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Technischer
Bereich
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Mit
der vorliegenden Erfindung sollen die Verfahren zur Herstellung
von Bodenbelägen
aus flexiblen Materialbahnen perfektioniert werden.
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Sie
bezieht sich insbesondere auf ein perfektioniertes Verfahren, das
die Herstellung der Verbindung von Grundplatten untereinander ermöglicht.
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Technischer
Hintergrund
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Es
wurde schon seit langem vorgeschlagen, Bodenbeläge aus weichelastischen, dünnen Kunststoffbahnen,
insbesondere Weich-PVC, eventuell verstärkt durch eine Textilstruktur,
die in die Materialmasse eingebettet wird, herzustellen.
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Um
den Komfort zu verbessern, ist die thermoplastische Bahn der Oberfläche außerdem sehr oft
mit einer Unterschicht aus Schaumstoff verbunden. Außerdem ist
die Oberseite mit einer Deckschicht überzogen, die dem Ganzen spezifische
Eigenschaften verleiht wie UV-Beständigkeit,
Schmutzfestigkeit, Beständigkeit
gegen Riefen und Schrammen, gute Haltbarkeit auch bei starker Benutzung, Abriebfestigkeit,
Rutschfestigkeit.
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Eines
der Probleme, das sich bei diesen Bodenbelägen stellt, die auf dem Trägermaterial
verklebt werden, besteht in der Herstellung der Verbindung zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Bahnen oder Platten, sowie in der Abdichtung
der Seiten durch Hochziehen der Sockelleisten.
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Bis
zum heutigen Tage werden zwei wichtige Techniken für die Herstellung
der Verbindung der elementaren Bahnen verwendet, nämlich das
Heißschweißen und
das Kaltschweißen.
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Das
Heißschweißen besteht
aus der Thermofusion (Warmschmelzen) der Ränder der Bahnen mit Hilfe eines
Zusatzbandes aus PVC und eines Heißluftbrenners.
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Zu
diesem Zweck werden an den Rändern der
Bahnen Abschrägungen
sowie eine Materialeinlage aus PVC hergestellt, die mit Hilfe eines
Heißluftbrenners
geschmolzen wird.
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Aufgrund
einer solchen Vorgehensweise kann man eine sehr gute Reißfestigkeit
erhalten, die über
8 daN/cm liegt, und Ecken mit abgerundetem Profil und vertikale
Abschnitte verschweißen.
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Die
Sachkenntnis des Schweißers
ist allerdings von vorrangiger Bedeutung, damit man eine gute und
gleichmäßige Verbindungsstelle
erhält.
Es kann dabei vor allem auch zu einer Verschlechterung der Eigenschaften
der obersten Schicht kommen, insbesondere wenn diese aus einem Lack
besteht, wobei sich über
mehr als einen Zentimeter Länge
ein Kräuseln
oder Einrollen einstellen kann.
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Bei
der Herstellung der Verbindungsstellen bzw. Stoßfugen kann es nach dem Einebnen
oder Abgleichen zur Entfernung des überschüssigen Materials im übrigen zu
einer leichten Einbuchtung kommen, die im Bereich der Schweißnaht einen
Hohlraum bildet, was in der Benutzung zur Problemen mit Verschmutzung
führen
kann.
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Das
sogenannte Kaltschweißen
wird für
die Herstellung der Verbindung von Materialbahnen aus Schaumstoff
mit Hilfe einer Lösung
aus PVC-Harz in einem Lösungsmittel
(z.B. Tetrahydrofuran) verwendet, das den Schaumstoffteil nach der
Verdampfung des Lösungsmittels
verschweißt
und die gegenüberliegenden
Flächen
miteinander verklebt.
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Die
Berührungsfläche der
beiden aufeinanderfolgenden Bahnen wird mit einem Schutzklebemittel überzogen,
das entlang der Verbindungslinie mit einem Trennmesser bzw. Schneidmesser
eingekerbt wird.
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Danach
wird mit einer feinen Düse,
die zwischen den beiden Bahnen eingeführt wird, eine Kaltschweißung eingespritzt.
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Das überschüssige Material
der Schweißung lagert
sich dann auf dem Schutzklebemittel ab, so dass man es entfernen
kann, ohne die Oberflächeneigenschaften
des Bodenbelags zu beschädigen.
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Doch
die Verbindung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bahnen ist weniger
widerstandsfähig als
im Falle des Heißschweißens, wobei
die Reißfestigkeit
nicht mehr als 4 daN/cm beträgt.
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Außerdem kann
aufgrund der niedrigen Viskosität
der Lösung,
die auch die Verwendung eines Lösungsmittels
impliziert, in den Ecken oder beim Hochziehen der Fußleisten
nicht verschweißt
werden.
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Eine
solche Technik beinhaltet also nach dem Verkleben des Bodenbelages
vier aufeinanderfolgende Arbeitsgänge und die Regelmäßigkeit
bzw. Gleichmäßigkeit
der Schweißung
nach der Herstellung ist schwer zu überprüfen.
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Außerdem ist
durch Patent
DE 949261 ein Verfahren
zur Verlegung eines Bodenbelages bekannt, der aus einem weichelastischen
Komplex besteht, welcher eine Nutzschicht aus thermoplastischem
Material auf der Grundlage von Weich-PVC besitzt, wobei die Bahnen,
welche den Belag darstellen, auf dem Boden verklebt und an Ort und
Stelle untereinander kalt verschweißt werden.
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Bei
diesem Verfahren wird nach dem Aufbringen der Bahnen in die Berührungszone
zwischen den Bahnen Mastix eingeführt. In einer Variante wird die
nachfolgende Bahn auf dem mit Kleber bedeckten Boden platziert und
gegen die vorhergehende Bahn gedrückt, so dass der Kleber in
die Berührungszone
getrieben wird.
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Darstellung
der Erfindung
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Wir
haben nun ein einfach durchzuführendes Verfahren,
das auch Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, gefunden, mit
dem die Schweißung zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Bahnen eines Bodenbelags sowie die Behandlung
der Ecken und der hochgezogenen Sockelleisten durchgeführt werden
kann. Diese Schweißung
liefert eine Reißfestigkeit
von mehr als 5 daN/cm und sie ist kontinuierlich und hat einen konstanten
Wert.
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Außerdem ist
die Herstellung einer solchen Schweißung sehr einfach und führt nicht
zu einer Verschlechterung der Merkmale und Eigenschaften der obersten
Schicht.
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Allgemein
ausgedrückt
bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zum Verlegen eines
Bodenbelags, der aus einem weichelastischen Komplex besteht, und
eine Nutzschicht aus thermoplastischem Material, insbesondere aus
Weich-PVC, besitzt, wobei die Bahnen, welche den Bodenbelag darstellen, an
Ort und Stelle mit dem Boden verklebt und untereinander kalt verschweißt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass man nach Anbringen und Verkleben einer
Bahn auf der zu bedeckenden Oberfläche
- – lateral über die
gesamte Schicht des Bodenbelags ein kontinuierliches Mastixband
aufträgt,
das aus einer vor Ort bzw. an Ort und Stelle durchgeführten Mischung
eines Härtemittels
mit einem Polyurethanharz in wässriger
Phase hergestellt wird, das insbesondere eine Viskosität zwischen 10
000 und 12 000 cps besitzt;
- – man
legt die nachfolgende Bahn auf den mit Klebstoff bedeckten Boden
und drückt
ihren Seitenrand gegen den Rand der vorhergehenden Bahn, welche
das Mastixband aufweist, so dass das überschüssige Material hervortritt;
- – man
entfernt den überschüssigen Mastix
durch einfaches Abwischen mit Wasser.
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Ein
solches Verfahren kann für
alle Arten von Bodenbelägen
auf der Grundlage von Weich-PVC eingesetzt
werden, unabhängig
davon, ob sie eine Oberflächenlackierung
besitzen oder nicht und es kann eventuell durch eine Textilstruktur
verstärkt
werden und/oder eine Unterschicht auf Schaumstoffbasis besitzen.
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Für die Durchführung des
Verfahrens gemäß der Erfindung
und insbesondere für
das Aufbringen des Mastixbandes wird eine Mastixpistole verwendet, die
eine Patrone mit dem Härtemittel
und dem Polyurethanharz enthalten kann, und die ein Anschlussstück besitzt,
mit dem man die Mischung aus diesen beiden Elementen beim Verlegen
aufbringen kann.
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In
einer bevorzugten Ausführungsart
werden in der Zusammensetzung des Mastix, der die Herstellung der
Verbindung zwischen zwei Bahnen ermöglicht, die folgenden Bestandteile
verwendet
- – ein
Teil Härtemitel
auf der Grundlage von aliphatischem Isocyanat und
- – neun
Teile Harz auf der Grundlage von aliphatischem Polyurethanharz.
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Das
Mastixband wird vorzugsweise mit 12 ± 2 (die Zahl "2" fehlt hier wohl irrtümlich, sie
ist in den dazugehörigen
Ansprüchen
so vermerkt; Anm. d. Übers.)
g/m Länge
der zu verbindenden Bahn aufgebracht und die Viskosität des Mastixbandes
liegt zwischen 10 000 und 12 000 cps bei 1000 Umdrehungen/Minute,
so dass es gleichmäßig aufgebracht werden
kann, und zwar nicht nur horizontal, sondern auch um eine vertikale
Schweißung,
z.B. zur Herstellung der hochgezogenen Sockelleisten, herzustellen.
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Wenn
man auf diese Art und Weise vorgeht, erhält man eine perfekte, dichte
Verbindung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bahnen, ohne das sich
das Erscheinungsbild und die Eigenschaften der Oberfläche des
Bodenbelags verändern.
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Zusammenfassende
Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung und ihre Vorteile werden allerdings aufgrund der nachfolgenden
Beschreibung noch verständlicher.
Sie wird von veranschaulichenden Schemata begleitet. Sie zeigen:
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1 eine
schematische perspektivische Ansicht, die das Verlegen der ersten
Bahn eines Bodenbelages zeigt, der in Übereinstimmung mit der Erfindung
hergestellt wird;
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2 und 3 schematische
Ansichten mit einer Patrone, welche die Bestandteile enthält, aus
der der Mastix (2) besteht, sowie die Art und Weise,
wie die Mischung hergestellt wird (3);
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4 das
Aufbingen des Verbindungsbandes entlang dem Rand der verlegten Bahn
und
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5 das
Aufbringen der nachfolgenden Bahn und die Entfernung des überschüssigen Materials.
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Durchführung der
Erfindung
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Die
Erfindung wird für
das Aufbringen eines Bodenbelags verwendet, der eine Nutzschicht
mit einer Stärke
von 0,7 mm aus Weich-PVC besitzt, welche durch eine nicht gewebte
Bahn verstärkt
wird, die mit einem Glasgitter verbunden ist, sowie eine oberste
Schicht auf der Grundlage von vernetztem Polyurethan besitzt, die
aus einer dünnen
Schicht besteht, welche dem Material seine Eigenschaften wie Beständigkeit
gegen UV-Strahlen, Abriebfestigkeit und Verschleißfestigkeit
verleiht.
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Dieser
Komplex ist mit einer Unterschicht aus Schaumstoff verbunden. Die
Gesamtstärke
beträgt
3,2 mm.
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Für das Aufbringen
eines solchen Bodenbelages wird in einer ersten Phase eine erste
Bahn (1) mit Hilfe eines sich in Emulsion befindlichen
Acrylklebers, der mit einem Streichmesser aufgebracht wird, am Boden
(S) festgeklebt.
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Die
hochgezogene Sockelleiste (2) wird ebenfalls durch Kleben
hergestellt, wobei in der Ecke ein Winkelprofil (3) vorgesehen
wird.
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Nachdem
diese erste Bahn (1) verlegt worden ist, wird mit Hilfe
einer Pistole (4), die von einer Patrone (5) umgeben
ist, eine Klebebahn (7) über die gesamte Länge der
verlegten Bahn aufgebracht.
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In
der Patrone (5) befinden sich das Härtemittel (6a), nämlich aliphatisches
Isocyanat, und das Harz (6b), nämlich aliphatisches Polyurethan.
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Die
Dosierung erfolgt automatisch und die beiden Bestandteile (6a, 6b)
werden in der Patrone (5} beispielsweise durch manuelles
Umrühren
mit Hilfe eines Mischstabes (6c) miteinander vermischt
(siehe 3).
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Die
Klebebahn wird mit 12 ± 2
g/ linearem Meter aufgebracht.
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Für das Aufbringen
der darauffolgenden, zweiten Bahn (1a) wird ebenfalls sich
in Emulsion befindender Acrylkleber mit einer Stärke von 250 ± 50 g/m2 auf den Boden und für die hochgezogene Sockelleiste
aufgebracht.
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Beim
Verlegen ist darauf zu achten, dass die Bahn um die Hälfte zurückgeklappt
wird (10), wie in 3 mit der
gestrichelten Linie gezeigt.
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Die
Positionierung muss so erfolgen, dass dieser zurückgeklappte Teil (10)
gegen die Vorderseite der mit der Klebebahn (7) verkleideten
Kante drückt,
wenn er zurückgeschlagen
wird.
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Die
beiden Bahnen (1) und (1a) werden auf diese Art
und Weise Kante an Kante gedrückt
und das überschüssige Schweißmaterial,
das an die Oberfläche
dringt (11), kann mit einem Schwamm (12) leicht
abgewischt werden.
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Wenn
man auf diese Art und Weise vorgeht, erhält man eine perfekte Verbindung
zwischen den beiden Bahnen, wobei die Schweißung bei einem Bodenbelag mit
einer Unterschicht aus Schaumstoff, wie oben angegeben, eine Reißfestigkeit
zwischen 6,5 und 8,5 daN/cm besitzt.
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Bei
einem Standardmaterial, das keine Unterschicht aus Schaumstoff besitzt,
liegt die Reißfestigkeit
zwischen 6 und 6,5 daN/cm.
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Durch
das Aufbringen einer Klebebahn kann im übrigen die Kontinuität der Schweißung kontrolliert
werden, was nicht der Fall ist, wenn dieser Arbeitsgang durch Einspritzen
einer Lösung
durchgeführt
wird.
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Durch
die verwendete Formel ist außerdem eine
leichte vertikale Anwendung möglich.
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Der
Schweißvorgang
kann durch mittelmäßig qualifiziertes
Personal durchgeführt
werden und die Verwendung einer Pistole mit einer Patrone und einer
verstellbaren Düse
ist sehr einfach. Es muss kein Mischvorgang durchgeführt werden.
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Da
der Mastix auf Wasserbasis hergestellt wurde, sind auch alle Probleme
in Bezug auf die Toxizität
des Rauches beim Heißschweißen und
der Gegenwart von Lösungsmitteln
beim Kaltschweißen eliminiert.
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Schließlich wird
durch ein solches Verfahren auch eine Beeinträchtigung der Oberfläche des
Bodenbelages eliminiert und es führt
zu beständigen Schweißungen,
die im Bereich der Stoßfugen
im Einsatz auch nicht verschmutzen.