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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft das Modulieren der Art und/oder des
Ausmaßes
einer Immunantwort auf ein Molekül.
Insbesondere betrifft die Erfindung das Bewirken einer Erhöhung der
TH1-Immunantwort auf Moleküle
wie beispielsweise, jedoch nicht beschränkt auf, Antigene oder Immunogene.
Die Erfindung betrifft ferner die Verringerung einer TH2-Immunantwort
auf Moleküle.
Insbesondere betrifft die Erfindung die Veränderung der Mengen an TH1-
und TH2-assoziierten Immunglobulinen, des Ausmaßes der Proliferation von TH1-
und TH2-assoziierten Cytokinen, sowie des Ausmaßes der Proliferation von TH1-
und TH2-Zellen.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die
Aktivierung der TH1-Subpopulation von CD4+ T-Zellen ist, eher als
jene der TH2-Subpopulation von CD4+ T-Zellen, im Rahmen der Konzipierung
von Vakzinen von primärer
Bedeutung. Dies liegt darin begründet,
dass TH1-Zellen IL-2-, IFN-γ- und TNF-β-Cytokine
produzieren, welche die Aktivierung von Makrophagen und cytotoxischen
T-Zellen (CTL) vermitteln und die eigentlichen Effektoren einer
zellvermittelten Immunität
gegen intrazelluläre
Mikroben und Spättyp-Überempfindlichkeitsreaktionen
(DTH-Reaktionen) darstellen. IFN-γ induziert
ferner, einen Klassenwechsel (Class-switching) vom B-Zellen-Isotyp
zum eigentlichen Effektorisotyp von Maus-IgG. IgG2a,
und in geringerem Ausmaß IgG2b, steigert die Antikörper-abhängige zellvermittelte Cytotoxizität (ADCC)
und bindet fest an C1q des klassischen Komplementweges, welcher
Zellen oder Antikörpercluster
der Phagozytose zuführt.
Als Ergebnis dieser Effektorfunktionen in Mäusen wurde beispielsweise festgestellt,
dass IgG2a Mäusen einen besseren Schutz
gegenüber
Virusinfektionen [Ishizaka et al. (1995) J. Infect. Dis. 172: 1108],
murinen Tumoren [Kaminski et al. (1986) J. Immunol. 136: 1123] sowie
Parasiten [Wechsler et al. (1986) J. Immunol. 137: 2968] bietet,
und eine Erhöhung
der bakteriellen Clearance bewirkt [Zigterman et al. (1989) Infect.
Immun. 57: 2712].
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Im
Gegensatz hierzu produzieren TH2-Zellen IL-4, IL-5, IL-10 und IL-13,
welche den unerwünschten Effekt
einer Unterdrückung
der zellvermittelten Immunität
besitzen [Mossman et al. (1986) J. Immunol. 136: 2248]. Darüber hinaus
induziert IL-4 in B-Zellen
die Produktion sowohl einer IgG-Subklasse, welche eine schwache
Komplementfixierung und keine Vermittlung von ADCC bewirkt, als
auch von IgE, welches an Mastzellen und Basophile bindet.
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Im
Stand der Technik wurde aufgrund der Feststellung, dass die Aktivierung
von TH-Zell-Subpopulationen
durch den Stamm des verwendeten Tieres [Hocart et al. (1989) J.
Gen. Virol. 70: 2439], die Identität des Antigens, die Applikationsart
des Antigens [Hocart et al. (1989) J. Gen. Virol. 70: 809] sowie
das Immunisierungsschema [Brett et al. (1993) Immunology 80: 306]
beeinflusst wird, der Versuch unternommen, die Konzipierung von
Vakzinen durch Steuern der Entwicklung von TH1-Zellen zu verbessern.
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Ein
im Stand der Technik verfolgter Ansatz zur Erzeugung Antigen-spezifischer
TH1-Antworten war
die Verwendung der oxidativen/reduktiven Konjugation von Mannan
an Antigen [Apostopoulos et al. (1995) Proc. Natl. Acad. Sci. USA
92: 10128–10132]
oder die Konjugation von Proteinen an bakterielle Proteine [Jahn-Schmid
et al. (1997) Intl. Immunol. 9: 1867]. Das Koppeln an herkömmlich verwendete
Träger
wie beispielsweise KLH und Tetanustoxoid ist im Rahmen der Erhöhung des
IgG2a:IgG1-Verhältnisses
jedoch häufig nicht
erfolgreich.
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Andere
Verfahren zur Induzierung von TH1-Antworten umfassen die Verwendung
immunmodulatorischer Mittel, wie beispielsweise fremder Hilfsmittel
(zum Beispiel: ISCOMS, QS21, Quil A, etc.). Alaun stellt jedoch
das einzige Hilfsmittel dar, welches derzeit für eine Anwendung beim Menschen
zugelassen ist, und von welchem bekannt ist, dass es eher unerwünschte TH2-artige
Antworten begünstig
als die in stärkerem Maße wünschenswerten
TH1-artigen Antworten.
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Andere
immunmodulatorische Mittel, welche im Stand der Technik verwendet
wurden, umfassen CpG-Oligodesoxyribonukleotide [Chu et al. (1997)
J. Exp. Med. 186: 1623] oder Cytokine wie beispielsweise Interleukin-12
[IL-12, Scott et al. (1997) Seminl. Immunol. 9: 285], welche immunogenen
Zusammensetzungen hinzugefügt
werden können
und zur Produktion hoher Mengen an IgG2a führen, das
gegen lösliche
Proteinantigene gerichtet ist. Die kurze Halbwertszeit sowie die
beträchtlichen
Kosten von Cytokinen machen deren Verwendung im Rahmen einer in
großem
Maßstab
angelegten Vakzination allerdings sowohl technisch als auch kommerziell
unattraktiv.
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Noch
einen weiteren Ansatz stellte die Verwendung von Vakzinen auf Basis
lebender Tierviren dar, um in Mäusen überwiegend
virusspezifisches IgG2a zu erzeugen [Hocart
et al. (1989) J. Gen. Virol. 70: 809; Coutelier et al. (1987) J.
Exp. Med. 165: 64; Nguyen et al. (1994) J. Immunol. 152: 478; Brubaker
et al. (1996) J. Immunol. 157: 1598]. Dieser Ansatz weist mehrere
Nachteile auf. Erstens führen
Vakzine auf Basis lebender Viren nicht einheitlich zu einer TH1-artigen
Immunantwort, da einige lebende Viren die Produktion anderer Immunglobulin-Isotypen
begünstigen,
welche für
alternierende T-Helferzell-Signalwege charakteristisch sind [Coutelier
et al. (1987) J. Exp. Med. 165: 64, Perez-Filgueira et al. (1995)
Vaccine 13: 953]. Zusätzlich
werden derartige Vakzine auf Basis von Tierviren aus Viren hergestellt,
welche in Zellkultursystemen gezüchtet
werden, deren Konzipierung und Betrieb kostspielig ist. Darüber hinaus
stellt der als Vektor verwendete Tiervirus häufig ein Virus dar, welchem
das Tier möglicherweise
bereits ausgesetzt war und möglicherweise
bereits Antikörper
gegen den Vektor produziert. Der Vektor kann aus diesem Grund durch
das Immunsystem zerstört werden,
bevor die eingebaute antigene Stelle des zweiten Virus eine Immunantwort
induziert. Zusätzlich
umfasst der Ansatz unter Verwendung eines zusammengesetzten Tiervirus
die genetische Veränderung
lebender, das Tier infizierender Viren, wobei das Risiko besteht,
dass Mutationen zu neuen Formen des Virus mit veränderter
Infektiosität,
Antigenität
und/oder Pathogenität
führen.
Tatsächlich
bestehen Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Verwendung von Vakzinen
auf Basis lebender Tierviren [Weltgesundheitsorganisation, 1989].
Darüber
hinaus werden die Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Verwendung
von Vakzinen auf Basis lebender Tierviren auch nicht durch die Verwendung
inaktiver Tierviren überwunden,
da inaktive Tierviren im Allgemeinen die Produktion von IgG2a nicht begünstigen. Tatsächlich wird
angenommen, dass der von lebenden Viren repräsentierte Infektionsprozess
per se IFN-γ erzeugt,
was zu einer Dominanz von Immunglobulinen führt, welche eine TH1-Antwort
erzeugen [Nguyen et al. (1994) J. Immunol. 152: 478].
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Obwohl
ein anderer Ansatz die Verwendung lebender bakterieller Vektoren
und DNA-Immunisierung, welche die Erzeugung von TH-Antworten auf
exprimierte Peptide begünstigen,
umfasste, weist dieser Ansatz jedoch häufig eine Abhängigkeit
von und eine Empfindlichkeit gegenüber entweder der Applikationsart
oder aber dem verwendeten Hilfsmittel auf. Darüber hinaus schränken Sicherheitsbedenken
hinsichtlich der Verwendung lebender bakterieller Vakzine und von
DNA-Vakzinen deren klinische Anwendung weiter ein [Weltgesundheitsorganisation,
1989].
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Somit
besteht ein Bedarf in Bezug auf Zusammensetzungen und Verfahren
zur Erzeugung TH1-artiger Antworten. Bevorzugt wird die Erzeugung
TH1-artiger Antworten durch diese Zusammensetzungen und Verfahren
durch den genetischen Hintergrund des Wirtstieres, die Identität des Antigens,
die Applikationsart des Antigens, sowie das Immunisierungsschema
nicht beeinflusst.
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Etliche
Peptide sind immunogen, wenn sie auf CPMV exprimiert werden [McLain
et al. (1995) AIDS Res. Hum. Retro. 11: 327; Dalsgaard et al. (1997)
Nat. Biotechnol. 15: 248; Brennan et al. (1999) Microbiol. 145:
211; Brennan et al. (1999) J. Virol. 73: 930]. Es wurde gezeigt,
dass Peptide, welche aus dem Fibronektin-bindenden Protein (FnBP)
von Staphylococcus aureus stammen und auf der Oberfläche von
Kuherbsen-Mosaikvirus (CPMV) oder stäbchenförmigem Kartoffelvirus X (PVX)
exprimiert werden, in Mäusen überwiegend
FnBP-spezifische Antikörper
des IgG2a- und/oder IgG2b-Isotyps
hervorrufen [Brennan et al. (1999) Microbiol. 145: 211; Brennan
et al. (1999) Vaccine 17 (15–16):
1846], was auf eine TH1-Dominanz der Antworten auf die untersuchten,
in einem chimären
Viruspartikel (CVP) exprimierten Peptide schließen lässt. Gleichermaßen wurde
festgestellt, dass mit einem chimären CPMV, welcher ein aus dem
gp41-Transmembranprotein von HIV1 IIIB stammendes Peptid exprimierte,
immunisierte Mäuse
HIV1-spezifische Serumantikörper,
und überwiegend
IgG2a-Serumantikörper, produzierten [Durrani
et al. (1998) J. Immunol.
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Methods
220 (1–2):
93], was wiederum auf eine TH1-dominierte Antwort schließen lässt.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt Zusammensetzungen bereit, welche eine
Wirksamkeit in Bezug auf die Modulierung der Art und/oder des Ausmaßes einer
Immunantwort auf ein Molekül
besitzen. Insbesondere stellt die Erfindung Mittel bereit, welche
eine TH1-Dominanz der Immunantwort auf Moleküle wie beispielsweise Antigene
oder Immunogene bewirken und/oder eine TH2-Dominanz der Immunantwort
auf derartige Moleküle
verringern. In noch stärkerem
Maße stellt
die Erfindung Mittel zur Erhöhung
einer TH1-Immunantwort bereit, welche gegen Moleküle gerichtet
ist, die ansonsten allgemein eine TH2-artige Antwort stimulieren.
Die Erfindung stellt ferner Zusammensetzungen zur Verringerung einer
TH2-Immunantwort
auf Moleküle
bereit. Zusätzlich
werden hierin Zusammensetzungen zur Veränderung (das heißt Erhöhung oder
Erniedrigung) der Menge an TH1- und TH2-assoziierten Immunglobulinen,
des Ausmaßes
der Proliferation von TH1- und TH2-assoziierten Cytokinen, sowie
des Ausmaßes
der Proliferation von TH1- und TH2-Zellen bereitgestellt.
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Insbesondere
stellt die Erfindung gemäß einem
ersten Aspekt ein Konjugat aus einem immunogenen Molekül von Interesse
und einem chimären
Pflanzenvirus bereit, welcher ein heterologes Peptid exprimiert, das
mit dem Molekül
von Interesse in Konjugation treten kann, wobei das heterologe Peptid
innerhalb eines Strukturgens des Virus kodiert ist und das Molekül von Interesse
mit dem Virus über
das heterologe Peptid in Konjugation tritt.
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Das
Molekül
von Interesse kann ein Peptid, ein Polysaccharid, eine Nukleinsäure oder
ein Lipid umfassen.
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Das
Molekül
kann aus einer Quelle stammen, welche aus einem Tierpathogen, einem
Allergen und einer Krebszelle ausgewählt ist.
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Der
Pflanzenvirus kann ein ikosaedrischer Pflanzenvirus sein, welcher
aus Comoviren, Tombusviren, Sobemoviren und Nepoviren ausgewählt ist.
Der Pflanzenvirus ist bevorzugt ein Comovirus, und stärker bevorzugt
ein Kuherbsen-Mosaikvirus.
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Das
heterologe Peptid wird bevorzugt in einem exponierten Teil des Hüllproteins
des Pflanzenvirus exprimiert.
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Das
heterologe Peptid kann eine oder mehrere geladene Aminosäuren umfassen,
welche aus negativ geladenen Aminosäuren und positiv geladenen
Aminosäuren
ausgewählt
werden, wobei die negative Ladung der negativ geladenen Aminosäuren durch
die positive Ladung der positiv geladenen Aminosäuren ausgeglichen wird. Bevorzugt
werden die negativ geladenen Aminosäuren aus Asparaginsäure, Glutaminsäure und Cystein
ausgewählt,
und werden die positiv geladenen Aminosäuren aus Lysin, Arginin und
Histidin ausgewählt.
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Das
heterologe Peptid kann eine Sequenz von aufeinanderfolgenden geladenen
Aminosäuren
umfassen, welche aus einer ersten Sequenz, bestehend aus aufeinanderfolgenden
negativ geladenen Aminosäuren, und
einer zweiten Sequenz, bestehend aus aufeinanderfolgenden positiv
geladenen Aminosäuren,
ausgewählt
wird. Bevorzugt tritt die Sequenz von aufeinanderfolgenden geladenen
Aminosäuren
in dem heterologen Peptid als eine sich wiederholende Sequenz auf.
Bevorzugt umfasst die heterologe Sequenz die erste und zweite Sequenz,
wobei die erste Sequenz und die zweite Sequenz aufeinanderfolgen.
Bevorzugt treten die aufeinanderfolgenden ersten und zweiten Sequenzen
in dem heterologen Peptid als eine sich wiederholende Sequenz auf.
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Das
heterologe Peptid kann nicht-aufeinanderfolgende negativ geladene
Aminosäuren
und nicht-aufeinanderfolgende positiv geladene Aminosäuren umfassen,
wobei das heterologe Peptid ferner eine Sequenz von aufeinanderfolgenden
geladenen Aminosäuren
umfasst, welche aus einer ersten Sequenz, bestehend aus aufeinanderfolgenden
negativ geladenen Aminosäuren,
und einer zweiten Sequenz, bestehend aus aufeinanderfolgenden positiv
geladenen Aminosäuren,
ausgewählt
wird. Bevorzugt umfasst das heterologe Peptid eine als SEQ ID Nr.
16 aufgelistete Sequenz der allgemeinen Formel Asp-Glun-Gly-Lys2n-Asp-Glun, wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 40 ist.
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Das
Konjugat kann in einem Verfahren zur Behandlung eines menschlichen
oder tierischen Körpers verwendet
werden. Bevorzugt ist das Konjugat für eine Erhöhung des Ausmaßes einer
TH1-artigen Immunantwort auf das Molekül von Interesse vorgesehen.
Das erhöhte
Ausmaß an
TH1-artiger Immunantwort kann aus (a) einer erhöhten Menge an TH1-assoziiertem
Immunglobulin in dem menschlichen oder tierischen Körper bezogen
auf die Menge an TH1-assoziiertem Immunglobulin in einem Kontrolltier,
(b) einem erhöhten
Ausmaß der
Proliferation von TH1-Zellen aus dem menschlichen oder tierischen
Körper
bezogen auf das Ausmaß der Proliferation
von TH1-Zellen aus einem Kontrolltier, und (c) einer erhöhten Menge
an TH1-assoziiertem
Cytokin in dem menschlichen oder tierischen Körper bezogen auf die Menge
an TH1-assoziiertem Cytokin in einem Kontrolltier ausgewählt werden.
Das TH1-assoziierte Cytokin kann aus IL-2, TNF-β und IFN-γ ausgewählt werden.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt wird eine pharmazeutische Zusammensetzung, umfassend
das Konjugat des ersten Aspekts, bereitgestellt, wobei die Zusammensetzung
für eine
Verabreichung mittels mindestens einer von intranasaler, oraler,
parenteraler, subkutaner, intrathekaler, intravenöser, intraperitonealer
und intramuskulärer
Verabreichung geeignet ist. Die Zusammensetzung kann zusätzlich mindestens
eines von einem Immunhilfsmittel, einem Cytokin und einem pharmazeutischen
Arzneimittelträger
umfassen.
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Gemäß einem
dritten Aspekt sieht die Erfindung die Verwendung eines Konjugats
gemäß dem ersten Aspekt
zur Herstellung eines Medikaments zur Erhöhung des Ausmaßes einer
TH1-artigen Immunantwort auf das Molekül von Interesse in einem menschlichen
oder tierischen Körper
vor. Das Medikament kann zur Erhöhung
des Ausmaßes
einer TH1-artigen Immunantwort auf das Molekül von Interesse in einem Säuger, insbesondere
in einer Maus oder in einem Menschen, vorgesehen sein. Das Medikament
kann zur Verringerung der Symptome, welche mit einer Exposition
des menschlichen oder tierischen Körpers gegenüber dem Molekül von Interesse
verbunden sind, vorgesehen sein.
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DEFINITIONEN
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Um
die Erfindung leichter zu verstehen, werden eine Reihe von Begriffen
nachstehend definiert.
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Die
Begriffe „Antigen" und „antigen" bezeichnen eine
beliebige Substanz, welche von einem Antikörper oder einem T-Zell-Rezeptor
spezifisch erkannt wird. Antigene enthalten ein oder mehrere Epitope
(auch als „antigene
Determinanten" bezeichnet).
Ein „Epitop" stellt eine Struktur
auf einem Antigen dar, welche mit der Bindungsstelle eines Antikörpers oder
eines T-Zell-Rezeptors infolge einer molekularen Komplementarität wechselwirkt.
Ein Epitop kann mit dem intakten Antigen, aus welchem es stammt,
hinsichtlich der Bindung an einen Antikörper konkurrieren. Im Allgemeinen
sind sekretierte Antikörper
und deren korrespondierende membrangebundene Formen in der Lage,
eine breite Vielzahl von Substanzen wie beispielsweise Antigene
zu erkennen, während
T-Zell-Rezeptoren lediglich Fragmente von Proteinen, welche mit
MHC-Molekülen
auf Zelloberflächen
komplexiert sind, erkennen können.
Antigene, welche von Immunglobulin-Rezeptoren auf B-Zellen erkannt werden,
werden in drei Kategorien unterteilt: T-Zell-abhängige
Antigene, T-Zell-unabhängige
Antigene vom Typ 1, und T-Zell-unabhängige Antigene
vom Typ 2. Ein Antigen kann eines oder mehrere der nachfolgenden
Moleküle
enthalten: ein Peptid, ein Polysaccharid, eine Nukleinsäuresequenz,
und ein Lipid.
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Die
Begriffe „Immunogen", „immunogen" und „immunologisch
aktiv" bezeichnen
eine beliebige Substanz, welche in der Lage ist, eine spezifische
humorale oder zellvermittelte Immunantwort zu induzieren. Definitionsgemäß muss ein
Immunogen mindestens ein Epitop enthalten, und enthält im Allgemeinen
mehrere Epitope. Beispiele für
Immunogene umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, Moleküle, welche
ein Peptid, ein Polysaccharid, eine Nukleinsäuresequenz und/oder ein Lipid
enthalten. Komplexe von Peptiden mit Lipiden, Polysacchariden oder
mit Nukleinsäuresequenzen
sind ebenfalls vorgesehen, umfassend (ohne Einschränkung) Glykopeptide,
Lipopeptide, Glykolipide, etc. Diese Komplexe stellen besonders
nützliche
Immunogene dar, wenn kleinere Moleküle mit wenigen Epitopen nicht
von sich aus eine zufrieden stellende Immunantwort stimulieren.
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Der
Begriff „Allergen" bezeichnet ein Antigen
oder ein Immunogen, welches eine oder mehrere Überempfindlichkeitsreaktionen
(allergische Reaktionen) induziert, welche beispielsweise die Produktion
von IgE-Antikörpern
umfassen, jedoch nicht hierauf beschränkt sind. Allergene umfassen,
sind jedoch nicht beschränkt
auf, Pollen von Ambrosien, Gräsern
oder Bäumen,
oder jene von Pilzen, Tierschuppen, Hausstaub oder Lebensmitteln.
Individuen, welche einem Allergen ausgesetzt sind, entwickeln im
Allgemeinen, jedoch nicht notwendigerweise, Nesselsucht oder Manifestationen
von Heufieber oder Asthma.
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Der
Begriff „Hilfsmittel", wie er hierin verwendet
wird, bezeichnet eine beliebige Verbindung, welche, wenn sie zusammen
mit einem Antigen injiziert wird, unspezifisch die Immunantwort
auf jenes Antigen erhöht.
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Der
Begriff „Arzneimittelträger" bezeichnet hierin
eine beliebige inerte Substanz (zum Beispiel Gummi arabicum, Sirup,
Lanolin, Stärke,
etc.), welche ein Vehikel für
die Zuführung
eines Antigens bildet. Der Begriff Arzneimittelträger umfasst
Substanzen, welche einer Zusammensetzung in Gegenwart ausreichender
Mengen an Flüssigkeit
die Hafteigenschaften verleihen, die zur Herstellung von Pillen
oder Tabletten benötigt
werden.
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Die
Begriffe „Antikörper" und „Immunglobulin" werden synonym zur
Bezeichnung eines Glykoproteins verwendet, welches in einem Tier
von einem Immunogen hervorgerufen wird. Ein Antikörper zeigt
Spezifität gegenüber dem
Immunogen, oder insbesondere gegenüber einem oder mehreren in
dem Immunogen enthaltenen Epitopen. Native Antikörper umfassen mindestens zwei
leichte Polypeptidketten und mindestens zwei schwere Polypeptidketten.
Antikörper
können
polyklonal oder monoklonal sein. Der Begriff „polyklonaler Antikörper" bezeichnet ein Immunglobulin,
welches aus mehr als einem einzigen Klon von Plasmazellen erzeugt wird;
im Gegensatz hierzu bezeichnet „monoklonaler Antikörper" ein Immunglobulin,
welches aus einem einzigen Klon von Plasmazellen erzeugt wird.
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Der
Begriff „Isotyp" oder „Klasse" bezeichnet, wenn
er in Bezug auf einen Antikörper
verwendet wird, eine Antikörperklasse,
welche durch einen bestimmten Typ des für den konstanten Bereich der
schweren Ketten stehenden Gens kodiert wird. Folglich unterscheiden
sich unterschiedliche Antikörper-Isotypen
in der Aminosäuresequenz
der konstanten Region der schweren Ketten (CH-Region).
Es sind verschiedene Antikörper-Isotypen
bekannt, umfassend IgA, IgD, IgG, IgE und IgM. Folglich weist IgG
eine konstante Domäne
mit schwerer γ-Kette
auf (Cγ);
weist IgM eine konstante Domäne
mit schwerer μ-Kette
auf (Cμ);
weist IgA eine konstante Domäne
mit schwerer α-Kette
auf (Cα);
weist IgD eine konstante Domäne
mit schwerer δ-Kette
auf (Cδ); und
weist IgE eine konstante Domäne
mit schwerer ε-Kette
auf (Cε).
Unterschiedliche Antikörperklassen
besitzen unterschiedliche Effektorfunktionen und zeigen eine unterschiedliche
Gewebelokalisierung. Jede Antikörperklasse
kann als Membranform (m) oder als sekretierte Form (s) exprimiert
werden, welche sich in der Sequenz am Carboxylende der schweren
Kette unterscheiden. Die meisten Antigene rufen unverzüglich eine Expression
von IgM im Serum hervor, welcher zu einem späteren Zeitpunkt eine sekundäre Antwort
in Form eines Isotypenwechsels folgt, bei der Produkte stromabwärts liegender
Gene der schweren Ketten, wie beispielsweise Cγ1 und Cγ2a, überwiegen. Der vorherrschende
Antikörper-Isotyp
ist im Allgemeinen von der Art des Antigens (zum Beispiel Polypeptid,
Polysaccharid, etc.) abhängig,
welches zum Hervorrufen der Produktion des Antikörpers verwendet wird.
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Die
Begriffe „Subtyp" und „Subklasse" bezeichnen, wenn
sie in Bezug auf einen Antikörper-Isotyp
verwendet werden, synonym Antikörper
innerhalb eines Isotyps, welche eine Variation in der Struktur der
schweren Ketten enthalten. Beispielsweise enthält der humane IgG-Isotyp die
vier Subtypen IgG1, IgG2,
IgG3 und IgG4, während der
Maus-IgG-Isotyp die vier Subtypen IgG1,
IgG2a, IgG2b und
IgG3 enthält. Der humane IgA-Isotyp enthält IgA1- und IgA2-Subtypen.
Die für
die konstanten schweren Ketten kodierenden Gene der Maus wurden
kartiert und sind auf Chromosom 12 in der Reihenfolge (vom 5'-Ende aus betrachtet) Cμ-Cδ-Cγ3-Cγ1-Cγ2b-Cγ2a-Cε-Cα, entsprechend
den Isotypen IgM, IgD, IgG3, IgG1, IgG2b, IgG2a, IgE und IgA, lokalisiert.
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Der
Begriff „Isotypenwechsel" bezeichnet das Phänomen, mittels
welchem sich ein Antikörper-Isotyp (zum
Beispiel IgM) in einen anderen Antikörper-Isotyp (zum Beispiel IgG)
umwandelt. Gleichermaßen
bezeichnet der Begriff „Subtypenwechsel" das Phänomen, mittels
welchem sich ein Antikörper-Subtyp
(zum Beispiel IgG1) in einen anderen Subtyp
(zum Beispiel IgG2a) des gleichen Antikörper-Isotyps
umwandelt.
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Der
Begriff „Effektorfunktionen", wie er hierin in
Bezug auf einen Antikörper
verwendet wird, bezeichnet nicht-antigenbindende Aktivitäten, welche
durch die Antikörpermoleküle vermittelt
werden und durch den konstanten Bereich der schweren Ketten des
Moleküls
vollzogen werden. Beispiele für
Effektorfunktionen sind eine Rezeptorbindung an Immunzellen, eine
Komplementfixierung, etc. Effektorfunktionen erleichtern die Entfernung
von Antigen aus dem Körper
durch Komplement-vermittelte Lyse oder Phagozytose.
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Die
Begriffe „spezifische
Bindung" oder „spezifisch
bindend" bedeuten,
wenn sie in Bezug auf die Wechselwirkung eines Antikörpers und
eines Antigens verwendet werden, dass die Wechselwirkung bevorzugt
eine Präferenz
für die
Gegenwart einer bestimmten Struktur, und stärker bevorzugt eine Abhängigkeit
von der Gegenwart einer bestimmten Struktur (das heißt der antigenen
Determinante oder des Epitops) auf dem Antigen zeigt; in anderen
Worten erkennt und bindet der Antikörper eher an eine spezifische
Antigenstruktur (umfassend hiermit in Beziehung stehende Strukturen)
als an Antigene allgemein. Ist ein Antikörper beispielsweise für Epitop „A" spezifisch, so verringert
die Gegenwart eines das Epitop A enthaltenden Antigens (oder freies,
unmarkiertes A) in einer Reaktion, welche markiertes „A" und den Antikörper enthält, die
Menge an markiertem A, das an den Antikörper gebunden ist.
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Der
Begriff „immunogen
wirksame Menge",
wie er hierin verwendet wird, bezeichnet jene Menge an Immunogen,
welche erforderlich ist, um die Produktion von Antikörpern in
einem Wirt im Rahmen einer Vakzination zu induzieren. Es ist bevorzugt,
jedoch nicht erforderlich, dass die immunologisch wirksame Menge
eine „protektive" Menge ist. Die Begriffe „protektive" und „therapeutische" Menge eines Immunogens
bezeichnen jene Menge des Immunogens, welche ein oder mehrere unerwünschte Symptome,
die mit einer Exposition des Wirtstieres gegenüber dem Immunogen assoziiert
sind, abschwächt.
Die Begriffe „Abschwächen" und „Verringern" von Symptomen, wie
sie hierin in Bezug auf die Wirkung einer bestimmten Zusammensetzung
oder eines bestimmten Verfahrens verwendet werden, bedeuten eine
Verringerung, Verzögerung
oder Beseitigung eines oder mehrerer Symptome verglichen mit den
Symptomen, welche in Abwesenheit einer Behandlung mit der bestimmten
Zusammensetzung oder dem bestimmten Verfahren beobachtet werden.
Der Begriff „Verringerung" von Symptomen, wie
er hierin verwendet wird, bezeichnet eine Verringerung des Ausmaßes eines oder
mehrerer Symptome. Der Begriff „Verzögerung" von Symptomen bezeichnet eine Erhöhung der
Zeitspanne zwischen Exposition gegenüber dem Immunogen und dem Auftreten
eines oder mehrerer Symptome. Der Begriff „Beseitigung" von Symptomen bezeichnet
eine vollständige „Verringerung" und/oder vollständige „Verzögerung" eines oder mehrerer
Symptome.
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Der
Begriff „Tier" bezeichnet ein beliebiges
Tier, dessen Antikörper
oder T-Zell-Rezeptoren
in der Lage sind, ein Antigen spezifisch zu erkennen. Alternativ
umfasst der Begriff „Tier" ein beliebiges Tier,
welches in der Lage ist, eine spezifische humorale oder zellvermittelte
Immunantwort auf ein Immunogen zu induzieren. Bevorzugte Tiere umfassen,
sind jedoch nicht beschränkt
auf, Säuger
wie beispielsweise Nager, Menschen, Primaten, Schafe, Rinder, Wiederkäuer, Hasenartige,
Schweineartige, Ziegenartige, Pferdeartige, Hundeartige, Vögel, etc.
Bevorzugte Tiere werden aus der „Ordnung Rodentia" ausgewählt, welche
Nager, das heißt planzentale
Säuger
(Klasse Euthria), bezeichnet, die die Familie Muridae (zum Beispiel
Ratten und Mäuse), am
stärksten
bevorzugt Mäuse,
umfasst. Die Begriffe „Nukleinsäuresequenz" und „Nukleotidsequenz", wie sie hierin
verwendet werden, bezeichnen ein Oligonukleotid oder Polynukleotid
und Fragmente oder Teile hiervon, sowie DNA oder RNA genomischen
oder synthetischen Ursprungs, welche einzel- oder doppelsträngig sein kann
und den Sense- oder Antisense-Strang darstellt.
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Die
Begriffe „Aminosäuresequenz", „Peptid", „Peptidsequenz", „Polypeptid" und „Polypeptidsequenz" werden hierin synonym
verwendet, und bezeichnen eine Sequenz von Aminosäuren.
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Die
Begriffe „Peptid
von Interesse", „Nukleotidsequenz
von Interesse" und „Molekül von Interesse" bezeichnen eine
beliebige Peptidsequenz, eine beliebige Nukleotidsequenz bzw. ein
beliebiges Molekül,
deren/dessen Veränderung
von einem Fachmann aus einem beliebigen Grund als erwünscht angesehen
werden kann. Beispielhafte Moleküle
von Interesse umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, ein Peptid, ein Glykopeptid,
ein Polysaccharid, ein Lipopeptid, ein Glykolipid, ein Lipid, ein
Steroid, eine Nukleinsäure,
etc.
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Der
Begriff „stammt" soll, wenn er in
Bezug auf ein aus einer Krebszelle stammendes Peptid verwendet wird,
ein Peptid bezeichnen, welches aus einer Krebszelle erhalten (zum
Beispiel isoliert, gereinigt, etc.) wurde.
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Der
Begriff „biologisch
aktiv" bezeichnet,
wenn er auf ein beliebiges Molekül
(zum Beispiel ein Polypeptid, eine Nukleotidsequenz, etc.) angewendet
wird, ein Molekül
mit strukturellen, regulatorischen und/oder biochemischen Funktionen
des natürlich
vorkommenden Moleküls.
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Eine
Peptidsequenz und Nukleotidsequenz kann „endogen" oder „heterolog" (das heißt „fremd") sein. Der Begriff „endogen" bezeichnet eine Sequenz, welche in
der Zelle oder dem Virus, in welche(n) sie eingebracht wird, natürlicherweise
vorkommt, solange sie keine Veränderungen
in Bezug auf die natürlich
vorkommende Sequenz enthält.
Der Begriff „heterolog" bezeichnet eine
Sequenz, welche in Bezug auf die Zelle oder den Virus, in welche(n)
sie eingebracht wird, nicht endogen ist. So umfasst beispielsweise
heterologe DNA eine Nukleotidsequenz, welche an eine Nukleotidsequenz,
an die sie natürlicherweise
nicht ligiert ist oder an die sie natürlicherweise an einer anderen
Stelle ligiert ist, ligiert ist oder zum Zwecke einer Ligation verändert ist.
Heterologe DNA umfasst ferner eine Nukleotidsequenz, welche in der
Zelle oder dem Virus, in welche(n) sie eingebracht wird, natürlicherweise
vorkommt und einige Modifikationen in Bezug auf die natürlich vorkommende
Sequenz enthält.
Im Allgemeinen, jedoch nicht notwendigerweise, kodiert heterologe
DNA für
heterologe RNA und heterologe Proteine, welche von der Zelle oder
dem Virus, in welche(n) sie eingebracht werden, normalerweise nicht
produziert werden. Beispiele für
heterologe DNA umfassen Reportergene, transkriptionelle und translationelle
regulatorische Sequenzen, DNA-Sequenzen, welche für selektierbare
Markerproteine (zum Beispiel Proteine, welche eine Arzneimittelresistenz
verleihen) kodieren, etc.
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Der
Begriff „Wildtyp" bezeichnet, wenn
er in Bezug auf eine Peptidsequenz und eine Nukleotidsequenz verwendet
wird, eine Peptidsequenz bzw. eine Nukleotidsequenz, welche die
Eigenschaften jener Peptidsequenz und Nukleotidsequenz besitzt,
wenn diese aus einer natürlich
vorkommenden Quelle isoliert wird. Eine Wildtyp-Peptidsequenz und -Nukleotidsequenz
ist jene Sequenz, welche in einer Population am häufigsten
beobachtet und somit willkürlich
als „normale" Form oder „Wildtyp"-Form der Peptidsequenz bzw. Nukleotidsequenz
festgelegt wird. Im Gegensatz hierzu bezeichnet der Begriff „modifiziert" oder „mutiert" eine Peptidsequenz
und Nukleotidsequenz, welche im Vergleich zur Wildtyp-Peptidsequenz
bzw. -Nukleotidsequenz Modifikationen in Bezug auf die Sequenz und/oder
funktionelle Eigenschaften (das heißt veränderte Eigenschaften) zeigt.
Es wird angemerkt, dass natürlich
vorkommende Mutanten isoliert werden können; diese werden dadurch
identifiziert, dass sie im Vergleich zur Wildtyp-Peptidsequenz und
-Nukleotidsequenz veränderte
Eigenschaften aufweisen.
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Der
Begriff „isoliert" bezeichnet, wenn
er in Bezug auf ein Molekül
(zum Beispiel eine Nukleinsäuresequenz,
Aminosäuresequenz,
etc.) verwendet wird, ein Molekül,
welches identifiziert und von mindestens einem verunreinigenden
Molekül,
mit dem es assoziiert ist, abgetrennt wird.
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Der
Begriff „gereinigt", wie er hierin verwendet
wird, bezeichnet ein Molekül
(zum Beispiel eine Nukleinsäuresequenz,
Aminosäuresequenzen,
etc.), welches aus seiner natürlichen
Umgebung entfernt, isoliert oder abgetrennt wird. Ein „isoliertes" Molekül stellt
daher ein gereinigtes Molekül
dar. „Im
Wesentlichen gereinigte" Moleküle sind
zu mindestens 60%, bevorzugt zu mindestens 75%, und stärker bevorzugt
zu mindestens 90% frei von anderen Komponenten, mit welchen sie
assoziiert sind.
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Die
Begriffe „Pathogen" und „Tierpathogen" bezeichnen einen
beliebigen Organismus, welcher in einem Tier eine Erkrankung hervorruft.
Pathogene umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, Viren, Bakterien, Protozoen,
Nematoden, Pilze, etc.
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Der
Begriff „Krebszelle" bezeichnet eine
Zelle, welche Frühstadien,
Zwischenstadien oder fortgeschrittene Stadien einer über mehrere
Schritte verlaufenden neoplastischen Progression durchläuft. Die
Merkmale von Frühstadien,
Zwischenstadien und fortgeschrittenen Stadien einer neoplastischen
Progression wurden unter Verwendung der Mikroskopie beschrieben.
Krebszellen weisen in jeder der drei Stadien einer neoplastischen
Progression im Allgemeinen abnormale Karyotypen auf, umfassend Translokationen,
Inversion, Deletionen, Isochromosomen, Monosomien, sowie Extrachromosomen.
Krebszellen umfassen „hyperplastische
Zellen", das heißt Zellen
in den Frühstadien
einer malignen Progression, „dysplastische
Zellen", das heißt Zellen in
den Zwischenstadien einer neoplastischen Progression, sowie „neoplastische
Zellen", das heißt Zellen
in den fortgeschrittenen Stadien einer neoplastischen Progression.
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Der
Begriff „modifizierter
Pflanzenvirus" bezeichnet
einen Pflanzenvirus, von dem ein beliebiger Teil mittels chemischer,
biochemischer und/oder molekularbiologischer Techniken modifiziert
wurde. Ein „chimärer Pflanzenvirus" ist ein Pflanzenvirus,
welcher mittels molekularbiologischer Techniken modifiziert wurde.
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Die
Begriffe „TH1-artige
Antwort" und „TH1-Antwort" bezeichnen, wenn
sie in Bezug auf eine Antwort in einem Tier verwendet werden, eine
beliebige zelluläre
und/oder humorale Antwort, welche bei Stimulierung durch ein Antigen
von TH1-Lymphozyten erzeugt wird, umfassend, jedoch nicht beschränkt auf,
Veränderungen
in Bezug auf die Menge an TH1-assoziiertem Immunglobulin, das Ausmaß der Proliferation
von TH1-Zellen, und/oder die Menge an TH1-assoziiertem Cytokin.
Im Gegensatz hierzu bezeichnen „TH2-artige Antwort" und „TH2-Antwort", wenn sie in Bezug
auf eine Antwort in einem Tier verwendet werden, eine beliebige
zelluläre
und/oder humorale Antwort, welche bei Stimulierung durch ein Antigen
von TH2-Lymphozyten erzeugt wird, umfassend, jedoch nicht beschränkt auf,
Veränderungen
in Bezug auf die Menge an TH2-assoziiertem Immunglobulin, das Ausmaß der Proliferation
von TH2-Zellen,
und/oder die Menge an TH2-assoziiertem Cytokin.
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Die
Begriffe „TH1-assoziiertes
Immunglobulin" und „aus TH1-Zellen
stammendes Immunglobulin" bezeichnen
ein oder mehrere Immunglobuline (zum Beispiel IgG), welche von TH1-Zellen
erzeugt werden. Im Gegensatz hierzu bezeichnen die Begriffe „TH2-assoziiertes
Immunglobulin" und „aus TH2-Zellen
stammendes Immunglobulin" ein
oder mehrere der Immunglobuline (zum Beispiel IgG), welche von TH2-Zellen
erzeugt werden. Die Subtypen von TH1-assoziierten Immunglobulinen
und von TH2-assoziierten Immunglobulinen sind insofern speziesspezifisch,
als sie von Spezies zu Spezies variieren. So stellen beispielsweise
IgG1 und IgG3 im
Menschen die die TH1-Funktionen ausübenden TH1-assoziierten Immunglobuline
dar, während
in Mäusen
IgG2 (und insbesondere IgG2a und
IgG2b) das eigentliche TH1-assoziierte Immunglobulin
darstellt. Im Hinblick auf TH2-assoziierte Immunglobuline umfassen
diese Maus-IgG1 und -IgG3 sowie
humanes IgG2. Verfahren zur Bestimmung von
Immunglobulin-Subtypen sind im Fachbereich bekannt und werden auch
hierin beschrieben, wobei beispielsweise Techniken enzymgekoppelter
Immunadsorptionstests (ELISA) verwendet werden, welche zur Detektion
eine Beschichtung der Probenvertiefungen mit kommerziell erhältlichen,
mit alkalischer Phosphatase (AP)-markierten anti-IgG-Konjugaten
(zum Beispiel alkalischer Phosphatase (AP)-konjugiertem Ziege-anti-Maus-IgG1, -IgG2a, -IgG2b oder -IgG3 [Southern
Biotechnologies Inc., USA]) unter Verwendung von p-Nitrophenylphosphat
(PNPP, [Sigma]) als Substrat einsetzen.
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Die
Begriffe „TH1-assoziiertes
Cytokin" und „aus TH1-Zellen
stammendes Cytokin" bezeichnen
ein oder mehrere der von TH1-artigen Zellen produzierten Cytokine,
umfassend, ohne Einschränkung,
Interleukin-2 (IL-2), Tumornekrosefaktor-β (TNF-β) sowie Interferon-γ (IFN-γ). In einer
bevorzugten Ausführungsform ist
das TH1-assoziierte
Cytokin IFN-γ.
Im Gegensatz hierzu bezeichnen die Begriffe „TH2-assoziiertes Cytokin" und „aus TH2-Zellen stammendes
Cytokin" ein oder
mehrere der von TH2-artigen Zellen produzierten Cytokine, umfassend,
ohne Einschränkung,
Interleukin-4 (IL-4), Interleukin-5 (IL-5), Interleukin-6 (IL-6),
Interleukin-9 (IL-9), Interleukin-10 (IL-10) und Interleukin-13
(IL-13). In einer bevorzugten Ausführungsform ist das TH2-assoziierte
Cytokin IL-4.
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BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt Zusammensetzungen bereit, welche eine
Wirksamkeit in Bezug auf die Modulierung der Art und/oder des Ausmaßes einer
Immunantwort auf ein Molekül
besitzen. Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung ein Konjugat
aus einem immunogenen Molekül
von Interesse und einem chimären
Pflanzenvirus (CPV) bereit, welcher ein heterologes Peptid exprimiert,
das mit dem Molekül
von Interesse in Konjugation treten kann, wobei das heterologe Peptid
innerhalb eines Strukturgens des Virus kodiert ist und das Molekül von Interesse
mit dem Virus über
das heterologe Peptid in Konjugation tritt.
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Im
Gegensatz zu den vorstehend erläuterten
CPV-Konstrukten aus dem Stand der Technik [Brennan et al. (1999)
Microbiol.; Brennan et al. (1999) Vaccine; Durrani et al. (1998)
J. Immunol. Methods], welche zur Expression eines heterologen Peptids,
das ein immunogenes Molekül
von Interesse darstellt, konstruiert sind, exprimieren die CPVs
der vorliegenden Erfindung ein heterologes Peptid, welches mit einem
immunogenen Molekül
konjugiert werden kann, und an welches das immunogene Molekül von Interesse
anschließend
konjugiert wird.
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Die
hierin präsentierten
Daten zeigen, dass eine Immunisierung mit modifizierten Pflanzenviren
als Plattform für
eine Präsentation
von Molekülen überraschenderweise
zu Pflanzenvirus-spezifischen und molekülspezifischen TH1-Zellen führt. Es
wird hierin eine umfassende Dominanz in Richtung einer TH1-artigen
Immunantwort dargelegt, wobei der beispielhaft genannte Kuherbsen-Mosaikvirus
(CPMV) zur Präsentation
von Peptiden verwendet wird, welche aus einem weiten Bereich von
Quellen, umfassend Bakterien, Viren, Immunglobulin, Hormon, und
Krebs-assoziiertes Zelloberflächenprotein,
stammen. Es wird hierin dargelegt, dass die Dominanz zugunsten einer
TH1-artigen Immunantwort von der Quelle des Moleküls, der
Dosierung des Moleküls,
der Gegenwart oder Abwesenheit von Hilfsmittel, der Art der immunmodulierenden
Aktivität
des Hilfsmittels, sofern dieses vorhanden ist, der Applikationsart,
sowie der genetischen Konstitution (Genotyp) des immunisierten Tieres
unabhängig
ist. Dieses Ergebnis ist angesichts von Berichten im Stand der Technik,
wonach die Aktivierung von TH-Zell-Subpopulationen vom Stamm des
verwendeten Tieres, der Identität
des Antigens, der Applikationsart des Antigens, sowie dem Immunisierungsschema
beeinflusst wird, überraschend.
Dieses Ergebnis ist auch angesichts der nicht-replizierenden Natur
der erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviren und angesichts von Berichten im Stand der Technik,
wonach lebende Viren für
eine überwiegende TH1-Antwort
erforderlich sind [Nguyen et al. (1994), vorstehend], überraschend.
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Insbesondere
offenbart die Erfindung, dass Peptide, welche aus einem weiten Bereich
von Quellen, umfassend Bakterien, Viren, Immunglobulin, Hormon und
Krebs-assoziiertes Zelloberflächenprotein,
stammen, überraschenderweise
dazu tendieren, sehr viel höhere
Mengen an peptidspezifischem IgG2a im Vergleich zu
den Mengen an peptidspezifischem IgG1 zu
erzeugen, wenn sie auf dem beispielhaft genannten Kuherbsen-Mosaikvirus
(CPMV) präsentiert
werden. Dieser Pflanzenvirus repliziert sich in humanen Zellen nicht
und verhält
sich in einem Säugersystem
somit wie ein vollständig
inaktiver Virus. Von den hierin untersuchten unterschiedlichen CVPs
erzeugten 6 eine Dominanz von peptidspezifischem IgG2a-Antikörper gegenüber IgG2 b-Antikörper, während lediglich
CPMV-MAST1 unter bestimmten Bedingungen die Produktion von IgG2b gegenüber
jener von IgG2a zu begünstigen schien. Die CPMV-spezifischen
Antikörperantworten
zeigten ferner die gleiche Dominanz von IgG2a gegenüber IgG1. Auf zellulärer Ebene wurden, verglichen
mit IgG1-produzierenden SFCs in der Milz
von CVP-immunisierten Mäusen,
eine sehr viel höhere
Anzahl sowohl an peptidspezifischen als auch an CPMV-spezifischen
IgG2a-produzierenden punktbildenden Zellen
(SFCs) [B-Zellen] produziert.
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Obwohl
ein Verständnis
betreffend den Mechanismus nicht erforderlich ist und keinerlei
Einschränkung
der Erfindung auf einen bestimmten Mechanismus beabsichtigt ist,
scheint die starke Polarisierung der Isotypenantwort auf sowohl
das Peptid als auch den Virus zugunsten einer TH1-artigen Antwort
mit der Fähigkeit
des Virus in Beziehung zu stehen, virusspezifisches CD4+ TH1 zu
aktivieren, wodurch der Klassenwechsel von peptidspezifischen (und
virusspezifischen) naiven B-Zellen zu TH1-assoziierten, Immunglobulin-produzierenden
Plasmazellen erleichtert wird.
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Die
Dominanz von peptidspezifischem IgG2a gegenüber IgG1 wird hierin in 5 unterschiedlichen Mausinzuchtstämmen dargelegt,
welche N-2b (C57BL/6), H-2d (BALB/c),
H-2q (NIH), H-2dql (Biozzi
AB/H) und H-2s (DBA/I) umfassen. Selbst
in den TH2-dominierten BALB/c- und Biozzi AB/H-Mäusen [Natsuume-Sakai et al. (1977)
Immunology 32: 861; Sant'Anna
et al. (1985) Immunogenetics 22: 131] trat überraschenderweise eine Dominanz
von IgG2a gegenüber IgG1 auf.
Die hierin zusammen mit den CVPs untersuchten Hilfsmittel umfassten
jene, welche TH1-Antworten
begünstigen,
wie beispielsweise das vollständige
Freund'sche Adjuvans (Freund's Complete Adjuvant),
sowie jene, welche TH2-Antworten begünstigen [Alaun: Cooper (1994) „The selective
induction of different immune responses by vaccine adjuvants. In:
Vaccine Design (G.I. Ada., Hrsg.), R.G. Landes Company, S. 125].
Wiederum waren die unter Verwendung dieser Hilfsmittel oder in Abwesenheit von
Hilfsmittel erzeugten Mengen an IgG2a überraschenderweise
viel höher
als die Mengen an IgG1, was hervorhebt,
dass tatsächlich
eher der als Träger
fungierende Pflanzenvirus als das Hilfsmittel die TH1-Antworten steuert.
Entscheidenderweise wurde beobachtet, dass, im Gegensatz zu den
vorstehend beschriebenen Tierviren, die Dominanz von IgG2a gegenüber
IgG1 vom Mausstamm oder dem für die Immunisierung
verwendeten Hilfsmittel unabhängig
ist.
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Die
Erfindung offenbart ferner, dass eine Immunisierung mit sowohl hohen
als auch niedrigen Dosen (im Bereich von 2–300 μg) an CVPs zur Erzeugung TH1-artiger
Antworten führte.
Somit schien die über
drei Größenordnungen
reichende Dosis an verabreichtem Antigen, für welche bereits gezeigt wurde,
dass sie die Erzeugung von Maus-IgG-Isotypen beeinflusst [Hocart
et al. (1989) J. Gen. Virol. 70: 2439; Hocart et al. (1989) J. Gen.
Virol. 70: 809], die TH1-Dominanz in den Isotypen von peptidspezifischem
IgG überraschenderweise nicht
zu beeinflussen.
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Die
mit den hierin beschriebenen, beispielhaft genannten ikosaedrischen
Pflanzenviren erhaltenen Ergebnisse waren überraschend, da andere, aus
Tierviren wie beispielsweise Norwalk-Virus [Ball et al. (1998) J. Virol.
72: 1345] und Rotavirus [O'Neal
et al. (1997) J. Virol. 71: 8707] stammende ikosaedrische virusähnliche Partikel
(VLPs) teilweise keine derartig starke Dominanz von IgG2a gegenüber IgG1 wie jene, über welche hierin berichtet
wird, hervorrufen. Es wird an anderer Stelle berichtet, dass das
zielgerichtete Dirigieren partikulärer Antigene auf Makrophagen
von sich aus nicht ausreichend ist, um eine polarisierte TH1-Antwort
zu stimulieren [Sedlik et al. (1997) Intl. Immunol. 9: 91], da eine
Co-Immunisierung mit Immunmodulatoren wie beispielsweise IL-12 und
Poly(I):(C) erforderlich ist.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
und Verfahren sind zur Erzeugung von Antikörpern gegen ein Molekül, zur Induzierung
einer erwünschten
TH1-artigen Antwort und/oder zur Verringerung einer unerwünschten
TH2-artigen Antwort auf ein Molekül zum Zwecke beispielsweise
einer Detektion, Prävention und/oder Behandlung
von Erkrankungen von Nutzen. Insbesondere finden die erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviren speziell (jedoch nicht ausschließlich) Verwendung in klinischen
Anwendungen, da ihre immunmodulatorische Wirkung in Abwesenheit
fremder immunmodulatorischer Mittel (wie beispielsweise Cytokine
und Hilfsmittel) erzielt werden kann, wodurch Kosten und ungünstige Nebenwirkungen,
welche mit einer Verabreichung dieser Mittel assoziiert sind, vermieden
werden. Darüber
hinaus stellen sie aufgrund der Tatsache, dass sich die erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviren in humanen Zellen nicht replizieren, einen Vorteil
gegenüber
existierenden Vakzinträgern
dar, da Sicherheitsbedenken, welche existierende Trägersysteme
für lebende
Tierviren/-bakterien und DNA mit sich bringen, vermieden werden.
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Die
Erfindung wird weiterhin unter (A) Entwicklung von TH1/TH2-Zellen,
(B) TH1-artige und
TH2-artige Antworten und Pathologie, (C) Pflanzenviren, (D) Moleküle von Interesse,
(E) Expression von Polypeptiden durch Pflanzenviren, (F) Konjugieren
von Molekülen
an Pflanzenviren, (G) Verabreichen von Zusammensetzungen an Tiere,
(H) Erhöhen
einer TH1-artigen Antwort, und (I) Verringern einer TH2-artigen
Antwort beschrieben.
-
A. Entwicklung von TH1/TH2-Zellen
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In
Mäusen
werden naive CD4+ T-Zellen in zwei Gruppen, TH1 und TH2, unterteilt,
welche durch unterschiedliche Cytokin-Sekretionsprofile und damit
unterschiedliche Effektorfunktionen gekennzeichnet sind [für einen Überblick
siehe Mosmann et al. (1986) J. Immunol. 136: 2248–2357].
Obwohl ein Verständnis
des Mechanismus zur Ausführung
der Erfindung nicht erforderlich ist, und ohne die Erfindung auf
einen bestimmten Mechanismus einzuschränken, können T-Zell-Klone, welche die
archetypischen TH1- oder TH2-Eigenschaften zeigen, Extreme eines
Kontinuums von differenzierten CD4+-Zellen darstellen, wobei das
in einer „typischen" TH1- oder TH2-Antwort
produzierte in vivo-Cytokinprofil von einer Reihe von Zelltypen
produziert wird.
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Der
Einfachheit halber ist es jedoch leichter, die beiden Zelltypen
so zu bezeichnen, als wären
sie getrennte Einheiten. Folglich bezeichnet der Begriff „TH1-Zelle", wie er hierin verwendet
wird, eine T-Helferzelle, welche ein oder mehrere TH1-assoziierte
Immunglobuline (zum Beispiel Maus-IgG2a,
Maus-IgG2b, humanes IgG1 und
humanes IgG3) und/oder ein oder mehrere
TH1-assoziierte Cytokine (zum Beispiel IL-2, TNF-β und IFN-γ) produziert.
Im Gegensatz hierzu bezeichnet eine „TH2-Zelle", wie sie hierin verwendet wird, eine
T-Helferzelle, welche ein oder mehrere TH2-assoziierte Immunglobuline
(zum Beispiel Maus-IgG1, Maus-IgG3 und humanes IgG2)
und/oder ein oder mehrere TH2-assoziierte Cytokine (zum Beispiel
IL-4, IL-5, IL-6, IL-9, IL-10 und IL-13) produziert.
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TH1-
und TH2-Zellen entwickeln sich aus einem gemeinsamen Pool an naiven
CD4+-Zellen. Verschiedene Faktoren können die TH-Zell-Differenzierung
in Richtung des polarisierten TH1- oder TH2-Signalweges beeinflussen.
Das von unterschiedlichen Mitteln hervorgerufene Cytokinprofil einer „natürlichen
Immunität", die Art des Peptidliganden,
die Identität
und Menge an in der Mikroumgebung sekretierten Hormonen, die Mengen an
Antigen, sowie die Gegenwart costimulierender Signalrezeptoren und
des MHC-Genotyps auf den T-Zellen kann die Entwicklung der Subpopulationen
bestimmen, wobei TH2-Zellen in stärkerem Maße von hohen Mengen an Antigen
und der Gegenwart co-stimulierender Moleküle abhängig sind. So wurde beispielsweise
im Stand der Technik beobachtet, dass in Maus-Vakzinationsmodellen
verschiedene Faktoren einen Einfluss darauf haben, welche TH-Zell-Subpopulationen
aktiviert werden, und die Erzeugung spezifischer Maus-IgG-Isotypen
beeinflussen. Derartige Faktoren umfassen den genetischen Hintergrund
des verwendeten Mausstammes, die Applikationsart des Antigens und
das Immunisierungsschema (umfassend die Quantität und Halbwertszeit des Antigens),
sowie die Art des Antigens. TH2-artige Cytokinprofile treten in
vivo häufig
später
als TH1-Antworten auf.
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Es
wird angenommen, dass das Schlüsselcytokin
der TH1-Erzeugung IL-12 ist, welches von aktivierten Makrophagen
und den dendritischen Zellen produziert wird. Es wird angenommen,
dass das Schlüsselcytokin
der TH2-Erzeugung IL-4 ist. IL-4 wird in kleinen Mengen während der
anfänglichen
T-Zell-Aktivierung produziert (eine bestimmte Subpopulation von
CD4-Zellen, genannt NK1.1-Zelle, wurde als ursprüngliche Quelle der IL-4-Produktion
vorgeschlagen). Es wird angenommen, dass die Entwicklung einer TH2-Antwort
von der Entwicklung lokaler Konzentrationen an IL-4 vorangetrieben
wird, was möglicherweise
ein Ergebnis persistenter T-Zell-Stimulation ist.
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Was
die Funktion von TH1-Zellen anbetrifft, so produzieren diese Zellen
Interleukin-2 (IL-2), Interferon-γ (IFN-γ) und Tumornekrosefaktor-β (TNF-β), welche
eine Aktivierung von Makrophagen und cytotoxischen T-Zellen (CTL)
vermitteln und die eigentlichen Effektoren einer zellvermittelten
Immunität
gegenüber
intrazellulären
Mikroben und von DTH (Spättyp-Überempfindlichkeitsreaktion)
darstellen [Mosmann et al. (1986), vorstehend]. Es wird zunehmend
erkannt, dass CTL-Reaktionen bedeutende therapeutische Faktoren im
Rahmen der Behandlung von oder in Reaktion auf solide Tumore darstellen.
IFN-γ, welches
von TH1-Lymphozyten produziert wird, induziert ferner einen Klassenwechsel
vom B-Zell-Isotyp zur IgG2a-Subklasse, welche
den eigentlichen Effektorisotyp von Maus-IgG darstellt. IgG2a (und in geringerem Ausmaß IgG2b) bewirkt eine Erhöhung der Antikörperabhängigen zellvermittelten
Cytotoxizität
(ADCC, Huesser et al. (1977) J. Exp. Med. 146: 1316) und bindet
fest an C1q des klassischen Komplementweges, mittels welchem Zellen
oder Antikörpercluster
der Phagozytose zugeführt
werden [Klaus et al. (1979) Immunology 38: 687]. Im Menschen vermitteln
IgG1 und IgG3 diese
Funktionen. Als Ergebnis dieser Effektorfunktionen bietet IgG2a Mäusen
einen besseren Schutz gegenüber
Virusinfektionen, Tumoren [Kaminski et al. (1986) J. Immunol. 136:
1123] und Parasiten [Wechsler et al. (1986) J. Immunol. 137: 2968],
und bewirkt eine Erhöhung
der bakteriellen Clearance [Zigterman et al. (1989) Infect. Immun.
57: 2712].
-
Im
Gegensatz zu TH1-Zellen produzieren TH2-Zellen Interleukin-4 (IL-4),
Interleukin-5 (IL-5),
Interleukin-10 (IL-10) und Interleukin-13 (IL-13), welche die zellvermittelte
Immunität
unterdrücken
[Mosmann et al. (1986), vorstehend]. IL-4 induziert B-Zellen zur
Produktion von IgG1, welches in Mäusen eine
schlechte Komplementfixierung bewirkt und keine ADCC vermittelt
[Klaus et al. (1979) Immunology 38: 687]. Es induziert ferner die
Produktion von Immunglobulin E (IgE), welches an Mastzellen und
Basophile bindet. Folglich sind TH2-Zellen für eine von Phygozyten unabhängige Wirtsabwehr
gegen beispielsweise helminthische Parasiten [Sher et al. (1992)
Ann. Rev. Immunol. 10: 385] sowie für die Entwicklung allergischer
Reaktionen [Erb et al. (1996) Immunol. Cell Biol. 74: 206] hauptverantwortlich.
-
B. TH1-artige und TH2-artige
Antworten und Pathologie
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Im
Stand der Technik wird berichtet, dass eine Reihe von Faktoren (zum
Beispiel die Art des Antigens, der genetische Hintergrund des Wirtstieres,
die Applikationsart, die Wahl des Hilfsmittels) die Art und das
Ausmaß einer
durch Exposition eines Moleküls
gegenüber
dem Immunsystem eines Tieres ausgelösten Immunantwort bestimmt.
So sind beispielsweise murine Antikörperantworten auf lösliche Proteine
und Kohlenhydrate im Allgemeinen auf die Subklassen IgG1 bzw.
IgG3 beschränkt. Dies lässt darauf schließen, dass
IgG-Isotypen nicht nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden.
Tatsächlich
induzieren lebende Viren (umfassend eine Reihe von RNA- und DNA-Viren)
bevorzugt die Produktion spezifischer IgG2a Antikörper [Coutelier
et al. (1987) J. Exp. Med. 165: 64]. Es wird behauptet, dass der
durch lebende Viren hervorgerufene Infektionsprozess möglicherweise
für die
Produktion von IFN-γ von
entscheidender Bedeutung ist, welches bevorzugt virusspezifische
TH1-Antworten und eine Dominanz von virusspezifischem IgG2a hervorruft [Nguyen et al. (1994) J. Immunol.
152: 478]. Dies könnte
ferner erklären,
warum sich replizierende (lebende) bakterielle Vakzine und DNA-Vakzine
TH1-dominierte Antworten erzeugen [Londono et al. (1996) Vaccine
14: 545; Pertmer et al. (1996) J. Virol. 70: 6119]. Allerdings ist
bekannt, dass einige lebende Viren, wie beispielsweise Influenzavirus [Balkovic
et al. (1987) Antiviral Res. 8: 151], Herpes-simplex-Virus vom Typ
I [HSV-1; McKendall et al. (1988) J. Gen. Virol. 69: 847], Theiler's murines Enzephalomyelitis-Virus
[Peterson et al. (1992) Immunology 75: 652] sowie Maul- und Klauenseuche-Virus
[Perez-Filgueira et al. (1995) Vaccine 13: 953] überwiegend andere Isotypen
als IgG2a hervorrufen. Neben der Art des
Antigens beeinflusst der genetische Hintergrund des Wirtstieres die
Art und das Ausmaß einer
Immunantwort. So produzieren im Falle von Influenzavirus BALB/c-Mäuse überwiegend
IgG2a, C57Bal/6 jedoch überwiegend IgG1 [Hocart
et al. (1989) J. Gen. Virol. 70: 2439]. Somit weist die Immunreaktion
gegen diese lebenden Viren eine Empfindlichkeit in Bezug auf ein
genetisches Element auf (immungenomischer Faktor).
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Die
Art des Hilfsmittels spielt im Rahmen der Bestimmung der Art der
Immunantwort ebenfalls eine Rolle. Beim Maul- und Klauenseuche-Virus
(FMDV) stellt IgG2b den vorherrschenden
Isotyp dar, welcher in Reaktion sowohl auf lebenden als auch vollständig inaktiven
Virus produziert wird, außer
wenn ein Wasser-in-Öl-Hilfsmittel
zusammen mit dem inaktiven Virus verwendet wird. Mit letzterer Hilfsmittelkombination
ergibt sich eine Dominanz von IgG2a (Perez-Filgueira
et al. (1995) Vaccine 13: 953). Folglich kann die Wahl des Hilfsmittels
eindeutig den Zweig der T-Helferzell-Antworten beeinflussen.
-
Darüber hinaus
können
einige inaktivierte Viren überwiegend
IgG2a-Antikörper hervorrufen. Alles in
allem zeigt somit eine Vielzahl von Studien, dass die Fähigkeit,
virusspezifisches IgG2a hervorzurufen, möglicherweise
nicht nur eine Folge des Infektionsprozesses ist, sondern auch von
der Art des Virus selbst, dem H-2-Haplotyp der Maus, der Immunisierungsart,
sowie auch der Wahl des Hilfsmittels abhängig sein kann.
-
Die
von den TH1- und TH2-artigen T-Zellen erzeugten Cytokinprofile führen zu
unterschiedlichen physiologischen Antworten auf Pathogene, mittels
welchen versucht wird, die durch das Pathogen hervorgerufenen Belastungen
zu verringern, zu verbessern oder zu beseitigen. Es kann allerdings
aufgrund einer persistenten Reaktion oder einer Überreaktion auf das Pathogen
auch ein Gewebeschaden auftreten.
-
Insbesondere
kann die Rekrutierung und Aktivierung von Makrophagen im Falle von
TH1 zu unerwünschten
granulomatösen
Entzündungen
führen,
wobei das hierfür überragende
Beispiel die tuberkuloide Form von Lepra ist. Ist der infizierende
Mikroorganismus ein intrazellulärer
Organismus, wie beispielsweise jene, welche Tuberkulose, Brucellose
hervorrufen, oder die Organismen Pneumocystis carinii (Protozoon),
ein Pilz wie Candida albicans oder Leishmania major (ein intrazellulärer Parasit – Protozoon),
so führt
die TH1-Antwort zu einer Spättyp-Überempfindlichkeitsantwort
(DTH-Antwort), welche zur Eliminierung der diese Organismen enthaltenden
Zellen führt.
Die Freisetzung von IFN-γ in
der Nähe
der Infektion aktiviert Makrophagen. Die lokalisierte Freisetzung
lysosomaler Enzyme aus dem Makrophagen tötet infizierte Zellen und gesunde
Bystanderzellen, was zur Zerstörung
des eindringenden Mikroorganismus führt. Zusätzlich erfolgt eine Freisetzung
eines MIF (Makrophagen inhibierender Faktor) genannten Proteins
durch die TH1-Zelle. Dieses Protein stellt einen anti-chemotaktischen
Faktor dar, welcher zu einer Immobilisierung jeglicher Makrophagen
in der Nähe
der TH1-Zelle führt.
Somit verharren Makrophagen am Infektionsort. Der aufgrund von Tuberkulose
und möglicherweise
von Pneumocystis carinii beobachtete Lungenschaden stellt das Ergebnis
eines durch Freisetzung von aktiven Makrophagen und lysosomalem
Enzym in das Gewebe hervorgerufenen wahllosen Zellschadens dar.
TH1-dominierte Antworten können
auch bei der Pathogenesse organspezifischer Autoimmunerkrankungen,
akuter Abstoßung
allogener Transplantate, ungeklärter
wiederkehrender Fehlgeburten, Kontaktdermatitis, sowie einiger chronischer
entzündlicher
Erkrankungen unbekannter Ätiologie
beteiligt sein [zusammengefasst von Romagnani (1996) Clin. Immunol.
Immunopathol. 80: 225].
-
Unangemessene
TH2-Antworten können
ferner zu unerwünschten
Ergebnissen, umfassend die Rekrutierung von Basophilen und Eosinophilen,
führen,
was nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung von Allergien und
Asthma haben kann. Die Antwort auf eine Frühform des RSM (respiratorisches
Synzytialvirus)-Vakzins (welches ein mit Alaun konjugiertes abgetötetes Virusvakzin
enthält)
stellt ein Beispiel für
eine unangemessene TH2-Antwort dar, welche zu Fällen von Eosinophilie und Bronchospasmus
führte. Ähnliche
Reaktionen können
zu asthmatischen Symptomen führen.
TH2-artige Antworten sind auch für
das Omenn-Syndrom, einen
verringerten Schutz gegenüber
einigen intrazellulären
Pathogenen, Transplantationstoleranz, chronische GVHD (Spender-gegen-Wirt-Erkrankung;
Graftversus-Host-Disease), atopische Störungen, sowie einige systemische
Autoimmunerkrankungen verantwortlich.
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Es
wurde beobachtet, dass eine Veränderung
der Sequenz (und somit Affinität)
von Peptiden innerhalb des MHC Klasse II-Komplexes die Art der CD4+
T-Zell-Antwort beeinflussen kann [Murray (1998) Immunol. Today 19:
157]. Somit können
Peptidepitope, welche aus Proteinen von infektiösen Mitteln stammen, durch
Evolution eine Modifizierung erfahren, was eine Neuausrichtung der
Wirtsantwort auf das Pathogen, zum Beispiel zwischen TH1- und TH2-Antworten,
hervorruft. Eine Parallelevolution von Wirt und Pathogen kann zur
Entwicklung von T-Epitopen auf Pathogenen führen, welche mit bestimmten
Affinitäten
an MHC-Subpopulationen binden. Die Wirtsantwort muss ausgewogen
sein, um den Erfordernissen betreffend eine Detektion mehrerer Pathogene
und Formen von Pathogenen gerecht zu werden. Aus diesem Grund ist
zu erwarten, dass in immunogenen Determinanten eines Pathogens zu
einem gewissen Grad Sequenzvariationen auftreten. In gewissem Ausmaß stellt
dies ein Mittel dar, mittels welchem die Immunmodulation einer Reaktion
auf ein bestimmtes Immunogen vorgesehen sein kann, das heißt die Mutation
von Aminosäuren
innerhalb eines Peptids, um eine gegenüber dem Wildtyp-Peptid unterschiedliche
Art von Immunreaktion zu erzielen.
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C. Planzenviren
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Die
Erfindung stellt nicht-replizierende modifizierte Pflanzenviruspartikel
bereit, welche in der Lage sind, Zellen des Immunsystems Moleküle zu präsentieren,
die entweder als Immunogene oder als Antigene eine Wirksamkeit in
Bezug auf die Erzeugung von Antikörpern und/oder Cytokinen, die
Stimulierung einer TH1-artigen Antwort, bevorzugt überwiegend
einer TH1-artigen Antwort, die Verringerung einer unerwünschten
Dominanz in Richtung einer bestehenden oder erwarteten TH2-artigen Antwort,
welche in bestimmten Molekülen
inhärent
ist, besitzen.
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Die
Erfindung sieht die Verwendung eines beliebigen Virus vor, in welchem
die für
das Kapsid kodierende Nukleinsäure
eine von jener Einheit, welche für
andere funktionelle Moleküle
kodiert, getrennte Einheit ist, und dessen Hüllproteine eine β-Fass-Struktur (β-Barrel-Struktur)
aufweisen. Ein Vorteil der Verwendung von Viren, welche diese Struktur
aufweisen, ist, dass die Loops zwischen den einzelnen Strängen der β-Faltblätter geeignete
Stellen für
die Insertion fremder Peptide darstellen. In Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung
stellt die Modifizierung eines oder mehrerer Loops eine bevorzugte
Strategie zur Expression fremder Peptide dar. In einer Ausführungsform
sieht die Erfindung die Verwendung von Comoviren [wie beispielsweise Kuherbsen-Mosaikvirus
und Bean Pod Mottle-Virus],
Nepoviren [wie beispielsweise Tomatenringfleckenvirus und latentes
Erdbeerringfleckenvirus], Tombusviren [wie beispielsweise Tomatenzwergbusch-Virus (TBSV)], und
Sobemoviren [wie beispielsweise Southern Bean-Mosaikvirus (SBMV)]
vor. Insbesondere weisen die Tombusviren und Sobemoviren ähnliche
3-dimensionale Strukturen
wie Comoviren und Nepoviren auf, besitzen jedoch lediglich eine
einzige Art von β-Fässern.
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In
einer stärker
bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem Virus um ein Comovirus. Ein Vorteil der
Comoviren ist, dass ihr Kapsid jeweils 60 Kopien dreier unterschiedlicher β-Fässer enthält, welche unabhängig voneinander
manipuliert werden können,
was die Expression von 60–180
Kopien eines Peptids mittels eines einzigen Viruspartikels gestattet.
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Comoviren
stellen eine Gruppe von mindestens vierzehn Pflanzenviren dar, welche überwiegend
Hülsenfrüchte infizieren.
Ihre Genome bestehen aus zwei Molekülen einzelsträngiger Plusstrang-RNA
unterschiedlicher Größe, welche
getrennt voneinander in isometrischen Partikeln mit einem Durchmesser
von etwa 28 nm eingeschlossen sind. Die zwei Arten von Nukleoproteinpartikeln
werden aufgrund ihres Verhaltens in Cäsiumchlorid-Dichtegradienten
als mittlere (M) und untere (B) Komponente bezeichnet, wobei die
RNAs innerhalb der Partikel als M- bzw. B-RNA bekannt sind. Beide
Partikelarten weisen eine identische Proteinzusammensetzung auf,
welche jeweils aus 60 Kopien eines großen (VP37) und eines kleinen
(VP23) Hüllproteins bestehen.
Neben den Nukleoproteinpartikeln enthalten Zubereitungen von Comoviren
unterschiedliche Mengen an leeren (ausschließlich Protein) Kapsiden, welche
als obere (T) Komponente bekannt sind. In einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem Comovirus um Kuherbsen-Mosaikvirus (CPMV).
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Im
Falle des beispielhaft genannten Vertreters der Comovirusgruppe,
Kuherbsen-Mosaikvirus (CPMV),
ist bekannt, dass sowohl M- als auch B-RNA polyadenyliert und an
ihren 5'-Enden kovalent
an ein kleines Protein (VPg) gebunden sind. In stärkerem Maße auf andere
Comoviren beschränkte
Studien deuten darauf hin, dass diese Merkmale von den RNAs aller
Vertreter der Gruppe geteilt werden. Beide RNAs aus CPMV wurden
sequenziert, wobei gezeigt wurde, dass sie ohne die Poly (A)-Schwänze aus
3481 (M) und 5889 (B) Nukleotiden bestehen. Beide RNAs enthalten
einen einzelnen langen offenen Leserahmen, wobei die Expression
der viralen Genprodukte durch Synthese und anschließende Spaltung
großer
Vorläufer-Polypeptide erfolgt.
Obwohl beide RNAs für
eine Infektion ganzer Pflanzen erforderlich sind, ist die größere B-RNA
in der Lage, sich in Protoplasten unabhängig zu replizieren, obwohl
in diesem Fall keine Viruspartikel produziert werden. Diese Beobachtung,
verbunden mit früheren
genetischen Studien, begründete,
dass die Hüllproteine durch
M-RNA kodiert werden.
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Eine
3.5 A-Elektronendichtekarte von CPMV zeigt, dass eine eindeutige
Beziehung zwischen CPMV und den T-3-Pflanzenviren, wie beispielsweise
den Tombusviren, insbesondere dem Tomatenzwergbusch-Virus (TBSV),
und den Sobemoviren, insbesondere dem Southern Bean-Mosaikvirus
(SBMV), besteht. Die Kapside dieser letzteren Viren sind aus 180
identischen Hüllprotein-Untereinheiten
zusammengesetzt, welche jeweils aus einer einzelnen β-Fass-Domäne bestehen.
Diese können
drei unterschiedliche Positionen, A, B und C, innerhalb der Virione
besetzen. Es wurde gezeigt, dass die zwei Hüllproteine von CPMV aus drei
unterschiedlichen β-Fass-Domänen bestehen,
wobei zwei aus VP37 stammen und eine aus VP23 stammt. Somit besteht
jeder CPMV-Partikel, was sie mit den T-3-Viren gemein haben, aus 180 β-Fass-Strukturen.
Die einzelne Domäne
aus VP23 besetzt eine Position analog jener der A-Typ-Untereinheiten
von TBSV und SBMV, während
die N- und C-terminalen Domänen
von VP37 die Positionen der C- bzw. B-Typ-Untereinheiten besetzen (U.S. Patent
Nr. 5,874,087).
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Eine
Röntgenbeugungsanalyse
von Kristallen von CPMV und einem anderen Vertreter der Gruppe, dem
Bean Pod Mottle-Virus (BPMV), zeigt, dass die 3-D-Strukturen von BPMV
und CPMV eine große Ähnlichkeit
aufweisen und allgemein für
die Comovirusgruppe typisch sind.
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In
den Strukturen von CPMV und BPMV besteht jedes β-Fass hauptsächlich aus 8 Strängen antiparalleler β-Faltblätter, welche
durch Loops unterschiedlicher Länge
miteinander verknüpft
sind. Die flachen β-Faltblätter werden
als B-, C-, D-, E-, F-, G-, H- und I-Faltblätter bezeichnet, und die Verbindungsloops
werden als βB-βC-, βD-βE-, βF-βG- und βH-βI-Loops bezeichnet.
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Die
Comoviren stehen auch mit den tierischen Picornaviren strukturell
in Beziehung. Die Kapside von Picornaviren bestehen aus jeweils
aus 60 Kopien dreier unterschiedlicher Hüllproteine VP1, VP2 und VP3,
welche jeweils aus einer einzelnen β-Fass-Domäne bestehen. Wie im Falle von
Comoviren werden diese Hüllproteine
durch Spaltung eines Vorläufer-Polyproteins
freigesetzt und in der Reihenfolge VP2-VP3-VP1 synthetisiert. Ein
Vergleich der 3-dimensionalen Struktur von CPMV mit jener der Picornaviren
zeigte, dass die N- und C-terminalen Domänen von VP37 VP2 bzw. VP3 äquivalent
sind, und dass VP23 VP1 äquivalent
ist. Die Äquivalenz
zwischen struktureller Position und Genabfolge lässt darauf schließen, dass
VP37 einer ungespaltenen Form der beiden Kapsidproteine VP2 und
VP3 des Picornavirus entspricht.
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Einer
der wesentlichen Unterschiede zwischen Comoviren und Picornaviren
ist, dass den Proteinuntereinheiten von Comoviren die in Picornaviren
gefundenen großen
Insertionen zwischen den Strängen
der β-Fässer fehlen,
obwohl die grundlegende Architektur der Partikel sehr ähnlich ist.
Die vier Loops (βB-βC, βD-βE, βF-βG und βH) zwischen
den β-Faltblättern sind
hinsichtlich der Aufrechterhaltung der strukturellen Integrität der Virione
nicht von entscheidender Bedeutung, werden erfindungsgemäß allerdings
als Stellen für die
Expression heterologer Peptidsequenzen verwendet, wie etwa beispielsweise
antigene Stellen, welche aus einer breiten Auswahl an Quellen, umfassend
ein Bakterium, ein Virus, ein Immunglobulin, ein Hormon sowie ein
Krebs-assoziiertes Zelloberflächenprotein,
stammen.
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D. Moleküle von Interesse
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Die
erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviruspartikel sind in der Lage, Zellen des Immunsystems
ein beliebiges Molekül
zum Zwecke beispielsweise einer Erzeugung von Antikörpern und/oder
Cytokinen, Erhöhung
einer TH1-artigen Antwort und/oder Verringerung einer TH2-artigen
Antwort auf das Molekül
zu präsentieren.
Die Antikörper,
welche in Reaktion auf die erfindungsgemäßen modifizierten Pflanzenviruspartikel erzeugt
werden, können
zur Isolierung und Reinigung des Moleküls verwendet werden. Alternativ
können
diese Antikörper
zur Prävention,
Diagnose oder Behandlung von Erkrankungen verwendet werden, welche
mit der Exposition eines Tieres gegenüber dem Molekül assoziiert
sind.
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Moleküle, welche
für eine
Anwendung im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignet sind, umfassen
ein beliebiges Molekül,
welches in einem exponierten Teil des Hüllproteins der erfindungsgemäßen Viren präsentiert
werden kann.
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Beispielhafte
Moleküle
umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, jene, welche eine
Peptidsequenz, eine Nukleinsäuresequenz,
ein Polysaccharid und/oder ein Lipid enthalten, wie beispielsweise
Glykopeptid, Lipopeptid, Glykolipid, etc.
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Moleküle, welche
vorteilhafterweise im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendet
werden können,
umfassen jene, welche gereinigt sind, deren Struktur jedoch unbekannt
ist, sowie gereinigte Moleküle
mit bekannter Struktur (zum Beispiel Peptide mit bekannter Aminosäuresequenz,
Nukleinsäuresequenzen
mit bekannten Nukleinsäuresequenzen,
Polysaccharide mit bekannter Zusammensetzung und Struktur, etc.).
In einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Moleküle
gereinigt und weisen eine bekannte Struktur auf.
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Die
Erfindung sieht Polypeptidmoleküle
vor, welche aus einer beliebigen Quelle stammen. Ohne dass eine
Einschränkung
des Schutzumfangs hiervon beabsichtigt ist, sieht die Erfindung
Polypeptide vor, welche aus Krebszellen und pathogenen Parasiten
(zum Beispiel Bakterien, Viren, Protozoen, Nematoden, Pilzen, etc.)
stammen, und insbesondere antigene und immunogene Peptide, welche
aus diesen pathogenen Parasiten stammen. Ebenfalls vom Schutzumfang
der Erfindung umfasst sind Polypeptide, welche mit der Entwicklung
von Erkrankungen assoziiert sind, Polypeptide, welche für Cytokine
kodieren, Polypeptidallergene, Hormone, Enzyme, Wachstumsfaktoren,
anti-idiotypische Antikörper,
Rezeptoren, Adhäsionsmoleküle, sowie
Teile eines beliebigen der vorstehenden Peptide oder Vorläufer hiervon.
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Beispiele
für Polypeptide,
welche aus Krebszellen stammen, die innerhalb des Schutzumfangs
dieser Erfindung liegen sollen, umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf;
das Ösophaguskarzinom-assoziierte
Antigen (U.S. Patent Nr. 6,069,233), das mit Brustkrebs assoziierte
mammaspezifische Protein (Mammaglobin) (U.S. Patent Nr. 5,922,836),
das mit Prostataadenokarzinomen assoziierte Prostata-Mucin-Antigen
(U.S. Patent Nr. 5,314,996), humanes prostataspezifisches Antigen
(PSA) (U.S. Patente Nr. 6,100,444; 5,902,725), das SF25-Antigen
von Kolonadenokarzinom (U.S. Patent Nr. 5,212,085), mit Harntumor
assoziierte Antigene (U.S. Patent Nr. 5,993,828), melanogenes Antigen
(U.S. Patent Nr. 6,087,110), das MART-1 Melanom-Antigen (U.S. Patent
Nr. 5,994,523), humanes tumorassoziiertes Antigen (PRAT) (U.S. Patent
Nr. 6,020,478), TRP2-Protein Tumorantigen
(U.S. Patent Nr. 6,083,703), das humane tumorassoziierte Antigen
(TUAN) (U.S. Patent Nr. 5,922,566), sowie das mit viral induzierten
Tumoren assoziierte tumorspezifische T-Antigen (U.S. Patent Nr. 6,007,8067).
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Beispiele
für Polypeptide,
welche aus pathogenen Bakterien stammen, umfassen Antigene aus Bordetella
pertussis (U.S. Patente Nr. 4,029,766; 5,897,867; 5,895,655), Antigene
aus Mycobacterium tuberculosis (U.S. Patent Nr. 6,110,469), Porin-Antigene
aus Bacterioides, welches mit ulzerativer Kolitis und entzündlicher
Darmerkrankung assoziiert ist (U.S. Patent Nr. 6,033,864), Antigene
aus Helicobacter pylori (U.S. Patent Nr. 6,025,164), mit dentaler
Karies assoziierte Antigene aus Streptococcus (U.S. Patent Nr. 6,024,958),
aus Campylobacter jejuni stammende Antigene, welches mit Diarrhöerkrankungen
assoziiert ist (U.S. Patent Nr. 5,874,300), das mit Multidrug-Resistenz
in Säugerspezies
korrelierende P-Glykoprotein-Zelloberfächenantigen
(U.S. Patent Nr. 4,837,306), ein in adhäsionsbildenden Bakterien vorliegendes
Pilusantigen (U.S. Patent Nr. 4,795,803), und mit pulmonalen Erkrankungen
assoziierte äußere Membranvesikel-Antigene aus Moraxella
catarrhalis (U.S. Patent Nr. 5,993,826).
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Polypeptide,
welche aus pathogenen Viren stammen, umfassen beispielsweise, sind
jedoch nicht beschränkt
auf, Polypeptide, welche aus Viren isoliert und gereinigt wurden,
die beispielhaft durch das Rotavirus-Antigen (U.S. Patent Nr. 6,110,724),
humanes Immunschwächevirus
Typ II (HIV II)-Antigene und simiane Immunschwächevirus (SIV)-Antigene (U.S.
Patent Nr. 5,268,265), nicht-A-, nicht-B-Hepatitisvirus-Antigen (U.S. Patente
Nr. 4,702,909; 6,103,485), das Deltaantigen von Hepatitis D-Virus
(U.S. Patent Nr. 4,619,896), Influenzavirus-Antigene (U.S. Patent
Nr. 6,048,537) vertreten sind. Ebenfalls umfasst sind virale Polypeptide, deren
Sequenzen bekannt sind, umfassend, jedoch nicht beschränkt auf,
jene, welche aus Picornaviren stammen, wie beispielsweise Maul-
und Klauenseuche-Virus (FMDV), Poliovirus, humanes Rhinovirus (HRV)
und humanes Papillomvirus (HPV) (U.S. Patent Nr. 5,874,087), Hepatitis
C-Virus (HCV)-Antigen (U.S. Patent Nr. 5,712,087), Hepatitis B-Kern-Antigen
(U.S. Patent Nr. 4,839,277), mit Epstein-Barr-Virus in Beziehung
stehende Antigene (U.S. Patent Nr. 5,679,774), Hepatitis V-Virus
C33-Antigen (U.S.
Patent Nr. 5,985,541), Cytomegalovirus (CMV)-Antigene (U.S. Patent Nr.
6,074,817), humanes Immunschwächevirus
Typ 2-Antigen (HIV-2) (U.S. Patent Nr. 6,037,165), Herpes-simplex-Virus-Antigene
(U.S. Patent Nr. 6,013,433), sowie HTLV I- und HTLV II-Antigene
(U.S. Patent Nr. 5,928,861).
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Polypeptide,
welche innerhalb des Schutzumfangs der Erfindung liegen und aus
pathogenen Protozoen und Nematoden stammen, umfassen beispielsweise
die Peptidantigene, welche aus Malaria hervorrufendem Plasmodium
vivax stammen (U.S. Patent Nr. 5,874,527), Antigene aus Leishmania,
welche mit Leishmaniose assoziiert sind (U.S. Patent Nr. 5,834,592),
die Antigene des Nematodenparasiten Dirofilaria immitis (U.S. Patent
Nr. 4,839,275), sowie Antigene aus Anaplasma marginale, welche Rinderanaplasmose
hervorrufen (U.S. Patent Nr. 4,956,278).
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Andere
Polypeptide, welche mit der Entwicklung von Erkrankungen assoziiert
sind, liegen ebenfalls innerhalb des Schutzumfangs der Erfindung.
Diese umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, den mit der Entstehung
von Krebs assoziierten, beispielhaft genannten Vorläufer des
GAGE-Tumorabstoßungsantigens (U.S.
Patent Nr. 6,013,481), die aus malpighischem Epithel (zum Beispiel Ösophagus
und Epidermis) von Säugern
extrahierten und mit rheumatoider Arthritis assoziierten Antigene
(U.S. Patent Nr. 5,888,833), die Rh-Blutgruppen-Antigene (U.S. Patent
Nr. 5,840,585), Antigene, welche auf die Anwesenheit und Progression
von atherosklerotischer Plaque hindeuten (U.S. Patent Nr. 6,025,477),
das mit Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise ulzerativer Kolitis,
Morbus Crohn, rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus assoziierte IgG-Fc-bindende
Proteinantigen (U.S. Patent Nr. 6,004,760), das mit systemischem
Lupus erythematodes (SLE) assoziierte Sm-D-Antigen (U.S. Patent
Nr. 5,945,105), monozytäre
Antigene (U.S. Patent Nr. 6,124,436), das mit der das Innenohr betreffenden
Autoimmunerkrankung Morbus Menière assoziierte Antigen (U.S.
Patent Nr. 5,885,783), das mit der Differenzierung von Mesothelin
assoziierte Antigen, welches bei Mesotheliomen und Eierstockkarzinomen
auftritt (U.S. Patent Nr. 6,083,502), das mit Knochenerkrankungen
assoziierte osteogene und fibroblastische Antigen (OFA) (U.S. Patent
Nr. 6,074,833), sowie das mit entzündlichen und allergischen Reaktionen
assoziierte Mastzellfunktion-assoziierte Antigen (MAFA) (U.S. Patent
Nr. 6,034,227).
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Ebenfalls
vom Schutzbereich der Erfindung umfasst sind Polypeptide, welche
für Cytokine,
wie beispielsweise Interleukin-1α,
Interleukin-1β (U.S.
Patente Nr. 5,965,379; 5,955,476; 5,096,906), Interleukin-2, Interferon-α, Interferon-γ und Tumornekrosefaktor
(U.S. Patent Nr. 5,965,379), Interleukin-6 (U.S. Patente Nr. 5,965,379;
5,955,476; 5,942,220; 5,460,810), die TGF-β-Superfamilie, welche die TGF-β-Familie
[das heißt umfassend
TGFβ1, TGFβ2, TGFβ3, TGFβ4, TGFβ5 und TGFβ1.2], die
Inhibin-Familie [das heißt
umfassend Aktivine und Inhibine], die DPP/VG1-Familie [das heißt umfassend
morphogene Knochenmarkproteine (BMPs), DPP und Vg1] und die Mullerian-Inhibiting-Substance-Familie
[das heißt
umfassend die Mullerian-Inhibiting-Substance (MIS)] umfasst (U.S.
Patent Nr. 5,830,671), Interleukin-11, Leukämie inhibierender Faktor, Oncostatin
M und ciliärer
neurotropher Faktor (U.S. Patent Nr. 5,460,810), sowie Interleukin-12
(U.S. Patent Nr. 5,955,476) kodieren.
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Die
Erfindung sieht ferner Polypeptidallergene wie beispielsweise, jedoch
ohne Einschränkung
auf, das Wespenantigen 5, welches für die Behandlung von Patienten
mit Wespengiftallergie verwendet wird (U.S. Patent Nr. 6,106,844),
die CRX JII-Pollenhauptallergene aus Cryptomeria japonica (U.S.
Patent Nr. 6,090,386), die Weidelgras-Pollenallergene Lol p Ib.1
und Lol p Ib.2 (U.S. Patent Nr. 5,965,455), Allergene von Erlenpollen,
Haselnusspollen und Birkenpollen (U.S. Patent Nr. 5,693,495), die
Allergene Derf I und Derf II der Hausstaubmilbe Dermatophagoides
farinae und die Allergene Der p I und Der p VII von D. pteronssinus
(U.S. Patente Nr. 5,9958,415; 6,086,897; 6,077,518; 6,077,517),
Katzenallergen (Fel d I) (U.S. Patent Nr. 5,547,669), Kakerlaken
(CR)-Allergene (U.S. Patent Nr. 5,869,288), sowie Erdnussallergen
(Ara h II) (U.S. Patent Nr. 5,973,121) vor.
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Ebenfalls
vom Schutzumfang der Erfindung umfasst sind Polypeptidhormone, welche
beispielsweise Parathyroidhormon (PTH), mit Parathyroidhormon in
Beziehung stehendes Peptid (PTHrp) und deren synthetische Analoga
(U.S. Patente Nr. 5,693,616; 6,110,892), natürlich vorkommendes humanes
Wachstumshormon und dessen Varianten (U.S. Patente Nr. 5,424,199;
5,962,411), avianes Wachstumshormon (U.S. Patent Nr. 5,151,511),
luteinisierendes Hormon freisetzendes Hormon (LHRH) und dessen Analoga
(U.S. Patent Nr. 5,897,863), nukleäres Hormon-Rezeptorprotein
(U.S. Patent Nr. 5,866,686), Häutung auslösendes Hormon (U.S.
Patent Nr. 5,763,400), Gonadotropin freisetzendes Hormon (U.S. Patent
Nr. 5,688,506), sowie Melanin-konzentrierende Hormone (MCH) (U.S.
Patent Nr. 5,049,655) umfassen.
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Nukleinsäuremoleküle, welche
innerhalb des Schutzumfangs dieser Erfindung liegen, umfassen jene, welche
für jedes
der vorstehend beschriebenen Polypeptidmoleküle kodieren.
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Moleküle, welche
ein Polysaccharid enthalten und innerhalb des Schutzumfangs dieser
Erfindung liegen, umfassen beispielsweise Polysaccharid- und Glykoprotein-Antigene, die aus
pathogenen Parasiten (insbesondere aus Bakterien) stammen, sowie
Glykoproteinhormone, wie beispielsweise Follikel-stimulierendes Hormon
(FSH), luteinisierendes Hormon (LH) und Thyroid-stimulierendes Hormon
(U.S. Patente Nr. 6,103,501; 5,856,137; 5,767,067; 5,639,640; 5,444,167).
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Lipide
enthaltende Moleküle,
welche im Rahmen dieser Erfindung Anwendung finden, umfassen, ohne Einschränkung, jene,
welche aus pathogenen Parasiten stammen (zum Beispiel Lipoproteine,
Lipopolysaccharide, etc.).
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem Molekül
um ein Peptid. In einer stärker
bevorzugten Ausführungsform
stammt das Peptid aus einem Bakterium (zum Beispiel das OM-Protein
F aus Pseudomonas aeruginosa und das Fibronektin-bindende Protein
(FnBP) aus Staphylococcus aureus), einem Virus (zum Beispiel caninem
Parvovirus), einem Immunglobulin (zum Beispiel humanem mlgE), einem
Hormon (zum Beispiel humanem Choriongonadotropin), sowie einem Krebs-assoziierten
Zelloberflächenprotein
(zum Beispiel epithelialem Wachstumsfaktor-Rezeptor).
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E. Expression von Polypeptiden
durch Pflanzenviren (Vergleich)
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Pflanzenviren,
welche nicht erfindungsgemäß sind,
können
in Übereinstimmung
mit den U.S. Patenten Nr. 5,874,087; 5,958,422 konstruiert werden,
um Peptide von Interesse zu exprimieren, welche, wie vorstehend
beschrieben, aus einer beliebigen Quelle stammen. So sind beispielsweise
Comoviren (zum Beispiel CPMV) in der Lage, aus einem einzelnen Virus
60 bis 180 Kopien eines Peptids extern zu exprimieren [eine Kopie
des Peptids in jeder der 60 Kopien des kleinen (S) Hüllproteins
und in jeder der 60 Kopien des großen (L) Hüllproteins].
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Die
Peptide, welche in die modifizierten Pflanzenviren eingebaut werden
können,
enthalten bevorzugt mindestens vier (4) Aminosäuren und unterliegen lediglich
der Einschränkung,
dass die Art und Größe des Peptids
sowie die Stelle, an welcher es in oder auf dem Viruspartikel platziert
wird, die Assemblierungsfähigkeit des
modifizierten Virus nicht beeinträchtigt, wenn dieser in vitro
oder in vivo kultiviert wird. In einer Ausführungsform ist das Peptid ein
Peptid, dessen Funktion eine bestimmte Konformation für dessen
Aktivität
erfordert. Die biologische Aktivität des Peptids kann durch Assoziierung
des Peptids mit einem größeren Molekül aufrechterhalten
werden (zum Beispiel zur Erhöhung
seiner Stabilität
oder Präsentationsart
in einem bestimmten biologischen System), wie bereits beschrieben
(U.S. Patent Nr. 5,958,422).
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Die
virale Pflanzennukleinsäure
wird durch Einbringen einer für
das Peptid von Interesse kodierenden Nukleotidsequenz entweder zusätzlich zum
existierenden viralen Genom (das heißt Insertion in das existierende
virale Genom) oder als Ersatz für
einen Teil des viralen Genoms modifiziert. Die Wahl des Einbringungsverfahrens
wird zu einem großen
Teil durch die Struktur des Kapsidproteins und die Leichtigkeit
bestimmt, mit welcher Additionen oder ein Austausch durchgeführt werden
können,
ohne die Assemblierungsfähigkeit
des modifizierten Virus in Pflanzen zu beeinträchtigen.
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In
einer Ausführungsform
wird die für
das Peptid von Interesse kodierende Nukleotidsequenz in das virale
Genom insertiert. In einer ersten Ausführungsform wird die Insertions-
oder Substitutionsstelle der für das
Peptid von Interesse kodierenden Nukleotidsequenz so ausgewählt, dass
direkte Sequenzwiederholungen, welche die Stelle flankieren, nicht
vorhanden sind. Der Begriff „direkte
Sequenzwiederholung" bedeutet, wenn
er in Bezug auf ein Konstrukt, welches eine Nukleotidsequenz von
Interesse enthält,
verwendet wird, dass eine identische Oligonukleotidsequenz auf beiden
Seiten der Nukleotidsequenz von Interesse vorhanden ist. Konstrukte,
welche direkte Sequenzwiederholungen enthalten, die eine Nukleotidsequenz
von Interesse flankieren, sind unerwünscht, da sie als Ergebnis
einer Rekombination zwischen den flankierenden Sequenzwiederholungen
genetisch instabil sind, was zu einem Verlust der flankierten Nukleotidsequenz
und einer Rückkehr
zur Wildtyp-Sequenz führt.
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In
einer alternativen Ausführungsform,
in welcher die fremde Oligonukleotidsequenz als Ersatz für einen
Teil der existierenden Sequenz in das Genom des Pflanzenvirus eingebracht
wird, ist es bevorzugt, dass die substituierte Virusgenomsequenz
nicht für
eine Aminosäuresequenz
im viralen Hüllprotein
kodiert, was für die
Replikation, Enkapsidation und/oder Fortpflanzung des Virus in einer
Wirtspflanze von Bedeutung ist. Dieser Defekt kann unter Verwendung
einer Kombination von im Fachbereich bekannten Verfahren und den
hierin bereitgestellten Lehren auf einfache Weise bestimmt und vermieden
werden.
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Die
für das
Peptid von Interesse kodierende Nukleotidsequenz kann durch Identifizieren
jenes Teils des Virusgenoms, welches für einen exponierten Teil eines
Hüllproteins
kodiert, in den Pflanzenvirus eingebracht werden. Der Begriff „exponierter
Teil eines Hüllproteins", wie er hierin in
Bezug auf einen Virus verwendet wird, ist jener Teil des viralen
Hüllproteins,
welcher auf der äußeren Oberfläche des
Hüllproteins
angeordnet ist. Der Ort von Teilen des Hüllproteins, welche exponiert
sind und daher potenziell optimale Stellen für die Einbringung des Polypeptids
von Interesse darstellen, kann durch Untersuchung der dreidimensionalen
Struktur des Pflanzenvirus auf einfache Weise identifiziert werden.
In einer weiteren Ausführungsform
wird die Aminosäuresequenz
der exponierten Teile eines Hüllproteins
in Bezug auf Aminosäuren
untersucht, welche α-helikale
Strukturen aufbrechen, da diese potenziell optimale Stellen für eine Insertion
darstellen. Beispiele geeigneter Aminosäuren sind Prolin und Hydroxyprolin,
welche beide, wann auch immer sie in einer Polypeptidkette auftreten,
eine Unterbrechung der α-Helix
bewirken und einen starren Knick oder eine Krümmung in der Struktur erzeugen.
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Sobald
in Übereinstimmung
mit den vorstehenden Lehren und jenen der U.S. Patente Nr. 5,958,422 und
5,874,087 eine geeignete Stelle im viralen Hüllprotein ausgewählt ist,
kann die für
das Peptid von Interesse kodierende Nukleotidsequenz an einer Stelle,
welche für
die gewünschte
Stelle kodiert, in das virale Genom eingebracht werden. Eine derartige
Einbringung kann entweder durch Insertion in eine virale Sequenz
oder durch Substitution einer viralen Sequenz erzielt werden.
-
Ist
eine Insertion erwünscht,
so kann dies durch Auswählen
zweier unterschiedlicher Restriktionsenzym-Schnittstellen und Spalten
der Nukleinsäure
unter Verwendung der ausgewählten
Restriktionsenzyme erzielt werden. Eine für das Peptid von Interesse
kodierende doppelsträngige
Nukleotidsequenz wird unter Verwendung von im Fachbereich bekannten
Verfahren (zum Beispiel Polymerase-Kettenreaktion, PCR) synthetisiert,
so dass Oligonukleotide Enden aufweisen, welche mit den ausgewählten Restriktionsenzym-Schnittstellen
kompatibel sind, was eine Insertion in die gespaltene virale Nukleinsäure gestattet.
Dieses Verfahren führt zur
Einbringung einer für
das Peptid von Interesse kodierenden Nukleotidsequenz, während die
Anwesenheit direkter Sequenzwiederholungen, welche das Insert flankieren,
vermieden wird. Bevorzugt, jedoch nicht notwendigerweise, werden
komplementäre
Oligonukleotide synthetisiert, in welchen die für das Peptid von Interesse
kodierende Sequenz von Pflanzenvirussequenzen flankiert ist, so
dass die Nukleotidsequenz von Interesse zusätzlich zur existierenden Nukleinsäure eingebracht
wird.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem Pflanzenvirus um CPMV, und das Peptid von
Interesse wird in den βB-βC-Loop des
kleinen Hüllproteins
(VP23) insertiert. Dieser Loop ist eindeutig auf der Oberfläche des
viralen Partikels exponiert, wobei ein Computermodell zeigte, dass
selbst große,
an dieser Stelle insertierte Loops die Wechselwirkung zwischen benachbarten
Untereinheiten, welche für
die Struktur und Stabilität
des Kapsids verantwortlich sind, wahrscheinlich nicht beeinträchtigen.
Dieser Loop weist eine einzigartige Nhel-Stelle an Position 2708
der M-RNA-spezifischen Sequenz auf, an welcher fremde Sequenzen
insertiert werden können.
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Alternativ
wird, wenn die Substitution einer viralen Genomsequenz erwünscht ist,
die für
die Substitution ausgewählte
virale Sequenz unter Verwendung geeigneter Restriktionsenzyme gespalten
(zum Beispiel die Sequenz zwischen den Nhel- und Aatll-Restriktionsschnittstellen
des beispielhaft genannten CPMV), und eine für das Peptid von Interesse
kodierende Nukleotidsequenz wird, wie vorstehend beschrieben, hierfür substituiert
(U.S. Patent Nr. 5,958,422).
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Mit
Bestimmung der Stelle und Art der Einbringung des Peptids von Interesse
in den Pflanzenvirus kann die Veränderung des Pflanzenvirus unter
Verwendung bereits beschriebener Verfahren fortgesetzt werden (U.S.
Patente Nr. 5,958,422 und 5,874,087). So ist es beispielsweise erforderlich,
wenn das Pflanzenvirus ein RNA-Virus
(zum Beispiel CPMV) ist, das Peptid von Interesse unter Verwendung
von cDNA-Klonen der RNA zu exprimieren. Es wurden cDNA-Klone der
RNAs M und B von CPMV konstruiert, in welchen der cDNA-Klon der
M-RNA eine für
ein heterologes Peptid kodierende insertierte Oligonukleotidsequenz
enthält,
und welche sich der Blumenkohl-Mosaikvirus (CaMV) 35S-Promotorsequenz
bedienen, die an den 5'-Enden
der viralen cDNAs zur Erzeugung infektiöser Transkripte in der Pflanze
gebunden ist. Diese Technik überwindet einige
der Probleme, welchen man im Rahmen der Verwendung von in vitro
erzeugten Transkripten begegnet, wobei sie auf alle Pflanzen-RNA-Viren
anwendbar ist.
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Insbesondere
ist, eine Veränderung
des Genoms des beispielhaft genannten CPMV betreffend, ein Volllängen-cDNA-Klon
von CPMV-M-RNA im Transkriptionsvektor pPM1 verfügbar (pPMM2902), wobei dies auch
für einen
Volllängen-cDNA-Klon
von CPMV-B-RNA (pBT7-123) zutrifft. Ein Gemisch von Transkripten aus
pPMM2902 und pBT7-123 hat eine vollständige Virusinfektion zur Folge,
wenn es in Kuherbsen-Protoplasten
elektroporiert wird.
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Um
die Erzeugung einer direkten Wiederholungssequenz, welche das Insert
flankiert, zu vermeiden, kann eine zweite Restriktionsenzym-Schnittstelle
in der Nukleotidsequenz des für
VP23 kodierenden Bereichs des CPMV-Genoms erzeugt werden. So erzeugt
beispielsweise ein einzelner stiller Basenaustausch (U gegen C)
an Position 2740 der M-RNA eine einzigartige Aatll-Schnittstelle
an Aminosäure
Valin 27 (Position 2735 der Nukleotidsequenz). Dies kann durch ortsgerichtete
Mutagenese von M13-JR-1 unter Verwendung von in U.S. Patent Nr.
5,874,087 beschriebenen Verfahren erreicht werden. Die Erzeugung
der Aatll-Schnittstelle ermöglicht
es der für
die sechs Aminosäuren
des nativen βB-βC-Loops in
CPMV kodierenden Nukleotidsequenz, durch Verdau mit Nhel und Aatll
entfernt zu werden.
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Die
Sequenz kann anschließend
durch eine beliebige Sequenz mit Nhel- und Aatll-kompatiblen Enden ersetzt werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem Pflanzenvirus um Kuherbsen-Mosaikvirus (CPMV),
und das Peptid von Interesse wird zwischen den Alanin 22 (Ala22)- und Prolin 23 (Pro23)-Resten des βB-βC-Loops des
kleinen Kapsidproteins (VP23), wie bereits beschrieben, insertiert
(U.S. Patent Nr. 5,958,422).
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F. Konjugieren von Molekülen an Pflanzenviren
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Die
erfindungsgemäßen Pflanzenviren
können
modifiziert werden, um den humoralen und/oder zellulären Komponenten
des Immunsystems ein beliebiges Molekül von Interesse zu präsentieren,
indem das Molekül
von Interesse, wie nachstehend beschrieben, chemisch an den Pflanzenvirus
konjugiert wird.
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Der
Begriff „konjugieren" bedeutet, wenn er
hierin in Bezug auf ein Molekül
von Interesse und einen Virus verwendet wird, das kovalente Verknüpfen des
Moleküls
von Interesse mit dem Virussubjekt mit der einzigen Einschränkung, dass
die Art und Größe des Moleküls von Interesse
und die Stelle, an welcher es kovalent an den Viruspartikel gebunden
ist, die Assemblierungsfähigkeit
des modifizierten Virus nicht beeinträchtigt, wenn dieser in vitro
oder in vivo kultiviert wird.
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1. Reaktives
Peptid
-
In
einer Ausführungsform
sieht die Erfindung das Konjugieren von Molekülen von Interesse an den Virus
in einem exponierten Teil des Hüllproteins
des Virus vor. Dies wird durch Konjugieren des Moleküls von Interesse
an ein heterologes reaktives Peptid erzielt, welches auf der Oberfläche des
Hüllproteins
des Virus exprimiert wird.
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Der
Begriff „reaktives
Peptid" bezeichnet
ein Peptid, welches in der Lage ist, kovalent an das Molekül von Interesse
zu binden. Der Begriff „in
der Lage, kovalent zu binden" bedeutet,
wenn er in Bezug auf die Wechselwirkung zwischen einem Peptid und
einem Molekül
von Interesse verwendet wird, dass das Peptid in Gegenwart geeigneter
Bedingungen, wie beispielsweise geeigneter Salzkonzentration, chemischer
Reagenzien, Temperatur, pH, etc. kovalent an das Molekül bindet.
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Reaktive
Peptide von Interesse können
in Bezug auf ihre Größe im Bereich
von 1 bis 100, stärker
bevorzugt von 1 bis 50, noch stärker
bevorzugt von 1 bis 20 Aminosäuren
liegen. In besonderem Maße
wurde festgestellt, dass mindestens 38 Aminosäurereste an der Oberfläche des
beispielhaft genannten CPMV dargestellt werden können (U.S. Patente Nr. 5,958,422
und 5,874,087).
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Obwohl
keinerlei Einschränkung
der Aminosäuren
in dem reaktiven Peptid auf eine bestimmte Art von Aminosäurerest
beabsichtigt ist, enthält
das reaktive Peptid in einer bevorzugten Ausführungsform eine oder mehrere „reaktive
Aminosäuren", das heißt Aminosäuren, welche
in der Lage sind, eine kovalente Bindung mit einem Molekül von Interesse
entweder direkt oder indirekt, zum Beispiel über ein bifunktionelles Molekül, das zur
Ausbildung einer kovalenten Bindung sowohl mit der reaktiven Aminosäure als
auch dem Molekül
von Interesse befähigt
ist, auszubilden. In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich
bei der reaktiven Aminosäure
um eine geladene Aminosäure.
Eine „geladene
Aminosäure" ist eine Aminosäure, welche
eine positive Nettoladung oder eine negative Nettoladung enthält. „Positiv
geladene Aminosäuren", welche auch als „basische
Aminosäuren" bezeichnet werden,
umfassen Lysin, Arginin und Histidin. „Negativ geladene Aminosäuren", welche auch als „saure
Aminosäuren" bezeichnet werden,
umfassen Asparaginsäure,
Glutaminsäure und
Cystein. Angesichts der Empfindlichkeit der erfindungsgemäßen Pflanzenviren
in Bezug auf die Anwesenheit destabilisierender geladener Reste
an der Kapsidoberfläche
ist es bevorzugt, jedoch nicht erforderlich, dass die Ladungsmenge
auf dem reaktiven Peptid minimiert wird. Dies kann durch Einbringen
sowohl negativ geladener als auch positiv geladener Aminosäuren in
das reaktive Peptid erreicht werden, so dass die negative Ladung
der negativ geladenen Aminosäuren
mindestens teilweise von der positiven Ladung der positiv geladenen
Aminosäuren
ausgeglichen (das heißt
neutralisiert) wird, so dass das reaktive Peptid eine positive oder negative
Nettoladung aufweist. In einer stärker bevorzugten Ausführungsform
wird die negative Ladung der negativ geladenen Aminosäuren vollständig von
der positiven Ladung der positiv geladenen Aminosäuren ausgeglichen,
so dass das reaktive Polypeptid eine Nettoladung von null aufweist.
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Die
geladenen Aminosäuren
des reaktiven Peptids können
aufeinanderfolgen (das heißt
zwei oder mehrere geladene Aminosäuren in einer Anordnung ohne
dazwischen liegende ungeladene Aminosäurereste oder ungeladene Aminosäureanaloga)
oder nicht aufeinanderfolgen (das heißt zwei oder mehrere geladene Aminosäuren in
einer Anordnung mit mindestens einem dazwischen liegenden ungeladenen
Aminosäurerest oder
Aminosäureanalogon).
Aufeinanderfolgende geladene Aminosäuren können aus einem [zum Beispiel Asp-Asp-Asp-Asp (SEQ
ID NO: 1); Arg-Arg-Arg; Lys-Lys-Lys-Lys-Lys (SEQ ID NO: 2); oder
His-His] oder mehreren (zum Beispiel Asp-Glu; Asp-Arg-Glu-Lys; Cys-His-Lys;
Lys-Arg-Arg oder Lys-Arg-His oder Lys-His-His) Aminosäureresten
bestehen.
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Folgen
die geladenen Aminosäuren
aufeinander, so können
sie in einer Anordnung vorliegen, in welcher die negativ geladenen
Aminosäuren
untereinander aufeinanderfolgen und die positiv geladenen Aminosäuren untereinander
aufeinanderfolgen. Beispiele für
eine derartige Sequenz umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf,
die positiv geladenen Sequenzen Lys-Lys-Arg-His-Lys (SEQ ID NO:
3) und Arg-Arg-His-Lys (SEQ ID NO: 4), und die negativ geladenen
Sequenzen Asp-Cys-Glu-Asp (SEQ ID NO: 5) und Asp-Asp-Glu-Glu-Glu
(SEQ ID NO: 6). Alternativ können
sie, wenn die geladenen Aminosäuren
aufeinanderfolgen, in einer Anordnung vorliegen, in welcher die
negativ geladenen Aminosäuren
untereinander nicht aufeinanderfolgen und/oder die positiv geladenen
Aminosäuren
untereinander nicht aufeinanderfolgen.
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Eine
Sequenz von aufeinanderfolgenden negativ geladenen Aminosäuren kann,
wie durch die Formel XnYn beschrieben wird, auf eine Sequenz von
aufeinanderfolgenden positiv geladenen Aminosäuren folgen, wobei X eine Sequenz
von aufeinanderfolgenden positiv geladenen Aminosäuren, Y
eine Sequenz von aufeinanderfolgenden negativ geladenen Aminosäuren, und
n eine ganze Zahl von 1 bis 50, stärker bevorzugt von 1 bis 25,
noch stärker
bevorzugt von 1 bis 10 Aminosäuren
ist. Beispiele hierfür
sind die Sequenzen Asp-Lys, Glu-Arg, Glu-Cys-Lys-Arg (SEQ ID NO: 7) und Asp-Cys-Glu-His-Arg-Lys
(SEQ ID NO: 8).
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Weiterhin
kann die Sequenz von aufeinanderfolgenden geladenen Aminosäuren in
dem reaktiven Peptid als eine sich wiederholende Sequenz auftreten.
Der Begriff „sich
wiederholende Sequenz" bedeutet, wenn
er in Bezug auf eine in einer Peptidsequenz enthaltene Aminosäuresequenz
verwendet wird, dass sich die Aminosäuresequenz 1- bis 2-mal, stärker bevorzugt
1- bis 10-mal, und am stärksten
bevorzugt 1- bis 100-mal in der Peptidsequenz wiederholt. Die Wiederholungen
der Peptidsequenz können
nicht aufeinanderfolgen oder aufeinanderfolgen. Der Begriff „nicht
aufeinanderfolgende Wiederholung" bedeutet,
wenn er in Bezug auf eine sich wiederholende Peptidsequenz verwendet
wird, dass mindestens eine Aminosäure (oder ein Aminosäureanalogon)
zwischen die sich wiederholenden Sequenzen platziert wird. Der Begriff „aufeinanderfolgende
Wiederholung" bedeutet,
wenn er in Bezug auf eine sich wiederholende Peptidsequenz verwendet wird,
dass keine dazwischen liegenden Aminosäuren (oder Aminosäureanaloga)
zwischen den sich wiederholenden Sequenzen vorhanden sind.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
enthält
das reaktive Peptid eine sich wiederholende Sequenz von aufeinanderfolgenden
positiv geladenen Aminosäuren
sowie eine sich wiederholende Sequenz von aufeinanderfolgenden negativ
geladenen Aminosäuren,
wobei die Gesamtzahl an positiv geladenen Aminosäureresten in der Sequenz von
aufeinanderfolgenden positiv geladenen Aminosäuren die gleiche ist wie die
Gesamtzahl an negativ geladenen Aminosäureresten in der Sequenz von
aufeinanderfolgenden negativ geladenen Aminosäuren. In einer noch stärker bevorzugten
Ausführungsform
folgt die Sequenz von aufeinanderfolgenden positiv geladenen Aminosäuren auf
die Sequenz von aufeinanderfolgenden negativ geladenen Aminosäuren. Beispiele
hierfür
sind die Sequenzen Asp-Lys-Asp-Lys-Asp-Lys-Asp-Lys-Asp-Lys-Asp-Lys
(SEQ ID NO: 9), Glu-Cys-Lys-Arg-Glu-Cys-Lys-Arg-Glu-Cys-Lys-Arg
(SEQ ID NO: 10), Asp-Cys-Glu-His-Arg-Lys-Asp-Cys-Glu-His-Arg-Lys
(SEQ ID NO: 11), Asp-Cys-Glu-His-Arg-Lys-Asp-Cys-Glu-His-Arg-Lys-Asp-Cys-Glu-His-Arg-Lys
(SEQ ID NO: 12), Cys-Asp-Asp-Glu-Cys-Lys-Arg-Arg-Arg-His-Cys-Asp-Asp-Glu-Cys-Lys-Arg-Arg-Arg-His-Cys-Asp-Asp-Glu-Cys-Lys-Arg-Arg-Arg-His
(SEQ ID NO: 13), Glu-Arg-Glu-Arg-Glu-Arg-Glu-Arg (SEQ ID NO: 14), Asp-His-Asp-His-Asp-His-Asp-His-Asp-His
(SEQ ID NO: 15).
-
In
einer alternativen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen,
dass das reaktive Peptid nicht aufeinanderfolgende negativ geladene
Aminosäuren
und nicht aufeinanderfolgende positiv geladene Aminosäuren enthält. In anderen
Worten können
zwischen den geladenen Aminosäuren
(ob negativ oder positiv geladen) Aminosäuren (oder Aminosäureanaloga)
angeordnet sein, welche entweder ungeladen (zum Beispiel Glycin,
Alanin, Valin, Leucin, Isoleucin, Serin, Threonin, Phenylalanin,
Tyrosin, Tryptophan, Methionin, Prolin, Asparagin und Glutamin)
sind, oder welche eine unterschiedliche Ladung aufweisen. In einer
stärker
bevorzugten Ausführungsform
enthält
das reaktive Peptid ferner eine Sequenz von aufeinanderfolgenden
geladenen Aminosäuren,
wobei die Sequenz von aufeinanderfolgenden geladenen Aminosäuren entweder
aus aufeinanderfolgenden negativ geladenen Aminosäuren oder
aus aufeinanderfolgenden positiv geladenen Aminosäuren besteht.
In einer stärker
bevorzugten Ausführungsform
ist die Sequenz beispielsweise eine Sequenz der allgemeinen Formel
Asp-Glun-Gly-Lysn-Asp-Glun (SEQ ID NO: 16), Asp-Glun-Gly-Lys2n-Asp-Glun (SEQ
ID NO: 17), Lys-Argn-Ser-Gly-Asp-Glu-Asp (SEQ
ID NO: 18), Lys-Argn-His-Pro-Met-Aspn-Glu (SEQ ID NO: 19), wobei n eine ganze
Zahl von 1 bis 40 ist. In einer noch stärker bevorzugten Ausführungsform
ist die Sequenz Asp-Glu-Gly-Lys-Gly-Lys-Gly-Lys-Gly-Lys-Asp-Glu
(SEQ ID NO: 20).
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In Übereinstimmung
mit den vorstehenden Lehren und jenen der U.S. Patente Nr. 5,958,422
und 5,874,087 kann ein beliebiges reaktives heterologes Peptid gentechnisch
in einen Pflanzenviruspartikel eingebaut werden. Insbesondere kann
das heterologe reaktive Peptid in einem exponierten Teil des Hüllproteins
des Pflanzenvirus exprimiert werden. Es ist bevorzugt, dass das
reaktive Peptid in den Pflanzenviruspartikel insertiert wird, so
dass die reaktiven Aminosäuren
auf dem Hüllprotein
des Pflanzenvirus, stärker
bevorzugt von der Struktur des Kapsids aus nach außen ragend,
dargestellt werden, wodurch sich der Zugang chemischer Liganden
und Reagenzien zu den reaktiven Aminosäuren des reaktiven Peptids
erleichtert. In einer Ausführungsform
wird das reaktive Peptid zwischen Alanin 22 und Prolin 23 des kleinen
Hüllproteins
(VP-S) des Kuherbsen-Mosaikvirus insertiert.
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2. Konjugieren eines Moleküls von Interesse
an ein reaktives Peptid
-
Ein
beliebiges Molekül
von Interesse kann an ein reaktives Peptid (ob Wildtyp oder heterolog),
welches mittels der erfindungsgemäßen Pflanzenviren unter Verwendung
von im Fachbereich bekannten Verfahren präsentiert wird, konjugiert werden.
Verfahren zum Konjugieren von Polysacchariden an Peptide umfassen beispielsweise,
sind jedoch nicht beschränkt
auf, die Kupplung über
Alpha- oder Epsilon-Aminogruppen an NaIO4-aktiviertes
Oligosaccharid [Bocher et al. (1997) J. Immunol. Methods 27: 191–202], die
Verwendung von Quadratsäurediester
(1,2-Diethoxycyclobuten-3,4-dion)
als Kupplungsreagenz [Tietze et al. (1991) Bioconjug. Chem. 2: 148–153], die
Kupplung über
einen Peptidlinker, wobei das Polysaccharid ein reduzierendes Ende aufweist
und frei von Carboxylgruppen ist (U.S. Patent Nr. 5,342,770), die
Kupplung mit einem aus humanem Hitzeschockprotein hsp65 stammenden
synthetischen Peptidträger
(U.S. Patent Nr. 5,736,146), und die Verwendung der Verfahren des
U.S. Patents Nr. 4,639,512. Diese Verfahren können auf Polysaccharid-Antigene, umfassend
beispielsweise das Oberflächenantigen
von Staphylococcus epidermidis (U.S. Patent Nr. 5,961,975), angewendet
werden.
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Verfahren
zum Konjugieren von Glykoproteinen an Peptide über die Kohlenhydrat-Einheiten des Glykoproteins
wurden beschrieben, wobei diese beispielsweise die Erzeugung reaktiver
Aldehyde in den Kohlenhydrat-Einheiten durch milde Oxidation mit
Natriumperiodat und anschließende
Umsetzung mit Peroxidasehydrazid [D'Alessandro et al. (1998) Clin. Chim.
Acta 22: 189–197],
die Verwendung des heterobifunktionellen Vernetzungsreagenz 4-(4-N-Maleinimidophenyl)-buttersäurehydrazid
(MPBH), welches eine Kupplung von aus Kohlenhydraten stammenden
Aldehyden an freie Thiole gestattet [Chamow et al. (1992) J. Biol.
Chem. 267: 15916–15922],
das organische cyanylierende Reagenz 1-Cyano-4-dimethylaminopyridinium-tetrafluoroborat
(CDAP) zur Aktivierung von Polysacchariden vor Kupplung an Peptide
unter milden alkalischen Bedingungen (pH 7–9) (Lees et al. (1996) Vaccine
14: 190–198],
eine Carboxylaktivierung oder Hydroxylaktivierung des Polysaccharids
[Devi et al. (1995) Infect. Immun. 63: 2906–2911], eine Alkalibehandlung
des Polysaccharids vor Kupplung an das Peptid [Kabir (1987) J. Med.
Microbiol. 23: 9–18],
und die Verfahren des U.S. Patents Nr. 4,639,512 verwenden. Diese
Verfahren können
beispielsweise zum Konjugieren von Glykoprotein-Antigenen [beispielhaft
durch das humane Immunschwächevirus
Typ 2 (HIV-2)-Antigen (U.S. Patent Nr. 6,037,165) und das P-Glykoprotein- Zelloberflächenantigen
(U.S. Patent Nr. 4,837,306) vertreten] an den Pflanzenvirus verwendet
werden.
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Ferner
kann entweder die Protein- oder Polysaccharid-Einheit eines Glykoproteins
dazu verwendet werden, das Glykoprotein unter Verwendung von Verfahren
aus dem Stand der Technik, welche zum Konjugieren von Glykoproteinen
an Glykoproteine verwendet wurden, kovalent mit reaktiven Peptiden
auf dem Virus zu verknüpfen,
wie beispielsweise durch Fotoaktivierung an ein Azidobenzoyl-Derivat
eines der Glykoproteine [Rathnam et al. (1980) Biochim. Biophys.
Acta 624: 436–442].
-
Verfahren
zum Konjugieren von Proteinen an Proteine sind hierin beschrieben
(das heißt
Konjugieren eines reaktiven heterologen Peptids, welches einen Cysteinrest
enthält,
an ein Protein von Interesse, das mit n-Maleinimidobenzoyl-N-hydroxysuccinimidester
(MBS) aktiviert wurde; Beispiel 11). Es sind ferner verschiedene
zusätzliche
Verfahren bekannt, umfassend das Verfahren des Konjugierens von
SL-Protein an Proteinallergene [Jahn-Schmid et al. (1996) Immunotechnology
2: 103], die Kupplung mit einem aus humanem Hitzeschockprotein hsp65
stammenden synthetischen Peptidträger (U.S. Patent Nr. 5,736,146),
die zum Konjugieren von Peptiden an Antikörper verwendeten Verfahren
(U.S. Patente Nr. 5,194,254; 4,950,480), die zum Konjugieren von
Peptiden an Insulinfragmente verwendeten Verfahren (U.S. Patent
Nr. 5,442,043), die Verfahren des U.S. Patents Nr. 4,639,512, sowie
das Verfahren des Konjugierens des zyklischen Dekapeptid-Antibiotikums
Polymyxin B an einen IgG-Träger
unter Verwendung einer EDAC [1-Ethyl-3-(3-dimethylaminopropyl)carbodiimid]-vermittelten
Amidbildung [Drabick et al. (1998) Antimicrob. Agents Chemother.
42: 583–588].
-
Ansätze zum
Konjugieren von Nukleinsäuren
an Proteine sind im Fachbereich ebenfalls bekannt, wie beispielsweise
jene, welche in den U.S. Patenten Nr. 5,574,142; 6,117,631; 6,110,687
beschrieben sind.
-
Verfahren
zum Konjugieren von Lipiden an Peptide wurden im Fachbereich beschrieben
und umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, die Verwendung von
reduktiver Aminierung und einer Etherverknüpfung, welche ein sekundäres oder tertiäres Amin
enthält
(U.S. Patent Nr. 6,071,532), die Verfahren des U.S. Patents Nr.
4,639,512, die zur kovalenten Kupplung von Peptiden an unilamellare
Liposomen verwendeten Verfahren [Friede et al. (1994) Vaccine 12:
791–797],
die Kupplung von humanem Serumalbumin an Liposomen unter Verwendung
des heterobifunktionellen Reagenzes N-Succinimidyl-S-acetylthioacetat
(SATA) [Kamps et al. (1996) Biochim. Biophys. Acta 1278: 183–190], die
Kupplung von Fab'-Antikörperfragmenten
an Liposomen unter Verwendung eines Phospholipid-Poly(ethylenglykol)-Maleinimid-Ankers [Shahinian
et al. (1995) Biochim. Biophys. Acta 1239: 157–167], und die Kupplung des
CTL-Epitops von Plasmodium an Palmitinsäure über Cystein-Serin-Aminosäurespacer
[Verheul et al. (1995) J. Immunol. Methods 182: 219–226].
-
G. Verabreichen von Zusammensetzungen
an Tiere
-
In
einer Ausführungsform
ist vorgesehen, dass die erfindungsgemäßen modifizierten Viren zur
Präsentation
antigener Moleküle
als immunogene Komponente von Vakzinen verwendet werden. Die erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviren stellen im Rahmen der Konzipierung von Vakzinen ein
besonders attraktives Präsentationssystem
für Epitope
bereit, da sie das antigene Molekül auf dem Pflanzenviruspartikel
derart präsentieren,
dass es vom Immunsystem leicht erkannt wird, beispielsweise durch
Lokalisierung in einem exponierten Teil des Hüllproteins des Virus. Die erfindungsgemäßen modifizierten
Viren können
einem Empfängertier
auf einem beliebigen gewünschten
Weg verabreicht werden (zum Beispiel intranasal, oral, parenteral, subkutan,
intravenös,
subkutan, intrathekal, intraperitoneal, intramuskulär, etc.).
-
Obwohl
die hierin präsentierten
Daten belegen, dass die erfindungsgemäßen modifizierten Pflanzenviren
ihre Wirkung auf die zellulären
und/oder humoralen Komponenten des Immunsystems ohne Rücksicht auf
die Abwesenheit oder Gegenwart fremder immunmodulatorischer Mittel
(zum Beispiel Hilfsmittel, Cytokine, etc.) ausüben, ist die Erfindung ausdrücklich nicht
auf eine Anwendung der Erfindung in Abwesenheit dieser Mittel beschränkt. Da
beispielsweise Hilfsmittel eine Erhöhung der Art einer Immunantwort
sowie des jeweiligen Signalweges der resultierenden Immunreaktion
bewirken, kann von einem Fachmann die Einbeziehung von Hilfsmitteln
in Kombination mit den erfindungsgemäßen modifizierten Viren unabhängig vom
Einfluss, welchen das Hilfsmittel auf den ausgelösten T-Helferzell-Signalweg ausübt, als
wünschenswert
erachtet werden.
-
Obwohl
die Erfindung unter Verwendung der beispielhaft genannten Hilfsmittel
Alaun, FCA/FICA und QS-21 veranschaulicht wurde, ist es ausdrücklich vorgesehen,
dass die Erfindung nicht auf diese Hilfsmittel beschränkt ist.
Vielmehr kann ein beliebiges Hilfsmittel von Interesse umfasst sein,
wie beispielsweise, jedoch nicht beschränkt auf, jene, welche ein Emulsionssystem
und ein synthetisches Harzmaterial, welches zur Komplexbildung mit
Antigenen, Hormonen, Arzneimitteln und Serum befähigt ist, enthalten (U.S. Patent
Nr. 3,919,411), Copolymere von Polyoxyethylen/Polyoxypropylen-Blockcopolymeren
(U.S. Patent Nr. 6,086,899), 1H-Imidazo[4,5-C-chinolin]-4-amin
und dessen Derivate (U.S. Patent Nr. 6,083,505), das mutierte hitzelabile Enterotoxin
Holotoxin aus Escherichia coli (U.S. Patent Nr. 6,033,673), Formyl-Methionyl-Peptid
(fMLP) (U.S. Patent Nr. 6,017,537), ADP-ribosylierendes Exotoxin, welches insbesondere
für ein
transkutane Verabreichung geeignet ist (U.S. Patent Nr. 5,980,898),
Interleukin-12 (U.S. Patent Nr. 5,976,539), Polydimethylsiloxan und
ein Komplexemulgator (U.S. Patent Nr. 5,904,925), Hemozoin oder β-Hematin
(U.S. Patent Nr. 5,849,307), Glucan aus Saccharomyces cervisiae
(U.S. Patent Nr. 5,804,199), Zinkhydroxid/Calciumhydroxid-Gel, Lecithin und
Polyalphaolefin (U.S. Patent Nr. 5,232,690), Polyoxyethylen-Sorbitanmonoester
(PS), welche für
eine topische Verabreichung von Antigenen über Schleimhäute von
Nutzen sind (U.S. Patent Nr. 5,942,237), sowie transdermale Liposomen
(U.S. Patent Nr. 5,910,306). Darüber
hinaus sind ferner Verfahren im Fachbereich bekannt, welche die
kristallinen Oberflächenschichten
(SL) von Bakterien als Hilfsmittel verwenden, indem Antigene an
SL konjugiert werden [Jahn-Schmid et al. (1997) International Immunology
9: 1867–1874].
-
Ferner
können
die erfindungsgemäßen modifizierten
Viren, obwohl sie für
ihre Wirksamkeit keiner Cytokine oder Arzneimittelträger bedürfen, gemeinsam
mit Cytokinen oder Arzneimittelträgern von Interesse verabreicht
werden. Beispiele für
Cytokine umfassen, ohne Einschränkung,
Interleukin-1α,
Interleukin-1β,
Interleukin-2, Interleukin-11,
Interferon-γ,
Interferon-γ,
Tumornekrosefaktor, die TGF-β-Familie,
die Inhibin-Familie, die DPP/VG1-Familie, die Mullerian Inhibiting
Substance-Familie, Leukämie
inhibierender Faktor, Oncostatin M und ciliärer neurotropher Faktor.
-
Pharmazeutische
Arzneimittelträger,
welche in Kombination mit den erfindungsgemäßen modifizierten Pflanzenviren
Anwendung finden können,
umfassen illustrativ den auf mikrokristalliner Cellulose basierenden Arzneimittelträger, welcher
eine verbesserte Kompressibilität
aufweist (U.S. Patent Nr. 6,103,219), Galactomannan-Hydrokolloid,
welches zur Erhöhung
des Härtegrades
einer Guargummi enthaltenden pharmazeutischen Tablette geeignet
ist (U.S. Patent Nr. 6,063,402), vernetzte Amylose, welche als Arzneimittelträger für eine langsame
Freisetzung von Wirkstoffen aus Tabletten oder Pellets von Nutzen
ist (U.S. Patent Nr. 5,807,575), enzymatisch entzweigte Stärken, welche
zu einer Tablette verpressbar sind (U.S. Patent Nr. 5,468,286),
sowie Lipidvesikel-Arzneimittelträger, welche
für eine
nicht-irritierende Abgabe an die Nasenschleimhaut in sprühbarer oder
tropfbarer Form hergestellt werden können (U.S. Patent Nr. 5,200,393).
-
H. Erhöhung einer TH1-artigen Antwort
-
Die
erfindungsgemäßen modifizierten
Viren finden insbesondere zur Erhöhung einer TH1-Antwort auf ein
Molekül
von Interesse Anwendung, was die erfindungsgemäßen modifizierten Viren insbesondere
als Träger
für Moleküle attraktiv
macht, welche beispielsweise infektiöse Erkrankungen, Krebs und
Allergien als Angriffsziel haben.
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Der
Begriff „Erhöhen des
Ausmaßes
einer TH1-Antwort" und „erhöhtes Ausmaß einer
TH1-Antwort" bedeutet,
wenn er in Bezug auf die Reaktion eines Tieres auf einen ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus verwendet wird, dass das Ausmaß einer
beliebigen zellulären
und/oder humoralen Antwort oder mehrerer zellulärer und/oder humoraler Antworten,
welche bei Stimulierung durch das Molekül oder den Virus von TH1-Lymphozyten
erzeugt wird/werden, verglichen mit der entsprechenden Antwort in
einem Kontrolltier durch eine beliebige statistisch signifikante
Menge erhöht
wird. Insbesondere bezeichnet ein erhöhtes Ausmaß einer TH1-Antwort in einem
Tier, welches einem ein Molekül
von Interesse enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, (a)
eine erhöhte
Menge an TH1-assoziiertem Immunglobulin, (b) eine erhöhte Menge
an TH1-assoziiertem Cytokin und/oder (c) ein erhöhtes Ausmaß der Proliferation von TH1-Zellen.
-
Der
Begriff „erhöhte Menge
an TH1-assoziiertem Immunglobulin" in einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, bezeichnet eine
Erhöhung,
bevorzugt eine Erhöhung
von mindestens 0.1 %, stärker
bevorzugt von 0.1 % bis 50 %, noch stärker bevorzugt von 0.1 % bis 20
%, und am stärksten
bevorzugt von 0.1 % bis 10% der Menge einer oder mehrerer TH1-assoziierter
Immunglobulin-Subklassen (zum Beispiel Maus-IgG2a,
Maus-IgG2b, humanes IgG1,
humanes IgG3, etc.), welche entweder für das Molekül von Interesse
oder für
den Virus spezifisch ist, bezogen auf die Gesamtmenge an TH1-assoziiertem Immunglobulin
der gleichen Subklasse. So wird beispielsweise eine 5%-ige Erhöhung der Menge
an molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG2a,
bezogen auf die Gesamtmenge an Maus-IgG2a in
der gleichen Maus, als eine Erhöhung
des Ausmaßes
einer TH1-Antwort in der Maus angesehen. Gleichermaßen wird
eine 1 %-ige Erhöhung
der Menge an molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG2b,
bezogen auf die Gesamtmenge an Maus-IgG2b in der
gleichen Maus, als eine Erhöhung des
Ausmaßes
einer TH1-Antwort in der Maus angesehen (siehe beispielsweise Tabelle
4).
-
Alternativ
bezeichnet der Begriff „erhöhte Menge
an TH1-assoziiertem Immunglobulin" in einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, eine Erhöhung, bevorzugt
eine mindestens 2-fache, stärker
bevorzugt 2- bis 100000-fache, stärker bevorzugt 2- bis 10000-fache, und
am stärksten
bevorzugt 2- bis 2000-fache Erhöhung
des Mengenverhältnisses
einer oder mehrerer TH1-assoziierter Immunglobulin-Subklassen (zum Beispiel
Maus-IgG2a, Maus-IgG2b,
humanes IgG1, humanes IgG3,
etc.), welche entweder für
das Molekül
von Interesse oder für
den Virus spezifisch ist, bezogen auf die Gesamtmenge an TH1-assoziiertem
Immunglobulin der gleichen Subklasse einerseits, verglichen mit
dem Verhältnis
einer oder mehrerer TH2-assoziierter
Immunglobulin-Subklassen (zum Beispiel Maus-IgG1, Maus-IgG3, humanes IgG2,
etc.), welche entweder für
das Molekül
von Interesse oder (bzw.) für
den Virus spezifisch ist, bezogen auf die Gesamtmenge an TH2-assoziiertem
Immunglobulin der gleichen Subklasse andererseits. So wird beispielsweise
eine 1000-fache Erhöhung
des Verhältnisses
von molekülspezifischem (und/oder
virusspezifischem) Maus-IgG2a:Gesamt-IgG2a, bezogen auf das Verhältnis von molekülspezifischem (und/oder
virusspezifischem) Maus-IgG1:Gesamt-IgG1 in der gleichen Maus, als eine Erhöhung des
Ausmaßes einer
TH1-Antwort in der Maus angesehen. Gleichermaßen wird eine 2000-fache Erhöhung des
Verhältnisses von
molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG2b:Gesamt-IgG2b, bezogen auf das Verhältnis von molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG3:Gesamt-IgG3 in der gleichen Maus, als eine Erhöhung des
Ausmaßes
einer TH1-Antwort in der Maus angesehen (siehe beispielsweise Tabelle
4).
-
In
noch einer anderen Alternative bezeichnet der Begriff „erhöhte Menge
an TH1-assoziiertem
Immunglobulin" in
einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse enthaltenden
modifizierten Virus ausgesetzt ist, eine Erhöhung, bevorzugt eine mindestens
2-fache, stärker
bevorzugt eine 2- bis 10000-fache, noch stärker bevorzugt eine 2- bis
1000-fache, noch stärker
bevorzugt eine 2- bis 100-fache, und am stärksten bevorzugt eine 2- bis
50-fache Erhöhung
des geometrisch mittleren Endpunkttiters von molekülspezifischem (und/oder
virusspezifischem) TH1-assoziierten
Immunglobulinen verglichen mit dem geometrisch mittleren Endpunkttiter
der molekülspezifischen
(und/oder virusspezifischen) TH1-assoziierten Immunglobuline in
einem Kontrolltier. Der Begriff „Endpunkttiter" ist jene Verdünnung eines
Antikörpers,
welche für
ein vorgegebenes Molekül
spezifisch ist und welche die höchste
Verdünnung
des Antikörpers
darstellt, die eine detektierbare Reaktion (zum Beispiel mittels
ELISA) hervorruft, wenn dieser mit dem Molekül kombiniert wird. So wird
beispielsweise eine 20-fache Erhöhung
des geometrisch mittleren Endpunkttiters von molekülspezifischem Maus-IgG2a in einer behandelten Maus, verglichen
mit dem geometrisch mittleren Endpunkttiter von molekülspezifischem
Maus-IgG2a in einer Kontrollmaus, als eine
erhöhte
Menge an TH1-assoziiertem Immunglobulin angesehen (siehe beispielsweise
Tabellen 2 und 3).
-
Verfahren
zur Quantifizierung der von einzelnen B-Zellen (sowie von mit B-Zellen
fusionierten Zellen, wie beispielsweise Hybridomen) produzierten
Mengen an Immunglobulin werden auf einfache Weise unter Verwendung
kommerziell erhältlicher
Reagenzien und einer Vielzahl von Tests, umfassend die hierin beschriebenen
wie beispielsweise ELISA und ELISPOT, in vitro verwirklicht. Siehe
Segwick et al. (1983) J. Immunol. Methods 57: 301–309. Siehe
ferner Mazer et al. (1991) J. Allergy Clin. Immunol. 88: 235–243.
-
In
noch einer weiteren Alternative bezeichnet ein „erhöhtes Ausmaß einer TH1-Antwort" eine Erhöhung der Menge an TH1-assoziiertem
Cytokin. Der Begriff „Erhöhung der
Menge an TH1-assoziiertem Cytokin" in einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, bedeutet, dass
die Menge eines von den TH1-Zellen des Tieres produzierten TH1-assoziierten
Cytokins in einem behandelten Tier, bezogen auf die Menge eines
von den T-Zellen eines Kontrolltieres produzierten TH1-assoziierten
Cytokins, bevorzugt mindestens 2-fach, stärker bevorzugt 2- bis 10000-fach,
noch stärker bevorzugt
2- bis 1000-fach, und am stärksten
bevorzugt 1- bis 100-fach erhöht
ist. Die Menge an Cytokinen kann beispielsweise unter Verwendung
von ELISA bestimmt werden, wie hierin unter Verwendung kommerziell erhältlicher
Reagenzien beschrieben ist (zum Beispiel Tabelle 6).
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In
einer weiteren Alternative bezeichnet ein „erhöhtes Ausmaß einer TH1-Antwort" ein erhöhtes Ausmaß der Proliferation
von TH1-Zellen. Der Begriff „erhöhtes Ausmaß der Proliferation
von TH1-Zellen" in
einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse enthaltenden
modifizierten Virus ausgesetzt ist, bedeutet, dass die Anzahl der
von dem Tier produzierten proliferierenden TH1-Zellen, bezogen auf
die Anzahl der von einem Kontrolltier produzierten proliferierenden
TH1-Zellen, bevorzugt mindestens 2-fach, stärker bevorzugt 2- bis 10000-fach,
stärker
bevorzugt 2- bis 1000-fach, und am stärksten bevorzugt 1- bis 100-fach
erhöht
ist. Die Anzahl an proliferierenden TH1-Zellen kann unter Verwendung
von Verfahren wie jenen, welche hierin beschrieben sind, bestimmt
werden, wobei deren TH1-Typ durch Untersuchung von Überständen dieser
Zellen auf die Anwesenheit von TH1-assoziierten Cytokinen bestimmt werden
kann (zum Beispiel Tabelle 6).
-
In
einer Ausführungsform
ist es vorgesehen, dass eine therapeutische Menge der erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviren an ein Subjekt verabreicht wird.
-
Die
hierin präsentierten
Daten belegen, dass eine Immunisierung von Mäusen mit den beispielhaft genannten
chimären
Viruspartikeln (CVPs) von CPMV in erster Linie CPMV- und peptidspezifische
IgG2a und IgG2b-Antikörper in
Seren erzeugt, wie mittels ELISA bestimmt. Eine Enzym-verknüpfte Immunspot
(ELISPOT)-Analyse bestätigte
die Dominanz der Antikörperantworten
in Richtung des TH1-Typs, was belegt, dass die CVPs überwiegend
CPMV- und peptidspezifische IgG2a- und IgG2b-produzierende
B-Zellen in der Milz aktivieren können. Im Gegensatz hierzu wurden
lediglich geringe Mengen an CPMV- und peptidspezifischen IgG1- und IgG3-Antikörper produzierenden
B-Zellen (Produkte des TH2-Immunsignalweges), sofern überhaupt,
detektiert.
-
Darüber hinaus
offenbart die Erfindung, dass Milzzellen (T-Zellen) aus CVP-immunisierten Mäusen in vitro
zu CPMV proliferierten, wobei hohe Mengen an IFN-γ (ein TH1-assoziiertes
Cytokin), jedoch keine detektierbaren Mengen an IL-4 (ein TH2-assoziiertes
Cytokin) produziert wurden. Dies lässt darauf schließen, dass die
CVPs in dem viralen Träger
eine TH1-artige Antwort hervorrufen, wobei der virale Träger seinerseits
den Isotyp der peptidspezifischen B-Zell-Antworten steuert. Die
Dominanz der Antwort in Richtung des TH1-Typs wurde durch die Art
des Antigens, den genetischen Hintergrund des geimpften Individuums,
die Wahl des Hilfsmittels, oder die Dosis oder das Behandlungsschema
der verabreichten Dosen an CVPs nicht beeinflusst.
-
Obwohl
die hierin präsentierten
Daten belegen, dass sich die Menge an TH1-assoziiertem Cytokin (zum Beispiel IFN-γ) in einer
bevorzugten Ausführungsform
in Reaktion auf eine Behandlung mit den erfindungsgemäßen modifizierten
Viren ohne Veränderung
der Menge an TH2-assoziiertem Cytokin (zum Beispiel IL-4) erhöhte, ist
es ausdrücklich
vorgesehen, dass die Erfindung nicht auf eine Erhöhung von
TH1-assoziiertem Cytokin bei vollständiger Abwesenheit detektierbarer
Mengen an TH2-assoziiertem Cytokin beschränkt ist. Vielmehr umfasst die
Erfindung im Rahmen ihres Schutzumfangs ausdrücklich eine Erhöhung der
Menge an TH1-assoziiertem
Cytokin ungeachtet der Veränderung
(sofern vorhanden) der Menge an TH2-assoziiertem Cytokin.
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Die
vorstehenden Daten belegen die Fähigkeit
der erfindungsgemäßen modifizierten
Viren, welche Säugerzellen
nicht infizieren oder sich in diesen replizieren, die Immunantwort
auf exprimierte Peptide in Richtung des TH1-Effektortyps zu lenken,
ohne dabei fremder immunmodulatorischer Mittel, wie beispielsweise Hilfsmittel
oder Cytokinen, zu bedürfen,
was einen Vorteil der erfindungsgemäßen Pflanzenviren als Vakzinträgersystem
darstellt.
-
Anders
ausgedrückt
verhalten sich die hierin bereitgestellten modifizierten Viren im
Rahmen einer Impfung von Säugern
wie inaktive Viren. Obwohl im Stand der Technik prognostiziert wurde,
dass inaktive Viren eine TH2-Antwort auslösen, rufen die hierin bereitgestellten
Viren überraschenderweise
eine TH1-artige Antwort hervor.
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I. Verringern einer TH2-artigen
Antwort
-
Die
erfindungsgemäßen modifizierten
Viren sind in Anwendungen von Nutzen, in welchen es erwünscht ist,
eine TH2-Antwort auf ein Molekül
von Interesse zu verringern. So kann beispielsweise, wenn die Verabreichung
eines Moleküls
(zum Beispiel eines bakteriellen Antigens) an ein Tier bekanntermaßen eine TH2-Antwort
(sei es partiell, überwiegend
oder ausschließlich)
erzeugt, die TH2-Antwort in einem anderen Tier verringert werden,
indem das Molekül
dem anderen Tier im Rahmen eines hierin beschriebenen modifizierten Pflanzenvirus
präsentiert
wird.
-
Die
Begriffe „partielle
TH1-Antwort" und „partielle
TH2-Antwort" bedeuten,
dass das Tier (a) TH1- und TH2-assoziiertes Immunglobulin, (b) TH1-
und TH2-assoziiertes Cytokin und/oder (c) eine Proliferation von TH1-
und TH2-Zellen aufweist.
-
Eine „überwiegende
TH2-Antwort" stellt
eine partielle TH2-Antwort dar, in welcher die Menge/das Ausmaß von einem
oder mehreren von TH2-assoziiertem Immunglobulin, TH2-assoziiertem
Cytokin und Proliferation von TH2-Zellen statistisch höher ist
als die Menge/das Ausmaß von
TH1-assoziiertem Immunglobulin, TH1-assoziiertem Cytokin bzw. der
Proliferation von TH1-Zellen. Im Gegensatz hierzu stellt eine „überwiegende
TH1-Antwort" eine
partielle TH1-Antwort dar, in welcher die Menge/das Ausmaß von einem
oder mehreren von TH1-assoziiertem
Immunglobulin, TH1-assoziiertem Cytokin und Proliferation von TH1-Zellen statistisch höher ist
als die Menge/das Ausmaß von
TH2-assoziiertem Immunglobulin, TH2-assoziiertem Cytokin bzw. der Proliferation
von TH2-Zellen.
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Eine „ausschließliche TH2-Antwort" stellt eine überwiegende
TH2-Antwort dar, in welcher das Tier bei vollständiger Abwesenheit von TH1-assoziiertem Immunglobulin,
TH1-assoziiertem Cytokin und einer Proliferation von TH1-Zellen
TH2-assoziiertes Immunglobulin, TH2-assoziiertes Cytokin und eine
Proliferation von TH2-Zellen aufweist. Umgekehrt stellt eine „ausschließliche TH1-Antwort" eine überwiegende
TH1-Antwort dar, in welcher das Tier bei vollständiger Abwesenheit von TH2-assoziiertem
Immunglobulin, TH2-assoziiertem Cytokin und einer Proliferation
von TH2-Zellen TH1-assoziiertes Immunglobulin, TH1-assoziiertes
Cytokin und eine Proliferation von TH1-Zellen aufweist.
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Darüber hinaus
sind die erfindungsgemäßen modifizierten
Viren auch dort von Nutzen, wo es erwünscht ist, bestehendes TH2
in einem Tier zu verringern. Dies ist insbesondere in Anwendungen
von Nutzen, in welchen Booster-Vakzinationen einer Primärvakzination
folgen, in der ein Hilfsmittel verwendet wurde, welches eine unerwünschte partielle, überwiegende
oder ausschließliche
TH2-Antwort hervorruft. Im Stand der Technik wurde bemerkt, dass
eine bereits existierende TH2-Antwort nicht durch eine Boosterapplikation
von Hilfsmittel überwunden
werden kann, welches ansonsten, wenn es im Rahmen der Primärvakzination
verabreicht wird, zu einer TH1-Antwort führen würde. Obwohl die Verwendung
von Quil-A als Hilfsmittel zur Induktion von TH1-Antworten in Mäusen führte, wenn
diese mit HPV 16 E7-Protein
immunisiert worden waren, wurde dieser Effekt insbesondere nicht
beobachtet, wenn eine bereits existierende TH2-Antwort auf E7 vorhanden war
(induziert durch Verwendung von Algammulin als Hilfsmittel) [Fernando
et al. (1998) Scand. J. Immunol. 47: 459]. Diese Beobachtung deutet
darauf hin, dass in den Fällen,
in welchen die Primärvakzination
von Menschen mit Alaun durchgeführt
wurde (welches das einzige für
eine Anwendung beim Menschen zugelassene Hilfsmittel darstellt und
TH2-Antworten induziert), die resultierende unerwünschte TH2-Antwort,
welche unerwünschte
allergische Reaktionen vermittelt, vordem möglicherweise nicht reversibel
ist. Obwohl aktivierte TH2-Zellen, im Gegensatz zu TH1-Zellen, stabil
sind und nicht in Richtung des TH1-Phänotyps gelenkt werden können [Perez
et al. (1995) Intl. Immunol. 7: 869], wurde gezeigt, dass die Verwendung
des an ein bakterielles Protein konjugierten spezifischen Allergens
in humanen T-Zelllinien und in Konen, welche aus Allergiepatienten
erzeugt worden waren, zur Expansion allergenspezifischer TH1/THO-Zellen
führt,
während
das nichtkonjugierte Allergen eine Expansion von TH2-Zellen bewirkte
[Jahn-Schmid et al. (1997) Intl. Immunol. 9: 1867]. Somit kann die
immunmodulatorische Dominanz der CPMV-Präsentation von Immunogenen (umfassend,
jedoch nicht beschränkt
auf, Allergene) ausgedehnt werden, um die Verschiebung einer etablierten
Immunantwort von einem schädlichen
TH2-Signalweg zu einem in stärkerem
Maße vorteilhaften
TH1-Signalweg zu bewirken. Somit stellt der dominante immunmodulatorische
Effekt der erfindungsgemäßen modifizierten
Pflanzenviren, wenn er als Präsentationsplattform
für ein
Antigen verwendet wird, ein Mittel bereit, um die bestehende TH2-Antwort
auf jenes Antigen, welche durch Gegenwart eines bestimmten Hilfsmittels
initiiert wird, zu überwinden.
-
Der
Begriff „Verringern
des Ausmaßes
einer TH2-Antwort" und „verringertes
Ausmaß einer
TH2-Antwort" bedeutet,
wenn er in Bezug auf die Reaktion eines Tieres auf einen ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus verwendet wird, dass eine beliebige
zelluläre
und/oder humorale Antwort oder mehrere zelluläre und/oder humorale Antworten,
welche bei Stimulierung durch das Molekül oder den Virus von TH2-Lymphozyten
erzeugt wird/werden, verglichen mit der entsprechenden Antwort in
einem Kontrolltier durch eine beliebige statistisch signifikante
Menge verringert wird. Insbesondere bezeichnet ein verringertes
Ausmaß einer
TH2-Antwort in einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, (a) eine verringerte
Menge an TH2-assoziiertem
Immunglobulin, (b) eine verringerte Menge an TH2-assoziiertem Cytokin
und/oder (c) ein verringertes Ausmaß der Proliferation von TH2-Zellen.
-
Der
Begriff „verringerte
Menge an TH2-assoziiertem Immunglobulin" in einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, bezeichnet eine
Verringerung von bevorzugt 0.1 % bis 100%, stärker bevorzugt von 0.1 % bis
80%, noch stärker
bevorzugt von 0.1 % bis 60 % der Menge einer oder mehrerer TH2-assoziierter
Immunglobulin-Subklassen (zum Beispiel Maus-IgG1, Maus-IgG3, humanes IgG2,
etc.), welche entweder für
das Molekül
von Interesse oder für
den Virus spezifisch ist, bezogen auf die Gesamtmenge an TH2-assoziiertem Immunglobulin
der gleichen Subklasse. So wird beispielsweise eine 10%-ige Verringerung
der Menge an molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG1,
bezogen auf die Gesamtmenge an Maus-IgG1 in
der gleichen Maus, als verringertes Ausmaß einer TH2-Antwort in der
Maus angesehen. Gleichermaßen
wird eine 0.1 %-ige Verringerung der Menge an molekülspezifischem (und/oder
virusspezifischem) Maus-IgG3, bezogen auf
die Gesamtmenge an Maus-IgG3 in der gleichen Maus, als verringertes
Ausmaß einer
TH2-Antwort in der Maus angesehen.
-
Alternativ
bezeichnet der Begriff „verringerte
Menge an TH2-assoziiertem Immunglobulin" in einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse
enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, eine bevorzugt mindestens
2-fache, stärker
bevorzugt 2- bis 100000-fache, noch stärker bevorzugt 2- bis 10000-fache,
und am stärksten
bevorzugt 2- bis 2000-fache Verringerung des Verhältnisses
einer oder mehrerer TH2-assoziierter Immunglobulin-Subklassen (zum
Beispiel Maus-IgG1, Maus-IgG3, humanes
IgG2, etc.), welche entweder für das Molekül von Interesse
oder für
den Virus spezifisch ist, bezogen auf die Gesamtmenge an TH2-assoziiertem Immunglobulin
der gleichen Subklasse einerseits, verglichen mit dem Mengenverhältnis einer
oder mehrerer TH1-assoziierter Immunglobulin-Subklassen (zum Beispiel
Maus-IgG2a, Maus-IgG2b,
humanes IgG1, humanes IgG3,
etc.), welche entweder für
das Molekül
von Interesse oder (bzw.) für
den Virus spezifisch ist, bezogen auf die Gesamtmenge an TH2-assoziiertem
Immunglobulin der gleichen Subklasse andererseits. So wird beispielsweise
eine 1000-fache Verringerung des Verhältnisses von molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG1:Gesamt-IgG1, bezogen auf das Verhältnis von molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG2a:Gesamt-IgG2a in der gleichen Maus, als verringertes
Ausmaß einer
TH2-Antwort in der Maus angesehen. Gleichermaßen wird eine 2000-fache Verringerung
des Verhältnisses
von molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG3:Gesamt-IgG3, bezogen auf das Verhältnis von molekülspezifischem
(und/oder virusspezifischem) Maus-IgG2a:Gesamt-IgG2a in der Maus, als verringertes Ausmaß einer TH2-Antwort
in der Maus angesehen.
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In
einer weiteren Alternative bezeichnet der Begriff „verringerte
Menge an TH2-assoziiertem
Immunglobulin" in
einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse enthaltenden
modifizierten Virus ausgesetzt ist, eine bevorzugt mindestens 2-fache,
stärker
bevorzugt 2- bis 10000-fache, noch stärker bevorzugt 2- bis 1000-fache,
und noch stärker
bevorzugt 2- bis 100-fache Verringerung des geometrisch mittleren
Endpunkttiters von molekülspezifischen
(und/oder virusspezifischen) TH2-assoziierten
Immunglobulinen verglichen mit dem geometrisch mittleren Endpunkttiter
der molekülspezifischen
(und/oder virusspezifischen) TH2-assoziierten Immunglobuline in
einem Kontrolltier. So wird beispielsweise eine 2-fache Verringerung
des geometrisch mittleren Endpunkttiters von molekülspezifischem
Maus-IgG1 in einer behandelten Maus, verglichen
mit dem geometrisch mittleren Endpunkttiter von molekülspezifischem
Maus-IgG1 in einer Kontrollmaus, als verringerte Menge
an TH2-assoziiertem Immunglobulin angesehen.
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In
noch einer anderen Alternative bezeichnet ein „verringertes Ausamß einer
TH2-Antwort" eine verringerte
Menge an TH2-assoziiertem Cytokin. Der Begriff „verringerte Menge an TH2-assoziiertem
Cytokin" in einem
Tier, welches einem ein Molekül
von Interesse enthaltenden modifizierten Virus ausgesetzt ist, bedeutet, dass
die Menge eines von den TH2-Zellen des Tieres produzierten TH2-assoziierten
Cytokins in einem behandelten Tier, bezogen auf die Menge eines
von den T-Zellen eines Kontrolltieres produzierten TH2-assoziierten Cytokins,
bevorzugt mindestens 2-fach, stärker
bevorzugt 2- bis 10000-fach, noch stärker bevorzugt 2- bis 1000-fach,
und am stärksten
bevorzugt 1- bis 100-fach verringert ist.
-
In
einer weiteren Alternative bezeichnet ein „verringertes Ausmaß einer
TH2-Antwort" ein verringertes Ausmaß der Proliferation
von TH2-Zellen. Der Begriff „verringertes
Ausmaß der
Proliferation von TH2-Zellen" in
einem Tier, welches einem ein Molekül von Interesse enthaltenden
modifizierten Virus ausgesetzt ist, bedeutet, dass die Anzahl der
von dem Tier produzierten proliferierenden TH2-Zellen in dem behandelten
Tier, bezogen auf die Anzahl der von einem Kontrolltier produzierten
proliferierenden T-Zellen, bevorzugt mindestens 2-fach, stärker bevorzugt
2- bis 10000-fach, stärker
bevorzugt 2- bis 1000-fach, und am stärksten bevorzugt 1- bis 100-fach
verringert ist. Die Anzahl an proliferierenden T-Zellen kann unter
Verwendung von Verfahren wie beispielsweise jenen, welche hierin
beschrieben sind, bestimmt werden, wobei deren TH2-Typ durch Untersuchung
von Überständen dieser
Zellen auf die Anwesenheit von TH2-assoziierten Cytokinen bestimmt werden
kann.
-
EXPERIMENTELLER
TEIL
-
Die
nachfolgenden Beispiele dienen zur Veranschaulichung bestimmter
bevorzugter Ausführungsformen
und Aspekte der vorliegenden Erfindung und sind nicht als Einschränkung des
Schutzumfangs hiervon auszulegen.
-
Sofern
nicht anderweitig angegeben, stimmen die experimentellen Verfahren
und Materialien in jedem der nachfolgenden Beispiele mit den nachstehend
aufgelisteten allgemeinen Beschreibungen überein.
-
Versuchstiere
-
Weibliche
C57BL/6 (H-2b)-, BALB/c (H-2d)-,
NIH (H-2q)-, DBA/1 (H-2s)-
und Biozzi AB/H (H-2dql)-Mäuse im Alter
von 6–8
Wochen wurden im Department für
Pathologie, Universität
Cambridge, Vereinigtes Königreich,
untergebracht. Alle Verfahren wurden gemäß den Richtlinien der United
Kingdom Home Office für
Tiere in der medizinischen Forschung durchgeführt.
-
Konstruktion, Fortpflanzung
und Reinigung von CVPs
-
Die
zur Expression fremder Peptide sowohl auf der S- als auch der L-Untereinheit
von CPMV verwendeten Verfahren waren jene, welche in Porta et al.
(1994) Virology 202: 949 beschrieben sind. Die verschiedenen spezifischen
CVPs, welche im Rahmen dieser Untersuchung verwendet wurden, sind
in Tabelle 1 beschrieben. Tabelle
1: zur Immunisierung verwendete CVPs
-
ELISA zur Bestimmung der
peptidspezifischen Konzentration sowie der Gesamtkonzentration an
Isotyp
-
In
einigen Fällen
wurden die in den nachfolgenden Beispielen angegebenen OD405-Werte
in Mikrogramm an Antikörper
umgerechnet. Wo dies der Fall war, wurde das nachfolgende Verfahren
als Grundlage für
die Berechnung verwendet: Vertiefungen wurden entweder mit Ziege-anti-Maus-IgG
(Southern Biotechnologies Inc., USA) oder mit Peptid beschichtet.
Verdünnungsreihen
mit bekannter Konzentration eines IgG2a-kappa-mAb
(Sigma, UK) wurden den mit anti-Maus-IgG beschichteten Vertiefungen
hinzugefügt,
und es wurden den entweder mit anti-Maus-IgG oder mit Peptid beschichteten
Vertiefungen verdünnte
Lösungen
von CVP-immunisierten Seren hinzugefügt. Der ELISA wurde wie an
anderer Stelle in der Beschreibung dargelegt durchgeführt, wobei
ein mit alkalischer Phosphatase (AP)-markiertes anti-Maus-IgG2a Konjugat
zur Detektion verwendet wurde. Durch graphisches Auftragen des aus
der Wechselwirkung zwischen dem Ziege-anti-Maus-IgG und monoklonalem
IgG2a erhaltenen OD gegen die bekannten
Konzentrationen an IgG2a wurden die OD-Einheiten an anti-Peptid-IgG2a im Testserum in Mikrogramm an peptidspezifischem
IgG2a umgerechnet. Ein OD wurde an einem
geeigneten Punkt der IgG2a-Standardkurve abgelesen.
Unter Verwendung der gleichen Standardkurve können die aus Seren, welche
in mit anti-IgG beschichteten Vertiefungen inkubiert wurden, erhaltenen
OD-Einheiten in Mikrogramm an in der Serumprobe vorhandenem Gesamt-IgG2a umgerechnet werden. Der prozentuale Anteil
an peptidspezifischem IgG2a wurde für jede Serumprobe
berechnet. Das gleiche Verfahren wurde zur Messung der Gesamtmenge
und der peptidspezifischen Menge an IgG1,
IgG2b und IgG3 verwendet.
-
Statistik
-
Unterschiede
zwischen den Gruppen wurden unter Verwendung des Students-T-Tests ausgewertet, wobei
P < 0.05 als statistisch
signifikant angesehen wurde.
-
BEISPIEL 1 (VERGLEICH)
-
DT- und KLH-konjugierte
Peptide rufen keine dominanten TH1-artigen Serumantikörperantworten
hervor
-
Jegliche
Dominanz, welche im T-Helferzell-Signalweg einer durch ein Antigen
erzeugten Immunantwort beobachtet wird, kann durch die intrinsischen
immunologischen Eigenschaften des betroffenen Peptids gesteuert
werden. Um dies zu untersuchen, wurden C57BL/6-Mäuse mit dem aus humanem Choriongonadotropin
stammenden CTP37-Peptid, welches an Diphtherietoxin konjugiert war
(DT; Prof. V. Stevens, Ohio State Universität), oder mit einem aus einem äußeren Membranprotein
(Omp F-Protein) von Pseudomonas aeruginosa stammenden Peptid (Peptid
10), welches an KLH konjugiert war (Prof. H.E. Gilleland, Louisiana
State Universität),
immunisiert. Beide Konjugate wurden in Gegenwart des Hilfsmittels
QS-21 verimpft. Es wurden entweder 2 Immunisierungen (an den Tagen
0 und 21) oder 3 Immunisierungen (an den Tagen 0, 14 und 28) subkutan
verabreicht. Blut wurde an Tag 42 durch Entnahme von Blut aus dem
Schwanz (Tail-bleeding) oder nach Verbluten gesammelt, wobei die
Seren gesammelt und für
spätere
Bestimmungen mittels ELISA bei –20°C gelagert
wurden. Für
die Detektion von Antikörpern
gegen das OM-Protein F aus P. aeruginosa und βhCG-CTP37 (Peptide wurden von
Genosys Inc., Cambridge, UK, synthetisiert und gereinigt) wurden
die Vertiefungen von Mikrotiterplatten für 3 h bei 37°C mit 0.5 μg/Vertiefung
der entsprechenden Peptide beschichtet (siehe Tabelle 1, vorstehend).
Eine Serie von Doppelverdünnungen
der Seren wurde auf den mit Antigen beschichteten Platten für 1 h bei
37°C inkubiert.
Gebundener Antikörper
wurde mit alkalischer Phosphatase (AP)-konjugiertem Ziege-anti-Maus-IgG1, -IgG2a, -IgG2b oder -IgG3 (Southern
Biotechnologies Inc., USA) unter Verwendung von p-Nitrophenylphosphat
(PNPP, [Sigma]) als Substrat detektiert. Diese anti-Maus-Isotyp-Reagenzien
wurden zunächst
gegen Standard-Mausmyelomproteine titriert, welche die vier IgG-Subklassen
repräsentierten,
wobei eine Verdünnung
von 1:2000 eines jeden Konjugats eine weniger als 10%ige Schwankung
hinsichtlich der Myelombindung ergibt. Dies war die in allen nachfolgenden
Assays verwendete Verdünnung.
Die Endpunkttiter wurden wie bereits beschrieben berechnet (Brennan et
al. (1999) Microbiol. 145: 211; Brennan et al. (1999) J. Virol.
73: 930). Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.
-
Tabelle
2: DT- und KLH-konjugierte Peptide rufen keine dominanten TH1-artigen
Serumantikörperantworten hervor
-
- a Immunisierung von C57/BL6-Mäusen verwendete
6 Tiere/Gruppe.
- * Seren wurden an Tag 29 gesammelt und mittels ELISA in Bezug
auf βhCG-CTP37-
und OM-Protein F-spezifisches
IgG1, IgG2a, IgG2b oder IgG3 untersucht.
-
Wie
in Tabelle 2 dargestellt ist, riefen sowohl DT-βhCG-CTP37 als auch KLH-OM-Protein F signifikant höhere Mengen
an peptidspezifischem IgG1 verglichen mit
IgG2a hervor (P < 0.05 und P < 0.01 für DT-βhCG-CTP37 bzw. KLH-OM-Protein),
was belegt, dass die Präsentation
dieser Peptide in sich nicht replizierenden Vakzinträgersystemen
keine Dominanz in Richtung einer TH1-artigen Antwort erzeugt.
-
BEISPIEL 2 (VERGLEICH)
-
Die Expression von Peptiden
auf CPMV überwindet
eine TH2-Dominanz der von den Peptiden bei anderen makromolekularen
Trägersystemen
stimulierten Immunantwort, was zu einer TH1-artigen Antwort führt
-
Im
Gegensatz zum vorhergehenden Beispiel wurden vier Peptide, umfassend
die zwei (DT-βhCG-CTP37
bzw. KLH-OM-Protein F) aus Beispiel 1, auf CPMV exprimiert. Vier
Gruppen von acht Balb/c-Mäusen
wurden in Gegenwart von FCA/FICA mit einem Gesamtvolumen von 100 μl pro Dosis
subkutan immunisiert. Es wurden drei Immunisierungen (an den Tagen
0 und 21 oder an den Tagen 0,14 und 28) durchgeführt, wobei jeweils 100 μg, 25 μg und weitere
25 μg an
CVPs injiziert wurden. Blut wurde an Tag 42 durch Entnahme von Blut
aus dem Schwanz (Tailbleeding) oder durch Verbluten gesammelt; die
Seren wurden gesammelt und bei –20°C gelagert.
-
Für die Detektion
von anti-CPMV-Antikörper
wurden die Vertiefungen für
3 h bei 37°C
mit 0.1 μg/Vertiefung
an CPMV beschichtet. Eine Serie von Doppelverdünnungen der Seren wurde auf
den mit Antigen verbundenen Platten für 1 h bei 37°C inkubiert.
Gebundener Antikörper
wurde mit alkalischer Phosphatase (AP)-konjugiertem Ziege-anti-Maus-IgG1, -IgG2a, -IgG2b oder -IgG3 (Southern
Biotechnologies Inc., USA) unter Verwendung von p-Nitrophenylphosphat
(PNPP) (Sigma) als Substrat detektiert. Wie zuvor wurden diese anti-Maus-Isotyp-Reagenzien zunächst gegen
Standard-Mausmyelomproteine titriert, welche die vier IgG-Subklassen
repräsentierten.
Eine Verdünnung
von 1:2000 eines jeden Konjugats ergab eine weniger als 10%ige Schwankung
hinsichtlich der Myelombindung, weshalb diese Verdünnung in
allen nachfolgenden Assays verwendet wurde. Die Endpunkttiter wurden
wie bereits beschrieben berechnet. Für CPMV-spezifische Titer wurden
die Ergebnisse als Endpunkttiter angegeben, berechnet als Kehrwert
jener Verdünnung,
bei welcher sich ein mittlerer OD405 ergibt,
der höher
ist als der bei einer 1:50-Verdünnung
von zusammengefassten Seren aus nicht-immunisierten Mäusen erhaltene
ODa405.
-
Für peptidspezifische
Titer waren die Endpunkttiter der Kehrwert jener Verdünnung, bei
welcher sich eine mittlerer OD405 ergibt,
der höher
ist als der bei einer 1:50-Verdünnung von
zusammengefassten Seren aus CPMV-immunisierten Wildtyp-Mäusen erhaltene OD405 Die
Ergebnisse sind in Tabelle 3, Zeilen 5 und 7 dargestellt.
-
Tabelle
3: Isotyp von peptidspezifischem Serum-IgG, welcher von CVPs hervorgerufen
wird, die eine Vielzahl unterschiedlicher Peptide exprimieren
-
- Mausstämmeb unterschiedlicher H2-Haplotypen wurden
subkutan oder *intranasal mit einer Reihe von CVPsa in
entweder FCA/FICA-, QS-21- oder Alaun-Hilfsmittel oder ohne Hilfsmitteld immunisiertc (5–9/Gruppe).
Die Seren wurden an Tag 42 (+Tag 83) gesammelt und mittels ELISA
in Bezug auf mlgE-(AGY2)-, EGFRvIII-(EGFR1)-, VP2-(PARVO9)-, βhCG-CTP37-(HCG1)-,
OM-Protein F-(PAE5)- und
FnBP-(MAST1)-spezifisches IgG1, IgG2a, IgG2b oder IgG3 untersucht. Die Titer sind als geometrisch
mittlere Endpunkttiter ± SD
angegeben.
-
Der
Begriff „Endpunkttiter" ist jene Verdünnung eines
Antikörpers,
welche für
ein vorgegebenes Antigen spezifisch ist und die höchste Verdünnung des
Antikörpers
darstellt, die bei Kombination mit dem Antigen eine detektierbare
Reaktion erzeugt.
-
Wie
in Tabelle 3 dargelegt ist, riefen diese Epitope im Falle einer
Präsentation
der Epitope auf CPMV sehr viel niedrigere Mengen an IgG1 als
an IgG2a hervor, was eine Dominanz in Richtung
einer TH1-artigen Immunantwort belegt. Tatsächlich rief die Präsentation
der gleichen Epitope auf CPMV, im Gegensatz zu den beiden Epitopen
(das heißt
DT-βhCG-CTP37
und KLH-OM-Protein F), welche in Abwesenheit der Präsentation
von CPMV präsentiert
wurden (Beispiel 1), sehr viel niedrigere Mengen an IgG1 als
an IgG2a hervor.
-
BEISPIEL 3 (VERGLEICH)
-
Die Präsentation von Peptiden auf
CPMV ruft in Gegenwart fremder immunmodulatorischer Mittel, wie
beispielsweise spezifischer Hilfsmittel, welche bekanntermaßen TH2-artige
Immunantworten begünstigen,
eine TH1-artige
Antwort hervor
-
Das
Hilfsmittel Alaun begünstigt
im Allgemeinen die Induktion einer TH2-artigen Immunantwort. Um zu
bestimmen, ob die von den Hilfsmitteln begünstigte TH2-artige Immunantwort
von dem erfindungsgemäßen CPMV-Präsentationssystem
umgangen werden kann, wurden drei Gruppen von C57BU6-Mäusen an
der Tagen 0 und 21 entweder ausschließlich oder in Kombination mit
Alaun oder QS21 jeweils mit 5 μg
an CPMV-MAST1 (welches ein Peptid exprimiert, das aus dem Fibronektinbindenden
Protein von Staphylococcus aureus stammt) subkutan immunisiert.
Die Seren wurden an Tag 42 gesammelt und mittels ELISA in Bezug auf
MAST1-peptidspezifische
Immunglobuline der Klassen IgG1, IgG2a, IgG2b oder IgG3, im Wesentlichen wie vorstehend in den
Beispielen 1 und 2 beschrieben, untersucht. Die Titer deuteten in
allen drei Gruppen von Mäusen,
umfassend die Kontrollgruppe, in welcher kein Hilfsmittel hinzugefügt wurde,
auf eine starke Dominanz in Richtung einer TH1-Antwort hin (Tabelle
3, vorstehend, Zeilen 8, 9 und 10). Somit wurde der immunmodulatorische
Effekt von Hilfsmitteln, welche bekanntermaßen TH2-Antworten begünstigen, durch Präsentation
von Peptiden auf chimären
CPMVs vollständig
umgangen. Ferner dient die Abwesenheit eines fremden Hilfsmittels
in einem Teil dieser Untersuchung dazu, den der CPMV-Plattform eigenen
intrinsischen TH1-dominierenden Effekt zu betonen (Tabelle 3, vorstehend,
Zeile 8).
-
BEISPIEL 4 (VERGLEICH)
-
Peptide, welche aus einer
Vielzahl von Proteinen stammen, rufen in Seren unabhängig vom
genetischen Hintergrund des immunisierten Individuums überwiegend
peptidspezifische TH1-artige Antikörper hervor, wenn sie auf CPMV
exprimiert werden
-
Um
die universelle Nutzbarkeit von CPMV als Träger, welcher zur Erzeugung
einer TH1-artigen Antwort befähigt
ist, zu überprüfen, und
um zu belegen, dass der immunologische Effekt von der genetischen
Konstitution eines immunisierten Individuums unabhängig war,
wurden Mäuse
unterschiedlicher MHC-Klasse 11-Haplotypen
mit CVPs beimpft, welche aus einer Reihe von unterschiedlichen Quellen
stammende Peptide exprimieren. CPMV-AGY2 (Tabelle 3, Zeile 1) exprimiert
ein aus der schweren Kette von humanem membrangebundenem Immunglobulin
E (IgE) stammendes Peptid; CPMV-EGFR1 (Tabelle 3, Zeile 2) exprimiert
ein aus dem Protein epithelialer Wachstumsfaktor-Rezeptor stammendes
Peptid, welches auf humanen Krebszellen vorhanden ist; CPMV-HCG3
(Tabelle 3, Zeile 6) exprimiert aus dem humanem Hormon Choriongonadotropin (hCGβ) stammende
Peptide; CMPV-PARVO9
(Tabelle 3, Zeilen 3 und 4) exprimiert ein Peptid aus caninem Parvovirus,
und CMPV-MAST1 (Tabelle 3, Zeilen 8–12) und CPMV-PAE5 (Tabelle
3, Zeile 7) exprimieren aus bakteriellen Membranproteinen (von S.
aureus bzw. P. aeruginosa) stammende Peptide. Es wurden vier Mausstämme verwendet,
welche für
die verschiedenen Haplotypen (Genotypen) repräsentativ sind: DBA/1, NIH, C57BL/6
und Biozzi/ABH. Die Mäuse
wurden mit den verschiedenen CVPs in Gegenwart von QS-21 (10 μg/Dosis;
Aquila Biopharmaceutical Inc., Worcester, MA) mit einem Gesamtvolumen
von 100 μl/Dosis
subkutan immunisiert. Es wurden entweder 2 Immunisierungen an den
Tagen 0 und 21 oder 3 Immunisierungen an den Tagen 0, 14 und 28
verabreicht (siehe Tabelle 3, vorstehend). Blut wurde, wie vorstehend
beschrieben, an Tag 42 durch Entnahme von Blut aus dem Schwanz (Tail-bleeding)
oder durch Verbluten gesammelt; die Seren wurden gesammelt und bei –20°C gelagert.
Für die
Detektion von anti-CPMV-Antikörper
wurden die Vertiefungen für
3 h bei 37°C
mit 0.1 μg/Vertiefung
an CPMV beschichtet. Eine Serie von Doppelverdünnungen der Seren wurde auf
den mit Antigen beschichteten Platten für 1 h bei 37°C inkubiert.
Gebundener Antikörper
wurde mit alkalischer Phosphatase (AP)-konjugiertem Ziege-anti-Maus-IgG1, -IgG2a, -IgG2b oder -IgG3 (Southern
Biotechnologies Inc., USA) unter Verwendung von p-Nitrophenylphosphat
(PNPP) (Sigma) als Substrat detektiert.
-
Diese
anti-Maus-Isotyp-Reagenzien wurden zunächst gegen Standard-Mausmyelomproteine
titriert, welche die vier IgG-Subklassen repräsentierten. Eine Verdünnung von
1:2000 eines jeden Konjugats ergibt eine weniger als 10%ige Schwankung
hinsichtlich der Myelombindung. Diese Verdünnung wurde in allen nachfolgenden
Assays verwendet. Die Endpunkttiter wurden wie vorstehend beschrieben
berechnet. Für CPMV-spezifische
Titer wurden die Ergebnisse als Endpunkttiter angegeben, berechnet
als Kehrwert jener Verdünnung,
bei welcher sich ein mittlerer OD405 ergibt,
der höher
ist als der bei einer 1:50-Verdünnung
von zusammengefassten Seren aus nicht-immunisierten Mäusen erhaltene
OD405 Für
peptidspezifische Titer waren die Endpunkttiter der Kehrwert jener
Verdünnung,
bei welcher sich eine mittlerer OD405 ergibt,
der höher
ist als der bei einer 1:50-Verdünnung von
zusammengefassten Seren aus CPMV-immunisierten Wildtyp-Mäusen erhaltene OD405.
-
Es
zeigte sich, dass alle 4 Konstrukte trotz Gegenwart eines bekannten
TH2-immunmodulatorischen Hilfsmittels
(das heißt
QS21 oder Alaun) hohe Mengen an peptidspezifischem IgG2a,
bezogen auf die Mengen an IgG1 oder IgG3, hervorrufen (in allen Fällen P < 0.01). Die Mengen
an peptidspezifischem IgG1 und IgG3 waren dementsprechend in allen Immunisierungsgruppen
sehr viel niedriger (Tabelle 3, vorstehend). Einige der CVPs produzierten
darüber
hinaus signifikante Mengen an peptidspezifischem IgG2b.
Wo dies der Fall war, waren die Mengen mit Ausnahme von CPMV-MAST1,
welches in einigen Fällen
Mengen an IgG2b hervorrief, die höher waren
als die Mengen an IgG2a, niedriger als die
Mengen an IgG2a (Tabelle 3, vorstehend).
Somit riefen die CVPs überwiegend
peptidspezifische TH1-artige Antworten hervor, welche scheinbar
weder durch die Quelle noch durch die Sequenz des exprimierten Peptids
noch durch die Gegenwart eines Hilfsmittels mit TH2-immunmodulatorischem
Potenzial beeinflusst werden.
-
Entscheidend
ist jedoch, dass die CVPs in diesem Experiment in Mäusen mit
4 unterschiedlichen H2-Haplotypen TH1-artige Antworten hervorriefen.
Dies deutete darauf hin, dass der Effekt nicht durch Immunantwortgene
(Ir-Gene) bestimmt oder gesteuert wurde. In anderen Worten stellte
die genetische Veranlagung eines Individuums keinen hemmenden Faktor
hinsichtlich der Fähigkeit
von CPMV, eine TH1-Dominanz der durch ein bestimmtes Peptid ausgelösten Immunantwort hervorzurufen,
dar. Es war insbesondere signifikant, dass der Effekt einer TH1-Dominanz einer Immunantwort
in Biozzi/ABH-Mäusen,
welche mit CPMV-MAST1 beimpft worden waren, beobachtet wurde. Biozzi/ABH-Mäuse besitzen
eine genetische Prädisposition
für die Begünstigung
einer TH2-dominierten Antwort, selbst bevor die potenziell dominierenden
Effekte fremder Hilfsmittel oder der Peptide selbst berücksichtigt
wurden.
-
Folglich
war die CPMV-assoziierte TH1-Antwort in der Lage, starke intrinsisch
genetische Faktoren, von welchen im Allgemeinen angenommen wird,
dass sie die Immunantwort eines Individuums in signifikantem Ausmaß steuern,
außer
Kraft zu setzen. Dies wurde ferner durch eine Analyse der Spezifität von Immunglobulinen
der TH1- und TH2-Signalweg-Subtypen unterstrichen. Weniger als 1%
an produziertem IgG1 war peptidspezifisch,
verglichen mit 25–100%
an Gesamt-IgG2a in allen Mäusen der
Testgruppe. Zusammenfassend kann die Verwendung von CPMV als Träger und
Präsentationssystem
für Peptide
Grenzen auf genetischer Ebene eines Individuums überwinden, wodurch ein Mittel
zur Vermeidung Vakzingenomischer Überlegungen im Rahmen der Konzipierung
prophylaktischer und therapeutischer Mittel bereitgestellt wird.
-
BEISPIEL 5 (VERGLEICH)
-
Die Präsentation von Peptiden auf
CPMV-Partikeln induziert TH1-dominierte Immunantworten über einen
weiten Bereich von Dosierungsschemata
-
Aus
einer Betrachtung der IgG-Titrationsdaten in vorstehender Tabelle
3 war ersichtlich, dass, ungeachtet dessen, ob hohe oder niedrige
Dosen (im Bereich von 300 μg
an CVPs bis hinab zu 2 μg)
im Rahmen des Immunisierungsprotokolls verwendet wurden, höhere Mengen
an peptidspezifischem IgG2a (weist auf eine TH1-artige
Antwort hin) als an peptidspezifischem IgG1 (weist
auf eine TH2-artige Antwort hin) in Reaktion auf mehrere unterschiedliche
Antigene erzeugt wurden. Somit bestand ein weiterer Vorteil der
immunmodulatorischen Eigenschaften von CPMV als Trägersystem
in der geringeren Menge an Material, welche erforderlich ist, um
eine gewünschte
Art von Antwort hervorzurufen.
-
BEISPIEL 6 (VERGLEICH)
-
CVPs rufen, ob parenteral
oder mukosal präsentiert,
eine TH1-artige Antwort hervor, was darauf hindeutet, dass das Partikelverabreichungsverfahren
die Art der stimulierten Immunantwort nicht beeinflusst
-
NIH-Mäuse wurden
intranasal mit CPMV-PARVO9, einem ein Peptid, welches aus dem VP2-Protein von
caninem Parvovirus stammt, präsentierenden
CVP, immunisiert. Für
diese Impfung direkt auf eine mukosale Oberfläche wurde kein Hilfsmittel
verwendet (siehe Tabelle 3, Zeile 3). Zwei Dosen, welche jeweils
100 μg an
CVPs enthielten, wurden an Tag 0 und Tag 14 verabreicht. An Tag
42 wurde, im Wesentlichen wie vorstehend beschrieben, Blut gesammelt
und auf die Anwesenheit von Immunglobulin-Subklassen, welche für das PARVO9-Peptid
spezifisch sind, untersucht (Tabelle 3; vorstehend, Gruppe 4). Die
Konzentration an peptidspezifischem (VP2-spezifischem) Antikörper wurde
für jeden
der vier Isotypen als prozentualer Anteil an Gesamtantikörper in
einzelnen Mäusen
angegeben, wie in Tabelle 4 dargestellt ist. Ferner sind die mittleren
prozentualen Werte für
jeden der 4 Isotypen in Tabelle 4 dargestellt. Tabelle
4: Relative Konzentration an Gesamt-IgG-Isotypen und peptidspezifischen
IgG-Isotypen in CVP-immunisierten Mäusen

-
Obwohl
hohe Mengen an Gesamt-Ig1 und -IgG3 (welche nahezu ausschließlich CPMV-spezifisch
waren) detektiert wurden, waren auch die Gesamtkonzentrationen an
IgG2a und IgG2b hoch.
Darüber
hinaus waren signifikante Anteile peptidspezifisch (Tabelle 4, vorstehend),
was erneut die Dominanz der Antworten in Richtung des TH1-Typs und
die Tatsache, dass eine derartige Antwort ungeachtet der Applikationsart
des auf CPMV präsentierten
Antigens hervorgerufen werden kann, hervorhebt.
-
BEISPIEL 7 (VERGLEICH)
-
Verwendung eines einen
chimären
Viruspartikel enthaltenden immunogenen Komplexes zur Veränderung
der Art einer bestehenden Immunantwort
-
Es
gibt Situationen, in welchen bestimmte Antigene in Gegenwart von
Hilfsmitteln, welche überwiegend
eine TH2-artige Antwort hervorrufen, als Vakzine präsentiert
werden. Tatsächlich
deutet die bis zum heutigen Tage ausschließliche Zulassung von Alaun
(welches überwiegend
eine TH2-artige Immunantwort hervorruft) als Hilfsmittel, welches
für Anwendungen
im Rahmen von Humanvakzinen als sicher erachtet wird, darauf hin,
dass viele zukünftig
erhältliche
Vakzine a priori einen Faktor enthalten, welcher eine TH2-artige
Immunantwort mit ungünstigen
Nebenwirkungen hervorruft. Dies unterstreicht das Bedürfnis in
Bezug auf die Immunmodulierung einer Antwort in Richtung des TH1-Signalweges
und fort vom TH2-Signalweg, welcher unter derartigen Umständen induziert
wird. Da viele Vakzine mehrere Impfungen erfordern, um wirksam zu
sein, ist es möglich,
sich des Problems der Veränderung
einer TH2-Antwort (welche mit einem vorgegebenen Peptid in einer
Untereinheit des Vakzins assoziiert ist) zugunsten einer TH1-artigen
Antwort anzunehmen, indem die ursprüngliche Antwort mittels einer
Formulierung verstärkt
wird, welche ein CPMV-präsentiertes
Peptid enthält. Die
Stärke
der immunmodulatorischen Dominanz der CPMV-Plattform umgeht das
Potenzial des Hilfsmittels betreffend eine Auslösung des TH2-Signalweges, während nach
wie vor die erforderliche Verstärkung
der Immunantwort auf das fragliche Peptid erreicht wird.
-
Um
dies zu belegen, wurden Mäuse
in Gegenwart von Alaun und/oder QS21 als Hilfsmittel zur Induzierung
einer TH2-Antwort mit MAST1-Protein (Tabelle 1) immunisiert, wie
anhand proteinspezifischer Mengen an IgG bestimmt. Die Testmäuse wurden
anschließend
mit CPMV-MAST1 immunisiert, wobei die Kontrollmäuse keine nachfolgende Immunisierung
erhielten. Die Mengen an IgG in den Test- und Kontrollmäusen wurden wie
vorstehend beschrieben bestimmt. Eine Erhöhung des Verhältnisses
von peptidspezifischem IgG1:IgG2a, IgG3:IgG2a, IgG1:IgG2b und/oder
IgG3:IgG2b in den
Testtieren, bezogen auf die Kontrolltiere, belegt, dass die erfindungsgemäßen chimären Viren
die TH2-Antwort überwinden,
welche vom Hilfsmittel im Rahmen der Primärimmunisierung induziert wird.
-
BEISPIEL 8
-
Verwendung von CPMV-Viruspartikeln,
welche zur Expression und chemischen Präsentation reaktiver Peptide konstruiert
sind, zum Konjugieren von immunogenen proteinösen und nicht-proteinösen Einheiten,
insbesondere Kohlenhydrat-Einheiten
-
Desoxyribonukleotide,
welche für
die Aminosäuresequenz
mit der Formel DEGKGKGKGKDE (SEQ ID NO: 29) kodieren, werden in
den Vektor pCP2 kloniert, welcher einer cDNA-Kopie des RNA2-Moleküls von Kuherbsen-Mosaikvirus
entspricht. Die Insertion erfolgt derart, dass das reaktive Peptid
zwischen Alanin 22 und Prolin 23 in den βB-βC-Loop von VP-S (dem kleineren
der zwei Hüllproteine
des CPMV-Virus) insertiert wird, wie bereits beschrieben (U.S. Patente
Nr. 5,958,422 und 5,874,087). Gereinigte Kohlenhydrate werden chemisch
an reaktive Lysinreste des Peptids konjugiert, und die resultierenden
Kohlenhydrat-konjugierten CVPs werden mittels Affinitätschromatographie
unter Verwendung eines beispielsweise Kohlenhydrat-spezifischen Antikörpers oder
mittels DEAE-Cellulosechromatographie gereinigt. Kohlenhydrat-konjugierte
CVPs werden im Wesentlichen gemäß dem gleichen
Immunisierungsschema, wie es vorstehend in den Beispielen 2 und
3 beschrieben ist, an Mäuse
verimpft. An Tag 42 wurde Blut aus dem Schwanz entnommen, und die
Seren wurden in Bezug auf IgG-Subklassen untersucht, welche für das Kohlenhydrat
spezifisch sind. Eine Dominanz der eine TH1-Antwort hervorrufenden
IgG-Subklassen steht mit der immunmodulatorischen Dominanz von CPMV im
Einklang.
-
BEISPIEL 9 (VERGLEICH)
-
CVPs aktivieren überwiegend
CPMV- und peptidspezifisches IgG2a- und
IgG2b-produzierende
B-Zellen in der Milz, wie mittels ELISPOT bestimmt
-
Milzzellen
aus CPMV-MAST1 (Tabelle 3, Zeile 10) in mit QS-21 immunisierten
Mäusen
wurden zusammengefasst, und die roten Blutzellen durch eine in der
Kälte durchgeführte Lyse
in 0.8%-igem NH4Cl entfernt. Die Zellen
wurden zweimal mit RPMI 1640 gewaschen, ausgezählt und in Konzentrationen
von entweder 5 × 106, 5 × 105 oder 5 × 104 lebensfähigen Zellen/ml
resuspendiert. Jede Zellsuspension (100 μl/Vertiefung) wurde den Vertiefungen
von Multiscreen Immobilon IP-Platten mit 96 Vertiefungen (Millipore,
Ontario, Kanada) hinzugefügt,
welche über
Nacht bei 4°C
entweder mit CPMV oder mit FnBP-Peptid in sterilem Carbonatpuffer
pH 9.6 vorbeschichtet und für
1 h bei 37°C
mit RPMI 1640, welches 10% FCS enthielt, blockiert wurden. Vertiefungen
für Negativkontrollen
wurden ausschließlich
mit Puffer oder mit einem irrelevanten Kontrollpeptid beschichtet.
Die Zellen wurden auf den Platten für 20 h bei 37°C inkubiert
und anschließend
dreimal mit PBS gewaschen. Gebundener Antikörper wurde unter Verwendung
des geeigneten alkalische Phosphatase (AP)-konjugierten Ziege-anti-Maus-IgG1, -IgG2a, -IgG2b oder -IgG3 (Southern
Biotechnologies, Inc.) detektiert. Nach 2 h bei 37°C wurden
die Platten 4-mal
mit PBST gewaschen, und es wurde für 30 min bei 37°C Streptavidin-Peroxidase (100 μl/Vertiefung)
hinzugefügt.
Nach Waschen mit PBST wurde Sigma FASTTM DAB
(3,3'-Diaminobenzidin-Tetrahydrochlorid)-Substrat
hinzugefügt
(100 μl/Vertiefung),
bis sich eine maximale Farbintensität entwickelte. Die Platten
wurden vorsichtig mit Leitungswasser gewaschen, für 30 min
bei 37°C
getrocknet, und die Spots unter Verwendung eines Dissektionsmikroskops
(Nikon SMZ-1) ausgezählt.
Die Ergebnisse wurden als Mittelwert an punktbildenden Zellen (SFC)
pro 106 Milzzellen (SFC/106 Milzzellen) ± SD sowohl
für CPMV als
auch das Peptid angegeben, wie in Tabelle 5 dargestellt ist.
-
Tabelle
5: CVPs aktivieren in der Milz überwiegend
CPMV- und peptidspezifisches IgG
2a- und
IgG
2b-produzierende B-Zellen
-
- a C57BL/6-Mäuse wurden subkutan mit CPMV-MAST1
in QS-21 immunisiert (Tabelle 3, Zeile 10). Die Seren wurden an
Tag 42 gesammelt und mittels ELISA in Bezug auf CPMV- und FnBP-spezifisches
IgG1, IgG2a, IgG2b oder IgG3 untersucht.
Die Titer sind als geometrisch mittlere Endpunkttiter ± SD angegeben.
- b Die Milzzellen wurden zusammengefasst
und mittels ELISPOT auf die Anwesenheit von CPMV- und FnBP-spezifisches IgG1-,
IgG2a-, IgG2b- oder
IgG3-produzierende SFC untersucht. Die Ergebnisse
sind als arithmetisches Mittel von SFC/106 Milzzellen ± SD angegeben.
-
Eine
ELISPOT-Analyse der von CPMV-MAST1 in QS21 hervorgerufenen Immunglobuline
zeigte eine ähnlich
hohe Anzahl an IgG2a- und IgG2b-punktbildenden
Zellen in der Milz der immunisierten Mäuse, im Gegensatz zu der sehr
viel geringeren Anzahl an IgG1- und IgG3-SFCs (Tabelle 5). Es waren etwa 4-mal höhere Titer
an CPMV-spezifischem IgG2a- und IgG2b-Antikörper
und SFCs verglichen mit peptidspezifischem (FnBP-spezifischem) Antikörper und
SFCs in diesen Mäusen
vorhanden. Interessanterweise wurde, obwohl die Mengen an FnBP-spezifischem
IgG2a und IgG2b in
den Seren sehr ähnlich
waren, eine sehr viel höhere
Anzahl an IgG2a-produzierenden SFCs als
an IgG2b-produzierenden SFCs mittels ELISPOT
in der Milz detektiert (Tabelle 5), was darauf schließen lässt, dass
CPMV-MAST1 eine größere Anzahl
an FnBP-spezifisches IgG2a-produzierenden
B-Zellen aktiviert. Somit riefen C57BL/6-Mäuse, welche mit CPMV-MAST1
immunisiert worden waren, sehr hohe Konzentrationen an überwiegend
CPMV-spezifischem IgG2a und IgG2b im
Serum hervor, wobei niedrigere, jedoch signifikante Mengen an CPMV-spezifischem
IgG1 und IgG3 vorhanden
waren (Tabelle 5).
-
BEISPIEL 10 (VERGLEICH)
-
CPMV-spezifische T-Zellen,
welche in der Milz von CVPs aktiviert werden, proliferieren unter
Produktion von IFN-γ (ein
TH1-assoziiertes Cytokin) und nicht von IL-4 (ein TH2-assoziiertes
Cytokin)
-
Die
Milz von Mäusen,
welche mit CVPs immunisier worden waren, wurde 42 Tage nach der
Primärimmunisierung
entfernt, und es wurden einzelne Zellsuspensionen hergestellt. Nach
Waschen und Lyse der roten Blutzellen mit eisgekühltem 0.85%-igem NH4Cl wurden
die Splenozyten von 5 Mäusen
zusammengefasst und mittels RPMI 1040-Medium (Gibco, Paisley, UK),
welches 1 mM L-Glutamin, 10 mM Penicillin/Streptomycin und 10% fötales Kälberserum
(FCS) enthielt, in Platten mit 96 Vertiefungen, welche runde Böden aufwiesen, verteilt
(2 × 105/100 μl;
Nunclon Delta Surface, Nunc, Dänemark).
Die Zellen wurden mit 2.5 μg/ml
Concanavalin A (ConA, Sigma) oder mit Wildtyp-CPMV (50 oder 5 μg/ml) für 5 Tage
bei 37°C
in 5% CO2 kultiviert. In den letzten 12
h der Kultivierung wurden 0.5 μCi/Vertiefung
an (Methyl-3H)-thymidin
(Amersham Life Science) hinzugefügt.
Die Zellen wurden auf Filtermatten (Wallac Oy, Turku, Finnland)
geerntet, und der Einbau der Markierung unter Verwendung eines 1450
Microbeta Trilux Flüssigszintillations-
und Lumineszenzzählers
(Wallac) gemessen. Die Daten wurden als Stimulationsindizes angegeben,
wobei die Counts pro Minute in Gegenwart von Hilfsmittel durch die
Counts, welche in Abwesenheit von Antigen (ausschließlich Medium)
gemessen wurden, geteilt wurden. Ein Wert von 3 oder mehr wurde
als signifikant angesehen. Die Milzzellen aus Mäusen, welche mit CPMV-MAST1
immunisiert worden waren, proliferierten in vitro selbst bei Stimulation
mit niedrigen Konzentrationen (5 μg/ml)
an CPMV sehr stark, was auf eine hochspezifische T-Zell-Induktion
hindeutet, welche durch den Peptidträger vermittelt wird.
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Die
zusammengefassten Milzzellen wurden anschließend alleine oder mit entweder
ConA (2.5 μg/ml) oder
Wildtyp-CPMV (50 oder 5 μg/ml)
in Platten mit 24 Vertiefungen (5 × 10
6/Vertiefung
in 2 ml Volumen) kultiviert. Nach 48 h wurden 0.5 ml des Zellkulturüberstandes
in Eppendorf-Röhrchen
aufgenommen und bei –80°C gelagert.
Die Überstände wurden,
im Wesentlichen wie vorstehend beschrieben, mittels ELISA auf die Anwesenheit
von sowohl IFN-γ als
auch IL-4 untersucht. Kurz gesagt wurden ELISA-Platten mit 96 Vertiefungen
(Immulon-4) über
Nacht mit 2 μg/Vertiefung
an entweder Ratten mAb-anti-Maus-IFN-γ oder Ratten mAb-anti-Maus-IL-4 (beide
von Pharmingen, San Diego, CA) bei 4°C beschichtet. Nach Blockieren
der Platten mit PBS, welches 0.05% Tween und 5% BSA enthielt, wurden
den Vertiefungen Verdünnungsreihen
der Kulturüberstände der
Mausmilzzellen hinzugefügt.
Als Kontrollen wurden verdünnte
Lösungen
von rekombinantem Maus-IFN-γ und -IL-4
(Pharmingen) hinzugefügt,
wobei mit 4 ng/ml und 15 ng/ml für
IL-4 bzw. IFN-γ begonnen
wurde. Nach 1 h bei 37°C
wurde gebundenes Cytokin unter Verwendung von biotinyliertem Ratte-anti-Maus-IFN-γ oder anti-IL-4-mAbs
(beide von Pharmingen) für
1 h bei 37°C
detektiert. Diese mAbs erkennen andere Epitope auf IFN-γ und IL-4
als die im Rahmen des Abfangschrittes an einem früheren Punkt
des Verfahrens verwendeten mAbs. Streptavidin-Peroxidase (Sigma;
2 μg/ml)
wurde für
30 Minuten bei 37°C
hinzugefügt,
gefolgt von O-Phenylendiamin (OPD)-Substrat (1 mg/ml). Nach 30 Minuten
bei 37°C
wurde die Reaktion durch Zugabe von 50 μl/Vertiefung an 2.5 M H
2SO
4 beendet, und
die Extinktion bei 492 nm unter Verwendung einer automatisierten
Anthos HAT II ELISA-Plattenauslesevorrichtung abgelesen. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 6 dargestellt. (A) Tabelle
6: CPMV stimuliert die Proliferation und Cytokinproduktion von Milzzellen
des TH1-Phänotyps
(B)
- a, b C57BL/6-Mäuse wurden
subkutan mit CPMV-MAST1 in QS-21 immunisiert (Tabelle 3, Zeile 10).
Die Milzzellen aus diesen Mäusen
(A) und aus nicht-immunisierten Mäusen (B) wurden zusammengefasst
und für
5 Tage entweder alleine oder mit 2.5 μg/ml an ConA oder 50 μg/ml an CPMV
kultiviert. Die Proliferation von T-Zellen ist sowohl als Mittelwert
von CPM ± SDa als auch als SIb angegeben.
- c, d Die Überstände dieser Kulturen wurden
mittels ELISA auch auf die Anwesenheit von IFN-γc- und IL-4d-Protein untersucht. Die Ergebnisse sind
als arithmetisches Mittel in ng/ml ± SD angegeben. (NT = nicht
untersucht).
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Es
wurde gezeigt, dass die Überstände dieser
proliferierenden Zellen hohe Mengen an IFN-γ und niedrige oder nicht-detektierbare
Mengen an IL-4 enthalten (Tabelle 6A). Gemäß Vergleich enthalten nicht-immunisierte
Mäuse keine
CPMV-spezifischen Antikörper
oder SFC (nicht dargestellt) und proliferieren nicht, und produzieren
auch in Reaktion auf eine CPMV-Stimulation kein IFN-γ oder IL-4
(Tabelle 6B).
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BEISPIEL 11
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Konjugation von Peptiden
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In
diesem Beispiel wird in Übereinstimmung
mit der Erfindung ein chimärer
Pflanzenvirus zur Expression eines reaktiven Peptids konstruiert,
welches einen Cysteinrest enthält
und in der Lage ist, mit einem beliebigen Peptid in Konjugation
zu treten, das unter Verwendung von n-Maleinimidobenzoyl-N-hydroxysuccinimidester
(„MBS", erhältlich von
Pierce) aktiviert wurde.
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Desoxyribonukleotide,
welche für
die Aminosäuresequenz
mit der Formel Arg-Glu-Arg-Glu-His-Cys (SEQ
ID NO: 30) kodieren, werden in den Vektor pCP2 kloniert, welcher
einer cDNA-Kopie des RNA2-Moleküls von
Kuherbsen-Mosaikvirus entspricht. Die Insertion erfolgt derart,
dass das reaktive Peptid zwischen Alanin 22 und Prolin 23 in den βB-βC-Loop von
VP-S (dem kleineren der zwei Hüllproteine
des CPMV-Virus) insertiert wird, wie bereits beschrieben (U.S. Patente
Nr. 5,958,422 und 5,874,087, auf welche jeweils in ihrer Gesamtheit
Bezug genommen wird).
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Das
Proteinmolekül
von Interesse, welches an den erfindungsgemäßen Pflanzenvirus konjugiert
werden soll, wird wie folgt unter Verwendung von MBS aktiviert.
Das Protein wird in Puffer (beispielsweise 0.01 M NaPO4,
pH 7.0) in einer Endkonzentration von etwa 20 mg/ml gelöst. Gleichzeitig
wird MBS in N,N-Dimethylformamid
in einer Konzentration von 5 mg/ml gelöst. Die MBS-Lösung von
0.51 ml wird zu 3.25 ml der Proteinlösung hinzugefügt und für 30 Minuten
bei Raumtemperatur inkubiert, wobei alle 5 Minuten gerührt wird.
Das resultierende MBS-aktivierte Protein wird anschließend durch
Chromatographie an einer Bio-Gel P-10-Säule (Bio-Rad; 40 ml Bettvolumen),
welche mit 50 mM NaPO4, pH 7.0 Puffer äquilibriert
ist, gereinigt. Die Peakfraktionen werden zusammengefasst (6.0 ml).
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Der
Arg-Glu-Arg-Glu-His-Cys (20 mg) exprimierende chimäre Pflanzenvirus
wird der Lösung
von MBS-aktiviertem Protein hinzugefügt, bis zum Lösen des
Peptids gerührt,
und für
3 Stunden bei Raumtemperatur inkubiert. Innerhalb von 20 Minuten
erfolgt eine Trübung
des Reaktionsgemisches, wobei sich Präzipitate bilden. Nach 3 Stunden
wird das Reaktionsgemisch bei 10000 × g für 10 min zentrifugiert, und
der Überstand in
Bezug auf den Proteingehalt analysiert. Das konjugierte Präzipitat
wird dreimal mit PBS gewaschen und bei 4°C gelagert. Die resultierenden
gereinigten proteinkonjugierten CVPs werden im Wesentlichen gemäß dem gleichen
Immunisierungsschema, wie es vorstehend in den Beispielen 2 und
3 beschrieben ist, an Mäuse
verimpft. An Tag 42 wurde Blut aus dem Schwanz entnommen, und die
Seren wurden in Bezug auf IgG-Subklassen untersucht, welche für das Kohlenhydrat
spezifisch sind. Eine Dominanz der eine TH1-Antwort hervorrufenden
IgG-Subklassen steht mit der immunmodulatorischen Dominanz von CPMV
im Einklang.
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Aus
vorstehenden Ausführungen
wird deutlich, dass die Erfindung Verfahren und Zusammensetzungen
bereitstellt, welche eine Wirksamkeit in Bezug auf die Modulierung
der Art und/oder des Ausmaßes
einer Immunantwort auf ein beliebiges Molekül von Interesse besitzen, welches
beispielsweise ein Antigen oder Immunogen umfasst, jedoch nicht
hierauf beschränkt
ist. Insbesondere belegen die hierin präsentierten Daten, dass die
Erfindung Verfahren und Mittel bereitstellt, eine TH1-Dominanz der
Immunantwort auf Moleküle
wie beispielsweise Antigene oder Immunogene zu bewirken und/oder
eine TH2-Dominanz der Immunantwort auf derartige Moleküle zu verringern.
In noch stärkerem
Maße zeigen
die vorstehenden Ausführungen,
dass die Erfindung Verfahren und Mittel zur Erhöhung einer TH1- Immunantwort bereitstellt,
welche gegen Moleküle
gerichtet ist, die ansonsten allgemein eine TH2-artige Antwort stimulieren.
Aus vorstehenden Ausführungen
wird ferner deutlich, dass die Erfindung weiterhin Zusammensetzungen
und Verfahren zur Verringerung einer TH2-Immunantwort auf Moleküle bereitstellt.
Die vorstehenden Ausführungen
zeigen zusätzlich,
dass die Erfindung Zusammensetzungen und Verfahren zur Veränderung
(das heißt
Erhöhung
oder Erniedrigung) der Menge an TH1- und TH2-assoziierten Immunglobulinen,
des Ausmaßes
der Proliferation von TH1- und TH2-assoziierten Cytokinen, sowie
des Ausmaßes
der Proliferation von TH1- und TH2-Zellen bereitstellt.
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Die
nachfolgenden nützlichen
viralen Pflanzenvektoren sind bei der American Type Culture Collection (ATCC),
Rockville, MD, USA unter den Bedingungen des Budapester Vertrages über die
internationale Anerkennung der Hinterlegung von Mikroorganismen
für die
Zwecke von Patentverfahren und der darunter fallenden Ausführungsordnung
hinterlegt: pTB2 (ATCC Nr. 75280) und pTBU5 (ATCC Nr. 75281). Einzelheiten
betreffend die Konstruktion dieser Plasmide sind in U.S. Patent
Nr. 5,589,367 dargelegt. SEQUENZPROTOKOLL