-
Gebiet der Erfindung
-
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Befeuchtungsvorrichtung zum Befeuchten eines hydrophilen Harnkatheters mit einem Befeuchtungsfluidbehälter, der ein Befeuchtungsfluid enthält und geöffnet werden kann, indem eine Zugkraft auf ihn ausgeübt wird, mit einem Befeuchtungsbehältnis und mit einem hydrophilen Harnkatheter, der durch das Befeuchtungsfluid befeuchtet werden soll und im Befeuchtungsbehältnis angeordnet ist. Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zur Befeuchtung eines solchen Katheters.
-
Hintergrund der Erfindung
-
Die intermittierende Selbstkatheterisierung findet bei Patienten, die zum Beispiel an Strikturen oder Traumen im Harnsystem leiden, wie auch bei gelähmten Patienten breite Verwendung, um es ihnen zu ermöglichen, ein nahezu normales häusliches Leben zu führen. Allgemein müssen die für die intermittierende Selbstkatheterisierung gelieferten Harnkatheter an ihrer Außenseite mit einem Schmiermittel versehen werden, um die Einführung in die Harnröhre zu erleichtern. Insbesondere für die Schmierung können hydrophile Harnkatheter eine hydrophile Beschichtung auf der Außenseite haben, die vor Einführung in die Harnröhre eines Patienten während einer bestimmten Zeitdauer mit einem Fluid wie Wasser oder Salzlösung benetzt werden sollte.
-
Verschiedene Verfahren für die Schmierung von Harnkathetern wurden bereits vorgeschlagen, zum Beispiel offenbart die früher veröffentlichte internationale Patentanmeldung
WO 97/26937 der Anmelderin eine Befeuchtungsvorrichtung für die Befeuchtung von hydrophilen Harnkathetern.
-
Diese Befeuchtungsvorrichtung umfasst ein Befeuchtungsbehältnis, das einen Aufnahmebereich für das Befeuchtungsfluid definiert, einen hydrophilen Harnkatheter, der im Aufnahmebereich für das Befeuchtungsfluid angeordnet ist, sowie einen Befeuchtungsfluidbehälter. Der Befeuchtungsfluidbehälter hat eine Entleerungsöffnung, die durch Anwenden einer Zugkraft geöffnet werden kann, um das Befeuchtungsfluid in den Aufnahmebereich für das Befeuchtungsfluid entleeren zu können und den hydrophilen Harnkatheter zu befeuchten. In dieser Befeuchtungsvorrichtung hat das Behältnis ein offenes Ende, in das der Fluidbehälter eingesetzt ist und aus dem er mit einem Ende heraussteht. Des Weiteren sind Zuglaschen zum Ausüben der Zugkraft auf den Behälter an beiden Enden des Fluidbehälters angebracht. Um das Fluid freizusetzen, wird die erste Zuglasche, die sich innerhalb des Behältnisses befindet, durch das Kunststoffmaterial des Behältnisses hindurch erfasst, dann wird die zweite Zuglasche, die sich außerhalb des Behältnisses befindet, nach hinten gezogen, um zu bewirken, dass der Behälter reißt.
-
Des Weiteren ist aus
WO 98/11932 eine Harnkatheter-Befeuchtungsvorrichtung bekannt, die ein Behältnis und einen im Behältnis untergebrachten, zerreißbaren Beutel oder Behälter mit einem schwellenden Flüssigkeitsmedium umfasst. Das schwellende Medium wird durch Druckausübung auf den Beutel entleert und verursacht dabei ein Reißen der Verschlussfuge.
-
Bei diesen bekannten Befeuchtungsvorrichtungen besteht aber ein Problem darin, dass sie verhältnismäßig schwierig zu handhaben sind, insbesondere bezüglich des Entleerens des Befeuchtungsfluids. Insbesondere behinderte Benutzer, wie Benutzer mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Gliedmaßen, haben Probleme damit, die erforderlichen Entleerungsvorgänge auszuführen. Des Weiteren besteht ein Problem darin, dass das den Katheter umgebende Befeuchtungsbehältnis entweder beim Entleerungsvorgang geöffnet wird oder leicht reißt. Dadurch werden die Sauberkeit und Sterilität des Katheters beeinträchtigt. Dabei besteht auch die Gefahr eines ungewollten Auslaufens und Verspritzens des Befeuchtungsfluids, was für den Benutzer sehr lästig sein könnte.
-
Dementsprechend benötigen Patienten, die hydrophile Harnkatheter verwenden, verbesserte Mittel für die Schmierung der Katheter. Die vorliegende Erfindung richtet sich daher auf dieses Erfordernis. Dieses Ziel wird mit der Befeuchtungsvorrichtung und dem Befeuchtungsverfahren gemäß den beigefügten Ansprüchen erreicht.
-
Zusammenfassung der Erfindung
-
Einem ersten Aspekt der Erfindung zufolge wird eine Befeuchtungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 bereitgestellt.
-
Erfindungsgemäß kann daher der Befeuchtungsfluidbehälter geöffnet und der Katheter befeuchtet werden, indem eine Zugkraft auf das dehnbare Befeuchtungsbehältnis ausgeübt wird, ohne den dicht verschlossenen Zustand des Befeuchtungsbehältnisses zu verletzen.
-
„Dehnbar” soll bedeuten, dass die Abmessung des Befeuchtungsbehältnisses in einer bestimmten Zugrichtung vergrößert werden kann, ohne das Behältnis in einem solchen Ausmaß zu beschädigen oder zu zerstören, dass der dicht verschlossene Zustand des Behältnisses zerstört wird.
-
Das Ausüben eines Zuges zum Entleeren des Befeuchtungsfluids in das Befeuchtungsbehältnis ist eine sehr praktikable Handlung, da sie leicht auszuführen ist und nur eine geringe Zugkraft verlangt. Des Weiteren kann der Zug mit nur einer Hand oder sogar ganz ohne Hände ausgeübt werden, indem die Zähne oder dergleichen verwendet werden. Daher ist dieses Entleerungsverfahren für behinderte Personen oder Personen, die nur eine Hand oder keine Hand frei haben, geeignet. Dank des dehnbaren Befeuchtungsbehältnisses kann diese bevorzugte Zugausübung für das Entleeren des Befeuchtungsfluids erfolgen, während gleichzeitig das Befeuchtungsbehältnis verschlossen und dicht gehalten wird. Dadurch können die Sterilität und Sauberkeit des Katheters auch während des Befeuchtens bewahrt bleiben, wodurch sich die Gefahr von Infektionen für den Benutzer verringert. Die Gefahr eines unerwünschten Auslaufens und Verspritzens der Befeuchtungsflüssigkeit wird ebenfalls behoben.
-
Der Befeuchtungsfluidbehälter ist mit zumindest zwei Zugelementen versehen, um eine Zugkraft zum Öffnen des Behälters anzulegen.
-
Unter „Zugelement” soll jedes Element verstanden werden, das für eine Übertragung einer an das Befeuchtungsbehältnis angelegten Zugkraft auf den Befeuchtungsfluidbehälter sorgt, wie auf einen am Behältnis angebrachten Abschnitt des Behälters.
-
Des Weiteren wird der Befeuchtungsfluidbehälter geöffnet, indem die Zugelemente in einer trennenden Richtung auseinander gezogen werden, wobei das Befeuchtungsbehältnis zumindest in der trennenden Richtung dehnbar ist. Ferner wird bevorzugt, dass zumindest eines der Zugelemente, bevorzugt beide, eine Lasche sind, die ein Öffnen des Befeuchtungsfluidbehälters bewirkt, wenn eine vorbestimmte Zugkraft darauf ausgeübt wird. Diese Merkmale tragen dazu bei, die Herstellung des Produkts einfach und billig zu machen.
-
Der Befeuchtungsfluidbehälter weist zumindest einen nicht am Befeuchtungsbehältnis befestigten Oberflächenbereich auf und der Befeuchtungsfluidbehälter ist nur in der Nähe der Zugelemente am Befeuchtungsbehältnis befestigt. Dabei kann ein möglichst großer Abschnitt des Befeuchtungsbehältnisses verwendet werden, um die Dehnbarkeit zu liefern. Ferner werden die Zugelemente bevorzugt durch Anschweißen am Befeuchtungsbehältnis befestigt. Kleber oder Klebband könnten aber ebenfalls als Befestigungsmittel verwendet werden. Dadurch wird die Herstellung des Produkts einfach und billig.
-
In einer Ausführungsform werden ferner Zugelemente wie Zuggriffe am Befeuchtungsbehältnis zur Verfügung gestellt, um das Öffnen insbesondere für behinderte Benutzer zu erleichtern.
-
Der Erfindung zufolge besitzt das Befeuchtungsbehältnis eine derart bemessene Oberflächenschicht, dass die Dehnbarkeit des Behältnisses ermöglicht wird. Die Oberflächenschicht des Befeuchtungsbehältnisses hat zwischen den Zugelementen eine Abmessung, die den Abstand zwischen den Zugelementen übertrifft, wenn der Befeuchtungsfluidbehälter ungeöffnet ist, und das Befeuchtungsbehältnis umfasst einen gefalteten Abschnitt wie z. B. eine balgartige Faltung.
-
Vorzugsweise weist der Befeuchtungsfluidbehälter senkrecht zu der Zugrichtung, in der der gefaltete Abschnitt entfaltet wird, eine solche beschränkte Abmessung auf, dass das Entfalten durch den Befeuchtungsfluidbehälter nicht beschränkt wird. Insbesondere wird bevorzugt, dass das Befeuchtungsbehältnis am gefalteten Abschnitt eine innere Querschnittsabmessung senkrecht zur Dehnungsrichtung des Behältnisses hat, die die entsprechende äußere Querschnittsabmessung des Befeuchtungsfluidbehälters signifikant übertrifft. Dank dieser vergrößerten Ausdehnung wird ein Entfalten des gefalteten Abschnitts einfach.
-
Der Befeuchtungsfluidbehälter umfasst auch eine Fläche mit einer Schwachstelle, bevorzugt eine Reißlinie, die geöffnet wird, wenn die Zugkraft darauf ausgeübt wird.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Fläche mit Schwachstelle im Befeuchtungsfluidbehälter in einem Teil des Behälters angeordnet, der dem Katheter im Befeuchtungsbehältnis zugewandt ist. Des Weiteren wird am meisten bevorzugt, dass der Befeuchtungsfluidbehälter eine Vorderkante aufweist, die dem Katheter im Befeuchtungsbehältnis zugewandt ist; dass die Fläche mit Schwachstelle sich von der Vorderkante aus nach hinten erstreckt; und dass der Befeuchtungsbehälter zwei Laschen umfasst, wovon sich eine erste Lasche von der Vorderkante aus an einer ersten Seite der Fläche mit Schwachstelle nach hinten erstreckt und so bemessen ist, dass sie rückwärts über den Befeuchtungsfluidbehälter hinausragt, und wovon sich eine zweite Lasche von der Vorderkante aus an einer zweiten, entgegen gesetzten Seite der Fläche mit Schwachstelle nach vorn erstreckt; wobei die Ausübung einer bezüglich der zweiten Lasche nach hinten ziehenden Kraft auf die erste Lasche bewirkt, dass die Fläche mit Schwachstelle reißt und der Befeuchtungsfluidbehälter sich öffnet.
-
Die Fläche mit Schwachstelle zur Verfügung ist im Wesentlichen mit dem Katheter und daher mit der Längsrichtung der Befeuchtungsvorrichtung ausgefluchtet, und die Zugrichtung fällt ebenfalls mit dieser Richtung zusammen. Dadurch wird das Entleeren einfach, da im Wesentlichen die gesamte Längenausdehnung des Befeuchtungsbehältnisses als ein Griff verwendet werden kann.
-
In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung nimmt der Fluidbehälter die Gestalt eines Beutels an.
-
Weiter wird bevorzugt, dass das Befeuchtungsfluid steriles Wasser oder eine Salzlösung ist.
-
Ein typisches Sterilisierungsmittel, das verwendet werden könnte, um die Befeuchtungsvorrichtung der Erfindung zu sterilisieren, ist Ethylenoxid. Außerdem wäre das Fluid im Fluidbehälter normalerweise steril. Aus diesen Gründen besteht der Befeuchtungsfluidbehälter vorzugsweise aus einem Material, das gegenüber Ethylenoxid wie auch gegenüber dem darin enthaltenen Fluid undurchlässig oder im Wesentlichen undurchlässig ist. Nicht einschränkende Beispiele von Materialien, die dieser Bedingung genügen, wenn das Fluid Wasser oder Salzlösung ist, sind laminierte Aluminiumfolie, Polyvinylidenchlorid oder ein Laminat mit einer metallisierten Folie wie metallisiertem Polyethylenterephthalat oder mit einer mit Siliciumoxid überzogenen Folie.
-
Das erfindungsgemäße Befeuchtungsbehältnis braucht lediglich dafür verwendet zu werden, um den Katheter sauber und steril zu halten und die beschriebene Befeuchtung auszuführen, und wird danach entsorgt. In einer Ausführungsform wird das Befeuchtungsbehältnis aber als Harnsammelbeutel verwendet.
-
Die vorliegende Erfindung hat den Vorteil, eine sichere, kompakte, sterile und wegwerfbare Befeuchtungsvorrichtung für einen hydrophilen Harnkatheter zur Verfügung zu stellen, die leicht zu handhaben ist. Dies ergibt sich daraus, dass ein Befeuchtungsbehältnis zur Verfügung gestellt wird, das dazu geeignet ist, so mit einem Befeuchtungsfluidbehälter der Vorrichtung zusammenzuwirken, dass das Fluid in das Befeuchtungsbehältnis hinein freigesetzt werden kann, um einen darin untergebrachten hydrophilen Harnkatheter zu befeuchten, und zwar unter sauberen Bedingungen, d. h. ohne den Katheter oder das Fluid berühren zu müssen oder das Behältnis sogar zu zerbrechen. Dadurch wird die Gefahr vermieden, Verschmutzungen einzuführen, und eine Befeuchtungsvorrichtung wird zur Verfügung gestellt, die leicht zu handhaben wie auch herzustellen ist.
-
Der Erfindung zufolge hat das Behältnis eine innewohnende Längserstreckung, die es ermöglicht, das Behältnis von der ersten zur zweiten Position zu bringen, und diese innewohnende Längserstreckung umfasst bevorzugtermaßen eine balgartige Faltung. Dadurch wird die Ausdehnbarkeit ohne besondere Anforderungen an das Material erreicht, wodurch die Herstellung einfach und billig wird.
-
Ferner wird bevorzugt, dass das Behältnis im gefalteten Bereich eine innere Querschnittsausdehnung senkrecht zur innewohnenden Längserstreckung hat, die die entsprechende äußere Querschnittsabmessung des Befeuchtungsfluidbehälters signifikant übertrifft.
-
Einem dritten Aspekt der Erfindung zufolge wird ein Verfahren gemäß Anspruch 14 bereitgestellt.
-
In einer Ausführungsform gemäß diesem dritten Aspekt der Erfindung wird diese Übertragung der Zugkraft durch Längsdehnen des Befeuchtungsbehältnisses erreicht. Die Übertragung der Zugkraft wird durch Verwendung von zumindest zwei Zugelementen erreicht, die am Befeuchtungsbehältnis angebracht sind, wobei die Zugkraft so angelegt wird, dass die Zugelemente auseinander gezogen werden.
-
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
-
Ausführungsformen der Erfindung werden nun beispielhaft unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben werden, in denen:
-
1 eine Befeuchtungsvorrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung zeigt, die ein Befeuchtungsbehältnis und einen ungeöffneten Befeuchtungsfluidbeutel umfasst.
-
2 den in 1 gezeigten Teil der Befeuchtungsvorrichtung mit dem ungeöffneten Beutel in größeren Einzelheiten zeigt.
-
3 die in 1 gezeigte Befeuchtungsvorrichtung zeigt, wenn sich der Befeuchtungsfluidbeutel in der geöffneten Position befindet.
-
4 den in 3 gezeigten Teil der Befeuchtungsvorrichtung mit dem ungeöffneten Beutel in größeren Einzelheiten zeigt.
-
5 eine Befeuchtungsvorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung zeigt.
-
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
-
Zuerst auf 1 Bezug nehmend, wird dort eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Befeuchtungsvorrichtung 1 mit einem Befeuchtungsbehältnis bzw. einer Befeuchtungstasche 2, bevorzugt aus einem durchsichtigen und biegsamen Kunststoffmaterial gezeigt. Das Behältnis 2 hat eine sich nach unten erstreckende, längliche Tasche 21 am vorderen Ende, eine Zwischenkammer 22 hinter und in fluidischer Verbindung mit der länglichen Tasche 21 sowie eine weiter rückwärts versetzte Fluidzufuhrkammer 23.
-
Die Befeuchtungsvorrichtung umfasst ferner einen hydrophilen Harnkatheter 3 mit einem nach hinten aufgeweiteten Abschnitt 31, einen länglichen Schaft 32, der aus dem hinteren Abschnitt 31 nach vorn vorsteht, sowie einen (nicht gezeigten) offen endenden Hohlraum, der sich vom hinteren Ende des hinteren Abschnitts 31 aus bis zu einer Entleerungsöffnung 33 in der abgerundeten Spitze 34 erstreckt. Das hintere Ende 31 des Katheters 3 kann an einen Urinsammelbeutel angeschlossen werden.
-
Des Weiteren umfasst die Befeuchtungsvorrichtung einen Befeuchtungsfluidbehälter 4, der in dieser Ausführungsform die Gestalt eines Beutels hat, der ein Befeuchtungsfluid enthält. Wie insbesondere unter Bezugnahme auf 2 ersichtlich, ist der Beutel in einer Arbeitsposition in der Fluidzufuhrkammer 23 angeordnet. Der Beutel 4 hat einen vorderen Abschnitt 41, der in der Arbeitsposition des Beutels 4 dem Katheter und dem das Fluid aufnehmenden Bereich 21 zugewandt ist, sowie einen hinteren Abschnitt 42, der in der Arbeitsposition vom Katheter und von dem das Fluid aufnehmenden Bereich 21 nach hinten weg steht. Der Beutel 4 besteht bevorzugt aus laminierter Aluminiumfolie, Polyvinylidenchlorid oder einem Laminat mit einer metallisierten Folie wie einem metallisierten Polyethylenterephthalat oder einer mit Siliciumoxid beschichteten Folie, insbesondere wenn Ethylenoxid das Sterilisiermittel für die Vorrichtung 1 ist und der Beutel steriles Wasser oder sterile Salzlösung enthält.
-
Vorzugsweise weist der vordere Abschnitt 41 des Beutels 4 eine Vorderkante 43 auf. Von der Vorderkante 43 aus erstreckt sich eine Fläche mit Schwachstelle und bevorzugt eine Reißlinie 44 nach hinten. Von der Vorderkante 43 des Beutels aus springt auf einer Seite der Reißlinie 44 eine erste Lasche 45 nach vorn vor. An der anderen Seite der Reißlinie 44 ist eine längliche zweite Lasche 46 angebracht, die hier in einer ausgestreckten Position gezeigt ist, in der die zweite Lasche 46 von der Vorderkante 43 aus nach vorn vorspringt. Die längliche zweite Lasche 46 kann um die Vorderkante 43 herum von der ausgestreckten Position auf sich selbst zurück zu einer zurückgezogenen Position bewegt werden, in der sich die zweite Lasche 46 von der Vorderkante 43 aus nach hinten erstreckt. Wenn sich die zweite Lasche 46 in der zurückgezogenen Position befindet, wird der Beutel 4 in die in 1 gezeigte Arbeitsposition in der Fluidzufuhrkammer eingeführt.
-
Die Abmessungen der zweiten Lasche 46 sind bevorzugt derart, dass ein Zugabschnitt 47 der zweiten Lasche 46 über eine hintere Kante 48 des Beutels 4 hinaus nach hinten vorspringt, wenn sich der Beutel 4 in der Arbeitsposition befindet.
-
Der Beutel wird am Behältnis befestigt, aber am meisten bevorzugt nur in der Nähe der Zugelemente, d. h. der Laschen 45, 46. Die Befestigung könnte durch Schweißen, Kleben oder mit Klebband oder einer Kombination dieser Mittel erfolgen, aber andere Befestigungsmittel könnten ebenso gut verwendet werden. Zwischen den Befestigungspunkten ist die Fluidzufuhrkammer 23 des Behältnisses mit einem Überschuss an Material versehen, was zu einer balgartig gefalteten Fläche 24 führt. Diese gefaltete Fläche ermöglicht eine einfach auszuführende Längsdehnung der Fluidzufuhrkammer. Die gefaltete Fläche ist des Weiteren bevorzugt breiter als die übrige Fluidzufuhrkammer 23.
-
In 3 und 4 wird der Beutel 4 in seiner geöffneten Position gezeigt, in der der Inhalt des Beutels in das Behältnis 2 entleert wird, um die hydrophile äußere Beschichtung des Katheters 3 zu befeuchten.
-
Im Verfahren der Befeuchtung des Katheters legt der Benutzer eine Zugkraft derart an das Befeuchtungsbehältnis an, dass die Zugkraft auf den Befeuchtungsbehälter übertragen und dieser geöffnet wird, ohne den dicht geschlossenen Zustand des Befeuchtungsbehältnisses zu brechen. Die Zugkraft wird so ausgeübt, dass die Zugelemente in einer trennenden Richtung auseinander gezogen werden. Dies könnte zum Beispiel bei der oben beschriebenen Befeuchtungsvorrichtung wie folgt getan werden. Der Benutzer ergreift die erste Lasche 45 durch das flexible, durchsichtige Kunststoffmaterial der Tasche 2 hindurch und zieht dann ebenfalls durch das flexible, durchsichtige Kunststoffmaterial der Tasche 2 hindurch am Zugabschnitt 47 der zweiten Lasche 46 rückwärts, damit die Reißlinie 44 reißt und das Befeuchtungsfluid in die Tasche 21 freigesetzt wird, um den Katheter 3 zu befeuchten. Bevorzugt enthält der Beutel 4 eine Menge von Befeuchtungsfluid, die genügt, damit die Tasche 21 bis zu einem Niveau gefüllt wird, das dazu führt, dass die einführbare Länge des Katheters 3 befeuchtet wird. Unter „einführbarer Länge” wird zumindest diejenige Länge des länglichen Schafts 32 verstanden, die mit einem hydrophilen Material, zum Beispiel mit PVP, beschichtet ist und in den Harnleiter des Patienten eingeführt wird. Typischerweise sind das 80 bis 140 mm für einen weiblichen Patienten und 200 bis 350 mm für einen männlichen Patienten.
-
Nach Freisetzung des Befeuchtungsfluids in die Tasche 21 wird das Behältnis bevorzugt an einem Reißabschnitt 27 geöffnet, wonach der Katheter aus der Tasche 21 entfernt und für die Katheterisierung verwendet wird. Das Behältnis und der Beutel werden dann entsorgt. Um die Entnahme des Katheters aus dem Behältnis und die Einführung in die Harnröhre des Patienten zu erleichtern, wird zumindest eine Fläche mit Schwachstelle 27, 28 wie zum Beispiel eine Reißlinie, am Behältnis bevorzugt im Bereich der das Fluid aufnehmenden Tasche 21 angebracht, wo der Katheter untergebracht ist. Am meisten wird bevorzugt, dass zwei solcher Flächen 27, 28 mit Schwachstellen vorgesehen werden, die voneinander in Längsrichtung des Behältnisses getrennt sind. Der dazwischen liegende Teil des Behältnisses kann als eine Einführhilfe verwendet werden, um den befeuchteten Katheter zu führen und zu halten, wenn er in die Harnröhre eingeführt wird. Daher besteht keine Notwendigkeit, den Katheter 3 für seine Einführung in die Harnröhre direkt zu handhaben, was von Vorteil ist, da die Außenseite des Katheters 3 wegen der Befeuchtungsprozedur rutschig und daher schwer zu greifen ist, und außerdem, weil eine mögliche Verschmutzung des Katheters 3 in diesem Stadium vermieden wird, wodurch die Sauberkeit und Sterilität des Katheters aufrecht erhalten werden können.
-
Die Tasche bzw. das Behältnis 2 gemäß der Erfindung ist eine geschlossene Tasche, wobei der Beutel 4 und der Katheter 3 innerhalb der Tasche 2 vorgepackt sind.
-
Der Katheter 3 könnte mit Ethylenoxid sterilisiert werden. Da der Beutel 4 steriles Wasser bzw. sterile Salzlösung enthält, besteht kein Bedürfnis, den Inhalt des Beutels 4 zu sterilisieren. Dementsprechend ist das Material des Beutels 6 vorzugsweise gegenüber Ethylenoxid und Wasser undurchlässig. Nicht einschränkende Beispiele für Materialien, die diese Anforderungen erfüllen, sind Polyvinylidenchlorid (PVDC), laminierte Aluminiumfolie oder ein Laminat mit einer metallisierten Folie, zum Beispiel metallisiertem Polyethylenterephthalat, oder eine mit Silicium beschichtete Folie. Andere Sterilisierverfahren könnten natürlich stattdessen verwendet werden, zum Beispiel durch Bestrahlung, in welchem Falle das Fluid im Beutel 4 in situ gleichzeitig mit den übrigen Komponenten der Vorrichtung 1 sterilisiert werden könnte. Eine Dampfbehandlung kann ebenfalls für die Sterilisierung verwendet werden.
-
Andere Typen und Orte für Beutel 4 in der Tasche sind möglich, wenn nur der Beutel 4 seinen Inhalt in die Tasche 21 freisetzt.
-
Obwohl das erfindungsgemäße Behältnis dicht verschlossen ist, wird dennoch bevorzugt, dass das Behältnis 2 mit einem Auslass 25 versehen wird, zumindest wenn Ethylenoxid das Sterilisiermittel ist, da dies einen Pfad liefert, auf dem Ethylenoxid ins Innere des Behältnisses eintreten und daraus entweichen kann.
-
In noch einer weiteren Ausführungsform, die in 5 gezeigt wird, kann die Zwischenkammer 22' des Behältnisses 2 als ein Harnbeutel verwendet werden. In diesem Falle wird, nachdem der Katheter 3 in der gleichen Weise wie oben beschrieben, während einer vorbestimmten Zeitdauer benetzt worden ist, die Tasche 2 umgekehrt und der vorderste Abschnitt der Tasche 21 weggerissen. Der längliche Schaft 32 des Katheters 3 wird dann durch die Öffnung am vorderen Ende der Tasche 21 gefädelt und herausgezogen, bis der aufgeweitete hintere Abschnitt 31 eine mechanisch dichtende Verbindung mit der Öffnung an einer Verengung 29' des Behältnisses bildet. Danach wird der Katheter in die Harnröhre des Patienten eingeführt. Zwei getrennte Flächen 27', 28' mit Schwachstellen können auch in dieser Ausführungsform als Hilfe für die Einführung verwendet werden. In diesem Falle sollten aber die Flächen mit Schwachstellen unter die Verengung 29' gelegt werden. Mit Ausnahme der oben erwähnten Unterschiede gilt auch für diese wechselweise Ausführungsform das gleiche, wie oben bezüglich der ersten Ausführungsformen diskutiert.
-
In den beispielhaften Ausführungsformen, die hierüber unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben worden sind, erfolgt die Zufuhr von Befeuchtungsfluid für die Befeuchtung des hydrophilen Harnkatheters über einen getrennten Beutel, der in das Befeuchtungsbehältnis integriert und leicht entleert werden kann, ohne dass er bricht oder reißt. Fachkundige werden zu würdigen wissen, dass verschiedene, den oben beschriebenen ähnliche Alternativen wie zum Beispiel andere Typen von Fluidbehältern, andere Arten, für Ausdehnbarkeit des Behältnisses zu sorgen, usw. verwendet werden könnten.