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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Säugetier-Zellkultursystem und
ein Verfahren zur Bestimmung der Aktivität von Hepatitis C-Virus (HCV)-NS3-Protease und deren
Hemmung. Insbesondere betrifft die Erfindung ein rekombinantes Molekül, ein transfiziertes
Wirtssäugetier-Zelltestsystem
und ein Verfahren zur Messung der NS3-Protease-Aktivität und deren
Hemmung durch als in Frage kommende anti-HCV-Verbindungen.
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Hintergrund der Erfindung
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Hepatitis
C-Virus (HCV) ist weltweit der hauptsächliche Erreger von durch Transfusion
und Ansteckung erworbener Nicht-A-Nicht-B-Hepatitis. Man schätzt, dass
mehr als 100 Millionen Personen weltweit mit dem Virus infiziert
sind. Ein hoher prozentualer Anteil der Virusträger erleidet eine chronische
Infektion, wobei sich bei zahlreichen Personen eine chronische Lebererkrankung,
die sogenannte chronische Hepatitis C, entwickelt. Bei dieser Gruppe
besteht wiederum ein hohes Risiko für ernste Leberkrankheiten,
wie Leberzirrhose, hepatozelluläres
Karzinom und zum Tode führende
terminale Leberkrankheiten. Der Mechanismus, gemäß dem HCV die virale Persistenz
ermöglicht
und einen hohen Anteil von chronischen Leberkrankheiten verursacht,
ist noch nicht vollständig
aufgeklärt.
Es ist nicht bekannt, wie HCV mit dem Wirtsimmunsystem in Wechselwirkung
tritt und diesem entkommt. Ferner müssen die Rollen von zellulären und
humoralen Immunantworten beim Schutz gegen HCV-Infektionen und -Krankheiten
noch ermittelt werden.
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Es
wurden verschiedene klinische Studien mit dem Ziel durchgeführt, pharmazeutische
Verbindungen zu identifizieren, die zur wirksamen Behandlung von
HCV-Infektionen bei Patienten, die von chronischer Hepatitis C betroffen
sind, befähigt
sind. Diese Studien beinhalteten die Verwendung von Interferon-alpha
allein und in Kombination mit anderen antiviralen Mitteln, wie Ribavirin.
Derartige Studien haben gezeigt, dass eine wesentliche Anzahl der
Teilnehmer auf diese Therapien nicht reagiert und dass unter den
Personen, die eine günstige
Reaktion zeigen, ein großer
Anteil nach Beendigung der Behandlung einen Rückfall erleidet. Bisher gibt
es keine breit wirksamen antiviralen Verbindungen zur Behandlung
einer HCV-Infektion.
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HCV
ist ein mit einer Hülle
versehenes positiv-strängiges
RNA-Virus der Familie Flaviviridae.
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Das
einzelsträngige
HCV-RNA-Genom weist eine Länge
von annähernd
9 500 Nucleotiden auf und besitzt einen einzigen offenen Leseraster
(ORF), der für
ein einziges, großes
Polyprotein mit etwa 3 000 Aminosäuren kodiert. In infizierten
Zellen wird dieses Polyprotein an zahlreichen Stellen durch zelluläre und virale Proteasen
zu strukturellen und nicht-strukturellen (NS)-Proteinen gespalten.
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Die
strukturellen Proteine (C, E1, E2 und E2-p7) umfassen Polypeptide,
die das Virus-Teilchen darstellen. Die nicht-strukturellen Proteine
(NS2, NS3, NS4A, NS4B, NS5A, NS5B) kodieren für Enzyme und akzessorische
Faktoren, die die Replikation des HCV-RNA-Genoms katalysieren und
regulieren. Die Prozessierung der strukturellen Proteine wird durch
Wirtszellproteasen katalysiert. Die Erzeugung der reifen, nicht-strukturellen
Proteine wird durch zwei viral kodierte Proteasen katalysiert. Beim
ersten handelt es sich um die von Zink abhängige NS2-3-Metalloprotease,
die die Freisetzung des NS3-Proteins aus dem Polyprotein autokatalysiert. Das
freigesetzte NS3 enthält
eine Serinprotease-Domäne am N-Terminus
und katalysiert die übrigen
Spaltungen vom Polyprotein. Das freigesetzte NS4A-Protein übt mindestens
zwei Funktionen aus. Erstens bildet es einen stabilen Komplex mit
dem NS3-Protein und unterstützt
die Membranlokalisierung des NS3/NS4A-Komplexes (Kim et al., 1999)
und zweitens wirkt es als Kofaktor für die NS3-Protease-Aktivität. Dieser
membranassoziierte Komplex katalysiert wiederum die Spaltung der übrigen Stellen
am Polyprotein, wodurch es die Freisetzung von NS4B, NS5A und NS5B
bewirkt. Das C-terminale Segment des NS3-Proteins besitzt auch Nucleosid-triphosphatase-
und RNA-Helicase-Aktivität. NS5B
ist eine RNA-abhängige
RNA-Polymerase, die an der Replikation von HCV beteiligt ist.
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Die
N-terminalen 180 Aminosäuren
des NS3-Proteins stellen eine trypsinartige Serinprotease dar, die als
ersten Schritt die Selbstspaltung von NS3/4A vermittelt. Der membranassoziierte
NS3/4A-Komplex spaltet ferner die NS4A/4B-, NS4B/5A-, und NS5A/NS5B-Verbindungsstellen
unter Freisetzung der viralen Enzyme, die als wesentlich für die virale
Replikation gelten. Die Komplexierung von NS3/NS4A stellt einen
wichtigen Schritt in der anschließenden Folgeprozessierung des
Polyproteins dar. Das NS3-Protein stellt das am gründlichsten
charakterisierte HCV-Protein dar. Es wurden kinetische Parameter
für die
Spaltung sämtlicher
Prozessierungsstellen beschrieben. Sowohl die N-terminale Protease-Domäne als auch
die C-terminale Helicase-Domäne
wurden unabhängig
voneinander kristallisiert und es existieren für diese Strukturen hochauflösende dreidimensionale
Modelle.
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Die
NS3-Protease-Aktivität
stellt ein attraktives Ziel für
die Auffindung von Arzneistoffen dar. Enzymatische Studien haben
gezeigt, dass Peptide auf der Basis des N-terminalen Produkts der
NS5A/5B-Spaltungsstelle kompetitive Inhibitoren des Enzyms darstellen.
Diese Peptide dienten als wertvoller Ausgangspunkt bei Bemühungen der
medizinischen Chemie zur rationalen Konstruktion von NS3-Protease-Inhibitoren
als klinisch wirksamen anti-HCV-Verbindungen.
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Aufgrund
des starken Auftretens von HCV und der Folgen von HCV-Infektionen stellt
das Auffinden von therapeutischen Verbindungen gegen HCV einen wichtigen
Schritt dar. Zu diesem Zweck ist es bei Bemühungen zum Auffinden von Verbindungen
gegen HCV notwendig, Testsysteme zum Screening und zur Auswahl von
anti-HCV-Verbindungen zu entwickeln.
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Bisher
steht kein zweckmäßiges Zellkultur-Replikationssystem
für das
HCV-Virus zur Verfügung. Dieser
Mangel hat das HCV-Inhibitor-Screening weitgehend auf enzymatische
in vitro-Tests und einen indirekten zellbasierten Surrogattest beschränkt (Lohmann
et al., (1999)). Dies bedeutete erhebliche Beschränkungen bei
der Bewertung von potentiellen anti-HCV-Verbindungen in Zellkultur.
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Hirowatari
et al. (1995) beschreiben die Kotransfektion eines ersten Plasmids,
das die NS2/NS3-Domäne
in Fusion mit der NS5A/NS5B-Spaltungsstelle
(Substrat für
NS3) und den Transaktivator Tax 1 enthält, und eines zweiten Plasmids,
das ein Reportergen enthält,
dessen Expression von der Tax 1-Transaktivierung abhängig ist.
Die NS5A/5B-Stelle wird durch die exprimierte NS2- oder NS3-Protease-Aktivität gespalten,
wodurch Tax 1 zur Transaktivierung des Reportergens am zweiten Plasmid
freigesetzt wird. Somit stellt die Menge des exprimierten Reportergens
ein Maß für die proteolytische
NS2- oder NS3-Aktivität
dar. Einer der Nachteile besteht darin, dass dieses System nicht
zwischen den Aktivitäten
der NS2-Metalloprotease und der NS3-Protease unterscheidet. Ferner
ermöglicht
dieses System nicht das Messen der Protease-Aktivität des NS3-Proteins, wenn dieses
mit der NS4A-Domäne
komplexiert ist, einem Komplex, der die Spezifität der Protease verstärkt. Dieser
Test ermöglicht
auch nicht die Messung der Protease-Aktivität in einem System, das der
natürlichen
Umgebung der Polyprotein-Prozessierung sehr nahe kommt. Ein weiterer
Nachteil besteht schließlich
in der Tatsache, dass dieses System halbquantitativ ist und sich
daher nicht für
ein quantitatives Screening mit hohem Durchsatz eignet.
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H.
Overton et al. (1995) berichtet über
eine durch Baculovirus exprimierte HCV-NS3-Aktivität in Insektenzellen.
Eine Reihe von Baculovirus-Konstrukten, die zur Expression von NS3-Protease-Aktivität und verschiedenen
Substraten konzipiert sind, wird beschrieben. Konstrukte, die für partielles
NS2/NS3 und NS3/NS4A/NS4B kodieren, werden in eine Insektenzelllinie
transfiziert. Zusätzliche
virale Konstrukte, die für NS3
bis NS5A und NS5A/5B kodieren, werden allein oder zusammen mit einem
der vorgenannten Konstrukte transfiziert. Die exprimierten und gespaltenen
Produkte werden immunologisch durch Western-Analyse sichtbar gemacht.
Einer der Mängel
in diesem System betrifft die Verwendung einer Insekten-Zelllinie
anstelle einer Säugetier-Zelllinie,
sowie das Erfordernis einer viralen Infektion, ein Ereignis, das
die normalen Funktionen der Zelle zusätzlich stören kann. Dieses System verwendet
ferner das T7-Polymerase-Expressionssystem,
ein System, das für
das erfindungsgemäße System
nicht notwendig ist. Außerdem
erweist sich das Verfahren zum Nachweis der Spaltungsprodukte als
langwierig, schwierig bezüglich
einer genauen quantitativen Aussage und für einen hohen Durchsatz nicht
geeignet.
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Song
et al. (1996) beschreiben ein Protease-Testsystem unter Verwendung
eines lexA-GAL4-Fusionsproteins in Hefe. Die Autoren beschreiben
das Inserieren der NS3-Protease und einer Spaltungsstelle zwischen
die lexA-DNA-Bindungsdomäne und die
transkriptionelle Aktivierungsdomäne von GAL4. Die Spaltung dieser
Stelle durch NS3-Protease macht GAL4 transkriptionell inaktiv, was
dazu führt,
dass die transformierte Hefe nicht nur zur Synthese von β-Galactosidase befähigt ist.
Diesem System fehlt das NS4A und es reproduziert nicht die Prozessierung
im Zusammenhang mit dem HCV-Polyprotein.
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Y.
G. Cho et al. (1997) beschreiben einen Test unter Verwendung des
viralen Sindbis-Replikationssystems. Dieses hybride Viruskonstrukt
kodiert für
die HCV-NS3/NS4A-Proteaseregion, die mit SIN-Kernproteinen durch
die NS4A/NS4B-Spaltungssequenz verknüpft ist. Ein Zusammenbau von
viralen Partikeln in einer Säugetier-Zelllinie
ist von der Prozessierung der NS4A/4B-Spaltungsstelle abhängig. Ein Hauptnachteil dieses Systems
besteht in der Tatsache, dass die HCV-Protease-Aktivität ein chimäres Virus
erzeugt, das zytopathische morphologische Veränderungen in den Zellen herbeiführt. Die
Messung der pH-Veränderung
der Medien stellt bestenfalls einen halbquantitativen Weg zur Messung
dieser Veränderungen
dar. Ein weiterer Nachteil in diesem System besteht darin, dass
das Sindbis-Kernprotein eine natürliche
Serinprotease-Spaltungsstelle enthält, die ähnlich der NS3-Stelle ist,
was eine begrenzte Verwendung dieses Systems zum Screening von potentiellen
Protease-Inhibitoren bedeutet.
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Y.
G. Cho et al. (1998) beschreiben einen Expressionsvektor, der für die NS3/NS4A-Region
und die NS4A/4B-Spaltungsstelle in Fusion mit dem SEAP-Gen (SEAP = sezernierte
alkalische Phosphatase) kodiert, und zwar bei Transfektion in eine
Säugetier-Zelllinie.
Die Spaltung der NS4A/4B-Stelle durch NS3-Protease setzt SEAP-Protein
in das Medium frei. Die Menge des SEAP-Proteins im Medium stellt ein Maß für die NS3-Protease-Aktivität dar. Ein
Nachteil dieses Systems beruht in der Tatsache, dass das Reportermolekül direkt
mit dem Substratprotein fusioniert ist und somit die natürliche Konformation
viraler komplexer Proteine beeinflussen kann (NS3/NS4A). Ein weiterer
Nachteil besteht in der Tatsache, dass die Menge des sezernierten Reporterproteins
direkt proportional zur Menge des im System exprimierten und gespaltenen
Systems ist (1 gespaltenes Substratmolekül = 1 sezerniertes Reportermolekül). Da das
HCV-Polyprotein
ein System darstellt, das in sehr geringen Konzentrationen exprimiert
wird (selbst in seiner natürlichen
Umgebung), ist das beobachtete Signal zu gering, um ein Screening
im Großmaßstab durchführen zu
können.
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WO-98/00548 beschreibt
hybride Viren, die ein Picornavirus, vorzugsweise Poliovirus, die HCV-NS3-Protease-Domäne und eine
einzelne NS3-Protease-Zielstelle
umfassen. Diese chimären
Viren werden so konstruiert, dass die proteolytische Prozessierungsaktivität von HCV-NS3
wesentlich für
die virale Lebensfähigkeit
und die Proliferation ist. Verschiedene Hybride, die jeweils eine
unterschiedliche NS3-Spaltungsstelle (NS5A/NS5B, NS4A/NS4B oder
NS4B/NS5A) aufweisen, werden beschrieben. Die Lebensfähigkeit
wird durch den viralen Titer unter Verwendung des Plaquetests an
HeLa-Monolayerzellen gemessen. Auch dieses System liefert keine
quantifizierbaren Mittel zum Screening einer großen Anzahl von potentiellen
Inhibitoren unter hohem Durchsatz und ermöglicht nicht das Screening
der NS3-Protease-Aktivität
im natürlichen
Zusammenhang mit dem Polyproteinsegment.
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Das
US-Patent 5 861 267 (Vertex)
beschreibt ein Verfahren zum Testen von HCV-NS3-Protease, das sich
der Expression der NS3/NS4A-Region und der NS4A/NS4B-Spaltungsstelle
in Fusion mit dem sezernierten IL-1β-Reporter (Interleukin-1β) bedient.
Die Spaltung der NS4A/4B-Stelle durch die NS3-Protease setzt IL-1β in das Medium
frei, was eine direkte Messung der NS3-Protease-Aktivität ermöglicht. Dieses System prüft die Hemmung
der NS3-Spaltung an einer Spaltungsstelle neben dem NS3/NS4A-Komplex,
eine Situation, die nicht die authentischen Bedingungen mehrfacher
Stellen der Polyprotein-Prozessierung, die in infizierten Zellen
vorliegen, repräsentiert
oder nachbildet. Ferner ergibt dieses System ein Reportersystem,
bei dem das gemessene Signal direkt proportional zur Menge des im
System exprimierten Proteins und zur Menge des gespaltenen Proteins
ist, was auch hier dazu führt,
dass das Signal zu klein ist, um eine Durchführung eines Screenings im Großmaßstab zu
ermöglichen.
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WO-00/08469 (Agouron) beschreibt
ein weiteres System, das ein Protease-Reporter-Konstrukt umfasst, das aus
der NS2-Metalloprotease, der NS3-Protease, dem NS4A-Kofaktor und
verschiedenen Variationen von geschnittenem NS4B und 5A, die der
NS5A/5B Spaltungsstelle vorausgehen, besteht. Dieses System beschreibt
jedoch nicht die Bedeutung des Vorliegens eines vollständigen Polyproteins
zur Optimierung der Aktivität/Spezifität der NS3-Protease.
Ferner erfordert dieses System eine Infektion durch einen Vaccinia-Virus-Vektor,
ein Faktor, der den Bestand der Wirtszellen schwächt und den Mechanismus der
cis- oder trans-Proteasespaltung
während
Polyprotein-Prozessierungsereignissen im Test beeinflussen kann.
Ein weiterer Nachteil der Verwendung der Vaccinia-Expression besteht
in der Tatsache, dass die Zellen im Test nach etwa 24 Stunden nekrotisch
werden, wodurch die Verwendung dieses Tests für kinetische Tests von längerer Dauer
eingeschränkt
wird.
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WO-00/12727 (Vertex) beschreibt
ein System mit einem eine Ligandenbindungsdomäne und eine DNA-Bindungsdomäne umfassenden
Fusionsprotein, das an ein Liganden-Reaktionselement binden kann, das
die VP16-Aktivierungsdomäne
zur Regulierung der Expression eines Reportergens veranlasst. Eine NS5A/5B-Spaltungsstelle
ist in dieses Fusionsprotein inseriert und moduliert die Expression
des Reportergens bei Spaltung durch die NS3/4A-Protease, die aus einem separaten Konstrukt
exprimiert wird. Auch bei diesem System wird nicht die Bedeutung
eines vollständigen
Proteins zur Optimierung der NS3-Protease-Aktivität/Spezifität beschrieben.
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Es
ist daher wichtig, ein Testsystem zum Screening einer großen Anzahl
von anti-HCV-Verbindungen zu entwickeln, das zu einem System mit
hohem Durchsatz erweitert werden kann.
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Erfindungsgemäß wird daher
ein Testsystem bereitgestellt, das leicht durchführbar, zuverlässig, empfindlich
und im Großmaßstab reproduzierbar
ist.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein zellbasiertes System
und einen Test mit verbesserter Empfindlichkeit zur Messung der
Hemmung der HCV-NS3-Protease-Aktivität bereitzustellen,
wobei dieser Test so konzipiert ist, dass gleichzeitig die Protease-Aktivität in einem
Konstrukt getestet wird, das so weit wie möglich die NS3-Polyprotein-Prozessierungsereignisse,
die in infizierten Zellen im Verlauf einer HCV-Erkrankung ablaufen,
reproduziert.
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Zusammenfassende Darstellung der Erfindung
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Somit
betrifft die vorliegende Erfindung die Entwicklung eines zellbasierten
Testsystems mit verbesserter Empfindlichkeit gegenüber HCV-NS3-Protease-Aktivität, verglichen
mit bekannten Tests, wobei dieses System zum Screening von Testverbindungen
geeignet ist, die zur Modulation (insbesondere Hemmung) der HCV-NS3-Protease-Aktivität befähigt sind.
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Die
Erfindung stellt ein erstes Konstrukt bereit, das eine Transaktivatordomäne umfasst,
die strangabwärts
von den NS3-5-Domänen
von HCV unter der Kontrolle eines nicht-zytopathischen viralen Promotorsystems
verbunden ist. Ferner wird ein zweites Konstrukt bereitgestellt,
das ein Reportergen unter der Kontrolle eines Operators, der gegenüber der
Bindung des Transaktivators empfindlich ist, umfasst.
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Die
NS3-5-Domänen
kodieren für
das NS3-Polyprotein, das folgendes umfasst: die NS3-Protease, gefolgt
vom NS4A-Kofaktor, die NS4B- und NS5A-Proteine (einschließlich beliebiger Derivate,
Varianten oder Fragmente davon), die ausreichen, eine NS5A/5B-Spaltungsstelle
darzustellen. Der Transaktivator initiiert bei seiner Expression
und Freisetzung aus dem Polyprotein die Transkription und Expression
des Reportergens, das messbar ist.
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Das
System bietet zahlreiche Vorteile, einschließlich der Tatsache, dass die
NS4A-Kofaktordomäne bei
der Expression in der Membran des endoplasmatischen Retikulums eingebettet
bleibt, wodurch die NS3-Protease bei der Komplexierung mit NS4A
verankert wird und ein Hintergrundsignal (durch Verhinderung einer
nicht-spezifischen Translokation) verringert wird, wenn keine der
strangabwärtigen
Spaltungsstellen des Polyproteins prozessiert wird.
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Die
Vorteile dieses Systems liegen auch in mehreren Amplifikationsniveaus
des gemessenen Signals. Die Anmelderin nimmt an, dass ein erstes
Amplifikationsniveau in der Tatsache besteht, dass das Polyprotein in
empfindlicher Weise die native Konformation des Polyproteins und
natürliche
Prozessierungsereignisse, die während
einer humanen Infektion ablaufen, reproduziert. Dies verstärkt die
Aktivität
der NS3-Protease-Spaltung sowie deren Spezifität. Die Signaltranslokation
zum Nucleus und die Reporterexpression sind daher spezifischer und
das Hintergrundgeräusch
wird auf ein Minimum beschränkt,
das für
Screeningtests mit hohem Durchsatz akzeptabel ist.
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Die
Verwendung eines Transaktivatorsystems sorgt auch für ein zweites
Amplifikationsniveau, das die Signalausgabe weiter verstärkt.
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Schließlich sorgt
dieses Transaktivatorsystem, das gegenüber dem Vorliegen eines Antibiotikums empfindlich
ist, für
eine interne "eingebaute" negative Kontrolle,
die die Messung eines naturgegebenen Hintergrundgeräusches des
Tests ermöglicht,
wodurch die Spezifität
sowohl des Tests als auch der Testverbindungen gewährleistet
wird.
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Somit
stellt die vorliegende Erfindung einen zellbasierten Test bereit,
der die Fähigkeit
zur Messung der NS3-Protease-Hemmung in einem System ermöglicht,
das in enger Weise die Prozessierung von nicht-strukturellen HCV-Proteinen
in einer Umgebung nachahmt, die im Wesentlichen den natürlichen Infektionsvorgang
reproduziert. Das auf Säugetierzellen
basierte System der vorliegenden Erfindung ist im Vergleich zu anderen
bekannten Tests hochgradig empfindlich und zeigt ein erhöhtes Signal/Rausch-Verhältnis. Daher kann
der Test unter Verwendung dieses Systems leicht im Maßstab auf
ein Screeningsystem mit hohem Durchsatz vergrößert werden.
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Somit
stellt die vorliegende Erfindung ein zellbasiertes Surrogatsystem
zur Bewertung der Protease-Aktivität von Hepatitis C-Virus-NS3-Protease
bereit, das folgendes umfasst:
- a) ein erstes
chimäres
DNA-Molekül,
umfassend:
i) ein nicht-zytopathisches Expressionssystem, das
bei Transfektion in eine Säugetierzelle
zur Induktion der Expression der ersten Chimäre befähigt ist; und
ii) ein
rekombinantes HCV-DNA-Molekül
in funktioneller Verknüpfung
mit dem Expressionssystem, wobei das HCV-DNA-Molekül für das NS3-5-Polyprotein kodiert,
das folgendes umfasst:
– eine
aktive NS3-Proteasedomäne,
– eine NS4A-Domäne, die
ausreichend ist, bei Translation die Einbettung in die ER-Membran
zu ermöglichen
und als Kofaktor für
die NS3-Protease-Aktivität
zu wirken,
– NS4B-
und NS5A-Domänen
und
– ein
NS5B-Protein, das ausreicht, eine NS5A/5B-Spaltungsstelle für die NS3-Protease bereitzustellen,
wobei
das HCV-DNA-Molekül
durch die Nucleotide 1 bis 4206 gemäß SEQ ID NO: 1 definiert ist;
iii)
und eine Transaktivatordomäne,
die strangabwärts
vom HCV-DNA-Molekül
fusioniert ist, wobei die Transaktivatordomäne für ein Transaktivatormolekül kodiert,
das zur Initiation der Expression eines Reportergens befähigt ist,
wobei es sich bei dem Transaktivator um den durch die Nucleotide
4207 bis 5 211 von SEQ ID NO: 1 definierten Tetracyclin-Transaktivator
(tTA) handelt;
- b) und ein zweites chimäres
DNA-Molekül,
das für
ein Reportergen kodiert, das gemeinsam mit einem Operon, das auf
das Transaktivatormolekül
antwortet, verbunden ist;
wobei die Expression des ersten rekombinanten
Moleküls
zur Erzeugung eines Fusionspolyproteins führt, das am endoplasmatischen
Retikulum der Säugetierzelle
verankert ist, wobei das verankerte Protein durch die Protease gespalten
werden kann, wodurch die Translokation der Transaktivatordomäne zur Induktion der
Expression des Reportergens als Mittel zur Bewertung der Protease-Aktivität ermöglicht wird.
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Ferner
beschreibt die vorliegende Erfindung rekombinante Proteine, die
aus den erfindungsgemäßen rekombinanten
DNA-Molekülen
erzeugt worden sind, diese rekombinanten DNA-Moleküle, die
mit diesen Vektoren transfiziert sind, und ein Verfahren zum Testen
der NS3-Protease-Aktivität
unter Verwendung der erfindungsgemäßen rekombinanten Moleküle und transfizierten
Wirtszellen, wobei dieses Verfahren auch zur Identifizierung von
potentiellen Inhibitoren davon geeignet ist.
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Weitere
Ziele, Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben
sich beim Studium der folgenden, nicht-beschränkenden Beschreibung unter
Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen. Diese Ausführungen
sind nur als Beispiele und nicht als eine Beschränkung des Schutzumfangs der
Erfindung anzusehen.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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1 gibt
einen schematischen Überblick über einen
Test auf der Basis von zwei Plasmiden, wobei die NS3-Protease-Aktivität die Aktivierung
von Luciferase vermittelt. Das Schema zeigt das rekombinante, nicht-strukturelle
HCV-Vorläuferpolyprotein
in gemeinsamer Verknüpfung
mit einer Tetracyclin-Transaktivatordomäne (tTA) über die
5A/5B-Zielspaltungsstelle. In einer anfänglichen Prozessierungsstufe
wird NS4A durch NS3 "in
cis" gespalten,
wodurch ein Komplex gebildet wird, der durch die überlappenden
Kreise von NS3/NS4A dargestellt ist. Dieser Komplex, der mit der
Membran des endoplasmatischen Retikulums (ER) assoziiert ist, katalysiert
die Spaltung der strangabwärtigen
Zielstellen (4A/4B, 4B/5A und 5A/5B) wodurch die tTA-Domäne aus dem
rekombinanten Molekül
freigesetzt wird. Nach der Freisetzung wandert die tTA-Domäne zum Nucleus
und transaktiviert die Expression des Reportergens, in diesem Fall
Luciferase. Somit sind die NS3-Protease-Aktivität und die Spaltung strangabwärts von
der NS3/4A-Spaltungsstelle für
die Expression von Luciferase essentiell.
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Der
Mittelteil zeigt, dass die Luciferase-Transaktivierung in Abwesenheit
von freigesetzter tTA-Domäne
nicht erfolgt. Mögliche
Mechanismen für
die Nichtfreisetzung von tTA können
ein Fehlen von NS3-Protease-Aktivität (durch Mutation, wie in diesem
Fall) oder eine Blockierung an den strangabwärtigen Zielspaltungsstellen
sein.
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Der
untere Bereich zeigt, dass die Luciferase-Transaktivierung nicht
in Gegenwart von Tetracyclin erfolgt. Obgleich das NS3-Polyprotein
gespalten wird und die tTA-Domäne
zum Nucleus transloziert wird, bindet Tetracyclin an tTA und verhindert
die DNA-Bindung und Expression des Reportergens, wodurch eine zuverlässige interne
Kontrolle zur Messung der Hintergrundaktivität von Luciferase bereitgestellt
wird.
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2 zeigt
in schematischer Weise drei verschiedene Familien von Chimären, umfassend
verschiedene Bereiche des HCV-Polyproteins in Fusion mit dem Tetracyclin-Transaktivator
(tTA) mit deren entsprechenden Kontrollen. Die DNA, die für das HCV-Segment
dieser Chimären
kodiert, wurde als ein Xba 1-Fragment
in die Nhe 1- und Xba 1-Stellen von pUHD15-1 kloniert, um die tTA-Chimären zu erzeugen.
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2A zeigt
die erste Chimäre
in der ersten Familie (Konstrukt A), wobei das rekombinante Molekül das HCV-NS3-Protein
von voller Länge
(einschließlich
sowohl der Protease- als auch der Helicase-Domänen), NS4A von voller Länge (einschließlich der
letzten sechs Aminosäuren
mit den Bezeichnungen P6 bis P1) und die ersten sechs Aminosäuren von
NS4B mit der Bezeichnung P1' bis
P6' in Fusion mit
dem tTA-Protein umfasst. Die Aminosäuren P6 bis P1 sowie P1' bis P6' überspannen die 4A/4B-Spaltungsstelle,
die mit einem dunklen Pfeil angegeben ist.
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2B zeigt
die zweite Chimäre
in der ersten Familie (Konstrukt B), wobei es sich um das gleiche rekombinante
Molekül
wie in 2A handelt, mit der Ausnahme, dass das NS3-Protein an der
Aminosäure
1165 von Serin zu Alanin mutiert ist (S1165A). Dieses Konstrukt
dient als Kontrolle, da die Mutation die NS3-Protease-Aktivität vollkommen
verhindert.
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2C zeigt
die dritte Chimäre
in der ersten Familie (Konstrukt C), wobei es sich um die gleiche
Chimäre
wie in 2A handelt, mit der Ausnahme, dass die beiden mit P1 und
P1' bezeichneten
Aminosäuren,
die die NS4A/4B-Spaltungsstelle
flankieren, von Cystein und Alanin zu Arginin bzw. Prolin abgeändert sind.
Diese Veränderungen
verhindern die Spaltung an dieser Stelle. Dieses Konstrukt dient
als Kontrolle für
die Spaltungsstelle.
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2D zeigt
die erste Chimäre
in der zweiten Familie (Konstrukt D), wobei es sich um das gleiche Konstrukt
wie bei der Chimäre
in 2A handelt, wobei aber die Aminosäuresequenz (P6–P6'), die die NS4A/NS4B-Spaltungsstelle überspannt,
durch die Aminosäuresequenz
(P6–P6'), die die NS5A/NS5B-Spaltungsstelle
definiert, ersetzt ist.
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2E zeigt
die zweite Chimäre
in der zweiten Familie (Konstrukt E), wobei es sich um das gleiche Konstrukt
wie in 2D handelt, mit der Ausnahme, dass die NS3-Protease durch
Mutation der Aminosäure
Serin zu Alanin (S1165A) inaktiviert ist. Dieses Konstrukt dient
als Kontrolle für
die zweite Chimäre.
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2F zeigt
die dritte Chimäre
in der zweiten Familie (Konstrukt F), wobei es sich um das gleiche
Konstrukt wie in 2D handelt, mit der Ausnahme, dass die beiden Aminosäuren mit
der Bezeichnung P1 und P1', die
die NS5A/5B-Spaltungsstelle
flankieren, von Cystein und Serin zu Arginin bzw. Prolin abgeändert sind.
Diese Veränderungen
verhindern die Spaltung an dieser Stelle. Dieses Konstrukt dient
als Kontrolle für
die 5A/5B-Spaltungsstelle.
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2G zeigt
die erste Chimäre
in der dritten Familie (Konstrukt G), wobei das rekombinante Molekül folgendes
umfasst: die Region zwischen dem NS3-Protein von voller Länge, NS4A-Protein von voller
Länge, NS4B-
und NS5A-Proteine
und ein partielles NS5B-Protein (bestehend aus den ersten sechs
Aminosäuren
mit den Bezeichnungen P1' bis
P6') in Fusion mit
dem tTA-Protein. Das NS5A von voller Länge und P1' bis P6' von 5B überspannen die 5A/5B-Spaltungsstelle,
wie durch den dunklen Pfeil dargestellt ist.
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2H zeigt
die zweite Chimäre
in der dritten Familie (Konstrukt H), wobei es sich um das gleiche rekombinante
Molekül
wie in 2G handelt, mit der Ausnahme, dass die NS3-Protease durch
Mutation der Aminosäure
Serin zu Alanin (S1165A) inaktiviert ist. Dieses Konstrukt dient
als eine negative Kontrolle für
die NS3-Protease-Aktivität.
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2I zeigt
die dritte Chimäre
in der dritten Familie (Konstrukt I), wobei es sich um das gleiche
rekombinante Molekül
wie in 2G handelt, mit der Ausnahme, dass die beiden Aminosäuren mit
der Bezeichnung P1 und P1',
die die NS5A/5B-Spaltungsstelle
flankieren, von Cystein und Serin zu Arginin bzw. Prolin abgeändert sind.
Diese Änderungen
verhindern die Spaltung an dieser Stelle. Dieses Konstrukt dient
als eine Kontrolle für die
5A/5B-Zielspaltungsstelle.
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3 zeigt
die Ergebnisse von Western-Blot-Analysen. Die in den 2A, 2B und 2C beschriebenen
Chimären,
die in das Expressionsplasmid pCR3.1 durch PCR-Amplifikation und
TA-Klonierung (Invitrogen, CA, USA) inseriert worden sind, werden
vorübergehend
in die humane embryonale Nierenzelllinie 293 zusammen mit dem rekombinanten
T7-Vaccinia-Virus (vvT7-3), das die T7-RNA-Polymerase beherbergt, transfiziert.
Die transfizierten und infizierten Zellen wurden gezüchtet und
zelluläres
Protein wurde extrahiert, der Elektrophorese unterzogen, geblottet
und untersucht.
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3A zeigt
die Ergebnisse bei Untersuchung des Blots mit einem polyklonalen
Antikörper
gegen NS3-Protein. Die Bahnen A, B und C entsprechen den in 2A,
2B bzw. 2C beschriebenen Konstrukten. Die Bahn "–" bezeichnet eine
Kontrolle von scheintransfizierten 293-Zellen. Die Bahnen A und
C belegen die Anwesenheit von reifem NS3-Protein (NS3), während die
Bahn B das Konstrukt mit der S1165A-Mutation wiedergibt und die
Anwesenheit von präprozessiertem
NS3 (pre) belegt, offensichtlich aber kein reifes NS3-Protein aufweist.
-
3B zeigt
die Ergebnisse bei Untersuchung des Blots mit einem polyklonalen
Antikörper
gegen NS4A. Die Bahn A belegt die Anwesenheit von reifem NS4A-Protein
(NS4A). Die Bahn B, die das Konstrukt 2B mit der S1165A-Mutation repräsentiert,
weist offensichtlich kein reifes NS4A-Protein auf. Gleichermaßen weist
die Bahn C, die das Konstrukt C mit der mutierten Spaltungsstelle
repräsentiert,
kein reifes NS4A-Protein auf. Um reifes NS4A-Protein, das aus 54 Aminosäuren besteht,
sichtbar zu machen, wurden zelluläre Extrakte an 16,5% SDS-PAGE-Tricine-Gel
aufgetrennt, auf eine Membran übertragen
und mit polyklonalem NS4A-Antikörper
untersucht. Die erhaltene Bande ist im unteren Feld dargestellt.
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4 zeigt
die Ergebnisse von Western-Blot-Analysen. Die in den 2D, 2E und 2F beschriebenen
Chimären,
die in das Expressionsplasmid pCR3.1 durch direkte TA-Klonierung
von PCR-Produkten inseriert worden sind, werden vorübergehend
in die Säugetier-Wirtszelllinie
293 zusammen mit dem rekombinanten T7-Vaccinia-Virus (vvT7-3), das
die T7-RNA-Polymerase beherbergt, transfiziert. Die transfizierten
Zellen werden gezüchtet
und zelluläres
Protein wird extrahiert, der Elektrophorese unterzogen, geblottet und
untersucht. Die Ergebnisse zeigen den mit einem polyklonalen Antikörper gegen
NS3-Protein untersuchten Blot. Die Bahnen D, E und F entsprechen
den in 2D, 2E bzw. 2F beschriebenen Konstrukten. Die Bahn "–" bezeichnet eine Kontrolle von scheintransfizierten
293-Zellen. Die Bahnen D und F belegen die Anwesenheit von reifem
NS3-Protein (NS3), während
die Bahn E, die das Konstrukt mit der S1165A-Mutation repräsentiert, die
Anwesenheit von präprozessiertem
NS3 (pre) belegt, offensichtlich aber kein reifes NS3-Protein aufweist.
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5 zeigt
die Ergebnisse von Western-Blot-Analysen. Die in den 2G, 2H und 2I beschriebenen
Chimären,
die in das Expressionsplasmid pCR3.1 durch direkte TA-Klonierung
von PCR-Produkten inseriert worden sind, werden vorübergehend
in die Säugetier-Wirtszelllinie
293 zusammen mit dem rekombinanten T7-Vaccinia-Virus (vvT7-3), das
die T7-RNA-Polymerase beherbergt, transfiziert. Die transfizierten
Zellen werden gezüchtet
und zelluläres
Protein wird extrahiert, der Elektrophorese unterzogen, geblottet und
untersucht.
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5A zeigt
die Ergebnisse des mit einem polyklonalen Antikörper gegen NS3-Protein untersuchten Blots.
Die Bahnen G, H und I entsprechen den in 2G, 2H bzw. 2I beschriebenen
Konstrukten. Die Bahn "–" bezeichnet eine
Kontrolle von scheintransfizierten 293-Zellen. Die Bahnen G und
I belegen die Anwesenheit von reifem NS3-Protein (NS3), während die
Bahn H, die das Konstrukt mit der S1165A-Mutation repräsentiert, offensichtlich
kein reifes NS3-Protein aufweist.
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5B zeigt
die Ergebnisse des Western-Blots bei Untersuchung mit einem polyklonalen
Antikörper gegen
NS4A-Protein. Die Bahnen G, H und I entsprechen den in 2G, 2H bzw.
2I beschriebenen Konstrukten. Die Bahn "–" bezeichnet eine
Kontrolle von scheintransfizierten 293-Zellen. Die Bahnen G und
I belegen die Anwesenheit von reifem NS4A-Protein (NS4A), während die
Bahn H, die das Konstrukt mit der S1165A-Mutation repräsentiert,
offensichtlich kein reifes NS4A aufweist.
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5C zeigt
die Ergebnisse des Western-Blots bei Untersuchung mit einem polyklonalen
Antikörper gegen
NS5A-Protein. Die Bahnen G, H und I entsprechen den Konstrukten
G, H bzw. I. Die Bahn bezeichnet eine Kontrolle von scheintransfizierten
293-Zellen. Die Bahn G belegt die Anwesenheit von reifem NS5A-Protein
(NS5A), während
die Bahn H, die das Konstrukt mit der S1165A-Mutation repräsentiert, offensichtlich kein reifes
NS5A-Protein aufweist. Gleichermaßen weist die Bahn I, die das
Konstrukt I mit der mutierten NS5A/5B-Spaltungsstelle repräsentiert, kein reifes NS5A-Protein
auf und das unprozessierte NS5A-tTA-Fusionsprotein wird als ein
~90 kDa-Produkt nachgewiesen.
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6 zeigt
die Ergebnisse des Luciferase-Tests, der an Extrakten von 293-Zellen durchgeführt worden
ist, die mit einem der Konstrukte A bis I und dem pUHC13-3-Reporterplasmid
kotransfiziert worden sind. Die Luciferase-Aktivität wird als
Photonen-Zählergebnis
pro Sekunde gemessen. Die Bezeichnungen A bis I entsprechen den
in den 2A bis 2I beschriebenen
Konstrukten. Bei den Kontrollen B, E und H fehlt die aktive Protease-Stelle,
während
bei den Kontrollen C, F und I eine Spaltungsstelle fehlt. Die Ergebnisse
dieses Tests zeigen, dass die Luciferase-Aktivität sowohl von aktiver NS3-Protease
als auch von einer funktionellen Spaltungsstelle abhängt. Die
Ergebnisse zeigen ferner, dass das Konstrukt G eine höhere Luciferase-Aktivität zeigt
als die Konstrukte A oder D. Diese Werte stellen einen Mittelwert
von zwei Experimenten dar.
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7 zeigt
das Verhältnis
der Luciferase-Aktivität,
die von den Konstrukten A, D und G erzeugt wird, gegenüber den
entsprechenden Mutanten des aktiven Zentrums B, E und H unter Verwendung
der in 6 dargestellten Werte. Die Ergebnisse zeigen,
dass das Verhältnis
G/H etwa 9- bzw. 2-fach größer als
A/B bzw. D/E ist. Das Konstrukt G mit der längsten Strecke des nicht-strukturellen
HCV-Bereiches, der die volle Länge von
NS3, NS4A, NS4B und NS5A und partiell NS5B umfasst, erzeugt die
stärkste
NS3-abhängige
Luciferase-Reaktion. Die Ergebnisse sind Mittelwerte von n Experimenten.
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8 zeigt
den Einfluss von Tetracyclin auf den Tetracyclin-reaktiven, transkriptionellen
Transaktivator. Die Expression des Luciferase-Reportergens wird
durch NS3 gesteuert, das einen Tetracyclin-reaktiven, transkriptionellen
Transaktivator prozessiert. Ein Luciferase-Test wurde an Extrakten
von 293-Zellen,
die mit dem Konstrukt G oder H oder dem positiven, tTA-erzeugenden
Kontrollplasmid (pUHD15-1) und dem pUHC13-3-Plasmid mit einem Gehalt
an dem Luciferase-Reporter kotransfiziert waren, durchgeführt. Ausgefüllte und
offene Balken zeigen die Abwesenheit bzw. Gegenwart von Tetracyclin.
Es ist darauf hinzuweisen, dass das Konstrukt G ein Tetracyclin-kontrolliertes
Signal erzeugt. Durch Inaktivierung der NS3-Protease-Aktivität (im Konstrukt
H) wird dieses Signal beseitigt.
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9 zeigt
die Ergebnisse des Luciferase-Tests, der an Extrakten der Leberzelllinie
WRL68, die mit einem der Konstrukte A bis I und dem pUHC13-3-Reporter-Plasmid
kotransfiziert worden sind, durchgeführt worden ist. Die Luciferase-Aktivität wird als
Photoneu-Zählergebnis
pro Sekunde gemessen. Bei den Kontrollen B, E und H fehlt das aktive
Zentrum von Protease. Bei den Kontrollen C, F und I fehlt eine Spaltungsstelle, die
somit keine funktionelle (spaltbare) NS3-Protease-Spaltungsstelle
aufweisen. Die Ergebnisse dieses Tests zeigen, dass die Luciferase-Aktivität sowohl
von aktiver NS3-Protease als auch von einer funktionsfähigen Spaltungsstelle
abhängig
ist. Die Ergebnisse zeigen ferner, dass das Konstrukt G eine höhere Luciferase-Aktivität aufweist
als die Konstrukte A oder D.
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10 zeigt
das Verhältnis
der von den Konstrukten A, D und G erzeugten Luciferase-Aktivität zur Aktivität der entsprechenden
Mutanten des aktiven Zentrums B, E und H. Der Luciferase-Test wurde
an Extrakten der Leberzelllinie WRL 68, die mit einem der Konstrukte
A, B, D, E, G oder H und dem Reporterplasmid pUHC13-3 kotransfiziert
worden waren, durchgeführt.
Die Luciferase-Aktivität
wird als Photoneu-Zählergebnis pro
Sekunde gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verhältnis von
G/H etwa das 5- bzw. 3,5-fache des Verhältnisses von A/B bzw. D/E beträgt. Das
Konstrukt G mit der längsten
Strecke einer nicht-strukturellen HCV-Region, die die partielle
oder vollständige
Länge von
NS3, NS4A, NS4B, NS5A und NS56 umfasst, erzeugt offensichtlich auch
die stärkste
NS3-abhängige
Luciferase-Reaktion in der WRL68-Zelllinie.
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11 zeigt
die Ergebnisse der Optimierung der Menge von Plasmid-DNA zur Transformation
der 293-Zelllinie. Unterschiedliche Mengen an DNA von Konstrukt
G oder dem entsprechenden Kontrollkonstrukt H mit Mangel an NS3
wurden mit einer konstanten Menge an pUHC13-3 (0,2 μg) kotransfiziert.
Zellen wurden in 6-Muldenplatten bei 50% Konfluenz verwendet. Die
Ergebnisse zeigen, dass eine Menge an NS3-kodierender Plasmid-DNA,
die etwa 3-fach größer (0,6 μg) als die
Menge von pUHC13-3 (0,2 μg)
ist, ein optimales NS3-abhängiges
Luciferase-Signal in 293-Zellen erzeugt.
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12 zeigt
die Ergebnisse der Optimierung der Menge von Plasmid-DNA zur Transformation
der Leberzelllinie WRL68. Verschiedene DNA-Mengen des Konstrukts
G oder des entsprechenden Kontrollkonstrukts H mit Mangel an NS3
wurden mit einer konstanten Menge an pUHC13-3 (0,2 μg) kotransfiziert.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Menge, die etwa 2,5-fach größer (0,5 μg) als die
Menge an pUHC13-3 (0,2 μg)
ist, ein optimales NS3-abhängiges
Luciferase-Signal
in der Leberzelllinie WRL68 erzeugt.
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13 zeigt,
dass das aus dem Konstrukt I exprimierte NS3-Protein das nicht-strukturelle
HCV-Polyprotein in "trans" in 293-Zellen spalten
kann. Das Experiment umfasste die Kotransfektion des pUHC13-3 Reporters
mit einem der Konstrukte G, H oder I. Die Konstrukte H und I wurden
ferner gleichzeitig zusammen mit dem pUHC13-3-Reporter-Plasmid kotransfiziert.
Eine Transfektion nur des Konstrukts G mit dem Reporter führt zu einem
starken Luciferase-Aktivitätssignal,
während
eine Transfektion von Konstrukt H mit dem Reporter (Mutante mit
dem aktiven Zentrum der NS3-Protease) oder dem Konstrukt I mit dem
Reporter (Mutante mit der Spaltungsstelle) zu einer schwachen Luciferase-Aktivität führt. Eine
3-fache Kotransfektion mit den Konstrukten H und I zusammen mit
dem Reporter-Plasmid stellt das Luciferase-Aktivitätssignal
wieder her. Das funktionelle NS3-Protein, das aus dem Konstrukt
I exprimiert worden ist, kann die unmodifizierte Spaltungsstelle,
die vom Konstrukt H exprimiert wird, prozessieren, wodurch der Tetracyclin-Transaktivator
zur Initiation der Expression von Luciferase des Tetracyclin-Operons
freigesetzt wird. Die verschiedenen Mengen an Plasmid-DNA, die bei
den Transfektionen verwendet wurden, sind angegeben.
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14 zeigt
die Ergebnisse eines ähnlichen
Experiments wie in 13 unter Verwendung der Leberzelllinie
WRL68. Gleichermaßen
zeigen die Ergebnisse, dass das NS3-Protein, das aus dem Konstrukt
I erzeugt worden ist, das nicht-strukturelle HCV-Protein in "trans" in der WRL68-Zelle
spalten kann. Wie angegeben, werden verschiedene Mengen an Plasmid-DNA
bei der Transfektion verwendet.
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15:
Ausgefüllte
Quadrate zeigen die prozentuale Hemmung der HCV-NS3-Protease-Aktivität bei tTA-Transaktivierung
der SEAP-Expression in Wirtszellen, die mit dem Konstrukt G und
dem pUHC13-3-Reporter-Plasmid, das sezernierte alkalische Phosphatase
(SEAP) exprimiert, kotransfiziert worden sind. Leere Quadrate zeigen
die prozentuale Hemmung von Kontroll-tTA-Aktivität (unabhängig von HCV-NS3) bei der Transaktivierung
von SEAP in Wirtszellen, die mit Kontroll-pUHD15-1- und pUHC13-3-Plasmiden
kotransfiziert worden sind. Die Zellen wurden nach der Transfektion
in Gegenwart verschiedener Konzentrationen des Inhibitors A gezüchtet. Die
SEAP-Aktivität
wurde gemessen und die EC50- und TC50-Werte
wurden bestimmt.
-
Ausführliche Beschreibung der vorliegenden
Erfindung
-
Definitionen
-
Sofern
nichts anderes angegeben ist, haben die wissenschaftlichen und technischen
Bezeichnungen sowie die Nomenklatur, wie sie hier verwendet werden,
die gleiche Bedeutung, die der Fachmann auf dem einschlägigen Gebiet
kennt. Im allgemeinen handelt es sich bei den Vorgängen der
Zellkultur, der Infektion, den molekularbiologischen Verfahren und
dergl. um Verfahren, die gemäß dem Stand
der Technik gebräuchlich sind.
Derartige standardmäßige Techniken
werden in Handbüchern,
z. B. bei Sambrook et al. (1989) und Ausubel et al. (1994), beschrieben.
-
Nucleotidsequenzen
werden hier einzelsträngig
in 5'- → 3'-Richtung von links
nach rechts angegeben, wobei die im Stand der Technik üblichen
Einbuchstaben-Nucleotidsymbole gemäß den Empfehlungen der IUPAC-IUB
Biochemical Nomenclature Commission (1972) verwendet werden.
-
Die
vorliegende Beschreibung bezieht sich auf eine Anzahl von routinemäßig verwendeten
Ausdrücken
der rekombinanten DNA-Technik (rDNA-Technik). Dennoch werden hier
Definitionen von ausgewählten Beispielen
derartiger rDNA-Ausdrücke aus
Gründen
der Klarheit und leichteren Verständlichkeit vorgelegt.
-
Die
Ausdrücke "rekombinante DNA", "rekombinantes Nucleinsäuremolekül" oder "rekombinantes Plasmid" beziehen sich gemäß dem Stand
der Technik auf ein DNA-Molekül,
das sich durch Verbindung von DNA-Segmenten ergibt. Dieser Vorgang
wird häufig
als gentechnische Manipulation bezeichnet.
-
Die
Ausdrücke "DNA-Segment oder
-Molekül
oder -Sequenz",
die hier verwendet werden, beziehen sich auf Moleküle, die
aus den Desoxyribonucleotiden Adenin (A), Guanin (G), Thymin (T)
und/oder Cytosin (C) bestehen. Diese Segmente, Moleküle oder
Sequenzen lassen sich in der Natur auffinden oder ergeben sich durch
Synthese. Werden sie in Übereinstimmung
mit dem genetischen Code gelesen, können diese Sequenzen für eine lineare
Strecke oder Sequenz von Aminosäuren
kodieren, die als Polypeptid, Protein, Proteinfragment oder dergl.
bezeichnet werden können.
-
Der
hier verwendete Ausdruck "Gen" ist aus dem Stand
der Technik bekannt und bezieht sich auf eine Nucleinsäuresequenz,
die ein einzelnes Protein oder Polypeptid definiert. Das Polypeptid
kann durch eine Sequenz von voller Länge oder durch einen beliebigen
Teil der Kodierungssequenz kodiert werden, sofern die funktionelle
Aktivität
des Proteins aufrechterhalten bleibt.
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Ein "Strukturgen" definiert eine DNA-Sequenz,
die in RNA transkribiert und in ein Protein mit einer speziellen
Aminosäuresequenz
translatiert wird, wodurch ein spezifisches Polypeptid oder Protein
entsteht. "Strukturproteine" definieren die HCV-Proteine,
die in die Viruspartikel eingebaut sind, nämlich Core "C",
E1, E2 und E2-p7. "Nicht-Strukturproteine" definieren die HCV-Proteine,
die in viralen Teilchen nicht enthalten sind, nämlich NS2, NS3, NS4A, NS5A
und NS5B.
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Bei
einer "Restriktionsendonuclease" oder einem "Restriktionsenzym" handelt es sich
um ein Enzym, das die Fähigkeit
besitzt, eine spezifische Basensequenz (üblicherweise mit einer Länge von
4, 5 oder 6 Basenpaaren) in einem DNA-Molekül zu erkennen und das DNA-Molekül an jeder
Stelle, wo diese Sequenz auftritt, zu spalten. Ein Beispiel für ein derartiges
Enzym ist EcoRI, das die Basensequenz G↓AATTC erkennt und ein DNA-Molekül an dieser
Erkennungsstelle spaltet.
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"Restriktionsfragmente" sind DNA-Moleküle, die
durch den Verdau von DNA mit einer Restriktionsendonuclease entstehen.
Beliebige vorgegebene Genome oder DNA-Segmente können mit einer bestimmten Restriktionsendonuclease
in mindestens zwei diskrete Moleküle von Restriktionsfragmenten
gespalten werden.
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"Agarose-Gelelektrophorese" ist ein analytisches
Verfahren zur Fraktionierung von doppelsträngigen DNA-Molekülen aufgrund
der Größe der DNA.
Das Verfahren beruht auf der Tatsache, dass DNA-Moleküle durch
ein Gel wie durch ein Sieb wandern, wobei das kleinste DNA-Molekül die größte Beweglichkeit
besitzt und am weitesten durch das Gel wandert. Durch die Siebeigenschaften
des Gels wird die Wanderung der größten DNA-Moleküle verzögert, so
dass diese die geringste Beweglichkeit besitzen. Die fraktionierte
DNA kann durch Färben
des Gels unter Anwendung bekannter Verfahren, durch Nucleinsäure-Hybridisierung
oder durch Markieren der fraktionierten DNA-Moleküle mit einer nachweisbaren
Markierung sichtbar gemacht werden. Alle diese Verfahren sind aus
dem Stand der Technik bekannt. Spezielle Verfahren finden sich bei
Ausubel et al. (a.a.O.).
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Ein "Oligonucleotid" oder "Oligomer" ist ein Molekül, das aus
zwei oder mehr Desoxyribonucleotiden oder Ribonucleotiden und vorzugsweise
aus mehr als drei Bestandteilen besteht. Die genaue Größe des Moleküls hängt von
zahlreichen Faktoren ab, die wiederum von der letztendlichen Funktion
oder Verwendung des Oligonucleotids abhängen. Ein Oligonucleotid lässt sich
synthetisch durch Klonieren oder Amplifizieren ableiten.
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Die "Sequenzamplifikation" ist ein Verfahren
zur Erzeugung großer
Mengen einer Zielsequenz. Im allgemeinen werden ein oder mehr Amplifikationsprimer
an eine Nucleinsäuresequenz
angelagert. Unter Verwendung geeigneter Enzyme, werden Sequenzen,
die sich in Nachbarschaft zu den Primern oder zwischen diesen befinden,
amplifiziert. Ein hier angewandtes Amplifikationsverfahren ist die
Polymerase-Kettenreaktion (PCR).
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Der
Ausdruck "Amplifikationsprimer" bezieht sich auf
ein Oligonucleotid, das zur Anlagerung an eine DNA-Region neben
einer Zielsequenz befähigt
ist und als Initiationsprimer für
die DNA-Synthese unter geeigneten Bedingungen, die aus dem Stand
der Technik bekannt sind, dienen kann. Das synthetisierte Primererweiterungsprodukt
ist mit der Zielsequenz komplementär.
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Die
Ausdrücke "Domäne" oder "Region" beziehen sich auf
eine bestimmte Aminosäuresequenz,
die entweder eine bestimmte Funktion oder Struktur innerhalb eines
Proteins festlegt. Ein Beispiel hierfür ist die NS3-Protease-Domäne, die
innerhalb des HCV-Nicht-Strukturpolyproteins enthalten ist.
-
Der
Ausdruck "Reportergen" bezieht sich auf
eine Nucleotidsequenz, die für
ein "Reporterprotein" kodiert. Das Reporterprotein
ergibt ein Nachweismittel zur Bewertung der Genexpression. Das Reportergen
ist innerhalb eines "Reporterplasmids" enthalten. Einige
geeignete Beispiele für
Reportergene für
die Zwecke der Erfindung sind: sezernierte alkalische Phosphatase
(SEAP), Luciferase, Chloramphenicol-aminotransferase (CAT), β-Galactosidase,
grün fluoreszierendes
Protein (GFP) und dergl.
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Der
Ausdruck "Reportersystem" bezieht sich auf
die Kombination von zwei oder mehr Reportern. Ein nicht-beschränkendes
Beispiel für
ein Reportersystem, das für
die Zwecke der vorliegenden Anmeldung geeignet ist, ist ein erster
Reporter, bei dem es sich um einen genetischen Aktivator, wie tTA,
handelt, der die Expression eines zweiten Reporters, z. B. Luciferase
oder sezernierte alkalische Phosphatase (SEAP), dirigiert.
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Die
Ausdrücke "Aktivator" und "Operon" beziehen sich auf
ein System, bei dem ein "Aktivator"-Molekül an den
Operator, der sich in einem Operon befindet, bindet, um die Expression
des "Operons" zu stimulieren. Zu
Beispielen für
derartige Systeme gehören
der Tetracyclin-Transaktivator (tTA), der HIV-1-tat-Transaktivator, der
GAL-4-Transaktivator, NFκβ und dergl.
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Die
hier verwendeten Ausdrücke "chimäres Molekül" oder "Chimäre" beziehen sich auf
mindestens zwei Nucleinsäuredomänen, die
in der Natur nicht miteinander verbunden sind. Zu nicht-beschränkenden
Beispielen für
derartige erfindungsgemäße Chimäre gehören das
HCV-NS3-4A-4B-5A-5B-tTA- Domänenkonstrukt.
Derartige Chimären
ergeben bei der Expression "Fusionsproteine".
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Der
Ausdruck "Fusionsprotein" bezieht sich gemäß der hier
verwendeten Definition auf mindestens zwei Polypeptidsegmente, die
in der Natur nicht miteinander verbunden sind. Zu nicht-beschränkenden
Beispielen derartiger "Fusionsproteine" gehören erfindungsgemäß die Teile
des HCV-Polyproteins, die mit einem Protein mit direkten oder indirekten
Reporterfähigkeiten,
wie tTA und SEAP, verbunden sind.
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Bei
den Ausdrücken "Plasmid", "Vektor" oder "DNA-Konstrukt" handelt es sich
um im Stand der Technik gebräuchliche
Ausdrücke,
die sich auf beliebige genetische Elemente beziehen, einschließlich (ohne
Beschränkung
hierauf), Plasmid-DNA, Phagen-DNA, virale DNA und dergl., in die
die Oligonucleotidsequenzen oder Sequenzen der vorliegenden Erfindung
eingebaut sein können
und die als ein DNA-Vehikel dienen können, in die die erfindungsgemäße DNA kloniert
werden kann. Zahlreiche Typen von Vektoren existieren und sind aus
dem Stand der Technik bekannt.
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Der
Ausdruck "Expressionsvektor" definiert einen
Vektor gemäß den vorstehenden
Ausführungen,
der aber dazu bestimmt ist, die Expression einer inserierten Sequenz
nach einer Transformation oder Transfektion in einem Wirt zu ermöglichen.
Das klonierte Gen (inserierte Sequenz) wird üblicherweise unter der Kontrolle von
Kontrollelementsequenzen, wie Promotorsequenzen, platziert. Derartige
Expressionskontrollsequenzen variieren je nachdem, ob der Vektor
zur Expression des funktionsfähig
verknüpften
Gens in einem prokaryontischen oder eukaryontischen Wirt oder in
beide (Shuttle-Vektoren) vorgesehen ist. Zusätzlich können Transkriptionselemente,
wie Enhancer-Elemente, Terminationssequenzen, Gewebespezifitätselemente
und/oder Translationsinitiationsstellen und Translationsterminationsstellen,
enthalten sein.
-
Der
Ausdruck "nicht-zytopathisches" Expressionssystem
definiert ein System, das keine zytopathischen Veränderungen
im Zellsystem, in dem es exprimiert wird, hervorruft. Dieses Expressionssystem
benötigt keine
Koinfektion mit einem Virus und verursacht keine Expression von
viralen Nicht-HCV-Komponenten,
die letztlich Zellpathologie und Zelltod herbeiführen könnten. Zu Beispielen für nicht-zytopathische
Promotoren gehören:
das CMV-Promotorsystem,
das frühe
SV40-Promotorsystem oder RSV(Rous Sarcoma-Virus)-LTR Promotorsystem.
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Unter
einem "eukaryontischen
Expressionssystem" ist
die Kombination eines geeigneten Expressionsvektors und einer eukaryontischen
Zelllinie zu verstehen, die zur Expression eines Gens von Interesse
verwendet werden können. Plasmidvektoren,
die das erwünschte
Gen enthalten, können
ebenfalls verwendet werden. In sämtlichen
Fällen
enthält
der Vektor geeignete Kontrollelemente (Promotoren), um das Gen im
Zelltyp von Interesse zu exprimieren. Üblicherweise verwendete eukaryontische
Zelltypen sind Hefe (z. B. Saccharomyces cerevisiae, Pichia pastoris),
die mit einem Plasmidvektor transfiziert ist; und Säugetierzellen,
die mit DNA-Vektoren für
eine vorübergehende
oder konstitutive Expression transfiziert sind. Eine bevorzugte
Zelllinie, die für
die Zwecke der Erfindung geeignet ist, leitet sich von Lebergewebe
ab.
-
Eine
Wirtszelle oder eine Indikatorzelle ist durch exogene oder heterologe
DNA (z. B. ein DNA-Konstrukt) "transfiziert" worden, wenn eine
derartige DNA in die Zelle eingeführt worden ist. Die transfizierende DNA
kann in chromosomale DNA integriert (kovalent gebunden) sein oder
nicht, um das Genom der Zelle zu bilden. In Prokaryonten, Hefen
und Säugetierzellen
kann beispielsweise die transfizierende/transformierende DNA an
einem episomalen Element, z. B. einem Plasmid, gehalten werden.
In Bezug auf eukaryontische Zellen handelt es sich bei einem Beispiel
für eine
stabil transfizierte Zelle um eine Zelle, bei der die transfizierende DNA
in ein Chromosom integriert worden ist und auf Tochterzellen durch
Chromosomenreplikation vererbt wird. Diese Stabilität wird durch
die Fähigkeit
der eukaryontischen Zelle, Zelllinie oder Klone, die aus einer Population
von Tochterzellen mit einem Gehalt an der transfizierenden DNA bestehen,
belegt. Transfektionsmethoden sind aus dem Stand der Technik bekannt
(Sambrook et al., 1989; Ausubel et al., 1994).
-
Die
zur praktischen Ausübung
der Erfindung geeigneten Nucleotidsequenzen und Polypeptide umfassen
(ohne Beschränkung
hierauf), Mutanten, Homologe, Untertypen, die Quasispezies, Allelen
und dergl. Es ist ersichtlich, dass im allgemeinen die erfindungsgemäßen Sequenzen
für ein
Polyprotein kodieren. Für
einen Fachmann ist es ersichtlich, dass das erfindungsgemäße Polyprotein
und beliebige Varianten, Derivate oder Fragmente davon zu einer
aktiven Protease autoprozessiert werden.
-
Die
hier verwendete Bezeichnung "Variante" bedeutet im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung eine Sequenz (entweder ein Nucleinsäure- oder
Aminosäuremolekül, das seine
biologische Aktivität
(entweder funktionell oder strukturell) behält, die im Wesentlichen ähnlich mit
der der ursprünglichen
Sequenz ist. Diese Variante kann von der gleichen oder einer unterschiedlichen
Spezies stammen, wobei es sich um eine natürliche Variante oder um eine
synthetisch hergestellte Variante handeln kann. Zu derartigen Varianten
gehören
Aminosäuresequenzen
mit Substitutionen, Deletionen oder Additionen von einer oder mehreren
Aminosäuren,
vorausgesetzt, dass die biologische Aktivität des Proteins erhalten bleibt.
Gleiches gilt für
Varianten von Nucleinsäuresequenzen,
die Substitutionen, Deletionen oder Additionen von einem oder mehreren
Nucleotiden aufweisen können,
vorausgesetzt, dass die biologische Aktivität der Sequenz im Allgemeinen
aufrechterhalten wird.
-
Der
Ausdruck "Derivat" soll beliebige der
vorstehend beschriebenen Varianten umfassen, wenn zusätzliche
chemische Einheiten, die normalerweise nicht Bestandteil dieser
Moleküle
sind, enthalten sind. Diese chemischen Einheiten können verschiedene
Zwecke haben, einschließlich
einer Verbesserung der Löslichkeit des
Moleküls,
der Resorption, der biologischen Halbwertszeit, einer Verringerung
der Toxizität
und einer Beseitigung oder Verringerung von unerwünschten
Nebenwirkungen. Ferner können
diese Einheiten zu Markierungs- oder
Bindungszwecken verwendet werden oder sie können in Fusionsprodukten enthalten
sein. Verschiedene Einheiten, die zur Vermittlung der vorstehend
beschriebenen Wirkungen befähigt
sind, finden sich in Remington's
The Science and Practice of Pharmacy (1995).
-
Methoden
zur Kupplung derartiger Einheiten an ein Molekül sind aus dem Stand der Technik
bekannt.
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Der
Ausdruck "Fragment" bezieht sich auf
beliebige Segmente einer identifizierten DNA-, RNA- oder Aminosäuresequenz
und/oder eines beliebigen Segments von beliebigen Varianten oder
Derivaten, die vorstehend beschrieben wurden, wobei die biologische
Aktivität
(funktionell oder strukturell), die erfindungsgemäß erforderlich
ist, im Wesentlichen erhalten bleibt.
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Die
erfindungsgemäß verwendeten
Ausdrücke "Variante", "Derivat" und "Fragment" beziehen sich auf Proteine
oder Nucleinsäuremoleküle, die
isoliert/gereinigt, chemisch synthetisiert oder durch rekombinante DNA-Technik
erzeugt werden können.
Alle diese Verfahren sind aus dem Stand der Technik bekannt. Wie nachstehend
durch Beispiele belegt ist, können
die erfindungsgemäßen Nucleotidsequenzen
und Polypeptide z. B. durch in vitro-Mutagenese modifiziert werden.
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Beispielsweise
muss gemäß der erfindungsgemäßen Definition
ein erwünschtes
Fragment von NS3-Protein seine Protease-Aktivität behalten. Ein erwünschtes
Fragment des NS4A-Proteins behält
seine Protease-Kofaktor-Aktivität (funktionelle
Aktivität)
und behält
auch seinen hydrophoben Bereich, der die Einbettung in die ER-Membran
ermöglicht
(strukturelle Aktivität).
Ein erwünschtes
Fragment des NS4B-Proteins behält
seine strukturelle Aktivität
in einem Ausmaß,
das die Polyprotein-Prozessierung in möglichst enger Anlehnung an
das native Produkt ermöglicht.
Ein erwünschtes
Fragment des NS5A-Proteins behält
seine strukturelle Aktivität,
um die Polyprotein-Prozessierung in möglichst naher Anlehnung an
das native Produkt zu ermöglichen,
während
auch seine funktionelle Aktivität
erhalten bleibt, um eine funktionelle NS5A/5B-Spaltungsstelle bereitzustellen.
Ein erwünschtes
Fragment des NS5B-Proteins muss ausreichend sein, um eine funktionelle
NS5A/5B-Spaltungsstelle aufrechtzuerhalten. Beispielsweise reichen
die ersten sechs Aminosäuren
des NS5B-Proteins für
diesen Zweck aus. Eine derartige funktionelle oder strukturelle
Aktivität
für die
jeweiligen Domänen
lässt sich
vom Fachmann leicht ohne unzumutbaren experimentellen Aufwand ermitteln.
-
Der
hier verwendete Ausdruck "Spaltungsstelle" bezieht sich auf
ein Polypeptid, das zur "cis"- oder "trans"-Spaltung durch die
HCV-NS3-Protease befähigt
ist.
-
Die
Ausdrücke "Zielspaltungsstelle" oder "Zielstelle", die hier verwendet
werden, beziehen sich auf eine Spaltungsstelle strangabwärts von
der NS3/4A-Spaltungsstelle.
Mindestens eine Zielstelle der NS3-Protease muss gespalten werden,
um eine Translokation des Transaktivators und eine Expression des
Reportergens zu erreichen und die Messung des Reportergenprodukts
zu ermöglichen.
Die NS3/4A-Spaltungsstelle wird hier nicht als "Ziel"-Stelle
angesehen, da deren Spaltung nicht von selbst das Reportergenprodukt
freisetzt.
-
Der
Ausdruck "funktionelle
Spaltungsstelle",
der hier verwendet wird, bedeutet eine Spaltungsstelle des Vorläufer-Polypeptids,
das modifiziert worden ist (durch Mutation oder durch andere chemische
Maßnahmen),
aber immer noch durch die NS3-Protease spaltbar bleibt. Nicht-beschränkende Beispiele
für derartige Modifikationen
sind eine konservative Substitution des Nucleinsäure-Codons oder von Aminosäuren.
-
Zellbasierter Test
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein zellbasiertes Surrogatsystem zur
Bewertung der Protease-Aktivität von
Hepatitis C-Virus-NS3-Protease bereit, das folgendes umfasst:
- a) ein erstes chimäres DNA-Molekül, umfassend:
i)
ein nicht-zytopathisches Expressionssystem, das bei Transfektion
in eine Säugetierzelle
zur Induktion der Expression der ersten Chimäre befähigt ist; und
ii) ein
rekombinantes HCV-DNA-Molekül
in funktioneller Verknüpfung
mit dem Expressionssystem, wobei das HCV-DNA-Molekül für das NS3-5-Polyprotein kodiert,
das folgendes umfasst:
– eine
aktive NS3-Proteasedomäne,
– eine NS4A-Domäne, die
ausreichend ist, bei Translation die Einbettung in die ER-Membran
zu ermöglichen
und als Kofaktor für
die NS3-Protease-Aktivität
zu wirken,
– NS4B-
und NS5A-Domänen,
einschließlich
beliebiger Derivate, Varianten oder Fragmente davon, und
– ein NS5B-Protein,
einschließlich
beliebiger Derivate, Varianten oder Fragmente davon, die ausreichen, eine
NS5A/5B-Spaltungsstelle für
die NS3-Protease bereitzustellen,
iii) und eine Transaktivatordomäne, die
strangabwärts
vom HCV-DNA-Molekül
fusioniert ist, wobei die Transaktivatordomäne für ein Transaktivatormolekül kodiert,
das zur Initiation der Expression eines Reportergens befähigt ist,;
- b) und ein zweites chimäres
DNA-Molekül,
das für
ein Reportergen kodiert, das gemeinsam mit einem Operon, das auf
das Transaktivatormolekül
antwortet, verbunden ist;
wobei die Expression des ersten
rekombinanten Moleküls
zur Erzeugung eines Fusionspolyproteins führt, das am endoplasmatischen
Retikulum der Säugetierzelle
verankert ist, wobei das verankerte Protein durch die Protease gespalten
werden kann, wodurch die Translokation der Transaktivatordomäne zur Induktion
der Expression des Reportergens als Mittel zur Bewertung der Protease-Aktivität ermöglicht wird.
-
Das
chimäre
Molekül
umfasst eine Nucleotidsequenz, die zur Expression des HCV-Polyproteins
mit der NS3-Domäne
befähigt
ist, sowie Varianten, Derivate oder Fragmente davon, die nach Translation
zur Bereitstellung in der aktiven Protease ausreichen. Dies umfasst
ein NS3-Protein, das so geschnitten ist, dass die Helicase-Domäne ausgeschlossen
ist, oder ein NS3-Protein, bei dem die Helicase-Domäne inaktiviert
ist.
-
Bei
der für
das zellbasierte Surrogatsystem notwendigem NS4A-Domäne ist es
erforderlich, dass das translatierte NS4A-Protein, Varianten, Derivate
oder Fragmente davon ausreichend sind, um bei Translation eine Einbettung
des Polyproteins in die ER-Membran zu ermöglichen und somit als Kofaktor
für die
NS3-Protease-Aktivität
zu wirken.
-
Bei
der für
das zellbasierte Surrogatsystem erforderlichen NS4B-Domäne ist es
notwendig, dass das translatierte Protein eine ausreichende Länge aufweist,
um eine korrekte strukturelle Orientierung der NS3-Protease im Hinblick
auf die NS5A/5B-Zielspaltungsstelle zu ermöglichen. Varianten, Derivate
oder Fragmente des NS4B-Proteins können daher an ihren Spaltungsstellen
(4A/4B oder 4B/5A) mutiert werden oder sie können so mutiert werden, dass
die native biologische Aktivität
beseitigt wird, ohne dass die Orientierungswirkung auf das Polyprotein
beeinträchtigt
wird.
-
Bei
der für
das zellbasierte Surrogatsystem erforderlichen NS5A-Domäne ist es
notwendig, dass das translatierte Protein eine ausreichende Länge aufweist,
um die korrekte strukturelle Orientierung der NS3-Protease im Hinblick
auf die NS5A/5B-Zielspaltungsstelle zu ermöglichen. Varianten, Derivate
oder Fragmente des NS5A-Proteins können daher an ihrer strangaufwärtigen Spaltungsstelle
(4B/5A) mutiert werden oder sie können so mutiert werden, dass
ihre entsprechende biologische Aktivität beseitigt wird, ohne ihre
Orientierungswirkung auf das Polyprotein und die NS5A/5B-Spaltungsstelle
zu beeinträchtigen.
Schließlich
muss die erfindungsgemäß notwendige
NS5A/5B-Spaltungsstelle funktionell sein, d. h. sie muss von der
NS3-Protease erkannt und durch diese gespalten werden. Derartige
funktionelle Zielspaltungsstellen umfassen Derivate, Varianten oder
Fragmente davon, sofern sie durch die NS3-Protease gespalten werden
können.
Eine bevorzugte NS5A/5B-Spaltungsstelle umfasst die ersten sechs
Aminosäuren
der NS5B-Domäne.
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Gemäß einem
alternativen Aspekt wird die Nucleotidsequenz bereitgestellt, die
für das
NS3-Polyprotein von voller Länge
kodiert. Alternativ wird eine partielle Nucleotidsequenz bereitgestellt,
die für
ein partielles Polyprotein kodiert, das Varianten der erforderlichen
Domänen
gemäß der vorstehenden
Definition umfasst.
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Alternativ
umfasst das chimäre
Molekül
eine Nucleotidsequenz, die zur Expression von Derivaten, Varianten
oder Fragmenten des Vorläufer-Polyproteins
befähigt
ist, das sämtliche
funktionellen Spaltungsstellen umfasst: NS3/4A; 4A/4B; 4B/5A; und
5A/5B. Alternativ handelt es sich zumindest bei NS5A/5B um eine
funktionelle Spaltungsstelle, während
die anderen Spaltungsstellen so modifiziert sein können, dass
sie nicht-funktionell sind.
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Das
nicht-zytopathische Promotorsystem umfasst den CMV-Promotor, das
frühe SV40-Promotorsystem
oder das RSV(Rous Sarcoma-Virus)-LTR-Promotorsystem.
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Das
Reportersystem umfasst eine Transaktivator-Domäne, die mit dem ersten rekombinanten
Nucleinsäuremolekül verbunden
ist, wobei der Transaktivator bei Abspaltung vom exprimierten Fusionsprotein
zum Nucleus wandert, um wiederum die Expression eines Reportergens
zu aktivieren, dessen Produkt als Mittel zur Bewertung der NS3-Protease-Aktivität gemessen
werden kann. Die Fusion einer Transaktivator-Domäne ergibt ein Amplifikationsniveau
zur Steigerung der Testempfindlichkeit. Gemäß einem speziellen Aspekt kann die
Aktivierung des Reportergensystems durch den Transaktivator spezifisch
gehemmt werden, als Maßnahme
zur Sicherstellung, dass die Spaltung des Vorläufer-Polyproteins spezifisch
ist (eingebaute negative Kontrolle). Ein derartiger spezieller Aspekt
umfasst ein System, das aus dem Verfahren von M. Gossen und H. Bujard
(1992) entwickelt worden ist. Dieses Verfahren betrifft die Bereitstellung
und potentielle Verwendung eines durch Tetracyclin kontrollierten
Transaktivators in einer Säugetierzelllinie.
Bei diesem Verfahren wird der tet-Repressor mit der Aktivierungsdomäne des Herpes-simplex-Virus-Proteins
16 (VP16) fusioniert, wodurch ein von Tetracyclin abhängiger Transaktivator
(tTA) entsteht. Dieser tTA initiiert die Transkription/Expression eines
Reportergens unter der Kontrolle eines kombinierten tet-Operon/Viruspromotors.
Das Produkt des Reportergens stellt einen Hinweis für die Genaktivierung
und Proteinexpression dar. Der Transaktivator kann sich an einer
beliebigen Stelle am chimären
Molekül
oder Fusionsprotein befinden, so lange er sich strangabwärts von
den Zielspaltungsstellen befindet und daher bei der Spaltung freigesetzt
wird. Insbesondere befindet sich der Transaktivator am 3'-Ende des rekombinanten
Moleküls.
Zu nicht-beschränkenden
Beispielen des Transaktivators gehören der Tetracyclin-Transaktivator
(tTA), NFκB,
HIV-1-tat und GAL-4. Insbesondere handelt es sich beim Transaktivator
um tTA. Zu nicht-beschränkenden
Beispielen für
das Reportermolekül
gehören
sezernierte alkalische Phosphatase, β-Galactosidase, Luciferase, Chloramphenicol-aminotransferase
und grün
fluoreszierendes Protein. Vorzugsweise handelt es sich beim Reportermolekül um SEAP
oder Luciferase. Insbesondere handelt es sich beim Reportermolekül um SEAP.
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Gemäß einem
bevorzugten Aspekt handelt es sich beim Reportersystem um eine Kombination
aus tTA und Luciferase (
US-5
464 758 ); oder um eine Kombination aus tTA und SEAP. Ganz
besonders handelt es sich beim Reportersystem um eine Kombination
aus tTA und SEAP.
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Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass verschiedene
Permutationen eines Transaktivators und eines Reportersystems unter
Anwendung von aus dem Stand der Technik bekannten Methoden kombiniert
werden können,
wobei alle diese Permutationen unter den Umfang der Erfindung fallen.
-
Da
für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung verschiedene Reportermoleküle geeignet
sind, korrespondiert demzufolge der Nachweis des Reportergenprodukts
mit der Anwendung bekannter Verfahren. Beispielsweise kann Luciferase
durch eine Chemilumineszenzreaktion unter Verwendung von Coenzym
A als Luciferase-Substrat (Luciferase-Testsystem der Fa. Promega,
NI, USA) gemessen werden und SEAP kann durch eine Chemilumineszenzreaktion
unter Beteiligung eines CSPD-Substrats und eines Enhancers gemessen werden
(Tropix, Inc., MA, USA).
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Rekombinante DNA-Moleküle und Proteine
-
Die
Erfindung stellt rekombinante DNA-Moleküle bereit, die bei diesem Test
geeignet sind. Demzufolge wird ein Nucleinsäuremolekül gemäß der Definition in SEQ ID
NO: 1 bereitgestellt.
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Die
Erfindung umfasst rekombinante Proteine, die aus den erfindungsgemäßen rekombinanten DNA-Molekülen hergestellt
worden sind.
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Gemäß einem
speziellen Aspekt dieser Ausführungsform
wird eine Aminosäuresequenz
gemäß der Definition
in SEQ ID NO: 2 bereitgestellt.
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Bezüglich der
vorstehend angegebenen Aminosäure-
und Nucleotidsequenzen fallen sämtliche
Varianten, Derivate und Fragmente davon, die funktionell mit den
hier angegebenen Sequenzen gleichwertig sind, unter den Umfang der
Erfindung.
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Vektoren
-
Die
Erfindung umfasst auch Vektoren, die beliebige dieser rekombinanten
DNA-Moleküle
umfassen. Gemäß einem
speziellen Aspekt der vorliegenden Erfindung kann das Nucleinsäuremolekül von SEQ
ID NO: 1 in ein Expressionsplasmid zur Transfektion in eine Wirtssäugetierzelle
inseriert werden. Gemäß einem
bevorzugten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfassen verschiedene
Plasmide, Vektoren oder Viren, die für die Zwecke der Erfindung
geeignet sind, Säugetierexpressionsplasmide,
Vektoren oder Viren, die dazu befähigt sind, eine Säugetierwirtszelle
in stabiler oder vorübergehender
Weise zu transformieren. Diese Produkte sind bekannt und fallen
unter den Umfang der Erfindung. Insbesondere werden die Plasmide
aus folgender Gruppe ausgewählt:
das Plasmid auf der Basis des pUHD15-1-CMV-Promotors, der das tTA-Gen
beinhaltet, und das pUHC13-3-tTA-steuerbare Luciferase- oder SEAP-Reporterplasmid.
Gemäß einem
besonders bevorzugten Aspekt dieser vierten Ausführungsform wird die Nucleinsäure von
SEQ ID NO: 1 in das pUHD15-1-Plasmid
inseriert.
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Transfektion
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Die
Transfektion der vorerwähnten
Vektoren in Wirtszellen kann gleichzeitig (Kotransfektion) oder
sequentiell erfolgen. Als eine Alternative kann zuerst die Transfektion
des Reportersystems durchgeführt
werden, um stabile Transfektanten zu erhalten, die dann später für eine zweite
Transfektion des die HCV-Domäne
enthaltenden Vektors verwendet werden, um für die vorliegende Erfindung
geeignete doppelte Transfektanten (vorübergehend oder stabil) zu erhalten.
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Wirtszellen
-
Die
vorliegende Erfindung umfasst eukaryontische Wirtszellen, die mit
diesen Vektoren transfiziert sind. Daher wird gemäß einem
speziellen Aspekt der Erfindung eine Wirtszelle bereitgestellt,
die mit einem Expressionsplasmid transfiziert ist, das das chimäre Molekül gemäß der vorstehenden
Definition umfasst. Insbesondere wird eine Säugetierzelllinie bereitgestellt,
die mit dem Nucleinsäuremolekül von SEQ
ID NO: 1 transfiziert ist. Gemäß einem
bevorzugten Aspekt handelt es sich bei der Wirtszelle um eine Säugetierzelle,
die in stabiler oder vorübergehender
Weise transformiert ist. Zu nicht-beschränkenden Beispielen für Säugetierwirtszellen
und -zelllinien gehören
primäre
Hepatozyten, Leberzelllinien, Fibroblasten, Lymphozyten, Nierenzellen und
dergl. Insbesondere wird eine humane Zelllinie bereitgestellt, die
vorübergehend
mit dem chimären
Molekül
transfiziert ist. In besonders bevorzugter Weise handelt es sich
bei der humanen Zelllinie um eine Leber- oder Nierenzelllinie. Insbesondere
kann die Wirtszelle aus folgender Gruppe ausgewählt werden: 293-, Huh-7-, WRL68-,
HepG2- und Chang-Zellen.
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Verfahren zum Identifizieren
von Inhibitoren
-
Die
Erfindung umfasst ein Verfahren zur Bewertung der NS3-Protease-Aktivität unter
Verwendung der erfindungsgemäßen rekombinanten
Moleküle
und transfizierten Wirtszellen. Gemäß einem speziellen Aspekt der
Erfindung wird ein Verfahren zum Screening auf einen anti-HCV-Inhibitor
unter Verwendung des vorstehend definierten Systems bereitgestellt.
Gemäß einem
speziellen Aspekt dieser sechsten Ausführungsform wird ein Verfahren
zur Bestimmung der HCV-NS3-Protease-Aktivität bereitgestellt,
das die folgenden Schritte umfasst:
- a) zunächst das
Inkubieren von transfizierten Wirtszellen gemäß den vorstehenden Ausführungen
unter Bedingungen, die bewirken, dass das HCV-NS3-5-Polyprotein und das Reportergenprodukt
exprimiert werden; und
- b) das Messen der Menge des exprimierten Genprodukts. Gemäß einem
weiteren speziellen Aspekt wird zum Identifizieren einer Verbindung
als Inhibitor der HCV-NS3-Protease bereitgestellt, das die folgenden Schritte
umfasst:
a, b) Testen der Aktivität der Protease in Abwesenheit
der Verbindung gemäß dem vorstehend
definierten Verfahren; und
- c) das Bestimmen der Aktivität
der Protease in Gegenwart der Verbindung durch das vorstehend beschriebene
Verfahren, wobei die Verbindung in Wirtszellen nach der ersten Inkubation
zugesetzt wird und die Wirtszellen ferner vor dem Testen der Aktivität inkubiert
werden; und
- d) das Vergleichen der Ergebnisse von Schritt c) mit den Ergebnissen
von Schritt b).
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Die
Tests und die Verfahren der vorliegenden Erfindung werden unter
Bedingungen des Wachstums von Säugetierzellen
durchgeführt,
die dem Fachmann geläufig
sind, d. h. bei physiologischem pH-Wert und physiologischen Salzkonzentrationen
unter Verwendung von Puffern, wie PBS, bei Temperaturen von 30 bis 42°C und in
geeigneten Zellkulturmedien und unter Einhaltung einer ausreichenden
Zeitspanne für
das Zellwachstum.
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Gemäß einem
bevorzugten Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die transfizierten Wirtszellen
für eine
ausreichende Zeitspanne inkubiert, um die Expression und Prozessierung
der kodierten Vorläufer-Aminosäuresequenz
und die Expression des Reportermoleküls zu ermöglichen. Insbesondere werden
die Zellen für
mindestens 1 Stunde und ganz besonders für mindestens 18 Stunden inkubiert
und die Menge des Reportergenprodukts wird mit einem Standard verglichen.
Unter einem Standard sind dabei entweder Wirtszellen, die nicht
transfiziert worden sind oder die mit einem Vehikel (einem Vektor
oder Plasmid, die nicht das rekombinante Nucleinsäuremoleküle, das
für die
Vorläufer-Aminosäuresequenz
kodiert, tragen) transfiziert sind, zu verstehen.
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Gemäß einem
bevorzugten Aspekt werden die transfizierten Wirtszellen ferner
in Gegenwart oder Abwesenheit von Testverbindungen etwa 30 Stunden,
insbesondere etwa 20 Stunden und ganz besonders etwa 10 Stunden
inkubiert und die Menge des Reportergenprodukts wird verglichen.
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Beispiele
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Materialien
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Sämtliche
Restriktionsenzyme wurden von der Fa. Pharmacia Biotech Inc. (Quebec,
Kanada) bezogen. Polymerase-Kettenreaktionen wurden mit sicherer
ID-Polymerase der Fa. ID Labs (ON, Kanada) gemäß den Anweisungen des Herstellers
durchgeführt.
Thermostabile alkalische Phosphatase wurde von der Fa. Gibco-BRL
(MD, USA) bezogen. Ligationsreaktionen wurden unter Verwendung von
T4-DNA-Ligase der Fa. Pharmacia Biotech Inc. (Quebec, Kanada) gemäß den Anweisungen
des Herstellers durchgeführt.
Die HCV-tTA-Chimären wurden
unter Verwendung des Vektors pUHD15-1 konstruiert, der für das tTA-Gen
kodiert, das durch den CMV-Promotor exprimiert wird (Display Systems
Biotechnology, Inc., CA, USA)., wobei die für HCV-Proteine kodierende Nucleotidsequenz
unter Verwendung der Restriktionsstellen für Xba 1 inseriert werden. Das
Luciferase-Reporterplasmid pUHC13-3 wurde ebenfalls von der Fa. Display
Systems Biotechnology bezogen. Das Plasmid pCR3.1 wurde von der
Fa. Invitrogen bezogen und das rekombinante Vaccinia-Virus, das
die T7-RNA-Polymerase
exprimiert, wurde von Bernard Moss (NIH, MD, USA) erhalten. Die
virale HCV1b-cDNA wurde durch RT-PCR einer humanen Serumprobe, die
mit dem Virus infiziert war, unter Verwendung der von der HCV-1b-Sequenz
von HCV-J4/83 (Genebank Hinterlegungsnummer D13558) abgeleiteten Primer
erzeugt und die für
die Amplifikation des 3'-Endes
verwendeten Primer waren von dem Produkt mit der Genebank-Hinterlegungsnummer
D36922 abgeleitet. Diese HCV-cDNA wurde sequenziert (partielle Sequenz in
SEQ ID NO: 1) und diente als Matrize bei den Amplifikationsreaktionen
der spezifischen HCV-Segmente, die bei der Konstruktion der in den 2A bis 2I dargestellten
rekombinanten Moleküle
verwendet wurden. Übliche
Verfahren wurden für
sämtliche
Vorgänge
der Amplifikationsreaktionen, des Restriktionsenzymverdaus, der
positionsgerichteten Oligonucleotid-Mutagenese, der Klonierung,
der Isolierung von Plasmid-DNA, der Zellkultur, der Transfektionen
und der Western-Blotting-Analysen angewandt (Sambrook et al., 1989).
Amplifikationsprodukte, die mit dem vorstehend beschriebenen Primerpaaren
erzeugt worden waren, wurden mit den Restriktionsenzymen Nhe 1 und
Xba 1 verdaut und in das Xba 1-Restriktionsplasmid
pUHD15-1, das in E. coli transformiert war, kloniert. Die Transformanten
wurden durch Restriktionsenzymanalyse einem Screening auf die Direktionalität unterzogen.
Die ausgewählten,
im Raster befindlichen HCV-tTA-Chimären sind
in den 2A bis 2I dargestellt.
Jede dieser HCV-tTA-Chimären
wurde zusätzlich
in das Plasmid pCR3.1 durch TA-Klonierung (Invitrogen, CA, USA)
subkloniert, wodurch man die HCV-tTA-Chimären unter die Kontrolle eines
T7-Promotors stellte.
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Beispiel 1: RT-PCR von HCV-1b und Sequenzierung
des Amplifikationsprodukts
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Eine
Humanserumprobe, die HCV-1b-RNA aufwies, wurde unter Verwendung
der sense- und antisense-Primer, die die HCV-1b-cDNA-Sequenz überspannen
(HCV J4/83; Hinterlegungsnummer D13558), revers transkribiert und
amplifiziert. Die 3'-Endsequenz
wurde unter Verwendung der von Kolykhalov et al. (1996) beschriebenen,
von HCV-abgeleiteten Primer (Hinterlegungsnummer D63922) amplifiziert.
RT-PCR-Reaktionen erzeugten 4 überlappende
Fragmente, die das gesamte HCV-1b überspannten. Die Fragmente
wurden durch Verdau an einzigen Restriktionsenzymstellen zusammengesetzt
und zur Bildung von HCV-cDNA
von voller Länge
ligiert. Die erhaltene cDNA wurde vollständig sequenziert und als Matrize
bei sämtlichen
Amplifikationsreaktionen verwendet. Die Amplifikationsprodukte wurden
bei der Konstruktion der in dieser Anmeldung beschriebenen Chimären verwendet.
Die sequenzierte Polyproteinregion, die mit tTA fusioniert ist,
ist in SEQ ID NO: 1 dargestellt und die translatierte Aminosäuresequenz
ist in SEQ ID NO: 2 dargestellt.
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Beispiel 2: Amplifikation der bei der
Konstruktion der Chimären
verwendeten HCV-Fragmente
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Der
Vowärtsprimer
GGCGCTAGCGCGCCCATCACGGCCTAC (SEQ ID NO: 3), der komplementär zum 5'-Ende des NS3-Gens
ist und eine Nhe 1-Stelle enthält,
wurde bei sämtlichen
Amplifikationsreaktionen verwendet. Alle hier verwendeten, zum 3'-Ende komplementären Primer
enthalten eine Xba 1-Stelle. Der reverse Primer GGCTCTAGAGTAAGGGAGGTGTGAGGC
(SEQ ID NO: 4) wurde zur Amplifikation der Sequenzen für die Chimären A und
B verwendet. Er enthält
die NS4B-P1'- bis
P6'-Spaltungsstelle.
Der reverse Primer GGCTCTAGAGTAAGGGAGGTGTGAGGGGCGCTCTTCC (SEQ ID
NO: 5) wurde zur Amplifikation der HCV-Sequenz für die Chimäre C verwendet und entspricht
der NS4B-P1'- bis
P6'-Spaltungsstelle,
wobei Substitutionen in den NS4A/NS4B-P1-P1'-Resten eingeführt sind.
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Die
beiden überlappenden
reversen Primer GCAGCAGACGACGTCCTCGAATTCCCGGTAG AG GAC (SEQ ID NO:
6) und GGCTCTAGACCATGTGTAGGACATCGAGCAGCAGACGACGTCCTC (SEQ ID NO:
7) wurden zur Amplifikation der HCV-Sequenzen für die Chimären D und E verwendet, wobei
die NS4A/NS4B-Spaltungsstelle der entsprechenden Klone A und B durch
die NS5A/NS5B-Spaltungsstelle ersetzt ist.
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Zwei überlappende
reverse Primer GCAGCAGACGACGTCCTCGAATTCCCGGTAGAGGAC (SEQ ID NO:
6) und GGCTCTAGACCATGTGTAGGACATAGGCCTGCAGACGACGTCCTC (SEQ ID NO:
8) wurden zur Amplifikation der HCV-Sequenz für die Chimäre F verwendet. Sie entsprechen
der NS5B-P1'- bis
P6'-Spaltungsstelle,
wobei Substitutionen in die NS5A/NS5B-P1-P1'-Reste eingeführt sind.
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Die
HCV-Sequenz für
die Chimäre
G wurde durch Amplifikation der HCV-cDNA von voller Länge mit den Primern von SEQ
ID NO: 3 und SEQ ID NO: 7 erzeugt. Dies ergab eine Sequenz, die
das HCV-NS3- bis einschließlich
NS5B-P6'-Codon überspannte.
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Gleichermaßen wurde
die HCV-Sequenz für
die Chimäre
I durch Amplifikation der HCV-cDNA-Matrize von voller Länge mit
den Primern von SEQ ID NO: 3 und SEQ ID NO: 8 erzeugt. Dadurch entstand
eine Sequenz, die das HCV-NS3- bis einschließlich NS5B-P6'-Codon überspannte
und eine P1-P1'-Spaltungsstellensubstitution
enthielt.
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Die
Klone B, E und H wurden unter Verwendung einer HCV-cDNA-Matrize
amplifiziert, die durch positionsgerichtete Mutagenese mit dem Oligonucleotid
CCCCCGGGTGCACACAGCTGCCCGGAAGATGCCCACAACGGCCCCGAAGG GCAGAGCAGTGGGCCACCCGCAGAGCC
(SEQ ID NO: 9) modifiziert war, wobei eine Mutation von Serin zu
Alanin am Rest 1165 eingeführt
war, wodurch ein mutantes NS3-aktives Zentrum gebildet wurde.
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Die
nicht-strukturellen Regionen des HCV-Polyproteins, die in den Konstrukten
A bis I enthalten sind, werden durch NS3-Protease-Spaltung prozessiert,
wobei die Spezifität
durch die Aminosäuresequenz,
die die Verbindungsstellen der einzelnen Proteine überspannt,
bestimmt wird. Diese Bevorzugung von Spaltungsstellen wurde vorher
in vitro mit Peptidsubstraten und gereinigter NS3-Protease reproduziert
(Übersichtsartikel von
Kwong et al., 1998).
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Gemäß der vorliegenden
Anmeldung wird die in vivo-Spaltung geprüft. Die Expression des Polyproteins
in einer Vielzahl von heterologen Expressionssystemen und das Auftreten
von reifen HCV-Proteinen wird durch eine indirekte Prüfung der
prozessierten Produkte durch Western-Blot-Analysen überwacht.
In dem Bemühen,
einen optimalen reporterbasierten Test auf NS3-Protease-Aktivität mit hohem Durchsatz bereitzustellen,
wurden verschiedene Konstrukte von HCV-Polyproteinsegmenten in Fusion
mit einem Aktivator/Reporter gemäß Darstellung
in 2A bis 2I bewertet.
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Drei
verschiedene Familien von HCV-tTA-Fusionen wurden konstruiert und
der Wirkungsgrad einer in vivo-Spaltung wurde geprüft. Die
Ergebnisse belegen, dass die Wirksamkeit der NS3-Spaltung nicht
nur von der Sequenz, die die Spaltungsstelle überspannt, festgelegt wird,
sondern auch durch den Positionszusammenhang der Stelle, bezogen
auf übrige
Bereiche oder Domänen
im HCV-Polyprotein.
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Die
drei Familien von HCV-tTA-Fusionen, die zur Demonstration dieses
Befunds verwendet werden, sind: die Klone A, B und C, die NS3 bis
NS4A überspannen,
weisen den tTA-Aktivator in Fusion mit der 6. Aminosäure von
NS4B auf, so dass eine Spaltung des tTA die Prozessierung des NS4B-Proteins
nachahmt;
die Klone D, E und F sind ähnlich wie (i), mit der Ausnahme,
dass das Segment mit 12 Aminosäuren,
das die NS4A/NS4B-Verbindungsstelle überspannt (DEMEEC ↓ ASHLPY),
zu der Sequenz, die die NS5A/NS5B-Verbindungsstelle überspannt
(EDVVCC↓SMSYTW),
abgeändert
wurde. Diese Variante bringt den tTA in Positionsverbindung mit
NS4B, enthält
aber eine wirksamere Spaltungsstelle (NS5A/NS5B); und
die Klone
G, H und I umfassen die nicht-strukturelle HCV-Region, die am NS3-Aminoterminus
beginnt und bei der 6. Aminosäure
von NS5B endet, in Fusion mit dem tTA, so dass eine Spaltung des
tTA die Prozessierung des NS5B-Proteins
in seinem Positionszusammenhang nachahmt.
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Die
Varianten (Klone B, E und H) enthalten eine Mutation des aktiven
NS3-Protease-Zentrums
(Serin 1165 in Alanin, wobei sich der Aminosäurerest in der 1165. Position
vom Start des HCV-Polyproteins aus befindet). Diese Varianten werden
als Kontrollen zum Nachweis dafür
verwendet, dass die tTA-Spaltung von einer aktiven NS3-Protease
abhängig
ist.
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Die
Varianten (Klone C, F, I) enthalten die P1-P1'-Spaltungsstelle, die zu einem R-P-Diaminosäuremotiv
mutiert ist. Diese dienen als Kontrollen zum Nachweis dafür, dass
die tTA-Prozessierung ausschließlich
von einer funktionellen NS3-Spaltungssequenzstelle an der manipulierten
Verbindungsstelle mit dem tTA-Aktivator abhängt.
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Beispiel 3: Sichtbarmachung der HCV-tTA-Fusionen
in transfizierten/T7-Vaccinia-Virus (vvT7-3)-infizierten Zellen
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Da
die Expression der HCV-NS3-Protease mit dem CMV-Promotor für eine Sichtbarmachung
durch Western-Analyse zu gering war, verifizierten wir die Aktivität der Proteasen
in jeder dieser Chimären
durch die Expression der Fusionsproteine in 293-Zellen unter Verwendung
des Vaccinia-Virus T7 (vvT7-3)-Expressionssystems
(O. Elroy-Stein und B. Moss, 1998).
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Bis
zu einer Konfluenz von 60% in 6-Muldenplatten in DMEM-10% FBS gezüchtete Zellen
wurden mit vvT7-3 (moi-Wert 10–15)
infiziert und unter Anwendung des Calciumphosphatverfahrens mit
5 μg pCR3.1-HCV-tTA-Konstrukten A, B
und C transfiziert. 18 Stunden nach der Transfektion wurden die
Zellen geerntet und Proteine aus dem Lysat von vollständigen Zellen
wurden durch SDS-PAGE aufgetrennt und elektrophoretisch auf eine
Membran übertragen.
Die Membran wurde mit HCV-spezifischen polyklonalen Antikörpern geprüft.
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Das
Plasmid pCR3.1, das die Chimären
A, B, C, D, E, F, G, H oder I enthielt, wurde in die vvT7-infizierten
293-Zellen transfiziert und die HCV-Protein-Prozessierung wurde durch Western-Blot-Analyse
unter Verwendung eines HCV-spezifischen
polyklonalen Antiserums geprüft.
Von der Chimäre
A wird gezeigt, dass sie mit reifem NS3- und NS4A-Protein reaktive
Banden erzeugt (3A und 3B, Bahnen
A). Da das NS4A-Protein nur 54 Aminosäuren umfasst, ist es erforderlich,
ein Gel unter Bedingungen laufen zu lassen, die den Nachweis eines
Moleküls
mit geringerem Molekulargewicht ermöglichen (3B,
unteres Feld). Die Chimäre
B, die für
die inaktive S1165A-Mutation von NS3 kodiert, prozessiert den Polyprotein-Vorläufer nicht, wie
durch das Fehlen von NS3- und NS4A-reaktiven Banden gezeigt wird (3A bzw. 3B,
Bahnen B). Die Chimäre
C mit einer NS4A/NS4B-Spaltungsstellenmutation erzeugt eine reaktive
Bande, die reifem NS3 entspricht (3A, Bahn
C), jedoch keine reife NS4A-reaktive Bande. Das Fehlen einer Spaltung
an der NS4A-tTA-Spaltungsstelle (3B, Bahn
C) wird durch den Nachweis der NS4A-tTA-Fusion beim anti-NS4A-Western-Blot
bestätigt.
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In
den Chimären
D, E und F war die NS4A/4B-Spaltungsstelle durch die NS5A/5B-Spaltungsstelle
ersetzt. Eine Expression der transfizierten Wirtszellen mit einem
Gehalt an der Chimäre
D erzeugt eine reaktive Bande, die reifem NS3-Protein entspricht (4,
Bahn D). Die Chimäre
E, die die S1165A-Mutation trägt,
weist keine offensichtlich NS3-reaktive Bande auf (4,
Bahn E), was zeigt, dass der Polyprotein-Vorläufer nicht prozessiert worden
ist. Die Chimäre
F mit einer aktiven NS3-Protease erzeugt ein reifes NS3, weist aber
eine Spaltungsstellenmutation auf, die vermutlich die Spaltung an
der NS4A-tTA-Spaltungsstelle
blockiert (4, Bahn F).
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Das
verfügbare
anti-NS4A-Antiserum erkennt ein Epitop am C-Terminus des NS4A-Proteins.
Bei den Chimären
D, E und F war dieses Segment zur Bereitstellung der NS5A/NS5B-Spaltungsstelle
modifiziert worden. Daher konnten Western-Blot-Analysen unter Verwendung
von anti-NS4A-Antiserum als Sonde für diese Chimären nicht
das modifizierte NS4A nachweisen. Die Chimären G, H und I enthalten den
Großteil
des HCV-Polyproteins. Die Expression der Transfektanten mit einem
Gehalt an der Chimäre
G führt
zu einer Prozessierung des Vorläufer-Polyproteins zu den
erwarteten reifen Proteinen NS3, NS4A und NS5A. Diese Produkte wurden
durch Western-Analysen unter Prüfung
mit den entsprechenden Antiseren sichtbar gemacht (5A, 5B und 5C,
Bahnen G). Die Chimäre
H, die die S1165A-Mutation unter Inaktivierung von NS3 aufweist,
prozessiert den Polyprotein-Vorläufer
nicht und bildet keines der reifen Proteine (5, Bahn H).
Die Chimäre
I, die eine NS5A/5B-Spaltungsstellenmutation trägt, erzeugt reife NS3- und
NS4A-Proteine (5A und 5B, Bahnen
I) und spaltet nicht an der NS5A/tTA-Spaltungsstelle (5C,
Bahn I).
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Beispiel 4: Luciferase-Test
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Die
drei Familien (Klone A, D und G) von HCV-tTA-Chimären und
ihre Varianten mit Mutation des aktiven Zentrums und der Spaltungsstellen
wurden mit dem pUHC13-3-Reporter in 293-Zellen kotransfiziert, um das
Ausmaß der
NS3-abhängigen Luciferase-Expression
zu bestimmen (6). Zellen in 35 mm-Mulden wurden mit
den einzelnen Konstrukten gemäß den 2A bis 2I und
dem pUHC13-3-Reporterplasmid unter Anwendung des Calciumphosphatverfahrens
kotransfiziert. Die Zellen wurden 48 Stunden nach der Transfektion
geerntet und 2-mal in phosphatgepufferter Kochsalzlösung gewaschen.
Die geernteten Zellen wurden in 200 μl Lysispuffer (25 mM Tris-Phosphat, pH-Wert
7,8, 2 mM DTT, 2 mM 1,2-Diaminocyclohexan-N,N,N',N'-tetraessigsäure, 10%
Glycerin und 1% Triton X-100) lysiert und 5 Minuten bei 12 000 g
zentrifugiert. Ein Aliquotanteil von 10 ml des Überstands wurde mit 50 μl Luciferase-Testreagenz
(Promega) in einer Platte mit 96 Mulden vermischt und die erzeugte
Lichtmenge wurde unter Verwendung eines Digene-Luminometers oder
eines Packard-Topcount-Szintillationszählers gemessen.
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Die
Chimäre
A erzeugte ~1 200 000 cps Luciferase-Aktivität. Dieses Signal ist 2- bis
3-fach höher
als die von der Chimäre
B (inaktive NS3-Protease) und der Chimäre C (Spaltungsstellenmutation)
erzeugte Luciferase (500 000 cps).
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Die
HCV-tTA-Fusionsfamilie, die durch die Chimäre D repräsentiert wird, erzeugte ~1
300 000 cps Luciferase-Aktivität
in 293-Zellen. Die NS3-Abhängigkeit
dieses Signals wird durch die signifikant geringere Menge an Luciferase
(100 000–300
000 cps), die durch die Chimäre
E (inaktive NS3-Protease) und die Chimäre F (Spaltungsstellenmutation)
erzeugt wird. Die längste
HCV-tTA-Fusion, die durch die Chimäre G repräsentiert wird, erzeugte das
höchste
Luciferase-Signal (~2 200 000 cps). Die NS3-Abhängigkeit dieses Signals wird durch
die geringe Menge an Luciferase (100 000–300 000 cps), die durch die
Chimäre
H (inaktive NS3-Protease) und die Chimäre I (Spaltungsstellenmutation)
erzeugt wird, bestätigt.
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Das
in transfizierten 293-Zellen erzeugte NS3-abhängige Luciferase-Signal kann
als ein Verhältnis des
Signals, das aus Wildtyp/Mutante des aktiven Zentrums erhalten wird,
angegeben werden (7). Das Verhältnis von A/B, D/E und G/H
ergibt eine 3-, 15,4- bzw. 28,1-fache Aktivierung von Luciferase.
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass das Konstrukt G, das sämtliche Domänen des HCV-NS3-5-Polyproteins
aufweist (einschließlich
der Region aus NS3 bis zur 6. Aminosäure von NS5B) und die NS5A/NS5B-Spaltungsstelle,
der ihre "natürliche" Umgebung vorausgeht,
enthält,
die höchste
Aktivierung von Luciferase bewirkte.
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Beispiel 5: Interne Tetracyclin-Kontrollvalidierung
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Aus
den HCV-tTA-Chimären
exprimiertes reifes tTA funktioniert in einer Tetracyclin-kontrollierbaren
Art und Weise. Beispielsweise belegt 8, dass
Lysate aus Zellen, die mit der aus dem pUD15-1- und dem pUHC13-3-Reporter
exprimierten Chimären
G transfiziert wurden, eine Tetracyclin-empfindliche Luciferase-Aktivität zeigen.
Zellen, die die Chimäre
G in Abwesenheit von Tetracyclin exprimieren, bilden mehr als 2 000
000 cps Luciferase-Aktivität.
In Gegenwart von Tetracyclin wird die Aktivität des reifen tTA-Aktivators
gehemmt, was zu einer Luciferase-Aktivität von 40 000 cps führt. In
Abwesenheit von Tetracyclin liegt die Menge der von den G-Chimären-Transfektanten
erzeugten Luciferase in der gleichen Größenordnung wie die Menge der
aus Kontroll-pUHD15-1
erzeugten Luciferase. Außerdem
belegt die Kotransfektion mit der Chimären H und pUHC13-3, dass die
tTA-Aktivierung von Luciferase eine aktive NS3-Protease erfordert.
Chimäre
H-Transfektanten, die für
eine inaktive Protease kodieren, können keinen reifen tTA erzeugen,
wobei sich eine Luciferase-Aktivität von nur 90 000 cps ergibt.
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Beispiel 6: Luciferase-Test in transfizierten
Leberzellen (WRL68)
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Da
HCV in Leberzellen auftritt, war es wichtig zu verifizieren, dass
dieser Test gleichermaßen
in Leberzellen funktioniert. Daher wurde die Luciferase-Aktivierung in der
Leberzelllinie WRL68 für
jede der Chimären
geprüft
(9). Es wurde festgestellt, dass die Aktivierung
in dieser Zelllinie von NS3 abhängig
ist und dass der Wirkungsgrad der Aktivierung der Luciferase-Expression
in unterschiedlichen Chimären
(10) analog zum Wirkungsgrad der Chimären in 293-Zellen
ist.
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Beispiel 7: Optimierung der Luciferase-Aktivierung
relativ zur Menge an DNA
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Ein
kritischer Aspekt von Kotransfektionsexperimenten ist die Menge
der in Zellen eingeführten
Plasmid-DNA. Dieses Zweikomponentensystem erforderte eine Optimierung
der relativen Mengen des HCV-tTA-Plasmids und des Luciferase-Reporterplasmids.
Ein Bereich von 0,1 bis 1 μg
an HCV-tTA-Plasmid G wurde in 293-Zellen (50% Konfluenz in Platten
mit 6 Mulden) mit 0,2 μg
des pUHC13-3-Luciferase-Reporterplasmids kotransfiziert (11).
Eine optimale Luciferase-Aktivierung in diesen Transfektanten wurde
mit 0,4 bis 0,7 μg
HCV-tTA-Plasmid
erreicht. Gleichermaßen
war eine optimale Luciferase-Aktivierung mit 0,4 bis 0,7 μg der HCV-tTA-Chimären G in
WRL68-Zellen ersichtlich (12).
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Beispiel 8: NS3-traps-Spaltungsaktivität
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Aus
dem Polyprotein von voller Länge
erzeugte NS3-Protease kann die NS5A/5B-Verbindungsstelle in trans-Stellung
spalten (Tomei et al., 1993; Gartenschlager et al., 1994; Lin et
al., 1994). Die Eignung von HCV-tTA-Chimären wurde dazu herangezogen,
die NS3-trans-Spaltungsaktivität
zu belegen. 13 zeigt, dass die Chimäre G die
Expression von Luciferase unter Erzeugung von ~2 000 000 cps aktivieren
kann. Die Chimären
H und I, die eine inaktive Protease bzw. eine Spaltungsstellenmutation
an der tTA-Verbindungsstelle enthalten, aktivieren Luciferase in
signifikant geringerem Maße
(vergl. 5). Eine 3-fache Transfektion
der Chimären
H und I und des pUHC13-3-Reporters in 293-Zellen stellt die Luciferase-Aktivität wieder
her (~2 000 000 cps), was zeigt, dass die aus der Chimären I exprimierte
aktive NS3-Protease die "native" (unmodifizierte) NS5A/5B-Verbindungsstelle,
die in der Chimären
H kodiert wird, spalten kann. Eine ähnliche 3-fache Transfektion
der Leberzelllinie WRL68 stellte partiell die Luciferase-Aktivität wieder
her (14).
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Beispiel 9: SEAP-Test (System mit hohem
Durchsatz)
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In
CHO-SFMII-Medium (GIBCO BRL), das mit 10% fötalem Kälberserum ergänzt war,
gezüchtete
Leberzellen Huh-7 wurden mit der Chimären G und einem pUHC13-3-SEAP-Reporterplasmid
(modifiziertes pUHC13-3) unter Verwendung von FuGene6 (Boehringer
Mannheim, Deutschland) kotransfiziert. Das pUHC13-3-Reporterplasmid
wurde unter Ersetzen der Luciferase durch SEAP modifiziert. Nach
einer 5-stündigen
Inkubation wurden die Zellen gewaschen, trypsiniert und in einer
Menge von 80 000 Zellen pro Mulde in einer Kulturplatte mit 96 Mulden,
die unterschiedliche Konzentrationen der Verbindung enthielt, ausgestrichen und
24 Stunden inkubiert. Die Menge an SEAP, die in das Medium sezerniert
wurde, wurde mit dem Phospha-Light-Substrat (Tropix Inc., MA, USA)
gemessen.
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Beispiel 10: Validierung mit einem spezifischen
NS3-Inhibitor
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Der
hier beschriebene Test wurde mit einer Verbindung validiert, von
der gezeigt worden war, dass sie NS3-Protease mit einem IC
50-Wert von 40 nM in dem in
WO-00/09543 beschriebenen enzymatischen
Test hemmte.
15 zeigt, dass die Menge der
gemessenen sezernierten SEAP in dosisabhängiger Weise verringert wird.
Dieses Ergebnis zeigt ferner, dass diese Verbindung zellpermeabel
ist und seine Hemmwirkung in einem zellbasierten Test behält. Der
EC
50-Wert dieser Verbindung beträgt bei Bestimmung
im erfindungsgemäßen Test
75 nM. Eine Erhöhung
der Konzentration der Verbindung führte in dosisabhängiger Weise
zu einer Verringerung der Menge der sezernierten SEAP, entsprechend
einer verstärkten
Hemmung der Spaltung an einer oder mehreren Stellen durch NS3-Protease-Aktivität. Außerdem hemmte
im Kontrollexperiment (
15, offene Quadrate) die Verbindung
nicht in signifikanter Weise die Kontroll-tTA-Aktivität in Konzentrationen unter 1 μm. Diese
Verbindung bestätigt
die Eignung und die Spezifität
des erfindungsgemäßen Tests.
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Ein überraschendes
und vorteilhaftes Merkmal der Erfindung besteht darin, dass das
chimäre HCV-Molekül, das sämtliche
Spaltungsstellen des nativen NS3-Polyproteins
bis etwa zur 6. Aminosäure
von NS5B umfasst, das wirksamste Konstrukt zur Bewertung der HCV-NS3-Protease-Aktivität in einer
Säugetierzelle
darstellt. Diese Chimäre
ahmt die Prozessierung der nicht-strukturellen Region von HCV von
voller Länge nach,
die den heterodimeren NS3-NS4A-Protease- Komplex bildet, wodurch die Aktivität der NS3-Protease verbessert
wird. Die verbesserte Wirksamkeit dieses rekombinanten Moleküls schuf
die Basis für
ein neues System zum Testen der NS3-Protease-Aktivität, das spezifischer
und empfindlicher als andere bekannte Tests ist. Ferner eignet sich
dieses verbesserte neue System zur Bereitstellung eines Testsystems
zum Screening von Inhibitoren der Protease-Aktivität, das einer
Maßstabvergrößerung zu
einem Screeningsystem mit hohem Durchsatz zugänglich ist.
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Diskussion
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Wie
aus den 7 und 8 ersichtlich
ist, hat die Anmelderin repräsentative
Konstrukte des Stands der Technik reproduziert (Konstrukte A und
D) und versucht, dieses System in einem Test mit hohem Durchsatz zu
verwenden, ohne dabei zu optimalen Ergebnissen zu gelangen. Das
erhaltene Signal und das Signal/Rausch-Verhältnis waren nicht so optimal,
dass eine Automatisierung des Tests möglich gewesen wäre.
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Ein
Weg zur Verbesserung der Empfindlichkeit des Tests besteht in der
Bereitstellung eines Konstrukts, das im wesentlichen Umfang die
authentische Konformation des reifen NS3-5-Polyproteins reproduziert
und dabei die NS3-Protease-Aktivität im nativen
Zusammenhang nachahmt. Überraschenderweise
ergibt das erfindungsgemäße Konstrukt
im Vergleich zu herkömmlichen
Systemen eine Steigerung des Signal/Rausch-Verhältnisses um den Faktor 2 bis
6.
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Die
Anmelderin hat daher ein neues und verbessertes zellbasiertes System
und einen Test zur Messung der Protease-Aktivität in zuverlässiger und reproduzierbarer
Weise entwickelt. Nach Durchführung
der Experimente gemäß den 7 und 9 hat
die Anmelderin überraschenderweise
festgestellt, dass zusätzliche
Spaltungsstellen am Protease-Substrat das erhaltene Signal verbessern.
Dies ist insofern überraschend, als
nur ein einziges Transaktivator-Molekül freigesetzt
wird, unabhängig
davon, ob das Substrat an einer, zwei oder drei Stellen gespalten
wird. Die Tatsache, dass das Signal zunimmt, ist unerwartet und
für dieses
System günstig.
Speziell zeigen die 7 und 9 die Zunahme
des erhaltenen Signals bei Verwendung des Konstrukts A (1 Spaltungsstelle
gemäß dem Stand
der Technik) im Vergleich zum Konstrukt D (1 weitere Spaltungsstelle)
und im Vergleich zum Konstrukt G (natives Polyprotein). Die Anmelderin
konnte keine Vorhersage darüber
treffen, dass das Konstrukt G eine Steigerung der Aktivität in ausreichend
hoher und reproduzierbarer Weise ergeben würde, um einen Test mit hohem
Durchsatz bereitzustellen.
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Die 8 und 10 zeigen,
dass in Abhängigkeit
von der verwendeten Zelllinie jede zusätzliche Spaltungsstelle ein
2- bis 6-fach stärkeres
Signal liefert, ohne dass das Hintergrundsignal zunimmt, was zeigt, dass
die Hinzufügung
von weiteren Spaltungsstellen dem System eine erhöhte Aktivität verleiht,
verglichen mit dem Zustand, der erwartet werden konnte. Dieser Befund
konnte auf der Grundlage des Stands der Technik nicht vorhergesehen
werden und wurde durch den Stand der Technik nicht nahegelegt.
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Zusätzlich zur
Steigerung der Aktivität
scheint sich eine Erhöhung
der Spezifität
der sequentiellen Spaltungen durch die NS3-Protease zu ergeben.
Eine kürzlich
aufgetauchte Theorie, die auf in vitro-Strukturstudien der HCV-NS3-Protease beruht,
besagt, dass die katalytische Tätigkeit
von NS3-Protease durch spezifische Substrate stabilisiert wird,
die zur Enzymaktivierung über
einen induzierten Mechanismus beitragen (Barbato et al., EMBO J.,
Bd. 19 (2000), S. 1195–1206).
Der beanspruchte Erfindungsgegenstand, dass ein zellbasierter in
vivo-Test, bei dem mehrfache Substrate, wie sie im Zusammenhang
mit einem Polyprotein präsentiert
werden, einverleibt sind, zu einer NS3-Protease mit einer höheren spezifischen
zellbasierten Aktivität führt, liefert
eine biologische Stütze
für diese
Theorie.
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Ferner
ist der Expressionsgrad des Polyproteins mit nicht-zytopathischen
Expressionssystemen, wie dem CMV-Promotor, so gering, dass man das
exprimierte Protein nicht sichtbar machen kann (es sei denn, es wird
das Vaccinia-Virus-Expressionssystem
verwendet). Es ist daher um so überraschender,
dass ein derartiger niedriger Expressionsgrad zu einem guten Nachweis
von Luciferase oder SEAP führt.
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