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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Trennung eines Beschickungsgasgemisches,
das Wasserstoff und eine oder mehrere aus Ethan, Ethylen, Propan
und Propylen ausgewählte
Komponenten umfasst.
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Hintergrund
der Erfindung
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Die
Gewinnung von Olefinen wie Ethylen und Propylen aus Gasgemischen
ist ein wirtschaftlich wichtiges, aber sehr energieaufwändiges Verfahren in
der petrochemischen Industrie. Diese Gasgemische werden durch Kohlenwasserstoffpyrolyse
in Gegenwart von Dampf erzeugt, was man verbreitet als thermisches
Kracken bezeichnet. Man kann sie auch als Abgas aus dem katalytischen
Kracken von Fluids oder durch Fluidverkokungsverfahren erhalten.
Kryogene Trennverfahren werden verbreitet für die Gewinnung dieser Olefine
eingesetzt und erfordern starke Kälteerzeugung bei niedrigen
Temperaturen.
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Olefine
werden durch die Kondensation und Fraktionierung aus Beschickungsgasgemischen
gewonnen, die verschiedene Konzentrationen an Wasserstoff, Methan,
Ethan, Ethylen, Propan und Propylen sowie kleinere Mengen an höheren Kohlenwasserstoffen,
Stickstoff und anderen Spurenkomponenten enthalten. Verfahren zum
Kondensieren und Fraktionieren dieser olefinhaltigen Beschickungsgasgemische
sind in der Technik allgemein bekannt. Die Kälte zum Kondensieren und Fraktionieren
wird üblicherweise
auf immer niedrigeren Temperaturstufen durch Umgebungskühlwasser,
Propylen- und Ethylensysteme mit geschlossenem Kreislauf sowie Kaltexpandieren
oder Joule-Thomson-Expandieren von unter Druck gesetzten, im Trennverfahren
erzeugten leichten Gasen erzeugt. Dank Verbesserungen in kryogenen
Verfahren zur Olefingewinnung in jüngerer Zeit konnten der Energieaufwand
verringert und die gewonnenen Mengen an Ethylen und/oder Propylen
gesteigert werden.
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Es
sind schon viele Verfahren vorgeschlagen worden, mit denen Kälte für kryogene
Trennverfahren zur Gewinnung von C2 oder
C3 sowie schwereren Kohlenwasserstoffen
erzeugt werden soll. Diese Verfahren umfassen die Kaltexpansion
des Beschickungsgases oder leichten Rückstandsgases, herkömmliche
Kälteer zeugung
durch Dampfverdichtung aus einem einzelnen Fluid oder einer Kaskade,
die Verwendung gemischter Kältemittel
sowie Kälteerzeugung
durch Joule-Thomson-Expansion.
Weitere Verfahren setzen die Absorption ein, um C2 oder
C3 und schwerere Kohlenwasserstoffe zu gewinnen, was
die Menge an für
das Trennverfahren erforderlicher Kälte verringert.
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US-A-5,568,737 ,
5,555,748 und
4,752,312 beschreiben Verfahren unter
Einsatz der Kaltexpansion des Beschickungsgases, um Kälte für die Gewinnung
von C
2 +- oder C
3 +-Kohlenwasserstoffen aus Erdgas oder Raffineriegasströmen zu erzeugen.
US-A-5,275,005 ,
4,895,584 und
4,617,039 beschreiben ähnliche
Verfahren, bei denen ein herkömmliches
Kälteerzeugungssystem
durch Rekompression von Propan oder einem anderen Dampf dazu eingesetzt
wird, um die durch Kaltexpansion des Beschickungsgases erzeugte
Kälte zu
ergänzen.
Diese Verfahren erfordern einen relativ hohen Druck des Beschickungsgases
von 34·10
5 bis 69·10
5 Pa
(500 bis 1000 psia), und einen relativ niedrigen Gehalt an C
2 in der Beschickung, um ausreichend Kälte für eine Gewinnungsrate
von C
2 (90 % oder mehr) zu erzeugen. Sie
eignen sich im Allgemeinen besser für die C
3-Gewinnung,
bei der nicht ganz so starke Kälte
erzeugt werden muss wie bei der C
2-Gewinnung.
US-A-4,714,487 beschreibt
ein ähnliches
Verfahren, bei dem leichtes Rückstandsgas
kalt expandiert wird, um Kälte
für die
Gewinnung von C
3 +-Kohlenwasserstoffen
zu erzeugen.
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In
US-A-5,502,971 ist
ein herkömmliches Dampfkompressionssystem
zur Kälteerzeugung
mittels Kaskaden offenbart, das ein Ethylen/Propylen-System dazu
verwendet, um Kälte
für die
Gewinnung von C
2 +-Kohlenwasserstoffen
aus einem Raffinerieabgasstrom zu erzeugen. Diese Art Kälteerzeugung
wird in praktisch allen Ethylenanlagen eingesetzt, um Ethylen und
schwerere Kohlenwasserstoffe aus gekracktem Gas zu gewinnen. Diese
Art Kaskadensystem kann effizient Kälte bei Temperaturen bis hinab
zu –101°C (–150°F) erzeugen,
erfordert jedoch zwei Kältemittelkompressoren
und mehrere Kältemitteltrommeln.
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Die
Joule-Thomson-Expansion und die erneute Verdampfung abgetrennter
C
2 +-Kohlenwasserstoffe,
um Kälte
für die
Gewinnung dieser Kohlenwasserstoffe aus einem gekrackten Gas zu
erzeugen, ist in
US-A-5,461,870 beschrieben.
Dieses Verfahren ist vom Gesichtspunkt der Energie effizient, macht
es jedoch erforderlich, dass das Kohlenwasserstoffprodukt als Dampf
bei relativ niedrigem Druck gewonnen wird, um die Kälte bei
dem für
die Trennung notwendigen niedrigen Temperaturniveau zu erzeugen.
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US-A-5,329,779 ,
5,287,703 ,
4,707,170 und
4,584,006 verwenden verschiedene Formen
gemischter Kältemittelsysteme,
um Kälte
für die
Gewinnung von C
2 und schwereren Kohlenwasserstoffen aus
verschiedenen kohlenwasserstoffhaltigen Strömen zu erzeugen. Bei diesen
Verfahren wird ein einzelner Kältemittelkompressor
eingesetzt, um Kälte über einen
weiten Temperaturbereich zu erzeugen. Sie erfordern aber mehrere
Kältemitteltrommeln
und komplexe Systeme zur Aufbereitung des Kältemittels.
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Verfahren,
bei denen eine Absorption zur Rückgewinnung
von C
2 +- oder C
3 +-Kohlenwasserstoffen
aus gekracktem Gas, Raffineriegas oder Erdgas eingesetzt wird, sind
in
US-A-5,520,724 ,
5,019,143 und
4,272,269 beschrieben. Die leichten Kohlenwasserstoffe
werden in einem schwereren Lösungsmittel, üblicherweise
einem C
5 oder schwereren Kohlenwasserstoff,
in einer Absorptionssäule
absorbiert und in einer getrennten Säule abgetrieben, um das leichte
Produkt zu gewinnen und das schwere Lösungsmittel zu regenerieren. Üblicherweise
ist eine herkömmliche
Kälteerzeugung
durch Dampfrekompression erforderlich, um das Lösungsmittel tiefzukühlen, typischerweise
auf etwa –40°F, um eine hohe
C
2-Gewinnung
zu erreichen.
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Kälteerzeugungssysteme
mit Rückführung von
Stickstoff sind in kryogenen Lufttrennungsanlagen verwendet worden,
um auf sehr niedrige Temperaturen [–173 bis –195°C (–280 bis –320°F)] zu kühlen und flüssige Sauerstoff- und flüssige Stickstoffprodukte
herzustellen (siehe
US-A-5,231,835 ,
4,894,076 und 3,358,460).
Es wurden jedoch keine Stickstoffrückführsysteme zur Kälteerzeugung
verwendet, um C
2- und C
3-Kohlenwasserstoffe
bei wärmeren
Temperaturen [–45
bis –157°C (–50 bis –250°F)] herzustellen.
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Die
vorstehend für
die Gewinnung von C2 +- und
C3 +-Kohlenwasserstoffen
beschriebenen kryogenen Trennverfahren erfordern starke Kälteerzeugung bei
niedrigen Temperaturen. Wünschenswert
ist es, den für
diese Kälteerzeugung
notwendigen Energieverbrauch dadurch zu verringern, dass man neue oder
verbesserte Kälteerzeugungsverfahren
einsetzt, die mit angemessenem Kapitalaufwand eingebaut werden können. Das
im folgenden beschriebene und durch die Ansprüche definierte erfindungsgemäße Verfahren
verwendet ein preiswertes und energieeffizientes Verfahren, um diese
Kälte zu
erzeugen.
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Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
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Bei
der Erfindung geht es um ein Verfahren zur Trennung eines Beschickungsgasgemisches, das
Wasserstoff und eine oder mehrere aus der aus Ethan, Ethylen, Propan
und Propylen bestehenden Gruppe ausgewählte Komponenten umfasst, bei dem
man
- (a) das Beschickungsgasgemisch kühlt;
- (b) das resultierende abgekühlte
Beschickungasgemisch in eine Kühl-
und Fraktionierzone einleitet, in der das gekühlte Beschickungsgasgemisch zusätzlich gekühlt und
fraktioniert wird, um einen leichten Destillatgasstrom und einen
flüssigen Produktstrom,
der mit einer oder mehreren, aus der aus Ethan, Ethylen, Propan
und Propylen bestehenden Gruppe ausgewählten Komponenten angereichert
ist, zu ergeben, und
- (c) Bereitstellung zumindest eines Teils der in (a) und (b)
erforderlichen Kühlung
durch indirekten Wärmeaustausch
mit einem kalten Kühlstrom,
der durch Kaltexpandieren eines unter Druck gesetzten Kühlstroms
in einem Gasexpansionskühlverfahren
mit geschlossenem Kreislauf erzeugt wird.
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Das
Kühlen
und Fraktionieren des gekühlten Beschickungsgasgemischs
in (b) kann in einem Dephlegmator durchgeführt werden.
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Ein
Teil der in der Kühlungs-
und Fraktionierzone (b) erforderlichen Kühlung kann durch indirekten
Wärmeaustausch
mit einem leichten Destillatgasstrom von (b) zur Verfügung gestellt
werden, wobei ein erwärmter
leichter Destillatgasstrom entsteht. Ein Teil der zum Kühlen des
Beschickungsgasgemischs in (a) erforderlichen Kälte kann durch indirekten Wärmeaustausch
mit dem erwärmten
leichten Destillatgasstrom erzeugt werden. Ein Teil der zum Kühlen des
Beschickungsgasegemischs erforderlichen Kälte kann durch indirekten Wärmeaustausch
erzeugt werden, indem man den flüssigen
Produktstrom von (b) zumindest teilweise verdampft.
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Der
unter Druck gesetzte gasförmige
Kühlstrom
aus (c) kann in einem Gasexpansionskühlverfahren mit geschlossenem
Kreislauf zur Verfügung gestellt
werden, welches das Komprimieren eines erwärmten Kühlgases, das aus der Bereitstellung
zumindest eines Teils der in (a) und (b) erforderlichen Kühlung stammt,
das Kühlen
des resultierenden komprimierten Kühlgases und das Kaltexpandieren des
resultierenden gekühlten
komprimierten Kühlgases
umfasst, um den kalten Kühlstrom
aus (c) zur Verfügung
zu stellen. Das Kälteerzeugungsgas
kann Stickstoff, Methan, ein Gemisch aus Stickstoff und Methan oder
Luft umfassen. Ein Teil der zum Komprimieren des erwärmten Kälteerzeugungsgases
erforderlichen Energie kann durch Kaltexpandieren des resultierenden
gekühlten
komprimierten Kälteerzeugungsgases
zur Verfügung
gestellt werden.
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Ein
Teil der zum Kühlen
des resultierenden komprimierten Kühlgases erforderlichen Kälte kann durch
indirekten Wärmeaustausch
zur Verfügung
gestellt werden, indem man den flüssigen Produktstrom aus (b)
zumindest teilweise verdampft.
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Mindestens
ein Teil der in (a) und (b) erforderlichen Kühlung kann in einem Gasexpansionskühlverfahren
mit geschlossenem Kreislauf zur Verfügung gestellt werden, umfassend:
- (1) das Komprimieren eines erwärmten Kühlgases,
das aus der Bereitstellung mindestens eines Teils der in (a) und
(b) erforderlichen Kühlung stammt;
- (2) das Kühlen
des resultierenden komprimierten Kühlgases, um ein gekühltes Kühlgas herzustellen;
- (3) zusätzliches
Kühlen
eines ersten Teils des gekühlten
Kühlgases,
um zusätzliches
gekühltes Kühlgas herzustellen,
das kalt expandiert und dazu verwendet wird, einen Teil der in (b)
erforderlichen Kühlung
bereitzustellen, wodurch ein teilweise erwärmtes Kühlgas entsteht, und
- (4) das Kaltexpandieren eines zweiten Teils des gekühlten Kühlgases,
um ein gekühltes
expandiertes Kühlgas
herzustellen, das Kombinieren des gekühlten expandierten Kühlgases
mit dem teilweise erwärmten
Kühlgas
aus (3) und die Verwendung des resultierenden kombinierten Kühlgases,
um einen Teil der zur Kühlung
des Beschickungsgasgemischs in (a) erforderli chen Kühlung zur
Verfügung
zu stellen, wodurch das erwärmte Kühlgas von
(1) zur Verfügung
gestellt wird.
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Das
Verfahren kann außerdem
die Einleitung zumindest eines Teils des flüssigen Produktstroms aus (b)
in eine Abtriebssäule
und Abziehen eines Bodenstroms, der zusätzlich mit einer oder mehreren, aus
der aus Ethan, Ethylen, Propan und Propylen bestehenden Gruppe ausgewählten Komponenten
angereichert ist, und eines mit Wasserstoff angereicherten Destillatstroms
daraus umfassen. Der Destillatstrom kann vor dem Kühlen und
Fraktionieren in (b) mit dem gekühlten
Beschickungsgasgemisch kombiniert werden.
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Siededampf
für die
Abtriebsäule
kann zumindest teilweise dadurch zur Verfügung gestellt werden, dass
man Flüssigkeit
vom Boden der Säule durch
indirekten Wärmeaustausch
mit dem Beschickungsgas verdampft und dadurch das Beschickungsgasgemisch
kühlt.
Siededampf für
die Abtriebsäule
kann zumindest teilweise durch Verdampfen von Flüssigkeit vom Boden der Säule durch
indirekten Wärmeaustausch
mit einem Teil des unter Druck gesetzten gasförmigen Kühlstroms zur Verfügung gestellt
werden. Dadurch wird der Teil des unter Druck gesetzten gasförmigen Kühlstroms
gekühlt.
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Das
Beschickungsgasgemisch kann auch eine oder mehrere niedriger siedende
Komponenten enthalten, die aus der aus Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid
und Stickstoff bestehenden Gruppe ausgewählt werden.
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Kurze Beschreibung
verschiedener Ansichten der Zeichnungen
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1 ist ein schematisches
Fließdiagramm einer
Ausführungsform
der Erfindung.
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2 ist ein schematisches
Fließdiagramm einer
anderen Ausführungsform
der Erfindung.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Bei
der Erfindung handelt es sich um ein Verfahren zur Gewinnung von
C2- und/oder C3-Kohlenwasserstoffen,
insbesondere Ethylen und Propylen, aus Gasgemischen aus Raffinerien
oder petrochemischen Anlagen, die diese Komponenten mit einer oder
mehreren leichteren, niedriger siedenden Komponenten einschließlich Wasserstoff
enthalten. Ein Dephlegmator oder ein anderes Kühl- und Fraktionierverfahren
wird dazu verwendet, das Beschickungsgas zu kondensieren und mit
C2 und/oder C3 angereicherte
Zwischenproduktströme
herzustellen, die bei Bedarf zusätzlich
getrennt und gereinigt werden können.
Die Kälte
für dieses
Verfahren wird zumindest teilweise in einem Gasexpansionskälteerzeugungsverfahren
in einem geschlossenen Kreislauf erzeugt, das bevorzugt Stickstoff
als umlaufendes Kältemittel
verwendet. Das Stickstoffexpansionsverfahren in einem geschlossenen
Kreislauf verwendet einen Kompressor, um das Stickstoffkältemittel zu
einem geeigneten Druck zu komprimieren. Außerdem verwendet es einen oder
mehrere Turboexpander, die mit einem Kompressor beladen sein können ("Kompander"), um den komprimierten
Stickstoff kalt auf eine oder mehrere Temperaturstufen zu expandieren
und zumindest einen Teil der für
das Trennverfahren erforderlichen Kälte zu erzeugen. Das Kohlenwasserstoffprodukt
kann in gasförmiger
oder flüssiger
Form gewonnen werden. Das Trennverfahren kann eine Abtriebsäule oder
Destillationssäule
zur Entfernung leichterer Komponenten aus dem Produkt und/oder eine
Destillationssäule
zur Entfernung schwererer Komponenten aus dem Produkt umfassen.
Der Stickstoff kann auf zwei oder mehrere Druckniveaus komprimiert
und auf zwei oder mehrere Druckniveaus expandiert werden, wenn dies
wünschenswert
ist, um ein Kälteerzeugungssystem
mit größerer Energieeffizienz
zur Verfügung
zu stellen.
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Eine
erste Ausführungsform
der Erfindung ist in 1 zu
sehen. Das Beschickungsgas in der Leitung 101 ist ein typisches
gekracktes Gas, ein Abgas vom katalytischen Kracken eines Fluids
oder ein Abgas vom Verkoken eines Fluids, das hauptsächlich Wasserstoff,
Methan, Ethan und Ethylen enthält,
mit kleineren Mengen an Propan, Propylen und schwereren Kohlenwasserstoffen.
Das Beschickungsgas, das typischerweise bei Umgebungstemperatur
und -druck im Bereich von 5·105 – 34·105 Pa (75 bis 500 psia) zugeführt wird,
kann gekühlt
werden (nicht gezeigt), um Wasser und andere leicht kondensierbare Komponenten
zu kondensieren, die über
die Leitung 103 aus der Vorabscheidungstrommel 105 abgezogen
werden. Das Beschickungsgas in der Leitung 107 wird in
den Wechseltrocknern 109 und 111 getrocknet, um
in der Leitung 113 ein getrocknetes Beschickungsgas zur
Verfügung
zu stellen, das typischerweise einen Taupunkt unter etwa –40°C (–40°F) hat.
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Getrocknetes
Beschickungsgas in der Leitung 113 wird im Wärmetauscher 115 zur
Kühlung der
Beschickung gegen erwärmtes
Kältemittel
und Prozessströme aus
den Leitungen 117, 119 und 122 (nachstehend
definiert) auf eine Temperatur im Bereich von –18 bis –73°C (0 bis –100°F) gekühlt. Das Beschickungsgas, das
im Wärmetauscher 115 teilweise
kondensiert worden sein kann, wird in die Trommel 118 eingeführt. Nicht
kondensierter Dampf wird über
die Leitung 120 aus der Trommel 118 abgezogen,
zusätzlich
gekühlt,
kondensiert und im Dephlegmator-Wärmetauscher 121 rektifiziert,
um ein leichtes Destillatgas in der Leitung 123 und eine
Bodenflüssigkeit
zu ergeben, die über
die Leitung 20 zur Trommel 118 zurückgeführt wird.
Die Trommel 118 und der Wärmetauscher 121 sind
die Hauptkomponenten eines Dephlegmators, der von jedem beliebigen,
in der Technik bekannten Systemtyp für rektifizierende Wärmetauscher
und Separatoren sein kann. Das generische Kondensier- und Fraktioniersystem 125 kann
ein Dephlegmator der vorstehend definiert Art sein. Alternativ kann
es sich um jeden anderen Typ eines Kühl- und Fraktionierverfahrens handeln,
z.B. einen Teilkondensator oder eine Destillationssäule mit
Nachverdampfung und/oder Rückfluss.
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Die
Flüssigkeit
in der Leitung 127, die mit C2- und/oder
C3-Kohlenwasserstoffen angereichert ist, wird
aus der Trommel 118 abgezogen und bei Bedarf durch die
Pumpe 129 gepumpt, um den Verfahrensstrom in der vorstehend
beschriebenen Leitung 122 zur Verfügung zu stellen. Die Flüssigkeit
in der Leitung 122 wird im Wärmetauscher 115 verdampft,
um einen Teil der Kälte
zum Kühlen
des Beschickungsstroms 113 zur Verfügung zu stellen. Verdampftes Produktgas
wird über
die Leitung 124 daraus abgezogen und zur weiteren Verarbeitung
geleitet, um Ethylen und/oder Propylen zurückzugewinnen.
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Leichtes
Destillatgas in der Leitung 123, das typischerweise eine
Temperatur im Bereich von –73 bis
151°C (–100 bis
240°F) hat,
wird im Wärmetauscher 121 erwärmt, um
einen Teil der darin erforderlichen Kälte zu erzeugen, und der teilweise
erwärmte Strom
in der Leitung 117 wird zusätzlich erwärmt, um einen Teil der Kälte im Wärmetauscher 115 zu
erzeugen, mit der das Beschickungsgas in der Leitung 113 wie
vorstehend beschrieben gekühlt
wird. Das endgültige
warme Destillatgas in der Leitung 131, das hauptsächlich Methan
und Wasserstoff enthält,
kann als Treibstoff in verwandten Verfahren verwendet werden.
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Die
zusätzliche
Kälte,
die für
den die Beschickung kühlenden
Wärmetauscher 115 und
den Dephlegmator-Wärmetauscher 125 erforderlich
ist, wird durch einen Gasexpander-Kälteerzeugungszyklus mit geschlossenem
Kreislauf erzeugt, der vorzugsweise Stickstoff als Betriebskälteerzeugungsfluid verwendet.
Auf Wunsch können
auch andere niedrig siedende Gase wie Methan, ein Gemisch aus Methan und
Stickstoff oder Luft als Kältemittel
verwendet werden. Im Kälteerzeugungsverfahren
mit geschlossenem Kreislauf wird warmer Stickstoff in der Leitung 133 im
Kompressor 135 komprimiert, im Zwischenkühler 137 gekühlt, in
der letzten Kompressorstufe 139 weiter auf 34·105 bis 69·105 Pa
(500 bis 1500 psia) komprimiert, und im Nachkühler 141 auf nahezu Umgebungstemperatur
gekühlt.
Das komprimierte Kältemittel
in der Leitung 143 wird im Wärmetauscher 115 zur
Kühlung
der Beschickung auf eine Temperatur im Bereich von –18 bis –84°C (0 bis –120°F) gekühlt und
das resultierende gekühlte
Kältemittel
in der Leitung 145 im Turboexpander 147 kalt auf einen Druck
im Bereich von 6,9·105 bis 69·105 Pa
(100 bis 1000 psia) expandiert. Dabei entsteht ein kalter Kältemittelstrom
in der Leitung 149 im Temperaturbereich von –79 bis –157°C (–110 bis –250°F). Das kalte Kältemittel
in der Leitung 149 wird in den Wärmetauschern 121 und 115 erwärmt, um
wie vorstehend beschrieben die erforderliche Kälte zu erzeugen, und das resultierende
erwärmte
Kältemittel
in der Leitung 133 wird komprimiert, um den Kältezyklus
mit geschlossenem Kreislauf fortzusetzen.
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Die
durch den Turboexpander 147 bereitgestellte Expansionsenergie
kann dazu verwendet werden, eine Stufe des Kompressors 135 oder 139 (nicht gezeigt)
anzutreiben, um die Gesamteffizienz des Kälteerzeugungskreislaufs zu
verbessern.
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Eine
alternative Ausführungsform
der Erfindung ist in 2 zu
sehen. In dieser Ausführungsform
verwendet das Gasexpanderkälteerzeugungsverfahren
mit Stickstoff in einem geschlossenen Kreislauf zwei Kaltexpansionsschritte
bei verschiedenen Temperaturen. Die Dephlegmatorflüssigkeit
wird außerdem
in einer integrierten Abtriebsäule
abgetrennt, um ein flüssiges
Produkt zu ergeben, das zusätzlich
mit Propan und Propylen angereichert ist. In 2 wird Flüssigkeit in der Leitung 127 aus
der Trommel 118 in die Abtriebsäule 201 geleitet,
aus der leichtere Komponenten wie Ethan, Ethylen und Methan über die
Destillationsleitung 203 abgezogen werden. Das flüssige Bodenprodukt
in der Leitung 205, das zusätzlich mit Propan und Propylen
angereichert ist, wird abgezogen und zur weiteren Aufbereitung geleitet.
Das Destillat in der Leitung 203 wird mit dem gekühlten Beschickungsgas
aus dem Wärmetauscher 115 kombiniert,
und der kombinierte Strom wird in die Trommel 118 und den
Dephlegmator und Wärmetauscher 121 geleitet.
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Warmer
Stickstoff in der Leitung 207 wird im mehrstufigen Kompressor 209 komprimiert
und im Nachkühler 211 gekühlt, um
in der Leitung 213 ein Kältemittel aus komprimiertem
Stickstoff zur Verfügung
zu stellen. Ein Teil 215 des komprimierten Stickstoffs
kann im Nachverdampfer-Wärmetauscher 217 gegen
den flüssigen
Bodenstrom aus der Leitung 219 gekühlt werden, um über die
Leitung 221 einen Siededampf für die Abtriebsäule 201 zur
Verfügung
zu stellen. Gekühlter
Stickstoff in der Leitung 223 wird mit dem verbleibenden
komprimierten Stickstoff kombiniert, und der kombinierte gekühlte Stickstoff
in der Leitung 225 wird in den Wärmetauscher 115 eingeleitet.
Nach dem Abkühlen
im Wärmetauscher 115 auf eine
Zwischentemperatur von etwa –29
bis 27°C
(–20 bis
+80°F) wird
der Teil 227 des gekühlten
Stickstoffzwischenstroms abgezogen und im Turboexpander 229 kalt
expandiert. Der verbleibende komprimierte Stickstoff wird im Wärmetauscher 115 weiter
auf –62 bis –7°C (–80 bis
+20°F) gekühlt und
im Turboexpander 233 kalt expandiert.
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Expandierter
und gekühlter
Stickstoff in der Leitung 235, der jetzt –100 bis –180°F kalt ist
und einen Druck von 6,9·105 bis 69·105 Pa
(100 bis 1000 psia) hat, wird in der Leitung 239 mit erwärmtem Stickstoff
kombiniert, und der kombinierte Strom wird weiter erwärmt, um
wie vorstehend beschrieben im Wärmetauscher 115 Kälte zu erzeugen.
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Zusätzliche
Wärme zur
Herstellung eines Siededampfes in der Abtriebsäule 201 kann dadurch zur
Verfügung
gestellt werden, dass man das Beschickungsgas aus der Leitung 101 im
Nachverdampfer-Wärmetauscher 217 kühlt und
das gekühlte
Beschickungsgas über
die Leitung 241 wieder zur weiteren Verarbeitung zurückleitet.
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Alternativen
zu der vorstehend beschriebenen Ausführungsform sind möglich. Beispielsweise kann
eine Destillationssäule
mit Abtrieb- und Rektifizierabschnitten sowie einem Überkopfkondensator anstelle
der vorstehend beschriebenen integrierten Abtriebsäule 201 dazu
verwendet werden, die Produktgewinnung zu steigern. Allerdings ist
es meistens kosteneffektiver, nur eine Abtriebsäule einzusetzen und den abgetriebenen
Dampfstrom zum Beschickungsdephlegmator zurückzuleiten, um das rückständige Produkt
in diesem Strom zurückzugewinnen.
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Ein ähnliches
Verfahren kann dazu verwendet werden, Ethylen und/oder Ethan zurückzugewinnen.
Das kann tiefere Kälteerzeugungstemperaturen erfordern
als vorstehend beschrieben. In diesem Fall kann es sinnvoll sein,
zusätzliche
Stickstoffexpander zu verwenden, um die Kälteerzeugungsanforderungen
des Trennverfahrens energieeffizienter zu erfüllen. Stickstoff könnte von
einem oder mehreren Druckniveaus auf drei oder mehrere Druckniveaus expandiert
und auch auf verschiedenen Druckniveaus wieder zum Kompressor zurückgeleitet
werden. Alternativ kann man dann, wenn das Kohlenwasserstoffprodukt
als Dampf gewonnen wird, eine signifikante Menge an erzeugter Kälte durch
Verdampfen der gewonnenen Flüssigkeit
gewinnen. In diesem Fall kann es möglich sein, einen oder mehrere
der Expander wegzulassen.
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Für die Kälteerzeugungssysteme
mittels Stickstoff von 1 und 2 sind auch alternative Strömungsschemata
möglich.
Dies kann je nach den speziellen Anforderungen an die Kälteerzeugung
auf verschiedenen Temperaturniveaus zu geringerem Energiebedarf
und/oder niedrigerem Kapitalaufwand führen. Diese Anforderungen an
die Kälteerzeugung werden
in erster Linie durch den Druck und die Zusammensetzung des Beschickungsgases
sowie die erforderliche Menge und Reinheit des gewonnenen Produkts
bestimmt. Beispielsweise könnte
ein Stickstoffkälteerzeugungsmittel
in einem der Expander auf ein höheres
Druckniveau expandiert und bei einem Zwischendruckniveau wieder
zum Kompressor zurückgeleitet
werden. Alternativ könnte
der Stickstoff an einer Zwischenstufe aus dem Kompressor abgezogen,
getrennt gekühlt
und in einem der Expander auf das niedrigste Druckniveau oder ein
Zwischendruckniveau expandiert werden.
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Es
können
beispielsweise zwei in Serie geschaltete Dephlegmatoren verwendet
werden, um aus dem wärmeren
Dephlegmator ein an C3 reiches Produkt und
aus dem kälteren
Dephlegmator ein an C2 reiches Produkt zu
gewinnen. In einer solchen Anordnung können auch drei Expander eingesetzt
werden, um dem Beschickungskühler
und den beiden Dephlegmatoren am effizientesten Kälte zuzuführen. Man
könnte
eine oder zwei Abtriebsäulen
hinzufügen,
um leichtere Verunreinigungen aus einem oder beiden Produkten zu
entfernen. Die abgetriebenen Dampfströme würden vorzugsweise zu den Dephlegmatoren
zurückgeleitet
werden, um die Produktausbeute zu steigern.
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Zusätzliche
Destillationssäulen
können
in das Verfahren integriert werden, um entweder vor der Rektifizierung
im Dephlegmator oder unterhalb der Abtriebsäule schwere Kohlenwasserstoffe
aus dem C2 +- oder
C3 +-Produkt zu entfernen.
Wenn im Kohlenwasserstoffproduktstrom eine größere Menge an leichten Verunreini gungen
tolerierbar ist, kann die Abtriebsäule wie in der Ausführungsform
von 1 weggelassen werden.
Anstelle des Dephlegmators kann auch ein Teilkondensator verwendet
werden. Jedoch führt
dies zu erheblich höheren
Mengen an leichten Verunreinigungen im gewonnenen Produkt und erhöht die Menge
der erforderlichen Kälte
und die Größe der Abtriebsäule, wenn
eine solche notwendig ist.
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In
den folgenden Beispielen werden zwei Ausführungsformen der Erfindung
veranschaulicht.
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Beispiel 1
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1 zeigt das Trennverfahren
mit Kälteerzeugung
durch Stickstoff, in dem wie vorstehend beschrieben ein einzelner
Gasexpander für
das Kältemittel
verwendet wird. Dieses Verfahren wird für die Gewinnung von Ethylen-
und Ethandampf aus dem Abgas einer katalytischen Krackeinheit für Fluids (FCC)
eingesetzt.
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Das
Beschickungsgas in der Leitung 101 hat eine Strömungsgeschwindigkeit
von 357 kg Mol/h (787 lb Mol/h) und eine Zusammensetzung (auf Molbasis)
von 12,4 % Wasserstoff, 11,4 % Stickstoff, 38,9 % Methan, 18,3%
Ethylen, 15,5 % Ethan und 3,5 % Propan und schwereren Kohlenwasserstoffen. Das
bei 45°C
(113°F)
und 10·105 Pa (152 psia) erhaltene Beschickungsgas
wird vorbehandelt (nicht gezeigt), in den Trocknern 109 und 111 getrocknet
und im Wärmetauscher
zum Kühlen
der Beschickung von 46 auf –65°C (115 bis –85°F) gekühlt. Dieses
Kühlen kondensiert
den Beschickungsgasstrom zum Teil und ergibt einen kondensierten
Teil von 21 kg Mol/h (47 lb Mol/h) mit einer Zusammensetzung von
23,5 Mol-% Ethylen und 35,7 Mol-% Ethan. Der teilweise kondensierte
Strom wird dann in die Trommel 118 geleitet und unkondensierter
Dampf mit einer Zusammensetzung von 18,0 Mol-% Ethylen und 14,2
Mol-% Ethan über
die Leitung 120 mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 740
lb Mol/h aus der Trommel 118 abgezogen.
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Dann
fließt
der Dampf über
die Leitung 120 in einen Dephlegmator-Wärmetauscher 121, in
dem er auf –133°C (–207°F) gekühlt und
rektifiziert wird. Dabei entstehen ein leichtes Destillatgas in
der Leitung 123 und eine mit C2 angereicherte
Bodenflüssigkeit
mit 268 lb Mol/h, die 48,4 Mol-% Ethylen und 39,2 Mol-% Ethan enthält und über die
Leitung 120 wieder in die Trommel 118 fließt. Die
im Wärmetauscher
115 zum Kühlen
der Beschickung und im Dephlegmator-Wärme tauscher 121 kondensierten,
mit C2 angereicherten Flüssigkeiten werden in der Trommel 118 kombiniert, über die
Leitung 127 daraus abgezogen und mit der Pumpe 129 auf
162 psia aufgepumpt, um in der Leitung 122 unter Druck
gesetzte Flüssigkeit zur
Verfügung
zu stellen. Diese wird im Kühltauscher 115 für die Beschickung
verdampft und erzeugt den Großteil
der darin erforderlichen Kälte.
Mit C2 angereichertes Gasprodukt wird über die
Leitung 124 mit 143 kg Mol/h (315 lb Mol/h) aus dem Kühltauscher 115 für die Beschickung
abgezogen und enthält
bei 4°C
(40°F) und
11·105 Pa (160 psia) 44,7 Mol-% Ethylen, 38,6
Mol-% Ethan und 8,9 Mol-% C3 +.
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Der
leichte Destillatgasstrom wird mit 214 kg Mol/h (472 lb Mol/h) über die
Leitung 123 aus dem Dephlegmator-Wärmetauscher 121 abgezogen
und enthält
weniger als 0,6 % Ethylen und im Wesentlichen kein Ethan. Der Strom
wird im Dephlegmator-Wärmetauscher 121 und
im Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung auf 4°C
(40°F) erwärmt, um
Kälte zurückzugewinnen,
und fließt
dann über
die Leitung 131 zum Treibstoffsystem der Anlage.
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Der
Rest der für
das kryogene Trennverfahren erforderlichen Kälte wird durch das umlaufende Stickstoffkälteerzeugungssystem
mit geschlossenem Kreislauf erzeugt. Stickstoff von niedrigem Druck
in der Leitung 133 mit 880 kg Mol/h (1940 lb Mol/h), 8°C (46°F) und 11·105 Pa (165 psia) wird im Stickstoffkompressor 135 und
in der letzten Kompressorstufe 139 auf 55·105 Pa (795 psia) komprimiert und im Kühler 141 auf
40°C (104°F) gekühlt. Der
Stickstoff mit hohem Druck in der Leitung 145 wird dann
im Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung auf –79°C (–110°F) gekühlt, der
gekühlte
Stickstoff mit hohem Druck in der Leitung 142 im Turboexpander 147 kalt
auf –142°C (–224°F) und 11·105 Pa (175 psia) expandiert und der expandierte
gekühlte
Strom 149 zum Dephlegmator-Wärmetauscher 121 geleitet, um
dort Kälte
zu erzeugen. Der expandierte erwärmte
Stickstoffstrom in der Leitung 119 wird dann im Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung weiter auf 8°C
(46°F) erwärmt und über die
Leitung 133 zum Stickstoffkompressor zurückgeleitet.
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Mit
diesem Verfahren gewinnt man 98,0 % des Ethylens und praktisch 100
% an Ethan und schwereren Komponenten im Beschickungsgas als Gasprodukt
in der Leitung 124 zurück.
Dieses enthält weniger
als 8 Mol-% Methan und leichtere Verunreinigungen.
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Beispiel 2
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Ein
durch Stickstoff gekühltes
kryogenes Trennverfahren zur Gewinnung eines an Propylen reichen
flüssigen
Produkts aus dem Abgas einer Einheit zum katalytischen Kracken einer
Flüssigkeit (FCC)
oder zum tiefen katalytischen Kracken (DCC) wird anhand von 2 erläutert. Beschickungsgas mit
einer Zusammensetzung von 13,2 Mol-% Wasserstoff, 6,0 % Stickstoff,
31,4 % Methan, 33,7 % Ethylen/Ethan, 10,9 % Propylen und 4,8 % Propan und
schwereren (C3 +)
Kohlenwasserstoffen fließt
bei 40°C
(104°F)
und 7,5·105 Pa (110 psia) mit 2178 lb Mol/h durch die
Leitung 101. Die Beschickung wird in der Abtriebsäule/im Nachverdampfer 217 vorgekühlt, über die
Leitung 241 zurückgeleitet,
in den Trocknern 109 und 111 getrocknet und im
Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung weiter auf –40°F gekühlt und
teilweise kondensiert. Der teilweise kondensierte Strom, der einen
kondensierten Anteil von 179 lb Mol/h mit 37,8 Mol-% Propylen und
39,9 Mol-% C3 + enthält, wird
mit dem Dampfstrom 203 aus der Abtriebsäule 201 kombiniert,
und der kombinierte Strom fließt
in die Trommel 118.
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Der
unkondensierte Dampf fließt über die Leitung 120 aus
der Trommel 118 in den Dephlegmator-Wärmetauscher 121, wo
er auf –78°C (–109°F) gekühlt und
rektifiziert wird, um einen leichten Destillatgasstrom, der über die
Leitung 123 abgezogen wird, und eine mit Propylen angereicherte
Bodenflüssigkeit
mit 364 lb Mol/h, die 57,3 % Propylen und 10,5 Mol-% C3 + enthält,
zu erzeugen. Die Bodenflüssigkeit fließt über die
Leitung 120 zurück
in die Trommel 118. Der gesamte Dampf in der Leitung 120,
der im Dephlegmator rektifiziert wird, fließt mit 998 kg Mol/h (2201 lb
Mol/h) und enthält
9,6 % Propylen und 1,7 Mol-% C3 +.
Die im Wärmetauscher 115 für die Beschickung
und im Dephlegmator-Wärmetauscher 121 kondensierten,
mit Propylen angereicherten Flüssigkeiten
werden über
die Leitung 127 aus der Trommel 118 abgezogen
und zur Abtriebsäule 201 geleitet,
um Ethylen und leichtere Komponenten zu entfernen. Ein mit Propylen
angereichertes flüssiges
Produkt mit 154 kg Mol/h (341 lb Mol/h), das 68,9 % Propylen und
30,7 Mol-% C3 + enthält, wird
mit 14°C
(58°F) und 6,9·105 Pa (100 psia) über die Leitung 205 vom Boden
der Abtriebsäule 201 gewonnen
und zur weiteren Verarbeitung auf 24·105 Pa
(350 psia) aufgepumpt. Der leichte Destillatdampf aus der Abtriebsäule 201, der
20,4 Mol-% Propylen und 5,1 Mol-% C3 + enthält, fließt über die
Leitung 203 mit 202 lb Mol/h wieder zur Rektifizierung
in den Dephlegmator, um das restliche Propylen im Dampf wie vorstehend
beschrie ben zurückzugewinnen.
Das leichte Destillatgas aus dem Dephlegmator-Wärmetauscher 121 fließt mit 1837
lb Mol/h durch die Leitung 123 und enthält weniger als 0,2 % Propylen.
Das Destillatgas wird im Dephlegmator-Wärmetauscher 121 und
im Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung auf 86°F
erwärmt,
um Kälte
zurückzugewinnen,
und wird dann über
die Leitung 131 ins Treibstoffsystem der Anlage geleitet.
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Der
Großteil
der für
dieses kryogene Trennverfahren erforderlichen Kälte wird durch ein Stickstoffkälteerzeugungssystem
mit geschlossenem Kreislauf erzeugt. Stickstoff von geringem Druck fließt mit 2858
kg Mol/h (6300 lb Mol/h), 30°C
(86°F) und
17·105 Pa (249 psia) durch die Leitung 207,
wird in einem mehrstufigen Stickstoffkompressor 209 auf 800
psia komprimiert und im Kühler 211 auf
40°C (104°F) gekühlt. Ein
Teil des komprimierten Stickstoffs in der Leitung 213 kann über die
Leitung 215 zum Kühlen
in die Abtriebsäule/den
Nachverdampfer 217 geleitet werden, um bei Bedarf die Kühlung der Beschickung
zu ergänzen,
und wird über
die Leitung 223 zurückgeführt. Komprimierter
Stickstoff fließt über die
Leitung 225 in den Wärmetauscher 115 zum Kühlen der
Beschickung und wird auf eine Zwischentemperatur von 15°C (60°F) gekühlt.
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Ein
Teil dieses Stickstoffs wird mit 839 kg Mol/h (1850 lb Mol/h) über die
Leitung 227 abgezogen, im warmen Expander 229 kalt
auf –57°C (–71 °F) und 17,5·105 Pa (254 psia) expandiert und mit einem
weiteren (später
definierten) Stickstoffstrom kombiniert. Dann fließt er zum
Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung, um dort Kälte
zu erzeugen. Der Rest des Stickstoffs mit 2018 kg Mol/h (4450 lb
Mol/h) wird im Wärmetauscher 115 zum Kühlen der
Beschickung auf –40°C (–40°F) gekühlt. Dann
fließt
er über
die Leitung 231 zum kalten Expander 233, wird
dort auf –99°C (–146°F) und 18·105 Pa (259 psia) expandiert und fließt über die
Leitung 235 in den Dephlegmator Wärmetauscher 121, um dort
Kälte zu
erzeugen. Erwärmter
Stickstoff in der Leitung 239 aus dem Dephlegmator-Wärmetauscher 121 wird
mit dem expandierten Stickstoff in der Leitung 237 kombiniert
und der kombinierte Strom im Wärmetauscher 115 zum
Kühlen
der Beschickung auf 30°C
(86°F) erwärmt, um
dort Wärme
zu erzeugen. Erwärmter
Stickstoff fließt
wie vorstehend beschrieben über
die Leitung 207 zum Stickstoffkompressor 209.
Die durch die Stickstoffexpander 229 und 223 erzeugte
Energie wird vorzugsweise dazu verwendet, zwei Stufen des Kompressors 209 (nicht gezeigt)
anzutreiben.
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Mit
diesem Verfahren werden über
die Leitung 205 98,7 % des Propylens und im Wesentlichen 100
% des Propans und der schwereren Komponenten im Beschickungsgas
als flüssiges
Produkt gewonnen, das weniger als 0,4 Mol-% Ethylen und leichtere
Verunreinigungen enthält.
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Die
Erfindung stellt ein preiswertes und energieeffizientes Verfahren
zur Gewinnung eines oder mehrerer, aus Ethan, Ethylen, Propan, Propylen
und Kohlenwasserstoffen mit höherem
Molekulargewicht ausgewählter
Kohlenwasserstoffe zur Verfügung. Diese
können
in Gasströmen,
z.B. Abgasen aus der Raffinerie oder Petrochemie, vorhanden sein,
die diese Komponenten zusammen mit Wasserstoff und möglicherweise
anderen leichten Komponenten enthalten. Bei diesem Verfahren wird
eine preiswerte und energieeffiziente Methode verwendet, um die
zur Kondensation und Rektifizierung des Beschickungsgases erforderliche
Kälte zu
erzeugen.
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Das
Stickstoffrückführsystem
kann Kälte
auf jedem erforderlichen Temperaturniveau erzeugen, stellt sie jedoch
am effizientesten und wirtschaftlichsten im Bereich von etwa –50°F bis etwa –250°F (–157°C) zur Verfügung. Bei
dieser niedrigen Temperatur ist selbst bei Beschickungsgasen mit
relativ niedrigem Druck eine sehr hohe Rückgewinnung von C2 und
C3 möglich,
und typischerweise ist keine Verdichtung der Beschickung erforderlich.
Mit einem Verfahren, bei dem Kälte
mit Stickstoff erzeugt wird, kann sehr viel mehr Produkt gewonnen
werden als mit Verfahren des Standes der Technik, bei denen das
Beschickungsgas oder leichtes Rückstandsgas kalt
expandiert wird. In diesen Fällen
ist die Produktgewinnung durch die Kälte eingeschränkt, die
zwischen dem Druck am Gaseinlass und dem Abgabedruck des rückständigen Gases
erzeugt werden kann.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
erfordert einen geringeren Kapitalaufwand als Verfahren, in denen
gemischte Kälteerzeugungssysteme
oder herkömmliche
Kälteerzeugungssysteme
in Form einer Kaskade verwendet werden, weil Stickstoffkompressoren
und -expander im Vergleich zu Kompressionsanlagen für Kohlenwasserstoff
preiswert und hocheffizient sind. Außerdem sind keine Kältemitteltrommeln
erforderlich, weil der Stickstoff nicht im Verfahren kondensiert
wird. Es sind keine komplexen Systeme zur Aufbereitung des Kältemittels
notwendig, weil Stickstoff üblicherweise
in den meisten Raffinerie- und petrochemischen Anlagen zur Verfügung steht,
wo er als Inertgas oder zum Spülen
der Anlage verwendet wird.
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Da
das Stickstoffkältemittel
typischerweise während
des ganzen Verfahrens auf über
7·105 Pa (100 psia) gehalten wird, sind Verluste
durch Druckabfall im Vergleich mit Kohlenwasserstoffkältemitteln, die
zur Kälteerzeugung üblicherweise
bei wesentlich geringeren Drücken
verdampft werden, gering. Typischerweise wird der Stickstoff auf
mindestens 41·105 Pa (600 psia), vorzugsweise mindestens
55·105 Pa (800 psia) komprimiert, um ein möglichst
energieeffizientes Verfahren zur Verfügung zu stellen. Höhere Drücke können noch
energieeffizienter sein, aber man muss die Energieersparnis gegen
die zusätzlichen
Kosten von Hochdruckanlagen abwägen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
erfordert geringeren Kapitalaufwand als Verfahren, in denen Absorption
zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen eingesetzt wird, weil diese
Verfahren zusätzlich
zu den Säulen,
die zur Entfernung leichter oder schwerer Verunreinigungen gebraucht
werden, mehrere Destillationssäulen
erfordern, um das Kohlenwasserstoffprodukt aus dem Absorptionslösungsmittel
zu absorbieren und abzutreiben. Auch ist üblicherweise externe Kälteerzeugung
erforderlich, um das Lösungsmittel
zu kühlen
und eine hohe Rückgewinnung von
C2 sicherzustellen. Die wesentlichen Eigenschaften
der Erfindung sind in der vorstehenden Offenbarung umfassend beschrieben.
Ein Fachmann wird die Erfindung verstehen und kann verschiedene
Abwandlungen vornehmen, ohne von ihrem Grundgedanken abzuweichen
und ohne den Rahmen und die Äquivalente
der folgenden Ansprüche
zu verlassen.