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ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
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Für einen
Teil der ausgeführten
Arbeit während
der Entwicklung dieser Erfindung wurden Finanzmittel der U.S.-Regierung
verwendet. Die U.S.-Regierung besitzt bestimmte Rechte an dieser Erfindung.
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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
hier beschriebene Erfindung betrifft die Beobachtung von medizinischen
Zuständen
und insbesondere die Beobachtung von neurologischen Zuständen durch
statistische Verfahren.
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VERWANDTE TECHNIK
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Es
ist wohlbekannt, dass sich neurologische Anomalien in den elektrischen
Aktivitäten
des Gehirns widerspiegeln können.
Eine derartige elektrische Aktivität wird deshalb häufig benutzt,
um eine Vielzahl von neurologischen Funktionsstörungen zu diagnostizieren oder
deren Behandlung zu bewerten. Elektrische Aktivität im Gehirn
wird normalerweise erfasst und analysiert in Form eines Elektroenzephalogramms
(EEG).
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Die
neurologische Diagnose, die EEG benutzt, weist allerdings eine Anzahl
von Nachteilen auf. Ein EEG, wenn es als Wellenform betrachtet wird,
kann nur hinsichtlich Frequenz und Leistung analysiert werden. Ein
EEG kann nicht im Zeitbereich analysiert werden in Anbetracht dessen,
dass ein EEG Gehirnaktivität
darstellt, die nicht mit bestimmten zeitlichen Ereignissen in Beziehung
steht. Außerdem
neigen EEG dazu, beträchtliche
Abweichungen über
mehrere Versuche aufzuweisen, selbst wenn sie an derselben Person
durchge führt
wurden. Dies beruht teilweise auf der Neigung von Patienten auf Umgebungsreize
zu reagieren, während
die EEG aufgenommen werden. Außerdem
neigen EEG als Signale dazu, ein niedriges Signal-Rausch-Verhältnis (SRV)
aufzuweisen. Wenn einmal erfasst, sind EEG aufgrund dieser Faktoren
schwierig zu analysieren. Die Analyse von EEG durch medizinisches
Personal neigt dazu, schwierig und zeitaufwendig zu sein.
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Aufgrund
dieser Schwierigkeiten beim Durchführen der EEG-Analyse, wurde die
Verwendung der evozierten Potentialen (EP) vorgeschlagen. Ein EP
stellt neurale elektrische Aktivität dar, die als Ergebnis eines
spezifischen Sinnesreizes beim Patienten auftritt, wie etwa ein
Lichtblitz oder ein Ton. Die als Spannung (das heißt Potential)
gemessene elektrische Aktivität
ist deshalb ein evoziertes Ansprechen auf einen Reiz. Wie ein EEG
wird ein EP normalerweise als eine Wellenform erfasst und analysiert. Anders
als ein EEG allerdings kann ein EP im Zeitbereich wie auch im Frequenzbereich
analysiert werden. EP neigen ebenfalls dazu, über mehrere Versuche an einem
bestimmten Patienten weniger zu schwanken als EEG. Trotzdem, wie
im Fall von EEG, treten Artefakte in EP auf und deren Entfernung
ist schwierig und fehlerbehaftet. Die Verwendung von EP als diagnostisches
Werkzeug ist daher teuer und zeitaufwendig. Versuche, die EP-Verarbeitung
zu automatisieren, waren weitgehend nicht erfolgreich.
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Es
gibt daher einen Bedarf für
ein Verfahren des Beobachtens des neurologischen Zustands eines
Patienten, wobei das Verfahren relativ beständig rauscharme, artefaktfreie
Daten erhält
und verarbeitet. Außerdem
muss das diagnostische Verfahren kostengünstig und zuverlässig sein.
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Die
Patentschrift
US-A-5,392,788 offenbart ein
System zum Interpretieren von EEG-Signalen durch Vergleichen derselben
mit normativen EEG-Signalen.
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Die
Patentschrift
US-A-4,844,086 offenbart ein
diagnostisches Verfahren, worin Daten von gehirnevozierten Potentialen
mit vergleichbaren Daten von normalen Patienten verglichen werden.
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Die
Patentschrift
US-A-5,230,346 offenbart ein
Verfahren zum Bestimmen des Gehirnzustands durch Anwenden von ausgewählten Bewertungen auf
Werte von elektrischem Ausgang, Spektralanteil und Kohärenz.
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KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Gemäß einem
Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren nach
Anspruch 1 bereitgestellt.
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Gemäß einem
weiteren Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung
nach Anspruch 29 bereitgestellt.
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Die
Ausführungsformen
der hier beschriebenen Erfindung stellen ein Verfahren zum Diagnostizieren
des Vorhandenseins einer neurologischen Funktionsstörung (wie
die Alzheimer'sche
Krankheit, Depression oder Schizophrenie) bereit und anderseits
zum Beobachten des neurologischen Zustands eines Patienten oder
zum Charakterisieren der Ergebnisse eines durch einen Patienten
benutzten Behandlungsprogramms. Das Verfahren umfasst das Erfassen
und die Analyse von EP-Daten. Das Verfahren beginnt mit dem Durchführen von
mehreren EP-Versuchen an einem Patienten. In einer Ausführungsform
der Erfindung werden die Daten von den EP-Versuchen dann charakterisiert,
um einen einzelnen charakteristischen EP-Signalvektor für den Patienten
zu erzeugen. Dies reduziert die Artefakte und den Störpegel in
den Daten. Dann werden auf dem charakteristischen EP-Signalvektor basierende
Prognosen erstellt. Die Prognosen werden verglichen mit Informationen,
die von den EP-Daten von Patienten hergeleitet werden, die bekannte
neurologi sche Zustände
aufweisen. Um zum Beispiel eine Diagnose durchzuführen, werden
die Prognosen mit Standards verglichen, wie etwa ein oder mehrere
charakteristische EP-Signalvektoren
von bekannten, gesunden Patienten und ein oder mehrere charakteristische EP-Signalvektoren
von Patienten, von denen bekannt ist, dass sie die Funktionsstörung aufweisen. Das
mögliche
Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein der neurologischen Funktionsstörung wird durch
eine gewichtete Auswahl der Prognosen bestimmt, wobei die Gewichtung
eine Funktion davon ist, wie nahe jede Prognose vergleichsweise
an den entsprechenden Standards liegt. Prognosen können ebenfalls
benutzt werden, um andere Arten von neurologischen Beobachtungen
durchzuführen,
wie etwa das Verfolgen des Ansprechens eines Patienten auf ein Behandlungsprogramm,
Beobachten der Behandelbarkeit eines Patienten hinsichtlich eines
bestimmten Heilprogramms, oder Bestimmen der Wirkungen eines bestimmten
Heilprogramms.
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KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
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Das
Vorangehende und andere Merkmale und Vorteile der Ausführungsformen
der Erfindung werden durch die nachfolgende, ausführlichere
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wie
in den begleitenden Zeichnungen dargestellt, deutlich werden.
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1 ist
ein Ablaufdiagramm, das den Diagnoseprozess gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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2 ist
ein Ablaufdiagramm, das den Schritt des Charakterisierens der EP-Daten
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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3 erläutert den
Prozess des Verknüpfens
von Wellenformen, die durch unterschiedliche Elektroden erfasste
EP-Signale darstellen,
gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung.
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4 stellt
den Prozess des Abtastens eines verknüpften Signals, um einen Vektor
von Amplitudenwerten zu erzeugen, gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung dar.
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5 ist ein Ablaufdiagramm, das den Schritt
des Ausführens
einer gewichteten Auswahl zum Unterstützen einer Diagnose gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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6 ist
ein Ablaufdiagramm, das den Prozess des Beobachtens der Behandelbarkeit
eines Patienten gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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7 ist
ein Ablaufdiagramm, das den Prozess des Beobachtens des Ansprechens
eines Patienten auf ein Behandlungsprogramm gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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8 ist
ein Ablaufdiagramm, das den Prozess des Beobachtens der Art und
des Ausmaßes von
Nebenwirkungen, die aus einem Behandlungsprogramm resultieren, gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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9 ist
ein Ablaufdiagramm, das den Prozess des Charakterisierens der Ergebnisse
eines Behandlungsprogramms darstellt.
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10 ist
ein Ablaufdiagramm, das ein verallgemeinertes Verfahren einer Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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11 stellt
ein beispielhaftes Computersystem dar, das eine Software-Ausführungsform
der Erfindung ausführt.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung wird nun mit Bezug auf die Figuren beschrieben, wobei
gleiche Bezugsziffern identische oder funktional ähnliche
Elemente anzeigen. Ebenfalls in den Figuren gehört die am weitesten links stehende Ziffer
zu der Figur, in der die Bezugsziffer zuerst verwendet wird. Obwohl
spezifische Gestaltungen und Anordnungen besprochen werden, sollte
verstanden werden, dass dies lediglich zu darstellenden Zwecken
geschehen ist. Ein Fachmann wird erkennen, dass andere Gestaltungen
und Anordnungen benutzt werden können,
ohne vom Gedanken und Umfang der Erfindung abzuweichen. Es wird
dem Fachmann deutlich werden, dass diese Erfindung ebenfalls in
einer Vielzahl von anderen Vorrichtungen und Anwendungen eingesetzt
werden kann.
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I. ÜBERSICHT
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Die
Erfindung stellt ein Verfahren zum Diagnostizieren einer neurologischen
Funktionsstörung oder
andererseits zum Beobachten des neurologischen Zustands eines Patienten
bereit. Das Verfahren beginnt mit der Erfassung von EP-Signalen von dem
Patienten unter Beobachtung, indem mehrere Versuche verwendet werden.
In einer Ausführungsform
der Erfindung werden die EP-Signale über alle am Patienten ausgeführten Versuche
kombiniert und charakterisiert. Dies bildet einen einzelnen EP-Signalvektor
des Patienten unter Beobachtung. Eine Reihe von Prognosen des Vektors
wird dann durch Eliminieren von Komponenten des Vektors erstellt. Eine
Beurteilung kann dann über
den neurologischen Zustand des Patienten durchgeführt werden.
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Eine
Diagnose kann zum Beispiel in einer Ausführungsform der Erfindung durch
Vergleichen der Prognosen mit EP-Signalen, die von einem oder mehreren
bekannten, gesunden Patienten erfasst wurden, durchgeführt werden.
In dieser Ausführungsform
werden Prognosen des Vektors ebenfalls mit EP-Signalen verglichen,
die von einem oder mehreren Patienten erfasst wurden, von denen
bekannt ist, dass sie die neurologische Funktionsstörung aufweisen.
Eine Bestimmung darüber,
ob der Patient unter Beobachtung an der Funktionsstörung leidet, kann
dann basierend auf diesen Vergleichen durchgeführt werden. In anderen Anwendungen
der Erfindung können
die Prognosen für
einen Patienten zum Verfolgen des Ansprechens des Patienten auf
ein Behandlungsprogramm, zum Beobachten der Behandelbarkeit des
Patienten hinsichtlich eines bestimmten Heilprogramms oder zum Bestimmen
der durch einen Patienten wahrgenommenen Wirkungen als Ergebnis
eines bestimmten Heilprogramms benutzt werden. Die Erfindung kann
ebenfalls verwendet werden, um ein spezifisches Behandlungsprogramm zu
bewerten, wie etwa eine neue Arznei, indem das Ansprechen eines
Patienten auf die Behandlung beobachtet wird.
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II. VERFAHREN DER DIAGNOSE
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Das
Verfahren der Erfindung, wie es in der Diagnose gemäß einer
Ausführungsform
verwendet wird, wird im Ablaufdiagramm 100 von 1 dargestellt.
Der Prozess beginnt mit einem Schritt 105. In einem Schritt 110 werden
EP von einem Patienten ausgelöst,
der einer Diagnose unterzogen wird. Ein EP stellt eine neurale,
elektrische Aktivität
dar, die einem Sinnesreiz folgt. Beispiele eines derartigen Reizes
sind ein Lichtblitz oder ein hörbarer
Ton. Ein einzelner Reiz und eine nachfolgende elektrische Aktivität bezeichnen
einen Versuch. In einer Ausführungsform
der Erfindung wird ein Reiz alle ein bis zwei Sekunden über ein
Intervall von ungefähr
zwei Minuten präsentiert.
Die elektrische Aktivität
wird durch einen Satz von ungefähr
20 Elektroden gemessen, jede misst die Spannung, oder das Potential,
ungefähr
alle zehn Millisekunden (ms). Das Ergebnis ist ein Satz von EP-Signalen
oder Wellenformen für
jede Elektrode, wobei jede Wellenform ein Ansprechen auf das Auftreten
eines Reizes darstellt. Jede Wellenform hat deshalb eine Dauer von
ungefähr
eine bis zwei Sekunden.
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In
einem Schritt 115 werden diese EP-Signale kombiniert und
charakterisiert, um einen einzelnen charakteristischen EP-Signalvektor für den Patienten unter
Beobachtung zu bilden. Ein derartiger Vektor stellt das allgemeine
Ansprechen des Patienten auf Sinnesreize dar. Die Charakterisierung
wird derart ausgeführt,
dass äußere Artefakte
reduziert und das SRV der EP-Daten verbessert werden. In einer nachfolgend
beschriebenen Ausführungsform
werden die EP-Signale über
mehrere Versuche gemittelt. Andere Ausführungsformen können andere
Formen der Charakterisierung benutzen, vorausgesetzt dass der Charakterisierungsvorgang
alle EP-Signale berücksichtigt.
Außerdem
müssen
die charakteristischen EP-Signalvektoren,
die aus einem derartigen Prozess resultieren, die Neigungen des
Patienten hinsichtlich der EP wiedergeben, während Störungen und Artefakte minimiert
werden.
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In
Schritt 120 werden Prognosen des charakteristischen EP-Signals erstellt.
Eine Prognose eines Vektors wird erstellt, wenn einige der Koordinaten des
Vektors eliminiert werden. In einer Ausführungsform der Erfindung werden
die Koordinaten, die eliminiert werden, zufällig ausgewählt. In einer alternativen
Ausführungsform
werden die zu eliminierenden Koordinaten in einer plangesteuerten
Weise ausgewählt.
In jedem Falle ist das Ergebnis eine Gruppe von Prognosen, wobei
jede Prognose ein Vektor ist, der weniger Koordinaten aufweist als
der ursprüngliche
charakteristische EP-Signalvektor.
Wenn der charakteristische EP-Signalvektor als Punkt in einem Informationsraum
betrachtet wird, dann dient dieser Schritt dazu, den charakteristischen
EP-Signalvektor in
Unterräume
von kleinerer Abmessung zu projizieren.
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Es
ist zu bemerken, dass in einer alternativen Ausführungsform der Erfindung Prognosen
eher basierend auf den EP-Signalen
selbst als auf einer Charakterisierung der EP-Signale erstellt werden. In einer derartigen
Ausführungsform
ist der Charakterisierungsschritt 115 nicht notwendig.
Wenn die Prognosen in Schritt 120 erstellt wurden, kann
eine Bestimmung darüber
durchgeführt
werden, ob es wahrscheinlich ist, dass der Patient unter der neurologischen
Funktionsstörung
leidet. In einer Ausführungsform
der Erfindung umfasst diese Bestimmung die Schritte 125 bis 135 des
Ablaufdiagramms 100. In Schritt 125 wird jede
Prognose mit einem oder mehreren charakteristischen EP-Signalvektoren
von einem oder mehreren gesunden Patienten verglichen. In Schritt 130 wird
jede Prognose mit einem oder mehreren charakteristischen EP-Signalvektoren
von einem oder mehreren Patienten, von denen bekannt ist, dass sie
die neurologische Funktionsstörung
aufweisen, verglichen. Für
jede Prognose ist es das Ziel zu bestimmen, erstens, wie genau die
Prognose den charakteristischen EP-Signalvektoren von einem oder
mehreren gesunden Patienten ähnelt,
und zweitens, wie genau die Prognose dem EP-Signalvektor von einem
oder mehreren befallenen Patienten ähnelt. In einer Ausführungsform
der Erfindung werden die Vergleiche durchgeführt, indem eine statistische Messgröße der Ähnlichkeit
(wie etwa Übereinstimmung)
zwischen jeder Prognose und den charakteristischen EP-Signalvektoren
der gesunden, beziehungsweise den befallenen Patienten berechnet wird.
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In
Schritt 135 wird eine Bestimmung darüber durchgeführt, ob
der charakteristische Signalvektor des Patienten unter Beobachtung
eine genauere Ähnlichkeit
zu dem des gesunden Patienten oder dem Patienten mit der neurologischen
Funktionsstörung
aufweist. Die Bestimmung wird durchgeführt durch eine gewichtete Auswahl
der Prognosen. Für jeden
charakteristischen EP-Signalvektor eines gesunden Patienten werden
die Ähnlichkeitsstatistiken (z.B. Übereinstimmungen) von
allen Prognosen hinsichtlich des charakteristischen EP-Signalvektors des
gesunden Patienten aufsummiert, um eine Gesundheitssumme zu bilden.
Gleichermaßen
werden für
jeden charakteristischen EP-Signalvektor eines befallenen Patienten
die Ähnlichkeitsstatistiken
aller Prognosen hinsichtlich des charakteristischen EP-Signalvektors
des befallenen Patienten aufsummiert, um eine Funktionsstörungssumme
zu bilden. Alle Gesundheits- und Funktionsstörungssummen werden verglichen
um zu bestimmen, ob der Patient unter Beobachtung mehr einem der
gesunden Patienten ähnelt
oder mehr einem der befallenen Patienten ähnelt. Das Ergebnis dieses
Vergleichs kann dann in der Diagnose verwendet werden, um zu bestimmen, ob
es wahrscheinlich ist, dass der Patient unter Beobachtung unter
der Funktionsstörung
leidet. Der Prozess schließt
mit einem Schritt 140 ab.
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A. CHARAKTERISIERUNG DER EP-SIGNALE
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Der
Charakterisierungsschritt 115 wird ausführlicher in 2 dargestellt.
In der gezeigten Ausführungsform
werden die von jeder Elektrode für
einen bestimmten EP-Versuch erfassten Signale verknüpft, um
eine einzelne Wellenform zu bilden. Diese Wellenform stellt alle
EP-Daten für
den Versuch dar. Die Wellenform wird dann abgetastet, um einen Vektor
zu erzeugen. Der Prozess wird für
alle Versuche wiederholt. Der daraus resultierende Satz von Vektoren
umfasst einen Vektor für
jeden Versuch. Die Vektoren werden dann nach Koordinaten ausgemittelt, um
einen charakteristischen EP-Signalvektor für den Patienten zu erzeugen.
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Der
Prozess beginnt mit einem Schritt 200. In Schritt 205 und 210 wird
ein Indexwert i festgelegt. Anfänglich
wird i auf 1 gesetzt, derart, dass in Schritt 215 die durch
die Elektroden erfassten Signale während des ersten Versuchs,
Versuch 1, verknüpft
werden, um ein verknüpftes
Signal zu bilden. Schritt 215 wird graphisch in 3 dargestellt, wo
Signale 305, 310 und 315 verknüpft werden,
um ein verknüpftes Signal 320 zu
bilden.
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Zurückschauend
zu 2 wird in einem Schritt 220 das verknüpfte Signal
bei einer vorbestimmten Abtastrate abgetastet, um einen Vektor von Amplitudenwerten
herzuleiten. Der Abtastschritt 220 wird in 4 graphisch
dargestellt. Die Amplitude, Potential 316, von einem beispielhaften
verknüpften Signal 400 wird
in festen Intervallen an den Punkten t0,
t1 und t2 gemessen.
Der daraus resultierende Satz von Amplituden umfasst deshalb die
diesen Punkten entsprechenden Potentiale. Diese Potentiale werden in 4 als
Potentiale 410A, 410B beziehungsweise 410C identifiziert.
In einer Ausführungsform
der Erfindung wird das Abtasten bei Intervallen von ungefähr 10 ms
ausgeführt.
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Zurückschauend
zu 2 wird der Satz von abgetasteten Amplituden in
einem einzelnen Vektor, Vektor 1 abgespeichert, entsprechend
dem Versuch 1. In einem Versuch 225 wird eine
Bestimmung darüber
ausgeführt,
ob das verknüpfte
Signal des abschließenden
Versuchs in einen Vektor umgewandelt wurde. Wenn nicht, kehrt der
Prozess zu Schritt 210 zurück, wo der Index i derart erhöht wird,
dass die EP-Signale
von dem nächsten
Versuch verarbeitet werden können.
Die EP-Signale vom nächsten
Versuch werden dann verknüpft,
abgetastet und in einen Vektor umgewandelt. Der Prozess läuft weiter,
bis die EP-Signale von jedem Versuch in einen Vektor umgewandelt
worden sind, ein Vektor pro Versuch. Die Bestimmung darüber, ob
die EP-Signale des abschließenden
Versuchs in einen Vektor umgewandelt wurden, wird in Schritt 225 ausgeführt. In
einem Schritt 230 werden die Vektoren ausgemittelt, um
einen charakteristischen EP-Signalvektor
zu bilden. Dies wird auf einer Pro-Komponenten-Basis ausgeführt. Die
n-te Komponente im charakteristischen EP-Signalvektor ist deshalb
das arithmetische Mittel der n-ten Komponente aller individuellen
Vektoren. Da der charakteristische EP-Signalvektor eine Funktion
von allen von dem diagnostizierten Patienten erfassten EP-Signalen
ist, neigen Rauschen und Artefakte dazu, minimiert zu werden. Der
Charakterisierungsprozess 115 schließt mit einem Schritt 235 ab.
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B. VERGLEICH EINES CHARAKTERISTISCHEN EP-SIGNALVEKTORS
MIT BEKANNTEN STANDARDS
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Der
Vergleichsschritt 135 wird ausführlicher in 5 dargestellt.
In der dargestellten Ausführungsform
wird jede Prognose mit einem oder mehreren charakteristischen EP-Signalen von einem
oder mehreren gesunden Patienten verglichen. Jede Prognose wird
ebenfalls mit einem oder mehreren charakteristischen Signalen von
einem oder mehreren befallenen Patienten verglichen. Die entsprechenden Übereinstimmungen
werden dann für
jede Prognose hergeleitet. Die Übereinstimmungen
werden benutzt, um eine gewichtete Auswahl durchzuführen, um
zu entscheiden, ob es wahrscheinlich ist oder nicht, dass der Patient
unter der Funktionsstörung
leidet.
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Vergleichsschritt 135 beginnt
mit einem Schritt 500. In den Schritten 505 und 510 wird
ein Index j festgelegt. Der Index j wird benutzt, um die Verarbeitung
der Prognosen zu verfolgen. In einem Schritt 515 wird die
erste Prognose, Prognose 1, mit jedem von einem oder mehreren charakteristischen EP-Signalvektoren,
die von einem oder mehreren gesunden Patienten aufgenommen wurden,
in Beziehung gesetzt. Diese charakteristischen EP-Signale werden
hier nachfolgend als Gesundheitssignale bezeichnet. Dies führt zu einer Übereinstimmungsstatistik,
bezeichnet als Gewichtungswert 1 der Gesundheit, für jedes
Gesundheitssignal. In einem Schritt 520 wird Prognose 1
mit einem oder mehreren charakteristischen EP-Signalvektoren von
einem oder mehreren Patienten in Beziehung gesetzt, wobei diese
Patienten an der neurologischen Funktionsstörung leiden.
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Diese
Vektoren werden hier nachfolgend als Funktionsstörungssignale bezeichnet. Dies
führt zu einer Übereinstimmungsstatistik
für jedes
Funktionsstörungssignal,
bezeichnet als Gewichtungswert 1 für Funktionsstörung. In
einem Schritt 525 wird eine Bestimmung darüber durchgeführt, ob
alle Prognosen zueinander in Beziehung gesetzt wurden und ihre Gewichtungswerte
berechnet wurden. Wenn nicht, kehrt der Prozess zu Schritt 510 zurück, wo der Index
j erhöht
wird. Der Übereinstimmungsprozess wird
dann hinsichtlich der nächsten
Prognose durchgeführt.
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Wenn
in Schritt 525 bestimmt wird, dass alle Übereinstimmungsvergleiche
an allen Prognosen durchgeführt
und die Gewichtungswerte bestimmt wurden, dann läuft der Prozess weiter mit
einem Schritt 530. In Schritt 530 werden die Gewichtungswerte
der Gesundheit, für
jedes Gesundheitssignal, über
alle Prognosen aufsummiert. Dies ergibt eine Gesundheitssumme für jedes
Gesundheitssignal. In einem Schritt 535 werden die Gewichtungswerte
für Funktionsstörung, für jedes
Funktionsstörungssignal, über alle
Prognosen aufsummiert. Dies ergibt eine Funktionsstörungssumme
für jedes
Funktionsstörungssignal.
In einem Schritt 540 werden die Gesundheitssummen und die
Funktionsstörungssummen
verglichen. Abhängig
davon, welcher Stand in einem Schritt 545 angezeigt wird,
wird erkannt, ob es wahrscheinlicher ist, dass der Patient die Funktionsstörung aufweist
(Schritt 550) oder ob es wahrscheinlicher ist, dass er
gesund ist (Schritt 555). Die Bestimmung von Schritt 545 wird
ausgeführt
durch Analysieren der Gesundheitssummen und der Funktionsstörungssummen.
Wenn die größte Summe
zum Beispiel eine Gesundheitssumme ist, ist es wahrscheinlicher,
dass der Patient unter Beobachtung gesund ist. Wenn die höchste Summe
eine Funktionsstörungssumme
ist, ist es auf der anderen Seite wahrscheinlicher, dass der Patient
unter Beobachtung unter der Funktionsstörung leidet. Der Prozess schließt mit einem
Schritt 560 ab.
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III. ANDERE ANWENDUNGEN
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Die
oben beschriebenen Techniken können einen
Bereich von Problemen ansprechen, der breiter ist als die Diagnose
von neurologischen Funktionsstörungen.
Beispiele derartiger Probleme und die Ausführungsformen der Erfindung,
die auf diese Probleme anwendbar sind, werden nachfolgend besprochen.
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A. BEOBACHTUNG DER BEHANDELBARKEIT
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung kann benutzt werden um zu bestimmen, ob ein Patient,
der eine neurologische Funktionsstörung aufweist, behandelbar
ist, indem ein bestimmtes Behandlungsprogramm angewandt wird. Ein
derartiges Heilungsprogramm kann aus einer bestimmten Dosierung
eines bestimmten Medikaments bestehen, wie etwa PROZAC im Falle
eines Patienten, der an Depressionen leidet. In dieser Ausführungsform
der Erfindung werden Prognosen von den EP-Daten des Patienten erzeugt.
Die Prognosen werden dann verglichen mit einem oder mehreren EP-Signalvektoren
von einem, beziehungsweise mehreren Patienten, von denen bekannt
ist, dass sie durch die durch das bestimmte Behandlungsprogramm
behandelbar sind. Wenn der Vergleich ein bestimmtes Maß an Ähnlichkeit
zwischen dem Zustand des Patienten unter Beobachtung und dem Zustand
des (der) Patienten, von dem (denen) bekannt ist, dass er (sie)
durch das Heilungsprogramm behandelbar ist (sind), erkennen lässt, wird
die Behandelbarkeit des Patienten unter Beobachtung vorgeschlagen.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung für
die Beobachtung der Behandelbarkeit eines Patienten wird in 6 dargestellt.
Der Prozess beginnt mit einem Schritt 605. In den Schritten 610 bis 620 werden EP-Daten
gesammelt, charakterisiert und verarbeitet, um Prognosen zu erstellen.
Diese Schritte sind analog zu den Schritten 110 bis 120 von 1.
Eine Bestimmung wird dann darüber
ausgeführt,
ob es wahrscheinlich ist, dass der Patient durch ein bestimmtes
Behandlungsprogramm behandelbar ist. In der dargestellten Ausführungsform
wird dies in einem Schritt 625 ausgeführt, indem die Prognosen mit
Informationen verglichen werden, die von EP-Daten von einem oder
mehreren Patienten hergeleitet werden, von denen bekannt ist, dass
sie durch das Heilungsprogramm behandelbar sind. Für jede Prognose
und charakteristischen EP-Signalvektor wird ein Maß an Übereinstimmung
zwischen den beiden bestimmt und ein erster Gewichtungswert zugewiesen. Für jeden
Patienten, von dem bekannt ist, dass er durch das Heilungsprogramm
behandelbar ist, werden die ersten Gewichtungswerte über alle
Prognosen aufsummiert. Für
einen bestimmten Patienten, von dem bekannt ist, dass er durch das
Heilungsprogramm behandelbar ist, ergibt dies eine Summe, die die
Behandelbarkeit hinsichtlich des bestimmten Heilungsprogramms des
Patienten unter Beobachtung relativ zu dem bestimmten Patienten
anzeigt.
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Es
wird vermerkt, dass dieser Prozess ebenfalls verwendet werden kann,
um eine bestimmte Behandlung aus einer Gruppe von Optionen auszuwählen. Der
Prozess kann zum Beispiel in Bezug auf ein zweites Behandlungsprogramm
wiederholt werden. Dies würde
zu einem Gewichtungswert, der hier als ein zweiter Gewichtungswert
bekannt ist, für
jede Prognose und einen oder jeden von mehreren Patienten, von denen
bekannt ist, dass sie durch das zweite Behandlungsprogramm behandelbar
sind, führen.
Für einen
bestimmten Patienten, von dem bekannt ist, dass er durch das zweite
Behandlungsprogramm behandelbar ist, ergibt das Aufsummieren der zweiten
Gewichtungswerte über
alle Prognosen eine zweite Summe. Diese letztere Summe wäre hinsichtlich
des zweiten Behandlungsprogramms hinweisend für die Behandelbarkeit des Patienten
unter Beobachtung, relativ zu dem bestimmten Patienten. Erste Summen
und zweite Summen können
dann verglichen werden, um die relative Behandelbar keit des Patienten
hinsichtlich der ersten und zweiten Behandlungsprogramme zu bewerten.
Wenn zum Beispiel die Prognosen ähnlicher
sind für
Patienten, die durch das erste Behandlungsprogramm behandelbar sind
als für
Patienten, die durch das zweite behandelbar sind, dann weist dies
darauf hin, dass das erste Behandlungsprogramm gewählt werden
sollte. Durch Analogiebildung kann dieses Verfahren auf mehrere Behandlungsprogramme
derart ausgedehnt werden, dass die relative Behandelbarkeit des
Patienten hinsichtlich dieser Vielzahl von Behandlungsprogrammen
beobachtet werden kann.
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B. BEOBACHTUNG DES FORTSCHRITTS WÄHREND DER
BEHANDLUNG
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung kann ebenfalls benutzt werden, um den Fortschritt
eines Patienten zu beobachten, der einer Behandlung für eine neurologische
Funktionsstörung
unterzogen wird. In dieser Ausführungsform
werden Prognosen von EP-Daten eines Patienten erstellt. Die Prognosen
werden mit einem oder mehreren charakteristischen EP-Signalvektoren
von einem, beziehungsweise mehreren Patienten verglichen, wobei
jeder der anderen Patienten irgendeinen bekannten, neurologischen
Zustand aufweist. Wenn der Vergleich irgendein Maß an Ähnlichkeit
zwischen dem Zustand des Patienten unter Beobachtung und dem Zustand des
(der) anderen Patienten erkennen lässt, dann können Schlüsse über den Zustand des Patienten unter
Beobachtung gezogen werden. Wenn es zum Beispiel eine Ähnlichkeit
zwischen dem Zustand des Patienten unter Beobachtung und dem Zustand
eines Patienten, der neurologisch gesund ist, gibt, könnte dies
auf eine Verbesserung des Zustands des Patienten unter Beobachtung
hinweisen. Auf der anderen Seite kann ein anderer Patient unter
derselben Funktionsstörung
leiden, gegen die der Patient unter Beobachtung behandelt wird.
Hier könnte
eine Ähnlichkeit
zwischen dem Zustand des Patienten unter Beobachtung und dem Zustand
des befallenen Patienten auf ein Fehlen einer Verbesserung des Zustands
des Patienten unter Beobachtung hinweisen. Alternativ kann ein anderer
Patient irgendeinen anderen Zustand aufweisen, der eine mögliche Nebenwirkung
der an dem Patienten unter Beobachtung angewendeten Behandlung darstellt.
Hier könnte
eine Ähnlichkeit
zwischen dem Zustand des Patienten unter Beobachtung und dem Zustand
des Patienten, der unter den Nebenwirkungen leidet, auf das Vorhandensein
der Nebenwirkung bei dem Patienten unter Beobachtung hinweisen.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung, wie bei der Beobachtung des Fortschritts eines unter
Behandlung stehenden Patienten angewandt, wird in 7 dargestellt.
Der Fortschritt beginnt mit einem Schritt 705. In den Schritten 710 bis 720 werden EP-Daten
erfasst, charakterisiert und verarbeitet, um Prognosen zu erstellen.
Diese Schritte sind analog zu den Schritten 110 bis 120 von 1.
Eine Bestimmung kann dann über
den Fortschritt des Patienten unter Beobachtung ausgeführt werden.
In der dargestellten Ausführungsform
wird dies in einem Schritt 725 ausgeführt. Hier wird jede Prognose
mit Informationen verglichen, die von einem oder mehreren Patienten
hergeleitet werden. In einer Ausführungsform der Erfindung wird
jede Prognose mit einem oder mehreren EP-Signalvektoren von einem,
beziehungsweise mehreren Patienten verglichen. Für jeden der charakteristischen
EP-Signalvektoren der anderen Patienten wird das Maß an Übereinstimmung
zwischen dem charakteristischen EP-Signalvektor und jeder Prognose bestimmt.
Jeder Übereinstimmung
wird ein Gewichtungswert für
Fortschritt zugewiesen.
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Das
Addieren der Gewichtungswerte für Fortschritt über alle
Prognosen hinsichtlich des charakteristischen EP-Signalvektors eines
bestimmten Patienten ergibt eine Fortschrittssumme, die hinweisend
für den
Zustand des Patienten unter Beobachtung relativ zu dem Zustand des
bestimmten Patienten sein kann. Der Summierungsprozess kann ebenfalls
hinsicht lich der anderen Patienten wiederholt werden. Dies ergibt
eine Fortschrittssumme hinsichtlich eines jeden der anderen Patienten.
Wie oben beschrieben, können
die Fortschrittssummen Rückschlüsse über den
Fortschritt des Patienten unter Beobachtung unterstützen.
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C. ERKENNEN DER NEBENWIRKUNGEN DER BEHANDLUNG
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung kann ebenfalls verwendet werden um zu beobachten,
ob ein Patient, der einer Behandlung gegen eine neurologische Funktionsstörung unterzogen
wird, Nebenwirkungen wahrnimmt. Diese Ausführungsform erlaubt ebenfalls
die Beobachtung der Art und des Ausmaßes der Nebenwirkungen. In
dieser Ausführungsform
werden Prognosen der EP-Daten des Patienten erstellt und verglichen
mit den charakteristischen EP-Signalvektoren von einem oder mehreren
Patienten, wobei jeder dieser Patienten einen bekannten neurologischen
Zustand aufweist, z.B. einen Zustand, der eine mögliche Nebenwirkung der Behandlung
darstellt. Das Maß an Ähnlichkeit
(oder Unterschiedlichkeit) zwischen den Prognosen und den charakteristischen
EP-Signalvektoren
dieser anderen Patienten stellt Informationen bereit, die auf die Art
und das Ausmaß dieser
Nebenwirkungen in dem Patienten unter Beobachtung hinweisen.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung, wie für die
Beobachtung von durch den Patienten wahrgenommenen Nebenwirkungen
angewandt, wird in 8 dargestellt. Der Prozess beginnt
mit einem Schritt 805. In den Schritten 810 bis 820 werden EP-Daten
erfasst, charakterisiert und verarbeitet, um Prognosen zu erstellen.
Diese Schritte sind analog zu den Schritten 110 bis 120 von 1.
Eine Bestimmung wird dann darüber
ausgeführt,
ob (und zu welchem Ausmaß)
es wahrscheinlich ist, dass der Patient an irgendeiner der Vielzahl
von Nebenwirkungen eines bestimmten Behandlungsprogramms leidet.
In der dargestellten Ausführungsform
wird dies in einem Schritt 825 durch Vergleichen der Prognosen
mit Informationen, die von den EP-Daten von einem oder mehreren
Patienten hergeleitet werden, ausgeführt. Zu dem Zeitpunkt als die
EP-Daten von diesen anderen Patienten erfasst wurden, war von diesen
Patienten bekannt, dass sie bestimmte neurologische Zustände aufweisen.
Sie könnten
zum Beispiel Nebenwirkungen von dem fraglichen Behandlungsprogramm
wahrgenommen haben. In einer Ausführungsform werden die Prognosen
mit charakteristischen EP-Signalvektoren von anderen Patienten verglichen.
Für jede
Prognose und jeden charakteristischen EP-Signalvektor von einem
anderen Patienten wird ein Maß an Übereinstimmung
zwischen der Prognose und dem charakteristischen EP-Signalvektor der
anderen Patienten bestimmt und einem Gewichtungswert für Nebenwirkung
zugewiesen. Für
jeden der anderen Patienten werden Gewichtungswerte für Nebenwirkung über alle
Prognosen hinsichtlich des charakteristischen EP-Signalvektors des
anderen Patienten aufaddiert. Dies ergibt einen Satz von Nebenwirkungssummen,
wobei jede Summe indikativ für
die Ähnlichkeit
des Zustands des Patienten unter Beobachtung mit der Nebenwirkung
im Zusammenhang mit einem der anderen Patienten ist. Dies erlaubt
die Bewertung darüber,
ob der Patient unter Beobachtung voraussichtlich eine bestimmte
Nebenwirkung oder Kombinationen von Nebenwirkungen wahrnimmt sowie
das Ausmaß,
in welchem jede bestimmte Nebenwirkung wahrgenommen wird.
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D. BEWERTUNG EINER NEUEN BEHANDLUNG
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Während die
Erfindung die Beobachtung eines Patienten erleichtern kann, kann
die Erfindung ebenfalls in der Beobachtung der Behandlungen selbst
verwendet werden. Durch Beobachten des Ansprechens eines Patienten
auf eine neue Behandlung, können
Beobachtungen über
die Behandlung gemacht werden. Wenn zum Beispiel befürchtet wird, dass
ein bestimmtes Medikament Nebenwirkungen verursacht oder dazu neigt,
eine bestimmte Nebenwirkung zu verursachen, kann diese Befürchtung
bestätigt
oder widerlegt werden, indem dieser Prozess verwendet wird, um eine
Gruppe von Testpatienten zu beobachten. Außerdem kann dieser Prozess
dazu verwendet werden, um die Wahrscheinlichkeit festzulegen, dass
Patienten eine bestimmte Nebenwirkung wahrnehmen werden, wiederum
durch Verwendung dieser Erfindung, um eine Gruppe von Testpatienten zu
beobachten. Dieser Prozess erlaubt ebenfalls die Entdeckung von
neuen Nebenwirkungen, wenn zum Beispiel die Prognosen für einen
Testpatienten nicht mit EP-Daten im Zusammenhang mit bekannten Nebenwirkungen übereinstimmen.
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In
dieser Ausführungsform
der Erfindung werden Prognosen von den EP-Daten eines Testpatienten
erstellt und mit charakteristischen EP-Signalvektoren von einem
oder mehreren Patienten verglichen, wobei jeder dieser Patienten
einen bekannten neurologischen Zustand aufweist. Das Maß an Ähnlichkeit
(oder Unterschiedlichkeit) zwischen den Prognosen und den charakteristischen
EP-Signalvektoren von diesen anderen Patienten stellt Informationen
bereit, die auf die Wirkung der Behandlung an dem Testpatienten
schließen
lassen.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung, wie auf die Beobachtung der Ergebnisse eines Behandlungsprogramms
angewandt, wird in 9 dargestellt. Der Prozess beginnt
mit einem Schritt 905. In den Schritten 910 bis 920 werden
Daten erfasst, charakterisiert und verarbeitet, um Prognosen zu
erstellen. Diese Schritte sind analog zu den Schritten 110 bis 120 der 1.
Eine Bestimmung wird dann über den
wahrscheinlichen neurologischen Zustand des Patienten als Ergebnis
des Behandlungsprogramms ausgeführt.
In der dargestellten Ausführungsform wird
dies in einem Schritt 925 ausgeführt, indem die Prognosen mit
Informationen verglichen werden, die von den EP-Daten von einem
oder mehreren anderen Patienten hergeleitet werden. Zu dem Zeitpunkt als
die EP-Daten von diesen anderen Patienten erfasst wurden, war von
ihnen bekannt, dass sie bestimmte neurologische Zustände aufweisen.
Zum Beispiel können
einige irgendeine Form einer neurologischen Funktionsstörung wahrgenommen
haben, oder einige können
neurologisch gesund gewesen sein. In einer Ausführungsform werden die Prognosen
verglichen mit charakteristischen EP-Signalvektoren der anderen
Patienten. Für
jede Prognose und jeden charakteristischen EP-Signalvektor von einem anderen
Patienten wird ein Maß an Übereinstimmung
zwischen der Prognose und dem charakteristischen EP-Signalvektor
des anderen Patienten bestimmt und einem Gewichtungswert für Vergleich
zugewiesen.
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Für jeden
der anderen Patienten werden die Gewichtungswerte für Vergleich über alle
Prognosen hinsichtlich des charakteristischen EP-Signalvektors des
anderen Patienten zusammengezählt.
Dies ergibt einen Satz von Vergleichssummen, wobei jede Vergleichssumme
indikativ für
die Ähnlichkeit
des Zustands des Testpatienten mit dem Zustand von einem der anderen
Patienten ist. Dies erlaubt die Beobachtung des aus dem Behandlungsprogramm
resultierenden neurologischen Zustands des Testpatienten, und erlaubt
deshalb die Charakterisierung der Wirkungen der Behandlung.
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E. VERALLGEMEINERTE ANWENDUNG
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Wenn
verallgemeinert, erlaubt die Erfindung die Verarbeitung einer Sammlung
von Informationen, um so Rückschlüsse darüber zu erlauben,
ob die Informationen mit einer bestimmten Kategorie oder einem bestimmten
Zustand in Zusammenhang gebracht werden können. Ein derartiges Vorgehen
kann zum Beispiel in der Bild- oder Signalverarbeitung eingesetzt
werden, wobei ein Bild oder ein Signal erkannt oder kategorisiert
werden muss. Ein allgemeiner Prozess dafür wird in 10 dargestellt.
Der Prozess 1000 beginnt mit einem Schritt 1005.
In einem Schritt 1010 wird die zu bewertende Information
erfasst. In einem Schritt 1015 werden Prognosen von den
erfassten Informationen erstellt.
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Prognosen
werden im Allgemeinen durch Charakterisieren der erfassten Information
und durch Eliminieren von Teilen der Charakterisierung gebildet.
Dieser Schritt projiziert die charakteristische Information in Informationsunterräume. Die
Prognosen können
dann mit bekannten Standards in einem Schritt 1020 verglichen
werden, wo die Standards repräsentativ
für Kategorien
oder Zustände
sind, mit denen die Information zusammenhängen kann. In einem Schritt 1025 werden
die Ergebnisse der Vergleiche benutzt, um zu einem Schluss darüber zu kommen,
ob die erfasste Information mit einer der Kategorien oder Zustände, die
durch die Standards von Schritt 1020 dargestellt werden,
in Zusammenhang gebracht werden kann.
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IV. UMGEBUNG
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Die
vorliegende Erfindung kann eingesetzt werden, indem Hardware, Software
oder eine Kombination davon benutzt wird, und kann in einem Computersystem
oder Verarbeitungssystem eingesetzt werden. Ein Beispiel eines solchen
Computersystems 1100 wird in 11 dargestellt.
Das Computersystem 1000 umfasst einen oder mehrere Prozessoren,
wie etwa Prozessor 1004. Der Prozessor 1104 ist
mit einer Kommunikations-Infrastruktur 1106, wie etwa einem
Bus-Netzwerk, verbunden.
Verschiedene Software-Anwendungen werden hinsichtlich dieses beispielhaften
Computersystems beschrieben. Nach dem Lesen dieser Beschreibung
wird einem Fachmann deutlich werden, wie die Erfindung eingesetzt werden
kann, indem andere Computersysteme und/oder Computerstrukturen benutzt
werden.
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Das
Computersystem 1100 umfasst ebenfalls einen Hauptspeicher 1108,
vorzugsweise einen Schreib-Lese-Speicher (RAM), und kann ebenfalls einen
zusätzlichen
Speicher 1110 umfassen. Der zusätzliche Speicher 1110 kann
zum Beispiel ein Festplattenlaufwerk 1112 und/oder ein
austauschbares Speicherlaufwerk 1114, dargestellt durch
ein Diskettenlauf werk, ein Magnetband-Laufwerk, ein optisches Diskettenlaufwerk,
usw., umfassen. Das austauschbare Speicherlaufwerk 1114 liest
von und/oder schreibt auf eine austauschbare Speichereinheit 1118 in
einer wohlbekannten Art und Weise. Die austauschbare Speichereinheit 1118 wird
dargestellt durch eine Diskette, ein Magnetband, eine optisch lesbare
Diskette oder ein anderes Speichermedium, das durch ein austauschbares
Speicherlaufwerk 1114 gelesen oder beschrieben wird. Wie
verstanden werden wird, umfasst die austauschbare Speichereinheit 1118 ein
durch den Computer verwendbares Speichermedium, das in sich Computer-Software und/oder
Daten gespeichert hat.
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In
alternativen Anwendungen kann der zusätzliche Speicher 1110 andere
Mittel umfassen, die erlauben, dass Computerprogramme oder andere Anweisungen
in das Computersystem geladen werden. Solche Mittel können zum
Beispiel eine austauschbare Speichereinheit 1122 und eine
Schnittstelle 1120 umfassen. Beispiele von derartigen Mitteln
können
ein Programm-Steckmodul und eine Steckmodul-Schnittstelle (wie man sie in Video-Spielgeräten findet),
einen austauschbaren Speicherchip (wie etwa ein EPROM oder PROM)
und zugehörige Anschlussbuchsen
und andere austauschbare Speichereinheiten 1122 und Schnittstellen 1120 umfassen,
welche erlauben, dass Software und Daten von der austauschbaren
Speichereinheit 1122 in das Computersystem 1100 übertragen
werden.
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Das
Computersystem 1100 kann ebenfalls eine Kommunikationsschnittstelle 1124 umfassen. Die
Kommunikationsschnittstelle 1124 erlaubt, dass Software
und Daten zwischen dem Computersystem 1100 und externen
Geräten übertragen
werden. Beispiele von Kommunikationsschnittstellen 1124 umfassen
ein Modem, eine Netzwerkschnittstelle (wie etwa eine Ethernetkarte),
einen Kommunikationsanschluss, einen PCMCIA-Einschub und -Karte,
usw.. Software und Daten, die über
die Kommunikationsschnittstelle 1124 übertragen werden, bestehen
in der Form von Signalen 1128, welche elektronische, elektromagnetische,
optische oder andere Signale sein können, die geeignet sind, um
von der Kommunikationsschnittestelle 1124 empfangen zu
werden. Diese Signale 1128 werden der Kommunikationsschnittstelle 1124 über einen
Kommunikationspfad (d.h. Kanal) 1126 bereitgestellt. Dieser
Kanal 1126 führt
die Signale 1128 und kann eingesetzt werden, indem Draht
oder Kabel, Faseroptik, eine Telefonlinie, eine Mobilfunkverbindung,
eine RF-Verbindung und andere Kommunikationskanäle benutzt werden. In einer
Ausführungsform
der Erfindung umfassen die Signale 1128 EP-Signale, die
von einem Patienten erfasst wurden, sowie charakteristische EP-Signalvektoren
von bekannten gesunden und befallenen Patienten. Alternativ kann
diese Information dem Computersystem 1100 von dem zusätzlichen
Speicher 1110 bereitgestellt werden.
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In
diesem Dokument werden die Begriffe „Computerprogramm-Medium" und „computerverwendbares
Medium" verwendet,
um im Allgemeinen auf Medien wie etwa die austauschbaren Speichereinheiten 1118 und 1122,
eine im Festplattenlaufwerk 1112 installierte Festplatte,
und die Signale 1128 Bezug zu nehmen. Diese Computerprogrammprodukte sind
Mittel, um dem Computersystem 1100 Software bereitzustellen.
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Computerprogramme
(auch Computer-Steuerlogik genannt) werden im Hauptspeicher 1108 und/oder
zusätzlichen
Speicher 1110 gespeichert. Computerprogramme können ebenfalls über die Kommunikationsschnittstelle 1124 empfangen
werden. Derartige Computerprogramme, wenn ausgeführt, ermöglichen dem Computersystem 1100 die vorliegende
Erfindung wie hier besprochen einzusetzen. Insbesondere ermöglichen
die Computerprogramme, wenn ausgeführt, dem Prozessor 1104 die vorliegende
Erfindung einzusetzen. Demgemäß stellen
derartige Computerprogramme Steuerungen des Computersystems 1100 dar.
Wo die Erfindung eingesetzt wird, indem Software verwendet wird,
kann die Software in einem Computerprogrammprodukt gespeichert und
in ein Computersystem 1100 geladen werden, indem ein austauschbares
Speicherlaufwerk 1114, Festplattenlaufwerk 1112 oder
eine Kommunikationsschnittstelle 1124 benutzt wird. In
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
die Schritte 115 bis 135 des Ablaufdiagramms 100 in Software
eingearbeitet werden und können
deshalb dem Prozessor 1104 durch jedes dieser Mittel zugänglich gemacht
werden. Analog können
die Schritte 615 bis 625 von Ablaufdiagramm 600,
Schritte 715 bis 725 von Ablaufdiagramm 700,
Schritte 815 bis 825 und Schritte 915 bis 925 von
Ablaufdiagramm 900 in Software eingearbeitet werden und
dem Prozessor 1104 durch jedes dieser Mittel zugänglich gemacht
werden.
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V. SCHLUSSFOLGERUNG
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Obwohl
verschiedene Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung obenstehend beschrieben wurden, sollte verstanden
werden, dass diese als Beispiele und nicht als Einschränkung vorgestellt wurden.
Es wird dem Fachmann deutlich werden, dass verschiedene Änderungen
in Einzelheiten darin gemacht werden können, ohne vom Umfang der Erfindung
abzuweichen. Deshalb sollte die vorliegende Erfindung durch keine
der obenstehend beschriebenen, beispielhaften Ausführungsformen
eingeschränkt
werden, sondern sollte nur gemäß der folgenden
Ansprüche
definiert werden.