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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Verfahren zum Erzeugen von
Molekülen
mit einer hohen Fluoreszenzleistung aus Molekülen mit einer niedrigeren oder
vernachlässigbaren
Fluoreszenz und die durch enzymatische Wirkung katalysiert werden
können.
Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf Verfahren zum Erreichen
der Fluoreszenzdetektion von Analyten durch Verwenden von enzymatischen
Mitteln, um Fluoreszenzreporter-Moleküle zu erzeugen.
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Die
Verwendung von Fluoreszenz als eine Detektions-Modalität in biologischen
Assays ist weit verbreitet, und eine mannigfaltige Vielfalt von
Prozeduren ist verfügbar,
um Fluoreszenz unter Assaybedingungen zur Detektion durch einen
weiten Bereich von Techniken zu erzeugen. Diese Techniken umfassen
Fluoreszenzmikroskopie, Fluoreszenzimmunoassay und Flow-Cytometry.
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Unter
den Verfahren, die zum Erzeugen eines Fluoreszenzsignals verwendet
werden, sind jene, die chemische oder enzymatische Mittel verwenden,
um ein nicht-fluoreszierendes
Substrat in ein fluoreszierendes Produkt umzuwandeln. So setzt Katoh
(Nippon Acta Radiologica, 1990, Band 50(6), Seiten 661–668), der sich
auf canceröse
Zellen bezieht, die chemische Reduktion eines Nitroacridinfarbstoffs
ein, um eine Fluoreszenzsonde in hypoxischen Zellen als einen Indikator
der Strahlungsempfindlichkeit zu erzeugen. Auf ähnliche Weise beschreibt Olive
(Int. J. Radiation Oncology Biol. Phy., 1985, Band II(II), Seiten
1947–1954)
die Verwendung von Nitroheterozyklen, die reduktiv in Tumorzellen
metabolisiert werden, um Fluoreszenzsonden zu erzeugen.
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Das
Enzym kann an eine Assaykomponente gekoppelt sein, zum Beispiel
an einen Antikörper
in einem Immunoassay oder an ein Nukleinsäuremolekül in einem Nukleinsäurehybridisierungsassay,
und wird typischerweise verwendet, um ein Fluo reszenzsignal von
einem nicht-fluoreszierenden Substrat zu erzeugen. In derartigen
Verfahren liefert die Fluoreszenzintensität des Produktes das Assaysignal
und korreliert mit der Menge des Analyten im Assay (z.B. ein Antigen
in einem Immunoessay oder eine komplementäre Nukleinsäuresequenz in einem Nukleinsäurehybridisierungsassay).
Beispiele derartiger, auf Enzym basierender Fluoreszenzverfahrensassays
sind beschrieben in „Applications
of Fluorescence in Immunoassays",
Kapitel 9, Seiten 223–232,
I. A. Hemmila, John Wiley & Sons,
New York, 1991 (Immunoassays) und „Nonisotopic DNA Probe Techniques", Kapitel 1, Seiten
3–23,
L. J. Kricka, Academic Press Inc., New York, 1992 (Nukleinsäurehybridisierungsassays),
und Enzyme, die in derartigen Verfahren verwendet werden, umfassen
Meerrettichperoxidase (HRP) und alkalische Phosphatase.
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Alternativ
kann das Enzym durch Proteinsynthese im Verlauf des Assays erzeugt
werden. Zum Beispiel wird in einem in-vivo-Genexpressionsassay das
Enzym synthetisiert aus einem Gen, das üblicherweise ein Reportergen
genannt wird und in eine Zelle oder einen Organismus eingesetzt
ist, in der/dem es nicht natürlich
auftritt und nur in geringen Gehalten gefunden wird, auf eine derartige
Weise, dass die Expression des Reportergens an die Expression eines
zellulären
Gens von Interesse geknüpft
ist. Konsequentes Verarbeiten des nicht-fluoreszierenden Substrats
des Enzyms zu einem fluoreszierenden Produkt korreliert mit der
Expression des Reportergens und liefert daher ein indirektes Maß für die Expression
des zellulären
Gens von Interesse.
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Enzyme,
die aus Reportergenen synthetisiert werden und gegenwärtig in
Fluoreszenzassays für
die Messung einer in-vivo-Genexpression verwendet werden, umfassen β-Galactosidase,
alkalische Phosphatase und β-Lactamase.
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β-Galactosidase
ist ein bakterielles Enzym und wurde zur Verwendung in derartigen
Enzym-Reporter-Assays in Kombination mit Substraten, die durch Enzymaktivität fluoreszierend
gemacht werden können, gut
charakterisiert. Die Detektion der β-Galactosidase-Expression ist beschrieben
in „Fluorescence
Microcopy and Fluores cent Probes",
Seiten 211–215,
J. Slavik, Plenum Press, London, 1996. Hier wird ein nicht-fluoreszierendes
Substrat, CMFDG, in Zellen mikroinjiziert, die das Enzym exprimieren,
wo es in eine fluoreszierende Form hydrolysiert wird, die ein Maß der Enzymaktivität ergibt.
Jedoch wird, da Säugerzellen
etwas endogene β-Galactosidase-Aktivität zeigen,
etwas Untergrundfluoreszenz des umgewandelten Substrats in in-vivo-Assays
für die
Genexpression sogar bei Nichtvorhandensein von Signalen, die zur
Expression von β-Galactosidase
von dem Reportergen führen,
beobachtet.
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Säugerzellen
können
auch etwas endogene alkalische Phosphatase-Enzymaktivität besitzen,
die wieder zu einem Untergrund der Aktivierung eines nicht-fluoreszierenden
Substrats in seine fluoreszierende Form führt, in in-vivo-Assays, die
auf der Expression der alkalischen Phosophatase basieren. In diesem
Fall ist das fluoreszierende Substrat typischerweise Fluoresceindiphosphat.
Zusätzlich
erfordert die optimale Aktivität
der alkalischen Phosphatase einen pH von 9,8, der die Verwendung
dieses Enzyms in in-situ-Assays begrenzt.
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Kürzlich wurde
ein fluoreszierendes Substrat für β-Lactamase
dokumentiert (siehe US-Patent Nr. 5,955,604, Tsien et al). Das darin
beschriebene Substrat, CCF2, ist zur Verwendung in einem auf FRET
basierenden Assay (wie unten beschrieben) geeignet, in dem die Donor-
und Akzeptormoleküle
in dem fluoreszierenden Substrat durch die Enzymaktivität von β-Lactamase
getrennt werden, um ein Fluoreszenzsignal vom Donormolekül zu erzeugen.
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Jedoch
sind die Fluoreszenzfarbstoffe, die in diesen Techniken verwendet
werden, typischerweise Fluorescein und seine Derivate (Handbook
of Fluorescent Probes and Research Chemicals, Molecular Probes, 6.
Ausgabe, 1996 oder siehe www.probes.com). Auf Fluorescein basierende
Fluoreszenzfarbstoffe besitzen typischerweise Anregungswellenlängen im
UV bis blauen Bereich des Spektrums und Emissionswellenlängen im
blauen bis grünen
Bereich des Spektrums (d.h. Anregung bei annähernd 488 nm und Emission bei
annähernd
510 nm). Diese Eigenschaften verleihen der Verwendung dieser Fluoreszenzfarbstoffe
mit biologischen Materialien bestimmte Beschränkungen, da diese Wellenlängen mit
den Anregungs- und Emissionsbereichen einer Anzahl biologischer
Moleküle übereinstimmen.
Dies kann eine hohe Untergrunds-Fluoreszenz in biologischen Assays
mit einer daraus folgenden verringerten Detektionsempfindlichkeit
ergeben.
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Außerdem gibt
es, da all diese bekannten Techniken Signale innerhalb desselben
Bereichs des Spektrums ergeben, einen begrenzten Umfang dafür, dass
mehrfache Signalgebungssysteme gleichzeitig eingesetzt und gelesen
werden.
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Farbstoffe,
die auf Fluorescein basieren, besitzen eine Anzahl anderer Nachteile,
einschließlich
ihrer Tendenz zum Photobleaching, wenn sie mit starken Anregungsquellen
bestrahlt werden. Außerdem
sind einige Produkte von Enzymsubstraten, die auf diesen Fluoreszenzfarbstoffen
basieren, pH-empfindlich, was zu einer Variation in der Fluoreszenz
in unterschiedlichen Umgebungen führen kann. Probleme können bei
Verwenden dieser Fluoreszenzfarbstoffe in intrazellulären Assays
auftreten, da die Anregung im UV-Bereich, was eine hochenergetische
Anregung bei einer kurzen Wellenlänge erfordert, zur Zellzerstörung Anlass
geben kann, die wiederum zu irreführenden Ergebnissen führen kann.
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Um
diese Mängel
existierender Enzymfluoreszenzsubstrate zu überwinden, gibt es ein Erfordernis
für ein
Molekül
(oder Moleküle),
das das Substrat für
ein nicht-ubiquitäres Enzym
ist und das keine oder eine niedrige Fluoreszenz in einer ersten
Form besitzt, und das bei Reaktion mit dem Enzym ein auf die Umgebung
bezogen stabiles fluoreszierendes Produkt ergibt, das Licht über einen
breiten Bereich des Spektrums emittieren kann. Der Bereich der Emission
könnte
zum Beispiel im Bereich des 500–900
nm-Bereichs des Spektrums sein.
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Die
Cyaninfarbstoffe (manchmal als „Cy DyeTM" bezeichnet), die
zum Beispiel im US-Patent
5,268,486 beschrieben sind, sind eine Reihe biologisch kompatibler
Fluorophore, die durch eine hohe Fluoreszenzemission, Umgebungsstabilität und einen Bereich
von Emissionswellenlängen
gekennzeichnet sind, die in das nahe Infra-Rot reichen und die durch
Variieren des internen molekularen Skeletts des Fluorophors ausgewählt werden
können.
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Kürzlich wurden
Cyaninfarbstoffe zur Verwendung in Fluorescence-Resonance-Energy-Transfer-(FRET)-Assays
entwickelt. Das Prinzip von FRET wurde in
US 4,996,143 und kürzlich in PCT/GB99/01746 (Veröffentlichungsnummer
WO99/64519) beschrieben. Kurz gesagt hängen FRET-Assays von einer
Wechselwirkung zwischen zwei Fluorophoren ab, einem Donor-Fluorophor
und einem Akzeptor-Fluorophor. Wenn die Donor- und Akzeptormoleküle in einer
ausreichend nahen Nachbarschaft sind, wird die Fluoreszenz des Donormoleküls auf das
Akzeptormolekül übertragen,
mit einer daraus folgenden Abnahme in der Lebensdauer und einem
Löschen
der Fluoreszenz der Donorspezies und einem begleitenden Anstieg
in der Fluoreszenzintensität
der Akzeptorspezies. Die Verwendung von FRET-Markern in biologischen
Systemen ist gut bekannt. Das Prinzip wurde bei der Detektion von
Bindungsereignissen oder Spaltungsreaktionen in Assays verwendet, die
FRET einsetzen. Im Falle von Peptid-Spaltungsreaktionen werden ein
fluoreszierendes Donormolekül
und ein fluoreszierendes Akzeptormolekül an ein Peptidsubstrat auf
jeder Seite der zu spaltenden Peptidbindung und in einer derartigen
Entfernung angebracht, dass ein Energietransfer stattfindet. Eine
Peptid-Spaltungsreaktion wird die Donor- und Akzeptormoleküle trennen, und daher wird
die Fluoreszenz des Donormoleküls
wiederhergestellt werden.
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In
einem Format dieses Prinzips wird verursacht, dass eine Fluoreszenzeinheit
in naher Nachbarschaft mit einem „Quencher"-Molekül derart ist, dass die Energie
vom angeregten Donor-Fluorophor auf den Quencher übertragen
wird und als Wärme,
eher als als Fluoreszenzenergie, abgeführt wird. In diesem Fall wird die
Restfluoreszenz minimiert, wenn die zwei Komponenten des Donor-Quencher-Paares
in naher Nachbarschaft sind, und eine große Änderung im Signal kann erhalten
werden, wenn sie getrennt werden.
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Cyaninfarbstoffe,
die zur Verwendung als Akzeptor- oder „Quencher"-Moleküle in einem FRET-Assay geeignet
sind, wurden entwickelt (siehe PCT/GB99/01746) durch Durchführen bestimmter
Modifikationen an Cyaninfarbstoffen durch Einführen von chemischen Gruppen,
die den Effekt des Abschwächens
oder der Beseitigung der Fluoreszenz des Moleküls besitzen. Ein Beispiel einer
derartigen chemischen Modifikation ist die Einführung von -NO2-Gruppen.
Derart gelöschte
Cy-Farbstoffe werden als Cy-Q-Farbstoffe oder „dark dyes" bezeichnet.
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Es
wurde gezeigt, dass die bakteriellen Enzyme, die Nitroreduktasen
genannt werden, die allgemeine Reaktion katalysieren, die unten
in Reaktionsschema 1 dargelegt ist: Reaktionsschema
1
wobei, bei Vorhandensein von NADH oder NADPH, eine
oder mehrere -NO
2-Gruppen auf einem organischen Molekül zu einer
Hydroxylamingruppe reduziert werden, die nachfolgend zu einer Amingruppe
umgewandelt werden kann.
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Bakterielle
Nitroreduktasen wurden verwendet in Anti-Tumortherapie, um Prodrug-Moleküle in ihre entsprechenden
zytotoxischen Formen umzuwandeln (Anlezark et al 1995, Biochem-Pharmacol
50(5), 609–18),
durch Entfernen oder Reduzieren einer oder mehrerer NO2-Gruppen
auf dem Prodrug-Substrat. Derartige Substrate umfassen p-Nitrobenzyloxycarbonyl-Derivate
von zytotoxischen Verbindungen. Selektives Abtöten von Tumorzellen kann durch
Targeting-Expression des Nitroreduktasegens auf Tumorzellen und
Verabreichen des Prodrugs an das betroffene Gewebe erreicht werden
(wie beschrieben zum Beispiel in US-Patent Nr. 5,780,585). Das Prodrug-Substrat wird in
seine zytotoxische Form in den Tumorzellen umgewandelt, die die Nitroreduktase
exprimieren, während
die umgebenen Zellen (die nicht die Nitroreduktase enthalten) unbeeinflusst
bleiben.
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Nitroreduktasen
wurden auch verwendet in Bio-Sanierungsprozessen zur Clearance von
nitroaromatischen Verbindungen, die Umwelt- oder Gesundheitsschäden erzeugen
können.
US-Patent Nr. 5,777,190 beschreibt ein katalytisches Verfahren,
das sauerstoff-empfindliche Nitroreduktasen zum Reduzieren von nitroaromatischen
Verbindungen einbezieht, die durch die Zugabe von Sauerstoff gesteuert
werden können,
um zu verhindern, dass die Reaktion bis zum Abschluss fortschreitet.
Vorgeschlagene Substrate umfassen Nitrobenzol, Trinitrotoluol und
Orthochlornitrobenzol, wobei bevorzugte, sauerstoff-empfindliche
Nitroreduktaseenzyme Ferredoxin NADP, Xanthinoxidase und Glutathionreduktase
umfassen.
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Bis
heute scheint es keine Berichte zu geben, dass ein NO2-enthaltendes
modifiziertes Cyaninfarbstoffmolekül als ein Substrat für eine Nitroreduktase
wirken könnte,
um ein fluoreszierendes Molekül
zu erzeugen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren bereit zum Vergrößern der
Fluoreszenz eines modifizierten Cyaninfarbstoffs, der mindestens
eine NO2(Nitro)-Gruppe umfasst, zum Beispiel
einen Cy-Q-Farbstoff in einem Reportergenassay.
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Dies
kann durch enzymatische Umwandlung einer NO2-Gruppe
in einem derartigen Cy-Q-Farbstoff zu einem NHOH oder NH2 durch die Wirkung einer Nitroreduktase
(NTR) erreicht werden. Anhängig
von der Struktur des Cy-Q-Farbstoffs kann die Fluoreszenzemission
von dem Produkt der Cy-Q/NTR-Reaktion quer über einen weiten Bereich von
Wellenlängen
auftreten, typischerweise 500–900
nm, im Gegensatz zu existierenden Reportern, die nur im blau-grünen Bereich
des Spektrums emittieren. Diese Emission bei längeren Wellenlängen ist
vorteilhaft beim Vermeiden von Untergrundfluoreszenz und Vergrößern der
Empfindlichkeit in biologischen Systemen.
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Außerdem können die
Fluoreszenz-Emissionseigenschaften des Cy-Q/NTR-Reaktionsproduktes geändert werden,
um für
die Anwendung geeignet zu sein, durch Ausführen von Änderungen an der internen Struktur
des Cy-Q-Moleküls,
ohne die Ränder
des Moleküls,
z.B. die NO2-Gruppen, zu ändern, die
in die Reaktion mit Nitroreduktase einbezogen sind. So können Fluoreszenzreporter
bereitgestellt werden, die zur Verwendung mit anderen, bei UV-Bestrahlung
fluoreszierenden Farbstoffen in Multiplex-Systemen kompatibel sind.
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Demgemäß stellt
die Erfindung in einem ersten Aspekt ein Verfahren zum Vergrößern der
Fluoreszenz eines Farbstoffmoleküls,
das mindestens eine NO2-Gruppe umfasst,
bereit, durch die Reduktion der mindestens einen NO2-Gruppe
zu NHOH oder NH2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren in einem Nitroreduktasereportergenassay ausgeführt wird.
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Geeignete
NO2-enthaltende Farbstoffe umfassen Fluoreszenzfarbstoffe,
wie Cyaninderivate, Cy-Q (beschrieben in PCT/GB99/017460), NO2-Lanthanidenchelate (beschrieben zum Beispiel
in Latra, M. J., Lumin. 1997, 75, 149–169 und Blasse, G., J. Phys.
Chem. 1998; 92; 2419–2422)
und NO2 enthaltende Fluoresceine, Pyrene,
Rhodamine, Coumarine oder BODIPYTM-Farbstoffe.
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In
einer Ausführungsform
des ersten Aspektes ist das Farbstoffmolekül, das mindestens eine NO
2-Gruppe umfasst und zur Verwendung in der
vorliegenden Erfindung dient, eine modifizierte Cyaninfarbstoffverbindung
mit der Formel I:
Formel
I worin die Gruppen R
3, R
4, R
5 und R
6 an die Ringe, die X und Y enthalten, gebunden
sind, oder gegebenenfalls an Atome der Z
1-
und Z
2-Ringstrukturen gebunden sind und
n eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist;
Z
1 und
Z
2 jeweils eine Bindung oder die Atome repräsentieren,
die nötig
sind, um einen oder zwei kondensierte aromatische Ringe zu vervollständigen,
wobei jeder Ring 5 oder 6 Atome besitzt, die aus Kohlenstoffatomen und
gegebenenfalls nicht mehr als 2 Sauerstoff-, Stickstoff- und Schwefelatomen
ausgewählt
sind;
X und Y dieselben oder verschieden sind und ausgewählt sind
aus Bis-C
1-C
4-alkyl- und C
4-C
5-Spiroalkyl-substituiertem Kohlenstoff,
Sauerstoff, Schwefel, Selen, -CH=CH- und N-W, worin N für Stickstoff
steht und W ausgewählt
ist aus Wasserstoff, einer Gruppe -(CH
2)
mR
8, wo m eine ganze
Zahl von 1 bis 26 ist, und R
8 ausgewählt ist
aus Wasserstoff, Amino, Aldehyd, Acetal, Ketal, Halo, Cyano, Aryl,
Heteroaryl, Hydroxyl, Sulphonat, Sulphat, Carboxylat, Phosphonat,
Polyethylenglycol, substituiertem Amino, quaternärem Ammonium, Nitro, primärem Amid,
substituiertem Amid und Gruppen, die mit Amino-, Hydroxyl-, Carbonyl-,
Carboxyl-, Phosphoryl- und Sulfhydrylgruppen reagieren;
die
Gruppen R
3, R
4,
R
5, R
6 und R
7 unabhängig
aus der Gruppe ausgewählt
sind, die besteht aus Wasserstoff, substituiertem oder unsubstituiertem
C
1-C
4-Alkyl, OR
9, COOR
9, Nitro,
Amino, Acylamino, quaternärem
Ammonium, Phosphat, Sulphonat und Sulphat, wo R
9 substituiert
oder unsubstituiert ist und ausgewählt ist aus H, C
1-C
4-Alkyl,
Amino, Aldehyd, Acetal, Ketal, Halo, Cyano, Aryl, Heteroaryl, Hydroxyl,
Sulphonat, Sulphat, Carboxylat, substituiertem Amino, quaternärem Ammonium,
Nitro, primärem
Amid, substituiertem Amid und Gruppen, die mit Amino-, Hydroxyl-,
Carbonyl-, Carboxyl-, Phosphoryl- und Sulfhydrylgruppen reagieren;
die
Gruppen R
1 und R
2 ausgewählt sind
aus C
1-C
10-Alkyl,
das unsubstituiert oder substituiert sein kann;
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine der Gruppen R
1, R
2, R
3, R
4,
R
5, R
6 und R
7 mindestens eine Nitro-Gruppe umfasst, die
die Fluoreszenzemission des Farbstoffs derart verringert, dass er
im wesentlichen nicht fluoresziert.
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Geeigneterweise
kann die mindestens eine Nitrogruppe, die in den Farbstoffen der
Formel I enthalten ist, direkt an die Ringe, die X und Y enthalten,
gebunden sein. In der Alternative kann eine mono- oder di-nitro-substituierte
Benzylgruppe an die Ringe, die X und Y enthalten, gebunden sein,
die gegebenenfalls weiter mit einer oder mehreren Nitrogruppen,
die direkt an die aromatischen Ringe gebunden sind, substituiert
sein können.
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In
einer Ausführungsform
können
R1 und R2 aus C1-C10-Alkyl ausgewählt sein,
die mit Gruppen substituiert sein können, die NH2,
OH, COOH, SO3H, PO4H,
SH, Polyethylenglycol und Phenyl umfassen. Wenn Phenyl substituiert
ist, kann es gegebenenfalls mit bis zu zwei Substituenten substituiert
sein, die aus Carboxyl-, Sulphonat- und Nitro-Gruppen ausgewählt sind.
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Beispiele
der nicht-fluoreszierenden Cyaninfarbstoffmoleküle, die zur Verwendung in der
vorliegenden Erfindung geeignet sind, besitzen sowohl die Formel
II als auch die Formel III:
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Speziell
bevorzugt sind NO2-enthaltende „dark dye"-Formen beliebiger
der folgenden Cy-Farbstoffe. Die Anregungs(Abs)- und Emissions(Em)-Eigenschaften
der nicht modifizierten Farbstoffmoleküle sind gezeigt:
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In
einer anderen Ausführungsform
des ersten Aspektes wird die Reduktion einer NO2-Gruppe
durch eine bakterielle Nitroreduktase katalysiert.
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Es
ist wichtig, dass dies bedeutet, dass auf Cyanin basierende Farbstoffe
in einer derartigen Enzym-Substrat-Reaktion zu denselben Zeiten
wie beliebige der herkömmlichen
Enzym-Substrat-Reaktionen verwendet werden können, die eine Fluoreszenz-Ablesung
im blauen/grünen
Bereich des Spektrums ergeben. Messungen können gleichzeitig unter Verwenden
zweier verschiedener Wellenlängen
gemacht werden; zum Beispiel könnten
auf Fluorescein basierende Moleküle
bei Abs 488/Em 510 detektiert werden, wohingegen reduzierte, auf
Cyanin basierende Moleküle,
wie jene, die auf Cy5 basieren, bei Abs 649/Em 670 detektiert werden
könnten.
Dies würde
ein Multiplexing ermöglichen,
d.h. das gleichzeitige Messen einer Anzahl verschiedener in-vitro-
oder in-vivo-Effekte.
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NO2-enthaltende Cyaninmoleküle können als „nicht-fluoreszierende Farbstoffe" beschrieben werden, d.h.
jene Farbstoffe, die einen intrinsischen niedrigen Wirkungsgrad
zum Umwandeln absorbierten einfallenden Lichts zu Fluoreszenz besitzen.
Die Wirksamkeit eines nicht-fluoreszierenden Farbstoffes als ein
Nitroreduktasesubstrat ist das Ausmaß, in dem er einfallendes Licht
zu Fluoreszenz nach einer Reduktionsreaktion umwandeln kann.
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Einen
Anstieg in der Fluoreszenz kann relativ zu einer Kontrollprobe gemessen
werden, die ein NO2-enthaltendes Cyaninfarbstoffmolekül-Substrat
bei Nichtvorhandensein eines Nitroreduktaseenzyms umfasst.
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Typische
Bedingungen für
die Nitroreduktase-Aktivität
umfassen die Inkubierung der Zusammensetzung und eines Cyaninfarbstoffmoleküls, das
mindestens eine NO2-Gruppe umfasst, bei annähernd 37°C bei Vorhandensein
von NADH und FMN.
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Auf
Zellen basierende Assays sind zunehmend attraktiv gegenüber biochemischen
in-vitro-Assays zur Verwendung in High-Throughput-Screening (HTS).
Dies beruht darauf, dass auf Zellen basierende Assays eine minimale
Manipulation erfordern, und die Ablesungen in einem biologischen
Kontext untersucht werden können,
der zuverlässiger
die normale physiologische Situation nachahmt. Derartige in-vivo-Assays erfordern eine
Fähigkeit,
einen zellulären
Prozess zu messen, und ein Mittel, seine Leistung zu messen. Zum
Beispiel kann eine Änderung
im Muster der Transkription einer Anzahl von Genen durch zelluläre Signale
induziert werden, die, zum Beispiel, durch die Wechselwirkung eines
Agonisten mit seinem Zelloberflächen-Rezeptor
oder durch interne zelluläre
Ereignisse, wie DNA-Schädigung,
getriggert werden. Die induzierten Änderungen in der Transkription
können
durch Assoziie ren eines Reportergens an einen Promotorbereich identifiziert
werden, der dafür
bekannt ist, dass er auf das spezifische Aktivierungssignal reagiert.
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In
auf Fluoreszenz basierenden Enzym-Substrat-Systemen ergibt ein Anstieg
in der Fluoreszenz ein Maß der
Aktivierung der Expression des Reportergens.
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Demgemäß umfasst
in einer Ausführungsform
der Erfindung das Verfahren:
- a) In Kontakt
Bringen einer Wirtszelle mit einem Cyaninfarbstoffmolekül, das in
Zellen eindringen kann und mindestens eine NO2-Gruppe
umfasst, wobei die Wirtszelle mit einem Nukleinsäuremolekül transfiziert worden ist,
das Expressionskontroll-sequenzen umfasst, die funktionsfähig an eine
Sequenz gekoppelt sind, die eine Nitroreduktase kodiert;
- b) Messen eines Anstiegs in der Fluoreszenz, der aus der Reduktion
des Cyaninfarbstoffmoleküls
durch die Nitroreduktase folgt, als ein Maß für die Nitroreduktase-Genexpression.
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Verfahren
zum Verwenden einer Vielfalt von Enzymgenen als Reportergen in Säugerzellen
sind gut bekannt (für
einen Überblick
siehe Naylor L. H. (1999) Biochemical Pharmacology 58, 749–757). Das
Reportergen wird gewählt,
um dem Produkt des Gens zu ermöglichen,
bei Vorhandensein anderer zellulärer
Proteine messbar zu sein, und wird in die Zelle unter der Steuerung
einer gewählten
Regulationssequenz eingeführt, die
auf Änderungen
in der Genexpression in der Wirtszelle reagiert. Typische Regulationssequenzen
umfassen jene, die auf Hormone, Second Messengers und andere zelluläre Steuerungs-
und Signalgebungsfaktoren reagieren. Zum Beispiel ist ein Agonist,
der an sieben Transmembranrezeptoren bindet, dafür bekannt, Promotorelemente
zu modulieren, einschließlich
dem auf cAMP reagierenden Element, NFAT, SRE und AP1; Die MAP-Kinase-Aktivierung
führt zur
Modulation von SRE, was zu Fos- und Jun-Transkription führt; eine DNA-Schädigung führt zur
Aktivierung der Transkription von DNA-Reparaturenzymen und dem Tumorsuppressorgen
p53. Durch Auswahl einer geeigneten Regulationssequenz kann das
Reporter gen verwendet werden, um den Effekt zugegebener Mittel auf
zelluläre
Prozesse einem Assay zu unterziehen, die die gewählte Regulationssequenz in
der Studie beinhalten.
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Zur
Verwendung als ein Reportergen kann das Nitroreduktasegen durch
allgemeine Verfahren isoliert werden, zum Beispiel durch Amplifizierung
aus einer cDNA-Bibliothek
durch Verwendung der Polymerasekettenreaktion (PCA) (Molecular Cloning,
A Laboratory Manual, zweite Ausgabe, Cold Spring Harbour Laboratory Press
1989, Seiten 14.5–14.20).
Sobald es isoliert ist, kann das Nitroreduktasegen in einen Vektor
eingeführt werden,
der zur Verwendung mit Säugerpromotoren
geeignet ist (Molecular Cloning, A Laboratory Manual, zweite Ausgabe,
Cold Spring Harbour Laboratory Press 1989, Seiten 16.56–16.57),
in Zusammenhang mit und unter der Steuerung der Genregulationssequenz
in der Studie. Der Vektor, der den Nitroreduktasereporter und damit
verbundene Regulationssequenzen enthält, kann in die Wirtszelle
durch Transfektion unter Verwenden gut bekannter Techniken eingeführt werden,
zum Beispiel durch Verwendung von DEAE-Dextran oder Calciumphosphat
(Molecular Cloning, A Laboratory Manual, zweite Ausgabe, Cold Spring
Harbour Laboratory Press 1989, Seiten 16.30–16.46). Andere geeignete Techniken
werden den Fachleuten gut bekannt sein.
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Es
wurde gezeigt, dass die Nitroreduktase in Zellen gespeichert wird,
wenn sie auf diese Weise exprimiert wird (siehe Bridgewater et al.,
Eur. J. Cancer 31a, 2362–70).
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung kann das Cyaninfarbstoffmolekül, das mindestens eine NO2-Gruppe umfasst, in Zellen eindringen. Bevorzugt
umfasst mindestens eine der Gruppen R1,
R2, R3, R4, R5, R6 und
R7 des Cyaninfarbstoffmoleküls der Formel
I eine Zellmembran-Permeabilisierungs-Gruppe. Membran-durchdringende
Verbindungen können
durch Maskieren hydrophiler Gruppen erzeugt werden, um hydrophobere
Verbindungen bereitzustellen. Die maskierenden Gruppen können entworfen
sein, um von dem fluorogenen Substrat innerhalb der Zelle abgespalten
zu werden, um das erhaltene Substrat intrazellulär zu erzeugen.
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Weil
das Substrat hydrophiler ist als das die Membran durchdringende
Derivat, wird es dann in der Zelle eingefangen. Geeignete Zellmembran-Permeabilisierungs-Gruppen können ausgewählt sein
aus Acetoxymethylester, das einfach durch endogene, intrazelluläre Säuger-Esterasen
gespalten wird (Jansen, A. B. A. und Russell, T. J., J. Chem. Soc.
2127–2132
(1965) und Daehne W. et al. J. Med-.Chem. 13, 697–612 (1970)) und
Pivaloylester (Madhu et al., J. Ocul. Pharmacol. Ther. 1998, 14,
5, Seiten 389–399),
obwohl andere geeignete Gruppen einschließlich Delivery-Moleküle (wie
Delivery-Peptide) durch jene Fachleute erkannt werden können.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung wird eine NO2-enthaltende
Verbindung gemäß Formel
I bereitgestellt, wobei die Verbindung so modifiziert ist, dass
sie fähig
ist, in eine Zelle einzutreten. Demgemäß wird in einer besonders bevorzugten
Ausführungsform
eine NO2-enthaltende Verbindung bereitgestellt,
ausgewählt aus
Verbindungen der Formel IIIa oder Formel IIIb.
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Typischerweise
werden, um die Aktivität
eines Mittels zum Aktivieren zellulärer Reaktionen über die Regulationssequenz
in der Studie einem Assay zu unterziehen, Zellen, die mit dem Nitroreduktasereporter transfiziert
sind, mit dem Testmittel inkubiert, gefolgt von Zugabe eines in
Zellen eindringenden Cyaninfarbstoffsubstrats, wie ein Cyaninfarbstoffmolekül, das mindestens
eine NO2-Gruppe umfasst. Nach einer geeigneten
Zeitdauer, die zur Umwandlung des Cyaninfarbstoffsubstrats zu einer
Form, die höhere
Fluoreszenz zeigt, erforderlich ist, wird die Fluoreszenzemission
von den Fällen
bei einer Wellenlänge
gemessen, die für den
gewählten
Cyaninfarbstoff geeignet ist. Zum Beispiel würde für die Verbindung Cy-Q F (gezeigt
in 1a) eine Fluoreszenzemission bei
690 nm mit einer Anregung bei 650 nm überwacht werden. Eine Messung
der Fluoreszenz kann auf einfache Weise durch Verwenden eines Bereichs
von Detektionsinstrumenten erreicht werden, einschließlich Fluoreszenzmikroskopen
(z.B. LSM 410, Zeiss), Mikroplattenlesern (z.B. CytoFluor 4000,
Perkin Elmer), CCD-Bildgebungssystemen (z.B. LEADseekerTM,
Amersham Pharmacia Biotech) und Flow-Cytometern (z.B. FACScalibur,
Becton Dickinson).
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Die
gemessene Fluoreszenz wird mit Fluoreszenz aus Kontrollzellen verglichen,
die dem Testmittel nicht ausgesetzt sind, und die Effekte, falls
vorhanden, des Testmittels auf die Genexpression, die durch die Regulationssequenz
moduliert ist, werden aus dem Verhältnis der Fluoreszenz in den
Testzellen zur Fluoreszenz in den Kontrollzellen bestimmt.
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Wo
geeignet, kann ein Zellextrakt unter Verwenden herkömmlicher
Verfahren hergestellt werden.
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Demgemäß umfasst
in einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung das Verfahren:
- a) In Kontakt
Bringen eines Wirtszellenextraktes mit einem Cyaninfarbstoffmolekül, das mindestens
eine NO2-Gruppe umfasst, wobei die Wirtszelle
mit einem Nucleinsäuremolekül transfiziert
wurde, das Ex pressionskontrollsequenzen umfasst, die funktionsfähig an eine
Sequenz gekoppelt sind, die eine Nitroreduktase kodiert; und
- b) Messen eines Anstiegs in der Fluoreszenz, der aus der Reduktion
des Cyaninfarbstoffmoleküls
durch die Nitroreduktase folgt, als ein Maß für die Nitroreduktase-Genexpression.
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Geeigneterweise
ist der Cyaninfarbstoff eine Verbindung der Formel I wie zuvor beschrieben.
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In
einer Ausführungsform
beliebiger der zuvor genannten Aspekte der Erfindung wird eine vergrößerte Fluoreszenz
des Cyaninfarbstoffmoleküls
durch Analyse der Fluoreszenzemission im Bereich 500–900 nm, bevorzugt
550–780
nm, und, am meisten bevorzugt 665–725 nm, identifiziert.
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In
einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Kit für ein Reportersystem
bereitgestellt, umfassend ein Mittel zum Exprimieren eines Nitroreduktasesystems
und eines Farbstoffmoleküls,
das mindestens eine NO2-Gruppe umfasst.
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Geeignete
Mittel zum Exprimieren eines Nitroreduktaseenzyms umfassen ein Expressionsplasmid oder
andere Expressionskonstrukte. Verfahren zum Herstellen derartiger
Expressionskonstrukte sind jenen Fachleuten gut bekannt.
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Spezifische
Beschreibung
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Für die Zwecke
der Klarheit werden nun bestimmte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung im Wege eines Beispiels mit Bezug auf die folgenden Figuren
beschrieben:
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1a zeigt die chemische Struktur der Verbindung
der Formel II, genannt Cy-Q F.
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1b zeigt ein Fluoreszenzemissionsspektrum
von Cy-Q F, das für
verschiedene Zeiten bei Vorhandensein von E. coli-B-Nitroreduktase
inkubiert wurde.
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2a zeigt die chemische Struktur der Verbindung
der Formel III, genannt Cy-Q G.
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2b zeigt ein Fluoreszenzemissionsspektrum
von Cy-Q G, das für
verschiedene Zeiten bei Vorhandensein von E. coli-B-Nitroreduktase
inkubiert wurde.
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3a zeigt
eine HPLC-Analyse von Cy-Q G.
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3b zeigt
eine HPLC-Analyse von Cy-Q G, die mit Nitroreduktase behandelt ist.
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4a zeigt
eine MALDI-TOF-Massenspektrometrieanalyse von Cy-Q G.
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4b zeigt
eine MALDI-TOF-Massenspektrometrieanalyse von Cy-Q G, das mit Nitroreduktase
behandelt ist.
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5 zeigt
eine Infrarot-Absorptionsspektroskopie von Cy-Q G und Cy-Q G, das
mit Nitroreduktase behandelt ist.
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6 zeigt
die chemische Struktur von Cy5Q.
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7 zeigt
eine Fluoreszenzemission unterschiedlicher Konzentration von Cy5Q
bei Vorhandensein von Nitroreduktase.
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8 zeigt
die Ergebnisse eines in-vitro-Bindungsassays mit Nitroreduktase.
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9 zeigt
eine Detektion der Nitroreduktase-Aktivität in Zell-Lysaten von transfizierten
und Kontrollzellen durch Detektieren der Cy5-Fluoreszenz.
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10 zeigt
die Cy3-Fluoreszenz in Zellen, die Nitroreduktase exprimieren, und
Kontrollzellen.
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11 zeigt
die Cy5-Fluoreszenz in Zellen, die Nitroreduktase exprimieren, und
Kontrollzellen.
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12 zeigt
eine Messung der zellulären
Nitroreduktase-Aktivität
durch Flow-Cytometry.
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13 zeigt
ein Fluoreszenzemissionsspektrum einer Cy5Q-Cascade Blue-Kassette, a = 1 bei
649 nm im Wasser, dann verdünnte
100 Mikroliter + 3 ml Wasser, Anregung 450 nm.
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14 zeigt
das Fluoreszenzemissionsspektrum von 8-Hydroxypyren-1,3,6-trisulfonsäure, a =
0,2 bei 455 nm in Wasser, dann verdünnte 100 Mikroliter + 3 ml
Wasser, Anregung 450 nm.
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15 zeigt
eine Cy5Q-Cascade Blue-Kassette nach der Behandlung mit NaOH-Lösung, a = 1 bei 650 nm im Wasser,
dann verdünnte
100 Mikroliter + 3 ml Wasser, Anregung 450 nm.
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16 zeigt
die relative Fluoreszenz der Cy5Q-Cascade Blue-Kassette bei Vorhandensein
oder bei Nichtvorhandensein von Lysat/NTR.
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Beispiel 1
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Eine
Reaktionsmischung wurde hergestellt, die 0,8 mg/ml E. coli-B-Nitroreduktase,
1 mM NADH, 0,4 μm
FMN und 0,05 mM Cyanin-Q F (Cy-Q F, 1a)
in mit Phosphat gepufferter Salzlösung auf Eis enthielt. Eine
Probe wurde sofort für
die Analyse durch Fluoreszenzspektroskopie entfernt, und weitere
Proben wurden für
die Analyse nach der Inkubation der Reaktionsmischung bei 37°C für 1, 2 und
5 Stunden entfernt.
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Die
Analyse der Fluoreszenzemission im Bereich 665 nm bis 725 nm, die
sich aus der Anregung bei 650 nm ergab, zeigte einen merklichen
Anstieg in der Fluoreszenz mit der Zeit der Inkubation von Cy-Q
F mit Nitroreduktase (1b), mit einer
maximalen Emission bei 690 nm.
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Beispiel 2
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Eine
Reaktionsmischung wurde hergestellt, die 0,8 mg/ml E. coli-B-Nitroreduktase,
1 mM NADH, 0,4 μm
FMN und 0,05 mM Cyanin-Q F (Cy-Q G, 2a)
in mit Phosphat gepufferter Salzlösung auf Eis enthielt. Eine
Gruppe wurde sofort für
die Analyse durch Fluoreszenzspektroskopie entfernt, und weitere
Proben wurden für
die Analyse nach der Inkubation der Reaktionsmischung bei 37°C für 1, 2 und
5 Stunden entfernt.
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Die
Analyse der Fluoreszenzemission im Bereich 660 nm bis 720 nm, die
sich aus der Anregung bei 650 nm ergab, zeigte einen merklichen
Anstieg in der Fluoreszenz mit der Zeit der Inkubation von Cy-Q
G mit Nitroreduktase (2b), mit einer
maximalen Emission bei 675 nm.
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Proben
von Cy-Q G, die bei Vorhandensein und Nichtvorhandensein von Nitroreduktase
inkubiert wurden, wurden durch HLPC analysiert. Die HLPC-Ergebnisse
(3a und 3b) zeigen
an, dass die Nitroreduktase-Behandlung des Cy-Q eine > 95%-ige Umwandlung
des Cy-Q G zu einem Produkt mit einer HLPC-Retentionszeit von 30,5
Minuten ergibt, verglichen mit einer Retentionszeit von 43,2 Minuten
für das
Ausgangsmaterial. Die Hauptpeaks von der HPLC-Analyse wurden einer
weiteren Analyse durch MALDI-TOF-Massenspektrometrie unterzogen
(4a und 4b). Diese
Analyse zeigte eine Hauptmasse von 620,3 für das Reaktionsprodukt, verglichen
mit 650,1 für
das Cy-Q G-Ausgangsmaterial, wobei diese Massenänderung mit der Umwandlung
einer -NO2-Gruppe zu einer -NH2-Gruppe
konsistent ist und konsistent ist mit dem vorgeschlagenen Enzymreaktionsmechanismus.
Dies wurde durch weitere Analyse unter Verwenden von Infrarot-Absorptionsspektroskopie
bestätigt
(5), die das Verschwinden eines starken N=O-Bindungs-Absorptionsbandes
bei der Enzymbehandlung zeigte, konsistent mit der enzymatischen
Reduktion der Cy-Q G-NO2-Gruppe zu einer Amingruppe.
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Beispiel 3
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Nitroreduktase Km-Messung für Cy5Q
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E.
coli-B-Nitroreduktase (500 ng) wurde bei Vorhandensein ansteigender
Konzentrationen von Cy5Q (6) in 200 μl von 10
mM Tris·HCl
pH 7,5, enthaltend 1 mM NADH, inkubiert und bei Raumtemperatur 30 Minuten
lang inkubiert.
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Die
Fluoreszenz von jeder Reaktion wurde in einem CytoStar-Plattenleser
(PerSeptive Biosystems) unter Verwendung von 610/20 nm-Anregungs-
und 670/40 nm-Emissions-Filtern
gemessen. Die Ergebnisse wurden auf Fluoreszenz bei Nichtvor handensein
des Nitroreduktase-Enzyms (7) korrigiert
und ein Km-Wert von 8,6 ± 0,7 μM wurde unter Verwenden von
Kurven-Fit-Software (Prisma) berechnet.
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Beispiel 4
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In-vitro-Bindungsassay
mit Nitroreduktase
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Nitroreduktase
(400 ug, 16,7 nmol) wurde mit 334 nmol Sulpho-NHS-Biotin (Pierce)
in PBS pH 8,0 zwei Stunden lang auf Eis markiert. Freies Biotin
wurde durch Übernacht-Dialyse
gegen PBS pH 7,4 bei 4°C entfernt.
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Ansteigende
Konzentrationen von Biotin (Sigma) von 0–100 nmol/Well wurden zu Wiederholungs-Wells
einer Streptavidin-beschichteten Mikrotiterplatte (Pierce) in 100 μl PBS pH
7,4 gegeben, gefolgt von 100 μl
PBS-enthaltender 0,5 μg-biotinylierten
Nitroreduktase, und die Platte eine Stunde lang bei Raumtemperatur
inkubiert.
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Nach
der Inkubation wurde die Platte dreimal mit PBS gewaschen, um ungebundenes
Enzym zu entfernen, und 100 ul von 5 uM Cy5Q in PBS, das 1 mM NADH
enthielt, wurde zu allen Wells gegeben.
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Nach
der Inkubation für
35 Minuten bei Raumtemperatur, um eine Reaktion zwischen gebundener
Nitroreduktase und dem zugegebenen Cy5Q zu ermöglichen, wurde die Platte auf
einem Cytofluor-Plattenleser (Perseptive) unter Verwenden eines
610/20 nm-Anregungsfilters und eines 670/40 nm-Emissionsfilters
analysiert.
-
8 zeigt
eine starke Fluoreszenz des Cy5 bei Vorhandensein gebundener Nitroreduktase.
Das Binden der Nitroreduktase an die Platte wurde in hohen Konzentrationen
freien Biotins gestört,
so dass Cy5Q nicht reduziert war und eine geringe Fluoreszenz zeigt.
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Beispiel 5
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Transfektion
von Nitroreduktase und Messung der Aktivität in Zell-Lysaten
-
Das
E. coli-Nitroreduktase-B-Gen wurde in den p-Target-Säuger-Expressionsvektor
(Promega) unter der Steuerung eines CMV-Promotors geklont und zu
CHO-Zellen unter Verwenden von Effectene-Transfektionsreagenz (Qiagen)
transfiziert, gemäß der Instruktionen
der Lieferanten.
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Nach
dem Wachstum der Zellen für
24 Stunden wurden Zell-Lysate von transfizierten und nicht-transfizierten
Kontrollzellen durch Beschallen in mit Phosphat gepufferter Salzlösung hergestellt.
Die Nitroreduktase-Aktivität
wurde durch Zugabe von 2 μM
Cy5Q und Inkubieren bei Raumtemperatur für 90 Minuten bestimmt, gefolgt
von Messung der Fluoreszenz in einem CytoStar-Plattenleser (PerSeptive
Biosystems) (9) unter Verwenden von 610/20
nm-Anregungs- und 670/40 nm-Emissions-Filtern. Die Ergebnisse zeigten einen
starken Anstieg in der Fluoreszenz in Lysat-Proben von Nitroreduktase-exprimierenden
Zellen, der zu der Menge der dem Assay unterzogenen Zell-Lysaten
proportional war.
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Beispiel 6
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Messung der zellulären Nitroreduktase-Aktivität unter
Verwenden von in Zellen eindringenden Fluoreszenzsubstraten.
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Zwei
Ethylester-Derivate von nitro-gelöschten Cyaninfarbstoffen, Cy3Qee
(Formel IIIa) und Cy5Qee (Formel IIIb) wurden synthetisiert.
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Herstellung
von 5-(Carboxymethyl)-1,2,3,3-tetramethyl-3H-indolium-iodid (1)
-
Methyliodid
(3 ml, 48,19 mmol) wurde zu einer Lösung von 2,3,3-Trimethyl-3H-indol-5-yl-essigsäure (2,5
g, 11,52 mmol) in Sulfolan (15 ml) gegeben. Die Reaktion wurde bei
48°C 18
Stunden lang erwärmt,
dann auf Raumtemperatur gekühlt.
Die rohe Reaktionsmischung wurde tropfenweise zu einem Überschuss
Diethylether gegeben und das Präzipitat
wurde durch Filtration gesammelt und in vacuo getrocknet, um das
Produkt als einen beigefarbenen Feststoff zu erhalten (3,27 g, 79%
Ausbeute). 1H NMR (d6-DMSO): δH 7,85 (d,
1H), 7,70 (s, 1H), 7,50 (d, 1H), 3,95 (s, 3H), 3,75 (s, 2H), 2,75
(s, 3H), 1,50 (s, 6H). MALDI-TOF, m/z = 232 (M+ = 232
für C14H18NO2).
-
Herstellung
von 1-(3,5-Dinitrobenzyl)-5-(carboxymethyl)-3H-indolium-bromid (2)
-
3,5-Dinitrobenzylchlorid
(12,46 g, 57,5 mmol) wurde zu einer Lösung von 2,3,3-Trimethyl-3H-indol-5-yl-essigsäure (2,5
g, 11,5 mmol) mit Natriumbromid (5,92 g, 57,5 mmol) in Sulfolan
(10 ml) gegeben. Die Reaktion wurde auf 100°C 20 Stunden lang erwärmt, dann
auf Raumtemperatur gekühlt.
Die rohe Reaktionsmischung wurde tropfenweise zu einem Überschuss
Ethylacetat gegeben und der dunkle braune Feststoff wurde abgefiltert
und in Dimethylsulfoxid vor der Reinigung durch Umkehrphasenchromatographie
aufgelöst.
Das Produkt wurde als ein beigefarbener Feststoff isoliert (54%
Ausbeute). 1H NMR (d6-DMSO): δH: 8,75 (s,
1H), 8,45 (s, 2H), 7,15 (s, 1H), 6,95 (d, 1H) 6,70 (d, 2H), 5,10
(s, 2H), 3,95 (s, 2H), 3,45 (s, 3H), 1,40 (s, 6H). MALDI-TOF, m/z
= 398 (M+ = 398 für C20H20N3O6).
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Herstellung
von 5-(Carboxymethyl)-2-{(1E,3E)-5-[6-(carboxymethyl)-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1,3-pentadienyl}-1-(3,5-dinitrobenzyl)-3,3-dimethyl-3H-indolium-Salz
(3)
-
1,2,3,3-Tetramethyl-3H-indolium-iodid
(1) (50 mg, 0,139 mmol) und 1-(3,5-Dinitrobenzyl)-5-(carboxymethyl)-3H-indolium-bromid
(2) (66 mg, 0,139 mmol) wurden in Essigsäure (3,15 ml), Pyridin (3,15
ml) und Essigsäureanhydrid
(0,7 ml) mit Malon-aldehyd-bis(phenylimin)-monohydrochlorid (358
mg, 1,39 mmol) aufgelöst.
Die Reaktion wurde auf 70°C
2 Stunden lang erwärmt.
Die Lösung
wurde dann tropfenweise zu einem Überschuß Diethylether gegeben und
der blaue Feststoff wurde abgefiltert und durch Umkehrphasenchromatographie
gereinigt (HPLC mit Wasser/0,1% Trifluoressigsäure und Acetonitril/0,1% Trifluoressigsäure als
Eluent). Das Produkt wurde als ein dunkelblaues Pulver isoliert
(33,3 mg, 31% Ausbeute). UVmax (H2O) = 646 nm. 1H
NMR (d6-DMSO): δH 8,75 (s, 1H), 8,45 (s, 2H),
8,35 (m, 2H), 7,5 (m, 6H), 6,55 (m, 2H), 6,25 (d, 1H), 5,6 (s, 2H),
3,7 (m, 7H), 1,8 (s, 3H), 1,7 (s, 2H). FAB+:
m/z = 665 (M+ = 665 für C37H37N4O8).
-
Herstellung
von 1-(3,5-Dinitrobenzyl)-5-(2-ethoxy-2-oxoethyl)-2-{(1E,3E)-5-[6-(2-ethoxy-2-oxoethyl)-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1,3-pentadienyl}-3,3-dimethyl-3H-indolium-Salz
(4) (Formel IIIa).
-
5-(Carboxymethyl)-2-{(1E,3E)-5-[6-(carboxymethyl)-1,1,3-timethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1,3-pentadienyl}-1-(3,5-dinitrobenzyl)-3,3-dimethyl-3H-indolium
(3) (4,5 mg, 0,0058 mmol) wurde in Ethanol (2 ml) mit konzentrierter
Salzsäure
(20 μl)
aufgelöst
und bei Raumtemperatur unter Stickstoff 16 Stunden lang gerührt. Das
Lösungsmittel
wurde unter verringertem Druck entfernt und der Rückstand
durch Umkehrphasenchromatographie gereinigt (HPLC mit Wasser/0,1%
Trifluoressigsäure
und Acetonitril/0,1% Trifluoressigsäure als Eluent), um das Produkt
als einen blauen Feststoff zu isolieren (4,1 mg, 85% Ausbeute).
UVmax (H2O) = 647
nm. 1H NMR (CDCl3): δH 8,95 (s,
1H), 8,4 (s, 2H), 7,85 (m, 2H), 7,3 (m, 6H), 6,85 (d, 1H), 6,5 (m,
2H), 5,5 (s, 2H), 4,2 (q, 4H), 3,7 (s, 4H), 3,65 (s, 3H), 1,8 (s,
3H), 1,7 (s, 3H), 1,25 (t, 6H). FAB+: m/z
= 721 (M+ = 721 für C41H46N4O8).
-
Herstellung
von 5-{2-[(Acetyloxy)methoxy]-2-oxoethyl}-2-[(1E,3E)-5-(6-{2-[(acetyloxy)methoxy]-2-oxoethyl}-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene)-1,3-pentadienyl]-1-(3,5-dinitrobenzyl)-3,3-dimethyl-3H-indolium-Salz
(5)
-
Zu
einer Lösung
von 5-(Carboxymethyl)-2-{(1E,3E)-5-[6-(carboxymethyl)-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1,3-pentadienyl}-1-(3,5-dinitrobenzyl)-3,3-dimethyl-3H-indolium
(3) (10 mg, 0,015 mmol) in wässrigem
Acetonitril (2 ml) mit N,N-Diisopropylethylamin (4,7 mg, 0,0375
mmol) wurde Brommethylacetat (23 mg, 0,150 mmol) gegeben. Die Reaktion
wurde bei Raumtemperatur unter einer Stickstoffatmosphäre 24 Stunden
lang gerührt.
Das Lösungsmittel
wurde dann unter verringertem Druck verdampft und der blaue Rückstand
wurde durch Umkehrphasenchromatographie gereinigt (HPLC). Das Produkt
wurde als ein blaues Pulver isoliert (10,6 mg, 83% Ausbeute). UVmax (H2O) = 643 nm. 1H NMR (CDCl3): δH 9,05 (s,
1H), 8,5 (s, 2H), 8,35 (m, 1H), 7,35 (m, 6H), 7,2 (m, 1H), 7,0 (m,
1H), 6,45 (m, 1H), 6,15 (m, 1H), 5,75 (s, 2H), 3,75 (s, 3H), 3,7
(s, 4H), 2,1 (s, 3H), 1,05 (s, 3H), 1,75 (s, 6H), 1,70 (s, 6H).
FAB+: m/z = 809 (M+ =
809 für
C43H45N4O12).
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Herstellung
von 5-(Carboxymethyl)-2-{(1E)-3-6-(carboxymethyl)-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1-propenyl}-1-(3,5-dinitrobenzyl)-3,3-dimethyl-3H-indolium-Salz (6).
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1,2,3,3-Tetramethyl-3H-indolium-iodid
(1) (100 mg, 0,28 mmol) und 1-(3,5-Dinitrobenzyl)-5-(carboxymethyl)-3H-indolium-bromid
(2) (133 mg, 0,28 mmol) wurden in Essigsäure (2,25 ml), Pyridin (2,25
ml) und Essigsäureanhydrid
(0,25 ml) mit N,N'-Diphenylformamidin
(55 mg, 0,28 mmol) aufgelöst.
Die Reaktion wurde bei 70°C
2 Stunden lang erwärmt.
Die Lösung
wurde dann tropfenweise zu einem Überschuss von Diethylether gegeben
und der rote Feststoff wurde gefiltert und dann durch Umkehrphasenchromatographie
gereinigt (HPLC mit Wasser/0,1% Trifluoressigsäure und Acetonitril/0,1% Trifluoressigsäure als
Eluent). Das Produkt wurde als ein dunkles pinkfarbenes Pulver isoliert
(16,5 mg, 8% Ausbeute). UVmax (H2O) = 553 nm. MALDI-TOF: m/z = 640 (M+ = 639 für
C35H35N4O8).
-
Herstellung
von 1-(3,5-Dinitrobenzyl)-5-(2-ethoxy-2-oxoethyl)-2-{(1E)-3-[6-(2-ethoxy-2-oxoethyl)-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1-propenyl}-3,3-dimethyl-3H-indolium-Salz
(7) (Formel IIIb).
-
5-(Carboxymethyl)-2-{(1E)-3-6-(carboxymethyl)-1,1,3-trimethyl-1,3-dihydro-2H-indol-2-ylidene]-1-propenyl}-1-(3,5-dinitrobenzyl)-3,3-dimethyl-3H-indolium
(6) (4 mg, 0,00531 mmol) wurde in Ethanol (2 ml) mit konzentrierter
Salzsäure
(50 μl)
aufgelöst
und bei Raumtemperatur unter Stickstoff 20 Stunden lang gerührt. Das
Lösungsmittel
wurde unter verringertem Druck entfernt und der Rückstand
wurde durch Umkehrphasenchromatographie gereinigt (HPLC mit Wasser/0,1%
Trifluoressigsäure
und Acetonitril/0,1% Trifluoressigsäure als Eluent), um das Produkt
als einen pinkfarbenen Feststoff zu isolieren (3,2 mg, 74% Ausbeute).
UVmax (H2O) = 549 nm. 1H NMR (CDCl3): δH 9,0 (s,
1H), 8,4 (s, 2H), 8,45 (m, 1H), 7,3 (m, 6H), 6,9 (d, 1H), 6,45 (m,
1H), 5,6 (s, 2H), 4,2 (q, 4H), 3,75 (s, 4H), 3,7 (s, 3H), 1,85 (s,
3H), 1,7 (s, 3H), 1,3 (t, 6H). MALDI TOF: m/z = 696 (M+ = 695
für C39H43N4O8).
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Cy3Qee
(Formel IIIa) und Cy5Qee (Formel IIIb) wurden als in Zellen eindringende
Fluoreszenzsubstrate für
die Nitroreduktase-Messung in lebenden Zellen bewertet. Nitroreduktase
exprimierende Zellen und Kontrollzellen wurden bei 10000 Zellen/Well
in 96 Well-Platten in Gewebekulturmedium, das 10% Kalbsfötusserum
enthielt, kultiviert und bei 37°C
bei Vorhandensein von 10 μM
Cy3Qee oder 30 μM
Cy5Qee inkubiert. Fluoreszenzmessungen wurden unter Verwenden eines
CytoStar-Plattenlesers
(PerSeptive Biosystems) unter Verwenden von 530/25 nm-Anregungs- und 580/50 nm-Emissionsfiltern
für Cy3Qee
und 610/20 nm-Anregungs- und 670/40 nm-Emissionsfiltern für Cy5Qee
erstellt.
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Fluoreszenzmessungen
zeigten einen signifikanten, zeitabhängigen Anstieg in der Fluoreszenz
in Nitroreduktase exprimierenden Zellen mit minimalen Änderungen
in der Fluoreszenz in Kontrollzellen, was anzeigte, dass sowohl
Cy3Qee (10) als auch Cy5Qee (11)
effektive, in Zellen eindringende Substrate für die Messung der Nitroreduktase-Aktivität in lebenden
Zellen sind.
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Beispiel 7
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Messung zellulärer Nitroreduktase-Aktivität in lebenden
Zellen durch Flow-Cytometry.
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Nitroreduktase
exprimierende Zellen und Kontrollzellen wurden zwei Stunden lang
bei 37°C
in Gewebekulturmedium, das 30 μM
Cy3Qee enthielt, inkubiert. Nach der Inkubation wurden Zellen mit
Phosphat gepufferter Salzlösung
gewaschen und trypsiniert, um Zellsuspensionen für Flow-Cytometry zu erzeugen.
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Die
Zellen wurden unter Verwenden eines FACScalibur-Flow-Cytometers
(Becton Dickinson) unter Verwenden einer 488 nm-Laseranregung und
einem 585/42 nm-Emissionsfilter
analysiert. Die Ergebnisse (12) zeigen
einen signifikanten Anstieg in der Fluoreszenz in Nitroreduktase
exprimierenden Zellen (mittlere Fluoreszenz von 169,9) im Vergleich
zu Kontrollzellen (mittlere Fluoreszenz 18,2).
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Beispiel
8 Herstellung
einer Cy50
TM-Cascade Blue
®-Ester-gebundenen
Kassette
-
Cy5Q-freie-Monosäure-Kaliumsalz
(erhalten von Amersham Pharmacia Biotech Ltd) (5 mg, 0,006 mmol),
Cascade Blue® (Molecular
Probes) (8-Hydroxypyren-1,3,6-trisulfonsäurenatriumsalz
(8,8 mg, 0,018 mmol) (Fluka)), N,N-Diisopropylcarbodiimid (10 μl, 0,065
mmol), 1-Hydroxybenzotraizol (1 mg, 0,007 mmol), 4-(Dimethylamino)pyridin
(0,9 mg, 0,007 mmol) und aktiviertes Molekularsiebpulver (250 mg)
wurden zusammen in wasserfreiem N,N-Dimethylformamid (2 ml) bei
Raumtemperatur 12 Stunden lang gerührt. Ein neuer Produkt-Spot
wurde durch TLC (RP C18 1:1 MeOH:Wasser),
rf = 0,8 (verglichen mit freiem Cy5Q; rf = 0,72) beobachtet. Die
Molekularsiebe wurden abgefiltert und das Produkt präzipitierte
in Diethylether. Das Präzipitat wurde
abgefiltert, mit Ethylacetat gewaschen und getrocknet. Das Produkt
wurde durch RP-C18-Flash-Säulenchromatographie
gereinigt. Nicht reagiertes 8-Hydroxypyren-1,3,6-trisulfonsäurenatriumsalz
wurde aus der Säule
mit Wasser eluiert und das Produkt eluierte dann mit 5% Acetonitril/Wasser.
Fraktionen, die das reine Produkt enthielten, wurden gesammelt und
das meiste des Lösungsmittels
unter verringertem Druck entfernt. Der Rückstand wurde gefriergetrocknet,
um das Produkt als ein cyanfarbenes Pulver zu ergeben (1 mg, 11%).
λmax (Wasser)
648 nm (Cy5Q) 354, 372 nm (Pyren).
MALDI-TOF-MS; gefunden 1246
(MH+); [theoretisch (C54H44N4O21S5) 1245].
Fluoreszenz; Cy5Q-Cascade
Blue-Ester-gebundene Kassette besitzt eine vernachlässigbare
Emission bei 510 nm (13); 510 nm ist das Emissionsmaximum
für freies
8-Hydroxypyren-1,3,6-trisulfonsäurenatriumsalz
in Wasser, (14). Dies zeigt einen effizienten
Energietransfer vom Cascade Blue zum Cy5Q und das Löschen der
Fluoreszenz der Cascade Blue-Einheit an, wenn sie an Cy5Q innerhalb
der Kassette gebunden ist. Wenn sie mit Natriumhydroxidlösung behandelt
ist, wird eine Fluoreszenzemission bei 510 nm beobachtet (15),
was die chemische Hydrolyse der Esterbindung und die Freisetzung
der fluoreszierenden 8-Hydroxypyren-1,3,6-trisulfonsäure-Einheit
anzeigt.
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In-vitro-Bewertung
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Cy5Q-Cascade
Blue-Kassette (0,8 mM in Acetatpuffer pH 5,0) wurde auf 8 μM in PBS
pH 7,4, das 1 mM NADH enthielt, verdünnt. Ein Zell-Lysat wurde aus
2 × 107 SKOV-Zellen durch Resuspendieren von Abfall-Zellen
in 5 ml PBS bei 4°C
und wiederholten Durchlauf durch eine 25-Eichmaß-Spritzennadel hergestellt. Aliquote
Mengen (1 ml) von Cy5Q-Cascade Blue wurden mit 500 μl des Zell-Lysats
oder PBS 20 Minuten lang bei 37°C
inkubiert. Nach der Inkubation wurden 100 μl einer 1 ng/μl-Lösung von E. coli-B-Nitroreduktase
zu einer Probe gegeben und die Inkubation 5 Minuten lang fortgesetzt.
Aliquote Mengen (100 ml) wurden dann in vierfacher Ausführung von
jeder Probe auf eine 96 Well-Platte für die Messung der Fluoreszenz
auf einem Cytofluor-Plattenleser unter Verwenden von 450 nm-Anregungs-/530
nm-Emissions-Filtern
für Cascade
Blue und 610 nm-Anregung/670 nm-Emission für Cy5 abgegeben.
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16 zeigt
eine Vergrößerung der
Fluoreszenzemission bei 530 nm (d.h. von Cascade Blue), wenn die
Kassette bei Vorhandensein von Zell-Lysat inkubiert wurde, und einen
Anstieg in der Fluoreszenzemission bei 670 nm (d.h. Cy5), wenn das
Nitroreduktaseenzym vorhanden ist.