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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Dienstdifferenzierung in einem Datennetzwerk, das eine Vielzahl
von Dienstklassen unterstützt,
so dass Internet-Dienstanbieter eine Preis-Strategie bezüglich der Vielzahl von Dienstklassen
realisieren können,
die zu höheren
Gewinnen außerhalb
der Hauptverkehrsstunden führt.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Beim
Transmission Control Protocol/Internetwork Protocol (TCP/IP) handelt
es sich um zwei Protokolle, die entwickelt wurden, um Computersysteme
miteinander zu verbinden, die unterschiedliche Betriebssysteme und
Netzwerk-Technologien verwenden. Anwendungs- oder Prozessdaten,
die mit TCP/IP übertragen
werden, sind "paketiert" und durchlaufen
als solche die vier Ebenen des TCP/IP-Protokolls. TCP-Verkehr wird
typischerweise von einer Quelle erzeugt, die an ein LAN, z.B. Ethernet,
usw. angeschlossen ist und wird durch einen Internet-Protokoll-(IP)-Edge-Router
für ein
Zugangsnetz gesammelt, in dem eine andere Verbindungsebenen-Technologie
verwendet wird, wie z.B. ATM (Asynchronous Transfer Mode). (Das
Zugangsnetz muss jedoch nicht notwendigerweise ein ATM-Netz sein, sondern
kann ein komplettes IP-Netz, ein komplettes Ethernet, usw. sein).
Blockierungen im Edge-Router treten auf, wenn die im Zugangsnetz verfügbare Bandbreite
den vom LAN erzeugten gesammelten Verkehr nicht unterstützen kann.
Während
das Zugangsnetz seinen eigenen Mechanismus zur Verkehrssteuerung
haben kann, endet dessen Wirkung an Edge-Routern, z.B. an der Schnittstelle zwischen
zwei Netzen, und folglich wird die Ende-zu-Ende-Leistungsfähigkeit
nicht verbessert.
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Wenn
in einem paketvermittelten System am Edge-Router eine Blockierung
auftritt, muss eine Strategie zum Verwerfen von Paketen im Paketpuffer implementiert
werden. Mit der Einführung
differenzierter Dienste im Internet können Internet-Dienstanbieter
(ISPs) ihre Dienste (diffserv) so differenzieren, dass ein Teilnehmer
die Klasse der Paketverzögerung
oder des Paketverlustes auswählen
kann, denen die Pakete des Teilnehmers ausgesetzt sind.
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Zum
Beispiel kann der Teilnehmer mit diffserv verschiedene Dienstklassen
auswählen,
mit einer geringen Verzögerung
oder einer geringen Wahrscheinlichkeit für einen Paketverlust zu hohen
Kosten, einer mittleren Verzögerung
oder einer mittleren Wahrscheinlichkeit für einen Paketverlust zu mittleren
Kosten und einer hohen Verzögerung
oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen Paketverlust zu geringen
Kosten.
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Somit
können
Internet-Dienstanbieter (ISPs) ihre Dienste differenzieren und verschiedene Preis-Strategien
realisieren, so dass eine bessere Dienstklasse den Endanwender mehr
Geld kostet.
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Da
dieser Wert relativ ist, wird der Teilnehmer für dieselbe Verzögerungs-
oder Paket-Verlustwahrscheinlichkeits-Klasse außerhalb der Hauptverkehrsstunden
einen sehr guten Dienst und innerhalb der Hauptverkehrsstunden einen
schlechten Dienst erfahren. In der Tat ist die Auswahl relativ und
daher werden außerhalb
der Hauptverkehrsstunden alle Teilnehmer die preiswerte Dienstklasse
mit der hohen Verzögerung
oder der hohen Paket-Verlustwahrscheinlichkeit wählen, da sie in diesem Moment
einen guten Dienst liefern wird (absolut gesehen).
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Da
außerhalb
der Hauptverkehrsstunden das Netzwerk nicht stark belastet ist und
die Unterschiede in den Verzögerungs- oder Paket-Verlustwahrscheinlichkeits-Dienstklassen
so klein sind, dass alle Teilnehmer dazu tendieren werden, die preiswerteste
Dienstklasse mit der hohen Verzögerung
oder der hohen Paket-Verlustwahrscheinlichkeit zu wählen, die
eine nur unwesentlich größere Verzögerung bietet
als die teure Dienstklasse mit der geringen Verzögerung oder Paket- Verlustwahrscheinlichkeit,
ist der Gesamt-Gewinn für
den ISP außerhalb der
Hauptverkehrsstunden kleiner.
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Lösungen nach
dem bisherigen Stand der Technik zur Behandlung des Problems des
Verwerfens von Paketen in einem Paketpuffer sind Rear Dropping,
Front Dropping, Priority Dropping und Random Drop.
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Beim
Rear Dropping werden Pakete hinten aus dem Puffer verworfen (d.h.
es werden eintreffende Pakete verworfen, bis der Puffer nicht mehr
voll ist) – unabhängig von
der Priorität
oder der Wichtigkeit des Paketes.
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Beim
Front Dropping werden Pakete vorne aus der Warteschlange verworfen,
wodurch sich sowohl die mittlere Puffer-Verzögerungszeit als auch die Gesamt-Verlust-Leistungsdaten für Verkehr
mit engen Zeitanforderungen verbessern, aber erneut unabhängig von
der Priorität
oder der Wichtigkeit des Paketes.
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Beim
Priority Dropping werden eintreffende Pakete mit einer Prioritäts-Markierung
versehen (wodurch Paketklassen eingeführt werden), und es werden
Pakete mit geringer Priorität
verworfen. Obwohl diese Strategie die Wahrscheinlichkeit des Verwerfens
von Paketen hoher Priorität
verringert, wird dieses Ergebnis auf Kosten einer Erhöhung der
Wahrscheinlichkeit des Verwerfens von Paketen geringer Priorität erreicht.
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Beim
Random Drop, auch als Random Early Detection oder Random Early Drop
(RED) bekannt (siehe "Random
Early Detection Gateways for Congestion Avoidance", Sally Floyd und
Van Jacobsen, 1993 IEEE/ACM Transactions on Networking), wird auf
der Grundlage der Warteschlangen-Größe (oder des Blockierungsgrades)
eine Verwerf-Wahrscheinlichkeit berechnet, und es wird für große Warteschlangen
eine hohe Verwerf-Wahrscheinlichkeit
zugewiesen und für
kleine Warteschlangen eine kleine Verwerf-Wahrscheinlichkeit. Meistens
erhöht
sich die Verwerf-Wahrscheinlichkeit linear mit dem Grad der Blockierung.
Das bedeutet, dass in Zeiten kleiner Blockierung die Warteschlangen
klein sind und somit auch die Verwerf-Wahrscheinlichkeiten. Dies führt zu der
Tatsache, dass fast kein Unterschied zwischen verschiedenen Pakettypen/Prioritäten besteht:
Alle Pakete haben kleine Verwerf-Wahrscheinlichkeiten. Hier
wird der Grad der Wichtigkeit berücksichtigt: Pakete mit einem
kleineren Wichtigkeitsgrad bekommen zum Beispiel eine Verwerf-Wahrscheinlichkeit, die
5-mal größer ist
als die von Paketen mit einem hohen Wichtigkeitsgrad.
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Speziell
beim RED-Verfahren werden Pakete verworfen bevor der Puffer gesättigt ist.
Der Puffer wird überwacht
und wenn die mittlere Pufferbelegung eine bestimmte Schwelle überschreitet,
werden Pakete gemäß einem
zufälligen
Test verworfen (z.B. mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit, die
eine Funktion der mittleren Pufferbelegung ist (beweglicher Zeit-Mittelwert)),
was dazu führt,
dass TCP-Verbindungen ihre Fenster zufällig abschneiden. Dies ist insbesondere
effektiv zur Desynchronisierung der Fenster. Speziell bei einem
FIFO-RED-Verfahren werden
von Verbindungen, welche die Verbindungsstrecke mehr benutzen, wahrscheinlich
mehr Pakete verworfen und folglich wird ihre Fenstergröße abgeschnitten.
Dies tendiert dazu, die Vorbelastung für diese Verbindungen hoher
Datenrate zu verringern. Weil der RED-Algorithmus das Verwerfen
von Paketen ohne Berücksichtigung
der Eigenschaften eines Flusses erlaubt, können Pakete in einem Fluss
verworfen werden, der von hoher Wichtigkeit für die System-Leistungsfähigkeit,
aber nicht für
die Blockierung im System verantwortlich ist. Die Gesamt-System-Leistungsfähigkeit
erhöht
sich, wenn man die Verwerf-Wahrscheinlichkeiten für Flüsse erhöht, welche
die Blockierung verursachen.
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Andere
Lösungen
haben sich auf Präferenzen
bestimmter Teilnehmer konzentriert. Das heißt, ein Fluss eines bevorzugten
Teilnehmers kann eine Verwerf-Wahrscheinlichkeits-Kurve (d.h. Warteschlange
höherer
Priorität)
haben, deren Werte im Vergleich zu einer Kurve, die einem nicht
bevorzugten Teilnehmer zugeordnet ist, kleiner sind. Als Folge davon
können
Flüsse,
die zu einem bevorzugten Teilnehmer gehören, profitieren, aber die
System-Leistungsfähigkeit
wird nicht verbessert.
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Das
US-Patent
US 5 553 061 (Waggener
JR William N et al) vom 3. September 1996 (1996-09-03) mit dem Titel "Packet Processor
Naving Service Priority and Loss Priority Features" beschreibt einen
Paket-Prozessor, der Prioritäten
und Verlust-Prioritäten verwendet,
um eine Dienstklasse für
Paketdaten festzulegen. Die Dienst-Priorität wird dazu benutzt, die Priorität zu bestimmen,
mit der Pakete aus dem Paket-Prozessor geleitet werden. Die Verlust-Priorität wird dazu
benutzt, zu bestimmen, welche Pakete, falls überhaupt, verworfen werden,
wenn der Füllstand
des Puffers einen bestimmten Schwellwert überschreitet. Wenn ein Paket
empfangen wird, wird der Füllstand
des Paket-Puffers und/oder einer Warteschlange innerhalb des Puffers überprüft, um festzustellen,
ob ein Schwellwert erreicht ist. Auf der Grundlage der Verlust-Priorität und des
Füllstandes des
Puffers wird eine Entscheidung getroffen, ob das Paket verworfen
wird. Ein Puffer-Manager untersucht den Füllstand jeder Warteschlange
im Puffer und bestimmt, welche Klasse von Paketen aus dem Puffer auszulesen
ist.
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Die
IEEE-Publikation mit der Referenz XP-000875308, veröffentlicht
in IEEE Network – September/Oktober
1999 mit dem Titel "A
Case for Relative Differentiated Services and the Proportional Differentiation
Model" beschreibt
ein Verfahren zur Dienstdifferenzierung in einem Datennetzwerk,
das eine Vielzahl von Dienstklassen unterstützt. Dies wird auf Seite 28,
rechte Spalte, Zeile 1–17
beschrieben. Dieses Verfahren umfasst folgende Schritte:
- – Zuweisung
eines vorbestimmten Paket-Dienstklassen-Wertes zu jeder aus einer
zugehörigen Vielzahl
von Dienstklassen von Paketen in einem Datenstrom, wobei der Dienstklassen-Wert
sich gemäß einem
Wichtigkeitsgrad jeder der zugehörigen Dienstklassen
unterscheidet (siehe Seite 28, rechte Spalte, Zeile 6–8) und
folgenden Schritt:
- – Verzögern und
Verwerfen der Pakete gemäß dem vorbestimmten
Paket-Dienstklassen-Wert und gemäß einer
Last im Datennetz (siehe Seite 32, rechte Spalte, Zeile 1–4). Das
Problem mit allen diesen Verfahren ist jedoch, dass sie nur den Paketverlust
steuern und nicht den Gewinn des ISP berücksichtigen. Insbesondere wird
unabhängig
von dem Typ der Strategien zum Verwerfen von Paketen, die oben implementiert
wurden, durch die Entscheidung des Teilnehmers für die preiswerteste hohe Verzögerung und
die hohe Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
außerhalb
der Hauptverkehrsstunden der Gesamt-Gewinn des ISP verringert.
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Demgemäß ist es
erforderlich, einen Weg zu finden, Pakete so zu verwerfen, dass
Pakete geringer Priorität
eine garantierte, nicht zu vernachlässigende Verwerf-Wahrscheinlichkeit
oder Verzögerung
haben, so dass der Dienst zwischen den verschiedenen Dienstklassen
sowohl innerhalb als auch außerhalb der
Hauptverkehrsstunden besser differenziert ist, und der ISP bessere "absolute" Paket-Verlustwahrscheinlichkeits-Werte
oder Verzögerungs-Dienst-Werte bei erhöhtem Gewinn
anbieten kann.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Dienste in einem Datennetzwerk,
das eine Vielzahl von Dienstklassen unterstützt, zu differenzieren, indem
eine Preis-Strategie implementiert wird, so dass der Gewinn für den ISP
außerhalb
der Hauptverkehrsstunden erhöht
wird. Das Verfahren der Dienstdifferenzierung umfasst die Zuordnung
eines vorbestimmten Paket-Dienstklassen-Wertes zu jeder aus einer
zugehörigen
Vielzahl von Dienstklassen von Paketen in einem Datenstrom, wobei
der vorbestimmte Dienstklassen-Wert sich gemäß einem Wichtigkeitsgrad jeder
aus der zugehörigen Vielzahl von
Dienstklassen unterscheidet; und entweder Verzögern und Verwerfen der Pakete
gemäß dem vorbestimmten
Paket-Dienstklassen-Wert und gemäß einer
Last im Datennetz.
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Hierbei
umfasst das Verfahren weiterhin die kennzeichnenden Schritte des
Anspruchs 1.
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Das
Verfahren wird implementiert, indem ein Klassifizierer, wie z.B.
ein Computer, Edge-Router, usw. verwendet wird, der den vorbestimmten
Dienstklassen-Wert zuordnet, indem ein Mechanismus zur Verlust-/Verzögerungs-Überwachung verwendet wird,
wie z.B. eine Warteschlangen-Überwachung.
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Es
wurden ziemlich umfangreich die wichtigeren Eigenschaften der Erfindung
beschrieben, damit die folgende detaillierte Beschreibung besser
verstanden wird, und damit der vorliegende Beitrag zum Stand der
Technik besser eingeschätzt
werden kann. Es gibt natürlich
zusätzliche
Eigenschaften der Erfindung, die im Folgenden beschrieben werden
und Thema der beigefügten
Ansprüche
sind.
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Bevor
mindestens eine Ausführung
der vorliegenden Erfindung detailliert erklärt wird, muss in diesem Zusammenhang
verstanden werden, dass die Erfindung in ihrer Anwendung nicht auf
Konstruktionsdetails und Anordnungen der Komponenten begrenzt ist,
wie sie in der folgenden Beschreibung angegeben oder in den Zeichnungen
illustriert werden. Die Erfindung eignet sich für andere Ausführungen und
zum praktischen Einsatz und zur Ausführung auf verschiedene Weisen.
Es muss auch verstanden werden, dass die hier verwendete Ausdrucksweise und
Terminologie, sowie die unten angegebene Kurzfassung zum Zweck der
Beschreibung dienen und nicht als Einschränkung betrachtet werden dürfen.
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Somit
kann ein Fachmann einschätzen,
dass die Konzeption, auf der diese Offenlegung basiert, leicht als
Grundlage für
die Konstruktion anderer Strukturen, Verfahren und Systeme zur Durchführung der
mehreren Ziele der vorliegenden Erfindung verwendet werden kann.
Es ist daher wichtig, dass die Ansprüche so betrachtet werden, dass
sie solche äquivalenten
Konstruktionen enthalten, insoweit sie nicht vom Geist und vom Umfang
der Verfahren und Vorrichtungen gemäß der vorliegenden Erfindung
abweichen.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
eine schematische Darstellung des Mechanismus für die künstliche Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung.
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2 zeigt
eine schematische Darstellung des Mechanismus für die künstliche Paket-Verzögerung gemäß einem
anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGEN
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Dienstdifferenzierung
in einem Datennetzwerk, das eine Vielzahl von Dienstklassen unterstützt, so dass
der Internet-Dienstanbieter
(ISP) eine Preis-Strategie implementieren kann, die zu höheren Gewinnen
außerhalb
der Hauptverkehrsstunden führt.
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Wie
in den 1 und 2 in unterschiedlichen Aspekten
der vorliegenden Erfindung gezeigt, enthält die Vorrichtung 10 zur
Dienstdifferenzierung in einem Datennetzwerk, das eine Vielzahl
von Dienstklassen hat (als Dienstklassen 1–4 gezeigt), einen Klassifizierer 20,
der ein Computer, ein Core-Router,
ein Edge-Router, usw. sein kann, und der ein Mittel zur Differenzierung
zwischen Paketen (d.h. eine Vorrichtung zur Differenzierung von
Paket-Dienstklassen) aufweist, bei dem es sich entweder um ein Mittel
zum Verwerfen von Paketen (d.h. Paket-Verwerfer 30 (siehe 1))
oder ein Mittel zum Verzögern
von Paketen (d.h. Paket-Verzögerer 40 (siehe 2))
handelt.
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Speziell
fügt die
vorliegende Erfindung eine weitere Ebene zu den Verfahren zum Verwerfen
oder Verzögern
von Paketen nach dem bisherigen Stand der Technik hinzu, die im
Abschnitt über
den Hintergrund der Erfindung erläutert wurden, indem der ISP im
Edge-Router 20, der den Paket-Verwerfer 30 oder den
Paket-Verzögerer 40 benutzt,
einen vorbestimmten Paket-Dienstklassen-Wert
hinzufügen
kann, der entweder eine vorbestimmte oder eine künstliche Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
(AP in 1) oder eine künstliche
Paket-Verzögerung
(AD in 2) ist, und die auf der Grundlage des Diensttyp-(TOS)-Bytes
im IP-Paket einer speziellen Dienstklasse zugeordnet ist. Der vorbestimmte
Paket-Dienstklassen-Wert (d.h. die Paket-Verlustwahrscheinlichkeit oder die Paket-Verzögerung)
sinkt mit steigendem Wichtigkeitsgrad oder mit steigender Priorität jeder
aus seiner zugeordneten Vielzahl von Dienstklassen.
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Mit
anderen Worten wird für
jede Paketverlust-Dienstklasse oder Paket-Verzögerung von der Vorrichtung
zur Paket-Dienstklassen-Differenzierung (d.h.
Paket-Verwerfer 30 oder Paket-Verzögerer 40) im Edge-Router 20 jedem
IP-Paket ein vorbestimmter Wert (künstliche Paket-Verlustwahrscheinlichkeit oder
künstliche
Paket-Verzögerung)
zugeordnet. Somit verlässt
das Paket, welches in den Paket-Verwerfer 30 oder Paket-Verzögerer 40 gelangt,
ihn mit einer Verlustwahrscheinlichkeit oder Verzögerung,
die von der Dienstklasse des Paketes abhängt, wobei die beste Klasse
eine kleinere Verzögerung
oder Verlustwahrscheinlichkeit als die unterste Klasse hat.
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Um
weiter zu erläutern,
wie die künstliche Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
und die künstliche Paket-Verzögerung implementiert
werden, enthalten die künstlichen
Verwerf-Bereiche
während
Zeiten ohne Blockierungen, die hinzugefügt werden können, zum Beispiel: Beste Klasse
ohne Verwerfen, mittlere Klasse 1% Verwerfen und untere Klasse 3%
Verwerfen. Dasselbe gilt für
die Verzögerung,
zum Beispiel: Beste Klasse ohne zusätzliche Verzögerung,
mittlere Klasse mit einer Mindest-Verzögerung von 5 ms und untere
Klasse mit einer Mindest-Verzögerung
von 10 ms. Das spezifizierte Verwerfen und die Verzögerungen
pro Strecke werden zu den aktuellen auftretenden Paket-Verzögerungen
oder zu der vom Teilnehmer gewählten
Verlustwahrscheinlichkeits-Klasse hinzuaddiert.
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Daher
muss für
den Fall einer unteren Verzögerungs-Klasse
das Paket drei Strecken durchlaufen, und die Mindest-Verzögerung ist
30 ms. Sie kann auch im gesamten Netzwerk aufsummiert werden: D.h.
eine Mindest-Verzögerung
von 30 ms oder eine Mindest-Verlustwahrscheinlichkeit von 10% für die Pakete
geringer Priorität
im Netzwerk, zusätzlich
zu den aktuellen Verzögerungen
oder zur vom Teilnehmer gewählten
Verlustwahrscheinlichkeits-Klasse.
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In
einem weiteren Aspekt der Erfindung kann dieser vorbestimmte Wert
für die
künstliche
Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
oder die künstliche
Paket-Verzögerung mit
der Zeit variieren.
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Bezüglich der
zeitabhängigen
künstlichen Paket-Verzögerungen
hat eine künstliche
Verzögerung
von 10 ms zwei Bedeutungen: 1) jedes Paket hat eine zusätzliche
Verzögerung
von 10 ms, unabhängig
von der Verzögerung,
die es bereits erfahren hat. Zu Zeiten von Blockierungen bei voller
Warteschlange kann das Paket eine Warteschlangen-Verzögerung von
7 ms haben. Mit der künstlichen
Verzögerung
ist die Gesamt-Verzögerung
17 ms. Dies ist eine zeitabhängige
künstliche
Verzögerung.
2) Für dasselbe
Beispiel kann die künstliche
Verzögerung maximal
sein (10 ms minus Warteschlangen-Verzögerung). Beim obigen Beispiel
wäre die
wirkliche künstliche
Verzögerung
für das
Paket 3 ms. Dies ist eine zeitabhängige künstliche Verzögerung,
weil sich die Warteschlangen-Verzögerung mit der Zeit ändert.
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Die
zeitabhängige
künstliche
Verlustwahrscheinlichkeit arbeitet auf dieselbe Weise wie die zeitabhängige künstliche
Verzögerung,
wobei eine vorbestimmte Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
zu einer gewählten
Paket-Verlustwahrscheinlichkeits-Klasse
hinzuaddiert wird (d.h. die Hinzufügung der künstlichen Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
zur gewählten
Paket-Verlustwahrscheinlichkeit überschreitet
nicht einen Maximalwert).
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In
noch einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung werden Pakete
nicht nur gemäß dem vorbestimmten
Paket-Dienstklassen-Wert
verzögert oder
verworfen, sondern auch gemäß der Last
auf dem Datennetz. Wenn das Datennetz stark belastet ist, kann die
künstliche
Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
oder die künstliche
Paket-Verzögerung sehr
klein oder nicht vorhanden sein. Wenn das Netz leicht belastet ist,
kann die künstliche
Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
oder die künstliche
Paket-Verzögerung ziemlich
groß sein.
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In
noch einem weiteren Aspekt der Erfindung können die zeitabhängigen Werte
der künstlichen Paket-Verlustwahrscheinlichkeiten
oder künstlichen Verzögerungen
durch Eingreifen des Bedieners eingeführt werden, oder sie können von
dem Gerät
am Rand des Netzes (d.h. vom Edge-Router 20), zu dem der
Paket-Verwerfer 30 oder der Verzögerer 40 gehört, berechnet
werden. Im letztgenannten Fall ist das Gerät am Rand des Netzes in der
Lage, die Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
oder die Paket-Verzögerung
für die
verschiedenen Dienstklassen im Netz mit bekannten Mitteln oder Mechanismen
zur Verlust-/Verzögerungs-Überwachung
zu messen oder zu schätzen.
In kommerziellen Produkten umfassen Mittel zur Verlust-/Verzögerungs-Überwachung
die Überwachung
der Warteschlange, wozu Zähler
verwendet werden, um die Anzahl akzeptierter Pakete A und die Anzahl
verworfener Pakete B in jeder Klasse zu zählen. Die Verwerf-Wahrscheinlichkeit
in jeder Klasse ist dann das Verhältnis B/(A + B).
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Somit
erfährt
der Endanwender durch Hinzufügung
einer künstlichen
Paket-Verlustwahrscheinlichkeit oder künstlichen Verzögerung zu
jedem Zeitpunkt einen beträchtlichen
Unterschied zwischen den verschiedenen Dienstklassen. Anders ausgedrückt wird
der Teilnehmer, obwohl er den Nachteil erfährt, dass die unterste Dienstklasse
schlecht ist, den Unterschied zwischen den verschiedenen Dienstklassen
besser wahrnehmen, sowohl zu Hauptverkehrsstunden als auch außerhalb
der Hauptverkehrsstunden.
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Zusammenfassend
kann man sagen, dass im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren zum Verwerfen
von Paketen, bei denen alle Pakete gleich behandelt werden, wenn
die Blockierung sehr gering ist (d.h. es werden zum Beispiel bei
Rear Dropping oder Random Drop keine Pakete verworfen und viel zahlende
Kunden und wenig zahlende Kunden erhalten dieselbe Qualität), die
vorliegende Erfindung für einen
höheren
Gewinn des ISP sorgt, indem die wenig zahlenden Kunden eine Mindest-Verwerf-Rate
erhalten, auch in Zeiten sehr geringer Blockierungen. Somit kann
auch wenn die Warteschlange völlig
leer ist, der Paket-Verwerfer
damit beginnen, wegen der zusätzlichen
künstlichen
Verlustwahrscheinlichkeit Pakete zu verwerfen. Wenn sich die Blockierung
erhöht,
bewirkt ein Anstieg des zufälligen
Verwerfens eine Differenzierung zwischen den Teilnehmern und somit
kann die künstliche
Verlustwahrscheinlichkeit oder die künstliche Verzögerung sinken
(sie muss aber nicht).
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Wenn
die vorbestimmte künstliche
Paket-Verlustwahrscheinlichkeit
oder der Paket-Verzögerungs-Mechanismus richtig
konstruiert und in das Netzwerk eingeführt wird, wird demgemäß der ISP
in der Lage sein, bessere "absolute" Paket-Verlustwahrscheinlichkeits-Werte
oder Verzögerungs-Dienst-Werte
anstelle von "relativen" Paket-Verlustwahrscheinlichkeits-Werten
oder "relativen" Verzögerungs-Dienst-Werten
bereitzustellen. Es wird eine bessere Differenzierung zwischen den Dienstklassen
implementiert und wird zu einem höheren Gewinn des ISP außerhalb
der Hauptverkehrsstunden führen.