material (Stahlbramme) wird wiedererwärmt und dem Warmwalzschritt
zum Ausführen
von Warmwalzen unterworfen, um ein warmgewalztes Stahlblech herzustellen.
Herkömmliche
bekannte Bedingungen für
den Warmwalzschritt stellen kein Problem dar, sofern diese Bedingungen
das Herstellen eines warmgewalzten Stahlblechs mit einer erwünschten
Dicke erlauben. Bevorzugte Warmwalzbedingungen sind wie folgend:
-
Bramme-Wiedererwärmungstemperatur:
900°C oder
mehr:
-
Die
Bramme-Wiedererwärmungstemperatur
SRT sollte im Hinblick darauf, durch Cu verursachte Oberflächendefekte
zu vermeiden, wenn die chemische Zusammensetzung Cu enthält, vorzugsweise
so gering wie möglich
sein. Bei einer Wiedererwärmungstemperatur
von unter 900°C
entsteht jedoch eine Erhöhung der
Walzlast, folglich erhöht
sich die Gefahr von Auftreten von Problemen während des Warmwalzens. Unter Berücksichtigung
der Erhöhung
des Zunderverlusts, verursacht zusammen mit der Erhöhung des Gewichtsverlusts
der Oxidation, sollte die Bramme-Wiedererwärmungstemperatur vorzugsweise
1300°C oder
weniger sein.
-
Im
Hinblick auf die Reduzierung der Bramme-Wiedererwärmungstemperatur
und Verhindern des Auftretens von Problemen während des Warmwalzens, ist
die Nutzung von so genannten Vorblechwärmeeinheiten, welche ein Vorblech
erwärmen,
natürlich
ein wirksames Verfahren.
-
Endwalzendtemperatur:
700°C oder
mehr:
-
Durch
Nutzung einer Endwalzendtemperatur FDT von 700°C oder mehr, ist es möglich, ein
einheitliches warmgewalztes Ausgangsblechgefüge zu erhalten, welches eine
hervorragende Pressformbarkeit nach dem Kaltwalzen und dem Rekristallisationsglühen bereitstellen
kann. Eine Endwalzendtemperatur von unter 700°C führt andererseits zu einem nicht
einheitlichen warmgewalzten Ausgangsblechgefüge und einer höheren Walzlast
während
des Warmwalzens, was zu einer erhöhten Gefahr des Auftretens
von Problemen während
des Warmwalzens führt.
Aus diesen Gründen
sollte die FDT bei dem Warmwalzschritt vorzugsweise 700°C oder mehr
sein.
-
Aufwickeltemperatur: 800°C oder niedriger:
-
Die
Aufwickeltemperatur CT sollte vorzugsweise 800°C oder weniger und besonders
bevorzugt 200°C oder
mehr sein. Eine Aufwickeltemperatur von über 800°C neigt dazu, eine Verschlechterung
der Fördermenge
in Folge einer Erhöhung
von Zunder, verursachend einen Zunderabfall, zu verursachen. Mit
einer Aufwickeltemperatur von unter 200°C ist die Stahlblechform in
einer beträchtlichen
Unordnung. Es besteht eine erhöhte
Gefahr des Auftretens von Problemen bei der praktischen Nutzung.
-
Bei
dem oben beschriebenen Warmwalzschritt der Erfindung, ist erwünscht, die
Bramme auf eine Temperatur von 900°C oder mehr wiederzuerwärmen, die
wiedererwärmte
Bramme bei einer Endwalzendtemperatur von 700°C oder mehr warmzuwalzen und
das warmgewalzte Stahlblech bei einer Aufwickeltemperatur von 800°C oder weniger
und vorzugsweise 200°C
oder mehr aufzuwickeln.
-
Beim
Warmwalzen der vorliegenden Erfindung kann ein Teil oder das gesamte
Endwalzen ein Schmierwalzen sein, um die Walzlast während des
Warmwalzens zu verringern. Der Einsatz von Schmierwalzen ist zum
Erzielen einer einheitlichen Stahlblechform und einer einheitlichen
Materialqualität
wirksam. Der Reibungskoeffizient während des Schmierwalzens sollte
vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von 0,25 bis 0,10 sein. Es
ist erwünscht,
einen kontinuierlichen Walzprozess einzusetzen, welcher Verbinden
der Vorbleche in Reihenfolge und kontinuierliches Walzen derselben
umfasst. Der Einsatz des kontinuierlichen Walzprozesses ist auch
im Hinblick auf Betriebsstabilität
des Warmwalzens erwünscht.
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Danach
wird der Kaltwalzschritt an dem warmgewalzten Stahlblech durchgeführt. Bei
dem Kaltwalzschritt wird das warmgewalzte Stahlblech zu einem kaltgewalzten
Stahlblech kaltgewalzt. Die Kaltwalzbedingungen genügen, um
ein kaltgewalztes Stahlblech mit einer erwünschten Dimension zu erzeugen
und es sind keine besonderen Einschränkungen auferlegt. Die Kaltwalzverringerung
sollte vorzugsweise 40% oder mehr sein. Mit einer Reduktion von
unter 40% wird es schwierig, eine einheitliche Rekristallisation
während
des Rekristallisationsglühens,
welches folgt, durchzuführen.
-
Danach
wird das kaltgewalzte Stahlblech einem Rekristallisationsglühungsschritt
unterworfen, um das Blech zu einem kaltgewalzten glühbehandelten
Stahlblech umzuformen. Das Rekristallisationsglühen sollte vorzugsweise in
einer durchgehenden Glühstraße oder
in einer kontinuierlichen Schmelz-Galvanisierungsstrasse durchgeführt werden.
Die Glühbehandlungstemperatur
zum Rekristallisationsglühen
sollte vorzugsweise innerhalb eines (α + γ) Zweiphasenbereichs in einem
Temperaturbereich von Ac1-Umwandlungspunkt bis
Ac3-Umwandlungspunkt sein. Eine Glühbehandlungstemperatur
von unter dem Ac1-Umwandlungspunkt führt zu einer
einphasigen Ferritphase. Eine hohe Temperatur oberhalb des Ac3-Umwandlungspunktes führt zu einer Vergröberung der
Kristallkörner,
einer Einphasen-Austenitphase und einer ernsthaften Verschlechterung der
Pressformbarkeit. Durch Glühbehandeln
des Blechs in dem (α + γ)-Zweiphasenbereich
ist es möglich,
ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge und ein hohes ΔTS zu erhalten.
-
Die
Abkühlrate
zum Abkühlen
des Blechs während
des Rekristallisationsglühens
sollte vorzugsweise 1 °C/Sekunden
oder mehr im Hinblick auf das Formen von Martensit sein.
-
Nach
Abschluss des Warmwalzens kann ein Nachwalzen von 10% oder weniger
zur Korrektur, wie beispielsweise Formkorrektur oder Oberflächenrauheitskorrektur,
eingesetzt werden.
-
Das
kaltgewalzte Stahlblech der Erfindung ist nicht nur für Bearbeitung
anwendbar, sondern auch als ein Ausgangsblech für eine Oberflächenbehandlung.
Einsetzbare Oberflächenbehandlungen,
enthalten Galvanisieren (enthaltend Legieren), Verzinnen und Emaillierung.
-
Nach
der Glühbehandlung
oder Oberflächenbehandlung,
wie beispielsweise Galvanisieren, kann das kaltgewalzte Stahlblech
der Erfindung einer bestimmten Oberflächenbehandlung unterworfen
werden, um die chemische Umwandlungsbehandlungseigenschaft, die
Schweißbarkeit,
die Pressformbarkeit und den Korrosionswiderstand zu verbessern.
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Das
schmelz-galvanisierte (hot-dip galvanized) Stahlblech wird nun beschrieben.
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Zuerst
wird das Ergebnis eines grundlegenden Experimentes präsentiert,
welches von den gegenwärtigen
Erfindern an dem schmelz-galvanisierten Stahlblech durchgeführt wurde.
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Ein
Vorblech mit einer chemischen Zusammensetzung umfassend, in Gew.-%,
0,04% an C, 0,02% an Si, 1,7% an Mn, 0,01% an P, 0,004% an S, 0,04%
an Al, 0,002% an N und 0,3 oder 1,3% an Cu wurde auf 1150°C erwärmt, durchgewärmt und
für drei
Durchgänge
zu einer Dicke von 4,0 mm gewalzt, so dass die Endwalzendtemperatur
900°C war.
Nach Abschluss des Endwalzens und nach dem Aufwickeln wurde eine
Behandlung äquivalent
mit einem Temperaturhalten von 600°C × 1 Stunde durchgeführt. Danach
wurde das Blech bei einer Reduktion von 70% zu einem kaltgewalzten
Stahlblech mit einer Dicke von 1,2 mm kaltgewalzt.
-
Diese
kaltgewalzten Stahlbleche wurden einer Rekristallisationsglühungsbehandlung
unter unterschiedlichen Bedingungen unterworfen, dann schnell auf
einen Temperaturbereich von 450 bis 500° abgekühlt und in ein Feuerverzinkungsbad
(0,13 Gew.-% Al-Zn-Bad)
eingetaucht, wodurch eine Feuerverzinktenschicht auf der Oberfläche geformt wurde.
Dann wurde das galvanisierte Stahlblech auf einen Temperaturbereich
von 450 bis 550°C
wiedererwärmt,
um eine Legierungsbehandlung auf die Feuerverzinkteschicht bzw. schmelz-galvanisierte
Schicht (Fe-Gehalt in der galvanisierten Schicht: ungefähr 10%)
aufzubringen.
-
Für das resultierende
schmelz-galvanisierte Stahlblech wurden durch einen Zugversuch Festigkeitseigenschaften
untersucht. Eine Untersuchung wurde für die Reckalterungseigenschaften
dieser galvanisierten Stahlbleche durchgeführt.
-
Die
Festigkeitseigenschaften wurden bestimmt durch: zuerst Sammeln der
Probestücke
aus diesen schmelz-galvanisierten Stahlblechen, Durchführen einer
Vorverformungsbehandlung an diesen Probestücken mit einer Zugvorverformung
von 5%, dann Durchführen
einer Wärmebehandlung
von 50 bis 350°C × 20 Minuten
und dann Durchführen
eines Zugversuchs. Die Reckalterungseigenschaften wurden hinsichtlich
der Zugfestigkeitszunahme ΔTS
von vor bis nach der Wärmebehandlung,
wie in dem Abschnitt des Warmwalzens beschrieben, ausgewertet.
-
7 veranschaulicht
die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS des schmelz-galvanisierten
Stahlblechs und der Rekristallisationsglühungstemperatur. Der Wert von ΔTS wurde
durch Anlegen einer Vorverformungsbehandlung mit einer Zugvorverformung
von 5% an den Probestücken,
die von den resultierenden schmelzgalvanisierten Stahlblechen gesammelt
wurden, Ausführen
einer Wärmebehandlung
von 250°C × 20 Minuten
und Durchführen
eines Zugversuchs bestimmt.
-
Aus 7 geht
hervor, dass eine hohe Reckalterungseigenschaft, repräsentiert
durch ΔTS
von 80 MPa oder mehr, in dem Fall eines Cu-Gehalts von 1,3 Gew.-%
durch Nutzung einer Rekristallisationsglühungstemperatur von 700°C oder mehr
vorhanden ist, um das Stahlgefüge
zu einem Ferrit + Martensit Verbundgefüge umzuwandeln. Andererseits
ist in dem Fall eines Cu-Gehalts von 0,3 Gew.-% eine hohe Reckalterungseigenschaft
nicht verfügbar,
weil ΔTS
unter 80 MPa für
jede Rekristallisationsglühungstemperatur
ist. 7 vermittelt die Möglichkeit, ein schmelz-galvanisiertes
Stahlblech mit einer hohen Reckalterungseigenschaft durch Optimieren
des Cu-Gehalts und Erzielen eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges herzustellen.
-
8 veranschaulicht
die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen ΔTS des schmelz-galvanisierten
Stahlblechs und der Wärmebehandlungstemperatur
nach einer Vorverformungsbehandlung. Der ΔTS-Wert wurde an schmelz-galvanisierten
Stahlblechen bestimmt, die durch Durchführen einer Glühbehandlung
bei 800°C
für eine
halte Zeit von 40 Sekunden in dem Ferrit + Austenit Zweiphasenbereich
als Rekristallisationsglühungsbedingung
an einem kaltgewalzten Stahlblech, bei unterschiedlichen Wärmebehandlungstemperaturen
nach Vorverformungsbehandlung hergestellt wurden. Das Mikrogefüge nach
der Glühbehandlung
war eine Ferrit + Martensit Verbundgefüge mit einem Martensit-Flächenverhältnis von
7%.
-
Es
ist aus 8 bekannt, dass ΔTS in Einklang
mit der Erhöhung
der Wärmebehandlungstemperatur sich
erhöht
und die Zunahme davon ist im Wesentlichen von dem Cu-Gehalt abhängig. Mit
einem Cu-Gehalt von 1,3 Gew.-% ist eine hohe Reckalterungseigenschaft,
repräsentiert
durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr, bei einer Wärmebehandlungstemperatur von
150°C oder
mehr vorhanden. Bei einem Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-% ist ΔTS für jede Wärmebehandlungstemperatur
unter 80 MPa und eine hohe Reckalterungseigenschaft kann nicht erhalten
werden.
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Für Kaltgewalzte
Stahlbleche mit einem Cu-Gehalt von 0,3 oder 1,3 Gew.-% wurde Rekristallisationsglühen unter
unterschiedlichen Rekristallisationsglühungsbedingungen nach dem Kaltwalzen
durchgeführt. Die
Bleche wurden dann schnell auf einen Temperaturbereich von 450 bis
500°C abgekühlt, dann
in einem Schmelz-Galvanisierungsbad (0,13 Gew.-% Al-Zn-Bad) eingetaucht,
um eine schmelz-galvanisierte Schicht auf der Oberfläche davon
auszubilden und das Gefüge
wurde von Ferrit + Martensit zu einer Einphasenferritphase umgewandelt.
Dann wurde das Blech auf einen Temperaturbereich von 450 bis 550°C wiedererwärmt, um
eine Legierungsbehandlung (Fe-Gehalt in der Galvanisierten Schicht:
ungefähr
10%) an der schmelz-galvanisierten Schicht auszuführen. Materialien
(Stahlblech), welche das Fließverhältnis YR
(=(Fließfestigkeit YS/Zugfestigkeit
TS) × 100%)
innerhalb eines Bereichs von 50 bis 90% einschränken, wurden erhalten.
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Für diese
Materialien (Stahlbleche) wurde ein Loch-Ausdehnungstest durchgeführt, um
das Loch-Ausdehnungsverhältnis
(λ) zu bestimmen.
Bei dem Loch-Ausdehnungstest wurde das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ durch Bilden
eines Stanzlochs in einem Pro bestück durch Stanzen mit einer
Stanze mit einem Durchmesser von 10 mm, Ausdehnen des Lochs bis
zur Erzeugung von durch die Dicke verlaufende Risse, so dass der Grat
an der Außenseite
durch eine konische Stanze mit einem senkrechten Winkel von 60° erzeugt
wurde, bestimmt. Das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ wurde durch eine Formel berechnet: λ(%) = {(d – d0)/d0} × 100, worin
d0: Ausgangslochdurchmesser, und d: innerer
Lochdurchmesser beim Auftreten von Rissen ist.
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Diese
Ergebnisse der schmelz-galvanisierten Stahlbleche, ausgedrückt hinsichtlich
des Verhältnisses zwischen
dem Loch-Ausdehnungsverhältnis λ und dem
Fließverhältnis YR,
um die Wirkung des Cu-Gehalts auf das Verhältnis zwischen dem Loch-Ausdehnungsverhältnis und
YR des kaltgewalzten Stahlblechs auszudrücken, sind in 9 veranschaulicht.
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Gemäß 9 führt bei
einem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-%, das Erzielen
eines Ferrit- + Martensit Verbundgefüges und eines YR von unter
70% zu einer Verschlechterung des λ zusammen mit einer Verringerung
des YR. Bei einem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 1,3 Gew.-%
wird ein hoher λ-Wert
beibehalten, auch wenn ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge erzielt
wird und ein niedriges YR beibehalten wird. Andererseits können ein
niedriges YR und ein hohes λ nicht
gleichzeitig bei dem Stahlblech mit einem Cu-Gehalt von 0,3 Gew.-%
erzielt werden.
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Aus 9 geht
hervor, dass ein schmelz-galvanisiertes Stahlblech, welches sowohl
ein niedriges Fließverhältnis als
auch ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis erfüllt, durch Nutzung eines Cu-Gehalts
innerhalb eines geeigneten Bereichs und Erzielen eines Ferrit +
Martensit Verbundgefüges
hergestellt werden kann.
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In
dem kaltgewalzten Stahlblech der Erfindung fällt sehr feines Cu in dem Stahlblech
als ein Ergebnis der Vorverformung mit einer Verformungsmenge von
mehr als 2% aus, welche die Vorverformungsmenge bei Messung der
Verformungs-Spannungserhöhung
von vor bis nach einer herkömmlichen
Wärmebehandlung und
einer Wärmebehandlung
innerhalb eines relative niedrigen Temperaturbereichs von 150 bis
350°C ist.
Gemäß einer
von den gegenwärtigen
Erfindern durchgeführten
Studie wird angesehen, dass eine hohe Reckalterungseigenschaft,
welche eine Erhöhung
der Fließspannung
und eine erstaunliche Erhöhung
der Zugfestigkeit mit sich bringt, aus dieser Ausfällung von feinem
Cu resultiert. Eine solche Ausfällung
von sehr feinem Cu durch eine Wärmebehandlung
in einem Niedrig-Temperaturbereich wurde bei einem Stahl mit extrem
niedrigem Kohlenstoffgehalt oder Niedrig-Kohlenstoff-Stahl in bis
jetzt veröffentlichten
Berichten noch nie beobachtet. Die Ursache der Ausfällung von
sehr feinem Cu durch eine Wärmebehandlung
in einem Niedrig-Temperaturbereich wurde bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Eine
denkbare Ursache ist, dass während
der Glühbehandlung in
dem Zweiphasenbereich von α + γ, viel Cu
in der γ-Phase
verteilt ist und dass das verteilte Cu auch nach Abkühlen in
einem sehr gesättigten
Festlösungszustand
(von Cu) in Martensit beibehalten wird, welches in einer sehr feinen
Form als ein Ergebnis des Aufbringens einer Vorverformung (prestrain)
von wenigstens 5% und einer Niedrig-Temperaturwärmebehandlung ausfällt.
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Der
genaue Mechanismus, welcher zu einem hohen Loch-Ausdehnungsverhältnis für das Stahlblech führt, enthaltend
Cu und mit einem Ferrit + Martensit Verbundgefüge, ist zum jetzigen Zeitpunkt
nicht bekannt, aber es wird angesehen, dass es aufgrund der Tatsache
ist, dass die Hinzufügung
von Cu die Härtedifferenz zwischen
Ferrit + Martensit reduziert.
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Auf
Basis der oben beschriebenen neuen Entdeckungen haben die gegenwärtigen Erfinder
weitere Untersuchungen durchgeführt
und entdeckt, dass das vorerwähnte
Phänomen
auch in einem schmelz-galvanisierten Stahlblech, welches keine Cu
enthält,
stattfinden kann. Gemäß diesen
Entdeckungen verursacht, Auferlegen einer Vorverformung und Durchführen einer
Wärmebehandlung
bei einer niedrigen Temperatur, spannungsbedingte Ausfällung von
sehr feinen Carbiden in dem Martensit durch Hinzufügen von
einem oder mehreren von Mo, Cr und W statt Cu und Umwandeln des
Gefüges
zu einem Ferrit + Martensit Verbundgefüge. Spannungsbedingte feine
Ausfällung
beim Erwärmen
bei einer niedrigen Temperatur wird durch weiteres Hinzufügen von
einem oder mehreren von Nb, V und Ti zusätzlich zu einem oder mehreren
von Mo, Cr und W noch sichtbarer.
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Das
schmelz-galvanisierte Stahlblech der Erfindung hat eine schmelz-galvanisierte
Schicht oder eine legierte schmelz-galvanisierte Schicht, die auf
der Oberfläche
davon ausgebildet ist und ist ein hochfestes schmelz-galvanisiertes
Stahlblech mit einer Zugfestigkeit TS von 440 MPa oder mehr und
ist in seiner Pressformbarkeit hervorragend.
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Die
Zugfestigkeit davon erhöht
sich erstaunlich durch eine Wärmebehandlung,
die bei einer relativ niedrigen Temperatur nach dem Pressformen
durchgeführt
wird, um eine hervorragende Reckalterungseigenschaft, repräsentiert
durch ΔTS
von 80 MPa oder mehr, aufzuweisen. Das Stahlblech kann ein warmgewalztes Stahlblech
oder ein kaltgewalztes Stahlblech sein.
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Das
Gefüge
des schmelz-galvanisierten Stahlblechs der Erfindung wird nun beschrieben.
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Das
schmelz-galvanisierte Stahlblech der Erfindung hat ein Verbundgefüge und umfasst
eine Ferritphase und eine zweite Phase, enthaltend eine Martensitphase
mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr relativ zum gesamten Gefüge.
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Um
ein schmelz-galvanisiertes Stahlblech mit einer niedrigen Fließfestigkeit
YS und einer hohen Dehnung EI und mit hervorragender Pressformbarkeit
zu erhalten, ist es bei der Erfindung notwendig, das Gefüge des schmelz-galvanisierten
Stahlblechs der Erfindung zu einem Verbundgefüge umzuwandeln, welches eine Ferritphase,
welche die Hauptphase ist, und eine zweite Phase, enthaltend Martensit
umfasst. Ferrit, welches als eine Hauptphase dient, sollte vorzugsweise
ein Flächenverhältnis von
50% oder mehr aufweisen. Mit Ferrit von unterhalb 50% ist es schwierig,
eine hohe Dehnung beizubehalten, was zu einer niedrigeren Pressformbarkeit
führt.
Wenn eine zufriedenstellende Dehnung erfordert wird, sollte das
Flächenverhältnis der
Ferritphase vorzugsweise 80% oder mehr sein. Um die Vorteile des
Verbundgefüges
voll auszunutzen, sollte die Ferritphase vorzugsweise 98% oder weniger
sein.
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Bei
den schmelz-galvanisierten Stahlblechen der Erfindung muss der Stahl
Martensit als die zweite Phase in einem Flächenverhältnis von 2% oder mehr enthalten.
Ein Flächenverhältnis von
Martensit unterhalb 2% kann nicht gleichzeitig ein niedriges YS
und eine hohe EI erfüllen.
Die zweite Phase kann eine Einphasen-Martensitphase mit einem Flächenverhältnis von
2% oder mehr, oder eine Mischung einer Martensitphase mit einem
Flächenverhältnis von
2% oder mehr und einer Subphase, umfassend eine Perlitphase, eine
Bainitphase oder eine Abschreck-Austenitphase sein.
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Das
schmelz-galvanisierte Stahlblech mit dem oben erwähnten Gefüge wird
somit ein Stahlblech mit hervorragender Pressformbarkeit, mit einer
niedrigen Fließfestigkeit
und einer hohen Dehnung und hervorragend in seiner Reckalterungseigenschaft.
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Die
Gründe
zum Einschränken
der chemischen Zusammensetzung des schmelz-galvanisierten Stahlblechs
der Erfindung werden nun beschrieben. Gewichtsprozent, Gew.-%, wird
nachfolgend lediglich als% bezeichnet.
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C: 0,15% oder weniger:
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C
ist ein Element, welches die Festigkeit eines Stahlblechs erhöht und die
Bildung eines Ferrit und Martensit Verbundgefüges fördert und sollte vorzugsweise
in einer Menge von 0,01% oder mehr zum Bilden eines Ferrit und Martensit
Verbundgefüges
in der Erfindung enthalten sein. Ein C-Gehalt von über 0,15%
verursacht andererseits teilweise eine Erhöhung des Carbidverhältnisses
in dem Stahl, was zu einer Verringerung der Dehnung und folglich
zu einer Verringerung der Pressformbarkeit führt. Ein noch bedeutenderes
Problem ist, dass ein C-Gehalt von über 0,15% zu einer erheblichen
Verringerung der Punktschweißbarkeit
und Lichtbogenschweißbarkeit
führt.
Aus diesen Gründen
ist bei der Erfindung der C-Gehalt auf 0,15% oder weniger beschränkt. Im
Hinblick auf die Formbarkeit sollte der C-Gehalt 0,10% oder weniger
sein.
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Si: 2,0% oder weniger:
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Si
ist ein nützliches
Festigungselement, welches die Festigkeit eines Stahlblechs verbessern
kann, ohne dass eine markante Verringerung der Dehnung des Stahlblechs
verursacht wird. Ein Si-Gehalt von über 2,0% führt jedoch zur Verschlechterung
der Pressformbarkeit und einer Verschlechterung der Galvanisierungsfähigkeit.
Der Si-Gehalt ist
deshalb auf 2,0% oder weniger und vorzugsweise auf 0,1% oder mehr
beschränkt.
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Mn: 3,0% oder weniger:
-
Mn
hat eine Funktion zum Festigen des Stahls, Verringern der kritischen
Abkühlrate,
Erhalt eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges und Beschleunigen der Bildung
des Fer rit + Martensit Verbundgefüges. Mn ist ein Element, welches
zum Verhindern von durch S verursachten Warmriss wirksam ist und
sollte deshalb in einer Menge abhängig von dem S-Gehalt enthalten
sein. Diese Wirkungen sind bei einem Mn-Gehalt von 0,5% oder mehr
besonders auffallend. Ein Mn-Gehalt von über 3,0% führt anderseits zur Verschlechterung
der Pressformbarkeit und Schweißbarkeit.
Der Mn-Gehalt ist deshalb auf 3,0% oder weniger und vorzugsweise
auf 1,0% oder mehr beschränkt.
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P: 0,10% oder weniger:
-
P
hat eine Wirkung zum Festigen des Stahls und kann in einer Menge
hinzugefügt
werden, die für
eine erwünschte
Festigkeit notwendig ist. Ein übermäßiger P-Gehalt
verursacht jedoch Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der P-Gehalt
ist deshalb auf 0,10 % oder weniger beschränkt. Wenn eine noch höhere Pressformbarkeit
erfordert wird, sollte der P-Gehalt vorzugsweise 0,08% oder weniger
sein.
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S: 0,02% oder weniger:
-
S
ist ein Element, welches als Einschlüsse in dem Stahl vorhanden
ist und verursacht Verschlechterung der Dehnung, der Formbarkeit
und insbesondere der Stretch-Bördelformbarkeit
eines Stahlblechs. Er sollte deshalb so gering wie möglich sein.
Ein S-Gehalt, welcher auf 0,02% oder weniger reduziert ist, verursacht
keine größeren nachteiligen
Effekte. Bei dieser Erfindung ist deshalb der S-Gehalt auf 0,02%
oder weniger beschränkt.
Wenn eine hervorragende Stretch-Bördelformbarkeit erforderlich
ist, sollte der S-Gehalt vorzugsweise 0,010% oder weniger sein.
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Al: 0,10% oder weniger:
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Al
ist ein Element, welches als ein Stahldesoxidationsmittel zugeführt wird
und ist zur Verbesserung der Sauberkeit des Stahls nützlich.
Jedoch kann ein Al-Gehalt von über
0,10% keinen weiteren Desoxidationseffekt verleihen, aber verursacht
dagegen Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der Al-Gehalt ist
deshalb auf 0,10% oder weniger beschränkt. Die Erfindung schließt nicht
einen Stahlherstellungsprozess aus, der auf eine Desoxidation durch
ein Desoxidationsmittel anders als Al basiert. Zum Beispiel können Ti-Desoxidation oder
Si-Desoxidation benutzt werden, und Stahlbleche, welche solche Desoxidationsverfahren
hergestellt werden, sind auch in dem Schutzumfang der Erfindung
enthalten.
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N: 0,02% oder weniger:
-
N
ist ein Element, welches die Festigkeit eines Stahlblechs durch
Festlösungsfestigung
oder Reckalterung erhöht.
Ein N-Gehalt über
0,02% verursacht jedoch eine Erhöhung
des Nitridanteils in dem Stahlblech, was wiederum eine erhebliche
Verschlechterung der Dehnung und ferner der Pressformbarkeit verursacht.
Der N-Gehalt ist deshalb auf 0,02% oder weniger beschränkt. Wenn
eine weitere Verbesserungen der Pressformbarkeit erforderlich ist,
sollte der N-Gehalt bevorzugt 0,01% oder weniger und vorzugsweise
0,0005%.oder mehr sein.
-
Cu: von 0,5 bis 3,0%:
-
Cu
ist ein Element, welches Reckalterung eines schmelz-galvanisierten
Stahlblechs der Erfindung erstaunlich erhöht (Erhöhung der Festigkeit nach Vorverformung-Wärmebehandlung)
und ist eines der wichtigsten Elemente der Erfindung. Mit einem
Cu-Gehalt von unter 0,5% kann eine Erhöhung der Zugfestigkeit von über ΔTS von 80
MPa auch durch Nutzung von unterschiedlichen Vorverformungs-Wärmebehandlungsbedingungen
nicht erzielt werden. Deshalb sollte Cu bei der Erfindung in einer
Menge von 0,5% oder mehr enthaltend sein. Mit einem Cu-Gehalt von über 3,0%
ist die Wirkung andererseits gesättigt,
so dass eine Wirkung entsprechend dem Gehalt nicht erwartet werden
kann, was zu ungünstigen
wirtschaftlichen Folgen führt.
Verschlechterung der Pressformbarkeit reduziert dadurch und die
Oberflächengüte des Stahlblechs
verschlechtert sich. Der Cu-Gehalt ist deshalb auf einen Bereich
von innerhalb 0,5 bis 3,0% beschränkt. Um gleichzeitig ein höheres ΔTS und eine
hervorragende Pressformbarkeit zu erzielen, sollte der Cu-Gehalt
vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von 1,0 bis 2,5% sein.
-
Bei
der Erfindung ist es erwünscht,
zusätzlich
zu der oben beschriebenen chemischen Zusammensetzung, enthaltend
Cu, eine oder mehrere der folgenden Gruppen A bis C, in Gew.-%,
zu enthalten:
Gruppe A: Ni: 2,0% oder weniger;
Gruppe
B: eine oder beide von Cr und Mo: insgesamt 2,0% oder weniger; und
Gruppe
C: eine oder mehrere von Nb, Ti und V: insgesamt 0,2% oder weniger.
-
Gruppe A: Ni: 2,0% oder
weniger:
-
Gruppe
A: Ni ist eine Komponente, welche zum Verhindern von Oberflächendefekten,
erzeugt auf der Stahlblechoberfläche
bei Hinzufügung
von Cu wirksam ist und kann wie erforderlich enthalten sein. Wenn
enthaltend, sollte der Ni-Gehalt abhängig von dem Cu-Gehalt, vorzugsweise
die Hälfte
des Cu-Gehalts sein. Ein Ni-Gehalt von über 2,0% kann nicht eine entsprechende
Wirkung aufgrund der Sättigung
der Wirkung erzeugen, was zu nachteiligen wirtschaftlichen Folgen
führt und
Verschlechterung der Pressformbarkeit verursacht. Der Ni-Gehalt
sollte vorzugsweise auf 2,0% oder weniger beschränkt sein.
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Gruppe B: eine oder beide
von Cr und Mo: insgesamt 2,0% oder weniger:
-
Gruppe
B: Wie bei Mn haben sowohl Cr als auch Mo eine Wirkung zum Reduzieren
der kritischen Abkühlrate
zum Erhalt eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges und zum Fördern der
Bildung eines Ferrit + Martensit Verbundgefüges, und können wie erfordert enthalten
sein. Wenn eine oder beide von Cr und Mo in einer Menge von insgesamt über 2,0%
enthaltend ist/sind, entsteht eine Verschlechterung der Pressformbarkeit.
Es ist deshalb wünschenswert,
die gesamt Menge von einem oder beiden von Cr und Mo, welche die
Gruppe B bilden, auf 2,0% oder weniger beschränken.
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Gruppe C: eine oder mehrere
von Nb, Ti und V: insgesamt 0,2% oder weniger:
-
Gruppe
C: Nb, Ti und V sind Carbid bildende Elemente, welche die Festigkeit
durch feine Verteilung der Carbide wirksam erhöhen und können wie erforderlich ausgewählt und
enthalten sein. Wenn die gesamt Menge von einem oder mehreren von
Nb, Ti und V über
0,2% ist, entsteht eine Verschlechterung der Pressformbarkeit. Die
gesamt Menge von Nb, Ti und/oder V sollte deshalb vorzugsweise auf
0,2% oder weniger beschränkt
sein.
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Bei
dem schmelz-galvanisierten Stahlblech der Erfindung kann statt dem
vorerwähnten
Cu, eine oder mehrere ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus von 0,05 bis 2,0% an Mo, von 0,05
bis 2,0% an Cr und von 0,05 bis 2,0% an W in einer Menge von insgesamt
2,0% oder wenigere, oder ferner eine oder mehrere ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Nb, Ti und V in einer Menge von insgesamt
2,0% oder weniger enthalten sein.
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Eine
oder mehrere ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus von 0,05 bis 2,0% an Mo, von 0,05
bis 2,0% an Cr und von 0,05 bis 2,0% an W in einer Menge von insgesamt
2,0%:
Mo, Cr und W sind Elemente, die eine erstaunliche Erhöhung der
Reckalterung eines Stahlblechs verursachen, und sind die wichtigsten
Elemente der Erfindung und können
wie erforderlich ausgewählt
und enthalten sein. Hinzufügen
von einem oder mehreren von Mo, Cr und W und Erzielen eines Ferrit
+ Martensit Verbundgefüges verursacht
durch spannungsbedingte feine Ausfällung von feinen Carbiden während Vorverformungs-Wärmebehandlung,
folglich wird ermöglicht
eine durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr repräsentierte
Zugfestigkeit zu erhalten. Bei einem Gehalt von jedem dieser Elemente
unterhalb 0,05% führt
eine Änderung
der Vorverformungs-Wärmebehandlungsbedingungen
oder des Stahlblechgefüges
nicht zu einer Erhöhung
der Zugfestigkeit, die durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr repräsentiert
wird. Auch wenn der Gehalt von jedem dieser Elemente über 2,0%
ist, kann anderseits eine Wirkung entsprechend dem Anteil aufgrund
einer Sättigung
der Wirkung nicht erwartet werden, was zu wirtschaftlichen Nachteilen
führt und
dies führt
zu Verschlechterung der Pressformbarkeit. Die Gehalte an Mo, Cr
und W sind deshalb innerhalb eines Bereichs von 0,05 bis 2,0% für Mo, von
0,05 bis 2,0% für
Cr und von 0,05 bis 2,0% für
W beschränkt.
Im Hinblick auf die Pressformbarkeit ist der gesamt Gehalt an Mo,
Cr und/oder W auf 2,0% oder weniger beschränkt.
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Eine oder mehrere von
Nb, Ti und V: insgesamt 2,0% oder weniger:
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Nb,
Ti und V sind Carbid bildende Elemente und können, wenn ein oder mehrere
von Mo, Cr und W enthalten sind, wie erforderlich ausgewählt und
enthalten sein. Das Hin zufügen
von einem oder mehreren von Nb, Ti und V und Erzielen eines Ferrit
+ Martensit Verbundgefüges
verursacht spannungsbedingte feine Ausfällung von feinen Carbiden während einer
Vorverformungs-Wärmebehandlung,
folglich ist es möglich,
eine durch ein ΔTS
von 80 MPa oder mehr repräsentierte
Zugfestigkeit zu erhalten. Ein gesamt Gehalt von einem oder mehreren
von Nb, Ti und V von über
2,0%, verursacht jedoch Verschlechterung der Pressformbarkeit. Der gesamt
Gehalt an Nb, Ti und/oder V sollte deshalb vorzugsweise auf 2,0%
oder weniger beschränkt
werden.
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Außer den
oben erwähnten
Elementen kann eines oder beide von 0,1% oder weniger an Ca und
0,1% oder weniger an REM enthalten sein. Ca und REM sind Elemente,
die zur Verbesserung der Dehnung durch Formkontrolle der Einschlüsse beitragen.
Wenn jedoch der Ca-Gehalt über
0,1% und der REM-Gehalt über 0,1%
ist, würde
eine Verringerung der Reinheit und eine Verringerung der Dehnung
auftreten.
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Im
Hinblick auf die Martensit-Bildung kann eine oder beide von 0,1%
oder weniger an B und 0,1% oder weniger an Zr enthalten sein.
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Der
Rest außer
den vorerwähnten
Bestandteilen umfasst Fe und zufällige
Verunreinigungen. Zulässige
zufällige
Verunreinigungen enthalten 0,01% oder weniger an Sb, 0,01% oder
weniger an Pb, 0,1% oder weniger an Sn, 0,01% oder weniger an Zn
und 0,1% oder weniger an Co.
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Das
Herstellungsverfahren des schmelz-galvanisierten Stahlblechs der
Erfindung wird nun beschrieben.
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Das
schmelz-galvanisierte Stahlblech der Erfindung wird hergestellt
durch: Glühbehandlung
des Stahlblechs mit der vorerwähnten
chemischen Zusammensetzung durch Erwärmen zu einem Ferrit- + Austenit-Zweiphasenbereich
innerhalb eines Temperaturbereichs von Ac3-Umwandlungspunkt
bis Ac1-Umwandlungspunkt in einer Straße für durchgehendes
Schmelz-Galvanisieren und Durchführen
einer Schmelz-Galvanisierungsbehandlung, wodurch eine schmelz-galvanisierte
Schicht auf der Oberfläche
des Stahlblechs ausgebildet wird.
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Ein
warmgewalztes Stahlblech oder kaltgewalztes Stahlblech kann benutzt
werden.
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Ein
bevorzugtes Herstellungsverfahren des genutzten Stahlblechs wird
beschrieben. Es erübrigt
sich zu erwähnen,
dass das Herstellungsverfahren des schmelz-galvanisierten Stahlblechs
der Erfindung nicht auf das Nachfolgende beschränkt ist.
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Zuerst
wird das Herstellungsverfahren beschreiben, welches für das warmgewalzte
Stahlblech geeignet ist, das als ein Galvanisierungssubstrat genutzt
wird.
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Das
benutzte Material (Stahlbramme) sollte vorzugsweise dadurch vorbereitet
werden, indem ein geschmolzener Stahl mit der vorerwähnten chemischen
Zusammensetzung durch ein konventionelles Verfahren angefertigt
wird und zum Verhindern von Makroabsonderungen der Elemente sollte
eine Stahlbramme vorzugsweise durch das Stranggussverfahren hergestellt
werden. Das Blockgussverfahren oder das Stranggussverfahren zum
Herstellen von dünnen
Brammen ist auch anwendbar. Abgesehen von den konventionellen Prozessen,
die die Schritte umfassen: Herstellen einer Stahlbramme, einmaliges
Abkühlen
der Stahlbramme auf Raumtemperatur und dann Wiedererwärmen der
Bramme, kann ohne Weiteres ein energiesparender Prozess benutzt
werden, welcher Einführen
der warmen Stahlbramme in einen Wiedererwärmungsofen ohne Abkühlen dergleichen,
oder nach einer geringen Temperaturhaltung, unverzügliches
Walzen wie beim "direct-hot-charge-Walzen" oder Direktwalzen
umfasst.
-
Das
vorerwähnte
Material (Bramme) wird wiedererwärmt
und zu einem warmgewalzten Blech durch Einsatz eines Warmwalzschritts
gewalzt. Es ist kein Problem, konventionelle Bedingungen zu nutzen,
sofern solche Bedingungen die Herstellung eines warmgewalzten Stahlblechs
mit einer erwünschten
Dicke in dem Warmwalzschritt erlauben. Bevorzugte Bedingungen zum
Warmwalzen sind Folgende:
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Bramme-Wiedererwärmungstemperatur:
900°C oder
mehr:
-
Bei
einer Wiedererwärmungstemperatur
von unter 900°C
entsteht eine Erhöhung
der Walzlast, folglich erhöht
sich die Gefahr von Auftreten von Problemen während des Warmwalzens. Wenn
Cu enthalten ist, sollte die Bramme-Wiedererwärmungstemperatur vorzugsweise
so gering wie möglich
sein, im durch Cu verursachte Oberflächendefekte zu verhindern.
Unter Berücksichtigung
der Erhöhung
des Zunderverlusts, verursacht zusammen mit der Erhöhung des
Gewichtsverlusts der Oxidation, sollte die Bramme-Wiedererwärmungstemperatur
vorzugsweise 1300°C
oder weniger sein.
-
Im
Hinblick auf die Reduzierung der Bramme-Wiedererwärmungstemperatur
und Verhindern des Auftretens von Problemen während des Warmwalzens ist die
Nutzung von so genannten Vorblechwärmeeinheiten, welche ein Vorblech
erwärmen,
natürlich
ein wirksames Verfahren.
-
Endwalzendtemperatur:
700°C oder
mehr:
-
Durch
Nutzung einer Endwalzendtemperatur FDT von 700°C oder mehr ist es möglich, ein
einheitliches warmgewalztes Ausgangsblechgefüge zu erhalten. Eine Endwalzendtemperatur
von unter 700°C
führt andererseits
zu einem nicht einheitlichen warmgewalzten Ausgangsblechgefüge und zu
einer höheren
Walzlast während
des Warmwalzens, was zu einer erhöhten Gefahr des Auftretens
von Problemen während
Warmwalzens führt.
Aus diesen Gründen
sollte die FDT bei dem Warmwalzschritt vorzugsweise 700°C oder mehr sein.
-
Aufwickeltemperatur: 800°C oder niedriger:
-
Die
Aufwickeltemperatur CT sollte vorzugsweise 800°C oder weniger und besonders
bevorzugt 200°C oder
mehr sein. Eine Aufwickeltemperatur von über 800°C neigt dazu, eine Verschlechterung
der Fördermenge
in Folge einer Erhöhung
von Zunder, verursachend einen Zunderabfall, zu verursachen. Mit
einer Aufwickeltemperatur von unter 200°C wird die Stahlblechform sehr
beschädigt
und es besteht eine Erhöhte
Gefahr von Auftreten von Problemen während der praktischen Nutzung.
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Das
warmgewalzte Stahlblech, welches in der Erfindung auf geeignete
weise eingesetzt werden kann, sollte vorzugsweise durch wiedererwärmen der
Bramme mit der vorerwähnten
chemischen Zusammensetzung auf 900 °C oder mehr, Warmwalzen dergleichen,
damit die Endwalzendtemperatur 700 °C oder mehr ist und Aufwickeln
dergleichen bei einer Aufwickeltemperatur von 800 °C oder mehr
und vorzugsweise 200 °C oder
mehr angefertigt werden.
-
Beim
Warmwalzen der vorliegenden Erfindung kann ein Teil oder das gesamte
Endwalzen Schmierwalzen umfassen, um die Walzlast während des
Warmwalzens zu verringern. Der Einsatz von Schmierwalzen ist auch
zum Erzielen einer einheitlichen Stahlblechform und einer einheitlichen
Materialqualität
wirksam. Der Reibungskoeffizient während Schmierwalzens sollte
vorzugsweise innerhalb eines Bereichs von 0,25 bis 0,10 sein. Es
ist erwünscht,
benachbarte Vorbleche umzuwandeln, um einen kontinuierlichen Walzprozess
zu bilden, um das Endwalzen kontinuierlichen auszuführen. Der
Einsatz des kontinuierlichen Walzprozesses ist auch im Hinblick
auf die Betriebsstabilität
des Warmwalzens erwünscht.
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Das
warmgewalzte Blech mit einer daran haftenden Schale kann einer warmgewalzten
Blechglühung unterworfen
werden, um eine innere Oxidschicht in der Oberflächenschicht des Stahlblechs
zu bilden. Ausformung der inneren Oxidschicht verbessert die schmelz-galvanisierte
Eigenschaft zum Verhindern von Oberflächenkonzentrationen von Si,
Mn und P.
-
Das
durch das vorerwähnte
Verfahren hergestellte warmgewalzte Blech kann als ein Ausgangsblech zum
Galvanisieren benutzt werden und ferner das kaltgewalzte Blech hergestellt
durch Ausüben
eines Kaltwalzschrittes an dem vorerwähnten warmgewalzten Blech.
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Bei
dem Kaltwalzschritt wird Kaltwalzen an dem warmgewalzten Blech ausgeübt. Alle
Kaltwalzbedingungen können
benutzt werden, sofern solche Bedingungen die Herstellung eines
kaltgewalzten Stahlblechs mit erwünschter Dimension und Form
erlauben und keine besondere Einschränkung werden festgelegt. Die Höhenabnahme
beim Kaltwalzen sollte vorzugsweise 40% oder mehr sein. Eine Höhenabnahme
von unter 40% erschwert ein Auftreten von einheitlichen Rekristallisieren
während
einer Glühbehandlung
beim nächsten Schritt.
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Bei
der vorliegenden Erfindung sollte das oben Erwähnte warmgewalzte oder kaltgewalzte
(Stahl-) Blech vorzugsweise Glühung
zum Erwärmen
des Blechs auf einen Ferrit (α)-
+ Austenit (γ)-Zweiphasenbereich
innerhalb eines Temperaturbereichs von Ac1-Umwandlungspunkt
bis Ac3-Umwandlungspunkt in einer durchgehenden
Schmelz-Galvanisierungsstraße unterworfen
werden.
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Eine
Erwärmungstemperatur
von unter Ac1-Umwandlungspunkt führt zu einem
Ferrit-Einphasengefüge. Eine
Erwärmungstemperatur
von über
Ac3-Umwandlungspunkt führt zu Vergröberung der
Kristallkörner und
zu einem Austenit-Einphasengefüge,
was erhebliche Verschlechterung der Pressformbarkeit verursacht. Glühbehandeln
in dem (α + γ)-Zweiphasenbereich
ermöglicht
es, ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge und ein hohes ΔTS zu erhalten.
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Um
ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge zu erhalten, sollte Abkühlen vorzugsweise
von der Zweiphasenbereich-Erwärmungstemperatur
zu der Schmelz-Galvanisierungsbehandlungstemperatur bei einer Abkühlrate von
5°C/Sekunde
oder mehr durchgeführt
werden. Mit einer Abkühlrate
von unter 5°C/Sekunde
wird es schwierig, dass eine Martensit-Umwandlung stattfindet und
ein Ferrit + Martensit Verbundgefüge zu Erzielen.
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Die
Schmelz-Galvanisierungsbehandlung kann unter den Behandlungsbedingungen
(Galvanisierungsbadtemperatur: 450 bis 500°C) durchgeführt werden, die normalerweise
in herkömmlichen
durchgehenden Schmelz-Galvanisierungsstraßen eingesetzt werden und es
ist nicht notwendig, bestimmte Einschränkungen festzulegen. Da Galvanisierung
bei einer übermäßig hohen
Temperatur zu einer schlechten Plattierbarkeit führt, sollte Galvanisierung
vorzugsweise bei einer Temperatur von 500°C oder weniger durchgeführt werden. Galvanisieren
bei einer Temperatur unter 450°C
führt zu
einem Problem der Verschlechterung der Plattierbarkeit.
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Im
Hinblick auf die Martensit-Bildung sollte die Abkühlrate von
der Schmelz-Galvanisierungstemperatur auf 300°C vorzugsweise 5°C/Sekunde
oder mehr sein.
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Zum
Zweck der Korrektur des Galvanisierungsgewichts nach dem Galvanisieren,
wie erforderlich, kann ein Abstreifen (wiping) durchgeführt werden.
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Nach
der Schmelz-Galvanisierung kann eine Legierungsbehandlung der schmelz-galvanisierten Schicht
durchgeführt
werden. Die Legierungsbehandlung der schmelz-galvanisierten Schicht
sollte vorzugsweise durch Wiedererwärmen des Blechs auf einen Temperaturbereich
von 460 bis 560°C
nach der Schmelz-Galvanisierungsbehandlung durchgeführt werden.
Eine Legierungsbehandlung bei einer Temperatur von über 560°C ver ursacht
Verschlechterung der Plattierbarkeit. Eine Legierungsbehandlung
bei einer Temperatur von unter 460°C verursacht anderseits ein
langsameres Fortschreiten der Legierungsbehandlung und folglich
eine Verschlechterung der Produktivität.
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Bei
dem Herstellungsverfahren des schmelz-galvanisierten Stahlblechs
der Erfindung ist ein Einsetzen einer Vor-Wärmebehandlung zum Erwärmen des
Blechs auf eine Temperatur von 700°C oder mehr in einer durchgehenden
Glühbehandlungsstraße und dann
ein Vorbehandlungsschritt zum Beizen zum Entfernen einer konzentrierten
Schicht der in dem Stahl vorhandenen Elemente, gebildet während der
Vorerwärmungsbehandlung,
zum Verbessern der Plattierbarkeit erwünscht.
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Auf
der Oberfläche
des Stahlblechs, welches in der durchgehenden Glühbehandlungsstraße vorerwärmt wurde,
ist P in dem Stahl konzentriert, und Oxide von Si, Mn und Cr sind
konzentriert, was eine Oberflächenkonzentrationsschicht
bildet. Zum Verbessern der Plattierbarkeit ist es vorteilhaft, diese
Oberflächenkonzentrationsschicht
durch Beizen zu entfernen und anschließend Glühbehandeln in einer reduzierten
Atmosphäre
in der durchgehenden schmelz-galvanisierten Straße durchzuführen. Mit einer Vorerwärmungsbehandlungstemperatur
von unter 700°C
wird eine Oberflächenkonzentrationsschichtbildung
nicht gefördert
und eine Verbesserung der Plattierbarkeit wird nicht beschleunigt.
Eine Vorerwärmungstemperatur
von 1000°C oder
weniger ist Hinblick auf die Pressformbarkeit erwünscht.
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Nach
der Schmelz-Galvanisierungs- oder Legierungsbehandlung kann 10%iges
oder weniger Nachwalzen zur Korrektur, wie beispielsweise Formkorrektur
oder Oberflächenrauheitskorrektur,
durchgeführt
werden.
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An
dem Stahlblech der Erfindung kann eine bestimmte Behandlung nach
dem Schmelz-Galvanisieren zum
Verbessern der chemischen Umwandlungsbehandlungseigenschaft, Schweißbarkeit,
Pressformbarkeit und Korrosionswiderstand ausgeführt werden.
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< Beispiele >
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(Beispiel 1)
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Geschmolzener
Stahl mit der wie in Tabelle 1 angegebenen chemischen Zusammensetzung,
wurde in einem Konverter erzeugt und durch den Stranggussprozess
zu Stahlbrammen gegossen. Die Stahlbrammen wurden erwärmt und
unter den in Tabelle 2 angegebenen Bedingungen zu warmgewalzten
Bandstahl mit einer Dicke von 2,0 mm (warmgewalztes Stahlblech)
warmgewalzt, gefolgt von 1%igem Nachwalzen. Stahlblech Nr. 2 wurde
durch Schmierwalzen in den letzteren vier Walzgerüsten des
Endwalzens gewalzt.
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Für die somit
erhaltenen warmgewalzten Bandstähle
(warmgewalzte Stahlbleche) wurden das Mikrogefüge, die Festigkeitseigenschaften,
die Reckalterungseigenschaft und das Loch-Ausdehnungsverhältnis bestimmt.
Pressformbarkeit wurde in Form von Dehnung EI und Fließfestigkeit
ausgewertet.
-
(1) Mikrogefüge
-
Probestücke wurden
aus den resultierenden Bandstählen
erhalten und für
den Querschnitt (Abschnitt C) senkrecht zu der Walzrichtung wurde
das Mikrogefüge
durch ein optisches Mikroskop oder eine Rasterelektronenmikroskop
aufgenommen und das Teilverhältnis
des Ferritgefüges,
die Hauptphase und die Art und Teilverhältnis der zweiten Phase wurde
durch Nutzung eines Schliffbildanalysators bestimmt.
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(2) Festigkeitseigenschaften
-
JIS
#5-Festigkeitsprobestücke
wurden von den resultierenden Bandstählen (warmgewalzten Blechen) erhalten
und ein Zugversuch wurde gemäß JIS Z2241
durchgeführt,
um die Fließfestigkeit
YS, die Zugfestigkeit TS, die Dehnung EI und das Fließverhältnis YR
zu bestimmen.
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(3) Reckalterungseigenschaft
-
JIS
#5-Festigkeitsprobestücke
wurden in Walzrichtung von den resultierenden Bandstählen (warmgewalzten
Stahlblechen) gesammelt. Eine 5%ige plastische Verformung wurde
als eine Vorverformung (Zugvorverformung) ausgeübt und dann, nach Durchführen einer
Wärmebehandlung
von 250°C × 20 Minuten,
wurde ein Zugversuch durchge führt,
um die Festigkeitseigenschaften (Fließfestigkeit YSHT und
Zugfestigkeit TSHT) zu bestimmen und um ΔYS = YSHT – YS
und ΔTS
= TSHT – TS
zu berechnen. YSHT und TSHT sind
Fließspannung und
Zugfestigkeit nach Vorverformung-Wärmebehandlung und YS und TS
sind Fließspannung
und Zugfestigkeit der Bandstähle
(warmgewalzte Stahlbleche).
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(4) Loch-Ausdehnungsverhältnis
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Ein
Loch wurde durch Stanzen eines Probestücks, das von dem resultierenden
Bandstählen
(warmgewalztes Blech) gesammelt wurde, durch eine Stanze mit einem
Durchmesser von 10 mm ausgebildet. Dann wurde das Loch bis zum Auftreten
von Rissen, die durch die Dicke verlaufen, durch Nutzung einer konischen Stanze
mit einem senkrechten Winkel von 60° ausgedehnt, so dass der Grat
an der Außenseite
erzeugt wurde, wodurch das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ bestimmt wurde. Das Loch-Ausdehnungsverhältnis λ wurde durch
eine Formel berechnet: λ (%)
= {(d – d0)/d0} × 100, worin
d0: Ausgangslochdurchmesser und d: innerer Lochdurchmesser
beim Auftreten von Rissen ist.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 3 angegeben.
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-
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Alle
Beispiele der Erfindung zeigen eine niedrige Fließfestigkeit
YS, eine hohe Dehnung EI, ein niedriges Fließverhältnis YR und ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis λ, was andeutet,
dass diese warmgewalzten Stahlbleche eine hervorragende Pressformbarkeit,
enthaltend Stretch-Bördelformbarkeit
haben und weisen ein hohes ΔYS
und ein sehr hohes ΔTS
auf, was andeutet, dass sie hervorragende Reckalterungseigenschaften
besitzen. Im Gegensatz dazu, deuten die Vergleichsbeispiele außerhalb
des Bereichs der Erfindung an, dass die Proben warmgewalzte Stahlbleche
mit verringerter Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft sind,
die eine hohe Fließfestigkeit
YS, eine niedrige Dehnung EI, ein niedriges Loch-Ausdehnungsverhältnis λ oder ein
niedriges ΔTS
aufweisen.
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(Beispiel 2)
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Geschmolzener
Stahl mit der chemischen Zusammensetzung, wie in Tabelle 4 angegeben,
wurde in einem Konverter erzeugt und durch den Stranggussprozess
zu Stahlbrammen gegossen. Die Stahlbrammen wurden wiedererwärmt und
unter den in Tabelle 5 angegebenen Bedingungen zu warmgewalzten
Bandstählen (warmgewalzten
Blechen) mit einer Dicke von 2,0 mm warmgewalzt, gefolgt von 1%igem
Nachwalzen.
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Für die resultierenden
warmgewalzten Bandstähle
(warmgewalzten Stahlblechen) wurden Mikrogefüge, Festigkeitseigenschaften,
Reckalterungseigenschaft und Loch-Ausdehnungsverhältnis, wie in Beispiel 1 bestimmt.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 6 veranschaulicht.
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-
-
Alle
Beispiele der Erfindung zeigen eine niedrige Fließfestigkeit
YS, eine hohe Dehnung EI, ein niedriges Fließverhältnis YR und ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis λ, was andeutet,
dass diese warmgewalzten Stahlbleche eine hervorragende Pressformbarkeit,
enthaltend Stretch-Bördelformbarkeit
besitzen und weisen ein hohes ΔYS
und ein sehr hohes ΔTS
auf, was andeutet, dass sie eine hervorragende Reckalterungseigenschaft
besitzen. Die Vergleichsbeispiele, welche außerhalb des Bereichs der Erfindung
liegen, deuten dagegen an, dass die Proben warmgewalzte Stahlbleche
mit verringerter Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft sind,
da sie hohe Fließfestigkeit
YS, eine niedrige Dehnung EI, ein niedriges Loch-Ausdehnungsverhältnis λ oder ein
niedriges ΔTS
aufweisen.
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(Beispiel 3)
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Geschmolzener
Stahl mit der chemischen Zusammensetzung, wie in Tabelle 7 angegeben,
wurde in einem Konverter erzeugt und durch den Stranggussprozess
zu Stahlbrammen gegossen. Diese Stahlbrammen wurden auf 1150°C, wie in
Tabelle 8 angegeben, wiedererwärmt
und dann in einem Warmwalzschritt mit einer Endwalz-Endtemperatur von
900°C warmgewalzt
und einer Aufwickeltemperatur von 600°C zu warmgewalzten Bandstählen (warmgewalzte
Stahlbleche) mit einer Dicke von 4,0 mm verarbeitet. Das Stahlblech
Nr. 2-2 wurde durch die letzteren vier Walzgerüste beim Endwalzen schmiergewalzt.
Danach wurden diese warmgewalzten Bandstähle (warmgewalzten Bleche)
einem Kaltwalzschritt zum Kaltbeizen und Kaltwalzen zu kaltgewalzten
Bandstählen
(kaltgewalzte Bleche) mit einer Dicke von 1,2 mm unterworfen. Dann
wurde Rekristallisationsglühen
an diesen kaltgewalzten Bandstählen
(kaltgewalztes Blech) in einer durchgehenden Glühstraße, bei einer wie in Tabelle
8 angegebenen Glühbehandlungstemperatur
durchgeführt.
Die resultierenden Bandstähle
(kaltgewalzten glühbehandelten
Bleche) wurden Nachwalzen bei einer Dehnung von 0,8% unterworfen.
-
Probestücke wurden
aus den resultierenden Bandstählen
angefertigt und das Mikrogefüge,
die Festigkeitseigenschaften, die Reckalterungseigenschaft und das
Loch-Ausdehnungsverhältnis wurden
wie in Beispiel 1 untersucht. Pressformbarkeit wurde in Form von
Dehnung EI, Fließfestigkeit
und Loch-Ausdehnungsverhältnis
ausgewertet.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 9 angegeben.
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Alle
Beispiele der Erfindung zeigen eine niedrige Fließfestigkeit
YS, eine hohe Dehnung EI, ein niedriges Fließverhältnis YR und ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis λ, was andeutet,
dass die warmgewalzten Stahlbleche eine hervorragende Pressformbarkeit,
enthaltend Stretch-Bördelformbarkeit
besitzen und sie weisen ein sehr hohes ΔTS auf, was andeutet, dass sie
hervorragende Reckalterungseigenschaft besitzen. Im Gegensatz zeigen
die Vergleichsbeispiele, die außerhalb
des Schutzbereichs der Erfindung sind, dass die Probestücke warmgewalzte
Stahlbleche mit verschlechterter Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft sind,
da sie eine hohe Fließfestigkeit
YS, eine niedrige Dehnung EI, ein niedriges Loch-Ausdehnungsverhältnis λ oder niedriges ΔTS aufweisen.
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(Beispiel 4)
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Geschmolzener
Stahl mit der chemischen Zusammensetzung, wie in Tabelle 10 angegeben,
wurde in einem Konverter erzeugt und zu Stahlbrammen durch den Stranggussprozess
gegossen. Die Stahlbrammen wurden auf 1250°C wiedererwärmt und in einem Warmwalzschritt
zum Warmwalzen mit einer Endwalz-Endtemperatur von 900°C und einer
Aufwickeltemperatur von 600°C
zu warmgewalzten Bandstählen
(warmgewalzte Bleche) mit einer Dicke von 4,0 mm warmgewalzt. Dann
wurden diese warmgewalzten Bandstähle (warmgewalzte Bleche) einem
Kaltwalzschritt zum Beizen und Kaltwalzen zu kaltgewalzten Bandstähle (kaltgewalzte
Bleche) mit einer Dicke von 1,2 mm unterworfen. Dann wurde Rekristallisationsglühen an diesen
kaltgewalzten Bandstählen
(kaltgewalzte Bleche) in einer durchgehenden Glühbehandlungsstraße bei einer
Glühbehandlungstemperatur,
wie in Tabelle 11 angegeben, durchgeführt. Die resultierenden Bandstähle (kaltgewalzten
glühbehandelten
Bleche) wurden ferner Nachwalzen bei einer Dehnung von 0,8% unterworfen.
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Probestücke wurden
aus den resultierenden Bandstählen
angefertigt und das Mikrogefüge,
die Festigkeitseigenschaften, die Reckalterungseigenschaft und das
Loch-Ausdehnungsverhältnis wurden
wie in dem ersten Beispiel untersucht. Pressformbarkeit wurde hinsichtlich
der Dehnung, der Fließfestigkeit
und dem Loch-Ausdehnungsverhältnis
ausgewertet. Die Ergebnisse sind in Tabelle 12 veranschaulicht.
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Alle
Beispiele der Erfindung weisen eine niedrige Fließfestigkeit
YS, eine hohe Dehnung EI, ein niedriges Fließverhältnis YR und ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis λ auf, dies
deutet an, dass diese warmgewalzten Stahlbleche eine hervorragende
Pressformbarkeit, enthaltend Stretch-Bördelformbarkeit besitzen und
weisen ein sehr hohes ΔTS
auf, dies deutet an, dass sie eine hervorragende Reckalterungseigenschaft besitzen.
Die Vergleichsbeispiele, welche außerhalb des Schutzbereichs
der Erfindung liegen, zeigen dagegen, dass die Probestücke warmgewalzte
Stahlbleche mit einem niedrigen ΔTS,
verringerter Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft sind,
da sie hohe Fließfestigkeit
YS, eine niedrige Dehnung EI und niedriges Loch-Ausdehnungsverhältnis λ aufweisen.
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(Beispiel 5)
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Geschmolzener
Stahl mit der chemischen Zusammensetzung, wie in Tabelle 13 angegeben,
wurde in einem Konverter erzeugt und zu Stahlbrammen durch den Stranggussprozess
gegossen. Diese Brammen wurden unter den in Tabelle 14 angegebenen
Bedingungen zu warmgewalzten Bandstählen (warmgewalzte Bleche)
warmgewalzt. Stahlblech Nr. 3-3 wurde in den letzten vier Walzgerüsten des
Endwalzens schmiergewalzt. Nach Beizen wurden diese warmgewalzten
Bandstähle
(warmgewalzte Bleche) in einer durchgehenden Schmelz-Galvanisierungsstraße (CGL)
unter den in Tabelle 14 angegebenen Bedingungen glühbehandelt
und dann einer Schmelz-Galvanisierungsbehandlung unterworfen, wodurch
eine schmelz-galvanisierte Schicht auf der Oberfläche des
Stahlblechs ausgebildet wurde. Dann wurde eine Legierungsbehandlung
der schmelzgalvanisierten Schicht unter den in Tabelle 14 angegebenen
Bedingungen ausgeführt.
Einige der Stahlbleche wurden als schmelz-galvanisierte Bleche belassen.
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Nach
weiterem Beizen wurden die warmgewalzten Bandstähle (warmgewalzte Bleche) einem
Kaltwalzschritt unter den in Tabelle 14 angegebenen Bedingungen
zu kaltgewalzten Bandstähle
(kaltgewalzten Blechen) unterworfen. Diese kaltgewalzten Bandstähle (kaltgewalzte
Bleche) wurden unter den in Tabelle 14 angegebenen Bedingungen in
einer durchgehenden Schmelz-Galvanisierungsstraße (CGL) glühbehandelt und dann einer Schmelz-Galvanisierungsbehandlung
zum Formen einer Schmelz-Galvanisierungsschicht auf der Oberfläche der
Stahlbleche unterworfen. Dann wurde eine Legierungsbehandlung der
Schmelz-Galvanisierungsschicht unter den in Tabelle 14 angege benen
Bedingungen durchgeführt.
Einige der Stahlbleche wurden als schmelzgalvanisierte belassen.
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Vor
der Glühbehandlung
in der durchgehenden Schmelz-Galvanisierungsstraße (CGL) wurden einige der
Stahlbleche einer Vorerwärmungsbehandlung
unter den in Tabelle 14 angegebenen Bedingungen und dann einer Vorbehandlung
zum Beizen des Stahls unterworfen. Beizen in dem Vorbehandlungsschritt
wurde in einem Beizbehälter
an der Eingangsseite der CGL durchgeführt.
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Die
Galvanisierungsbadtemperatur war innerhalb eines Bereichs von 460
bis 480°C
und die Temperatur der einzutauchenden Stahlbleche war innerhalb
eines Bereichs von der Galvanisierungsbadtemperatur bis (Badtemperatur
+ 10°C).
Bei der Legierungsbehandlung wurden die Bleche auf die Legierungstemperatur wiedererwärmt und
bei der Temperatur für
einen Zeitraum für
15 bis 28 Sekunden gehalten. Diese Stahlbleche wurden ferner einem
Nachwalzen bei einer Dehnung von 1,0% unterworfen.
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Für die schmelz-galvanisierten
Stahlbleche (Bandstähle),
erhalten durch die vorerwähnten
Schritte wurde das Mikrogefüge,
die Festigkeitseigenschaften, die Reckalterungseigenschaft und das
Loch-Ausdehnungsverhältnis
wie in Beispiel 1 bestimmt. Pressformbarkeit wurde hinsichtlich
der Dehnung EI, der Fließfestigkeit
und des Loch-Ausdehnungsverhältnises
bestimmt.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 15 angegeben.
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Alle
Beispiele der Erfindung weisen eine niedrige Fließfestigkeit
YS, eine hohe Dehnung EI, ein niedriges Fließverhältnis YR und ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis λ auf, dies
deutet an, dass das warmgewalzte Stahlblech eine hervorragende Pressformbarkeit,
enthaltend Stretch-Bördelformbarkeit
besitzt und weisen hohes ΔYS
und sehr hohes ΔTS
auf, was eine hervorragende Reckalterungseigenschaft bedeutet. Vergleichsbeispiele
außerhalb
des Schutzbereichs der Erfindung deuten dagegen an, dass die Proben
warmgewalzte Stahlbleche mit niedriger Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft
sind, da sie eine hohe Fließfestigkeit
YS, eine niedrige Dehnung EI, ein geringes Lochausdehnungsverhältnis λ und ein
niedriges ΔTS
aufweisen.
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(Beispiel 6)
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Geschmolzener
Stahl mit der chemischen Zusammensetzung, wie in Tabelle 16 angegeben,
wurde in einem Konverter erzeugt und zu Brammen durch den Stranggussprozess
gegossen. Diese Brammen wurden unter den in Tabelle 17 angegebenen
Bedingungen zu warmgewalzten Stahlstreifen (warmgewalzte Bleche) mit
einer Dicke von 1,6 oder 4,0 mm warmgewalzt. Nach dem Beizen wurden
die warmgewalzten Bandstähle mit
einer Dicke von 1,6 mm unter den in Tabelle 17 angedeuteten Bedingungen
in einer durchgehenden Schmelz-Galvanisierungsstraße (CGL)
glühbehandelt
und dann einer Schmelz-Galvanisierungsbehandlung unterworfen, wodurch
eine Schmelz-Galvanisierungsschicht auf der Oberfläche eines
jeden Stahlblechs ausgebildet wurde. Dann wurde eine Legierungsbehandlung
der schmelz-galvanisierten Schicht unter den in Tabelle 17 angegebenen
Bedingungen ausgeführt.
Einige der Stahlbleche wurden als schmelz-galvanisierte beibehalten.
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Nach
weiterem Beizen wurden die warmgewalzten Bandstähle (warmgewalzte Bleche) unter
den in Tabelle 17 angegebenen Bedingungen zu kaltgewalzten Bandstähle (kaltgewalzte
Bleche) kaltgewalzt. Diese kaltgewalzten Bandstähle (kaltgewalzte Bleche) wurden
unter den in Tabelle 17 angegebenen Bedingungen in einer durchgehenden
Schmelz-Galvanisierungsstraße
(CGL) glühbehandelt
und dann einer Schmelz-Galvanisierungsbehandlung unterworfen, wodurch
eine schmelz-galvanisierte Schicht auf der Oberfläche eines
jeden Stahlblechs ausgebildet wurde. Danach wurde eine Legierungsbehandlung
der schmelz-galvanisierten Schicht durchgeführt. Einige der Stahlbleche
wurden als schmelz-galvanisierte beibehalten.
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Vor
der Glühbehandlung
in der durchgehenden Schmelz-Galvanisierungsstraße (CGL) wurden einige der
Stahlbleche einer Vorerwärmungsbehandlung
unter den in Tabelle 17 angegebenen Bedingungen in einer durchgehenden
Glühbehandlungsstraße (CAL)
und einem Vorbehandlungsschritt zum Beizen unterworfen. Beizen während des
Vorbehandlungsschritts wurde in einem Beizbad an der Eingangsseite
der CGL durchgeführt.
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Die
Galvanisierungsbadtemperatur war innerhalb eines Bereichs von 460
bis 480°C
und die Temperatur der einzutauchenden Stahlbleche war innerhalb
eines Bereichs von der Galvanisierungsbadtemperatur bis (Badtemperatur
+ 10°C).
Bei der Legierungsbehandlung wurden die Bleche auf die Legierungstemperatur wiedererwärmt und
bei der Temperatur für
einen Zeitraum von 15 bis 28 Sekunden gehalten. Diese Stahlbleche
wurden Nachwalzen bei einer Dehnung von 1,0% unterworfen.
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Bei
den schmelz-galvanisierten Stahlblechen (Bandstähle), erhalten durch die vorerwähnten Schritte, wurde
das Mikrogefüge,
die Festigkeitseigenschaften, die Reckalterungseigenschaft und das
Loch-Ausdehnungsverhältnis
wie in Beispiel 1 bestimmt. Pressformbarkeit wurde hinsichtlich
der Dehnung EI, der Fließfestigkeit
und des Loch-Ausdehnungsverhältnises
ausgewertet.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 18 angegeben.
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Alle
Beispiele der Erfindung weisen eine niedrige Fließfestigkeit
YS, eine hohe Dehnung EI, ein niedriges Fließverhältnis YR und ein hohes Loch-Ausdehnungsverhältnis λ auf, dies
deutet an, dass diese galvanisierten Stahlbleche eine hervorragende
Pressformbarkeit, enthaltend Stretch-Bördelformbarkeit besitzen und
zeigen eine hohe ΔYS
und eine sehr hohe ΔTS,
was eine hervorragende Reckalterungseigenschaft andeutet. Vergleichsbeispiele,
welche außerhalb
des Schutzbereichs der Erfindung sind, deuten im Gegensatz dazu
an, dass die Proben galvanisierte Stahlbleche mit verschlechterter
Pressformbarkeit und Reckalterungseigenschaft sind, da sie eine
hohe Fließfestigkeit
YS, eine niedrige Dehnung EI, ein niedriges Loch-Ausdehnungsverhältnis λ oder ein
niedriges ΔTS
aufweisen.
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Industrielle
Anwendbarkeit
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es möglich,
warmgewalzte Stahlbleche, kaltgewalzte Stahlbleche und galvanisierte
Stahlbleche stabil herzustellen, bei welchen die Zugfestigkeit durch
eine Wärmebehandlung,
durchgeführt
nach Pressformen, erstaunlich erhöht werden kann, während eine
hervorragende Pressformbarkeit beibehalten wird, was erstaunliche
industrielle Wirkungen mit sich bringt. Wenn ein Stahlblech der Erfindung
für Kraftfahrzeugbauteile
genutzt wird, bestehen Vorteile, wie einfaches Pressumformten, hohe
und stabile Komponenteneigenschaften nach Vollendung und einen ausreichenden
Beitrag zur Gewichtsreduzierung der Kraftfahrzeugkarosserie.