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TECHNISCHES GEBIET
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Die
vorliegende Erfindung betrifft das magnetische Abfühlen einer
Bewegung in einer Mikro-Vorrichtung. Insbesondere betrifft die Erfindung
eine magnetische Abfühleinheit
zum Messen von Verschiebungen oder Krümmungen im Nanometerbereich.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die
Miniabwisierung von mechanischen Komponenten und Vorrichtungen stellt
neue Anwendungen in verschiedenen Gebieten bereit und ermöglicht das
Verständnis
einer neuen Welt und deren Verwendungsmöglichkeiten, nämlich der
sogenannten Nanowelt. Am Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Grundlage
für das
Zeitalter der Mikro- und Nanomechanik gelegt. Chargenbearbeitung
auf der Basis aktueller Chipherstellungsverfahren wurde eingeführt, welche
ein erhebliches Potential für
die Erzeugung von Hochleistungssystemen und -vorrichtungen bei geringen
Kosten hat. Anwendungen im Bereich der Massendatenspeicherung führen zu
erheblich kleineren Speichervorrichtungen und eröffnet Möglichkeiten im Bereich der
Ausführung
von Speicherdichten im Bereich von hunderten an Gigabits pro Quadratzoll.
Auf dem Gebiet der Mikroskopie wurden in den vergangenen Jahren
beispielsweise das Scanning-Tunnelmikroskop (STM) und das Rasterkraftmikroskop
(AFM) für
die Oberflächenanalyse
im atomaren Bereich erfolgreich eingeführt. Solche Mikroskopieverfahren,
im Allgemeinen als Rastersondenmikroskopie (SPM) bezeichnet, verwenden
einen flexiblen Ausleger mit geringen Abmessungen, wobei der Ausleger
mithilfe Mikroverarbeitungsverfahren hergestellt ist. Der Ausleger
mit einer scharfen Spitze wird über
eine Oberfläche
einer Probe geführt
und die Verschiebung oder die Bewegung des Auslegers wird detektiert,
um ein Bild mit einer atomaren Auflösung zu erhalten. Eine Vielzahl optischer
Verfahren wurde zum Detektieren der Ausleger-Ablenkungen entwickelt. Übliche Kräfte zwischen Spitze
und Probenbereich von 6 bis 11 nN und Abweichungen im minimalen
Umfang von 0,001 nm können detektiert
werden. Die drei verschiedenen Betriebsarten sind Kontaktmodus,
Nicht-Kontakt- oder
Dynamikkraftmodus und Klopfmodus, welche die Detektion lateraler,
magneti scher, elektrostatischer und Van-der-Waals-Kräfte ermöglichen.
So kann ein solcher Ausleger zum Schreiben und Lesen von Daten eingesetzt
werden.
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Obwohl
die vorliegende Erfindung auf verschiedenste mikromechanische Anwendungen
angewendet werden kann, wird in ihrer Beschreibung der Schwerpunkt
auf die Anwendung auf Ausleger gelegt.
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Heutzutage
sind einige Verfahren bekannt, die Verschiebungen oder die Bewegung
von Auslegern messen, die beispielsweise in der Rastersondenmikroskopie
(SPM) oder in anderen vorgefertigten Vorrichtungen verwendet werden.
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Das
optische Verfahren, auch als Laserdetektion oder optische Strahlablenkung
bezeichnet, verwendet entweder die Reflektion eines Laserstrahls
auf der Oberfläche
eines Auslegers und somit die Änderung des
Laserstrahlwinkels während
der Ablenkung oder die Interferenzeffekte zwischen den einfallenden
und den reflektierten Strahlen. Die Ablenkung des Auslegers wird
durch Reflektieren des Laserstrahls vom Ausleger in eine Photodiode überwacht.
Während
des Scan-Vorgangs kann ein Bild durch Abbilden dieser mittels Laser detektierten
Ablenkung ausgebildet werden.
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Durch
ein Piezowiderstandsverfahren kann eine Widerstandsänderung
eines Piezowiderstandspfads, der auf der Oberfläche eines gebogenen Schenkels
des Auslegers definiert ist, gemessen werden. In dem Artikel von
M. Tortonese et al., Atomic force microscopy using a piezoresistive
cantilever, 448–451,
Bericht von der International Conference an Solid State Sensors
and Actuators, San Francisco, 24.–27. Juni 1991 wird die Herstellung
einer Siliziumauslegerspitze mit einem integrierten Piezowiderstand
zum Abfühlen
ihrer Ablenkung beschrieben. Ein SOI-Material (SOI = Silizium auf
Isolator) wurde für
die Herstellung verwendet.
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Aus
dem
US-Patent Nr. 5.345.815 ist
eine Mikrominiatur-Auslegerstruktur mit einem Auslegerschenkel mit
einem nahe dem Auslegerschenkel eingebetteten Piezowiderstand bekannt.
Diese Belastung ändert
den Widerstand des Piezowiderstands an der Auslegerbasis im Verhältnis zur
Abweichung des Auslegerschenkels. Eine Wider standsmessvorrichtung
ist mit dem Piezowiderstand gekoppelt, um dessen Widerstand zu messen und
ein der Abweichung des Auslegerschenkel entsprechendes Signal zu
erzeugen.
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US-Patent Nr. 5.442.244 betrifft
einen Ausleger für
ein Rastersondenmikroskop, welches einen Piezowiderstand umfasst.
Ein Herstellungsverfahren eines solchen Auslegers wird ferner beschrieben,
wobei der Vorgang eine Spitze erstellt, die ein hohes Seitenverhältnis und
einen geringen Kurvenradius an ihrem Scheitel hat. Ein Kombinationsmikroskop
aus atomarer Rasterkraft und lateraler Kraft, umfassend zwei oder
mehrere Piezowiderstände,
die jeweils auf das Biegen und die Torsion des Auslegers reagieren,
ist ebenfalls offenbart.
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Die
Piezowiderstandsausleger leiden jedoch, trotz der mit den optischen
Systemen ähnlichem
Empfindlichkeit, unter dem Niederfrequenzrauschen und der Temperaturdrift,
welche allen Halbleiterdehnungsmessern inhärent ist. Sie erfordern ferner,
dass die Ausleger aus einem Einkristallsilizium ausgebildet sind.
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Das
US-Patent Nr. 5.856.617 von
IBM beschreibt ein Rasterkraftmikroskop (AFM), welches einen Spinventil-Magnetowiderstands-Dehnungsmesser
verwendet, der auf einem AFM-Ausleger einstückig ausgebildet ist, um dessen
Ablenkung zu detektieren. Der Spinventil-Dehnungsmesser arbeitet
ohne ein angelegtes Magnetfeld. Der Spinventil-Dehnungsmesser auf
dem AFM-Ausleger besteht aus einer Vielzahl an Filmen, wobei eine
davon eine freie ferromagnetische Schicht ist, die eine Nicht-Null-Magnetostriktion
aufweist und deren magnetisches Moment bei Vorhandensein eines angelegten
Magnetfelds frei drehbar ist. Bei Vorhandensein einer an die freie
ferromagnetische Schicht aufgrund der Ablenkung des Auslegers angelegten
Spannung tritt eine Winkelverschiebung des magnetischen Moments
der freien ferromagnetischen Schicht auf, welche zu eine Änderung
des elektrischen Widerstands des Spinventil-Dehnungsmessers führt. Eine
elektrische Widerstandsdetektionsschaltung, die mit dem Spinventil-Dehnungsmesser
gekoppelt ist, wird zur Bestimmung der Auslegerablenkung verwendet.
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Das
Dokument
WO 96/03641 betrifft
eine Rastersondenmikroskop-Anordnung, die über einen Rasterkraftmessmodus
(AFM-Modus), einen Scanning-Tunnelmessmodus (STM-Modus), einen Nahfeld-Spektronomiemodus,
einen optischen Nahfeldmodus und einen Härteprüfmodus zur Überprüfung eines Gegenstands verfügt.
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Die
europäische
Patentanmeldung
EP-0.397.416-A1 beschreibt
eine Vorrichtung für
die hochauflösende
Bilderzeugung von Makromolekülen
und von die Makromoleküle
betreffenden Wechselwirkungen. Mittel zum Abfühlen jeder der Sonden über einem
kleinen Bereich der Oberfläche
auf eine Weise, in der das Gesamtausgangssignal aus den Sonden die
gesamte Oberfläche
abdeckt, werden bereitgestellt. Mittel, beispielsweise Scanning-Tunnel-
und/oder Rasterkraftdetektoren, werden verwendet, um die Bewegung
der einzelnen Sonden in einer zur Oberfläche quer verlaufenden Richtung
zu überwachen,
und Anzeigemittel werden verwendet, um die quer verlaufenden Bewegung
der Sonden anzuzeigen, wobei die Topographie der Oberfläche abgebildet
wird.
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Eine
andere europäische
Patentanmeldung
EP-0.306.178.-A2 betrifft
einen Beschleunigungssensor, der eine Auslegerspitze mit einem freien
Ende, an dem ein Permanentmagnet befestigt ist, umfasst. Ein Paar Magnetsensoren,
die jeweils aus einem Magnetowiderstands-Abfühlelement vom MRH-Typ bestehen,
sind einander gegenüberliegend
und symmetrisch in Bezug auf den Magneten angeordnet. Der Ausleger
ist gebogen und der Magnet wird gemäß einer Beschleunigung bewegt,
welcher als Ausgangssignal von den Magnetowiderstands-Abfühlelementen
detektiert wird.
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Die
deutsche Veröffentlichung
DE-41.03.589-A1 betrifft
eine Sensorvorrichtung mit einem mechanischen Resonanzschwingelement.
Die Struktur ähnelt
der des in dem vorhergehenden Absatz erwähnten Beschleunigungssensor,
wobei der einzige Unterschied darin besteht, dass nur ein Sensorelement
in der Verlängerung
der Spitze angeordnet ist.
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Das
US-Patent Nr. 4.954.904 betrifft
eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Regelung der Flughöhe eines
Kopfs oberhalb eines sich drehenden Mediums, wie es z. B. in einem
Festplattenlaufwerk unter Anwendung magnetischer, magneto-optischer
oder optischer Aufzeichnungsverfahren verwendet wird. Die Flughöhe wird über magnetische
Anziehung oder Abstoßung
geregelt, um eine ausgewählte
und im Wesentlichen einheitliche Flughöhe des Kopfes in Bezug auf
das sich drehende Medium beizubehalten.
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Das
optische Verfahren und das Piezowiderstandsverfahren sind heute
die am weitesten verbreiteten Verfahren. Andere Verfahren, wie kapazitive,
piezoelektrische oder thermische Verfahren können jedoch ebenfalls anstelle
des optischen oder Piezowiderstandsverfahren verwendet werden, um
die Ablenkung eines Auslegers oder einer Mikrovorrichtung zu detektieren.
Die kapazitiven oder elektrostatischen Verfahren messen die Kapazitätsänderung
eines Kondensators, der durch den Ausleger und eine befestigte Referenzelektrode ausgebildet
ist. Das thermische Verfahren verwendet einen Strom an verschiedenen
Verdrahtungsebenen, um beispielsweise die Teile einer Mikrovorrichtung
aufzuwärmen.
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Außerhalb
des Auslegers angeordnete Ablenkungsdetektionsverfahren benötigen zeitaufwändige Ausrichtungen.
Ein Vielzahl an Rückkopplungsmechanismen
kann verwendet werden, um Daten zu gewinnen und die korrekte Spitzenposition
aufrechtzuerhalten.
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Die
Kombination und einstückige
Ausbildung mikrogefertigter Vorrichtungen mit elektronisch gesteuerten
Funktionalitäten
erleichtern nanotechnologische Anwendungen, welche sich durch präzise Bewegungen, erhöhte Empfindlichkeit
und Betätigung
auszeichnen.
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ZIEL DER ERFINDUNG
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Es
ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Stands
der Technik zu überwinden.
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Es
ist ein anderes Ziel der vorliegenden Erfindung, ein alternatives
Messverfahren mit einer erhöhten Empfindlichkeit
bereitzustellen.
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Es
ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, ein einstückiges Messsystem
für Verschiebungen auf
einer mikrogefertigten Vorrichtung bereitzustellen, ohne dass eine
zusätzliche
Ausrüstung
für die
Ausrichtung nötig
ist.
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Es
ist ferner ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Detektionssystem
vorzulegen, das einfach implementierbar ist und bei geringen Kosten
erzeugt werden kann.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
Ziele der Erfindung werden durch die Merkmale der beigefügten Ansprüche erzielt.
Verschiedene Modifikationen und Verbesserungen sind in den abhängigen Ansprüchen enthalten.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein kontaktloses magnetisches Abfühlsystem
zum Messen relativer Verschiebungen auf einer Nanometerskala bereit.
Ein solches System kann in einer Mikrovorrichtung (etwa einer mikrogefertigten
Vorrichtung) verwendet werden. Die Erfindung beruht auf der Messung
des Felds B eines magnetischen Dipols, der auf einem beweglichen
Teil durch die Verwendung eines empfindlichen Magnetsensors positioniert
ist, der auf einem angrenzenden feststehenden Teil angeordnet ist.
Der Magnetsensor kann ebenfalls an dem beweglichen Teil und dem
Magnetdipol, auch als Magnetelement bezeichnet, an dem feststehenden
Teil angeordnet werden. Der Magnetsensor sollte jedoch in Bezug
auf das Magnetelement korrekt positioniert sein, um den größten Feldgradienten
dB/dz des Felds zu nutzen und somit die Empfindlichkeit zu optimieren.
Die Empfindlichkeit eines solchen magnetischen Abfühl- oder
-detektionssystems gemäß der vorliegenden
Erfindung kann zumindest 10 mal besser als die des bekannten Piezowiderstandsverfahrens
sein und bietet im Gegensatz zu den optischen Verfahren den Vorteil,
dass es auf einer Vorrichtung vollständig eingebaut werden kann,
ohne dass ein spezieller- optischer Zugang benötigt wird. Das magnetische
Abfühl-
oder -detektionssystem kann mit her kömmlicher Photolithographie
einfach in die Si-Technologie integriert werden. Verschiedene Magnetmaterialien,
-geometrien und -abfühlkonfigurationen
können
vorgeschlagen werden, um die Empfindlichkeit weiter zu verbessern.
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Als
eine erste Ausführungsform
wird die Messung der Ablenkung einer Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung
vorgeschlagen. Dafür
umfasst die Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung einen
Ausleger, der auch als beweglicher Teil bezeichnet wird, ein Magnetelement,
das ein Magnetfeld erzeugt, und einen Magnetsensor, der dieses detektiert.
Der bewegliche Teil ist an dem feststehenden Teil angebracht und
umfasst ferner ein freies Ende mit einer Spitze. Das Magnetelement
befindet sich auf dem beweglichen Teil und der Magnetsensor ist
auf dem feststehenden Teil positioniert. Demgegenüber ist
es ebenfalls möglich,
dass der Magnetsensor sich auf dem beweglichen Teil befindet und
das Magnetelement auf dem feststehenden Teil positioniert ist. Zumindest
ein Magnetelement und zumindest ein Magnetsensor bilden eine Magnetabfühleinheit.
Der Magnetsensor und/oder das Magnetelement können in der Untersuchungs- und/oder
Verarbeitungsvorrichtung einstückig
ausgebildet sein, so dass sie einen einstückigen Teil der Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung
bilden. Das Magnetelement und der Magnetsensor sind relativ zueinander
angeordnet, so dass, wenn der bewegliche Teil verschoben wird, die Änderung
des Magnetfelds an dem Magnetsensor durch die Verwendung des Magnetsensors
detektierbar ist. Nachfolgende Messgeräte verarbeiten die durch den
Sensor erhaltenen Informationen und leiten einen Merkmalswert ab,
der für
die Verschiebung oder Verdrehung der Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung
repräsentativ
ist.
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Das
Gebiet der Anwendungen erstreckt sich auf eine größere Vielfalt
an Vorrichtungen, wobei die relative Bewegung oder Positionierung
gesteuert werden muss, und ist in Vorrichtungen möglich, in
denen bewegliche Teile eine schnelle und empfindliche Rückkopplung,
z. B. fliegende Magnetköpfe
oder Aktuatoren, benötigen.
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Wenn
der Magnetsensor gegenüber
dem Magnetelement angeordnet werden kann, dann tritt der Vorteil
ein, dass das Feld des Magnetelements in den Magnetsensor eindringt
und ein Feldgradient, vorzugsweise der maximale Feldgradient, detektiert
und bestimmt werden kann.
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Der
Magnetsensor kann für
kontaktlose Detektion verwendet werden, die besonders von Vorteil
ist, da keine Reibungsverluste auftreten und die Empfindlichkeit
optimiert wird. Die Abweichung oder Bewegung des beweglichen Teils
ist nicht eingeschränkt,
gedämpft
oder behindert.
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Wenn
ein großer
Abschnitt des beweglichen Teils vom feststehenden Teil durch einen
Spalt getrennt ist, dann tritt der Vorteil ein, dass eine breite
und uneingeschränkte
Abweichung oder Bewegung des beweglichen Teils mit einem vergrößerten,
messbaren Bereich garantiert werden kann.
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Das
Magnetelement kann ein Permanentmagnet sein, der den Vorteil aufweist,
dass er ein konstantes Magnetfeld bereitstellt. Es besteht kein
Bedarf an einem externen Magnetfeld oder an einer eingebauten Zylinderspule
mit zusätzlichen
Drähten.
So wird kein Strom benötigt,
der zu nicht erwünschten
Erwärmungseffekten
führen
könnte.
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Das
Magnetelement umfasst eine Magnetschicht, die aus Fe, Fe2O3, Ba, Co, Cr,
Mg, Mn, Ni, Pt, Sr, V oder einer Legierung derselben oder aus einer
der folgenden Komponenten hergestellt sein kann: AlNiCo, FeCoCr,
FeCoV, FeCoVCr, FeNiCo, NdFeB, SmCo. So kann die Magnetschicht kristalline
und amorphe Metalle umfassen, beispielsweise eine Legierung aus
einem AlNiCo-Typ, eine Platinkobaltlegierung, eine Eisenkobaltvandanium-(Chrom)-Legierung,
eine Chromeisenkobaltlegierung, eine Seltenerdkobaltlegierung oder
eine Seltenerdeisenlegierung. Die Magnetschicht kann aus einer Vielzahl
an Materialien und Komponenten hergestellt sein, vorzugsweise aus
einem hartmagnetischen Material, wie oben angeführt, wobei diese Materialien und
Komponenten gemäß der Anwendung
angepasst werden können.
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Wenn
der Magnetsensor in oder auf die Spitze des beweglichen oder feststehenden
Teils eingebaut werden kann, so dass der Magnetsensor ein einstückiger Teil
der Mikrovorrichtung ist, dann tritt der Vorteil ein, dass der Magnetsensor
vorinstalliert ist und keine Ausrichtung vor der Verwendung desselben
mehr nötig
ist.
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Wenn
die Mikrovorrichtung Silizium umfasst und der Magnetsensor in das
Silizium integriert wird, dann tritt der Vorteil ein, dass die Si-Technologie
mit herkömmlicher
Photolithographie angewendet werden kann.
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Der
Magnetsensor kann ein Hall-Sensor, ein Magnetotransistor, eine Magnetodiode
oder ein Riesenmagneto-Widerstandssensor sein. Dies weist den Vorteil
auf, dass einige Sensortypen verwendet werden können.
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Der
Magnetsensor kann derart angeordnet werden, dass der Magnetsensor
und eine nachfolgende Messvorrichtung oder -system zur Bestimmung
eines Feldgradienten des Magnetfelds in der Lage sind. Durch diese
nachfolgende Messvorrichtung oder -system kann ein charakteristischer
Wert, der für
die jeweilige Ablenkung oder Bewegung repräsentativ ist, zur weiteren
Verarbeitung abgeleitet werden.
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Der
bewegliche Teil und der feststehende Teil können aus demselben Material
hergestellt werden. Dies kann für
einen einfachen Herstellungsvorgang von Vorteil sein. Demgegenüber können jedoch
der bewegliche Teil und der feststehende Teil ebenfalls aus unterschiedlichen
Materialien hergestellt sein, wobei der flexible und der feststehende
Teil verschiedene mechanische oder physikalische Eigenschaften aufweisen.
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Wenn
der bewegliche Teil an dem feststehenden Teil durch Befestigungsmittel,
vorzugsweise einen Schenkel, befestigt ist, dann tritt der Vorteil
ein, dass der bewegliche Teil eine uneingeschränkte und gleichmäßige Verschiebung
aufweist. Wenn das Befestigungsmittel eine Öffnung, beispielsweise ein
Loch oder einen Schlitz, oder eine oder mehrere Einschnürungen umfasst,
dann kann die effektive Breite des Befestigungsmittel verringert
werden kann, was zu einer Reduktion der Federkonstante zur Erhöhung der
Empfindlichkeit führt.
Auf ähnliche
Weise kann die Dicke des beweglichen Teils für eine optimale Empfindlichkeit
angepasst werden.
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Es
ist insbesondere von Vorteil, dass das Magnetelement und der Magnetsensor
innerhalb der Mikrovorrichtung so angeordnet sind, dass eine mechanische
Verstärkung
die Empfindlichkeit des magnetischen Abfühlsystems erhöht. Dies
kann erzielt werden, wenn der bewegliche Teil in den feststehenden
Teil der Mikrovorrichtung vorsteht. Wenn der bewegliche Teil und
der feststehende Teil in derselben Ebene angeordnet sind und mehr
von der Länge
des beweglichen Teils in den feststehenden Teil vorsteht als von
diesem hervorragt, dann wird die Empfindlichkeit vorteilhafterweise
aufgrund des mechanischen Verstärkungsverhältnisses erhöht.
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Wenn
die Mikrovorrichtung eine Vielzahl an Magnetsensoren und zumindest
ein Magnetelement umfasst, die zusammen eine magnetische Abfühleinheit
bilden, und ferner die Magnetsensoren in der Nähe des Magnetelements angeordnet
sind, dann tritt der Vorteil darin auf, dass die Signalamplitude
durch Verwendung einer Vielzahl an Sensoren erhöht werden kann. Wenn die Mikrovorrichtung
eine Vielzahl an Magnetelementen und zumindest einen Magnetsensor
umfasst, die ebenfalls gemeinsam eine magnetische Abfühleinheit
ausbilden, und ferner die Magnetelemente in der Nähe oder
um den Magnetsensor herum angeordnet sind, dann tritt der Vorteil
auf, dass die Empfindlichkeit ohne einen Anstieg des Rauschens,
wie er in anderen Systemen auftreten würde, erhöht werden kann.
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Eine
Anordnung solcher magnetischer Abfühleinheiten für ein Magnetdetektionssystem
kann durch einen meanderförmigen
Spalt durchgeführt
werden, der den beweglichen Teil vom feststehenden Teil trennt bzw. somit
das Magnetelement (die Magnetelemente) vom Magnetsensor (von den
Magnetsensoren) trennt. Die Magnetsensoren und -elemente können geeigneterweise
in einer Reihe im Inneren des Meanders angeordnet werden. Es ist
ebenfalls möglich,
zumindest zwei Magnetsensoren in der Nähe eines Magnetelements anzuordnen,
was für
die Detektion der Torsion nützlich
ist. Es sollte angemerkt werden, dass es einige Möglichkeiten
zur Anordnung einer magnetischen Abfühleinheit gibt. In den meisten
Fällen
hängt die
Gestaltung von der Anwendung ab.
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Es
ist ebenfalls möglich,
dass die Mikrovorrichtung eine Vielzahl an beweglichen Teilen und
an jedem beweglichen Teil zumindest ein Magnetelement und zumindest
ein Magnetsensor umfasst. Mehrere Detektionssysteme, z. B. für verschiedene
Messungen, können
innerhalb einer solchen Mikrovorrichtung angeordnet und kombiniert
werden.
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BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
Erfindung ist unten stehend detailliert unter Bezug auf die folgenden
schematischen Zeichnungen beschrieben.
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1 zeigt
eine schematische Veranschaulichung eines Magnetdetektionssystems
mit einer magnetischen Abfühleinheit
gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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2 zeigt
eine Draufsicht auf eine typische Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung
mit einem Magnetdetektionssystem mit zwei magnetischen Abfühleinheiten
gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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3 zeigt
die Magnetfeldabhängigkeit
B(x0, y0, z) entlang
der z-Richtung, wie durch das Magnetelement (Dipol) erzeugt, das
in vier verschiedenen Abständen
x0 angeordnet ist, wodurch y0 konstant
bleibt.
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4 zeigt
eine andere Ausführungsform
der Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung mit einem Magnetdetektionssystem
gemäß der vorliegenden
Erfindung unter Verwendung der mechanischen Verstärkung.
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5a zeigt
eine Ausführungsform
mit mehreren magnetischen Abfühleinheiten
zur Erhöhung
der Empfindlichkeit.
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5b zeigt
eine weitere Ausführungsform
mit mehreren magnetischen Abfühleinheiten
zur Erhöhung der
Empfindlichkeit.
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Alle
Zeichnungen sind aufgrund der deutlichen Darstellung weder in realen
Abmessungen abgebildet, noch werden die Beziehungen zwischen den
Abmessungen in einem realistischen Ausmaß gezeigt.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Das
Prinzip eines magnetischen Gradientendetektionssystems wird in 1 dargestellt.
Zuerst werden einige Grundlagen eines magnetischen Ablenkungsdetektionssystems,
auch als Magnetdetektionssystem bezeichnet, gemäß der vorliegenden Erfindung
erläutert.
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Magnetsensor
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Von
den verschienenen Magnetsensortypen, die gemäß der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können
und einfach in Silizium integriert werden können, beispielsweise Magnetotransistor,
Magnetodiode, Riesenmangnetowiderstands- oder Hall-Sensor, wird
hierin nur der Hall-Sensor näher
erläutert.
Ein solcher Sensor kann einfach in kleiner Größe in einer planaren oder zylinderförmigen Geometrie
durch direktes Dotieren des Siliziums ausgebildet werden. Der aktive
Hall-Bereich wird in einer epitaxialen Schicht ausgebildet und die
Geometrie der Zelle wird durch eine tiefe p+-Isolationsdiffusion
definiert. Die Stromelektroden und die Hall-Elektroden werden durch
eine flache n+-Diffusion ausgebildet. Die
Oberfläche
kann durch eine Inversionsschicht abgedeckt werden, um das Eigenrauschen
zu reduzieren. Die Empfindlichkeit wird durch SH =
VH/(IB) definiert, wobei VH die
Hall-Spannung, I der Versorgungsstrom und B das angelegte Magnetfeld
ist. Für
eine Vorrichtung mit einer Dicke unterhalb von 20 μm kann eine übliche Empfindlichkeit
von 400 V/AT erzielt werden, wie von Gopel, J. Hesse und J. N. Zemel
(Edts.), Mechanical Sensors 7, 181, VCH Verlag (1994) beschrieben.
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In
einer zylinderförmigen
Konfiguration mit ferromagnetischen Verdichtern kann SH =
2000 V/AT erzielt werden, wie von H. Blanchard et al., EPFL Lausanne,
IEEE (1996) und R. S. Popovic, Hall Sensors, Adam Hilger Bristol,
Philadelphia, New York (1991) beschrieben. Verfahren zur Kompensierung
der thermischen Trift und zur Minimierung des 1/f-Rauschens sind
bekannt. Insbesondere die Hall-Spannung kann bei einer eher hohen
Frequenz (< 400
kHz) durch Sperrverfahren gemessen werden. In der letzten Konfiguration
beträgt
die äquivalente
Ausgangssignal-Trift aufgrund des Rauschens bei 1 Hz 2,5 μT.
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Magnetschicht
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Ein
Magnetelement, das in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung verwendet wird, verfügt über einen
Permanentmagnet mit starkem und stabilem Moment in Bezug auf die
störenden
Umgebungseinflüsse
und die Temperatur. Verschiedene Geometrien können entwickelt werden, um
das magnetische Streufeld dieses Magnetelements zu optimieren. Ein
Ansatz ist das Vorhandensein einer Magnetschicht oder eines Dünnfilms
mit rechteckigem Querschnitt: die Dicke t von einigen hundert nm
bis 10 μm,
die Breite w einiger Zehnerschritte an μm und die Länge l, die mit der Größe der Mikrovorrichtung übereinstimmt.
Die Dicke sollte derart sein, dass die Schicht die mechanischen
Eigenschaften beispielsweise der Mikrovorrichtung oder der Untersuchungs-
und/oder Verarbeitungsvorrichtung nicht stört, aber ein Endvolumen verbleibt,
das groß genug für ein magnetisches
Moment in einer angemessenen Größe ist und
zu einem starken Feldgradienten an der Sensorposition führt. Die
Auswahl der Schicht- oder des Filmmaterials mit großer Remanenz
kann eine Magnetaufzeichnungsverbindung sein, die in dem Speichermedium,
z. B. Co(CrPt)-Legierung
oder Fe, das eine etwas größeres Sättigungsmoment
hat, oder Fe2O3,
wie in Magnetbändern
verwendet, eingesetzt wird. Co, Ni, Mn, Mg, V, Cr, Pt, Ba, Sr oder
Legierungen derselben oder weiters eine der folgenden Komponenten
AlNiCo, FeNiCo, NdFeB, FeCoVCr sind ebenfalls möglich. Es sollte jedoch ein
durch ein herkömmliches
Verfahren einfach auf Silizium abzuscheidendes Material sein. Ein
etwas komplizierterer Weg ist das Einbetten kleiner SmCo-Partikel
in einem Polymer, das Ausrichten der Partikel in einem Magnetfeld
und das Anhaften desselben an der Siliziumoberfläche mit der angemessenen Ausrichtung.
Dies kann zur Erzeugung von Schichten mit einer Dicke von 30 μm verwendet
werden.
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Zur
Einschätzung
der Empfindlichkeit wird eine quaderförmige Schicht mit einer Sättigungsmagnetisierung
von Ms = 163 emu/g = 1,745 Am2/cm3 und einer Größe von 50 × 50 × 10 μm3 in
Betracht gezogen. Dies erstellt ein Volumen von V = 2,5 × 10–8 cm3 und ein gesamtes magnetisches Moment mx = 3,63 × 10–8 Amt.
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Die
Feldverteilung entlang der z-Richtung der Schicht kann durch die
eines magnetischen Punktdipols geschätzt werden. Bei einem gegebenen
Abstand x
0 kann die Feldveränderung
entlang z wie folgt berechnet werden:
wobei A = 3 × 10
–7 VS/Am,
B in Tesla und x in m ist.
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Unter
Verwendung der oben genannten Beziehung können das Feld B(x0,
y0, z) und dessen Gradient entlang z berechnet
werden, um die besten Bedingungen auszuwählen.
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Empfindlichkeit
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Zur
Einschätzung
der Gesamtempfindlichkeit des Magnetdetektionssystems gemäß der vorliegenden Erfindung
wird angenommen, dass der Hall-Sensor eine laterale Größe von 20 μm (entlang
x) hat und durch einen Spalt von 2 μm von der Magnetschicht in einer
Größe von 50 × 50 × 10 μm3 getrennt ist. Durch Integration der Beziehung
für Bz über
die tatsächlichen
Abmessungen der Magnetschicht können
das Feld B(x0, z) und dessen Gradient dB/dz
in der Mitte des Hall-Sensors berechnet werden.
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Die
Auflösung
der Ablenkung Δz
einer Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung mit einem Hebel
kann unter Verwendung der folgenden Gleichung geschätzt werden:
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Für einen
typischen Strom von I = 1 mA ohne Wärmeeffekte, SH =
400 V/TA und die oben erwähnte Co-Schicht
mit dem magnetischen Moment mx = 3,63 × 10–8 Amt
kann die Empfindlichkeit auf ΔV/Δz = 6 μV/nm geschätzt werden.
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Die
folgende Tabelle 1 zeigt einige übliche
Empfindlichkeitswerte im Vergleich zum Abstand an, die einfach erzielt
werden können.
| x0 (μm) | ΔB/Δz (T/nm) | ΔV/Δz (μV/nm) |
| 20 | 6,8
10–5 | 27 |
| 40 | 4,25
10–6 | 1,7 |
| 80 | 2,66
10–7 | 0,11 |
Tabelle
1
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Eine
piezoresistive Hebelempfindlichkeit kann demgegenüber höchstens ΔV/Δz = 1,25 μV/nm sein. Diese
Tatsache zeigt, dass mit einem magnetischen Abfühlsystem oder einem Magnetdetektionssystem
gemäß der Erfindung
eine 10 mal so gute oder noch bessere Empfindlichkeit als im piezoresistiven
Fall erzielt werden kann. Die Erhöhung der Empfindlichkeit kann
auch durch Auswählen
anderer Materialien, z. B. Fe mit größerer Sättigungsmagnetisierung, oder
sogar durch eine SmCo-Schicht anstelle von Co erzielt werden. Ferner
kann die Empfindlichkeit durch Einbeziehen des mechanischen Verstärkungsverhältnisses
R > 1 oder durch Multiplizieren
der Sensorenanzahl, wie unten stehend näher erläutert wird, erhöht werden.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung des Magnetdetektionssystems mit einer
magnetischen Abfühleinheit
gemäß der vorliegenden
Erfindung in einem Querschnitt mit zusätzlichen physikalischen Größen, die
Teil einer Mikroverrichtung sein können. Ein magnetischer Dipol 1,
auch als Magnetelement 1 bezeichnet, ist auf einem beweglichen
Teil 10 an einer Seite dieses beweglichen Teils 10 angeordnet.
Der be wegliche Teil 10 kann mit dem Magnetelement 1 innerhalb
der z-Richtung verschoben werden, wie durch die Pfeile neben dem
beweglichen Teil 10 angezeigt. Ein erstes Referenzteil 12.1 ist
als eine Verlängerung
oder Teil eines feststehenden Teils vom beweglichen Teil 10 durch
einen Spalt 13 getrennt. Ein Magnetsensor 2 ist
auf dem ersten Referenzteil 12.1 in Richtung des Spalts 13 positioniert.
Der Magnetsensor 2 kann in dem Silizium oder in dem Material
der Mikrovorrichtung derart integriert sein, dass er ein einstückiger Teil
derselben ist. Das Magnetelement 1 kann entweder ein einstückiger Teil
des beweglichen Teils 10 sein oder es kann an dem beweglichen Teil 10 befestigt
oder angehaftet werden. Einstückiger
Teil bedeutet, dass das Magnetelement 1 und/oder der Magnetsensor 2 wesentliche
Bestandteile der Mikrovorrichtung sind. Auf der Mikrovorrichtung
kann ebenfalls eine Vorrichtung vorhanden sein, an der das Magnetelement 1 oder
der Magnetsensor 2 angeordnet sind. Der Magnetsensor 2 ist
in der Nähe
des Magnetelements 1 angeordnet, um einen hohen Feldgradienten,
vorzugsweise den höchsten
Feldgradienten, zu detektieren und zu messen. Mit anderen Worten,
das Magnetelement 1 und der Magnetsensor 2 sind
relativ zueinander derart angeordnet, dass, wenn der bewegliche
Teil 10 innerhalb der z-Richtung verschoben wird, die Änderung
des Magnetfelds B am Magnetsensor 2 unter Verwendung des
Magnetsensors 2 detektiert werden kann. Das Magnetfeld
B wird durch die Feldlinien angezeigt, die in den Magnetsensor 2 eindringen.
Das Magnetfeld B(x0, z) und sein Gradient
können
berechnet werden. Wenn der bewegliche Teil 10 abgelenkt
wird, dann ändert
sich das Magnetfeld B am Magnetsensor 2. Die Änderung
des Magnetfelds B ist dann proportional zur Ablenkungsamplitude
des beweglichen Teils 10. Jedes beliebige Material kann
zum Herstellen einer Mikrovorrichtung oder einer Untersuchungs-
und/oder Verarbeitungsvorrichtung verwendet werden. Es kann ein
einzelnes Material oder eine Kombination von zwei oder mehreren
Materialien sein.
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Im
Folgenden werden die verschiedenen beispielhaften Ausführungsformen
der Erfindung mithilfe eines Beispiels einer Untersuchungs- und/oder
Verarbeitungsvorrichtung beschrieben, die in dem Rastersondenmikroskop
verwendet wird.
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Unter
Bezugnahme auf 2 ist die Untersuchungs- und/oder
Verarbeitungsvorrichtung mit dem Magnetdetektionssystem gemäß der vorliegenden
Erfindung in Draufsicht dargestellt und zeigt zwei magnetische Abfühleinheiten.
Außerdem
kann die oben beschriebene 1 als ein
vergrößertes Detail
von 2 angesehen werden, nämlich an dem Punkt, an dem
das Magnetelement 1 und der Magnetsensor 2 angeordnet
sind, wodurch die gleichen Bezugszeichen für die gleichen Teile verwendet
werden. Wie in 2 gezeigt, verfügt die Untersuchungs-
und/oder Verarbeitungsvorrichtung über einen Ausleger oder Hebel 10,
der hiernach als beweglicher Teil 10 bezeichnet wird, wie
in Bezug auf 1 erwähnt. Die genaue Geometrie des
beweglichen Teils 10 kann jeden beliebigen Typs sein. Ferner
bildet der bewegliche Teil 10 ein dreieckiges freies Ende,
an dem eine scharfe Spitze 4 angezeigt wird. Die scharfe
Spitze 4 wird normalerweise auf dem Boden positioniert. Außerdem ermöglicht diese
scharfe Spitze 4 die Untersuchung oder Verarbeitung einer
Probe oder einer Probenoberfläche,
welche aus Gründen
einer deutlicheren Darstellung nicht in der Zeichnung abgebildet
ist- Aus dem beweglichen Teil 10 erstreckt sich ein Befestigungsmittel 14a, 14b,
das hier über
zwei flexible Schenkel 14a und 14b verfügt, um die
Biegung und Torsion des beweglichen Teils 10 zu ermöglichen.
Sicherlich kann eine solche Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung
ebenfalls mehr als zwei Schenkel haben. In dem Artikel „Piezoresistive
cantilever designed for torque magnetometry" von M. Willemin et al. J. Appl. Phys. 83(3),
1163–1170
(1. Feb. 1998) werden Ausleger mit Befestigungsmittel zum Detektieren
des Drehmoments in zwei Richtungen, entsprechend der Biegung und
Torsion, beschrieben. Jeder flexible Schenkel 14a und 14b umfasst
eine Öffnung 15,
welche hier ein Schlitz 15 ist, aber sie können auch
ein oder mehrere Löcher
oder Einschnürungen
in jeder beliebigen Form aufweisen, welche die Flexibilität erhöhen. Die
beiden flexiblen Schenkel 14a und 14b erreichen
einen Trage- oder Befestigungsabschnitt 12, der hiernach
als feststehender Teil 12 bezeichnet wird. Der bewegliche
Teil 10 auf einer Seite, der feststehende Teil 12 auf
der gegenüberliegenden
Seite bzw. jeder flexible Schenkel 14a, 14b auf
den anderen Seiten definieren eine quadratische Öffnung 16 im Inneren
der Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung. Die Plattform
des beweglichen Teils 10 ist im Wesentlichen starrer als
das Befestigungsmittel 14a, 14b, um eine in etwa
lineare Beziehung zwischen der Ablenkung der Spitze 4 und
dem Mag netelement 1 zu haben, wodurch auf jeder Seite des
beweglichen Teils 10 oder im Inneren der Plattform ein
solches Magnetelement 1 nahe dem Spalt 13 positioniert ist.
Der feststehende Teil 12 wird für Befestigungszwecke verwendet.
Neben dem beweglichen Teil 10 und den flexiblen Schenkeln 14a und 14b erstrecken
sich der erste Referenzteil 12.1 bzw. ein zweiter Referenzteil 12.2 vom
feststehenden Teil 12, wodurch jeder quaderförmige Referenzteil 12.1, 12.2 in
dieser Ansicht an seinem freien Ende abgeschrägt ist, um das Ende des beweglichen
Teils 10 mit dessen Spitze 4 frei zu lassen. Das freie
Ende jedes Referenzteils 12.1, 12.2 erreicht etwa
die Hälfte
der Länge
des beweglichen Teils 10. Jedes Referenzteil 12.1 und 12.2 ist
vom beweglichen Teil 10 durch den Spalt 13 getrennt.
Der Spalt 13 kann ebenfalls mit einem Fluid oder einem
anderen geeigneten Material gefüllt
werden. Die Referenzteile 12.1, 12.2 sind im Vergleich
zum ablenkbaren, beweglichen Teil 10 starr, was für Referenzzwecke
von Vorteil ist. Auf jedem Referenzteil 12.1, 12.2 ist
ein Magnetsensor 2, der hier ein Hall-Sensor 2 ist,
in Richtung des Spalts 13 und des beweglichen Teils 10 angeordnet.
Jedes Magnetelement 1, das auf dem beweglichen Teil 10 angeordnet ist,
liegt seinem jeweiligen Magnetsensor 2 gegenüber und
bildet eine magnetische Abfühleinheit.
Das Magnetelement 1 ist derart ausgerichtet, dass ein maximaler
Feldgradient unter Verwendung des Magnetsensors 2 detektiert
werden kann. Ein Magnetelement 1 und ein Magnetsensor 2 bilden
hier zusammen ein magnetisches Ablenkungsdetektionssystem oder Kurzmagnet-Detektionssysteme
auf der entsprechenden Seite des beweglichen Teils 10,
um gemeinsam die Messung der Biegung und Torsion des beweglichen
Teils 10 zu ermöglichen.
Dies kann erzielt werden, wenn das Magnetelement 1 und
der Magnetsensor 2 relativ zueinander angeordnet sind,
so dass, wenn der bewegliche Teil 10 verschoben wird, die Änderung
des Magnetfelds am Magnetsensor 2 durch Verwendung des
Magnetsensors 2 detektiert wird. Einige Konfigurationen
zwischen dem Magnetsensor 2 und dem Magnetelement 1 sind
möglich.
Das bedeutet, dass verschiedene Alternativen zur Anordnung eines
Magnetdetektionssystems, beispielsweise in einer senkrechten Anordnung,
zur Verfügung
stehen.
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Aus
Gründen
der deutlicheren Darstellung sind keine weiteren Teile einer Messvorrichtung,
beispielsweise Drähte,
Verarbeitungseinheiten oder Anzeigeeinheiten, ab gebildet, aber die
durch die Verwendung des Magnetsensors 2 erhaltenen Informationen
sind wie aus dem Stand der Technik bekannt verarbeitbar.
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3 zeigt
einige graphische Darstellungen der Dipolfeldverstärkung B(x0, y0, z) in vier
verschiedenen Abständen
x0, wobei x0 = 5 μm, 15 μm und 25 μm ist. Die
Abszisse zeigt den Abstand z in μm
an, während
die Ordinate das Magnetfeld B(x0, z) in
Tesla anzeigt. Wie gezeigt, verfügt
das Feld über
eine fast lineare Neigung um z = 0. Sein Wert ist in kürzeren Abständen größer, daher
ist es für
die höchste
Empfindlichkeit von Vorteil, den Magnetsensor nahe genug an dem
Magnetelement 1 zu positionieren. Der Magnetsensor 2 sollte
also dünn
genug sein, also weniger als den Spitzenwert des Spitzenabstands
haben, um die Mittelung der positiven und negativen Seite der B(x0, z)-Kurven zu verhindern.
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4 zeigt
eine andere Ausführungsform
der Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung unter Verwendung
der mechanischen Verstärkung.
Aus Gründen
der Einfachheit werden die gleichen Bezugszeichen für die gleichen
Teile verwendet. Die Konfiguration gemäß 2 kann modifiziert
werden, um die Ablenkungsamplitude Δz an der Position des Magnetsensors 2 zu
verstärken,
der hier kleiner als die Spitzenablenkung ist. Der allgemeine Ansatz
und somit der Hauptunterschied zu 2 ist die
Verlängerung
des beweglichen Teils 10 mit einem freien Schenkel oder
Hauptträger 10.1 in
der entgegengesetzten Richtung, also in Richtung des feststehenden
Teils 12. Ein erste Länge
L1 zeigt den Teil des beweglichen Teils 10 an,
der vom feststehenden Teil 12 vorsteht und demgegenüber zeigt
eine zweite Länge
L2 den Teil des beweglichen Teils 10 an,
der hier Hauptträger 10.1 genannt
wird, welcher in den feststehenden Teil 12 vorsteht. Der
bewegliche Teil 10 ist an dem feststehenden Teil 12 mithilfe
von flexiblen Schenkeln 14a, 14b angebracht. Das
Verhältnis des
jeweiligen Längen
L2 und L1 können auf
mehr als 1 sein. Das Magnetdetektionssystem ist am Ende dieses Hauptträgers 10.1 angeordnet.
Neben dem Magnetelement 1 sind zwei Magnetsensoren 2 auf
dem feststehenden Teil 12 angeordnet, der hier die Funktion
des Referenzteils übernimmt,
um die Empfindlichkeit zu erhöhen
und die Torsion zu detektieren. Das Magnetelement 1 wird
erneut von den beiden Sensoren 2 durch den Spalt 13 getrennt.
Der Ansatz eignet sich besonders für den Kontaktmodus. Der Hauptträger 10.1 sollte verglichen
mit dem anderen Teil des beweglichen Teils 10 starr sein,
um die z-Bewegung oder -ablenkung der Spitze 4 korrekt
an das Magnetdetektionssystem zu übertragen. Die mechanische
Verstärkung
ist durch R = L2/L1 mit
L2 > L1 gegeben. Die mechanische Verstärkung kann
verwendet werden, um die Empfindlichkeit durch Anpassen der entsprechenden
Länge L2 oder L1 an die
Anwendung weiter zu steigern. Ein weiterer Vorteil des Positionierens
des Magnetelements 1 und des Magnetsensors 2 in
einiger Entfernung zur Spitze 4 ist, dass die Wechselwirkung
mit der Oberfläche
minimiert wird, die magnetisch oder nichtmagnetisch sein kann.
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Ein
zusätzlicher
Weg zur Erhöhung
der Empfindlichkeit des Magnetdetektionssystems ist natürlich die Anhebung
der Sensorenanzahl 2, um ein größeres Ausgangssignal zu haben.
Dies kann beispielsweise durch Erstellen einer Anordnung auf einer
Kammstruktur, wie in der folgenden Zeichnung gezeigt, erzielt werden.
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5a zeigt
eine Ausführungsform,
welche mehrere magnetische Abfühleinheiten
für eine
verbesserte Empfindlichkeit verwendet, wobei nur die relevanten
Teile mit dem Magnetdetektionssystem der Untersuchungs- und/oder
Verarbeitungsvorrichtung dargestellt sind. Die vorstehenden Teile,
also das freie Ende mit der Spitze, sind aus Gründen der Einfachheit nicht
abgebildet und sind daher nur durch Strichpunktlinien angezeigt.
Die zuvor erwähnten
Ausführungsformen
können
sich darin voneinander unterscheiden, dass das Ende des beweglichen
Teils 10 oder des Hauptträgers 10.1 in einer
meanderförmigen
Form endet. Die Verwendung irgendeiner anderen geeigneten Form ist
ebenfalls möglich.
Der Meander trennt den beweglichen Teil 10 vom feststehenden
Teil 12 durch den Spalt 13. Wie oben erwähnt, ist
der feststehende Teil 12 im Vergleich zum beweglichen Teil 10 starr,
um als Referenz zu dienen. Wie anhand der Draufsicht ersichtlich,
ist ein einziges Magnetelement 1 in jedem Vorsprung des
Meanders innerhalb einer Reihe angeordnet. Demgegenüber sind
in jedem entsprechenden Gegenstück
Magnetsensoren 2 an dem feststehenden Teil 12 innerhalb einer
Reihe positioniert. Neben dem Ende des beweglichen Teils 10 ist
ein Sensor 2.1 auf der linken Seite und auf der anderen
Seite ein Sensor 2.2 auf der rechten Seite auf dem feststehenden
Teil 12 positioniert. Die Magnetausrichtung der Magnetelemente 1 sollte
in einer durch einen Pfeil angedeuteten geeigneten Weise innerhalb
der Magnetelemente 1 in 5a angeordnet
sein, um negative gegenseitige Einflüsse zu vermeiden, wodurch N
für Nordpol
oder „+" und S für Südpol oder „–" steht.
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Die
in 5a gezeigte Anordnung ermöglich die Verbesserung des
Ausgangssignals oder -empfindlichkeit durch Multiplizieren der magnetischen
Abfühleinheiten.
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5b zeigt
eine weitere Ausführungsform,
welche mehrere magnetische Abfühleinheiten
für eine verbesserte
Empfindlichkeit verwendet, wodurch erneut nur die relevanten Teile
der Untersuchungs- und/oder Verarbeitungsvorrichtung dargestellt
sind. Die Ausführungsform
unterscheidet sich darin, dass das Ende des beweglichen Teils 10 in
einer rechteckigen Form endet. Mehrere Magnetelemente 1 sind
innerhalb einer Reihe an dem Ende des beweglichen Teils 10 angeordnet.
Demgegenüber
sind mehrere Magnetsensoren 2 ebenfalls innerhalb einer
Reihe an dem feststehenden Teil 12 angeordnet. Beide Reihen
sind durch den Spalt 13 getrennt, aber die Reihen sind
so angeordnet, dass jedes Magnetelement 1 direkt gegenüber einem
entsprechenden Magnetsensor 2 liegt. Wie oben erwähnt, sollten
die Magnetelemente 1 in geeigneter Weise angeordnet sein,
um die angrenzende magnetische Abfühleinheit nicht negativ zu
beeinflussen.
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Jede
offenbarte Ausführungsform
kann mit einer oder mehreren der anderen gezeigten und/oder beschriebenen
Ausführungsformen
kombiniert werden. Dies ist ebenfalls für ein oder mehrere Merkmale
der Ausführungsformen
möglich.