-
Abkanten und Formen von Holzabsätzen Zum Fräsen von Holeabsätzen dienen
Einspannvorrichtungen, mit deren Hilfe das Werkstück an die Fräser herangebracht
und an umlaufenden Messern, gegebenenfalls unter Verwendung von Schablonen, vorbeibewegt
wird.
-
Die in diesen bekannten Maschinen hergestellten Holzabsätze erhalten
auf einem Teil ihres Umfanges eine Wölbung von nahezu elliptischem Querschnitt,
während die vordere Stirnfläche zwar geschweift, aber eben ist und die zum Befestigen
des Fleckes dienende Oberfläche etwa die Form einer halben Ellipse mit scharfen
Ecken hat (Fig. i).
-
Die neue Absatzform, wie sie vor allem bei Damenschuhen jetzt üblich
ist, verlangt für den Fleck und den Querschnitt des unteren Absatzes eine Nierenform
(Fig. a). Die ebene geschweifte Vorderfläche wird gleichfalls in die nierenförmige
Querschnittsform übergeführt, deren längere Durchmesser zum großen Durchmesser der
Umfangsellipse senkrecht steht.
-
Um diese Form zu erzielen, müssen die auf den bekannten Fräsmaschinen
mit der üblichen Einspannvorrichtung hergestellten Holzabsätze nach Fig. i an den
Kanten abgefräst werden. Das ist aber auf den üblichen Maschinen nicht möglich,
weil der Absatz senkrecht eingespannt mit der Oberfläche oben- bzw. unterliegend
an den Fräsmessern vorbeibewegt wird und die Längsachsen der beiden Querschnitte
zueinander senkrecht liegen. Um der Oberfläche für den Fleck und den anschließenden
Kanten und Übergängen die Nierenform zu geben, war es bisher notwendig, dieses Abkanten
und Abfräsen von Hand auszuführen, d. h. jeder einzelne Absatz mußte für sich eingespannt
und an den Kanten durch Handwerkzeuge abgeschliffen oder abgefräst werden. Da ein
guter Arbeiter mit Hilfe der bisherigen Vorrichtungen täglich bis etwa 6oo Absätze
und mehr in der Form nach Fig. i herstellen kann, bedeutet die Notwendigkeit, jeden
einzelnen Absatz nachher von Hand bzw. durch Handv erkzeuge abzukanten und zu formen,
eine weitgehende Verzögerung und Verteuerung. .
-
Die Erfindung bezweckt hier Abhilfe zu schaffen. Sie bezieht sich
auch auf eine Einspann- und Führungsbank, die als Hilfsmaschine die von den bisherigen
Einspann-und Fräsvorrichtungen abgenommenen vorgefrästen Absätze nach Fig. i aufnehmen
und abfräsen kann. Auf diese Weise kann das Bearbeiten zur Erzielung des nierenförmigen
Ouerschnittes und der nierenförmigen Fleckfläche mit dem Arbeitsgang auf den vorhandenen
Fräsmaschinen Schritt halten und ohne wesentliche Betriebskosten der Absatz wie
bisher ganz auf maschinellem Weg auch in der neuen Form hergestellt werden.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Einspann- und Führungsbank gemäß der Erfindung
ist auf der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. 3 eine Draufsicht auf
die Einspann-und Führungsbank mit eingespanntem Ab-
Satz, wobei
der Fräser und die Walze zum Führen der Schablone gestrichelt dargestellt sind,
-Fig.4 eine Stirnansicht der Darstellung nach Fig.3 und Fig. 5 die Einspannscheibe
in Einzeldarstellung und Draufsicht.
-
Auf einer, um den Zapfen a auf der Werkbank b schwenkbaren Bodenplatte
c, die im Ausführungsbeispiel auf der linken Hälfte abgesetzt ist (Fig.4), wird
zwischen einer Einspannscheibe d und der verschiebbaren Spindel o das Werkstücke
eingespannt.
-
Die Einspannscheibe d sitzt auf einer waagerecht verschiebbaren, in
den Lagern g und la ruhenden Achse i. Wie bereits erklärt, muß der Absatz
nach zwei Richtungen gegenüber dem auf der Werkbank ortsfesten Fräser bewegt werden.
Daher ist an geeigneter Stelle, im Ausführungsbeispiel neben der Einspannscheibe,
eine Schablone h für die Tiefenwirkung auf der Achse auswechselbar angebracht. Die
Achsei trägt hier eine Kopfscheibe ü, und an dieser Kopfscheibe wird die unrunde
Schablone k angeschraubt. Zwischen den beiden Lagern g und h ist eine einstellbare
lotrechte Platte l aufgestellt, durch welche die Achse i frei hindurchgeführt ist.
Auf dieser Platte ist auswechselbar - eine Kurven- oder Kammführung h befestigt.
Auf der Achse i sitzt eine einstellbare Büchse m fest verschraubt, die mit
einer Gleitrolle na' gegen die Kurvenbahn 11 anliegt. Hinter der Platte l
ist zur Versteifung eine Platte n vorgesehen, in der eine Stellschraube n1 sitzt,
die eingestellt gegen die Platte l anliegt (Fig. 4).
-
Die Einspannscheibe d ist schwenkbar um den Zapfen dl gelagert und
sitzt im Ausführungsbeispiel an der Kopfplatte il der Achse i, an der auch die Schablone
k befestigt ist.
-
Die mit ihrer Spitze in den Absatz eingesetzte Spindel o ist in einem
einstellbaren, auf der Bodenplatte befestigten kräftigen Block p gelagert. Die Spindel
ist abgesetzt und von einer kräftigen Schraubenfeder o1 umgeben, die innerhalb des
Blockes oder Gehäuses p die Spindel gegen die Einspannscheibe d zu schieben sucht.
An einem Arm q, der um den Zapfen q1 schwenkbar am Gestell befestigt ist, ist ein
Handhebel q2 angelenkt, der seinerseits gelenkig mit der Spindel o verbunden ist.
Im Ausführungsbeispiel ist die Spindel o am hinteren Ende mit Gewinde versehen,
auf dem eine Mutter o2 einstellbar ist, und der Hebel ist durch einen Zapfen o3
an der Mutter und damit an der Spindel verzapft. Durch das Ausschwenken des Hebels
q2 in Pfeilrichtung wird die Spindel o hin und her bewegt und je nach der Drehrichtung
in den auf die Einspannscheibe d gesetzten Holzabsatz bzw. in das Werkstück eingesetzt
oder letzteres wird ausgelöst. Der Hebel q2 ist nach dem Werkstück zu abgekröpft
und der Block auf der Bodenplatte seitlich einstellbar. Die kräftige Feder o1 sucht'
die Spindel gegen die Einspannscheibe d zu schieben und drückt dabei gleichzeitig
die Achse i mit ihrer Gleitrolle ml auf die Kurvenbahn h. Das rechte Ende der durchgehenden
Achse i trägt eine Kurbel r. Zwischen der Kurbel und dem Lager h kann eine schwache
Feder angeordnet sein, die in der Ruhelage, wenn das Werkstück ausgespannt ist,
die Gleitrolle auf der Kurvenbahn hält. Da die Neigung der Oberfläche oder Grundfläche
des Absatzes verschieden ist, ist die Einspannscheibe d, wie bereits erwähnt, an
dem Kopf der Achse i bei dl verzapft und schwenkbar befestigt. Das Feststellen in
der eingestellten Läge geschieht durch die beiden Schrauben u und asl, die in der
Kopfplatte il einstellbar sind.
-
Der Holzabsatz könnte auf der Einspannscheibe d zwischen Spannkloben
eingespannt werden. Es genügt aber, wie in Fig. 5 gezeigt, zwei einstellbare Spannstücke
d2 und d3 in Schlitzen oder Führungen der Einspannscheibe, die zueinander senkrecht
angeordnet sind, zu befestigen. Die beiden Spannstücke d= und d3 können mit Hilfe
von Stellschrauben d4 und d' in den Schlitzen festgehalten werden und bilden einen
Winkel. Da der Holzabsatz an der Oberfläche x, die zur Aufnahme des Fleckes bestimmt
ist, wenn er aus der bekannten dem Fräsen dienenden Einspannvorrichtung kommt, bereits
einen Körnereinschlag hat, genügt es, den Absatz mit seiner Bodenfläche zwischen
die beiden Anschläge d2 und d3 einzusetzen, wobei mit Hilfe des Handhebels q2 zunächst
die Spindel o zurückgeholt wird. Hierauf wird die Spindel mit -ihrer Spitze in diese
Körneröffnung der Oberfläche für den Fleck eingesetzt, und damit ist der vorgefräste
Absatz genau eingespannt. Dem Absatz und dieser Einspannbank benachbart ist in der
Werkbank ein Fräserkopf mit den Fräsmessern s vorgesehen, der in der üblichen Weise
durch einen Elektromotor o. dgl. angetrieben wird. Neben dem ortsfest umlaufenden
Fräser ist eine Gleitrolle oder Walze t gelagert, gegen welche die unrunde Schablone
k sich anlegen kann.
-
Die Einspann- und Führungsbank ist auf dem an der Werkbank- festsitzenden
Bolzen a in waagerechter Ebene schwenkbar, und ihre Bodenplatte ruht auf der Ebene
der Werkbank. Gewünschtenfalls können unter der Bodenplatte c in der Werkbank Gleitrollen
angeordnet sein, um das Verschieben zu erleichtern. Das freie Ende mit dem Handhebel
q2 ragt, wie besonders aus Fig. 4 ersichtlich, frei über.die Werkbank b hinweg.
Hat
der Arbeiter den vorgefrästen Absatz nach Fig. i, wie bereits beschrieben, eingesetzt,
so schiebt er mit Hilfe des Handhebels q= die ganze Einspann- und Führungsbank gegen
die Walze t, wobei sich das Werkstück in den Bereich des umlaufenden Fräsers s bewegt.
Wird nun mit Hilfe der Kurbel r die Achse i
gedreht, so wird der Absatz
einerseits durch die Kurvenbahn h mit Hilfe der Rolle mi seitlich an den Messern
entlang geschoben. Gleichzeitig wird durch die unrunde Schablone k die Tiefe, mit
der die Messer die Kanten und die anschließenden Seitenflächen bearbeiten, begrenzt
bzw. beeinflußt, und der Absatz erhält nach einmaliger Umdrehung der Kurbel r die
in Fig. 2 veranschaulichte Nierenform. Dank der Einstellbarkeit und Auswechselbarkeit
der Schablone k und der Kurvenbahn h besteht die Möglichkeit, Absätze sehr verschiedener
Form und Größe mit dieser Einspann- und Führungsbank abzukanten.