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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sie im Allgemeinen auf das Zünden von
Sprengladungen. Im Besonderen bezieht sich die Erfindung auf ein
flexibles elektronisches Zündersystem
und zugehörige elektronische
Zünder.
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Hintergrund
der Technik
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Zünder, in
denen Verzögerungszeiten,
Aktivierungssignale etc. elektronisch gesteuert werden, werden im
Allgemeinen in die Kategorie elektronischer Zünder eingeordnet. Elektronische
Zünder
weisen gegenüber
herkömmlichen
pyrotechnischen Zündern
mehrere erhebliche Vorteile auf. Die Vorteile umfassen vor allem
die Möglichkeit,
die Verzögerungszeit
des Zünders
zu ändern
oder „umzuprogrammieren" und kürzere und
genauere Verzögerungszeiten
als bei herkömmlichen,
pyrotechnischen Zündern
zuzulassen. Einige Systeme mit elektronischen Zündern ermöglichen außerdem eine Signalgabe zwischen
den Zündern
und einer Steuereinheit.
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Elektronische
Zünder
und elektronische Zündersysteme
nach dem Stand der Technik sind jedoch durch gewisse Beschränkungen
und Probleme beeinträchtigt.
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Ein
Zündersystem
muss leicht und flexibel zu bedienen sein, und das Risiko einer
falschen Anwendung muss auf ein Minimum reduziert sein. Gleichzeitig
besteht ein Bedarf an flexiblen elektronischen Zündersystemen mit einer Möglichkeit
einer genauen Funktions- und Statusprüfung, die Hochauflösung und
zuverlässige
Verzögerungszeiten
sowie eine stetige Überwachung
des Zustands jedes Zünders
ermöglichen.
Zünder,
die in einem solchen System enthalten sind, sollten kostengünstig sein,
da sie zwangsläufig
Einwegartikel sind.
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Eine
Schwierigkeit elektronischer Zündersysteme
nach dem Stand der Technik ist, dass es häufig erforderlich war, einerseits
die Funktionalität des
Systems in Bezug auf Steuerfähigkeiten
und andererseits die Kosten eines in dem System enthaltenen Zünders abzuwägen.
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Elektronische
Zündersysteme
nach dem Stand der Technik weisen außerdem eine Beschränkung in
Bezug auf die Vorbereitung des Zünders
auf, die zeitintensiv war, was bedeutet, dass die Anzahl der Zünder, die
an ein und dasselbe System angeschlossen werden konnte, in der Praxis
begrenzt war. Die Anzahl der Zünder
in ein und demselben System war außerdem aufgrund der Tatsache
begrenzt, dass in einem System mit vielen Zündern zu hohe Signalpegel für die Kommunikation
benötigt
wurden. Je mehr Zünder
in dem System enthalten waren, desto schwieriger wurde es, mit dem „letzten" Zünder zu kommunizieren.
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US-A-4.674.047
legt ein Zündsystem
offen, das ein Zündpult
und eine Anzahl von Zündern
umfasst, wobei jeder Zünder
eine integrierte Verzögerungsschaltung
aufweist. Die integrierte Verzögerungsschaltung
umfasst eine programmierbare logische Anordnung oder einen Mikroprozessor
zum Verarbeiten von Befehlen, die von der Zündkonsole zum Setzen einer
Zeitverzögerung
und zum Bereitstellen eines Zündsignals
gesendet werden. Das Zündpult
empfängt
durch die Zünder
Antworten auf die Befehle. Die Kommunikation findet in serieller
digitaler Form statt. Diese Veröffentlichung
wird für
den Oberbegriff des Hauptanspruchs 1 zugrunde gelegt.
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US-A-4.537.131
legt ein Zündersystem
offen, das aus einer Steuereinheit und einer Anzahl von Mehrkanal-Zündern (multi-channel
exploders – MCEs)
besteht. Jeder MCE verfügt über eine
Anzahl von Ausgabekanälen,
die einzeln durch den MCE gesteuert werden. An jeden MCE ist eine
Magnadet-Zündschaltung
angeschlossen. Jede Magnadet-Zündschaltung
umfasst Schalttechnik, durch die eine Anzahl von elektrischen Standardzündern an die
Magnadet-Zündschaltung
angeschlossen ist. Sowohl die Steuereinheit als auch jeder MCE verfügen über einen
Mikrocomputer oder Prozessor. Kommunikation zwischen der Steuereinheit
und den MCEs findet (in beiden Richtungen) mit Hilfe von frequenzumgetasteter
Datenkommunikation statt. Es findet keine Kommunikation zwischen
der Steuereinheit und den elektrischen Standardzündern statt.
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Übersicht über die
Erfindung
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Das
Ziel der vorliegenden Erfindung ist das Bereitstellen eines elektronischen
Zündersystems, das
Flexibilität,
Sicherheit und Zuverlässigkeit
aufweist, was dazu führt,
dass die Beschränkungen
und Probleme des Verfahrens nach dem Stand der Technik im Wesentlichen
vermieden werden. Dieses Ziel bezweckt, ein elektronisches Zündersystem
bereitzustellen, dessen „Intelligenz" in einer wieder
verwendbaren Steuereinheit zu fin den ist, während seine Zünder möglichst
eine einfache und kostengünstige
Gestaltung aufweisen.
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Nach
der Erfindung wird Steuerung möglichst
mit Hilfe einer Steuereinheit ausgeführt, die an ein elektronisches
Zündersystem
angeschlossen ist und die in der Lage ist, komplexe Signale an eine
Anzahl von elektronischen Zündern
zu senden, um ihren Zustand zu prüfen und ihre Funktion zu steuern. Von
den Zündern
stammende Signale haben jedoch vorzugsweise die einfachstmögliche Form.
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Das
oben angegebene Ziel wird mit Hilfe der Merkmale erreicht, die aus
den beigefügten
Ansprüchen
ersichtlich werden. Die vorliegende Erfindung umfasst ein elektronisches
Zündersystem
und einen elektronischen Zünder,
der in dem Zündersystem enthalten
ist.
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Daher
stellt die vorliegende Erfindung nach Anspruch 1 ein elektronisches
Zündersystem
bereit, das eine Steuereinheit, eine Vielzahl von elektronischen
Zündern
und einen Bus umfasst, der die Zünder
mit der Steuereinheit verbindet, wobei jeder elektronische Zünder eine
Anzahl von Flags umfasst, die einen von zwei möglichen Werten annehmen können, wobei
jedes Flag einen Unterzustand des jeweiligen elektronischen Zünders anzeigt
und zumindest ein Flag davon seinen Wert auf Basis einer internen Bedingung
in dem elektronischen Zünder
erhält,
wobei eine zweite Untergruppe der Flags so eingerichtet ist, dass
sie intern in dem Zünder
gesetzt werden, die Flags von der Steuereinheit gelesen werden können und
die Steuereinheit so eingerichtet ist, dass sie mittels des Lesens
der Flags den Zustand des jeweiligen elektronischen Zünders prüft und die
von den Flags gegebenen Informationen zum Steuern des Betriebs des
elektronischen Zünders
verwendet, wobei Kommunikation in der Richtung weg von der Steuereinheit zu
den elektronischen Zündern
mit Hilfe von durch die Steuereinheit auf dem Bus gesendeten digitalen Datenpaketen,
die an einen oder mehrere Zünder adressiert
sind, bereitgestellt wird, wohingegen Kommunikation in der Richtung
weg von den elektronischen Zündern
zu der Steuereinheit mit Hilfe von analogen Lastsignalen auf dem
Bus bereitgestellt wird, wobei die analogen Lastsignale durch die
Steuereinheit detektiert werden können und die analogen Lastsignale
Antworten auf das Lesen der Flags sind.
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Die
Erfindung stellt darüber
hinaus nach Anspruch 13 einen elektronischen Zünder für ein elektronisches Zündersystem
bereit, wobei der Zünder eine
Anzahl von Flags umfasst, die einen von zwei möglichen Werten annehmen können, wobei
eine erste Untergruppe der Flags so eingerichtet ist, dass sie durch
Steuersignale gesetzt werden, die von außen empfangen werden, wenn
der Zünder
an einen Systembus für
elektronische Zünder
angeschlossen ist, und eine zweite Untergruppe der Flags so eingerichtet
ist, dass sie intern gesetzt werden, wobei jedes Flag einen Unterzustand
des elektronischen Zünders
anzeigt und zumindest ein Flag des Weiteren seinen Wert auf Basis
einer internen Bedingung in dem Zünder erhält, die Flags von außen gelesen werden
können,
wenn der Zünder
an einen Systembus für
elektronische Zünder
angeschlossen ist, wobei der Zünder
so eingerichtet ist, dass er bei Empfang eines Flaglesesignals eines
digitalen Datenpaketes von einem Systembus für elektronische Zünder ein
analoges Flagwert-Antwort-Lastsignal
ausgibt, wenn der Zünder
an den Systembus angeschlossen wird, und dem Zünder jedweder Mikroprozessor
oder jedwede Software fehlt.
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Eine
Erkenntnis, die die Grundlage der Erfindung bildet, ist, dass sich
die Intelligenz" in
einem elektronischen Zündersystem
in einer zentralen, wieder verwendbaren Steuereinheit befinden kann.
Eine solche Steuereinheit umfasst möglichst einen Mikroprozessor,
Speichermedien, Software, eine Eingabeeinheit und eine Anzeigeeinheit
und ist des Weiteren zweckmäßigerweise
so eingerichtet, dass sie komplexe digitale Datenpakete an angeschlossene
elektronische Zünder
sendet.
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Die
an die Steuereinheit angeschlossenen Zünder werden möglichst
völlig
ohne die oben erwähnten
Bestandteile gestaltet. Nach einem Aspekt der Erfindung ist ein
Zünder
mit elektronischer Schalttechnik ausgestattet, die so eingerichtet
ist, dass sie auf Signale (digitale Datenpakete etc.) von der Steuereinheit
antwortet. Demgegenüber
braucht der Zünder
keinerlei Mikroprozessoren oder Software zu enthalten. Es hat sich
als sehr vorteilhaft erwiesen, dass der Zünder über solche Teile nicht verfügt, da ein
Zünder,
der zu eigenständig
ist und komplizierte Funktionen aufweist, eine ungünstige Funktionsstörung zur
Folge haben kann. Ein Zünder,
der einen komplexen Aufbau aufweist, trägt darüber hinaus zu einem höheren Preis
des Zünders
bei.
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Bei
einem Zünder
nach der Erfindung wird jedoch ein Typ Statusregister zusammengestellt,
der verschiedene Zustandsparameter des Zünders anzeigt. Das Statusregister
kann von der Steuereinheit gelesen werden, woraufhin Informationen
bezüglich des
Zustands des Zünders
an die Steuereinheit übertragen
werden.
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Die
Zustandsparameter des Statusregisters zeigen vorzugsweise einen
von zwei möglichen
Werten an, wobei diese Zustandsparameter anzeigen, ob eine bestimmte
Bedingung in dem Zünder
vorliegt. Aufgrund der „binären" oder zweiwertigen
Beschaffenheit der Zustandsparameter werden diese häufig als „Flags" bezeichnet. Ein
Unterschied im Vergleich zu dem Verfahren nach dem Stand der Technik
besteht darin, dass diese Flags von der Steuereinheit gelesen werden
können,
statt nur durch interne Elektronik in den Zündern verwendet zu werden.
Dieser Unterschied befindet sich in Übereinstimmung mit dem grundlegenden
Wissen, dass sich die „Intelligenz" des Systems in der
Steuereinheit befinden kann, wodurch es der internen Elektronik
in den Zündern
ermöglicht
werden kann, sehr einfach zu sein.
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Zumindest
einige der Flags werden auf Basis der internen Bedingungen in den
elektronischen Zündern
gesetzt, wie zum Beispiel der Inhalt eines Registers oder die Spannung
an einem Kondensator.
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Wie
oben betont, braucht der Zünder
keine Datensignale oder digitalen Datenpakete an die Steuereinheit
zu senden, sondern sendet stattdessen positive oder negative analoge
Antwortsignale auf direkte Anfragenachrichten oder Fragen bezüglich des
Zustands eines bestimmten Statusbits in dem Statusregister. Es wird
folglich bevorzugt, dass die Zünder
Antworten nur in Reaktion auf direkte Fragen von der Steuereinheit
geben.
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Ein
Zünder
soll auf eine direkte Anfrage möglichst
nur „ja" oder „nein" antworten. In einer
bevorzugten Ausführungsform
geht diese Bedingung einen Schritt weiter, indem der Zünder eine
positive Antwort gibt, indem er ein Lastsignal auf dem Bus gibt,
der den Zünder
mit der Steuereinheit verbindet, während er eine negative Antwort
gibt, indem er es unterlässt, ein
solches Lastsignal zu geben. Dies kann folglich so ausgedrückt werden,
als ob ein Zünder
nur in der Lage wäre,
mit „ja" zu antworten. Falls
die Antwort auf eine Anfragenachricht „nein" ist, bleibt der Zünder ruhig (d.h. er gibt kein
Signal auf den Bus).
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Selbst
wenn für
eine Antwort von einem Zünder
bevorzugt wird, dass sie in Form eines Lastsignals auf dem Bus gegeben
wird, ist eine beliebige andere Einwirkung auf den Bus möglich, wobei
die Einwirkung durch die Steuereinheit detektiert werden kann. Es
ist jedoch ein zentrales Merkmal der Erfindung, dass eine solche
Einwirkung möglichst
ein nicht-digitales, analoges Signal umfasst.
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Die
Steuereinheit kann darüber
hinaus Befehle an die Zünder
senden, die nicht zu von den Zündern
gegebenen Antworten führen.
Der Zweck solcher Befehle ist es zum Bei spiel, eine Verzögerungszeit
zu übertragen,
einen Zustandsparameter zurückzusetzen
oder eine Zündung
des Zünders
zu initiieren.
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Der
Einsatz der oben erwähnten
Signalgabe mit Hilfe von digitalen Datenpaketen ermöglicht darüber hinaus
weitere vorteilhafte Funktionen. Das für die Datenpakete verwendete
Datenformat wird in einer Weise gestaltet, die für diese Erfindung unikal ist. Aufgrund
der Gestaltung des Datenformats wird eine Anzahl von Funktionen
ermöglicht,
die zuvor in elektronischen Zündersystemen
nicht angeboten worden sind. Die Gestaltung des Datenformats und
die dadurch hervorgerufenen Vorteile werden aus der folgenden genauen
Beschreibung einiger bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
ersichtlich.
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Nach
einem Aspekt der Erfindung ist jedem elektronischen Zünder bereits
im Zusammenhang mit seiner Herstellung eine Identität oder Adresse
gegeben worden. Diese Adresse ist so gestaltet, dass der Zünder in
jeder praktischen Hinsicht als unikal betrachtet werden kann. Das
verwendete Datenformat ist entsprechend der Zünderadresse entwickelt worden.
Folglich kann jeder Zünder
individuell mit Hilfe des Datenformats nach der Erfindung adressiert werden.
Die Adressierung, d.h. das verwendete Datenformat nach der Erfindung,
geschieht jedoch so, dass die Zünder
auch global, semiglobal oder semiindividuell adressiert werden können. Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden adressierte Datenpakete folglich global oder
semiindividuell für
die gleichzeitige Übertragung
einer Anfragenachricht oder eines Befehls (eines unbedingten Befehls)
an eine Vielzahl von Zündern
eingesetzt.
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In
einer Ausführung
der Erfindung, bei der die Zünder
so eingerichtet sind, dass sie nur positive Antworten geben, wird
bevorzugt, dass globale Anfragenachrichten solcherart sind, dass
eine positive Antwortnachricht nur von einem elektronischen Zünder oder
wenigen elektronischen Zündern
erwartet wird, wodurch die Anzahl der analogen Antwortsignale auf
dem Bus auf ein Minimum reduziert wird. Um zum Beispiel einen Zustandsparameter
(ein Flag) in dem Statusregister zu lesen, werden folglich zwei komplementäre Anfragen
implementiert. Ein erster Befehl stellt die Anfrage vom Typ „Hat der
angegebene Zustandsparameter den ersten von zwei möglichen
Werten?", während ein
zweiter Befehl die komplementäre
Anfrage stellt „Hat
der angegebene Zustandsparameter den zweiten von zwei möglichen Werten?"
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Trotz
der Tatsache, dass ein elektronischer Zünder nach der Erfindung nur
ein einfaches Lastsignal (ein analoges Antwortsignal, das durch
die Steuereinheit detektiert werden kann) auf dem Bus geben kann,
wird ein sehr flexibles elektronisches Zündersystem bereitgestellt,
in dem eine Vielzahl von Zuständen
in den Zündern
von einer Steuereinheit gelesen werden können. Mit Hilfe von Software
in der Steuereinheit können
die Zustandsparameter der Zünder
auf viele unterschiedliche Weisen verwendet werden. Die Software
der Steuereinheit steuert darüber
hinaus, welche Befehle und/oder Anfragen an die Zünder gesendet
werden sollen und wann diese gesendet werden sollen.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist die Steuereinheit des Zündersystems
mit einem stabilen und vergleichsweise exakten Taktoszillator ausgestattet,
wohingegen jeder Zünder
mit einem einfachen Systemtaktoszillator ausgestattet ist. Die absolute
Frequenz des Systemtaktoszillators der Zünder darf unter den Zündern variieren.
Es wird jedoch angenommen, dass diese Systemtaktoszillatoren zumindest
während
der Zeit, die zwischen einer Kalibrierung und einer darauf folgenden
Zeitmessung vergeht, stabil genug sind, um einen zufrieden stellenden
Betrieb zu erreichen.
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Der
Taktoszillator der Steuereinheit, in dieser Anmeldung häufig als
externer Oszillator bezeichnet, wird einerseits zum Steuern verwendet,
wenn verschiedene Befehle und/oder Anfragen auf dem Bus gesendet
werden, und andererseits zum Kalibrieren des Systemtakts jedes Zünders. Wie
oben betont, ist es wünschenswert,
dass die Zünder
so einfach und kostengünstig
wie möglich
gestaltet werden und daher die Taktgenauigkeit des Systems in der
wieder verwendbaren Steuereinheit bereitgestellt wird. Diese Bedingung
ist noch ein weiterer Ausdruck der Intelligenz" des Systems, die sich in den wieder
verwendbaren Teilen findet statt in den Zündern, die aus nahe liegenden
Gründen
nur einmal verwendet werden können.
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Nach
einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein elektronischer Zünder bereitgestellt,
in dem eine Kalibrierung des Systemtakts des Zünders in Bezug auf den präzisen externen
Taktoszillator in der Steuereinheit ausgeführt wird. Eine Kalibrierung
der Verzögerungszeit
kann gleichzeitig mit normalen Signalgebung und anderen, in dem
System ablaufenden Vorgängen
durchgeführt
werden. Da die Zünder
im Wesentlichen einen relativ einfachen Aufbau aufweisen, wird diese
Kalibrierung durch einfaches Zählen von
externen und Systemtaktsignalen jeweils von den externen und den
Systemtaktoszillatoren ausgeführt.
Das Signalgebungsformat des Systems ist auf eine solche Weise gestaltet,
dass externe Kalibrierungssignale aus der normalen Signalgebung
der Steuereinheit extrahiert werden können. Aufgrund der Tatsache,
dass externe Kalibrierungssignale aus der normalen Signalgebung
extrahiert werden, können
Kommunikation zwischen der Steuereinheit und den Zündern und
andere Vorgänge
parallel zu der Kalibrierung durchgeführt werden. Dadurch wird die Zeit,
bis die Zünder
bereit sind, gezündet
zu werden, minimiert.
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Um
eine hohe Auflösung
und exakte Verzögerungszeiten
bereitzustellen, wird eine Kalibrierung in einer bevorzugten Ausführungsform
während mehrerer
Sekunden ausgeführt.
Eine Übertragung von
Verzögerungszeiten
auf an die Steuereinheit angeschlossene Zünder kann folglich parallel
zu der Kalibrierung stattfinden. Dies kann ein großer Vorteil sein,
zum Beispiel wenn eine sehr große
Anzahl von Zündern
angeschlossen ist (das System kann zum Beispiel bis zu 1000 Zünder auf
dem gleichen Bus ermöglichen).
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Nach
der Erfindung wird darüber
hinaus ein elektronischer Zünder
bereitgestellt, der elektronische Schalttechnik umfasst, die eine
Anzahl von Zustandsparametern (Flags) umfasst, die eine Anzahl von
Unterzuständen
des Zünders
angeben. Diese Zustandsparameter können von der Steuereinheit des
Systems mit Hilfe von digitalen Datenpaketen, die von der Steuereinheit
gesendet werden, gelesen werden. Jeder Zustandsparameter gibt einen
von zwei möglichen
Zuständen
an. Die Parameter, die den Zustand des Zünders angeben, haben folglich eine
binäre
Beschaffenheit, und daher werden diese Zustandsparameter, wie oben
erwähnt,
als „Flags" bezeichnet, da sie
mit Hilfe von Flags einen bestimmten Zustand in dem Zünder anzeigen.
Die Steuereinheit liest diese Zustandsparameter unter Verwendung
von Anfragenachrichten, die vom Typ „Ja"/„Nein"-Anfragen sind.
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Der
Zünder
umfasst darüber
hinaus Mittel, um Antwortnachrichten auf dem Bus zu geben, die vorzugsweise
in Reaktion auf eine früher
empfangene Anfragenachricht gegeben werden. Aufgrund der Tatsache,
dass die Anfragenachrichten so gestaltet werden, dass nur eine positive
(„ja") oder eine negative
(„nein") Antwort gegeben
zu werden braucht, können
die Antwortnachrichten eine sehr unkomplizierte Ausführung aufweisen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform
wird der Zünder
so eingerichtet, dass er nur positive Antwortnachrichten gibt, während negative
Antworten indirekt durch den Zünder angegeben
werden, indem er es unterlässt, überhaupt
jegliche Antwort zu geben. Die Antwortnachrichten werden folglich
als einfache analoge Lastsignale auf dem Bus gegeben. Das System
(die Steuereinheit) ist nicht eingerichtet, um auf Basis nur eines Antwortsignals
auf dem Bus festzustellen, ob ein oder mehrere Zünder gleichzeitig ein Antwortsignal gegeben
haben. Auch braucht die Steuereinheit auf Basis nur eines Antwortsignals
als solchem nicht festzustellen, welcher der angeschlossenen Zünder die
Antwort gegeben hat. Tatsache ist, dass dies bei einer bevorzugten
Ausführungsform
der Erfindung nicht festgestellt werden kann, da all die Zünder auf die
gleiche Weise antworten. Da die Zünder bei einer bevorzugten
Ausführungsform
so eingerichtet sind, dass sie nur eine Art von Antwort (d.h. positive „Ja"-Antworten in Form
von analogen Lastsignalen) geben, hat jede Anfragenachricht möglichst
auch eine komplementäre
Entsprechung.
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Wie
zuvor betont, kann jeder Zustandsparameter entweder durch eine Nachricht
von dem Typ „Hat
das Statusbit den ersten von zwei möglichen Werten?" oder durch ihr Komplement „Hat das
Statusbit den zweiten von zwei möglichen
Werten?" gelesen
werden. Die Anfragenachrichten können
folglich in einer solchen Weise gewählt werden, dass so wenige
Antworten wie möglich
von den Zündern
erwartet werden. Die Art, auf die die Zünder arbeiten, ist eng damit
verknüpft,
wie die Steuereinheit Antwortsignale interpretiert und Anfragenachrichten (und
andere Nachrichten) abgibt.
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Eine
Identifizierung der Adresse eines Zünders wird unter Verwendung
des oben erwähnten Antwortsignals
auf dem Bus ausgeführt.
Die Steuereinheit stellt Anfragenachrichten mit Bezug auf jeweils
ein Adressbit und liest folglich die Adresse (Identität) des Zünders. Es
werden, wie oben beschrieben, möglichst
zwei komplementäre
Anfragenachrichten für
jedes Adressbit verwendet. Dadurch, dass die Steuereinheit zuerst
anfragt, ob jedes Bit ein binäres
ist, und anschließend
die komplementäre
Anfrage bezüglich
der Bits stellt, für
die eine positive Antwort in der ersten Anfrageserie nicht erhalten
worden war, wird Unzweideutigkeit in Bezug auf die Identität des Zünder erreicht.
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Schließlich kann
eine Anfrage mit Bezug auf all die registrierten binären Einsen
der Adresse des Zünders
und eine Anfrage mit Bezug auf all die binären Nullen der Adresse des
Zünders
als eine endgültige
Kontrolle, dass die Adresse korrekt in der Steuereinheit registriert
ist, gestellt werden.
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Mit
Hilfe eines Bitzeigers in der Anfragenachricht von der Steuereinheit
können
folglich ein oder mehrere Adressbits durch ein und dasselbe Datenpaket
hervorgehoben werden.
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Es
wird richtig eingeschätzt
werden, dass abhängig
von der Weise, in der die Zünder
Anfragenachrichten beantworten, eine Identifizierung (d.h. das Lesen
der Adresse) jedes Zünders
auf eine eindeutig definierte Weise ausgeführt werden muss. Dies wird
aus der folgenden genauen Beschreibung einer Anzahl bevorzugter
Ausführungsformen
der Erfindung offensichtlicher. Kurz gesagt, die Identifizierung
wird möglichst
durch Sicherstel len, dass jeweils ein einzelner Zünder Anfragen
bezüglich
einer Adresse beantwortet, ausgeführt.
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Mit
dem Ziel sicherzustellen, dass nicht mehr als ein nicht identifizierter
Zünder
an den Bus des Systems angeschlossen ist, wird ein tragbarer Nachrichtenempfänger eingesetzt.
Wenn die Steuereinheit (Protokolleinheit) die Identifizierung eines
Zünders
abgeschlossen hat, wird eine Nachricht an den tragbaren Nachrichtenempfänger gesendet,
dass der nächste
Zünder
an den Bus angeschlossen werden kann. Der tragbare Nachrichtenempfänger wird
gewöhnlich
von der Person getragen, die die Zünder physisch an den Bus anschließt.
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Bei
einer Ausführungsform
der Erfindung können
Nachrichten außerdem
von dem tragbaren Nachrichtenempfänger an die Steuereinheit gesendet
werden, wodurch der Steuereinheit (der Protokolleinheit) Informationen über mögliche Korrekturen gegeben
werden können,
wie zum Beispiel über
einen Austausch eines Zünders
durch einen anderen oder über
einen Ausschluss eines der geplanten Zünder.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Die
folgende Beschreibung einer Anzahl von bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung wird genauer durch die beigefügten Zeichnungen erläutert, für die gilt:
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1 zeigt
schematisch einige Teile, die in einem elektronischen Zündersystem
enthalten sind,
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2a und 2b sind
schematische Ablaufdiagramme der Vorgänge, die von der Protokolleinheit
durchlaufen werden, wenn Zünder
an den Bus des elektronischen Zündersystems
angeschlossen werden,
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3a und 3b sind
schematische Ablaufdiagramme von Vorgängen, die von der Schaltvorrichtung
des Zünders
durchlaufen werden, wenn Datenpakete initiiert (wenn eine Spannung
angelegt wird) und empfangen werden,
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4 stellt
ein schematisches Schaltbild der Schaltvorrichtung des elektronischen
Zünders
dar,
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5 ist
ein schematisches Schaltbild einer Implementierung eines allgemeinen
Flags in einem elektronischen Zünder,
und
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6 stellt
ein schematisches Schaltbild einer Implementierung eines bestimmten
Flags in einem elektronischen Zünder
dar.
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Beschreibung
der bevorzugten Ausführungsformen
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Im
Folgenden werden einige bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
genauer beschrieben.
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1 zeigt
eine Anzahl von Systemeinheiten, die in einem elektronischen Zündersystem
enthalten sind. Eine bevorzugte Ausführungsform eines elektronischen
Zündersystems
nach der Erfindung umfasst eine Vielzahl von elektronischen Zündern 10,
die über
einen Bus 13 an eine Steuereinheit 11 bzw. 12 angeschlossen
sind. Der Bus hat den Zweck, Signale zwischen der Steuereinheit 11 bzw. 12 und den
Zündern 10 zu übermitteln,
d.h. Kommunikation zwischen ihnen zu ermöglichen, und die Zünder mit Strom
zu versorgen. Die Steuereinheit kann entweder eine Protokolleinheit 11 (zum
Beispiel, wenn elektronische Zünder
an den Bus angeschlossen sind) oder eine Zündmaschine 12 (zum
Beispiel, wenn angeschlossene Zünder
zum Zünden
vorbereitet werden, und in Verbindung mit dem Zünden) umfassen. Daneben umfasst
das Zündersystem
nach der Erfindung einen tragbaren Nachrichtenempfänger 14,
der so eingerichtet ist, dass er von der Person getragen wird, die
die Zünder
an den Bus anschließt. Über den tragbaren
Nachrichtenempfänger 14 werden
Informationen unter anderem darüber
bereitgestellt, wann das System bereit zum Anschluss eines weiteren Zünders 10 ist.
Vorzugsweise ist auch ein Computer 15 in dem System enthalten,
wobei der Computer eingesetzt wird, um die Sprengung zu planen.
Ein Sprengungsplan, der in dem Computer zusammengestellt wird, kann
später
an eine der Steuereinheiten (die Protokolleinheit 11 und/oder
die Zündmaschine 12) übertragen
werden.
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Die
Steuereinheit, d.h. die Protokolleinheit 11 oder die Zündmaschine 12,
ist so eingerichtet, dass sie Nachrichten über den Bus 13 an
die Zünder 10 sendet.
Die gesendeten Nachrichten umfassen bei einer bevorzugten Ausführungsform
Datenpakete von 64 Bits, die in einem bestimmten Datenformat bereitgestellt
werden. Dieses Datenformat ermöglicht aufgrund
der Tatsache, dass jeder Zünder
zuvor eine Identität
(Adresse) erhalten hat, die in jeder praktischen Hinsicht unikal
ist, das Adressieren einer Nachricht an einen vorgegebenen Zünder 10.
Die einzelnen Zünder 10 haben
jedoch keine Möglichkeit, formatierte
Datenpakete zu senden. Kommunikation von einem Zünder 10 erfolgt stattdessen
mit Hilfe eines einfachen analogen Antwortsignals in Form eines
Einwirkens auf den Bus 13, wobei das Einwirken von der
Steuereinheit 11 bzw. 12 detektiert werden kann.
Diese Antwortsignale werden bei der bevorzugten Ausführungsform
durch den Zünder 10 bereitgestellt,
indem er seine Last (Impedanz) auf dem Bus 13 für eine kurze
Zeit erhöht.
All die Zünder 10 antworten
auf die gleiche Weise, und es ist folglich nicht möglich, nur
auf Basis des Antwortsignals festzustellen, welcher in dem System
enthaltene Zünder
eine bestimmte Antwort gegeben hat. Die Identifizierung einer Antwort,
d.h. ein analoges Antwortsignal auf dem Bus 13, wird stattdessen
durch die Steuereinheit 11 bzw. 12 verarbeitet
und basiert darauf, welche Befehle und/oder Anfragen zuvor gesendet
worden sind.
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Wie
oben erwähnt,
befindet sich die „Intelligenz" des Systems folglich
in der Steuereinheit 11 bzw. 12. Obwohl Anfragen
an die Zünder 10 gerichtet werden
können,
auf die die Antwort sowohl positiv („ja") als auch negativ („nein") sein kann, sind die Zünder so
eingerichtet, dass sie nur eine Art von Antwortsignalen geben. Das
System ist in einer solchen Weise gestaltet, dass ein Antwortsignal
durch die Steuereinheit 11 bzw. 12 als eine positive
Antwort („Ja"-Antwort) interpretiert
wird, während
eine negative Antwort sich einfach als eine Abwesenheit eines Antwortsignals
ausdrückt.
Mit Hilfe von geschickt formulierten Antwortnachrichten von der
Steuereinheit 11 bzw. 12 ist es trotz der einfachen
Kommunikation der Zünder 10 möglich, vollständige Informationen über ihren
Zustand zu beziehen. Das Antwortsignal kann in vorteilhafter Weise
durch die Systemtaktfrequenz des Zünders 10 oder durch
einen Teil davon mit dem Ziel, das Detektieren in der Steuereinheit 11 bzw. 12 zu
erleichtern, moduliert werden, in welchem Fall ein Bandpassfilter
in der Steuereinheit eingesetzt wird.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Antwort der Zünder
in einem Zeit-Slot in Form eines Antwort-Slots zwischen zwei digitalen
Datenpaketen von der Steuereinheit gegeben. Aufgrund der Tatsache,
dass die Antwort von den Zündern
in dem Antwort-Slot gegeben wird, wird sichergestellt, dass keine
andere Signalgabe durchgeführt
wird, wenn die Antwort in der Steuereinheit detektiert werden soll. Folglich
wird das Detektieren des Einwirkens der Zünder auf den Bus weiter erleichtert,
was vorteilhaft ist, wenn zum Beispiel eine große Zahl von Zündern an
den Bus angeschlossen sind. Die Antwort eines Zünders, der in großer Entfernung
von der Steuereinheit an den Bus angeschlos sen ist, würde anderenfalls
Gefahr laufen, von den Signalen (d.h. den digitalen Datenpaketen)
der Steuereinheit an die Zünder übertönt zu werden.
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Die
Zünder 10 sind
nach der Erfindung mit elektronischer Schalttechnik ausgestattet,
die ein Statusregister umfasst, das eine Vielzahl von Zustandsparametem
enthält.
Diese Zustandsparameter können
mit Hilfe der oben erwähnten
Anfragenachrichten (digitalen Datenpaketen, die eine Anfrage enthalten)
durch die Steuereinheit gelesen werden. Jeder Zustandsparameter
gibt einen von zwei möglichen
Zuständen
an, daher die Bezeichnung „Flags", da sie zwischen
zwei Werten als eine Angabe des Zustands eines Parameters des Zünders zurückgesetzt
werden können.
Einige dieser Flags werden durch die Steuereinheit zurückgesetzt,
während
andere Flags durch den Zünder
selbst zurückgesetzt werden,
um vorgegebene interne Parameter anzugeben. Es sei bemerkt, dass
das Flag nur gesetzt wird, um das Lesen des Zustands zu ermöglichen.
Eine Änderung
eines Zustands in einem Zünder
führt nicht dazu,
dass jegliche Informationen von der Steuereinheit bezogen werden,
aber es sind Anfragen von der Steuereinheit erforderlich, um Informationen
bezüglich
des Setzens von Flags zu übertragen.
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Bei
einem typischen Beispiel eines elektronischen Zünders nach der vorliegenden
Erfindung ist der Zünder
mit elektronischer Schalttechnik ausgestattet, die über ein
Statusregister verfügt,
in dem eine Anzahl von Statusbits (Zustandsparametem) oder Flags
gesetzt werden kann. Jedes Flag entspricht dem Zustand eines bestimmten
Parameters in dem Zünder.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform
werden die unten stehenden Flags implementiert.
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IdAnsFlg:
Gibt an, dass der Zünder
Anfragen bezüglich
seiner Identität
beantwortet, d.h. dass die ID-Erfassung aktiviert ist.
-
IdRcvFlg:
Gibt an, dass auf den Zünder
einzeln durch ein gültiges
Datenpaket zugegriffen wird.
-
CalEnaFl:
Gibt an, dass Frequenzkalibrierung gestattet ist.
-
CalExeFl:
Gibt an, dass Frequenzkalibrierung durchgeführt wird.
-
CalRdyFl:
Gibt an, dass zumindest eine Frequenzkalibrierung abgeschlossen
ist.
-
DelayFlg:
Gibt an, dass der Zünder
zwei Mal nacheinander die gleiche Verzögerungszeit empfangen hat.
-
Arm_Flag:
Gibt an, dass der Zünder
scharf geschaltet ist, d.h. dass das Laden des Zündkondensators begonnen hat.
-
HiVoFlag:
Gibt an, dass der Zünder,
d.h. der Zündkondensator,
die Zündspannung
erreicht hat.
-
FireFlag:
Gibt an, dass der Zünder
den Zündbefehl
empfangen hat (,FireA15p').
-
CaFusErr:
Gibt an, dass der Zündkondensator
oder der Zündkopf
fehlt (oder dass er noch nicht geprüft worden ist).
-
ChSumErr:
Gibt an, dass (zumindest einmal) ein Fehler in einer Prüfsumme erfasst
worden ist.
-
Err_Flag:
Gibt an, dass ein Fehler aufgetreten ist, z.B. dass ein unzulässiges oder
fehlerhaftes Datenpaket in dem Zünder
empfangen worden ist.
-
Die
oben beschriebenen Flags können
von der Steuereinheit gelesen werden, die den Zustand dieser Flags
dafür verwendet,
um die elektronischen Zünder
zu steuern.
-
Darüber hinaus
enthalten die Zünder
eine Anzahl von Registern und Zählern
zum Speichern von Verzögerungszeiten,
Korrekturfaktoren, Zünderadressen
etc.
-
Das
Programmieren der Zünder
findet genau genommen nur bei einer Gelegenheit statt, und zwar wenn
jeder Chip eine „unikale" Identität erhält. Diese Programmierung
findet beim Herstellen des Chips statt. Die Identität des Chips
umfasst bei der bevorzugten Ausführungsform
eine binäre
30-Bit-Adresse, wobei 230 = 1 073 741 824
unterschiedliche Adressen möglich
sind. Folglich kann in jeder praktischen Hinsicht die Identität des Chips
aufgrund der großen
Anzahl möglicher
Adressen als „unikal" oder zumindest als „pseudo-unikal" betrachtet werden.
Nach dem Programmieren der Identität des Chips wird keine hohe
Spannung an den Chip angelegt, bis es unmittelbar vor der Zündung an
der Zeit ist, einen Zündkondensator
zu laden. Nach einer Ausführungsform des
Adressen-Codierens, d.h. der Identität des Chips, werden vier der
zur Verfügung
stehenden 30 Bits zur Identifizierung des Herstellers oder des Werks
verwendet, der bzw. das den Chip hergestellt hat. Folglich stehen
jedem Hersteller 226 = 67 108 864 unterschiedliche
Adressen zur Verfügung,
wodurch diese Anzahl von Chips hergestellt werden kann, bevor eine
Adresse (Identität)
ein zweites Mal verwendet werden muss. Daneben wird bevorzugt, dass
diese sechsundzwanzig Bits zum Beispiel einerseits in „Batch
#" + „Wafer
#" (14 Bits) (Batch – Stapel,
Wafer – Halbleiterscheibe)
und andererseits in „Chip
#" auf dem fraglichen
Wafer (12 Bits) unterteilt werden. Unter Verwendung von zwölf Adressbits
pro Wafer können
212 = 4 096 Chips mit unterschiedlichen
Identitäten
aus dem gleichen Wafer hergestellt werden. Des Weiteren wird bevorzugt,
dass jede Identität
eine vorgegebene Position auf dem Wafer verkörpert, wodurch eine gute Verfolgbarkeit
für jeden
Chip erreicht wird. Falls sich später herausstellt, dass ein
Chip durch einen Fabrikationsfehler beschädigt ist, kann seine Position
auf dem ursprünglichen
Wafer so zurückverfolgt
werden, und es können
folglich angrenzende Chips auf dem Wafer identifiziert werden, um eine
zusätzliche
Funktionsprüfung
auszuführen.
-
Ein
Endnutzer kann so davon ausgehen, dass all die Chips (d.h. die elektronischen
Zünder), die
er oder sie einsetzt, über
eine unikale Identität verfügen. Die
Steuereinheiten des elektronischen Zündersystems sind jedoch so
eingerichtet, dass sie zwei ähnliche
Identitäten
detektieren, die letzten Endes zufällig an den gleichen Bus angeschlossen
sein könnten.
-
Das
elektronische Zündersystem
nach der vorliegenden Erfindung ermöglicht sehr flexible und genaue
Verzögerungszeiten
in den jeweiligen Zündern.
Es wird folglich bevorzugt, dass jeder Zünder einen stabilen und zuverlässigen Takt
(Oszillator) aufweist. Im Folgenden wird ein Verfahren beschrieben,
das zum Kalibrieren der internen Verzögerungszeit in den unterschiedlichen
elektronischen Zündern eingesetzt
wird, um zu erreichen, dass ein Zündersystem exakte Verzögerungszeiten
nach der Erfindung aufweist.
-
Der
Systemtakt (Oszillator) in jedem Chip ist nicht so eingerichtet,
dass er in Bezug auf einen absoluten Wert exakt ist, sondern er
ist stattdessen so gestaltet, dass er stabil ist. Bezüglich des
Systemtakts in Zündern
an ein und demselben Bus darf die höchste Taktfrequenz sich sogar
zum Beispiel um einen Faktor Zwei von der niedrigsten Taktfrequenz
unterscheiden. Außerdem
sind diese internen Frequenzen den Steuereinheiten (der Protokolleinheit
und der Zündmaschine)
des Systems nicht bekannt. Präzision
in dem System wird mit Hilfe einer externen Taktfrequenz, zum Beispiel
in der Zündmaschine,
erreicht. Nominell beträgt
diese Frequenz bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung 4
kHz. Um die Verzögerungszeiten
der Zünder
zu synchronisieren, verwenden all die Zünder die gleiche Referenz, die
durch die externe Taktfrequenz dargestellt wird. Es wird nun ein
bevorzugtes Verfahren zum Kalibrieren der Verzögerungszeiten beschrieben.
-
Die
Verzögerungszeit
wird in einem allgemeinen Format an einen Zünder übertragen, zum Beispiel mit
16 Bits binär
codiert. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt die Verzögerungszeit
für einen
vorgegebenen Zünder
zwischen 0 und 16.000 ms und hat eine Auflösung von 0,25 ms. Die Verzögerungszeit
wird in einem Register (,DelayReg') gespeichert, das ein so genanntes Flip-Flop
umfasst. Um die Verzögerungszeit
in dem Chip nutzbar zu machen, ist es erforderlich, die Verzögerungszeit
in eine entsprechende Anzahl von Systemtaktzyklen umzuwandeln. Diese
Umwandlung wird durch Multiplikation der gespeicherten Verzögerungszeit
mit einem internen Korrekturfaktor (,CorrFact') ausgeführt, der nach dem Kalibrierungsverfahren
berechnet wird. Im Allgemeinen wird dem Korrekturfaktor ein Standardwert
zugewiesen, der verwendet wird, falls das Kalibrierungsverfahren
aus irgendeinem Grund nicht ausgeführt werden oder scheitern sollte.
Dieser Standardwert wird geeigneter Weise so gewählt, dass er einer Systemtaktfrequenz entspricht,
die dem Erwartungswert der unterschiedlichen Taktfrequenzen nahe
kommt, zum Beispiel dem arithmetischen Mittelwert der in dem System
zugelassenen Taktfrequenzen.
-
Das
Kalibrierungsverfahren wird durch das Flag ,CalEnaFl' ausgelöst, das
von der Steuereinheit gesetzt wird. Wenn dieses Flag gesetzt ist,
wird dem Zünder
ermöglicht,
eine Kalibrierung nach den folgenden Schritten zu beginnen.
-
Externe
Taktzyklen werden in einem ersten internen Zähler gezählt, und Systemtaktzyklen werden
in einem zweiten internen Zähler
gezählt.
Bevor die eigentliche Kalibrierung ausgelöst wird, wartet der Chip des
Zünders
darauf, dass der externe Takt bis zu seinem Maximalwert vorwärts zählt und
anschließend
bei Null neu beginnt. Zur selben Zeit, zu der der Zähler des
externen Takts bei Null neu beginnt, wird unter der Voraussetzung,
dass das oben erwähnte
Flag ,CalEnaFl' gesetzt
ist, die eigentliche Kalibrierung veranlasst. Eine vorgegebene Anzahl von
externen Taktzyklen wird in dem ersten internen Zähler (,ExtClCnt') zur selben Zeit
gezählt,
zu der die Anzahl von Systemtaktzyklen in dem zweiten internen Zähler (,IntClCnt') gezählt wird.
Eine laufende Kalibrierung wird dadurch angezeigt, dass das Kalibrierungsflag
(,CalExeFl') auf
,1' gesetzt ist.
Das Verhältnis
zwischen der Anzahl der gezählten
Systemtaktzyklen und der Anzahl der in derselben Zeit gezählten externen
Taktzyklen führt
nun zur Kalibrierung des in jedem elekt ronischen Zünder vorhandenen
Systemtakts. Die gespeicherte Verzögerungszeit (in dem Register
,DelayReg') erhält so eine
exakte und eindeutige Entsprechung in einer bestimmten Anzahl von
Systemtaktzyklen. Sobald die Kalibrierung abgeschlossen ist, wird
das Flag gesetzt, das eine abgeschlossene Kalibrierung anzeigt (,CalRdyFI'), wodurch angegeben
wird, dass zumindest eine Kalibrierungsrunde ausgeführt worden
ist. Gleichzeitig wird ,CalExeFl' automatisch
auf ,0' zurückgesetzt, um
anzuzeigen, dass die Kalibrierung nicht mehr andauert.
-
Das
oben beschriebene Kalibrierungsverfahren wird nun genauer beschrieben.
Die Verzögerungszeit
eines vorgegebenen elektronischen Zünders wird an ein Register
in dem Zünder übertragen und
in ihm gespeichert. Die Verzögerungszeit
wird in sechzehn Bits in einer binären Form mit dem Intervall 0,25
ms gespeichert. In diesem erläuternden
Beispiel wird die Verzögerungszeit
völlig
willkürlich
und nur als Beispiel auf 1392,5 ms gesetzt, was in binärer Form
und mit dem Zeitintervall von 0,25 ms [0001 0101 1100 0010] entspricht.
In diesem Beispiel ist der Korrekturfaktor ursprünglich Hex 0F0000, was der richtige
Korrekturfaktor eines Systemtakts mit der Frequenz 60 kHz ist. Es
wird nun angenommen, dass die wirkliche Taktfrequenz tatsächlich 56
kHz beträgt. Um
einen richtigen Korrekturfaktor zu erhalten, muss ein Ausgleich
entsprechend der Systemtaktfrequenz erfolgen. Zu diesem Zweck wird
zur gleichen Zeit, zu der Systemtaktsignale in dem zweiten Zähler (,IntClCnt') gezählt werden,
eine vorgegebene Anzahl von externen Taktsignalen von der Steuereinheit
in dem ersten Zähler
(,ExtClCnt') gezählt. Das
Verhältnis
zwischen den Inhalten in diesen beiden Zählern entspricht folglich dem
Verhältnis
zwischen der System- und der externen Taktfrequenz. Wenn angenommen
wird, dass die externe Taktfrequenz nominell 4 kHz beträgt und dass
10.000 Signale mit der Frequenz gezählt werden (d.h. es wird während 2,5
s gezählt),
werden zur gleichen Zeit 140.000 Signale mit der Systemtaktfrequenz
(die in diesem Beispiel als 56 kHz angenommen wird) gezählt. Das
Verhältnis
zwischen der System- und der externen Taktfrequenz beträgt folglich
140.000/10.000 = 14. Wenn die Systemtaktfrequenz 60 kHz betragen
hätte,
wären während derselben
Zeit 150.000 Signale gezählt worden,
in welchen Fall das Verhältnis
zwischen der System- und der externen Taktfrequenz 15 betragen hätte. Das
Verhältnis
zwischen der System- und der externen Taktfrequenz entspricht dem
Korrekturaktor. Wenn die im allgemeinen Zeitformat gespeicherte Verzögerungszeit
mit dem Korrekturfaktor multipliziert wird, tritt jedoch eine automatische
Rundung der sechzehn niedrigstwertigen Bits auf, wobei der dem Frequenzverhältnis 15
(Bin [1111]) entsprechende Korrekturaktor zu Bin [1111 0000 0000
0000 0000] = Hex 0F0000 wird. Analog wird der neue Korrekturtaktor
für das
Frequenzverhältnis
14 zu Hex 0E0000. Durch die Multiplikation der gespeicherten Verzögerungszeit
mit dem Korrekturfaktor wird folglich die Anzahl der Systemtaktzyklen
ermittelt, die der vorgesehenen Verzögerungszeit entspricht. Die
Wahl der Zahlenwerte und die Wahl des obigen Berechnungsverfahrens
sind mit dem Ziel erfolgt, auf verständliche Weise zu erläutern, wie
die Kalibrierung in den jeweiligen elektronischen Zündern ausgeführt wird.
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Noch
ein weiterer Vorteil des oben beschriebenen Kalibrierungsverfahrens
ist, dass eine Kalibrierung ablaufen kann, während gleichzeitig eine andere
Signalgebung zwischen der Steuereinheit und den elektronischen Zündern abläuft, da
das Zählen der
Anzahl der externen und der Systemtaktsignale jeweils dezentral
in jedem Zünder
stattfindet. Folglich ist es nicht erforderlich abzuwarten, bis
die Kalibrierung abgeschlossen ist, bevor weitere Befehle oder Anfragen
an die elektronischen Zünder
gesendet werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Kalibrierung durch
das Zählen
von Taktsignalen ausgeführt wird,
ohne dass ein bestimmtes Zeitintervall die Kalibrierung beschränkt, können die
oben erwähnten Antwort-Slots
zwischen Datenpaketen, die von der Steuereinheit gesendet wurden,
verwendet werden, ohne die Kalibrierung zu beeinträchtigen.
-
Es
werden keine bestimmten Signale von der Steuereinheit zum Übertragen
der externen Taktsignale gesendet. Die externen Taktsignale werden
mit Hilfe der normalen Datenpakete an die Zünder übertragen. Aufgrund der Tatsache,
dass die Datenbits in den digitalen Datenpaketen entsprechend dem
externen Taktoszillator angeordnet sind, können externe Taktsignale von
diesen normalen Datenpaketen gelesen (extrahiert) werden. Genauer
gesagt, eines der Bits der Datenpakete dient als ein Steuerbit für jeden einzelnen
Zünder,
wenn es die externen Taktsignale extrahieren soll.
-
Es
wird nun ein bevorzugtes Format zum Übertragen von Informationen
von einer Steuereinheit an einen Zünder beschrieben. Es wird bevorzugt, dass
das Datenformat 8 Bytes mit 8 Bits in jedem Byte umfasst. Das Byte
Nummer 1 umfasst Auslösebits,
ein Startbit und ein Steuerwort (einen Befehl). Die Befehle und
Anfragen, die in einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung implementiert sind, werden im Folgenden beschrieben. Die
Bytes Nummer 2–5
geben die Adresse des Zünders
oder der Zünder
an, an die die Information gesendet werden soll. Die Bytes Nummer
6–7 umfassen
Datenbits, die im Allgemeinen Argumente zu den oben erwähnten Befehlen
und Anfragen enthalten. Das Byte Nummer 8 enthält eine Prüfsumme und Stoppbits.
-
Durch
die obige Unterteilung der Chip-Identität des Zünders in Hersteller-(Werks-),
Batch-, Wafer- und Chipnummer kann ein typisches Datenpaket wie folgt
aussehen:
-
-
Das
Datenpaket beginnt unabhängig
von der Anschlusspolarität
mit drei Nullen, wobei der Chip in dem Zünder feststellt, welche Signalisierungsfrequenz
eine binäre „0" darstellt (und folglich
indirekt, welche Signalisierungsfrequenz eine binäre „1" darstellt). Gleichzeitig
wird eine Grobkalibrierung des Verhältnisses zwischen der System-
und der externen Taktfrequenz ausgeführt, wobei das Verhältnis später beim
Auswerten von Datenpaketen eingesetzt wird. Anschließend folgt
das eigentliche Startbit (Byte #1, Bit #4), das den Informationsteil
des Datenpakets einleitet. Die letzten vier Bits in dem Byte Nummer
1, [C T R L], (Byte #1, Bit #4–#8)
enthalten das Steuerwort (Befehl), das im Folgenden genauer beschrieben
wird. Die Bytes Nummer 2–5
enthalten die Adresse des aktuellen Zünders. Die ersten beiden Bits
[g i] (Byte #2, Bit #1–2)
geben an, inwieweit die Adresse als eine globale Adresse oder als
eine individuelle Adresse interpretiert werden soll. Es sind folglich
vier unterschiedliche Ebenen möglich:
globale Adressierung, bei all die nachfolgenden Adressbits übergangen
werden, zwei Grade semiindividueller Adressierung, bei der nur einige
der nachfolgenden Adressbits (zum Beispiel jeweils die acht bzw.
die zwölf
abschließenden
Bits) bei der Adressierung eingesetzt werden, und individuelle Adressierung,
bei der alle nachfolgenden Adressbits bei der Adressierung eingesetzt
werden. Anschließend
folgt die Dreißig-Bit-Adresse
(Byte #2, Bit #3–#8
+ Byte #3–#5), die
mit einem Hersteller-Code" [C
O D E] (Byte #2, Bit #3–#6)
beginnt. Dann folgen vierzehn Bits, die den Batch und den Wafer
der Herstellung angeben, und zwölf
Bits, die die Nummer oder die Position des Chips auf dem Wafer angeben.
Diese Unterteilung der Adresse in vierzehn plus zwölf Bits
wird bevorzugt, aber natürlich
kön nen
die dreißig
Adressbits auch in einer weiteren Anordnung verwendet werden. In
den Bytes Nummer sechs und sieben folgen sechzehn Datenbits. Sie
umfassen das Argument, das zu dem Befehl (d.h. zu dem Befehl, der
in dem Byte #1, Bit #5–#8
spezifiziert wird) des Datenpakets gehört. Schließlich folgen in dem Byte Nummer
acht eine Sechs-Bit-Prüfsumme und
zwei Stoppbits. Die Prüfsumme
wird auf Basis von 53 Bits berechnet, das heißt von dem Startbit (Byte #1,
Bit #4) bis zu dem letzten Datenbit, d.h. Byte #7, Bit #8.
-
Die
Datenpakete werden durch die Steuereinheit dem Prinzip der „FMO-Modulation" entsprechend gesendet,
die Frequenzumtastung (frequency shift keying – FSK) mit Polaritätswechseln
verwendet. Die grundlegende Kommunikationsfrequenz beträgt 4 kHz.
Eine Reihe von „Nullen" umfasst ein Signal
bei 4 kHz, und eine Reihe von „Einsen" umfasst ein Signal
bei 2 kHz. Ein Bit mit dem Wert ,0' umfasst eine gesamte Periode bei 4
kHz, während
ein Bit mit dem Wert ,1' eine
halbe Periode bei 2 kHz umfasst. Die Bitlänge beträgt folglich 250 μs. Ein Polaritätswechsel
nach 125 μs
wird durch die elektronischen Zünder
so bewertet, als ob das Bit eine „Null" wäre, und
das Fehlen eines solchen Polaritätswechsels wird
durch die elektronischen Zünder
so bewertet, als ob das Bit eine „Eins" wäre.
-
Die
Bitlänge
beträgt
folglich 250 μs,
weshalb ein 64 Bit-Datenpaket 16 ms umfasst. Nach jedem Datenpaket
folgt ein Zeit-Slot von 5 ms in Form des Antwort-Slots, in dem die
Zünder
auf Anfragenachrichten antworten. Die Gesamtdauer eines Datenpakets
einschließlich
des Antwort-Slots beträgt
folglich 21 ms.
-
Da
das Lesen der Adressen der elektronischen Zünder aus nahe liegenden Gründen nicht
mit Hilfe von individuell adressierten Anfragenachrichten ausgeführt werden
kann, wird ein Verfahren mit globaler Adressierung solcher Anfragenachrichten
zum Lesen der Adressen (der Adresskennung) eingesetzt. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden die Adressen der elektronischen Zünder von
der Protokolleinheit gelesen, wenn die Zünder an den Bus des Zündersystems
angeschlossen werden. Während
der Phase, in der die Zünder an
den Bus angeschlossen werden, sendet die Protokolleinheit fortlaufend
Aktivierungsbefehle, die, wenn sie von einem Zünder empfangen werden, diesen
in einen Antwortzustand versetzen, in dem der Zünder auf Anfragen zu seiner
Identität
(Adresse) antwortet. Sobald ein Zünder auf einen solchen Aktivierungsbefehl
geantwortet hat, beendet die Protokolleinheit das Senden dieser
Befehle und beginnt, die Adressinformation zu lesen. Wenn die Identifizierung
(d.h. das Lesen der Ad resse des Zünders) beendet ist, wird das
Flag (,IdRcvFlg')
gesetzt, das anzeigt, dass die Identifizierung dieses Zünders abgeschlossen
ist. Wenn das Flag ,IdRcvFlg' gesetzt
ist, antwortet der Zünder
nicht auf die oben erwähnten Aktivierungsbefehle.
Es wird bevorzugt, ist aber nicht erforderlich, dass der Zünder in
einen Energiesparzustand versetzt wird, wenn die Identifizierung
abgeschlossen ist. Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird
der Zünder
mit Hilfe eines individuell adressierten Befehls (,IdPwrDwn') von der Steuereinheit
(der Protokolleinheit) in einen Energiesparzustand versetzt. Damit
sich dieser Befehl auswirkt, ist es erforderlich, dass für den vorgesehenen
Zünder sowohl
,IdRcvFlg' als auch
,IdAnsFlg' gesetzt
ist, damit vermieden wird, dass Zünder unbeabsichtigt in einen
Energiesparzustand versetzt werden. Wenn der gesamte Identifizierungsprozess
abgeschlossen ist und der Zünder
möglicherweise
in einen Energiesparzustand versetzt worden ist, beginnt die Protokolleinheit
wieder, Aktivierungsbefehle zu senden, während sie darauf wartet, dass
der nächste
Zünder antwortet,
der möglicherweise
bereits an den Bus angeschlossen ist.
-
2a und 2b zeigen
ein schematisches Ablaufdiagramm der von der Steuereinheit, in diesem
Fall der Protokolleinheit, durchlaufenen Vorgänge, wenn Zünder an den Bus angeschlossen
werden.
-
Wenn
die Protokolleinheit gestartet wird, wird ein Zeiger ,DetNum' auf eine Adresstabelle
zurückgesetzt 21.
In dieser Tabelle wird eine Folge von Adressen zusammen mit der
entsprechenden Nummer des fraglichen Zünders in der Anschlussfolge
angezeigt. Anschließend
wird auf die untere Adresshälfte
des Adressfelds als eine Anzeige hingewiesen 22, die besagt,
dass diese Adresshälfte
gelesen werden soll. Es sei daran erinnert, dass das Adressfeld dreißig Bits
umfasst, während
der Bitzeiger des Datenpakets nur sechzehn Bits umfasst, was in
einer Unterteilung jeweils in eine untere und eine obere Adresshälfte resultiert.
Wenn dies abgeschlossen ist, beginnt, wie oben erwähnt, das
Senden des Aktivierungsbefehls von der Protokolleinheit. Um genau
zu sein, umfasst dieser Aktivierungsbefehl eine Anfrage bezüglich des
niedrigstwertigen Bits (least significant bit – LSB) des Adressfelds 23.
Während
dieser Phase wird eine Anfrage gestellt, ob das LSB „0" ist 24 sowie
ob das LSB „1" ist 25.
Bei der in den 1a und 1b dargestellten
Ausführungsform
wird zunächst angefragt,
ob das LSB "0" ist. Wenn die Protokolleinheit
auf diese Anfrage keine Antwort erhält, wird die komplementäre Anfrage
gestellt, das heißt,
ob das LSB „1" ist. Wenn selbst
jetzt keine Antwort erfolgt, wird dies so bewertet, als ob kein
neuer Zünder
an den Bus angeschlossen worden wäre, und die Arbeitsschritte
werden wiederholt 26. Wenn eine Antwort auf eine beliebige
der oben erwähnten Anfragen erfolgt,
wird der entsprechende Adressbitwert in der Adresstabelle der Protokolleinheit
festgestellt, und der Zeiger ,DetNum' wird inkrementiert 27. Die
entsprechenden Anfragen bezüglich
des nächsten Adressbits
etc. werden anschließend
gestellt 28, 29, bis der Bitzeiger auf das Adressbit
Nummer 16 zeigt. Das Lesen der Adressbits in der unteren Adresshälfte wird
so abgeschlossen 200, wonach die obere Adresshälfte hervorgehoben
wird 201, und die oben erwähnten Anfragen bezüglich der
oberen Adresshälfte
werden entsprechend wiederholt. Für all die Adressbits außer für das erste
wird richtig eingeschätzt
werden, dass ein Fehler vorliegt, wenn weder auf die Anfrage, ob
das hervorgehobene Adressbit „1" ist, noch auf die
Anfrage, ob das hervorgehobene Adressbit „0" ist, eine Antwort erhalten wird. Sobald ein
Zünder
an den Bus angeschlossen ist, muss eine der beiden komplementären Anfragen 28 bzw. 29 bezüglich des
Wertes eines Adressbits ein Antwortsignal auf dem Bus (d.h. eine
positive Antwort) geben. Falls auf keine dieser Anfragen eine Antwort
erhalten wird, werden die Nummer des Zünders und der entsprechende
Fehlercode festgestellt 202. Es wird bevorzugt, dass der
Fehler außerdem
auf dem tragbaren Nachrichtenempfänger angezeigt wird 203,
so dass der Person, die die Zünder
an den Bus anschließt,
die Möglichkeit
gegeben wird, den Fehler zu korrigieren, zum Beispiel durch Prüfen des
Anschlusses oder durch Austauschen des fehlerhaften Zünders.
-
Wenn
die Identifizierung eines Zünders
abgeschlossen ist, wird eine Nachricht an den tragbaren Nachrichtenempfänger gesendet,
wodurch der Person, die die Zünder
an den Bus anschließt,
mitgeteilt wird, dass der nächste
Zünder
an den Bus angeschlossen werden kann. Der tragbare Nachrichtenempfänger kann
darüber
hinaus eine Bestätigung darüber empfangen,
dass der letzte Zünder
korrekt angeschlossen worden ist. Falls keine Informationen über einen
korrekten Anschluss eines Zünders
in dem tragbaren Nachrichtenempfänger
empfangen werden, kann der Zünder
manuell durch einen weiteren Zünder
ersetzt werden, oder es kann alternativ der Anschluss noch einmal
geprüft
werden.
-
Das
Ziel des tragbaren Nachrichtenempfängers ist es folglich, dass
der Person, die die Zünder an
den Bus anschließt,
einerseits mitgeteilt wird, ob der Anschluss an sich korrekt ist,
und andererseits, ob der Zünder
auf die Nachrichten der Steuereinheit in korrekter Weise antwortet.
Der Einsatz des tragbaren Nachrichtenempfängers erhöht folglich die Zuverlässigkeit
des Anschlusses, da leicht richtig eingeschätzt werden kann, welcher Zünder mögliche Probleme
verursacht. Ein solcher Zünder
kann folglich entfernt und durch einen weiteren Zünder ersetzt werden,
oder er kann entfernt und neu angeschlossen werden.
-
Ein
weiteres Ziel des tragbaren Nachrichtenempfängers ist es, der Person, die
die Zünder
an den Bus anschließt,
mitzuteilen, wann der nächste
Zünder
angeschlossen werden kann, mit dem Ziel zu verhindern, dass bei
ein und derselben Gelegenheit mehr als ein Zünder vorhanden ist, der auf
Anfragenachrichten zur Identität
antworten kann. Sobald ein kurz zuvor angeschlossener Zünder auf
einen Aktivierungsbefehl von der Steuereinheit (der Protokolleinheit)
geantwortet hat, beendet die Steuereinheit das Senden solcher Aktivierungsbefehle.
Der nächste
Zünder
kann, um genau zu sein, an den Bus angeschlossen werden, sobald
die Identifizierung des Zünders,
der zuvor angeschlossen worden ist, begonnen hat.
-
Im
Folgenden wird eine Anzahl von Befehlen beschrieben, wie sie in
einer Ausführungsform
der Erfindung implementiert sind. Ein Befehl (Steuerwort) wird in
den Steuerbits [C T R L] (Byte #1, Bit #5 – #8) der Datenpakete angegeben.
Diese vier Bits können folglich
bis zu sechzehn unterschiedliche Befehle angeben. Von diesen sechzehn
möglichen
Befehlen in der bevorzugten Ausführungsform
umfassen sechs Befehle Anfragen, ein Befehl umfasst einen ,NOP'-Befehl [C T R L]
= [1 1 1 1] (eine Null), und ein Befehl umfasst einen Zündbefehl
[C T R L] = [0 0 0 0]. Die übrigen
acht Befehle sind Anweisungen an die Zünder.
-
Ein
Zündbefehl
(,FireA15p') unterscheidet sich
jedoch von allen anderen Befehlen. Im Grunde umfasst der Zündbefehl
ein nur aus Nullen bestehendes Datenpaket. Der Zündbefehl ist folglich ein gesamtes
Datenpaket, das kein Startbit, keine Prüfsumme (d.h. [C H K S U M]
= [0 0 0 0 0 0]), keine eindeutige Adresse und keine Datenbits aufweist.
Die Bedingung dafür,
dass ein Datenpaket als ein Zündbefehl
interpretiert wird, ist, dass während
64 aufeinander folgender Bits maximal zwei Einsen empfangen worden
sind. Die Anzahl der Einsen in einem Datenpaket wird über drei
getrennte Zwei-Bit-Zähler
gezählt,
wobei die Auswertung durch Mehrheitsbeschluss ausgeführt wird,
d.h. um das Datenpaket als einen Zündbefehl zu interpretieren,
müssen
zwei dieser drei Zwei-Bit-Zähler
höchstens
zwei Einsen in ein und demselben Datenpaket anzeigen.
-
Wie
oben beschrieben, werden die dreißig Adressbits in jeder Adresse
eines Zünders
in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe mit den höchstwertigen
Bits und eine Gruppe mit den niedrigstwertigen Bits. Folglich kann
ein Bitzeiger von sechzehn Bits zum Lesen der gesamten Dreißig-Bit-Adresse
verwendet werden. Um die Adressen der Zünder zu lesen, werden folglich
vier unterschiedliche Fragen (Anfragen) implementiert,
,RdLoAdr0' „Kommt jedes durch den Bitzeiger
hervorgehobene Adressbit der Gruppe mit den niedrigstwertigen Bits
der Adresse einer binären
Null gleich?",
,RdLoAdr1' „Kommt jedes durch den Bitzeiger
hervorgehobene Adressbit der Gruppe mit den niedrigstwertigen Bits
der Adresse einer binären
Eins gleich?",
,RdHiAdr0' „Kommt jedes durch den Bitzeiger
hervorgehobene Adressbit der Gruppe mit den höchstwertigen Bits der Adresse
einer binären
Null gleich?", und
,RdHiAdr1' „Kommt jedes durch den Bitzeiger
hervorgehobene Adressbit der Gruppe mit den höchstwertigen Bits der Adresse
einer binären
Eins gleich?"
-
Selbst
wenn jedes Adressbit nur den Wert Null oder Eins annehmen kann,
werden die oben erwähnten
Anfragebefehle folglich als sich gegenseitig ergänzende Paare gestaltet. Wie
oben betont, ist der Grund dafür,
dass die Zünder
so gestaltet sind, dass sie nur analoge Antwortsignale auf dem Bus
geben, die eine positive Antwort geben.
-
Abgesehen
von diesen vier Anfragebefehlen, die sich auf die Adressbits der
Zünder
beziehen, sind noch zwei weitere Anfragebefehle in der bevorzugten
Ausführungsform
implementiert. Diese beiden Anfragen dienen dazu, das Statusregister
in der elektronischen Schaltvorrichtung des Zünders zu lesen, wobei das Statusregister
oben erwähnte
Zustandsparameter (Flags) verwaltet. In ähnlicher Weise wie zuvor erwähnt umfassen
diese beiden Anfragebefehle ihre gegenseitigen Komplemente und werden
wie folgt ausgewertet:
,RdRegBi0' „Kommt
jeder von dem Bitzeiger hervorgehobene Zustandsparameter einer binären Null gleich?", und
,RdRegBi1' „Kommt jeder von dem Bitzeiger
hervorgehobene Zustandsparameter einer binären Eins gleich?"
-
Der
Bitzeiger umfasst das Argument des Anfragebefehls, d.h. die Datenbits
des digitalen Datenpakets. In den meisten Fällen werden diese Anfragebefehle
mit dem Bitzeiger (dem Argument des Anfragebefehls) verwendet, der
nur ein Bit in dem Status- und Ad ressiegister hervorhebt, da nur
eines der Datenbits des Datenpakets eine Eins ist. In bestimmten Fällen kann
es jedoch wünschenswert
sein, dass eine größere Anzahl
von Bits durch den Bitzeiger hervorgehoben wird (d.h. mehrere der
Datenbits des Datenpakets sind eine Eins), zum Beispiel, wenn eine abschließende Prüfung darüber ausgeführt wird, dass
alle Adressbits richtig durch die Steuereinheit empfangen worden
sind, oder wenn mehrere Flags gleichzeitig gelesen werden sollen.
Die Antwort von einem Zünder
ist dann positiv, wenn und nur wenn all die hervorgehobenen Bits
der Anfrage entsprechen, d.h. die Antwort umfasst eine logische
UND-Operation zwischen den hervorgehobenen Bits. Bei der bevorzugten
Ausführungsform
wird dieses Beispiel für eine
abschließende
Prüfung
von vorgegebenen Flags in dem Zünder
vor der Zündung
eingesetzt.
-
Andere
Befehle, bei denen es sich um Befehle (unbedingte Befehle) handelt,
die nicht dazu führen,
dass die Zünder
irgendwelche Antwortsignale senden, werden im Folgenden beschrieben.
-
,IdPwrDwn' „Versetze die adressierten
Zünder
in einen Stromsparzustand!" Ein
Zünder
wird in einen Stromsparzustand versetzt, indem der Systemtaktoszillator
abgeschaltet wird. Selbst wenn es möglich ist, einen globalen oder
semiindividuellen Befehl zu senden, der alle oder eine Gruppe von
angeschlossenen Zündern
in eine Elektrizität
sparende Position versetzt, wird dieser Befehl möglichst individuell adressiert.
Das Argument dieses Befehl (d.h. die Datenbits des Datenpakets)
hat keine wirkliche Funktion, aber damit nicht andere Befehle fälschlicherweise
als ,IdIPwrDwn' interpretiert
werden, wird bevorzugt, dass ein bestimmtes Erscheinungsbild der
Datenbits erforderlich ist.
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,Reset' „Setze all die Flags und Zustandsparameter
auf den gleichen Zustand wie nach dem Einschalten zurück!" Dieser Befehl kann
sowohl global als auch individuell adressiert werden.
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,StopAnsw' „Beende das Antworten auf
Anfragen zur Identität!" Wenn dieser Befehl
in einem Zünder
empfangen wird, beendet der Zünder
das Antworten auf die Anfragenachrichten, die in Verbindung mit
dem Lesen der Adresse des Zünders
gestellt werden. Bei der bevorzugten Ausführungsform wird dieser Befehl
als ein globaler Befehl implementiert.
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,NulRegBi' „Setze jedes durch den Bitzeiger hervorgehobene
Registerbit auf Null!" Dieser
Befehl kann sowohl global als auch individuell sein. Das Argument
umfasst den Bitzeiger der Zustandsparameter, die auf Null gesetzt
werden sollen. Das Setzen auf Null bedeutet, dass dem entsprechenden
Zustandsbit der Wert Null gegeben wird.
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,SetRegBi' „Setze jedes durch den Bitzeiger hervorgehobene
Registerbit auf Eins!" Dieser
Befehl kann sowohl global als auch individuell sein. Das Argument
umfasst den Bitzeiger der Zustandsparameter, die auf Eins gesetzt
werden sollen. Das Setzen auf Eins bedeutet, dass dem entsprechenden
Zustandsbit der Wert Eins gegeben wird.
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,StoreDly' „Speichere die Verzögerungszeit in
dem DelayReg, falls die gleiche Verzögerungszeit zuvor einmal empfangen
worden ist, andernfalls setze ,Err_Flag'!" Dieser
Befehl wird möglichst
individuell adressiert. Das Argument umfasst eine Sechzehn-Bit-Darstellung der vorgesehenen
Verzögerungszeit
mit einer Auflösung
von 0,25 ms.
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,Arm' „Schalte den Zünder scharf!" Das Scharfschalten
des Zünders
wird dadurch ausgeführt,
dass das Kurzschließen
eines Scharfschaltungs-Transistors ausgelöst wird und das Laden des Zündkondensators
ermöglicht
wird. Dieser Befehl ist bei der bevorzugten Ausführungsform immer ein global
adressierter Befehl. Das Argument dieses Befehls hat keine wirkliche
Funktion, aber damit nicht fälschlicherweise
ein beliebiger anderer Befehl als ein Scharfschaltungs-Befehl fehlinterpretiert
wird, ist gewöhnlich
ein Argument eines vorgegebenen Erscheinungsbildes erforderlich.
Es sei bemerkt, dass der ,Arm'-Befehl
an sich nicht dazu führt,
dass das Flag ,Arm_Flag' gesetzt
wird. Dieses Flag wird stattdessen in Reaktion darauf gesetzt, dass
der Zündkondensator
begonnen hat zu laden, d.h. dass die Spannung an dem Kondensator
höher ist
als ein vorgegebener Wert. Es ist jedoch auch möglich, das ,Arm_Flag' durch einen ,Arm'-Befehl sowie dadurch, dass
die Spannung an dem Kondensator sich erhöht hat, setzen zu lassen. Folglich
kann geprüft
werden, ob der ,Arm'-Befehl
durch die Zünder
korrekt erkannt worden ist, noch bevor die Spannung begonnen hat, sich
in dem Zündkondensator
aufzubauen, während ein
gesetztes ,Arm_Flag' ohne
einen vorhergehenden ,Arm'-Befehl
immer noch anzeigt, dass etwas in dem Zünder nicht in Ordnung ist.
Eine ähnliche
Funktionalität
ist ebenso für
andere Flags möglich.
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Mehrere
der zuvor beschriebenen Flags werden darüber hinaus in Reaktion auf
vorgegebene interne Bedingungen in dem Zünder gesetzt.
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3a und 3b stellen
schematische Ablaufdiagramme der Vorgänge dar, die von der Schaltung
des Zünders
durchlaufen werden, wenn die Spannung angelegt und ein Da tenpaket
empfangen wird. Das erste, was nach dem Anlegen der Spannung 301 an
die Schaltvorrichtung geschieht, ist, dass ein Zurücksetzen
auf die ursprünglichen Werte
(„Reset") ausgeführt wird 302.
Anschließend werden
die Flags IdAnsFlg und IdRcvFlg beide als ein Zeichen, dass der
Zünder
weder Anfragen zu seiner Identität
beantwortet noch individuell gerufen wird, auf Null gesetzt 303, 304 (in
einer späteren Phase
werden diese Flags jedoch zurückgesetzt).
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Die
beiden Flags IdAnsFlg und IdRcvPlg bilden zusammen ein Zwei-Bit-Datenwort
(„ID-Abfragewort"), das den Zustand
der Identitätsabfrage
(Adressabfrage) darstellt. Der anfängliche Zustand dieses Datenwortes
ist folglich [0 0]. Wenn die Adresse abgefragt wird, ist es dieses
Wort, das steuert, ob ein Zünder
Anfragen zu seiner Identität
beantwortet und ob ein Zünder
bereits durch die Steuerschaltung identifiziert worden ist.
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Der
nächste
Schritt ist, dass der Zünder
das digitale Datenpaket von der Steuereinheit liest. Anfänglich wird
eine Folge von Nullen empfangen 305, wodurch die oben erwähnte Grobkalibrierung
des Systemtakts erfolgt, um ein korrektes Takten des Datenpakets
zu ermöglichen.
Wenn eine Phasenverschiebung festgestellt wird 306, wird
das Lesen anhand des anschließenden
Startbits (einer Eins) synchronisiert 307. Anschließend werden
das Steuerwort 308, die Adresse 309, die Datenbits 310 und
die Prüfsumme 311 abwechselnd
getaktet. Falls die Prüfsumme
korrekt ist 312, wird der empfangene Befehl 313 ausgewertet;
falls nicht, wartet der Zünder erneut
auf eine Folge von Nullen.
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Wenn
der empfangene Befehl individuell ist 314 und die Adresse
der des Zünders
selbst entspricht 315, wird der Befehl, der dann empfangen worden
ist, ausgeführt 316.
Falls die Adresse nicht der Adresse des Zünders selbst entspricht, kehrt
der Zünder
zu der Position zurück,
an der er ein Datenpaket liest 317 (d.h. er horcht auf
eine Folge von Nullen).
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Wenn
der empfangene Befehl global ist 318, wird dieser ausgeführt. Falls
dieser Befehl sich auf das Lesen einer Adresse (ID-Erfassung) bezieht 319, und
falls der fragliche Zünder
Anfragen bezüglich
seiner Adresse nicht schon beantwortet hat, wird das Flag ,IdAnsFlg' auf den Wert gesetzt,
der angibt, dass der Zünder
die folgenden Anfragen bezüglich
seiner Adresse beantwortet. Falls der Zünder Anfragen bezüglich seiner
Identität
(seiner Adresse) bereits beantwortet hat, wird der Befehl ignoriert.
Ansonsten erfolgt das Lesen der Adresse des Zünders gemäß dem zuvor beschriebenen Lesen.
Falls der globale Befehl ein anderer Befehl ist 320 (d.h.
falls er sich nicht auf das Lesen der Adresse bezieht), wird dieser Befehl
wie gewöhnlich
ausgeführt 321.
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4 zeigt
eine bevorzugte Ausführungsform
der elektronischen Schalttechnik des Zünders. Die Funktionen des Zünders sind
in einer integrierten Schaltung IC1 (integrated circuit – IC) implementiert.
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Die
Schaltung hat zwei Eingänge
Lin1 bzw. Lin2 mit Verbindungspins (Anschlüssen) J1 bzw. J2, die zur Stromversorgung
sowie zur Signalgabe verwendet werden. Zwei äußere Schutzwiderstände R1 bzw.
R2 sind an die jeweiligen Verbindungspins angeschlossen und stellen
eine Strombegrenzungs-/Sicherungsfunktion in der Schaltvorrichtung
bereit. Bei der bevorzugten Ausführungsform
betragen diese beiden Widerstände
jeweils 3,9 kOhm.
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Darüber hinaus
verfügt
die Schaltungsvorrichtung über
einen Zündkopf
TP mit einem positiven Pol J3 und einem negativen Pol J4. Zwischen
dem positiven Pol des Zündkopfes
und seinem negativen Pol findet die Entladung statt, die dazu führt, dass
der Zünder
zündet.
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Zwei
Versorgungskondensatoren C1 bzw. C2 werden an die Schaltung IC1
zwischen dem Eingang Vin und der Erde Gnd angeschlossen. Diese Kondensatoren
werden geladen, sobald der Zünder (über den
Bus) an eine Steuereinheit angeschlossen wird. Die Versorgungskondensatoren
dienen dazu, die Elektronik des Zünders während der Zeit zu betreiben,
während
der die Verzögerungszeit
rückwärts gezählt wird
(d.h. bis zu sechzehn Sekunden), da die Gefahr besteht, dass als
Folge der Sprengung der Kontakt mit der Steuereinheit verloren geht.
Bei der bevorzugten Ausführungsform
haben diese Versorgungskondensatoren jeweils 22 μF.
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Ein
Glättungskondensator
C3 wird zwischen dem Eingang Vdd und der Erde Gnd angeschlossen. Es
wird bevorzugt, dass der Glättungskondensator C3
eine Kapazität
von 0,47 μF
aufweist.
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Zwischen
dem Ausgang Fuse_charge (dem positiven Pol J3 des Zündkopfes
TP) und der Erde wird ein Zündkondensator
angeschlossen. Der Zündkondensator
beginnt erst zu laden, wenn der Befehl Arm von dem Zünder empfangen
worden ist.
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Wenn
die Spannung an dem Zündkondensator
einen vorgegebenen Wert erreicht hat, wird das Flag ,Arm_Flag' als ein Zeichen
dafür gesetzt,
dass das Laden des Zündkondensators
begonnen hat. Wenn die Spannung ausreichend ist, um die Zündung zu
ermöglichen,
wird das Flag ,HiVo_Flag' gesetzt.
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Es
werden Entlade-Widerstände
(bleeder resistors) R3, R4 und R5 zwischen den Anschlüssen Fuse_charge,
fuse_sense und der Erde Gnd angeschlossen. Diese Widerstände werden
zusammen zum Abtasten der Spannung des Zündkondensators und für die Bleeder-Funktion,
d.h. zum Entladen des Zündkondensators,
eingesetzt. Es wird bevorzugt, dass der Gesamtwiderstand ungefähr 15 MOhm
beträgt.
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5 zeigt
ein Ablaufdiagramm einer Implementierung einer allgemeinen Flageinstellung
in Form einer Statuszelle. Die Flageinstellung erfolgt an dem Ausgang
OUT, der entweder hoch oder niedrig ist. Das Statuselement hat vier
Eingänge,
d.h. load_input, load, clk_b und reset. Die beiden Eingänge load_input
und load werden an eine vorgegebene interne Abtastschaltung (z.B.
eine Schaltung zum Erfassen der Spannung an dem Zündkondensator)
angeschlossen, die für
das fragliche Flag spezifisch ist. Wenn ein Signal in diese Eingänge eingegeben
wird, schaltet ein Flip-Flop 51 bei dem nächsten Taktsignal,
das über
den Eingang clk_b an das Flip-Flop gegeben wird, um. Das Flip-Flop 51 kann
durch ein Signal in den Reset-Eingang auf seinen ursprünglichen Zustand
zurückgesetzt
werden.
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6 stellt
ein Schaltbild einer Implementierung einer Flageinstellung dar,
die ebenfalls über
einen Befehl von der externen Steuereinheit zurückgesetzt werden kann. Ein
Flip-Flop 61 für diese
Art von Flageinstellung weist noch einen weiteren Eingang auf, dem
ein extern gesteuerter Befehl zugeführt wird. In dem in 6 gezeigten
Beispiel ist das Flag ,Arm_Flag' einbezogen,
das entsprechend zu dem oben beschriebenen Flag so implementiert
werden kann, dass es extern von der Steuereinheit durch den ,Arm'-Befehl an sich sowie
intern in Reaktion auf die einen vorgegebenen Wert übersteigende
Spannung an dem Zündkondensator
zurückgesetzt
werden kann.