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Die
vorliegenden Erfindung betrifft im Allgemeinen das Gebiet der zellularen
Funkkommunikation und insbesondere Verfahren und Mittel zum Übertragen
und Empfangen von Paketdateneinheiten in einem zellularen Funkkommunikationssystem.
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BESCHREIBUNG DES EINSCHLÄGIGEN STANDS DER
TECHNIK
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Zellulare
Funkkommunikationssysteme werden gewöhnlich genutzt, um Sprach-
und Datenkommunikation für
eine Vielzahl von Teilnehmern mit Funkeinheiten bereitzustellen.
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Mit „Funkeinheit" ist sämtliche
tragbare und nicht tragbare Funkausrüstung gemeint, die für Funkkommunikation
vorgesehen ist, wie mobile/zellulare Telefone, Transceiver, Funkrufempfänger, Telex, elektronische
Notebooks, Laptops mit integrierten Funkempfängern, Kommunikatoren, Computer,
Router, speziell konstruierte Mikrochips oder andere elektronische
Ausrüstung,
die eine Funkverbindung als Kommunikationsmittel verwendet. Diese
Ausrüstungen
können
in jeder Art von Funkkommunikationssystem wie zellulare Netze, Satelliten-
oder kleine lokale Netze verwendet werden.
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Ein
zellulares Funkkommunikationssystem, z. B. AMPS, NMT, D-AMPS, GSM
und IS-95 (CDMA), enthält
im Allgemeinen eine oder mehr Funkeinheiten, eine oder mehr Basisstationen
(z. B. Basistransceiverstationen), eine oder mehr Basisstationssteuerungen
(BSC) und mindestens eine Mobilvermittlungseinrichtung (MSC). Das
System kann außerdem
eine oder mehr Datenpaket-Leitwegeinheiten wie
einen versorgenden GPRS-Knoten (SGSN) und/oder eine GPRS-Paketvermittlungsstelle (GGSN)
im GPRS enthalten. Ein typisches zellulares Funkkommunikationssystem
kann Hunderte von Basisstationen, Tausende von Funkeinheiten und
mehr als eine Mobilvermittlungseinrichtung enthalten.
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Das
geografische Gebiet, das von einem zellularen Funkkommunikationssystem
versorgt wird, wird normalerweise in eine Zahl von Zellen oder Regionen
aufgeteilt, d. h. kleine Teile des geografischen Gebiets. Die Zellen
enthalten normalerweise eine Basisstation und die Funkeinheiten,
mit denen die Basisstation in Verbindung steht. Die Zelle, die mit der
bestimmten Basisstation assoziiert ist, mit der eine Funkeinheit
kommuniziert (d. h. sendet und/oder empfängt), wird gewöhnlich als
die versorgende Zelle bezeichnet.
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Jeder
Basisstation werden ein oder mehr Sprachverkehrskanäle und/oder
Paketdatenkanäle und
in einigen Fällen
ein oder mehr dedizierte Steuerkanäle zugeordnet sein. Diese Kanäle werden
für Kommunikation
zwischen der Basisstation und den Funkeinheiten in der Zelle verwendet.
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Mit
einem grundlegenden physikalischen Kanal ist ein Funkkanal gemeint,
der für
Kommunikation zwischen einer Basisstation und einer oder mehr Funkeinheiten
verwendet wird. In einem FDMA-System ist ein grundlegender physikalischer
Kanal als eine Frequenz definiert. In FDMA/TDMA-Systemen wie D-AMPS, GSM und GPRS
ist ein grundlegender physikalischer Kanal als ein Zeitschlitz und
eine Frequenz (in einem Nicht-Frequenzsprungsystem) oder als ein
Zeitschlitz und eine Frequenzsprungsequenz (in einem Frequenzsprungsystem)
definiert. In einem CDMA-System ist ein grundlegender physikalischer Kanal
durch einen Code und möglicherweise
auch eine Frequenz definiert. Ein grundlegender physikalischer Kanal
kann verwendet werden, um mit einer Funkeinheit zur Zeit (z. B.
ein Verkehrskanal in GSM) oder kollektiv mit mehreren Funkeinheiten
(z. B. der Rundsendekanal in GSM) zu kommunizieren. In einem Paketdatenfunksystem
kann ein physikalischer Kanal auch von mehreren Benutzen gemeinsam
genutzt werden, so dass das System die Funkeinheiten nacheinander
Paketdateneinheiten in dem grundlegenden physikalischen Kanal (z.
B. ein Paketdatenkanal in GPRS) übertragen/empfangen
lässt.
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Ein
Sprachverkehrskanal ist als ein logischer Kanal definiert, der zur
Kommunikation einer Sprachsitzung verwendet wird. Ein Sprachverkehrskanal kann
auf einen oder mehrere grundlegende physikalische Kanäle abgebildet
werden. Ein Sprachverkehrskanal kann außerdem auf einen Teil eines grundlegenden
physikalischen Kanals abgebildet werden. Zwei Beispiele sind der
GSM-Vollraten-Sprachkanal,
der auf genau einen grundlegenden physikalischen Kanal abgebildet
wird, und der GSM-Halbraten-Sprachkanal,
der auf die Hälfte
eines grundlegenden physikalischen Kanals abgebildet wird. Eine
Technik, die zur Reduzierung der durch die Sprachsitzung erzeugten
Interferenzen verwendet wird, ist der diskontinuierliche Übertragungsmodus
(DTX). DTX, die z. B. in GSM definiert ist, kann für die Aufwärts- und/oder die Abwärtsrichtung
verwendet werden. Aufwärts-DTX
bedeutet, dass, wenn der Benutzer an der Funkeinheitsseite stumm
ist (nicht spricht), die Funkeinheit nicht über den Funkkanal (den Sprachkanal) überträgt. Vielmehr
erzeugt die Empfangsseite (in diesem Fall der Empfänger an der
Basisempfangsstation) während
dieser Perioden Komfortgeräusch,
die zum Zuhörer
geleitet wird. Abwärts-DTX
funktioniert in ähnlicher
Weise in der Abwärtsrichtung.
Hier ist es der Transceiver, der während der Ruheperioden nicht überträgt, und
es ist die Funkeinheit, die Komfortgeräusch zur Hörkapsel in der Mobilstation
erzeugt. DTX für
GSM ist in der technischen GSM-Spezifikation TS GSM 06.12 und 06.31 definiert.
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Ein
Paketdatenkanal, d. h. ein logischer Funkkanal, der für paketvermittelte Übertragung
von Daten verwendet wird, wird für Übertragung
eines Satzes von Funkblöcken
verwendet. Ein Paketdatenkanal kann auf einen oder mehrere grundlegende physikalische
Kanäle
abgebildet werden. Die von einem Paketdatenkanal unterstützten Dienste
können entweder
Echtzeitdienste oder Nicht-Echtzeitdienste sein.
Die Funkblöcke
können
sporadisch oder unregelmäßig über einen
oder mehr Datenkanäle
gesendet und empfangen werden.
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Bei
GSM erfolgt die Funkübertragung
zwischen Basisstationen und Funkeinheiten in Funkbursts. GSM ist
ein 8-Schlitz-TDMA-System, was bedeutet, dass in einer gegebenen
Frequenz acht grundlegende physikalische Kanäle definiert werden, indem
Kanal eins aus den Bursts Nummer 1, 9, 17, ... im Zeitschlitz 1,
9, 17, ... besteht, Kanal 2 aus den Bursts Nummer 2, 10, 18, ...
im Zeitschlitz 2, 10, 18 besteht usw. Dies gilt sowohl für die Aufwärtsrichtung,
in der die Funkeinheiten in den acht grundlegenden physikalischen
Kanälen
der Reihe nach Bursts übertragen,
als auch in der Abwärtsrichtung, in
der die Basisstation Bursts der Reihe nach an die acht Funkeinheiten überträgt.
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In
jeder Basisstation gibt es eine oder mehr Funktransceivereinheiten
(TRX). Bei der Aufwärts-Funkkommunikation
(Funkeinheit zu Basisstation) sind die Transceiver für den Empfang
der Funksignale von den Funkeinheiten in der Zelle verantwortlich.
Bei der Abwärts-Funkkommunikation
(Basisstation zu Funkeinheit) übertragen
die Transceiver die Funksignale von der Basisstation zu den Funkeinheiten
in der Zelle. In einem GSM-System nach dem Stand der Technik unterstützt jeder
Transceiver genau acht grundlegende physikalische Kanäle (dank der
8-Schlitz-TDMA-Struktur in GSM). Die acht grundlegenden physikalischen
Kanäle,
die von einem Transceiver unterstützt werden, befinden sich in den
Zeitschlitzen 0 ... 7 in derselben Frequenz (Nicht-Frequenzsprungsystem)
oder in den Zeitschlitzen 0 ... 7 in derselben Frequenzsprungsequenz
(Frequenzsprungsystem). Damit beträgt in einem GSM-System nach
dem Stand der Technik die Zahl von grundlegenden physikalischen
Kanälen
in einer Zelle höchsten
das Achtfache der Zahl der Transceiver. Wenn zusätzliche grundlegende physikalische
Kanal zur Zelle hinzugefügt
werden sollen, müssen
ein oder mehr zusätzliche
Transceiver hinzugefügt
werden.
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Ein
Beispiel einer Technik zum Übertragen von
Paketdateneinheiten in einem Datenkanal ist GPRS (allgemeiner Paketfunkdienst),
der in GSM verwendet wird.
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In
einem GPRS-System werden eingehende Paketdateneinheiten (z. B. IP-Pakete)
in kleinere Paketdateneinheiten, „LLC-Rahmen" in einer LLC-Protokollschicht
in dem System, segmentiert. Die LLC-Rahmen werden dann adressiert und an
eine RLC-Protokollschicht übergeben,
in der die LLC-Rahmen in noch kleinere Dateneinheiten, „RLC-Blöcke" oder „Funkblöcke", segmentiert werden.
Bei GPRS werden die Funkblöcke
auf 456 Bits bemessen, so dass sie vier normalen GSM-Bursts entsprechen.
Jeder Funkblock wird dann in vier aufeinanderfolgenden normalen
Bursts in einem grundlegenden physikalischen Kanal übertragen.
Ein grundlegender physikalischer Kanal, der in GSM/GPRS zum Führen von
GPRS-Funkblöcken konfiguriert
ist, wird als ein Paketdatenkanal, PDCH, bezeichnet. Wenn alle mit
einem LLC-Rahmen
assoziierten Funkblöcke
erfolgreich von der empfangenden Funkeinheit oder Basisstation empfangen
wurden, wird der LLC-Rahmen in einer RLC-Protokollschicht wiederhergestellt
und für
weitere Verarbeitung an eine LLC-Protokollschicht weitergeleitet.
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Die
PCT-Patentanmeldungen
WO 98/57509 und
WO 96/09708 beschreiben
Verfahren und Mittel zum Übertragen
von sowohl Sprache als auch Daten in ein und demselben grundlegenden
physikalischen Kanal. Der grundlegende physikalische Kanal wird hauptsächlich für Sprache
verwendet. Wenn der grundlegende physikalische Kanal in einen diskontinuierlichen Übertragungsmodus
(DTX) versetzt wird, wird derselbe grundlegende physikalische Kanal
für Datenübertragungen
verwendet. Dies bedeutet, dass Sprache und Daten in dem grundlegenden
physikalischen Kanal gemultiplext werden, wodurch die Kapazität im System
erhöht
wird. Es sollte beachtet werden, dass dieses Verfahren des Multiplexing
von Sprache und Daten in demselben grundlegenden physikalischen
Kanal gemäß der GPRS-Phase
1 nicht von dem Standard unterstützt
wird.
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Wie
hierin ersichtlich werden wird, sind sämtliche der in diesen Patenten
offenbarten Verfahren und Mittel von anderer Art als die Verfahren
und Mittel der vorliegenden Erfindung.
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ZUSAMMENFASSUNG
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Die
vorliegende Erfindung löst
einige Probleme hinsichtlich von Basisstationen in einem zellularen
Funkkommunikationssystem, das sowohl Sprach- als auch Datenkanäle unterstützt.
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Ein
Problem tritt auf, wenn eine Zelle mit einer Zahl von grundlegenden
physikalischen Kanälen konfiguriert
werden soll. Nach dem Stand der Technik muss eine kostspielige Transceivereinheit
für jeden Satz
von acht grundlegenden physikalischen Kanälen in der Zelle verwendet
werden. Ein anderes Problem tritt auf, wenn die Kapazität der Zelle
und damit die Zahl von grundlegenden physikalischen Kanälen vergrößert werden
muss. Nach dem Stand der Technik bedeutet dies, dass die Zahl der
kostspieligen Transceivereinheiten vergrößert werden muss.
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Angesichts
des Vorstehenden ist es eine hauptsächliche Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, Verfahren und Mittel zum Reduzieren der Zahl von kostspieligen
Transceivereinheiten, die in einer Basisstation benötigt werden,
die sowohl Sprach- als auch Datenkanäle unterstützt, bereitzustellen.
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In
einem Verfahren nach der vorliegenden Erfindung unterstützen Transceivereinheiten,
die für Kommunikation
in Sprachverkehrskanälen
zugeteilt sind, einen oder mehr Paketdatenkanäle, wenn ihre Sprachverkehrskanäle sich
im diskontinuierlichen Modus befinden.
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Nach
einer Ausführungsform
des Verfahrens verwendet eine Transceivereinheit, die mindestens eine
laufende Sprachverbindung in einem ersten grundlegenden physikalischen
Kanal unterstützt,
Abwärts-DTX-Perioden zur Übertragung
von Funkblöcken
in einem zweiten grundlegenden physikalischen Kanal. Nach demselben
Verfahren verwendet das Netz Aufwärts-DTX-Perioden zum Empfangen
von Aufwärts-Funkblöcken in
dem zweiten grundlegenden physikalischen Kanal.
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Das
erfinderische Verfahren ist damit gekennzeichnet, wie es aus dem
beigefügten
Patentanspruch 1 hervorgeht.
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Eine
Transceivereinheit zur Nutzung des Verfahrens nach der vorliegenden
Erfindung ist gekennzeichnet, wie sie aus dem beigefügten Patentanspruch
12 hervorgeht.
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Ein
System zur Nutzung des Verfahrens nach der vorliegenden Erfindung
ist gekennzeichnet, wie es aus dem beigefügten Patentanspruch 19 hervorgeht.
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Ein
Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die Kosten
für jede
Basisstation in dem zellularen Funkkommunikationssystem reduziert
werden. Für
die Datenkommunikation werden keine zusätzlichen Transceivereinheiten
benötigt.
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Ein
anderer Vorteil ist, dass die Erfindung ohne jegliche Änderungen
an der Hardware implementiert werden kann und somit als ein Software-Upgrade
in bestehenden Netzen implementiert werden kann.
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Ein
weiterer Vorteil ist, dass in einem zellularen Funksystem, das gegenwärtig nur
Sprache führt, jede
Zelle mit zusätzlichen
grundlegenden physikalischen Kanälen,
die Paketdaten führen,
konfiguriert werden kann, ohne teure Transceivereinheiten zum System
hinzuzufügen.
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Ein
weiterer Vorteil ist, dass in einem GSM-System, das sowohl leitungsvermittelte
Sprache als auch GPRS und/oder EDGE unterstützt, jede Transceivereinheit
mehr als acht grundlegende physikalische Kanäle unterstützen kann.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1a zeigt
eine schematische Darstellung einer Zelle in einem zellularen Funkkommunikationssystem.
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1b zeigt
ein schematisches Blockdiagramm einer Basisstation.
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2 zeigt
ein schematisches Blockdiagramm einer Ausführungsform eines Systems nach der
vorliegenden Erfindung.
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3a und 3b zeigen
ein Ablaufdiagramm einer ersten Ausführungsform eines Verfahrens
nach der vorliegenden Erfindung.
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4 zeigt
eine Ansicht eines Übertragungsszenariums
nach bekannten Verfahren.
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5 zeigt
das Szenarium in 4, aber unter Nutzung des Verfahrens
nach der vorliegenden Erfindung.
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6 zeigt
die resultierende Verwendung der grundlegenden physikalischen Kanäle in 5.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren und Mittel zum Übertragen
von Paketdateneinheiten in einem zellularen Funkkommunikationssystem.
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1a zeigt
ein Beispiel einer Zelle 100 in einem zellularen Funkkommunikationssystem.
Eine erste Funkeinheit 101 kommunziert einen Sprachanruf
mit einer Basisstation 102 (auch als eine Basis-Transceiverstation,
BTS, oder allgemeiner als ein Funkknoten bezeichnet) in einen ersten
grundlegenden physikalischen Kanal in der Zelle 100. Dies
wird z. B. durchgeführt,
indem ein erster Sprachverkehrskanal Cv1 auf den ersten grundlegenden
physikalischen Kanal abgebildet wird. Eine zweite Funkeinheit 103 kommuniziert
einen Sprachanruf mit der Basisstation 102 in einem zweiten
grundlegenden physikalischen Kanal, auf den ein zweiter Sprachverkehrskanal
Cv2 abgebildet ist. Eine dritte Funkeinheit 104 kommuniziert
Paketdateneinheiten mit der Basisstation 102 in einem dritten
grundlegenden physikalischen Kanal. Dies wird z. B. durchgeführt, indem
ein Paketdatenkanal Cd1 auf den dritten grundlegenden physikalischen
Kanal abgebildet wird. Die Basisstation 102 umfasst eine
Zahl von Transceivereinheiten TRX1–TRXn, wie schematisch in 1b dargestellt, zum Übertragen
und Empfangen von Signalen zu den Funkeinheiten.
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2 zeigt
ein schematisches Blockdiagramm einer ersten Ausführungsform
des Systems nach der vorliegenden Erfindung für ein kombiniertes GSM/GPRS-System 200.
Eine Basisstationssteuerung (BSC) 201 ist zusammen mit
einer Paketsteuerungseinheit (PCU) 202 in einer Basisstationssystemeinheit
(BSS) 203 angeordnet. Die BSC 201 dient zum Steuern
von Funktionen wie Übergabe
und Leistungssteuerung und die PCU 202 dient zum Verarbeiten
von Paketdateneinheiten usw. Die BSC 201 ist über eine
A-Schnittstelle mit einer Mobilvermittlungseinrichtung (MSC) 204 verbunden.
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Die
MSC 204 dient zum Vermitteln von Sprachanrufen zwischen
dem Basisstationssystem BSS 203 und dem öffentlichen
Telefonwählnetz
oder zum Vermitteln von Anrufen zwischen dem Basisstationssystem 203 und
anderen MSCs. Die A-Schnittstelle dient zur Kommunikation zwischen
der BSS 203 und der MSC 204.
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Die
PCU 202 ist über
eine Gb-Schnittstelle mit einem versorgenden GPRS-Unterstützungsknoten
(SGSN) 205 verbunden. Gemäß der technischen GSM-Spezifikation
03.60 kann die PCU entweder in dem SGSN, in der BSC oder in der
BTS angeordnet werden. In den Beispielen in diesem Dokument nehmen
wir an, dass die PCU in der BSC angeordnet ist. Es sollte von jedem
Fachmann verstanden werden, dass die erfinderische Technik auch
in Systemen verwendet werden kann, in denen die PCU außerhalb der
BSC angeordnet ist. Der SGSN 205 dient zum Leiten von Paketdateneinheiten
zwischen der PCU 202 und einem externen Paketdatennetz
oder zum Leiten von Paketdateneinheiten zwischen der PCU und anderen
SGSNs. Der SGSN 205 dient außerdem zum Segmentieren und
Wiederherstellen von Paketen, für
Mobilitätsverwaltung
und für
einen Satz von anderen Funktionen, wie in der technischen GSM-Spezifikation 03.60
definiert.
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Die
BSS-Einheit 203 ist über
eine Abis-Schnittstelle mit einer ersten, zweiten bzw. dritten Basisstation
(BTS) 206–208 verbunden.
Die Abis-Schnittstelle dient zur Kommunikation zwischen der BSS-Einheit 203 und
den BTSs. Die Abis-Schnittstelle transportiert Paketdateneinheiten,
so genannte Abis- Paketdateneinheiten
oder PCU-Rahmen, zwischen der BSS-Einheit 203 und den BTSs.
Jede Abis-Paketdateneinheit
kann einen Sprachrahmen oder eine MAC/RLC-Paketdateneinheit enthalten. Eine
Abis-Paketdateneinheit
kann in Abhängigkeit von
der Implementierung möglicherweise
mehr als eine oder einen Bruchteil einer MAC/RLC-Paketdateneinheit
enthalten.
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Jede
dieser Basisstationen versorgt eine Zelle, z. B. eine Zelle ähnlich der
Zelle 100 in 1a, mit 24 Sprachkanälen. Wie
vorher angeführt,
ist GSM ein 8-Schlitz-TDMA-System. Nach dem Stand der Technik bedeutet
dies, dass die Zahl von grundlegenden physikalischen Kanälen, die
eine Zelle unterstützen
kann, auf das Achtfache der Zahl von Transceivereinheiten in der
Zelle begrenzt ist (sowohl in einem Frequenzsprungsystem als auch
in einem Nicht-Frequenzsprungsystem). Durch Nutzung des nachstehend
beschriebenen Verfahrens nach der vorliegenden Erfindung kann jede
Zelle mehr grundlegende physikalische Kanäle als das Achtfache der Zahl
von Transceivereinheiten in der Zelle unterstützen (sowohl in einem Frequenzsprungsystem
als auch in einem Nicht-Frequenzsprungsystem). Eine typische Zellenkonfiguration
ist heute 3 Transceivereinheiten in der Zelle. Nach dem Stand der
Technik unterstützt
diese Zelle 24 grundlegende physikalische Kanäle. Unter Verwendung eines
Verfahrens gemäß der nachstehend
beschriebenen vorliegenden Erfindung wäre dieselbe Zelle imstande,
mehr als 24 grundlegende physikalische Kanäle zu unterstützen. Wie
viele Kanäle
jede Transceivereinheit in der Zelle unter Verwendung des Verfahrens
gemäß der nachstehend
beschriebenen vorliegenden Erfindung genau unterstützen kann,
ist abhängig
von der Gesamtzahl von Transceivereinheiten, der Mischung von Sprachverkehr
und Datenverkehr und dem DTX-Muster in den Sprachsitzungen. Als
ein Beispiel kann jede Transceivereinheit in einer typischen GSM-Zelle
mit gleichen Beträgen
von Sprach- und Datenverkehr und Nutzung des Verfahrens gemäß der vorliegenden
Erfindung 12 grundlegende physikalische Kanäle unterstützen.
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3a und 3b zeigen
ein Ablaufdiagramm einer ersten Ausführungsform des Verfahrens nach
der vorliegenden Erfindung, ausgeführt in dem kombinierten GSM/GPRS-System 200 in 2.
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Nach
einem Schritt 301 in 3a empfängt die
BSC 201 Sprachrahmen von der MSC 204 über die
A-Schnittstelle.
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Nach
einem Schritt 302 empfängt
die PCU 202 LLC-Rahmen (d. h. Paketdateneinheiten) über die
Gb-Schnittstelle von dem SGSN 205.
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Nach
einem Schritt 303 erzeugt die PCU 202 aus den
LLC-Rahmen adressierte Datenfunkblöcke, die in GSM als MAC/RLC-Paketdateneinheiten
bezeichnet werden, die in Warteschlangen in der PCU 202 eingereiht
werden, z. B. eine Warteschlange für jede Zelle.
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Nach
einem Schritt 304 prüft
die BSC 201 für jede
Zelle und für
jede Blockperiode (vier aufeinanderfolgende Bursts in einem grundlegenden
physikalischen Kanal), welche Sprachrahmen an Sprachbenutzer zu
liefern sind, die sich nicht im DTX-Modus (diskontinuierlicher Übertragungsmodus)
befinden. Die BSC aktiviert den DTX-Modus immer dann, wenn keine
Sprache in einem laufenden Sprachanruf vorhanden ist, und deaktiviert
den DTX-Modus, wenn die Sprache fortzusetzen ist, nach gut bekannten Techniken.
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Nach
einem Schritt 305 kennzeichnet die BSC 201 jeden
in Schritt 304 gefundenen Sprachrahmen mit Informationen
(Übertragungsinformationen) darüber, zu
welcher Zelle der Sprachrahmen übertragen werden
soll, welcher Transceiver in der korrespondierenden BTS den Rahmen übertragen
soll, welcher grundlegende physikalische Kanal verwendet werden
soll (Zeitschlitz und Frequenz für
ein Nicht-Frequenzsprungsystem,
Zeitschlitz und Frequenzsprungsequenz im Fall eines Frequenzsprungsystems)
und warm der Rahmen übertragen werden
soll (TDMA-Rahmennummer). Dies bedeutet auch, dass Sprachverkehrskanäle zum Übertragen der
Sprachrahmen eingerichtet (wenn erforderlich) und auf die ausgewählten grundlegenden
physikalischen Kanäle
abgebildet werden.
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Nach
einem Schritt 306 stellt die BSC 201 die gekennzeichneten
Sprachrahmen in der Form von Abis-Paketen zur Verteilung an die
richtigen Transceiver gemäß den Kennzeichnungsinformationen
in die Abis-Schnittstelle.
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Nach
einem Schritt 307 prüft
die BSC 201, welche Transceiver für die gegenwärtige Blockperiode
nicht verwendet werden. Ein Transceiver kann frei sein, weil entweder
kein laufender Sprachanruf vorhanden ist oder weil der Sprachanruf
im DTX-Modus ist. Die BSC aktiviert den DTX-Modus immer dann, wenn
keine Sprache in einem laufenden Sprachanruf vorhanden ist, und
deaktiviert den DTX-Modus, wenn die Sprache fortzusetzen ist, nach
gut bekannten Techniken.
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Nach
einem Schritt 308 prüft
die BSC 201 für jede
Zelle mit mindestens einem freien Transceiver auf Datenfunkblöcke in der
korrespondierenden Zellenwarteschlange in der PCU 202.
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Nach
einem Schritt 309 in 3b kennzeichnet
die PCU jeden in die Warteschlange gestellten Datenfunkblock, der
in Schritt 308 gefunden wurde, mit Informationen (Übertragungsinformationen) über die
Zelle, in die der Funkblock übertragen
werden soll, welche Transceivereinheit den Funkblock übertragen
soll, welcher grundlegende physikalische Kanal verwendet (abgebildet)
werden soll und wann der Funkblock übertragen werden soll (TDMA-Rahmennummer),
wie bei den Sprachrahmen in Schritt 305. Der grundlegende
physikalische Kanal, dem ein in die Warteschlange gestellter Datenfunkblock
zugeordnet wird, ist ein anderer grundlegender physikalischer Kanal
als der, der zur Übertragung
von Sprachrahmen in der freien Transceivereinheit, die in Schritt 307 gefunden
wurde, verwendet wird. Dies bedeutet auch, dass Paketdatenkanäle zum Übertragen
der Paketdaten eingerichtet (wenn erforderlich) und auf die ausgewählten grundlegenden
physikalischen Kanäle
abgebildet werden.
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Nach
einem Schritt 310 stellt die PCU den gekennzeichneten Datenfunkblock
(die gekennzeichneten Datenfunkblöcke) in der Form von Abis-Paketen
zur Verteilung an den richtigen Transceiver (der im DTX-Modus ist/sind)
gemäß den Kennzeichnungsinformationen
in die Abis-Schnittstelle.
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Nach
einem Schritt 311 horchen die Basis-Transceiverstationen
(BTS) auf Abis-Pakete, die Sprachrahmen oder Funkdatenblöcke von
der BSC 201 umfassen.
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Nach
einem Schritt 312 sammelt die Basis-Transceiverstation
die Abis-Pakete, die an ihren jeweiligen Transceiver adressiert
sind, und der enthaltene Sprachrahmen oder Datenfunkblock wird gemäß den Kennzeichnungsinformationen
in dem ausgewählten
physikalischen Kanal übertragen.
Dies bedeutet, dass ein erster Transceiver Sprachrahmen in einem
ersten grundlegenden physikalischen Kanal übertragen kann und dann während eines
DTX-Modus (wenn der Transceiver frei von jeglichen Sprachanrufen
ist) Datenfunkblöcke
in einem zweiten grundlegenden physikalischen Kanal überträgt. Die Sprachrahmen
werden in Schritt 305 mit dem ersten grundlegenden physikalischen
Kanal gekennzeichnet und die Datenfunkblöcke werden in Schritt 309 mit
dem zweiten grundlegenden physikalischen Kanal gekennzeichnet.
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In
einer Basis-Transceiverstation mit mehr als einem Transceiver helfen
alle Transceiver aus, um mindestens einen grundlegenden physikalischen Kanal
für die Übertragung
von Datenpaketen zu unterstützen,
indem die Übertragung
zwischen verschiedenen Transceivern im DTX-Modus gewechselt wird.
Dieser Wechsel erfolgt in Schritt 307, in dem das Verfahren
auf freie Transceiver in den Basisstationen prüft und dann die Kennzeichnungsinformationen
an jedem Datenfunkblock in Schritt 309 daraufhin kontrolliert,
welcher Transceiver die Funkblöcke übertragen
soll.
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Aus
dem oben Gesagten sollte es jedem Fachmann klar sein, dass das in 3a–b beschriebene
Verfahren sowohl in der Aufwärts-
als auch in der Abwärtsrichtung
verwendet werden kann.
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4 zeigt
ein Übertragungsszenarium,
in dem eine Zelle, die den Stand der Technik nutzt, 32 grundlegende
physikalische Kanäle
in vier Transceivereinheiten unterstützt. Zur Vereinfachung sind
nur die vier grundlegenden physikalischen Kanäle bpc1–4 in Zeitschlitz sieben in
der Zelle dargestellt. Jeder Satz von vier grundlegenden physikalischen Kanälen in jedem
der anderen Zeitschlitze kann gleichermaßen beschrieben werden. Jedes
Feld in 4 repräsentiert vier Bursts in Zeitschlitz
7. Diese vier Bursts können
einen Sprachrahmen 401 oder Funkdatenblock 402 führen oder
sich im Ruhezustand befinden 403 (keine Übertragung).
Aufgrund von DTX werden die Transceiver, die Sprachanrufe in Sprachkanälen führen (hier
TRX1, TRX2 und TRX3), nicht während
DTX-Perioden 404 (ein oder mehr aufeinanderfolgende Ruhezustand-Felder 403)
verwendet. Die Transceivereinheit TRX4 führt einen Paketdatenkanal in
einem grundlegenden physikalischen Kanal bpc4. In Abhängigkeit
von der Verkehrslast wird ein Teil des oder der gesamte Paketdatenkanal für die Übertragung
von Paketdateneinheiten genutzt.
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5 zeigt
das gleiche Szenarium wie in 4, aber
bei Nutzung des erfinderischen Verfahrens nach 3a–b. Nur
drei der Transceiver, TRX1–TRX3,
werden im Vergleich zu vier in 4 verwendet.
DTX-Perioden 404 in den grundlegenden physikalischen Kanälen bpc1–3 in der
entsprechenden Transceivereinheit werden verwendet, um Funkdatenblöcke 402 in
dem grundlegenden physikalischen Kanal bpc4 zu übertragen/empfangen, folglich ein
anderer grundlegender physikalischer Kanal (für Paketdateneinheiten verwendet)
als ihr „normaler" grundlegender physikalischer
Kanal (für
Sprache verwendet).
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6 zeigt
die resultierende Nutzung der jeweiligen grundlegenden physikalischen
Kanäle bpc1–4 in 5.
Der Paketdatenkanal im grundlegenden physikalischen Kanal bpc4 wird
zu fast 100% unterstützt.
Während
der Blockperioden 601, wenn keiner der Sprachanrufe in
den Sprachkanälen (bpc1–3) im DTX-Modus
ist, können
keine Funkblöcke
im Paketdatenkanal bpc4 kommuniziert (gesendet/empfangen) werden.
Dies bedeutet, dass der grundlegende physikalische Kanal bpc4 nicht
für einen
Sprachanruf verwendet werden kann. Die Unterbrechungen 602 in
bpc4, die durch gleichzeitige Nicht-DTX-Perioden in den Transceivern
TRX1, TRX2 und TRX3 erzwungen werden, würden eine schlechte Sprachqualität im grundlegenden
physikalischen Kanal bpc4 verursachen. Dies ist kein Problem in
z. B. GPRS, da die Unterbrechungen 602 in bpc4 kein ernsthaftes
Problem für
Datenanwendungen darstellen. Tatsächlich wird jede GPRS-Funkeinheit/Basisstation
die fehlenden Funkblöcke
interpretieren, als ob der Kanal zur Kommunikation mit, d. h. zum Übertragen
von Funkblöcken
an oder zum Empfangen von Funkblöcken
von, einem anderen Benutzer in der Zelle verwendet wird. Folglich
besteht die einzige Wirkung der fehlenden Funkblöcke darin, den effektiven Durchsatz
im GPRS-Kanal geringfügig
zu reduzieren.
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Aus
dem oben Gesagten sollte für
jeden Fachmann ersichtlich sein, dass die Erfindung sowohl in einem
System, das das Frequenzsprungverfahen einsetzt, als auch in einem
System, das das Frequenzsprungverfahren nicht nutzt, verwendet werden
kann.
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Das
erfinderische Verfahren kombiniert die DTX-induzierten Perioden
der Funkstille in Sprachkanälen
mit der GPRS-Fähigkeit
zur Nutzung von Funkkanälen
mit sporadischer Übertragung.
Diese zwei Merkmale werden genutzt, um mehr als acht physikalische
Kanäle
in einem Transceiver in einem kombinierten GSM/GPRS-System zu unterstützen. Es
sollte beachtet werden, dass ein Paketdatenkanal in einem grundlegenden
physikalischen Kanal Echtzeitdienste wie Sprache und nicht nur Nichtechtzeitdienste
ausführen
kann.
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Obwohl
die Erfindung hauptsächlich
unter Bezugnahme auf ein GSM-System beschrieben wurde, kann das
erfinderische Verfahren in einem D-AMPS/EDGE-System und auch in
einem CDMA-System angewandt werden. In einem CDMA-System wird die Zahl
der grundlegenden physikalischen Kanäle, die ein Transceiver unterstützen kann,
durch die gesamte maximale Ausgangsleistung, die der Transceiver nutzen
kann, bestimmt. Folglich kann die erfinderische Technik auch auf
das CDMA-System angewandt werden, um die Zahl der logischen Kanäle, die ein
Transceiver unterstützen
kann, zu erhöben.
Wie in dem GSM/GPRS-System veranschaulicht, kann ein Sprachanruf
im DTX-Modus erfolgen, ohne den Transceiver zu belasten. Wie in
der bevorzugten Ausführungsform
im GSM/GPRS-Szenarium nutzt die erfinderische Technik diese Tatsache,
um zuzulassen, dass der Paketdatenkanal von dem Transceiver, in
dem ein oder mehr Sprachanrufe im DTX-Modus sind, unterstützt wird.
Für Fachleute
sollte es ersichtlich sein, wie diese Generalisierung auf das CDMA-System
vorgenommen wird.