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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Es
wird zunehmend deutlich, daß die Überwachung
des prostataspezifischen Membranantigens (PSMA) für die Feststellung
und Handhabung von Prostatakrebs wünschenswert ist.
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Prostatakrebs
ist der verbreitetste Krebs bei Männern in den Vereinigten Staaten.
Die Fähigkeit
einer frühen
Feststellung von Prostatakrebs hat mit einem Serumtest hinsichtlich
des prostataspezifischen Antigens (PSA) zugenommen. Jedoch ist PSA
weder gewebespezifisch noch krankheitsspezifisch. Viele andere Zustände der
Prostata, von denen einige gutartig sind, können auch zu einer abnormalen
Erhöhung
der PSA-Menge in dem Serum führen
(Polascik et al., Prostate-specific antigen: A decade of discovery – what we
have learned and where we are going, J. Urol., Band 162, S. 293–306, 1999).
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Prostataspezifisches
Membranantigen (PSMA) ist ein Transmembranglycoprotein mit sowohl intra-
als auch extrazellulären
Domänen,
und es ist hochgradig spezifisch für das Prostatagewebe (Israeli
et al., Molecular cloning of a complimentary DNA encoding of prostate-specific
membrane antigen, Cancer Res., Band 53, S. 227–230, 1993). PSMA wird in gutartigem
und malignem Prostataepithel exprimiert und kann immunohistochemisch
festgestellt werden (Horoszewicz et al., Monoclonal Antibodies to
a new antigenic marker in epithelial prostatic cells and serum of
prostatic cancer patients, Anticancer Res., Band 7, S. 927–936, 1987;
Silver et al., Prostate-specific membrane antigen expression in
normal and malignant human tissues, Clin Cancer Res., Band 3, S.
81–85,
1997; Wright et al., Expression of Prostate-specific membrane antigen
(PSMA) in normal, benign, and malignant prostate tissues, Urol Oncol,
Band 1, S. 18–28,
1995; Bostwick et al., Prostate-specific membrane antigen expression
in prostatic intraepithelial neoplasia and adenocarcinoma: A study
of 184 cases, Cancer, Band 82, S. 2256–2261, 1998; und Sweat et al.,
Prostate-specific membrane antigen expression is greatest in prostate
adenocarcinoma and lymph node metastatis, Urology, Band 52, S. 637–640, 1998).
Für die
Serummengen an PSMA wurde vorgeschlagen, daß sie von prognostischer Signifikanz
in Prostatakrebspatienten mit fortgeschrittener Erkrankung sind,
siehe z.B. Grasso et al., Combined nested RT-PCR assay for prostate-specific
antigen and prostate-specific membrane antigen in prostate cancer
patients: correlation with pathological stage, Cancer Research,
Band 58, S. 1456–1459,
1998.
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Versuche,
PSMA im Serum zuverlässig
festzustellen, waren nicht erfolgreich, und derzeit steht kein Routineverfahren
zur Überwachung
von PSMA-Mengen in den Seren von Prostatakrebspatienten zur Verfügung.
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PSMA-Expression
in menschlichem Prostatagewebe wurde erstmals durch immunohistochemische
Färbung
unter Verwendung von 7E11.C5-Antikörper (Horoszewicz et al., supra)
dokumentiert. Der monoklonale Antikörper 7E11.C5, der gegen menschliche
Prostatakrebszellen (LNCaP) gerichtet war, ist dafür bekannt,
daß er
an ein intrazelluläres Epitop
von PSMA in der Nähe des
Aminoterminus bindet. Eine mit einem Isotop konjugierte Form von 7E11.C5,
die als CYT-356 bezeichnet wird, wurde für die Identifizierung von örtlicher
und entfernter Prostatakrebsmetastase und Wiedererkrankung verwendet. 7E11.C5-Antikörper ist
bei der American Type Culture Collection in Rockville, Maryland,
USA unter der Hinterlegungsnummer HB10494 hinterlegt. Von der PSMA-Immunreaktivität wurde
gefunden, daß sie
in schnell wachsenden Prostatatumoren größer ist als im Vergleich zu
gutartiger Prostatahyperplasie (BPH) und normalen Zellen (Horoszewicz
et al., supra; Silver et al., supra; Wright et al., supra; Bostwick
et al., supra; und Sweat et al., supra). Jedoch wurde unter 33 Zellinien,
die von Horoszewicz et al., supra, getestet wurden, PSMA-Immunreaktivität nur in
Lymphknotenkarzinom von Prostatazellen (LNCaP) festgestellt. 1997
ließ die
US-Nahrungs- und
Arzneimittelbehörde
die Verwendung der Radioimmunkonjugatform von 7E11.C5 (CYT 356)
für die
Feststellung von lokalisiertem Prostatakrebs zu.
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Versuche,
die unternommen wurden, um PSMA in dem Serum von Patienten mit Prostatakrebs
durch Western-Blot-Analyse zu messen, waren nicht schlüssig (Troyer
et al., Detection and characterization of the prostate-specific
membrane antigen (PSMA) in tissue extracts and body fluids, Int.
J. Cancer, Band 62, S. 552–558,
1995; Rochon et al., Western-blot assay for prostatespecific membrane
antigen in serum of prostate cancer patients, Prostate, Band 25,
S. 219–223,
1994; und Beckett et al., Prostate-specific membrane antigen levels
in sera from healthy men and patients with benign prostate hyperplasia
or prostate cancer, Clin Cancer Res, Band 5, S. 4034-4040, 1999). Es wurde
berichtet, daß Western-Blot-Analyse
eine Zunahme der Serum-PSMA-Mengen
in Patienten mit C1-, D1-
und D2-Prostatakrebs im Vergleich zu normalen
zeigen kann (Rochon et al., supra). Auf der anderen Seite berichteten Troyer
et al., supra, daß sie
nicht in der Lage waren, PSMA in dem Serum von Prostatakrebspatienten festzustellen.
Beckett et al., supra, berichteten, daß sie in der Lage waren, PSMA
in dem Serum festzustellen, daß sie
aber nicht in der Lage waren, zwischen einem frühen und einem späten Stadium
der Krankheit zu unterscheiden.
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Vor
der vorliegenden Erfindung waren Versuche, den einfacheren ELISA
zum Feststellen von Prostatakrebs zu verwenden, nicht erfolgreich.
In einem ELISA mit "kompetitiver
Hemmung" wurde PSMA
zuvor in 46% der Seren von Prostatakrebspatienten festgestellt und
in keinem in BPH- oder
normalen Individuen (Horoszewicz et al., supra). Dies ist eine klar
ungenügende
Zuverlässigkeit
für einen
Bestimmungstest.
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In
unseren früheren
Studien wurde gezeigt, daß PSA
eine starke Affinität
für thiophile
Gele (1S, 2S und 3S) besitzt, wie es in der anhängigen US-Patentanmeldung 09/624,692,
eingereicht am 24. Juli 2000, beschrieben ist. Kürzlich haben wir eine Beobachtung
gemacht, daß PSMA
auch eine starke Affinität
für T-Gele
besitzt. Kurz gefaßt
wird eine T-Gelmasse in eine Säule
(0,5 × 5
cm) gepackt und mit 25 mM Hepes-Puffer, der 1 M Natriumsulfat, pH
7,0, enthält, äquilibriert.
Eine Quelle für
PSMA, z.B. solubilisierter Zellextrakt von LNCaP-Zellen (5 × 107 Zellen/ml) oder menschliches Serum (400 μl), wird
mit Säulenäquilibrierungspuffer
rekonstituiert und auf die Säule
aufgebracht. Die Säule
wird dann mit etwa 10 Leervolumen an Säulenäquilibrierungspuffer gewaschen,
und die gebundenen Proteine werden mit 25 mM Hepes-Puffer, pH 7,0,
eluiert. Das Vorhanden von PSMA in verschiedenen Säulenfraktionen
wird dann durch SDS-PAGE und Western-Blot-Analyse unter Verwendung
eines monoklonalen Anti-PSMA-Antikörpers, wie 7E11.C5, nachgewiesen.
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Beispielsweise
wurde Elektroforese von Fraktionen unter nicht-reduzierenden Bedingungen in
einem 4-15%-igen Polyacrylamidgradientengel durchgeführt. Proben
wurden in gleichen Volumina, die vergleichbare Proteinmengen enthielten,
aufgetragen und für
40 Minuten bei 200 Volt laufen gelassen. Nach der Elektroforese
wurden die Proteine in dem Gel elektroforetisch auf eine Polyvinylidendifluorid-
(PVDF-) Membran überführt. Der
Transferpuffer enthielt 25 mM Tris, 192 mM Glycin und 20% Methanol
bei einem pH-Wert von 8,3. Der Transfer wurde bei 100 Volt für eine Stunde
durchgeführt.
Nach dem Transfer wurde die Membran für eine Stunde in einem Blockierungsmittel
auf der Grundlage von Protein mit weitreichender Funktion unter
sanfter Bewegung blockiert. Solche Blockierungsmittel enthalten Albumin-,
Kasein- oder Trockenmilchlösung.
Solch ein Blockierungsmittel ist handelsüblich als NAP-Sure blockerTM erhältlich
(Geno-Technology, Inc., St. Louis, MO). Immunfärbung wurde unter Verwendung von
7E11.C5-Antikörper
oder monoklonalem Antikörper
gegen ein α1-Anitchymotrypsin mit einer Konzentration
von 5 μg/ml,
verdünnt
in NAP-Sure blockerTM (Geno-Technology,
Inc., St. Louis, MO), für
1 h durchgeführt.
Sekundärer
Antikörper,
mit Meerrettichperoxidase konjugiertes Ziege-Anti-Maus-IgG (Jackson Immuno
Research Laboratories, Inc. West Grove, PA) mit einer Verdünnung von
1:5.000 in 1% Albumin/PBS/0,1% Tween 20, wurde für 45 min mit der Membran inkubiert.
Die Proteine wurden mit verstärktem
Luminolreagens (ECL) für
Meerrettichperoxidase nachgewiesen. Solch ein Reagens ist unter
der Handelsmarke NEL 102 (NEN, Boston, MA) erhältlich. Das komplexierte Protein
wurde dann einem Röntgenfilm
ausgesetzt, um die positiven Banden sichtbar zu machen.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
FIGUREN
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1 zeigt
einen Western-Blot-Nachweis von PSMA in LNCaP-Zellextrakt und in
einem Prostatakrebspatienten nach thiophiler Gelchromatographie.
LNCaP-Zellextrakt oder Patientenserum wurde auf 3-S-thiophilem Gel
Chromatographie unterzogen. Das Vorhandensein von PSMA in Säuleneluaten wurde
durch SDS-PAGE und Western-Blot unter Verwendung von Anti-PSMA-Antikörper, 7E11.C5,
nachgewiesen. "A" zeigt LNCaP-Zellextrakt
und "B" zeigt Prostatakrebspatientenserum
(Stadium T-3). Es wurden insgesamt vier verschiedene Präparationen
von LNCaP-Zellextrakten
und zehn Patientenseren im Stadium T3 analysiert.
Die Ergebnisse waren in allen Fällen
im wesentlichen identisch.
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2 zeigt
eine Western-Blot-Analyse, die wiedergibt, daß PSMA in Patientenserum in
der Form eines Komplexes zwischen diesem Antigen und α1-Antichymotripsin
vorliegt. Serum eines Prostatakrebspatienten im Stadium T3 wurde auf einem 3S-T-Gel Chromatographie
unterzogen, durch Western-Blot analysiert und mit Anti-PSMA-Antikörper immungefärbt, 7E11.C5
(Spur A) oder Anti-α1-Antichymotripsin-Antikörper (Spur B). Mittels Anti-ACT-Antikörper wurden
zwei Banden nachgewiesen, wobei die eine α1-Antichymotropsin
(untere Bande) und die andere dem PSMA-ACT-Komplex (obere Bande) entspricht. Das
Vorhandensein von PSMA-ACT-Komplex wurde in 13 weiteren Patienten durch
das gleiche Verfahren nachgewiesen.
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3 zeigt
einen Vergleich des Nachweises von PSMA-ACT-Komplex in Seren von
Prostatakrebspatienten unter Verwendung von Sandwich-ELISA (A) und
Western-Blot (B). PSMA wurde in jeder der Serumproben von Prostatakrebspatienten
in den Stadien T1, T2,
T3 und T4 nachgewiesen,
C, Kontrollen, P, Prostatitis und BPH. Die gezeigten Daten umfassen
12 repräsentative
Serumproben in verschiedenen Stadien der Krankheit und Kontrollen.
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4 zeigt
ein Diagramm der ELISA-Bestimmung von PSMA-ACT-Komplex in Patientenseren.
Insgesamt wurden 130 Serumproben durch Sandwich-ELISA analysiert,
welche normale Kontrolle (20), Prostatitis (9), BPH (46) und verschiedene Stadien
von Prostatakrebs (55) umfaßten.
Das Antigen wurde durch monoklonalen Anti-PSMA-Antikörper, 7E11.C5,
eingefangen und mittels polyklonalem Anti-ACT-Antikörper nachgewiesen.
Die Ergebnisse sind in willkürlichen
Einheiten ausgedrückt,
die aus einer Standardkurve, die in jeder Mikrotiterplatte enthalten
war, erhalten wurden. Der Standard besteht aus einer zweifachen
Reihenverdünnung
von vereinigten Seren von Patienten im T-3-Stadium, welche von einer
Einheit (Verdünnung
von 1:160) bis 100 Einheiten (Verdünnung von 1:5) reicht. Jeder
Punkt repräsentiert
eine Serumprobe. Das Diagramm zeigt sehr wenig Überlappung bei etwa 10 Einheiten
mit Nicht-Prostatakrebs-Proben, welche im allgemeinen unter 10 liegen,
und mit Prostatakrebsproben, die über 10 liegen.
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5 zeigt
eine Kalibrierung des ELISA hinsichtlich PSMA-ACT-Komplex. Vereinigte
Serumprobe von drei Prostatakrebspatienten im T-3-Stadium wurde
in Reihe verdünnt,
und aliquote Teile von 50 μl wurden
in dreifacher Ausfertigung auf Mikrotiterplatten, die mit Anti-PSMA-Antikörper beschichtet
waren, gegeben. Anti-ACT-Antikörper
wurde dazu verwendet, das Vorhandensein von PSMA-ACT-Komplex nachzuweisen.
Als eine Kontrolle wurde normales Serum bei einer vergleichbaren
Verdünnung
verwendet. Der Standard besteht aus einer Reihenverdünnung von
vereinigtem Serum, welches den Bereich von einer Einheit (Verdünnung von
1:160) bis 100 Einheiten (Verdünnung
von 1:5) überspannt.
Die hier gezeigten Ergebnisse geben sechs unabhängige Tests wieder.
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6 zeigt
einen Nachweis von PSMA in LNCaP-Zelllysat durch Isolierung mittels
thiophiler Gelchromatographie, gefolgt von Western-Blot-Analyse
unter Verwendung von (A) 7E11.C5-Antikörper und
(B) B-6-Antikörper.
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7 zeigt
einen Vergleich von 7E11.C5- und B-6-Antikörpern beim Messen von PSMA-ACT-Komplex in den
Seren von Prostatakrebspatienten mittels ELISA. Insgesamt wurden
58 Serumproben durch Sandwich-ELISA analysiert, welche normale Kontrollen
(11), BPH (12) und Prostatakrebspatienten (35) umfaßten. Das
Antigen wurde entweder durch monoklonalen 7E11.C5- oder monoklonalen
B-6-Antikörper
eingefangen und durch polyklonalen Anti-ACT-Antikörper nachgewiesen.
Die übrigen
Details sind so, wie sie zuvor beschrieben wurden. Die Ergebnisse
sind in willkürlichen
Einheiten ausgedrückt.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
ERFINDUNG
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Die
Erfindung umfaßt
ein Verfahren zum Feststellen eines prostataspezifischen Membranantigens
(PSMA) in einer PSMA enthaltenden Körperflüssigkeit durch einen Immuntest,
welcher die Stufen umfaßt,
bei denen man PSMA aus der Probe unter Verwendung eines PSMA-Antikörpers einfängt und das
eingefangene PSMA mit einem Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper nachweist.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird PSMA unter Verwendung einer geeigneten Verdünnung von Anti-PSMA-Antikörper, Beschichten
einer Oberfläche,
wie der Oberfläche
von Näpfen
in einer Mikrotiterplatte, mit der resultierenden Lösung, Blockieren
von unspezifischen Stellen auf der Oberfläche mit einer Blockierungslösung, wie
Albumin, Verdünnen
der Probe mit einem Blockierungspuffer, wie gepuffertem Albumin,
und Aufbringen einer verdünnten
Probe auf die Oberfläche
zum Einfangen von PSMA eingefangen. Die Körperflüssigkeit ist vorzugsweise Serum,
sie kann aber auch eine andere Flüssigkeit sein, wie Urin.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
zum Feststellen von eingefangenem PSMA umfaßt die Stufen, bei denen man
nicht eingefangenes Material durch Waschen der Oberfläche entfernt,
einen in einer Blockierungslösung,
wie Albuminlösung,
verdünnten
Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper aufbringt und gebundenes
PSMA unter Verwendung eines sekundären Antikörpers, wie eines mit Peroxidase
markierten Anti-Kaninchen-IgG, und eines Substrats, wie O-Phenylendiamin
(OPD), feststellt.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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"PSMA", wie es hierin verwendet
wird, ist ein Antigen, das in Prostatatumor und in der Membran von
LNCaP-Zellen vorhanden ist und welches mit α1-Antichymotrypsin
(ACT) komplexiert.
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"Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper" (Anti-ACT-Antikörper) ist
ein Antikörper,
der spezifisch mit α1-Antichymotrypsin komplexiert.
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"PSMA-Antikörper", wie es hierin verwendet wird,
bezeichnet einen Antikörper,
der selektiv PSMA einfängt.
Beispiele für
PSMA-Antikörper
sind 7E11.C5 (ATCC-Hinterlegungsnummer HB-10494, US-Patent 5,162,504) und B-6
(ATCC-Hinterlegungsnummer PTA-3160).
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"Blockierungslösung" ist eine Lösung, die eine
blockierende Verbindung mit einer breiten Vielfalt an Antigenen
enthält
und zum Blockieren von unspezifischen Bindungsstellen verwendet
wird. Die gebräuchlichste
Blockierungslösung
ist eine Lösung von
Albumin, üblicherweise
Rinderserumalbumin (BSA). Andere Blockierungsverbindungen, wie Milchfeststoffe,
Kasein oder gemischte Polysaccharide, können zur Herstellung einer
Blockierungslösung verwendet
werden.
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"Blockierungspuffer" ist eine gepufferte
Blockierungslösung.
Der gebräuchlichste
Puffer ist ein Phosphatpuffer. Wo Blockierungslösungen in mehr als einer Stufe
für einen
Nachweis mittels eines bestimmten Antikörpers verwendet werden, ist
in den Blockierungslösungen üblicherweise
die gleiche Blockierungsverbindung vorhanden.
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Serumproben
von 55 Prostatakrebspatienten, 9 Proben von Patienten, bei denen
Prostatitis diagnostiziert wurde, 46 Proben von BPH-Patienten und
20 Serumproben von normalen Spendern wurden durch thiophile Adsorptionschromatographie,
die selektiv PSMA zurückhält, verarbeitet.
Isoliertes PSMA wurde mittels SDS-PAGE und Western-Blot unter Verwendung
von 7E11.C5-Antikörper analysiert.
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Es
ist wesentlich, daß Serumproben
vor einem PSMA-Nachweis in einer Western-Blot-Analyse durch thiophile Gelchromatographie
verarbeitet werden. Jedoch ist im Falle einer PSMA-Bestimmung durch
ELISA die Stufe der thiophilen Gelchromatographie nicht erforderlich.
PSMA kann in dem Serum ohne jede Verarbeitung kontrolliert werden.
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Doppelbestimmungs-ELISA
wurde unter Verwendung von PSMA-Antikörper als einem "Einfang"-Antikörper für PSMA und
polyklonalem Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper als einem "Nachweis"-Antikörper entwickelt.
ELISA-Ergebnisse werden in willkürlichen
Einheiten ausgedrückt,
die von einer Standardkurve auf der Grundlage einer Verdünnung von
vereinigten Seren von drei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs
erhalten wurden.
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Ergebnisse:
PSMA besitzt eine starke Affinität
für thiophiles
Gel. Chromatographie von Patientenserum an thiophilem Gel entfernt
mehr als 90% der Proteine, einschließlich Albumin, und ermöglicht somit
die Sichtbarmachung von PSMA in einer Western-Blot-Analyse als eine
einzelne Bande, die ~ 75 bis 90 kDa entspricht, wenn sie mit dem
PSMA-Antikörper
gefärbt
wird. Die Färbung
war intensiver bei den Seren von Prostatakrebspatienten gegenüber nicht
von Krebs hergeleiteten Seren (normal, Prostatitis und BPH). PSMA,
das von der Prostatakrebszellinie LNCaP isoliert und in identischer
Weise verarbeitet wurde, zeigte ebenfalls eine einzelne Bande, aber
mit einem etwas höheren
Molekulargewicht, das 100 bis 110 kDa entsprach. Ein direkter enzymgekoppelter
Sandwich-Immunosorbenttest (ELISA) wurde für den Nachweis von Serum-PSMA
entwickelt. Im ELISA werden PSMA-Mengen in willkürlichen Einheiten ausgedrückt, und
die Ergebnisse korrelieren gut mit dem Stadium der Krankheit.
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Herstellung von LNCaP-Zellextrakt
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LNCaP-Zellen
wurden von der American Type Culture Collection (ATCC-Hinterlegungsnummer
CRL1740, Rockville, MD) erhalten. Diese Zellen waren ursprünglich am
Roswell Park Cancer Institute, Buffalo, NY, isoliert und charakterisiert
worden. Details bezüglich
der Entwicklung und Charakterisierungen der Zellinie wurden von
Horoszewicz et al., LNCaP model of prostatic carcinoma, Cancer Res, Band
43, S. 1809–1818,
1983, veröffentlicht.
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Die
LNCaP-Zellen wurden in vollständigem RPMI
1640-Wachstumsmedium (wie von G. Moore et al., AMA, B. 199, S. 519,
1967, veröffentlicht),
das mit 10% fötalem
Kälberserum
und 1 mM L-Glutamin versetzt war, gehalten. Konfluente Einzellagen
von LNCaP-Zellen wurden mit Trypsin behandelt, mit PBS gewaschen,
und die Zellsuspension wurde bei –70°C in der Gegenwart von 1 μg/ml Proteaseinhibitor (Aprotinin,
Sigma Chemical Co., St. Louis, MO) eingefroren. Nach einem weiteren
Zyklus des Einfrierens und Auftauens wurde das Zelllysat bei 3.000 × g zentrifugiert,
um die Kerne und unvollständig
zerstören
Zellen zu entfernen. Der Überstand
wurde wieder eingestellt, so daß er
0,5% NP40 enthielt, und für
30 min bei 4°C
auf den Rotationsmischer gestellt. Das gelöste Material wurde bei 15.000 × g für 30 min
zentrifugiert. Der Überstand
wurde gesammelt und bei –70°C bis zur
Verwendung gelagert.
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Serumproben
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Serumproben
von 110 Patienten (Prostatitis, BPH und Prostatakarzinom) und von
20 gesunden Spendern wurden in dieser Studie eingesetzt. Von den
Patienten wurden 37 Blutproben während
routinemäßiger ambulanter
Besuche in der Klinik frisch abgenommen, und 18 Patientenserumproben
wurden als archivierte Serumproben von der Abteilung für Labormedizin
am Roswell Park Cancer Institute erhalten. Die übrigen 54 Patientenserumproben
wurden von Patienten bei routinemäßigen Besuchen in urologischen
Kliniken im Gebiet von West New York frisch abgenommen. Alle Serumproben
wurden bei –70°C gefroren
gehalten und innerhalb von 72 Stunden verarbeitet mit Ausnahme von
archivierten Proben, die innerhalb von 90 Tagen nach dem Sammeln analysiert
wurden. Alle Spender, einschließlich
der normalen gesunden Individuen, gaben gemäß den örtlichen Richtlinienanforderungen
schriftliche Einverständniserklärungen ab.
Serumproben wurden bei –70°C bis zur
Verwendung gefroren gehalten.
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Antikörper
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Die
7E11.C5-Hybridomzellinie (ATCC – HB-10494)
und die B-6-Hybridomzellinie (ATCC-PTA 3160) werden in unserem Labor
routinemäßig gehalten
und wurden hinterlegt bei und sind erhältlich von der American Type
Culture Collection. 7E11.C5-Antikörper und B-6-Antikörper wurden
von Maus-Aszites durch Affinitätschromatographie
gereinigt, wobei Protein-A verwendet wurde, das über chemisch stabile Amidbindungen
(Affi-Gel Protein-A MAPS II-System, Bio-Rad Laboratories, Hercules,
CA) gemäß den veröffentlichten
Anleitungen des Herstellers an Perlen mit vernetzter Agarose gekoppelt
war. Monoklonale Antikörper
7E11.C5 und B-6 sind ein Maus-Immunglobulin (IgG1), das durch Immunisierung
mit LNCaP-Zellen erzeugt wurde. Diese Antikörper reagieren mit membranreichen
Fraktionen von LNCaP-Zellen, weisen aber keine Reaktivität mit Cytosol
oder antigenen Substanzen, wie prostataspezifischem Antigen (PSA)
oder Prostatasäurephosphatase
(PAP), auf.
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PSMA-Quantifizierung durch
Doppelbestimmungs-ELISA
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PSMA-Quantifizierung
in unverarbeiteten Serumproben wurde wie folgt durchgeführt: Monoklonaler
Antikörper
7E11.C5 wurde auf 5 μg/ml
in 20 mM phosphatgepufferter Kochsalzlösung, pH 7,0, PBS, verdünnt und
zur Beschichtung der Näpfe
in einer Mikrotiterplatte über
Nacht bei 4°C
verwendet. Die Näpfe
wurden mit 2% Rinderalbumin in PBS-Blockierungspuffer für eine Stunde
blockiert. Die Blockierung und alle nachfolgenden Stufen wurden
bei Raumtemperatur durchgeführt.
Testproben wurden mit Blockierungspuffer verdünnt und in dreifacher Ausfertigung auf
die Platte aufgebracht (50 μl/Napf).
Nach einer Stunde Inkubation wurden die Platten mit PBS gewaschen,
und polyklonaler α1-Antichymotrypsin-Antikörper wurde in einer Verdünnung von
1:2.000 in 1% Albumin in PBS/0,1% Tween 20 aufgebracht (50 μl/Napf).
Gebundenes Antigen wurde durch mit Peroxidase markiertes Anti-Kaninchen-IgG
und O-Phenylendiamin- (OPD-) Substrat nachgewiesen. Ein vereinigtes
Serum von Krebspatienten im T3-Stadium wurde
als ein interner Standard verwendet, und die Ergebnisse sind in
willkürlichen
Einheiten ausgedrückt,
die von einer Standardkurve abgeleitet sind, welche auf jeder Platte
durchgeführt
wurde.
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Ergebnisse
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Nachweis von PSMA in LNCaP-Zellextrakt
und in Prostatakrebspatientenserum durch Western-Blot
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In
einer separaten Reihe von Experimenten haben wir gezeigt, daß PSMA eine
starke Affinität
für 3S-thiophiles
Gel besitzt. LNCaP-Zellextrakt (1 ml; 5 × 107 Zellen)
oder Serum (400 μl)
von Prostatakrebspatienten wurde auf einem 3S-T-Gel Chromatographie
unterzogen, wie es zuvor beschrieben wurde. Zehn Mikroliter eluierter
Fraktionen wurden SDS-PAGE/Western-Blot-Analyse unterzogen und mit
dem 7E11.C5-Antikörper
immungefärbt.
Im Falle von LNCaP-Zellextrakt war es notwendig, die eluierten Fraktionen
vor der SDS-PAGE-Analyse zu konzentrieren (6 ×). Säuleneluate von thiophiler Gelchromatographie
wurden unmittelbar ohne jegliches Einfrieren analysiert. Die Ergebnisse
eines solchen Experiments sind in 1 gezeigt.
In verschiedenen Proben wurde nur eine Bande mit Immunreaktivität gesehen,
welche 75 bis 90 kDa (Serum) oder 100 bis 110 kDa (LNCaP-Zellextrakt)
entsprach. In allen Fällen hat
PSMA, das von Patientenserum gewonnen wurde, ein niedrigeres Molekulargewicht
im Vergleich zu PSMA in LNCaP-Zellen. Jedoch zeigten Säuleneluate
von LNCaP-Zellextrakten nach wenigen Zyklen des Einfrierens und
Auftauens häufig
eine zweite schwache PSMA-Bande, die 180 kDa entsprach. Diese 180
kDa-Bande wurde von anderen beobachtet, z.B. von Troyer et al.,
supra. Thiophile Gelchromatographie entfernt deutlich viele Proteine
in dem Serum, was einen PSMA-Nachweis nach elektroforetischer Auftrennung
und Übertragung
auf PVDF-Membrane erlaubt, wenn mit Anti-PSMA-Antikörper gefärbt wird.
Keine Immunreaktivität
wurde festgestellt, wenn 7E11.C5-Antikörper zum Färben von Western-Blots von
Patientenserum vor einer thiophilen Gelchromatographie verwendet
wurde.
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Das
Molekulargewicht von PSMA variiert in Abhängigkeit von seinem Ursprung:
PSMA in LNCaP-Zellextrakten hat ein Molekulargewicht von 100 bis
110 kDa (Israeli et al., supra; und Troyer et al., supra); PSMA,
das von Prostatakrebstumorgewebe isoliert wurde, hat 120 kDa (Troyer
et al., supra). In unseren Studien haben wir beobachtet, daß PSMA in den
Seren von verschiedenen Prostatakrebspatienten ein Molekulargewicht
von etwa 75 bis 90 kDa hat (1). Die
Gründe
für diese
Unterschiede sind nicht bekannt. PSA ist dafür bekannt, daß es mit
verschiedenen Proteaseinhibitoren komplexiert (Polascik et al.,
supra). Es ist denkbar, daß auch
PSMA mit verschiedenen Proteinen/Proteaseinhibitoren komplexiert.
In unseren Studien haben wir solch eine Möglichkeit untersucht. Seren
von Prostatakrebspatienten in verschiedenen Stadien der Krankheit
wurden anfänglich
durch thiophile Geladsorptionschromatographie verarbeitet und durch
SDS-PAGE/Western-Blot analysiert. Nach dem Elektroblotten wurden die
Membrane mit Anti-PSMA-Antikörper,
7E11.C5, oder mit monoklonalen Antikörpern gegen Proteaseinhibitoren,
wie α1-Antitrypsin, α1-Antichymotrypsin und
Protein-C-Inhibitor, gefärbt.
Die in 2A wiedergegebenen Daten zeigen
eine Bande der Immunreaktivität
mit 7E11.C5-Antikörper.
Keine Immunreaktivität
wurde mit Antikörpern
gegen α1-Antitrypsin oder
Protein-C-Inhibitor gesehen. Zwei Banden der Immunreaktivität wurden
mit Antikörper
gegen α1-Antichymotrypsin gesehen, wobei eine dem
PSMA/α1-Antichymotrypsin-Komplex entspricht und
die andere freiem α1-Antichymotrypsin, von dem bekannt ist,
daß es
in dem Serum vor handen ist, entspricht (2B). In
unseren früheren
Studien (Daten nicht gezeigt) haben wir dokumentiert, daß freies α1-Antichymotrypsin
eine Affinität
für thiophiles
Gel besitzt.
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Dies
ist der erste Nachweis, daß PSMA
in dem Serum als ein Komplex mit α1-Antichymotrypsin vorliegt
(PSMA-ACT). Versuche, solch einen Komplex durch Inkubieren von PSMA-Präparationen
von LNCaP-Zellen mit weiblichem Serum oder mit kommerziell erhältlichem α1-Antichymotrypsin
herzustellen, waren nicht erfolgreich.
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Feststellung von PSMA-ACT-Komplex
in Prostatakrebspatientenserum durch Western-Blot und ELISA
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Seren
von 55 Prostatakrebspatienten in verschiedenen Stadien der Krankheit
wurden zusammen mit einigen normalen (20), BPH- (46) und Prostatitis-
(9) Serumproben in einem Blindversuch randomisiert und hinsichtlich
des Vorhandenseins von PSMA analysiert. Alle Serumproben wurden
anfänglich
thiophiler Gelchromatographie unterzogen. Die Säuleneluate wurden hinsichtlich
des Vorhandenseins von PSMA durch SDS-PAGE/Western-Blot-Analyse
analysiert und mit 7E11.C5-Antikörper
immungefärbt.
Die in 3A wiedergegebenen Daten repräsentieren
eines oder jedes der folgenden: Kontrolle, BPH, Prostatitis-Serum
und Seren von 8 Prostatakrebspatienten in verschiedenen Stadien
der Krankheit (T1, T2,
T3 und T4). In allen
Fällen wurde
nur eine Bande der Immunreaktivität gesehen, die 75 bis 90 kDa
entsprach. Die Intensität
der Immunfärbung
war signifikant höher
in Seren von Krebspatienten im Vergleich zu nicht mit Krebs befallenen Patienten. Ähnliche
Ergebnisse findet man unter Verwendung von Anti-PSMA-Antikörper B-6,
siehe 6. Wir haben in den 2 und 6 dokumentiert,
daß PSMA-ACT-Komplex
in Patientenserum mit PSMA-Antikörper
und Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper identifiziert werden kann.
Diese Beobachtung lieferte erstmals eine Möglichkeit, einen ELISA-Test zur Überwachung
des PSMA in Patientenserum durch Verwendung von PSMA-Antikörper, z.B. 7E11.C5
oder B-6, als einen "Einfang"-Antikörper und Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper als
einen "Nachweis"-Antikörper zu
entwickeln. Alle Serumproben, wie sie in 3B angegeben
sind, wurden hinsichtlich des Vorhandenseins von PSMA-ACT-Komplex
im Sandwich-ELISA analysiert. Die ELISA-Ergebnisse, wie sie in 3A gezeigt
sind, sind als Absorption bei 490 nm ausgedrückt. Wie man sehen kann, sind
die Mengen an PSMA-ACT in BPH oder Prostatitis niedrig im Vergleich
zu fortgeschrittenerer Krankheit. Die Mengen an PSMA, wie sie durch
Western-Blot-Analyse festgestellt wurden (3 bei B), entsprechen
dem, was man im Sandwich-ELISA sehen kann (3 bei A).
Da PSMA-ACT-Komplex in dem Serum nachgewiesen werden kann und aufgrund
der Tatsache, daß derzeit
keine auf Serum basierende PSMA-Präparation zur Verfügung steht,
haben wir ein vereinigtes Serum von drei Prostatakrebspatienten
(im T3-Stadium) zur Herstellung von internen
Standards verwendet, die für
eine Durchmusterung der Seren verwendet werden sollten. Wir erhielten
eine lineare Dosis-Reaktions-Kurve
mit Serumverdünnungen
im Bereich von 1:5 bis 1:160 (5). Insgesamt
130 Serumproben wurden hinsichtlich PSMA-ACT-Komplexmengen in diesem
neu entwickelten Sandwich-ELISA untersucht, und die Ergebnisse sind
in 4 wiedergegeben. PSMA-Ergebnisse sind in willkürlichen
Einheiten ausgedrückt,
welche von einer Standardkurve erhalten wurden, die auf jeder Platte
durch geführt
wurde. PSMA-Mengen in den Kontrollen, BPH und Prostatitis sind üblicherweise geringer
als 10 Einheiten, wogegen die PSMA-Mengen in verschiedenen Stadien
der Krankheit höher sind
und üblicherweise
gut mit dem Krankheitsfortschritt korrelieren. Diese Ergebnisse
sind viel besser als der derzeitige PSA-Test, bei dem falsche positive routinemäßig wahre
positive übertreffen.
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Ein
B-6-Hybridomklon wurde ursprünglich von
einer ungeklonten Kultur von 7E11-Hybridomzellen isoliert, welche auch
die Ausgangsquelle für 7E11.C5-Zellen
sind. B-6-Hybridomzellen
wurden in RPMI 1640-Medium, das 10% hitzeinaktiviertes fötales Kälberserum
enthielt, eingebracht. B-6-Hybridomzellen wurden kältekonserviert.
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Die
Fähigkeit
von B-6-Hybridomzellen, Antikörper
herzustellen, der selektiv prostataspezifisches Membranantigen identifiziert,
wurde durch drei verschiedene Verfahren bestätigt: (a) indirekte Immunperoxidasefärbung, (b)
Western-Blot und (c) Sandwich-ELISA. Konditioniertes Medium von
B-6-Zellen, welches
Antikörper
gegen PSMA enthielt, wurde für eine
Immunfärbung
von Prostatakrebszellen verwendet. B-6-Zellen wurden dazu verwendet,
in Balb/c-Mäusen
Aszites herzustellen, und gereinigter Antikörper wurde für ELISA-
und Western-Blot-Analyse verwendet.
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Herstellung und Reinigung
von monoklonalem Antikörper
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Balb/c-Mäuse im Alter
von 6–8
Wochen wurden intraperitoneal mit B-6-Zellen injiziert (5 × 106 Zellen/Maus in 0,5 ml PBS). Drei Wochen
später
wurde Aszites geerntet, und monoklonaler Antikörper (B-6) wurde zuerst durch
Präzipitation
mit Ammoniumsulfat, gefolgt von Protein-A-Agarose-Säulenchromatographie nach den
Anweisungen des Herstellers gereinigt. Die Reinheit von IgG wurde
durch SDS-PAGE und Coomassie-Blau-Färbung bestätigt. Die IgG-Konzentration
wurde nach dem BCA-Testverfahren (Pierce, Rockford, IL) gemessen.
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Indirekte Immunperoxidasefärbung
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Für eine Immunfärbung wurden
vier menschliche Prostatakrebszellinien (PC-3, PC-3M, DU-145, LNCaP) und zwei
Linien von normalen menschlichen Fibroblastenzellen (BG-9, MLD)
verwendet. Frisch hergestellte Cytospin-Abstriche von kultivierten
Zellen, nicht fixiert und mit Formalin fixiert, wurden zuerst für 1 Stunde
mit einer Blockierungslösung
(1% Albumin in PBS) behandelt und anschließend für 1 Stunde mit B-6-konditioniertem
Medium (1:500 verdünnt
in Blockierungslösung),
das B-6-Antikörper enthielt,
inkubiert. Nach dreimaligem Waschen der Zellen mit PBS wurden sie
einem mit Peroxidase konjugierten Ziege-Anti-Maus-IgG (Jackson Immune Research
Laboratories) in einer Verdünnung
von 1:10.000 für
60 min ausgesetzt. Die Farbreaktion wurde mit 3,3'-Diaminobenzidin (0,05%) : H2O2 (0,01%) in PBS, pH 7,2, entwickelt. PBS
anstelle von primärem
Antikörper
und Kulturflüssigkeit
von Myelomzellinie wurden als zusätzliche Kontrollen aufgenommen.
Die Intensität
von immunspezifischer Färbung
wurde unter Verwendung eines Zeiss-Mikroskops (40× Objektiv; 10× Okular)
beurteilt.
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Keine
der nicht-fixierten Zellinien zeigte irgendeine Immunreaktivität mit B-6-Antikörper. Unter den
mit Formalin fixierten Zellen zeigten nur LNCaP-Zellen spezifische
Immunreaktivität
mit B-6-Antikörper. Die
Intensität
der Immunperoxidasefärbung von
LNCaP-Zellen ist vorherrschend in der Transmembranregion. Keine
solche Immunreaktivität
wurde mit fixierten PC-3-, PC-3M-, DU-145-, BG-9- und MLD-Zellen
beobachtet.
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Western-Blot-Analyse
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Zelllysat
von LNCaP, PC-3 und DU-145 wurde für Western-Blot-Analyse unter
Verwendung von B-6-Antikörper
verwendet. Die Zellen wurden mit Trypsin behandelt, mit PBS gewaschen
und zwei Zyklen des Einfrierens und Auftauens unterzogen. Das Zelllysat
wurde bei 2.000 × g
für 10
min zentrifugiert, und der Überstand
wurde für
30 min bei 4°C
nach Zugabe von NP-40 (0,5% Endkonzentration) inkubiert. Das solubilisierte
Material wurde bei 10.000 × g
für 20 min
zentrifugiert, und der Überstand
wurde für 3S-T-Gelchromatographie,
wie zuvor beschrieben, verwendet. Die Fraktionen aus der T-Gel-Säule, welche
PSMA enthielten, wurden vereinigt, konzentriert (6×) und 4–15%-iger
SDS-PAGE unter nicht-reduzierenden Bedingungen unterzogen. Nach
elektroforetischem Transfer auf PVDF-Membran wurde PSMA-Antigen
mittels B-6-Antikörper
identifiziert.
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Zelllysat
von DU-145- und PC-3-Zellen zeigte keine Immunreaktivität mit B-6-Antikörper. Jedoch wurde
eine einzelne immunreaktive Bande, die 100 bis 110 kDa entsprach,
im Falle der LNCaP-Zellpräparation
gesehen. In einem separaten Experiment wurde LNCaP-Zelllysat parallel
sowohl mit B-6- als auch 7E11.C5-Antikörpern sondiert. Die Ergebnisse sind
in 6 gezeigt. Beide Antikörper waren in der Lage, PSMA-Antigen
in LNCaP-Zelllysat zu identifizieren.
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ELISA
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B-6-
und 7E11.C5-Antikörper
wurden dazu verwendet, PSMA in dem Serum von Prostatakrebspatienten
durch ELISA-Test zu messen. Seren von normalen Individuen und Patienten
mit BPH wurden ebenfalls aufgenommen. 96-Napf-Immunplatten wurden
in zwei gleiche Hälften
aufgeteilt, eine Hälfte
für die
Beschichtung mit B-6-Antikörper
und die andere Hälfte
für die
Beschichtung mit 7E11.C5-Antikörper. Jede
Hälfte
der Platte hatte ihren eigenen internen Standard hinsichtlich PSMA.
Die übrigen
Details des ELISA-Verfahrens gleichen denjenigen, die zuvor beschrieben
wurden. Die Ergebnisse dieses Tests sind in 7 gezeigt.
Für jedes
Serum ist der Index von PSMA-Antigen
im wesentlichen identisch bei sowohl B-6- als auch 7E11.C5-Antikörpern.
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Auf
der Grundlage der Ergebnisse von ELISA- und Western-Blot-Analyse
ist klar, daß sowohl B-6-
als auch 7E11.C5-Antikörper
erfolgreich zum Feststellen des Vorhandenseins von PSMA in den Seren
von Prostatakrebspatienten verwendet werden können. Die Menge an PSMA in
Krebspatienten ist signifikant höher
im Vergleich zu BPH oder Prostatitis.
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Wir
haben Serum-PSMA-Mengen sowohl durch ELISA als auch durch Western-Blot-Analyse überwacht.
Für die
Western-Blot-Analyse wurde das Serum an einem 3S-thiophilen Gel
Chromatographie unterzogen, was einen Großteil der Serumproteine entfernte.
Das Serum nach der thiophilen Gelverarbeitung wurde mittels SDS-PAGE
und Western-Blot unter Verwendung von PSMA-Antikörper analysiert. In allen Fällen wurde
eine einzelne PSMA-Bande gesehen, die 75 bis 90 kDa entsprach. Insgesamt
wurden 130 Serumproben verarbeitet. Ein repräsentatives Ergebnis, welches
Prostatakrebspatientenseren, BPH-, Prostatitis- und normale Seren
einschließt,
ist in 3B ge zeigt. Es ist erwähnenswert,
daß das Molekulargewicht
von PSMA, das in dem Serum und in Extrakten von LNCaP-Zellen vorhanden
ist, verschieden ist. Serum-PSMA hat 75 bis 90 kDa, wogegen PSMA
von LNCaP-Zellen 100 bis 110 kDa hat. Das Molekulargewicht von PSMA
von LNCaP-Zellen blieb sowohl unter reduzierenden als auch unter nicht-reduzierenden
Bedingungen gleich. Jedoch ist PSMA aus dem Serum unter reduzierenden
Bedingungen im Western-Blot nicht nachweisbar. Da nun zusätzliche
Antikörper
gegen PSMA zur Verfügung stehen
(Liu et al., supra, und Grauer et al., supra), wurden Versuche unternommen,
einen Immuntest zur Überwachung
von PSMA-Mengen in verschiedenen Körperflüssigkeiten zu entwickeln. Sokoloff
et al. haben einen zweifachen monoklonalen Sandwich-Test für PSMA entwickelt
(Sokoloff et al., A dual-monoclonal sandwich assay for prostate-specific membrane
antigen: Levels in tissues, seminal fluid and urine, Prostate, Band
43, S. 150–157,
2000). Sie waren erfolgreich beim Messen von PSMA-Mengen in Gewebeextrakten,
in Urin und in Samenflüssigkeit. Jedoch
waren ihre Versuche, PSMA-Mengen im Serum zu kontrollieren, nicht
erfolgreich. Unsere Versuche, PSMA-Mengen im Serum zu überwachen,
waren erfolgreich. Dieser Erfolg war weitestgehend auf die erstmalige
Erkenntnis zurückzuführen, daß PSMA im
Serum als ein Komplex mit α1-Antichymotrypsin vorliegt (PSMA-ACT). In
unserem Sandwich-ELISA haben wir einen PSMA-Antikörper, 7E11.C5
und B-6, als "Einfang"-Antikörper und
einen Anti-α1-Antichymotrypsin-Antikörper als
den "Nachweis"-Antikörper verwendet.
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Es
ist bekannt, daß PSMA
ein Transmembranglycoprotein ist. Es ist auch bekannt, daß ein PSMA-Antikörper nur
an den NH2-Terminus von PSMA bindet. PSMA,
wie es in dem Serum festgestellt wird, muß ein Fragment dieses Antigen
enthaltenden Epitops für
PSMA sein, und wenn es mit ACT einen Komplex bildet, erlangt es
das Molekulargewicht von 75 bis 90 kDa.
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PSMA-Nachweis
in der Western-Blot-Analyse war erst ausführbar, nachdem LNCaP-Zellextrakte durch
thiophile Gelchromatographie verarbeitet worden waren, welche wirkungsvoll
den Hauptteil an störenden
Proteinen entfernte. Die Molekulargewichte von PSMA in Extrakten
von LNCaP-Zellen und in dem Serum sind verschieden. Serum-PSMA hat
75 bis 90 kDa, wogegen PSMA in LNCaP-Zellen 100 bis 110 kDa hat.
Erstmals kann Serum-PSMA durch Sandwich-ELISA nachgewiesen werden.
Offensichtlich wird ein Fragment von PSMA, das ein Epitop für 7E11.C5- oder B-6-Antikörper enthält, in das
Serum freigesetzt, welches dann mit α1-Antichymotrypsin unter
Ausbildung eines PSMA-ACT-Komplexes komplexiert. Dies stellt die
Grundlage für
den neu entwickelten ELISA-Test dar. In unserem ELISA-Test wurde
der 7E11.C5- oder B-6-Antikörper
zum Einfangen von PSMA verwendet, und der Nachweis beruhte auf der
Verwendung von α1-Antichymotrypsin-Antikörper. Die
Menge an PSMA, wie sie durch ELISA festgestellt wird, korreliert
gut mit dem Stadium der Krankheit.