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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Prozess und eine Vorrichtung
zum "Schwalllöten" (was auch als "Wellenlöten" bezeichnet wird)
gemäß den Oberbegriffen
der Patentansprüche
1 bzw. 5 (vgl. beispielsweise JP-A-11/354919), wobei (ein) elektronische(s)
Bauteil(e) auf einer Platine (oder einem Substrat) mittels eines
bleifreien Lötmaterials
befestigt (oder bondiert) wird.
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Beschreibung
des verwandten Stands der Technik
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In
den letzten Jahren ergab sich eine starke Nachfrage nach einer Erhöhung der
Zuverlässigkeit
einer in einem verkleinerten elektronischen Gerät mit hoher Leistungsfähigkeit
enthaltenen elektronischen Schaltungsplatine. Daher wächst die
Nachfrage nach einer Erhöhung
von Zuverlässigkeitseigenschaften,
wie beispielsweise thermische Schockwiderstandsfähigkeit und mechanische Festigkeit
eines Verbindungsabschnitts, der durch Löten eines elektronischen Bauteils
auf eine Platine auf dem Gebiet der Bestückung mit den elektronischen
Bauteilen gebildet wird.
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Darüber hinaus
wird gerade eine Regelung oder ein gesetzliches System zur Kontrolle
der Behandlung von Industrieabfällen
eingeführt,
während
Bedenken über
den Schutz der globalen Umwelt auf weltweiter Ebene steigen. Obwohl
ein auf Sn-Pb basierendes Lötmaterial,
das Sn und Pb als Hauptkomponenten enthält (beispielsweise ein sogenanntes
eutektisches "63
Sn-37 Pb"-Lötmaterial),
im Allgemeinen in einer in einem elektronischen Gerät eingebrachten
elektronischen Schaltungsplatine verwendet wird, kann das in einem
solchen Lötmaterial
enthaltene Blei bei unangemessenen Abfallbehandlung zu einer Umweltverschmutzung
führen,
so dass Forschungen und Entwicklungen durchgeführt werden hinsichtlich eines
kein Blei enthaltenden Lötmaterials
(d. h. ein sogenanntes bleifreies Lötmaterial) als Alternative
zu dem Blei enthaltenden Lötmaterial.
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Es
folgt eine Beschreibung eines herkömmlichen Schwalllötprozesses
zum Herstellen einer elektronischen Schaltungsplatine durch Verbinden
(eines) elektronische(n)/(r) Bauteil(e)/(s) mit einer Platine, wie
beispielsweise eine gedruckte Platine, und auch einer Vorrichtung
für einen
solchen Prozess unter Bezugnahme auf die nachfolgenden Zeichnungen. 3 zeigt eine schematische
Ansicht der herkömmlichen
Schwalllötvorrichtung.
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Zuerst
wird eine Platine vor dem Lötvorgang
vorbereitet, wobei ein Durchgangsloch (Durchgangslöcher) in
der Platine gebildet wird, und ein elektronisches Bauteil wird positioniert
durch Einfügen
eines Anschlusses (z. B. einer Elektrode) des Bauteils in das Durchgangsloch
von einer oberen Oberfläche
der Platine. In einer solchen Platine ist eine aus Kupfer oder dgl.
gebildete Anschlussfläche
auf einem Gebiet (A + B + C, vgl. 4)
gebildet, das aus (A) einer die Durchgangsöffnung definierenden Oberfläche und
auch aus (B) einem oberen Oberflächenabschnitt
und (C) einem unteren Oberflächenabschnitt
der Platine besteht, wobei die Abschnitte die Durchgangsöffnung umgeben,
und eine solche Anschlussfläche
ist mit einem Schaltungsmuster auf der oberen Oberfläche der
Platine verbunden. Andererseits sind Bereiche der oberen Oberfläche und
der unteren Oberfläche
der Platine mit Ausnahme der Anschlussfläche(n) durch einen Lötschutzlack
abgedeckt.
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Als
nächstes
wird die Platine einer Vorbehandlung unterzogen, bei der die untere
Oberfläche
der Platine, auf der keine elektronischen Bauteile vorhanden sind,
mit einem Flussmittel behandelt wird unter Zuhilfenahme eines Flussmittelsprühzerstäubers (nicht
gezeigt). Die Vorbehandlung erfolgt zur Verbesserung der Benetzung
und Ausbreitung des Lötmaterials
auf einer Oberfläche
der Anschlussfläche
durch Entfernen eines Oxidfilms (wie beispielsweise ein durch natürliche Oxidation
gebildeter Film), der unausweichlich auf der Anschlussfläche gebildet
wird.
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Danach
wird unter Bezugnahme auf 3 die
so behandelte Platine (nicht gezeigt) in die Schwalllötvorrichtung 60 verbracht,
während
die obere Oberfläche,
auf der sich die elektronischen Bauteile befinden, aufwärts gerichtet
bleibt (in Bezug auf die Zeichnung), und die Platine wird im Inneren
der Schwalllötvorrichtung 60 mechanisch
in Richtung eines Pfeils 61 mit im Wesentlichen konstanter
Geschwindigkeit unter Zuhilfenahme einer Fördereinrichtung befördert. In
der Schwalllötvorrichtung 60 wird
die Platine zuerst in einer Vorheizzone mittels einer Vorheizeinheit
(oder einem Vorheizer) 62 erhitzt, um Aktivierungsfähigkeiten
des gemäß der Vorbehandlung
auf der Platine aufgebrachten Flussmittels wirksam anzuregen.
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Danach
wird das durch vorheriges Erhitzen in einer Lötmaterialzuführeinheit 63 in
einem geschmolzenen Zustand befindliche Lötmaterial (nicht gezeigt) der
Platine nach deren Beförderung
in eine oberhalb von Lötwellendüsen 64 und 65 befindliche
Lötmaterialzuführzone zugeführt von
deren unteren Seite durch die primäre Wellen düse 64 und die sekundäre Wellendüse 65 in
Form einer primären
Welle bzw. einer sekundären Welle.
Das so zugeführte
Lötmaterial
bewegt sich ausgehend von der unteren Oberfläche der Platine mittels der
kapillaren Wirkung nach oben durch einen kreisförmigen Zwischenraum zwischen
der Oberfläche
der Durchgangsöffnung
(d. h. der Anschlussfläche)
und dem Anschluss, der durch das Durchgangsloch ausgehend von der
oberen Oberfläche
der Platine eingefügt
ist, und danach kühlt
sich das Lötmaterial
durch Abgabe seiner Wärme
an die Platinenumgebung mit deren Temperaturabfall in natürlicher
Weise ab, so dass sich das Lötmaterial
zur Bildung eines Verbindungsabschnitts des Lötmaterials (oder eines sogenannten "Fillets") verfestigt. In
diesem Schritt des Zuführens
des Lötmaterials
(oder dem Schritt des Schwalllötens),
dient die primäre
Welle der ausreichenden Benetzung der Oberflächen der Anschlüsse und
der Anschlussfläche
mit dem Lötmaterial,
und die sekundäre
Welle dient dem Entfernen des Lötmaterials
in mit einem Lötschutzlack
bedeckten Bereichen, so dass das Lötmaterial beim Zurückbleiben
und Verfestigen zwischen den Anschlussflächen keine Brücken bildet
(die Brücke
ist nicht wünschenswert,
da sie einen Kurzschluss verursacht) und das Lötmaterial keine hornförmigen Vorsprünge bildet,
wodurch die Form des Fillets gesteuert (oder konditioniert) werden
kann.
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Wie
vorstehend beschrieben, wird das aus dem Lötmaterial gebildete Fillet
(oder der Verbindungsabschnitt) gebildet, das den Anschluss des
elektrischen Bauteils und die in der Platine gebildete Anschlussfläche elektrisch
und physikalisch (oder mechanisch) verbindet.
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Das
in vorstehender Weise aus dem Lötmaterial
gebildete Fillet benötigt
eine ausreichend hohe Verbindungsfestigkeit zwischen dem Anschluss
des elektronischen Bauteils und der Anschlussfläche auf der Platine, um eine
hohe Zuverlässigkeit
der elektronischen Schaltungsplatine bereitzustellen. Falls allerdings,
unter Bezugnahme auf 4,
die elektronische Schaltungsplatine 70 unter Verwendung
des bleifreien Lötmaterials gemäß dem vorstehend
beschriebenen herkömmlichen
Schwalllötverfahren
hergestellt wird, löst
sich das benetzende und auf der Oberfläche der Anschlussfläche 37 (die
angeordnet ist zum Abdecken einer inneren Oberfläche, die die durch die Platine 71 perforierte
Durchgangsöffnung 72 definiert,
und auch Bereiche, die die Durchgangsöffnung 73 auf der
oberen Seite und der unteren Seite der Platine 71 umgeben)
ausgebreitete Lötmaterial
teilweise an der Grenzfläche
zwischen dem Lötmaterial
und der Anschlussfläche
bei der Verfestigung des Lötma terials
ab, wie durch den Pfeil 80 angedeutet ist, so dass sich
ein Problem dahingehend ergibt, dass die Verbindung zwischen der
Anschlussfläche 73 und
das aus dem Lötmaterial
gebildete Fillet 74 unzureichend wird und keine hohe Verbindungsfestigkeit
zwischen dem Anschluss 75 und der Anschlussfläche 73 erhalten
werden kann.
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Ein
solches Phänomen
des Ablösens
des Fillets 74 von der Anschlussfläche 73 wird im Allgemeinen als "Lift-Off"-Phänomen bezeichnet,
das häufig
auftritt, wenn das bleifreie Lötmaterial
verwendet wird, obwohl es kaum auftritt, wenn das auf Sn-Pb basierende Lötmaterial
verwendet wird. Das Lift-Off tritt bemerkenswerterweise insbesondere
im Falle der Verwendung eines bleifreien Lötmaterials auf, das Sn und
Bi enthält
(wie beispielsweise ein auf Sn-Ag-Bi basierendes Material) und im
Falle der Verwendung eines bleifreien Lötmaterials zum Verbinden eines
Anschlusses der mit einem auf Sn-Pb basierenden Material plattiert
ist.
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Als
Grund für
das Auftreten des Lift-Offs könnte
im Allgemeinen in Betracht gezogen werden, dass das für das Schwalllöten verwendete
Lötmaterial
und/oder ein metallisches Material, das beim Löten in das Lotmaterial eluieren
kann (z. B. ein Plattierungsmetall für den Anschluss) eine schwache
Legierung bilden, deren Schmelzpunkt niedriger ist als der des anfänglichen
Lötmaterials
und deren Zusammensetzung verschieden ist von der des anfänglichen
Lötmaterials
(eine solche Legierung wird im Folgenden lediglich als eine "Niedrig-S. P.-Legierung" bezeichnet) bei
der Verfestigung des Lötmaterials
ausgehend von dessen geschmolzenem Zustand.
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Das
eine hohe Temperatur aufweisende, geschmolzene Lötmaterial verliert seine Wärme hauptsächlich über den
von dem elektronischen Bauteil (nicht gezeigt) herrührenden
Anschluss 75. In dem zugeführten und an der Platine 71 haftenden
Lötmaterial 74 bildet
sich durch den Fluss einer solchen durch den Anschluss 75 passierenden
Wärme ein
Temperaturgradient. Die Verfestigung des Lötmaterials 74 schreitet
gemäß dem Temperaturgradienten
voran, wobei der Abschnitt mit der niedrigsten Temperatur des Lötmaterials 74 an
der Spitze des Lötmaterials 74 auftritt
(die durch den Pfeil 81 angedeutet ist) und der Abschnitt
mit der höchsten Temperatur
in der Nähe
der Grenzfläche
zwischen dem Fillet 74 und der Anschlussfläche 73,
die ein guter Wärmeleiter
ist, gebildet wird, so dass die Verfestigung an der Spitze beginnt
und an der Grenzfläche
zwischen der Anschlussfläche 73 und
dem Fillet 74 zu gegebener Zeit endet. Bei einer solchen
Verfestigung wird die oben be schriebene Niedrig-S. P.-Legierung
in größerem Umfang
in einem noch geschmolzenen Abschnitt des Lötmaterials, der noch nicht
verfestigt wurde, verteilt (oder abgesondert), so dass die Niedrig-S.
P.-Legierung mit fortschreitender Verfestigung in den geschmolzenen
Abschnitt befördert
und konzentriert (oder abgesondert) wird. D. h., ein Absonderungsphänomen tritt
bei der Verfestigung des Lötmaterials
auf, und als Resultat sammelt sich die Niedrig-S. P.-Legierung 76 an
der Grenzfläche
zwischen der Anschlussfläche 73 und
dem Fillet 74, wo die Verfestigung am spätesten auftritt.
Bei einer solchen Verfestigung, verfestigt sich das Fillet 74 an der
Spitze zuerst und haftet an dem Anschluss 75, eine Spannung
wird durch die Konzentration über
die Verfestigung des Lötmaterials
in Richtung des Pfeils 82 erzeugt, und eine Spannung wird
durch die thermische Kontraktion der Platine 71 in Richtung
des Pfeils 83 erzeugt. Es könnte angenommen werden, dass
die schwache Niedrig-S.
P.-Legierung 76, die in der Nähe der Grenzfläche zwischen
der Anschlussfläche 73 und
dem Fillet 74 in vorstehend beschriebener Weise angereichert
wurde, diesen Spannungen nicht standhalten kann, so dass das Ablösephänomen an
der Grenzfläche
verursacht wird, wie in der Richtung des Pfeils 80 gezeigt
ist.
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In
der Japanischen Patentanmeldung
JP 11 354 919 A ist ein Verfahren offenbart,
das zu einer Erhöhung
der Zuverlässigkeit
von Lötverbindungen
und zu einer Verringerung von Verbindungsfehlern für spezielle Lotzusammenstellungen
(Sn-3Ag-Bi-Materialien)
führt.
Das Verfahren besteht aus Wasserkühlen mit einer bestimmten Kühlgeschwindigkeit,
z. B. 5 bis 40°C/s
(vorzugsweise 10 bis 20°C/s).
Einer der Nachteile des vorgestellten Verfahrens besteht im Fehlen
einer Konditionierungsmaßnahme
zum Sicherstellen, dass das Lot im geschmolzenen Zustand innerhalb
einer Verbindung und über
die gesamte Platine homogen ist. Als Konsequenz kann sich das Lötmaterial
teilweise verfestigen, bevor die wohldefinierte Abkühlung des
Lots beginnen könnte
und das Risiko eines Lift-Offs wird nicht wesentlich verringert.
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In
der
US 4,402,448 ist
ein Lötsystem
beschrieben, bei dem eine frisch gelötete Platine unmittelbar nach
dem Abscheiden eines geschmolzenen Lots auf die Platine erhitzt
wird, um das Lot im geschmolzenen Zustand zu halten. Danach wird
ein Fluidstrom auf das geschmolzene Lot gerichtet, wodurch übermäßiges Lot vom
Boden der Platine weggeblasen wird und dadurch Kurzschlüsse, Tränen oder
Brücken
entfernt werden.
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Die
US 3,056,015 bezieht sich
auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Löten einer elektrischen Platine
durch deren Eintauchen in geschmolzenes Lot, bekannt als Tauchlöten. Gemäß dieser
Erfindung wird die Platine vor dem Lotbad durch heiße Luft
(z. B. Stickstoff) vorerhitzt, die durch eine Reihenanordnung von Röhren fließt, und
danach mittels einer anderen Reihenanordnung von Röhren vor
der Kühlung
erneut erhitzt.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung dient zur Lösung der vorstehend beschriebenen
Probleme und des Weiteren zur Verbesserung der vorstehend beschriebenen
herkömmlichen
Technik, und die vorliegende Erfindung dient dem Bereitstellen eines
Schwalllötprozesses
zur Bestückung
(oder Bondierung) (eines) elektronische(n/r) Bauteil(s/e) auf einer
Platine mittels eines bleifreien Lötmaterials, wobei der Prozess
das Auftreten des Lift-Off-Phänomens
wirksam verringern kann, und zum Bereitstellen einer Vorrichtung
zum Durchführen eines
solchen Prozesses.
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Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Schwalllötprozess
bereitgestellt zum Bestücken
(eines) elektronische(n/r) Bauteil(s/e) auf einer Platine mittels
eines bleifreien Lötmaterials,
wobei der Prozess umfasst Zuführen
einer Schmelze des Lötmaterials
in der Weise, dass das Lötmaterial
an einem vorbestimmten Abschnitt der Platine in einer Lötmaterialzuführzone anhaftet,
wobei der Prozess des Weiteren umfasst Konditionieren der Platine
bei einer Temperatur im Bereich von einem Schmelzpunkt des Lötmaterials zu
einer Wärmefestigkeitstemperatur
oder Wärmeresistenztemperatur
des Elektronikbauteils in einer Konditionierungszone, um sicherzustellen,
dass das an der Platine anhaftende Lötmaterial sich in einem vollständig geschmolzenen
Zustand befindet, und danach Kühlen
der Platine durch eine Kühleinheit
in einer Kühlzone
mit einer Rate von 200 bis 500°C/min,
so dass das an der Platine anhaftende Lötmaterial verfestigt wird.
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Insbesondere
ist es ausreichend, das Abkühlen
der Platine (und damit das schnelle Kühlen des Lötmaterials) in der Kühlzone gemäß der vorliegenden
Erfindung durchzuführen
durch positives (oder zwangsweises) Kühlen der Platine mittels der
Kühleinheit
für zumindest
eine Zeitdauer zwischen einer Zeit, in der das im geschmolzenen
Zustand befindliche Lötmaterial
gerade eine Temperatur seines Schmelzpunkts erreicht hat, und einer
Zeit, in der das gesamte Lötmaterial
(oder ein Verbindungsabschnitt des Lötmaterials) gerade seine Verfestigung
abgeschlossen hat. Wenn ein solches Abkühlen sichergestellt ist, kann
jede geeignete Kühleinheit
für eine
geeignete, die vorgenannte Periode enthaltende Zeitdauer verwendet
werden. Des Weiteren kann das Kühlen
der Platine in der Kühlzone
in jeder geeigneten Weise durchgeführt werden, solange das an der
Platine anhaftende Lötmaterial
durch positives (oder zwangsweises) Kühlen der Platine aus der Kühleinheit
schnell gekühlt
wird. Beispielsweise kann die gesamte Platine oder zumindest ein
Teil der Platine (z. B. nur ein nötiger Teil) gekühlt werden.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung, wie oben beschrieben, wird das an der Platine anhaftende
bleifreie Lot durch positives Kühlen
der Platine unter Verwendung der Kühleinheit schnell gekühlt (oder
abgeschreckt), so dass eine Dauer vom Beginn der Verfestigung des
Lötmaterials
bis zum Ende der Verfestigung (d. h. der vollständigen Verfestigung) verkürzt wird.
In dem herkömmlichen
Prozess tritt das Absonderungsphänomen
in dem Lötmaterial
durch den Temperaturgradienten im Inneren des Lötmaterials (oder des Fillets) auf,
da die Platine nicht positiv gekühlt
wird, so dass die schwache Niedrig-S. P.-Legierung schließlich in
der Nähe
der Grenzfläche
zwischen dem Fillet und der Anschlussfläche in vorstehend beschriebener
Weise angesammelt wird. Andererseits erfolgt die vollständige Verfestigung
des Lots in der vorliegenden Erfindung in einer kürzeren Zeitdauer
verglichen mit dem herkömmlichen
Prozess, so dass das Absonderungsphänomen abgeschwächt werden
kann, und insbesondere das Ansammeln der Niedrig-S. P.-Legierung
in der Nähe
der Grenzfläche
ist vermeidbar, so dass das Auftreten des Lift-Off-Phänomens unterdrückt wird.
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Des
Weiteren wird in dem herkömmlichen
Prozess eine Metallphase, die hart und spröde ist (wie beispielsweise
eine Bi-Phase oder eine Bi-Masse), beim Verfestigen des Lötmaterials
in dem Fillet gebildet und fügt
damit dem Fillet eine Sprödigkeit
zu, so dass das Fillet geringe mechanische Festigkeit aufweist.
Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird dagegen die für
die Verfestigung des Lötmaterials
erforderliche Zeitdauer verkürzt,
so dass die Dauer, während
der eine solche Metallphase wächst,
verkürzt
ist, was zu einer Miniaturisierung (oder Verfeinerung) einer Struktur
der Metallphase in dem Fillet führt.
Als Resultat wird die mechanische Festigkeit des Fillets durch die
vorliegende Erfindung erhöht.
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Es
wird angemerkt, dass die Abkühlrate
als eine Rate der Temperaturverringerung eines Lötmateriafabschnitts verstanden
wird (und insbesondere eines Abschnitts, der einen aus dem Lötmaterial
durch Verfestigung des Lötmaterials
hergestellten Verbindungsabschnitt (oder Filletabschnitt) bilden
soll), und sie ist inhärent
eine Durchschnittstemperaturverringerungsrate über eine Zeitdauer zwischen
dem Zeitpunkt, in dem das im geschmolzenen Zustand befindliche Lötmaterial
gerade eine Temperatur seines Schmelzpunkts erreicht hat, und einem
Zeitpunkt, in dem sich das Lötmaterial
(oder der gesamte Lötmaterialabschnitt)
gerade vollständig
verfestigt hat. Es stellt allerdings praktisch kein Problem dar,
wenn eine solche durchschnittliche Temperaturabfallrate betrachtet
wird als ein Durchschnitt einer gemessenen Temperatur des Lötmaterialabschnitts
in einem Moment, wenn die Platine die Kühlzone erreicht, und einer
gemessenen Temperatur des Lötmaterialabschnitts
in einem Moment, wenn die Platine die Kühlzone verlässt, und somit wird ein solcher
Durchschnitt der gemessenen Temperaturen in der vorliegenden Beschreibung
in bequemer Weise als die Durchschnittstemperaturabfallrate (d.
h. die Abkühlrate)
verwendet. Die Temperatur des Lötmaterialabschnitts
(d. h. des Verbindungsabschnitts des Lötmaterials) kann gemessen werden
durch ein Thermoelement, das angeordnet ist (beispielsweise befestigt
ist) an einem vorbestimmten Abschnitt der Platine, auf dem das Lötmaterial anhaften
soll (beispielsweise eine Anschlussfläche, die auf einer Seite der
Platine angeordnet ist, der das Lötmaterial zugeführt wird),
und Daten des Thermoelements werden gemeinsam mit der Zeit aufgezeichnet.
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Das
vorstehend beschriebene positive Abkühlen der Platine in der Kühlzone kann
durchgeführt
werden durch eine Gaskühlung
oder Flüssigkühlung, und
als Kühleinheit
zum Kühlen
der Platine kann eine Einheit verwendet werden, bei der das Gaskühlen oder
das Flüssigkühlen eingesetzt
wird. Es wird angemerkt, dass die Kühlung der Gaskühlungsvorrichtung,
die ein Gas benutzt (wie beispielsweise Luft (oder Umgebungsluft), ein
Inertgas wie beispielsweise Stickstoffgas) als Kühlmittel verwendet, dessen
Temperatur geringer ist als eine Temperatur der Platine (und insbesondere
die des an der Platine haftenden Lötmaterials), und im Allgemeinen
deutlich geringer ist als eine solche Temperatur. Die Gaskühlung ermöglicht ein
Kontaktieren der Platine mit einem solchen Gas, um die Platine zu
kühlen.
Beispielsweise weist ein solches Gas eine Temperatur im Bereich
zwischen –20
und 30°C
auf, und vorzugsweise in einem Bereich zwischen –10 und 10°C. Die Gaskühlung kann durchgeführt werden
durch Passieren der Platine durch eine Atmosphäre mit einem solchen Gas oder
durch Blasen eines solchen Gases direkt auf die Platine. Auch ist
unter dem Flüssigkühlen eine
Kühlung unter
Verwendung einer Flüssigkeit
(wie beispielsweise Wasser, verflüssigter Stickstoff oder eine
andere Flüssigkeit)
als ein Kühlmittel
zu verstehen, dessen Temperatur niedriger ist als eine Temperatur
der Platine (und insbesondere der des an der Platine haftenden Lötma terials),
und im Allgemeinen beträchtlich
geringer als eine solche Temperatur. Die flüssige Kühlung ermöglicht ein Kontaktieren zumindest
eines erforderlichen Abschnitts oder der gesamten Platine mit einer
solchen Flüssigkeit,
um die Platine zu kühlen.
Beispielsweise weist eine solche Flüssigkeit eine Temperatur im
Bereich zwischen 1 und 30°C
auf, und vorzugsweise im Bereich zwischen 1 und 10°C. Die Flüssigkühlung kann
durchgeführt
werden durch Eintauchen der Platine in eine Menge der Flüssigkeit
oder durch Sprühen
der Flüssigkeit
in Richtung der Platine. Die Flüssigkühlung kann eine
Verdunstungskälte
der Flüssigkeit
verwenden, was vorteilhaft für
die unverzügliche
Schnellkühlung
ist.
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Konkret
kann als die die Gaskühlung
verwendende Kühleinheit
eine Einheit verwendet werden, die umfasst ein Gebläse oder
eine Gasflussvorrichtung (enthaltend beispielsweise eine Pumpe),
die der Kühlzone das
Tieftemperaturgas zuführt,
und das Gas von der Kühlzone
abführt.
Das so zugeführte
Gas bildet eine Tieftemperaturatmosphäre, durch die die Platine geführt wird.
Des Weiteren kann auch eine Einheit mit (einer) Düse(n), einem
Lüfter,
einem Punktkühler
oder dgl. verwendet werden, die das Temperaturgas direkt in Richtung der
Platine bläst.
Als die Flüssigkühlung verwendende
Kühleinheit
kann eine Einheit verwendet werden mit einem die Flüssigkeit
enthaltenden Bad, in das die Platine getaucht wird, um die gesamte
Platine zu kühlen,
ein Atomisierer, der einen Nebel der Flüssigkeit bildet und in Richtung
von zumindest einem Abschnitt der Platine sprüht, eine Düse, die eine relativ geringe
Menge der Flüssigkeit
zumindest einem Abschnitt der Platine zuführt oder dgl.. Abhängig von
der Art der Kühleinheit
kann diese in der Kühlkammer
angeordnet sein oder die Einheit kann mit der Kühlkammer verbunden sein, so
dass ein Abschnitt oder die gesamte Einheit außerhalb der Kühlkammer
angeordnet ist. Es ist selbstverständlich möglich, jede Kombination der
vorgenannten verschiedenen Arten von Kühleinheiten einzusetzen. Um
eine höhere
Kühlrate
zu erhalten, sollte vorteilhafterweise die Flüssigkühlung anstelle der Gaskühlung zum
Zwecke der positiven Kühlung
eingesetzt werden.
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Die
Abkühlrate
kann im Falle der Gaskühlung
in gewünschter
Weise erhalten werden durch Steuern einer Temperatur des Gases,
das der Kühlzone
zugeführt
wird, und einer Flussrate eines solchen Gases, einer Transfergeschwindigkeit
der Platine usw., wobei Wärmekapazitäten der
Platine und (des) auf der Platine angeordneten Bauteil(e)(s) berücksichtigt
werden. Im Falle der Flüssigkühlung kann
eine gewünschte
Kühltemperatur
erhalten werden durch Steuern einer Temperatur der Flüssigkeit,
die mit der Platine in Kontakt ist, der Transfergeschwindigkeit
der Platine usw., während
die Wärmekapazität der Platine
der (des) auf der Platine angeordneten Bauteil(e/s) berücksichtigt
werden. Beispielsweise kann eine Abkühlrate von ungefähr 210°C/min erreicht
werden durch Passieren einer Platine aus Glasepoxidharz mit einer
Abmessung von 200 mm × 200
mm × 0,8
mm bei einer Geschwindigkeit von ungefähr 1,2 m/min durch eine Kammer
mit einer Größe von 1000
mm × 500
mm × 500
mm, während
eine gasförmige
Atmosphäre
mit einer Temperatur von ungefähr
25°C mit
einer Flussrate von ungefähr
2 l/min in Richtung der Platine geblasen wird.
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Die
positive Kühlung
der Platine in der Kühlzone
wird vorzugsweise durchgeführt
durch eine Gaskühlung,
bei der die Kühleinheit
Stickstoffgas verwendet. Bei der Gaskühlung und Verwendung von Stickstoffgas kann
ein Oxidieren des Lötmaterials
verhindert werden, so dass die Benetzungseigenschaft des Lötmaterials (und
insbesondere die Benetzungseigenschaft hinsichtlich der Anschlussfläche) verbessert
wird, was zu einer weiteren Verringerung des Auftretens des Lift-Offs
führt.
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Der
Prozess gemäß der vorliegenden
Erfindung umfasst, nach dem Zuführen
des geschmolzenen Lötmaterials
zu der Platine in der Lotzuführzone
zum Anhaften an dem vorbestimmten Abschnitt der Platine und vor
dem Kühlen
der Platine in der Kühlzone,
Verbringen der Platine in eine Konditionierungszone mit einer Atmosphäre bei einer
Temperatur, die einen vollständig
geschmolzenen Zustand an der Platine anhaftenden Lötmaterials
sicherstellt. Es ist ausreichend, dass der vollständig geschmolzene
Zustand des Lötmaterials
zumindest zu einem Zeitpunkt unmittelbar vor der Kühlung der
Platine in der Kühlzone
sichergestellt ist. Es ist für den
Fachmann leicht verständlich,
dass eine solche Konditionierungszone in Bezug auf die Transferrichtung der
Platine stromabwärts
der Lötmaterialzuführzone und
stromaufwärts
der Kühlzone
angeordnet ist.
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Die
Konditionierungszone dient der Konditionierung der Platine nach
dem Aufbringen des Lötmaterials auf
der Platine und vor dem schnellen Kühlen der Platine. Insbesondere
konditioniert sie die Platine (insbesondere das an der Platine anhaftende
Lötmaterial)
in solcher Weise, dass sich das Lötmaterial an jeder Stelle der Platine
im Wesentlichen vollständig
im geschmolzenen Zustand befindet (d. h. das gesamte Lötmaterial
befindet sich im Wesentlichen im geschmolzenen Zustand in homogener
Weise über
der gesamten Platine). Konkret wird dann, wenn die Platine in die
Konditionierungszone eintritt, während
ein Abschnitt des an der Platine anhaf tenden Lötmaterials in natürlicher
Weise abgekühlt
ist, um mit dessen Verfestigung zu beginnen, die Platine (und somit
das Lötmaterial)
in der Konditionierungszone erhitzt, so dass das sich verfestigende
gesamte Lötmaterial
wieder geschmolzen wird, vorzugsweise vollständig bevor die Platine in der
Kühlzone
abgekühlt wird.
Wenn die Platine in die Konditionierungszone eintritt, während das
gesamte, an der Platine anhaftende Lötmaterial im Wesentlichen im
geschmolzenen Zustand ist, befindet sich die Platine in einer Atmosphäre der Konditionierungszone,
in der die Platine (und damit das Lötmaterial) keine übermäßige Wärmemenge
verliert (vorzugsweise durch Zuführen
von Wärme),
so dass das Lötmaterial
nicht mit seiner Verfestigung beginnt, zumindest nicht, bevor die
Platine in die Kühlzone
eintritt, wodurch der geschmolzene Zustand des gesamten Lötmaterials
beibehalten werden kann. Somit braucht in diesem Fall nicht unbedingt
eine positive Erhitzung der Platine durchgeführt zu werden. Die Konditionierungszone
kann als Erhitzungszone bezeichnet werden, die die Platine durch
Zuführen
einer Wärmemenge
zu der Platine erwärmt,
um die Temperatur des Lötmaterials zu
erhöhen,
oder als Konstanttemperaturzone, die auf einer bestimmten Temperatur
gehalten wird und in der ein übermäßiger Temperaturabfall
(und somit eine übermäßige Abkühlung) des
Lötmaterials
(somit der Platine) während
des Passierens der Platine durch die Konditionierungszone (oder
bis sie in die Kühlzone
eintritt) durch Zuführen
einer geringeren Wärmemenge
oder thermisches Isolieren der Konditionierungskammer unterdrückt wird.
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Die
Bereitstellung der Platine in der Konditionierungszone in vorstehend
beschriebener Weise kann zu einer Verringerung der Temperaturdifferenz
(oder zu einer Verschmälerung
der Temperaturverteilung) innerhalb des Lötmaterials eines jeden Verbindungsabschnitts
und auch eines Temperaturunterschieds innerhalb der Verbindungsabschnitte
des Lötmaterials über der
gesamten Platine führen.
Mit anderen Worten dient die Konditionierungszone dazu, einen thermisch
einheitlichen Zustand der Platine und somit des Lötmaterials
herzustellen. In Abwesenheit der Konditionierungszone kann das Lötmaterial
mit einer teilweisen Verfestigung beginnen, bevor die Platine in
der Kühlzone
abgekühlt
wird, und in einem solchen Fall kann eine Anfangstemperatur beim
Beginn des schnellen Abkühlens
in der Kühlzone
innerhalb eines einzelnen Verbindungsabschnitts des Lötmaterials
oder über
alle Verbindungsabschnitt zu einem gewissen Grad variieren. Wird
die Platine dagegen durch Bereitstellen einer solchen Konditionierungszone
stromaufwärts
der Kühlzone
zum Erreichen eines thermisch einheitlichen Zustands konditioniert,
so kann die Schwankung der Anfangstemperatur beim schnellen Abkühlen und
dadurch die Schwankung einer für
die Verfestigung des Lötmaterials
erforderlichen Zeitdauer unterdrückt
werden. Als Resultat kann die Auftrittsrate des Lift-Offs weiter
verringert werden.
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Die
Temperatur der Atmosphäre
der vorstehend beschriebenen Konditionierungszone kann jeder Temperatur
entsprechen, solange sie den geschmolzenen Zustand des Lötmaterials
sicherstellt, bevor die Platine in die Kühlzone eintritt, und sie ist
geringer als eine Wärmeresistenztemperatur
der auf der Platine angeordneten elektronischen Bauteile, um eine
thermische Beschädigung
der elektronischen Bauteile zu vermeiden. Die Temperatur der Konditionierungszone
liegt vorzugsweise in einem Bereich, der nicht geringer ist als der
Schmelzpunkt des Lötmaterials
und der geringer ist als die Wärmefestigkeitstemperatur
des elektronischen Bauteils, um das Lötmaterial vollständig oder
in seiner Gesamtheit zu schmelzen. Vorzugsweise liegt die Temperatur
der Konditionierungszone innerhalb eines Bereichs, der um 10°C höher ist
als der Schmelzpunkt des Lötmaterials
und der um 5°C
geringer ist als die Wärmeresistenztemperatur
des elektronischen Bauteils. Die vorliegende Erfindung ist jedoch
nicht darauf beschränkt.
Falls sich beispielsweise das an der Platine anhaftende Lötmaterial
auf einer höheren
Temperatur als der Schmelzpunkt des Lötmaterials befindet (d. h. das
Lötmaterial
hat noch nicht mit seiner Verfestigung begonnen), wenn die Platine
in die Konditionierungszone eintritt, und die Konditionierungszone
kann eine solche übermäßige Temperaturverringerung
des darin befindlichen Lötmaterials,
dass das Lötmaterial
während
dem Hindurchtreten der Platine durch die Konditionierungszone mit
der Verfestigung beginnt, verhindern, so ist die Temperatur der
Konditionierungszone nicht notwendigerweise höher als der Schmelzpunkt des
Lötmaterials.
Es ist selbstverständlich
auch in einem solchen Falle vorteilhaft, dass die Temperatur der
Konditionierungszone nicht niedriger ist als der Schmelzpunkt des Lötmaterials
und niedriger ist als die Wärmeresistenztemperatur
des elektronischen Bauteils, ausgehend von einem Standpunkt des
vollständig
geschmolzenen Zustands des Lötmaterials.
-
Vorzugsweise
besteht die Atmosphäre
der Konditionierungszone im Wesentlichen aus Stickstoffgas. Als
Resultat kann die Oxidation des Lötmaterials und der Anschlussfläche verhindert
werden, um eine Verschlechterung der Benetzungseigenschaft des Lötmaterials
zu vermeiden, so dass ein Verbindungsbereich der An schlussfläche mit
dem Lötmaterial
ausreichend sichergestellt ist, um das Abblättern des Lötmaterials zu unterdrücken.
-
Die
Atmosphären
der Konditionierungszone und der Kühlzone können unabhängig voneinander ausgewählt werden,
obwohl beide vorzugsweise aus Stickstoffgas bestehen.
-
Gemäß einem
anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung
zum Bestücken
(oder Bondieren) eines elektronischen Bauteils auf einer Platine
bereitgestellt durch ein bleifreies Lötmaterial (das im Folgenden
lediglich als "Lötmaterial" bezeichnet wird,
wie vorstehend beschrieben) mittels eines Schwalllötprozesses
beim Fördern
der Platine, wobei die Vorrichtung umfasst eine Lötmaterialzuführkammer,
in der eine Schmelze des Lötmaterials
der Platine durch eine Lötmaterialzuführeinheit
in der Weise zugeführt
wird, dass das Lötmaterial
an einem vorbestimmten Abschnitt der Platine anhaftet und eine Kühlkammer
mit einer Kühleinheit
zum Kühlen
des Lötmaterials
mit einer Rate von 200 bis 500°C/min,
so dass das an der Platine anhaftende Lötmaterial verfestigt wird,
und eine Konditionierungskammer zwischen der Lötmaterialzuführkammer und
der Kühlkammer,
in der die Platine bei einer Temperatur im Bereich von einem Schmelzpunkt
des Lötmaterials
zu einer wärmeresistenten
Temperatur des Elektronikbauteils konditioniert wird, so dass sichergestellt ist,
dass das an der Platine anhaftende Lötmaterial zumindest vor dem
Kühlen
des Lötmaterials
vollständig geschmolzen
ist.
-
In
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird die Platine durch die Kühleinheit
in der Kühlkammer gekühlt, und
als die Kühleinheit
kann eine Einheit verwendet werden, die die Gaskühlung oder die Flüssigkühlung verwendet,
und vorzugsweise die Gaskühlung
mit Stickstoffgas, wie vorstehend unter Bezugnahme auf den Schwalllötprozess
gemäß der vorliegenden
Erfindung erläutert
wurde.
-
Die
Vorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung umfasst eine Konditionierungskammer zwischen der Lötmaterialzuführkammer
und der Kühlkammer
bezüglich
der Transferrichtung der Platine. Eine Atmosphäre in der Konditionierungskammer
weist eine Temperatur auf, bei der sichergestellt ist, dass das
Lötmaterial sich
im vollständig
geschmolzenen Zustand befindet. Die Temperatur einer solchen Atmosphäre in der
Konditionierungskammer ist vorzugsweise nicht niedriger als der
Schmelzpunkt des Lötmaterials
und niedriger als die Wärmeresistenztemperatur
oder wärmeresistente
Temperatur des elektronischen Bauteils. Des Weiteren enthält die Konditionierungskammer
vorzugsweise eine Stickstoffgasatmosphäre.
-
Es
wird angemerkt, dass dem Begriff "Kammer" die Bedeutung eines einen Raum definierenden
strukturellen Bestandteils zugemessen wird, dem Begriff "Zone" die Bedeutung eines
Raums (oder eines räumlichen
Bestandteils) innerhalb der Kammer, und dem Begriff "Atmosphäre" die Bedeutung einer
gasförmigen
Atmosphäre
(oder eines Gases) in dem durch die Kammer gebildeten Raum (somit
ist eine Atmosphäre
in einer Zone im Wesentlichen gleichzusetzen mit einer Atmosphäre in einer
Kammer). Beispielsweise definiert die "Lötmaterialzuführkammer" die "Lötzuführzone" des Schwalllötprozesses gemäß der vorliegenden
Erfindung, und dies ist in ähnlicher
Weise anwendbar auf die "Kühlkammer" und die "Konditionierungskammer".
-
Der
Prozess gemäß der vorliegenden
Erfindung, wie vorstehend beschrieben, in wird in günstiger
Weise durchgeführt
unter Verwendung der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung.
Daher ist es für
den Fachmann selbstverständlich,
dass die vorstehenden Beschreibungen hinsichtlich der Lötmaterialzuführzone und
der Kühlzone
und auch der Konditionierungszone unter Bezugnahme auf die bevorzugten
Ausführungsbeispiele
des Prozesses gemäß der vorliegenden
Erfindung ebenso anwendbar sind auf die Lötmaterialzuführkammer
und die Kühlkammer
und auch die Konditionierungskammer. In der Schwalllötvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung muss die Lötmaterialzuführkammer
nicht so ausgebildet sein, dass die Lötmaterialzuführzone definitiv
von anderen Räumen
in der Vorrichtung getrennt ist. Die Kühlkammer kann definitiv die
Lötmaterialzuführzone von
anderen Räumen
mit relativ hoher Temperaturen zumindest in solchem Grad trennen, dass
die positive Kühlung
der Platine in der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
wirksam durchgeführt
werden kann. Auch kann die Konditionierungskammer so ausgestaltet
sein, dass ihre Atmosphäre
definitiv getrennt ist von anderen Atmosphären mit relativ hohen Temperaturen
(wie beispielsweise eine Atmosphäre
der Lötmaterialzuführkammer),
aber nicht notwendigerweise definitiv von anderen Räumen in
der Vorrichtung getrennt ist. Die Konditionierungskammer und die
Kühlkammer
sind allerdings vorzugsweise so strukturiert, dass die Atmosphären dieser
Kammern vom Standpunkt des thermischen Wirkungsgrads zu einem gewissen
Grad voneinander getrennt sind.
-
Es
sollte angemerkt werden, dass die Lötmaterialzuführkammer,
die Kühlkammer
und die Konditionierungskammer, die oben unter Bezugnahme auf die
Schwalllötvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung beschrieben sind, beim Durchführen des Schwalllötprozesses
gemäß der vorliegenden
Erfindung nicht notwendigerweise verwendet werden müssen, und
es kann eine andere Vorrichtung verwendet werden, solange diese
die vorstehend beschriebene schnelle Kühlung erlaubt.
-
Das
für den
Schwalllötprozess
und/oder die Schwalllötvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendbare bleifreie Lötmaterial enthält beispielsweise
ein auf Sn-Cu basierendes Material, ein auf Sn-Ag-Cu basierendes
Material, ein auf Sn-Ag basierendes Material, ein auf Sn-Ag-Bi basierendes
Material, ein auf Sn-Ag-Bi-Cu basierendes Material und dgl.. Hinsichtlich
der Platine kann eine beispielsweise aus einem Papierphenol, einem
Glasepoxidharz, einem Polyimidfilm, einer Keramik oder dgl. hergestellte
Platine verwendet werden. Das mit der Platine verbundene elektrische
Bauteil kann jedes elektronische Bauteil sein, das mit der Platine über die
durch die Platine gebildete Durchgangsöffnung verbunden ist, beispielsweise
ein DIP IC (Dual In-Line Package-Integrated Circuit), ein Verbindungselement
und ein axiales Anschlussbauteil. Diese werden aber lediglich für illustrative
Zwecke beschrieben und die vorliegende Erfindung ist nicht darauf
beschränkt.
-
KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
Eine
nähere
Erläuterung
der Erfindung und viele ihrer erreichten Vorteile werden in einfacher
Weise ersichtlich anhand der nachfolgenden detaillierten Beschreibung,
insbesondere bei einer Betrachtung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungsfiguren.
Es zeigen:
-
1(a) eine schematische Ansicht
einer Schwalllötvorrichtung
mit einer Kühlkammer
und einer Lötmaterialzuführkammer
gemäß dem Stand
der Technik;
-
1(b) eine schematische Teilansicht
einer Schwalllötvorrichtung
gemäß 1(a), wobei eine Innenansicht
einer Kühlkammer
gezeigt ist;
-
2 eine schematische Ansicht
einer Schwalllötvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
-
3 eine schematische Ansicht
einer weiteren herkömmlichen
Schwalllötvorrichtung;
und
-
4 eine schematische Schnittansicht
eines Teils einer elektronischen Schaltungsplatine, die gemäß einem
herkömmlichen
Schwalllötprozess
hergestellt ist.
-
DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Im
Folgenden werden zwei Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungsfiguren
näher beschrieben.
-
Ein
Schwalllötprozess
wird durchgeführt
unter Verwendung einer Schwalllötvorrichtung
gemäß 1(a).
-
Bezug
nehmend auf 1(a) umfasst
die Schwalllötvorrichtung 20 gemäß dem Stand
der Technik eine Vorheizeinheit (oder einen Vorheizer) 2,
eine Lötmaterialzuführeinheit 3,
die der Platine (nicht gezeigt in 1(a))
eine Schmelze des Lötmaterials
zuführt,
eine Vorheizkammer 19, eine Lötmaterialzuführkammer 16, und
eine Kühlkammer 17,
wobei die Platine(n) die Kammern 19, 16 und 17 in
Richtung des Pfeils 1 passiert. Die Lötmaterialzuführeinheit 3 enthält darin
das zum Schmelzen vorerhitzte Lötmaterial
(d. h. das geschmolzene Lötmaterial)
(nicht gezeigt), und führt
der Platine in der Lötmaterialzuführkammer 16 (und
somit in der Lötmaterialzuführzone 6)
das Lötmaterial
in Form von Wellen durch Fließenlassen
des Lötmaterials
durch die primäre
Wellendüse 4 und
die sekundäre
Wellendüse 5 zu.
Es wird angemerkt, dass jede der Vorheizkammer 19, der
Lötmaterialzuführkammer 16 und
der Kühlkammer 17 einen
inneren Raum als die Vorheizzone 9, die Lötmaterialzuführzone 6 bzw.
die Kühlzone 7 aufweist,
und es sind im Allgemeinen Passagen zwischen diesen vorgesehen,
so dass die Platine diese Zonen passieren kann. Wie in dem Ausführungsbeispiel
gemäß 1(a) dargestellt ist, kann
keine klare Grenze zwischen der Vorheizkammer 19 und der
Lötmaterialzuführkammer 16 vorgesehen
sein, was nachfolgend erläutert
wird.
-
Die
Vorheizkammer 19 definiert die Vorheizzone 9,
in der die Platine vorgeheizt wird. Die Vorheizeinheit 2 ist
in der Vorheizkammer 19 in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
enthalten, obwohl die vorliegende Erfindung nicht auf ein solches
Ausführungsbeispiel
beschränkt
ist. Die Vorheizzone 2 kann außerhalb der Vorheizkammer 19 angeordnet
sein. Die Vorheizeinheit ist nicht notwendigerweise bei der Durchführung der
vorliegenden Erfindung erforderlich, wobei das Vorsehen der Vorheizzone 2 aber
bevorzugt ist. Die Lötmaterialzuführkammer 16 befindet
sich oberhalb der Lötmaterialzuführeinheit 3 und
definiert die Lötmaterialzuführzone 6,
in der das Lötmaterial
im geschmolzenen Zustand über
die Lötwellendüsen 4 und 5 der
Platine zugeführt wird.
Die Vorheizzone 9 und die Lötmaterialzuführzone 6 gemäß vorstehender
Beschreibung weisen vorzugsweise teils Atmosphären mit hoher Temperatur auf,
so dass sie nicht notwendigerweise definitiv getrennt gebildet sein
müssen.
Somit müssen
die Vorheizkammer 19 und die Lötmaterialzuführkammer 16 (und
somit die darin befindlichen Atmosphären) nicht notwendigerweise
strikt getrennt sein. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Vorheizkammer 19 und
die Lötmaterialzuführkammer 16 ohne
eine Trennwand verbunden und somit sind die jeweiligen darin enthaltenen
Atmosphären
auch verbunden. Die vorliegende Erfindung ist aber nicht auf ein
solches Ausführungsbeispiel
beschränkt,
die Vorheizkammer 19 und die Lötmaterialzuführkammer 16 können so
gebildet sein, dass die jeweiligen Atmosphären darin zu einem gewissen
Grad getrennt sind.
-
Die
Kühlkammer 17 definiert
die Kühlzone 7,
die die Platine positiv oder zwangsweise in einer Kühleinheit
kühlt,
um das an der Platine anhaftende Lötmaterial schnell zu kühlen und
zu verfestigen. Für
eine solche Kühlung
umfasst die Kühl kammer 17 die
Kühleinheit
(nicht gezeigt), die die Platine in der Kühlzone 7 als deren
innerer Raum der Kühlkammer 17 kühlen kann.
Die Kühleinheit
kann in der Kühlkammer 17 enthalten oder
mit dieser verbunden sein. Als Kühleinheit
kann jedes geeignete Gerät
verwendet werden, solange das Lötmaterial
schnell gekühlt
(oder abgeschreckt) wird. So kann beispielsweise eine Einheit mit
(einer) Düse(n) verwendet
werden, die ein Gas als Kühlmittel
ausstößt. Konkret
ist es unter Bezugnahme auf 1(b),
in der eine vergrößerte Seitenansicht
der Platine 13 im Inneren der Kühlkammer 17 schematisch
gezeigt ist, möglich, eine
Einheit zu verwenden, die eine Vielzahl von oberhalb und unterhalb
einer Transferlinie (als gestrichelte Linie dargestellt) der Platine 13 angeordnete
Düsen 12 aufweist,
und die so aufgebaut ist, dass das Gas durch die Düsen 12 gemäß der Darstellung
mit den Pfeilen von dessen Quelle außerhalb der Kühlkammer 17 mittels einer
ebenfalls außerhalb
der Kühlkammer 17 angeordneten
Pumpe (oder einem Gebläse)
ausgestoßen
wird. Die Düsen 12 stoßen vorzugsweise
ein Gas mit niedriger Temperatur in Richtung der Platine 13 aus,
so dass die Platine 13 durch die Gaskühlung gekühlt wird. Die Anordnung der
Düse(n) 12 in
der Kühlkammer 17 ist nicht
in bestimmter Weise eingeschränkt,
solange die Platine 13 in der Kammer 17 so gekühlt wird,
dass eine schnelle Kühlung
zur Verfestigung des gesamten Lötmaterials
erreicht wird. Die Düsen
sind nicht immer auf beiden Seiten der Transferlinie vorgesehen,
und sie können
auf einer Seite sein. Die Kühleinheit
ist nicht auf eine solche mit der (den) vorstehend beschriebenen
Düse(n)
beschränkt,
und eine andere Kühleinheit
kann eingesetzt werden, die ein Kontaktieren eines Gases oder einer
Flüssigkeit
oder einer Kombination dieser mit der Platine erlaubt, um die Platine
zu kühlen,
wodurch das Lötmaterial
schnell gekühlt
wird.
-
Beispielsweise
kann die zur Kühlung
der Platine verwendbare Kühleinheit
das Gas mit niedriger Temperatur in der Kühlkammer 17 so zuführen, dass
die Temperatur der Atmosphäre
der Kühlzone 7 auf
einer beträchtlich
niederen Temperatur gehalten wird (wie beispielsweise eine Temperatur
im Bereich zwischen –20 und
30°C), wodurch
die Platine (genauer gesagt das an der Platine anhaftende Lötmaterial)
schnell gekühlt wird.
In diesem Falle muss das Gas mit niedriger Temperatur nicht auf
die Platine gerichtet werden.
-
Vom
Standpunkt des thermischen Wirkungsgrads ist es ausreichend, dass
die Lötmaterialzuführkammer 16 und
die Kühlkammer 17 Atmosphären in ihrem
Inneren zumindest zu einem Grad definieren, dass eine ausreichende
Benetzung der Durchgangslochoberfläche mit dem Lötmaterial
bzw. Kühlung
der Platine in wirksamer Weise in diesen Kammern bereitgestellt
ist. Es sollte angemerkt werden, dass die Atmosphären in der Lötmaterialzuführkammer 16 und
der Kühlkammer 17 nicht
notwendigerweise getrennt sein müssen.
-
Nachfolgend
wird der Schwalllötprozess
gemäß der vorliegenden
Erfindung unter Verwendung der Schwalllötvorrichtung 20 in 1(a) beschrieben.
-
Die
Platine wird zuerst der Vorbehandlung durch Zuführen eines Flussmittels zu
einer unteren Oberfläche
der Platine mittels eines Flussmittelzerstäubers unterzogen. (Ein) elektronische(s)
Bauteil(e) wird vorab auf einer solchen Platine angeordnet mit (einem)
von einer oberen Oberflächenseite
der Platine durch eine Durchgangsöffnung hindurchgeführte(n/m)
Anschluss (Anschlüssen)
des elektronischen Bauteils.
-
Eine
solche Platine wird in die Schwalllötvorrichtung 20 gemäß 1(a) eingeführt, während die
obere Oberfläche,
auf der das elektronische Bauteil angeordnet ist, nach oben gerichtet
ist (bezüglich
der Zeichnung), und wird mechanisch durch die Vorheizkammer 19,
die Lötmaterialzuführkammer 16 und
die Kühlkammer 17 der
Schwalllötvorrichtung 20 in
Richtung des Pfeils 1 entlang der Transferlinie (dargestellt
durch die gestrichelte Linie) mittels einer Fördereinrichtung mit im Wesentlichen
konstanter Geschwindigkeit mechanisch transportiert. In der Schwalllötvorrichtung 20 wird
die Platine durch die Vorheizeinheit 2 in der Vorheizzone 9 auf
ungefähr
150 bis 160°C
erhitzt (oder vorerhitzt), deren Atmosphäre aus atmosphärischer
Luft und vorzugsweise Stickstoffgas besteht. Wird die Platine zu
gegebener Zeit in die Lötmaterialzuführzone 6 befördert, so
wird das zuvor erhitzt und geschmolzene Lötmaterial (nicht gezeigt) mittels
der Lötmaterialzuführeinheit 3 von
der Unterseite der Platine über
die primäre
Wellendüse 4 und
die sekundäre
Wellendüse 5 in
Form der primären
bzw. sekundären
Wellen der Platine zugeführt.
Es ist ersichtlich, dass ein solches Zuführen des Lötmaterials im Wesentlichen übereinstimmt
mit dem vorgenannten Schwalllötprozess,
der als herkömmlicher Prozess
beschrieben wurde.
-
Nach
dem Aufbringen des geschmolzenen Lötmaterials an den vorbestimmten
Abschnitten der Platine gemäß vorstehender
Beschreibung, befindet sich die Platine in der Kühlzone 7, während sie
von der Lötmaterialzuführkammer 16 in
die Kühlkammer 17 transportiert
wurde. In der Kühlzone 7 wird
die Platine durch Stickstoffgaskühlung
durch Einblasen des Stickstoffgases mit einer niedrigen Temperatur
in Richtung der Platine schnell abgekühlt, so dass das Lötmaterial
zur Verfestigung schnell gekühlt
wird. Die Abkühlrate
des Lötmaterials
beträgt
vorzugsweise nicht weniger als 200°C/min und kann beispielsweise
ungefähr
200 bis 500°C/min und
vorzugsweise ungefähr
300 bis 500°C/min
betragen. Es wird angemerkt, dass die Platine durch eine andere
Gaskühlung
(wie beispielsweise Luftkühlung,
bei der eine Tieftemperaturluft (atmosphärische Luft) in Richtung der
Platine geblasen wird), die Flüssigkühlung (wie
beispielsweise Wasserkühlung,
bei der ein zirkulierendes Wasser mit einer niedrigen Temperatur
die Platine kontaktiert) gekühlt
werden kann, während
beliebige geeignete Kühleinheiten
in vorstehend beschriebener Weise verwendet werden können.
-
Als
Resultat der positiven Kühlung
der Platine unter Verwendung der vorstehend beschriebenen Kühleinheit
verfestigt sich das Lötmaterial
zur Bildung eines Fillets, das den Anschluss des elektronischen
Bauteils elektrisch und physikalisch mit der auf der Platine gebildeten
Anschlussfläche
verbindet. Die so hergestellte elektronische Schaltungsplatine wird
weiter aus der Kühlkammer 17 heraustransportiert,
um sie aus der Vorrichtung 20 zu entfernen. Wie vorstehend
beschrieben, kann eine elektronische Schaltungsplatine hergestellt werden,
bei der (das) elektronische Bauteil(e) an die Platine gelötet wurde(n).
-
Gemäß dem vorgenannten
Ausführungsbeispiel
wird ein Auftreten des Lift-Off-Phänomens wirksam unterdrückt, da
die Zeitdauer der Verfestigung des Lötmaterials verkürzt ist.
Des Weiteren wird eine mechanische Festigkeit des aus dem Lötmaterial
bestehenden Verbindungsabschnitts (d. h. des Fillets) erhöht, da in dem
verfestigten Lötmaterial
(d. h. dem Fillet) feinere Metallphasen gebildet werden.
-
Es
folgt eine Beschreibung des Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung wird. In diesem Ausführungsbeispiel erfolgt der
Schwalllötprozess
unter Verwendung einer Schwalllötvorrichtung 30 gemäß der vorliegenden
Erfindung, wie in 2 gezeigt.
In der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf das zweite
Ausführungsbeispiel,
wird die mit dem vorgenannten ersten Ausführungsbeispiel im Wesentlichen
identische Beschreibung weggelassen.
-
Die
Schwalllötvorrichtung 30 ähnelt der
in 1(a) gezeigten Schwalllötvorrichtung 20,
die in Verbindung mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben
wurde, mit Ausnahme, dass die Schwalllötvorrichtung 20 in
dem ersten Ausführungsbeispiel
dahingehend modifiziert wurde, dass eine Konditionierungskammer 18 vorgesehen
ist, die zu dem zweiten Ausführungsbeispiel
führt.
Die Konditionierungskammer 18 bildet eine Konditionierungszone 8. Ähnlich der
Lötmaterialzuführkammer 16 ist
es aus Sicht des thermischen Wirkungsgrads ausreichend, dass die
Konditionierungskammer 18 in ihrem Inneren eine Atmosphäre zumindest
zu einem solchen Grad definiert, dass die Platine wirksam erhitzt
wird oder optional ein Wärmeverlust
der Platine wirksam verhindert wird. Es sollte angemerkt werden,
dass die Atmosphäre
der Konditionierungskammer 16 von einer anderen Atmosphäre mit einer
hohen Temperatur, wie beispielsweise die Atmosphäre der Lötmaterialzuführkammer 16,
nicht notwendigerweise vollständig
getrennt ist. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Atmosphäre der Konditionierungskammer 18 zu
einem gewissen Grad von der der Lötmaterialzuführkammer 16 getrennt,
wobei diese beiden Kammern aber unter Berücksichtigung des thermischen
Wirkungsgrads optional zur Bildung einer einzelnen Kammer integriert
sein können.
-
Bei
dem Schwalllötprozess
unter Verwendung einer solchen Schwalllötvorrichtung 30 wird
die Platine in die Konditionierungszone 8 verbracht durch
Transport von der Lötmaterialzuführkammer 16 zu
der Konditionierungskammer 18 nach der Zuführung des
Lötmaterials
zu der Platine in der Lötmaterialzuführzone 6, ähnlich dem
ersten Ausführungsbeispiel.
Die Konditionierungszone 8 weist eine Atmosphäre auf,
deren Temperatur vorzugsweise nicht geringer ist als der Schmelzpunkt
des Lötmaterials
und geringer ist als die Wärmeresistenztemperatur
des elektronischen Bauteils, z. B. ungefähr 220 bis 230°C, um sicherzustellen,
dass sich das an der Platine anhaftende Lötmaterial im vollständig geschmolzenen
Zustand befindet. Die Atmosphäre der
Konditionierungszone kann aus Luft und vorzugsweise aus Stickstoffgas
bestehen.
-
Danach
wird die Platine von der Konditionierungskammer 18 in die
Kühlkammer 17 transportiert,
um in der Kühlzone
platziert zu werden, wo sie gemäß der Beschreibung
in dem ersten Ausführungsbeispiel
gekühlt
wird. Als Resultat verfestigt sich das Lötmaterial zur Bildung des Fillets,
so dass der Anschluss des elektronischen Bauteils und die auf der
Platine gebildete Anschlussfläche
elektrisch und physikalisch durch das Fillet verbunden werden. Somit
kann eine elektronische Schaltungsplatine hergestellt werden, bei
der (das) elektronische Bauteil(e) an die Platine gelötet wurde(n).
-
Gemäß dem zweiten
Ausführungsbeispiel
werden der Temperaturunterschied in dem Lötmaterial innerhalb der jeweiligen
Verbindungsabschnitte, die gerade verfestigt werden, und auch der
Temperaturunterschied in dem sich verfestigenden Lötmaterial über der
gesamten Platine (d. h. die gesamte Temperaturdifferenz des Löt materials)
verkleinert (oder verschmälert),
so dass die Schwankung der Anfangstemperatur des Lötmaterials
beim Beginn der schnellen Kühlung
und auch die Schwankung der für
die vollständige
Verfestigung des Lötmaterials
erforderlichen Zeitdauer verkleinert werden können. Daher kann ein Auftreten
des Lift-Off-Phänomens weiter
unterdrückt
werden.
-
BEISPIELE
-
In
dem Schwalllötprozess
wurde ein Einfluss der Abkühlrate
des Lötmaterials
auf das Auftreten des Lift-Off-Phänomens untersucht. Es wurden
elektronische Schaltungsplatinen unter verschiedenen Bedingungen
des Schwalllötprozesses
hergestellt, während
die vorstehend unter Bezugnahme auf das erste und zweite Ausführungsbeispiel
erläuterte
Schwalllötvorrichtung
verwendet wurde.
-
Die
verwendeten verschiedenen Bedingungen sind in der nachstehenden
Tabelle 1 aufgelistet. Bezug nehmend auf Tabelle 1 entsprechen die
Beispiele 1 bis 4, bei denen die Kühlzone ohne eine Konditionierungszone
verwendet wurde, dem Schwalllötprozess
und -vorrichtung gemäß dem Stand
der Technik. Andererseits entsprechen die Beispiele 5 bis 8, bei
denen sowohl die Kühlzone
als auch die Konditionierungszone (d. h. die Kühlkammer und die Konditionierungskammer)
verwendet wurden, dem Schwalllötprozess
und -vorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung. In allen Beispielen wurde ein auf Sn-Ag-Bi basierendes
Material (Schmelzpunkt (S. P.): ungefähr 215°C) als das bleifreie Lötmaterial
verwendet.
-
-
Elektronische
Schaltungsplatinen wurden anhand der Durchführung des Schwalllötens hergestellt, während das
Gas in den entsprechenden Beispielen 1 bis 8 mit einer vorbestimmten
Temperatur mit einer vorbestimmten Flussrate eingeblasen wurde,
um Kühlraten
des Lötmaterials
von 50, 100, 200, 300, 400 und 500°C/min zu erreichen, und die
Häufigkeitsraten
des Lift-Off-Phänomens
bei der Herstellung der elektronischen Schaltungsplatinen wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 2 gezeigt.
-
Tabelle
2: Häufigkeitsrate
des Lift-Off-Phänomens
-
Wie
aus Tabelle 2 ersichtlich ist, war bei allen Bedingungen die Häufigkeitsrate
des Lift-Off-Phänomens
bei erhöhter
Abkühlrate
gering. Es wurde bestätigt,
dass die Häufigkeitsrate
des Lift-Off-Phänomens beim
schnellen Abkühlen
des Lötmaterials
in dem Schwalllötprozess
gemäß der vorliegenden
Erfindung wirksam verringert werden kann, und insbesondere in dem
Fall, bei dem die Abkühlrate
des Lötmaterials
nicht weniger als 200°C/min
beträgt.
-
Des
Weiteren kann unter Bezugnahme auf Tabelle 2 und Vergleich der Häufigkeitsraten
des Beispiels 1 unter ausschließlicher
Verwendung der Kühlzone
mit denen der Beispiele 3, 5 und 7 unter Verwendung der Kühlzone und
der Konditionierungszone (wobei die Temperaturen in der Konditionierungszone
150, 220 bzw. 240°C
betragen) entnommen werden, dass die Häufigkeitsraten der Beispiele
3, 5 und 7 kleiner waren als die des Beispiels 1, wobei in allen
Beispielen das Schwalllöten
in Luft durchgeführt
wurde. Es konnte erwartet werden, dass im Beispiel 3, bei dem die
Atmosphärentemperatur
der Konditionierungszone geringer war als der Schmelzpunkt des verwendeten
Lötmaterials
(ungefähr
215°C),
unter den Beispielen 3, 5 und 7 das an der Platine anhaftende Lötmaterial
sich nicht zu verfestigen begann, so dass es beim Verlassen der
Konditionierungszone im Wesentlichen im geschmolzenen Zustand gehalten
wurde. Es sollte beachtet werden, dass dann, wenn die Temperatur
der Atmosphäre
der Konditionierungszone niedriger ist als der Schmelzpunkt des Lötmaterials,
die Frage ob das an der Platine anhaftende Lötmaterial im geschmolzenen
Zustand gehalten wird oder nicht, abhängig ist beispielsweise von
der Temperatur des der Platine zuzuführenden Lötmaterials, einer Geschwindigkeit,
mit der die Platine transportiert wird, einer Länge der Konditionierungszone
usw., so dass die Atmosphärentemperatur
von 150°C
der Konditionierungszone das Lötmaterial
nicht immer im geschmolzenen Zustand halten kann. Darüber hinaus
ergibt sich beim Vergleich der Ergebnisse der Beispiele 3, 5 und
7, dass die Häufigkeitsrate
des Lift-Off-Phänomens
bei erhöhter
Temperatur der Atmosphäre
der Konditionierungszone geringer war. Insbesondere im Falle der
Beispiele 5 und 7, bei denen die Temperaturen der Konditionierungszone
höher waren
als der Schmelzpunkt des auf Sn-Ag-Bi basierenden Materials als
das bleifreie Lötmaterial
(d. h. 215°C),
war die Häufigkeitsrate
des Lift-Off-Phänomens
durch die Abkühlrate
des Materials von ungefähr
200°C/min
oder mehr auf 8% oder weniger verringert. Dies könnte daran liegen, dass das Passieren
durch die Konditionierungszone, deren Atmosphärentemperatur nicht geringer
ist als der Schmelzpunkt des Lötmaterials,
sicherstellt, dass das Lötmaterial
im geschmolzenen Zustand gehalten wird.
-
Des
Weiteren kann entnommen werden, dass die Häufigkeitsraten der Beispiele
2, 4, 6 und 8 kleiner waren als die der Beispiele 1, 3, 5 bzw. 7,
wobei die Bedingungen der Beispiele 2, 4, 6 und 8 im Wesentlichen übereinstimmten
mit denen der Beispiele 1, 3, 5 bzw. 7, mit Ausnahme der Atmosphäre, unter
der das Schwalllöten
durchgeführt
wurde (d. h. Luft gegenüber
Stickstoff). Mit anderen Worten kann die Häufigkeitsrate des Lift-Off-Phänomens weiter
verringert werden durch Ausführen
des Schwalllötens
in der Stickstoffgasatmosphäre
im Vergleich zum Ausführen
des Schwalllötens
in Luft.
-
Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Prozess des Schwalllötens bereitgestellt, bei dem
das bleifreie Lötmaterial
verwendet wird und durch den das Auftreten des Lift-Offs wirksam
unterdrückt
wird. Es wird auch die Vorrichtung zum Durchführen des Prozesses bereitgestellt.
-
Die
Bezugszeichen in den Zeichnungsfiguren bezeichnen die folgenden
Elemente.
-
- 1
- Pfeil
(Transferrichtung der Platine)
- 2
- Vorheizeinheit;
- 3
- Lötmaterialzuführeinheit;
- 4
- primäre Wellendüse;
- 5
- sekundäre Wellendüse;
- 6
- Lötmaterialzuführzone;
- 7
- Kühlzone;
- 8
- Konditionierungszone;
- 9
- Vorheizzone;
- 12
- Düse (Teil
einer Kühleinheit);
- 13
- Platine;
- 16
- Lötmaterialzuführkammer;
- 17
- Kühlkammer;
- 18
- Konditionierungskammer;
- 19
- Vorheizkammer;
und
- 20
und 30
- Schwalllötvorrichtung.