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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Telekommunikationssystem,
das ein Zugangsnetz umfasst, an das mehrere Teilnehmeranschlüsse gekoppelt
sind, ein Kernnetz, das mit dem genannten Zugangsnetz verbunden
ist und an das mehrere Online-Dienste gekoppelt sind, sowie einen
Remote-Breitbandzugangs-Server, der so auslegt ist, dass die genannten
Teilnehmeranschlüsse über das
genannte Zugangsnetz und das genannte Kernnetz mit den genannten
Online-Diensten verbunden werden können, wobei der genannte Remote-Breitbandzugangs-Server
darüber
hinaus zur Bündelung
der zu den genannten Online-Diensten führenden Teilnehmeranschlüsse in einer
konzentrierten Übertragungs-Pipeline ausgerichtet
ist.
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Ein
derartiges Telekommunikationssystem ist der Technik bereits bekannt.
Zur Verbesserung der Skalierbarkeit von Breitband-Datenübertragungsverfahren,
z.B. digitalen Teilnehmeranschlussleitungen (DSL), wurden Remote-Breitbandzugangs-Server [BRAS]
in durchgehende Online-Systeme integriert. Die wesentlichen Leistungen
dieser Server sind:
- – der Endnutzer oder Teilnehmer
ist flexibler bei der Auswahl der Leistungen von Online-Diensten;
- – die
Skalierbarkeit des Systems wird erhöht, da die Verbindungsbündelung
zur Übertragung
an die Online-Dienste in vergleichsweise größeren, konzentrierten Übertragungs-Pipelines
erfolgt;
- – sie
bilden eine flexible Schnittstelle zwischen dem Zugangsnetz, das
im Allgemeinen im asynchronen Übertragungsmodus
(ATM) betrieben wird, und den Backbone-Netzen der Netzbetreiber;
und
- – sie
bilden einen flexiblen Universal-Zugangsknoten zwischen den reinen
Internet-Providern [NAP], die an den Server gekoppelt sind, und
den Online-Diensten [NSP].
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Inzwischen
gibt es viele Entwicklungen, die die Abhängigkeit von der Skalierbarkeit
allmählich verändern und
daher die oben genannte Verbindungsbündelung steigenden Belastungen
aussetzen. Dies resultiert aus der zunehmenden Anschlussdichte bei
den Internet-Providern und der ständigen Erweiterung des Serviceprogramms.
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Diese
beiden Abhängigkeiten
drängen
die Position der Online-Angebote und somit den Remote-Breitbandzugangs-Server
tiefer ins Netz, d.h. näher
an den Teilnehmer. Der Gipfel dieser Entwicklung wird die Integration
von Funktionen des Remote-Breitbandzugangs-Servers in den Zugangsknoten sein,
der das Zugangsnetz und die Teilnehmeranschlüsse miteinander verbindet.
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Diese
Art der Anwendung führt
dazu, dass der Remote-Breitbandzugangs-Server
nicht mehr in einem begrenzten geographischen Bereich des Zugangsnetzes
angesiedelt ist, was ein großes
Skalierbarkeitsproblem zur Folge hat. Zum Beispiel werden die Betreiberkosten
steigen, da komplexere Geräte tiefer
im Netz betrieben werden müssen.
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Hinzu
kommt, dass die aktuelle Implementierung der Remote-Breitbandzugangs-Server
wesentlich mehr Funktionen anspricht als streng genommen zum Erreichen
des ursprünglichen
Ziels der besseren Skalierbarkeit durch Bündelung erforderlich ist. Bezeichnenderweise
werden Mehrwertfunktionen des Remote-Breitbandzugangs-Servers, wie
z.B. intelligente Cache-Speicherung, Firewall-Konzepte, IT-Sicherheit
(Authentifizierung, Berechtigung und Abrechnung [AAA]), vorzugsweise
auf dem höchstmöglichen
Level des Netzes ausgeführt.
Dies ergibt sich aus den umfangreichen Steuerungs- und Verwaltungsaufgaben,
die zur Ausführung
dieser Funktionen erforderlich sind. Außerdem ermöglicht die Positionierung der
Mehrwertfunktionen auf einem höheren
Netzlevel viel versprechende Einsparungen bei der Skalierung.
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Ein
Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Telekommunikationssystem
des oben genannten bekannten Typs bereitzustellen, jedoch mit dem
Unterschied, dass der Remote-Breitbandzugangs-Server
zum Erbringen der erforderlichen Serviceleistungen und Mehrwertfunktionen
ausgelegt ist, und gleichzeitig relativ rentabel sowie einfach zu
integrieren ist.
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Dieses
Ziel wird gemäß der Erfindung
erreicht, indem der genannte Remote-Breitbandzugangs-Server wie
folgt aufgebaut ist:
- – ein primärstufiger Remote-Breitbandzugangs-Server,
der die Schnittstelle zwischen dem genannten Zugangsnetz und dem
genannten Kernnetz bildet, und so ausgelegt ist, dass er in dem
genannten Kernnetz die genannten Teilnehmeranschlüsse zu den
Online-Diensten in verschiedene erste Übertragungs-Pipelines bündelt, und
- – ein
sekundärstufiger
Remote-Breitbandzugangs-Server, der sich in dem genannten Zugangsnetz
näher an
den genannten Teilnehmeranschlüssen
befindet als der genannte primärstufige
Server, und so ausgelegt ist, dass er die Teilnehmeranschlüsse zu dem
genannten primärstufigen
Server in zweite konzentrierte Übertragungs-Pipelines
bündelt.
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Die
Bündelungsfunktion
des sekundärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Servers,
der verhältnismäßig tief
im Netz positioniert ist, verringert die Anschlussbelastung des
Zugangsknotens, die durch die Verschiebung des primärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Servers auf einen höheren Netzlevel noch größer geworden
war. Außerdem
wird der primärstufige
Remote-Breitbandzugangs-Server besser skalierbar und vielseitiger
in der Nutzung. Ferner arbeiten der primär- und der sekundärstufige
Remote-Breitbandzugangs-Server auf eine Weise zusammen, die die
Verbindungsbündelung
so aufbaut, dass die gleichen Funktionen bereitgestellt werden,
wie bei bekannten, „monolithischen" Remote-Breitbandzugangs-Servern.
Folglich beruht die vorliegende Erfindung auf einer mehrstufigen
Netzwerk-Topologie, bei der die verschiedenen Komponenten der Funktionen
des Remote-Breitbandzugangs-Servers flexibel verschoben werden und
zum Erzielen einer dynamischen Datenbündelung zusammenarbeiten können. Hinzu
kommt, dass dadurch sowohl die Betreiberkosten als auch die Verwaltungskomplexität reduziert werden
können,
denn die Mehrwertfunktionen (Cache-Speicherung, Firewall-Konzepte, AAA, etc.)
des primärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Servers werden auf dem höchstmöglichen Level ausgeführt.
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An
dieser Stelle ist zu erwähnen,
dass Telekommunikationssysteme, in denen Teilnehmeranschlüsse über ein
Zugangsnetz und ein Kernnetz an Online-Dienste gekoppelt sind, bereits
aus anderen Dokumenten bekannt sind. Beispielsweise wird in dem
Dokument von CRAY: DATENÜBERTRAGUNG MIT „EDGE-ROUTING
GEBÜNDELTER
DATENPAKETE", MCGRAW
HILL, NEW YORK, US, Band 27, Nr. 16, 01. November 1998 (01.11.1998),
Seiten 33–34,
XP000785272 ISSN: 0363-6399, ein solches Telekommunikationsnetz
offen gelegt. Laut diesem bekannten Dokument wird in dem beschriebenen Netz
jedoch die Verwendung einer digitalen Access-Multiplexer-Einrichtung
[DSLAM] der eines Remote- Breitbandzugangs-Servers
[BRAS] vorgezogen. Aber aus diesem bekannten Dokument geht nicht
hervor, dass die Funktionen des BRAS auf einen primärstufigen
und einen sekundärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Server aufgeteilt sind. Dies gilt ebenfalls
für weitere
bekannte Telekommunikationsnetze, wie z.B. laut der Beschreibung
von D. MITTON und M. BEADLES in „Anforderungen an Netz-Zugangsserver
der nächsten
Generation (NASREQNG) NAS-Modell",
RFC2881, [Online] Juli 2000 (07/2000), XP002191789 www.ietf.org,
und von NILSSON und anderen in „NX-HOCHGESCHWINDIGKEITS-INTERNETZUGANG", ON-ERICCSSON REVIEW,
ERICSSON, STOCKHOLM, SCHWEDEN, Nr. SPEC INT ISS, 1998, Seiten 24–31, XP000751712
ISSN: 0014-0171. Eine weitere charakteristische Ausführungsvariante
der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass das genannte Zugangsnetz
zum Einsatz der Label Switching-Technologie [L2] zwischen dem primärstufigen
und dem sekundärstufigen
Server ausgelegt ist.
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Die
Label Switching-Technologie entspricht zum Beispiel den Anschlüssen in
Schicht 2 [L2] des OSI-Modells. Mithilfe dieser Technologie kann
das Telekommunikationssystem nach verschiedenen Protokollen, wie
z.B. asynchroner Übertragungsmodus
[ATM], Frame Relay [FR], Mehrfach-Leitungsvermittlung [MPLS], Tag Switching,
etc. betrieben werden.
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Eine
weitere charakteristische Ausführungsvariante
der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass das genannte Telekommunikationssystem überdies
einen Zugangs-Multiplexer enthält,
der dazu ausgelegt ist, die Teilnehmeranschlüsse mit dem genannten Zugangsnetz
zu verbinden, und dass der genannte sekundärstufige Server in den genannten
Zugangs-Multiplexer
integriert ist.
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Auf
diese Weise dient der Zugangs-Multiplexer, der vorzugsweise eine
digitale Access-Multiplexer-Einrichtung [DSLAM] darstellt, als Zugangsknoten
auf einem höheren
Level, der die oben genannten Serviceleistungen und Mehrwertfunktionen
gewährleistet.
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich außerdem auf eine Methode zum
Herstellen und zur Bündelung
von Telekommunikationsverbindungen zwischen Teilnehmeranschlüssen, die
an ein Zugangsnetz gekoppelt sind, und Online-Diensten, die an ein
Kernnetz gekoppelt sind, wobei das genannte Zugangsnetz ebenfalls
an das genannte Kernnetz gekoppelt ist, und die genannte Methode
darin besteht, die genannten Verbindungen über einen Remote-Breitbandzugangs-Server
herzustellen, der die Verbindungen zwischen den genannten Teilnehmeranschlüssen und
den genannten Online-Diensten
in konzentrierte Übertragungs-Pipelines
bündelt.
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Wie
bereits erwähnt,
ist der Technik ein derartiges Telekommunikationssystem bereits
bekannt, und die darin genutzte Verbindungsmethode besteht darin,
gebündelte
Verbindungen in konzentrierten Übertragungs-Pipelines
zwischen dem Remote-Breitbandzugangs-Server
und den Online-Diensten bereitzustellen.
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Ein
zweites Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, innerhalb
des Telekommunikationssystems eine verbesserte Methode für die Datenübertragung über den
Remote-Breitbandzugangs-Server anzubieten.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird dieses zweite Ziel aufgrund der Tatsache erreicht,
dass die genannte Methode folgende Schritte umfasst:
- – der
gesamte Upstream-Datenverkehr der genannten Teilnehmeranschlüsse wird
an einen primärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Server geleitet,
wobei der Übertragungsvorgang
von einem sekundärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Server ausgeführt wird, der ebenso wie der primärstufige
Server Bestandteil des Remote-Breitbandzugangs-Server
ist;
- – die
im genannten Upstream-Datenverkehr eingehenden Datenflüsse werden
auf der Basis eines lokalen Algorithmus in Verbindungsbündel gruppiert,
wobei der Gruppierungsvorgang des Upstream-Datenverkehrs von dem
genannten primärstufigen
Server ausgeführt
wird, der jeweils eine Schnittstelle zum genannten Zugangsnetz und
zum genannten Kernnetz aufweist;
- – vorgegebene
eingehende Datenflüsse
werden in dem genannten Kernnetz und entsprechend der genannten
Verbindungsbündelung
in erste Übertragungs-Pipelines
zu den genannten Online-Diensten gebündelt, wobei der Bündelungsvorgang
von dem genannten primärstufigen
Server ausgeführt
wird; und
- – an
den genannten sekundärstufigen
Server wird ein Signal gesandt, vorgegebene eingehende Datenflüsse in dem
genannten Zugangsnetz und entsprechend der genannten Verbindungsbündelung
in zweite Übertragungs-Pipelines zu bündeln, wobei
die Signalisierung von dem genannten primärstufigen Server ausgeführt wird.
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Auf
diese Weise werden die Datenflüsse über zwei
kooperierende Server vom Teilnehmeranschluss bis zum Online-Dienst
in Verbindungsbündel gruppiert.
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Eine
weitere charakteristische Anwendung der vorliegenden Methode besteht
darin, dass zwischen dem genannten sekundärstufigen und dem genannten
primärstufigen
Server in dem genannten Zugangsnetz eine Label Switching-Technologie
[L2] genutzt wird, dass der genannte sekundärstufige Server den Upstream-Datenverkehr
zu dem genannten primärstufigen
Server an ein Standard-Label leitet, und dass der genannte primärstufige
Server die Signalebene der genannten Label Switching-Technologie
nutzt, um dem genannten sekundärstufigen Server
zu melden, dass vorgegebene eingehende Datenflüsse an neu erstellte oder vorab
bereitgestellte Label-Verbindungen weiterzuleiten sind, die mit den
genannten Verbindungsbündeln
verknüpft
sind.
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Auf
diese Weise können
Datenflüsse
nach verschiedenen Kriterien an reservierte Label-Verbindungen verschoben
werden.
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Eine
weitere charakteristische Anwendung der vorliegenden Methode besteht
darin, dass sie zudem die Schritte zur Bündelgruppierung des Downstream-Datenverkehrs
von dem genannten primärstufigen
Server zu den genannten Teilnehmeranschlüssen auf der Basis eines zweiten
lokalen Algorithmus umfasst, wobei der Gruppierungsvorgang des Downstream-Datenverkehrs von
dem genannten sekundärstufigen
Server ausgeführt
wird.
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Der
daraus resultierende Weiterleitungsvorgang für die Downstream-Daten muss nicht
dem für den
Upstream-Datenverkehr eingesetzten Vorgang entsprechen.
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Weitere
charakteristische Ausführungsvarianten
des vorliegenden Telekommunikationssystems mit Remote-Breitbandzugangs-Servern
sind in den beiliegenden Ansprüchen
aufgeführt.
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Es
wird darauf hingewiesen, dass der in den Ansprüchen verwendete Begriff „umfassen" nicht als Einschränkung auf
die anschließend
aufgeführten Bestandteile
zu verstehen ist. Folglich ist der Bedeutungsumfang des Ausdrucks „eine Vorrichtung,
die die Teile A und B umfasst" nicht
auf Vorrichtungen zu beschränken,
die nur aus den Bestandteilen A und B bestehen, sondern bedeutet,
in Bezug auf die vorliegende Erfindung sind A und B die einzig relevanten Bestandteile
der Vorrichtung.
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Gleichermaßen wird
darauf hingewiesen, dass der ebenfalls in den Ansprüchen verwendete Begriff „koppeln" nicht als Einschränkung auf
direkte Verbindungen zu verstehen ist. Folglich ist der Bedeutungsumfang
des Ausdrucks „eine
Vorrichtung A, die an eine Vorrichtung B gekoppelt ist" nicht auf Vorrichtungen
oder Systeme zu beschränken,
bei denen ein Ausgang der Vorrichtung A direkt an einen Eingang
der Vorrichtung B angeschlossen ist. Vielmehr bedeutet dieser Ausdruck,
dass zwischen einem Ausgang A und einem Eingang B eine Verbindung besteht,
die weitere Vorrichtungen oder Bestandteile enthalten kann.
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Anhand
der nachfolgenden Beschreibung einer Anwendung sowie der dazugehörigen Zeichnungen,
die ein Telekommunikationssystem mit den Remote-Breitbandzugangs-Servern
T1_BRAS und T2_BRAS gemäß der Erfindung
darstellen, werden die bereits genannten ebenso wie die weiteren
Bestandteile und Eigenschaften der Erfindung deutlicher, und die
eigentliche Erfindung ist am Besten zu verstehen.
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Das
in der Abbildung dargestellte Telekommunikationssystem umfasst ein
Zugangsnetz EDGE, das über
einen primärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Server
T1_BRAS mit einem Kernnetz CORE verbunden ist. An das Zugangsnetz
sind viele Teilnehmeranschlüsse
USER gekoppelt, die entsprechende Verbindung wird von einem Zugangs-Multiplexer
AM, wie z.B. einer digitalen Access-Multiplexer-Einrichtung [DSLAM],
gewährleistet.
Somit kann der Zugangs-Multiplexer AM als Zugangs-Bündelungsknoten
angesehen werden. Anders formuliert, ist der sekundärstufige
Remote-Breitbandzugangs-Server
T2_BRAS als integrierter Bestandteil des Zugangs-Multiplexers AM anzusehen. An das Kernnetz
sind viele Online-Dienste NSP gekoppelt und die Remote-Breitbandzugangs-Server
T1_BRAS und T2_BRAS dienen der Verbindung der Teilnehmeranschlüsse USER
zu diesen Online-Diensten.
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Im
Kernnetz CORE ist der primärstufige
Remote-Breitbandzugangs-Server
T1_BRAS zur Bündelung
der Verbindungen zwischen den Teilnehmeranschlüssen und den Online-Diensten
NSP in konzentrierte Übertragungs-Pipelines
ausgelegt, während
im Zugangsnetzwerk EDGE der sekundärstufige, näher an den Teilnehmeranschlüssen gelegene Remote-Breitbandzugangs-Server
T2_BRAS zur Bündelung
der Verbindungen zwischen diesen Teilnehmeranschlüssen und
dem primärstufigen
Server T1_BRAS in zweite konzentrierte Übertragungs-Pipelines ausgelegt
ist. Die von den Teilnehmeranschlüssen USER ausgehende Upstream-Datenübertragung,
d.h. die von den Teilnehmer-Endgeräten (CPE) versandten und von
dem sekundärstufigen
Server T2_BRAS über
das Zugangsnetz EDGE in zweite, konzentrierte Übertragungs-Pipelines gebündelten
Daten werden von dem primärstufigen Server
T1_BRAS in größere konzentrierte
Pipelines gebündelt
und über
das Kernnetz CORE an die Online-Dienste NSP übertragen. Der primär- und der
sekundärstufige
Server arbeiten auf eine Weise zusammen, die die Verbindungsbündelung
so aufbaut, dass die gleichen Funktionen bereitgestellt werden,
wie bei bekannten „monolithischen" Remote-Breitbandzugangs-Servern
BRAS.
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Das
Telekommunikationssystem beruht auf einer mehrstufigen Netzwerk-Topologie,
die es ermöglicht,
verschiedene Komponenten der Mehrwertfunktionen des BRAS, wie z.B.
intelligente Cache-Speicherung IC, Firewall-Konzepte FW, Authentifizierung,
Berechtigung und Abrechnung AAA im Netz flexibel zu verschieben,
um eine dynamische Datenbündelung
zu erzielen.
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Ferner
wird vorausgesetzt, dass zwischen den Servern der verschiedenen
Stufen T1_BRAS und T2_BRAS eine Label Switching-Technologie [L2] bereitgestellt wird,
z.B. ein asynchroner Übertragungsmodus
[ATM], Frame Relay [FR], Mehrfach-Leitungsvermittlung [MPLS] oder
Tag Switching.
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Die
Datenübertragung
zwischen dem primärstufigen
T1_BRAS und dem sekundärstufigen
Remote-Breitbandzugangs-Server T2_BRAS wird gemäß der nachfolgenden Beschreibung
durchgeführt.
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Der
gesamte Upstream-Datenverkehr eines Teilnehmeranschlusses, z.B.
einer USER-Verbindung, wird vom sekundärstufigen Server T2_BRAS standardmäßig an ein
vorgegebenes Label „Ld" des primärstufigen
Servers T1_BRAS geleitet. Dieser Übertragungsweg ist in der Abbildung
mit S1 gekennzeichnet.
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Der
primärstufige
Server T1_BRAS gruppiert die eingehenden Datenflüsse auf Basis eines lokalen Algorithmus.
Dieser Algorithmus kann beispielsweise die erfolgreiche Herstellung
einer PPP-Verbindung sein, die entweder durch ein lokales AAA-System oder
durch ein Proxy-AAA-System aufgebaut wird, oder die Herstellung
einer PPP-Verbindung durch L2TP-Tunneling,
durch Inband- bzw. Außerband-Verbindungsaufbau
oder durch Verwendung eines Dienst-Anwahlmodus.
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Daraufhin
nutzt der primärstufige
Server T1_BRAS die Steuerungsebene des zwischen T1_BRAS und T2_BRAS
bestehenden Label Switching-Systems (in der Abbildung mit S2 bezeichnet), um
dem sekundärstufigen
Server T2_BRAS zu melden, dass er bestimmte Datenflüsse an neu
erstellte oder vorab bereitgestellte Label-Verbindungen (in der
Abbildung mit S3 bezeichnet) weiterzuleiten hat.
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Es
wird darauf hingewiesen, dass die Einrichtung zum Aufbau der Label-Verbindungen
von der genutzten (L2) Label Switching-Technologie abhängt und
nicht zum Umfang der vorliegenden Erfindung gehört.
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Bei
der vorhergehend beschriebenen Methode gibt es mehrere Kriterien
zur Verschiebung bestimmter Datenflüsse an reservierte Label-Verbindungen.
Nachfolgend einige Beispiele dazu:
- – der gesamte
Datenverkehr, der vom primärstufigen
Server T1_BRAS an ein vorgegebenes Netz eines Online-Dienstes NSP
weiterzuleiten ist;
- – der
gesamte Datenverkehr, der mit einem vorgegebenen Dienstqualitätsprofil
(QoS) oder einer vorgegebenen Dienstspezifikation an ein vorgegebenes
Netz eines Online-Dienstes NSP weiterzuleiten ist;
- – der
gesamte Datenverkehr aus bestimmten Paketen der Mehrwertfunktionen,
wie z.B. intelligente Cache-Speicherung IC, Firewall-Konzepte KW, Authentifizierung,
Berechtigung und Abrechnung AAA; und/oder
- – der
gesamte Datenverkehr mit vorgegebenen Dienst-Attributen, wie z.B.
Sprach- und Datenübermittlung.
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Sobald
eine Nutzerverbindung mit einer solchen reservierten oder gebündelten
Label-Verbindung zusammengeführt
wurde, kann der primärstufige
Server T1_BRAS flexibel reagieren und seine Mehrwertfunktionen,
wie Cache-Speicherung, Firewall-Konzepte, etc. für die verschiedenen gebündelten
Datenflüsse
aufrufen. Die gebündelten
Datenflüsse
können
sogar an reservierte Begleitserver im Wirkungskreis des primärstufigen
Servers T1_BRAS durchgeschaltet werden, ohne auf die Speichervermittlungsvorrichtungen
des primärstufigen
Servers T1_BRAS zurückgreifen
zu müssen.
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Beispielsweise
können
gebündelte
Datenflüsse
aus Nutzerverbindungen, die nicht zur Mehrwert-Weiterverarbeitung
zugelassen sind, unmittelbar an einen Online-Dienst NSP, z.B. das
Virtual Private Network [VPN], durchgeschaltet werden, ohne die
Speichervermittlungsvorrichtungen des primärstufigen Servers T1_BRAS zusätzlich zu
belasten.
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Optional
kann der sekundärstufige
Server T2_BRAS als autonomes System den gleichen Weiterleitungsvorgang
für den
Downstream-Datenverkehr
durchführen.
Die entsprechende Datenbündelung
muss nicht in identischer Weise erfolgen.
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Da
die Komponenten der Remote-Breitbandzugangs-Server T1_BRAS und T2_BRAS
zur Signalisierung der erforderlichen Bündelung die Steuerungsebene
des Label Switching-Systems [L2] nutzen können, sind an diesem System
einige Erweiterungen erforderlich, um die funktionale Trennung bei den
Remote-Breitbandzugangs-Servern oder BRAS sachgemäß einzufügen. Ein
entsprechendes Beispiel ist die Bündelungssicherheit. Denn sobald
eine Nutzerverbindung wie oben aufgeführt z.B. über eine AAA-Funktion mit „gebündelten
Datenflüssen" verknüpft wurde,
könnten
Sicherheitsprobleme entstehen, da die Nutzer ein IP-Spoofing innerhalb
des entsprechenden Datenflusses vornehmen können. Dies kann beispielsweise
vorkommen, wenn eine andere Adresse [L3] aus dem Feld des VPN gewählt wird, das
mit dem Online-Dienst verknüpft
ist, und anhand dieser simulierten Adresse eine DoS-Attacke [DOS] gestartet
wird. Bei monolithischen Remote-Breitbandzugangs-Servern werden
diese Attacken verhindert, da dort die Verknüpfung zwischen Adresse [L3]
und Nutzerlabel [L2] vor der Weiterleitung von Daten auf Paketbasis überprüft wird.
Wenn bei einem trennenden BRAS-System gemäß der vorliegenden Erfindung
das gleiche Sicherheitsniveau geboten werden soll, ist das entsprechende
Verhalten am Bündelungspunkt,
d.h. am sekundärstufigen
Server T2-BRAS anzulegen. Die Lösung
besteht darin, dass der primärstufige
Server T1_BRAS dem sekundärstufigen
Server T2_BRAS den Befehl einer „Bündelungsspezifikation" sendet, und damit
für die
Daten auf Paketbasis die Anwendung der gleichen Bündelungsregeln
erzwingt, unabhängig
davon, wo die Bündelungsfunktion
tatsächlich
ausgeführt
wird. Das hat den Vorteil, das gleiche Sicherheitsniveau und eine
genauso einfache Handhabung wie bei einem monolithischen Remote-Breitbandzugangs-Server zu
erzielen, ohne umfangreiche (sofern überhaupt erforderlich) Steuerungsmaßnahmen
am sekundärstufigen
Server T2_BRAS treffen zu müssen.
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Zum
Abschluss wird darauf hingewiesen, dass die oben aufgeführten Ausführungsvarianten der
vorliegenden Erfindung mit funktionellen Datenblöcken beschrieben sind. Aus
der oben stehenden Funktionsbeschreibung dieser Blöcke kann
ein Fachmann auf dem Gebiet der Konstruktion elektronischer Geräte ersehen,
wie die Realisierung dieser Blöcke
aus bekannten elektronischen Komponenten zu erfolgen hat.
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Da
das Prinzip der vorliegenden Erfindung in Verbindung mit einer spezifischen
Vorrichtung beschrieben wurde, wird explizit darauf hingewiesen, dass
diese Beschreibung ausschließlich
als Beispiel dient und den Umfang der Erfindung gemäß Definition
in den anhängenden
Ansprüchen
nicht einschränkt.