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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine zweiteilige antimikrobielle
Zusammensetzung, umfassend wenigstens eine Chlordioxid-erzeugende
Komponente, umfassend wenigstens ein Metallchlorit und wenigstens
eine säurebildende
Verbindung in einem festen Träger,
sowie wenigstens eine flüssige
wäßrige Komponente.
Die Zusammensetzung umfaßt
des weiteren wenigstens eine antimikrobielle Fettsäure in der
wäßrigen Komponente,
die 6 bis 12 Kohlenstoff-Atome und einen pka aufweist,
der nicht niedriger ist als der der säurebildenden Verbindung. Beim Mischen
bilden die Komponenten eine Zusammensetzung mit einem pH im Bereich
von 5 bis 8, vorzugsweise von etwa 5,2 bis etwa 8.
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Hintergrund
der Erfindung
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Bakterielle
Infektionen, insbesondere Rindermastitis, stellen das kostspieligste
und schwierigste Problem dar, mit dem ein Milchbauer typischerweise
umgehen muß.
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Mastitis
ist eine Entzündung
der Milchdrüsen,
die hauptsächlich
aufgrund einer bakteriellen Infektion auftritt, die über den
Zitzenkanal in das Euter des Säugers
gelangt. Durch die Mastitis wird die Milchproduktion der Kuh geringer
und die Qualität
der Milch wird herabgesetzt. In schwereren Fällen von Mastitis muß die Milch
verworfen werden, und falls die Krankheit einer Behandlung widersteht,
muß die Kuh
möglicherweise
getötet
werden. Ein weiteres Problem ist, daß eine Mastitis-Infektion sich
von Kuh zu Kuh ausbreiten kann.
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Mastitis
kann in zwei Formen auftreten, die als klinische und präklinische
Mastitis bezeichnet werden. Die Milchproduktion wird durch beide
Formen verringert, doch muß die
Milch verworfen werden, falls die Kuh eine klinische Mastitis hat,
und in nichtbehandelbaren Fällen
muß die
Kuh – wie
oben angegeben – möglicherweise
getötet
werden. Im Falle der klinischen Krankheitsform wurde bei Behandlungsversuchen
ein Antibiotikum in das Euter des Tiers infundiert.
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Es
gibt zahlreiche Organismen, die Mastitis verursachen, die häufigsten
sind jedoch Streptococcus agalactiae und Staphylococcus aureus.
Zu den weiteren umweltbedingten und ansteckenden Mikroorganismen,
die diese Krankheit verursachen, zählen die coliformen Mikroorganismen
Klebsiella pneumoniae, Actinomyces pyogenes, Corynebacterium bovis,
Listeria monocytogenes, Pseudomonas aeruginosa, Mycoplasma bovis
sowie andere Staphylokokken- und Streptokokken-Spezies. Im allgemeinen wird
die Behandlung begonnen, noch ehe die die Krankheit verursachende
Spezies identifiziert ist, und es ist daher wünschenswert, ein Antibiotikum
zur Verfügung
zu haben, das höchste
Wirksamkeit aufweist und auf so viele krankheitsverursachende Spezies wie
möglich
einwirkt. Diese Mikroorganismen, die in der näheren Umgebung vorhanden sind,
etwa auf Pflanzen und Streu (d. h., Stroh, Heu, Gras, Holzspäne und dergleichen),
in Exkrementen, Erde, Wasser, Futter etc., sind opportunistisch
und werden beim Melkvorgang von Kuh zu Kuh übertragen. Der Zutritt der
Mikroorganismen erfolgt durch die Zitzenöffnung und den Zitzenkanal
des Tiers.
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Bei
der Milchviehhaltung konzentriert man sich sowohl auf die Behandlung
als auch die Verhütung
von Mastitis-Infektionen. Wie vorstehend angegeben, erfolgt bei
der Behandlung typischerweise eine Infusion von Antibiotika in das
Euter der infizierten Kuh/Kühe,
und die Verhütung
umfaßt
routinemäßige hygienische
Methoden. Bei den zur Verhütung von
Mastitis (auch zur Verhinderung der Krankheitsverbreitung) angewandten
routinemäßigen hygienische
Methoden werden die Zitzen des Euters einer Kuh unmittelbar nach
jeder Melkzeit mit einem antiseptischen "Zitzenbad" behandelt (Dippen). Dies ist bei Milchbauern
zu einer Standardmethode geworden, denn es hat sich gezeigt, daß es eine
sehr wirksam Möglichkeit
zur Verhütung
intramammärer
Mastitis bei Kühen
ist. Zitzenbäder
können
in mehrere allgemeine Kategorien eingeteilt werden, darunter "Vordipp"-Zitzenbäder, die
zum Reinigen des Euters der Kuh vor dem Melken verwendet werden, "Nachdipp"-Zitzenbäder, die
nach dem Melken am Euter der Kuh angewandt werden, und "Barriere"-Zitzenbäder, die
ebenfalls nach dem Melken am Euter der Kuh angewandt werden und überdies
zwischen den Melkzeiten am Euter der Kuh verbleiben sollen.
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Mastitis
verursachende Mikroorganismen finden sich sowohl im Stall, in dem
die Kuh gemolken wird, als auch in der Umgebung, in die die Kuh
zwischen den Melkzeiten gelangt. Nachdipp-Zitzenbäder sind
so ausgelegt, daß sie
auf diejenigen Mikroorganismen wirken, die im Stall anzutreffen
sind und sich während
der Melkzeiten von Kuh zu Kuh ausbreiten.
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Barriere-Zitzenbäder sollen
während
der Zeiten, in denen nicht gemolken wird, an der Kuh verbleiben.
Barriere-Zitzenbäder
umfassen daher ein filmbildendes Mittel, so daß das Zitzenbad eine Barriere
oder Prophylaxe über
den Zitzen der Kuh bilden kann, um so den Zugang von Mikroorganismen
aus der näheren
Umgebung durch die Zitzenöffnung während der
Zeiten, in denen nicht gemolken wird, zu verhindern. Diese Barriere-Zitzenbäder können ein antimikrobielles
Mittel enthalten oder nicht, obwohl es in den letzten Jahren zunehmend
beliebter geworden ist, daß die
Barriere-Zitzenbäder
sowohl filmbildende Eigenschaften als auch antimikrobielle Wirkung
aufweisen, da sich bei einigen der Mastitis verursachenden Mikroorganismen
gezeigt hat, daß sie die
Barriere durchdringen und in den Zitzenkanal wandern.
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Es
gibt jetzt eine Vielzahl von im Handel erhältlichen Vordipp-, Nachdipp-
und Barriere-Zitzenbädern,
darunter solchen auf Basis von Iodophoren (d. h., Iod), quartären Ammonium-Verbindungen, Chlorhexidin-Salzen,
Chlor-freisetzenden Verbindungen wie z. B. Alkalihypochloriten;
oxidierenden Verbindungen wie etwa Wasserstoffperoxid und Persäuren; protonierten
Carbonsäuren
(d. h., Fettsäuren) wie
etwa Heptansäure,
Octansäure,
Nonansäure, Decansäure, Undecansäure und
so weiter; sauren Aniontensiden wie etwa Alkylarylsulfonsäuren; Chlordioxid;
und so weiter. Diese Zusammensetzungen haben unterschiedliche Wirkungsgrade.
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Chlordioxid
hat sich als außerordentlich
wirksames Chemikal für
die Verwendung als antimikrobielles Mittel erwiesen und ist zum
Desinfizieren, Keimfreimachen, Sterilisieren, Desodorieren etc.
seit mehreren Jahrzehnten zusehends beliebter geworden. Zudem hat
sich dieses Chemikal bei der Verhütung und Behandlung von Rinder-Mastitis
als recht nützlich
erwiesen. Diese Verbindung wird typischerweise in Lösung (d.
h., in einem wäßrigen Medium)
erzeugt, indem ein Metallchlorit-Salz mit einer starken Mineralsäure oder
mit einer großen
Menge einer starken organischen Säure gemischt wird. Die Stabilität solcher
Lösungen
ist allerdings ein Problem, und es ist empfehlenswert, die Säure und
das Metallchlorit-Salz erst unmittelbar vor dem Gebrauch zu mischen.
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EP 0 906 724 beschreibt
eine weitere Zitzenbad-Zusammensetzung. Dort umfaßt die Zusammensetzung
zwei Teile, wobei ein Teil eine organische Säure-Komponente in einer wäßrigen flüssigen Mischung
und weitere organische Verbindungen wie etwa ein Verdickungsmittel
enthält,
und ein zweiter Chlorit-Teil im wesentlichen aus einem Alkalimetallchlorit-Salz
besteht. Aufgrund ihrer haftenden rheologischen Eigenschaften ergibt
die Mischung ein Barriere-Zitzenbad.
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Bei
Zitzenbädern
unter Verwendung von Chlordioxid-erzeugenden Komponenten ergaben sich
verschiedene Probleme. Eines dieser Probleme ist der niedrige pH,
der zur ausreichenden Erzeugung von Chlordioxid typischerweise erforderlich
ist. Bei antimikrobiellen Zusammensetzungen, die entweder an der
Haut von Menschen oder Säugern
verwendet werden, ist ein saurer pH aufgrund der am Gewebe verursachten
Reizung bedenklich. Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit der
Chlordioxid-Erzeugung ist die Lebensdauer. Sobald die Chlordioxid-Erzeugung
eingeleitet ist, beginnen die Zusammensetzungen ihre Wirksamkeit
zu verlieren und müssen
typischerweise innerhalb von Tagen verbraucht werden.
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In
der Fachwelt besteht nach wie vor Bedarf an einem einfachen, doch
wirksamen und lange haltbaren antimikrobiellen System auf der Grundlage
von Chlordioxid, das für
Anwendungen wie z. B. Verhütung
und Behandlung von Mastitis eingesetzt werden kann.
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Kurzbeschreibung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine neue und verbesserte zweiteilige
antimikrobielle Zusammensetzung mit länger anhaltender Wirksamkeit
gegen Mikroben, die als Zitzenbad brauchbar ist, umfassend wenigstens
eine Chlordioxid-erzeugende Komponente
in einem festen Träger
und wenigstens eine flüssige
wäßrige Komponente.
Die Chlordioxid-erzeugende Komponente weist wenigstens ein Metallchlorit
und wenigstens eine säurebildende
Verbindung auf. Die säurebildende
Verbindung ist vorzugsweise eine protische Säure, umfaßt jedoch jede Art säurebildender
Verbindung. Die säurebildende Verbindung
muß einen
pka aufweisen, der kleiner ist als der der
Fettsäure.
Bei einem pH von etwa 5–10 liegt
keine hinreichende Chlordioxid-Erzeugung vor.
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Die
antimikrobielle Zusammensetzung umfaßt des weiteren wenigstens
eine antimikrobielle Fettsäure,
die der festen Komponente beigegeben werden kann, doch ist wenigstens
eine in Lösung
in der wäßrigen Komponente
bereitgestellt.
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Die
Fettsäure
ist dadurch gekennzeichnet, daß sie
6 bis 12 Kohlenstoff-Atome aufweist. Die Fettsäure hat einen pka von
etwa 5.
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Die
feste Komponente ist für
Wasser in flüssiger
Form durchlässig
oder ist gegenüber
Wasser in flüssiger
Form empfindlich oder darin löslich.
Beim Mischen der Komponenten wird Chlordioxid erzeugt.
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Die
resultierende gemischte Zusammensetzung hat einen pH im Bereich
von 5 bis 8, ganz besonders bevorzugt von 5,2 bis 8.
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Die
Zusammensetzung hat insofern verbesserte antimikrobielle Wirksamkeit,
als das Chlordioxid unverzüglich
die Mastitis verursachenden Mikroorganismen abtötet, während die Fettsäure über einen
längeren
Zeitraum gegen die Mastitis verursachenden Mikroorganismen antimikrobiell
wirksam bleibt.
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Zudem
ist die Zusammensetzung bei einem relativ neutralen pH von 5 bis
8 und ganz besonders bevorzugt etwa 5,2 bis etwa 8 antimikrobiell
wirksam, so daß sich
weniger Probleme mit Hautreizungen ergeben.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können als Vordipp- und Nachdipp-Zitzenbäder sowie
bei Zugabe eines filmbildenden Mittels als Barriere-Zitzenbäder eingesetzt
werden.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung erbringen zudem den
Nutzen, daß sie
einfach und problemlos im Gebrauch sind.
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Ausführliche
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine zweiteilige antimikrobielle
Zusammensetzung. Der erste Teil umfaßt wenigstens eine säurebildende
Verbindung und wenigstens ein Metallchlorit in fester Form, und
der zweite Teil ist eine Lösung
auf Wasserbasis. Der erste Teil kann als Chlordioxid-erzeugende
Komponente bezeichnet werden. Im zweiten Teil der Zusammensetzung
ist zudem eine Fettsäure
in Form einer wäßrigen Lösung bereitgestellt.
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Durch
die Zugabe der Fettsäure
zur resultierenden Zusammensetzung wird die Zusammensetzung mit
einer bleibenden, länger
anhaltenden antimikrobiellen Wirksamkeit versehen. Die beiden Teile werden
vor Gebrauch gemischt und sind besonders brauchbar als Zitzenbad-Zusammensetzung.
Die erste Komponente erzeugt in Gegenwart des zweiten, wasserbasierten
Teils Chlordioxid – ein
wirkungsvolles antimikrobielles Mittel.
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Zu
den hierin brauchbaren Chlordioxid-erzeugenden Verbindungen zählen Metallchlorite.
Bevorzugte Metallchlorite sind wasserlöslich, und dazu zählen Erdalkalimetallchlorite
und Alkalimetallchlorite wie etwa Kaliumchlorit und Natriumchlorit.
Zu den Erdalkalimetallchloriten zählen Bariumchlorit, Calciumchlorit
und Magnesiumchlorit. Eine besonders bevorzugte Verbindung ist Natriumchlorit.
Das Metallchlorit wird vorzugsweise in Pulverform (d. h., Salz) bereitgestellt.
Vorzugsweise ist das Metallchlorit in der resultierenden antimikrobiellen
Formulierung mit einer Konzentration von etwa 0,01 bis etwa 20 Gew.-%
und vorzugsweise etwa 1,0 bis etwa 14 Gew.-% vorhanden. Die Menge
des gewählten
Metallchlorits richtet sich jedoch nach dem gewünschten Quantum an Chlordioxid-Erzeugung.
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Folglich
wird das Metallchlorit mit einer Konzentration zugesetzt, die zur
Erzeugung von etwa 1 bis etwa 500 ppm Chlordioxid, vorzugsweise
etwa 20 bis etwa 500 ppm Chlordioxid und ganz besonders bevorzugt
etwa 100 bis etwa 400 ppm Chlordioxid ausreicht. Bei einem Zitzenbad
richtet sich die Menge des vorhandenen Chlordioxids nach der Menge
an organischer Verschmutzung, die zum Zeitpunkt des Gebrauchs vorhanden
ist (bei 10% Milch erhöht
sich die erforderliche Menge Chlordioxid erheblich, da Proteine
rasch mit ClO2 reagieren). Beispielsweise benötigt man
in Abwesenheit von organischer Verschmutzung nur wenige ppm Chlordioxid
zur wirksamen Abtötung
von Mikroben. In Gegenwart organischer Verschmutzung wird jedoch
eine Anfangsmenge von etwa 200 bis etwa 500 ppm Chlordioxid und vorzugsweise
etwa 250 bis etwa 400 ppm Chlordioxid benötigt.
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Für Anwendungen
zum Keimfreimachen harter Oberflächen
ist der durch Verschmutzung bedingte Bedarf nicht so hoch, und die
erforderliche Menge Chlordioxid ist erheblich geringer. Zum Beispiel
kann die erforderliche Menge Chlordioxid etwa 1 bis etwa 50 ppm
und vorzugsweise etwa 2 bis etwa 20 ppm betragen.
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Zu
den hierin brauchbaren säurebildenden Verbindungen
gehören
wasserempfindliche oder lösliche
Verbindungen sowie im wesentlichen wasserunlösliche säurebildende Verbindungen. Das
säurebildende
Material ist vorzugsweise ein festes Material und ist vorzugsweise
hydrophil. In Abwesenheit von Wasser reagiert die säurebildende
Verbindung nicht wesentlich mit dem Metallchlorit. Die säurebildende Verbindung
kann selbst protisch sein oder kann Protonen bei Kontakt mit Wasser
und dem Metallchlorit bilden. Der pka der
säurebildenden
Verbindung ist kleiner als der der antimikrobiellen Fettsäure. Antimikrobielle
Fettsäuren
haben einen pka von etwa 5. Die säurebildende
Verbindung hat folglich einen pka von weniger
als 4,5, vorzugsweise 4,0 oder niedriger, besonders bevorzugt etwa
3,0 oder niedriger und ganz besonders bevorzugt etwa 2,0 oder niedriger.
Die säurebildende
Verbindung muß lokal
einen niedrigen pH ergeben. Die Chlordioxid-Erzeugung ist bei einem pH
nahe neutral oder im basischen nicht ausreichend. Der zur Chlordioxid-Erzeugung
erforderliche pH ist niedriger, und folglich ist der pH der Lösung zum
Zeitpunkt der Reaktion zwischen Metallchlorit und säurebildender
Verbindung niedriger als der der Lösung im allgemeinen.
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Die
bei der vorliegenden Erfindung brauchbaren säurebildenden Verbindungen sind überaus zahlreich,
und dazu zählen
protische Säuren,
nichtprotische Säuren;
saure Salze, Mineralsäuren
sowie andere Arten säurebildender
Verbindungen, von denen einige im folgenden ausführlicher erörtert werden. Eine vorran gige
Anforderung ist, daß die
säurebildende
Verbindung imstande ist, Protonen in Wasser zu erzeugen.
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Zu
den hierin brauchbaren säurebildenden Verbindungen
gehören
protische Säuren.
Einige brauchbare protische Säuren
umfassen Carbonsäuren
und Dicarbonsäuren
wie etwa aromatische Carbonsäuren
und Hydroxycarbonsäuren,
Hydroxycarbonsäuren,
ungesättigte
Carbonsäuren
und so weiter. Zu einigen hierin brauchbaren Säuren zählen – ohne jedoch darauf beschränkt zu sein – Benzoesäure, Borsäure, Citronensäure, Fumarsäure, Oxasäure, Weinsäure, Milchsäure, Maleinsäure und
so weiter. Die säurebildende
Verbindung kann auch ein Anhydrid dieser protischen Säuren sein,
zum Beispiel Maleinsäureanhydrid.
Bei der vorliegenden Erfindung werden die protischen Säuren vorzugsweise
in Mengen von etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% und bevorzugt etwa 0,1
bis etwa 1 Gew.-% der gesamten antimikrobiellen Zusammensetzung
eingesetzt.
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Zu
den weiteren säurebildenden
Verbindungen gehören
wasserlösliche
saure Salze von Calcium, Magnesium, Barium, Lithium, Aluminium,
Natrium, Kalium und so weiter. Zu diesen Verbindungen zählen Schwefel-
und Phosphorsäure-Salze, Calciumchlorid,
Magnesiumchlorid, Magnesiumnitrat, Lithiumchlorid, Magnesiumsulfat,
Aluminiumsulfat, saures Natriumsulfat, Natriumdihydrogenphosphat, saures
Kaliumsulfat, Kaliumdihydrogenphosphat etc. sowie Mischungen derselben.
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Die
säurebildende
Verbindung kann auch eine nichtprotische Säure sein, darunter Chloride
von Zink, Aluminium und Eisen; Sulfate von Zink, Aluminium und Eisen;
und Mischungen derselben.
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Zu
den brauchbaren Mineralsäuren
zählen Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure und
Sulfaminsäuren.
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Zu
den weiteren säurebildenden
Verbindungen gehören – ohne jedoch
darauf beschränkt
zu sein – Säuren, die
bereits in einem festen Träger
eingeschlossen sind, etwa synthetische Molekularsiebe wie Zeolithe,
darunter synthetische Zeolithe, z. B. A, X und Y, Mordenit und ZSM-5,
die beide in die im wesentlichen Wasserstoffionen-ausgetauschte
Form (H+) überführt wurden; natürliche Zeolithe
wie Chabasit und Clinoptilolit; dealuminierter Zeolith Y; saure
Ionenaustauscherharze wie etwa Dowex® HCR-S-Harze,
erhältlich
von Dow Chemical Co., Midland MI; unlösliche organische Säureanhydride
wie etwa Phthalsäureanhydrid
und so weiter; und Mischungen derselben.
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Andere
säurebildende
Verbindungen sind die Tone, darunter säurebehandelte, calcinierte
und wasserhaltige Tone und so weiter. Zu den wasserhaltigen Tonen
zählen
Bentonit, Kaolin, Attapulgit und Halloysit. Zu den calcinierten
Tonen zählen
calcinierter Spinellphasen-Kaolin, calcinierter Bentonit, calcinierter
Halloysit und calcinierter Attapulgit. Säurebehandelte Tone sind so
beschaffen, daß die
Tone mit sauren Lösungen,
enthaltend Schwefelsäure,
Salzsäure,
Salpetersäure
oder andere saure Verbindungen wie etwa Lanthanchlorid, behandelt
werden, und dazu zählen
säurebehandelter
Metakaolin, säurebehandelter
Bentonit, säurebehandelter
Attapulgit und säurebehandelter
Halloysit.
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Typischerweise
werden die Zeolithe oder Tone mit Säuren wie etwa Schwefelsäure, Salpetersäure und
Salzsäure
behandelt.
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Säurebildende
Verbindungen, die bei der vorliegenden Erfindung Anwendung finden,
sind in WO 98/38865 und WO 99/24356 ausführlich beschrieben, die beide
in vollem Umfang hierin durch Zitat erwähnt seien. Die obige Aufzählung säurebildender
Verbindungen soll erläuternd
und keine alleingültige
Aufzählung
aller hierin brauchbarer säurebildender
Verbindungen sein und als solche auch nicht als Einschränkung des
Umfangs der vorliegenden Erfindung aufgefaßt werden. Der Fachmann weiß, wie eine
solche säurebildende
Verbindung auszuwählen
ist.
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Die
Menge der säurebildenden
Verbindung richtet sich danach, wieviel Metallchlorit in den Zusammensetzungen
vorhanden ist. Erwünscht
ist ein Überschuß an vorhandener
säurebildender
Verbindung. Höhere
Reaktionsgeschwindigkeiten erfordern höhere Konzentrationen an säurebildenden
Verbindungen. Die erforderliche Konzentration der Säure richtet
sich jedoch nach dem pka und der Reaktivität der Säure.
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Die
Mengen an Metallchlorit und säurebildender
Komponente werden so ausgewählt,
daß eine
Menge Chlordioxid erzeugt wird, die für effektive antimikrobielle
Wirksamkeit ausreichend ist. Die Menge Chlordioxid, die in der resultierenden
wäßrigen Lösung der
vorliegenden Erfindung erzeugt wird, beträgt im allgemeinen etwa 0,5
ppm bis etwa 500 ppm, vorzugsweise etwa 50 bis etwa 450 ppm und ganz
besonders bevorzugt etwa 100 bis etwa 400 ppm.
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Metallchlorit
und säurebildende
Verbindung der vorliegenden Erfindung werden einem festen Träger beigegeben.
Der feste Träger
ist eine neutrale Verbindung und kann zum Beispiel irgendein Ton vom
Aluminiumsilicat-Typ sein, darunter Bentonit, Kaolin, Attapulgit,
Halloysit, Polyorganosilicate und so weiter; Glimmer; Talke; Zeolithe;
und so weiter.
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Je
nach verwendeter säurebildender
Verbindung kann diese entweder in fester oder in flüssiger Form
vorliegen. Ist die Säure
ein Feststoff, so können Metallchlorit
und Säure
zusammen mit dem festen Träger,
zum Beispiel Ton oder Zeolith, auf einmal gemischt und in Form einer
gepreßten
Tablette bereitgestellt werden. In diesem Falle wird der feste Träger als
Verdünnungsmittel
genutzt, um zu verhindern, daß die
Konzentration von Metallchlorit und Säure in unerwünschter
Weise hoch wird. Bei hohen Konzentrationen kann die Mischung explosiv
werden.
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Alternativ
kann das Metallchlorit mit einem festen Träger in Lösung gemischt und dann getrocknet
werden. Daneben kann die Säure
mit einem festen Träger
gemischt werden, und anschließend
können
die beiden – nunmehr
auf Träger
befindlichen – Reaktionspartner
zusammengemischt werden.
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Ist
die Säure
andererseits eine Flüssigkeit, so
muß sie
zunächst
mit einem festen Träger
gemischt werden, so daß die
Säure nunmehr
in fester Form vorliegt. In diesem Falle kann das Metallchlorit, selbst
ein Feststoff, der Säure/Träger-Mischung zugesetzt
werden, oder das Metallchlorit kann zuerst mit der Säure/Träger-Komponente
gemischt werden. Wird das Metallchlorit zuerst mit einem Träger gemischt,
so erfolgt dies in Lösung,
und dann wird vor dem Mischen mit der Säure/Träger-Mischung getrocknet.
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Die
resultierende Mischung kann dann in beliebiger fester Form, darunter
Pulver, Agglomerate, Tabletten, Pellets, Granalien, Kapseln und
so weiter, an den Endverbraucher abgegeben werden. Eine bevorzugte
feste Form ist die Tablettenform. Die Reaktionspartner, d. h., Metallchlorit
und säurebildende Verbindung,
reagieren in Gegenwart von Wasser, so daß sie zudem in irgendeiner
Form verpackt werden müssen,
um die Gegenwart von Wasser, sei es in Dampfform oder in flüssiger Form,
im wesentlichen auszuschließen.
Ansonsten kann es sein, daß das Chlordioxid
zu früh
erzeugt wird. Chlordioxid-Bildung kann auch in Gegenwart von Wasserdampf
vor sich gehen, d. h., Wasserdampf, der aus der Umgebungsluft absorbiert
wird. Die Reaktionspartner werden daher vorzugsweise in einer im
wesentlichen feuchtigkeitsundurchlässigen Verpackung verpackt,
transportiert und gelagert.
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Die
Verpackungsmaterialien können
unlöslich
oder löslich
sein. Zu den Beispielen für
unlösliche Materialien
zählen
thermoplastische polymere Materialien wie etwa Polyethylen-Vlies
wie z. B. Tyvek®, das
von DuPont, Midland, MI, erhältlich
ist, und Polytetrafluorethylen wie z. B. GoreTex®, das
von W. L. Gore erhältlich
ist.
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Die
permeablen Membranen können
löslich, auflösbar oder
permeabel sein, und dazu zählen
Gelatinen, perforierte Materialien wie z. B. perforiertes Tyvek® und
so weiter.
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Einige
Verpackungsmöglichkeiten
umfassen Membranen, Folien, Briefchen, Taschen, Beutel, Kapseln
und so weiter, die die Tabletten frei von Feuchtigkeit halten, sich
aber in Wasser abbauen oder darin lösen oder für Wasser in flüssiger Form durchlässig sind.
Mit diesen Verpackungen ist eine kontrollierte Freisetzung von Chlordioxid
möglich.
Im Falle einer Verpackung, die für
Wasser in flüssiger Form
durchlässig
ist, muß die
Verpackung für
Chlordioxid durchlässig
sein, die dann so arbeitet, daß sie Wasser
herein- und Chlordioxid hinausläßt. Die Chlordioxid-Erzeugung
läßt sich
erhöhen,
indem die Wasserlöslichkeit
der Verpackung erhöht
wird oder die Wasserdurchlässigkeit
derjenigen Verpackung erhöht
wird, in der sich der Feststoff befindet.
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Die
Verwendung von Membranen, die den Durchgang von Wasser als Flüssigkeit
und/oder Dampf aus einem flüssigen
Wasserkörper
in die Membran und anschließend
von Chlordioxid aus der Membran erlauben, ist in WO 99/24356 erörtert.
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Die
Tabletten können
aus der Verpackung genommen und die Verpackung kann weggeworfen werden.
Die Tabletten können
auch in Materialien vom Verbundtyp wie z. B. Polyolefin-Folie über Aluminiumfolie
verpackt sein.
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In
einer speziellen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung liegen Metallchlorit und säurebildende
Verbindung in einer festen Mischung vor, die in die Form einer Tablette
verpreßt
wurde. Die Tablette wird dann in einer feuchtigkeitsundurchlässigen Schutzhülle verpackt.
Die feuchtigkeitsundurchlässige
Schutzhülle
kann aus irgendeinem im wesentlichen wasserunlöslichen thermoplastischen Material bestehen.
Jede Tablette kann einzeln verpackt sein, wobei die Verpackung nach
Entnahme der Tablette weggeworfen wird, oder es können mehrere
Tabletten in einem wiederverschließbaren Behälter verpackt sein, etwa solchen,
die einem Zip-loc® gleichen, der eine feuchtigkeitsundurchlässige Schutzhülle ergibt.
Die Tablette(n) wird/werden dann in einer bestimmten Menge dem zweiten
Teil, d. h., der wäßrigen Lösung, zugesetzt.
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In
einer weiteren Ausführungsform
liegen Metallchlorit und säurebildende
Verbindung in Form eines festen Pulvers vor und werden in einen
festen Träger
wie z. B. ein Briefchen, einen Beutel, eine Membran etc. gegeben,
der für
Wasser in flüssiger Form
durchlässig
ist. Bei Verwendung eines Briefchens, Beutels oder einer Membran
werden Metallchlorit und säurebildende
Verbindung durch das Briefchen, den Beutel oder die Membran von
den übrigen
Komponenten getrennt. Bei dieser Ausführungsform muß der feste
Träger
Durchgang von Chlordioxid nach dessen Bildung in das wäßrige Medium
erlauben. Bei dieser Ausführungsform
kann der feste Träger
zudem in Kammern geteilt sein, die säurebildende Verbindung und
Metallchlorit voneinander trennen, um eine Reaktion zu verhindern,
falls Wasser in Dampfform in den festen Träger gelangen sollte.
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Gegebenenfalls
können
die Tabletten oder das Pulver in einer Verpackung oder Membran bereitgestellt
werden, die sich bei Zugabe zu einem wäßrigen Medium auflöst, so daß flüssiges Wasser
eindringen und in Kontakt mit den Bestandteilen kommen kann.
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Ein
Beispiel für
ein Membran-Material ist Gelatine. Die Gelatine ist in Form einer
Kapsel unter dem Handelsnamen Capsugel® verfügbar, das
zu beziehen ist durch Warner Lambert, Morris Plains, NJ.
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Wie
bereits festgestellt, beträgt
der pH der Lösung
5 bis 8, vorzugsweise 5,2 bis 8 und ganz besonders bevorzugt 5,5
bis 8. Bei so hohen pHs kann Chlordioxid jedoch nicht ausreichend
erzeugt werden. Es ist daher notwendig, daß säurebildende Verbindung und
Metallchlorit dicht beieinander liegen, und daß der pH am Ort des Metallchlorits
niedriger ist als der der Lösung
im allgemeinen. Der pka der säurebildenden
Verbindung ist daher recht niedrig, d. h., 4,5 oder kleiner.
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Die
vorliegende Erfindung sorgt für
kontrollierte Freisetzung von Chlordioxid durch Verwendung fester
Reaktionspartner, die sich bei Berührung mit Wasser bereitwillig
lösen.
Der Feststoff, z. B. eine Tablette, löst sich in der wäßrigen Lösung, Metallchlorit und
säurebildende
Verbindung reagieren, und Chlordioxid wird freigesetzt. Nächste Nähe der Reaktionspartner
ist wünschenswert,
um Chlordioxid bei einem solch hohen pH wirksam freizusetzen.
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Der
Fachmann versteht auch, daß Kombinationen
aus diesen Ausführungsformen
ebenfalls kontrollierte Freisetzung von Chlordioxid ergeben, indem die
Auslösung
der Zusammensetzung durch Wasser solange verhindert wird, bis man
es wünscht,
sowie dadurch, wie schnell das Wasser mit den Reaktionspartnern
in Berührung
kommt. Die kontrollierte Chlordioxid-Erzeugung wird in WO 99/24356
ausführlich erörtert.
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Mit
der Methodik der vorliegenden Erfindung wird Chlordioxid mit etwas
Schütteln
typischerweise über
einen Zeitraum von etwa 15–30
Minuten erzeugt. Wird jedoch zu sehr geschüttelt, so kann der Wirkungsgrad
der Reaktion stark abnehmen, und es kann sein, daß nicht
alles Metallchlorit in Chlordioxid überführt wird. Der Grund dafür ist, daß ein lokal niedrigerer
pH am Ort der Reaktion zwischen Metallchlorit und säurebildender
Verbindung erforderlich ist. Zu viel Schütteln kann zur Verteilung der
säurebildenden
Verbindung und daher zu einem höheren
pH am Reaktionsort führen. Über den
gesamten Zeitraum von 15–30
Minuten ist Schütteln
daher nicht notwendig. Chlordioxid ergibt bei Anwendung der Zusammensetzung
der vorliegenden Erfindung eine unmittelbare und recht effektive
antimikrobielle Wirkung gegen die an der Zitze anzutreffenden ansteckenden Mastitiserreger.
Das Chlordioxid verdampft jedoch schnell von der Oberfläche der
Zitze und ergibt daher keine langanhaltende Wirkung. Verbleibt zudem
das Chlordioxid über
einen längeren
Zeitraum an der Zitze, so kommt es Gewebereizungen.
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Es
ist daher wünschenswert
und recht nutzbringend, ein zusätzliches
antimikrobielles Mittel für länger anhaltende,
bleibende antimikrobielle Wirkung bereitzustellen. Zu diesen zusätzlichen,
hierin brauchbaren antimikrobiellen Mitteln zählen Fettsäuren mittlerer Kettenlänge wie
etwa Octansäure,
Heptansäure,
Decansäure,
Nonansäure
(Pelargonsäure),
Undecansäure
und so weiter. Bevorzugte Fettsäuren
sind Octansäure
und Heptansäure.
Diese Säuren
sind hilfreich in Mengen von etwa 0,1 bis etwa 10 Gew.-% der gesamten
Zusammensetzung, vorzugsweise etwa 0,1 bis etwa 2 Gew.-% der gesamten
Zusammensetzung.
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Längerkettige
Fettsäuren,
z. B. C11-C15, sind bei
Raumtemperatur typischerweise fest, und es ist schwieriger, sie
im wäßrigen System
löslich
zu machen. Daher kann die Verwendung eines Haftvermittlers oder
hydrotropen Mittels erforderlich sein, um die längerkettige Fettsäure löslich zu
machen. Kürzerkettige
Fettsäuren
können
so wirken, daß sie
die Löslichkeit
einer längerkettigen
Fettsäure
erhöhen.
Beispielsweise können
Essigsäure
und Propionsäure
für diesen
Zweck verwendet werden.
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Es
wurde gefunden, daß Heptansäure und Octansäure bessere
bleibende antimikrobielle Wirkung als einige andere Fettsäuren aufweisen.
Die Fettsäuren
unterbrechen den Metabolismus einer Zelle, indem sie in die Zellmembran
eindringen und die Zellfunktion stören. Die Fettsäure muß daher
imstande sein, die hydrophobe Membran der Zelle zu durchqueren.
Ist die Anzahl der Kohlenstoff-Atome
in der Fettsäurekette
zu niedrig, so ist die Fettsäure nicht
hydrophob genug. Ist die Anzahl der Kohlenstoff-Atome zu hoch, so
ist die Fettsäure
nicht in Wasser löslich.
Die Fettsäure
verliert daher an Wirksamkeit.
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Der
pH der Mischung der vorliegenden Erfindung ist 5 bis 8, ganz besonders
bevorzugt 5,2 bis 8. Der erfindungsgemäß neutrale pH ergibt eine Zusammensetzung,
die die Haut von Tieren oder Menschen weniger reizt.
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Den
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können gegebenenfalls weitere
Bestandteile beigegeben werden, darunter Netzmittel (d. h., Emulgatoren
oder Tenside), Emulsionsstabilisatoren, Entschäumungsmittel, Puffer, weitere
antimikrobielle Mittel, Fungizide, Erweichungsmittel (Hautkonditionierungsmittel
oder Feuchtigkeitsmittel), hydrotrope Mittel, Feuchthaltemittel,
Verdickungsmittel oder viskositätsverändernde
Mittel, Konservierungsmittel, Farbstoffe, Weichmacher, Vitamin E,
insektenabweisende Mittel, Duftstoffe und so weiter. Beispielsweise kann
ein Bestandteil wie z. B. ein Farbstoff der Zusammensetzung zum
Zeitpunkt des Gebrauchs in Form einer getrennten Tablette zugesetzt
werden.
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Netzmittel
oder Tenside werden häufig
verwendet, um Benetzungseigenschaften zu ergeben, um so vollständigen Kontakt
zwischen der zu desinfizierenden Oberfläche und der Gebrauchslösung sicherzustellen.
Zu den hierin brauchbaren Netzmitteln oder Tensiden zählen lineare
Alkoholalkoxylate, d. h., lineares Alkoholethoxylat, Nonylphenoxypolyethoxyethanol,
Natrium-dioctylsulfosuccinat, etwa Aerosol® TO-75,
zu beziehen durch American Cyanamid Co./Industrial Chemical Division.
Tenside sind hilfreich bis zu etwa 2 Gew.-% der Zusammensetzung, vorzugsweise
bis zu etwa 0,5 Gew.-% der Zusammensetzung.
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Zu
den hierin brauchbaren Erweichungsmitteln gehören – ohne jedoch darauf beschränkt zu sein – Propylenglycol,
Glycerin, Lanolin oder Lanolin-Derivate, Sorbit, Polyethylenglycol,
Aloe vera und so weiter. Diese Mittel sind hilfreich zum Aufrechterhalten
einer gesunden Zitzenhaut und wirken einer etwaigen Reizwirkung
von Formulierungsbestandteilen oder aus der Umwelt entgegen. Erweichungsmittel sind
hilfreich bis zu etwa 15 Gew.-% der Zusammensetzung. Die Menge Erweichungsmittel,
die in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung eingesetzt
wird, kann aufgrund des milden pH der fertigen Zusammensetzung,
d. h., 5–8,
verringert werden.
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Polymere
Verdickungsmittel oder viskositätsverändernde
Mittel können
den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung gegebenenfalls
beigegeben wer den, um für
bessere Haftung an der Oberfläche
der Zitzen zu sorgen. Dies ist wichtig für die Verbesserung der Verweilzeit
des antimikrobiellen Mittels im Kontakt mit den Erregern. Zudem
werden dadurch die Verluste verringert, die dadurch entstehen, daß die Zusammensetzung
von der Zitze "abtropft". Viskositätsverändernde
Mittel können
anorganisch oder organisch sein, und sie können wasserlöslich oder
in Wasser dispergierbar sein. Organische Verdickungsmittel lassen
sich in natürliche
und synthetische Polymere unterteilen. Synthetische Polymere können auf
natürlicher
Basis oder können
Petroleum-basiert sein. Diese Verdickungsmittel sind hilfreich bis
zu etwa 1 Gew.-% der Zusammensetzung, vorzugsweise bis zu etwa 0,5
Gew.-% der Zusammensetzung.
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Zu
den anorganischen Verdickungsmitteln zählen kolloidales Magnesium,
Aluminiumsilicate, etwa diejenigen, die unter dem Handelsnamen Veegum® vertrieben
werden, kolloidale Tone, etwa diejenigen, die unter dem Handelsnamen
Bentonite® vertrieben
werden, Kieselsäuren
wie etwa die Cab-o-sil®-Palette und so weiter.
Diese Verdickungsmittel, bisweilen auch als Stellmittel bezeichnet,
können
gestäubt
oder gefällt
sein, um Teilchen mit einem großen
Verhältnis
von Oberfläche
zu Größe zu erzeugen.
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Natürliche Hydrogel-Verdickungsmittel
sind solche, die hauptsächlich
aus pflanzlichen Extrudaten abgeleitet sind, zum Beispiel Tragant,
Karaya- und Akazien-Gum;
Extraktstoffe, darunter Karagheen, Johannisbrot-Gum, Guar-Gum, Pektin
und so weiter; reine kultivierte Fermentationsprodukte wie Xanthan-Gum;
und so weiter.
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Zu
den speziellen Beispielen für
brauchbare viskositätsverändernde
Mittel zählen
Xanthan-Gum wie etwa Kelzan® T und Keltrol®,
erhältlich
von Kelco (Tochter von Monsanto Company), und teilweise oder vollständig hydrolysierte
Polyvinylalkohol-Zusammensetzungen. Diese Materialien sind empfänglich für Scherbelastung,
wobei die Viskosität
bei Anwendung einer Scherung abnimmt und bei Wegnahme der Scherkräfte sich
wiedereinstellt. Bei Zitzenbad-Zusammen setzungen erhöht sich
die Viskosität nach
dem Dippen, und die Viskosität
stellt sich nach dem Entfernen wieder ein und immobilisiert so den Überzug,
so daß nur
wenig durch Abtropfen verlorengeht.
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Das
viskositätsverändernde
Mittel kann selbst ein Filmbildner sein oder kann mit einem filmbildenden
Mittel zusammenwirken. Zum Beispiel kann Xanthan-Gum sowohl als
Filmbildner als auch als viskositätsveränderndes Mittel fungieren,
und teilweise oder vollständig
hydrolysierter Polyvinylalkohol kann sowohl als Filmbildner als
auch als viskositätsveränderndes
Mittel fungieren. Filmbildende Mittel werden in Zitzenbädern vom
Barrieretyp eingesetzt.
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Filmbildende
Mittel sorgen für
die Bildung einer Barriere über
der Zitzenöffnung,
um zu verhindern, daß Mastitis
verursachende Mikroorganismen in den Zitzenkanal gelangen. Diese
Barriere bietet Schutz vor Mastitis verursachenden Erregern während der
Perioden zwischen den Melkzeiten.
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Zu
den hierin brauchbaren Klassen filmbildender Mittel zählen natürliche Hydrogele
(d. h., natürliche
Gumen), Gelatine, Vinylpolymere, Cellulose-basierte filmbildende
Mittel, darunter Ethylhydroxyethylcellulose und so weiter. Filmbildner
sind hilfreich mit 0 bis etwa 10 Gew.-% der gesamten Zusammensetzung
und vorzugsweise etwa 0,01 bis etwa 10 Gew.-% der gesamten Zusammensetzung.
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Die
obigen Bestandteile können
der wäßrigen Komponente
in Lösung
beigegeben werden oder können
der festen Komponente beigegeben werden, doch werden diese Bestandteile
vorzugsweise der wäßrigen Lösung beigegeben.
Die vorliegende Erfindung kann jedoch auch ein System aus mehreren
Tabletten umfassen, die jeweils verschiedene Bestandteile aufweisen,
die zum Zeitpunkt der Anwendung in Wasser gegeben werden.
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Die
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sind brauchbar als
Zitzenbäder,
darunter Vordipps, Nachdipps und Barrieredipps.
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Zu
den weiteren Anwendungen, bei denen die Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden können,
zählen
flüssige
und feste Ablauf-Desinfektionsmittel,
Frischfleischbäder
(z. B. solche, die in Ausschmelzanlagen verwendet werden), Hufbehandlungszusammensetzungen,
antimikrobielle Gleitmittel, klinische Scheuerzusammensetzungen
und antimikrobielle Handprodukte, topische Hautbehandlungen, antimikrobielle
tiermedizinische Produkte, Zusammensetzungen zur Desinfektion ausgetretener
Körperflüssigkeiten,
hochwertige Desinfektionsmittel für invasive und nichtinvasive
chirurgische Instrumente und so weiter.