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Hintergrund der Erfindung
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(a) Gebiet der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System sowie Systemelemente
zur steuernden Bildung und Bewegung kleiner Flüssigkeitsvolumina mittels gesteuerter
Gasdrücke.
Spezieller bezieht sich diese Erfindung auf ein Verfahren und ein
System sowie Systemelemente zum Ausblenden (bzw. Sperren), Transportieren
und Mischen kleiner Volumina von Flüssigkeitsproben, wobei die
Flüssigkeitsproben
behandelt oder analysiert werden.
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(b) Beschreibung des Standes
der Technik
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Fluidschaltkreise
erfordern Tore bzw. Sperren zur Steuerung der Fluidbewegung. Derzeit
gibt es jedoch keinen annehmbaren Mechanismus oder annehmbares Verfahren,
um Fluidvolumina zu steuern, die kleiner sind als etwa 100 Nanoliter.
Bei Maßen kleiner
als das Mikroliter-Maß sind
mechanische Dichtungen sowohl unwirksam als auch unpraktisch herzustellen.
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Vor
der vorliegenden Erfindung wurden Versuche unternommen, um kleine
Flüssigkeitsvolumina im
Nanoliterbereich zu verarbeiten, um eine chemische Reaktion, Analyse
oder dergleichen durchzuführen.
Z. B. wurden mikrofluidische Kapillarschaltkreise verwendet, um
die Bewegung kleiner Volumina von Flüssigkeitsproben dadurch zu
steuern, daß man
große
Spannungen an die Proben anlegt. Die Spannungen induzieren einen
elektroosmotischen Fluß,
welcher die Steuerung der Richtung und der Fließgeschwindigkeit der flüssigen Proben
erlaubt. Es gibt jedoch Umfeld-bedingte Bedingungen, die mit dem
Spannungseinfluß zum
Bewirken eines hydrodynamischen Fluidstromes im Wettbewerb stehen, einschließlich jenen,
welche durch kleine Druckgradienten herbeigeführt sind. Ein elektroosmotischer Fluß ist auch
auf Veränderungen
in der ionischen Zusammensetzung des Fluids empfindlich und auch Faktoren,
wie z. B. die Temperatur, so daß die
Steuerung der Fließraten
durch dieses Verfahren bestenfalls ungenau ist. Außerdem ist
der elektroosmotische Fluß manchmal
für die
Schaltkreisfunktion schädlich,
und die Unterdrückung
der elektroosmotischen Steuerung beläßt eine kleine äußere Steuerung.
Da die mikrofluidischen Schaltkreise komplizierter werden, stellt
die elektroosmotische Steuerung nicht eigentlich eine Isolierung
unterschiedlicher Teile des Schaltkreises zur Verfügung. Infolge
dessen ist die Gestaltung mikrofluidischer Schaltkreise, welche
durch elektroosmotische Kräfte
gesteuert werden, nur auf einfache Schaltungsgestaltungen begrenzt.
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Es
wurde auch vorgeschlagen, mechanische Ventile in sehr kleinen Fluidschaltkreisen
vorzusehen. Da jedoch die Oberflächenbeschaffenheit
der meisten Materialien bei Mikron-Maßen nicht gleichmäßig ist,
sind Vorrichtungen, wie z. B. mechanische Ventile, unzuverlässig. Ferner
ist das Problem des Ausfluchtens eines mechanischen Ventils mit
einer oder mehreren Fluidleitungen bei Mikron-Maßen extrem schwierig. Bei einer
anderen Ausführungsform von
im Mikrobereich bearbeiteten Ventilen werden Silizium-Membranen
mit kleinen Maßen
hergestellt, die als Ventilverschlüsse verwendet werden sollen, aber
die Betätigungsmechanismen
für diese
Membranen waren für
den Flüssigkeitstransport
im Nanolitermaßstab
nicht geeignet. Deshalb sind von einem praktischen Standpunkt aus
mechanische Ventile, welche aus diesen Materialien hergestellt sind,
nicht nützlich
in Systemen zum Transportieren von kleinen Flüssigkeitsvolumina, z. B. dem
Volumen im Nanoliterniveau. Es wurde auch vorgeschlagen, nichtmechanische
Mittel zu verwenden, um Fluidbewegungen in Kapillaren zu steuern.
Das Konzept des Verwendens von Menisken zur Steuerung von Fluidbewegungen
in Kapillaren wurde extensiv in Vorrichtungen angewendet, wie z.
B. in der Lang-Levy-Mikropipette. Vor der vorliegenden Erfindung
wurden jedoch die Menisken aus verschiedenen Gründen in einem mikrofluidischen
Kapillarsystem nicht verwendet. Der Hauptgrund bestand darin, daß es kein
steuerbares Verfahren gab für
das Erzeugen von Menisken in einer Flüssigkeitskapillare und zum
Entfernen der Menisken aus einer Flüssigkeitskapillare. Derzeit
werden Menisken in Kapillaren weitgehend als unerwünscht betrachtet,
und es wurden erhöhte
Bemühungen
unternommen, um jegliche Blasenquellen (die üblichste Meniskenform) zu verhindern,
einschließlich
Kavitation oder Entgasen. In derzeitigen Flüssigkeitstransportsystemen
werden Bläschen
an besonderen Stellen in den Systemen eingefangen und behindern
in unerwünschter
Weise den Flüssigkeitsfluß oder gefährden die
Leistung auf andere Weise.
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Es
wäre daher
höchst
wünschenswert,
ein Verfahren und ein System zum Transportieren von kleinen Volumina
flüssiger
Proben z. B. auf dem Nanoliterniveau zur Verfügung zu stellen. Außerdem wäre es wünschenswert,
ein solches Verfahren und ein System vorzusehen, welches die Einlagerung und/oder
das Entfernen von Menisken aus einer Flüssigkeitsprobe ermöglicht.
Weiterhin wäre
es wünschenswert,
ein solches Verfahren und System vorzusehen, welches den Transport
exakt kleiner Volumina einer Flüssigkeitsprobe
aus einem Speichermittel zu einer Anwendungsstelle zu ermöglichen,
um eine präzise
Behandlung der Probe zu gestatten, wie z. B. der Analyse oder einer
Reaktion. Weiterhin wäre es
erwünscht,
ein solches Verfahren und System zur Verfügung zu stellen, welches das
Mischen zweier oder mehrerer Flüssigkeiten
erlaubt. Ein solches Verfahren und System würde es dem Benutzer erlauben, kleine
Proben zu einer Anwendungsstelle vorzusehen, während zuverlässige Ergebnisse
an der Anwendungsstelle zur Verfügung
gestellt werden, z. B. bei einer Analyse oder Reaktion.
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US-A-4
426 451 offenbart ein Reaktionsgefäß, in welchem ein Flüssigkeitstransport
durch eine Kapillaranziehung vorgesehen wird. Dieses Reaktionsgefäß wird angeordnet,
um vorübergehend
den Flüssigkeitstransport
anzuhalten und danach wieder in Gang zu setzen, und zwar unter Verwendung
eines verengten Durchgangs mit konvergierenden Seitenwandflächen, einem
verengten Durchgang und einem Paar von gegenüberliegenden Kanälen.
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EP-A-0
501 796 offenbart einen Kapillaranschluß mit Anhalten und Fließen, und
zwar mit einer Kapillarkammer mit einem Anschluß zum Anhalten und Fließen an der
Stelle des Eintritts in eine nichtkapillare Mischkammer.
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EP-A-0
392 851 offenbart eine Meßkammer kapillarer
Maße,
in welcher eine Probe durch Schwerkraft fließt. Der Probenfluß hält an, wenn
die Vorderkante der Probe einen Anschluß mit Anhalten und Fließen an dem
Anschluß zwischen
einer Probenmeßkammer
und einer Aufnahmekammer erreicht.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Aspekte
der vorliegenden Erfindung sind in den anliegenden Ansprüchen bestimmt.
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Eine
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung stellt ein Verfahren und ein System zum
Bilden und Transportieren kleiner Volumina flüssiger Proben zur Verfügung, einschließlich Proben
mit Nanoliter-Volumina. Weiterhin stellt eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ein Verfahren und ein System zur Verfügung zum
Einführen
von Menisken, Anhalten der Bewegung der Menisken an definierten
Stellen in dem System und zum Entfernen der Menisken aus Kapillarvolumina
einer Flüssigkeitsprobe.
Weiterhin stellt eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ein Verfahren und ein System zum Liefern
präziser
kleiner Volumina an flüssigen Proben
zu einer Anwendungsstelle zur Verfügung.
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Die
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung basieren auf der Entdeckung, daß Menisken in
kleinen Kapillarvolumina einer flüssigen Probe gebildet, bewegt,
angehalten und entfernt werden können.
Die Bildung von Menisken auf einer Flüssigkeitsprobe gestattet die
Aufbringung eines außen
gesteuerten hydrostatischen Druckes auf die Probe, ohne die Probe
sich in einer Kapillare bewegen zu lassen. Hierdurch wird die Bildung
präziser
Volumina von kapillaren Flüssigkeitsproben
ermöglicht.
Das Entfernen von Menisken zwischen zwei oder mehr Flüssigkeitsproben
erlaubt ein Vermischen der Proben. Allgemeiner ist das Entfernen
unerwünschter Bläschen oder
Menisken aus einem Kapillarstrom ein wichtiger Teil chemischer Hygiene
in Fluidschaltkreisen und insbesondere in sehr kleinen Fluidschaltkreisen.
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Die
aktive Steuerung von Menisken in einem kapillaren Fluidschaltkreis
hängt von
der Vorrichtungsgeometrie des Kapillarschaltkreises ab. Das Verhältnis zwischen
der Vorrichtungsgeometrie und den Kräften in dem System ist in der
Thermodynamik ein interessantes Problem. Die allgemeine Kapillaritätsgleichung
von Young und Laplace beschreibt die Druckdifferenz über einen
Meniskus, die notwendig ist, um das System im mechanischen Gleichgewicht zu
halten. Diese Gleichung demonstriert, daß die Druckdifferenz ΔP von der
Oberflächenspannung γ (d.h. die
freie Oberflächenenergie
pro Einheitsfläche des
Meniskus bei Einheiten erg/cm2) und der
Form des Meniskus abhängt.
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Der
Meniskus ist eine dreidimensionale Oberfläche, deren Form durch ihre
Krümmungsradien
(R1 und R2) in zwei
orthogonalen Ebenen beschrieben wird. Die Berechnung der Meniskusform benötigt im
allgemeinen hochentwickelte mathematische Werkzeuge der Differentialgeometrie.
Eine befeuchtete Kapillare in der Gestalt eines einfachen Kreiszylinders
hat jedoch einen Meniskus mit einer sehr einfachen Form, wie in 1A gezeigt
ist.
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Der
Meniskus der 1A liegt zwangsläufig parallel
zu der kapillaren Wand, wobei der Meniskus in eine Halbkugel gezwungen
wird, mit R1 = R2 =
Radius der Kapillaren. Die gesamte freie Oberflächenenergie des Meniskus ist
2πr2γ.
Wenn der Kapillarradius inkrementell um einen Abstand dr verringert
wird, verringert sich die freie Oberflächenenergie des Meniskus um
4πrγdr. Beim
mechanischen Gleichgewicht wird dies ausgeglichen durch eine Veränderung der
Druckdifferenz ΔP über den
Meniskus, wo die Arbeit gegen die Druckdifferenz ΔP 2πr2dr beträgt.
Das Ergebnis ist ΔP
= 2γ/r,
die Young-Laplace-Gleichung. Wenn die Kapillare in einer vertikalen
Ausrichtung gehalten und in einen Flüssigkeitsvorrat getaucht wird,
steigt der Meniskus in der Kapillare, bis ein mechanisches Gleichgewicht
erreicht ist, wo der Flüssigkeitssäulendruck
im Gleichgewicht zu ΔP
besteht. In diesem Falle können
die Kapillarkräfte
direkt aus der Geometrie der Kapillarvorrichtung berechnet werden
(d.h. dem Kapillardurchmesser).
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Wenn
der Kapillarkanal abrupt endet, flacht normal zu einer ebenen Fläche, wie
in 1B gezeigt ist, die Form des Meniskus ab, wenn
der Meniskus sich der Öffnung
nähert,
denn die Meniskusoberfläche
wird nicht mehr gezwungen, zu der Kapillarwand parallel zu sein.
Infolge dessen wird der Krümmungsradius
des Meniskus r' plötzlich unendlich
(eine Ebene) und die Druckdifferenz ΔP über den Meniskus verschwindet.
Das Ende einer Kapillare verkörpert
eine Vorrichtungsgeometrie, die einen Meniskus einfaßt und ihn
in mechanischem Gleichgewicht hält.
Das Verschwinden der befeuchteten Kapillarwand verändert die
Grenzbedingungen, welche die Form des Meniskus bestimmen, wobei
eine Barriere für
die Bewegung des Meniskus und die Flüssigkeit hinter ihm erzeugt
wird.
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Die
Verwendung der Meniskus-Steuerung basiert auf dem Konzept, daß die freie
Oberflächenenergie
einer Flüssigkeit
bei kleinen Maßen
ausgenutzt werden kann, um die Flüssigkeitsbewegung zu steuern.
Der eigentliche Mechanismus erfordert, daß die Menisken als ein Mittel
zum Austasten oder Ansteuern (Gating) der Flüssigkeit unter äußerer Steuerung
gebildet, bewegt, angehalten und aus dem Kapillarstrom entfernt
werden können.
Ein erstes Element einer Ausführungsform
dieser Erfindung weist ein Kapillartor auf, welches diese Menisken
verwendet, um die Bewegung einer Flüssigkeit zu steuern. Ein zweites
Systemelement einer Ausführungsform dieser
Erfindung zum Bewirken des Bildens oder Entfernens von Menisken
in einem Kapillarstrom wird hier als „Speichervolumen" bezeichnet. Der
Begriff „Speichervolumen", wie er hier benutzt
wird, sollte nicht mit dem Erfordernis ausgelegt werden, daß die Flüssigkeit
eine beliebige Zeit lang in dem Volumen tatsächlich gespeichert sein sollte.
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Gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung ist ein Systemelement vorgesehen, welches ein Speichervolumen
aufweist mit einer Höhe
einer Kapillare, wobei sich das Speichervolumen mit mindestens zwei
Kapillarleitungen in Fluidverbindung befindet. Das Speichervolumen
hat eine Breite, die größer ist
als die Breite einer Kapillare, so daß das Speichervolumen in der
Lage ist, ein größeres Flüssigkeitsvolumen
pro Einheitslänge
im Vergleich zu dem Volumen zurückzuhalten,
welches in einer Kapillare derselben Einheitslänge gespeichert ist. Das Speichervolumen
befindet sich auch in Fluidverbindung mit einem Gas mit einem gesteuerten
Druck, wodurch das Speichervolumen die Möglichkeit hat, als Drucksteuerschwelle
auf eine Flüssigkeit
in dem Speichervolumen zu wirken. Ein Meniskus wird in dem Speichervolumen
an der Grenzfläche
einer Flüssigkeit,
die von einer kapillaren Einlaßleitung
zu dem Speichervolumen gerichtet ist, und dem Gas gebildet, welches dem
Speichervolumen zugeführt
wird. Die Gestalt dieses Meniskus ist ein Halbtorus bzw. ein Halbtoroid,
eine mathematisch einfache Form mit zwei konstanten Krümmungsradien
R1 und R2 über seine Oberfläche. Die
Flüssigkeit
gelangt von dem Speichervolumen in eine kapillare Auslaßleitung.
Die Flüssigkeit
in der kapillaren Auslaßleitung
erstreckt sich von dem Speichervolumen zu einem Kapillartor am Ende
der kapillaren Auslaßleitung,
wo ein zweiter Meniskus auf der Flüssigkeitsoberfläche in der
kapillaren Auslaßleitung
gebildet wird, der mit einem Gas in dem Kapillartor in Berührung steht.
Das Kapillartor arbeitet wie ein Ventil. Die Steuerung des Flüssigkeitsflusses
basiert auf der Tatsache, daß die
Meniskuskräfte
an dem Kapillartor den Fluß der
Flüssigkeit in
der kapillaren Auslaßleitung
anhalten, außer
das ein hydrostatischer Druck, der in der kapillaren Auslaßleitung
auf die Flüssigkeit
ausgeübt
wird, die Meniskuskräfte übersteigt.
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Bei
einer Ausführungsform
ist das Kapillartor ein Aufbau ähnlich
oder identisch dem Speichervolumen, wobei die Breite der kapillaren
Auslaßleitung
in einer Dimension abrupt ansteigt, um eine Barriere für die Bewegung
einer Fluidfront (Meniskus) zu erzeugen, wodurch eine Austast- bzw.
Sperr- bzw. Ventilstelle (Gating Point) gebildet wird.
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Bei
einer zweiten Ausführungsform
ist das Kapillartor eine Öffnung
der kapillaren Auslaßleitung auf
einer Oberfläche,
wobei die Breite der kapillaren Auslaßleitung abrupt in zwei Dimensionen
zunimmt. Damit der Fluß in
einer Kapillare an dem Tor vorbei fortfährt, muß bei dieser Ausführungsform
eine kapillare Ablaufleitung an einer zweiten Fläche positioniert sein, die
zu der kapillaren Auslaßleitung
gerichtet ist und sich sehr dicht bei dieser befindet, wodurch eine
Flüssigkeitsübergangsbrücke sich
zwischen der kapillaren Auslaßleitung
und der kapillaren Ablaufleitung bilden kann.
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Bei
einer Anwendung einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, bei welcher der hydrostatische Druck in
der kapillaren Auslaßleitung
gesteuert werden kann, um einen Flüssigkeitsfluß zu verhindern
oder zu bewirken, kann das Flüssigkeitsvolumen
in der kapillaren Auslaßleitung,
welche sich von dem Speichervolumen zu dem Kapillartor erstreckt,
in derselben Weise wie beim Entleeren einer herkömmlichen Pipette abgegeben
werden. Der Gasdruck in dem Speichervolumen wird auf die Flüssigkeit
in der kapillaren Auslaßleitung
aufgeprägt. Eine
Zunahme dieses Gasdruckes läßt das genaue Flüssigkeitsvolumen
in der kapillaren Auslaßleitung sich
durch das Kapillartor in die kapillare Ablaufleitung bewegen. Durch
den Betrieb in dieser Weise kann das genaue Flüssigkeitsvolumen in der kapillaren
Auslaßleitung
von dem Speichervolumen zu dem Kapillartor zu einer Benutzungsstelle über die
kapillare Ablaufleitung übertragen
werden. Die Genauigkeit der so abgegebenen Flüssigkeitsvolumina wird durch das
Maß der
kapillaren Auslaßleitung
bestimmt und nicht durch eine Zeitsteuerung einer angenommenen Flüssigkeitsfließrate. Der
Druck in dem Kapillartor kann nach dem Übergang erhöht werden, um den Transport
der Flüssigkeit
in der kapillaren Ablaufleitung zu der Anwendungsstelle zu begünstigen.
Gasdrücke
in einer Vielzahl von Speichervolumina und Kapillartoren, die in
unterschiedlichen Fluidwegen positioniert sind, können gleichzeitig
gesteuert werden, so daß komplexe
Fluidströmungssysteme
erzeugt werden können.
Das Fördern
von der kapillaren Auslaßleitung,
die einen Betrieb wie eine Nanopipette hat, ist ein vorübergehendes
Ereignis, welches aus dem Bewegen eines definierten Flüssigkeitsvolumens
aus der kapillaren Auslaßleitung
zu der kapillaren Ablaufleitung oder einer anderen Benutzungsstelle
der Flüssigkeit
besteht.
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Gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung wird auch ein Systemelement für die Steuerung der Gasdrücke der
Vielzahl von Gasleitungen in Verbindung mit verschiedenen Speichervolumina
und Kapillartoren zur Verfügung
gestellt. Die Durchführung
des Steuermodells dieser Ausführungsform
erfordert, daß die
Gasdrücke
an einer Vielzahl von Steuerstellen geändert werden, wobei Übergänge zwischen
stabilen Zuständen
des mikrofluidischen Schaltkreises hervorgerufen werden, die zu
einer Bewegung von Fluidpaketen führen. Die Änderungen der Drücke an diesen
Steuerstellen sollten synchronisiert werden, und die Größe der Drücke sollte
sowohl genau als auch präzise
sein (vorzugsweise innerhalb 0,01 psi). Die Drücke können elektronisch sowohl nach
oben als auch nach unten programmierbar sein, und es wäre wünschenswert,
daß die
Ansprechzeit kurz ist (vorzugsweise innerhalb etwa 20 Millisekunden).
1 psi ≈6,895
kPa.
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Eine
einfache elektronische, pneumatische Steuereinrichtung wird beschrieben,
die für
eine multinode (mit Mehrfachknoten), programmierbare Steuerung geeignet
ist. Diese Steuereinrichtung verwendet ein proportionales Steuerfeedback
von einem Silizium-Druckwandler.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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1A und 1B sind
axiale Schnittansichten eines Meniskus in einer kreiszylindrischen Kapillare.
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2A, 2B, 2C, 2D und 2E zeigen
fünf unterschiedliche
Ausführungsformen
eines Kapillartores.
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3A, 3B, 3C, 3D, 3E und 3F veranschaulichen
schematisch den Betrieb eines Kapillartores beim Transportieren
von Flüssigkeit
durch eine Brücke
von einer kapillaren Leitung zu einer zweiten kapillaren Leitung.
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4A und 4B sind
perspektivische Ansichten zweier Ausführungsformen eines Speichervolumens.
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5 ist
eine Querschnittsdraufsicht des Speichervolumens der 4A.
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6A, 6B und 6C veranschaulichen
das Füllen
eines Speichervolumens einer Ausführungsform dieser Erfindung
mit einer Flüssigkeit.
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7A, 7B, 7C und 7D veranschaulichen
ein System für
die Zuführung
genauer Volumina von Flüssigkeit
gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung.
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8 ist
eine Querschnittsansicht einer Kapillare, die durch isotropes Ätzen hergestellt
ist, wobei der typische Aspekt des Verhältnisses von Höhe (Ätztiefe)
zu Breite gezeigt ist.
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9 zeigt
das Verfahren einer Ausführung dieser
Erfindung zum Einführen
und Entfernen von Gasbläschen
aus einem kapillaren Flüssigkeitsstrom.
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10A, 10B, 10C, 10D und 10E veranschaulichen ein System zum Vermischen
von Flüssigkeitsproben
gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung.
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11A und 11B veranschaulichen
ein System für
das Kombinieren fester Volumina dreier unterschiedlicher Flüssigkeiten
gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung.
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12 veranschaulicht
ein System für
die Verarbeitung einer Vielzahl von Flüssigkeitsproben in paralleler
Weise mittels einer pneumatischen Steuereinrichtung durch Verteiler,
welche verschiedenen ähnlichen
Fluidschaltkreisen gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung gemeinsam sind.
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13 zeigt
ein mechanisches, schematisches Diagramm für ein pneumatisches Steuereinrichtungselement
gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung mit einem Betrieb auf einem Knoten, der in einem
mikrofluidischen Schaltkreis enthalten ist.
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14 zeigt
ein schematisches elektronisches Diagramm für das pneumatische Steuereinrichtungselement
der 13, welches für
das Regeln des Druckes an einem einzigen Knoten des mikrofluidischen
Schaltkreises geeignet ist.
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Beschreibung
spezieller Ausführungsformen
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Bei
der vorliegenden Erfindung ist die Meniskus-Steuerung das Basisprinzip,
welches mechanische Ventilverschlüsse mit sehr kleinen Maßen ersetzt.
Die vorliegende Erfindung basiert auf der Schaffung von Systemelementen,
die in der Lage sind, einen ersten Meniskus auf einem kapillaren Flüssigkeitsstrom
zu bilden und zu positionieren und danach einen zweiten Meniskus
auf dem kapillaren Strom zu bilden und zu positionieren. Die Bildung
eines ersten und zweiten Meniskus gestattet die Anwendung von Druck
auf die Menisken, welches seinerseits das Positionieren der Menisken
gestattet, wodurch die Bildung genauer Flüssigkeitsvolumina und die Bewegung
dieser präzisen
Flüssigkeitsvolumina
zu einer gewünschten
Position erreicht werden. Zusätzlich
gestattet die Meniskus-Steuerung das Vermischen von Flüssigkeiten
und Aufteilen von Proben in Unterproben, wenn es erwünscht ist.
Diese genauen Flüssigkeitsvolumina
können
in Leitungen gebildet werden, welche kleine Querschnittsflächen von Kapillargröße haben,
wo die Flüssigkeitsbewegung in
der Leitung durch Kapillartätigkeit
bewirkt werden kann. Somit stellt die vorliegende Erfindung ein
Verfahren, System und Systemelemente zur Verfügung, welche die Bildung und
den Transport von genauen Flüssigkeitsvolumina
durch Kapillarwege zu einer Verwendungsstelle gestatten und die
Behandlung oder Analyse von Flüssigkeitsproben
in so kleinen Volumina wie Nanoliter-Volumina gestatten.
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Ein
erstes Systemelement dieser Erfindung ist das Kapillartor, dessen
fünf unterschiedliche
Ausführungsformen
in den 2A, 2B, 2C, 2D und 2E gezeigt
sind. Ein Kapillartor ist eine abrupte Erweiterung in mindestens
einer Richtung in den Querschnittsdimensionen einer Kapillare, wodurch
die Gestalt des Meniskus verändert
wird, wenn er sich durch die Sperre bzw. Ventilstelle bewegt, und
für die
Bewegung des Meniskus eine Barriere erzeugt wird. Der Druckunterschied ΔP über dem
Meniskus nimmt ab (wie bei der Ausführungsform der 2A)
oder verschwindet (wie bei den Ausführungsformen der 2B, 2C und 2D).
In jedem Falle kann die geeignete Aufbringung von pneumatischen
und hydrostatischen Steuerdrücken
den Meniskus an der Sperr- bzw. Ventilstelle in mechanischem Gleichgewicht
fixieren.
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In
der ersten Ausführungsform
der 2A vergrößern sich
die Dimensionen der Kapillare 44 längs einer Achse (normal zu
der Achse der Kapillare) an der Stelle 48, wobei an dieser
Stelle für
die Bewegung eine Barriere erzeugt wird. Durch Anhalten der Bewegung
des Meniskus können
kleine Volumina isoliert und definiert werden. Die Anwendung eines
ausreichenden Druckes, um die Kräfte
zu überwinden,
welche den Meniskus an der Ventilstelle halten, erlaubt die Fortsetzung
des Flusses der flüssigen Probe,
wobei die Zufuhr bekannter Flüssigkeitsmengen
zu einer Verwendungsstelle berücksichtigt
wird.
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Bei
einer zweiten Ausführungsform
der 2B erhöhen
sich die Maße
der Einlaßkapillare 52 längs zweier
orthogonaler Achsen (beide zu der Achse der Kapillare normal), um
einen Hohlraum 50 zu bilden. Ein kurzer Spalt trennt die
Ventilstelle 56 von der Mündung 58 einer Ablaufkapillare 54.
Dieser Spalt reicht aus, um die Bewegung des Meniskus anzuhalten,
außer
wenn der hydrostatische Druck in der Kapillare 52 groß genug
ist, um die Flüssigkeit
in den Hohlraum auszupressen. Dieser Druck bricht die Barriere an
der Ventilstelle 56 durch Bildung einer Flüssigkeitsbrücke über den
Spalt. Wie die Young-Laplace-Gleichung zeigt, ist die Barriere gegen
die Bewegung eines Meniskus über
den Spalt bei dieser Ausführungsform
etwa zweimal so groß wie
die Barriere der 2A (mit Kapillaren ähnlicher
Größen).
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Die
dritte Ausführungsform
der 2C ist ein Schlitz 68, der unter rechten
Winkeln durch eine Kapillare 62 und 64 geschnitten
wird, um einen Spalt in der Kapillare zwischen den Punkten 60 und 66 zu erzeugen.
Durch Erzeugen einer Erweiterung der Kapillare in zwei Dimensionen
hält dieser
Spalt die Meniskusbewegung an, erlaubt aber die Bildung einer Flüssigkeitsbrücke zu einer
Entleerungs- bzw. Ablaufkapillare 64, wenn der Druck, der
auf das Flüssigkeitsvolumen
in dem Meniskus aufgebracht ist, ausreicht, um die den Meniskus
an dem Tor haltenden Kräfte
zu überwinden.
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Eine
vierte Ausführungsform,
die in 2D gezeigt ist, wird als Schnitt
oder Kreuzung einer Gasleitung 61 gebildet, der bzw. die
durch eine Kapillare 62 und 64 z. B. durch Bohren
gebildet ist, wobei zwischen den Stellen 66 und 68 ein
Spalt gebildet wird. Diese Ausführungsform
ist eine Variante der vorhergehenden Ausführungsform 2C.
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Eine
fünfte
Ausführungsform
eines Kapillartores gemäß Darstellung
in 2E hat nicht eine Erweiterung senkrecht zu der
Kapillarachse, sondern statt dessen einen Aufbau ähnlich der
Lang-Levy-Mikropipette. Obwohl die Erweiterung allmählicher
ist als eine orthogonale Wand, dient sie doch dem Anhalten der Bewegung
eines Meniskus dadurch, daß der
Meniskus veranlaßt
wird, sich an der Ventilstelle, welche durch die Bezugszahl 45 bezeichnet
ist, abzuflachen.
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Die
in den Ausführungsformen 2B, 2C und 2D gezeigten
Kapillartore verwenden Spalte zur Erzeugung der Sperr- bzw. Ventilstelle.
Bei diesen Ausführungsformen
erzeugt der Spalt eine zweidimensionale Ventilstelle, deren Wirkung
es ist zu verlangen, daß die
Flüssigkeit
den Spalt überbrückt, um
sich über
das Tor hinaus in die nächste
Kapillare zu bewegen oder zu einer anderen Verwendungsstelle der Flüssigkeit.
Sobald das Kapillartor einen Meniskus 78 anhält, der sich
längs der
Kapillare bewegt, wie in 3A gezeigt
ist, wird die kapillare Auslaßleitung 74 für einen
weiteren Flüssigkeitsfluß geschlossen. Die
Flüssigkeit
bewegt sich in den Spalt 72, wie in 3B gezeigt
ist, nur dann, wenn der hydraulische Druck in der Kapillare 74 einen
Schwellendruck überschreitet,
welcher durch die Young-Laplace-Gleichung bestimmt wird, d.h. die
freie Meniskusenergie am Ende der kapillaren Auslaßleitung 74.
Wenn ein ausreichendes Flüssigkeitsvolumen
in den Spalt 72 aus der kapillaren Auslaßleitung 74 ausgepreßt wird, bildet
es ein Flüssigkeitsvolumen 80,
welches den Abstand zwischen der Öffnung 78 der kapillaren
Auslaßleitung 74 und
der Öffnung
der kapillaren Abgabeleitung 76 zu überbrücken beginnt. Das Flüssigkeitsvolumen 80 erhöht sich
auf ein Volumen 82 (3C), und
es erhöht
sich weiter zur Bildung einer Brücke 84 (3D)
zwischen der kapillaren Auslaßleitung 74 und
der kapillaren Ablaufleitung 76. Die kapillare Ablaufleitung 76 funktioniert
wie ein Ablauf, wobei die Flüssigkeit über den
Spalt 72 gezogen wird. Die kapillare Ablaufleitung 76 verbraucht
die Brücke,
wie in den 3E und 3F gezeigt
ist, wenn keine weitere Flüssigkeit
mehr aus der kapillaren Auslaßleitung 74 zur
Verfügung
steht. Das Überbrücken des Kapillartores 70 ist
ein vorübergehendes,
dynamisches Ereignis. Das minimale Volumen, welches ausreicht, um
den Spalt zu überbrücken, hängt jedoch
von den Maßen
jedes Tormodells ab. Das minimale Flüssigkeitsüberbrückungsvolumen ist ein wichtiger
Parameter, denn er ist die untere Grenze bei der Zuführung von
Volumina für
diese Art von Kapillartor. Das oben beschriebene Kapillartor kann
in Kombination mit einem Speichervolumen verwendet werden, um präzise Flüssigkeitsvolumina
in dem System dieser Erfindung zu erzeugen.
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Die 4A, 4B und 5 veranschaulichen
eine Ausführungsform
des Speichervolumens oder Gehäuses
dieser Erfindung zum Bilden, Ansteuern (Gating) und Entfernen von
Menisken in einem bzw. aus einem Kapillarstrom. Unter Bezugnahme auf
die 4A, 4B und 5 weist
das Speichervolumen 16 eine kapillare Einlaßleitung 18,
eine kapillare Auslaßleitung 20 und
ein Innenvolumen 16 auf, mit einem Maß, das im wesentlichen größer ist als
das einer Kapillarleitung, wie z. B. der kapillaren Einlaßleitung 18 oder
der kapillaren Auslaßleitung 20.
Um die Funktion eines Kapillartores zu erreichen, sollte die von
dem Volumen 16 erzeugte Maßerweiterung der Kapillare
mindestens etwa das Zweifache der Kapillarbreite (oder -höhe) betragen.
Bei einer Ausführungsform
der Erfindung sollte die Breite des Speichervolumens an seinem größten Maß, wie durch
den Pfeil 22 angedeutet ist, mindestens etwa fünfmal so
groß und
vorzugsweise mindestens etwa zehnmal so groß sein wie die durch den Pfeil 24 gezeigte
Breite einer Kapillare. Der Zweck der größeren Breite des Speichervolumens 16 liegt
darin, einen Kapillarstrom von Flüssigkeit, welcher aus der kapillaren
Einlaßleitung 18 in
das Speichervolumen 16 eintritt, zu veranlassen, in zwei
Unterströme 17 und 19 aufgespaltet
zu werden, welche den Umfang 26 des Speichervolumens 16 berühren, wenn
ein Gas im Innenvolumen 16 durch eine Leitung 28 gemäß Darstellung
in 5 vorhanden ist, wodurch an der Grenzfläche von
Flüssigkeit
und Gas ein Meniskus gebildet wird. Wenn zwei Ströme nicht
erwünscht sind,
könnte
die Geometrie des Speichervolumens modifiziert werden, und dieses
kann jede gewünschte
Gestalt annehmen, wie z. B. die Form eines Halbkreises, vorausgesetzt,
daß eine
Grenzfläche
Flüssigkeit-Gas
gebildet wird. Die Leitung 28 kann sich zu einer Oberfläche des
Speichervolumens 16 erstrecken, wie in 4B gezeigt
ist, oder zu beiden Oberflächen
des Speichervolumens 16, wie in 4A gezeigt
ist. Bei der letzteren, in 4A gezeigten
Anordnung gibt es einen Leitungsabschnitt 29.
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Die
Breiten der Unterströme
von 17 und 19 (z. B. der Abstand von dem äußeren Umfang
des Speichervolumens 10 zu der Leitung 28, welche
von der Flüssigkeit
eingenommen wird) kann von dem Gasdruck innerhalb des Speichervolumens 16 durch die
Gasleitung 28 gesteuert werden. Wie in den 6A, 6B und 6C gezeigt
ist, schreitet die Dicke der Unterströme 17 und 19 von
dem äußeren Radius
des Speichervolumens 16 nach innen zu der Gasleitung 28 hin
fort. Wie in den 6A und 6B gezeigt
ist, wird ein Meniskus 30 oder 32 als eine Grenzfläche zwischen
den flüssigen
Unterströmen 17 und 19 und
dem Gas in dem Volumen 16 gebildet, welches durch die Gasleitung 28 eingeführt ist. Bei
nochmaliger Bezugnahme auf 5 verschmilzt eine
etwaige, in das Speichervolumen 16 durch die kapillare
Einlaßleitung 18 eintretende
Blase mit dem Meniskus 30 oder 32 in dem Speichervolumen 16 und
wird aus dem Flüssigkeitsstrom
entfernt. Die Bildung des Meniskus 30 oder 32 erlaubt
die Bildung präziser
Volumina von Flüssigkeit
innerhalb einer Kapillarleitung und gestattet den Transport dieser
genauen Volumina an Flüssigkeit
zu einer gewünschten Benutzungsstelle.
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Die 7A, 7B, 7C und 7D zeigen
eine Art, wie Speichervolumina und Kapillaren erfindungsgemäß benutzt
werden, um ein präzises Flüssigkeitsvolumen
zu erzeugen und zu bewegen, unter Bezugnahme auf 7A wird
das Volumen der kapillaren Auslaßleitung 94 dadurch
aus dem Vorrat 98 mit einer Flüssigkeit gefüllt, daß man die
Flüssigkeit
aus dem Vorrat 98 durch die kapillare Einlaßleitung 96,
das Speichervolumen 90 und in die kapillare Auslaßleitung 94 hinein
gelangen läßt, um die
kapillare Auslaßleitung 94 mit
Flüssigkeit
zu füllen.
Durch Steuern der Drücke
im Vorrat 98, dem Speichervolumen 90 und im Speichervolumen 92 füllt die
Flüssigkeit
die kapillare Auslaßleitung 94 bis
zum Schnitt oder zur Kreuzung 95 der kapillaren Auslaßleitung 94 und
dem Speichervolumen 92. Dieser Schnittpunkt bzw. Knotenpunkt
bzw. diese Kreuzung 95 ist ein Kapillartuch. Das Flüssigkeitsvolumen
in der kapillaren Auslaßleitung 94 bestimmt
das gewünschte
präzise Flüssigkeitsvolumen,
welches zu einer Benutzungsstelle zugeführt werden soll, wie nachfolgend
beschrieben wird. Wie in 7B gezeigt
ist, wird dann, wenn der Druck in dem Speichervolumen 90 erhöht wird,
Flüssigkeit
in der kapillaren Einlaßleitung 96 zurück zu dem
Vorrat 98 geführt,
wodurch an dem Kapillartor 91 ein neuer Meniskus erzeugt
wird. Gleichzeitig bleibt die Druckdifferenz zwischen den Drücken in
den Volumina 90 und 92 unter dem Schwellenwert des
Meniskus an dem Kapillartor 95 (das ΔP in der Young-Laplace-Gleichung),
wodurch die Flüssigkeit in
dieser kapillaren Auslaßleitung
veranlaßt
wird, stationär
zu bleiben und von dem Vorrat 98 isoliert zu werden.
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Wenn
gemäß Darstellung
in 7C der Druck in dem Speichervolumen 90 weiter
erhöht
wird, bis er den Haltedruck des Kapillartores 95 überschreitet,
bricht die Flüssigkeit
darin das Kapillartor. Die Übertragung
der ganzen Flüssigkeit
in der kapillaren Auslaßleitung 94 zur
kapillaren Ablaufleitung 100 ist dann vollendet, so daß nun ein
genaues Flüssigkeitsvolumen
in der kapillaren Ablaufleitung 100 für die Zufuhr zu einer Benutzungsstelle
isoliert ist, wie unten beschrieben wird. Wenn die Flüssigkeit
in die Ablaufkapillare gelangt, kann sie von dort entweder zugeführt werden.
Eine Kapillare, wie sie z. B. in 8 gezeigt
ist, welche durch isotropes Ätzen
auf eine Tiefe von 20 μm
hergestellt ist, hat ein ΔP
von etwa 1 × 104 Pa (1,5 psi), und der Torschwellenwert an
dem Kapillartor 95, welcher durch dasselbe Verfahren erzeugt
ist, wird grob 5 × 103 Pa (0,75 psi) betragen.
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Typische
Maße von
Kapillaren 96, 94 und 100 sind eine Breite
zwischen etwa 5 μm
und etwa 100 μm,
vorzugsweise zwischen etwa 20 μm
und etwa 75 μm
und eine Höhe
zwischen etwa 1 μm
und etwa 30 μm,
vorzugsweise zwischen etwa 10 μm
und etwa 20 μm.
Typische Maße
für das
Speichervolumen 90 sind ein Durchmesser von zwischen etwa 100 μm und etwa
1.000 μm,
vorzugsweise zwischen etwa 200 μm
und etwa 500 μm
und eine Höhe
innerhalb desselben Bereiches wie die Kapillaren (weil die Kapillaren
und Speichervolumina gewöhnlich
zusammengeätzt
werden). Das Speichervolumen muß nicht einen
Kreisquerschnitt haben, sondern kann einen beliebigen Querschnitt
haben, solange dadurch ein Meniskus gebildet werden kann, daß man Gas
in dieses führt.
Z. B. kann die Querschnittsform des Speichervolumens 90 quadratisch,
rechteckig, dreieckig, polygonal oder dergleichen sein. Das Volumen
des Speichervolumens kann durch Definieren seines Hauptmaßes gesteuert
werden, so daß es
ein gewünschtes
Flüssigkeitsvolumen
speichern kann. Wenn die Flüssigkeit
in dem Speichervolumen die Gasleitung erreicht, ist das Speichervolumen
voll. Typische Durchmesser für
ein Kapillartor 92 sind ähnlich denen für das Speichervolumen 90.
In den Ausführungsformen
der 2B, 2C und 2D gezeigte
Kapillartore haben Spaltenbreiten zwischen 10 Mikron und 30 Mikron,
wobei die kleineren Spalten ein kleineres Minimalvolumen benötigen für das Bilden
einer Flüssigkeitsbrücke über den
Spalt. Die Gasleitung braucht nicht zentral in dem Speichervolumen
angeordnet zu sein.
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9 zeigt
ein Systemelement dieser Erfindung zum Einführen von Bläschen in eine Kapillare. Flüssigkeit
wird unter Druck von einem Vorrat 116 in die kapillare
Einlaßleitung 118 und
von dort in das Speichervolumen 110 geführt, in welchem ein Meniskus
gebildet wird. Die Probe wird gespaltet und dann für den Eintritt
in die kapillare Auslaßleitung 120 wieder
zusammengeführt.
Eine Blase 124 wird durch augenblickliche Erhöhung des
Druckes in dem Speichervolumen 110 in die kapillare Auslaßleitung
eingeführt,
so daß der
Meniskus in dem Volumen 100 in die kapillare Auslaßleitung 120 hinein
und längs
dieser geführt
wird. Die Drücke
im Speichervolumen 110 und in dem Vorrat bzw. Reservoir 116 werden
so reguliert, daß Flüssigkeit
aus dem Vorrat 116 durch ein Speichervolumen 110 und
in die kapillare Auslaßleitung 120 gelangt.
Der Druck in dem Speichervolumen 112 wird so eingestellt,
daß die
Blasen 124 in der kapillaren Auslaßleitung 120 aus der
Flüssigkeit dadurch
entfernt werden, daß sie
mit einem neuen, in dem Speichervolumen 112 gebildeten
Meniskus 57 vereinigt werden. Der Druck im Speichervolumen 112 wird
auch so reguliert, daß keine
Blasen in die Kapillarleitung 122 transportiert werden.
Ein Nachweismittel, wie z. B. ein Brechungsindexdetektor zum Erfassen
der Gegenwart oder Abwesenheit von flüssigen Proben, kann zwischen
das Speichervolumen 110 und das Speichervolumen 112 so
in die kapillare Auslaßleitung 120 eingebaut
werden, daß Unterproben, die
aus dazwischen angeordneten Blasen gebildet sind, separat analysiert
oder erwünschtenfalls
zu einer Reaktion geführt
werden können.
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Unterproben,
die aus dazwischen angeordneten Blasen gebildet sind, separat analysiert
oder erwünschtenfalls
zu einer Reaktion geführt
werden können.
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Unter
Bezugnahme auf die 10A–10E ist
ein Systemelement dieser Erfindung gezeigt, welches verwendet werden
kann, um eine flüssige
Probe, die anfänglich
in dem Speichervolumen 132 vorhanden war, zu rühren, wie
es notwendig sein kann, wenn ein häufiges oder zusätzliches
Vermischen notwendig ist. Wie in den 10B und 10C gezeigt ist, werden die Drücke in den Speichervolumina 134 und 136 und
in den Speichervolumina 130 und 132 so gesteuert,
daß der
Hauptteil der Flüssigkeit
aus dem Speichervolumen 132 durch eine Kapillarleitung 140 in
das Speichervolumen 130 überführt wird. Diese Folge wird
umgekehrt, um die Flüssigkeit
in das Speichervolumen 132 zurückzuführen unter Abscheren der Flüssigkeit
durch die Kapillare, was das Vermischen der Lösung bewirkt.
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Die 10D und 10E zeigen
dasselbe Systemelement wie die 10A, 10B und 10C mit
der Ausnahme, daß 10D zwei nichtvermischte Flüssigkeitsproben hat, die durch
eine Blase in der Kapillarleitung 140 abgesondert wurden. Wenn
die Summe der Probevolumina kleiner ist als das Volumen jedes Speichervolumens 130 und 132, dann
können
diese zwei separaten Volumina in einer Weise ähnlich derjenigen gemischt
werden, die in den 10A, 10B und 10C gezeigt ist. Ein solches System kann verwendet
werden, um z. B. zwei Flüssigkeiten
in dem System dieser Erfindung zur Reaktion zu bringen.
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Das
Verfahren zum Verwenden dieser Erfindung zwecks Erzeugung präziser, fester
Volumina einer Vielzahl von flüssigen
Proben und Vermischen der flüssigen
Proben wird unter Bezugnahme auf die 11A und 11B beschrieben. Eine Zufuhr von in dem Vorrat 160 gespeicherter
Flüssigkeit,
die ein erstes Reagenzmittel zur Ausführung einer chemischen Synthese
sein könnte,
wird unter Drucksteuerung bewegt, um die Kapillarleitung 170,
das Speichervolumen 154 und die Kapillarleitung 176 zu
füllen.
In ähnlicher
Weise wird ein zweites, in dem Vorrat 162 gespeichertes
flüssiges
Reagenz bewegt, um die Kapillarleitung 172, das Speichervolumen 156 und
die Kapillarleitung 178 zu füllen. Auch ein drittes, in
dem Vorrat 164 gespeichertes flüssiges Reagenz wird bewegt,
um die kapillare Leitung 174, das Speichervolumen 158 und
die kapillare Leitung 180 zu füllen. 11A zeigt
den zuvor für 7B beschriebenen
Zustand unmittelbar vor dem Überführen der
festen Volumina in die kapillaren Leitungen 176, 178 und 180 durch
das Speichervolumen 150 (wie in 11B gezeigt
ist). Diese Übergänge können vorzugsweise gleichzeitig
geschehen. Der Übergang
bewirkt ein Vermischen der drei festen Volumina von Flüssigkeit, die
von den kapillaren Leitungen 176, 178 und 180 zu den
Bestimmungs-Speichervolumen 152 überführt sind, um eine gewünschte Synthesereaktion
zu erzeugen. Ein weiteres Vermischen könnte man durch eine Vorrichtung ähnlich derjenigen
erreichen, die unter Bezugnahme auf 10A beschrieben
ist. Die Diffusion innerhalb der kleinen Maße, die hier gezeigt sind,
ermöglicht
auch ein Vermischen der drei Flüssigkeitsvolumina.
Das Speichervolumen 152 kann als Benutzungsstelle fungieren,
oder es könnte
mit einer analytischen Vorrichtung in Fluidverbindung stehen, wie
z. B. einer Kapillarelektrophorese oder dergleichen.
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Es
versteht sich, daß das
System und das Verfahren dieser Erfindung, wie sie unter Bezugnahme
auf die 11A und 11B beschrieben
wurden, gemäß den Prinzipien
dieser Erfindung modifiziert werden können. Zum Beispiel können zusätzliche
Reagenzien in das Speichervolumen 152 der Benutzungsstelle
dadurch eingeführt
werden, daß man separate
Leitungen verwendet, die in Verbindung stehen, oder es können in
dem Kapillarstrom zufällig mitgerissene
Bläschen
dadurch entfernt werden, daß man
sie durch ein Speichervolumen gelangen läßt, wie unter Bezugnahme auf 9 beschrieben
wurde.
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Die
allgemeine Anwendung der Benutzung der Speichervolumina und Kapillartore
der vorliegenden Erfindung schließt das gleichzeitige Einstellen der
Drücke
an einer Vielzahl von Steuerpunkten derart ein, daß ein Übergang
stattfindet, wodurch die Bewegung einer Flüssigkeit von einer Stelle zu
einer anderen Stelle in dem Fluidschaltkreis gesteuert wird. Diese
Bewegung wird durch die Geometrie des Kapillatores angehalten, um
einen neuen stabilen Zustand zu erzeugen, und dieser stabile Zustand
hält an,
bis die Drücke
an der Vielzahl von Steuerknoten wieder verändert sind, um einen neuen Übergang
zu einem anderen stabilen Zustand des Fluidschaltkreises zu initiieren.
Außerdem
können
nicht gleichzeitige Drücke
verwendet werden, um anfänglich
eine erste Flüssigkeit
zu veranlassen, sich mit einer zweiten zu vermischen, und danach
eine dritte Flüssigkeit
zu veranlassen, sich mit den vermischten ersten und zweiten Flüssigkeiten
zu vermischen. Unter Bezugnahme auf 12 ist
eine Vielzahl von Untersystemen, die zu der in 11A gezeigten Vorrichtung identisch sind, nebeneinander
in einer Matrix oder einem Feld angeordnet, und ihre entsprechenden
Gasleitungen sind mittels der Gasleitungsverteiler 196, 194, 192 und 190 miteinander
verbunden. Die drei gezeigten Vorrichtungen können deshalb parallel durch
pneumatische Steuerelemente in Verbindung mit jedem der Gasleitungsverteiler
gesteuert werden. Zwei der Pipettier-Speichervolumina jedes Untersystems
(d.h. 156 und 189) sind an dem selben Steuerverteiler
gezeigt, und diese Pipetten arbeiten synchron. Die Verteiler 200 und 198 enthalten
Flüssigkeiten,
welche entsprechende Pipetten 164 und 160 beschicken,
während
die Einlaßvorräte 162, 186 und 188 nicht
mit einem Verteiler in Verbindung stehen, denn sie nehmen unterschiedliche
Flüssigkeitsproben
aus einem Untersystem zu dem nächsten
auf. Außer
den Verteilern 200 und 198 für die Flüssigkeitsprobe sind die in 12 gezeigten
Untersysteme isoliert und unabhängig
voneinander. Diese Anordnung von Untersystemen ist besonders für den Mehrfachbetrieb
geeignet und ist bei dem Aussieben mit hohem Durchsatz von potentiellen
Kandidaten bei Drogenermittlungsverfahren nützlich.
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13 zeigt
ein schematisches mechanisches Diagramm eines Gasdrucksteuerelementes, welches
verwendet wird, um mit einem der Gasleitungsverteiler der 12 in
Verbindung zu kommen. Ein mikrofluidischer Schaltkreis 215 hat
auf seiner Oberfläche
eine (nicht gezeigte) Öffnung,
die mit einem der Gasverteiler in Verbindung steht. Eine Leitung 230 bildet
eine federbelastete Gleitringdichtung bei dieser Öffnung mittels
des O-Ringes 210, der Muffe oder Hülse 212 und der Druckfeder 225,
und die Leitung 230 steht mit einem Akkumulator 236 in Verbindung,
wobei der Druck von einem Druckwandler 238 gemessen wird.
Eine elektronische Rückkupplungsschleife,
die aus dem Druckwandler 238, einem Steuerschaltkreis 242,
einem Druckventil 250 und einem Entlastungsventil 252 besteht,
die alle durch Signalleiter 240, 248 und 244 verbunden
sind, ermittelt, ob das Druckventil 250 offen oder geschlossen
ist und ob das Entlastungsventil 252 offen oder geschlossen
ist, wodurch der Druck in dem Akkumulator 236 je nach Notwendigkeit
geändert
wird. Das Druckventil 250 steht mit einer Quelle erhöhten Druckes 256 in
Verbindung, während
das Entlastungsventil 252 mit einer Quelle 255 niederen
Druckes oder mit Vakuum in Verbindung steht.
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14 zeigt
ein schematisches, elektronisches Diagramm des Steuerschaltkreises 242,
ein Element der in 13 gezeigten Rückkopplungsschleife.
Das Signal aus dem Druckwandler 260 wird durch einen Instrumentenverstärker 265 verstärkt und
zu den Summierstellen 285 und 287 zweier Betriebsverstärker 271 und 273 geführt. Zu
den Summierstellen 287 und 285 der Verstärker 271 und 273 werden
auch entsprechende versetzte Spannungen aus den Spannungsfolgern 272 und 274 geführt, sowie
ein Sägezahnsignal,
welches durch den astabilen Multivibrator 280 hergestellt
wird. Die aus den Verstärkern 271 und 273 stammenden
Signale haben deshalb Sägezahnwellenformen,
die bezüglich der
Basislinie steigen und fallen, wie der Druck in dem Wandler 260 fällt und
steigt. Diese Signale werden mit einer Sollwertspannung aus einer
Quelle 290 für
variable Spannung verglichen, die ein Digital-Analogkonverter (DAC)
in Verbindung mit einem Computer sein kann, und zwar durch die Spannungskomparatoren 277 und 278.
Die Spannungskomparatoren veranlassen das Druckventil 266 oder
das Entlastungsventil 267, mit derselben Frequenz wie das
Sägezahnsignal
zu öffnen
und zu schließen,
aber eine längere
oder kürzere
Zeit, oder gar nicht, je nach dem Verhältnis der Sägezahnwellenform zu der Sollwertspannung
aus der Spannungsquelle 290.
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Diese
Art von Schaltkreis ist in der Technik als Proportionalregler bekannt.
In einem Druckbereich, der als Aufteilungs- bzw. Mischregelungsband bekannt
ist, ist der Arbeitszyklus des den Gasdruck steuernden Ventils proportional
zum Druckfehler. Sobald der Gasdruck sich dem gewünschten
Sollwert nähert,
werden die Intervalle, während
welcher das Ventil offen ist, kürzer
und kürzer.
Der Arbeitszyklus des Ventils wird null, wenn der gewünschte Druck
erreicht ist. Dies erlaubt eine Ansprechzeit, die so schnell ist,
wie das Ventil öffnen
oder schließen
kann, ohne daß der
gewünschte
Sollwertdruck überlaufen oder überschwungen
wird. Das Signal aus dem Druckwandler 260 kann verstärkt werden,
um sicherzustellen, daß der
pneumatische Regler auf sehr kleine Druckveränderungen mit einer bevorzugten
Präzision
des geregelten Gasdruckes von ±0,01psi
reagiert. Der Druck kann von einer Vorrichtung 270 aufgezeichnet
oder überwacht
werden, die ein Analogdigitalkonverter in Verbindung mit einem Rechner
sein kann. Die Sollwertspannungen aus der Spannungsquelle 290 unter
der Anleitung von einem Rechner können entsprechend speziellen
Drücken
kalibriert sein. Die versetzten Spannungen aus den Spannungsfolgern 272 und 274 werden
so ausgewählt, daß das Druckventil
und das Entlastungsventil niemals gleichzeitig betätigt werden.
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Der
Stand der Technik des elektronischen Regulierens von Gasdruck lehrt
verschiedene Verfahren, deren bevorzugtes ein proportional-integral-derivatives
(PID) Ansprechen auf einen Druckfehler ist. Das PID-Verfahren ist
in typischer Weise in einem Algorithmus verkörpert, der von einem Mikroprozessor
mit der Absicht abgearbeitet wird, ein hohes Niveau an Stabilität bei einem
festgelegten Druck unter sich verändernden Lasten zu erreichen.
Die pneumatische Steuereinrichtung der vorliegenden Erfindung erreicht
ein etwas anderes Ziel dadurch, daß man eine Proportionalsteuereinrichtung
mit preiswerter Hardware mit dem Ziel herstellt, den Druck häufig und
genau an einer Vielzahl von Steuerknoten zu verändern. Die Druckveränderungen werden
an der Vielzahl von Steuerknoten synchronisiert, und eine Vielzahl
gewünschter
Sollwertdrücke kann
an jedem der Vielzahl der Steuerknoten erhalten werden. Auf diese
Weise können
die Bildung und der effektive Transport genauer Flüssigkeitsvolumina in
einem komplexen mikrofluidischen Schaltkreis bei vernachlässigbarer
Auswirkung auf die Gasdrucksteuerung erreicht werden.
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Die
Systeme und Systemelemente dieser Erfindung sind im Hinblick auf
mikrofluidische Schaltkreise oder Vorrichtungen beschrieben. Diese
Vorrichtungen können
eine Vielzahl von Formen annehmen, sie sind aber im Allgemeinen
als ebene Aufbauten gekennzeichnet, die eine Vielzahl von Anschlüssen haben,
um Flüssigkeiten
in die Vorrichtung einzuführen
oder aus dieser herauszuziehen, die einen oder mehrere Vorräte für das Speichern
von Flüssigkeitsproben
oder flüssigen
Reagenzien und eine Vielzahl von Kanälen in der Größenordnung
von Kapillaren für
den Transport und/oder das Vermischen von Flüssigkeiten, das Durchführen chemischer
Analysen, Separieren von Komponenten eines Gemisches oder dergleichen
haben. In diesem Kontext können die
mikrofluidischen Vorrichtungen sowie das System und die Systemelemente
dieser Erfindung durch herkömmliche
Fotolithographie und Ätz-Techniken
oder durch Abformen von Kunststoffverbindungen gebildet werden,
die in der Technik bekannt sind. Repräsentative geeignete Substrate,
aus welchen das System und die Systemelemente dieser Erfindung gebildet
werden können,
weisen Glas, Quarz, Silizium, Polycarbonat, Polymethylmethacrylat
oder dergleichen auf. Die Befeuchtungseigenschaften dieser unterschiedlichen
Substrate müssen
jedoch für
das richtige Modell der Fluidschaltkreise in Rechnung gestellt werden.